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Entscheidungsvorlage

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Jugendhilfeausschuss Schule & Bildung Schniegling Haushalt & Finanzen Soziales & Gesundheit Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage 5.1

zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 29.09.2022

Entscheidungsvorlage

Qualitative Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Nürnberg –

Fortschreibung 2023

Unter der Überschrift Qualitative Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Nürnberg werden bereits seit vielen Jahren unterschiedliche Förderkostenstellen für freigemeinnützige und sonstige Träger (K3-Budget) sowie Sachkostenstellen des Jugendamts (K1-Budget) subsummiert, die alle das Ziel verfolgen, das Qualitätsniveau in Nürnbergs Kitas insgesamt zu stärken und in besonders belaststeten Sozialräumen und Einrichtungen anzuheben. Die Grundausrichtung des Programms erfolgt in enger Abstimmung mit den Nürnberger Kita-Trägern in der AG 78 Kita (Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII).

Im Jugendhilfeausschuss am 30. September 2021 wurde der Förderzeitraum der Qualitativen Weiterentwicklung wieder auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus (2022/2023) ausgelegt und die dazugehörigen Planungen beschlossen. Aufgrund der angespannten Haushaltslage fordert die Kämmerei für den Haushalt 2023 eine Behandlung und einen erneuten Beschluss des JHA. Durch Entwicklungen im Laufe des Jahres 2022 wurde die Planung für das Jahr 2023 nochmals überarbeitet und angepasst. Außerdem wurde die Planung auf mögliche Einsparungen hin überprüft. Statt der ursprünglich geplanten Erhöhung von 211.200 EUR sieht die Planung nun eine Erhöhung um 17.240 EUR für 2023 vor.

1. Förderziele und Fördermaßnahmen

Im Jahr 2022 wurde das Programm aufgrund der angespannten Haushaltslage auf dem Niveau von 2021 i. H. v. 2,53 Mio. EUR (K1 und K3-Budget) fortgeschrieben und nur um die üblichen Personalkostenanpassungen anhand der jeweils gültigen durchschnittlichen Personalkosten der Stadt Nürnberg (dPK) vom Vorjahr auf 2,56 Mio. EUR (+27.250 EUR) erhöht. Alle inhaltlichen Anpassungen (Verstetigung der Teambegleitung frühstart sowie Interkulturelle Arbeit in Kindertageseinrichtungen, fachliche Begleitung der Entdeckergruppen) wurden durch Umschichtungen innerhalb der Position „Kitaförderung plus“ finanziert.

Für das Jahr 2023 wurde die Hochrechnung für Personalkostenzuschüsse anhand der dPK des Jahres 2022 angepasst, da die Kämmerei statt der damals unterstellten Steigerung um 1,5 % nun für die Haushaltsplanung 2023 2,25 % annimmt.

Bei den Projekten und Angeboten werden folgende Anpassungen im Vergleich zur Vorlage 09/2021 vorgeschlagen:  Das Konzept der Entdeckergruppen kann voraussichtlich nach erfolgreicher Pilotphase ab September 2023 an den Start gehen. Aufgrund der Entwicklungen im Pilotprojekt wird die ursprüngliche Planung von 10 Entdeckergruppen (acht in freier Trägerschaft, zwei in städtischen Einrichtungen) auf sieben Entdeckergruppen (fünf in freier Trägerschaft, zwei in städtischen Einrichtungen) gesenkt und die geplanten Kosten reduziert. Die für die Umsetzung in städtischen Einrichtungen erforderlichen 0,88 Stellenanteile werden aufgrund der sehr angespannten Haushaltslage erst 2023 zum Haushalt 2024 zur Schaffung angemeldet.  Um der angespannten Haushaltslage Rechnung zu tragen, wurden bei den Positionen Förderung von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern und Hortklassen in Einrichtungen freier Träger Kürzungen vorgenommen, da der geplante Ausbau im vergangenen Jahr nicht in vollem Umfang realisiert werden konnte. Es stehen hier für Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter im Jahr 2023 insgesamt 81.000 EUR zur Verfügung, für Hortklassen insgesamt 9.200 EUR.

Im Folgenden werden kurz die einzelnen Förderbereiche analog der letzten Entscheidungsvorlage des Jugendhilfeausschusses vom 30. September 2021 vorgestellt. Die Planungen sind mit der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII Kita (AG 78 Kita) abgestimmt.

A) Sicherung der Bildungs- und Erziehungsqualität für Kinder und Unterstützung der

Familien (übergreifende Ziele und Maßnahmen)

A) 1. Kitaförderung plus

Wie bereits 2014 festgelegt, ist mit der Kitaförderung plus beabsichtigt, hoch engagierte und innovative Einrichtungen und Träger finanziell bei der Durchführung von Projekten zu fördern, die aufgrund sozialräumlicher Bedingungen und Herausforderungen besonders belastet sind. Den freien Trägern stehen für 2023 rd. 250.500 EUR und dem städtischen Träger 51.000 EUR für die Kitaförderung plus zur Verfügung (Gesamtbudget: 301.500 EUR). Im Jahr 2023 können aus diesem Budget Zuschüsse zur Verstetigung des Programms „Kita Einstieg“ i. H v. insgesamt 100.000 EUR durch freie Träger beantragt werden. Dadurch soll zusätzlich auf den erhöhten Bedarf an Brückenangeboten, wie nicht betriebserlaubnispflichtige Spielgruppen und Unterstützung für geflüchtete Familien mit Kindern ohne Kita-Platz, reagiert werden. Mittel, die im Jahr 2022 zur Finanzierung der fachlichen Begleitung der Entdeckergruppen durch Soke e. V. aus Kita Plus umgeschichtet wurden (5.000 EUR), werden in 2023 bei der Position Entdeckergruppen beantragt und daher nicht mehr in Abzug gebracht.

A) 2. Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter

Elternbegleiterinnen und -begleiter fördern und unterstützen die integrierte Familienarbeit in Regeleinrichtungen, Orten für Familien sowie in Familienzentren und verbessern so die Rahmenbedingungen zur Sicherung ihrer Qualität. Die staatlicherseits angebotene Weiterbildung wird fachlich sehr begrüßt, passt sehr gut in die in Nürnberg bestehenden pädagogischen Konzeptionen und führt zu einer äußerst gewinnbringenden Arbeit der Fachkräfte mit den Familien. Die ursprüngliche Zielgröße von 50 Einrichtungen in freier Trägerschaft war pandemiebedingt nicht realisierbar, auch im Jahr 2022 konnte dieses Ziel nicht erreicht werden. Die Planung für das Jahr 2023 wurde daher angepasst, sodass hier nun Mittel für 27 Einrichtungen in freier Trägerschaft (81.000 EUR) und weiterhin 27 Einrichtungen in städtischer Trägerschaft zur Verfügung stehen (insgesamt 163.300 EUR im Jahr 2023).

A) 3. frühstart

Durch eine Teambegleitung durch sog. Trainerinnen bzw. Trainer werden die pädagogischen Mitarbeitenden in Kindertageseinrichtungen bei der oft herausfordernden Arbeit unterstützt. Thematische Schwerpunkte sind der Umgang mit den Schlüsselthemen „Vielfalt” und „Partizipation” in der Kita, für deren Umsetzung im Kita-Alltag Reflexion, Unterstützung und Impulse hilfreich und notwendig sind. Die WERTSTATT – Institut für Neues Lernen leistet dafür die fachliche Begleitung und Schulung der Trainerinnen bzw. Trainer. Wegen der hohen Nachfrage sollen weiterhin 15 Teams beraten werden (Aufwand je Team 1.350 EUR). Insgesamt entstehen im Jahr 2023 unverändert Sachkosten i. H. v. 22.250 EUR. Die Mittel werden über die Fachstelle Personalentwicklung für Soziale Berufe (Ref. V/PEF SB) ausgereicht (daher K1-Budget).

A) 4. Gewinnung und Qualifizierung von Fachkräften

Die Qualifizierungsförderung von Kinderpflegerinnen bzw. Kinderpflegern zu Fachkräften durch die Stadt Nürnberg ist ein wichtiges Instrument, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und wird erfreulicherweise komplett ausgeschöpft. Insgesamt stehen hierfür weiterhin 40.000 EUR für Mitarbeitende freier Träger zur Verfügung.

A) 5. Mama & Papa starten durch

Bei diesem Integrationsangebot für Eltern mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund handelt es sich um einen Einführungskurs in die deutsche Kultur, Sprache und hiesigen Gepflogenheiten, den Umgang mit Ämtern und in den Nürnberger Familienalltag. Für das Projekt werden weiterhin jährlich rund 12.000 EUR aufgewendet.

A) 6. Schultüte

Das Angebot „Schultüte“ richtet sich ebenfalls an Eltern mit Fluchterfahrung und/oder Migrationshintergrund und deren Vorschulkinder mit dem Fokus auf die Einschulung. Dafür werden jährlich ebenfalls rund 12.000 EUR benötigt.

A) 7. Elternbefragung

Die trägerübergreifende Elternbefragung wird in Nürnberg in Abständen von zwei bis drei Jahren durchgeführt. Die Befragung ist eng an den Bildungs- und Erziehungsplan angelehnt. Mittlerweile ist jedoch eine Überarbeitung des Fragenkatalogs dringend erforderlich. Als Orientierung sollen dabei u.a. neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Interaktionsqualität dienen. Die Überarbeitung der Elternbefragung soll unter wissenschaftlicher Begleitung in Kooperation mit der Unterarbeitsgruppe der AG §78 Kita durchgeführt werden. Wie bereits letztes Jahr vorgeschlagen, wird die für 2023 eingeplante Elternbefragung um ein Jahr verschoben und Mittel i. H. v. 20.000 EUR für die Neuentwicklung einer digitalen Eltern- und Kinderbefragung investiert. Die neu konzipierte Elternbefragung soll dann 2024 mit den bisher eingeplanten Mitteln i. H. v. 25.000 EUR durchgeführt werden.

B) Qualität für die verschiedenen Formen von Bildung, Erziehung und Betreuung von

Kindern (spezifische Ziele und Maßnahmen)

B) 1. Förderung „Kita als Ort für Familien“ und „Kita als Familienzentrum“

Eltern v.a. in benachteiligten Lebensverhältnissen können einen höheren Unterstützungsbedarf bei der Alltagsgestaltung und im Erziehungsverhalten haben. Sie verfügen dann oft über zu wenig Wissen und Kompetenzen, um ihre Kinder wirksam zu unterstützen und sind zum Teil wenig vernetzt. Deshalb wurden die Praxismodelle „Orte für Familien“ und „Familienzentren“ entwickelt. Weil die Konzepte nachweislich sehr erfolgreich und wirkungsvoll sind, sollen sie weiter moderat ausgebaut werden. In den Jahren 2019 bis 2021 sind insgesamt neun Orte für Familien in freier Trägerschaft hinzugekommen

Insgesamt stehen mit Stand 2022 36 Orte für Familien zur Verfügung, davon 20 bei freien Trägern. Darüber hinaus gibt es nach aktuellem Stand 12 Familienzentren, davon 7 in freigemeinnütziger und sonstiger Trägerschaft. Ab 2024 soll am Aufseßplatz und ab 2025 an der Regensburger Straße jeweils ein weiteres Familienzentrum hinzukommen (siehe JHA vom 29. April 2021). In 2023 soll das Angebot um zwei neue Standorte als Orte für Familien in freier Trägerschaft ausgebaut werden, ein bestehender Standort wird voraussichtlich sein Zusatzangebot einstellen. Hierfür werden inklusive Personalkostensteigerungen ca. 23.300 EUR benötigt, die Förderung der beiden neuen Orte soll erst ab September 2023 einsetzen, für das Jahr 2024 müssen dann für die ganzjährige Förderung noch zusätzliche Mittel geplant werden (voraussichtlich ca. 47.500 EUR).

Zudem wurde die Einrichtung AWO Kita Schniegling, Weihergartenstraße, im März 2022 um 24 Krippenplätze erweitert. Dies führt zu einer Erhöhung der Förderung zur Verbesserung des Anstellungsschlüssels und zur Durchführung von Projekten i. R. d. Familienarbeit ab dem Jahr 2023, hier müssen insg. ca. 13.000 EUR eingeplant werden, diese sind in der Gesamtsteigerung um 23.300 EUR bereits enthalten. Für die Kita Heisterstraße, die als Ort für Familien beim städtischen Träger 2021 eingerichtet wurde, konnten bisher noch nicht die notwendigen Personalressourcen zur Teilfreistellung der Leitung geschaffen werden. Dies soll nun zum September 2023 nachgeholt werden. Dafür wurden Stellenanteile im Umfang von 0,13 VK zum Stellenschaffungsverfahren 2023 angemeldet.

B) 2. Zusätzliche Fachkraft in Horten

Über diese Maßnahme werden in Horten Fachkräfte (an Stelle von Kinderpflegerinnen oder Kinderpflegern) finanziert, um die Qualität der Betreuung zu steigern. Es wird vorgeschlagen,

die Förderung von zusätzlichen Fachkräften für Horte im bisherigen Umfang bis auf Weiteres fortzusetzen (120.000 EUR).

B) 3. Hortklassen

Ziel des Konzepts ist es, die Klassenbildung so zu gestalten, dass alle Kinder einer Klasse auch den gleichen Hort besuchen. Diese sogenannten Hortklassen werden in der Schule von einer Lehrkraft (aufgrund des massiven Lehrermangels in den Grundschulen wird die Unterstützung nur eingeschränkt möglich sein) und im Hort von pädagogischen Fachkräften betreut, die eng zusammenarbeiten. Um das Konzept umzusetzen, sind drei Wochenarbeitsstunden pro Hortklasse erforderlich. Für 2022/2023 gibt es weiterhin 14 städtische Hortklassen. In 2022 standen für bis zu vier Hortklassen in freigemeinnütziger und sonstiger Trägerschaft Mittel i. H. v 17.600 EUR zur Verfügung. Leider konnte in 2022 die Umsetzung der geplanten vier Hortklassen nicht realisiert werden, aktuell wird nur eine Einrichtung gefördert. Auch für 2023 ist eine Erweiterung noch unsicher, sodass hier der Planwert auf insg. 9.200 EUR zur Umsetzung von zwei Hortklassen reduziert wurde.

B) 4. Interkulturelle Arbeit in Kindertageseinrichtungen

Es wurden unter externer Begleitung in einer Unterarbeitsgruppe der AG §78 Kita bis Oktober 2021 trägerübergreifend Handlungsempfehlungen und praxisnahe Hilfsmittel zu den Themenbereichen „Interkulturelle Arbeit“ und „Vielfalt“ erarbeitet (siehe JHA vom 28.04.2022 „Umgang mit Diversität und Vielfalt in der Kita“). Diese erarbeiteten Inhalte sollen allen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Nürnberg auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sollen aufbauend auf den Ergebnissen Weiterbildungsangebote und weitere praxisunterstützende Instrumente, Angebote und Projekte im Sinne der qualitativen Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung angeboten werden. Es fallen im Jahr 2022 Kosten i.H.v. 10.000 EUR an für die fachliche Begleitung der Arbeitsgruppe, für die Aufbereitung der fachlichen Inhalte für die Präsentation auf einer Internetplattform und ggf. Fortbildungskosten.

Um die Verbreitung und Verstetigung der Ergebnisse in die Praxis zu unterstützen, fallen in den Folgejahren weiterhin Kosten i.H.v. bis zu 10.000 EUR zur Redaktion der Internetplattform, für Coachings-, Trainings- und Fortbildungsangebote, moderierte Qualitätsdialoge sowie kleinere Sonderprojekte unter Einbindung externer Fachexpertise an. Die AWO übernimmt hier die Federführung. Ergänzend zu den Mitteln aus der QW wurde von der AWO im August 2022 ein Förderantrag beim Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) gestellt, um weitere Projektmittel zu akquirieren. Die Gegenfinanzierung erfolgt, wie oben dargestellt, durch Umschichtung von der Position „Kitaförderung plus“ (s.o. A) 1.), d.h. mit diesem Angebot wird der Budgetrahmen insgesamt nicht ausgeweitet.

B) 5. Entdeckergruppen

Das Konzept der Entdeckergruppen wurde im Jugendhilfeausschuss am 30. September 2021 beschlossen. Das Konzept sieht vor, dass Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung, die eine reguläre Kindertageseinrichtung in Nürnberg besuchen, an einer "Entdeckergruppe" teilnehmen können. Jeweils sieben bis zehn Kinder entdecken an einem Tag in der Woche immer in Begleitung von zwei pädagogischen Fachkräften das direkte Umfeld, die gesamte Stadt und deren Naturräume.

Das Konzept "Entdeckergruppen" startete im April 2022 mit einer Pilot-Phase zunächst ohne Erweiterung der Plätze. Die Umsetzungsphase mit Erweiterung der Plätze ist ab September 2023 geplant. Das Konzept "Entdeckergruppen" ist für zehn Gruppen mit jeweils maximal zehn Kindern ausgelegt. Aus der Pilotphase heraus sollen nun zunächst fünf Gruppen in freier und zwei in städtischer Trägerschaft verstetigt werden. Die fachliche Begleitung übernimmt SOKE e.V. (5.000 EUR pro Jahr). Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg, Studiengang "Soziale Arbeit: Erziehung und Bildung im Lebenslauf".

Für die Pilotphase haben sich die Träger darauf verständigt, das Konzept aus eigenen Ressourcen umzusetzen bzw. einmalig einen Antrag auf Projektkostenzuschüsse beim Initopf des Sozialreferats zu stellen. Für eine regelhafte Umsetzung mit Platzerweiterung ab September 2023 sollen die Gruppen mit einem Personalkostenzuschuss für jeweils 0,44 VK unterstützt werden. Für 2023 wären dies anteilig ab September rd. 48.600 EUR für freie Träger. Der kommunale Träger wird dies entsprechend in die Personalbedarfsplanung zum Kita-Jahr 2024/2025 berücksichtigen und den Stellenanteil für das Haushaltsjahr 2024 anmelden.

A) 8. Kita-Einstieg

Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten. Das Programm läuft von April 2017 bis Dezember 2022. Bundesweit gibt es 200 Standorte, die jeweils bis zu ca. 160.000 EUR pro Jahr an Fördermitteln erhielten. Weitere Informationen: https://kita-einstieg.fruehe-chancen.de/. Ziel des Programms ist es, vor allem Familien in besonderen Lebenslagen den Weg in das Regelangebot der Kitas zu ebnen.

Die Stadt Nürnberg setzt das Programm mit den Bausteinen Eltern-Kind-Gruppen und Beratung um. An dem erfolgreichen Projekt beteiligten sich bisher neben der Stadt Nürnberg auch die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V., Diakoneo KdöR, die Katholische Kirchenstiftung St. Ludwig und das Institut für Soziale und Kulturelle Arbeit Nürnberg (ISKA) mit jeweils einer halben Stelle für die Übergangsbegleiterinnen. Die Koordinierungs- und Netzwerkstelle der Stadt Nürnberg steuert die Umsetzung der Eltern-Kind-Gruppen und baute ein Netzwerk mit Kooperationspartnern auf.

Trotz des großen Erfolgs des Projektes und des aktuell hohen Bedarfs im Zusammenhang mit der ukrainischen Flüchtlingskrise wird das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt nicht fortsetzen. D.h., dass das Programm in einem deutlich kleineren Umfang und wie im JHA am 30. September 2021 beschrieben in Nürnberg verstetigt werden muss. Das Verstetigungskonzept war Bestandteil der Bundesförderung und sieht vor, dass freie Träger über das Programm Kita-Plus insgesamt bis zu 100.000 EUR beantragen können. Dies entspricht rund 80 Wochenarbeitsstunden (WAS). Pro Angebot müssen mind. vier WAS vorgesehen sein, für die ein pauschaler Jahreszuschuss i.H.v. 6.400 EUR gewährt wird. Die Beantragung von mehreren Angeboten je Einrichtung ist möglich. Antragsberechtigt sind vorrangig die bisher am Projekt beteiligten Träger, aber auch weitere Interessierte können mit aufgenommen werden.

Beim städtischen Träger werden die Spielgruppen künftig in Kooperation mit freien Trägern angeboten und durchgeführt. Da beim städtischen Träger dafür keine eigenen Stellenanteile geschaffen oder Honorarkräfte angestellt werden können, soll die Beauftragung der Betreuungskräfte durch einen Kooperationspartner erfolgen (dafür sind im K3-Budget 25.000 EUR geplant). Das Jugendamt stellt die Räumlichkeiten sowie die Ausstattung für die Spielgruppe zur Verfügung und kooperiert bei der Organisation des Angebotes und der Gewinnung der Kinder. Hierfür sollen im K1-Budget des Jugendamts insgesamt 4.000 EUR für die zusätzlich benötige Ausstattung der Spielgruppen vorgesehen werden.

2. Gesamtfinanzierung

Die Mittel zur Förderung der Kindertageseinrichtungen der freigemeinnützigen und sonstigen Träger sowie der städtischen Einrichtungen über die Qualitative Weiterentwicklung soll im bisherigen Umfang für 2023 unter Berücksichtigung der derzeit gültigen dPK fortgeführt werden. In den Bereichen Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern sowie Hortklassen wurden die Planungen auf z. Zt. realistische Zielgrößen angepasst. Demgegenüber stehen die Kosten zur Schaffung zweier Orte für Familien in freier Trägerschaft ab September 2023 sowie die Umsetzung des Projektes Entdeckergruppen. Für das Jahr 2023 ist eine Erhöhung um 17.240 EUR auf 2,58 Mio. EUR notwendig.

2021 2022 2023
Gesamtkosten 2.533.960 2.561.210 2.578.450
Veränderung zum Vorjahr 27.250 17.240

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