Sitzungsunterlagen
Sitzung des
Gesundheitsausschusses
06.10.2022
Inhaltsverzeichnis
Sitzungsdokumente Tagesordnung -öffentlich- 3 Vorlagendokumente TOP Ö 1 Aktuelle Corona-Situation - mündlicher Bericht Bericht Ref.III/017/2022 4 TOP Ö 2 Gesundheitsregion plus Stadt Nürnberg Bericht Gh/006/2022 6 Sachverhalt Gh/006/2022 10 Diversity Check Gh/006/2022 19 Geschäftsordnung Gh/006/2022 20 Liste Mitglieder Gesundheitsforum Gh/006/2022 25 TOP Ö 3 Hitzeaktionsplan Entscheidungsvorlage Ref.III/018/2022 27 Hitzeaktionsplan Ref.III/018/2022 29 Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 16.08.2018 Ref.III/018/2022 69 Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 08.11.2021 Ref.III/018/2022 70
TAGESORDNUNG
Sitzung
Sitzung des Gesundheitsausschusses
Sitzungszeit
Donnerstag, 06.10.2022, 09:00 Uhr
Sitzungsort
Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal
TAGESORDNUNG
Öffentliche Sitzung
1. Aktuelle Corona-Situation - mündlicher Bericht Bericht
Ref.III/017/2022 Walthelm, Britta
2. Gesundheitsregion plus Stadt Nürnberg Bericht
Anlagen: Gh/006/2022
Sachstand
Diversity Check
Geschäftsordnung
Liste Mitglieder Gesundheitsforum
Walthelm, Britta
3. Hitzeaktionsplan Beschluss
Ref.III/018/2022 Walthelm, Britta
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 02.06.2022,
öffentlicher Teil
5. Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 02.06.2022
öffentlicher Teil - gemeinsamer Ausschuss
Berichtsvorlage Ref.III/017/2022
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 06.10.2022 öffentlich Bericht
Betreff:
Aktuelle Corona-Situation - mündlicher Bericht
Bericht:
Mündlicher Bericht
Stadt Nürnberg Berichtsvorlage Ref.III/017/2022
Berichtsvorlage Gh/006/2022
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 06.10.2022 öffentlich Bericht
Betreff:
Gesundheitsregion plus Stadt Nürnberg
Anlagen:
Sachstand
Diversity Check
Geschäftsordnung
Liste Mitglieder Gesundheitsforum
Bericht:
Der bisher letzte Sachstandsbericht erfolgte am 28. November 2019. Mit Bescheid vom 12. Dezember 2019 ist eine Fortführung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im bisherigen Stellenumfang bis 31. Dezember 2024 sichergestellt.
Derzeit umfasst das Förderprogramm bayernweit 60 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 77 Landkreisen und kreisfreien Städten. Das StMGP plant nach Auslaufen des Förderprogramms eine Verstetigung der Aufgaben und Strukturen der Gesundheitsregionenplus, die im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst in der laufenden Legislaturperiode gesetzlich verankert werden sollen.
Die Geschäftsstelle ist als Vollzeitstelle im Stab der Amtsleitung der medizinisch-fachlichen Leitung unterstellt. Zur fachlichen Beratung der Geschäftsstelle wurde im Oktober 2019 ein Fachbeirat bestehend aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern des Gesundheitsforums eingerichtet. Pandemiebedingt ruhte die Arbeit der Gesundheitsregionplus in weiten Teilen in den Jahren 2020 und 2021. Thematischer Schwerpunkt sind weiterhin Themen der psychischen Gesundheit, sowohl in der Gesundheitsförderung als auch -versorgung. Insbesondere die psychische Gesundheit von Kindern wird derzeit in der Nachbetrachtung der Corona Pandemie von vielen Netzwerken und Projekten bespielt, an denen oftmals die gleichen Akteur*innen beteiligt sind. Zur Vermeidung von Überschneidungen, Aneinandervorbeiarbeiten und blinden Flecken soll eine Netzwerkkarte erstellt werden. Die Adaption an den Klimawandel ist neu in das Themenportfolio aufgenommen worden. Bei Bedarf kann unter Mitwirkung der Mitglieder des Gesundheitsforums eine Arbeitsgruppe zur fachlichen Begleitung ausgewählter Maßnahmen eingerichtet werden.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja siehe Anlage
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Sachstandsbericht
Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg: aktueller Stand
Seit der Bekanntgabe des Förderprogramms Gesundheitsregionenplus im Dezember 2014 berichtet die Geschäftsstelle dem Gesundheitsausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand in Nürnberg.
Der bisher letzte Bericht erfolgte im Gesundheitsausschuss am 28. November 2019. Vor dem Hintergrund des Endes der ersten Förderwelle standen die Aspekte „Rückblick – Fazit – Fortführung“ der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im Mittelpunkt. Der vom Gesundheitsausschuss in dieser Sitzung gefasste Beschluss zur Unterstützung der Fortführung war ein essentieller Baustein für die Beantragung weitere Fördergelder.
Der Bescheid vom 12. Dezember 2019 ermöglicht die Fortführung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im bisherigen Umfang vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2024.
Der vorliegende Sachstandsbericht stellt die Entwicklungen seit dem letzten Bericht vor und ordnet die Entwicklungen in die Corona Pandemie ein.
Gesundheitsregionenplus in Bayern
Gesundheitsregionenplus ist 2015 als Förderprogramm des StMGP gestartet mit dem Ziel, Landkreise und kreisfreie Städte beim Strukturaufbau für eine kommunale Gesundheitskonferenz zu unterstützen. Gestartet mit 24 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 29 Landkreisen und kreisfreien Städten, umfasst das Programm mittlerweile 60 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 77 Landkreisen und kreisfreien Städten (Abbildung 1).
Neben Nürnberg sind mittlerweile weitere Gesundheitsämter in kommunaler Trägerschaft an Gesundheitsregionenplus beteiligt: Augsburg, Ingolstadt, Memmingen. Im Bezirk Mittelfranken sind, mit Ausnahme der Stadt Schwabach, alle Städte und Landkreisen an Gesundheitsregionenplus beteiligt. Die gute Abdeckung Mittelfrankens mit dem Förderprogramm ermöglicht einen unkomplizierten regionalen Austausch der Geschäftsstellen und bei Bedarf eine Zusammenarbeit – bspw. 2018 zum Thema Umweltgerechtigkeit und Gesundheit und aktuell zum Thema psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen.
Nachdem die Fortführung des Förderprogramms mit einer zweiten Förderwelle ein wichtiges Zeichen zur Bedeutung der Gesundheitsregionenplus gesetzt hat, ist derzeit die Verstetigung der Strukturen ein wichtiges Anliegen, welches erlaubt, Themen der Gesundheitsförderung und Versorgung in langfristiger Perspektive über einen Projektstatus hinaus zu verfolgen.
In diesem Zusammenhang hat sich das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) am 11. Mai 2022 auf dem Jahrestreffen der Geschäftsstellen der Gesundheitsregionenplus in Landshut geäußert: Die Aufgaben der Gesundheitsregionenplus entsprechen den neuen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), welche erstmalig im aktuellen Leitbild des ÖGD im Jahr 2018 festgelegt wurden. Dies gilt insbesondere für die koordinierende, kommunikative, moderierende und vernetzende Funktion einer Gesundheitsregionplus. Das StMGP plant nach Auslaufen des Förderprogramms zur dauerhaften Erfüllung der neuen Aufgaben des ÖGD eine Verstetigung der Aufgaben und Strukturen der Gesundheitsregionenplus. Dies bedingt die Einrichtung einer Gesundheitsregionplus durch jedes Gesundheitsamt. Erstmalig werden damit verpflichtend Gesundheitsnetzwerke auf kommunaler Ebene eingerichtet. Hierzu sollen die Strukturen und Aufgaben einer Gesundheitsregionenplus
im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Gesundheitsdienstgesetz − GDG) gesetzlich verankert werden.
Abbildung 1: Übersicht der Gesundheitsregionenplus in Bayern (Quelle: Gesundheit: Gesundheitsregionenplus (bayern.de))
Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
Abbildung 2 illustriert die aktuelle Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg. Daran orientiert folgen die Ausführungen zu den einzelnen Elementen.
Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle wurde im Juli 2015 besetzt. Die Umstrukturierungen des Gesundheitsamts im Frühsommer 2021 haben die Geschäftsstelle nicht betroffen. Sie ist weiterhin als Vollzeitstelle im Stab der Amtsleitung angesiedelt und untersteht dort direkt der medizinischfachlichen Leitung. Es zeigt sich, dass sich die Geschäftsstelle in der Verwaltungsstruktur etabliert hat.
Die Geschäftsstelle war von März bis Mai 2021 und von Oktober 2021 bis August 2022 mit verschiedenen Aufgaben in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden. Nach Stellungnahme durch das StMGP war dieser Einsatz zuwendungsrechtlich nicht zu beanstanden.
Durch den Einsatz konnte die Geschäftsstelle zweierlei gewinnen:
Ansätze zur Bearbeitung von Themen, die in der Nachbereitung der Corona Pandemie Eingang in die Gesundheitsregionplus finden werden neue Kontakte zur Bearbeitung von Themen
Abbildung 2: Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
Fachbeirat Der Fachbeirat der Gesundheitsregionplus wurde im Oktober 2019 zur fachlichen Beratung der Geschäftsstelle bei der Vor- und Nachbereitung des Gesundheitsforums eingerichtet.
Der Fachbeirat spiegelt in seiner Zusammensetzung sowohl die Säulen des Gesundheitswesens als auch die Handlungsfelder der Gesundheitsregionplus wieder: die ambulante und stationäre Versorgung, der Öffentliche Gesundheitsdienst, die gesundheitliche Selbsthilfe die Gesundheitsförderung und Pflege. Der Beirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern des Gesundheitsforums zusammen: Referat für Umwelt und Gesundheit, Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg (medizinisch-fachliche Leitung, Bereichsleitung Gesundheitsförderung), Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Klinikum Nürnberg, Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen Mittelfranken, Pflegestützpunkt.
Die Sitzungen finden in zeitlicher Nähe zum Gesundheitsforum statt. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt durch die Geschäftsstelle. Nach der konstituierenden Sitzung am 23. Oktober 2019 fanden zwei Sitzungen statt.
Inhalt der Sitzungen ist, die Themen aus dem jeweiligen Gesundheitsforum zur weiteren Bearbeitung auf Machbarkeit zu überprüfen, zu kategorisieren, priorisieren und weitere potentielle Kooperationspartner zu benennen.
Gesundheitsforum Bedingt durch die Corona Pandemie fand 2020 keine Sitzung des Gesundheitsforums statt.
Die Zusammensetzung des Gesundheitsforums hat sich bedingt durch die Kommunalwahl 2020 leicht verändert, nachdem alle im Gesundheitsausschuss vertretenen Fraktionen zur Sitzung eingeladen werden.
Die aktuelle Mitgliederliste ist als Anlage dem Sachstandsbericht beigefügt.
Im Mittelpunkt der 7. Sitzung am 1. Dezember 2021, durchgeführt im online Format, stand die inhaltliche Diskussion, angeregt durch Impulse zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und den Umgang mit Klimawandel in der ambulanten Versorgung. Überdies war ein freier Austausch zu Benennung weiterer Themen vorgesehen.
Themenschwerpunkt der 8. Sitzung am 14. Juli 2022, durchgeführt im hybrid Format, war die Fortführung des Themas Klimawandel und Klimaanpassung in der Stadt Nürnberg mit der Vorstellung des Hitzeaktionsplans durch die Referentin für Umwelt und Gesundheit. Ergänzt wurde der Themenschwerpunkt durch einen Beitrag des Gesundheitsnetzes Qualität und Effizienz zu „Resilare – Krisenresilienz: Entwicklung und Validierung von Qualitätsindikatoren zur Vorbereitung von ambulanten Arztpraxen auf Krisensituationen“, ein Projekt gefördert aus dem Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Zu beiden Gesundheitsforen fand eine Nachbetrachtung im Fachbeirat der Gesundheitsregionplus statt. Folgend zusammengefasst ist der jeweilige Arbeitsstand der Themen.
Tabelle 1: Übersicht der Themen und dessen aktueller Stand
| Thema | Aktueller Stand | ||
|---|---|---|---|
| Abfrage in den Praxisnetzwerken zu barrie- refreien Praxen; Information über beste- hende Auskunftsangebote | Erledigt. | ||
| jedoch im Blick behalten unter Berücksichti- gung der UN-BRK und der Aktivitäten der Fachstelle Inklusion des Nürnberger Sozial- amts | |||
| Themenkomplex Klimawandel – Gesundheit – Hitzeaktionsplan: Bausteine zur Umset- zung des Hitzeaktionsplans der Stadt Nürn- berg | Erledigt. | ||
| Vorstellung von Konzept und Maßnahmen des Hitzeaktionsplans der Stadt Nürnberg, bei Bedarf Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur fachlichen Begleitung ausgewählter Maßnahmen, bspw. pharmazeutische Ver- sorgung/ Medikationspläne | |||
| Umsetzung Jahresschwerpunktthema Herz- infarkt | Umsetzung in Kooperation mit den Kardio- logischen Abteilungen drei Nürnberger Krankenhäuser zwischen 15. September und 27. Oktober; siehe Programmflyer | ||
| Psychotherapieangebote für Kinder und Ju- gendliche | Fragensammlung und Bearbeitung in Vor- bereitung der nächsten Schritte zu den The- men Kostenerstattung, Vermeidung von Be- handlungsabbrüchen, Nachfrage nach The- rapien, Entwicklung der Wartezeit, Bewälti- gungsstrategien in der Wartezeit, vorhan- dene Behandlungsressourcen und Vernet- zungen, konkrete Bedarfslage in Nürnberg, Ermächtigungen | ||
| Teilnahme am Runden Tisch „Verbesse- rung der psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen“ (in der Region) |
| der Gesundheitsregionenplus Stadt Fürth und Landkreis Fürth | |
|---|---|
| Erstellung einer Meta-Netzwerkkarte der Netzwerke in Nürnberg | In Bearbeitung zunächst im Runden Tisch ZEBBEK (INEK) |
| Einrichtung eines ambulanten psychiatri- schen Pflegedienstes | in Bearbeitung |
| Bewegungsprojekt adressiert an Menschen ab 60 Jahren mit monatlichen Themen- schwerpunkten | Im Mai 2022 fand ein Gespräch mit dem Stadtseniorenrat, Seniorenamt, SportSer- vice und der Geschäftsstelle der Gesund- heitsregionplus Stadt Nürnberg statt. Für eine weitere Umsetzung ist zunächst die Finan- zierung der benötigten Personalressourcen zu klären, nachdem das Vorhaben nicht mit bestehendem Personal umgesetzt werden kann. Gegebenenfalls ist eine Adaption ange- bracht, das Vorhaben dahingehend anzu- passen, dass es mit den bestehenden Per- sonalressourcen umsetzbar ist. |
| Schulungen zu Krankenhauseinweisungen älterer Patientinnen und Patienten | Das Thema wurde in die 7. Sitzung des Ge- sundheitsforums eingebracht und soll auf ein Projekt in einer anderen Gesundheitsre- gionplus zurückgehen. Die bisherigen Re- cherchen zu dem Projekt waren nicht ab- schließend hinsichtlich einer möglichen Adaption in Nürnberg. |
Änderung der Geschäftsordnung Mit Konstituierung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg am 9. Dezember 2015 wurde eine Geschäftsordnung verabschiedet. Mit der Fortentwicklung der Gesundheitsregionplus war eine Anpassung der bisherigen Geschäftsordnung aus Sicht der Geschäftsstelle notwendig.
Diese Entwicklungen sind: Einrichtung des Fachbeirats Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im Oktober 2019 im Nachgang der sechsten Sitzung des Gesundheitsforums Erweiterung der Handlungsfelder um das Handlungsfeld Pflege mit dem Zuwendungsbescheid vom 19. Dezember 2019 Verlagerung von Sitzungen und Abstimmungen auf online Formate Abstimmungen im E-Mailumlaufverfahren verstärkte Berücksichtigung von Barrierefreiheit sprachliche Anpassungen ständige Vertretung des Vorsitzes durch die Leitung des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg
Überdies wurde Nebenbestimmung zu § 2 erweitert: Die Fachliche Leitstelle Gesundheitsregionenplus (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sind keine Vollmitglieder mit Stimmrecht und den damit verbundenen Pflichten des Gesundheitsforums. Beide beteiligen sich in einer beratenden und unterstützenden Funktion, um die Meinungs- und Entscheidungsfindung mit ihren Expertisen zu fördern.
Die aktuelle Geschäftsordnung ist als Anlage der Sachverhaltsdarstellung beigefügt.
Arbeitsgruppen/ Themen In den Arbeitsgruppen werden die vom Gesundheitsforum benannten und Fachbeirat priorisierten Themen mit weiteren Kooperationspartner*innen umgesetzt. Die Arbeitsgruppen sind von unterschiedlichem Charakter hinsichtlich ihrer Zielsetzung, Dynamik in der Themenbearbeitung und, in diesem Zusammenhang, ihrem Handlungsmandat.
Arbeitslosigkeit und Gesundheit Die Arbeitsgruppe wurde im Herbst 2016 unter dem Dach der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg eingerichtet, nachdem das Jobcenter Nürnberg-Stadt als Mitglied in das Gesundheitsforum aufgenommen wurde. Ziel der Arbeitsgruppe war die Begleitung des „Modellprojekts zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“ für die weitere Vernetzung in die kommunalen Strukturen. Mit Beginn des Projekts „Gesundheit für alle im Stadtteil“ konnte die Zusammenarbeit insbesondere im Projektstadtteil Nürnberger Westen vertieft werden. Im Jahr 2022 endet die Projektlaufzeit sowohl von „Gesundheit für alle im Stadtteil“ als auch vom „Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“. Beide Projekte sollen in Folgeprojekten fortgeführt werden. Der Fortbestand der Arbeitsgruppe zur weiteren Verzahnung des Themas ist vorgesehen.
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz Weder die Arbeitsgruppe noch das durch sie initiierte Multiplikatorennetzwerk hat sich über ein Jahr getroffen. Das Ruhen des Netzwerks schmerzt – insbesondere der fehlende Austausch mit dem interessierten und engagierten Teilnehmendenkreis. Vereinzelte Telefonate zeigen, dass der Gesprächsbedarf vorhanden ist, mehr noch als er es bereits zur Gründung des Netzwerks 2019 war.
Die Geschäftsstelle hält an dem Netzwerk mit seinem wichtigen Thema fest und plant die Wiederaufnahme der Sitzungen.
Verrückt? Na und! Pandemiebedingt fanden in den vergangenen zwei Jahren nur wenige Schultage statt, obwohl sie nötiger denn je sind. Zum einen waren die Fachexpert*innen in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden, zum anderen fand der Schulunterricht im Berichtszeitraum überwiegend über Distanzlernen statt. Die Adaption des Konzepts auf ein digitales Angebot wurde von den lokalen Koordinator*innen verworfen. Das Programm lebt von dem direkten Miteinander, welches sich nur sehr bedingt in den digitalen Raum übertragen lässt.
Auch die Zugangs- und Abstandsregeln in den (wieder-) geöffneten Schulgebäuden, die Furcht vor einer möglichen Ansteckung, die Folgen längeren Alleinseins und weitere Faktoren beeinflussen ebenfalls die Bereitschaft der Dozenten des Gesundheitsamtes, Schultage durchzuführen. Hier ist ein großer Abbruch zu beobachten, der nun durch intensive Kontaktpflege und Beziehungsarbeit gemindert werden muss, nachdem das Präventionsprogramm eine sehr hohe Nachfrage erfährt, der mit den bestehenden Ressourcen kaum nachgekommen werden kann. Elementar ist dabei nicht nur die Gewinnung und Schulung neuer persönlicher und fachlicher Expert*innen, sondern insbesondere die Sicherstellung der weiteren Finanzierung, die eine zuverlässige Fortführung und einen bedarfsentsprechenden Ausbau des Programms zur Prävention psychischer Erkrankungen ermöglicht.
Runder Tisch ZEBBEK
Nach mehrmaliger, pandemiebedingter Verschiebung konnte der zweite Runde Tisch am 15. Oktober 2021 stattfinden1. Dessen Auftrag, ausgehend von der Sitzung des Gesundheitsausschusses im Juli 2019, ist die Vernetzung der an der Versorgung beteiligten Akteure zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung von Kindern, die in ihrer Entwicklung gefährdet sind.
Der Runde Tisch wurde von der Geschäftsstelle gemeinsam mit dem damaligen Leiter des Bereichs Kinder- und Jugendgesundheit (KJ1) des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg vorbereitet und durchgeführt.
Der Runde Tisch wurde umbenannt, um den Auftrag bereits im Titel widerzuspiegeln. INEK steht für Interdisziplinäres Netzwerk für die Entwicklungsförderung von Kindern und Familien.
Das INEK bündelt alle Einrichtungen und Institutionen aus dem Bereich der kindlichen Entwicklungsverzögerung im Großraum Nürnberg. Durch regelmäßigen Austausch und Netzwerkarbeit sollen Versorgungsstrukturen verbessert und der Zugang zu Diagnostik und Fördermaßnahmen vereinfacht werden. Das Netzwerk soll regelmäßig, ca. 1-2-mal jährlich, tagen. Ziel des Netzwerkes ist zum einen der regelmäßige Austausch über Veränderungen im Angebot sowie auch in fachlicher Hinsicht. Ganz wesentlich ist zum anderen die Strukturierung der Angebotslandschaft, ergänzt durch die Angebote zur Diagnostik.
Die psychische Gesundheit von Kindern wird derzeit insbesondere in der Nachbetrachtung der Corona Pandemie von vielen Netzwerken und Projekten bespielt, an denen oftmals die gleichen Akteur*innen beteiligt sind. Zur Vermeidung von Überschneidungen, Aneinandervorbeiarbeiten und blinden Flecken soll eine Netzwerkkarte erstellt werden. Sie soll auch dazu dienen, in den bestehenden Akteurslandschaft den Auftrag des INEK zu schärfen.
Demenzfreundliche Apotheke Wie in den anderen Arbeitsgruppen auch, prägte die Corona Pandemie den Fortgang der „Demenzfreundlichen Apotheke“. Die Treffen der Steuerungsgruppe dienten insbesondere der Kontaktpflege, da die Verfolgung eines thematischen Schwerpunkts kaum möglich war. Insbesondere in den beteiligten Apotheken standen kaum Ressourcen für die Begleitung des Themas zur Verfügung. Aus den Apotheken wurde zudem berichtet, dass die Verweildauer der Kund*innen abgenommen und weitergehende Beratungsgespräche auch zum Thema Demenz nicht stattgefunden haben.
Wiederkehrende Themen in der Steuerungsgruppe und im Qualitätszirkel sind Polypharmazie und Schnittstellen in der Versorgung, insbesondere im ungeplanten Übergang zwischen Häuslichkeit und Krankenhaus. Nachdem sich das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ etabliert hat, steht nunmehr die Frage nach der weiteren Zusammenarbeit und Fortführung der Arbeitsgruppe an. Die wiederkehrenden Themen bieten sich in für die weitere thematische Ausgestaltung an.
Die Geschäftsstelle fungiert als Bindeglied zwischen der Steuerungsgruppe und dem Qualitätszirkel der Apotheken. Sie trägt dazu bei, im Qualitätszirkel über die reine pharmazeutische Versorgung in der Apotheke hinaus zu blicken.
1 Das erste Treffen fand am 4. Dezember 2019 statt. Die Fortführung des Runden Tisches wurde von den Teilnehmenden unter weiterer Beteiligung der Kommunalpolitik befürwortet. Der Runde Tisch dient dem Austausch zwischen Kommunalpolitik und Praxis. Der Bezirk Mittelfranken soll zu den weiteren Treffen eingeladen werden.
Krankenhausrunde Zunächst als einmaliger Termin zur Vorbereitung der konstituierenden Sitzung geplant, soll die Krankenhausrunde zukünftig wiederkehrend als Gespräch zwischen den Geschäftsführern der Krankenhäuser, dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg und der Referentin für Umwelt und Gesundheit stattfinden. Derzeit zeichnen sich folgende Themen für die Runde im November ab: Reflektion der Zusammenarbeit in der Corona Pandemie, Fachkräftemangel, Klimaschutz/-anpassung, Digitalisierung, Entlassmanagement Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie, Nachlese der Zusammenarbeit zum Jahresschwerpunkt Herzinfarkt und daraus resultierende Anknüpfungspunkte.
Pflege Das Handlungsfeld Pflege hat mit dem Zuwendungsbescheid zur zweiten Förderperiode das Themenportfolio der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg erweitert. Zur Vermeidung von Themendoppelungen und Schaffung konkurrierender Strukturen erfolgt die Bearbeitung unter Berücksichtigung bestehender Strukturen in enger Abstimmung mit dem Seniorenamt der Stadt Nürnberg. Die Geschäftsstelle nimmt an der Pflegekonferenz und der Austauschplattform Generalistik teil, dessen beider Federführung beim Seniorenamt liegt. Das Seniorenamt ist seit Beginn an (Dezember 2019) stimmberechtigtes Mitglied im Gesundheitsforum.
AG Daten Vor dem Hintergrund zahlreicher Datenerhebungs- und -nutzungsaktivitäten im Gesundheitsamt ist es die Aufgabe der Arbeitsgruppe, weitere Verarbeitungsmöglichkeiten von Daten aus Aktivitäten des Gesundheitsamts und deren abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit zu überprüfen. Des Weiteren soll durch die Arbeitsgruppe die Kommunikation zu den weiteren geplanten Bedarfs- und Bestandserhebungen, die im Gesundheitsamt und darüber hinaus stattfinden, gefördert werden.
Die Arbeitsgruppe Daten ist für die Gesundheitsregionplus essentiell. Die Zusammenarbeit mit der Gesundheitsberichterstattung hat sich bewährt und soll fortgesetzt werden. Nachdem sich die Nachbesetzung der Stelle aufgrund der Aufgabenverschiebung durch die Corona Pandemie verzögert, ruht die Arbeitsgruppe derzeit. Überdies wäre ein Treffen nicht zustande gekommen, nachdem alle an der Arbeitsgruppe Beteiligten mit verschiedenen Aufgaben in die Bewältigung der Corona Pandemie eingebunden waren.
Fazit
Trotz der langen Unterbrechung der Geschäftsstellentätigkeit, gestaltete sich die Wiederaufnahme der Tätigkeiten insgesamt positiv. Der lange Förderzeitraum und die durchgehend besetzte Geschäftsstelle haben sich bewährt. Die Gesundheitsregionplus lebt von dem Netzwerk, welches durch die Geschäftsstelle gepflegt wird.
Die Zäsur der Geschäftsstellentätigkeit durch die Corona Pandemie ist dennoch deutlich. Versuche, Aufgaben zur Bewältigung der Corona-Pandemie und geplanten Tätigkeiten in den Handlungsfeldern gleichermaßen zur erledigten, hat sich nicht bewährt. Dieser zweigleisige Ansatz wird keinem der beiden Bereiche ausreichend gerecht, so dass in der Konsequenz die geplanten Aufgaben sehr reduziert wahrgenommen wurden – insbesondere jene, die eine tiefere inhaltliche Auseinandersetzung erfordern.
Zeit ist hier eine entscheidende Ressource. Es ist nicht zielführend, dass ein Treffen stattfindet; es braucht Ressourcen zur inhaltlichen und organisatorischen Vor- und Nachbereitung, die in starker Konkurrenz zu dauerhaft terminkritischen Corona Aufgaben standen.
Die Gesundheitsregionplus als Netzwerk vor Ort zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage, sowohl im Zugang zu Versorgung als auch in der Stärkung der eigenen Gesundheitskompetenz, ist ein Instrument, welches eine langfristige Bearbeitung von Bedarfslagen in den Fokus nimmt. Von der Ausrichtung ist sie weniger geeignet, dauerhaft auf akute Situationen zu reagieren; dazu haben sich in der Corona Pandemie andere Gremien etabliert. Die Gesundheitsregionplus mit ihrer langfristigen Ausrichtung ist geeignet, die gesundheitliche Bedarfsfolgen der Pandemie zu adressieren und zu bearbeiten, wie es sich zur psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen sowohl in der Gesundheitsförderung als auch in der Gesundheitsversorgung herauskristallisiert.
Diversity-Check Stadt Nürnberg
| Nr. | Prüffragen | Begründung / Bemerkungen | Bewertung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 2. | Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 3. | Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 4. | Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| Gesamt- relevanz | relevant teilweise relevant nicht relevant |
Geschäftsordnung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
Die Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg wurde mit Verabschiedung der Geschäftsordnung auf der Sitzung des Gesundheitsforums am 9.12.2015 konstituiert.
Die Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg ist ein Netzwerk, das im Sinne einer kommunalen Gesundheitskonferenz als Plattform für Austausch, Koordination, Kooperation, Management und Steuerung der an der Gesundheitsvorsorge und –versorgung und Pflege Beteiligten im Stadtgebiet Nürnberg dient. Sie bietet eine Struktur, um größere Verantwortung für die Planung und Gestaltung des Gesundheitswesens in der Stadt wahrzunehmen.
§ 1 Ziele und Aufgaben § 2 Mitgliedschaft § 3 Sitzungen § 4 Vorsitz und Geschäftsstelle §4a Fachbeirat Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg § 5 Arbeitsgruppen § 6 Änderung der Geschäftsordnung § 7 Inkrafttreten
§ 1 Ziele und Aufgaben
(1) Die Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg (im Folgenden Gesundheitsregionplus genannt) hat die Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung in der Stadt Nürnberg zum Ziel. Dazu berät das Gesundheitsforum wesentliche, für die gesundheitliche Lage der Nürnberger Bevölkerung relevante Themen der gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention und Pflege auf lokaler Ebene mit dem Ziel einer verbesserten Koordinierung. Bei Bedarf gibt die Gesundheitsregionplus Empfehlungen innerhalb eines breiten Spektrums von Arbeits- und Ergebnisformen:
-
Entschließungen zu kommunal prioritären Versorgungsthemen
-
Handlungsempfehlungen
-
Stellungnahmen
-
Formulierung von kommunalen Gesundheitszielen
-
Kooperationsprojekte oder gemeinsame Maßnahmen
-
Evaluationen und Verlaufsbeobachtungen von Projekten oder Maßnahmen
-
Informationsvermittlung und Fachveranstaltungen.
(2) Die Gesundheitsregionplus fördert die Zusammenarbeit der Institutionen und Einrichtungen im Gesundheitswesen.
(3) Grundlage der Arbeit der Gesundheitsregionplus ist die Freiwilligkeit und Gleichberechtigung seiner Mitglieder, über die institutionellen Grenzen und Interessen hinaus, bei Wahrung ihrer Eigenständigkeit.
(4) Das zentrale Leitungs- und Steuerungsgremium der Gesundheitsregionplus ist das Gesundheitsforum.
§ 2 Mitgliedschaft
(1) Das Gesundheitsforum setzt sich zusammen aus den für die Stadtgesellschaft repräsentativen Institutionen mit gesundheitsbezogener Bedeutung, Einrichtungen des Gesundheitswesens und Vertretungen der Kommunalpolitik.
(2) Am Gesundheitsforum nimmt jeweils eine von den teilnehmenden Institutionen und Einrichtungen ernannte Person bzw. dessen Stellvertretung teil.
(3) Über den Antrag auf Mitgliedschaft neuer Mitglieder entscheiden die stimmberechtigten Mitglieder entsprechend §2 (5). Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben.
(4) Die Mitglieder unterstützen die Arbeit des Gesundheitsforums. Sie verpflichten sich, im Rahmen ihrer Kompetenzen und Zuständigkeiten auf die Umsetzung verabschiedeter Handlungsempfehlungen hinzuwirken. Dafür nutzen sie die im Rahmen ihrer Institution und Einrichtung zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Sie verpflichten sich zusätzlich, die Ergebnisse der Gesundheitsregionplus zeitnah in ihre eigene Institution und Einrichtung zu tragen.
(5) Das Gesundheitsforum ist beschlussfähig, wenn die einfache Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist. Jedes anwesende Mitglied hat eine Stimme. Wird eine teilnehmende Institution/Einrichtung durch mehrere Personen gleichzeitig vertreten, haben alle Personen der betreffenden Institution/Einrichtung, die sie repräsentieren, eine gemeinsame Stimme für die Institution/Einrichtung. Das Gesundheitsforum entscheidet mit zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder
-
über die Aufnahme weiterer Mitglieder,
-
den Ausschluss von Mitgliedern,
-
über die Änderung der Geschäftsordnung und
-
zu Entscheidungen, Stellungnahmen sowie Handlungsempfehlungen. In diesem Punkt ist
die Entscheidung im Einvernehmen aller Mitglieder, welche von der Umsetzung betroffen sind, zu treffen.
(6) Können Beschlüsse nicht in Präsenz gefasst werden, findet die Abstimmung in einem E- Mailumlaufverfahren statt. Zur Beschlussfassung ist die Rückmeldung von der einfachen Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder innerhalb einer Frist von 14 Kalendertagen nach Zustellung der abstimmungsrelevanten Unterlagen durch die Geschäftsstelle notwendig. Im Weiteren gilt §2 (5).
§ 3 Sitzungen
(1) Die Sitzungen des Gesundheitsforums finden mindestens einmal jährlich statt. Diese Sitzungen sind nicht öffentlich. Über Ausnahmen entscheidet das Gesundheitsforum.
(2) Sofern möglich, finden die Sitzungen in Präsenz statt. Der Veranstaltungsort soll mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und barrierefrei erreichbar sein. Ist aufgrund äußerer Umstände eine Veranstaltung in Präsenz nicht möglich, findet die Sitzung online statt. Dazu sind Onlinekonferenzprogrammen zu verwenden, die ohne vorherige Installation browserbasiert und kostenfrei für die Mitglieder genutzt werden können.
(3) Das Gesundheitsforum verständigt sich auf seiner Sitzung auf den folgenden Sitzungstermin. Dieser wird mit dem Protokoll durch die Geschäftsstelle frühzeitig bekanntgegeben. Mindestens 28 Tage vor Sitzungstermin wird das Gesundheitsforum schriftlich durch die Geschäftsstelle einberufen. Vorschläge zur Tagesordnung müssen spätestens 21 Tage vor dem Sitzungstermin bei der Geschäftsstelle eingegangen sein. Einladungen mit Tagesordnung und ggf. weiteren Beratungsunterlagen erfolgen spätestens 14 Tage vor der Konferenz durch die Geschäftsstelle. Das Gesundheitsforum behält sich vor, die Tagesordnung zu Beginn der Sitzung zu genehmigen bzw. zu verändern. In Ausnahmen, bspw. Katastrophenfällen, kann von dieser Zeitschiene abgewichen werden.
(4) Im Falle einer Verhinderung der Teilnahme an der Sitzung erfolgt eine rechtzeitige Information der benannten Person einer Institution/Einrichtung an dessen Stellvertretung und an die Geschäftsstelle.
(5) Über die Sitzungen werden Protokolle angefertigt und anschließend von der Geschäftsstelle an alle Mitglieder versandt.
§ 4 Vorsitz und Geschäftsstelle
(1) Die Leitung des Referats für Umwelt und Gesundheit hat den Vorsitz des Gesundheitsforums in Vertretung des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg. Im Verhinderungsfall ist die Leitung des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg die Vertretung des Referats.
(2) Die Geschäftsstellenleitung ist dienst-und fachaufsichtlich der Leitung des Gesundheitsamts unterstellt. Sie ist dem Gesundheitsforum, seinen Arbeitsgruppen und dem Fachbeirat entsprechend dieser Geschäftsordnung verpflichtet.
(3) Die Geschäftsführung der Gesundheitsregionplus und ihrer Arbeitsgruppen obliegt der Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus. Die Geschäftsstelle vertritt die Gesundheitsregionplus nach außen. Sie koordiniert und unterstützt die Arbeit der Gesundheitsregionplus durch Organisation, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, sowie durch Organisation und inhaltliche Begleitung der Arbeitsgruppen.
(4) Die Geschäftsstelle ist Ansprechpartnerin für alle Mitglieder und Koordinierungsstelle zwischen dem Gesundheitsforum und seinen Arbeitsgruppen. Dies beinhaltet u.a. die Zusammenführung von Informationen und deren Weitergabe sowie die Öffentlichkeitsarbeit.
(5) Die Geschäftsstelle überwacht die Umsetzung des Umsetzungsplans zur Sicherung der Ergebnisse. Sie berichtet halbjährlich in einem Fortschrittsbericht an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Geschäftsstelle stellt den Kontakt zu anderen Netzwerken und Landesgremien her. Sie bringt ggf. Stellungnahmen und Beschlüsse in zuständige Landesgremien ein.
§4a Fachbeirat Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
(1) Der Fachbeirat flankiert die Arbeit des Gesundheitsforums. Er berät gemeinsam mit der Geschäftsstelle die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen des Gesundheitsforums, reflektiert den Fortschritt der gesetzten Meilensteine und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor.
(2) Die Zusammensetzung des Fachbeirats spiegelt in ihrer Zusammensetzung sowohl die Säulen des Gesundheitswesens als auch die Handlungsfelder der Gesundheitsregionplus wider: die ambulante und stationäre Versorgung, der Öffentliche Gesundheitsdienst, die pflegerische Versorgung, die gesundheitliche Selbsthilfe und die Gesundheitsförderung.
(3) Der Fachbeirat trifft sich mindestens zweimal im Jahr. Die Vor- und Nachbereitung der Treffen erfolgt durch die Geschäftsstelle.
(4) Die Treffen werden durch den/die Vorsitzende des Gesundheitsforums geleitet.
§ 5 Arbeitsgruppen
(1) Arbeitsgruppen sind themenbezogene Expertenforen, welche zur Bearbeitung der durch die Mitglieder des Gesundheitsforums bestimmten Themen eingerichtet werden. Die für den Themenbereich verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Fachleute und Sachverständige werden an den Arbeitsgruppen beteiligt. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen erfolgt durch die Geschäftsstelle auf Vorschlag der Mitglieder des Gesundheitsforums.
(2) Die Mitglieder der Arbeitsgruppe wählen auf Vorschlag der Geschäftsstelle mit einfacher Mehrheit eine Arbeitsgruppenleitung. Sie ist Sprecher der Arbeitsgruppe und steht im regelmäßigen Austausch mit der Geschäftsstelle.
(3) Innerhalb der Arbeitsgruppen werden Programme bzw. Handlungsempfehlungen zu den jeweiligen Problemstellungen entwickelt. Die Arbeitsgruppen arbeiten dabei in eigener fachlicher Verantwortung. Ergebnisse werden durch die jeweilige Arbeitsgruppenleitung an die Geschäftsstelle übermittelt und im Gesundheitsforum vorgetragen. Das Gesundheitsforum berät über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen.
(4) Über die Sitzungen der Arbeitsgruppen werden Protokolle angefertigt und der Geschäftsstelle und den Mitgliedern der jeweiligen Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt.
§ 6 Änderung der Geschäftsordnung
(1) Änderungsanträge der Geschäftsordnung können von jedem stimmberechtigten Mitglied des Gesundheitsforums eingebracht werden. (2) Änderungen der Geschäftsordnung bedürfen einer 2/3 Mehrheit entsprechend des in §2 (5) bestimmten Verfahrens.
§ 7 Inkrafttreten
Die geänderte Geschäftsordnung tritt zum 15. Juli 2022 in Kraft.
Nebenbestimmung
Zu § 2 gibt es folgende Nebenbestimmung: Die Fachliche Leitstelle Gesundheitsregionenplus (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, LGL) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sind keine Vollmitglieder mit Stimmrecht und den damit verbundenen Pflichten des Gesundheitsforums. Beide beteiligen sich in einer beratenden und unterstützenden Funktion, um die Meinungs- und Entscheidungsfindung mit ihren Expertisen zu fördern.
Nürnberg, 15.07.2022
Mitglieder des Gesundheitsforums der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
(Stand 14. Juli 2022)
Einrichtung
AK "Gesunde Städte-Netzwerk" Nürnberg
AOK, Direktion Mittelfranken
Ärztlicher Kreisverband
Bayerische Krankenhausgesellschaft
Bayerische Landesapothekerkammer Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Behindertenrat der Stadt Nürnberg
Betriebskrankenkasse mhPlus
CSU - Stadtratsfraktion
Deutscher Gewerkschaftsbund, Mittelfranken
Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz
Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk
Jobcenter Nürnberg-Stadt
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns
Kinderkommission
Kreisarbeitsgemeinschaft (vertreten durch Caritas Nürnberg)
Netz gegen Armut
Nürnberger Bündnis gegen Depression
Nürnberger Krankenhäuser
Praxisnetz Nürnberg Süd
Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nürnberg
Rat für Integration und Zuwanderung
Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken e.V.
Mitglieder des Gesundheitsforums der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg
(Stand 14. Juli 2022)
SPD - Stadtratsfraktion
Staatliches Schulamt
Stadt Nürnberg, Amt für Allgemeinbildende Schulen
Stadt Nürnberg, Bildungscampus
Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt, Leitung
Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt, Bereich Gesundheitsförderung
Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt, Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus
Stadt Nürnberg, Jugendamt Stadt Nürnberg, Referat für Jugend, Familie und Soziales; Suchtbeauftragte der Stadt Nürnberg Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit
Stadt Nürnberg, Seniorenamt
Stadt Nürnberg, SportService
Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Stadtratsfraktion Bunte Ausschussgemeinschaft (vertreten durch Die Linke)
Stadtratsfraktion der AfD
Stadtratsfraktion Die Ausschussgemeinschaft (vertreten durch die FW)
Stadtseniorenrat Nürnberg
Techniker Krankenkasse
Zentrum für Gesundheitsförderung e.V.
Beilage Umweltausschuss 27.07.2022
Sachstandsbericht
Entscheidungsvorlage
Anlass
Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen mit zunehmend heißeren und trockeneren Sommern und
den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen, hat die Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion am
16.08.2018 den Antrag gestellt, für Nürnberg einen Hitzeaktionsplan auf Basis der Empfehlungen
des Bundesumweltministeriums zu entwickeln. Seit 08.11.2021 liegt ebenso ein Antrag der CSU-
Stadtratsfraktion vor, nach dem im Rahmen der Klimaresilienzplanung ein Hitzevorsorgeplan, der
auch auf die Anforderungen besonders schutzbedürftiger Personen Rücksicht nimmt, erstellt werden
soll.
Die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans ist zudem Teil der Nürnberger Klimaanpassungsstrategie
im Handlungsfeld Gesundheitsvorsorge. Bundesweit sind derzeit Kommunen dabei sich über
Hitzeaktionspläne auf die zunehmende Zahl von Hitzewellen vorzubereiten.
Erläuterung
Die Folgen des Klimawandels mit Hitzeextremwettereignissen werden vor allem in den Städten
inzwischen spürbar und als Belastung wahrgenommen. Auch in Nürnberg nehmen die heißen Tage
mit Temperaturen über 30 °C und auch die Sommertage mit Temperaturen über 25 °C zu (s. dazu
Veröffentlichung aktueller Klimadaten unter Gemessene Klimaveränderungen in Nürnberg - Wir
machen das Klima (nuernberg.de)). So sind die zehn wärmsten Jahre seit Wetteraufzeichnungen in
Nürnberg im 21. Jahrhundert gemessen worden.
Aber nicht nur die Zahl, sondern auch die Dauer von Hitzewellen steigt. Im Jahr 2018 wurde mit 17
aufeinander folgenden Tagen mit Temperaturen weit über 30°C ein neuer Höchststand erreicht.
Dies führt vor allem in den stark versiegelten und wenig durchgrünten und durchlüfteten Nürnberger
Stadtgebieten zur Ausbildung von Wärmeinseln und gesundheitlich belastenden Tropennächten (mit
Temperaturen über 20°C). Nach einer aktuellen Publikation des Landesamts für Umwelt wird die
Zahl der Hitzetage (Szenario mit der Annahme „ohne Klimaschutz“) in Bayern bis 2055 um 6 – 19
und bis 2085 um 16 bis 36 Tage noch weiter zunehmen1.
Diese Entwicklung führt dazu, dass es in den Sommermonaten zu einer Häufung hitzebedingter
Erkrankungen, insbesondere bei vulnerablen Personengruppen, wie älteren und pflegebedürftigen
Menschen, Kleinkindern, Säuglingen oder Personen, die im Freien körperlich arbeiten, kommt.
Gleichzeitig steigt damit auch die Zahl der hitzebedingten Todesfälle. Schätzungen zufolge steigt
die Zahl hitzebedingter Todesfälle bis zum Ende des Jahrhunderts bundesweit jährlich auf bis zu
8.5002. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl in Folge der zu erwartenden klimatischen
Veränderungen weiter steigt. Um dem entgegenzuwirken, ist die Umsetzung von Maßnahmen zur
Hitzevorsorge, wie sie mit dem nun vorliegenden Hitzeaktionsplan erarbeitet wurden, notwendig.
Das Umweltbundesamt hat mit den Mitgliedern der vom Bundesumweltministerium (BMUB)
geleiteten ehemaligen Bund/Länder-Ad-hoc Arbeitsgruppe ‚Gesundheitliche Anpassung an die
Folgen des Klimawandels (GAK)‘ Handlungsempfehlungen für die Erstellung von
Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit in Deutschland erarbeitet. Sie stellen
1 Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 2021, Bayerns Klima im Wandel, S. 6 2 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, 2017, S. 7
zusammen mit der Arbeitshilfe zur „Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplanes für
Städte und Kommunen“ der Hochschule Fulda und der Toolbox für Hitzeaktionspläne in Kommunen
des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Grundlage für das
nun vorliegende Nürnberger Konzept dar. Es gliedert sich demnach auf in Maßnahmen die
vorbereitend vor jeder Sommerperiode ergriffen werden können
während einer akuten Hitzeperiode als Schutz für besonders vulnerable Gruppen dienen
(Hitzeaktionsplan Akut)
langfristig wirken und der Ausbildung von Hitzebelastungen in Form von Wärmeinseln und
Tropennächten entgegensteuern (Hitzeaktionsplan Präventiv)
Vor allem für die Maßnahmen, die akut und vorbereitend vor jedem Sommer ergriffen werden
müssen, liegt bisher noch kein Handlungskonzept für Nürnberg vor. Die Konzeptausarbeitung
konzentriert sich deshalb vor allem auf diese Bereiche und verweist bei den langfristig wirkenden
Maßnahmen auf bereits vorliegende Arbeiten zur nachhaltigen Verbesserung der strukturellen
Ausgangssituation.
Das nun vorliegende Konzept mit Maßnahmensteckbriefen wurde innerhalb der Verwaltung
abgestimmt. Es ist somit die Grundlage für die nächsten Umsetzungsschritte und erfasst dabei auch
die bisher bereits vorliegenden Arbeiten, auf die dabei aufgebaut werden kann. Wesentliche
Vorausaussetzung für die Umsetzung ist die Etablierung einer zentralen Koordinationsstelle im
Referat für Umwelt und Gesundheit, die in enger Zusammenarbeit mit einer zu gründenden,
dienststellenübergreifenden Arbeitsgruppe die Maßnahmen weiter ausarbeitet, die Umsetzung im
Falle einer Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes koordiniert und die notwendige
Kommunikationskaskade auslöst. Die Umsetzung wird dabei nur unter Beteiligung weiterer Akteure,
z.B. aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich und auch von Bürgerinnen und Bürgern, möglich sein.
Fazit
Aufgrund der zu erwartenden klimatischen Veränderungen wird der Hitzeaktionsplan als Maßnahme
zur Gesundheitsvorsorge als dringend angesehen. Ziel des Hitzeaktionsplans ist es vor allem die
gesundheitlichen Folgen von extremer Hitze effizient zu kommunizieren und so die besonders
vulnerablen Gruppen zu schützen und Hilfsangebote aufzubauen.
Durch die nun vorliegende Konzeptausarbeitung ist eine schrittweise Einführung auf Stadtteilebene
möglich. Eine Evaluierung der Maßnahmen, auch unter Kosten / Aufwand und Nutzen
Gesichtspunkten, kann nur im Zuge der Umsetzung und über einen längeren Zeitraum erfolgen.
Die Einführung des Hitzeaktionsplanes ist dabei als Prozess zu verstehen, der schrittweise erfolgt
und laufend evaluiert und weiterentwickelt werden muss, um so den aktuellen Bedarfen angepasst
werden zu können.
Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg
Quelle: Foto Lena Kaplan, Stadt Nürnberg, Umweltamt
Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und Situationsbeschreibung .................................................................................................. 3 2. Hitzeaktionsplan ..................................................................................................................................... 4 2.1 Aufbau .............................................................................................................................................. 4 2.2 Sachstand in Nürnberg ..................................................................................................................... 5 2.2.1 Einordnung nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes .............................................. 5 2.2.2 Beobachtung gesundheitlicher Risiken ..................................................................................... 7 2.3 Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut) ................................................................................................. 8 2.3.1 Einrichtung einer Koordinierungsstelle ..................................................................................... 8 2.3.2 Bildung einer AG Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut) .............................................................. 9 2.3.3 Auslösung einer Kommunikationskaskade ................................................................................ 9 2.3.4 Jährliche Evaluierung - „Check-up“ ......................................................................................... 11 2.3.5 Einführung und Umsetzung des HAPA-Akut ........................................................................... 12 2.4 Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv) ................................................................................ 15 3. Maßnahmenteil .................................................................................................................................... 17 3.1 Maßnahmensteckbriefe ................................................................................................................. 18 3.2 Checkliste zur Stadtteilanalyse und Ausarbeitung von Maßnahmenplan auf Stadtteilebene ....... 36 Literatur- und Quellenverzeichnis ............................................................................................................ 40
1. Einleitung und Situationsbeschreibung
Eine Folge des Klimawandels ist die Zunahme von Hitzebelastungen in Form von Hitzetagen und Hitzewellen und der Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten. In Nürnberg wird sich die Zahl der Hitzetage (mit Temperaturen über 30°C), je nach Klimaprojektion, bis 2050 voraussichtlich verdoppeln und bis 2100 mehr als vervierfachen [(1), S. 31]. Die Anzahl und Dauer von gesundheitlich besonders belastenden Hitzewellenereignissen nimmt dabei ebenfalls zu. Die Auswertung vorliegender Klimadaten zeigt dies für die letzten 10 Jahre bereits deutlich. 2018 wurde mit einer 17-tägigen Hitzewelle der bisherige Rekordwert erreicht. Aufgrund der hohen Versiegelung und Verdichtung führt dies in vielen Stadtteilen zur Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten, in denen die Temperaturen nicht unter 20°C fallen.
Inwieweit es durch diese Extremwettersituationen zu einer gesundheitlichen Belastung kommt, hängt neben den individuellen Faktoren wie Alter, Vorerkrankung und Medikation auch von den äußeren Lebensumständen, wie der Wohnsituation, ab. In bioklimatisch belasteten Stadtgebieten ist die Gefahr, dass Menschen besonders stark unter extremen Hitzeereignissen leiden, groß. Laut Stadtklimagutachten betrifft dies 49% der Nürnberger Siedlungsfläche, die als bioklimatisch ungünstig oder weniger günstig einzustufen sind [(6), S. 122].
Schätzungen zufolge steigt die Zahl hitzebedingter Todesfälle bis zum Ende des Jahrhunderts bundesweit jährlich auf bis zu 8.500 [(2), S. 7]. Im Sommer 2003 lagen sie bereits bei 7.500; in den Jahren 2006 und 2018 bei jeweils 6.000 [(5), S. 5]. Hinzu kommt eine zunehmende Zahl von hitzebedingten Krankheitsfällen aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag sowie Herz- und Kreislauferkrankungen [(2), S. 7].
Bei folgenden Bevölkerungsgruppen wird davon ausgegangen, dass die gesundheitlichen Risiken besonders hoch sind [(4)]: ältere Menschen, Menschen mit chronischer Erkrankung, physischer oder psychischer Beeinträchtigung oder Behinderung - insbesondere, wenn sie alleine leben Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder - insbesondere aus benachteiligten oder überforderten Familien Menschen, die im Freien (körperlich) arbeiten Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben oder wohnungslos sind.
Laut dem Amt für Stadtforschung und Statistik wird die Gesamteinwohnerzahl in Nürnberg bis 2035 (im Vergleich zu 2020) um 24.664 Einwohner oder 4,6 % ansteigen. Die vulnerable Gruppe der Senioren über 65 Jahren wird dabei besonders stark wachsen. Laut statistischer Auswertung nach Stadtteilen trifft dies vor allem für die Altstadt sowie die westliche und nordwestliche Außenstadt zu, s. Tab. 1.
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien aus anderen Kontexten weisen auf den Zusammenhang zwischen soziodemographischen Faktoren und Gesundheit hin. Dies kann auch für Nürnberg angenommen werden, wenngleich noch keine Validierung durch lokale Daten vorliegt.
Tabelle 1: Bevölkerungsentwicklung in den Nürnberger Stadtteilen 2020-2035.
| Statistischer Stadtteil | Bevölkerung am | Veränderung 2035 gegenüber 2020 in % | |||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12. (ohne | Insgesamt | davon im Alter von … bis unter … Jahre | |||||||||||||||
| Schutzsuchende) | |||||||||||||||||
| 2020 | 2035 | 0 - 15 | 15 - 25 | 25 - 45 | 45 - 65 | > 65 | |||||||||||
| 0 Altstadt und engere Innenstadt | 57 954 | 60 956 | 5,2 | 10,4 | 9,4 | -10,9 | 0,9 | 45,5 | |||||||||
| 1 Weiterer Innenstadtgürtel Süd | 95 009 | 102 566 | 8,0 | 6,9 | 5,9 | -2,3 | 4,5 | 38,0 | |||||||||
| 2 Weiterer Innenstadtgürtel | 89 980 | 89 980 | 92 537 | 92 537 | 2,8 | 2,8 | 6,7 | 6,7 | 7,9 | 7,9 | -12,3 | -12,3 | -1,7 | -1,7 | 34,1 | 34,1 | |
| West/ Nord/ Ost | |||||||||||||||||
| 3 Südöstliche Außenstadt | 47 693 | 43 187 | -9,4 | -12,7 | -9,4 | -15,4 | -17,0 | 5,5 | |||||||||
| 4 Südliche Außenstadt | 49 506 | 52 618 | 6,3 | 10,6 | 6,0 | 5,2 | -8,7 | 23,0 | |||||||||
| 5 Südwestliche Außenstadt | 47 126 | 43 725 | -7,2 | -6,5 | -6,3 | -16,3 | -15,9 | 11,2 | |||||||||
| 6 Westliche Außenstadt | 32 524 | 44 621 | 37,2 | 44,8 | 26,3 | 35,0 | 23,0 | 62,5 | |||||||||
| 7 Nordwestliche Außenstadt | 34 549 | 40 944 | 18,5 | 15,5 | 31,8 | 12,2 | 2,7 | 45,2 | |||||||||
| 8 Nordöstliche Außenstadt | 28 436 | 27 041 | -4,9 | -3,9 | -2,7 | -13,7 | -17,3 | 20,4 | |||||||||
| 9 Östliche Außenstadt | 46 555 | 45 801 | -1,6 | -0,7 | 2,9 | -6,4 | -18,2 | 20,5 | |||||||||
| Gesamtstadt | 529 332 | 553 996 | 4,7 | 6,2 | 6,5 | -4,7 | -4,4 | 28,7 | |||||||||
| Quelle: Einwohnermelderegister Stadt Nürnberg (Bestandsdaten) und StA-Vorausberechnung 2021 ohne Schutzsuchende |
2. Hitzeaktionsplan
2.1 Aufbau
Die Ausarbeitung des Hitzeaktionsplans für Nürnberg erfolgt auf der Basis der „Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz menschlicher Gesundheit“ vom BMUV erarbeitet von der Bund/Länder-Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (GAK) [(2)], der Arbeitshilfe zur Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplans für Städte und Kommunen der Hochschule Fulda [(3)], den Gesundheitshinweisen zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa [(4)] und der Toolbox für Hitzeaktionspläne in Kommunen des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit [(5)]. Zudem sind auch Erfahrungen anderer Kommunen, z.B. über die Teilnahme am „Städtedialog Hitze“, eingeflossen.
Demnach sollte ein Hitzeaktionsplan Maßnahmen enthalten, die:
a. langfristig wirken und der Ausbildung von Hitzebelastungen in Form von Wärmeinseln und Tropennächten entgegenwirken sowie gesundheitliche Risiken reduzieren b. vorbereitend vor jeder Sommerperiode ergriffen werden können c. während einer akuten Hitzeperiode als Schutz für besonders vulnerable Gruppen dienen.
Das Klimaanpassungskonzept für Nürnberg enthält bereits eine Vielzahl von Maßnahmen, die vor allem als langfristig und vorbereitend auf Hitzebelastungen eingeordnet werden können. Für den Akutfall während eines Hitzeereignisses gibt es in Nürnberg aber noch keine konzeptionelle Ausarbeitung und insofern auch noch keinen abgestimmten Vorgehensplan. Die Konzeptausarbeitung des Nürnberger Hitzeaktionsplans konzentriert sich deshalb vor allem auf die Schritte zur Einführung und Umsetzung des „Hitzeaktionsplans-Akut“ (HAPA-Akut). Das
Konzept ist eine notwendige Grundlage für die Einführung eines Hitzeaktionsplans. Die Einführung ist als Prozess zu verstehen, der schrittweise erfolgt und laufend evaluiert und weiterentwickelt wird. Auch wenn dabei die besonders betroffenen Gruppen im Fokus stehen müssen, werden damit auch Hinweise und Impulse für alle Nürnberger Bürger gegeben.
Der Nürnberger Hitzeaktionsplan gliedert sich demnach auf in:
- Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)
Der Hitzeaktionsplan Akut enthält zum einen Maßnahmen, die jährlich wiederkehrend als Vorbereitung auf den Sommer umgesetzt werden können und auch solche, die bei einer akuten Hitzebelastung zum Einsatz kommen sollten. Erstere dienen vor allem der Information und Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen von Hitzeereignissen und sind, unabhängig von der aktuellen Wetterlage, als wichtige Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge zu verstehen. Zweitere sollten bei einer absehbaren Hitzewelle und spätestens bei einer akuten Wetterwarnung durch den Deutschen Wetterdienst vor einer extremen Hitzebelastung zum Einsatz kommen. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen muss innerhalb der Verwaltung eine entsprechende Struktur aufgebaut werden. Kernelement dafür ist die Etablierung einer Koordinierungsstelle und die Bildung einer Arbeitsgruppe; Näheres dazu s. Kap. 2.3.
-
Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv) Der Hitzeaktionsplan Präventiv enthält Maßnahmen, die vorsorgend ergriffen werden müssen, um der Entstehung von Hitzebelastungen aufgrund stadtstruktureller Bedingungen vorzubeugen. Dazu zählen u.a. die Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten.
-
Maßnahmensteckbriefe Konkrete Maßnahmensteckbriefe werden im Maßnahmenteil genannt. Sie sind in Zusammenarbeit und in Abstimmung mit den einzelnen Referaten und Dienststellen erarbeitet worden. Sie sind so aufgebaut, dass sie sowohl den aktuellen Sachstand dazu in Nürnberg wiedergeben als auch Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung in Nürnberg aufzeigen. Gleichzeitig wird unterschieden zwischen Maßnahmen, die stadtweit eingesetzt werden können, wie Flyer und Presseartikel, und solchen, deren Erarbeitung vorrangig auf Stadtteilebene bzw. für die jeweilige Einrichtung erfolgen sollte. Die Zusammenstellung ist dabei beispielhaft und nicht abschließend zu verstehen.
2.2 Sachstand in Nürnberg
2.2.1 Einordnung nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes
Die Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts der Stadt Nürnberg können bereits als vorbereitend und langfristig wirkende Maßnahmen gegen Hitzebelastung eingeordnet werden. Da Maßnahmen zur Klimaanpassung auch dem Gesundheitsschutz dienen, haben das Umweltamt und das Gesundheitsamt von Beginn an sowohl an der Erarbeitung des Nürnberger Klimaanpassungskonzeptes als auch darauf aufbauend an der Erarbeitung von konkreten Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge gearbeitet. Dies spiegelt sich u.a. im Handlungsfeld „Gesundheitsvorsorge und Information“ wider, s. dazu auch Handbuch Klimaanpassung [(1), S. 74 ff.]. Die weitere Bearbeitung erfolgte in einer eigenen Arbeitsgruppe zwischen dem Gesundheits- und dem Umweltamt.
Geordnet nach den acht Kernelementen der Empfehlungen des Umweltbundesamtes [(2)] stellt sich der Sachstand in Nürnberg dazu wie folgt dar:
Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit s. dazu Ausführungen unter Hitzeaktionsplan-Akut, Kap. 2.3.
Nutzung eines Hitzewarnsystems Auf der Internetseite des Referates für Umwelt und Gesundheit und des Gesundheitsamtes erfolgt ein Hinweis und eine Verlinkung auf die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und auf die Seite des DWD mit aktuellen Wetterwarnungen für Nürnberg. Richtiges Verhalten bei Hitze - Gesundheitsamt Nürnberg (nuernberg.de) Klimawandel und Gesundheit - Wir machen das Klima (nuernberg.de) Eine 2012 vom Gesundheitsamt durchgeführte Befragung von ambulanten Pflegekräften hat ergeben, dass diese gut über Radio und TV über die Wettersituation informiert waren. Eine Abfrage durch das Gesundheitsamt (2015) ergab, dass bei großen Heimen Informationen zu Hitzewarnungen in der Regel rechtzeitig wahrgenommen werden. Problematisch ist dagegen die Informationsweitergabe bei der zunehmenden Anzahl von kleinen Heimen und Wohngemeinschaften von alten Menschen und insbesondere bei der Erreichbarkeit der außerhalb von Einrichtungen wohnenden, nicht pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren. Diese Gruppe umfasst weit über 80% der älteren Menschen im Stadtgebiet.
Information und Kommunikation Die Internetseite des Gesundheitsamtes (Verlinkung mit der Referatsseite „Wir machen das Klima“) enthält Hintergrundinformationen zur aktuellen klimatischen Situation und ihren zu erwartenden Auswirkungen auf die Gesundheit sowie Verhaltensempfehlungen und Informationen zu den Themen Gesundheit, Stadtklima, Ozonwerten, Trinkbrunnen, Gewässern im Stadtgebiet sowie Serviceleistungen des Deutschen Wetterdienstes. o Trinkbrunnen im Stadtgebiet o Trinkwasserbrunnen - Karte o Hitze und Gesundheit o Stadtklima und Gesundheit o Stadtklimagutachten Nürnberg o Handbuch zur Klimaanpassung o Online-Echtzeit-Daten der Nürnberger Messstationen o Ozon- und Luftschadstoffbelastung o Ozon-Info-Mail o Baden in Gewässern Um auch die Gruppen zu erreichen, die das Internet nicht nutzen, wurde zudem der Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“ durch das Umwelt- und Gesundheitsamt erarbeitet. Der Flyer wurde m.d.B. um Weitergabe in den Jahren 2017 und 2018 an Nürnberger Hausärzte, Internisten und Apotheken sowie an die Pflegestützpunkte verschickt.
Auf der Internetseite des Referates für Umwelt und Gesundheit und des
Gesundheitsamtes erfolgt ein Hinweis und eine Verlinkung auf die WarnWetter-App
des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und auf die Seite des DWD mit aktuellen
Wetterwarnungen für Nürnberg.
o Trinkbrunnen im Stadtgebiet
o Trinkwasserbrunnen - Karte
o Hitze und Gesundheit
o Stadtklima und Gesundheit
o Stadtklimagutachten Nürnberg
o Handbuch zur Klimaanpassung
o Online-Echtzeit-Daten der Nürnberger Messstationen
o Ozon- und Luftschadstoffbelastung
o Ozon-Info-Mail
o Baden in Gewässern
Um auch die Gruppen zu erreichen, die das Internet nicht nutzen, wurde zudem der
Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“ durch das Umwelt- und Gesundheitsamt erarbeitet.
Der Flyer wurde m.d.B. um Weitergabe in den Jahren 2017 und 2018 an Nürnberger
Hausärzte, Internisten und Apotheken sowie an die Pflegestützpunkte verschickt.
Reduzierung von Hitze in Innenräumen Im Intranet der Stadt Nürnberg ist das Hinweisblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit mit Tipps für Arbeit und Wohlbefinden veröffentlicht worden: Die Fortschreibung der Leitlinien zum energieeffizienten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Bauen und Sanieren bei Hochbaumaßnahmen der Stadt Nürnberg erfolgte am 26.01.22. Damit werden zukünftig sowohl Klimaschutz- als auch Klimaanpassungsmaßnahmen bei städtischen Bauten standardmäßig umgesetzt. Dies beinhaltet u.a. Maßnahmen zum baulichen Sonnenschutz sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Dach- und Fassadenbegrünungen haben auch dämmende Wirkung und tragen damit zur Innenraumkühlung bei. Die beiden Nürnberger Förderprogramme „Mehr Grün für Nürnberg“ und „Initiative Grün“ tragen zur Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung im Privatbereich bei.
Besondere Beachtung von Risikogruppen Bei der Umsetzung aller bisherigen Maßnahmen wurden insbesondere die besonders vulnerablen Gruppen berücksichtigt. Bei der Umsetzung des HAPA-Akut wird dies noch gezielter möglich sein, s. dazu Kap. 2.3. sowie Ausführungen in den Maßnahmensteckbriefen.
Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme 2015 erfolgte eine Befragung des Gesundheitsamts bei der Heimaufsicht (Gh) und bei ambulanten Pflegediensten. o Danach prüft die Heimaufsicht bereits „hitzerelevante Maßnahmen“. o Die ambulanten Pflegedienste gaben an, dass eine Begleitung kranker und/oder älterer Menschen aus zeitlichen Gründen oft nicht geleistet werden kann, z.B. zu Trinkerinnerung mehrmals täglich. Weitere notwendige Maßnahmen (z.B. zur Verschattung) können nicht beeinflusst werden.
Langfristige Stadtplanung und Bauwesen s. dazu Hitzeaktionsplan-Präventiv, Kap. 2.4.
Monitoring und Evaluation der Maßnahmen s. dazu Hitzeaktionsplan-Akut, Kap. 2.3.
2.2.2 Beobachtung gesundheitlicher Risiken
Als Folge des Klimawandelns nimmt nicht nur die Anzahl der Hitzetage und Hitzewellen zu, auch die Winter werden zunehmend kürzer und wärmer. Dadurch kommt es zu einem Überleben bislang in Europa nicht vorkommender Tierarten Mücken- und Zeckenarten, die Erkrankungen, wie Malaria, Denguefieber und Zika-Virus-Infektionen hervorrufen können, und dadurch zu einer Zunahme und weiteren Verbreitung. Außerdem werden durch Reisende „neue“ Insektenarten nach Europa gebracht, die es bisher hier nicht gab.
Zudem können Wassertemperaturen von über 25°C insbesondere in offenen, naturbelassenen Gewässern, aber auch in Wasserleitungen, zu weiteren Gesundheitsrisiken führen. Es kommt zu einer Zunahme von Bakterien und anderen Krankheitserregern. So verursachen Darmbakterien (z.B. von Vögeln ausgeschieden) Übelkeit und Erbrechen, Zerkarien können Hautreizungen auslösen, Legionellen können u.a. Lungenentzündungen hervorrufen.
Beobachtet wird auch die Zunahme von Allergien aufgrund längerer Blühphasen. Hierdurch kann es zu Hauterkrankungen, Reizungen der Augen und Schleimhäute und zu gefährlichem allergischem Asthma kommen. In niederschlagsarmen Hitzezeiten können zudem Luftverschmutzungen allergischen Reaktionen begünstigen, weil sie die Schleim- und Bindehäute reizen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nach Starkregen die Feinstaubwerte deutlich abnehmen.
2.3 Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)
Der HAPA-Akut umfasst die vorbereitend vor jedem Sommer und kurzfristig zu ergreifenden Maßnahmen, die im Fall eines akuten Hitzewellenereignisses (Deutscher Wetterdienst (DWD) Warnstufe 1 oder Warnstufe 2) zum Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen umgesetzt werden müssen, s. dazu auch Kap. 1.
Weitere Einzelheiten dazu werden im Folgenden erläutert.
2.3.1 Einrichtung einer Koordinierungsstelle
Zur Umsetzung des HAPA-Akut wird laut Handlungsempfehlungen des Bundesministeriums für Umwelt [(2), S. 13] die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle empfohlen. Diese hat folgende Aufgaben: In Zusammenarbeit mit einer zu gründenden AG (Erläuterungen dazu, s. Kap. 3.1.2) gehört es zu ihren Aufgaben, einen Maßnahmenplan für einen „Hitzeaktionsplan Akut“ auszuarbeiten, einzuführen, zu koordinieren und regelmäßig zu evaluieren. Sie hat zudem die zentrale Aufgabe eine Kommunikationskaskade im Fall einer Hitzewarnung der Stadt Nürnberg des Deutschen Wetterdienstes (Warnstufe1) auszulösen. Jährlich wiederkehrend ist sie zudem dafür verantwortlich, dass der notwendige „Check-up“ zur Evaluierung des Hitzeaktionsplans durchgeführt wird.
Aufgaben der Koordinierungsstelle:
Gründung einer AG HAPA-Akut in Zusammenarbeit mit der AG HAPA-Akut o Ausarbeitung von Maßnahmen (s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3) o Einführung des HAPA-Akut o regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen – jährliches „Check-up“ Auslösung der Kommunikationskaskade Koordinierung von Maßnahmen Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Verwaltung
2.3.2 Bildung einer AG Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)
Die Leitung der AG HAPA-Akut übernimmt die Koordinierungsstelle. Die Mitglieder der AG haben die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Maßnahmen auszuarbeiten und untereinander abzustimmen, die vorbereitend vor jeder Sommerperiode und im Fall eines akuten Hitzeereignisses in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich ergriffen werden müssen (s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3). Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auch außerhalb der Verwaltung, z.B. mit dem ärztlichen Kreisverband als Vertretung sämtlicher Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräften, pädagogische Kräften und Fachkräften aus der Sozialarbeit sollte dabei sowohl bzgl. der Erarbeitung von Maßnahmen, als auch bei deren Umsetzung angestrebt werden. Weiterhin sollte die gesamte Bürgerschaft zur Mitwirkung aufgerufen werden (s. dazu z.B. Vorgehen der Stadt Worms). Wird die Kommunikationskaskade durch die Koordinierungsstelle ausgelöst, so geben die Mitglieder der AG die Information weiter (z.B. über bestehende Netzwerke) und lösen damit die Umsetzung der im Vorfeld vereinbarten Maßnahmen aus. Die Mitglieder der AG HAPA-Akut arbeiten zudem mit an der jährlichen Evaluierung des HAPA-Akut, dem „Check-up“.
Aufgaben der AG Hitzeaktionsplan Akut:
in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle HAPA-Akut o Ausarbeitung und Abstimmung von Maßnahmen o regelmäßige Evaluierung – jährliches „Check-up“ im jeweiligen Tätigkeitsbereich o Kontakt zu bestehenden Netzwerken o.ä. aufnehmen und ggf. neue aufbauen o als vorbereitende Maßnahme vor jeder Sommerperiode Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und zu vorbeugendem Gesundheitsschutz weitergeben o bei Auslösung der Kommunikationskaskade die Information weitergeben und dadurch die Umsetzung von Maßnahmen auslösen
2.3.3 Auslösung einer Kommunikationskaskade
Im Fall einer akuten Hitzebelastung / Hitzewelle müssen für die besonders vulnerablen Gruppen schnell, effektiv und zielgruppenorientiert gesundheitlich relevante Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört vor allem eine gute Risikokommunikation bei der definiert ist, welche Inhalte zu welchem Zeitpunkt und über welche Kanäle, z.B. Printmedien, Radiostationen, soziale Medien kommuniziert werden soll.
Grundlage für die Auslösung der Kommunikationskaskade ist eine Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Sie wird über den DWD-Newsletter, die Internetseite des DWD oder über Apps wie z.B. „Katwarn“ oder „NINA“ veröffentlicht. Der DWD gibt Hitzewarnungen in zwei Warnstufen aus:
Hitzewarnstufe 1: starke Wärmebelastung (die „gefühlte Temperatur“1 steigt an zwei Tagen in Folge über 32°C, zusätzlich nur geringe nächtliche Abkühlung) Hitzewarnstufe 2: extreme Wärmebelastung (die „gefühlte Temperatur“ steigt über 38°C am frühen Nachmittag)
Eine Auswertung der Jahre 2005 bis 2021 ergab, dass bisher überwiegend die Hitzewarnstufe 1 für Nürnberg ausgelöst wurde. In den Jahren 2006 und 2015 war dies jeweils an 21 bzw. 20 Tagen der Fall. Die Auslösung von Hitzewarnstufe 2 liegt bisher mit max. 3 Tagen im unteren einstelligen Bereich.
Häufigkeit der vom DWD ausgegebenen Hitzewarnungen für die
Stadt Nürnberg
- -28. Juli 25 2006: Juli/August n e g 21 10 Tage in Folge 06. -1 2 4 0 . 1 5 A : u gust 20 14 Ta 2 g 0 e 1 i 8 n : Folge n u 20 n r a w e 15 z tiH 1 tim 10 e g a 5 3 T r e 0 d lh a 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 z n Sommer (Mai-September) der Jahre 2005-2021 A
| 17 15 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 13 | 13 | ||||||||
| 5 | 8 6 | 6 | 8 4 | ||||||
| 2 | 1 | 1 | 2 | 3 | 3 | 1 | 1 | 1 |
Warnstufe 1: Starke Wärmebelastung Warnstufe 2: Extreme Wärmebelastung
Abbildung 1: Hitzewarnungen für die Stadt Nürnberg 2005-2021. Quelle: Auswertung
Hitzewarnmeldungen DWD, Stadt Nürnberg, Umweltamt, 2022.
Auslösung einer Kommunikationskaskade
bei Hitzewarnstufe 1 und 2 des DWD gibt die Koordinierungsstelle die Information an die Mitglieder der AG HAPA-Akut weiter die Mitglieder der AG HAPA-Akut geben die Information in Ihrem Tätigkeitsbereich weiter vorher ausgearbeitete Maßnahmen werden durch vorher festgelegte Akteure umgesetzt. Dabei kann ggf. unterschieden werden zwischen Maßnahmen, die bei Hitzewarnstufe 1 und solchen, die erst bei Hitzewarnstufe 2 ergriffen werden.
1 gefühlte Temperatur = wahrgenommene Umgebungstemperatur unter Berücksichtigung der Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Strahlungstemperatur
Unabhängig von den Hitzewarnstufen des DWD soll ein Info-Service eingerichtet werden (analog dem Ozon-Infoservice). Über diesen Service können sich registrierte Bürger und Einrichtungen kostenlos, ab einer Temperatur von 26°C, per Mail über mögliche gesundheitliche Belastungen informieren lassen. Diese „Nürnberger Vorwarnstufe“ trägt der Erkenntnis Rechnung, dass schon ab einer Temperatur von 26°C biologisch-physiologische Veränderungen auftreten und erste negative Gesundheitseffekte eintreten können.
2.3.4 Jährliche Evaluierung - „Check-up“
Jährlich wiederkehrend vor bzw. nach jeder Sommerperiode sollte eine Evaluierung der ergriffenen Maßnahmen und der Kommunikationskaskade u.a. zu folgenden Fragestellungen erfolgen:
Wurden alle betroffenen Gruppen bestmöglich erreicht? Müssen Maßnahmen ergänzt werden? Muss eine andere Priorisierung der Maßnahmen erfolgen? Müssen die Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Internetseite, Pressemitteilungen, Flyer, Plakate überarbeitet werden? Liegen die notwendigen Informationsmaterialien (Flyer, Plakate etc.) in ausreichender Anzahl zur Verwendung im nächsten Sommer vor?
Die Aufgabe der Evaluierung übernimmt die Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit der AG HAPA-Akut. Dabei sollten die Maßnahmen im Hinblick auf Aufwand und Wirkung und nach Möglichkeit auch nach medizinischen Aspekten im Hinblick auf die zu verzeichnenden hitzebedingten Todes- und Krankheitsfälle erfolgen. Um verlässliche Schlüsse ziehen zu können, soll sukzessive die für Nürnberg verfügbare Datengrundlage verbessert und detaillierte Auswertungen durchgeführt werden.
Jährliche Evaluierung – „Check-up“
vor bzw. nach jeder Sommerperiode erfolgt eine Evaluierung der Maßnahmen durch die Koordinierungsstelle und die AG HAPA-Akut
2.3.5 Einführung und Umsetzung des HAPA-Akut
Es wird die Umsetzung des HAPA-Akut in folgenden Schritten empfohlen:
Etablierung einer
Koordinierungsstelle
Gründung einer AG
Hitzeaktionsplan-Akut
Ausarbeitung akut
greifender Maßnahmen
stufenweise Einführung
nach Stadtteilen u.
besonders betroffenen
Bevölkerungsgruppen
Abbildung 2: Einführung des HAPA-Akut
Nach Etablierung der Koordinierungsstelle, im Referat für Umwelt und Gesundheit, wird die AG HAPA-Akut gegründet. Sie sollte sich aus 1-2 Mitarbeiter*innen der einzelnen Geschäftsbereiche und Referate sowie den besonders betroffenen Dienststellen und evtl. auch städt. Töchtern (z.B. VAG) zusammensetzen. Die Referate entscheiden darüber hinaus, welche Dienststellen und externe Institutionen (Beiräte, dezentrale Netzwerke wie Hilfeorganisationen, Stadtseniorenrat, Pflegeeinrichtungen, Ärzteschaft) bei der Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen hinzugezogen werden sollen.
Bei der Ausarbeitung und Umsetzung konkreter Maßnahmen sollte sich zunächst auf solche konzentriert werden, die möglichst ohne großen Aufwand realisiert werden können. Dazu gehört z.B. die Einrichtung kühler Räume in Alten- und Pflegeheimen oder in öffentlich zugänglichen städtischen Gebäuden. Die Maßnahmen des Maßnahmenplans sind deshalb im Hinblick auf Aufwand, Nutzen und Kosten einzuordnen.
Die Einführung des HAPA-Akut kann zunächst durch einen Probelauf in einem ausgewählten Stadtteil starten und dann sukzessiv auf andere Stadtteile ausgedehnt werden. Dazu bieten sich die Stadtteile St. Leonhard/Schweinau, Langwasser, Röthenbach und
Weststadt (mit Gostenhof, Bärenschanze, Muggenhof, Eberhardshof) an. Auch wenn das seit 2017 laufende Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ im Oktober 2022 beendet wird, bestehen hier bereits gute Kenntnisse über vorhandene Strukturen und Netzwerke, die genutzt werden könnten. Zudem sind Folgeprojekte mit dem Fokus auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche durch das Gesundheitsamt geplant.
Hinzu kommt, das, mit Ausnahme von Langwasser und Röthenbach, alle Stadtteile von einer ungünstigen bis weniger günstigen bioklimatischen Belastung geprägt [(6)] und deshalb von Hitzebelastungen (Ausbildung Wärmeinseln und Tropennächten) besonders betroffen sind. In Teilbereichen dieser Stadtteile ist zudem die Einwohnerdichte und der Anteil an Menschen über 65 Jahren oder jungen Menschen unter 3 Jahren besonders hoch. Darauf aufbauend kann dann sukzessive eine stadtweite Einführung erfolgen.
Die Ausarbeitung von konkreten Maßnahmen kann anhand einer Stadtteilanalyse erfolgen, s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3. Eine Zusammenstellung und Ausarbeitung von Maßnahmen erfolgt unter Kap. 3 Maßnahmensteckbriefe.
Die stadtteilbezogenen Maßnahmen werden flankiert von der oben beschriebenen stadtweiten Information der Öffentlichkeit und über bestehende Netzwerke.
Umsetzungsschritte und Zeitplan
| Zeitplan (vorläufig) | ||
|---|---|---|
| 1. Schaffung einer Koordinierungsstelle 2. Bildung einer AG HAPA-Akut 3. Auswahl eines Stadtteils für „Probelauf“ 4. Ausarbeitung einer „Kommunikationskaskade“ und Testlauf 5. Festlegung von ersten Maßnahmen 6. Umsetzung der ausgewählten Maßnahmen über Kommunikationskaskade 7. erste Evaluierung – „Check-up“ 8. Überarbeitung der Kommunikationskaskade und des Maßnahmenplans 9. „Ausrollen“ des HAPA-Akut auf weitere Stadtteile und vulnerablen Gruppen | ||
| Herbst 2022 (durch Ref. III) | ||
| Herbst 2022 durch Koordinierungsstelle Herbst 2022 Herbst 2022 durch AG HAPA-Akut Herbst / Frühjahr 2023 Frühjahr 2023 Herbst 2023 Herbst / Frühjahr 2023/2024 ab 2025 | Herbst 2022 durch | |
| Koordinierungsstelle | ||
| Herbst 2022 | ||
| Herbst 2022 durch AG | ||
| HAPA-Akut | ||
| Herbst / Frühjahr 2023 | ||
| Frühjahr 2023 | ||
| Herbst 2023 | ||
| Herbst / Frühjahr 2023/2024 | ||
| ab 2025 |
2.4 Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv)
Neben den akut und vorbereitend auf den Sommer zu ergreifenden Maßnahmen sind auch die langfristig wirkenden Maßnahmen entscheidend, um die gesundheitlichen Folgen von Hitzebelastungen zu minimieren.
Städtische Gebiete mit einer hohen Versiegelung und Verdichtung und einer eingeschränkten Durchlüftung heizen sich bei hohen Temperaturen besonders stark auf. Die am Tag gespeicherte Wärme wird in der Nacht wieder an die Umgebung abgegeben. Die Folge ist die Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20°C fällt. Dies führt zu einer besonders belastenden gesundheitlichen Situation, da durch die fehlende Nachtabkühlung auch erholsame Schlafbedingungen nicht mehr gegeben sind. Der Temperaturunterschied zwischen dem Umland und den städtischen Gebieten ist deutlich und kann mehrere Grad Celsius betragen. Auch in Nürnberg konnte dies über Datenauswertungen zwischen der Messstation des DWD am Nürnberger Flughafen und der innerstädtisch gelegenen Messstation am Jakobsplatz nachgewiesen werden.
Um die Gefahr von Hitzeinseleffekten zu minimieren, sind vor allem stadt- und bauplanerische Maßnahmen und die Berücksichtigung stadtklimatischer Aspekte notwendig. Viele dieser Maßnahmen sind bereits im Klimaanpassungskonzept und im Klimafahrplan der Stadt Nürnberg benannt, ebenso in dem im AfS am 22.07.2021 beschlossenen Klima-Baukasten für die Nürnberger Bauleitplanung. Dazu gehört die Freihaltung von Frischluftschneisen oder der Erhalt und die Schaffung von Kaltluftentstehungsgebieten, ebenso wie die Erhöhung und Aufwertung des Grün(flächen)anteils, der Gebäudebegrünung, der Anlage von Versickerungsflächen (Schwammstadtprinzip), offenen und bewegten Wasserflächen oder die Nutzung des Albedoeffektes bei der Fassadengestaltung. Grün in die Stadt zu bringen und dadurch Kühlungseffekte zu erzielen, ist eine der zentralen Maßnahmen zur Hitze- und auch Starkregenvorsorge und damit zur Klimaanpassung.
Gutachten und Konzepte wie das Nürnberger Stadtklimagutachten oder der Masterplan Freiraum sind dabei wichtige Grundlagen für die Stadtplanung, Stadtentwicklung oder Umweltplanung zur Umsetzung von Maßnahmen. Zur besseren Grün- und Freiraumversorgung hat der Masterplan Freiraum eine Vielzahl von Projekten benannt und auch bereits umgesetzt. Freiraumkonzepte auf Stadtteilebene, wie das z.Zt. in Erarbeitung befindliche Freiraumkonzept Süden, konkretisieren und verorten weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung und damit auch zur Hitzevorsorge. In Stadterneuerungsgebieten kann eine noch stärkere Verankerung in den Sanierungszielen die Maßnahmenumsetzung weiter unterstützen. Über die Bebauungsplanung können Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen, versickerungsfähige Bodenbeläge oder auch Wasserplätze festgesetzt und ggf. auch gefördert werden. Viele dieser Maßnahmen können unter dem Oberbegriff „blau-grüne Infrastruktur“ zusammengefasst werden.
Auf Ebene der Gebäudeplanung gilt es Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz bei der Sanierung und beim Neubau umzusetzen. Sie tragen dazu bei, dass eine Überhitzung der Gebäude minimiert und ein gutes Innenraumklima zur Verbesserung der Wohn- und Arbeitsbedingungen erzielt wird. Durch die aktuelle Überarbeitung der städtischen Hochbaurichtlinien soll dies zukünftig standardmäßig bei der Sanierung und beim Neubau städtischer Gebäude umgesetzt werden. Über die am 07.04.22 beschlossene
Begrünungssatzung wird eine angemessene Durchgrünung und Gestaltung vor allem auch der neu zu bebauenden Baugrundstücke und Anlagen (ohne konkreten Bebauungsplan) sichergestellt.
Möglichkeiten zur Förderung von privaten Hof-, Fassaden- und Dachbegrünungsmaßnahmen stehen in Stadterneuerungsgebieten mit dem Programm „Mehr Grün für Nürnberg“ und außerhalb von Stadterneuerungsgebieten über das städtische Förderprogramm „Initiative Grün“ zur Verfügung.
Grundsätzlich tragen ebenso alle Maßnahmen zum Klimaschutz langfristig dazu bei, die Auswirkungen von Klimaveränderungen zu minimieren. Das Ziel der Stadt Nürnberg zur Klimaneutralität bis 2035 ist deshalb langfristig auch für den Hitzeaktionsplan von Bedeutung.
Beispielhafte Zusammenstellung langfristig greifender Maßnahmen / Handlungsfelder
Sachstand Nürnberg
Konzepte, Grundlagen …
Berücksichtigung von o Stadtklimagutachten
stadtklimatischen und o kleinräumige stadtklimatische Gutachten bei Bedarf
gesundheitlichen Aspekten u.a. in der o Klimabaukasten für die Nürnberger Bauleitplanung
Bebauungsplanung und bei o Hochbaurichtlinien für städt. Gebäude
Wettbewerbsverfahren wie o Festsetzungen in Bebauungsplänen
Freihaltung von Frischluftschneisen, o Sanierungsziele in Stadterneuerungsgebieten
Berücksichtigung von o Freiflächengestaltungssatzung
Gebäudestellung und Gebäudehöhen, Nutzung von Albedoeffekten,
Verwendung versickerungsfähiger
Bodenbeläge …
Grünstrukturen schaffen sowohl
durch kleinteilige (Pocket-Parks) als o Masterplan Freiraum
auch großflächige Grünanlagen, o Konzept „grüne Finger“
Gebäudebegrünung, Straßenbäume … o Freiraumkonzept Süden (in Bearbeitung)
o Leitlinien für Hochbaumaßnahmen o Förderprogramme für Hof-, Fassaden- und Dachbegrünung im Privatbereich o Sanierungsziele in Stadterneuerungsgebieten o Freiflächengestaltungssatzung o städtebauliche Verträge
o Reduktion der CO2-Emissionen um 60% bis zum
Zielsetzungen des Jahr 2030
Klimaschutzfahrfahrplans 2020-2030 o Erhöhung des Reduktionsziels 2050 von 80% auf 95% o Klimaneutralität der Stadtverwaltung bis zum Jahr
3. Maßnahmenteil
Die Ausarbeitung der Maßnahmen ist beispielhaft und als fortlaufender Prozess zu verstehen. Die weitere Erarbeitung muss im Zuge der konkreten Umsetzung des Hitzeaktionsplans erfolgen.
Liste der bisher erarbeiteten Maßnahmensteckbriefe
-
Informationen zum Thema Hitze und Verhaltensregeln über Flyer, Presse, Lokalradio, Internet und soziale Medien verbreiten
-
Aufruf an Hausärzte zur Überprüfung von Medikationsplänen
-
Informationen über dynamische Fahrgastinformationen schalten
-
Info-Service-Mail ab einer Temperatur von 26°C
-
Hitzewarnsystem und weitere Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nutzen
-
Hitzetelefon und Hitzepatenschaften
-
Versorgung mit Trinkwasser (u.a. im öffentlichen Raum)
-
Wasserluftbefeuchter installieren
-
Brunnen und Wasser(spiele) im öffentlichen Raum
-
Zusammenstellung von Informationen zu kühlen Orten („Cooling-Center“)
-
Einrichtung von „coolen“ Straßen und Plätzen, Spiel und Sitzbereichen
-
Sensibilisierungskampagnen für Gewerbebetriebe
-
Maßnahmen im Pflegeeinrichtungen
-
Maßnahmen in Kindertagesstätten
-
Maßnahmen für Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
-
Monitoring und Evaluierung der Maßnahmen unter medizinischen Aspekten
3.1 Maßnahmensteckbriefe
| Maßnahme 1 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Informationen zum Thema Hitze und Verhaltensregeln über Flyer, Presse, Lokalradio, | ||||
| Internet und soziale Medien verbreiten | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Sowohl zu Beginn der Sommerperiode als auch während einer akuten Hitzewelle ist die Weitergabe von Informationen zu gesundheitlich relevanten Verhaltensweisen, mit leicht umsetzbaren Beispielen und ggf. auch Hilfsangeboten, für den Alltag wichtig. Dazu sollten möglichst viele Kommunikationsmedien genutzt werden. Um alle betroffenen Gruppen bestmöglich erreichen zu können, sind die Informationen so aufzubereiten, dass sie sowohl in einfacher Sprache, als auch mehrsprachig online und in gedruckter Form (z.B. Flyer) vorliegen. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“ Internetseite beim Gesundheitsamt (Hauptseite) Verlinkung auf Hauptseite des Gesundheitsamtes über Internetseite des Umweltreferates „Wir machen das Klima“ | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: eine Vorbereitung vor dem Sommer ist möglich und sinnvoll, um bei Bedarf schnell handeln zu können die Verwendung der Materialien wie Flyer, Plakate etc. kann ggf. über mehrere Jahre erfolgen die Informationsweitergabe über Presse, Rundfunk, Internet und soziale Medien kann schnell den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden | ||||
| Konkret: den bei der Stadt Nürnberg vorhandenen Flyer und auch die Internetseite aktualisieren. Dazu können vorhandene Beispiele zur Orientierung dienen, z.B. von der Stadt Erfurt oder vom LMU Klinikum München Beispiele für Pressemitteilungen nutzen [(5), S. 11] entscheiden, welche Materialien mehrsprachig aufgelegt werden sollen vorhandene Druckvorlagen können genutzt werden (z.B. Aktion Schattenspender vom Umweltbundesamt) |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Broschüre „Klimawandel und Gesundheit“ des Umweltbundesamtes Mitmachkampagne Schattenspender des Umweltbundesamtes mit verschiedenen Materialien und Grafikvorlagen, die frei genutzt werden können. | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, KoM und der AG Hitzeaktionsplan sowie weiteren Akteuren Verteilung von Materialien u.a. über vorhandene Netzwerke beim Gesundheitsamt an Ärzte, Apotheken, Kindertagesstätten, Stadtreklame, ÖPNV, Einzelhandel … Nutzung der Kommunikationswege des Seniorenamtes zur Verbreitung der Informationen (Website, Seniorennetzwerke, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenclubs, Netzwerke mit Heimen und Pflegediensten etc.) Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit teils noch zu gründenden Netzwerken und unter Beteiligung von BürgerInnen und Bürgern | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | ||||
| Druck und Verteilung von Flyer | ||||
| Druck und Verteilung von Plakaten und sonstigen Materialien |
| Maßnahme 2 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Aufruf an Hausärzte zur Überprüfung von Medikationsplänen | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Alle hausärztlich tätigen AllgemeinmedizinerInnen, InternistInnen und PädiaterInnen werden aufgerufen, die Medikationspläne ihrer PatientInnen zu überprüfen und Anweisungen zur Änderung der Medikation bei Hitze zu geben sowie ggf. alternative Medikamente zu verordnen. Bei herzkranken PatientInnen wird darum gebeten, Bedarfsmedikamente und Anweisungen zu geben, um bei einer raschen Abkühlung eine Dekompensation zu vermeiden. Gesundheitliche Wirkung Unerwünschte Nebenwirkungen der Medikamente, die sich bei warmem Wetter verstärken würden, sollen vermieden werden (z.B. Kreislauf, Durchblutung, erhöhte Konzentration im Blut wegen Flüssigkeitsverlusten). Nach rascher Abkühlung häufig auftretende Lungenödemen oder Herzinfarkten sollte vorgebeugt werden. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Unbekannt, vermutlich wird das bereits durch einige Ärzte durchgeführt | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Handlungsbedarf besteht, denn gesundheitliche Probleme bei Hitze entstehen oft durch unerwünschte Medikamenten-Nebenwirkungen und deren Konzentrationsschwankungen im Blut, insbesondere, wenn nicht ausreichend geeignete Flüssigkeiten zugeführt werden. | ||||
| Konkret: Kontaktaufnahme durch Ref.III/Gh | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Hausarztverbände, ärztliche Selbstverwaltung (Ärztl. Kreisverband) müssten Niedergelassene und Klinikärzte an die Notwendigkeit erinnern. | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | keine |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
Stadtweit
keine
| Maßnahme 3 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Informationen über dynamische Fahrgastinformation schalten | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Zur kurzfristig Informationsweitergabe kann die dynamischen Fahrgastinformationen der VAG (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) genutzt werden. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg bisher keine Anwendung | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: eine Vorbereitung vor dem Sommer ist möglich und sinnvoll, um bei Bedarf schnell handeln zu können | ||||
| Konkret: Nutzungsmöglichkeit mit der VAG klären | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle VAG | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | Klärung mit VAG notwendig |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
Klärung mit VAG notwendig
| Maßnahme 4 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Hitzewarnsystem und weitere Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) | ||||
| nutzen | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Der DWD warnt tagesgenau und für max. 3 Tage im Voraus über verschiedene Kanäle wie z.B. Newsletter und Wetter-Warn-Apps vor Extremwetterereignissen. Überregional erfolgen Meldungen zu Hitzeereignissen auch über Rundfunk und Fernsehen. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Bekanntmachung über Internetseite des Gesundheitsamtes und des Umweltreferates Wettervorhersage für mehrere Tage auf städtischer Homepage (Quelle: Donnerwetter GmbH, Bonn) nach vorliegender Untersuchung beim Gesundheitsamt sind Pflegekräfte v.a. über öffentliche Medien wie (Auto-) Radio oder Fernsehen gut informiert | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Nutzung zur Eigenvorsorge Nutzung durch soziale Einrichtungen, um konkrete Maßnahmen umzusetzen | ||||
| Konkret: jährlich wiederkehrend Pressemeldung mit Hinweis, sich möglichst täglich über die Wetterentwicklung zu informieren (gekoppelt mit Verhaltenshinweisen bei Hitzeextremen) auf die Möglichkeiten zur Nutzung der verschiedenen Informationsquellen hinweisen (u.a. im Rahmen des SenA-Projekts „Wege in die digitale Welt für Ältere) o Newsletter – Hitzewarnungen, z.B. DWD-Newsletter o Warn-Apps, z.B. WarnWetter-App und Gesundheitswetter Warn App vom DWD, Katwarn, Nina-Warn-App Pflegeeinrichtungen, Seniorennetzwerke auf spezielle (s.o.) Materialien hinweisen o Newsletter und weitere Informationen in Bezug auf Hitzewarnungen für Pflegeeinrichtungen, z.B. DWD Newsletter Hitze, DWD Hitzeflyer o YouTube-Video: Der Klima-Michel und das neue Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Videos mit Erläuterungen zum Hitzewarnsystems | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle zur Informationsweitergabe vorhandene Netzwerke z.B. beim Gesundheits- und Seniorenamt nutzen | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Zunächst auf Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | ||||
| Voraussichtlich keine |
Zunächst auf
Stadtteilebene
Einrichtungsebene
| Maßnahme 5 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Info-Service-Mail ab einer Temperatur von 26°C | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion von Folgen der Klimaerwärmung Hitzereduktion | |
| Kurzbeschreibung: Sobald an einer der städtischen Messstationen 26°C überschritten werden erfolgt ein automatisierter Versandt von Emails (analog Ozon-Info-Service von SUN) an registrierte Bürgerinnen und Bürger sowie Einrichtungen. Die Mail ist mit Verhaltensregeln verlinkt. Gesundheitliche Wirkung Schon ab 26°C treten physiologische Veränderungen im Körper auf: Menschen beginnen zu schwitzen, verlieren Flüssigkeit und Elektrolyte, die Körperkerntemperatur beginnt zu steigen. Durch Anpassung des Verhaltens und bewusstes reagieren können Gesundheitsschäden abgewendet werden. Dieses Vorgehen trägt u.a. den Empfehlungen des LGL Bayern Rechnung, auch das Arbeitsrecht begründet Maßnahmen ab 26°C. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg - | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Sensibilisierung für Gesundheitsgefahren durch sommerliche Temperaturen | ||||
| Konkret: Einführung der Info-Mail | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Gh SUN KoM | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | Voraussichtlich keine |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
Stadtweit
| S | tadtteilebene |
|---|
| Maßnahme 6 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Hitzetelefon und Hitzepatenschaften | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Über eine Hotline bzw. ein sogenanntes „Hitzetelefon“ können besonders gefährdete Personen Hilfe bekommen oder sich auch anrufen lassen. Dazu besteht die Möglichkeit, sich in eine Anrufliste aufnehmen zu lassen. Dieser Dienst kann entweder von städtischer Seite oder über ehrenamtliche Helfer in den einzelnen Stadtteilen organisiert werden. Erfahrungen dazu bestehen z.B. bei der Stadt Kassel. Über sogenannte Hitzepatenschaften kann ggf. auch die Versorgung mit Getränken und Lebensmitteln oder Arzneimitteln organisiert werden. Um auch zurückgezogen lebende Menschen zu erreichen, sollten Aktivitäten der Nachbarschaftshilfe unterstützt und weiter verbessert werden. Insbesondere die Seniorennetzwerke die es bereits in vielen Stadtteilen Nürnbergs gibt, spielen dabei eine wichtige Rolle. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe haben sich seit der Corona-Pandemie vermehrt telefonische oder persönliche Kontaktierungen ergeben. Die Versorgung mit Medikamenten kann i.d.R. auch über den Lieferdienst der Apotheken erfolgen. | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: ein Hitzetelefon einrichten die Möglichkeit publizieren und über die Seniorennetzwerke und Sigena-Treffs bekannt machen, sich in eine Anrufliste aufnehmen lassen zu können mit Seniorennetzwerken, Mehrgenerationenhäusern, Nachbarschaftshilfen o.ä. die Bereitschaft zur Übernahme von Hitzepatenschaften klären | ||||
| Konkret: Anruf während einer akuten Hitzewelle einmal täglich bei Bedarf die Verständigung von Not- und Rettungsdiensten ggf. die Vermittlung von konkreten Hilfsangeboten | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle evtl. Etablierung über Ausbau der umweltmedizinischen Beratungsstelle bei Gh Seniorennetzwerke (Seniorenamt), Nachbarschaftshilfen etc. in den einzelnen Stadtteilen | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | evtl. zusätzliche Personalkosten |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Maßnahme 7 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Versorgung mit Trinkwasser (auch im öffentlichen Raum) | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | |
| Kurzbeschreibung Grundsätzlich sollte eine Versorgung mit (kostenlosem) Trinkwasser ganzjährig zur Verfügung gestellt werden. Während einer Hitzeperiode ist die Versorgung mit Trinkwasser (auch im öffentlichen Raum) aber besonders wichtig. . | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Aktuell gibt es in Nürnberg 13 Trinkwasserbrunnen. Eine Karte der Trinkwasserbrunnen ist auf der Internetseite des Gesundheitsamtes veröffentlicht worden. Zwischen der N-Ergie und der Stadt Nürnberg ist die Installation von zwei neuen Trinkwasserbrunnen pro Jahr vereinbart worden. z.Zt. gibt es rd. 118 Refill-Stationen (Stand: 02/2022) in Nürnberg, über die ein kostenloses Auffüllen von Wasserflaschen möglich ist. Etwa 140 Schulen und 18 Einrichtungen verfügen über Trinkbrunnen oder Trinkwasserspender (Stand 05/2019). Die laufenden Kosten für Sanitärinstallation, Wasser und Strom übernimmt die Stadt. Die regelmäßigen Kontrollen und Hygienemaßnahmen im Betrieb muss die jeweilige Schule, in der Regel durch den Sachaufwandsträger Stadt Nürnberg, zahlen. Maßnahme der städtischen Arbeitsgruppe „Sommerlicher Hitzeschutz“ (Personalreferat) - die hausverwaltenden Dienststellen schaffen mittelfristig in städtischen Gebäuden mindestens eine allgemein zugängliche, geeignete Trinkwasser-Entnahmemöglichkeit, die regelmäßig auf gesundheitliche Unbedenklichkeit hin untersucht wird. Alle Schulneubauten werden mit geeigneten Trinkwasserspendern ausgestattet bzw. es werden in Schulen geeignete Wasserstränge als Trinkwasserentnahmestellen ausgewiesen. | ||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Karte mit Trinkwasserbrunnen aktuell halten und im Internet und über online- und offline Medien veröffentlichen auf Refill-Stationen in Nürnberg auch von städtischer Seite aus aufmerksam machen weiterhin prüfen, inwieweit städt. Dienststellen und Einrichtungen (z.B. Museen, Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit) mindestens eine Trinkwasserentnahmemöglichkeit anbieten können weiterhin prüfen, inwieweit bei Neu- und Überplanungen von öffentlichen Spiel- und Aktionsflächen Trinkwasserbrunnen installiert werden können |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Konkret: Verteilung von Trinkwasser während Hitzeperiode in stark frequentierten Bereichen (z.B. Fußgängerzone, größere Veranstaltungen) Mobile Trinkwasserbrunnen in Betrieb nehmen (Bsp. Stadt Wien) Verteilung von Trinkwasser und Trinkwasserflaschen an Obdachlose und Zielgruppen der Streetworker/-innen im Öffentlichen Raum | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle Hilfsorganisationen wie Caritas, Rotes Kreuz, Bahnhofsmission, Anlaufstellen für Obdachlose in Nürnberg Weitergabe der Informationen über die Kommunikationswege des Seniorenamtes | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | Investive Mittel für Trinkwasserbrunnen | |||
| Unterhalt und Beprobung | ||||
| Verteilung von Trinkwasser | ||||
| Druck und Verteilung von Karte zu | ||||
| Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen |
| Maßnahme 8 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Wasserluftbefeuchter im öffentlichen Raum installieren | |||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | ||
| Kurzbeschreibung Wasserluftbefeuchter oder Nebelsprühanlagen können zur Abkühlung an heißen Tagen eingesetzt werden. Beispiele dazu gibt es z.B. bei der Stadt Wien sowie in vielen mediterranen Orten. Gesundheitliche Bewertung: Bei der Nutzung von Wasserluftbefeuchtern muss auf Keimfreiheit geachtet werden (Wasser darf nicht in den Leitungen stagnieren), um Atemwegserkrankungen zu vermeiden. Durch den Anschluss an Hydranten und eine hochwertige Steuerungstechnik kann dies gewährleistet werden (s. Bsp. Stadt Wien). | |||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Die Installation von Wasserluftbefeuchtern wurde geprüft und wegen gesundheitlicher Bedenken zunächst nicht weiterverfolgt. Dieser Standpunkt ist neu zu bewerten, da inzwischen gesundheitlich unbedenkliche Lösungen verfügbar sind. | |||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Möglichkeiten zum Einsatz unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen in Wien und anderen Städten erneut prüfen | |||||
| Konkret: mögliche Standorte festlegen insbesondere auf schattenarmen Plätzen wie z.B. Aufseßplatz, Südstadtpark, Kornmarkt | |||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle AG HAPA-Akut N-Ergie als Wasserversorger | |||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||
| Kosten fallen an für: | Anschaffung und Wartung von gesundheitlich | ||||
| unbedenklichen Wasserluftbefeuchtern, die an | |||||
| Hydranten angeschlossen werden können | |||||
| Wasserverbrauch |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Maßnahme 9 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Brunnen und Wasser(spiele) im öffentlichen Raum und auf öffentlichen Spielflächen | |||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | ||
| Maßnahme | |||||
| während akuter | |||||
| Hitzewelle | |||||
| Kurzbeschreibung Brunnen, Wasserspiele und Wasserspielplätze tragen zur Abkühlung bei. „Begehbare“ Brunnen wie der Jeppe-Hein-Brunnen oder auch ebenerdige Wasserfontänen sind für alle Altersgruppen besonders attraktiv und beliebt. Gesundheitliche Wirkung Wasser kühlt die nähere Umgebung und feuchte Bekleidung senkt die Körpertemperatur. Problematisch dabei ist verunreinigtes Wasser, z.B. wenn Fäkalien in die Brunnen gelangen oder wenn kein Trinkwasser, sondern umgewälztes Wasser für den Betrieb von Brunnen verwendet wird. Auch der Zufluss muss vor Erwärmung geschützt sein (Gefahr der Legionellen ab 25°C). Hinsichtlich der Vermehrung von Insekten ist fließendes Wasser günstiger als stehendes. | |||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Brunnenkataster als Grundlage zum Ausbau und zur Reaktivierung von Brunnenstandorten (Beschluss über personelle Aufstockung und Erhöhung der Ressourcen für den Unterhalt der Brunnen (AfS und UmwA 5/2018) der Jeppe-Hein-Brunnen ist auf verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet bereits aufgestellt worden Wasserfontänenfelder bei Platzumgestaltungen (Bsp. Aufsessplatz, Quellepark) nur vereinzelt Wasserspielangebot auf Spielplätzen | |||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: bei allen laufenden Planungen (z.B. Platzumgestaltungen, Grünanlagenplanungen, Planungen öffentlicher Spielplätze mit Quartiers- und Ortsteilfunktion) prüfen | |||||
| Konkret: bestehende Brunnen kontinuierlich pflegen und unterhalten zusätzliche Brunnen und Fontänenfelder einrichten prüfen, inwieweit bei Neu- und Überplanungen von öffentlichen Spielflächen Wasserspiel gemäß DIN 18034 installiert werden kann | |||||
| Zuständigkeit und Akteure Stadtplanungsamt Hochbauamt SÖR | |||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||
| Kosten fallen an für: | Errichtung, Unterhalt und Pflege |
als Vorbereitung
auf den Sommer
| Maßnahme 10 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Zusammenstellung von Informationen zu kühlen Orten („Cooling-Center“) | |||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | ||
| Kurzbeschreibung Durch die Zusammenstellung von „kühlen Orten“ wird aufgezeigt, wo die Möglichkeit besteht, sich an besonders heißen Tagen abkühlen und erholen zu können. Als mögliche kühle Orte können Kirchen, U-Bahnstationen, öffentliche Gebäude oder Parkanlagen gelten. Öffentlich zugängliche Räume können auch mithilfe von Klimaanlagen so temperiert werden, dass ein kühler Aufenthaltsort entsteht. Dabei sollte der Energiebedarf nach Möglichkeit über die Nutzung erneuerbarer Energien erfolgen. | |||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Eine Aufstellung von „kühlen Orten“ liegt bisher nicht vor. | |||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Ermittlung von „kühlen Orten“ zunächst auf Stadtteilebene über Abfrage (z.B. bei Kirchengemeinden - Öffnung der Kirchenräume, Kinos, Einkaufszentren, Foyers von Bürogebäuden, …). Öffnung städtischer Räumlichkeiten und bei Bedarf Ausstattung mit Klimageräten Schaffung gekühlter Räume in Altenheimen, Kindertagesstätten und Krankenhäusern und bei Bedarf Ausstattung mit Klimageräten | |||||
| Konkret: Karte mit Standorten von kühlen Orten erstellen, jährlich aktualisieren und veröffentlichen | |||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle AG HAPA-Akut | |||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||
| Kosten fallen an für: | |||||
| Anschaffung und Betrieb von Klimageräte | |||||
| evtl. Personalkosten für die Aufsicht in „Cooling- | |||||
| Centers“ | |||||
| bauliche Maßnahmen |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Maßnahme 11 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Einrichtung von „coolen“ Straßen und Plätzen, Spiel- und Sitzbereichen | |||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | ||
| Kurzbeschreibung Beschattete Bereiche, z.B. durch Sonnensegel, können temporär für Abkühlung sorgen. Dies sollte auf Spielplätzen, bei Sitzbereichen, auf stark frequentierten Plätzen und evtl. auch durch die Umgestaltung von Straßenbereichen erfolgen (Summer Streets). Die Stadt Wien richtet beispielsweise in den Sommermonaten sogenannte „Coole Straßen“ ein, die durch beschattete Bereiche Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien bieten. | |||||
| Umsetzungsstand Nürnberg erste Erfahrungen mit Summer Street in der Nürnberger Innenstadt 2021 Umsetzung der DIN 18034-2020 nach der bei Neuplanungen / Überplanungen von Spielflächen, ein Beschattungsgrad von Sandspielflächen von 30 % um die Mittagszeit erreicht werden soll | |||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: mögliche Straßenräume und Plätze je Stadtteil ermitteln | |||||
| Konkret: soweit möglich kombinieren mit Wasserluftbefeuchtern | |||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle AG HAPA-Akut Stadtplanungsamt Verkehrsplanungsamt Servicebetrieb Öffentlicher Raum Jugendamt | |||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||
| Kosten fallen an für: | |||||
| Organisation (An-, Abbau, Lagerung von Materialien) | |||||
| Materialien für Bestuhlung- und Verschattung |
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Maßnahme 12 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Sensibilisierungskampagnen für Gewerbebetriebe | |||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen | ||
| Kurzbeschreibung Sowohl Arbeiten im Außenbereich als auch im Büro sind besonderen Herausforderungen bei Hitze ausgesetzt. Durch die Verschiebung von Arbeitszeiten, Pausenreglungen oder der kostenlosen Abgabe von Getränken kann u.a. darauf reagiert werden. | |||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Die Empfehlung „Sommerlicher Hitzeschutz“ wurde unter Federführung des Personalamtes 2018 durch ein multiprofessionelles Team erarbeitet und im Sommer 2019 allen Ämtern zur Verfügung gestellt. Auf dieses Papier müsste erneut hingewiesen werden, und es sollte auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. | |||||
| Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Konkret: Informationsschrift für Gewerbebetriebe erstellen und veröffentlichen. Dabei sollte z.B. der Hinweis auf die Einrichtung von gekühlten Pausenräumen, eine kostenlose Versorgung mit Trinkwasser (z.B. Leitungswasser über Trinkwasser-Zapfstellen) oder die Bereitstellung von elektrolythaltigen Getränken (z.B. Apfelsaft) erfolgen. Als Orientierung kann das Konzept „Sommerlicher Hitzeschutz“ für städtische Mitarbeiter*innen dienen. | |||||
| Zuständigkeit und Akteure Koordinierungsstelle Wirtschaftsreferat | |||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||
| Kosten fallen an für: | |||||
| Erarbeitung und Veröffentlichung von Maßnahmen | |||||
| bauliche Maßnahmen, z.B. für Sonnenschutz bei | |||||
| jeweiligem Betrieb |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| S | tadtteilebene |
|---|
| Maßnahme 13 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Maßnahmen für Pflegeeinrichtungen | ||||||
| Einordnung der Maßnahmen: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | langfristig | |||
| Einordnung der | wirkende | |||||
| Maßnahmen: | Maßnahme zur | |||||
| Reduktion der | ||||||
| Hitzefolgen | ||||||
| Kurzbeschreibung | ||||||
| Die gesundheitliche Belastung von Bewohnern und Bewohnerinnen von | ||||||
| Pflegeeinrichtungen ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzebelastung besonders hoch. | ||||||
| Umsetzungsstand Nürnberg | ||||||
| Alle Einrichtungen verfügen bereits über Pläne, wie bei Hitze vorzugehen ist, s.u. Bei der | ||||||
| Umsetzung von baulich notwendigen Maßnahmen besteht noch Handlungsbedarf. | ||||||
| Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen: | ||||||
| als kurzfristige Maßnahme, u.a.: | ||||||
| o einen oder mehrere kühle Räume für Bewohner vorhalten | ||||||
| o Trinkplan erstellen | ||||||
| o Medikamentengabe anpassen | ||||||
| o Essensplan umstellen | ||||||
| o Sonnenschutz (Sonnencreme, Kappen, Kleidung …) | ||||||
| o Sonnensegel o.ä. aufspannen | ||||||
| o kühle Fußbäder anbieten | ||||||
| als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.: | ||||||
| o Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume | ||||||
| o Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung | ||||||
| o Fort- und Weiterbildungsangebote für Beschäftigte im Gesundheits- und | ||||||
| Pflegebereich (E-Learning) – Multiplikatorenwirkung | ||||||
| besonders gefährdete Bewohner*innen bereits vorbereitend auf den Sommer | ||||||
| identifizieren und individuell notwendige Maßnahmen festlegen | ||||||
| Zuständigkeit und Akteure | ||||||
| Gesundheitsamt /FQA (Fachstelle Pflege- und Behinderten-einrichtungen - | ||||||
| Qualitätsentwicklung und Aufsicht) für Erarbeitung eines Fort- und | ||||||
| Weiterbildungsangebotes und von Informationsschriften in Zusammenarbeit u.a. mit | ||||||
| Mitarbeiter*innen von Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten, der Ärzteschaft und | ||||||
| den Nürnberger Seniorennetzwerken | ||||||
| Überprüfung der Maßnahmenumsetzung durch Heimaufsicht | ||||||
| Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | Einrichtungsebene | |||
| Umsetzungsebene: | ||||||
| Kosten fallen an für: | bauliche Maßnahmen | |||||
| technische Ausstattung (z.B. Klimageräte) |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Maßnahme 14 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Maßnahmen für Kindertagesstätten | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | langfristig | |
| wirkende | ||||
| Maßnahme zur | ||||
| Reduktion der | ||||
| Hitzefolgen | ||||
| Kurzbeschreibung Die gesundheitliche Belastung von Krippen- und Kindergartenkindern ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzesituation besonders hoch. Ihr Schutz ist dabei abhängig vom Verhalten der Eltern und der Betreuungspersonen. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Das Jugendamt hat allen Kindertagesstätten Informationen mit Handlungsanweisungen für heiße Wetterphasen zur Verfügung gestellt. Sie beinhalten einen Großteil der unten genannten Maßnahmen. Darüber hinaus informieren die jeweiligen Träger regelmäßig über geeignete Maßnahmen, | ||||
| Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen: als kurzfristige Maßnahme, u.a.: Nutzung des Außengeländes prüfen und regeln (Vermeidung Mittagssonne) Essensplan umstellen ungezuckerte und ausreichende Getränke vorhalten Sonnenschutz für Kinder vorhalten (Sonnencreme, Kappen, luftige Kleidung …) einen oder mehrere kühle Räume vorhalten Sonnensegel o.ä. aufspannen um Kinder vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen Wasserspiele und Wasserstellen im Außenbereich nutzen Fenster- und Glasflächen abdunkeln Lüften auf den Frühmorgen beschränken als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.: Ausbau der Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume Beschattung des Außenbereichs vorzugsweise mit Bäumen ansonsten für feste Sonnensegel und bei Bedarf durch Sonnenschirme Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung und Kühlung der Innenräume und des lokalen Umfeldes | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Jugendamt Träger der jeweiligen Einrichtungen |
als Vorbereitung
auf den Sommer
als kurzfristige
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
|---|---|---|---|---|
| Kosten fallen an für: | ||||
| bauliche Maßnahmen | ||||
| technische Ausstattung |
Einrichtungsebene
| Maßnahme 15 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Maßnahmen für Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit | |||||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige | Langfristig | ||||
| Maßnahme | wirkende | ||||||
| während akuter | Maßnahme zur | ||||||
| Hitzewelle | Hitzereduktion | ||||||
| Kurzbeschreibung Die gesundheitliche Belastung Kindern und heranwachsenden Jugendlichen in den städtischen Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzesituation besonders hoch. Ihr Schutz ist dabei Aufgabe der Mitarbeitenden in den Einrichtungen wie auch bei Veranstaltungen. | |||||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stellen standardmäßig kostenloses Trinkwasser in ihren Einrichtungen zur Verfügung. Bei Einsätzen der Streetworker im öffentlichen Raum wird an hilfebedürftige junge Menschen während Hitzeperioden kostenlos Trinkwasser verteilt. Veranstaltungen in oder von den Einrichtungen werden unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse ggf. verändert durchgeführt oder abgesagt. | |||||||
| Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen als kurzfristige Maßnahme, u.a.: ungezuckerte Getränke vorhalten Sonnenschutz für Kinder und Jugendliche vorhalten (Sonnencreme, wenn vorhanden Kopfbedeckungen) Verschattung durch Schirme und Pavillons einen oder mehrere kühle Räume vorhalten Veranstaltungen anpassen (verkürzen, verschieben, verändern) oder absagen als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.: Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume Beschattung des Außenbereichs vorzugsweise mit Bäumen ansonsten auch temporär mit Sonnensegeln Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung und Kühlung der Innenräume und des lokalen Umfeldes | |||||||
| Zuständigkeit und Akteure Jugendamt Träger der jeweiligen Einrichtungen | |||||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | ||||
| Kosten fallen an für: | |||||||
| bauliche Maßnahmen | |||||||
| technische Ausstattung |
Einrichtungsebene
| Maßnahme 16 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Monitoring und Evaluierung der Maßnahmen unter medizinischen Aspekten | ||||
| Einordnung der Maßnahme: | als Vorbereitung auf den Sommer | als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle | Langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion | |
| Kurzbeschreibung Medizinisch physiologisch ist gesichert, dass Klimaveränderungen im Sinn von zunehmenden Temperaturen zu gesundheitsgefährdenden Reaktionen des Körpers und der Psyche führen können. Diese müssten aber erst genau definiert und erfasst werden. Leider gibt es weltweit noch keine seriösen Studien dazu, lokalen Daten sind bisher nur sehr eingeschränkt verfügbar. | ||||
| Umsetzungsstand Nürnberg Daten zu Klinikeinweisungen über IVENA verfügbar Todeszahlen bei Gh verfügbar | ||||
| Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen Analyse der Entlassungsdiagnosen bzw. der von niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten bestätigten, bei den Quartalsabrechnungen angegebenen, Diagnosen z.B. über die Krankenkassen Mitarbeit im Forschungsprojekt „AdaptNet“ (AdaptNet: Adaptation und Vernetzung der haus- und fachärztlichen Versorgung im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels) der Universitäten Augsburg, Würzburg, der LMU München zusammen mit dem Nürnberger Ärztenetzes QuE und der AOK | ||||
| Zuständigkeit und Akteure Gesundheitsamt Partner im Forschungsprojekt | ||||
| Umsetzungsebene: | Stadtweit | Stadtteilebene | Einrichtungsebene | |
| Kosten fallen an für: | evtl. zusätzliche Personalkosten |
als Vorbereitung
auf den Sommer
Einrichtungsebene
evtl. zusätzliche Personalkosten
3.2 Checkliste zur Stadtteilanalyse und zur Ausarbeitung von Maßnahmenplänen
auf Stadtteilebene
Anzahl und Zusammensetzung der vulnerablen Gruppen: o Menschen über 65 Jahre o Menschen unter 3 Jahren, insbesondere Säuglinge o Menschen unter 6 Jahren (Krippen- und Kindergartenkinder) o Pflegebedürftige o Schwangere o hilfebedürftige Kinder- und Jugendliche o stark übergewichtige Personen o Menschen, die in dauerhafter ärztlicher Behandlung sind o isoliert lebende Menschen o Obdachlose o BewohnerInnen von Gemeinschaftsunterkünften o Personen, die körperlich sehr aktiv sind o körperlich schwer arbeitende Personen o …
Anzahl und Zusammensetzung sensibler Einrichtungen mit Anschrift: o Alten- und Pflegeheime o Pflegedienste o Krippen o Kindergärten o Schulen o Jugendtreffs o Krankenhäuser o Gemeinschaftsunterkünfte, Obdachlosenasyle o Sportvereine, Sportplätze o ...
Mögliche „coole Orte“: o Schattenplätze o Wasserplätze o Kirchen o Museen o Parks o baumreiche Straßenzüge o U-Bahn-Stationen o Kaufhäuser o Kinos o öffentliche / auch städtische Gebäude mit Klimaanlage o …
Treffpunkte der vulnerablen Gruppen: o Altentreffs o Kindergruppen o Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit o …
Bestehende Netzwerke: o Nachbarschaftshilfen o Seniorennetzwerke o …
Sportvereine: o Fußballvereine o Lauftreffs o …
Gewerbebetriebe: o Baugewerke o Landschaftsgartenbetriebe o …
Ärzte im Stadtteil: o Hausärzte o Internist:innen o Kinderärzte o Frauenärzt:innen o …
weitere …..
Literatur- und Quellenverzeichnis
-
Stadt Nürnberg: Umweltamt, Handbuch Klimaanpassung, 2013
-
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, 2017
-
Hochschule Fulda: Arbeitshilfe zur Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplans für Städte und Kommunen, 2021
-
Weltgesundheitsorganisation (WHO)/Europa: Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden, Neue und aktualisierte Hinweise für unterschiedliche Zielgruppen, 2019
-
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Hitzeaktionspläne in Kommunen, Unterstützung bei der Erstellung von Maßnahmen und Konzepten – Toolbox,
-
GEO-NET Umweltconsulting GmbH: Stadtklimagutachten – Analyse der klimaökologischen Funktionen für das Stadtgebiet von Nürnberg, Gutachten im Auftrag der Stadt Nürnberg, Umweltamt, 2014
-
Projekt Hitze Sicher / Worms, Gemeinsam handeln, Workshops für Hitzeschutzmaßnahmen Klima-Bündnis - Hitze Sicher/Worms (klimabuendnis.org)
-
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Gesund älter werden“ und „Empfehlungen für Eltern von Babys und Kleinkindern“, Startseite - BZgA Shop.
-
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) A3.5 und Punkt 4.3 Abs. 2; im März 2022 wurden fachliche Ergänzungen bzgl. Maßnahmen bei Sommerhitze mit Außenlufttemperaturen über 26°C in die ASR aufgenommen.
-
BGB § 618 : Schutz des Arbeitnehmers gegen Gefahr für Leben und Gesundheit
SPD
spd@stadt.nuernberg.de U1, U11 Lorenzkirche Rathaus Tel 0911 / 231-2906 STADTRATSFRAKTION www.spd-stadtratsfraktion.nuernberg.de Bus 36, 46, 47 Rathaus 90403 Nürnberg Fax 0911 / 231-3895 NÜRNBERG
SPD Stadtratsfraktion | Rathaus | 90403 Nürnberg
An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly Rathaus 90403 Nürnberg
Nürnberg, 16. August 2018 Arabackyj/Brehm
Hitzeaktionsplan für Nürnberg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der Klimawandel und die damit einhergehende globale Erwärmung haben eine Zunahme an extremen Wetterereignissen zur Folge. Dazu gehören auch Hitzeperioden, wie sie in den letzten Wochen auch in Nürnberg zu erleben war. Solche Hitzewellen gehen einher mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt und belasten auch den menschlichen Organismus. So kam es in den letzten Jahren bundesweit zu einem Anstieg von Todesfällen und Krankheiten in Zusammenhang mit Hitze, wie Hitzschlag, Dehydrierung und Herz-Kreislauferkrankungen. Zwar hat die Stadt Nürnberg bei ihrer Stadt- und Grünflächenplanung bereits die klimatischen Auswirkungen für die Stadt im Blick. Trotzdem werden wir uns auf eine Zunahme solcher Extremperioden einstellen müssen.
Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, aber auch Maßnahmen zur Anpassung an vermehrte Hitzephasen zu entwickeln, sollte aus unserer Sicht ein Hitzeaktionsplan erstellt werden. Dies rät auch das Bundesumweltministeriums, das dazu auch schon entsprechende Handlungsempfehlungen veröffentlicht hat. Ein solcher Hitzeaktionsplan könnte Aussagen und Maßnahmen zu den Bereichen Information und Kommunikation, Beachtung von Risikogruppen, Vorbereitung der Gesundheitssysteme z.B. der Altenund Pflegeheime, Schulen, Kitas oder Krankenhäuser, Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze, langfristige Stadt- und Grünplanung sowie Monitoring enthalten.
Die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg stellt deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden
Antrag
Die Verwaltung entwickelt einen Hitzeaktionsplan für Nürnberg auf der Basis der Empfehlungen des Bundesumweltministeriums.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Brehm stv. Fraktionsvorsitzender