Sachstandsbericht
Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg: aktueller Stand
Seit der Bekanntgabe des Förderprogramms Gesundheitsregionenplus im Dezember 2014 berichtet die Geschäftsstelle dem Gesundheitsausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand in Nürnberg.
Der bisher letzte Bericht erfolgte im Gesundheitsausschuss am 28. November 2019. Vor dem Hintergrund des Endes der ersten Förderwelle standen die Aspekte „Rückblick – Fazit – Fortführung“ der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im Mittelpunkt. Der vom Gesundheitsausschuss in dieser Sitzung gefasste Beschluss zur Unterstützung der Fortführung war ein essentieller Baustein für die Beantragung weitere Fördergelder.
Der Bescheid vom 12. Dezember 2019 ermöglicht die Fortführung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im bisherigen Umfang vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2024.
Der vorliegende Sachstandsbericht stellt die Entwicklungen seit dem letzten Bericht vor und ordnet die Entwicklungen in die Corona Pandemie ein.
Gesundheitsregionenplus in Bayern
Gesundheitsregionenplus ist 2015 als Förderprogramm des StMGP gestartet mit dem Ziel, Landkreise und kreisfreie Städte beim Strukturaufbau für eine kommunale Gesundheitskonferenz zu unterstützen. Gestartet mit 24 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 29 Landkreisen und kreisfreien Städten, umfasst das Programm mittlerweile 60 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 77 Landkreisen und kreisfreien Städten (Abbildung 1).
Neben Nürnberg sind mittlerweile weitere Gesundheitsämter in kommunaler Trägerschaft an Gesundheitsregionenplus beteiligt: Augsburg, Ingolstadt, Memmingen. Im Bezirk Mittelfranken sind, mit Ausnahme der Stadt Schwabach, alle Städte und Landkreisen an Gesundheitsregionenplus beteiligt. Die gute Abdeckung Mittelfrankens mit dem Förderprogramm ermöglicht einen unkomplizierten regionalen Austausch der Geschäftsstellen und bei Bedarf eine Zusammenarbeit – bspw. 2018 zum Thema Umweltgerechtigkeit und Gesundheit und aktuell zum Thema psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen.
Nachdem die Fortführung des Förderprogramms mit einer zweiten Förderwelle ein wichtiges Zeichen zur Bedeutung der Gesundheitsregionenplus gesetzt hat, ist derzeit die Verstetigung der Strukturen ein wichtiges Anliegen, welches erlaubt, Themen der Gesundheitsförderung und Versorgung in langfristiger Perspektive über einen Projektstatus hinaus zu verfolgen.
In diesem Zusammenhang hat sich das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) am 11. Mai 2022 auf dem Jahrestreffen der Geschäftsstellen der Gesundheitsregionenplus in Landshut geäußert: Die Aufgaben der Gesundheitsregionenplus entsprechen den neuen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), welche erstmalig im aktuellen Leitbild des ÖGD im Jahr 2018 festgelegt wurden. Dies gilt insbesondere für die koordinierende, kommunikative, moderierende und vernetzende Funktion einer Gesundheitsregionplus. Das StMGP plant nach Auslaufen des Förderprogramms zur dauerhaften Erfüllung der neuen Aufgaben des ÖGD eine Verstetigung der Aufgaben und Strukturen der Gesundheitsregionenplus. Dies bedingt die Einrichtung einer Gesundheitsregionplus durch jedes Gesundheitsamt. Erstmalig werden damit verpflichtend Gesundheitsnetzwerke auf kommunaler Ebene eingerichtet. Hierzu sollen die Strukturen und Aufgaben einer Gesundheitsregionenplus
im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Gesundheitsdienstgesetz − GDG) gesetzlich verankert werden.
Abbildung 1: Übersicht der Gesundheitsregionenplus in Bayern (Quelle: Gesundheit: Gesundheitsregionenplus (bayern.de))
Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
Abbildung 2 illustriert die aktuelle Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg. Daran orientiert folgen die Ausführungen zu den einzelnen Elementen.
Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle wurde im Juli 2015 besetzt. Die Umstrukturierungen des Gesundheitsamts im Frühsommer 2021 haben die Geschäftsstelle nicht betroffen. Sie ist weiterhin als Vollzeitstelle im Stab der Amtsleitung angesiedelt und untersteht dort direkt der medizinischfachlichen Leitung. Es zeigt sich, dass sich die Geschäftsstelle in der Verwaltungsstruktur etabliert hat.
Die Geschäftsstelle war von März bis Mai 2021 und von Oktober 2021 bis August 2022 mit verschiedenen Aufgaben in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden. Nach Stellungnahme durch das StMGP war dieser Einsatz zuwendungsrechtlich nicht zu beanstanden.
Durch den Einsatz konnte die Geschäftsstelle zweierlei gewinnen:
Ansätze zur Bearbeitung von Themen, die in der Nachbereitung der Corona Pandemie Eingang in die Gesundheitsregionplus finden werden neue Kontakte zur Bearbeitung von Themen
Abbildung 2: Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
Fachbeirat Der Fachbeirat der Gesundheitsregionplus wurde im Oktober 2019 zur fachlichen Beratung der Geschäftsstelle bei der Vor- und Nachbereitung des Gesundheitsforums eingerichtet.
Der Fachbeirat spiegelt in seiner Zusammensetzung sowohl die Säulen des Gesundheitswesens als auch die Handlungsfelder der Gesundheitsregionplus wieder: die ambulante und stationäre Versorgung, der Öffentliche Gesundheitsdienst, die gesundheitliche Selbsthilfe die Gesundheitsförderung und Pflege. Der Beirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern des Gesundheitsforums zusammen: Referat für Umwelt und Gesundheit, Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg (medizinisch-fachliche Leitung, Bereichsleitung Gesundheitsförderung), Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Klinikum Nürnberg, Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen Mittelfranken, Pflegestützpunkt.
Die Sitzungen finden in zeitlicher Nähe zum Gesundheitsforum statt. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt durch die Geschäftsstelle. Nach der konstituierenden Sitzung am 23. Oktober 2019 fanden zwei Sitzungen statt.
Inhalt der Sitzungen ist, die Themen aus dem jeweiligen Gesundheitsforum zur weiteren Bearbeitung auf Machbarkeit zu überprüfen, zu kategorisieren, priorisieren und weitere potentielle Kooperationspartner zu benennen.
Gesundheitsforum Bedingt durch die Corona Pandemie fand 2020 keine Sitzung des Gesundheitsforums statt.
Die Zusammensetzung des Gesundheitsforums hat sich bedingt durch die Kommunalwahl 2020 leicht verändert, nachdem alle im Gesundheitsausschuss vertretenen Fraktionen zur Sitzung eingeladen werden.
Die aktuelle Mitgliederliste ist als Anlage dem Sachstandsbericht beigefügt.
Im Mittelpunkt der 7. Sitzung am 1. Dezember 2021, durchgeführt im online Format, stand die inhaltliche Diskussion, angeregt durch Impulse zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und den Umgang mit Klimawandel in der ambulanten Versorgung. Überdies war ein freier Austausch zu Benennung weiterer Themen vorgesehen.
Themenschwerpunkt der 8. Sitzung am 14. Juli 2022, durchgeführt im hybrid Format, war die Fortführung des Themas Klimawandel und Klimaanpassung in der Stadt Nürnberg mit der Vorstellung des Hitzeaktionsplans durch die Referentin für Umwelt und Gesundheit. Ergänzt wurde der Themenschwerpunkt durch einen Beitrag des Gesundheitsnetzes Qualität und Effizienz zu „Resilare – Krisenresilienz: Entwicklung und Validierung von Qualitätsindikatoren zur Vorbereitung von ambulanten Arztpraxen auf Krisensituationen“, ein Projekt gefördert aus dem Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Zu beiden Gesundheitsforen fand eine Nachbetrachtung im Fachbeirat der Gesundheitsregionplus statt. Folgend zusammengefasst ist der jeweilige Arbeitsstand der Themen.
Tabelle 1: Übersicht der Themen und dessen aktueller Stand
| Thema | Aktueller Stand | ||
|---|---|---|---|
| Abfrage in den Praxisnetzwerken zu barrie- refreien Praxen; Information über beste- hende Auskunftsangebote | Erledigt. | ||
| jedoch im Blick behalten unter Berücksichti- gung der UN-BRK und der Aktivitäten der Fachstelle Inklusion des Nürnberger Sozial- amts | |||
| Themenkomplex Klimawandel – Gesundheit – Hitzeaktionsplan: Bausteine zur Umset- zung des Hitzeaktionsplans der Stadt Nürn- berg | Erledigt. | ||
| Vorstellung von Konzept und Maßnahmen des Hitzeaktionsplans der Stadt Nürnberg, bei Bedarf Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur fachlichen Begleitung ausgewählter Maßnahmen, bspw. pharmazeutische Ver- sorgung/ Medikationspläne | |||
| Umsetzung Jahresschwerpunktthema Herz- infarkt | Umsetzung in Kooperation mit den Kardio- logischen Abteilungen drei Nürnberger Krankenhäuser zwischen 15. September und 27. Oktober; siehe Programmflyer | ||
| Psychotherapieangebote für Kinder und Ju- gendliche | Fragensammlung und Bearbeitung in Vor- bereitung der nächsten Schritte zu den The- men Kostenerstattung, Vermeidung von Be- handlungsabbrüchen, Nachfrage nach The- rapien, Entwicklung der Wartezeit, Bewälti- gungsstrategien in der Wartezeit, vorhan- dene Behandlungsressourcen und Vernet- zungen, konkrete Bedarfslage in Nürnberg, Ermächtigungen | ||
| Teilnahme am Runden Tisch „Verbesse- rung der psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen“ (in der Region) |
| der Gesundheitsregionenplus Stadt Fürth und Landkreis Fürth | |
|---|---|
| Erstellung einer Meta-Netzwerkkarte der Netzwerke in Nürnberg | In Bearbeitung zunächst im Runden Tisch ZEBBEK (INEK) |
| Einrichtung eines ambulanten psychiatri- schen Pflegedienstes | in Bearbeitung |
| Bewegungsprojekt adressiert an Menschen ab 60 Jahren mit monatlichen Themen- schwerpunkten | Im Mai 2022 fand ein Gespräch mit dem Stadtseniorenrat, Seniorenamt, SportSer- vice und der Geschäftsstelle der Gesund- heitsregionplus Stadt Nürnberg statt. Für eine weitere Umsetzung ist zunächst die Finan- zierung der benötigten Personalressourcen zu klären, nachdem das Vorhaben nicht mit bestehendem Personal umgesetzt werden kann. Gegebenenfalls ist eine Adaption ange- bracht, das Vorhaben dahingehend anzu- passen, dass es mit den bestehenden Per- sonalressourcen umsetzbar ist. |
| Schulungen zu Krankenhauseinweisungen älterer Patientinnen und Patienten | Das Thema wurde in die 7. Sitzung des Ge- sundheitsforums eingebracht und soll auf ein Projekt in einer anderen Gesundheitsre- gionplus zurückgehen. Die bisherigen Re- cherchen zu dem Projekt waren nicht ab- schließend hinsichtlich einer möglichen Adaption in Nürnberg. |
Änderung der Geschäftsordnung Mit Konstituierung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg am 9. Dezember 2015 wurde eine Geschäftsordnung verabschiedet. Mit der Fortentwicklung der Gesundheitsregionplus war eine Anpassung der bisherigen Geschäftsordnung aus Sicht der Geschäftsstelle notwendig.
Diese Entwicklungen sind: Einrichtung des Fachbeirats Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im Oktober 2019 im Nachgang der sechsten Sitzung des Gesundheitsforums Erweiterung der Handlungsfelder um das Handlungsfeld Pflege mit dem Zuwendungsbescheid vom 19. Dezember 2019 Verlagerung von Sitzungen und Abstimmungen auf online Formate Abstimmungen im E-Mailumlaufverfahren verstärkte Berücksichtigung von Barrierefreiheit sprachliche Anpassungen ständige Vertretung des Vorsitzes durch die Leitung des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg
Überdies wurde Nebenbestimmung zu § 2 erweitert: Die Fachliche Leitstelle Gesundheitsregionenplus (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sind keine Vollmitglieder mit Stimmrecht und den damit verbundenen Pflichten des Gesundheitsforums. Beide beteiligen sich in einer beratenden und unterstützenden Funktion, um die Meinungs- und Entscheidungsfindung mit ihren Expertisen zu fördern.
Die aktuelle Geschäftsordnung ist als Anlage der Sachverhaltsdarstellung beigefügt.
Arbeitsgruppen/ Themen In den Arbeitsgruppen werden die vom Gesundheitsforum benannten und Fachbeirat priorisierten Themen mit weiteren Kooperationspartner*innen umgesetzt. Die Arbeitsgruppen sind von unterschiedlichem Charakter hinsichtlich ihrer Zielsetzung, Dynamik in der Themenbearbeitung und, in diesem Zusammenhang, ihrem Handlungsmandat.
Arbeitslosigkeit und Gesundheit Die Arbeitsgruppe wurde im Herbst 2016 unter dem Dach der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg eingerichtet, nachdem das Jobcenter Nürnberg-Stadt als Mitglied in das Gesundheitsforum aufgenommen wurde. Ziel der Arbeitsgruppe war die Begleitung des „Modellprojekts zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“ für die weitere Vernetzung in die kommunalen Strukturen. Mit Beginn des Projekts „Gesundheit für alle im Stadtteil“ konnte die Zusammenarbeit insbesondere im Projektstadtteil Nürnberger Westen vertieft werden. Im Jahr 2022 endet die Projektlaufzeit sowohl von „Gesundheit für alle im Stadtteil“ als auch vom „Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“. Beide Projekte sollen in Folgeprojekten fortgeführt werden. Der Fortbestand der Arbeitsgruppe zur weiteren Verzahnung des Themas ist vorgesehen.
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz Weder die Arbeitsgruppe noch das durch sie initiierte Multiplikatorennetzwerk hat sich über ein Jahr getroffen. Das Ruhen des Netzwerks schmerzt – insbesondere der fehlende Austausch mit dem interessierten und engagierten Teilnehmendenkreis. Vereinzelte Telefonate zeigen, dass der Gesprächsbedarf vorhanden ist, mehr noch als er es bereits zur Gründung des Netzwerks 2019 war.
Die Geschäftsstelle hält an dem Netzwerk mit seinem wichtigen Thema fest und plant die Wiederaufnahme der Sitzungen.
Verrückt? Na und! Pandemiebedingt fanden in den vergangenen zwei Jahren nur wenige Schultage statt, obwohl sie nötiger denn je sind. Zum einen waren die Fachexpert*innen in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden, zum anderen fand der Schulunterricht im Berichtszeitraum überwiegend über Distanzlernen statt. Die Adaption des Konzepts auf ein digitales Angebot wurde von den lokalen Koordinator*innen verworfen. Das Programm lebt von dem direkten Miteinander, welches sich nur sehr bedingt in den digitalen Raum übertragen lässt.
Auch die Zugangs- und Abstandsregeln in den (wieder-) geöffneten Schulgebäuden, die Furcht vor einer möglichen Ansteckung, die Folgen längeren Alleinseins und weitere Faktoren beeinflussen ebenfalls die Bereitschaft der Dozenten des Gesundheitsamtes, Schultage durchzuführen. Hier ist ein großer Abbruch zu beobachten, der nun durch intensive Kontaktpflege und Beziehungsarbeit gemindert werden muss, nachdem das Präventionsprogramm eine sehr hohe Nachfrage erfährt, der mit den bestehenden Ressourcen kaum nachgekommen werden kann. Elementar ist dabei nicht nur die Gewinnung und Schulung neuer persönlicher und fachlicher Expert*innen, sondern insbesondere die Sicherstellung der weiteren Finanzierung, die eine zuverlässige Fortführung und einen bedarfsentsprechenden Ausbau des Programms zur Prävention psychischer Erkrankungen ermöglicht.
Runder Tisch ZEBBEK
Nach mehrmaliger, pandemiebedingter Verschiebung konnte der zweite Runde Tisch am 15. Oktober 2021 stattfinden1. Dessen Auftrag, ausgehend von der Sitzung des Gesundheitsausschusses im Juli 2019, ist die Vernetzung der an der Versorgung beteiligten Akteure zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung von Kindern, die in ihrer Entwicklung gefährdet sind.
Der Runde Tisch wurde von der Geschäftsstelle gemeinsam mit dem damaligen Leiter des Bereichs Kinder- und Jugendgesundheit (KJ1) des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg vorbereitet und durchgeführt.
Der Runde Tisch wurde umbenannt, um den Auftrag bereits im Titel widerzuspiegeln. INEK steht für Interdisziplinäres Netzwerk für die Entwicklungsförderung von Kindern und Familien.
Das INEK bündelt alle Einrichtungen und Institutionen aus dem Bereich der kindlichen Entwicklungsverzögerung im Großraum Nürnberg. Durch regelmäßigen Austausch und Netzwerkarbeit sollen Versorgungsstrukturen verbessert und der Zugang zu Diagnostik und Fördermaßnahmen vereinfacht werden. Das Netzwerk soll regelmäßig, ca. 1-2-mal jährlich, tagen. Ziel des Netzwerkes ist zum einen der regelmäßige Austausch über Veränderungen im Angebot sowie auch in fachlicher Hinsicht. Ganz wesentlich ist zum anderen die Strukturierung der Angebotslandschaft, ergänzt durch die Angebote zur Diagnostik.
Die psychische Gesundheit von Kindern wird derzeit insbesondere in der Nachbetrachtung der Corona Pandemie von vielen Netzwerken und Projekten bespielt, an denen oftmals die gleichen Akteur*innen beteiligt sind. Zur Vermeidung von Überschneidungen, Aneinandervorbeiarbeiten und blinden Flecken soll eine Netzwerkkarte erstellt werden. Sie soll auch dazu dienen, in den bestehenden Akteurslandschaft den Auftrag des INEK zu schärfen.
Demenzfreundliche Apotheke Wie in den anderen Arbeitsgruppen auch, prägte die Corona Pandemie den Fortgang der „Demenzfreundlichen Apotheke“. Die Treffen der Steuerungsgruppe dienten insbesondere der Kontaktpflege, da die Verfolgung eines thematischen Schwerpunkts kaum möglich war. Insbesondere in den beteiligten Apotheken standen kaum Ressourcen für die Begleitung des Themas zur Verfügung. Aus den Apotheken wurde zudem berichtet, dass die Verweildauer der Kund*innen abgenommen und weitergehende Beratungsgespräche auch zum Thema Demenz nicht stattgefunden haben.
Wiederkehrende Themen in der Steuerungsgruppe und im Qualitätszirkel sind Polypharmazie und Schnittstellen in der Versorgung, insbesondere im ungeplanten Übergang zwischen Häuslichkeit und Krankenhaus. Nachdem sich das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ etabliert hat, steht nunmehr die Frage nach der weiteren Zusammenarbeit und Fortführung der Arbeitsgruppe an. Die wiederkehrenden Themen bieten sich in für die weitere thematische Ausgestaltung an.
Die Geschäftsstelle fungiert als Bindeglied zwischen der Steuerungsgruppe und dem Qualitätszirkel der Apotheken. Sie trägt dazu bei, im Qualitätszirkel über die reine pharmazeutische Versorgung in der Apotheke hinaus zu blicken.
1 Das erste Treffen fand am 4. Dezember 2019 statt. Die Fortführung des Runden Tisches wurde von den Teilnehmenden unter weiterer Beteiligung der Kommunalpolitik befürwortet. Der Runde Tisch dient dem Austausch zwischen Kommunalpolitik und Praxis. Der Bezirk Mittelfranken soll zu den weiteren Treffen eingeladen werden.
Krankenhausrunde Zunächst als einmaliger Termin zur Vorbereitung der konstituierenden Sitzung geplant, soll die Krankenhausrunde zukünftig wiederkehrend als Gespräch zwischen den Geschäftsführern der Krankenhäuser, dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg und der Referentin für Umwelt und Gesundheit stattfinden. Derzeit zeichnen sich folgende Themen für die Runde im November ab: Reflektion der Zusammenarbeit in der Corona Pandemie, Fachkräftemangel, Klimaschutz/-anpassung, Digitalisierung, Entlassmanagement Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie, Nachlese der Zusammenarbeit zum Jahresschwerpunkt Herzinfarkt und daraus resultierende Anknüpfungspunkte.
Pflege Das Handlungsfeld Pflege hat mit dem Zuwendungsbescheid zur zweiten Förderperiode das Themenportfolio der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg erweitert. Zur Vermeidung von Themendoppelungen und Schaffung konkurrierender Strukturen erfolgt die Bearbeitung unter Berücksichtigung bestehender Strukturen in enger Abstimmung mit dem Seniorenamt der Stadt Nürnberg. Die Geschäftsstelle nimmt an der Pflegekonferenz und der Austauschplattform Generalistik teil, dessen beider Federführung beim Seniorenamt liegt. Das Seniorenamt ist seit Beginn an (Dezember 2019) stimmberechtigtes Mitglied im Gesundheitsforum.
AG Daten Vor dem Hintergrund zahlreicher Datenerhebungs- und -nutzungsaktivitäten im Gesundheitsamt ist es die Aufgabe der Arbeitsgruppe, weitere Verarbeitungsmöglichkeiten von Daten aus Aktivitäten des Gesundheitsamts und deren abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit zu überprüfen. Des Weiteren soll durch die Arbeitsgruppe die Kommunikation zu den weiteren geplanten Bedarfs- und Bestandserhebungen, die im Gesundheitsamt und darüber hinaus stattfinden, gefördert werden.
Die Arbeitsgruppe Daten ist für die Gesundheitsregionplus essentiell. Die Zusammenarbeit mit der Gesundheitsberichterstattung hat sich bewährt und soll fortgesetzt werden. Nachdem sich die Nachbesetzung der Stelle aufgrund der Aufgabenverschiebung durch die Corona Pandemie verzögert, ruht die Arbeitsgruppe derzeit. Überdies wäre ein Treffen nicht zustande gekommen, nachdem alle an der Arbeitsgruppe Beteiligten mit verschiedenen Aufgaben in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden waren.
Fazit
Trotz der langen Unterbrechung der Geschäftsstellentätigkeit, gestaltete sich die Wiederaufnahme der Tätigkeiten insgesamt positiv. Der lange Förderzeitraum und die durchgehend besetzte Geschäftsstelle haben sich bewährt. Die Gesundheitsregionplus lebt von dem Netzwerk, welches durch die Geschäftsstelle gepflegt wird.
Die Zäsur der Geschäftsstellentätigkeit durch die Corona Pandemie ist dennoch deutlich. Versuche, Aufgaben zur Bewältigung der Corona-Pandemie und geplanten Tätigkeiten in den Handlungsfeldern gleichermaßen zur erledigten, hat sich nicht bewährt. Dieser zweigleisige Ansatz wird keinem der beiden Bereiche ausreichend gerecht, so dass in der Konsequenz die geplanten Aufgaben sehr reduziert wahrgenommen wurden – insbesondere jene, die eine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung erfordern.
Zeit ist hier eine entscheidende Ressource. Es ist nicht zielführend, dass ein Treffen stattfindet; es braucht Ressourcen zur inhaltlichen und organisatorischen Vor- und Nachbereitung, die in starker Konkurrenz zu dauerhaft terminkritischen Corona Aufgaben standen.
Die Gesundheitsregionplus als Netzwerk vor Ort zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage, sowohl im Zugang zu Versorgung als auch in der Stärkung der eigenen Gesundheitskompetenz, ist ein Instrument, welches eine langfristige Bearbeitung von Bedarfslagen in den Fokus nimmt. Von der Ausrichtung ist sie weniger geeignet, dauerhaft auf akute Situationen zu reagieren; dazu haben sich in der Corona Pandemie andere Gremien etabliert. Die Gesundheitsregionplus mit ihrer langfristigen Ausrichtung ist geeignet, die gesundheitliche Bedarfsfolgen der Pandemie zu adressieren und zu bearbeiten, wie es sich zur psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen sowohl in der Gesundheitsförderung als auch in der Gesundheitsversorgung herauskristallisiert.