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zur Sitzung des Werkausschusses (NüSt) vom 13.10.2022
Finanzbericht 01 - 06/2022
S a c h v e r h a l t
Vorbemerkungen
Gemäß § 5 Abs. 7 der Betriebssatzung (NüSt) legt das NürnbergStift einen schriftlichen Zwischenbericht über die Entwicklung der Erträge und Aufwendungen sowie der Vermögens- und Finanzlage für den Zeitraum 01.01. bis 30.06.2022 vor.
Grundlagen
Das NürnbergStift als Eigenbetrieb der Stadt Nürnberg hat im Rahmen seines Geschäftsbetriebes eine eigenständige Rechnungslegung und Buchhaltung nach den deutschen handelsrechtlichen Regelungen und insbesondere nach den Regelungen der Pflegebuchführungsverordnung zu gewährleisten.
Im NürnbergStift sind die städtischen Senioren Versorgungsangebote für ambulante, teil- und vollstationäre Dienstleistungen, Betreutes Wohnen sowie der Geriatrischen Rehabilitation zusammengefasst.
Ergänzt und unterstützt wird das Angebot des NürnbergStifts durch die Facility–Leistungen der NürnbergStift Service GmbH.
Eckdaten zum 30.06.2022
Jahresergebnis 30.06.2022 -1.757.554,00 EUR Darlehensstand 7.300.994,29 EUR Investitionen 186.668,64 EUR
Die Inanspruchnahme des Kassenkredites beläuft sich auf 318.337,70EUR.
Budgetbericht
Nach der vorläufigen Gewinn- und Verlustrechnung liegt NüSt -11 % unter den zeitanteiligen Vorgaben für Erträge und unterschreitet die zeitanteiligen Aufwendungen der im Wirtschaftsplan 2022 vorgegebenen Jahresbudgets um 4,35 %.
Vergleich in der Zeitschiene 181 Tage
Anteil Abwei- Ist Ist zum WPL 2022 WPL 2022 chung WPL per per 2022 per zum anteiligen 30.06.2021 30.06.2022 gesamt 30.06.2022 WPL
Erträge 18.086.743 19.001.681 50% 42.734.622 21.367.311 -2.365.630 88.93% Aufwendungen 20.426.357 20.759.235 50% 43.408.302 21.704.151 -944.916 95,65%
Ergebnis -2.339.614 -1.757.554 -673.680 -336.840 -1.420.714
Die vorliegenden Zahlen per 30.06.2022 spiegeln den Buchungsstand zum 30.06.2022 der kaufmännischen Buchführung wieder. Berücksichtigt sind auch noch nicht gebuchte aber erstellte Rechnungen im AMBD i.H.v. 298 TEUR und noch nicht erfolgten Abschreibungen und Erträge für Auflösung von Sonderposten für 06/2022 i.H.v.152 TEUR. Sie enthalten noch keine sachlichen Abgrenzungen für Sondereffekte, wie z.B. Einmalzahlungen im Personalkostenbereich (Leistungsentgelte, Jahressonderzahlung) und Rückstellungen. Aufwendungen für Abschreibungen, Erträge für Auflösung von Sonderposten sowie VKE sind zeitanteilig berücksichtigt bis 31.05.2022. Die Corona bedingte Erstattungen für die Monate Januar bis April 2022 würden im Juli 2022 in Höhe von 1.845 TEUR gebucht. Es sind noch nicht alle Erstattungsanträge für die Monate Mai und Juni 2022 gestellt.
Im Berichtszeitraum wird ein Fehlbetrag von 1.758 TEUR ausgewiesen.
Zum Vorjahreszeitraum haben sich die Leistungserträge (GuV Positionen 1-4) um ca. 11,17 % erhöht. Entscheidend beeinflusst wird diese Größe von der Belegung (per 30.06.2022 = 79,90 % Auslastungsgrad im vollstationären Bereich und im teilstationären Bereich 50,83 % Auslastungsgrad).
Im Bereich der Personalkosten liegen wir zum Vorjahreszeitraum um ca. 41 TEUR höher. Einflussfaktoren sind:
die Tarifsteigerungen zum 01.04.2022 um durchschnittlich 1,8 % (WPL 2022 durchschnittlich 2,1 % im Jahresdurchschnitt) Zusätzliches Personal im Zusammenhang mit den Herausforderungen der Corona- Pandemie (Zeitarbeit, Aufstockung von Stunden, Mehrarbeit) Anzahl der Vollkräfte (Jahresdurchschnitt per 30.06.2021 440,33 VK, per 30.06.2022 422,49 VK, WPL 2022 494,67 VK).
Bei den Sachaufwendungen liegen wir zum Vorjahreszeitraum um 9,97 % höher. Einflussfaktoren sind weitere Mehraufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten (Spende der Rieder Stift im Zusammenhang mit der Tagespflege des Neubaus August-Meier-Haus i.H.v. 800 TEUR und eine Spende von Laurusstern i.H.v. 250 TEUR für die Modernisierung AHP).
Das Finanzergebnis liegt mit -6 TEUR auf Vorjahresniveau (-61 TEUR).
Leistungsdatenbericht
Im Rahmen unserer Versorgungsverträge bieten wir aktuell 927 Plätze an.
Die Wirtschaftsplandaten 2022 basieren auf einer durchschnittlichen Jahresbelegung von 90,1 % im vollstationären und 77,8 % im teilstationären Bereich. Per 30.06.2022 liegen wir im Durchschnitt bei 79,90 % im vollstationären und 50,83 % im teilstationären Bereich. Die Einbrüche sind entscheidend durch Corona bedingt.
Vermögens- und Finanzlage
Investitionen und damit Anlagenzugänge liegen im Berichtszeitraum bei 187 TEUR. Inhaltlich stehen dafür der Neubau des August-Meier-Hauses (31 TEUR), die Vorbereitung zum Neubau und der Sanierung des Platnersberges (72 TEUR), sowie diverse weitere Ersatzbeschaffungen.
Für die planmäßige Tilgung von Darlehen in 2022 sind 457 TEUR geplant. Zum Stichtag 30.06.2022 wurden planmäßige Tilgungen in Höhe von 229 TEUR geleistet.
Zum Stichtag 30.06.2022 verfügt NüSt über liquide Mittel in Höhe von 11.166 Mio. EUR (zum Vergleich 30.06.2021: 8,6 Mio. EUR). Der Kassenkredit bei der Stadt Nürnberg ist zum 30.06.2022 mit 318 TEUR in Anspruch genommen.
Prognose zum Jahresende
Das geplante Geschäftsjahresergebnis ist ein Jahresfehlbetrag von 674 TEUR.
Einflussfaktoren, die auf das tatsächliche Ergebnis noch nachhaltig wirken werden, sind:
Weiterer Verlauf und Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Erlöse und Aufwendungen, inkl. deren Erstattungen (Rettungsschirmverlängerung nur bis 30.06.2022) die weitere Entwicklung der Belegung und ihre Auswirkung auf die Erlöse das Ergebnis der diesjährigen Vergütungsverhandlungen (WPL 2022 rd. +2,1 %) Restrukturierungsaufwendungen, insbesondere Auswirkungen auf die Instandhaltungen Wirkungen aus der Umsetzung des BAG-Urteils vom 23.03.2017 (6 Az. 161/16) – Bezahlung von Überstundenzuschlägen (Auskömmlichkeit der gebildeten Rückstellung nach Klärung des Verfahrens, bisher keine abschließende Klärung vorhanden) Bewertung der Rückstellungen zum 31.12.2022, insbesondere der Personalrückstellungen für Pensionen, Beihilfen, Urlaub und Gleitzeit Wirkung des neuen Tarifvertrages mit einer tatsächlichen Erhöhung ab 01.04.2022 von ca. 1,8 % (WPL 2022 Steigerung im Jahresdurchschnitt um 2,1 %) Sachkostenentwicklungen, insbesondere im Energiebereich, Wartungs- und Instandsetzungsbereich
Die erste Hochrechnung zeigt auf, dass das geplante Geschäftsjahresergebnis 2022 von -674 TEUR insbesondere durch den Einfluss der aufgeführten Faktoren gefährdet ist. Durch Wegfall
des Corona-Rettungsschirms sind die Corona-bedingten Mindereinnahmen und Mehrausgaben für das NürnbergStift aus eigenen Kraft kaum zu kompensieren. Vor dem Hintergrund der kritischen Sachkostenpreisentwicklung, die sich jedoch aktuell in den Pflegesätzen nicht abbilden lassen, wird sich der Jahresfehlbetrag zwangsläufig erhöhen. Eine Einschätzung des Geschäftsjahresergebnisses 2022 zum jetzigen Zeitpunkt ist aufgrund der gegenwärtigen Dynamik kaum möglich.
Ausblick
Im Restjahresverlauf 2022 konzentriert sich das NürnbergStift auf die weitere Stabilisierung des Personalkörpers insbesondere durch Gewinnung von ausländischen Fachkräften. Das Modellprojekt mit WüLaRu hat bereits erste Erfolge verzeichnet, und seit September 2022 sind vier Pflegefachkräfte aus dem Iran im NüSt beschäftigt. Weitere acht Bewerbungen stehen im Oktober 2022 an.
Die geplanten Maßnahmen zur weiteren Führungskräfteentwicklung starten im Oktober 2022.
Eine wesentliche Säule der Personalgewinnung bildet weiterhin die Ausbildung. Das Nürnberg- Stift hat die Ausbildung in Richtung der einjährigen Assistenzqualifizierung erweitert und dadurch weitere Anreize für bereits beschäftigte Pflegekräfte geschaffen.
Eine weitere wichtige Maßnahme wird die Erhöhung der Auslastung insbesondere durch die Belegung der freien Betten im Elisabeth-Bach-Haus im AHS sein. Geplant ist zum 01.11.2022 zuerst eine Belegung von insgesamt 10 der 28 freien Betten im Elisabeth- Bach-Haus. Das würde die Auslastung von 77,8% auf 81,7 % erhöhen und damit die aktuelle Differenz zum Plan 2022 von 12,3 % auf 8,4 % reduzieren (Verbesserung um 3,9%).
Das NürnbergStift setzt sich intensiv mit dem Thema „Umgang mit Energie und Einsparpotentialen in diesem Zusammenhang“ auseinander.
Eine wesentliche Bedeutung haben die Aktivitäten der Bundesregierung und der Länder hinsichtlich der notwendigen finanziellen Unterstützung über den weiteren Rettungsschirm. Ohne eine konzentrierte Aktion der Selbstverwaltung ist die wirtschaftliche Lage der Träger der Altenpflege massiv gefährdet.