Haushaltssperre

← Sitzung des Jugendhilfeausschusses (26.03.2015)

Anlage: Gedrucktes Exemplar des Familienberichts

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Nürnberger Familienbericht

2015

I

Abbildung 1

Impressum Herausgeberin Stadt Nürnberg Referat für Jugend, Familie und Soziales Bündnis für Familie Hans-Sachs-Platz 2 90403 Nürnberg Telefon 09 11 / 2 31-67 21, -73 60 E-Mail bff@stadt.nuernberg.de www.bff-nbg.de Verantwortlich Manuela Schmidt, Referat für Jugend, Familie und Soziales, Bündnis für Familie. Fotos Anestis Aslanidis, www.anestis-fotografie.de. Ergänzendes Bildmaterial: Doris Reinecke, Hartmut Knipp, Fotolia, Referat für Jugend, Familie und Soziales. Layout und Satz HKD-Grafik & Werbung Hartmut Knipp Paumgartnerstraße 15 90429 Nürnberg Druck noris inklusion gGmbH Dorfäckerstraße 37 90427 Nürnberg Auflage 800 Stück, März 2015 Copyright (c) 2015 Referat für Jugend, Familie und Soziales, Bündnis für Familie. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit Quellenangabe gestattet und mit der Bitte um ein Belegexemplar. Für gewerbliche Zwecke: Speicherung und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Inhalt Danksagung ...............................................................................................................................2 1. Einleitung – „Familie ist, wo Kinder sind.“ .........................................................................3 2. Methodische Anmerkungen und Erläuterungen ...............................................................5 3. Familien in Nürnberg – Statistische Daten und Interviews ................................................7 3.1 Zentrale Ergebnisse aus den Statistiken ....................................................................7 3.2 Trends in der Bevölkerungsentwicklung ...................................................................8 3.3 Formen des Familienlebens ......................................................................................11 3.4 Familien mit Migrationshintergrund .......................................................................27 3.5 Materielle Lage von Familien ...................................................................................35 3.6 Wohnsituation von Familien ....................................................................................40 3.7 Erwerbstätigkeit von Eltern .....................................................................................44 3.8 Kinderbetreuung ......................................................................................................48 3.9 Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf ......................................................50 3.10 Pflegebedürftigkeit im Alter .....................................................................................54 4. Familien und ihre Lebenssituation in der kleinräumigen Betrachtung ..........................55 5. Fazit und Ausblick ..............................................................................................................63 6. Schlusswort .........................................................................................................................67 7. Glossar .................................................................................................................................70 8. Literatur ..............................................................................................................................70 Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................71 Tabellenverzeichnis .................................................................................................................72 1

Danksagung Ein herzliches Dankeschön geht an die Fami- für die Familien, die sich an den Interviews und lien, die sich die Zeit genommen haben, uns an dem Fototermin beteiligt haben, Gutscheine, in Interviews von ihrem Familienleben mit all Tickets und ermäßigte Eintrittskarten zur Verfü- seinen schönen und manchmal auch heraus- gung gestellt haben: fordernden Seiten zu berichten. Ihre Offenheit • NürnbergBad hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass wir • Museen der Stadt Nürnberg mit dem Bericht zeigen können, wie vielfältig • Planetarium das Familienleben in Nürnberg ist und welcher • Tiergarten Handlungsbedarf aus Sicht der Familien auf • VAG Seiten der (Kommunal-)Politik besteht, damit Nürnberg (noch) familienfreundlicher wird. Darüber hinaus danken wir dem Amt für Stadt- forschung und Statistik für die standardisierte Die Vielfalt der Interviews verdanken wir aber Bereitstellung einer Vielzahl an Daten über das auch einer Reihe von Multiplikatorinnen und Monitoringsystem sowie die Sonderauswertun- Multiplikatoren, die die Kontakte zu Familien gen für diesen Familienbericht. in unterschiedlichsten Lebenssituationen herge- stellt haben. Auch ihnen ein herzliches Danke- Hinweis schön! Herzlichen Dank auch an die Familien, die Die im Familienbericht verwendeten Familien- unserem Aufruf zu einem Fototermin gefolgt fotos sind keine Fotos der interviewten Fami- sind und mit ihren Bildern zeigen, wie bunt das lien. Die Interviews werden zur Wahrung der Familienleben in Nürnberg ist. Anonymität ohne Foto der jeweiligen Familie veröffentlicht. Wenn in den Interviews zur bes- Und ein nicht minder herzliches Dankeschön seren Lesbarkeit Namen verwendet wurden, so geht an die folgenden Einrichtungen, die uns handelt es sich um geänderte Namen. 22

Abbildung 2

  1. Einleitung

„Familie ist, wo Kinder sind.“

Und Kinder sind wir „Ehepaar mit Kind(ern)“ definiert wurde, wo- alle! Die Vielfalt hingegen in anderen Kulturkreisen bis heute die familiärer Kons- Großfamilie mit mehreren Generationen unter tellationen hat in einem Dach dominiert. den vergangenen Jahrzehnten deut- Auch in der Familienpolitik gilt seit knapp 20 lich zugenommen. Jahren das Motto „Familie ist, wo Kinder sind“. Erfreulicherweise ist Politik hat den Auftrag, die Lebensbedingun- dabei auch die Ak- gen von Familien so zu gestalten, dass Familien zeptanz für unter- ihren individuellen Lebensentwurf verwirklichen schiedliche Lebens- können, dass Kinder bestmöglich gefördert modelle gestiegen. werden, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz Das Bundesinstitut gestärkt werden und ein familienfreundliches Reiner Prölß, für Bevölkerungs- Klima in der Gesellschaft geschaffen wird. Der Referent für Jugend, Familie und Soziales. forschung befragte Dreiklang aus Zeit, Geld und Infrastruktur ist im Jahr 2012 Personen im Alter zwischen 20 und hierbei bedeutsam. Den Kommunen kommt 39 Jahren – also jene, die potenziell aktuell im eine besondere Rolle zu: Hier findet Stadt(teil)- Prozess der Familiengründung sein könnten – entwicklung statt und hier muss beantwortet zu ihren Familienleitbildern. Gefragt danach, werden, welche Wohn- und Lebensbedürfnisse was für sie persönlich eine Familie sei, erzielten Familien haben, welche Bildungs-, Betreuungs- alle abgefragten Formen, mit Ausnahme des und Erziehungsangebote sie benötigen und unverheirateten heterosexuellen Paars ohne wie unterschiedliche Interessen verschiedener Kinder, Zustimmungsraten von deutlich über 50 Gruppen abgewägt werden müssen. Prozent. Unabhängig von der sexuellen Orien- tierung, dem offiziellen „Familienstand“, einer Mit dem „Bündnis für Familie“ hat die Stadt Patchwork- oder Alleinerziehenden-Konstel- Nürnberg vor mittlerweile 14 Jahren eine Idee lation: Umgangssprachlich könnte man sagen, entwickelt, deren Auswirkungen damals nicht Familie ist überall da, wo Kinder sind, also ansatzweise abzusehen waren: Als man sich im Lebensformen und Lebensgemeinschaften, in Jahr 2000 auf den Weg machte, die Perspekti- denen Kinder leben. Allerdings muss dieser Blick ven und Chancen kommunaler Familienpolitik ergänzt werden. Denn selbst der kinderlose auszuloten, und das Konzept für ein „Bündnis Ehestand als verbindliches Einstehen füreinan- für Familie“ entwickelte, niedergeschrieben in der war für mehr als die Hälfte der Befragten als einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss, war „Familie“ anzusehen. Selbst, wenn wir aktuell es ein – wenngleich umfassendes und wichtiges keine Kinder erziehen, so übernehmen wir mög- – Projekt unter anderen. Dass mit dem Beschluss licherweise Fürsorge für unsere Eltern oder an- die Grundlage für ein äußerst erfolgreiches, dere Angehörige, die pflegebedürftig werden. innovatives, vielfältiges und bundesweit mehr Auch dieser Umstand rückt wieder verstärkt als 600-fach nachgeahmtes Modell entstehen in den Fokus öffentlicher Debatten, obwohl würde, war weder intendiert, noch hätte man im westlichen Kulturkreis die Familie lange als dies strategisch so planen können. 33

Abbildung 3

In den vergangenen 14 Jahren ist ein Netzwerk Wie so oft bei statistischen Analysen lautet entstanden, das Engagement und Expertise zu- mein Fazit: Sehr viel erreicht und noch viel zu sammenbindet zugunsten eines familienfreund- tun! Nürnberg ist in vielerlei Hinsicht eine Stadt lichen Nürnbergs. mit hoher Lebensqualität für Familien. Erfreu- licherweise ist Nürnberg eine wachsende Stadt Der Geschäftsführung des Bündnisses für Fa- mit steigenden Kinderzahlen. Zu dem abwechs- milie, dem Stab Familie innerhalb des Referats lungsreichen Kultur- und Freizeitangebot, der für Jugend, Familie und Soziales, ist es auch zu Kindertagesbetreuung, den Beratungs- und verdanken, dass wir nun diesen 1. Nürnberger Unterstützungsangeboten für Familien und der Familienbericht vorlegen können. Er bildet die Infrastruktur tragen neben der Stadt Nürnberg Vielfalt von Familie in unserer Stadt mit zahl- mit ihren Dienststellen viele weitere Akteure, reichen Fakten und Statistiken ab, lässt aber Verbände, Vereine, Ehrenamtliche und Unter- auch die Betroffenen selbst zu Wort kommen. nehmen bei. Optimierungsbedarf gibt es jedoch Dreizehn Familien wurden für den Bericht immer, sei es in der besseren Bekanntmachung interviewt und auch diese Familien spiegeln die von Diensten und Angeboten, sei es in der Vielfalt des Familienlebens wider. Auf den fol- bürgerfreundlicheren Antragstellung, sei es im genden Seiten erfahren sie neben allgemeinen Schließen von Angebotslücken. Hier hören wir Strukturdaten zu Familien in der Gesamtstadt zu und nehmen Anregungen gerne auf. Deshalb viele persönliche Eindrücke von der klassischen hoffe ich, dass wir auch bei künftigen Familien- Paar-mit-Kind-Familie, von Alleinerziehenden, berichten wieder Familien gewinnen können, Familien mit Zuwanderungsgeschichte, Regen- die uns ihre Geschichte und ihre Bedürfnisse bogen- und Patchwork-Familien sowie von Fa- erzählen – damit wir neben den nackten Zahlen milien, in denen ein Mitglied eine Behinderung auch jene zu Wort kommen lassen, die von kom- hat. So unterschiedlich die Familien sind, so munaler Familienpolitik in erster Linie betroffen unterschiedlich sind auch ihre Wahrnehmungen sind. vom Leben als Familie in Nürnberg und neben viel positivem Feedback haben sie uns auch eini- ges zum Nach- und Weiterdenken mitgegeben. Reiner Prölß Referent für Jugend, Familie und Soziales 4

Abbildung 4

  1. Methodische Anmerkungen und Erläuterungen Der empirische Teil des Familienberichts ba- rungsverfahrens werden hieraus die Haushalte siert sowohl auf einer Reihe von statistischen abgeleitet. In Nürnberg wird das im KOSIS- Daten als auch auf qualitativen Interviews mit Verbund entwickelte und seit Jahren bewährte Familien. Diese Verbindung von quantitativen Programm HHGEN eingesetzt. Das Haushalte- und qualitativen Elementen ermöglicht es, die generierungsverfahren HHGEN greift auf die (Familien-)Strukturen nicht nur auf der Basis wohnberechtigte Bevölkerung als Ausgangs- von Zahlen, Grafiken und Tabellen zu beschrei- basis zurück, d.h. es werden auch die Personen ben, sondern sie anhand der Familienportraits einbezogen, die in Nürnberg ausschließlich ei- darüber hinaus mit Leben zu füllen. Gerade die nen Nebenwohnsitz haben. Die Bevölkerung in Familienportraits zeigen, dass die Lebenslagen Heimen wird bei diesem Verfahren nicht berück- von Familien und ihre Herausforderungen im sichtigt, da sie keinem Privathaushalt angehört. Alltag noch um einiges vielfältiger sind, als es die Statistiken auf den ersten Blick vermuten Der Migrationshintergrund wird anhand des lassen. Erst quantitative und qualitative Elemen- Verfahrens MigraPro aus dem Melderegister ab- te zusammen ermöglichen einen umfassenden geleitet. Auch dieses Verfahren wurde im KOSIS- Blick auf das Leben von Familien in Nürnberg. Verbund entwickelt. Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen dabei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Statistische Daten Deutsche mit Migrationshintergrund. Dies sind insbesondere Eingebürgerte, Aussiedler sowie Ein großer Teil der statistischen Daten in diesem Minderjährige mit mindestens einem Elternteil Bericht wurde vom Amt für Stadtforschung und mit Migrationshintergrund. Statistik für Nürnberg und Fürth zur Verfügung gestellt. Im Folgenden wird im Detail beschrie- Während der Migrationshintergrund auf der ben, aus welchen Quellen die Daten jeweils Personenebene in der Regel eindeutig festge- stammen. legt und differenziert werden kann, ist dies auf der Haushaltsebene etwas schwieriger. Die soziodemografischen Daten basieren auf Eine Möglichkeit zur Definition von Haushal- dem Einwohnermelderegister der Stadt Nürn- ten mit Migrationshintergrund basiert auf der berg. Für Auswertungen auf der Personenebene Staatsangehörigkeit der volljährigen Haushalts- wird auf die Bevölkerung in der Hauptwohnung mitglieder und unterscheidet Haushalte mit aus- zurückgegriffen, die für kommunale Planungen schließlich deutscher Staatsangehörigkeit, mit sowie rechtliche Fragen (u.a. Bezug von SGB- ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit Leistungen) in der Regel maßgeblich ist. Per- sowie Haushalte, in denen ein Teil der volljäh- sonen, die in Nürnberg keinen Haupt- sondern rigen Mitglieder eine deutsche und der ande- nur einen Nebenwohnsitz haben, werden nicht re Teil eine ausländische Staatsangehörigkeit einbezogen. Die Bevölkerungsvorausberech- hat. Diese Abgrenzung erfasst jedoch nicht die nung basiert auf den Daten des Einwohnermel- Haushalte, in denen die volljährigen Mitglieder deregisters zum 31.12.2012. die deutsche Staatsangehörigkeit und gleich- zeitig einen Migrationshintergrund haben. Dies Grundlage für die Auswertung nach Haushal- sind insbesondere eingebürgerte Menschen und ten ist ebenfalls das Einwohnermelderegister. Aussiedler. Mittels eines sogenannten Haushaltegenerie- 5

Die Definition, die im Familienbericht für den Mi- Familien im Sinne des Familienberichts sind alle grationshintergrund von Haushalten verwendet Haushalte, in denen mindestens ein Kind un- wird, leitet sich vom Migrationshintergrund der ter 18 Jahren lebt. Die Begriffe „Familie“ und Bezugsperson im Haushalt, d. h. der ältesten Per- „Familienhaushalt“ werden im Familienbericht son im Haushalt ab. Sie unterscheidet Haushalte, synonym verwendet. Um aufzuzeigen, in wel- chem Maße Familien auf existenzsichernde Sozi- • in denen die Bezugsperson eine ausländische alleistungen nach dem SGB II angewiesen sind, Staatsangehörigkeit hat werden die Bedarfsgemeinschaften mit Kindern • in denen die Bezugsperson eine deutsche gemäß SGB II auf die Zahl der Familienhaushalte Staatsangehörigkeit und einen Migrations- bezogen. Eine Sonderauswertung der pseudo- hintergrund hat nymisierten Einzeldaten der Bundesagentur für • in denen die Bezugsperson eine deutsche Arbeit mit der Einschränkung auf Kinder unter Staatsangehörigkeit und keinen Migrations- 18 Jahren liefert eine weitestgehend inhaltliche hintergrund hat. Konsistenz mit der Definition von „Familienhaus- Der Nachteil dieser Abgrenzung ist, dass Haus- halt“ entsprechend der Haushaltegenerierung halte, in denen Menschen mit Migrationshinter- durch das Amt für Statistik. Im Ergebnis stellen grund leben, aber das älteste Haushaltsmitglied diese Hilfequoten für Bedarfsgemeinschaften ei- keinen Migrationshintergrund hat, nicht als nes bestimmten Familientyps in Relation zu allen Haushalte mit Migrationshintergrund erfasst Familien oder Lebensformen desselben Famili- werden. entyps eine sehr gute Näherung an die tatsächli- chen Verhältnisse in Nürnberg dar. Grundsätzlich zeigt sich, dass die Datenauswer- tungen nach Migrationshintergrund des Haus- Und noch ein abschließender Hinweis: In einzel- halts unabhängig von der gewählten Abgren- nen Abbildungen addieren sich die Prozentan- zung zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen. gaben nicht exakt zu 100 Prozent auf, sondern es ergeben sich z. B. Werte von 99 oder 101 %. Ein Teil der Daten stammt aus der Wohnungs- Hierbei handelt es sich um rundungsbedingte und Haushaltserhebung „Leben in Nürnberg“. Abweichungen. Diese Erhebung ist eine Bevölkerungsumfrage, die das Amt für Stadtforschung und Statistik alle Interviews zwei Jahre durchführt. 2011 fand die Umfrage von September bis Dezember statt. Von 20.000 zufällig ausgewählten Einwohnerinnen und Die Interviews wurden im Februar und März Einwohnern ab 18 Jahre mit Hauptwohnsitz in 2014 geführt und dauerten zwischen einer hal- Nürnberg beantworteten 10.130 freiwillig den ben und einer Stunde. Die Texte wurden anhand achtseitigen Fragebogen zu ihren Lebens-, Ar- der von den Interviews erstellten Transkripte beits- bzw. Wohnverhältnissen mit dem Schwer- geschrieben. Alle Texte wurden von den Inter- punktthema Lebensstile, den sie per Post zuge- viewten gegengelesen und bei Bedarf geändert sandt bekamen. Alle Teilnehmenden erhielten oder ergänzt, damit die Texte das widerspie- ein „kleines Dankeschön“ in Form eines Gut- geln, was den Familien wirklich am Herzen liegt. scheines für ein städtisches Hallen- bzw. Freibad Die Interviewpartner und -partnerinnen wurden oder einen Gutschein der VAG. über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie über einen Aufruf in der Familienzeitung Die Daten zum Bezug von Leistungen nach dem famos gewonnen. SGB II basieren auf einem pseudonymisierten Datensatz der Bundesagentur für Arbeit, der für diesen Bericht vom Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth ausgewertet wurde. 6

  1. Familien in Nürnberg – Statistische Daten und Interviews 3.1 Zentrale Ergebnisse aus den Statistiken • Die Zahl der Geburten steigt seit 2005 wieder • In etwas mehr als der Hälfte der Familien- an. 2013 wurden 4.855 Kinder geboren, das haushalte lebt nur ein minderjähriges Kind. sind 684 mehr als noch 2005. Allerdings liegt Lediglich in knapp zwei Prozent der Familien die Zahl der Geburten nach wie vor unter der leben vier oder mehr Kinder. Alleinerziehen- Zahl der Sterbefälle. Der positive Zuwande- de und nichteheliche Lebensgemeinschaften rungssaldo, der maßgeblich durch die Zuwan- leben deutlich seltener mit zwei oder mehr derung aus dem Ausland bedingt ist, führt Kindern zusammen als Ehepaarfamilien. jedoch dazu, dass die Bevölkerung in Nürn- • Alleinerziehende sind häufiger armutsge- berg weiter wächst. Der Bevölkerungsanstieg fährdet als Paarfamilien. Sie leben seltener in wird voraussichtlich noch bis 2026 anhalten. Wohneigentum und sind mit ihrer Wohnsitu- • Der Anteil der 0-14-Jährigen an der Nürnber- ation unzufriedener als Paarfamilien. ger Gesamtbevölkerung wird 2030 voraus- • 42,5 Prozent der Alleinerziehenden und sichtlich 12,3 Prozent betragen. Dies sind 0,9 10,3 Prozent der Paarfamilien bezogen am Prozentpunkte weniger als 2000. Im gleichen 31.12.2013 Leistungen nach dem SGB II. Insge- Zeitraum wird der Anteil der 65-Jährigen und samt waren zu diesem Zeitpunkt 8.738 Fami- Älteren an der Nürnberger Gesamtbevölke- lien2 zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf rung von 18,7 Prozent auf voraussichtlich Leistungen nach dem SGB II angewiesen. 23,5 Prozent steigen. • Die Zahl der belegungsgebundenen Woh- • 47.846 der 277.598 Haushalte in Nürnberg nungen ist seit 1995 stark zurückgegangen. sind Familienhaushalte1 mit mindestens ei- Damit hat sich das Angebot an günstigem nem Kind unter 18 Jahren. 66,8 Prozent der Wohnraum für Familien verringert. Familien sind Ehepaarfamilien, weitere • 79 Prozent der Väter, aber nur 19 Prozent der 8,3 Prozent sind nichteheliche Lebensgemein- Mütter in Paarfamilien sind Vollzeit erwerbs- schaften mit minderjährigen Kindern. tätig. Während das Alter des jüngsten Kindes • 11.927 Familien – rund ein Viertel aller Fami- bei Vätern in Paarfamilien keinen systemati- lien – sind Alleinerziehende mit ihren Kin- schen Einfluss auf den Umfang der Erwerbstä- dern. Insgesamt leben 16.708 Kinder unter 18 tigkeit hat, steigt bei den Müttern in Paarfa- Jahren bei einem alleinerziehenden Elternteil. milien die Arbeitsaufnahme und der Umfang Neun Prozent der Alleinerziehenden sind der Erwerbstätigkeit mit zunehmendem Alter Väter. des Kindes. • 59,9 Prozent der Kinder unter 18 Jahren ha- • Von den Vätern, deren Kind in 2011 geboren ben einen Migrationshintergrund. wurde, haben 27,8 Prozent Elternzeit ge- • Der Anteil der Familienhaushalte ist bei den nommen. Drei Viertel der Väter nahmen die Haushalten mit Migrationshintergrund höher Elternzeit nur für zwei Monate in Anspruch. als bei den Haushalten ohne Migrationshin- • Im Dezember 2013 standen für 32,8 Prozent tergrund. der unter 3-Jährigen Betreuungsplätze in • In 51,5 Prozent der Familien hat die Bezugs- Krippen oder in der Tagespflege zur Verfü- person im Haushalt (= älteste Person im Haus- gung. Für 2020 ist eine Versorgungsquote von halt) einen Migrationshintergrund. Bezogen 46 Prozent geplant. auf alle Haushalte sind es 35,5 Prozent. 1 Zur Definition von Familien im Familienbericht und zur Haushaltegenerierung siehe Kapitel 2. 77 2 Zum Verhältnis von SGB II-Bedarfsgemeinschaften und Familien siehe Kapitel 2.

• Bei der Betreuung der 3- bis 6-Jährigen • 1,4 Prozent der unter 18-Jährigen sind betrug die Versorgungsquote im Dezember schwerbehindert. 2013 97,6 Prozent. Bis 2020 soll sie auf 100 • Insgesamt waren am 31.12.2011 12.262 Prozent steigen. Menschen pflegebedürftig. 59,6 Prozent von • Für 38,3 Prozent der Grundschulkinder stan- ihnen lebten zu Hause. Die meisten von ihnen den im Dezember 2013 Plätze in Kinderhor- werden – zum Teil mit Unterstützung eines ten und Häusern für Kinder zur Verfügung. ambulanten Pflegedienstes – durch Angehöri- Bis 2020 soll dieser Anteil auf 50 Prozent ge betreut. steigen. Für weitere 20 Prozent der Grund- • 7 Prozent der Bevölkerung in Nürnberg pfle- schulkinder stehen dann Plätze in gebunde- gen eine ältere oder kranke pflegebedürftige nen Ganztagsschulen und in der Mittagsbe- Person. treuung zur Verfügung. 3.2 Trends in der Bevölkerungsentwicklung Nürnberg ist eine Stadt, die seit 2010 wieder Gäbe es diesen positiven Wanderungssaldo ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen hat. nicht, so würden die Bevölkerungszahlen zurück- Dies wird nach den aktuellen Bevölkerungspro- gehen. Denn trotz steigender Geburtenzahlen gnosen, die auf der Einwohnerzahl von 2012 liegt die Zahl der Geburten in Nürnberg nach basieren, auch in den nächsten Jahren so sein. wie vor unter der Zahl der Sterbefälle. Vergli- Erst ab 2027 wird ein leichter Bevölkerungsrück- chen mit 2012 sind 2013 der Wanderungssaldo gang prognostiziert. Grund für die steigenden und in Folge auch das Bevölkerungswachstum Bevölkerungszahlen ist, dass mehr Menschen – in Nürnberg zurückgegangen. Dies war bereits insbesondere aus dem Ausland – nach Nürnberg 2012 verglichen mit 2011 der Fall, allerdings ziehen als aus Nürnberg abwandern. noch auf einem erheblich niedrigeren Niveau. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:7)(cid:5)(cid:8)(cid:9)(cid:3)(cid:10)(cid:11)(cid:12)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:15)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:16)(cid:17)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:18)(cid:30)(cid:25) #(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:13)(cid:2) (cid:28)(cid:4)(cid:27)(cid:6)# (cid:28)(cid:4)%(cid:28)$ (cid:28)(cid:4)#!(cid:31) (cid:28)(cid:4)(cid:28)(cid:27)! $(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:28)(cid:4)!(cid:28)% (cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:4)%(cid:28)(cid:28) "(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:4)(cid:28)(cid:31)" "(cid:4)!"! "(cid:4)!%$ "(cid:4)(cid:6)#(cid:6) !(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:6)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:26) (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:6) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:8)(cid:9)(cid:3)(cid:10)(cid:11)(cid:12)(cid:9)(cid:13) (cid:15)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:16)(cid:17)(cid:18)(cid:18)(cid:9) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth. 8

"(cid:4)(cid:28)(cid:31)"

(cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:31)(cid:7)(cid:5)&(cid:25)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’’(cid:25)(cid:18)(cid:14)((cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5))(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’(cid:9)(cid:13)(cid:12)-(cid:19).,(cid:18)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:18)(cid:30)(cid:25) #%(cid:4)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:13)(cid:2) (cid:28)(cid:4)(cid:6)"(cid:28) $(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) !(cid:4)(cid:27)(cid:6)(cid:28) "(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:4)"(cid:26)# (cid:28)(cid:31)! (cid:31)(cid:4)!(cid:28)# (cid:31)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:6)(cid:4)(cid:28)(cid:31)! (cid:31)(cid:4)""(cid:28) (cid:31)(cid:26)% (cid:26) /(cid:6)(cid:4)!(cid:28)! /(cid:6)(cid:4)(cid:26)(cid:28)(cid:6) /(cid:31)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) /(cid:5)"(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:6) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) &(cid:25)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’’(cid:25)(cid:18)(cid:14)( )(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’(cid:9)(cid:13)(cid:12)-(cid:19).,(cid:18)(cid:10)(cid:13)(cid:22) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Die Ausweisung des Wanderungssaldos für Fa- möglich. Ersatzweise wird der Wanderungssaldo milien, d. h. auf der Ebene der Haushalte, ist mit für Kinder und Jugendliche herangezogen. den zur Verfügung stehenden Daten leider nicht Tab. 1: Wanderungssaldo von Kindern und Jugendlichen in Nürnberg nach Altersgruppen im Jahr 2013 und im Durchschnitt für die Jahre 2010 bis 2013 0 bis unter 3 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 10 bis unter 15 Jahre Zuzüge 2013 882 711 714 847 Wegzüge 2013 985 807 731 657 Saldo 2013 -103 -96 -17 190 Saldo 2010-2013 (Ø) -135 -59 2 133 Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. In den Altersgruppen der 0- bis unter 3- und Neubaugebieten für Familien (am Stadtrand 3- bis unter 6-Jährigen zogen 2013 jeweils mehr oder außerhalb der Stadtgrenze) oder auch Kinder von Nürnberg weg als zu. Gründe für Entwicklungen im Ausland (z. B. Zuzug in Folge den Wegzug in dieser Altersgruppe mögen eine der Wirtschaftskrise in Griechenland) bedingt berufliche Veränderung der Eltern, günstigerer sein können, ist es sinnvoll, Wanderungsbewe- Wohnraum für Familien im Umland oder auch gungen im 4-Jahres-Schnitt zu betrachten. Die der Wunsch der Eltern sein, dass ihre Kinder Tendenzen sind dabei ähnlich wie 2013. Kinder im Grünen aufwachsen. Da Zu- und Wegzug in zwischen 0 und 3 Jahren ziehen etwas öfter aus einzelnen Jahren durch die Fertigstellung von Nürnberg weg als dass sie zuziehen. 99

(cid:31)(cid:4)!(cid:28)#
(cid:6)(cid:4)(cid:28)(cid:31)!
Tab. 1: Wanderungssaldo von Kindern und Jugendlichen in Nürnberg nach Altersgruppen im Jahr 2013 und im Durchschnitt für die Jahre 2010 bis 2013
0 bis unter 3 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 10 bis unter 15 Jahre
Zuzüge 2013 882 711 714 847
Wegzüge 2013 985 807 731 657
Saldo 2013 -103 -96 -17 190
Saldo 2010-2013 (Ø) -135 -59 2 133

Gleiches gilt in geringerem Maße für Kinder 2012, wird sich die Altersstruktur der Nürnber- zwischen 3 und 6 Jahren. In der Altersgruppe ger Bevölkerung auch in den nächsten Jahren von 6 bis unter 10 Jahren gleichen sich Zu- und ändern. So wird der Anteil der ab 65-Jährigen Wegzüge in etwa aus und in der Altersgruppe weiter steigen und 2030 4,8 Prozentpunkte hö- der 10- bis unter 15-Jährigen ist der Wande- her sein als 2000. Der Anteil der Bevölkerung im rungssaldo dann positiv. erwerbsfähigen Alter wird im selben Zeitraum um 3,9 Prozentpunkte zurückgehen. Der Anteil Nach der letzten Bevölkerungsprognose vom der unter 15-Jährigen ist von 2000 bis 2010 um Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürn- 0,8 Prozentpunkte zurückgegangen und wird berg und Fürth, basierend auf den Daten von sich bis 2030 kaum verändern. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)!(cid:7)(cid:5))(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)(cid:2)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11)’(cid:22)(cid:11)(cid:10)00(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)%3# (cid:31)(cid:26)3(cid:31) (cid:31)(cid:26)3% (cid:31)(cid:26)3# (cid:31)(cid:6)3(cid:6) (cid:31)(cid:31)3(cid:26) (cid:31)!3(cid:28) (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 $%3(cid:6) $#3(cid:6) $$3(cid:27) $$3(cid:27) $$3! $(cid:28)3" $"3(cid:31) #(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 !(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)!3(cid:31) (cid:6)(cid:31)3$ (cid:6)(cid:31)3" (cid:6)(cid:31)3" (cid:6)(cid:31)3$ (cid:6)(cid:31)3(cid:28) (cid:6)(cid:31)3! (cid:26)(cid:5)1 (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:28) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:28) (cid:31)(cid:26)(cid:31)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:31)(cid:28) (cid:31)(cid:26)!(cid:26) (cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:6)"(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) (cid:6)(cid:28)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)$"(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) $(cid:28)2(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Stand jeweils 31.12., Prognosedaten basier- end auf dem Bevölkerungsstand vom 31.12.2012, Angaben in Prozent. Während sich im Zeitraum von 2000 bis 2010 die betroffenen Jahrgängen steigen, wenngleich in Zahl der unter 6-Jährigen kaum verändert hat, der Gruppe der 10- bis unter 15-Jährigen ledig- ist die Zahl der Kinder im Alter von 6 bis unter lich um 3 Prozent. Von 2020 bis 2030 wird ein 10 und 10 bis unter 15 Jahren um fünf bzw. sie- Rückgang der Zahl der Kinder in den Jahrgän- ben Prozent zurückgegangen. Nach der letzten gen bis unter 10 Jahren erwartet, während in Bevölkerungsprognose wird die Zahl der Kin- der Gruppe der 10- bis unter 15-Jährigen noch der unter 15 Jahren von 2010 bis 2020 in allen ein Anstieg um 2 Prozent prognostiziert wird. 10

Abbildung 5

(cid:6)%3# (cid:31)(cid:26)3(cid:31) (cid:31)(cid:26)3% (cid:31)(cid:26)3# (cid:31)(cid:6)3(cid:6) (cid:31)(cid:31)3(cid:26) (cid:31)!3(cid:28)
$%3(cid:6) $#3(cid:6) $$3(cid:27) $$3(cid:27) $$3! $(cid:28)3" $"3(cid:31)
(cid:6)!3(cid:31) (cid:6)(cid:31)3$ (cid:6)(cid:31)3" (cid:6)(cid:31)3" (cid:6)(cid:31)3$ (cid:6)(cid:31)3(cid:28) (cid:6)(cid:31)3!

(cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)"(cid:7)(cid:5)4(cid:13)(cid:12)-(cid:19).,(cid:18)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:24)(cid:25)(cid:30)(cid:18)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)(cid:2)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11)’(cid:22)(cid:11)(cid:10)00(cid:9)(cid:13) (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 %(cid:5)1 $(cid:5)1 "(cid:5)1 (cid:31)(cid:5)1 (cid:6) # % (cid:27) ! (cid:31) (cid:26) (cid:26)(cid:5)1 /# /(cid:28) /(cid:28) /(cid:31) /# /(cid:31)(cid:5)1 /"(cid:5)1 /$(cid:5)1 /%(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)! !(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)$ $(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)(cid:26) (cid:6)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)(cid:28) (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:31)(cid:26)(cid:31)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:31)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:31)(cid:26)!(cid:26) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Stand jeweils 31.12., Prognosedaten basie- rend auf dem Bevölkerungsstand vom 31.12.2012, Angaben in Prozent. 3.3 Formen des Familienlebens 2013 gab es in Nürnberg 277.598 Haushalte3. der Einpersonenhaushalte seit 1995 um 4,8 Pro- In 47.846 von ihnen lebte mindestens ein Kind zentpunkte zugenommen hat, während sich der unter 18 Jahre. 139.765 Haushalte waren Einper- Anteil der Familien mit mindestens einem Kind sonenhaushalte, 89.987 Mehrpersonenhaushalte unter 18 Jahren um 2 Prozentpunkte und der ohne minderjähriges Kind. Anteil der sonstigen Mehrpersonenhaushalte um 2,8 Prozentpunkte verringert haben Die Zahl der Einpersonenhaushalte ist seit 1995 (Abb. 6). um rund 22 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeit- raum weist die Zahl der Mehrpersonenhaushalte nur geringfügige Schwankungen auf und liegt 2013 kaum über dem Stand von 1995. Die Zahl der Familienhaushalte, in denen mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt, steigt seit 2010 zwar wieder an, liegt aber 2013 auf einem niedrige- ren Niveau als 1995 (Abb. 5). Die beschriebene Entwicklung hat dazu geführt, dass der Anteil 11 3 Zur Haushaltegenerierung siehe Kapitel 2.

Abbildung 6

(cid:6) # (cid:26) % (cid:27) ! (cid:31)
/# /(cid:28) /(cid:28) /(cid:31) /#

Abbildung 7

(cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:28)(cid:7)(cid:5)(cid:24)(cid:25)(cid:30)(cid:18)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)’(cid:12)70 (cid:18)(cid:30)(cid:25) (cid:6)"(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:13)(cid:2) (cid:6)(cid:31)(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) %(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) $(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:26) (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:6) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) 4(cid:19)(cid:13)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12) 8(cid:9)(cid:30)(cid:11)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)((cid:30)(cid:13)(cid:9)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14) 6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:4)(cid:5)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:23)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth. Stand jeweils zum 31.12. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)$(cid:7)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)’(cid:12)70(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:27)3(cid:31) (cid:6)%3% (cid:6)%3" (cid:6)#3% (cid:6)#3$ (cid:6)#3(cid:31) (cid:6)#3(cid:31) %(cid:26)(cid:5)1 !(cid:28)3! !"3$ !!3(cid:28) !!3(cid:28) !!3(cid:31) !(cid:31)3# !(cid:31)3(cid:28) $(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 "(cid:28)3(cid:28) "$3$ "%3(cid:6) "%3# "(cid:27)3(cid:31) (cid:28)(cid:26)3(cid:6) (cid:28)(cid:26)3! (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)1 (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:6)(cid:27)(cid:27)(cid:28) (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:28) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:6) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:31) (cid:31)(cid:26)(cid:6)! 4(cid:19)(cid:13)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12) 8(cid:9)(cid:30)(cid:11)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)((cid:30)(cid:13)(cid:9)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14) 6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:4)(cid:5)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:23)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent, Stand jeweils 31.12. Betrachtet man die Individualebene (= Perso- Familien leben in ganz unterschiedlichen Fami- nen in Haushalten), so zeigt sich allerdings, lienformen zusammen. Die häufigste Familien- dass lediglich 27,3 Prozent der Bevölkerung in konstellation ist nach wie vor das Ehepaar mit Nürnberg in einem 1-Personen-Haushalt leben. Kindern. Ein Viertel der Familien sind Alleiner- Dieser Anteil ist seit 2008 um 1,8 Prozentpunkte ziehende mit ihren Kindern und 8,3 Prozent sind gestiegen. 33,1 Prozent der Nürnberger Bevöl- nichteheliche Lebensgemeinschaften, in denen kerung leben in einem Familienhaushalt mit mindestens ein minderjähriges Kind lebt. mindestens einem minderjährigen Kind und 39,6 Prozent in einem Mehrpersonenhaushalt ohne minderjährige Kinder. 12

(cid:6)(cid:27)3(cid:31) (cid:6)%3% (cid:6)%3" (cid:6)#3% (cid:6)#3$ (cid:6)#3(cid:31) (cid:6)#3(cid:31)
!(cid:28)3! !"3$ !!3(cid:28) !!3(cid:28) !!3(cid:31) !(cid:31)3# !(cid:31)3(cid:28)
"(cid:28)3(cid:28) "$3$ "%3(cid:6) "%3# "(cid:27)3(cid:31) (cid:28)(cid:26)3(cid:6) (cid:28)(cid:26)3!

In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der Ehe- (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)#(cid:7)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)’(cid:12)(cid:9)(cid:13)’ paarfamilien um 1,7 Prozentpunkte zurückge- (cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:23)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22) (cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:12)70(cid:5)(cid:25)(cid:23)(cid:5)!(cid:6)(cid:4)(cid:6)(cid:31)(cid:4)(cid:31)(cid:26)(cid:6)! gangen, während der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften an allen Familienhaus- (cid:31)3(cid:31)(cid:5)1 halten kontinuierlich um insgesamt 1,8 Prozent- punkte gestiegen ist. Die Anteile der alleiner- ziehenden Mütter und Väter liegen 2013 etwa (cid:31)(cid:31)3#(cid:5)1 auf demselben Niveau wie 2008. Der Anteil der alleinerziehenden Väter an allen Alleinerzie- henden ist von 2008 auf 2013 von 8,5 auf 9,0 Prozent gestiegen. %3!(cid:5)1 $$3%1 Insgesamt leben 16.708 minderjährige Kin- der bei einem alleinerziehenden Elternteil und 58.777 Kinder in Paarfamilien (Stand 31.12.2013). 4(cid:30)(cid:9)0(cid:25)(cid:25)(cid:11) (cid:20)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5):(cid:9)(cid:3)(cid:9)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)(cid:23)(cid:9)(cid:19)(cid:13)’.(cid:30)(cid:25)(cid:16)(cid:12) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:5)8(cid:10)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5);(cid:25)(cid:12)(cid:9)(cid:11) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)%(cid:7)(cid:5)4(cid:13)(cid:12)-(cid:19).,(cid:18)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:16)((cid:11)(cid:23)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:31)3(cid:6) (cid:31)3(cid:6) (cid:31)3(cid:31) (cid:31)3(cid:31) (cid:31)3! (cid:31)3(cid:31) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:31)3% (cid:31)!3(cid:26) (cid:31)!3(cid:6) (cid:31)(cid:31)3(cid:27) (cid:31)(cid:31)3% (cid:31)(cid:31)3# %(cid:26)(cid:5)1 $3(cid:28) $3% #3(cid:31) #3$ %3(cid:26) %3! #(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 $%3(cid:28) $%3(cid:6) $#3" $#3! $$3(cid:27) $$3% "(cid:26)(cid:5)1 !(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)1 (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:31)(cid:26)(cid:26)% (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:27) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:6) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:31) (cid:31)(cid:26)(cid:6)! 4(cid:30)(cid:9)0(cid:25)(cid:25)(cid:11) (cid:20)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5):(cid:9)(cid:3)(cid:9)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)(cid:23)(cid:9)(cid:19)(cid:13)’.(cid:30)(cid:25)(cid:16)(cid:12) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:5)8(cid:10)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5);(cid:25)(cid:12)(cid:9)(cid:11) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent, Stand jeweils 31.12. 13

Abbildung 8

(cid:31)(cid:31)3% (cid:31)!3(cid:26) (cid:31)!3(cid:6) (cid:31)(cid:31)3(cid:27) (cid:31)(cid:31)3% (cid:31)(cid:31)3#
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Familiengröße Etwas mehr als die Hälfte der Familien sind Ein- So leben rund drei Viertel der alleinerziehenden Kind-Familien. Lediglich in rund 10 Prozent der Väter und knapp 68 Prozent der alleinerzie- Familien leben drei und mehr Kinder. henden Mütter mit nur einem Kind zusammen, während es bei den Ehepaar-Familien etwas Die Familiengröße hat sich in den letzten Jahren weniger als die Hälfte sind. Auch nichteheliche kaum verändert. Zwischen den Familientypen Lebensgemeinschaften leben seltener als Ehe- gibt es aber zum Teil große Unterschiede. paare mit mehreren Kindern zusammen. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:27)(cid:7)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11) (cid:25)(cid:30)(cid:18)(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:31)3(cid:26) (cid:31)3(cid:26) (cid:31)3(cid:26) (cid:31)3(cid:26) (cid:31)3(cid:26) (cid:6)3(cid:27) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 #3(cid:27) %3(cid:26) %3(cid:26) %3(cid:6) %3(cid:6) %3(cid:31) (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 !"3(cid:27) !"3# !"3$ !"3$ !"3(cid:27) !"3(cid:27) #(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:28)3(cid:31) (cid:28)(cid:28)3! (cid:28)(cid:28)3" (cid:28)(cid:28)3! (cid:28)(cid:28)3(cid:26) (cid:28)"3(cid:27) "(cid:26)(cid:5)1 !(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)1 (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:31)(cid:26)(cid:26)% (cid:31)(cid:26)(cid:26)(cid:27) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:6) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:31) (cid:31)(cid:26)(cid:6)! (cid:6)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14) (cid:31)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11) !(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11) "(cid:5)((cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:23)(cid:9)(cid:30)(cid:11)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent, Stand jeweils 31.12. 14

Abbildung 9

#3(cid:27) %3(cid:26) %3(cid:26) %3(cid:6) %3(cid:6) %3(cid:31)
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Abbildung 10

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Portrait: „Patchwork-Familien sind … ganz normal anders“ Die Familie F: Wir leben jetzt seit gut einem Jahr zusam- men. In einem halben Jahr wird sich unsere F: Zu unserer Familie gehören mein Lebensge- Familie noch ein bisschen vergrößern – wir fährte und ich, meine Tochter und die beiden bekommen noch ein Kind. Ansonsten haben wir Söhne meines Partners. Meine Tochter ist 4 keine Verwandten hier in Nürnberg. Großeltern Jahre alt. Ihr Vater und ich haben das „Wechsel- und andere Verwandte leben weiter weg. modell“, das heißt, meine Tochter ist an festen Die Situation der Kinder in der Patch- Tagen bei mir und an festen Tagen bei ihrem work-Familie Papa, jeweils genau zur Hälfte aufgeteilt. Das haben wir mit einem Familientherapeuten so festgelegt. Am Wochenende ist meine Tochter F: Die Kinder verstehen sich untereinander sehr 14-tägig bei uns. So wissen wir schon über das gut. Gerade meine Tochter freut sich immer Jahr hinweg, ob sie bei ihrem Papa oder bei sehr, wenn die Jungs kommen. Meine Tochter mir ist. – Meine Tochter hat einen Vollzeitplatz versteht sich auch mit meinem Partner gut. Das in einem Kindergarten. Ich selber arbeite 25 ist total schön. Ich denke, für sie ist es einfacher, Stunden in der Woche. An den Tagen, an denen weil sie noch jünger ist und das traditionelle meine Tochter bei mir ist, arbeite ich nur bis Familienbild vor der Trennung noch nicht richtig mittags und ich hole sie nach der Mittagspause kennengelernt hat. im Kindergarten ab, damit ich mehr Zeit mit ihr verbringen kann. M: Bei den Jungs habe ich manchmal das Ge- fühl, dass sie denken, ohne meine jetzige Part- M: Meine zwei Söhne sind 9 und 11 Jahre alt nerin wäre ich noch bei ihrer Mutter – sie sehen und haben ihren Lebensmittelpunkt bei ihrer meine neue Partnerin ein bisschen als Konkur- Mutter – wir haben also das sogenannte Resi- renz. Aber es ist nicht so gravierend, dass sie denzmodell. Sie sind aber jedes zweite Wochen- meine neue Partnerin ablehnen. Das überhaupt ende und ein bis zwei Tage unter der Woche bei nicht. Uns ist es sehr wichtig, über den ande- mir. Wir haben das so geregelt, weil ich Vollzeit ren leiblichen Elternteil vor den Kindern nur in und die Mutter der Kinder Teilzeit im Schicht- positiver Art und Weise zu sprechen, denn die dienst arbeitet. Dadurch ist sie zeitlich flexibler. Stimmungen der Ex-Partner übertragen sich Und außerdem waren die Kinder bei der Tren- ganz leicht. nung schon älter und hatten ihren Lebensmit- telpunkt da, wo ich vor der Trennung gewohnt F: Ja, wenn zum Beispiel die Kinder spüren, dass habe. der eine Elternteil jetzt vielleicht traurig ist, weil 16

Abbildung 11

sie zum anderen Elternteil gehen oder es Span- Schichtdienst, zwei Vollzeit, und dann sind da nungen zwischen den Elternteilen gibt. Aber ich noch die Schulferien. Der Vater meiner Tochter denke, es ist auch eine Chance für die Kinder, hat eine Lebensgefährtin, die Kinder im schul- ein neues Familienmodell kennenzulernen. Ich pflichtigen Alter hat, und dann muss dort auch habe auch das Gefühl, dass sie dadurch selbstän- wieder der Ex-Partner in das Urlaubgeflecht mit diger geworden sind. Und ich finde es beacht- rein – das ist eigentlich Wahnsinn. lich, wie gut sich die Kinder immer wieder auf die neuen Situationen einstellen. M: Man muss aber sehen, dass in „normalen Fa- milien“ auch nicht immer alles glatt läuft. Es ist schon wichtig, sich davon zu lösen, die Probleme Besonderheiten einer Patchwork-Familie immer so im Lichte der Trennungssituation zu sehen. In einem Seminar für Patchwork-Familien F: Etwas, das unser Leben auszeichnet, ist, dass hieß es „Patchwork-Familien sind ganz normal wir zu Hause jeden Tag eine andere Konstel- … anders“. Das trifft es ganz gut. lation haben. Dieses Wochenende sind wir zu fünft, am Montag zu dritt, Dienstag zu fünft, Mittwoch zu viert und dann mal wieder zu Weiterer Bedarf an Angeboten und Un- zweit. Also, es verändert sich tagtäglich. Und es terstützung für Patchwork-Familien braucht immer eine gewisse Zeit, bis alle ange- kommen sind. Am Samstagabend denkt man F: Ich finde, die Angebote für Patchwork-Fami- sich erst mal, super, jetzt sind alle angekommen lien sind nicht so leicht zu finden wie die Ange- und alle zusammen und da hat jeder „seinen bote für Alleinerziehende. Ich habe mich selber Platz“ gefunden – und dann ist es nach dem auf die Suche gemacht und Tipps von anderen Wochenende am Montag früh schon wieder Leuten bekommen. Das Haus Eckstein zum vorbei. Beispiel nimmt das Thema Patchwork-Familien punktuell ins Programm mit auf. F: Klassische Familien können oftmals nicht verstehen, was für eine Trauerarbeit dahinter M: Ja, dort haben wir zum Beispiel ein Seminar steckt, sein Kind abzugeben, loszulassen und besucht und erfahren, worauf Patchwork-Fami- zu wissen, dass man es jetzt erst mal fünf Tage lien achten sollten und wo sie Unterstützung nicht sieht. Wir haben mehrere Freunde, die bekommen. Also, ich finde, es bräuchte eine auch in einer ähnlichen Situation sind. Da ist ein Plattform, auf der Informationen für Familien guter Austausch da. stehen und ein Unterpunkt müsste dann die Patchwork-Familie sein. Das sollte aber außer- M: Auch für uns als Paar ist die Patchwork- halb vom Jugendamt sein, beim Jugendamt Situation eine ganz besondere – wir hatten nie denkt man einfach zu sehr an Jugendhilfe. Und die Zeit, uns alleine als Paar zu finden. Andere es geht ja um Tipps und Unterstützung und Paare lernen sich erst mal kennen, fahren zu- nicht um Erziehungsprobleme. sammen in Urlaub, gehen zusammen weg und machen dies und jenes, und nach fünf Jahren M: Und ganz praktisch: als Patchwork-Familie beschließen sie, ein Kind zu bekommen. Das hat man eine höhere finanzielle Belastung, hatten wir nicht. Die Kinder waren von Anfang da die Kinder ja zum Beispiel bei einem selber an mit da. und bei dem Ex-Partner beziehungsweise der Ex-Partnerin ein Kinderzimmer brauchen. Dazu F: Die größten Herausforderungen im Jahr sind kommt bei mir, dass die Mutter näher an der „Ausnahmesituationen“ wie Weihnachten, Os- Schule wohnt als ich und die Kinder deshalb tern, Geburtstage und die Urlaubsplanung. Wir keine kostenlose Fahrkarte bekommen. Wenn sind zum Beispiel dann fünf bis sechs Erwach- sie bei mir sind, müssen sie eine Streifenkarte sene, die alle ihren Urlaub aufeinander abstim- stempeln. Da würde ich mir schon mehr finanzi- men müssen. Davon arbeiten zwei Personen im elle Unterstützung wünschen. 17

„Mama, Mami und Papa“ – Portrait einer Regenbogenfamilie Unsere Familie ten, wenn er mal ins Schullandheim fährt und so, ist es leichter, wenn ich das machen kann. Mami: Der Hauptmittelpunkt von Benny4 sind Der Vater wohnt ja doch nicht gleich um die meine Partnerin, die seine leibliche Mutter ist, Ecke. und ich. Seine leibliche Mutter nennt er Mama Akzeptanz von Regenbogenfamilien und ich bin die Mami. Aber der Vater hat na- türlich auch Kontakt mit uns. Er hat den Benny einmal in der Woche über Nacht und wir tref- Mami: Bei den Erzieherinnen und den Leuten fen uns auch regelmäßig, damit wir in Kontakt aus meinem privaten Umfeld habe ich keine bleiben. Er ist ja auch kein Fremder, sondern negativen Erfahrungen gemacht. Man merkt ein guter Bekannter. Und Benny nennt ihn auch schon, dass die Leute auch mal irritiert sind, Papa. wenn Benny uns Mama und Mami nennt. Aber wenn ich mit den Leuten gesprochen habe, war Mama: Wir haben das von Anfang an so ge- da eigentlich nie Ablehnung oder Abneigung. plant, dass Benny bei uns lebt, und der Vater hat sich darauf eingelassen. Wir haben ein Mama: Bei den Eltern in der Krippe ist es halt gutes Vertrauensverhältnis zu ihm. Am Anfang so, dass die das teilweise nicht kennen. Zwei hat nur er uns regelmäßig besucht. Vor einem Frauen, das ist nochmal ungewöhnlicher und halben Jahr haben wir angefangen, zu Dritt bei wird stärker beäugt als Alleinerziehende. Da ihm zu übernachten, und den Benny dann ab waren schon Berührungsängste da. Jetzt, nach und zu mal dagelassen. Jetzt holt der Papa ihn einem Jahr, trauen sich die Mütter auch mal zu jeden Dienstag von der Krippe ab und Benny fragen „Wie geht denn das?“ Wir tauschen uns übernachtet bei ihm. Er möchte etwas von dem auch mit anderen Regenbogenfamilien aus, zum Alltagsleben mit Benny mitbekommen. Er hat Beispiel in dem selbstorganisierten ILSE-Treffen, Benny auch zur Adoption freigegeben und der Initiative für lesbische und schwule Eltern. meine Partnerin hat ihn adoptiert. So liegt das Das ist uns wichtig. Fürsorgerecht mit Rechten und Pflichten jetzt Berufstätigkeit und Kinderbetreuung bei uns. Mami: Sonst hätte ich ja gar nicht zu ihm ins Mama: Das erste Jahr war ich zu Hause und jetzt Krankenzimmer gedurft, wenn ihm mal was arbeite ich 30 Stunden in der Woche. Der Benny passiert. Das war so der Punkt, wo ich gesagt ist von halb acht bis halb drei in der Kinder- habe, ich möchte auch medizinisch mitentschei- krippe und ich hole ihn dann um halb drei ab. den, wenn was wäre. Und auch für Unterschrif- Da meine Partnerin Vollzeit arbeitet, bin schon 18 4 Name geändert.

Abbildung 12

eher ich die Hauptbezugsperson, aber eigentlich ny auch gerne in einen integrativen Kindergar- teilen wir uns die Erziehung und sprechen uns ten gegeben, aber dort haben wir keinen Platz ab. Ich habe zum Beispiel am Mittwoch meinen bekommen. Es wäre schön, wenn es mehr solche freien Tag, an dem ich was für mich mache, Kindergärten gäbe. Was mir nicht gefällt, sind am Donnerstag hat meine Partnerin frei und die großen offenen Gruppen in Kindergärten. dienstags ist Benny bei seinem Vater. Den Rest Ich denke, kleine Kinder brauchen eine feste machen wir eigentlich gemeinsam. Bezugsperson und Bezugsgruppe. Mama: Bei uns wäre es gar nicht möglich, dass Insgesamt war es für uns schon sehr schwierig, eine zu Hause bleibt. Wir haben eben zwei Frau- einen Krippenplatz zu finden. Wir haben uns engehälter und nicht so die Jobs, wo man so viel auch bei vielen privaten Krippen beworben und verdient, dass man davon eine Familie ernähren da zum Teil noch nicht mal eine Nachricht erhal- könnte. Ich habe mal überlegt, nur 20 Stunden ten, wenn wir keinen Platz bekommen haben. zu arbeiten, aber nachdem die Krippenkosten Da fühlt man sich schon ein bisschen alleinge- mit 400 Euro zu Buche schlagen, muss ich 30 lassen mit Kind. Ich fände es besser, wenn die Stunden arbeiten, damit es sich überhaupt ren- Vergabe der Plätze zentral stattfinden würde, tiert. Und was die Krippe weniger kostet, wenn auch für die Kindergärten, so wie es eine Freun- ich nur 20 oder 25 Stunden arbeite, das macht din von München erzählt hat. Hier bei uns greift nicht viel aus. Dabei fände ich es schon wichtig, man sofort zu, wenn man endlich eine Zusage dass man eine Wahlmöglichkeit hat, ob man 20 bekommt, auch wenn das eine private Einrich- oder 30 Stunden arbeitet. Bei 30 Stunden bleibt tung ist, die entsprechend teuer ist. Ich dachte zu Hause halt viel liegen. auch, wenn Benny in den Kindergarten kommt, dann ist das ein bisschen kostengünstiger, aber Mama: Um einen Platz in einer städtischen Krip- in dem privaten Kindergarten zahlen wir auch pe oder in einem städtischen Kindergarten zu 300 Euro. bekommen, braucht man zumindest in unserer Gegend möglichst viele Sozialpunkte, und was Freizeitgestaltung da besonders zählt, ist, wenn ein Kind zwei- sprachig aufwächst und Migrationshintergrund Mama: Ich gehe unter der Woche oft auf den hat. Wir haben da keine Chance, obwohl wir Spielplatz. Aber manche Spielplätze sind einfach beide berufstätig sind. Und dabei sprechen die nicht so geeignet für Kleinkinder. Doch jetzt Kinder mit Migrationshintergrund zum Teil zum gibt es bald einen neuen in unserer Nähe, der Beispiel fließend deutsch und türkisch. Da merkt einen Kleinkindbereich hat. Außerdem gehen man gar nicht, dass die Familie einen Migrati- wir manchmal in eine Buchhandlung in der onshintergrund hat, außer vielleicht am Ausse- Innenstadt, in der es eine Spielecke für Kinder hen. Und trotzdem werden sie bevorzugt. Ich gibt. Oder wir besuchen andere Mütter. verstehe natürlich, dass die Familien die Plätze Ich denke, es sollte noch mehr Angebote für die nehmen, aber ich finde, so können Vorbehalte Kleinen geben, gerade für schlechtes Wetter. gegenüber Familien mit Migrationshintergrund Wenn, dann sind das oft so langfristige Bezahl- entstehen oder verstärkt werden. Ich finde es angebote, und wenn es dem Kind dann beim wichtig, über dieses Punktesystem neu zu ent- ersten Mal nicht gefällt, bekommt man das scheiden, und zu sagen, es gibt in der jeweiligen Geld für den Kurs auch nicht zurück. Es fehlen Einrichtung soundso viele Plätze für Kinder mit Angebote, wo man einfach mal hin und wieder Migrationshintergrund und soundso viele Plätze weg gehen kann. Und mal den Eintritt für das für andere Kinder. Dann werden die Kinder mit Playmobilland und das Schwimmbad zu zahlen Migrationshintergrund auch nicht so abgekap- geht schon, aber irgendwann summiert sich das selt. Und außerdem ist es doch wichtig, dass in dann. den Kindergärten auch deutsche Kinder sind, damit die Kinder, die die Sprache nicht können, Mami: Eine Freundin hat was in der Innenstadt es von den anderen lernen. Wir hätten den Ben- entdeckt, wo es einen Innenspielplatz gibt, mit 19

Bällebad und Hüpfburg und was zum Malen Samstag für zwei oder drei Stunden geöffnet. und Klettern. Da können sich die Kinder drin- Der Spielraum im Spielzeugmuseum oben ist nen mal richtig austoben. Das Ganze ist erst mal auch nicht schlecht, aber da zahlt man erst mal kostenfrei, man gibt nur einen kleinen Obolus. den Eintritt für das Museum und das Museum Sowas sollte es öfters geben. Denn da ist nur am interessiert die kleinen Kinder ja gar nicht. „Familie macht Spaß!“ – Portrait einer Pflegefamilie Mein Mann und ich haben zwei leibliche Kin- der, eine Tochter, die ist jetzt 29 Jahre alt, und einen Sohn, der ist 32. Als die beiden vor zehn Jahren ausgezogen sind, waren mein Mann und ich Anfang 40. Wir haben dann so eine Art Lebensbilanz gemacht und uns gefragt, was uns ausmacht und was uns Freude macht. Das waren eindeutig Familie und Kinder, und wir haben uns entschlossen, 2-3 Pflegekinder bei uns aufzunehmen. Als erstes kam ein Geschwis- terpärchen zu uns. Anton5 war damals 2, Hanna5 4. Heute sind die beiden 12 und 14 Jahre alt. Vor einigen Jahren haben sich die beiden dann noch ein Geschwisterchen gewünscht, und so ist Melanie5 zu uns gekommen. Sie lebt jetzt seit 3½ Jahren bei uns und ist mittlerweile 7 Jahre alt. Zu den leiblichen Eltern von Anton und Hanna haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Sie leben allerdings getrennt und wir können uns nur jeweils mit einem Elternteil treffen. Anders geht es nicht. Wir treffen uns einmal im Monat mit dem Vater, zum Beispiel in einem Café. Die Kinder sind dann relativ schüchtern, wobei er die Kinder total lieb hat. Das merkt man, und er gibt sich auch sehr viel Mühe. Mit der Mutter unternehmen wir meistens etwas. Im Sommer gehen wir zum Beispiel schwimmen oder in den Playmobil Funpark. Oder wir gehen in ein Kindertheater. Mit der Mutter von Melanie treffen wir uns alle 14 Tage. Mir ist es wichtig, die gute Bindung zwischen den beiden aufrecht zu erhalten, auch wenn Melanie nicht bei ihrer Mutter leben kann. Melanie ist ein sehr taffes, intensives Kind. Dem konnte die Mutter nicht immer standhal- ten. Nach dem Umgangskontakt ist Melanie oft 20 5 Namen geändert.

Abbildung 13

emotional ziemlich durcheinander. Sie ist dann Sie brauchen mich als verlässliche Bezugsperson, in einem Loyalitätskonflikt und wird auch schon die jederzeit für sie da ist. Jetzt allmählich sind mal aggressiv. Man muss lernen, damit umzuge- sie so weit, dass ich vormittags arbeiten könnte, hen und das dann nicht persönlich zu nehmen. aber es passt auch so. Ihr Vater lebt in einer anderen Stadt und es gibt einen losen Kontakt zu ihm. Pflegekinder bringen ihren Rucksack mit, und den packen sie so nach und nach aus. Da ist es Mit der Schwester und einer Tante von Melanie manchmal gut, wenn man Unterstützung von treffen wir uns so einmal im Vierteljahr und außen hat. Mein leiblicher Sohn hat anfangs unternehmen gemeinsam etwas. Wenn uns ge- immer mal wieder die Kinder gehütet und rade nichts Besonderes einfällt, gehen wir in das heute fährt er manchmal mit ihnen querfeldein Begegnungshaus der Stadt Nürnberg speziell für auf dem Fahrrad durch die Gegend. Das machen Pflegefamilien, wo auch das Spielmobil ist. mein Mann und ich nicht. Meine Mutter hilft mir auch sehr, zum Beispiel mit der Wäsche. Die Arbeitsteilung bei uns zu Hause ist sehr kon- Sie sagt immer „Ich brauche kein Ehrenamt, ventionell. Mein Mann arbeitet 35 Stunden die ich habe ja euch“. Unsere Kirchengemeinde, in Woche und ich bin Vollzeit zu Hause und küm- der mein Mann und ich aktiv sind, ist auch sehr mere mich um die Kinder und das Haus. Anders wichtig für uns. Das ist für die Kinder so ein er- ginge es gar nicht, weil mit den Kindern so viele weitertes Zuhause, wo sie mit ihren Eigenheiten Anforderungen verbunden sind. willkommen sind. Außerdem sind wir Mitglied im Pflegeelternverein, der eine tolle Arbeit macht und Pflegeeltern und solche, die es wer- den wollen, berät und unterstützt. Durch die Melanie habe ich einen Sozialpäda- gogen, an den ich mich wenden kann, wenn ich einen Rat brauche. Ich habe auch schon Schul- beratung in Anspruch genommen, und als mein leiblicher Sohn klein war, waren wir bei einer Erziehungsberatungsstelle. Er hatte ADHS, das war damals noch sehr unbekannt. Toll in Nürnberg finde ich das kulturelle Ange- bot für Kinder, z.B. die verschiedenen Kinder- theater und das Sternenhaus und die Führungen mit Agnes Dürer durch das Dürerhaus. Was fehlt, das ist etwas, wo Kinder Natur erleben und wo sie selber aktiv werden und eigene Erfahrungen machen können. Als ich Kind war, gab es im Reichswald zum Beispiel einen Indi- anerspielplatz, und in Erlangen gibt es die Ju- gendfarm. So etwas auch in Nürnberg zu haben, das wäre schön. Und es fehlt noch eine Liste mit tollen Spielplätzen in Nürnberg im Internet, mit Lagebeschreibung und Foto. Dann kann man ganz leicht einen finden, der passt. Aber das Wichtigste ist: Familie macht Spaß! 21

Abbildung 14

Portrait: Drei Generationen unter einem Dach Die Familie F: Zur engeren Familie hier im Haushalt gehören mein Mann und ich, unsere Zwillinge, die jetzt 10 Jahre alt sind, und unsere zwei Katzen. Dann wohnen noch meine Eltern im Haus und zwei Schwestern von mir mit ihren Familien. Unsere Mädchen haben hier im Haus einen Cousin und eine Cousine. Die Cousine tanzt mit den Mäd- chen Garde und schaut eigentlich täglich bei uns vorbei. Der Cousin spielt mit ihnen Basketball. In den Ferien fahren wir zum Teil zusammen in Urlaub und es gibt natürlich auch Familien- Jahre zu Hause geblieben. Das war damals nicht feiern. Wenn im Alltag etwas ausgegangen ist, so leicht für mich. Ich war neu hier, hatte noch holt man es sich bei den anderen, wenn man zu keinen Anschluss und in irgendwelchen Grup- viel zum Essen hat, bringt man es den anderen pen mit Kindern waren nur Frauen. Nach den vorbei. Also, der Kontakt ist schon täglich und zwei Jahren musste ich einfach mal etwas ande- regelmäßig. Aber es gibt keine Verpflichtungen. res sehen und habe angefangen, wieder halb- tags in München zu arbeiten. Am Anfang hatte M: Es kommt aber auch mal vor, dass man sich ich dort auch ein Zimmer, weil ich manchmal eine Woche nicht sieht. Es hat ja jeder eine morgens um sechs Uhr anfangen musste. Aber abgeschlossene Wohnung und kann sich zurück- so seit vier Jahren macht ein Kollege die Früh- ziehen. Und natürlich gibt es auch mal Konflikte schichten und ich mache dafür die Spätschich- untereinander. ten. Jetzt fahre ich abwechselnd zwei und drei Tage in der Woche nach München. Demnächst F: Ja, auf jeden Fall. Wir hätten uns von meinen kann ich wahrscheinlich auch zum Teil von zu Eltern zum Beispiel mehr Engagement bei den Hause aus arbeiten. Mit meinem Arbeitgeber Kindern gewünscht. Sie sehen es so, dass sie ihr war das alles kein Problem. Mein Chef hatte Leben lang gearbeitet haben und viele Kinder viel Verständnis und außerdem arbeite ich im um sich hatten, und jetzt wollen sie einfach IT-Bereich, da ist vieles noch flexibler. ihre Ruhe haben. Wenn ich sie mal bitte, sich um die Kinder zu kümmern, weil sie krank sind F: Ich hatte nach der Geburt meiner Kinder und mein Mann und ich in die Arbeit müssen, zunächst den Mutterschutz und habe dann empfinden sie das ein bisschen als Last. Jetzt Zeitguthaben und Gleitzeiturlaub genutzt. So sind die Kinder ja nicht mehr so oft krank, aber waren mein Mann und ich die ersten sieben als sie kleiner waren schon, und da war das Monate gemeinsam zu Hause. Danach habe ich nicht so einfach. Da dachte ich, jetzt habe ich wieder Vollzeit gearbeitet. Ich hatte auf der das Haus voller Verwandter und habe bei der Arbeit aber schon angekündigt, dass mein Mann Kinderbetreuung die gleichen Probleme wie wieder arbeiten würde und dass ich ab da gerne andere auch. auf Teilzeit umsteigen würde. Das ging dann aber erst ein Jahr nachdem mein Mann ange- Erwerbstätigkeit und Familienarbeit fangen hatte zu arbeiten. Die Kinder waren in der Zeit schon in der Krippe und wenn sie M: Als die Kinder geboren wurden, bin ich von gesund waren, war das kein Problem. Aber am München nach Nürnberg gezogen, habe Eltern- Anfang, als sie in die Krippe kamen, waren sie zeit genommen und bin dann die ersten zwei oft krank, und eines unserer Kinder hatte auch 22

Abbildung 15

noch gesundheitliche Probleme, so dass wir oft mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem ins Krankenhaus mussten. Da war ich auch für Rad unterwegs. Das Angebot an öffentlichen mich am Ende meiner Kräfte. Damals war das Verkehrsmitteln ist im Laufe der Jahre ja auch mit der Familienfreundlichkeit bei uns in der immer besser geworden. Firma noch nicht so angekommen. Das hat sich aber geändert und mittlerweile habe ich sehr F: Aber eigene Fahrradwege fehlen in Nürn- viele Freiheiten bei der Gestaltung meiner Ar- berg oft noch. Das wäre gerade für Kinder sehr beitszeit. Ich arbeite 24 Stunden in der Woche. wichtig. Mein Mann und ich arbeiten gegengleich. Er arbeitet immer Montag, Dienstag und jeden Ansonsten finde ich das Angebot für Familien zweiten Mittwoch, und ich arbeite Mittwoch, in Nürnberg aber sehr gut. Eines unserer Kin- Donnerstag, Freitag. Manchmal arbeite ich auch der hat eine Leserechtschreibschwäche und ich an den anderen Tagen und habe dafür eigent- finde, da haben wir eine sehr gut Beratung lich immer alle Schulferien frei. Das ist echt toll, und Unterstützung bekommen. Und auch die in der Form ist das sicher selten. Da bin ich doch Cnopf’sche Kinderklinik und das Südklinikum froh, dass ich damals durchgehalten habe. sind sehr gut aufgestellt und es gibt eine spezi- elle Kinderneurologin in Nürnberg. Da habe ich Unsere Kinder sind jetzt in der 5. Klasse. Bis mich mit unserer Tochter, die früher gesundheit- Dezember waren sie in der Mittagsbetreuung, liche Probleme hatte, wirklich gut aufgehoben aber das wollten sie von sich aus nicht mehr. gefühlt. Schwierig ist das nur, wenn mittwochs mein Mann und ich beide arbeiten, und eine Tochter Das Freizeitangebot in Nürnberg finde ich dann schon immer kurz nach zwölf nach Hause super, die Musikschule, den Tiergarten, die kommt. Aber sie ist ja schon zehn Jahre alt und Schwimmbäder, die Museen, die Villa Leon, auch gerne mal alleine zu Hause. das Erfahrungsfeld der Sinne, das Planetarium und die kostenlosen Angebote wie Spielmobil M: Die Arbeitsverteilung ist bei uns ganz klas- und Stadtbibliothek. Leider hat der Tag nur sisch: meine Frau kümmert sich um Küche, Wa- 24 Stunden. Was ich aber überhaupt nicht in schen und Putzen. Einmal in der Woche wird sie Ordnung finde, sind die Preise für den Tiergar- von einer Haushaltshilfe unterstützt. Ich küm- ten. Wir haben immer mindestens zwei Kinder mere mich um das Auto, Versicherungen, die dabei, oft auch noch Freunde der Kinder, und anfallenden Reparaturen und überhaupt alles, das können auch wir uns nicht einfach mal so was mit Technik zu tun hat. Außerdem koche leisten. Und wir würden auch gerne mal nur für ich an den Tagen, an denen ich zu Hause bin. 2 Stunden in den Tiergarten gehen, und nicht Am Anfang, als ich ganz zu Hause war, habe für den ganzen Tag, aber das ist gar nicht mehr ich auch im Haushalt viel gemacht, aber das ist vorgesehen. Was ich mir noch wünsche, das ist nicht so mein Interessensgebiet. eine Jugendfarm, so wie in Erlangen, dass das Volksbad wieder eröffnet wird, einfach so zum F: Und bei mir ist es so, dass ich mich nicht so für Schwimmen, ohne Bespaßung, und dass die das Technische interessiere. Stadt den Mut hat, freie Grundstücke einfach brach zu lassen, zu begrünen und für uns alle Leben in Nürnberg nutzbar zu machen. Es ist nicht schön, dass alles so zugepflastert wird. Wir brauchen in Nürn- M: Ich finde, der Individualverkehr hat in den berg einfach mehr Grünflächen. letzten Jahren mehr und mehr zugenommen. Da sollte man wirklich mal überlegen, ob man Aber insgesamt kann man in Nürnberg sehr gut den Verkehr nicht komplett aus der Innenstadt mit Kindern leben. rausnimmt. Wir sind mittlerweile fast nur noch 23

Alleinerziehende Frauen und Männer in Nürnberg Am 31.12.2013 gab es in Nürnberg insgesamt oder gar keine Unterstützung vom anderen El- 11.927 Alleinerziehenden-Haushalte. Die Grup- ternteil bekommen. Dies trägt wesentlich dazu pe der Alleinerziehenden ist zwar sehr hetero- bei, dass Alleinerziehende häufiger von Armut gen und schließt die junge Frau ohne Ausbil- betroffen sind als Paarfamilien, seltener über dung ebenso ein wie die Vollzeit erwerbstätige Wohneigentum verfügen und mit ihrer Wohn- Akademikerin mit bereits älteren Kindern. situation häufiger unzufriedener sind (siehe nachfolgende Kapitel). Das folgende Portrait ei- Gemeinsam ist Alleinerziehenden jedoch, dass ner alleinerziehenden Mutter beschreibt daher sie häufig alleine für die Betreuung der Kinder eine Lebenssituation, die viele Alleinerziehende und die Finanzierung des Lebensunterhalts der kennen. Familie verantwortlich sind und dabei nur wenig „… dabei möchte ich doch für meine Kinder stark sein“ – Portrait einer Alleinerziehenden-Familie Ich habe zwei Kinder, eine Tochter, die neun Seit fünf Jahren habe ich eine neue Beziehung, Jahre alt ist, und einen Sohn, der 12 Jahre alt ist. und für mich zählt mein Partner auch zur Fami- Der Vater meiner Kinder und ich leben getrennt. lie. Er wohnt zwar nicht bei uns, aber trotzdem Bis vor zwei Jahren haben wir uns die Verant- ist er auch für die Kinder ein Bezugspunkt. wortung für die Kinder trotzdem noch geteilt, Allerdings kann er mich insgesamt wenig unter- aber dann wurde er krank und konnte sich nicht stützen, da er selbst arbeitsmäßig eingebunden mehr so um die Kinder kümmern. Seitdem leben ist und eigene Kinder hat. sie komplett bei mir. Mittlerweile sind sie aber wieder an jedem zweiten Wochenende und die Ich habe eine befristete Stelle als Sozialpädago- Hälfte der Ferien bei ihm. Sie hängen an ihrem gin mit 22 Stunden und arbeite von Montag bis Papa und ich bin froh, dass der Kontakt da ist. Donnerstag jeweils bis 14 Uhr. Mein Arbeitgeber Großeltern gibt es auch noch, aber die wohnen ist sehr aufgeschlossen für das Thema „Ver- weiter weg. einbarkeit von Beruf und Familie“. Wir haben flexible Arbeitszeiten und man kann auch aus familiären Gründen Home Office beantragen. Auch meine Chefin unterstützt mich. 24

Abbildung 16

Meine Tochter geht nach der Schule in den Hort, der zur Schule gehört, und ich finde, sie ist dort gut aufgehoben. Mein Sohn geht in die Mit- tagsbetreuung, weil im Hort nur Kinder bis zur vierten Klasse betreut werden. In der Mittagsbe- treuung werden allerdings keine Hausaufgaben gemacht und nicht unbedingt passende Freizeit- maßnahmen für Fünftklässler angeboten. Mein Sohn geht deswegen nicht gerne hin. Da er nicht der beste Schüler ist, mache ich dann nach- mittags oft die Hausaufgaben mit ihm. Ich kann mir nicht vorstellen, ihn damit alleine zu lassen. Ab und zu muss ich auch mal länger arbeiten oder einen Abendtermin wahrnehmen. Da bin ich dann auf mein soziales Netzwerk angewie- sen. Meine Tochter ist ja bis 17.00 Uhr im Hort und mein Sohn geht dann nachmittags mal mit zu einem Freund. Sie können auch mal bei einer Freundin von mir übernachten, die auch allein- erziehend ist. Ein andermal übernachten deren Kinder dann bei mir. Wenn ein Elternabend ansteht, frage ich auch mal meinen Freund, ob er Zeit hat, sich um die Kinder zu kümmern. Als die Kinder noch kleiner waren, war das natür- lich nicht so leicht. Am schwierigsten ist die finanzielle Situation als alleinerziehende Mutter. Der Vater der Kinder kann keinen Unterhalt zahlen und so muss ich meine Kinder mit Hilfe meiner Arbeit und der Unterstützung von verschiedenen Ämtern großziehen. Neben dem Kindergeld bekam ich bis vor kurzem Wohngeld, Kinderzuschlag und wirtschaftliche Jugendhilfe. Ich bin dankbar, dass es in Deutschland finanzielle Unterstützung von Ämtern gibt, aber diese Unterstützung reicht nicht aus, um als Alleinerziehende über die Runden zu kommen. Nicht nur ich, auch viele andere alleinerziehende berufstätige und arbeitslose Mütter leiden unter Existenzängsten und haben Sorge, ihre Kinder adäquat großzie- hen zu können. Ich persönlich versuche mein Bestes, aber oft habe ich das Gefühl, es nicht mehr zu schaffen oder zusammenzubrechen. Dabei möchte ich doch für meine Kinder stark sein, damit sie mit einem gesunden Selbstwert- gefühl heranwachsen können. Aber wie soll das funktionieren, bei diesem niedrigen finanziel- len Niveau, auf dem wir leben müssen, egal, 25

Abbildung 17

wie sehr wir uns anstrengen? Selbst wenn ich Schwierig finde ich zum Teil auch die Antragstel- die Möglichkeit hätte, meine Stunden aufzu- lung bei den verschiedenen Ämtern. Da kommt stocken, so würde der Betrag sofort von einem es manchmal zu solchen Pattsituationen, dass der Ämter gekürzt. Nicht nur ich, sondern auch man mir bei einem Amt sagt, man brauche erst viele andere alleinerziehende Frauen finden den Bescheid des anderen Amtes und dort sagt das ungerecht. Und selbst wenn ich tatsächlich man mir das Gleiche. Es gibt hin und wieder Vollzeit arbeiten würde – was momentan nicht nette Sachbearbeiter, die so engagiert sind, dass geht, weil gerade mein Sohn noch viel Unter- sie mit dem Sachbearbeiter des anderen Amtes stützung braucht – , dann wäre es finanziell Kontakt aufnehmen, aber das ist mir bisher nur eng. Ich müsste den Hort dann selber zahlen, einmal passiert. Solche Dinge und die zum Teil und die Bildungsgutscheine und der Nürnberg- langen Wartezeiten auf einen Bescheid, den ich Pass würden wegfallen. dann tatsächlich für einen anderen Antrag brau- che, sind sehr demotivierend und zeitraubend. Ich nehme mich oft selber zurück, damit meine Und manchmal hat es auch lange gedauert, bis Kinder nicht ständig verzichten müssen. Und das Geld überwiesen wurde. Meine Eltern oder ich bin auch der Meinung, dass Kinder lernen mein Freund helfen mir dann zwar finanziell müssen, dass sie nicht alles bekommen können, aus, aber das alles ist psychisch sehr belastend. was sie sich wünschen. Aber manchmal blu- Einfacher wäre es sicher, wenn es eine Anlauf- tet mir das Herz, wenn ich ihnen gerne etwas stelle gäbe, bei der alle öffentlichen Leistungen ermöglichen würde und es mir einfach nicht beantragt werden könnten und die sich um alles leisten kann. Ein Problem sind auch die steigen- kümmert. Außerdem finde ich es wichtig, dass den Strom- und Energiekosten und die hohen es noch mehr kostengünstige Freizeitangebote Mieten. Wir haben zum Beispiel bisher in einer für Kinder und mehr Ermäßigungen mit dem kleinen Wohnung gelebt, in der meine Tochter Nürnberg-Pass gibt. Das Schwimmbad und die und mein Sohn sich ein Zimmer geteilt haben. Fahrpreise vom VGN sind schon sehr teuer. Und Das ging einfach nicht mehr. Nach langem Su- es wäre leichter, wenn es mehr Hortplätze und chen sind wir jetzt in eine 4-Zimmer-Wohnung Hausaufgabenbetreuung auch über die 4. Klasse gezogen, die eigentlich zu teuer ist und nicht hinaus gäbe. innerhalb der genehmigten Mietobergrenze des Jobcenters liegt. In diesem Zusammenhang Was ich in Nürnberg gut finde, ist das Bera- kann ich übrigens nicht nachvollziehen, war- tungsangebot. Die Beratungsstelle für Allein- um die Mietobergrenze ab 1.1.2013 für einen erziehende im Haus Eckstein und auch andere 3-Personenhaushalt im ALG-II-Bezug gesenkt Beratungsstellen haben mir sehr geholfen. Und wurde, wogegen sie für 1- und 2-Personenhaus- dass es ein Bündnis für Familie gibt, finde ich halte angehoben wurde. Durch die neue teurere auch gut. Wohnung falle ich wieder in den ALG-II-Bezug, was mich sehr belastet, vor allem weil ich trotz qualifizierter Arbeitsstelle zum Vermittler beim Jobcenter muss. Dieser hat mich allen Ernstes in meiner Situation aufgefordert, Vollzeit zu arbeiten und mir eine entsprechende Stelle zu suchen. Ich fühle mich dadurch unter Druck gesetzt und psychisch sehr belastet. 26

3.4 Familien mit Migrationshintergrund 59,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Die Anteile der Kinder und Jugendlichen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind in den Altersgruppen bis 15 Jahren bedingt durch die ius-soli-Regelung, die 2000 in Kraft trat, sehr niedrig. Lediglich in der Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen ist der Anteil etwas höher, da hier noch nicht für alle Kinder bei Geburt die ius-soli-Regelung galt. Bei der Geburt der heute 15- bis unter 18-Jährigen galt die ius-soli-Re- gelung noch gar nicht, so dass hier die Anteile derjenigen mit ausländischer Staatsangehörig- keit am höchsten sind. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:6)(cid:7)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:29)(cid:10)(cid:22)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:2)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11) (cid:25)(cid:23)(cid:5)!(cid:6)(cid:4)(cid:6)(cid:31)(cid:4)(cid:31)(cid:26)(cid:6)! (cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)!(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) !(cid:27)3(cid:28) (cid:28)(cid:26)3" (cid:28)3# "3" !(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)$(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) !#3# (cid:28)(cid:6)3(cid:26) $3(cid:6) (cid:28)3! $(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)(cid:26)(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) !#3" (cid:28)(cid:26)3$ (cid:28)3" $3# (cid:6)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)(cid:28)(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) "(cid:26)3# ""3(cid:31) $3! %3% (cid:6)(cid:28)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) "(cid:28)3% !(cid:6)3! #3(cid:27) (cid:6)(cid:28)3(cid:26) (cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 =(cid:9)(cid:10)(cid:12)’.(cid:30)(cid:9)(cid:5)((cid:30)(cid:13)(cid:9)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14) =(cid:9)(cid:10)(cid:12)’.(cid:30)(cid:9)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14) (cid:2)(cid:10)’(cid:18)(cid:17)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)>4?@ (cid:2)(cid:10)’(cid:18)(cid:17)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)>(cid:13)(cid:19).(cid:30)(cid:12)/4?@ Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent. In Haushalten, in denen die Bezugsperson im Haushalten, in denen die Bezugsperson eine aus- Haushalt (= älteste Person im Haushalt) einen ländische Staatsangehörigkeit hat, 27 Prozent. Migrationshintergrund hat, leben häufiger Kin- der unter 18 Jahren als in Haushalten, in denen die Bezugsperson keinen Migrationshintergrund hat. Während 13 Prozent der Haushalte mit ei- ner Bezugsperson ohne Migrationshintergrund zu den Familienhaushalten zählen, sind es in den Haushalten, in denen die Bezugsperson die deutsche Staatsangehörigkeit und einen Mig- rationshintergrund hat, 23 Prozent und in den 27

Abbildung 18

!(cid:27)3(cid:28) (cid:28) (cid:26)3" (cid:28)3# "3"
!#3# (cid:28)(cid:6) 3(cid:26) $3(cid:6) (cid:28)3!
!#3" (cid:28)(cid:26) 3$ (cid:28)3" $3#
"(cid:26)3# ""3(cid:31) $3! %3%
"(cid:28)3% !(cid:6)3! # 3(cid:27) (cid:6)(cid:28)3(cid:26)

Abbildung 19

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Angaben in Prozent. In 51,5 Prozent der Familienhaushalte in Nürn- lien ohne Migrationshintergrund, der Anteil berg hat die Bezugsperson im Haushalt einen der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Migrationshintergrund. Bezogen auf alle Haus- Kindern etwas niedriger. Dies gilt noch einmal halte sind es lediglich 35,5 Prozent (31.12.2013). mehr für die Haushalte, in denen die Bezugsper- Der Anteil der Ehepaarfamilien an allen Famili- son die deutsche Staatsangehörigkeit und einen enhaushalten ist unter den Familien mit Migrati- Migrationshintergrund hat. onshintergrund etwas höher als bei den Fami- (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)!(cid:7)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5))(cid:9) (cid:10)(cid:22)’0(cid:9)(cid:11)’((cid:13) (cid:19)(cid:23)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:12)70(cid:5)(cid:25)(cid:23)(cid:5)!(cid:6)(cid:4)(cid:6)(cid:31)(cid:4)(cid:31)(cid:26)(cid:6)! )(cid:9) (cid:10)(cid:22)’0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:10)(cid:12)’.(cid:30) )(cid:9) (cid:10)(cid:22)’0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:10)(cid:12)’.(cid:30) )(cid:9) (cid:10)(cid:22)’0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:25)(cid:10)’(cid:18)(cid:17)(cid:13)(cid:14)(cid:19)’.(cid:30)(cid:9)(cid:11) ((cid:30)(cid:13)(cid:9)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14) (cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)8(cid:19)(cid:22)(cid:11)(cid:25)(cid:12)(cid:19)((cid:13)’(cid:30)(cid:19)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:14) (cid:15)(cid:12)(cid:25)(cid:25)(cid:12)’(cid:25)(cid:13)(cid:22)(cid:9)(cid:30)+(cid:11)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12) (cid:31)$(cid:5)1 (cid:31)"(cid:5)1 (cid:31)(cid:28)(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1 $"(cid:5)1 #(cid:6)(cid:5)1 %(cid:5)1 $#(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 4(cid:30)(cid:9)0(cid:25)(cid:25)(cid:11) (cid:20)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5):(cid:9)(cid:3)(cid:9)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)(cid:23)(cid:9)(cid:19)(cid:13)’.(cid:30)(cid:25)(cid:16)(cid:12) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, eigene Berechnungen. Angaben in Prozent. In Familien mit Migrationshintergrund leben häufiger mehrere Kinder als in Familien ohne Migrationshintergrund. Doch auch in der Hälfte der Familien mit Migrationshintergrund lebt nur ein Kind unter 18 Jahren. 28

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Abbildung 20

„Wir sind nicht so streng hinsichtlich anderer Religionen“ – Portrait einer Familie aus dem Irak Ich bin 2000 mit meinem Mann und meiner kleinen Tochter aus dem Irak nach Deutschland geflohen. Hier in Deutschland haben wir Asyl bekommen. In der ersten Zeit haben wir als Fa- milie in einem kleinen Zimmer in einem Asylbe- werberheim gelebt. Es gab ein Gemeinschafts- bad und eine Küche, die wir uns mit anderen Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Sprachen geteilt haben. Nach ein paar Monaten kamen wir dann nach Nürnberg. Dort kamen unsere beiden Söhne zur Welt. Am Anfang war es sehr schwierig, in einem den, was eine Hauptschule ist und erst später fremden Land zu leben und die Sprache und die erfahren, dass man in der Bibliothek Bücher Kultur nicht zu kennen. Wenn wir einen deut- ausleihen kann. Meine Tochter kam zunächst schen Brief von einem Amt bekommen haben, auf die Hauptschule. Sie ist dann noch in der 5. sind wir auf die Straße gegangen und haben Klasse auf die Realschule gewechselt und jetzt geguckt, wer arabisch oder türkisch sprechen in der FOS. könnte und haben dann gefragt, ob sie uns hel- fen können, den Brief zu verstehen. Ich wusste Bei uns zu Hause bin ich für den Haushalt und auch nicht, dass ich meine Tochter überall für die Kinder zuständig. Ich gehe in die Schul- den Kindergarten anmelden konnte und habe sprechstunden meiner Kinder, zu Ärzten und zu es nur bei zwei Kindergärten probiert. Sie be- Ämtern. Auch um die Hausaufgaben und den kam deshalb erst mit sechs Jahren einen Platz Einkauf kümmere ich mich. Ich habe jetzt für im Kindergarten. Aber sie hat trotzdem schnell drei Jahre einen Minijob als Dolmetscherin in ei- Deutsch gelernt, und ich habe es dann zum Teil nem Projekt – ich spreche Englisch, Arabisch und von ihr gelernt. Ich habe auch bei „Mama lernt Türkisch. Ich kann das gut organisieren, meine Deutsch“ mitgemacht und vom Wörterbuch und Arbeit als Dolmetscherin und als Elternlotsin, im Alltag gelernt. Mit einer deutschen Nach- den Haushalt und die Kinder. Seit mein Mann barin habe ich immer „über das Wörterbuch arbeitslos ist, hilft er mir manchmal im Haushalt gesprochen“ – ihre Tochter ist genauso alt wie oder holt auch mal die Kinder ab. meine. Wir sind jetzt seit 13 Jahren befreun- det und versuchen immer, uns gegenseitig zu Unsere Söhne machen Taekwondo und spie- helfen. len Fußball. Der Kleine spielt samstags Tennis. Wir besuchen auch mal Freunde oder jemand Seit 2010 unterstütze ich selber Familien mit kommt zu uns. Aber im Winter sind wir an den Migrationshintergrund. Ich hatte zunächst eine Wochenenden meistens zu Hause. Wir haben Teilzeitstelle bei HIPPY und bin jetzt ehrenamtli- zwar den Nürnberg-Pass, der macht manche che Elternlotsin in den Projekten NEST (Nürnber- Freizeitangebote billiger. Aber es sollte gerade ger Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe) und im Winter mehr günstige Freizeitplätze für Kin- KOMM (Kompetenzentwicklung und modulare der geben, sowas wie das Tucherland, aber eben Übergangsbegleitung in den Ausbildungs- und günstiger. Oder eine Ermäßigung beim Eintritt Arbeitsmarkt). Ich finde es sehr wichtig, dass in den Zirkus. Im Sommer ist es besser, da kann Familien mit Migrationshintergrund Informatio- man zum Beispiel grillen gehen oder zum Spiel- nen über das deutsche Schulsystem bekommen. platz, und die Kinder können sich mit anderen Ich habe damals zum Beispiel gar nicht verstan- Kindern treffen. 30

Abbildung 21

Unsere Kinder sprechen mit uns Kurdisch, aber Im Irak haben die Menschen mehr Kontakt mit untereinander Deutsch. Sie können Kurdisch nur anderen Familien. Man hat dort mehr Zeit, um sprechen, aber nicht lesen und schreiben. Wir andere zu besuchen, um ein Picknick zu ma- feiern mit ihnen das Bayramfest, aber Weih- chen, mit anderen Familien Kontakt zu haben. nachten stellen wir auch einen Weihnachts- Ich finde, dort ist es schöner als hier. Vielleicht baum auf und ich kaufe Geschenke, und wir liegt es daran, dass wir hier in Deutschland feiern auch Silvester. Unsere Nachbarn im Irak keine Familie haben. Ich glaube, wenn wir hier waren Christen und wir haben ihnen dann an Familie hätten, würden wir vielleicht auch sams- Weihnachten auch gratuliert. Ich selbst bin in tags und sonntags mal hingehen und Zeit mit einer Stadt aufgewachsen, in der drei Sprachen ihnen verbringen. Seit 2010 sind wir eingebür- gesprochen wurden und es verschiedene Religi- gert und 2011 und 2012 waren wir mit unseren onen gab. Wir sind nicht so streng hinsichtlich Kindern im Irak. Meine Tochter möchte hier in anderer Religionen. Deutschland leben, aber meine Söhne wollen, dass wir wieder in den Irak fahren und für im- mer dort bleiben. „Ich habe Kinder und ich will weiterkommen“ – Portrait einer Familie aus Togo Mein Mann ist vor etwas mehr als 20 Jahren gemacht. Ich war ja in Togo schon Buchhalte- von Togo nach Deutschland gegangen. Ein Jahr rin. Die Weiterbildung wurde vom Arbeitsamt später bin ich nachgekommen, zusammen mit allerdings nicht anerkannt und ich habe dort unserem Sohn, der damals anderthalb Jahre alt noch einmal eine Weiterbildung gemacht. Über war. Er ist jetzt schon erwachsen und nur noch ein Praktikum bei der AWO habe ich eine halbe am Wochenende bei uns. Hier in Deutschland Stelle beim HIPPY-Programm bekommen. Jetzt kamen unsere Tochter und zwei weitere Söhne habe ich eine Stelle mit 30 Stunden bei der zur Welt. Meine Tochter ist jetzt 17 Jahre, die AWO und arbeite im Sekretariat. Und inzwi- Söhne sind 13 und fünf Jahre alt. schen sind wir auch alle eingebürgert. Die ersten zehn Jahre hier in Deutschland waren 2003 waren wir noch einmal in Togo. Die Reise sehr schwierig, weil wir immer nur eine Duldung ist leider sehr teuer und wir können uns das mit für sechs Monate hatten und immer wieder eine den Kindern nicht leisten. Die Situation in Togo Verlängerung beantragen mussten. Es war auch ist sehr schwierig. Deshalb möchte ich nicht wie- sehr schwierig, eine Arbeit zu finden – welcher der dorthin zurück. Arbeitgeber macht so was schon mit, wenn man immer nur für sechs Monate arbeiten darf? Und In der Zeit, als ich die Deutschkurse und die der Arbeitgeber muss ja auch jedes Mal sechs erste Weiterbildung gemacht habe, haben eine Wochen warten, bis das Arbeitsamt geprüft hat, Cousine und eine Bekannte in der Nähe ge- ob es nicht einen deutschen oder einen ande- wohnt und wir haben uns immer gegenseitig ren „bevorrechtigten“ Arbeitslosen gibt, der unterstützt und auf die Kinder der anderen die Arbeit machen könnte. Wir hatten nur eine aufgepasst. Während der Weiterbildung hat mir Chance im Reinigungsservice. Als wir dann eine das Arbeitsamt eine Betreuungsmöglichkeit für Aufenthaltsbefugnis bekommen haben, habe den Kleinsten zur Verfügung gestellt. Wenn ich ich mir gesagt: „Nein, ich will nicht mein ganzes jetzt mal länger arbeiten muss, können auch Leben lang als Hilfsreinigungskraft arbeiten. Ich meine ältere Tochter oder mein 13-jähriger habe Kinder und ich will weiterkommen.“ Ich Sohn den Kleinen abholen. habe dann am Bildungszentrum Deutschkurse und eine Weiterbildung für die Buchhaltung 31

Französisch sprechen, aber nicht schreiben. Mein 13-jähriger Sohn kann Französisch verstehen, aber nicht sprechen. Oft ist es so, dass mein Mann und ich mit den Kindern Französisch spre- chen, und sie antworten auf Deutsch. Bei uns in Togo erzieht die ganze Gemeinschaft das Kind und nicht nur die Eltern. Dort ist es selbstverständlich, dass ich auch das Kind eines anderen schimpfe, wenn es etwas falsch macht. Das geht hier in Deutschland nicht. In Togo sind die Kinder den ganzen Tag draußen. Sie sind sehr frei und müssen nicht unbedingt zu Hause Mein Mann hat früher in München gearbeitet. essen. Wenn sie Hunger haben, gehen sie zu Später, als wir die Aufenthaltsgenehmigung Bekannten und essen dort. Abends kommen sie hatten, hat er hier in Nürnberg eine Stelle bei dann wieder nach Hause. einer Reinigungsfirma bekommen. Jetzt arbeitet er seit sieben Jahren in der Schweiz. Er kommt Was in Nürnberg am meisten fehlt, das sind nur am Wochenende nach Hause und auch nicht günstige Wohnungen für Familien mit mehre- jedes Wochenende. Also kümmere ich mich um ren Kindern. Wir haben fünf Zimmer, aber es ist den Haushalt. unglaublich, was die Wohnung kostet, und wir mussten auch einen Makler bezahlen, um die Mit meinem Mann rede ich meistens entwe- Wohnung zu bekommen. der Französisch oder in einer der Sprachen, die bei uns in Togo gesprochen wird. Mit meinem Ansonsten wären öffentliche Sportparks in ältesten Sohn haben wir auch Französisch ge- Nürnberg noch schön und im Winter sollten sprochen. Das war uns wichtig, weil wir damals mehr Sporthallen offen haben. Unser 13-Jähri- nur geduldet waren und noch nicht wussten, ger wünscht sich mehr Skateboard-Plätze und ob wir zurück nach Togo müssen. Da sollte er für den Winter Skateboard-Hallen. die Sprache lernen. Auch meine Tochter kann „Vom russischen Dorf in die deutsche Großstadt“ – Portrait einer Aussiedlerfamilie F: Mein Mann und ich sind in einem kleinen M: Etwas einfacher ist es dadurch, dass ich jetzt Dorf in Russland aufgewachsen. Ich bin jetzt hier im Haus arbeite und mich nebenbei um seit 18 Jahren hier in Deutschland, mein Mann unsere Kleine kümmern kann. Sie geht in die ist schon ein Jahr länger da. Wir haben zwei Schule, danach in den Hort, und so um drei oder Töchter, die eine ist 18 Jahre alt, die andere halb vier hole ich sie ab. Nachmittags gibt es acht. Meine Verwandten sind alle in Niedersach- hier im Haus viele Angebote für Kinder, Basteln, sen, aber die Verwandtschaft von meinem Mann Singen, Tanzen, Malen. Da ist sie dann beschäf- lebt hier in Nürnberg und in der Umgebung. tigt. Meine Frau und ich arbeiten samstags, und Die Schwiegereltern wohnen nicht weit von dann kümmert sich meine Mutter oft um die hier und die Schwiegermama hilft viel mit den Kleine. Manchmal übernachtet sie am Freitag Kindern. Da bin ich schon froh. Wir sind ja beide auch gleich bei der Oma. Aber ich bin ja auch voll berufstätig. meistens im Haus. Die Hausarbeit machen wir alle, da hilft auch unsere große Tochter mit. 32

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F: Und wenn mein Mann in der Woche mal weg muss, holen die Schwiegermama oder der Schwiegervater die Kleine vom Hort ab. Wenn sie auch keine Zeit haben, macht das unsere große Tochter. Bis jetzt hat es immer irgendwie geklappt. M: Schwierig wird es im nächsten Schuljahr. Da kommt die Kleine in die dritte Klasse und der Kindergarten, in dem sie jetzt ist, hat nur einen Hort für die erste und zweite Klasse. Wir haben sie für den städtischen Hort nebenan angemel- det, in den auch ihre Schulfreundinnen gehen. Aber wir haben eine Absage bekommen, ob- Brot. Oder Salz, oder Zucker. Und hier – stell dir wohl wir beide berufstätig sind. Es haben noch mal vor, du gehst zum Nachbarn und sagst „Ich mehrere Eltern aus unserem Kindergarten Ab- brauche Salz“, also ... sagen bekommen. Vielleicht wird ja zumindest eine Mittagsbetreuung an der Schule eingerich- F: Das geht vielleicht noch mit Freundinnen. tet. Aber unsere Tochter will unbedingt in den Aber hier hat man auch immer alles. Ich kann Hort. Ihr gefällt es im Hort und es sind ja auch mich nicht erinnern, dass ich hier mal was nicht ihre Freundinnen da. hatte. Und man hat ja auch am Sonntag die Möglichkeit, ein Brot zu holen. Leben hier und dort M: Das Schulsystem in Russland war einfacher F: Zu Hause haben wir alle nur Deutsch gespro- als hier in Deutschland. Es gab eine Schule bis chen, auch meine Mama und meine Oma, aber zur 8. oder 10. Klasse und dann kam die Berufs- es ist ein Dialekt. Wir sind Schwaben und haben schule oder die Uni. Hier werden Freundinnen schwäbisch gesprochen. Als ich nach Deutsch- schon nach der vierten Klasse voneinander land kam, war ich ein bisschen geschockt. Ich getrennt, wenn es die eine es aufs Gymnasium dachte, naja, ich kann ja Deutsch, und dann schafft und die andere nicht. Aber in Russland habe ich gehört, wie man „richtig“ Deutsch hat sich das Schulsystem mittlerweile auch geän- spricht. Aber es ist mir leicht gefallen, mich dert und ist mehrgliedrig wie hier. umzustellen. F: Im Sommer fahren mein Mann, unsere Kleine M: Wir haben hier beide einen 6-monatigen und ich das erste Mal wieder nach Russland. Sprachkurs gemacht, das hat uns sehr geholfen. Wir reden immer weniger Schwäbisch mitei- M: Ich habe noch entfernte Verwandte dort. nander – der Dialekt entwickelt sich langsam Für die Kleine wird es eine Umstellung sein, sie zurück. spricht kein Russisch und versteht nur so das Hauptsächliche. M: In dem kleinen Dorf in Russland – das war ein komplett anderes Leben. Man konnte sich Sprache nicht so viel leisten und war aufeinander ange- wiesen. Einer hatte einen Bohrer, der andere ein M: Als wir nach Deutschland gekommen sind, Auto. Die Nachbarn waren wie ein Teil der Fa- hieß es „Redet mit den Kindern zu Hause nicht milie. Wenn dir dort das Brot fehlt, dann gehst Russisch, nur Deutsch“. Heute ist es so, dass die du schnell zum Nachbarn oder zum Opa oder Lehrerin sagt, man solle zu Hause mit den Kin- zur Schwester rüber und holst dir einen Laib dern Russisch sprechen und zu denen, die nicht 33

Abbildung 23

so gut Deutsch sprechen, sagt sie: „Wenn Sie Familienzeit nicht gescheit Deutsch reden können, reden Sie lieber Russisch mit Ihren Kindern, das Deutsch F: Wir versuchen, zumindest abends gemeinsam bringen wir ihnen schon bei“. Unsere Tochter zu essen und am Wochenende etwas mitein- geht jetzt in eine Förderklasse, in der Kinder ander zu unternehmen. In Nürnberg gibt es sind wie sie, die sehr gut Deutsch sprechen, und ja viele Freizeitangebote. Wenn wir sonntags solche, die schlecht Deutsch sprechen. Es gibt Zeit haben, unternehmen wir eigentlich immer auch zwei Lehrer für die Klasse. Am Anfang wa- etwas. Die Große ist da natürlich nicht mehr so ren wir schockiert, dass unsere Tochter in eine oft mit dabei. Und ein Programm für Angebote Sonderklasse kommt. Aber es scheint zu funk- in den Ferien haben wir auch bekommen. Ich tionieren, dass die schlechten Schüler von den finde, da fehlt nichts. guten Schülern lernen. M: An langen Wochenenden fahren wir auch F: Und ich kann nicht sagen, dass unsere Toch- mal zusammen irgendwo hin. Oder wir unter- ter schlechter geworden ist beim Sprechen. Sie nehmen mit meinem Bruder und seiner Familie machen auch das Gleiche wie in der Parallelklas- etwas, damit sich die Cousins und Cousinen se. Sie schreiben die Schulaufgabe oder Probe untereinander gut kennen. vielleicht ein oder zwei Wochen später, aber der Inhalt ist derselbe. Tiergarten Nürnberg. 34

Abbildung 24

3.5 Materielle Lage von Familien Ein Indikator für die materielle Situation von Fa- sonen über 18 Jahren leben, müssen besonders milien ist die Armutsgefährdungsquote, d.h. der häufig mit einem Einkommen unterhalb der Anteil der Familien, die ein Einkommen unter- Armutsrisikoschwelle auskommen (siehe Portrait halb der Armutsrisikogrenze haben. Die Armuts- auf Seite 24 bis 26). risikogrenze wird standardmäßig definiert als 60 Prozent des mittleren äquivalenzgewichteten Aber auch Mitglieder von Haushalten, in denen Haushaltsnettoeinkommens (= Median). mindestens zwei Erwachsene mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern leben, sind Personen in Alleinerziehendenhaushalten, in etwas häufiger armutsgefährdet als der Durch- denen neben dem Elternteil keine weiteren Per- schnitt der Nürnberger Bevölkerung. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:28)(cid:7)(cid:5)(cid:2)(cid:11)(cid:23)(cid:10)(cid:12)’(cid:22)(cid:9)(cid:16)(cid:17)(cid:30)(cid:11)(cid:14)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’A(cid:10)((cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:9)(cid:11)(cid:5))(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)’(cid:12)70(cid:5)>(cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:6)@ 4(cid:19)(cid:13)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12) (cid:6)(cid:28)(cid:5)1 6(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13) (cid:31)(cid:31)(cid:5)1 (cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:4)(cid:5)(cid:31)(cid:5)B(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:25)(cid:3)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13) (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14) !$(cid:5)1 (cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13)3(cid:5),(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:5)-(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:9)(cid:13)(cid:5)B(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13) 8(cid:9)(cid:30)(cid:11)0(cid:9)(cid:11)’((cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:5)((cid:30)(cid:13)(cid:9)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:11) (cid:6)(cid:27)(cid:5)1 (cid:10)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:6)%(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9)(cid:13) (cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:9)(cid:11)(cid:5))(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)’(cid:25)(cid:23)(cid:12) (cid:6)(cid:27)(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2011 Ein weiterer Indikator für eine schwierige sind Alleinerziehende auf Leistungen nach dem materielle Situation von Familien ist der Bezug SGB II angewiesen. Der Anteil der Alleinerzie- von Leistungen nach dem SGB II. 8.738 Famili- henden im SGB II-Bezug an allen Alleinerzie- en6 erhielten zum 31.12.2013 existenzsichernde henden beträgt 42,5 Prozent, während von den Transferleistungen nach dem SGB II. Dies sind Paarfamilien „nur“ 10,3 Prozent Leistungen 18,3 Prozent aller Familien. Besonders häufig nach dem SGB II beziehen. 35 6 Zum Verhältnis von Familien nach der Haushaltegenerierung und Bedarfsgemeinschaften mit Kindern im SGB II siehe Kapitel 2.

Abbildung 25

(cid:31)(cid:31)(cid:5)1

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Nachdem der Anteil der Familien im SGB II- Mit zunehmender Zahl der minderjährigen Bezug 2011 und 2012 sowohl bei den Alleiner- Kinder im Haushalt steigt sowohl bei den Paar- ziehenden als auch bei den Paarfamilien leicht familien als auch bei den Alleinerziehenden der zurückging, war 2013 in beiden Gruppen ein Anteil derjenigen, die Leistungen nach dem SGB leichter Anstieg der SGB II-Quoten zu verzeich- II beziehen, bei den Alleinerziehenden aller- nen. Die Quoten waren 2013 aber noch niedri- dings ausgehend von einem erheblich höheren ger als 2010. Niveau. So beziehen von den Alleinerziehenden mit einem Kind bereits 37,1 Prozent Leistungen Insgesamt lebten Ende 2013 14.749 Kinder und nach dem SGB II, während die Quote selbst bei Jugendliche unter 18 Jahren – und damit fast den Paarfamilien mit 4 und mehr Kindern mit ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen in die- 29,9 Prozent noch niedriger ist. Grund für den ser Altersgruppe – in einer Bedarfsgemeinschaft Anstieg der SGB II-Quote mit zunehmender Zahl nach SGB II. der Kinder ist neben den höheren Ausgaben auch die für die Familienarbeit benötigte Zeit und die damit einhergehende niedrigere Er- werbsbeteiligung der Mütter. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)$(cid:7)(cid:5)(cid:2)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:19)(cid:18)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5))(cid:9)(cid:14)(cid:25)(cid:11)(cid:16)’(cid:22)(cid:9)(cid:23)(cid:9)(cid:19)(cid:13)’.(cid:30)(cid:25)(cid:16)(cid:12)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:25)(cid:13)(cid:5)(cid:25)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:13)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:25)(cid:10)’(cid:30)(cid:25)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22) (cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:12)70(cid:5)(cid:19)(cid:23)(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:25)(cid:3)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:16) (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 #(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 "(cid:31)3% "(cid:31)3(cid:26) "(cid:6)3# "(cid:31)3(cid:28) !(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:27)3(cid:6) (cid:6)%3(cid:6) (cid:6)#3(cid:27) (cid:6)%3! (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:6)3(cid:6) (cid:6)(cid:26)3(cid:6) (cid:27)3(cid:27) (cid:6)(cid:26)3(cid:31) (cid:26)(cid:5)1 (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:26) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:6) (cid:31)(cid:26)(cid:6)(cid:31) (cid:31)(cid:26)(cid:6)! (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9) B(cid:25)(cid:25)(cid:11)(cid:16)(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13) 9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)’(cid:25)(cid:23)(cid:12) Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2010-2013), Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Haushaltege- nerierung), eigene Berechnungen. Stand jeweils 31.12., Angaben in Prozent. 36

"(cid:31)3% "(cid:31)3(cid:26) "(cid:6)3# "(cid:31)3(cid:28)
(cid:6)(cid:27)3(cid:6) (cid:6)%3(cid:6) (cid:6)#3(cid:27) (cid:6)%3!
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Abbildung 26

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Abbildung 27

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Portrait: „… weil man sich das als Großfamilie einfach nicht leisten kann“ Unsere Familie M: Ich selber komme aus einer Großfamilie. Wir waren fünf Kinder, und in der Familie mei- F: Zu unserer Familie gehören mein Mann und ner Mutter waren es sogar neun Geschwister. ich. Dann leben noch meine zwei Söhne aus ers- Deshalb hatte ich keine Berührungsängste, als ter Ehe bei uns. Sie sind 13 und 17 Jahre alt. Und meine Partnerin die vier Kinder mitgebracht wir haben zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn hat. Ich bin für alle der Papa, auch für meine und eine Tochter, die sind 7 und 9 Jahre alt. Ich beiden Stiefsöhne. habe auch noch zwei erwachsene Kinder aus ers- ter Ehe, aber die sind schon ausgezogen. Großel- Finanzielle Einschränkungen tern gibt es keine mehr, die sind alle verstorben. M: Ich arbeitete zwar Vollzeit, aber trotzdem ist Der Vater meiner Kinder aus erster Ehe hat kei- es mit dem Geld eng. Wir sind auch noch immer nen Kontakt mehr zu den Kindern. Ich habe mir mit dem Umbau unseres Häuschens beschäftigt, das anders gewünscht, aber er hat gesagt „Das ohne Geld ist das schwierig. Aber meine Frau geht nicht, weil ich eine neue Familie habe, um kann gut wirtschaften und ich kann viel selber die ich mich kümmern muss“. Das war und ist machen, weil ich aus dem Handwerk komme und für die Kinder natürlich sehr schwierig. Drei der viel von meinem Vater gelernt habe. Wenn das vier Kinder haben auch erhebliche Probleme. nicht wäre, würde es wirklich sehr mau aussehen. Der ASD hat uns da sehr unterstützt und gehol- fen. Dafür ein dickes Dankeschön an die Mitar- F: Aber auch so ist es schwierig, wenn ich sehe, beiterinnen dort. Aber es war auch sehr anstren- wie die Lebensmittelpreise steigen. Und mich är- gend, die vielen Gespräche und Termine. gert, dass für manche Luxusartikel nur 7 Prozent Mein 13-jähriger Sohn geht auf die Mittelschule Mehrwertsteuer gezahlt werden müssen, für und wird dort auch nachmittags betreut. Die Kinderkleidung aber 19 Prozent. Ich wollte von beiden Kleineren gehen hier auf die Grundschu- den 200 oder 300 Euro, die ich im Monat dazu- le. Der Kleine ist in einer sonderpädagogischen verdiene, ein bisschen zur Seite legen, falls mal Diagnose-und Förderklasse. Beide sind nicht im was wäre, aber es geht immer nur gerade so Hort oder in der Mittagsbetreuung. Ich gehe auf. Das Bildungspaket reicht leider auch nicht zwar stundenweise arbeiten, auf 450 Euro-Basis, aus, um alle Kosten für die Schule zu decken. aber ich versuche, das so zu organisieren, dass Wenn ich für vier schulpflichtige Kinder die Aus- ich sie mittags von der Schule abholen kann. gaben am Schuljahresanfang zusammenrechne, Wenn es mal eng wird, springt unser ältester dann ist das schon mehr als das, was ich über Sohn ein. das Bildungspaket bekomme. 38

Abbildung 28

Und dann kommt noch Schulgeld dazu, für Leben in Nürnberg Kopien und so, das sind dann auch wieder 10 Euro pro Halbjahr. Dann noch Workbooks, M: Schön in Nürnberg ist, dass es hier über- Formelsammlungen und Taschenrechner. Und schaubar ist und auch viel Wert auf eine grüne Turnschuhe mit heller Sohle und Turnkleidung Umgebung gelegt wird. Und dass man mit brauchen sie auch ständig, sie wachsen ja noch. öffentlichen Verkehrsmitteln überall hinkommt. Für den Ältesten habe ich jedes halbe Jahr neue Aber eine billigere Familienkarte beim VGN Turnschuhe gebraucht, weil seine Füße so im- fehlt noch. mens schnell gewachsen sind. Er hat jetzt Größe 49. Ich würde meine Kinder gerne auch mit F: Die Burg ist auch schön, die Lochgefängnisse Nachhilfe bei der Schülerhilfe e.V. unterstützen, und der Tiergarten. Und das Umland, die Wäl- aber sie sind in der Schule noch Durchschnitt der, in denen man mit den Kindern Pilze suchen und dann wird das nicht über das Bildungspa- kann. Aber eigentlich machen wir am Wochen- ket bezahlt. Aber ich denke, Durchschnitt reicht ende kaum Ausflüge. Das ist vom finanziellen heutzutage nicht mehr. Und selber finanzieren Rahmen her gar nicht möglich. Wir haben jetzt können wir die Nachhilfe nicht. 10 Jahre schwer mit dem Haus gekämpft, weil es in Nürnberg keine adäquaten Wohnungen für M: Also, vielleicht würde das Bildungspaket ja für solche Familiengröße gibt. Und es bleibt auch eine Familie mit zwei Kindern langen, aber wenn kaum Zeit, auch wenn mein Mann und ich uns es dann mehr Kinder sind, wird es sehr eng. eigentlich beide um den Haushalt kümmern. Einkaufen, Besorgungen machen, Haushalt, F: Schwierig finde ich den Konsumzwang. Ich Putzen, Wäsche waschen, was ja in einer Groß- bin auch absolut für einheitliche Schulunifor- familie schon einiges ist, das bleibt an sich alles men. Weil die Kinder gehänselt werden, wenn für das Wochenende. Aber wir haben jetzt Gott sie keine Markenklamotten, sondern eine billige sei Dank vom Schwiegervater ein kleines Grund- Hose von Kik tragen. Sie kommen dann traurig stück geerbt. Da wollen wir ein Wochenend- nach Hause und sagen „Mama, meine Freundin grundstück draus machen, damit wir wenigstens hat das und das“. Ich versuche dann zu erklä- mal mit den Kindern rausfahren können. Hier ren, dass da auch nicht vier, sondern nur zwei bei uns ist es doch ziemlich eng und es gibt Kinder in der Familie sind, und dass die in einer kaum Platz um das Haus herum. Mietwohnung wohnen und wir noch das Haus abzahlen müssen, aber das können die Klei- F: Was bei uns in der Gegend fehlt, das sind neren natürlich nicht verstehen. Man versucht Spielplätze. Der nächste ist ziemlich weit weg. ja wirklich sein Möglichstes, aber vieles geht Und hier vor der Tür kann man die Kinder nicht einfach nicht. spielen lassen. Das ist hier zwar eine Tempo 30-Zone, aber die fahren trotzdem mit 40, 50, Als ich noch Kind war, hat es Erholungsheime 60 Sachen durch. Nicht diejenigen, die hier in für Kinder gegeben. Das fände ich heute auch der Siedlung wohnen, die wissen, dass hier schön, wenn ich meine Kleineren mal für zwei Kinder sind, aber die anderen. Wir haben auch Wochen auf die Burg Hohenstein schicken versucht, zu beantragen, dass die Straße nur für könnte. Wo sie auch mal was anderes sehen Anwohner frei ist, und wir hätten auch selber und nicht nur zu Hause sind. Ich denke, das Blumenkübel auf die Straße gestellt, damit alle wäre wichtig für sie. Zu sechst in Urlaub fahren, langsamer fahren, aber das wurde nicht geneh- dafür ist unser Auto zu klein und der Zug ist migt. auch teuer. Egal in welche Richtung man geht, man kommt immer an seine Grenze, weil es zu M: Was mir hier bei uns fehlt ist, dass es respek- teuer ist, weil man sich das als Großfamilie nicht tiert wird, dass man eine große Familie ist. Das leisten kann. ist leider gänzlich verlorengegangen in unserer Gesellschaft. 39

3.6 Wohnsituation von Familien Die Unterschiede in der (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)%(cid:7)(cid:5)(cid:2)(cid:13)(cid:12)(cid:9)(cid:19)(cid:18)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)<(cid:9)(cid:13)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)3(cid:5)(cid:14)(cid:19)(cid:9)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)&((cid:30)(cid:13)/ materiellen Situation verschie- (cid:9)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:13)(cid:12)(cid:10)(cid:23)(cid:5)(cid:18)(cid:9)(cid:3)(cid:9)(cid:13)3(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:12)70 dener Familientypen spiegeln sich auch in der Wohneigen- (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9) (cid:6)!(cid:5)1 tumsquote wider. (cid:31)(cid:5)4(cid:11)-(cid:25).(cid:30)’(cid:9)(cid:13)(cid:9) !"(cid:5)1 Während nur 13 Prozent der (cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)>(cid:9)(cid:11)(cid:13)@ Alleinerziehenden in Wohn- !(cid:5)((cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:23)(cid:9)(cid:30)(cid:11)(cid:5)4(cid:11)-(cid:25).(cid:30)’(cid:9)(cid:13)(cid:9) "(cid:26)(cid:5)1 eigentum leben, sind es in Fa- (cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)>(cid:9)(cid:11)(cid:13)@ milien mit zwei Erwachsenen 34 Prozent und in Familien )(cid:9)*+(cid:18),(cid:9)(cid:11)(cid:10)(cid:13)(cid:22) !(cid:26)(cid:5)1 (cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:19)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)’(cid:25)(cid:23)(cid:12) mit drei und mehr Erwachse- nen sogar 40 Prozent. (cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2011. Angaben in Prozent. 35 Prozent der Alleinerziehenden sind mit gebot kritischer als der Durchschnitt der Nürn- dem Wohnungsangebot in Nürnberg sehr oder berger Bevölkerung, doch sind es hier „nur“ 26 zumindest eher unzufrieden. Auch Familien mit Prozent, die sehr oder eher unzufrieden sind, ge- zwei Erwachsenen beurteilen das Wohnungsan- genüber 17 Prozent in der Gesamtbevölkerung. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:6)(cid:27)(cid:7)(cid:5)(cid:24)(cid:10)(cid:16)(cid:11)(cid:19)(cid:9)(cid:14)(cid:9)(cid:13)(cid:30)(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:23)(cid:19)(cid:12)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:23)(cid:5)&((cid:30)(cid:13)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’(cid:25)(cid:13)(cid:22)(cid:9)(cid:3)((cid:12)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)9(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:12)70 (cid:31)(cid:5)1 (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9) (cid:31)(cid:31)(cid:5)1 !(cid:31)(cid:5)1 (cid:31)(cid:6)(cid:5)1 (cid:6)"(cid:5)1 (cid:27)(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1 (cid:31) (cid:23) (cid:5)4 (cid:19)(cid:12) (cid:11) (cid:5) - 5(cid:19) (cid:25) (cid:13) . 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Angaben in Prozent. Diese Daten weisen darauf hin, dass es für einen AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung kommt Teil der Familien und ganz besonders für Allein- zu dem Ergebnis, dass 2011 in Nürnberg lediglich erziehende sehr schwierig ist, Wohnraum zu fin- 22 Prozent aller Mietwohnungen für Familien den, der ihren Bedürfnissen entspricht und den geeignet waren (Bertelsmann Stiftung 2013). sie finanzieren können. Eine Studie der empirica 40

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Von diesen waren zwar 70 Prozent für Familien dass der Neubau geförderter Wohnungen nicht mit mittlerem Einkommen, aber nur 7 Prozent ausreichte, um diesen Rückgang auszugleichen. für armutsgefährdete Familien finanzierbar. Ein Hinzu kam, dass der Aufsichtsrat der wbg 2001 Grund für diese Ergebnisse ist nicht zuletzt, dass beschloss, die Belegungsbindung für 40 Prozent die Zahl der belegungsgebundenen Wohnungen der freifinanzierten Wohnungen aufzuheben. seit 1995 erheblich zurückgegangen ist. Dies 2004 wurde die Belegungsbindung für weitere betrifft auch die für Familien geeigneten Woh- 30 Prozent der frei finanzierten Wohnungen der nungen mit 3 bzw. 4 und mehr Zimmern. wbg durch Stadtratsbeschluss aufgehoben. Der Anstieg der belegungsgebundenen Woh- Der Anteil der Wohnungen mit Belegungsbin- nungen mit vier und mehr Zimmern von 2006 dung an allen Wohnungen in Nürnberg betrug auf 2007 ist lediglich ein methodischer Effekt, 2013 nur noch 6,4 Prozent. 1995 waren es noch bedingt durch eine Änderung bei der Zählung 16,8 Prozent. Der Rückgang ist maßgeblich dar- der Zimmer. Bis 2006 zählten Räume unter 10 qm auf zurückzuführen, dass die Frist für die Bele- nicht als Zimmer. Dies wurde 2007 geändert und gungsbindung insbesondere zwischen 1995 und seitdem werden auch kleinere (Kinder-)Zimmer 2005 bei vielen Wohnungen abgelaufen ist und mitgezählt. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:31)(cid:26)(cid:7)(cid:5)4(cid:13)(cid:12)-(cid:19).,(cid:18)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:24)(cid:25)(cid:30)(cid:18)(cid:5)(cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:3)(cid:9)(cid:18)(cid:9)(cid:22)(cid:10)(cid:13)(cid:22)’(cid:22)(cid:9)(cid:3)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:13)(cid:9)(cid:13)(cid:5)&((cid:30)(cid:13)(cid:10)(cid:13)(cid:22)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22) *((cid:13)(cid:5)(cid:6)(cid:27)(cid:27)(cid:28)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:31)(cid:26)(cid:6)! (cid:18)(cid:30)(cid:25) "(cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:6)(cid:4)"(cid:6)(cid:28) (cid:13)(cid:2) "(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) !(cid:28)(cid:4)(cid:6)#% !(cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) !(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:31)(cid:31)(cid:4)(cid:6)(cid:27)(cid:28) (cid:6)(cid:27)(cid:4)(cid:6)(cid:28)% (cid:6)%(cid:4)(cid:27)!! (cid:6)%(cid:4)""(cid:31) (cid:31)(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:6)(cid:28)(cid:4)(cid:27)"(cid:31) (cid:6)(cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:27)(cid:4)(cid:27)$% %(cid:4)%$(cid:31) %(cid:4)#$(cid:28) (cid:6)(cid:26)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) "(cid:4)!(cid:27)" "(cid:4)(cid:6)## (cid:28)(cid:4)(cid:26)(cid:26)(cid:26) (cid:6)(cid:4)(cid:27)$# (cid:31)(cid:4)%(cid:31)! (cid:31)(cid:4)#(cid:27)" (cid:26) (cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11) (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:28) # (cid:27) (cid:6) ! (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:27) (cid:27) (cid:27) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:26) (cid:6) (cid:6) (cid:6) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:31) (cid:19)(cid:13)’(cid:22)(cid:9)’(cid:25)(cid:23)(cid:12) !(cid:5)(cid:24)(cid:19)(cid:23)(cid:23)(cid:9)(cid:11) "(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:23)(cid:9)(cid:30)(cid:11)(cid:5)(cid:24)(cid:19)(cid:23)(cid:23)(cid:9)(cid:11) Datenquelle: Wohnungsberichte der Stadt Nürnberg 1995 bis 2013. Stand jeweils 31.12. Die beliebteste Wohnform in Nürnberg ist das Prozent kommen diese Wohnformen aber eher Zusammenleben in der eigenen Familie, gefolgt oder sogar sicher nicht in Frage (Amt für Stadt- vom Alleinleben und dem Leben in einer Paar- forschung und Statistik 2012). beziehung ohne Kind. Aber auch neue Wohn- formen kommen für einen kleineren Teil der Wie das Leben als Familie in einem Mehrgenera- Bevölkerung in Betracht. Neun Prozent würden tionenhaus aussehen kann, zeigt das folgenden am liebsten in einem Mehrgenerationenhaus le- Portrait auf Seite 42. ben und fünf Prozent in einer Hausgemeinschaft mit Freunden. 33 bzw. 28 Prozent würden gerne in diesen Wohnformen leben. Für 47 bzw. 53 41

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Portrait: Wohnen im Mehrgenerationenwohnprojekt – „Das ist wie eine Familie.“ Zu meiner Familie gehören mein fast 4 Monate Um in der Zeit in Kontakt zu bleiben, in der wir alter Sohn und ich. Der Rest meiner Familie, also uns nicht besuchen können, telefonieren wir meine Eltern und meine Geschwister, wohnen in oft, mailen uns und schicken uns Fotos. Mit dem Vietnam. Ich bin in Vietnam geboren und vor 13 Internet ist der Kontakt zur Familie sehr leicht. Jahren für mein Studium nach Nürnberg gekom- Später, wenn mein Sohn größer ist, fliegen wir men. Danach habe ich in Nürnberg gearbeitet. auch mal zusammen nach Vietnam, um die Fami- Momentan arbeite ich nicht, weil ich für meinen lie zu besuchen. Sohn da sein will. Erst wenn mein Sohn zwei Jahre alt ist, möchte ich wieder in meinen alten Sonntags gehe ich in den Vietnamkulturverein. Beruf einsteigen. Die Männer spielen zum Beispiel Basketball und die Frauen machen Gymnastik oder Tanz- Ich fahre etwa alle zwei Jahre nach Vietnam, um übungen. Nach dem Sport essen wir zusammen, Urlaub zu machen und die Familie zu besuchen. hauptsächlich vietnamesisches Essen. Dort gibt es Das gefällt mir zwar, aber wenn ich in Vietnam auch Angebote für Kinder. Es macht Spaß, und bin merke ich, dass ich Heimweh nach Deutsch- mit dem Verein wurde ein Stück Heimat rüberge- land habe. Ich habe zwei Heimaten. Meine Eltern bracht. und meine Schwester haben mich und meinen Sohn auch schon in Deutschland besucht. 42

Abbildung 29

Seit einigen Monaten wohne ich in einem Momentan ist mein Sohn ja noch klein, aber Mehrgenerationenwohnprojekt. Ich habe viele ich versuche, ihn zweisprachig aufzuziehen. Ich nette Nachbarn, und mein Sohn hat hier auch spreche mit ihm Vietnamesisch, da es meine Mut- eine Oma und einen Opa und mehrere Tanten tersprache ist. Deutsch sprechen die Bewohner gefunden. Sie kümmern sich gerne mal um ihn des Mehrgenerationenwohnprojekts oder später und passen auf ihn auf. Deshalb würde ich sagen, auch die Erzieher im Kindergarten oder die Leh- dass auch sie zu meiner Familie gehören. rer an der Schule. Hier im Wohnprojekt sind wir offen zueinander. Von der Schwangerschaft bis zur Geburt hin habe Wenn ich Nachbarn treffe, begrüßen wir uns und ich sehr viel Unterstützung von der Stadt Nürn- fragen „Wie geht’s?“ und umarmen uns. Es ist berg bekommen. Ich hatte so viele Fragen und wie eine Familie. Es gibt nur wenige feste Termi- Gedanken, und die wurden alle beantwortet. Da ne, meistens treffen wir uns spontan. Wenn man habe ich mich dann sicherer gefühlt. Auch die Langeweile hat, kann man einfach beim Nach- Informationen aus den Broschüren, die ich be- barn klingeln. Und wenn er oder sie Zeit hat, kommen habe, sind sehr hilfreich. Ich freue mich kann er sagen „Magst du reinkommen?“, und riesig für mein Kind, dass es in so einer Umge- wenn nicht, ist das auch okay. Dann versuchen bung geboren wurde und aufwachsen wird. wir es eben nächstes Mal. Das Pärchen, das wie Großeltern für meinen Sohn ist, ist wirklich nett. Ich finde Nürnberg schön, die Burg und die Ich helfe ihnen gerne, wenn sie mal Hilfe brau- kompakte Form. Vor allem konnte ich die letzten chen, zum Beispiel beim Putzen oder Einkaufen. Jahre beobachten, dass man in Nürnberg viele Und sie passen dafür mal auf meinen Sohn auf, Wohnungen gebaut hat. Mich würde es sehr sprechen mit ihm deutsch oder unternehmen freuen, wenn es noch mehr gemeinschaftliche etwas mit ihm. Es beruht auf Gegenseitigkeit. Wohnprojekte in Nürnberg gäbe. Und es wäre Zu Studentenzeiten und danach habe ich in einer schön, wenn Nürnberg noch mehr Grün hätte. WG in einem normalen Haus gewohnt, doch die Form zu leben hat mir nicht gefallen. Die Nach- barn im Haus kennen sich gegenseitig nicht, man sagt nur ab und zu „Hallo“, wenn man sich trifft, und dann schon wieder „Tschüss“, und jeder geht in seine Wohnung. Das ist mir zu unpersön- lich. Ich habe dann zufällig eine Werbebroschüre von dem Mehrgenerationenwohnprojekt ge- funden. Der erste Eindruck war, dass viele nette Leute hier sind. Es hat genau meinen Vorstellun- gen entsprochen, und ich finde hier viele neue Freundschaften. Ich bin sehr begeistert vom Mehrgenerationen- wohnprojekt. Ich wünschte, es gäbe mehr solcher Projekte in Nürnberg und ganz Deutschland, weil ich finde, dass es Menschen gut tut. Man hat viel Spaß im Leben und ist nicht so einsam in der Wohnung. Ich wünsche mir, dass Personen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich, auch so etwas finden. 43

Abbildung 30

3.7 Erwerbstätigkeit von Eltern Väter in Paarfamilien sind sehr viel häufiger als Mütter Vollzeit erwerbstätig und arbeiten nur selten in Teilzeit. Von den Müttern arbeiten nur ca. 20 Prozent Vollzeit und etwa ein Drittel von ihnen ist gar nicht erwerbstätig. Die Unterschie- de zwischen Müttern in Paarfamilien und allein- erziehenden Müttern sind dabei relativ gering. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:31)(cid:6)(cid:7)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:5)*((cid:13)(cid:5);(cid:17)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)8(cid:21)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)B(cid:25)(cid:25)(cid:11)(cid:16)(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:5)(cid:25)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:13) 8(cid:21)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22) ;(cid:17)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)B(cid:25)(cid:25)(cid:11)(cid:16)(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13) #(cid:27)(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1(cid:28)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 >(cid:13)E#!(cid:27)@ 8(cid:21)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)B(cid:25)(cid:25)(cid:11)(cid:16)(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13) (cid:6)(cid:27)(cid:5)1 "(cid:6)(cid:5)1 (cid:27)(cid:5)1 !(cid:6)(cid:5)1 >(cid:13)E#!$@ (cid:2)(cid:18)(cid:18)(cid:9)(cid:19)(cid:13)(cid:9)(cid:11) (cid:19)(cid:9)(cid:30)(cid:9)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:5)8(cid:21)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11) (cid:31)(cid:6)(cid:5)1 !#(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1 !#(cid:5)1 >(cid:13)E(cid:31)#"@ (cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 !(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 #(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 ;((cid:18)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12) F(cid:9)(cid:19)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12) ’((cid:13)’(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12) (cid:13)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:5)(cid:9)(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22) F(cid:9)(cid:19)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:7)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)!(cid:28)(cid:5)(cid:15)(cid:12)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:13)(cid:5)0(cid:11)((cid:5)&(.(cid:30)(cid:9) ’((cid:13)’(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:7)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:11)(cid:9)(cid:22)(cid:9)(cid:18)(cid:23)(cid:17)G(cid:19)(cid:22)(cid:5)((cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:22)(cid:9)(cid:11)(cid:19)(cid:13)(cid:22)(cid:16)(cid:21)(cid:22)(cid:19)(cid:22)(cid:5)(cid:3)(cid:9)’.(cid:30)(cid:17)(cid:16)(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:12)3(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)/D:(cid:9)(cid:19)(cid:30)(cid:25)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:19)(cid:12)3(cid:5)(cid:3)(cid:9)(cid:12)(cid:11)(cid:19)(cid:9)(cid:3)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5)(cid:2)(cid:10)’(cid:3)(cid:19)(cid:18)(cid:14)(cid:10)(cid:13)(cid:22) (cid:13)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:5)(cid:9)(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:7)(cid:5)H(cid:9)(cid:13)(cid:12)(cid:9)3(cid:5)(cid:2)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:19)(cid:12)’(cid:18)(’(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)3(cid:5)4(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13) (cid:9)(cid:19)(cid:12)D)(cid:9)(cid:10)(cid:11)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:3)(cid:10)(cid:13)(cid:22)3(cid:5)(cid:15).(cid:30)(cid:10)(cid:18)(cid:9)D(cid:15)(cid:12)(cid:10)(cid:14)(cid:19)(cid:10)(cid:23)(cid:5)(cid:9)(cid:12).(cid:4) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Wohnungs- und Haushaltserhebung 2011. Angaben in Prozent. Während das Alter des jüngsten Kindes keinen Lediglich 15 Prozent der Mütter, deren jüngstes systematischen Einfluss auf die Erwerbstätigkeit Kind zwischen 10 und 14 Jahren alt ist, sind nicht von Vätern in Paarfamilien hat, nehmen Mütter erwerbstätig. Ist das jüngste Kind im Grundschul- in Paarfamilien oft erst mit zunehmendem Alter alter, sind es dagegen noch 28 Prozent. der Kinder eine Erwerbstätigkeit auf bzw. weiten diese aus. Besonders groß ist dabei der Sprung, Alleinerziehende Mütter, deren jüngstes Kind wenn die Kinder das Kindergartenalter erreichen. jünger als sechs Jahre ist, sind noch einmal sel- Hier werden Mütter verstärkt in Teilzeit oder tener erwerbstätig als Mütter in Paarfamilien, geringfügig erwerbstätig. Auch wenn das jüngs- deren jüngstes Kind in dieser Altersgruppe ist. te Kind die Grundschulzeit beendet hat, werden noch einmal mehr Mütter erwerbstätig. 4444

Abbildung 31

#(cid:27)(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1 (cid:28)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1
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Abbildung 32

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Angaben in Prozent. (cid:2)(cid:3)(cid:3)(cid:4)(cid:5)(cid:31)!(cid:7)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:5)*((cid:13)(cid:5)8(cid:21)(cid:12)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)B(cid:25)(cid:25)(cid:11)(cid:16)(cid:25)(cid:23)(cid:19)(cid:18)(cid:19)(cid:9)(cid:13)(cid:5)(cid:19)(cid:13)(cid:5)(cid:20)(cid:21)(cid:11)(cid:13)(cid:3)(cid:9)(cid:11)(cid:22)(cid:5)(cid:13)(cid:25).(cid:30)(cid:5)(cid:2)(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11) (cid:14)(cid:9)’(cid:5)<(cid:21)(cid:13)(cid:22)’(cid:12)(cid:9)(cid:13)(cid:5)5(cid:19)(cid:13)(cid:14)(cid:9)’ (cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:31)(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) (cid:6)(cid:6)(cid:5)1 (cid:31)$(cid:5)1 #(cid:5)1 (cid:28)$(cid:5)1 !(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:28)(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) (cid:6)(cid:31)(cid:5)1 ""(cid:5)1 (cid:6)!(cid:5)1 !(cid:6)(cid:5)1 $(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:27)(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) (cid:6)(cid:27)(cid:5)1 "(cid:28)(cid:5)1 %(cid:5)1 (cid:31)%(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)(cid:6)"(cid:5)(cid:29)(cid:25)(cid:30)(cid:11)(cid:9) (cid:31)"(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:31)(cid:5)1 (cid:6)(cid:28)(cid:5)1 (cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:5)1 (cid:31)(cid:26)(cid:5)1 !(cid:26)(cid:5)1 "(cid:26)(cid:5)1 (cid:28)(cid:26)(cid:5)1 $(cid:26)(cid:5)1 #(cid:26)(cid:5)1 %(cid:26)(cid:5)1 (cid:27)(cid:26)(cid:5)1 (cid:6)(cid:26)(cid:26)(cid:5)1 ;((cid:18)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12) F(cid:9)(cid:19)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12) ’((cid:13)’(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12) (cid:13)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:5)(cid:9)(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22) F(cid:9)(cid:19)(cid:18) (cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:7)(cid:5)(cid:3)(cid:19)’(cid:5)!(cid:28)(cid:5)(cid:15)(cid:12)(cid:10)(cid:13)(cid:14)(cid:9)(cid:13)(cid:5)0(cid:11)((cid:5)&(.(cid:30)(cid:9) ’((cid:13)’(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:9)(cid:5)4(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)(cid:7)(cid:5)(cid:10)(cid:13)(cid:11)(cid:9)(cid:22)(cid:9)(cid:18)(cid:23)(cid:17)G(cid:19)(cid:22)(cid:5)((cid:14)(cid:9)(cid:11)(cid:5)(cid:22)(cid:9)(cid:11)(cid:19)(cid:13)(cid:22)(cid:16)(cid:21)(cid:22)(cid:19)(cid:22)(cid:5)(cid:3)(cid:9)’.(cid:30)(cid:17)(cid:16)(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:12)3(cid:5)(cid:24)(cid:9)(cid:19)(cid:12)/D:(cid:9)(cid:19)(cid:30)(cid:25)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:19)(cid:12)3(cid:5)(cid:3)(cid:9)(cid:12)(cid:11)(cid:19)(cid:9)(cid:3)(cid:18)(cid:19).(cid:30)(cid:9)(cid:5)(cid:2)(cid:10)’(cid:3)(cid:19)(cid:18)(cid:14)(cid:10)(cid:13)(cid:22) (cid:13)(cid:19).(cid:30)(cid:12)(cid:5)(cid:9)(cid:11)-(cid:9)(cid:11)(cid:3)’(cid:12)(cid:17)(cid:12)(cid:19)(cid:22)(cid:7)(cid:5)H(cid:9)(cid:13)(cid:12)(cid:9)3(cid:5)(cid:2)(cid:11)(cid:3)(cid:9)(cid:19)(cid:12)’(cid:18)(’(cid:19)(cid:22),(cid:9)(cid:19)(cid:12)3(cid:5)4(cid:18)(cid:12)(cid:9)(cid:11)(cid:13) (cid:9)(cid:19)(cid:12)D)(cid:9)(cid:10)(cid:11)(cid:18)(cid:25)(cid:10)(cid:3)(cid:10)(cid:13)(cid:22)3(cid:5)(cid:15).(cid:30)(cid:10)(cid:18)(cid:9)D(cid:15)(cid:12)(cid:10)(cid:14)(cid:19)(cid:10)(cid:23)(cid:5)(cid:9)(cid:12).(cid:4) Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Wohnungs- und Haushaltserhebung 2011. Angaben in Prozent. 45

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Elternzeit Die meisten Mütter nehmen Elternzeit und Durchschnitt 677 Euro. Dies hängt nicht zuletzt schöpfen dabei oft die zur Verfügung stehenden damit zusammen, dass 89,0 Prozent der Väter, 12 Monate voll aus. Demgegenüber haben nur aber nur 60,7 Prozent der Mütter vor der Geburt 27,8 Prozent der Väter in Nürnberg, deren Kind des Kindes erwerbstätig waren (Angaben bezo- 2011 geboren wurde, Elternzeit in Anspruch gen auf alle in 2011 beendeten Leistungsbezüge; genommen. Drei Viertel der Väter bezogen Quelle: Statistisches Bundesamt 2013). das Elterngeld lediglich für zwei Monate. Die durchschnittliche Bezugsdauer betrug 3,4 Mona- Das folgende Portrait beschreibt, wie es sein te. Während Väter im Durchschnitt 1.119 Euro kann, wenn Väter Elternzeit nehmen und an- Elterngeld bezogen, erhielten die Mütter im schließend Teilzeit arbeiten.

Portrait: „Bei uns gibt es keine klassische Rollenverteilung“ Unsere Familie nisch zu sprechen und ich müsste es ja auch für meine Frau übersetzen. Und wenn ich dann bei- M: Zu unserer engeren Familie gehören meine de Sprachen spreche, ist es für meinen Sohn eher Frau und ich und natürlich unser Sohn, der jetzt verwirrend. Ich denke, er lernt es später noch. bald drei Jahre alt wird. Und dann noch die Eltern von meiner Frau, die 500 Meter weiter Beruf und Familie wohnen. Wir haben ein eigenes Haus, das nur ein paar Meter von ihrem Haus entfernt ist, und dort M: Bei uns gibt es keine klassische Rollenvertei- ziehen wir im nächsten Jahr ein. Dieses hier ist lung. Wir haben beide einmal die Arbeit und eigentlich das Haus von meinem Schwager, aber dann wieder die Familie. Und die Hausarbeit er ist nur selten zu Hause. teilen wir auch. Ich war schon drei Jahre bevor unser Sohn geboren wurde nur noch halbtags als Ich selber bin in Deutschland geboren und auf- Konstrukteur tätig und habe daneben in einem gewachsen, aber meine Eltern sind in den 60er Kindergarten gearbeitet. Im ersten Jahr nach der Jahren als Gastarbeiter aus Spanien gekommen. Geburt unseres Sohnes habe ich dann Elternzeit Meine Mutter war gar nicht in der Schule und genommen und gar nicht gearbeitet. Im zwei- mein Vater nur vier Jahre. Ihnen war es wichtig, ten Jahr habe ich 15 Stunden gearbeitet und im dass ich auf die deutsche Schule gehe und hier in dritten Jahr 16,5 Stunden. Zusätzlich zu den 16,5 Deutschland voll integriert bin. Sie selber konn- Stunden, in denen ich in meinem Beruf als Kon- ten nicht richtig Deutsch und deshalb konnten strukteur arbeite, mache ich noch einmal in der sie mir mit der Schule auch nicht helfen. Ich habe Woche Mittagsbetreuung in einer Schule. zuerst den qualifizierenden Hauptschulabschluss und dann eine Ausbildung zum technischen Mein Arbeitsgeber hat nicht so viel Verständ- Zeichner gemacht. Das ist eigentlich ein zu gro- nis dafür, dass ich Elternzeit genommen habe ßer Sprung und es war sehr mühsam für mich. und Teilzeit arbeite. Und auch bei den Kollegen Mir haben da doch Sprachkenntnisse, gerade heißt es bloß „Der arbeitet ja nicht“ und „So ein auch im Schriftlichen gefehlt. Aber ich habe hart Teilzeitarbeitsplatz kostet die Firma zu viel Geld“. gearbeitet und es hat geklappt. Heute bin ich Und seit ein Kollege gekündigt hat, ist der Druck Konstrukteur. groß, dass ich wieder mehr arbeite. Ich bin durch die Erfahrungen mit meinem Sohn aber gelas- Ich spreche mit unserem Sohn nur Deutsch und sener geworden und übe auch die gewaltfreie kein Spanisch. Für mich ist es anstrengend, Spa- Kommunikation, das hilft mir, mit schwierigen 4466

Situationen auf der Arbeit gut umzugehen. Ich M: Der Spielplatz ist natürlich auch ein großes möchte auch nicht mehr Stunden arbeiten. Es Thema und außerdem haben wir eine 3-Monats- macht mir so viel Spaß, mit meinem Sohn zusam- karte für das Tucherland und eine Jahreskarte men zu sein. Am liebsten würde ich den ganzen für den Tiergarten. Und wir gehen auch mal mit Tag mit ihm verbringen. Wir überlegen auch, ob Oma und Opa wandern. wir nicht ein Pflegekind aufnehmen und haben demnächst ein Beratungsgespräch. Dann werde Männer in Elternzeit ich vielleicht Pflegepapa. M: Als Mann ist es schwierig, Anschluss an eine F: Ich arbeite 19 Stunden in der Mittagsbetreu- Krabbelgruppe zu finden. Die Mütter wollen oft ung. Eigentlich bin ich Lehrerin, aber mir wurde unter sich sein. Deshalb kümmere ich mich auch drei Monate nach der Geburt von unserem Sohn um den Papa-Kind-Treff im Zentrum Koberger gekündigt. Die Kündigung war nicht rechtmäßig Straße. Dort treffen sich einmal im Monat am und ich habe immerhin eine Abfindung in Höhe Samstag Väter und ihre Kinder. Ich berate auch eines Jahresgehalts bekommen. Am Anfang wa- Väter, die Fragen zur Elternzeit haben und sage ren wir schon geschockt, mein Mann in Elternzeit ihnen, welche Krabbelgruppen es gibt und wie und mir wurde gekündigt! Ich hatte ja geplant, ein Tagesablauf mit Kind aussehen kann. Ich gleich nach der Geburt wieder in meinen Beruf stelle auch immer ein Frühstück hin, weil die an- einzusteigen. Aber es war auch schön, dass wir deren Väter oft müde sind – die arbeiten ja auch dieses gemeinsame erste Jahr mit unserem Sohn alle viel mehr als ich. Ich hoffe, dass es bald noch zu Hause hatten. mehr Papa-Kind-Gruppen gibt. Ich würde auch Starthilfe geben und erklären, was man dafür so Eigentlich wollten wir unsere Arbeit so organi- wissen muss. Aber dafür braucht man natürlich sieren, dass immer einer von uns zu Hause ist Räume. und den Kleinen betreut. Aber das war so nicht möglich. Jetzt haben wir beide am Dienstag frei Ich denke auch, dass es noch mehr Stellen geben und gehen an den anderen Tagen gegen Mittag müsste, die sich im Detail mit dem Elterngeld aus- zur Arbeit. Da ist unser Sohn dann bei meinen kennen und in Fällen beraten können, die nicht Eltern, bis wir wiederkommen. Die Mittagsbe- Standard sind, so wie bei uns. Im Zentrum Ko- treuung macht mir Spaß, ich bin da freier als berger Straße gibt es eine Mitarbeiterin, die sich wenn ich unterrichte. Aber ich möchte trotzdem sehr gut auskennt, die hat uns sehr geholfen. Wir gerne wieder als Lehrerin arbeiten. Ich habe das haben aber auch nur zufällig von ihr erfahren, Montessori-Diplom und hoffe, dass ich eine Stelle weil wir dort einen SAFE-Kurs gemacht haben. an einer Montessori-Schule finde. Mittlerweile habe ich auch eine Krabbelgruppe Freizeit gefunden, in der ich als Mann willkommen bin. M: Neben der Arbeit bleibt uns noch Zeit für künstlerische Sachen, wie Schreinern und Musik. F: Musik ist quasi das Hobby unseres Sohnes. Wir gehen mit ihm in den Musikgarten und er kann seinem Onkel stundenlang beim Gitarrenspiel zuhören. Wir singen auch viel mit ihm und er versucht auch schon, Keyboard zu spielen. Außer- dem geht er noch mit seinem Papa zum Kinder- turnen oder wir fahren einfach mal mit dem Bus oder der Straßenbahn und gehen zwischendurch ins Café. 47

Abbildung 33

3.8 Kinderbetreuung Ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertages- betreuung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Eltern erwerbstätig sein können. Gleichzeitig haben die Kindertageseinrich- tungen aber auch einen Bildungsauftrag und leisten nicht zuletzt für Kinder aus bildungsfer- nen Familien einen wichtigen Beitrag für ihre frühkindliche, schulische und berufliche Ent- wicklung und ihre Teilhabechancen in unserer Gesellschaft. Tab. 2: Versorgungsquoten in der Kindertagesbetreuung im Zeitablauf und Planung für 2020 (Stand: 3/2014) 2002 2009 2010 2011 2012 2013 2020 Unter 3-Jährige Kinderzahl 12.700 12.590 12.818 12.836 13.150 13.549 13.740 Plätze 605 1.895 2.496 2.611 3.228 4.447 6.320 davon Krippe 235 1.140 1.704 1.863 2.364 3.472 5.320 Tagespflege 370 755 792 748 864 975 1.000 Versorgungsquote 4,8 % 15,1 % 19,5 % 20,3 % 24,5 % 32,8 % 46,0 % 3- bis 6-Jährige (3 ½ Jahrgänge) Kinderzahl 14.955 14.703 14.839 14.879 14.590 14.794 15.580 Plätze in Kinder- 12.876 13.614 13.800 13.754 13.719 14.433 15.580 gärten und Häu- sern für Kinder Versorgungsquote 86,1 % 92,6 % 93,0 % 92,4 % 94,0 % 97,6 % 100 % Grundschulkinder Schülerzahl 15.045 16.281 16.144 15.763 14.960 15.370 16.500 Plätze in Kinder- 2.994 4.254 4.391 4.673 5.415 5.888 8.250 horten und Häu- sern für Kinder Versorgungsquote 19,9 % 26,1 % 27,2 % 29,6 % 36,2 % 38,3 % 50,0 % Datenquellen: 2002: Jugendhilfeausschuss vom 17.10.2002; 2009: Jugendhilfeausschuss vom 6.10.2011; 2010: Jugendhilfeausschuss vom 6.10.2011; 2011: Jugendhilfeausschuss vom 4.10.2012; 2012: Jugendhilfeausschuss vom 21.3.2013; 2013: Jugendamt, Stadt Nürnberg; 2020: Jugendhilfeausschuss vom 21.3.2013. . 4488

Abbildung 34

Tab. 2: Versorgungsquoten in der Kindertagesbetreuung im Zeitablauf und Planung für 2020 (Stand: 3/2014)
2002 2009 2010 2011 2012 2013 2020
Unter 3-Jährige
Kinderzahl 12.700 12.590 12.818 12.836 13.150 13.549 13.740
Plätze 605 1.895 2.496 2.611 3.228 4.447 6.320
davon
Krippe 235 1.140 1.704 1.863 2.364 3.472 5.320
Tagespflege 370 755 792 748 864 975 1.000
Versorgungsquote 4,8 % 15,1 % 19,5 % 20,3 % 24,5 % 32,8 % 46,0 %
3- bis 6-Jährige (3 ½ Jahrgänge)
Kinderzahl 14.955 14.703 14.839 14.879 14.590 14.794 15.580
Plätze in Kinder- gärten und Häu- sern für Kinder 12.876 13.614 13.800 13.754 13.719 14.433 15.580
Versorgungsquote 86,1 % 92,6 % 93,0 % 92,4 % 94,0 % 97,6 % 100 %
Grundschulkinder
Schülerzahl 15.045 16.281 16.144 15.763 14.960 15.370 16.500
Plätze in Kinder- horten und Häu- sern für Kinder 2.994 4.254 4.391 4.673 5.415 5.888 8.250
Versorgungsquote 19,9 % 26,1 % 27,2 % 29,6 % 36,2 % 38,3 % 50,0 %

Abbildung 35

In Nürnberg standen am 31.12.2013 für knapp nicht ausreichend, um die Erwerbstätigkeit wie ein Drittel der unter 3-Jährigen Betreuungsplät- bisher fortzusetzen. Die Nachfrage nach Plätzen ze zur Verfügung, davon 78 Prozent in Krippen in Kinderhorten und Häusern für Kinder, in de- und 22 Prozent in der Tagespflege. Die Zahl der nen längere Betreuungszeiten und eine Hausauf- Krippenplätze hat sich seit 2010 verdoppelt. gabenbetreuung angeboten werden, hat in den Bis zum Jahr 2020 ist ein weiterer Ausbau der letzten Jahren deutlich zugenommen und über- Krippenplätze geplant, so dass dann für 46 Pro- steigt derzeit die Zahl der Plätze, auch wenn in zent der unter 3-Jährigen Betreuungsplätze zur den Jahren 2011 bis 2013 rund 1.500 neue Plätze Verfügung stehen. Grundlage für den geplanten geschaffen wurden. Zum 31.12.2013 standen für Ausbau ist eine Befragung von Eltern mit Kin- 38,3 Prozent der Grundschulkinder Hortplätze dern unter 3 Jahren aus dem Jahr 2012. Mit den zur Verfügung (Amt für Kinder, Jugendliche und 2020 zur Verfügung stehenden Plätzen wäre der Familien, 2014). Im April 2014 waren es bereits Bedarf aller Eltern mit 1- und 2-jährigen Kin- rund 40 Prozent. Zusammen mit den Angeboten dern abgedeckt und bei den Eltern mit Kindern der Mittagsbetreuung gab es zu diesem Zeit- unter einem Jahr der Bedarf derjenigen, die punkt für 63 Prozent der Grundschulkinder ein einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz Betreuungsangebot. Zusätzlich gab es 12 Grund- haben. Dies betrifft u.a. Eltern, die erwerbstätig schulklassen im Ganztagsschulbetrieb (Master- oder in Ausbildung sind oder einen Anspruch auf plan zur Versorgung von Grundschulkindern mit Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach SGB Plätzen in Horten und der Mittagsbetreuung). II haben. Darüber hinaus stünden in dieser Alters- gruppe weitere Plätze für Kinder mit besonde- Damit der Betreuungsbedarf im Grundschulalter rem Förderbedarf zur Verfügung. gedeckt werden kann, ist ein weiterer Ausbau der Hortplätze geplant, so dass 2020 für 50 Pro- In der Gruppe der 3-Jährigen bis zu Einschu- zent der Grundschulkinder Hortplätze zur Ver- lung gibt es aktuell bereits für fast alle Kinder fügung stehen werden. Bei Neuplanungen von Betreuungsplätze in Kindergärten und Häusern Horten wird jetzt schon ein Versorgungsziel von für Kinder. Bis 2020 soll für jedes Kind in dieser 60 Prozent angestrebt und geplant. Zusammen Altersgruppe ein wohnortnaher Betreuungsplatz mit einzelnen gebundenen Ganztagsschulen und zur Verfügung stehen. dem Angebot der Mittagsbetreuung steht dann bis zum Jahr 2020 für mindestens 70 Prozent der Der Übergang vom Kindergarten in die Grund- Grundschulkinder ein Betreuungsangebot zur schule ist für erwerbstätige Eltern nicht immer Verfügung. Die Stadt Nürnberg geht von einem leicht. Schulklassen im Ganztagesschulbetrieb langfristigen Bedarf von 80 Prozent aus, 60 sind an den Grundschulen die Ausnahme und Prozent sollen durch Hortplätze und 20 Prozent eine angebotene Mittagsbetreuung ist teilweise durch schulische Angebote abgedeckt werden. 49

Abbildung 36

3.9 Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf Nicht alle Kinder kommen gesund auf die Welt. weit größeren Herausforderung gegenüber als Manche Kinder haben von Anfang an eine ursprünglich gedacht. Für Geschwister heißt es Erkrankung oder Störung, die ihr Leben und oft zurückzustecken, weil die Eltern sehr viel ihre Entwicklung einschränkt und dazu führt, Zeit für das behinderte Kind benötigen. dass sie dauerhaft auf Betreuung und Unterstüt- Nach der Schwerbehindertenstatistik sind zung angewiesen sind. Dies kann insbesondere 1,3 % der unter 15-Jährigen und 1,4% der für die Eltern und Geschwister, aber auch für unter 18-Jährigen schwerbehindert (Stand: andere Familienmitglieder sowie Freunde und 31.12.2013). Die zwei folgenden Familienpor- Bekannte ein gravierender Einschnitt sein. Für traits beschreiben, wie Familien, in denen ein die Eltern kann die bisherige Lebensplanung in Kind mit besonderem Betreuungsbedarf lebt, Frage gestellt werden und sie sehen sich einer ihren Familienalltag bewältigen.

Portrait: „Freunde, die einen unterstützen, sind ganz wichtig“ Bei uns in der Familie sind wir zu viert. Mein Der Arbeitgeber meines Mannes hat viel Ver- Mann und ich, unser Sohn, der mittlerweile 16 ständnis für unsere besondere Familiensituation. Jahre alt ist, und unsere Tochter, die ist jetzt Ich war z. B. mal zwei Wochen krank, da war 12. Hier in Nürnberg leben dann noch meine mein Mann dann nur vormittags in der Arbeit Schwiegermutter, die für uns ganz wichtig ist, und nachmittags zu Hause. Er kann auch mal und die Patin meiner Tochter und ihre Nichte. später anfangen, wenn er mich mit unserer Tochter morgens zu einem besonders frühen Unsere Tochter ist mehrfach behindert. Sie kann Therapietermin nach Erlangen fährt. nicht sprechen, aber sie kommuniziert über die Gebärdensprache und den Computer. Morgens In den ersten zwei Jahren war unsere Tochter geht sie in eine spezielle Schule für Kinder mit viel im Krankenhaus und auch später immer Beeinträchtigungen und nachmittags ist sie drei- wieder mal. Da war ich dann bei ihr und mein mal in der Woche in einer heilpädagogischen Mann war für unseren Sohn da. Einmal ist mei- Tagesstätte. In dieser Zeit bin ich immer auf ne Mutter aus München gekommen und dann Abruf. Wenn sie einen epileptischen Anfall hat haben sich auch Freunde gekümmert. Freun- oder auf etwas stürzt, werde ich angerufen. Sie de, die einen unterstützen, sind ganz wichtig. muss auch immer mal wieder ins Krankenhaus Unser Sohn konnte z. B. nach der Schule immer und auch da bin ich bei ihr. Außerdem fahre ich mit zur Familie seines besten Freundes gehen. noch an dem freien Nachmittag mit ihr zu spe- Mein Mann hat mit ihm viele Ausflüge gemacht, ziellen Therapieangeboten. Das alles schränkt Fahrradtouren, Klettern, Schwimmbad, also meine Möglichkeiten, berufstätig zu sein, natür- alles, was ein bewegungshungriger Junge so lich sehr ein. Ich denke, kein Arbeitgeber würde braucht. Wir sind auch jetzt für ihn da, wenn er das auf Dauer akzeptieren. Deshalb haben wir ein Problem hat und mit uns darüber reden will. uns bewusst dafür entschieden, dass mein Mann Aber er hat schon viel zurückstecken müssen. erwerbstätig ist und ich zu Hause bleibe und Ein Geschwisterkind von einem behinderten mich um die Kinder und besonders um unsere Kind steckt immer zurück. Tochter kümmere. 5500

Wir haben unseren Sohn nie dazu gedrängt, Schwieriger ist es bei Kindern. Wenn ein Kind dass er sich um seine Schwester kümmern soll. sagt „Oh, die sitzt ja noch im Wagen“ oder „Oh, Er ist aber sehr fürsorglich und engagiert sich da die hat ja noch eine Windel an“, dann tut das von sich aus. Samstag war er z. B. alleine mit ihr viel mehr weh als die Blicke der Erwachsenen. im Tierpark, und wenn wir ins Schwimmbad ge- Ich erkläre ihnen dann, dass es auch Kinder gibt, hen, geht er mit und rutscht mit ihr. Er hat auch die nicht so fit sind und eine Windel tragen. in ihrer Schule ein Praktikum gemacht. Die Freun- Aber ich denke, es gibt noch einen ganz großen de, die er jetzt hat, akzeptieren seine Schwester, Aufklärungsbedarf. Der Religionsunterricht in das finde ich schön. Sie ist dann ganz selbstver- der Schule würde sich da zum Beispiel prima ständlich dabei, und sein bester Freund ist für eignen, oder Heimat- und Sachkunde. Ich fände sie so etwas wie ein zweiter Bruder. Auch unsere es auch gut, wenn es mehr Integrationskinder- Freunde, die selber keine behinderten Kinder gärten und Kooperationsklassen gäbe. Wenn haben, akzeptieren sie, das ist wirklich schön. sich da etwas ändert, dann würden vielleicht auch mehr Eltern von behinderten Kindern mit Meine Schwiegermutter und mein Schwiegerva- ihren Kindern nach draußen gehen. Die Hemm- ter, der leider vor 2 Jahren gestorben ist, waren schwelle ist bei vielen sehr groß, sie haben für uns gerade in der Zeit, als die Kinder noch Angst vor den Fragen und Blicken. kleiner waren, eine große Unterstützung. Jedes Kind hatte einen Oma-und-Opa-Tag in der Wo- Ich finde, es gibt genügend Spielplätze in Nürn- che, an dem es alleine bei den Großeltern war. berg, auch mit Möglichkeiten für Kinder mit Manchmal waren auch beide bei ihnen, zum Einschränkungen. Am besten ist übrigens der Beispiel am Wochenende, denn am Haus gibt es Seniorenspielplatz im Stadtpark. Der ist klasse. einen großen Garten, in dem man schön spielen Was aber noch fehlt, sind Fahrradwege. kann. Meine Schwiegermutter ist zwar nicht mehr so mobil wie früher, aber sie geht auch Besonders wichtig ist es, dass Eltern mit behin- heute noch gerne mal mit meiner Tochter in den derten Kindern gleich nach der Geburt, also Tiergarten. Wir besuchen auch oft meinen Bru- schon im Krankenhaus und später dann beim der in München oder mal meine Schwester in Kinderarzt, Informationen über Angebote und Berlin oder sie kommen zu uns nach Nürnberg. Anlaufstellen bekommen, die ihnen weiterhel- Beide lieben unsere Tochter sehr und nehmen fen. Das war damals, als meine Tochter auf die sich viel Zeit für sie. Welt kam, nicht so. Ich musste mir vieles selber erarbeiten, dabei hätte ich gerade am Anfang Das Wochenende fängt bei uns Freitagmit- jemanden gebraucht, der mich unterstützt. Aber tag an. Wenn das Wetter schön ist, fahren wir ich finde, Nürnberg hat sich da in den letzten schon mal spontan am Freitag nach München Jahren zum Positiven entwickelt. Die Stadt ist und besuchen meine Familie. Oder wir gehen offener geworden und es gibt mittlerweile auch ins Schwimmbad oder fahren in die Fränkische, mehr Angebote. oder wir gehen alle in die Stadt, zum Beispiel in die Bibliothek. Da nehmen wir dann auch meine Schwiegermutter mit. Wenn wir draußen sind, sitzt unsere Tochter in einem großen Rollstuhl. Manchmal sind wir auch mit dem Fahrrad unterwegs. Sie hat ein spezielles Therapierad. Die Leute schauen natür- lich, weil das etwas Besonderes ist. Aber gerade auf dem Spielplatz kommt man miteinander ins Gespräch und kann die Leute informieren. 51

Abbildung 37

Portrait: „… da braucht es einen Erwachsenen, der vermittelt“ Zu unserer Familie gehören mein Partner und Krankenhaus noch immer auf Vorurteile stößt ich und unsere zwei Söhne, die vier und neun und manchmal auch unachtsam behandelt wird. Jahre alt sind. Außerdem wohnt noch die Mein zweiter Sohn geht in einen integrativen Mutter von meinem Partner hier unten in einer Kindergarten, der allerdings 20 Autominuten eigenen Wohneinheit. Unser Hund gehört na- von hier entfernt ist. Ich hätte ihn gerne hier in türlich auch zur Familie. Die Mutter von mei- der Nähe in einem Kindergarten untergebracht, nem Partner ist in unsere Familie voll integriert. aber dort wurde er nicht genommen, weil er Manchmal kocht sie zum Beispiel für uns alle. So noch keine drei Jahre alt war. Mir wurde ver- erlebt sie, dass sie wichtig für uns ist und ihren sprochen, dass er das Jahr darauf kommen darf. Platz und ihre Aufgaben in der Familie hat. Da hieß es dann aber, jetzt hätte er ja schon Aber sie kommt auch mal zum Essen zu uns und woanders einen Platz und die vorhandenen wir kaufen einmal in der Woche für sie mit ein. Plätze würden Kindern angeboten, die noch Die Familie von meinem Partner lebt schon seit keinen Platz hätten. Ich glaube aber, dass er mit mehreren Generationen hier im Haus. seiner Behinderung dort nicht willkommen war. Das finde ich schade, denn er ist sehr fit und Meine Eltern sind in den 70er Jahren als Gastar- schaut sich viel von den „normalen“ Kindern ab. beiter aus der Türkei nach Deutschland ge- Ich hätte mir gewünscht, dass er aufwächst wie kommen. Wir sind Aramäer und Christen. Ich alle anderen Kinder auch und dass er hier einen selber bin in Fürth geboren und aufgewachsen. Freundeskreis hat. Mit der Betreuung in dem Einer meiner Brüder lebt in der Schweiz, meine integrativen Kindergarten bin ich sehr unzu- Schwester wohnt etwa 60 Kilometer von hier frieden, seit dort die Leitung gewechselt hat. entfernt und mein zweiter Bruder ist vor ein Mein Sohn wird dort nicht gut betreut, es gibt paar Jahren wieder nach Fürth gezogen, um zu wenig qualifizierte Vollzeitkräfte und eher meine Eltern jetzt im Alter zu unterstützen. Er Stundenkräfte und Praktikanten. Ich arbeite vier hat auch mich sehr unterstützt, als mein zweiter bis fünf Stunden am Tag und habe trotzdem Sohn auf die Welt kam und ich erfahren habe, einen Platz bis 16.30 Uhr für ihn gebucht, damit dass er Trisomie 21, also das Down-Syndrom ich flexibler bin, auf der Arbeit und zum Beispiel hat. Da hat mein Bruder mir dann zum Beispiel mit dem Einkaufen. Aber ich denke, ich wer- Behördengänge abgenommen. Das hätte ich de die Buchungszeit reduzieren und ihn eher damals psychisch gar nicht geschafft. Jetzt holt abholen. er meinen Sohn auch mal vom Kindergarten ab, wenn ich Termine habe, und kümmert sich um Ich finde es wichtig, die Inklusion von Kindern ihn. mit Einschränkungen wirklich umzusetzen und behinderte Kinder in die Gemeinde und zum Mein Bruder in der Schweiz ist Arzt und er hat Beispiel in Sportvereine aufzunehmen. Sie sich sehr um das Medizinische gekümmert. sollten einfach mitgenommen werden. Ich finde Er hat zum Beispiel nach medizintechnischen es schade, wenn Erwachsene um behinderte Neuigkeiten geschaut und mich dann infor- Kinder einen Bogen machen oder wegschauen, miert und beraten. Das war sehr hilfreich für wenn sie sie begrüßen wollen. Beim Spielen mit die Gespräche mit den Ärzten im Krankenhaus. anderen Kindern ist es manchmal schwierig, Man wird dort gleich ganz anders behandelt weil mein Sohn sich nicht mit Worten äußern und erhält mehr Informationen, wenn die Ärzte kann und die Kinder nicht verstehen, was er merken, dass man sich auskennt. Geplante Ope- will. Sie drehen sich dann um und spielen woan- rationen werden auch mal nach hinten gescho- ders, und er läuft hinterher. Das ist dann schon ben und es wird erst etwas anderes probiert. verletzend. Da braucht es einen Erwachsenen, Insgesamt habe ich leider das Gefühl, dass man der vermittelt. Das wäre besonders im Kinder- gerade als Mensch mit ausländischem Namen im garten wichtig. 52

Am Anfang, als unser zweiter Sohn da war, ha- ben wir unseren ersten Sohn unbewusst benach- teiligt. Wir haben uns eben sehr auf das behin- derte Kind fixiert und waren besorgt, dass wir alles richtig machen und dass es auch die not- wendige Förderung erhält. Als wir das gemerkt haben, haben wir unseren zweiten Sohn dann mal zu den Großeltern gebracht oder einen Tag nur für unseren Großen geplant. Da war er dann der Mittelpunkt und nicht sein Bruder. Das hat ihn gefreut. Uns gegenüber hat er sich zwar nie beschwert, aber meinen Geschwistern hat er ge- sagt „Die Mama ist mit meinem Bruder da und da hin, und ich möchte so gerne mal dort hin. Aber ich möchte es der Mama nicht sagen, weil es sie so stresst“. Er möchte uns nicht weh tun und steckt dann selber zurück. Freitagnachmittag machen wir meistens alle zu- sammen den Haushalt, damit wir schneller fertig Die zwei Brüder lieben sich sehr, und auch der sind und am Samstag und Sonntag mehr Zeit für Freundeskreis von unserem Älteren freut sich, uns haben. Da frühstücken wir dann ausgiebig wenn der Jüngere da ist. Sie spielen dann auch und überlegen, was wir an dem Tag machen. Je mit ihm. Wir haben hier ja auch viel Platz für nach Wetter bauen wir einen Schneemann oder Kinder und sie kommen gerne zu uns. räumen gemeinsam Schnee, oder wir gehen schwimmen oder fahren ins Playmobilland. Unser Freundeskreis hat sich nicht dadurch ge- Auch in den Ferien entscheiden wir immer spon- ändert, dass wir ein Kind mit Einschränkungen tan, was wir machen. haben. Wir und unser Kind wurden mit offenen Armen empfangen. Der Freundeskreis hat sich Als mein zweiter Sohn geboren war, habe ich eher gefestigt und wir wurden sehr unterstützt. mir schon gewünscht, dass es eine Einrichtung Wir wohnen ja am Rande von Nürnberg, und gibt, die einen an die Hand nimmt und sagt hier in der Nachbarschaft gibt es leider nur eine „Jetzt beantragen wir einen Behindertenaus- Familie, die auch Kinder hat. Die Eltern haben weis und dann machen wir dieses und jenes und zum Beispiel am Anfang, als mein zweiter Sohn Sie können auch eine Haushaltshilfe einstellen“. da war, unseren ersten Sohn mit in die Schule Aber man ist immer alleine und wird von einer gefahren. Die anderen Nachbarn sind alle schon Stelle zur anderen geschickt. Ich war damals eine Generation älter als wir, da gibt es nicht so psychisch gar nicht in der Lage, all die Anträge viele Kontakte. zu stellen und die Termine wahrzunehmen. Ich konnte da gar nicht so klar denken. Auch für Die Hausarbeit und die Kinderbetreuung liegen andere Familien fände ich es leichter, wenn zum überwiegend bei mir, mein Partner macht mehr Beispiel Familienkasse und Jugendamt unter das Handwerkliche im Haus und drum her- einem Dach wären, damit man nicht so viele um. Früher hat er gedacht, ich gehe ja nur 4-5 Wege hat. Stunden arbeiten, da kann ich dies und das auch noch machen. Aber seit ich letztes Jahr schwer Außerdem wäre es schön, wenn die Stadtteile krank geworden bin und er Haushalt und Fami- von Nürnberg, die am Stadtrand liegen, besser lie organisieren musste, ist seine Wertschätzung an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sehr gestiegen. Auch wenn ich jetzt wieder wären und es auch mehr Verbindungen in die hundertprozentig gesund bin, hilft er mir immer nächste Stadt gäbe, die ja manchmal näher ist mal wieder im Haushalt. als der Stadtkern von Nürnberg. 53

Abbildung 38

3.10 Pflegebedürftigkeit im Alter In Nürnberg waren am 31.12.2011 insgesamt Die häusliche Pflege ist für die Hauptpflegeper- 12.262 Menschen pflegebedürftig. 59,6 Pro- son oft mit einem erheblichen zeitlichen Auf- zent von ihnen lebten zu Hause. Von denen, wand verbunden und kann die Möglichkeiten die zu Hause lebten, nahm etwas mehr als ein der Erwerbstätigkeit je nach Betreuungsarran- Drittel Leistungen der Pflegeversicherung für gement erheblich einschränken. Dies gilt umso eine ambulante Pflege in Anspruch. Alle ande- mehr bei Pflegebedürftigen, die aufgrund einer ren Pflegebedürftigen bezogen ausschließlich höheren Pflegestufe oder einer dementiellen Er- Pflegegeld. krankungen einen umfassenden Betreuungsbe- darf haben. Besonders schwierig ist die Situation Überträgt man die Ergebnisse der bundesweiten für Menschen, die ihre pflegebedürftigen Eltern Studie „Wirkungen des Pflege-Weiterentwick- betreuen und gleichzeitig noch für minderjäh- lungsgesetzes“ auf Nürnberg, so kann man da- rige Kinder verantwortlich sind. So hatten 2010 von ausgehen, dass der ganz überwiegende Teil bundesweit 12 Prozent der Hauptpflegeperso- der zu Hause lebenden Pflegebedürftigen durch nen in Privathaushalten noch mindestens ein Angehörige betreut und gepflegt wird. Im Rah- Kind unter 14 Jahren (Bundesministerium für men der Wohnungs- und Haushaltsbefragung Gesundheit, 2011). 2009 gaben 7 Prozent der Befragten an, dass sie eine ältere oder kranke Person pflegen. Tab. 3: Pflegebedürftige in Nürnberg nach Versorgungsart und Pflegestufe Stadt Nürnberg 2009 2011 Pflegebedürftigkeit Anzahl Anteil Anzahl Anteil Pflegebedürftige insgesamt 11.921 12.262 davon Vollstationäre Pflege 4.863 40,8 % 4.951 40,4 % Häusliche Pflege 7.058 59,2 % 7.311 59,6 % davon Ausschließlich Pflegegeldbezug 4.358 61,7 % 4.668 63,8 % Ambulante Pflege (mit und ohne zusätzlichem 2.700 38,3 % 2.643 36,2 % Pflegegeldbezug) Datenquelle: 2002: Pflegestatistik 2009 und 2011 nach Kreisen und kreisfreien Städten, eigene Berechnungen. Für Pflegebedürftige, die zu Hause leben, bieten in Nürnberg ca. 75 ambulante Pflegedienste Un- terstützung an. Daneben gibt es neun Einrich- tungen, die ausschließlich Tagespflege anbie- ten, und zwei Einrichtungen, die ausschließlich Kurzzeitpflege anbieten. Weiterhin gibt es 35 Anlagen für betreutes Wohnen mit ca. 3.000 Apartments. 56 Einrichtungen bieten eine voll- stationäre Pflege an. 54

Tab. 3: Pflegebedürftige in Nürnberg nach Versorgungsart und Pflegestufe
Stadt Nürnberg 2009 2011
Pflegebedürftigkeit Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Pflegebedürftige insgesamt 11.921 12.262
davon
Vollstationäre Pflege 4.863 40,8 % 4.951 40,4 %
Häusliche Pflege 7.058 59,2 % 7.311 59,6 %
davon
Ausschließlich Pflegegeldbezug 4.358 61,7 % 4.668 63,8 %
Ambulante Pflege (mit und ohne zusätzlichem Pflegegeldbezug) 2.700 38,3 % 2.643 36,2 %

Abbildung 39

  1. Familien und ihre Lebenssituation in der kleinräumigen Betrachtung Bevölkerungsentwicklung Familienhaushalte In der Betrachtung des Saldos aller Bevölke- Den höchsten Anteil an Familienhaushalten rungsbewegungen (einschließlich Geburten und weisen die statistischen Bezirke Katzwanger Sterbefälle) sind die Bezirke mit dem höchsten Straße mit 40,2 und Rangierbahnhof mit 36,6 Bevölkerungsanstieg je 1.000 Einwohner die Prozent auf. Beides sind mit 92 und 112 Haus- Marienvorstadt und Tafelhof, deren Bevölke- halten allerdings eher kleinere Bezirke. Dane- rungen 2013 um 82 bzw. 61 Einwohner je 1.000 ben sind es Bezirke in Stadtrandlage mit einem Einwohner gestiegen sind. Zu den Bezirken, in hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern, denen die Einwohnerzahlen 2013 zurückgegan- aber auch Bezirke mit einem hohen Anteil an gen sind, zählen neben der Katzwanger Straße geförderten Wohnungen wie St. Leonhard, in insbesondere Stadtrandbezirke wie Mooshof, denen der Anteil der Familienhaushalte über- Großgründlach und Zerzabelshof. Grundsätzlich durchschnittlich hoch ist. Den niedrigsten Anteil gingen die Einwohnerzahlen in den Bezirken am an Familienhaushalten weisen mit maximal 10 Stadtrand 2013 eher zurück oder stagnierten, Prozent die Innenstadtbezirke auf. während in zentrumsnahen Gebieten tendenzi- ell eher ein Bevölkerungsanstieg und damit eine Karte: Anteil der Familienhaushalte an allen weitere Bevölkerungsverdichtung zu verzeich- Haushalten auf Seite 58. nen war. Es gibt aber auch unter den Randbezir- ken solche mit einem Bevölkerungszuwachs in 2013, wie Altenfurt Nord mit 35 Einwohnern je 1.000 Einwohner und Kraftshof und Almoshof mit je 33 Einwohnern je 1.000 Einwohner. Karte: Saldo aller Bevölkerungsbewegungen auf Seite 57. 55

Abbildung 40

Abbildung 41

Haushalte Alleinerziehender am höchsten. Aber auch in den Bezirken Mug- genhof, Steinbühl, Katzwanger Straße, Tafel- Der Anteil der Alleinerziehenden an allen Fami- hof und Schweinau haben zwischen 85 und 90 lienhaushalten ist mit jeweils über 36 Prozent in Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 15 den statistischen Bezirken Ludwigsfeld, Diana- Jahren einen Migrationshintergrund. Besonders straße, Gugelstraße und Gibitzenhof besonders niedrig sind die Anteile in Neunhof, Kraftshof hoch. Dagegen ist der Anteil in den Stadtrandla- und Almoshof mit 16,3, 16,7 und 19,8 Prozent. gen mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweifa- Da Menschen mit Migrationshintergrund – eben- milienhäusern besonders niedrig. Hier spiegelt so wie Alleinerziehende – überdurchschnittlich sich die zum Teil schwierige finanzielle Situation häufig von Armut betroffen (Amt für Stadtfor- von Alleinerziehenden wider, die dazu führt, schung und Statistik 2012) und auf günstigen dass Alleinerziehende oft auf Wohnraum mit Wohnraum angewiesen sind, ist ihr Anteil in verhältnismäßig niedrigen Mieten angewiesen den Bezirken höher, in denen die Mieten vergli- sind und seltener als Paarfamilien die Möglich- chen mit anderen Bezirken eher niedrig sind. In keit haben, in einem eigenen Haus zu leben. Bezirken mit hoher Wohneigentumsquote ist ihr Anteil dagegen besonders gering. Karte: Anteil Alleinerziehender an allen Haus- halten mit Kindern auf Seite 59. Karte: Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren mit Migrationshintergrund an allen Kindern unter 15 Jahren auf Seite 61. Haushalte mit 3 und mehr Kin- dern Bedarfsgemeinschaften nach SGB II mit Kindern Der Anteil der Familien mit drei und mehr Kindern ist in den Stadtteilen Muggenhof mit 23,4, Tafelhof mit 19,1 und Dianastraße mit 16,7 Der Anteil der Bedarfsgemeinschaften mit Prozent besonders hoch. Dabei handelt es sich mindestens einem Kind unter 18 Jahren an allen um Stadtteile, in denen Wohnungen vorhanden Haushalten mit Kind unter 18 Jahren reicht von sind, die von der Größe her für Familien mit drei 0 Prozent im Bezirk Almoshof bis hin zu 45,2 und mehr Kindern geeignet sind, und in denen Prozent im Bezirk Dianastraße. Besonders hoch Wohnraum günstiger ist als in anderen statisti- ist die Quote auch in den Bezirken Gugelstra- schen Bezirken. Aber auch in Kraftshof, wo der ße, Steinbühl, Gostenhof und Muggenhof, wo Anteil der Wohnungen in 1- und 2-Familien- jeweils zwischen 36 und 37 Prozent der Fami- Häusern ca. 90 Prozent beträgt, liegt der Anteil lien zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf der Familien mit drei und mehr Kindern mit Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind. 16,1 Prozent noch relativ weit über dem Durch- In insgesamt 24 von 84 statistischen Bezirken schnitt. bezieht mindestens ein Viertel der Familien Leistungen nach dem SGB II. Oft handelt es sich Karte: Anteil der Familien mit 3 und mehr an dabei um Bezirke, in denen auch die Anteile allen Haushalten mit Kindern auf Seite 60. Alleinerziehender und Familien mit Migrations- hintergrund besonders hoch sind. In den sta- tistischen Bezirken am Stadtrand ist die Quote Kinder mit Migrationshinter- dagegen überwiegend niedrig und liegt unter grund dem Durchschnitt von 18,3 Prozent für die Stadt Nürnberg. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren mit Migrationshintergrund an allen Karte: Anteil der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe Kindern an allen Haushalten mit Kindern auf ist im Bezirk Rangierbahnhof mit 97,1 Prozent Seite 62. 56

Stadt Nürnberg Saldo aller Bevölkerungsbewegungen Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Saldo je 1000 Einwohner: 8,6 Boxdorf kleinster Wert: -33,3 (Katzwanger Straße) größter Wert: 81,8 (Marienvorstadt) Kraftshof Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Gesamtsaldo je 1000 Einwohner Kornburg (Wanderungen+Geburten+Sterbefälle) Katzwang ± bis unter 0 0 bis unter 4 4 bis unter 11 11 bis unter 18 0 1 2 3km 18 und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister (Stand 31.12.2013) 57

Stadt Nürnberg Familienhaushalte Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Haushalte mit Kindern: 47 846 Boxdorf Anteil Familienhaushalte: 17,2% kleinster Wert: 6,6% (Altstadt, St.Lorenz) Kraftshof größter Wert: 40,2% (Katzwanger Straße) Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Anteil der Familienhaushalte Kornburg an allen Haushalten Katzwang ± bis unter 15% 15 bis unter 17% 17 bis unter 19% 19 bis unter 21% 0 1 2 3km 21% und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister (Stand 31.12.2013) 58

Stadt Nürnberg Alleinerziehende Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Alleinerziehende: 11 927 Boxdorf Anteil Alleinerziehender: 24,9% kleinster Wert: 4,9% (Rangierbahnhof) Kraftshof größter Wert: 38% (Ludwigsfeld) Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Anteil Alleinerziehender Kornburg an allen Haushalten mit Kindern Katzwang ± bis unter 16% 16 bis unter 20% 20 bis unter 25% 25 bis unter 30% 0 1 2 3km 30% und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister (Stand 31.12.2013) 59

Stadt Nürnberg Familien mit 3 und mehr Kindern Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Familien mit 3 u.m. Kindern: 4 861 Boxdorf Anteil Familien mit 3 u.m. Kindern: 10,2% kleinster Wert: 5,2% (Maiach) Kraftshof größter Wert: 23,4% (Muggenhof) Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Anteil der Familien mit 3 und mehr Kornburg an allen Haushalten mit Kindern Katzwang ± bis unter 7,5% 7,5 bis unter 9% 9 bis unter 10,5% 10,5 bis unter 13% 0 1 2 3km 13% und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister (Stand 31.12.2013) 60

Stadt Nürnberg Kinder mit Migrationshintergrund Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Kinder unter 15 Jahre mit MH: 38 470 Boxdorf Anteil Kinder unter 15 Jahre mit MH: 61% kleinster Wert: 16,3% (Neunhof) Kraftshof größter Wert: 97,1% (Rangierbahnhof) Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Anteil der Kinder unter 15 Jahre mit Kornburg Migrationshintergrund an allen Kindern Katzwang ± bis unter 35% 35 bis unter 55% 55 bis unter 65% 65 bis unter 80% 0 1 2 3km 80% und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister (Stand 31.12.2013) 61

Stadt Nürnberg Bedarfsgemeinschaften mit Kindern Großgründlach Neunhof Gesamtstädtische Werte: Bedarfsgemeinschaften m.Kindern: 8 738 Boxdorf Anteil Bedarfsgemeinschaften m.Kindern: 18,3% kleinster Wert: 0% (Almoshof) Kraftshof größter Wert: 45,2% (Dianastraße) Buchenbühl Buch Flughafen Almoshof Mooshof Ziegelstein Marienberg Schafhof Thon Wetzendorf Erlenstegen Laufamholz Maxfeld Muggenhof Mögeldorf St. Johannis Wöhrd Altstadt Höfen Brunn Zerzabelshof St. Leonhard Galgenhof Gibitzenhof Dutzendteich Fischbach Röthenbach Gartenstadt Langwasser Eibach Maiach Amt für Stadtforschung und Statistik für Reichelsdorf Nürnberg und Fürth Legende Bezirk Anteil der Bedarfsgemeinschaften mit Kornburg Kindern an allen Haushalten mit Kindern Katzwang ± bis unter 5% 5 bis unter 11% 11 bis unter 17% 17 bis unter 28% 0 1 2 3km 28% und mehr Raumbezugssystem 2014 (Amt für Stadtforschung und Statistik) Sachdaten: Einwohnermelderegister, Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand 31.12.2013) 62

  1. Fazit und Ausblick Nürnberg ist eine Stadt, in der man grundsätz- Hier gilt es zu prüfen, welche Möglichkeiten auf lich gut als Familie leben kann – da sind sich die kommunaler Ebene bestehen, um die Situation Familien, die für diesen Familienbericht inter- der Betroffenen zu verbessern. viewt wurden, weitgehend einig. Und die statis- tischen Daten unterstützen ihre Einschätzung. Die Familien selber haben in den Interviews eine Die Zahl der Geburten in Nürnberg steigt seit Reihe von Wünschen und Anregungen geäußert, 2005 wieder an. Kleinere Wanderungsverluste deren Umsetzung aus ihrer Sicht dazu beitragen sind zwar bei den unter 6-Jährigen zu verzeich- würde, die Familienfreundlichkeit in Nürnberg nen, bei den 10- bis unter 15-Jährigen ist der weiter zu stärken. Einige zentrale Wünsche und Wanderungssaldo dann aber wieder positiv. Die Anregungen, die mehrere Eltern geäußert ha- Plätze in der Kinderbetreuung wurden in den ben und / oder deren Relevanz von Multiplikato- letzten Jahren insbesondere im Krippen- und rinnen und Multiplikatoren bzw. professionellen Hortbereich weiter ausgebaut und der Ausbau Fachleuten bestätigt wurde, sind im Folgenden wird in den kommenden Jahren fortgesetzt. Dies dargestellt. trägt zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch zu mehr Teilhabechancen Die Anregungen der Familien richten sich an für Kinder aus bildungsfernen Familien bei. die Kommunalpolitik, aber auch an die Lan- des- bzw. Bundespolitik und die Gesellschaft Die Daten zeigen allerdings auch, dass sich die als Ganzes. Alleine aus diesem Grund können Wohnraumsituation gerade für Familien mit nicht alle Anregungen von der Kommunalpolitik niedrigen Einkommen in den letzten Jahren aufgegriffen und weiterverfolgt werden. Wo durch einen kontinuierlichen Rückgang der dies möglich ist, sollte aber geprüft werden, was geförderten Wohnungen verschlechtert hat und getan werden kann, um Nürnberg noch ein we- dass nach wie vor Alleinerziehende und ihre nig familienfreundlicher zu machen und so dafür Kinder besonders häufig von Armut betroffen zu sorgen, dass Nürnberg auch weiterhin eine sind und Leistungen nach dem SGB II beziehen. attraktive Stadt für Familien bleibt. Bündelung von Leistungsbeantragung und Beratung an einem Ort Um Leistungen für Familien wie Kindergeld, trale Anlaufstelle, die Anträge von Familien für Unterhaltsvorschuss, Übernahme der Kosten für die einzelnen Leistungsarten entgegennimmt, Kinderbetreuung, Wohngeld, Kinderzuschlag die unterschiedlichen Anträge koordiniert und und Arbeitslosengeld II zu beantragen, aber Familien umfassend informiert und berät, wäre auch Informations- und Beratungsangebote zu deshalb für Familien in Nürnberg eine große nutzen, müssen Eltern in der Regel verschiedene Unterstützung. Eine solche zentrale Einrichtung Institutionen aufsuchen. Für Eltern ist dies mit würde wertvolle Familienzeit sparen und gerade Wege- und zum Teil auch Wartezeiten verbun- auch Familien, die im Umgang mit Behörden den. Hinzu kommt, dass bei einem Teil der An- eher unsicher sind, die Antragstellung wesentlich träge eine Abstimmung der Institutionen unter- erleichtern. Welche kommunalen Leistungs- und einander notwendig ist. Dies braucht oft einige Beratungsangebote eine solche zentrale An- Zeit und manchmal erfolgt die Abstimmung – laufstelle umfassen könnte und ob auch andere nicht zuletzt in Anbetracht der Komplexität von Behörden, Institutionen und Einrichtungen an Gesetzen, Verordnungen und Ausführungsbe- einem solchen Ort vertreten sein könnten, wäre stimmungen – nicht ganz reibungslos. Eine zen- zu klären. 63

Berücksichtigung besonderer Familienformen und Lebenssituationen Wie der vorliegende Familienbericht zeigt, Familien mit einem Kind mit besonderem befinden sich Familien in ganz unterschiedlichen Unterstützungsbedarf und Familien mit einem Lebenssituationen. Der Wunsch der Familien Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze. ist es, dass ihren besonderen Lebensumständen Wünschenswert wäre es, das vorhandene Bera- Rechnung getragen wird und Gesetze, Leistun- tungs- und Informationsangebot für besondere gen und Beratung so ausgerichtet werden, dass Familienformen zu bündeln, ggf. zu ergänzen sie in ihrer individuellen Situation die bestmög- und leichter zugänglich zu machen. Gleichzeitig liche Unterstützung erhalten. In diesem Zusam- sollten Familienformen wie Patchwork-Familie, menhang wurde zum Beispiel darauf hingewie- Regenbogen-Familie und Familien mit Kindern sen, dass die Kostenfreiheit des Schulwegs oft mit besonderem Unterstützungsbedarf „sichtba- dann nicht mehr gewährleistet ist, wenn ein rer gemacht“ werden. Kampagnen und das ein- Kind mit getrennt lebenden Eltern zwischen mal im Jahr stattfindende Offene Forum Familie beiden Elternteilen pendelt. Braucht das Kind können hierfür Ansatzpunkte sein. zwar für den Weg von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort zur Schule keine Fahrkarte für Familien mit Migrationshintergrund müssen den ÖPNV, für den Weg vom anderen Elternteil ausreichend über das deutsche Bildungssystem zur Schule aber schon, so müssen die hier ent- informiert werden und dies bei Bedarf auch stehenden Fahrtkosten selber getragen werden. in ihrer Muttersprache. Sie sollten außerdem wissen, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Auf der kommunalen Ebene wäre es wichtig, Programme wie „HIPPY“ (= Home Instruction dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überall for Parents of Preschool Youngsters, frei über- dort, wo Familien Leistungen beantragen oder setzt etwa „Hausbesuchsprogramm für Eltern Beratung in Anspruch nehmen, in Fortbildun- mit Vorschulkindern“), „PAT“ (= Parents as gen für besondere Familiensituationen und ihre Teachers / Mit Eltern lernen), „NEST (Nürnberger Herausforderungen sensibilisiert werden. Dies Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe) Elternlots/- betrifft Familienformen wie die Patchwork- innen“ und „Nürnberger Elternbegleiter/- Familie, die Pflegefamilie und die Regen- innen“ leisten hier einen wichtigen Beitrag und bogenfamilie ebenso wie Alleinerziehende, sollten unbedingt fortgesetzt werden. Förderung inklusiver Haltungen und Prozesse Eltern von Kindern mit besonderem Unterstüt- Vielfalt in Schulen und Kitas stärker vermittelt zungsbedarf erfahren immer wieder, dass an- werden. Dem besonderen Betreuungsbedarf, dere Kinder und Erwachsene ihren Kindern mit aber auch der Zeit, die es braucht, um zwischen Unsicherheit, aber auch Vorbehalten begegnen. Kindern mit und ohne Einschränkungen zu Ihr Wunsch ist es, dass Inklusion wirklich gelebt vermitteln, sollte durch genügend qualifizier- wird, und dass auch ihre Kinder einfach dazu tes Personal in Kindertagesstätten und Schulen gehören und akzeptiert werden. Damit dies Rechnung getragen werden. Ein Beitrag der selbstverständlich wird, sollte es mehr Kinderta- Stadt Nürnberg könnte auch sein, das Thema gesstätten geben, in denen behinderte Kinder stärker in den Vordergrund zu stellen und gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung be- öffentlichkeitswirksame Kampagnen für eine treut werden. Außerdem sollte das Thema „Kin- gelebte Inklusion zu starten. Es könnte auch ein der mit Behinderung“ häufiger in Kindergärten Thema für das Offene Forum Familie oder einen und Schulen aufgegriffen und der Umgang mit der nächsten Familienberichte sein. 64

Unterstützung für Väter Väter möchten in zunehmendem Maße einen größeren Anteil an der Betreuung und Erzie- hung ihrer Kinder übernehmen, und dies wird von der Gesellschaft auch zunehmend erwartet. Wenn Väter jedoch Elternzeit nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren möchten, so stößt dies bei Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kol- legen nicht immer auf Verständnis. Hier ist es Aufgabe der Stadt Nürnberg, als Arbeitgeberin mit gutem Beispiel voranzugehen und die Väter bei der Wahrnehmung ihrer Rolle als Vater so- wie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen. Eine entsprechende Öffentlich- keits- und Gremienarbeit könnte diese Themen darüber hinaus in den Fokus rücken. Beispiele hierfür aus der jüngsten Vergangenheit sind das Offene Forum Familie 2014 zum Thema „Väter“, die „Väterbroschüre“ und der „Runde Tisch Väter“ beim Bündnis für Familie. Im Bereich der Familienbildung könnte die lau- fende finanzielle Unterstützung der Familienbil- dungseinrichtungen durch die Stadt Nürnberg nicht zuletzt für eine Ausweitung der Bildungs- angebote speziell für Väter – auch gemeinsam mit ihren Kinder – genutzt werden. Für selbsti- nitiierte Vater-Kind-Gruppen würden sicher die Kulturläden geeignete Räumlichkeiten in den Stadtteilen zur Verfügung stellen. Förderung von Familien mit einem Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket und dem aber auch solche, deren Familieneinkommen Nürnberg-Pass wird die Teilhabe von Kindern oberhalb des Existenzminimums, aber unterhalb und Familien, die Sozialleistungen wie zum Bei- der Armutsrisikogrenze liegt, wünschen sich ins- spiel Arbeitslosengeld II oder Wohngeld bezie- besondere günstigere Fahrkarten für den VGN, hen, unterstützt. Diese Angebote werden von weitergehende Ermäßigungen beim Eintritt den betroffenen Familien auch durchaus ge- in Schwimmbäder und in den Tiergarten und würdigt und genutzt. Sie gehen aus ihrer Sicht gerade auch im Winter mehr Freizeitangebote allerdings nicht weit genug, um eine umfas- für Familien mit wenig Geld. Explizit genannt sende Teilhabe zu gewährleisten. Familien, die wurden hier mehr offene Sporthallen und mehr existenzsichernde Transferleistungen beziehen, Skateboard-Hallen. 65

Abbildung 42

Ein anderer Wunsch von Familien mit einem ket und die Ermäßigungen mit dem Nürnberg- Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze Pass wegfallen. Hier wäre es wünschenswert, ist es, dass auch sie die Möglichkeit bekommen, dass die Kommunalpolitik in den Gremien des gemeinsam in Urlaub zu fahren und so Abstand Deutschen Städtetages Vorschläge zur Neurege- zu ihrem oft nicht leichten Alltag zu gewinnen. lung im Übergangsbereich zwischen dem ALG Bestehende Angebote scheinen entweder nicht II-Bezug und einem Einkommen oberhalb des bekannt oder aus Sicht der Betroffenen nicht Existenzminimums einbringt. ausreichend zu sein. Außerdem wurde generell der Wunsch geäu- Als problematisch wurde der Übergang aus dem ßert, dass die finanzielle Mehrbelastung in Arbeitslosengeld II-Bezug benannt. Alleiner- Stiefeltern- und Patchworkfamilien, die zum ziehende, die ihre Erwerbstätigkeit ausweiten, Beispiel dadurch entsteht, dass ein Kind bei werden zwar zum Teil unabhängig vom ALG beiden Elternteilen ein Zuhause hat, stärker II bzw. Kinderzuschlag und Wohngeld, haben berücksichtigt wird. Dies könnte je nach Lebens- manchmal aber insgesamt weniger Geld als situation im steuerlichen Bereich oder bei der vorher, da neben diesen Leistungen auch andere Finanzierung von Wohnraum im ALG II-Bezug Leistungen wie das Bildungs- und Teilhabepa- geschehen. Sicherung bedarfsgerechter Betreuungsangebote Eine Anregung von Eltern war es, die Plätze Ein weiterer Wunsch waren mehr Hortplätze, in Kindertagesstätten in Nürnberg zentral zu auch über die 4. Klasse hinaus, so dass Eltern mit vergeben und mit einem geänderten Punkte- gutem Gewissen Vollzeit arbeiten können und system für städtische Krippen und Kindergärten ihre Kinder gut betreut wissen, auch im Hinblick dazu beizutragen, dass es in den Einrichtungen auf eine umfassende Hausaufgabenbetreuung. mehr Gruppen gibt, in denen das Verhältnis von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund ausgewogener ist. Familienfreundliche Gestaltung der Stadt Ein zentrales Thema der Eltern ist das Leben als tion im Umfeld der befragten Familien und sind Familie in der Stadt und der Wunsch, dass bei deshalb überwiegend kleinräumig zu betrach- der Stadtplanung die Interessen von Familien ten. Ein weiteres zentrales Thema ist der Wunsch (noch) stärker berücksichtigt werden. So hätten nach mehr bezahlbarem Wohnraum, auch für Eltern gerne mehr verkehrsberuhigte Zonen und größere Familien mit mehreren Kindern. Außer- Spielstraßen dort, wo Familien wohnen. Tempo dem wurde angeregt, noch mehr generationen- 30-Zonen alleine werden als nicht ausreichend übergreifende Wohnprojekte zu fördern. angesehen, da sich längst nicht alle Autofahrer an das Tempolimit halten. Noch mehr sichere Fahrradwege im Stadtgebiet, mehr Grünflächen und flächendeckend gut erreichbare Spielplätze und zusätzlich eine Jugendfarm für mehr Natur- erlebnisse werden gewünscht, dazu eine Liste mit Beschreibungen und Fotos der vorhandenen Spielplätze im Internet. Diese Anliegen beziehen sich zu einem großen Teil auf die konkrete Situa- 66

Abbildung 43

  1. Schlusswort Bestärkt haben uns die Interviews mit den Fami- lien darin, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen müssen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich – über unser „Bildungsprogramm“ der Fachstelle „Personal- entwicklung & Fortbildung: Soziale Berufe“ – in Fragen der „Diversity“ zu schulen und gezielte Informationskanäle über das deutsche Bildungs- system für Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen. Auch unsere ersten Initiativen in Sachen „Angebote und Unterstützung für Vä- ter“ greifen ein Bedürfnis auf und sollen ausge- baut werden. Jedoch werden wir nicht alle der Wünsche und Anregungen umsetzen können, da sie zum Teil auch unterschiedliche politische Ebenen adressieren. • So wird es leider nicht realisierbar sein, eine einzige zentrale Anlaufstelle zu schaffen, die alle Leistungen und Beratungsangebote für Familien bündelt. Kosten für die Kinder- tagesbetreuung werden beispielsweise vom kommunalen Jugendamt übernommen, das Kindergeld wiederum verwaltet die Famili- enkasse der Bundesagentur für Arbeit. Über diese Gesetzmäßigkeiten kann sich die Stadt Nürnberg nicht hinwegsetzen. Dennoch wol- len wir im innerstädtischen Kontext prüfen, ob die ausschließlich kommunalen Leistungen und Angebote besser abgestimmt und koor- diniert werden können. • Auch die Frage der Inklusion ist eine, der sich mehrere politische Ebenen stellen müssen. Gelebte Inklusion kann nur im Zusammenspiel von Kommunen, Land und Bund verwirklicht werden. Inklusion ist das Zukunftsthema unserer Gesellschaft. Wenn wir vom Gegen- teil, der Ausgrenzung (Exklusion) her denken, wird deutlicher um was es geht: Es geht um eine Gesellschaft in der niemand aufgrund seiner Herkunft, Hautfarbe oder Religion, sei- nes Geschlechts und sexuellen Orientierung, seines Alters und seiner körperlichen, geisti- gen oder seelischen Beeinträchtigung, seiner Leistungsfähigkeit und seines sozialen Status‘ ausgegrenzt werden darf. 6677

Abbildung 44

Damit wird deutlich: Eine inklusive Gesell- aber Themen, die in überregionale Gremien schaft ist viel mehr als Barrierefreiheit und wie den Deutschen Städtetag eingespeist muss auch mehr als Menschen mit Behinde- werden können. rung im Blick haben. Über das Bündnis für Familie kann diese Debatte – gerade mit Blick • Selbstverständlich brennt den Eltern am meis- auf Familien – befördert werden. ten die Frage nach einer verlässlichen, quali- tativ hochwertigen Kindertagesbetreuung un- • Bereits seit vielen Jahren widmen wir uns ter den Nägeln. Hier ist in den vergangenen Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe von Jahren viel geschehen: Seit dem Jahr 2002 Menschen mit wenig Geld. Auf kommunaler wurden knapp 4.300 Krippen- und Tagespfle- Ebene haben wir den Nürnberg-Pass ein- geplätze, rund 1.500 Plätze in Kindergärten geführt, der akzeptiert und genutzt wird. und rund 3.400 Plätze für Grundschulkinder Zusätzlich gibt es die Bundesleistungen des geschaffen. Dennoch geht aus den Gesprä- Bildungs- und Teilhabepakets für Kinder. Den- chen mit den Familien hervor, dass einige noch äußerten Familien in den Gesprächen, es schwierig finden, ein adäquates Angebot dass es einen Mangel an günstigen Freizeit- zu finden. Vor allem im Hortbereich kann es und Mobilitätsangeboten gibt. Zu prüfen vorkommen, dass wir für Eltern manchmal wäre daher, ob die vorhandenen Angebote nicht den Wunschstandort finden oder nur nicht bekannt genug sind oder ob es Lücken das für die Eltern zweitbeste Arrangement in der Angebotsstruktur gibt. Das Sozialamt anbieten können. Wir wissen, welche Sorgen hat vor Kurzem eine Studie in Auftrag gege- damit für Eltern verbunden sind und arbei- ben, in der die Motivation jener Menschen ten daher kontinuierlich an Verbesserungen. untersucht werden soll, die Anspruch auf Unser Ziel bleibt: Wir investieren weiter in Bildungs- und Teilhabeleistungen hätten, Kindertageseinrichtungen und hören erst auf, diese aber nicht beantragen. Das sind etwa 35 wenn alle Kinder, die einen Platz brauchen, Prozent aller Anspruchsberechtigten – ähnlich auch einen bekommen. Bis mindestens 2020 wie auch beim Nürnberg-Pass. Fragen des wird der Kita-Ausbau weitergehen und auch Übergangs aus dem ALG-II-Bezug in Beschäf- in den Prozessen werden wir kontinuierlich tigung oder die steuerliche Berücksichtigung besser. Aktuell arbeitet das Jugendamt an der Mehrbelastung getrennt lebender Eltern einer zentralen Online-Anmeldeplattform für mit mehreren Kinderzimmern können auf Kitaplätze, die die vergangenes Jahr geschaf- kommunaler Ebene nicht gelöst werden, sind fene Servicestelle Kitaplatz sinnvoll ergänzt. 68

Abbildung 45

Abbildung 46

Damit hoffen wir, den Anliegen der Eltern nach einem einfacheren Anmeldeverfahren entgegen zu kommen. • Auch das Punktesystem für die Vergabe von städtischen Kitaplätzen wurde kritisiert. Diese Kritik ist mir aus Gesprächen mit Eltern be- kannt. Manche Doppelverdienerpaare fühlen sich benachteiligt, weil Eltern im Prozess der Arbeitssuche vorrangig einen Platz bekom- men. Manches Mal wird kritisiert, dass die Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund in städtischen Einrichtungen zu hoch sei, was die Sprachentwicklung aller Kinder negativ beein- flusse. An dieser Stelle kann ich nur wiederho- len, was ich in solchen Gesprächen auch immer persönlich sage: Solange es nicht genügend Plätze für alle Kinder gibt, müssen wir trans- parente, nachvollziehbare Kriterien schaffen, nach denen wir unsere Plätze vergeben und diese sind im Wesentlichen gesetzlich vorge- geben. Oberstes Kriterium dabei ist die soziale Teilhabe. Für eine volle Teilhabe am gesell- schaftlichen Leben ist der Spracherwerb zent- ral. Ebenso sind es gute Bildungschancen. Oft erleben wir, dass sich die berufliche Perspektiv- losigkeit von Eltern im Langzeitleistungsbezug scheinbar auf die Kinder „vererbt“. Auch de- ren Chancen, später einmal erfolgreich einen existenzsichernden Beruf auszuüben, sind häufig sehr schmal. Deswegen mag man über unsere Kriterien bei der Platzvergabe durchaus streiten können, für mich sind sie deshalb am geeignetsten, weil sie konsequent von den Bedarfen des Kindes ausgehen. Wir haben zusammen mit einer Reihe weiterer Akteure bereits sehr viel für Familien in Nürn- berg erreicht und es bleibt noch viel zu tun. Dieser Herausforderung werden wir uns auch künftig stellen und die Entwicklung hin zu einer noch familienfreundlicheren Kommune konse- quent weiterverfolgen. Reiner Prölß Referent für Jugend, Familie und Soziales 6699

  1. Glossar Regenbogenfamilien Regenbogenfamilien sind Familien, in denen ein gleichgeschlechtliches Paar mit einem oder mehreren Kindern zusammenlebt. Stief- und Patchwork-Familien Stieffamilien sind Familien, in denen ein oder auch beide Partner ein oder mehrere Kinder aus einer vorangegangenen Beziehung mit in die Familie gebracht haben. Der Begriff „Patch- work-Familien“ wird oft synonym gebraucht. In einer engeren Abgrenzung wird er für kom- plexe Stiefelternfamilien verwendet, bei denen auch gemeinsame Kinder in der Familie leben (BMFSFJ 2013). 8. Literatur Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürn- Bundesministerium für Gesundheit, 2011: berg und Fürth, 2012: Sonderbericht S 229: Abschlussbericht zur Studie „Wirkungen des Leben in Nürnberg 2011. Am liebsten in der Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes“. eigenen Familie mit Kindern. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürn- 2012: Pflegestatistik 2009 – Kreisvergleich. berg und Fürth, 2012: Sonderbericht S 230: Leben in Nürnberg: 19% sind armutsgefährdet. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2013: Pflegestatistik 2011 – Kreisvergleich. Bertelsmann Stiftung, 2013: Wohnungsangebot für arme Familien in Großstädten. Eine bundes- Statistisches Bundesamt, 2013: Elterngeld für weite Analyse am Beispiel der 100 einwohner- Geburten 2011 nach Kreisen. stärksten Städte. Gütersloh. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2013: Monitor Familienforschung. Ausgabe 31: Stief- und Patchworkfamilien in Deutschland. 70

Abbildung 47

Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Geburten und Sterbefälle in Nürnberg im Zeitablauf ...................................................................8 Abb. 2: Wanderungssaldo und Bevölkerungsentwicklung in Nürnberg im Zeitablauf ...........................9 Abb. 3: Bevölkerung in Nürnberg nach Altersgruppen im Zeitablauf ....................................................10 Abb. 4: Entwicklung der Zahl der Kinder in Nürnberg im Zeitablauf nach Altersgruppen ...................11 Abb. 5: Zahl der Haushalte in Nürnberg im Zeitablauf nach Haushaltstyp ............................................12 Abb. 6: Haushalte in Nürnberg nach Haushaltstyp im Zeitablauf ...........................................................12 Abb. 7: Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren in Nürnberg nach Familientyp am 31.12.2013 ..................................................................................................13 Abb. 8: Entwicklung der Familienformen in Nürnberg im Zeitablauf ....................................................13 Abb. 9: Familienhaushalte in Nürnberg nach Kinderzahl im Zeitablauf .................................................14 Abb. 10: Zahl der minderjährigen Kinder im Haushalt in Nürnberg nach Familientyp am 31.12.2013 ..................................................................................................15 Abb. 11: Kinder und Jugendliche in Nürnberg nach Migrationshintergrund und Alter am 31.12.2013 ...............................................................................................................27 Abb. 12: Haushalte in Nürnberg nach Migrationshintergrund der Bezugsperson im Haushalt und Haushaltstyp am 31.12.2013 .............................................................................28 Abb. 13: Familienhaushalte in Nürnberg nach Migrationshintergrund der Bezugsperson im Haushalt und Familientyp am 31.12.2013 ................................................28 Abb. 14: Familienhaushalte in Nürnberg nach Migrationshintergrund der Bezugs- person des Haushalts und Zahl der Kinder im Haushalt am 31.12.2013 ....................................29 Abb. 15: Armutsgefährdungsquote der Nürnberger Bevölkerung nach Haushaltstyp (2011) ..............................................................................................................35 Abb. 16: Anteil der Bedarfsgemeinschaften an allen Familienhaushalten in Nürnberg nach Familientyp im Zeitablauf ...............................................................................36 Abb. 17: Anteil der SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern an allen Familienhaus- halten in Nürnberg am 31.12.2013 nach Familientyp und Anzahl der Kinder .............................37 Abb. 18: Anteil derjenigen in Nürnberg, die in Wohneigentum leben, nach Familientyp ......................40 Abb. 19: Zufriedenheit mit dem Wohnungsangebot in Nürnberg nach Familientyp ..............................40 Abb. 20: Entwicklung der Zahl der belegungsgebundenen Wohnungen in Nürnberg von 1995 bis 2013 ..........................................................................................................................41 Abb. 21: Erwerbstätigkeit von Vätern und Müttern in Paarfamilien und alleinerziehenden Müttern in Nürnberg ......................................................................................44 Abb. 22: Erwerbstätigkeit von Vätern in Paarfamilien in Nürnberg nach Alter des jüngsten Kindes ....................................................................................................45 Abb. 23: Erwerbstätigkeit von Müttern in Paarfamilien in Nürnberg nach Alter des jüngsten Kindes ....................................................................................................45 71

Tabellenverzeichnis Tab. 1: Wanderungssaldo von Kindern und Jugendlichen in Nürnberg nach Altersgruppen im Jahr 2013 und im Durchschnitt für die Jahre 2010 bis 2013 ..................9 Tab. 2: Versorgungsquoten in der Kindertagesbetreuung im Zeitablauf und Planung für 2020 (Stand: 3/2014) ..........................................................................................48 Tab. 3: Pflegebedürftige in Nürnberg nach Versorgungsart und Pflegestufe .......................................54 72

Nürnberger Familienbericht Stadt Nürnberg Referat für Jugend, Familie und Soziales Bündnis für Familie Hans-Sachs-Platz 2 90403 Nürnberg

2015

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Abbildung 48

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