Vorstellung der Naturschutzwacht
Im Jahr 1978 wurden die ersten Landschaftsschutzgebiete im Nürnberger Stadtgebiet ausgewiesen. Heute stehen 4.467 ha unter Landschaftsschutz, was rund der Hälfte der Freiflächen des Stadtgebietes entspricht. Dazu gehören zum Beispiel das Pegnitztal, das Rednitztal, die Auen von Gründlach und Fischbach, der Reichswald um Langwasser und landwirtschaftliche Freiflächen im Süden.
Neben den Landschaftsschutzgebieten wurden in Nürnberg auch drei Naturschutzgebiete ausgewiesen: das Naturschutzgebiet „Sandgruben am Föhrenbuck“, das Naturschutzgebiet „Hainberg“ gemeinsam mit dem Landkreis Fürth sowie zuletzt im Jahr 2018 das Naturschutzgebiet „Pegnitztal Ost“. Dieser Schutzgebietscharakter ist eine noch strengere Form des Schutzes, um Lebensstätten und Biotope zu erhalten und zu entwickeln, und bringt konkretere Verhaltensregeln mit sich. Diese Gebiete, in welchen eine Vielzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten heimisch ist, sind noch sensibler hinsichtlich anthropogener Einflüsse und Störungen.
Ein effektiver Naturschutz erfordert nicht nur die Ausweisung der Schutzgebiete, sondern auch ein stetes „Nach-dem-Rechten-sehen“ und Aufklärung der Erholungssuchenden. Dies ist wichtige Aufgabe der ehrenamtlichen Naturschutzwacht. Sie unterstützt damit die Naturschutzarbeit des Umweltamtes der Stadt Nürnberg. Die ehrenamtlichen Naturschutzwächterinnen und Naturschutzwächter sind gemäß Art. 49 des Bayerischen Naturschutzgesetzes Hilfskräfte zur Unterstützung der Naturschutzbehörde.
Sie haben die Aufgabe, Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln, festzustellen und zu verhüten. Sie sind dabei vor allem präventiv und mit den Mitteln der Aufklärung tätig. Sie sprechen mit den Menschen, die im Gebiet unterwegs sind, klären diese auf und achten darauf, dass die naturschutzrechtlichen Regelungen eingehalten werden. Als kompetente Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten tragen sie damit entscheidend zu einem verträglichen Miteinander von Naturschutz und Freizeitnutzung bei. Sie geben dadurch dem Naturschutz vor Ort ein freundliches Gesicht.
Eine Kraft der Nürnberger Naturschutzwacht betreut derzeit Schutzgebiete mit einer Größe von durchschnittlich 372 ha. Dies entspricht einer Fläche von mehr als 500 Fußballfeldern pro Einsatzkraft. Hierfür haben die Ehrenamtlichen in der Regel 20 Stunden im Monat zur Verfügung. Auf Wunsch ist der Einsatz auch mit einer halben Stelle bzw. 10 Stunden im Monat möglich.
Um die Kapazitäten zu erhöhen, hat der Umweltausschuss am 28.07.2021 beschlossen, die Naturschutzwacht auf 20 Ehrenamtliche aufzustocken. Mit genehmigtem Haushalt 2022 wurden hierfür die erforderlichen Mittel bereitgestellt. Es konnten bereits einige neue Ehrenamtliche für die Naturschutzwacht gewonnen werden. Mit weiteren Interessenten und Bewerbern steht das Umweltamt in gutem Kontakt. Ein Jahr nach diesem Beschluss soll die Nürnberger Naturschutzwacht mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern nun den Ausschussmitgliedern nochmals vorgestellt werden.