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Sitzung gesamt öffentlich

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Sitzungsunterlagen

Sitzung des Umweltausschusses

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(ASN) -

27.07.2022

Inhaltsverzeichnis

Sitzungsdokumente 3 Tagesordnung -öffentlich- 3 Vorlagendokumente 4 TOP Ö 1 Vorstellung der Naturschutzwacht 4 Bericht UwA/007/2022 4 Bericht UwA/007/2022 7 TOP Ö 2 Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum) 8 Sitzungsvorlage UwA/008/2022 8 Entscheidungsvorlage UwA/008/2022 12 Anlage 1 Gutachten "Mehr Grün für den Nürnberger Süden - Eine Potenzialanalyse" 21

Anlage 2 Zielbild Freiraumvision Nürnberger Süden UwA/008/2022 142 Anlage 3 Maßnahmenplan Räumliches Konzept UwA/008/2022 143 Anlage 4 Lageplan prioritäre Maßnahmen UwA/008/2022 144 Anlage 5 Kostenschätzung prioritäre Maßnahmen UwA/008/2022 145 Anlage 6 1 Steckbrief Freiraumkonzept Nürnberger Süden UwA/008/2022 146 Anlage 6 2 Steckbrief Hiroshimapark UwA/008/2022 148 Anlage 6 3 Steckbrief Grünes Westband UwA/008/2022 150 Anlage 6 4 Steckbrief Annapark & Umfeld UwA/008/2022 152 Anlage 6 5 Steckbrief Blau-Grüner Gustav & Umfeld UwA/008/2022 154 Anlage 6 6 Steckbrief Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden UwA/008/2022 156 Anlage 7 Stellungnahme Ref I II UwA/008/2022 158 TOP Ö 3 Hitzeaktionsplan 162 Sitzungsvorlage UwA/012/2022 162 Entscheidungsvorlage UwA/012/2022 166 Hitzeaktionsplan UwA/012/2022 168 CSU-Antrag vom 08.11.2021 UwA/012/2022 208 SPD-Antrag vom 16.08.2018 UwA/012/2022 209 TOP Ö 4 Naturschutzgebiet (NSG) Pegnitztal Ost - Vorstellung des Pflege- und 210 Entwicklungsplans (PEPL) Bericht UwA/009/2022 210 TOP Ö 5 Klimaveränderungen in Nürnberg - Starkregengefahrenkarte 214 Sitzungsvorlage UwA/010/2022 214 Sachverhalt UwA/010/2022 218 Stellungnahme vom Referat für Finanzen, Personal und IT vom 06.07.2022 224

TAGESORDNUNG

Sitzung

Sitzung des Umweltausschusses

Sitzungszeit

Mittwoch, 27.07.2022, 15:30 Uhr

Sitzungsort

Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal

TAGESORDNUNG

Öffentliche Sitzung

1. Vorstellung der Naturschutzwacht Bericht

Walthelm, Britta

2. Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum) Beschluss

Walthelm, Britta

3. Hitzeaktionsplan Beschluss

Walthelm, Britta

4. Naturschutzgebiet (NSG) Pegnitztal Ost - Vorstellung des Pflege- Bericht

und Entwicklungsplans (PEPL) UwA/009/2022

Walthelm, Britta

5. Klimaveränderungen in Nürnberg - Starkregengefahrenkarte Beschluss

Walthelm, Britta

  1. Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 04.05.2022,

öffentlicher Teil

Berichtsvorlage

Beratung Datum Behandlung Ziel

Umweltausschuss 27.07.2022 öffentlich Bericht

Betreff:

Vorstellung der Naturschutzwacht

Anlagen: Bericht

Bericht:

Ein effektiver Naturschutz in Nürnbergs Schutzgebieten erfordert Einsatzkräfte vor Ort, welche mit den Erholungssuchenden ins Gespräch kommen, um diese für Nürnbergs Natur begeistern und sensibilisieren sowie auf gewisse Verhaltensregeln hinweisen zu können. Dies ist wichtige Aufgabe der ehrenamtlichen Naturschutzwacht. Sie unterstützt damit gemäß Art. 49 des Bayerischen Naturschutzgesetzes die Arbeit der unteren Naturschutzbehörde (im Umweltamt).

Um die Kapazitäten der Naturschutzwacht zu erhöhen, hat der Umweltausschuss am 28.07.2021 beschlossen, die Naturschutzwacht auf 20 Ehrenamtliche aufzustocken. Die Institution Nürnberger Naturschutzwacht sowie deren ehrenamtliche Mitglieder sollen dem Umweltausschuss vorgestellt werden.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Vorstellung der Naturschutzwacht entfaltet keine Diversity-relevanten Auswirkungen.

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Vorstellung der Naturschutzwacht

Im Jahr 1978 wurden die ersten Landschaftsschutzgebiete im Nürnberger Stadtgebiet ausgewiesen. Heute stehen 4.467 ha unter Landschaftsschutz, was rund der Hälfte der Freiflächen des Stadtgebietes entspricht. Dazu gehören zum Beispiel das Pegnitztal, das Rednitztal, die Auen von Gründlach und Fischbach, der Reichswald um Langwasser und landwirtschaftliche Freiflächen im Süden.

Neben den Landschaftsschutzgebieten wurden in Nürnberg auch drei Naturschutzgebiete ausgewiesen: das Naturschutzgebiet „Sandgruben am Föhrenbuck“, das Naturschutzgebiet „Hainberg“ gemeinsam mit dem Landkreis Fürth sowie zuletzt im Jahr 2018 das Naturschutzgebiet „Pegnitztal Ost“. Dieser Schutzgebietscharakter ist eine noch strengere Form des Schutzes, um Lebensstätten und Biotope zu erhalten und zu entwickeln, und bringt konkretere Verhaltensregeln mit sich. Diese Gebiete, in welchen eine Vielzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten heimisch ist, sind noch sensibler hinsichtlich anthropogener Einflüsse und Störungen.

Ein effektiver Naturschutz erfordert nicht nur die Ausweisung der Schutzgebiete, sondern auch ein stetes „Nach-dem-Rechten-sehen“ und Aufklärung der Erholungssuchenden. Dies ist wichtige Aufgabe der ehrenamtlichen Naturschutzwacht. Sie unterstützt damit die Naturschutzarbeit des Umweltamtes der Stadt Nürnberg. Die ehrenamtlichen Naturschutzwächterinnen und Naturschutzwächter sind gemäß Art. 49 des Bayerischen Naturschutzgesetzes Hilfskräfte zur Unterstützung der Naturschutzbehörde.

Sie haben die Aufgabe, Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln, festzustellen und zu verhüten. Sie sind dabei vor allem präventiv und mit den Mitteln der Aufklärung tätig. Sie sprechen mit den Menschen, die im Gebiet unterwegs sind, klären diese auf und achten darauf, dass die naturschutzrechtlichen Regelungen eingehalten werden. Als kompetente Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten tragen sie damit entscheidend zu einem verträglichen Miteinander von Naturschutz und Freizeitnutzung bei. Sie geben dadurch dem Naturschutz vor Ort ein freundliches Gesicht.

Eine Kraft der Nürnberger Naturschutzwacht betreut derzeit Schutzgebiete mit einer Größe von durchschnittlich 372 ha. Dies entspricht einer Fläche von mehr als 500 Fußballfeldern pro Einsatzkraft. Hierfür haben die Ehrenamtlichen in der Regel 20 Stunden im Monat zur Verfügung. Auf Wunsch ist der Einsatz auch mit einer halben Stelle bzw. 10 Stunden im Monat möglich.

Um die Kapazitäten zu erhöhen, hat der Umweltausschuss am 28.07.2021 beschlossen, die Naturschutzwacht auf 20 Ehrenamtliche aufzustocken. Mit genehmigtem Haushalt 2022 wurden hierfür die erforderlichen Mittel bereitgestellt. Es konnten bereits einige neue Ehrenamtliche für die Naturschutzwacht gewonnen werden. Mit weiteren Interessenten und Bewerbern steht das Umweltamt in gutem Kontakt. Ein Jahr nach diesem Beschluss soll die Nürnberger Naturschutzwacht mit ihren ehrenamtlichen Mitgliedern nun den Ausschussmitgliedern nochmals vorgestellt werden.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Umweltausschuss 27.07.2022 öffentlich Beschluss

Betreff:

Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum)

Anlagen: Entscheidungsvorlage Anlage 1 Gutachten "Mehr Grün für den Nürnberger Süden - Eine Potenzialanalyse" Anlage 2 Zielbild Freiraumvision Nürnberger Süden Anlage 3 Maßnahmenplan Räumliches Konzept Anlage 4 Lageplan prioritäre Maßnahmen Anlage 5 Kostenschätzung prioritäre Maßnahmen Anlage 6 1 Steckbrief Freiraumkonzept Nürnberger Süden Anlage 6 2 Steckbrief Hiroshimapark Anlage 6 3 Steckbrief Grünes Westband Anlage 6 4 Steckbrief Annapark & Umfeld Anlage 6 5 Steckbrief Blau-Grüner Gustav & Umfeld Anlage 6 6 Steckbrief Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden Anlage 7 Stellungnahme Ref I II

Sachverhalt (kurz):

Im Frühjahr 2017 wurde der Beschluss zur Erstellung eines Freiraumkonzepts innerhalb der Ringstraße im UmwA, AfS und WA SÖR gefasst. Im ersten Schritt wurden die dicht besiedelten und gründefizitären Stadtteile der Süd- und Südweststadt in den Fokus genommen und Ende 2019 die Erstellung eines Freiraumkonzepts Nürnberger Süden an das Planungsbüro bgmr in Auftrag gegeben.

Der 782 Hektar große Raum mit ca. 93.000 EinwohnerInnen grenzt direkt südlich an den Stadtgraben an und umschließt große Bereiche in der Süd- und Südweststadt innerhalb der Ringstraße. Das stadtteilbezogene Freiraumkonzept thematisiert neue und alte Lösungsansätze, um die Grün- und Freiraumsituation in diesem dicht besiedelten Raum zu verbessern. Auf Grundlage der "Dreifachen Innenentwicklung" (Bauten, Grün, Mobilität) wurden konkrete Maßnahmen zur Grün- und Freiraumentwicklung erarbeitet. Der Planungsprozess des Konzepts wurde von einer referatsübergreifenden Ämterrunde, einem interdisziplinären Kernteam und Bürgerbeteiligungen unterschiedlicher Formate intensiv begleitet. Im Ergebnis stehen zehn prioritäre Maßnahmen, die zur Umsetzung bzw. Vorbereitung bis 2035 vorgeschlagen werden. Sie sollen in den Aktionsplan des Masterplans Freiraum "Kompaktes Grünes Nürnberg" integriert und schrittweise realisiert werden.

Die Verwaltung berichtet über den aktuellen Projektstand und stellt die Ergebnisse des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden vor.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Umsetzung löst zusätzlichen Bedarf aus (MIP Nr. 714). Derzeit wird von ca. 25 Mio. € bis 2035 für die prio. Maßnahmen ausgegangen. Städtischer Eigenanteil kann durch Fördermittel reduziert werden.

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von 4 Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Im Rahmen der Anträge zur Stellenschaffung werden die Bedarfe durch die beteiligten Ämter / Betriebe jeweils eingebracht.

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Diversity Belange wurden bei der Konzepterstellung berücksichtigt.

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

BgA

3.BM

Ref. I/II, Ref. IV, Ref. V, Ref. VI, Ref. VII

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt:

  1. die Umsetzung der im Freiraumkonzept Nürnberger Süden vorgeschlagenen Maßnahmen anlassbezogen zu prüfen und unter Nutzung von Zuschussmöglichkeiten, wie z.B. Städtebauförderung schrittweise voranzutreiben.

  2. die zehn prioritären Maßnahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden, die u.a. in fünf große Komplexmaßnahmen zusammengefasst sind, in den Aktionsplan des Masterplans Freiraum einzustellen, von den zuständigen Fachdienststellen zu prüfen und in die Fachausschüsse einzubringen.

  3. zur Unterstützung geeigneter Maßnahmen südlich der Wölckernstraße und Landgrabenstraße die Ausweitung oder Neuausweisung eines Stadterneuerungsgebietes voranzutreiben und diese Maßnahmen in einem verbindlichen Investitionsplan zu bündeln.

  4. die benötigten zusätzlichen finanziellen Mittel für die Umsetzung der unter Punkt 2 genannten Maßnahmen im Rahmen der laufenden MIP-Fortschreibung (MIP 714 Masterplan Freiraum) gestaffelt in den nächsten Jahren zu beantragen und im BIC entsprechend anzumelden. Mitfinanzierungsmöglichkeiten über die MIP-Ansätze der relevanten Stadterneuerungsgebiete werden dabei genutzt. Über die endgültigen Ansätze wird in den jeweiligen Haushaltsberatungen entschieden.

Beilage Umweltausschuss 27.07.2022

chsecht

Entscheidungsvorlage Freiraumkonzept Nürnberger Süden

Anlass und Zielsetzungen

Die Stadt Nürnberg und insbesondere der Nürnberger Süden steht vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerung nimmt zu, die Stadt wächst, der Bedarf an Wohnraum und Arbeitsplätzen steigt. Sozio-demografische Veränderungen in der Stadtgesellschaft und wirtschaftliche Transformationsprozesse (u.a. durch digitale Transformation) erfordern neue Strategien für das Planen in dichten Stadtstrukturen, wie dem Nürnberger Süden. Die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels durch Zunahme von Hitzestress und Starkregenereignissen, die Veränderung des Mobilitätsverhaltens durch einen zunehmenden Anteil von Rad- und Fußverkehr, die Zielvorstellungen der „15-Minuten-Stadt“ und die Stärkung von Biodiversität im urbanen Raum stellen zentrale Herausforderungen in der Nürnberger Freiraumplanung dar.

Die Corona-Pandemie mit den verschiedenen Lockdown-Phasen und die damit verbundene Zunahme von Homeoffice haben außerdem zu einem spürbaren Bedeutungsgewinn von wohnungsnahem Grün- und Freiraum durch seine vielfältigen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Funktionen geführt. Es gilt nun die konkurrierenden Nutzungsansprüche zu harmonisieren und die vielfältigen Freiraumbelange im Nürnberger Süden konsequent zu stärken. Es bedarf eines attraktiven Wohn- und Arbeitsumfeldes mit einem breiten Angebot an hochwertig gestalteten und ökologischen Prinzipien folgenden Freiräumen. Das urbane Grün ist nicht nur ein stadtprägendes Element, sondern hat vielfältige Funktionen. Diese werden unter dem Begriff „Ökosystemdienstleistungen der Grünen Infrastruktur“ zusammengefasst. Neben einem guten Stadtklima (vgl. Handbuch Klimaanpassung, Stadt Nürnberg, 2012) mit sauberer Luft reduziert Stadtgrün die Lärmbelastung und ist die Grundlage für unbelastete Böden und Gewässer sowie Lebensraum für Flora und Fauna. Der Freiraum dient daneben auch der Erholung und Bewegung. Freiräume tragen zum Wohlbefinden und zur Gesundheit bei, sie fungieren als Orte für Kinderspiel und Sport. Zudem sind sie Orte des sozialen und interkulturellen Austausches. Die Basis der integrierten Nürnberger Stadtentwicklung ist daher eine qualifizierte („doppelte“) Innenentwicklung, die ein ausreichendes Angebot an Grün- und Freiraum sicherstellt und in einem weiteren Schritt um Infrastrukturaspekte im Sinne einer „dreifachen Innenentwicklung“ erweitert werden soll, die auch umweltschonende Erreichbarkeiten gewährleistet.

Im Frühjahr 2017 wurde die Erstellung eines integrierten Freiraumkonzepts für den Bereich innerhalb der Ringstraße (B 4 R) als weiterer Baustein des Masterplans Freiraum im Umweltausschuss (10.05.2017), Stadtplanungsausschuss (18.05.2017) und Werkausschuss des Servicebetriebs Öffentlicher Raum (27.04.2017) beschlossen. Dabei wurde die Süd- und Südweststadt in der Erweiterten Innenstadt in den Fokus grün- und freiraumplanerischer Betrachtungen genommen, aufbauend auf bereits bestehenden Konzepten und Ideen der letzten Jahrzehnte. Neben dem INSEK Nürnberger Süden gibt es eine Reihe von vorbereitenden Untersuchungen zu unterschiedlichen Stadterneuerungsgebieten, die berücksichtigt wurden. Es wurde ein integrierter Ansatz gewählt, als Vorbild und Grundlage diente das Gesamtstädtische Freiraumkonzept (GFK) des Masterplans Freiraum. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen an unsere Stadtentwicklung ist es eine komplexe Aufgabe für die Freiraumentwicklung: Denn Potenzialräume für neue Grün- und Parkanlagen sind im Nürnberger Süden rar gesät.

Das Freiraumkonzept Nürnberger Süden reiht sich als Baustein des Masterplans Freiraum programmatisch in die Zielsetzungen des 2014 beschlossenen GFK ein (siehe Abb. 1) . Es entwickelt die Leitidee und Schlüsselmaßnahmen der Erweiterten Innenstadt aus dem GFK – „Freiräume qualifizieren und mehrfach nutzen“ – inhaltlich konsequent weiter. Der Schwerpunkt des Konzepts liegt jedoch auf der Neuschaffung von Grün- und Freiraum. Die Ergebnisse der Konzeptstudie zum Grünen Weg zum Faberwald, die im August 2021 im Umweltausschuss vorgestellt wurden, sind ebenfalls in das Freiraumkonzept eingeflossen.

Abbildung 1

Abb. 1 Bausteine des Masterplans Freiraum

Mit dem Gutachten „Mehr Grün für den Nürnberger Süden – Eine Potenzialanalyse!“ (Anlage 1) ist nun ein umfassendes und v.a. integratives Freiraumkonzept für einen gestärkten, aufgewerteten und nachhaltigen Nürnberger Süden entstanden, das räumliche und strategische Handlungsfelder aufzeigt und konzeptionell einen breiten Katalog an vielfältigen Maßnahmen enthält. Durch den gewählten fachlich-methodischen Schwerpunkt lassen sich, angesichts der intensiv genutzten auch öffentlichen Flächen, Zielkonflikte mit Bestandsnutzungen nicht vermeiden. Das ist vergleichbar zur aktuellen Aufstellung innovativer Mobilitätskonzepte.

Das Untersuchungsgebiet

Der 782 Hektar große Planungsraum (siehe Abb. 1) mit ca. 93.000 EinwohnerInnen grenzt direkt südlich an den Stadtgraben an und umschließt große Bereiche in der Süd- und Südweststadt innerhalb der Ringstraße. Der Raum zeichnet sich durch eine sehr dichte Bebauungsstruktur mit Wohn- und Gewerbegebieten aus. Potenziale für neuen Grün- und Freiraum sind daher begrenzt.

Abbildung 2

Abb. 2 Der Planungsraum des FK Nürnberger Süden (graue Schraffur) ist eingebettet in das Nürnberger Freiraumsystem und vernetzt durch die übergeordneten Freiraumverbindungen (Punktelinie) und grünen Wege (blaue Linie), (bgmr).

Es dominieren Blockrandbebauungen in den Wohnquartieren östlich des Frankenschnellweges und in Gostenhof Ost, in denen die Bevölkerungsdichte sehr hoch ist. Der Anteil an öffentlichem und privatem Grün ist in vielen Quartieren sehr gering. Rechnerisch stehen pro EinwohnerIn im Planungsraum durchschnittlich nur 2 m² öffentliche Grün- und Parkanlage zur Verfügung. Aufgrund der Heterogenität des Raumes variiert die Versorgung in den einzelnen Bezirken. Der Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt von 12 m² pro EinwohnerIn macht deutlich, wie eklatant das Defizit in zahlreichen Stadtteilen ist. Gleichzeitig erreichen 62 % der BewohnerInnen keine öffentliche Grünanlage innerhalb eines 5-Minuten-Fußweges (250 m). Die öffentlichen Grünflächen, wie z.B. der Annapark oder die Grünanlage Melanchthonplatz, sind zudem meist klein dimensioniert und unzureichend untereinander vernetzt. Es dominieren Nachbarschafts- und Quartiersparkanlagen. Der Westpark stellt die größte Parkanlage in diesem Raum dar, die als Stadtpark mit Volksparkcharakter in den 60er Jahren geplant wurde. Die großen Magistralen (Ein- und Ausfallstraßen) geleiten zum ringförmigen Stadtgraben und beeinträchtigen mit Verkehrslärm und Emissionen die angrenzenden Wohngebiete. Der Frankenschnellweg und die Bahntrassen stellen starke Zäsuren des Raumes dar und wirken als Barrieren. Aufgrund der verdichteten städtebaulichen Struktur und der geringen Grünausstattung stellt der Nürnberger Süden ein thermisches Belastungsgebiet dar. Oberirdische Wasserläufe und Gewässer sind gänzlich zurückgebaut bzw. verrohrt. Gerade bei sommerlichen Hitzeperioden herrscht hier eine ungünstige bioklimatische Situation in den Siedlungsräumen vor. Einzig die Freiräume des „Grünen Westbands − vom Westpark bis zum Tiefen Feld“ wirken als übergeordnete Kaltluftleitbahn ausgleichend auf das innerstädtische Klima im Nürnberger Süden.

Konzeptergebnisse

Das Freiraumkonzept Nürnberger Süden thematisiert neue Lösungsstrategien und beschreitet alternative Wege, um den aktuellen und auch zukünftigen Herausforderungen der Stadtentwicklung gerecht zu werden und die Grün- und Freiraumsituation in diesem dicht besiedelten Raum nachhaltig zu verbessern. In einem ersten Schritt wurde ein räumlich konzeptionelles Leitbild erarbeitet, das aus drei verschiedenen Freiraum-Ebenen besteht: 1. Blau-Grüne-Meilen, 2. Netze und Punkte sowie 3. strategische Räume.

Abbildung 3

Abb. 3 Räumlich konzeptionelles Leitbild bestehend aus Blau-Grünen-Meilen, Netzen und Punkten sowie strategischen Teilräumen (bgmr).

Die Blau-Grünen Meilen sollen als übergeordnete Grünverbindungen, sog. „Grüne Bänder“, durch die Stadtquartiere verlaufen und die Altstadt mit den äußeren Landschaften und großen Parkanlagen

verknüpfen. Diese Meilen greifen das Plankonzept der "Grünen Finger“ (AfS 03/2020) auf und entwickeln es in Form von klimaangepassten Freiraumstrukturen zielgerichtet weiter. Sie integrieren dabei verschiedene Freiraumtypen wie Parkanlagen, Plätze, Sportanlagen, Kleingärten oder Schulhöfe sowie auch neu qualifizierte Straßenräume und Wegeverbindungen und sind gleichzeitig Schwerpunkträume für eine wassersensible und hitzeangepasste Stadtentwicklung.

Demgegenüber differenziert sich innerhalb der Quartiere ein Netz aus Grünen Wegen und übergeordneten Freiraumverbindungen, sonstigen Geh-/Radwegen und Blau-Grünen-Magistralen. Dieses Wegenetz verbindet die Quartiere untereinander und soll den Erholungssuchenden einen qualitätsvollen Weg zu den Grünräumen und anderen Zielorten bieten. Eine umfassende Aufwertung bzw. Transformation des Straßenraumes zum Aufenthalts- und Bewegungsraum wird hierbei eine Schlüsselmaßnahme sein. So kann das Zielbild der „15-Minuten-Stadt“ durch diese Netzstruktur auf freiraumplanerischer Ebene umgesetzt werden (alle Stationen des Alltags sollen in max. 15 Minuten fußläufig oder mit dem Fahrrad erreicht werden; dies entspricht 1 km Fußstrecke oder 3-4 km Fahrradweg).

Über das Wegenetz werden die verschiedenen Parks und Plätze, sogenannte Punkte, erreicht. Sie sind die wichtigen Anker und Begegnungsorte im Quartier.

Strategische Teilräume: Eine nachhaltige Freiraumentwicklung muss neben der Entwicklung, Sicherung und Pflege sowie dem Vernetzen von öffentlichen Grünanlagen auch strategische Ansätze, wie z.B. Aktivierung, Kooperation, Kommunikation und Teilhabe im Dialog berücksichtigen. So können in einer immer dichter werdenden Stadt bestehende Freiräume gesichert und neue Potenziale entdeckt und entwickelt werden. Für den Nürnberger Süden wurden strategische Ansätze für drei Teilräume (die Dichten, die Aufgelockerten und die Produktiven) entwickelt.

Maßnahmen und Umsetzungsstrategien

Dem räumlichen konzeptionellen Leitbild werden Handlungsfelder und Maßnahmen zugeordnet. Neben Maßnahmen zur Freiraumentwicklung in der grünen und grauen Infrastruktur werden auch private Freiflächenpotenziale und programmatische Strategien aufgezeigt.

Der Fokus liegt auf der Schaffung von neuen Grün- und Freiräumen, auch unter Einbeziehung des Verkehrsraumes. Daneben kommt der Qualifizierung bestehender Freiräume eine nicht unwesentliche Rolle zu. Aufgrund des hohen Nutzungsdrucks und der vielfältigen Herausforderungen, wie Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Erhöhung der Biodiversität, Gesundheitsvorsorge und Bewegung sind kreative und anspruchsvolle Lösungen erforderlich.

Das entwickelte Zielbild (Anlage 2) zeigt eine Freiraumvision für den Nürnberger Süden und enthält einen bunten Strauß an Maßnahmen, die viele Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung einbeziehen. Für diese Maßnahmen ist daher eine dienststellenübergreifende Koordination erforderlich, die von der federführenden Dienststelle projektbezogen ausgeübt wird. Für ausgewählte Maßnahmen wurden Vertiefungen als sog. Lupen erarbeitet, um die bestehenden Grün- und Freiraumpotenziale plakativ darzustellen. Sie weisen einen visionären Charakter auf und sollen dazu anregen, den Freiraum abseits der üblichen Handlungsansätze kreativ weiterzuentwickeln. Neben der Südstadt.Klima.Meile und der Leonharder Promenade wurde der Platz an der Gustav-Adolf- Gedächtniskirche, als sogenannter Blau-Grüner Gustav, vertieft betrachtet. Die entwickelten Toolboxen für Klima-Plätze und Gewerbe ergänzen die Lupen und stellen beispielhaft eine Arbeitsgrundlage für das weitere Vorgehen auf der Umsetzungsebene dar.

Erste Maßnahmenschritte zur Umsetzung

Das Novum des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden ist die frühzeitige Umsetzung erster Maßnahmen und die Erprobung nachhaltiger Strategien und Handlungsansätze bereits im Rahmen

der Konzepterstellung. Bestehende Hemmnisse wurden schon in einer frühen Phase durch umfangreiche Abstimmungsarbeiten dienststellenübergreifend diskutiert und Lösungsansätze ausgelotet. Auch fand ein Abgleich mit Maßnahmen statt, die schon in den Handlungskonzepten der Stadterneuerungsgebiete im Nürnberger Süden verankert waren.

Bereits während der Konzepterstellung wurde die „Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden“ für mehr klimagerechte Straßenbäume, die Grünvernetzung und Verkehrsberuhigung am Marie- Juchacz-Park durch die Abhängung der Leopoldstraße sowie die Ausdehnung des Westparks vorangetrieben.

Als kurzfristige Vorabmaßnahmen wurden im Herbst 2020 an ausgewählten Standorten, wie entlang der Allersberger Straße, der Frankenstraße und der Alten Allee, rund 1.200 m² Blumenzwiebeln durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum gesteckt. Hierbei kamen bienenfreundliche Mischungen zum Einsatz. Zudem wurden 2021 mehrere Blühflächen, beispielsweise an der Gudrunstraße, an der Hinteren Marktstraße und am Eingang zum Lochnerpark (Grünanlage Hintere Marktstraße), zur Förderung der Biodiversität geschaffen.

Unter Federführung der Stadterneuerung und mit Unterstützung des Quartiersmanagements Galgenhof/Steinbühl wurde 2021 ein Parklet an der Karl-Bröger-Straße (entlang der Südstadt.Klima.Meile) und 2022 ein weiteres Parklet an der Breitscheidstraße 2022 errichtet. Initiiert durch die Stadterneuerung Gibitzenhof/Steinbühl-West/Rabus (Stadtplanungsamt), ist als kooperatives Projekt mit dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum und Umweltamt im Frühjahr 2022 die mindergenutzte Grünfläche an der Ludwigshafener Straße durch neue Aufenthalts- und Bewegungsangebote ergänzt und qualitativ aufgewertet worden.

Beteiligung

Eine breit aufgestellte und interdisziplinär besetzte Ämterrunde begleitet unter Federführung des Umweltamts den Planungsprozess zum Freiraumkonzept. Die Vielzahl an vertretenen Ämtern und Referaten wie Bürgermeisteramt, Referat für Umwelt und Gesundheit, Referat für Jugend, Familie und Soziales, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat, Umweltamt, Stadtplanbungsamt, Servicebetrieb Öffentlicher Raum, Verkehrsplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Liegenschaftsamt, Jugendamt, Amt für Kultur und Freizeit, SportService, Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg und Bildungscampus zeigt die Querschnittsfunktion der strategischen Freiraumplanung deutlich. Die seit Beginn des Konzepts eingerichtete kleinere Arbeitsgruppe „AG Kernteam Freiraumkonzept Nürnberger Süden“ mit Vertretern von dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum, Stadtplanungsamt und Verkehrsplanungsamt arbeitet unter der Federführung des Umweltamts intensiv und erfolgreich zusammen und hat bereits erste Umsetzungsprojekte angeschoben (s. oben).

Von Beginn an wurden die BürgerInnen am Planungsprozess trotz Corona-Bedingungen beteiligt. In den Jahren 2020 und 2021 wurden seitens des Umweltamts und teils mit dem Planungsbüro Informationsstände mit Bürgerbeteiligungen am Leonhardsplatz, am Kopernikusplatz und im Annapark durchgeführt. Im Juli 2021 fand im Rahmen des Kulturprojekts von KuF „KommVorZone“ ein „Speed-Dating“ zum Thema Umwelt und Bau statt, bei dem interessierte BürgerInnen zum Austausch zum Freiraumkonzept Nürnberger Süden eingeladen wurden. In Zusammenarbeit mit Geschichte Für Alle e.V. wurden im Frühjahr und Herbst 2021 in der Südstadt Parkrundgänge mit dem Motto „Vom Annapark zum Hummelsteiner Park“ veranstaltet, bei denen neben der Historie die zukünftige Entwicklung der bestehenden Parkanlagen und Plätze im Rahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden im Vordergrund standen. Bei den geplanten Maßnahmen wurden bereits die betreffenden Stadtteilarbeitskreise und Quartiersbüros informiert und eingebunden. Somit wurden frühzeitig die Bedürfnisse und Bedarfe verschiedener sozialer Einrichtungen, wie Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Seniorenamt und -netzwerk, abgefragt und in die Planung integriert. Im Jahr 2023 ist zudem eine E-Partizipation zur Südstadt.Klima.Meile anvisiert.

Ausblick / Weiteres Vorgehen

Im weiteren Prozess der politischen und gesellschaftlichen Aushandlung sollen die zuständigen planenden und umsetzenden Dienststellen beauftragt werden, im Rahmen ihrer personellen Kapazitäten und Prioritätensetzungen, die einzelnen konzipierten Maßnahmenvorschläge zu prüfen, zu entwickeln, im entsprechenden Fachausschuss zu beschließen und schrittweise zur Umsetzung zu bringen. Eine Integration in den Aktionsplan des Masterplans Freiraum „Kompaktes Grünes Nürnberg“ ist vorgesehen. Maßnahmen in Stadterneuerungsgebieten sind in den jeweiligen Sanierungszielen verankert, bei Umsetzung während der Gebietslaufzeiten stehen Zuschüsse aus der Städtebauförderung in Aussicht. Hinsichtlich der Maßnahmenpriorisierung findet daher eine enge Abstimmung mit der Stadterneuerung statt. Zur Unterstützung geeigneter Maßnahmen südlich der Wölckernstraße und Landgrabenstraße soll die Ausweitung oder Neuausweisung eines Stadterneuerungsgebietes vorangetrieben werden. Diese Maßnahmen zur Grün- und Freiraumentwicklung sollen zudem in einem verbindlichen Investitionsplan eingestellt werden.

Prioritäre Maßnahmen

Seitens der Verwaltung werden aus dem breiten Katalog an vielfältigen Maßnahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden zehn prioritäre Maßnahmen bis 2035 zur Umsetzung oder Vorbereitung vorgeschlagen:

 Hiroshimapark (neue Parkanlage, Anlage 6.2),  Urbane Parklandschaft „Grünes Westband“ (Westparkerweiterung, Anlage 6.3),  Erweiterung Grünanlage Pferdemarkt bei der geplanten Zentrale des SÖR,  Südstadt.Klima.Meile, (nördlicher Teil, klimasensitive Umgestaltung, Prüfung neue Fußgängerzone Karl-Bröger-Str., Sanierungsgebiet Galgenhof/Steinbühl),  Annapark & Umfeld (klimagerechte Sanierung, Anlage 6.4),  Grün-Blauer Gustav & Umfeld (klimasensitive Umgestaltung, Anlage 6.5),  Melanchthonplatz (klimagerechte Sanierung, Sanierungsgebiete Galgenhof/Steinbühl und Gibitzenhof/Steinbühl-West/Rabus),  Kopernikusplatz (klimasensitive Umgestaltung, Sanierungsgebiet Galgenhof/Steinbühl),  Leonharder Promenade (Klima-Boulevard, Sanierungsgebiet St. Leonhard/Schweinau),  Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden (neue Straßenbäume, Anlage 6.6).

Diese Maßnahmen sind in einem beiliegenden Lageplan (Anlage 4) verortet und mit einer groben Kostenschätzung (Anlage 5) unterlegt. Um Synergieeffekte nutzen zu können, werden fünf der priorisierten Maßnahmen als s.g. Komplexmaßnahmen gebündelt. Sie umfassen mehrere räumlich im Zusammenhang befindliche Freiräume und Verkehrsflächen. Mehrere fachliche Disziplinen, wie u.a. Landschaftsarchitekten, Verkehrs- und Stadtplaner in unterschiedlichen Geschäftsbereichen werden mit der Umsetzung dieser Maßnahmen betraut sein und müssen zeitlich und inhaltlich abgestimmt arbeiten. Daher ist eine verbindliche Federführung und Zeitplanung erforderlich, um effizient und aufwandsreduziert zu agieren. Neben dem Annapark mit Umfeld (u.a. Maffeiplatz, Schuckertplatz), dem nördlichen und südlichen Melanchthonplatz stellen die Urbane Parklandschaft „Grünes Westband“, der Platz an der Gustav- Adolf-Gedächtniskirche mit Umgebung sowie die Südstadt.Klima.Meile fünf Komplexmaßnahmen dar. Beispielhaft werden einige prioritäre Maßnahmen sowie Komplexmaßnahmen zum besseren Verständnis grob skizziert.

Die Südstadt.Klima.Meile führt aus der Altstadt kommend entlang einer Freiraumkette über den Südstadtpark, die Karl-Bröger-Straße, den Aufseßplatz, den Kopernikusplatz, den Annapark und die Grünanlage Maffeiplatz und weiter entlang der Gudrunstraßeund über den Platz an der Gustav- Adolf-Gedächtniskirche entlang der Allersberger Straße in Richtung des geplanten Hiroshimaparks bis zum Volkspark Dutzendteich und Luitpoldhain. Bei einer zügigen Umsetzung bestehen für den nördlichen Abschnitt Zuschussmöglichkeiten über das Stadterneuerungsgebiet Galgenhof/Steinbühl. Für den südlichen Abschnitt der Meile soll die Ausweitung oder

Neuausweisung eines Stadterneuerungsgebietes geprüft werden.

Die Südstadt.Klima.Meile wird als freiräumliches Rückgrat für die dichten Blockrandstrukturen in der Südstadt verstanden und neu qualifiziert. Entlang dieser Freiraumachse bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Neuanlage und Aufwertung von Grün- und Freiflächen an, beispielsweise durch Entsiegelungsmaßnahmen sowie durch eine klimasensitive Aufwertung und Multicodierung, eine gezielte Transformation von Straßen zur Freiraumerweiterung und durch Verknüpfung von aufgewerteten und neu geschaffenen öffentlichen Räumen. So wird zum Beispiel die Umsetzung der Peter-Henlein-Straße als Fahrradstraße zeitnah erfolgen. Die Meile strahlt auch auf die angrenzenden Quartiere aus, die langfristig als Klimaquartiere umgestaltet werden sollen. Gebündelte Maßnahmen der Klimaanpassung, wie private Hinterhofbegrünungen und aufwertungen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen können dabei verstärkt durchgeführt werden. Städtische Förderprogramme („Initiative Grün“ und „Mehr Grün für Nürnberg“ – Programme des Stadtplanungsamtes) bieten dafür finanzielle Anreize.

Abbildung 4

Abb.4 Vision Südstadt.Klima.Meile und Superblock (Visualisierung von bgmr auf Grundlage einer Fotografie von G. Illig)

In der Stadtratssitzung am 18.05.2022 ist die Entscheidung gefallen, dass sich Nürnberg für die Austragung einer Urbanen Gartenschau (UGS) 2030 bewirbt. Die Überschneidung der UGS- Projekte mit den proritären Maßnahmen aus dem Freiraumkonzepts betrifft den nördlichen Abschnitt der Südstadt.Klima.Meile (Altstadt bis zum Kopermikusplatz). Sollte Nürnberg den Zuschlag zur UGS erhalten, können bei dem nördlichen Abschnitt der Südstadt.Klima.Meile Synergien hinsichtlich der personellen und finanziellen Kapazitäten gebündelt werden.

Auch der Schaffung von neuem öffentlichen Stadtgrün, wie dem Hiroshimapark kommt eine große Bedeutung im Freiraumkonzept zu. Dieser ca. 3,5 ha große zukünftige Quartierspark ist Bestandteil der Südstadt.Klima.Meile und soll auf dem bislang teils temporär als Parkplatz genutzten Hiroshimaplatz (Bauabschnitt 1) sowie der benachbarten Gleisschleife (Bauabschnitt 2) geschaffen werden, die im Zuge der Straßenbahnverlängerung nach Lichtenreuth aufgelassen wird. Unter Berücksichtigung von Schulbedarfen (Freisportflächen), sollen auf dem westlichen Teilbereich öffentlich zugängliche Sport und Bewegungsangebote etabliert werden. Dieses Bewegungsband zieht sich bis zum Luitpoldhain bzw. Volkspark Dutzendteich.

Die bestehenden Parkanlagen Annapark (Teil der Südstadt.Klima.Meile) und Melanchthonplatz sind klein dimensioniert, aufgrund der dichten Bebauung der angrenzenden Stadtteile sehr stark genutzt und in die Jahre gekommen. Es wird vorgeschlagen die beiden Quartiersparks zeitnah klimagerecht nach den Prinzipien der Schwammstadt zu sanieren und durch Entsiegelungsmaßnahmen im angrenzenden Verkehrsraum zu vergrößern. Durch die Lage in Stadterneuerungsgebieten bestehen für den Melanchthonplatz derzeit noch Zuschussmöglichkeiten. Die Komplexmaßnahme Annapark umfasst auch die Aufwertung der beiden angrenzenden Grünanlagen Maffeiplatz und Schuckertplatz sowie die Integration des

Verkehrsraums. Die Sanierung des Melanchthonplatzes schließt den nördlichen und südlichen Teil sowie die Umgestaltung der Landgrabenstraße ein.

Das Konzept der Schwammstadt soll u.a. auch bei der klimaangepassten und grünen Umgestaltung des Platzes an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche zum Einsatz kommen. Dabei wird der Raum durch den Einbezug des Seitenbereichs der angrenzenden Annastraße und der Grünfläche an der Wirtstraße erweitert. Die Allersberger Straße wird ebenso in die planerischen Betrachtungen dieser Komplexmaßnahme einbezogen. Für diesen Platz wurden im Rahmen des Freiraumkonzepts erste Planungsprinzipien entwickelt (Lupe „Blau-Grüner Gustav“).

Im Herzen von St. Leonhard, an der Schweinauer Straße stellt die geplante Leonharder Promenade eine Vision für einen multikulturellen „Klima-Boulevard“ dar, die Aufwertung und Erweiterung der bestehenden Fußgängerzone ist dabei geplant. Der Raum soll über eine zusammenhängende Raumfigur neu gedacht werden, welche die unterschiedlichen Freiraumstrukturen wie Schulhof, Friedhof und Straßenräume verbindet und durch Klima-Inseln mit Baumpflanzungen und Sitzmöglichkeiten sowie Aktivitätsbereichen (Spiel und Sportangebote) neu strukturiert und gliedert. Die Berücksichtigung der Zufahrts- und Aufstellflächen (s. Feuerwehr) werden dabei eine besondere Herausforderung darstellen.

Die Weiterentwicklung der urbanen Parklandschaft „Grünes Westband“ im Bereich des Westparks ist ebenso ein zentrales Anliegen des Konzepts. Der Westpark soll als öffentlicher Freiraum erweitert werden. Die bestehende Tiefgarage westlich der Von-der-Tann-Straße soll rückgebaut und dem Park zugeschlagen werden. Auch ist eine Nachnutzung der ehemaligen Gärtnerei als öffentliche Grünfläche im Gespräch. Die Öffnung der Randbereiche der Vereinssportanlage SG Viktoria Nürnberg-Fürth 1883 e.V. im Osten des Westparks ist ebenso Teil des Konzepts. Der Parkplatz östlich der Von-der-Tann-Straße soll entsiegelt und als Weltacker genutzt werden. Die „Grünen Parkfinger“ der südlich an den Westpark liegenden Reichow-Siedlung sollen aktiviert und bezüglich Aufenthaltsqualität und Biodiversität aufgewertet werden.

Um die Straßenzüge in den dicht bebauten Bereichen der Süd- und Südweststadt mit neuen Straßenbäumen stärker zu begrünen, wurde das Projekt „Straßenbaumoffensive Nürnberger

Süden“ bereits während der Konzepterstellung unter Abstimmung mit dem Masterplan

Straßenbegleitgrün etabliert. Eine verwaltungsintern abgestimmte Arbeitsgrundlage wurde erstellt, mit deren Hilfe bis 2035 sukzessive ca. 300 neue Straßenbaumpflanzungen realisiert werden sollen. Das voraussichtlich ab Ende 2023 auszuweisende neue Stadterneuerungsgebiet „Gostenhof- Ost/Tafelhof“ bietet Chancen für den Einbezug weiterer Straßenräume.

Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen muss stetig forciert werden und kann nur Schritt für Schritt in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Dienststellen und in Abstimmung mit den vorliegenden Bauprogrammen erfolgen. Hierbei bedarf es einer dienststellenübergreifenden Koordination. Ein Abgleich mit der Umsetzung von Maßnahmen aus den Handlungsprogrammen der Stadterneuerungebiete bietet sich an, um Synergien zu nutzen. Der Prozess des Gesamtstädtischen Freiraumkonzepts und des Masterplans Freiraum, für dessen Maßnahmen der Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ entwickelt wurde, ist ein gutes Vorbild, wie die Umsetzung auch für das Freiraumkonzept Nürnberger Süden angeschoben werden kann. Jede einzelne vorgeschlagene Maßnahme wird auf ihre Umsetzung geprüft, integrativ geplant und im jeweiligen Fachausschuss (z.B. SÖR WA, AfV) diskutiert und zum Beschluss vorgelegt.

Im ersten Schritt sollen die zehn genannten prioritären Maßnahmen, die u.a. in fünf Komplexmaßnahmen gebündelt werden, bis 2035 vorbereitet bzw. umgesetzt und schrittweise in den Aktionsplan sowie MIP-Ansatz des Masterplans Freiraum (MIP 714) integriert werden. Insbesondere alle Eingriffe in den Verkehrsraum müssen im Detail geprüft werden. Synergieeffekte mit bereits vorhandenen Planungen und Stadterneuerungsgebieten werden dabei berücksichtigt. Bei Maßnahmen in Sanierungsgebieten können beispielsweise die jeweiligen gebietsbezogenen MIP-Ansätze zur Mitfinanzierung herangezogen werden. Für die Umsetzung dieser prioritären Maßnahmen wird derzeit von einem zusätzlichen Finanzbedarf von ca. 25 Mio. € und zusätzlichen

Personalkapazitäten bei den planenden und umsetzenden Dienststellen Servicebetrieb Öffentlicher Raum, Verkehrsplanungsamt, Stadtplanungsamt und Umweltamt von insgesamt 4 Vollzeitstellen ausgegangen. Da für vier priorioritäre Maßnahmen (Hiroshimapark, Grünes Westband, Annapark & Umfeld und den Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche & Umfeld) bereits erste Planungsmittel in Höhe von rund 6 Mio. € im MIP 714 enthalten sind, sollen die ersten rund 5 Mio. € ab 2025 in den MIP 714 eingestellt werden. Ab 2028 bis 2035 sind weitere 20 Mio. € notwendig.

Empfehlung des Finanzreferates vom 17.05.2022: „Vor dem Hintergrund der allgemeinen Finanzsituation, der weiteren Investitionsanforderungen an die Stadt, dargelegt im Szenario 2031 und der Maßgabe der Regierung, dass Kreditaufnahmen der Stadt nur möglich sind, wenn die Stadt durch geeignete Sparmaßnahmen im Ergebnis- und Finanzhaushalt eine deutliche Verbesserung des Saldos aus laufender Verwaltungstätigkeit erreicht, kann eine MIP-Fortschreibung der Maßnahme 714, „Masterplan Freiraum“ nicht befürwortet werden“ (Anlage 7).

Die prioritäten Maßnahmen können jederzeit an veränderte Rahmenbedingungen angepasst bzw. fortgeschrieben werden. Über den aktuellen Sachstand zur Umsetzung des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden soll im Rahmen des Sachstandsberichts Masterplan Freiraum künftig regelmäßig informiert werden.

Die Ergebnisse des Freiraumkonzepts sind auf der Internetseite des Umweltamts unter folgender Adresse digital veröffentlicht und als Anlagen (1 bis 3) beigefügt: www.umwelt.nuernberg.de/freiraumkonzeptnuernbergersueden.html Der beiliegende Steckbrief (Anlage 6.1.) stellt das Freiraumkonzept Nürnberger Süden kompakt vor.

Anlagen

  1. Gutachten „Mehr Grün für den Nürnberger Süden – Eine Potenzialanalyse!“ 2. Zielbild Freiraumvision Nürnberger Süden 3. Maßnahmenplan Räumliches Konzept 4. Lageplan prioritäre Maßnahmen 5. Kostenschätzung prioritäre Maßnahmen 6. Steckbriefe 7. Stellungnahme Referat I/II

Abbildung 5

Mehr Grün im Nürnberger Süden

- Eine Potentialanalyse!

Endbericht

0² 0² 0²

0²

Super-Block 0² 0²

0² 0² 0²

0² 0² 0²

0² 0²

IMpreSSuM

AuftrAGGeberIN Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit Umweltamt Bauhof 2, 90402 Nürnberg www.umwelt.nuernberg.de

Koordination

Edda Witthuhn

Projektbearbeitung

Andrea Hilker Agnes Patrzek Edda Witthuhn

AUftRAGNEHmERiN bgmr Landschaftsarchitekten GmbH Prager Platz 6, 10779 Berlin www.bgmr.de

Konzepterstellung und Projektbearbeitung

Dr. Carlo Becker Antje Bachmann marcel tröger

Begleitendes Kernteam

Stadtplanungsamt: Julia Roggenkamp Servicebetrieb Öffentlicher Raum: Gabriele Zehnle Verkehrsplanungsamt: Phillip meinardus, tim meier, milena maul

Weitere Fachämter-Beteiligungen

Bürgermeisteramt, Amt für Wirtschaftsförderung, Gesundheitsamt, Jugendamt, Städtischer Sportservice, Amt für Kultur und freizeit, Bildungscampus Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik, Liegenschaftsamt, Amt für Stadtforschung und Statistik, Stadtteilkoordination St. Leonhard/Schweinau/Sündersbühl, Galgenhof/Steinbühl und Gibitzenhof/Rabus

Berlin, Juni 2022

iNHALt

1. Einleitung 4

1.1 Anlass und Zielsetzung 4 1.2 Prozess – eine dialogorientierte Planung 6 2.3 Öffentlichkeitsbeteiligung 6

2. Der Planungsraum 8

2.1 Lage und fakten 9 2.2 Übergeordnete Planungen und Grundlagen 12 2.3 Herausforderungen 18

3. Gebietsanalyse 22

3.1 Verbindungen und Verknüpfungen 24 3.2 Öffentliche Grün- und freiräume 30 3.3 Erreichbarkeit und Versorgung der öffentlichen Grün- und Parkanlagen 34 3.4 Städtebauliche Struktur und Potentiale der freiraumentwicklung (freiräume+++) 42

4. Konklusion in Teilräumen 58

4.1 teilraum „Die Dichten“ 60 4.2 teilraum „Die Aufgelockerten“ 62 4.3 teilraum „Die Produktiven“ 64

5. Konzept 66

5.1 Räumlich konzeptionelles Leitbild 68 5.2 Handlungsfelder und maßnahmen 70

6. Vertiefung / Lupen 96

6.1 Südstadt.Klima.meile und Klimaquartier 98 6.2 Der Platz an der Gustav-Adolf Gedächtniskirche wird zum Blau-Grünen Gustav! 102 6.3 Klimaplatzprogramm / toolbox Klimaangepasste Stadtplätze 104 6.4 Leonharder Promenade 106 6.5 toolbox Gewerbe 108 6.7 Blau-Grüne Straßenräume 110 6.8 Straßenabhängung und Park-/Platzerweiterung am Beispiel Annapark 112

1. EinlEitung

1.1 ANLASS UND ZiELSEtZUNG Die Stadt nürnberg steht vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerung nimmt zu, die Stadt wächst, der Bedarf an Wohnraum und Arbeitsplätzen steigt. Sozio-demografische Veränderungen in der Stadtgesellschaft und wirtschaftliche Transformationsprozesse erfordern neue Strategien für das Planen in einer dichten Stadtstruktur, wie im nürnberger Süden. Die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels (Hitzestress, Starkregen), die Veränderung des Mobilitätsverhaltens (gesteigerter Anteil Rad- und Fußverkehr, 15-Minuten-Stadt) und die Stärkung der Biodiversität im urbanen Raum stellen zentrale Herausforderungen in diesem Prozess dar. Nicht nur zuletzt in den Lockdown-Phasen der Corona-Pandemie klar erkennbar, gewinnt der Freiraum durch seine vielfältigen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Funktionen an Bedeutung. Es gilt, die konkurrierenden Nutzungsansprüche zu harmonisieren und die vielfältigen Freiraumbelange in der Stadt konsequent zu stärken. Dazu bedarf es eines breiten Angebotes an hochwertig gestalteten und ökologischen Prinzipien folgenden Freiräumen, eines attraktiven und klimatisch wirksamen Wohnumfeldes, eines guten Stadtklimas mit sauberer Luft und geringer Lärmbelastung, unbelasteter Böden und Gewässer und Räumen des sozialen und interkulturellen Austausches. Die Basis der integrierten Nürnberger Stadtentwicklung ist eine qualifizierte Innenentwicklung. Diese Innenentwicklung muss auch ein ausreichendes Angebot an grün und Freiraum gewährleisten. um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat Nürnberg 2014 einen Masterplan Freiraum aufgestellt und ein Gesamtstädtisches Freiraumkonzept (GFK) entwickelt. Im Vorfeld zum Masterplan Freiraum wurde ein intensiver Diskurs über die Zukunftsfähigkeit der Nürnberger Freiräume angestoßen. Der Masterplan leistet mit seinem Leitbild „Kompaktes Grünes Nürnberg 2030“ und dem Gesamtstädtischen Freiraumkonzept mit Programmatiken, Strategien und Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen der Stadtund Freiraumplanung. Der Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ schlägt eine Auswahl an verschiedenen Maßnahmen vor, die als Konzeptschwerpunkte unter anderem die Schaffung von neuen Parkanlagen ebenso wie die Sanierung von bestehenden Anlagen oder auch Stadtplatzneugestaltungen beinhalten. Nürnberg hat sich entschlossen, ein Freiraumkonzept auf Stadtteilebene für den Bereich innerhalb der Ringstraße im Süden - auf Grundlage des Gesamtstädtischen Freiraumkonzeptes Nürnberg und des Konzeptes der Grünen Wege - zu erarbeiten. Die hier vorliegende Dokumentation beschreibt diesen Prozess und die Ergebnisse. Entstanden ist eine Zukunfts-Vision für einen gestärkten und aufgewerteten Nürnberger Süden, welche räumliche und strategische Handlungsfelder aufzeigt und einen breiten Katalog an vielfältigen Maßnahmen konzeptionell vordenkt. Im weiteren Prozess der politischen und gesellschaftlichen Aushandlung müssen die einzelnen Maßnahmen jeweils konkretisiert, abgewogen und schrittweise angegangen werden.

Hohe Lebensqualität für eine Stadt im Wandel

Mit dem Freiraumkonzept sollen Möglichkeiten für ein Mehr an Grün identifiziert werden, damit die Stadtquartiere des Südens für die Herausforderungen der zukünftigen Stadtentwicklung fit gemacht werden. Die Lebensqualität soll trotz Klimawandel, Verdichtung, demografischem Wandel und wirtschaftlichen Transformationen dauerhaft gesichert und weiter qualifiziert werden. Gerade durch den Wandel in der Produktion und das veränderte Mobilitätsverhalten eröffnen sich Chancen, neue Flächen für eine Freiraumnutzung zu aktivieren und den Nürnberger Süden zukunftsfähig zu gestalten. Damit dies gelingt, wird eine nachhaltige Stadt- und Frei-raumentwicklung im Sinne der „dreifachen Innenentwicklung“ auf Augenhöhe erforderlich. Mit dem Freiraumkonzept nürnberger Süden werden die grundlagen und Wege aufgezeigt, wie dies gelingen kann.

Mehrfache Innenentwicklung

Die Innenentwicklung und vor allem die weitere Verdichtung der innerstädtischen Stadtquartiere mit bereits hohen Dichten und wenig Grün erfordern Strategien der doppelten oder auch „dreifachen Innenentwicklung“.

Wenn Stadt verdichtet wird, muss zunächst im Sinne der „doppelten Innenentwicklung“ gleichzeitig der Grünund Freiraum weiterentwickelt werden. Klimaanpassung, Hitzevorsorge, Starkregenvorsorge, freiraumbezogene Erholung, Kinderspiel, gesundheit und Bewegung sowie Sicherung der Biodiversität sind Anforderungen, die zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung dazugehören. Zur „dreifachen Innenentwicklung“ gehört auch die nachhaltige Mobilität, die neben dem ÖPNV auf eine fußgänger- und fahrradoptimierte Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raumes setzt. In der Konkurrenz der Verkehrsträger bedarf es in den Stadtgebieten der „dreifachen Innenentwicklung“ einer eindeutigen Priorisierung des nicht-motorisierten Verkehrs.

Graue Infrastruktur blau-grün machen

Mit dieser Zielsetzung erschließt sich eine neue Flächenressource: der Straßenraum wird zu einer zentralen Stellschraube für eine veränderte Mobilität und Verhandlungsraum für mehr Grün in der Stadt. Die grauen Flächen können grüner, aber auch blauer gedacht und gestaltet werden. neben den Straßen können auch größere Stellplatzanlagen, kleinteilige Parkplätze in Hinterhöfen, aber auch Stadtplätze oder die Gebäude selbst, insbesondere mit ihren Dächern und Fassaden, ein Flächenpotential für mehr Grün darstellen. Zielsetzung des Konzeptes ist es, die Stadt als Schwamm zu denken, der Regenwasser speichert und nutzt und den Stadtraum und die Freiräume dahingehend umgestaltet.

*INFO: SCHWAMMSTADT

Stadt als Schwamm zu denken, bedeutetet den Stadtraum mehrdimensional zu planen: in einer klimaangepassten Stadt werden Straßen, Plätze, Grünflächen oder auch die Oberfläche von Gebäuden als blau-grüne Infrastrukturen gedacht und geplant. Anfallendes Regenwasser wird als eine Ressource verstanden, welches nicht einfach abgeleitet, sondern genutzt wird. Das entlastet nicht nur die Kanalisation mit ihren Notüberläufen in die natürlichen Gewässer, sondern trägt im Sinne einer naturbasierten Strategie („nature based solutions“) zur Klimaanpassung bei. In der Schwammstadt wird das Regenwasser in einer Kaskade bewirtschaftet. Regenwasser wird gesammelt und gespeichert, wenn viel da ist. Es wird genutzt für:

Diese Kaskade „sammeln und speichern, bewirtschaften und nutzen, verdunsten und kühlen und dann erst versickern“ stellt das Schwammstadt-Prinzip dar. Das Schwammstadt-Prinzip beinhaltet auch die Starkregenvorsorge mitsamt den Bausteinen Abkopplung, Schaffung von Retentionsraum und schadfreie Ableitung. Damit werden die durch den Klimawandel hervorgerufenen Folgen gemindert und eine resilientere Stadt entwickelt. Neben mikro- und stadtklimatischen Effekten bietet der Schwammstadt-Ansatz auch ökonomische Vorteile, wie den Schutz von schadenssensiblen Bereichen wie etwa Kellern, tiefgaragen und Erdgeschossen, oder das Einsparen von künstlicher Bewässerung von Stadtbäumen. nicht zuletzt kann auch die Erlebbarmachung von Wasser im Stadtraum neue Nutzungs- und Gestaltqualitäten erzeugen und zudem ökologische Nischen schaffen. Mit den Maßnahmen der Hitzevorsorge wird gleichzeitig ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge geleistet.

Abbildung 7

Abbildung 6

Abb. 1 Eindrücke Beteiligungsformate: Stadtteilfest St. Leonhard - September 2020 (o.l.); Speed-Dating Annapark mit StadtvertreterInnen, u.a. OBM König und Umweltreferentin Walhelm, Veranstaltung der KommVorZone, Juli 2021 (o.r.)

1.2 PROZESS – EiNE DiALOGORiENtiERtE PLANUNG Der Bearbeitungsprozess erfolgte als eine breit angelegte Dialogplanung zwischen Fachämtern, Politik und Stadtgesellschaft. Die Bearbeitung war nicht sequentiell im Sinne einer stufigen Planung mit Analyse, Bewertung, Zielentwicklung und Maßnahmenkatalog aufgebaut, sondern war ein Prozess der Gleichzeitigkeiten. Es wurden bereits erste Ziele und Maßnahmen im frühen Planungsprozess erarbeitet, welche so bereits reflektiert und diskutiert wurden. Bereits in der Anfangsphase wurde ämterübergreifend der Dialog gesucht, und neben einer größeren Auftaktveranstaltung erfolgten frühzeitig bilaterale Gespräche mit verschiedenen Dienststellen in kleiner Runde. Zwischenergebnisse wurden stetig mit RepräsentantInnen aus den am Freiraumkonzept beteiligten Ämtern vorgestellt und diskutiert. So konnten Grundlagen, Ziele und Maßnahmen der unterschiedlichen Fachkompetenzen erfasst und mit dem Freiraumkonzept abgeglichen werden. Darüber hinaus wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit einem interdisziplinär besetzten „Kernteam“ mit VertreterInnen aus dem Umweltamt, dem Verkehrsplanungsamt, dem Stadtplanungsamt und dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) begleitet. Parallel dazu wurden erste Planungsideen in Aktionsplanungen übersetzt, damit bereits während der Konzepterstellung erste räumliche umsetzungen sichtbar wurden. im Herbst 2020 wurden an ausgewählten Standorten, wie z.B. entlang der Allersberger Straße, der Frankenstraße und der Alten Allee, rund 1.200 m² Blumenzwiebeln gesteckt. Hierbei kamen bienenfreundliche Mischungen zum Einsatz. Zudem wurden 2021 mehrere Blühflächen, wie z.B. an der Gudrunstraße, an der Hinteren Marktstraße und am Eingang zum Lochnerpark zur Förderung der Biodiversität geschaffen. Mit diesem Planungsansatz wird der Integrationsgedanke von sektoralen Ansprüchen gestärkt. Es entsteht ein integriertes Freiraumkonzept, das in der Verwaltung und Stadtgesellschaft verankert wird.

1.3 ÖffENtLiCHKEitSBEtEiLiGUNG Coronabedingt konnten keine größeren Diskussionsveranstaltungen mit der Öffentlichkeit stattfinden. Daher wurde der Ansatz der „dezentralen Treffen vor Ort“ gewählt. Im Rahmen von Stadtteilfesten, Parkrundgängen oder einem Speed-Dating wurden mit Interessierten und AnwohnerInnen Gespräche über Stärken und Schwächen, Defizite und Ideen der zukünftigen Entwicklung geführt:

Infostände

14.07.2021 im Rahmen der KommVorZone (partizipatives Kulturprojekt Amt für Kultur und Freizeit, zahlreiche Veranstaltungen/Projekte in der Südstadt in 2020. Temporäre Orte für Begegnung, Kultur und Kreativität in der Südstadt). Parkrundgang „Grünanlagen im Wandel der Zeit“ mit Geschichte für Alle e.V. Der Parkrundgang „Vom Annapark zum Hummelsteiner Park“ hat am 10.07.2021 und am 01.10.2021 stattgefunden. Die teilnehmenden BürgerInnen begrüßten die vorgestellten Konzeptideen. Insbesondere die geplanten Maßnahmen und Ansätze für eine klimaresiliente Stadtumgestaltung stießen auf großes Interesse und der Wunsch nach einer weiteren Einbeziehung in den Planungsprozess wurde geäußert.

Speed-Dating

Im Rahmen der KommVorZone fand am 14.07.2021 im Annapark ein 2-stündiges „Speed-Dating“ zum Thema Umwelt und Bau sowie zum Freiraumkonzept Nürnberger Süden statt. Interessierte BürgerInnen konnten in 5-minütigen direkten Gesprächen u.a. mit dem Oberbürgermeister Marcus König, der Umweltreferentin Britta Walthelm und den Stadträtinnen Herrn groh und Frau Hager in Kontakt treten.

Abbildung 8

infostände Speed- Dating

Parkrundgang
Parkrundgang

Einzelgespräche Fachämter

Projektgruppe Kernteam Fachämter- Stakeholder & Politik Beteiligung Öffentlichkeit

Abb. 2 Der Prozess des Freiraumkonzeptes

2. DER PLANUNGSRAUM

2.1 LAGE UND fAKtEN

2.2 ÜBERGEORDNEtE PLANUNGEN

2.3 HERAUSfORDERUNGEN

Abbildung 9

Abb. 3 Lage Planungsraum im Stadt- und Landschaftsgefüge Nürnbergs

2.1 LAGE UND fAKtEN Der 782 Hektar große Planungsraum zeichnet sich durch eine sehr dichte Bebauungsstruktur mit Wohn- und Gewerbegebieten aus. Es dominiert die Blockrandbebauung in den Wohnquartieren östlich des Frankenschnellweges und in Gostenhof Ost. Die Bevölkerungsdichte ist teils sehr hoch. Der Stadtgraben trennt die Altstadt von der erweiterten Innenstadt. Die Ringstraße stellt die konzentrische Erweiterung der historischen Altstadt dar. Der Anteil an öffentlichem und privatem Grün ist in vielen Quartieren sehr gering. Die öffentlichen Grünflächen sind meist klein dimensioniert und ungenügend untereinander vernetzt. Es dominieren Nachbarschafts- und Quartiersparkanlagen. Der Westpark stellt die größte Parkanlage in dem Raum dar, die als Stadtpark mit Volksparkcharakter in den 60er Jahren geplant wurde. Die großen Magistralen (Ein- und Ausfallstraßen) geleiten zum ringförmigen Graben und beeinträchtigen mit Verkehrslärm und Emissionen die angrenzenden Wohngebiete. Der Frankenschnellweg und die Bahntrassen stellen starke Zäsuren des Raumes dar und wirken als Barriere. Aufgrund der verdichteten städtebaulichen Struktur und der geringen Grünausstattung stellt der Raum ein thermisches Belastungsgebiet dar. Oberirdische Wasserläufe und Gewässer sind gänzlich zurückgebaut bzw. verrohrt. Gerade bei sommerlichen Hitzeperioden herrscht hier eine ungünstige bioklimatische Situation in den Siedlungsräumen vor. Die Freiräume des „Grünen Westbands vom Westpark bis zum Tiefes Feld“ wirken als Kaltluftleitbahn ausgleichend auf das innerstädtische Klima.

17 % DER NüRNBERGERINNEN 4,2 % DER STADTFLÄCHE

NüRNBERGER SüDEN: 92.650 EINWOHNERINNEN 100 % 782 HEKTAR GESAMTSTADT: 532.331 EINWOHNERINNEN* 18.640 HEKTAR

Sündersbühl

Gostenhof

Tafelhof

Galgenhof

St.Leonhard

Steinbühl

Gugelstraße

Hummelstein

Schweinau Gibitzenhof

Sandreuth

Olivenweg A Fr b e b ifl . ä 4 c h B e e n s Hansastraße H Hansastraße ansastr S a Hans

For B

sterstraße ezirken, öffentlic Sp h ießstraße en Frankenschnellweg u Frankenschnellwegnd Dianastraße z Dianastraße Dianastraße weckgebund Löffelholz e straße nen Grün- und Nerzstraße Südtiroler Platz Haspingerstraße Brunecker Straße

weinauer Hau a ptstraSßechweinauer Hau n ptstraße d Hohe Marter sp Crailsheimer Straße lan PEsslinger Straße lanReutlinger Straße Reutlinger Straße Reutlinger Straße ung Z s weibrückener r Straße aum mit statiZwseibrückener tiStraße schen

h Hansastraße e

c as t traßeß

Brunecker Straße

Freiraumkonzept Nürnberger Süden - Bericht Daimlerstraße bgmr Landschaftsarchitekten Brunecker Straße

ANTEIL ALTErSGruPPE AN GESAMTBEWOHNErINNEN

14 % 0 bis 14 Jahre *Gesamtstadt 13 % Diagrammtitel 15 % BewohnerInnen ab 65 Jahre *Gesamtstadt 20 % 3 % 15 bis 18 Jahre *Gesamtstadt 2 %

68 % 18 bis 64 Jahren *Gesamtstadt 64 %

1 2 3 4

ANTEIL HAuSHALTSGröSSEN AN GESAMTHAuSHALTEN

7 % 4 Person-Haushalt Diagrammtitel4 % 5+ Person-Haushalt *Gesamtstadt 8 % *Gesamtstadt 3 %

Sündersb ühl

10 % 3 Person-Haushalt

Gostenhof

*Gesamtstadt 11 %

Tafelhof

54 % 1 Person-Haushalt 24 % 2 Person-Haushalt *Gesamtstadt 50 % *Gesamtstadt 28 %

1 2 3 4 5

Galgenhof

St.Leonhard

Steinbühl

ANTEIL EINWOHNErINNEN NACH MIGrATIONSHINTErGruND (MGH)

Gugelstraße

Diagrammtitel 34 % Deutsche ohne MGH 42 % Ausländer *Gesamtstadt 53 %

Hummelstein *Gesamtstadt 24 %

Schweinau Gibitzenhof

Sandreuth

24 % Deutsche mit MGH 1 2 3 4 5 6 7 *Gesamtstadt 23 % Olivenweg Hansastraße H Hansastraße ansastr

weinauer HauptstraSßechweinauer Hauptstraße Hohe Marter Crailsheimer Straße Esslinger Straße Reutlinger Straße Reutlinger Straße Reutlinger Straße Zweibrückener Straße Zweibrückener Straße Forsterstraße Spießstraße Frankenschnellweg Frankenschnellweg DianastraßeDianastraße Dianastraße Löffelholzstraße Nerzstraße Südtiroler Platz Haspingerstraße Brunecker Straße A 31 b . b 1 . 2 5 .2 0 St 2 a 0 ti , s G ti r s u c n h d e d D a a t t e e n n v a o l m s p S r t o a z ti e s n ti t s u c a h le e r n A A n m te t i l N a ü n r n G b e e s r a g m /F tb ü e rt w h o ) hnerInnen pro Bezirk (Stand:

h Hansastraße e

c astraßeß

S a Hans

Brunecker Straße

Daimlerstraße

Brunecker Straße

2.2 ÜBERGEORDNEtE PLANUNGEN

Das Freiraumkonzept Nürnberger Süden knüpft an eine Reihe übergeordneter Planungen an und baut auf einer breiten Grundlage von Analysen auf. Um das Untersuchungsgebiet im gesamtstädtischen Kontext einzuordnen, um Vergleiche zu ziehen und Bezüge herzustellen, ist eine solche Grundlagenrecherche eine wichtige Basis für die Planung. Einige der für den Standort Nürnberger Süden wichtigen übergeordneten Planungen und Grundlagen werden hier kurz benannt und schlagwortartig erläutert.

Abbildung 10

Abb. 6 Ausschnitt aus der Maßnahmenkarte zum Gesamtstädtischen Freiraumkonzept (2014)

Masterplan Freiraum (2014) und Gesamtstädtisches Freiraumkonzept (2014)

Abbildung 11

Der Masterplan Freiraum schafft ein Leitbild „Kompaktes Grünes Nürnberg 2030“. Unter diesem leitbild werden Konzepte und Strategien entworfen, mit denen die grün- und Freiraumsituation in der Stadt langfristig erhalten und nachhaltig verbessert werden kann. Im Mittelpunkt stand dabei die Erarbeitung von strategischen Handlungsräumen. Der Nürnberger Süden liegt in der erweiterten innenstadt zwischen Altstadt und Außenstadt. Schlüsselmaßnahmen und Leitlinien für die erweiterte Innenstadt:

Masterplan Freiraum

Handlungsfelder

1. Aufwertung der Natur- und Kultur-

landschaften

1.1 Entwicklungskonzept "Multifunktionale Auenlandschaft Gründlachtal" 1.3 Erlenstegener Forst

Großgründlach

2. Neue Parkanlagen / Grünanlagen

2.2 Wetzendorfer Park & Grünzüge 2.3 Züricher Park

!(

2.4 Park Brunecker Straße

1.1

2.5 Quellepark 2.6 Park Tiefes Feld

Neunhof

2.7 MaxGrün 2.10 Grünzug Ambergerstraße

!(

Boxdorf

7.4 2.11 Hiroshimapark

2.12 Keßlerpark

Kraftshof

3. Entwicklungskonzepte Urbane

Parklandschaften

Abb. 7 Ausschnitt aus dem Aktionsplan Kompaktes Grünes Nürnberg, Stand 2022 3.1 Dutzendteich & Co 3.2 Schweinauer Buck / Faberwald

!(

3.2.1 Schweinauer Buck

7.2.1

3.3 Marienbergpark 3.4 "Grünes Westband" vom Westpark bis Tiefes Feld 3.4.1 Weg am Village

Buch

4. Grün Plus

Pocket Parks*

4.2 Nonnengasse

!(

4.3 Christuskirche

Almoshof 7.4

4.7 Marientorzwinger

Höfles

Lohe 4.8 Tetzelgasse, Peststadel

Ziegelstein

4.11 Nopitschstraße

Räumlich nicht verortete Maßnahmen

!(

4.1 Blumenzwiebeln und Blühflächen !( 1.3 4.4 Dach-, Fassaden- und Hinterhofbegrünung*

3.3

4.6 Straßenbäume, Mobiles Grün, Parklets,

Kleinreuth Sommerstraßen*

h.d.Veste

!(

7.3

5. Sanierung Grün- und Parkanlagen

!(

2.2 Thon !( Erlenstegen

5.1 Cramer-Klett-Park

7.2.1

5.2 Tullnaupark

Wetzendorf !( 5.3 Stadtpark

7.6 5.4 Stadtgraben

Schoppershof

Schniegling 5.5 Marie-Juchacz-Park

Laufamholz

!( !( 5.6 Rechenberganlage

5.3 5.6 5.7 Annapark

!(

5.8 Melanchthonplatz (Nordfläche)

7.5.1 Gärten

h.d.Veste

St.Johannis 6. Grüne Stadtplätze

!(

Gärten

!( 5.4 !( b.Wöhrd Mögeldorf 6.1 Augustinerstraße !( 8.5 !( !( 4.8 !( 6.3 !( 5.1 6.2 Bauhof

8.1 6.1 !(

2.5

6.3 Egidienplatz / Theresienplatz

!(

!(

6.6

2.7 !( !( 2.12 !( 6.4 Platz Gustav-Adolf-Gedächtniskirche

!(

4.2 4.7 5.2 6.5 Jakobsplatz

8.4

Höfen !( 6.6 Andreij-Sacharow-Platz

Gostenhof !(

6.2

6.5 6.7 Quartiersplatz St. Leonhard

!(

!(

7.7 St.Peter

3.4 7. Grüne Wege

!(

!( 7.1 7.1 Grüner Weg zum Hainberg (Südwest)

3.4.1 !(

Gleißhammer

!( !(

7.2 Grüner Weg Nord-Süd

6.7

5.8 4.3

!( 7.2.1 Abschnitt Vestnertorgraben - Neunhof

!(

!( 6.4

5.5 7.2.2 Abschnitt Frauentorgraben - Alter Kanal

2.3

!( !( !( 7.3 Grüner Weg Ringbahn (Maxtor - Erlenstegen) !( 7.2.2 5.7 7.4 7.4 "Grüne Waldeinstiege" (Tore in den Reichswald)

2.6

!(

7.5 Umsetzung neuer Rad- und Fußwege in der Weststadt

2.11

!( 7.5.1 Fußweg Muggenhofer Straße - Fuchsloch

Großreuth

!( b.Schweinau 4.11 7.6 Grüner Weg zum Erlenstegener Forst

7.1

!( !( 7.7 Grüner Weg zum Faberwald

8.7 9.1 Gibitzenhof !(

!(

!( Kleiner 3.1

Dutzendteich

2.10

2.4

8. Wasser in der Stadt

Fischbach

b.Nürnberg

8.1 Nägeleinsplatz mit Umfeld !( 8.2 Brunnen und Wasserspiele (räumlich nicht verortet)

3.2.1

!( 8.4 Prinzregentenufer

Röthenbach 7.7 8.5 Hallerwiese

b.Schweinau 8.7 Grünanlage Aischweg

!(

3.2

9. Freiraumkonzepte auf Stadtteilebene

Aktionsplan Kompaktes Grünes Nürnberg (seit 2014 fortlaufend aktualisiert, Stand 2022) Langwasser Der Aktionsplan beinhaltet die Maßnahmen und Projekte, die im Rahmen des Masterplans Freiraum kurz-, 9.1 Freiraumkonzept Nürnberger Süden mittel- bis langfristig umgesetzt werden. Die Projekte sind vielfältigen Handlungsfeldern zugeordnet. Das Label Masterplan Freiraum ist Motor für die nachhaltige Grün- und Freiflächenentwicklung in Nürnberg. Das Umweltamt ist federführend zuständig für Projekte auf konzeptioneller Ebene. Die Umsetzung der Projekte erfolgt durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR), das Verkehrsplanungsamt oder das Stadtplanungsamt. Der

!(

aktiven Beteiligung und Mitwirkung der BürgerInnen wird im gesamten Entw7i.2c.2klungsprozess der Projekte eine

Eibach

große Bedeutung eingeräumt.

Handlungsfelder & aktuelle Maßnahmen

Projektstatus

!(

Projekt fertiggestellt

Projekt begonnen Alter Kanal; 7.7 Grüner Weg zum Faberwald) !( Projekt noch nicht begonnen

Laufende Stadterneuerungsgebiete Weststadt

• Grün Plus (4.3 Pocketpark Christuskirche, 4.11 Park Nopitschstraße)

Stadtgrenze

Feld“) * In städtebaulich besonders verdichteten und mit Grün unterversorgten Räumen

Reichelsdorf

Mühlhof

!(

7.4 1 3 3 3

Worzeldorf

Brunn

Kornburg

Katzwang

Stadt Nürnberg

Umweltamt / Umweltplanung

Arbeitsstand: Februar 2022 UwA/1

Datenquellen: Hintergrundkarte: Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung

Darstellungsmaßstab (in DIN A0): 1:25.000

Ü

0 500 1.000 1.500 2.000 Meter

Aktionsplan

"Kompaktes Grünes Nürnberg"

Abbildung 16

Abbildung 15

Abbildung 13

Abb. 8 Karte Grünvermehrung und Vernetzung aus dem INSEK Nürnberger Süden

INSEK Nürnberger Süden (2012)

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde als ressortübergreifender „Kompass“ für die Entwicklung des Nürnberger Südens entwickelt. Es stellt den Süden als heterogenen Raum unterschiedlicher Stadtviertel und Bebauungsstrukturen heraus und entwickelt daraus erste lösungsansätze. Es werden Stadterneuerungsgebiete vorgeschlagen und lokale Maßnahmen-Programme entwickelt, wie z.B. „Klein aber fein“ und „Tatort Galgenhof/Steinbühl“, etc.

Abbildung 12

Abbildung 14

2 3 4

Abb. 9 Kartenausschnitt aus dem Plankonzept Grüne Finger

Plankonzept Grüne Finger (2020)

Die Vision „Grüne Finger“ greift als übergeordnete Planungsgrundlage die durchgehenden Grünachsen (in den Landschaftsräumen, Freiräumen, Gewerbegebieten, Wohngebieten) im Stadtgebiet auf. Sie zielen darauf ab, die Bestands-Freiräume aufzunehmen und miteinander zu verknüpfen und zu stärken.

  1. grüner Finger tiefes Feld 2. grüner Finger Richtung Schweinauer Buck & Faberwald 3. grüner Finger Richtung Alter Kanal 4. grüner Finger Dutzendteich Areal & Reichswald

Ein aufgeheizter Süden?

Stadtklima und Frischluft-Schneißen

Abbildung 18

Abb. 10 Kartenausschnitt Klimafunktionskarte aus dem Stadtklimagutachten Nürnberg, 2014

Stadtklimagutachten (2014)

Der Nürnberger Süden ist ein thermisch stark belasteter Raum, vor allem aufgrund der dichten Stadtquartiere der Blockrandbebauung und der stark versiegelten gewerbegebiete. Die verschiedenen Freiräume tragen kleinräumlich zur Abkühlung bei. Die Bahngleise dienen als Kaltluftschneisen. Der Westpark mit seiner Verbin- Quelle: Stadtklimagutachten, 2014 dung hin zum Tiefen Feld und den Bahntrassen stellt zwei wichtige Kaltluftleitbahnen für den nordwestlichen Raum dar.

Abbildung 17

Abb. 11 Kartenausschnitt übergeordnete Freiraumverbindungen (gepunktete Linie) und Grüne Wege (grüne Linie)

Übergeordnete Freiraumverbindungen und Grüne Wege

Der Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan der Stadt Nürnberg enthält ein Netz aus sogenannten übergeordneten Freiraumverbindungen, die das Ziel haben, die Bevölkerung auf attraktiven, sicheren, lärm- und verkehrsberuhigten Wegen zu den Parkanlagen und Naherholungsgebieten in der Stadt und an den Stadtrand zu führen. Im Rahmen des Masterplans Freiraum werden wichtige Freiraumverbindungen momentan als eigenständige, durchgängige Routen für Fußgänger und Radfahrer geplant. Diese sogenannten „Grüne Wege“ verknüpfen den Planungsraum mit angrenzenden großen Parkanlagen und Naherholungsgebieten. Zwischen 2020-2021 wurde darauf aufbauend eine vertiefende Konzeptstudie für den Grünen Weg zum Faberwald erarbeitet. Die Ergebnisse der Konzeptstudie wurden in das Freiraumkonzept integriert.

(4) (5) SG Gostenhof-Ost/ (1) tafelhof (geplant) 1 5 SG St. Leonhard/ (3) 6 5 4 3 2 6 7 7 Schweinau SG Galgenhof/Steinbühl 8 2019 16 129 (2) 17 18 15 13 1110 14 1 2 4 3 1 6 5 4 3 2 SG 7 7 Gibitzenhof/ 8 Steinbühl- 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 West/Rabus (6) 7 14 8 (7) 2019 16 129 18 15 1110 17 13 14 Stadterneuerungsgebiete städtebauliche Planungen Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen und Stadterneuerungsgebiete
(4) (5 SG Gostenhof-Ost/ (1) tafelhof (geplant) 5 SG St. Leonhard/ (3) 6 5 4 3 2 6 7 7 Schweinau SG 8 2019 16 129 (2) 17 18 15 13 1110 14 1 2 4 3 1 6 5 4 3 2 SG 7 Gibitzenhof/ 8 Steinbühl- 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 West/Rabus 7 14 8 (7) 129 15 1110 13 14 ) 1 Galgenhof/Steinbühl (6)
(4) SG Gostenhof-Ost/ (1) tafelhof (geplant) 5 SG St. Leonhard/ (3) 6 7 Schweinau 2019 18 (2) 17 1 2 4 3 1 5 6 5 4 3 2 SG 6 7 7 Gibitzenh 8 Steinbühl 5 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 West/Rab 6 7 7 14 1 2 8 (7) 4 2019 16 129 18 15 1110 17 13 3 14 1 2 4 3 Stadterneuerungsgebiete städtebaul Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen und Stadterneue Stadterneuerungsgebiete und städtebauliche Planungen Aktuell liegen im Planungsraum drei laufende Stadterneuerungs felhof. innerhalb der Stadterneuerungsgebiete konnten bereits za rungsmaßnahmen durchgeführt werden. Kennzeichnend für die Bearbeitungsansatz, der städtebauliche, soziale, ökonomische, ök wertig betrachtet. Nachfolgend werden verschiedene Projekte in risch aufgelistet. STADTERNEUERUNGSGEBIET (SG) ST. LEONHARD/SCHWEINA 1 Umgestaltung Marie-Juchacz-Park 2 Graffitiprojekt Heinrichstraße 3 Hermannstraße 33 (Nachbarschaftsgarten) 4 Stadtteilgalerie LeonART 5 Kinder-und Jugendhaus Bertha 6 Ossietzkyschule, Neugestaltung des Schulhofes zum Spielhof (1) (4) SG Gostenhof-Ost/
SG Gostenhof-Ost/
tafelhof (geplant)
(2) 1 2 4 3 1 5 6 5 4 3 2 6 7 7 8 5 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 6 7 7 14 1 2 8 (7) 4 2019 16 129 18 15 1110 17 13 3 14 1 2 4 3 Stadterneuerungsgebiete Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen u Stadterneuerungsgebiete und städtebauliche Aktuell liegen im Planungsraum drei laufende Stad felhof. innerhalb der Stadterneuerungsgebiete kon rungsmaßnahmen durchgeführt werden. Kennzeich Bearbeitungsansatz, der städtebauliche, soziale, ök wertig betrachtet. Nachfolgend werden verschiede risch aufgelistet. STADTERNEUERUNGSGEBIET (SG) ST. LEONHARD 1 Umgestaltung Marie-Juchacz-Park (2) 1 2 4 3 1 5 6 5 4 3 2 6 7 7 8 5 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 6 7 7 14 1 2 8 (7) 4 2019 16 129 18 15 1110 17 13 3 14 1 2 4 3 Stadterneuerungsgebiete Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen u Stadterneuerungsgebiete und städtebauliche Aktuell liegen im Planungsraum drei laufende Stad felhof. innerhalb der Stadterneuerungsgebiete kon rungsmaßnahmen durchgeführt werden. Kennzeich Bearbeitungsansatz, der städtebauliche, soziale, ök wertig betrachtet. Nachfolgend werden verschiede risch aufgelistet. (2) 1 2 4 3 1 6 5 4 3 2 7 7 8 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 7 14 8 (7) 2019 16 129 18 15 1110 17 13 14 Stadterneuerungsgebiete Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen u (2) 1 2 4 3 1 6 5 4 3 2 7 8 6 5 4 1 3 7 20 1 1 82 9 16 15 1 13 1 1 2 11 9 0 7 14 8 (7) 129 15 1110 13 14
städtebaul nd Stadterneue iche Plan rungsgeb ungen iete
Planungen terneuerungs nten bereits za nend für die onomische, ök ne Projekte in gebiete hlreiche Stadtern ologisch nerhalb

SG St. Leonhard/ Schweinau

G Galgenhof/Steinbühl
G Gibitzenh teinbühl West/Rab of/ - us

7 Sanierung des ehemaligen Pförtnerhauses 8 Grünes Zimmer - Ort der Stille, Schweinauer Straße 38a nicht verortet: gesundheitsnetzwerk in St. leonhard/Schweinau FUNK (FUNKtionierende Stadtteilkommunikation) Kinder und Jugendhaus „Oase“

STADTERNEUERUNGSGEBIET (SG) GALGENHOF/STEINBüHL * „Tatort Galgenhof/Steinbühl“ - 19 Projekte der Stadterneuerung 11 Hofbegrünungen Wiesenstraße 104 1 Heumann-Areal 12 Hofbegrünungen Siebenkeesstraße 11 2 Nelson-Mandela-Platz 13 Wiesenstraße 3 Haltestelle Kunst 14 Christuskirche 4 Celtisstraße 15 Kreuzung Gugel-/Peter-Henlein-Straße 5 Südstadtpark 16 Hofbegrünungen Schloßäckerstraße 24b 6 Anders Wohnen 17 Hofbegrünungen Wiesenstraße 5 7 Aufwertung Karl-Bröger-Straße 18 Spielplatz Untere Mentergasse 8 Südstadtforum 19 Spielplatz Untere Mentergasse Grafitti 9 Aufseßplatz 10 Quartiersbüro mit Schaufenstern

STADTERNEUERUNGSGEBIET (SG) GIBITZENHOF/STEINBüHL-WEST/RABUS *Hofbegrünungen: *Aktionsprogramm „Klein, aber fein“-Projekte: Hof zwischen Speyerer Straße und Herschellinggstraße platz Max-Planck-Straße Hof zwischen Speyerer Straße und Ludwigshafener Straße ludwigshafener Straße Hof zwischen ludwigshafener Straße und Dianaplatz neckarstraße Gibitzenhofstraße 155-161 *Platz- und Spielplatzgestaltungen: Dr.-Luppe-Platz 10-12 Helmut-Herold-Platz Spielplatz Frankenstraße soziale Einrichtungen: Platz Gugelstraße/Markgrafenstraße Jugendtreff Diana (Dianastraße 102-94) SIGENA-Treff (Speyerer Straße 2) Quartiersbüro Südstadt (Heynestraße 26)

STADTERNEUERUNGSGEBIET GOSTENHOF-OST/TAFELHOF in Aufstellung

STÄDTEBAULICHE PLANUNGEN UND PROJEKTE Neben den zahlreichen Projekten der Stadterneuerung gibt es noch weitere freiraumrelevante städtebauliche Planungen und bereits umgesetzte Projekte, wie z.B. an der (1) Von-der-Tann Straße (Westparkerweiterung), die Planungen zum (2) SÖR Betriebshof oder zum (3) Kohlenhofquartier, (4) Umgestaltung Plärrer und (5) Bahnhofsvorplatz sowie die Entwicklung des ehemaligen Akzo-Nobel-Areals (7) und an der Pillenreuther Straße (6). (Nummerierung siehe Karte S. 16)

2.3 HERAUSfORDERUNGEN

Städte müssen sich verändern und anpassen. Globale Tendenzen, wie Klimawandel, Digitalisierung, demografische und ökonomische Veränderungen, erfordern ein Umdenken in der Art und Weise, wie Stadt gedacht wird. Gleichzeitig passieren diese Veränderungen in bestehenden, über Jahrhunderte gewachsenen Räumen und Stadtstrukturen und stellen an Stadt- und Freiraumplanung viele Fragen. Wie kann im dichten Süden mit dem erhöhten Bedarf an Wohnungen umgegangen werden? Wie können in diesen verdichteten Strukturen trotzdem neue Freiräume geschaffen werden? Wie können bestehende Freiräume für die zukünftigen Aufgaben angepasst werden? Welche neuen Wege im Umgang mit dem Regenwasser können den Süden resilienter gegenüber Klimawandel und Extremwettersituationen machen? Können wir den Süden als Klimalabor denken und dahingehend transformieren? Die vorangegangenen Konzepte und Planungen für den Nürnberger Süden und die Gesamtstadt (siehe Seiten zuvor) setzten bereits erste Zielstellungen für den Umgang mit zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben. Im Rahmen des Freiraumkonzeptes wurden diese integriert, überdacht und erweitert. Ziel ist die Neuausrichtung und Weiterentwicklung der Freiraumstruktur des nürnberger Südens. Die hier genannten Herausforderungen und ersten Zielsetzungen legen den thematischen Rahmen für die räumliche und strategische Ausrichtung des Freiraumkonzeptes.

Kompakt - urban - Grün im Huckepack!

Der Süden ist bereits dicht bebaut und wurde in den letzten Jahren weiter verdichtet. Die Flächenkonkurrenz ist groß: Bauflächen, Straßen, Stellplätze – Grünflächen, Spiel- und Bewegungsräume, Freiräume der Freizeit und Entspannung. Die Antwort auf diese Flächenkonkurrenz bedeutet nicht ein entweder-oder, sondern beides. Das Ziel ist damit die „dreifache Innenentwicklung“. Graue Flächen sollen grüner werden, daher bedarf es einer schrittweisen grünen Nachbesserung im Bestand. Wenn Neues gebaut wird, dann sind das Stadtgrün, die Klimaanpassung und die biologische Vielfalt auf Augenhöhe im Huckepack mit zu entwickeln. Somit hat die Stadt eine besondere Verantwortung der Steuerung, dieses Gleichgewicht zu erreichen. Die Verdichtung der Stadt ist aufgrund der derzeitigen Baulandnachfrage ein Selbstläufer, die dreifache Innenentwicklung ist eine Herausforderung.

Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Städtische Wärmeinseln und Trockenheit, thermische Belastungen und überflutungen durch Starkregen erfordern eine umfassende Klimaanpassungsstrategie. Da gebaute Stadt träge ist, Wandlungs- und Anpassungsprozesse viel Zeit benötigen, bedarf es eines Handelns jetzt, um auf die Klimafolgen der nächsten Jahrzehnte vorbereitet zu sein. Strategien der Schwammstadt sind dabei wiederum kein Selbstläufer, sondern müssen in die vielfältigen Prozesse der Stadtentwicklung integriert werden. Handlungsfeld der Klimaanpassung ist die gesamte Oberfläche der Stadt. Das erfordert eine konstruktive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdisziplinen und zahlreiche Akteure in den Stadtquartieren.

ressourcen & Biodiversität

Reine Luft, sauberes Wasser, Ruhe, funktionsfähige Böden und intakte Umwelt sind Merkmale für Lebensqualität in der Stadt. Daher wird es vor allem in den sehr dicht gebauten Stadtquartieren erforderlich sein, hohe Standards zu setzen. Hierbei wird eine Symmetrie Mensch-Natur angestrebt. Wohlfühlen und Gesundheit von Mensch und Natur auf Augenhöhe wird zum gemeinsamen Ziel. Ein schonender Umgang mit den Ressourcen und die Förderung der biologischen Vielfalt werden damit zur Aufgabe der Stadt- und Freiraumplanung. Damit müssen insbesondere die städtischen Flächen als eine Ressource gedacht und als Flächenpotential aktiviert werden. Im Nürnberger Süden gibt es neben den Grünflä-

chen weitere Flächenpotentiale für ein Mehr an Natur und biologischer Vielfalt - die graue Infrastruktur, von Straßen, Stellplätzen bis zu den gebäudehüllen.

Soziodemografische Veränderungen & Kulturelle Vielfalt

Der Nürnberger Süden ist bunt, er hat eine Vielfalt der Kulturen und Generationen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen und differenzierten Lebensstilen. Das führt zu vielfältigen als auch verschiedenen Freiraumansprüchen in Stadtquartieren hoher baulicher und Bevölkerungsdichte. Gerade bei kleinen Wohnungen mit einer hohen Belegung sind der öffentliche Freiraum und ein einladendes Wohnumfeld ein wichtiges Ventil, um Defizite zu kompensieren. Daher müssen differenzierte Freiraumangebote entwickelt werden, damit das Wohnumfeld und öffentliche Freiräume zum Aufenthalts- und Wohlfühlort mit differenzierten Angeboten für die heterogene Stadtgesellschaft werden. Bei knappen Flächen und dem hohen Nutzungsdruck stellt dies eine anspruchsvolle Herausforderung dar.

Mobilitätswende – Invite to go – Invite to bike

Die Ziele der Klimaneutralität erfordern die Mobilitätswende. Das stellt die städtische Freiraumplanung vor große Herausforderungen. Mit der Stadt der kurzen Wege werden Mobilitätsnotwendigkeiten (motorisierter individualverkehr) gemindert. Das grün für Freizeit, Entspannung und Bewegung vor der Haustür oder im Stadtquartier oder das Grün, das zumindest auf angenehmen Wegen zu Fuß und mit dem Rad gut erreichbar ist, bedarf kluger Konzepte. Der Nürnberger Süden soll zum Gehen und Radfahren einladen (Invite to go, Invite to bike, 15-Minuten-Stadt). Daher bedarf es guter Wegenetze mit attraktiven grünen Begleiträumen für die Alltags- und Freizeitmobilität.

urbane Bewegungskultur & Gesundheit

Die gesunde Stadt wird immer wichtiger. Ein Schlüssel hierzu ist Sport und Bewegung. Wege zum Spazieren, zum Radfahren, aber auch Orte zum Klettern, Balancieren, Bewegen und Spielen sind ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Ob Bolzplatz im Grünen, ein Spielplatz, ein Calisthenics-Park oder eine Balancierstange neben der Bushaltestelle, die Angebote für Sport und Bewegung sollten im Stadtquartier vielfältig und niedrigschwellig für Jung und Alt nutzbar sein. Ein dicht bebautes Stadtquartier wie der Nürnberger Süden sollte daher Impulse für ein Mehr an Bewegung und Gesundheit bieten. So wird auch ein Beitrag zur Umweltgerechtigkeit geleistet.

Wirtschaftliche Transformationsprozesse

Die Digitalisierung, E-Commerce, Just in Time-Produktion, Globalisierung der Produktionsstandorte, Industrie 4.0 führen zu Transformationen der klassischen Flächennutzungen für Gewerbe, Industrie, Handel und Dienstleistungen. Es geht nicht mehr allein um den Arbeitsplatz, sondern um das Umfeld, Pausenangebote, Atmosphären sowie zusätzliche Angebote von der gastronomie, Sport und vor allem um die Adressbildung und Identität eines Standorts. Faire Trade und nachhaltige Produkte sind nicht nur Ziele der Produktion, sondern die Standorte der Produktion sollen selbst imagewirksam die Nachhaltigkeit zeigen. Damit ergeben sich Chancen, diese Räume im Sinne der Freiraumentwicklung, der Klimaanpassung und der biologischen Vielfalt aufzuwerten. Das wird eine Strategie im Huckepack sein, die eine Allianz zwischen der Wirtschaft und den Unternehmen aufbaut. Die Herausforderung wird sein, hier durch das Freiraumkonzept für den Nürnberger Süden die impulse zu setzen.

Prozesse und Gemeinschaft

Ziel sollte es sein, die vielfältigen Stimmen der Stadtgesellschaft zu hören und in Planungsprozesse zu integrieren. Dafür werden Räume zur Aneignung und zum Mitgestalten benötigt. Dies bedeutet, dass Planungsprozesse offener und dynamischer gestaltet werden müssen und starre Flächennutzungen flexibel weiterentwickelt und gedacht werden (z.B. das urban gardening oder das Weltackerprojekt im Westpark). Stadt ist nicht fertig, sondern ein stetiger Prozess der Aushandlung, des Dialoges und eines Miteinanders. Der öffentliche Raum bietet Potential für Gemeinschaft und Veränderungen zugleich. Durch das gemeinsame Machen wird nicht zuletzt auch die Identifikation mit dem Stadtquartier gesteigert.

HERAUSfORDERUNGEN UND ZiELSEtZUNGEN fÜR DiE fREiRAUmENtWiCKLUNG

im NÜRNBERGER SÜDEN

KOmPAKt - URBAN - GRÜN

SOZiO-DEmOGRAfiSCHE VERäNDERUNGEN / Kulturelle VIelfAlt • Schaffung eines ausdifferenzier- ten Freiraumangebotes • nutzungsmanagement für eine verträgliche Freiraumnutzung • Kulturen und verschiedene Her- künfte der BewohnerInnen als Chance sehen • nischennutzung für bestimm- te gruppen ermöglichen, z.B. Jugendliche, Senioren

rung / -erweiterung

im Huckepack angehen

mOBiLitätSVERHALtEN, GESUNDHEit & BEWEGUNGSKULtUR • inklusive Stadt und Freiräume – Planning for All • Für eine gesunde Stadt: Bewegungsrouten, Sportflächen, informelle Sport- und Spielräume • Straßenraum als Freiraum denken! • neue Schnittstellen für intermodalen Verkehr • gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer: gemeinsame Begegnungsräume • Mehr Vorrang für Fuß- und Radverkehr: Fahrrad- straßen, Fußgängerzonen ...

Den Süden als möglichkeitsraum denken !negelneffo elatinetoP

ANPASSUNG AN DiE fOLGEN DES KLimAWANDELS

nachverdichtung ermöglichen - Huckepack!

passung auf allen Ebenen

staltung nach dem Prinzip der „Schwammstadt“

PROZESSE, GEmEiNSCHAft UND Den Süden resilient machen! IdeNtItät

me eröffnen für Mitsprache und Aneignungen

nungsprozesse WiRtSCHAftLiCHE

tRANSfORmAtiONSPROZESSE Miteinander ermöglichen

Transformationsräume nutzen! das eigene Quartier

für eine Freiraumnutzung (Multico- lichen dierung, temporäre nutzungen, ...)

öffentlichen Raum

orte als Freiräume aktivieren und produktive Freiräume schaffen Den Süden als möglichkeitsraum denken RESSOURCEN & BiODiVERSität

schaffen

schonende Stadträume entwickeln

Aided Design fördern

3. gEBiEtSAnAlySE

3.1 VERBiNDUNGEN UND VERKNÜPfUNGEN

3.2 ÖffENtLiCHE GRÜN- UND fREiRäUmE

3.3 VERSORGUNG UND ERREiCHBARKEit DER ÖffENtLiCHEN GRÜNuNd pArKANlAGeN

3.4 StäDtEBAULiCHE StRUKtUR UND POtENtiALE DER fREiRAUmENt- WiCKLUNG (fREiRäUmE +++)

durch den wilden Süden.

/ im Hof sitzen. GaragenOase. Sandkasten. Anbau. Balkone. mauern. treppen. Baukasten an Werkzeugen und Elementen. Collage. Bunte Räume. Kreatives Chaos?

// unter der Brücke laufen, sitzen, warten. entlang der müllverbrennungsanlage promenieren. infrastrukturen erleben. Hier wird Nürnberg ernährt und versorgt! und weiter. auf der Autobahn stehen. weiter Blick. Rauschen. Schnell. Langsam. Der Süden der unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

/// Nischen entdecken. Erleben. Raue Orte. Schätze entdecken. bergen. Das quirlige Leben im Süden. den bunten Süden erleben. Straßenschluchten. Plätze. Höfe. Darf ich da rein? Was ist da? Sehen lernen.

//// Bis wohin reicht der Süden? Es gibt nicht einen Süden. Es gibt viele. Hunderte Süden. mein Süden?

/// Szenarien denken. möglichkeiten aufzeigen. Was kann? Was ist möglich?

Der Süden als möglichkeitsRAUm!

Für die Gebietsanalyse und das kohärente Verständnis des Nürnberger Südens ist ein maßstabsübergreifendes Arbeiten von wesentlicher Bedeutung. Es wurde zwischen gesamtstädtischer Betrachtung, Planungsraum und Vertiefungsebene gewechselt und über unterschiedliche Medien eine Vielzahl an Inhalten untersucht. Dafür wurde mit Plänen und Zeichnungen, GIS-Analysen, aber auch mit Fotografien, Statistiken und vorliegenden Studien und Kartierungen gearbeitet. Der Planungsraum wird im Folgenden vertieft untersucht. Neben Studien zu freiräumlichen Verflechtungen und Verbindungen werden im Folgenden die unterschiedlichen öffentlichen Freiräume untersucht und um alternative Freiraumpotentiale erweitert. Im anschließenden Kapitel werden die Herausforderungen und Potentiale in Teilräumen als Schlussfolgerung zusammengefasst. Die Konklusion bildet die Grundlage für die Maßnahmenentwicklung.

Abbildung 20

Abbildung 22

VP Dutzendteich

Hummelsteiner Park

Annapark Hummelsteiner Park

Kopernikusplatz

Budapester Platz

Aufseßplatz

Abbildung 21

Abbildung 19

MVA

Alte Allee Westpark

Pferdemarkt

Abb. 13 Achse Aufseßplatz Richtung Hummelsteiner Park (o.l.) / Blick Hummelsteiner Park Richtung Volkspark Dutzendteich (o.r.) / Pferdemarkt und Gewerbegebiet Sandreuth mit Bahnkörper (u.l.) / Westpark und Anknüpfung zur Kulturlandschaft (u.r.) - [Gerhard Illig]

3.1 VERBiNDUNGEN UND VERKNÜPfUNGEN

Übergeordnete Grünverbindungen

Der Nürnberger Süden ist verortet zwischen dem Westpark, dem Stadtgraben und dem Volkspark Dutzendteich in der erweiterten Innenstadt. Da sich innerhalb des Planungsraumes mit Ausnahme eines Teilstücks des Westparks keine größeren öffentlichen Parkanlagen oder Naherholungsgebiete befinden, ist die Erreichbarkeit der übergeordneten grünräume von besonderer Bedeutung. Allerdings ist diese Erreichbarkeit zum teil umständlich für Fußgängerinnen und mit langen Wegen verbunden. Die Verknüpfung zu den großen Naherholungsgebieten soll zukünftig über die im Rahmen des Masterplans Freiraum konzipierten „Grünen Wege“ erfolgen. Sie verbinden den Nürnberger Süden mit den Urbanen Parklandschaften (UP). Dies sind die UP Grünes Westband, Westpark-Tiefes Feld im Westen, die UP Schweinauer Buck-Faberwald im Süden und die UP Dutzendteich im Südosten. Zusätzlich sollen mithilfe der Grünen Wege und Freiraumverbindungen der Alte Kanal im Süden mit dem Stadtgraben und dem Pegnitztal verknüpft werden. Die übergeordneten Freiraumverbindungen und Grünen Wege sind eine Kombination aus wichtigen Fußwegen, Radwegen, verkehrsberuhigten Bereichen sowie Platz- und Grünflächen. Sie sollen dem Fuß- und Radverkehr den Vorrang gewähren, um sich sicher entlang und zwischen Grünflächen – auch über größere Entfernun-

Abbildung 23

Pegnitztal-Ost

Pegnitztal West

Wöhrder See

Wöhrder Wiese Stadtgraben

Urbane Parklandschaft 2 grünes Westband, Westpark - tiefes Feld

Urbane Parklandschaft Dutzendteich

Urbane Parklandschaft Schweinauer Buck - Faberwald

Alter Kanal

Abb. 14 übergeordnete Grünräume und „Grüne Wege“ (1 bis 3, blaue Linie) und übergeordnete Freiraumverbindungen (gepunktete blaue linie)

gen hinwegzubewegen. In den dichten Stadtquartieren werden so auch diverse freiräumliche Verknüpfungen zwischen bestehenden und neuen Park- und Platzanlagen, Fahrradstraßen und requalifizierten und multicodierten Straßenräumen hergestellt. Mit der Konzeptstudie „Grüner Weg zum Faberwald“ inkl. Maßnahmenvorschlägen wurde 2021 der erste durchgängige grüne Weg konzipiert und zur umsetzung vorbereitet. Der nürnberger Süden ist ein dichter und freiräumlich kleinteilig strukturierter Stadtraum mit einem großen Gründefizit. Der Planungsraum wird durch eine Vielzahl an verkehrlichen Barrieren und Hindernissen, wie Infrastrukturtrassen und Straßenräumen fragmentiert. Die Umsetzung der übergeordneten Freiraumverbindungen und gleichzeitig auch die der Urbanen Parklandschaften ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Freiraumentwicklung im nürnberger Süden.

*INFO: urbane Parklandschaft aus dem Masterplan Freiraum

Mit dem Begriff der Urbanen Parklandschaft wird ein neuer Typus an Freiraum umschrieben. Die Urbanen Parklandschaften setzen sich aus unterschiedlichen Freiraumtypologien zusammen, die aber in einen nutzungsstrukturellen und gestalterischen Gesamtkontext eingebunden werden. Die einzelnen Flächen werden durch ein robustes Wegesystem zusammengehalten und mit den angrenzenden Stadträumen verknüpft. Freiraumbezogene Nutzungen wie Sport, Kleingartenanlagen, Friedhöfe, landwirtschaftliche Flächen, Naturerfahrungsräume und naturnahe Wildnisbereiche stehen im Wechsel mit den urbanen Elementen eines Parks.

Abbildung 24

Abb. 15 Lärmbelastung Hauptverkehrsstraßen, LDEN von über 75 db(A) (blau) bis über 55 db(A) (hellorange)

Verkehrliche Erschließung und Lärmbelastung

Der Nürnberger Süden ist durchzogen und umrandet von großen Verkehrstrassen. Das gut ausgebaute Straßennetz für den motorisierten Verkehr und die gute ÖPNV-Anbindung machen den Nürnberger Süden zu einem gut erschlossenen Stadtraum. gleichwohl erzeugt das engmaschige Straßennetz in diesem hoch verdichteten Raum eine enorme Lärmbelastung sowie Luftverschmutzung. Mit der Fortschreibung des Lärmaktionsplans (2019) reagiert die Stadt auf diese Herausforderungen. In ausgewiesenen Bereichen sollen bei der nächsten anstehenden Sanierung lärmreduzierte Fahrbahnbeläge eingebaut, wie z.B. in der Allersberger Straße und Dianastraße/ulmenstraße, oder die zulässige geschwindigkeit reduziert werden, wie z.B. im Straßenzug Gudrunstraße / Schuckertstraße und der Markgrafenstraße. Zusätzlich weist die Stadt sogenannte „Ruhige Gebiete“ aus, die vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden sollen. Im Nürnberger Süden ist dies der Hummelsteiner Park.

Barrieren für den nichtmotorisierten Verkehr

Die Bahntrassen und Hauptverkehrswege erzeugen gleichzeitig diverse Barrieren für den nichtmotorisierten Verkehr und zwischen den Quartieren. Eine Verbindung erfolgt hier durch einige Straßentunnel und zwei reine Fußgänger- bzw. Fahrradtunnel. Die großflächigen Gewerbegebiete bilden ebenfalls fast unüberwindbare Barrieren zwischen den Quartieren. Hier gilt es Verbindungen zu stärken und attraktiv zu gestalten, sowie nach

Abbildung 25

Altstadt

gostenhof tafelhof

Sündersbühl

galgenhof

St. leonhard Steinbühl

gugelstraße

gibitzenhof Hummelstein Schweinau

Brücken geplante freiraumverbindungen Radvorrangrouten Unterführungen / nur fußgängerinnen Grüne Wege bewohnte Gebiete Gewerbegebiete Abb. 16 Bestehende und geplante Verbindungen

Möglichkeit neue Verbindungen in die bestehenden Wohngebiete zu schaffen. Eine besondere verkehrliche trasse und Barriere bildet der Frankenschnellweg. Bisher erlaubt nur eine Brücke die Verbindung der östlichen Quartiere des Planungsraumes mit dem westlichen Quartier. Als zukünftig größtes Infrastrukturprojekt der Stadt Nürnberg soll der Frankenschnellweg ausgebaut werden und gleichzeitig mehr Grün geschaffen werden. Im Nürnberger Süden soll nach Zielstellung der Stadt im Abschnitt Mitte von der Rothenburger Straße bis zur Otto-Brenner-Brücke ein 1,8 Kilometer langer Tunnel dafür sorgen, dass eine kreuzungsfreie Durchfahrt unter drei Straßen möglich ist: der Rothenburger Straße, der Schwabacher Straße und der Landgrabenstraße / An den Rampen. Auf der südlichen Tunneldecke soll ein neuer Stadtteilpark entstehen, der für Steinbühl einen wichtigen grünen Rückzugsort schaffen könnte. Hierfür könnten vielfältige Konzepte für eine urbane Stadtpark-Landschaft entwickelt werden, von einem aktiven Sportpark über urbane Lebensmittelproduktion hin zu einem multikulturellen Nachbarschaftspark. Zielstellung sollte es sein, im Hukkepack mit den bereits laufenden infrastrukturellen Planungen die verschiedenen Freiraumbelange anzugehen und erste Projektideen weiter zu vertiefen. Im vorliegenden Freiraumkonzept werden die existierenden Planungen jedoch nicht weiter vertieft und die aktuell planfestgestellten Planungen nachrichtlich übernommen.

radverkehr

Seit 2018 wird fortlaufend ein Fahrradstraßenkonzept für die Stadt erarbeitet und umgesetzt. Seit 2019 werden in nürnberg die ersten Straßenzüge als Fahrradstraßen ausgewiesen.

Abbildung 34

Abbildung 33

Abbildung 32

fRAUENtORGRABEN BAHNtRASSE UND UNtERfÜHRUNGEN StAdtGrAbeN SANDStR. RiCHtUNG SÜDStADt

AM plärrer

Abbildung 31

Stadtgraben und Ring

„HiGHWAy“ VON DER tANN StR. UND WEStPARK

Abbildung 29

Bahntrasse

VON DER tANN StR.

Abbildung 30

Platzsequenzen INfrAStruKtureN GUStAV ADOLf StR. Gewerbe trifft Wohnen des Randes

Abbildung 28

NOPtiSCHStR.: KONtRAStE

Abbildung 27

Typologie Kontraste -Block trifft auf Punkt Unterführungen -Verknüpfer zwischen Gebieten

Abbildung 26

Abbildung 35

SCHNittStELLEN SANDREUtH

„BiG BOxES“ SANDREUtH [Zeichnungstitel] iSO1 LMiEaßsRtabt: 1E:50S00 KLEiNGEWERBE fRAN- NOPitSCHStR. KENStR./VOGELWEiHER StR.

Abbildung 36

ränder des Südens

BAHNtRASSE UND UNtERfÜHRUNGEN SANDStR. RiCHtUNG SÜDStADt Im Nürnberger Süden sind verschiedene Randstrukturen zu finden. Die Ringstraße bildet einen äußeren Rand um die Quartiere, an dem verschiedene Typologien zusammentreffen. Hier reihen sich unterschiedliche Bebauungstrukturen und nutzungen aneinander, prallen gegeneinan- NEUBAUtEN & BEStAND der oder verschmelzen. Man kann diese Abfolge ALLERSBERGER StR. von kleineren, oft wenig einladenden platzartigen Situationen und U-Bahnhaltestellen als die Ein- und Ausgangspunkte, als Schnittstellen des nürnberger Südens verstehen und dahingehend aufwerten.

Abbildung 37

Abbildung 38

innEn unD AuSSEn PLAtZ AN DER GUStAV- ADOLf-GEDäCHtNiSKiRCHE Die inneren Ränder des Südens werden durch die grenzen der Bahntrasse, den Frankenschnellweg und den zahlreichen gewerbegebieten erzeugt. Sie bilden starke Barrieren aus, die bis auf ein paar unterführungen kaum zu überwinden sind. Es gilt diese „Nicht-Orte“ zu aktivieren und als wichtige Verbindungen zu stärken und aufzuwerten. fRANKENStR./ HiROSHimAPLAtZ Platzsequenzen üBER DEN RAND HINWEG DENKEN des Randes Der nürnberger Süden ist herausgefordert, seine Randsituationen neu zu denken: Bestehende Verbindungen und Unterführungen können inszeniert und qualifiziert werden, die „Ringplätze“ können stärker als Eingang und Verknüpfung in die angrenzenden Quartiere aufgewertet werfRANKENStR. / ALLERSBERGER StR. den. Wertvolle Flächen entlang der Bahntrassen und Gewerbegebiete bieten das Potential für Typologie Kontraste ökologische Aufwertung und klimasensitive Anpassungsmaßnahmen. -Block trifft auf Punkt

Abbildung 39

Abbildung 40

Abbildung 41

Abbildung 42

KREUZUNG PiLLENREUtHER/fRANKEN- StR. RiCHtUNG fRANKEN-CAmPUS

tyPOLOGiSCHE KONtRAStE fRANKENStR. / VOLtAStR. [Zeichnungstitel] 1 Maßstab: 1:5000 Abb. 17 Collage der verschiedenen Randsituationen

Abbildung 43

öffentliche Grün- und Parkanlagen Stadtplätze Friedhof öffentliche Spielplätze Kleingartenanlagen Sportanlagen

Abb. 18 Freiraumtypologien des Nürnberger Südens

3.2 ÖffENtLiCHE GRÜN- UND fREiRäUmE Die öffentliche Freiraumkulisse des Nürnberger Südens geht einher mit den unterschiedlichen Bebauungsstrukturen der Stadt. Steinbühl, gibitzenhof und galgenhof beispielsweise werden durch teils sehr dichte und versiegelte Stadträume und eine kleinteilige Freiraumstruktur geprägt. Hier befinden sich überwiegend kleinere grünanlagen (unter 1 Hektar), Stadtplätze und Spielplätze, die kaum miteinander vernetzt sind, sowie kleinere Sport- und Kleingartenanlagen. im Westen, vor allem in Sündersbühl und St. leonhard, dominieren Zeilenbebauungen und Einfamilienhausstrukturen. Hier liegen im Vergleich etwas größere Grün- und Parkanlagen, wie der Pferdemarkt oder der östliche Teil des Westparks. Die Kleingarten- und Sportanlagen orientieren sich entlang der Gewerbegebiete. Diese sind durch eine starke Versiegelung und ein Fehlen an öffentlichen Freiräumen und Straßengrün geprägt. Neben den Grün- und Parkanlagen haben die Friedhöfe als Orte zum Aufatmen, der Ruhe und Erholung einen besonderen Stellenwert, insbesondere für die dichten Stadtgebiete. Der Friedhof St. leonhard ist hierbei im direkten Planungsraum der Einzige, angrenzend befindet sich der Rochus-Friedhof. Im Nürnberger Süden sind - alle bis auf den Westpark - ausschließlich kleinere Grünflächen unter 2 Hektar Größe, wovon Teilbereiche durch integrierte Spielplätze zudem nur für Kinder und ggf. Jugendliche nutzbar sind. Neben den Park- und Grünanlagen gibt es noch vier Stadtplätze, die durch ihre Größe und Lage wichtige nachbarschaftsbezogene Aufenthaltsorte im jeweiligen Quartier sind, aber anders als die kleinen Grünanlagen, stark versiegelt sind. Der Vergleich zur Gesamtstadt (siehe Grafik rechts) zeigt eindrücklich, wie weit die Grün- und Freiraumausstattung des Nürnberger Südens unter dem städtischen Durchschnitt liegt. Die Flächenkulisse der Grün- und Freiräume umfasst insgesamt nur 6 % des Planungsraums. Durchschnittlich stehen gesamtstädtisch jeder NürnbergerIn rund 32 m² Grün- und Freiraum zur Verfügung. Im Nürnberger Süden sind es rund 5 m². Dies erzeugt in dieser stark verdichteten Stadtstruktur einen enormen nutzungsdruck auf die bestehenden Freiräume. Auf den nachfolgenden Seiten wird dies in der Erreichbarkeits- und Versorgungsanalyse für die Grün- und Parkanlagen deutlich und schrittweise aufgezeigt.

Vergleich Gesamtstadt Nürnberg (Quelle: Gesamtstädtisches Freiraumkonzept Nürnberg)

16 PArK- uND GrÜNANLAGEN

2,0 m² pro EinwohnerIn 13 m² pro EinwohnerIn

18 Hektar

2,3 % des Planungsraums

8 STADTPLäTZE

0,32 m² pro EinwohnerIn

3 Hektar

0,38 % des Planungsraums

28 SPIELPLäTZE

0,65 m² pro EinwohnerIn 1,5 m² pro EinwohnerIn

6 Hektar

0,8 % des Planungsraums

3 SPOrTANLAGEN

8 m² pro EinwohnerIn

0,8 m² pro EinwohnerIn

7,2 Hektar

0,9 % des Planungsraums

KLEINGArTEN

7 m² pro EinwohnerIn

1,3 m² pro EinwohnerIn

11,7 Hektar

1,5 % des Planungsraums

1 FrIEDHOF

3 m² pro EinwohnerIn

1,9 Hektar 0,2 m² pro EinwohnerIn

0,25 % des Planungsraums

782 Hektar

100 % des Planungsraums

Abbildung 45

Abbildung 44

Abb. 19 Annapark [Gerhard Illig] Abb. 20 Marie-Juchacz-Park [Gerwin Gruber]

Annapark Marie-Juchacz-Park

Der kleine Quartierspark mit langer Geschichte Quartierspark mit neuem Antlitz

lage: galgenhof lage: St. leonhard Größe: 16.300 m² (Quartierspark) Größe: ca. 20.850 m² (Quartierspark) Entstehung: 1961 Entstehung: 1960er Jahre/ Neugestaltung: 2020

Die öffentliche Grünanlage am Ritter-von-Schuh Platz Der Marie-Juchacz-Park ist eine innerstädtische Grüngeht auf einen ehemaligen Privatgarten zurück. Im flache im Südwesten. Die Neugestaltung 2020 erfolg- Jahr 1896 errichtete hier der Brauereibesitzer und te in intensiver Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Kommerzienrat Zacharias Reif eine repräsentative Der Quartierspark ist ein viel genutzter Freiraum im Villa im Stil des Historismus, umgegeben von Neben- dicht bebauten gebiet der angrenzenden Stadtviertel gebäuden sowie einem ausladenden garten. Die Fa- St. leonhard, Sundersbühl und Schweinau. Die Anlamilie lebte bis in die 1920er Jahre in dem Anwesen. ge wurde mit der umgebenden Wohnungsbebauung Fortan nutzte die Ordensgemeinschaft der Nieder- in den 60er Jahren geplant und gebaut. bronner Schwestern die Räume als Kinderpflege- und Die Neugestaltung behob die Defizite der übernutz- Hauswirtschaftsschule mit angeschlossenem Internat ten Parkfläche und übersetzt den Park in einen mulunter dem Namen St. Anna-Haus – daher der heutifunktionalen Bewegungspark. Dem weitgehend tige Name Annapark. Nach der Zerstörung der Villa intakten Baumbestand wurden neue Vegetationsim Zweiten Weltkrieg wurde Mitte der 1950er Jahre ebenen hinzugefügt, die den Park als Innenraum erunter Erhaltung von teilen des alten Baumbestandes lebbar machen. Abstandsgrün und gebüsche wurden eine wohnungsnahe Erholungsanlage geschaffen. Der ausgelichtet, so dass die wahrnehmbaren grenzen ca. 1,6 Hektar große Annapark wurde im Zuge einer des Parkes sich jetzt weiten. Ein Ringweg umrahmt Stadtaufwertung in den 60er Jahren angelegt. Damals eine Rasenfläche als inszenierte freie Mitte, der von entstanden mehrere kleinere grünanlagen im Stadteinem Blütenband begleitet wird und an den sich gebiet. Er ist geprägt von baumbestandenen Rasenkleine Platzflächen mit generationsübergreifenden flächen und größeren Lichtungen, welche multifunk- Spiel- und Bewegungsgeräten anlagern. tional genutzt werden können. Zudem gibt es verschiedene Spiel- und Sportbereiche und einen großen Spielplatz. Begrenzt wird er durch die stark befahrene Pillenreutherstraße im Westen und die Gudrunstraße im Süden. Für das Quartier hat der Annapark eine besondere Rolle, nicht zuletzt durch die Abhaltung des interkulturellen Stadtteilfestes im Sommer.

Abbildung 46

Abbildung 47

Abb. 21 Hummelsteiner Park [Gerhard Illig] Abb. 22 Westpark [Gerhard Illig]

Hummelsteiner Park Westpark

Das Park-Juwel des Südens Der weite Landschaftliche

lage: Steinbühl lage: Sündersbühl Größe: ca. 21.300 m² (Quartierspark) Größe: ca. 109.900 m² (Stadtteilpark) Entstehung: 19.Jahrhundert Entstehung: 1970-81

Der Hummelsteiner Park mit dem zugehörigen Her- Der Westpark ist der größte Park und der einzige rensitz gilt, auch nicht zuletzt durch seine isolierte Stadtteilpark des Nürnberger Südens. Er gilt als „Park lage, als grüne insel in der dichten nürnberger Süd- der westlichen Stadt“ und liegt in Sündersbühl, eingestadt. Seine geschichte reicht bis in das ausgehende rahmt von der Reichow-Siedlung (Parkwohnanlage), Mittelalter zurück, jedoch sind nur noch einige Spu- Einfamilienhäusern, Kleingärten und Sportanlagen. ren davon erkennbar. Die Raumgliederung des Parks 1970 wurde mit einer vierten großen Parkanlage, zeigt noch Züge aus der Schulgartenzeit. teilbereianalog zum Marienbergpark und Volkspark Dutzendche des gartens sind nebeneinander angeordnet. teich, sowie dem Wöhrder See, im Westen der Stadt Im Osten befindet sich ein regelmäßig gestalteter, begonnen. Zu dieser Zeit waren die Kleingartenanlage sonniger gartenteil mit Buchs- und Berberitzen- Gaismannshof und die Sportanlage Bertha-von-Sutthecken und Eibenformen. Als eigenständiger Raum ner-Straße bereits vorhanden. Der Westpark wurde in setzt dieser sich von der naturnahen gestaltung die vorgezeichnete Form als grüner Keil angelegt. Er der restlichen Räume, wie dem Nordteil mit seinen war teil größerer städtebaulicher Entwicklungen zwihochwüchsigen Bäumen, ab. Der Park in seiner heuschen 1960 und 1970. Funktional folgt er dem Konzept tigen Gestalt birgt auf seine kleine Fläche bezogen der Stadtlandschaft: Wohnbebauung, Verkehr und Erein außergewöhnlich reichhaltiges und diverses holung sind getrennt voneinander; der Park liegt als pflanzliches Arteninventar. Das zeigt auch ein sehr Bindeglied dazwischen und fungiert als Verknüpfer in wertvoller und alter Eichen-Baumbestand. die Kulturlandschaft in Richtung Tiefes Feld. Angren- Die heutige Bedeutung des Parks liegt in seiner Er- zend an den Westpark entstand in dieser Zeit auch holungsfunktion für die BewohnerInnen. Aktuelle die „Reichow-Siedlung“ nach dem Konzept der organithemen sind vor allem die Steuerung der nutzung, schen Stadtbaukunst mit parkähnlichen Grünflächen, der Umgang mit dem landschaftlichen Erbe und der die sich zum Westpark öffnen. Schutz der ökologischen Schätze. Der Bund naturim Westpark gibt es diverse Spiel- und Sportmöglichschutz und die Naturhistorische Gesellschaft verfolkeiten, einen ausgewiesenen laufparcours sowie eine gen das Ziel, den Park in einen „Artengarten“ zu vergroße Wiesenfläche mit Baumgruppen. wandeln. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren etwa 110 Gehölze im Park beschildert.

Abbildung 48

1 7 15

5 10 8 19 20

11 4

13 16

Abb. 23 Einteilung bestehender Grün- und Parkanlagen und grüner Stadtplätze nach Größe

3.3 VERSORGUNG UND ERREiCHBARKEit DER ÖffENtLiCHEN GRÜN- UND PARKANlAGeN Im Nürnberger Süden (Abgrenzung Planungsbereich) leben 92.650 EinwohnerInnen (Stand 01.2021) auf einer Fläche von 782 Hektar. Rund 18 Hektar öffentliche Grün- und Parkanlagen und 2 Hektar begrünte Stadtplätze bilden, neben den zweckgebundenen und privaten Freiflächen, die Freiraumstruktur im Nürnberger Süden. Rechnerisch stehen pro EinwohnerIn im Planungsbereich durchschnittlich 2 m² öffentliche Grün- und Parkanlage zur Verfügung. Der Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt von 13 m² pro EinwohnerIn macht deutlich, wie eklatant das Defizit an öffentlichen Grün- und Parkanlagen ist. in den nachfolgenden untersuchungen wurde in der Freiflächenanalyse zunächst die Frage geklärt: Welche Wohnquartiere liegen in erreichbaren Entfernungen zu den öffentlichen Grün- und Parkanlagen und wieviel Fläche steht dabei pro BewohnerIn rechnerisch zur Verfügung? Die benötigten Daten wurden durch das Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth ermittelt und bereitgestellt (Stand 21.01.2021). Betrachtet wurden die öffentlich zugänglichen Grün- und Parkanlagen inkl. ihrer öffentlichen Spielplätze. Bedingt zugängliche öffentliche Freiräume oder Freiräume mit Nutzungsbeschränkung wurden nicht einbezogen (das sind: Flächen des Verkehrsbegleitgrüns, Abstandsgrün an öffentlichen Einrichtungen, reine Spielplätze, Stadtplätze, Sportplätze, Friedhöfe und Kleingartenanlagen). Grundsätzlich können Parkanlagen hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit, also ihrer Zuordnung zum Ausgangspunkt der NutzerInnen systematisiert werden. Für diese Kategorisierung wurden die Orientierungswerte nach Nohl (1995) zugrunde gelegt:

Einteilung bestehender Grün- und Parkanlagen und Grüner Stadtplätze nach Größe

(ab 0,2 ha)

Parkanlage ab 10 Hektar: Stadtteilpark 1 Volkspark Westpark - Gesamt: 13,9 ha (Teil Planungsbereich): 4,3 ha

Grün- und Parkanlage ab 1 bis 10 Hektar: Quartierspark 2 Hummelsteiner Park: 2, 1 ha 3 Leonhardspark: 1, 7 ha 4 Annapark: 1,6 ha 5 Grünanlage Pferdemarkt: 1, 4 ha 6 Lochnerpark (Grünanlage Hintere Marktstraße): 1,3 ha 7 Südstadtpark: 1,2 ha 8 Marie-Juchacz-Park: 1,0 ha

Grünanlagen 0,1 bis 1 Hektar: Nachbarschaftspark 9 Grünanlage Budapester Platz: 0, 6 ha 10 Grünanlage Melanchthonplatz Nord: 0, 5 ha 11 Marie-Juchacz-Park, südlicher Teil (Grünanlage Leopoldstraße): 0, 5 ha 12 Grünanlage Maffeiplatz: 0, 4 ha 13 Grünanlage Schuckertplatz: 0, 4 ha 14 Grünanlage Sperberstraße: 0, 3 ha 15 Grünanlage Nelson-Mandela-Platz: 0, 2 ha 16 Grünanlage Calvinstrasse: 0,2 ha

Stadtplätze 17 Aufseßplatz: 0, 8 ha 18 Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche: 0, 4 ha 19 Leonhardsplatz: 0, 3 ha 20 Kopernikusplatz: 0, 3 ha

2 m² 2 m²

Größe eines Saunahandtuchs

RECHNERISCHER ANTEIL GRüN- UND PARKANLAGE PRO EINWOHNERIN IM PLANUNGSRAUM

Abbildung 49

Darstellung der gesamten Flächengröße Bezirke ohne öffentliche Grün- Unterversorgung 4 - 6 m² / des Defizits an öffentlichen Grün- und flächen Einwohnerin Parkanlagen in Hektar Sehr deutliche unterversorgung 1 - 3 m² / EinwohnerIn

Abb. 24 Quantitative Freiraumversorgungsanalyse auf Bezirksebene

schaftspark)

tierpark)

park) Der nürnberger Süden hat:

Kategorien Größe in Hektar Einzugsbereich in m Luftlinie Flächenbedarf pro EinwohnerIn
Nachbarschaftspark (wohnungsnah) 0,1 - 1 ha 250 m 4 m²
Quartierpark (wohngebietsbezogen) 1-10 ha 500 m 6 m²
Stadtteilpark (stadtteilbezogen) 10-40 ha 1.000 m 7 m²

Die Systematisierung der Parkanlagen nach ihrer Größe gibt zunächst eine grobe Körnigkeit und die Verteilung im Planungsraum wieder. So fällt z.B. auf, dass der kleine Nachbarschaftspark (sowie die Stadtplätze) in den dichten östlichen Bezirken verortet sind, während die Quartiers- und Stadtteilparks eher im lockerer bebauten westlichen Teil des Planungsraums liegen. Die bestehenden Anlagen für alle Kategorien liegen jeweils im unteren Drittel der angegebenen Größenspanne. Die durchschnittliche Größe eines Nachbarschaftsparks liegt hierbei bei 0,3 Hektar und die eines Quartierparks bei 1,5 Hektar. Größere Parkanlagen mit stadtteil- bzw. stadtweiter Bedeutung liegen, bis auf eine Teilfläche des Westparks, außerhalb des Planungsraums. Die Größe einer Grünanlage und die damit häufig verbundene Vielfältigkeit der Nutzungsmöglichkeiten werden bedeutender mit der Aufenthaltsdauer der Erholungssuchenden. Während kleine Parkanlagen oder auch Plätze für eine Kurzzeit- und Feierabenderholung ausreichen, werden an Wochenenden eher größere Parkanlagen aufgesucht. Dabei spielen die Zeit und der Aufwand, mit der die Grünanlage erreicht wird, ebenso eine Rolle. Daher wurde neben der rechnerischen Versorgung der einzelnen statistischen Bezirke mit öffentlichen Grünund Parkanlagen auch die Erreichbarkeit von wohnungsnahen/wohngebietsbezogenen bzw. stadtteilbezogenen öffentlichen Grün- und Parkanlagen ermittelt. Für eine bessere Beurteilung der Versorgungssituation und der Ableitung von Maßnahmen wurde zusätzlich die Verfügbarkeit von privaten und gemeinschaftlichen Freiflächen anhand der Baustruktur mit betrachtet.

Versorgungsanalyse

Für die Versorgungsanalyse werden die Orientierungswerte entsprechend des Baulandbeschlusses des Stadtrates in Nürnberg (24.05.2017) angesetzt.

Die rechnerische Ermittlung der Versorgungsanalyse bezieht sich auf die Einwohnerzahlen mit Stand vom 31.12.2020 auf Ebene der statistischen Bezirke (Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth). Das Gründefizit wurde gemessen an dem Orientierungswert von 16,6 m²/EW (Gesamtbedarf bei 20 m²/EW abzügl. 3,4 m²/EW Spielflächen) ermittelt. Das Defizit ist die Differenz zwischen dem rechnerischen Gesamtbedarf und dem Grünflächenbestand im statistischen Bezirk in Hektar. Die berechnete Versorgung mit öffentlichen Grün- und Parkanlagen ergibt ein Bild mit überwiegend sehr deutlich unterversorgten Bezirken und 3 Bezirken ohne öffentliche Grün- oder Parkanlagen. Die flächenhafte Darstellung (pinke Kreise) des jeweiligen Defizits pro Bezirk stellt eindrücklich dar, wie viel Grünfläche rechnerisch fehlt und macht zugleich deutlich, dass ein kompletter Ausgleich über die Fläche nicht möglich ist. Hier müssen neben der Anlage von neuen Grünräumen auch andere Strategien gefunden werden (siehe Konzept & Strategien). Die Grafik links zeigt eine sehr deutliche Unterversorgung mit öfftentlichen Grünflächen für die Bezirke: Hummelstein, galgenhof, Steinbühl, Schweinau/Sandreuth, St. leonhard und gostenhof. in Steinbühl und gostenhof liegt die Versorgung sogar unter 1 m²/EW. In den Bezirken: Gugelstraße, Gibitzenhof und Tafelhof gibt es keine verfügbare öffentliche Grün- und Parkanlage.

Erreichbarkeitsanalyse

Im ersten Schritt wurden die Geometrien zu den öffentlichen Grün- und Parkanlagen inklusive Ihrer Eingänge digitalisiert. Das Statistische Amt hat darauf aufbauend die Erreichbarkeitsanalyse durchgeführt. Dabei wurde für jeden Eingang die entsprechende Distanz je nach Park-Kategorie (Stadtteilpark 1.000 m, Quartierpark 500 m und Nachbarschaftspark 250 m) berücksichtigt. Anhand der Eingänge (Startpunkt) und der jeweiligen Distanzen (Endpunkt; Adresse mit Gebäudeschwerpunkt) wurde die Erreichbarkeit automatisiert ermittelt. Hierbei wur-

den das Schulwegenetz und zusätzliche Wege zur Berechnung herangezogen. Für jede Grünfläche wurden eine nachbarschaftsbezogene Erreichbarkeit mit der Distanz von 250 m (betrifft alle Kategorien; Nachbarschaftspark, Quartierpark und Stadtteilpark), eine wohngebietsbezogene Erreichbarkeit mit der Distanz von 500 m (betrifft nur die Kategorien Quartierpark und Stadtteilpark) und eine stadtteilbezogene Erreichbarkeit mit der Distanz von 1.000 m (betrifft nur die Kategorie Stadtteilpark) ermittelt. Dabei wurden für eine bestimmte Grünfläche jeweils die erreichbaren Zonen erstellt, sowie die EinwohnerInnen und Haushalte ermittelt, die eine bestimmte Grünfläche im Untersuchungsgebiet in 250 m, 500 m oder 1.000 m erreichen können. Berücksichtigt man auch die größeren Parkanlagen in Ihrer Funktion als Nachbarschaftspark, erhält man eine Aussage, welche Wohngebiete keine Parkanlage in unmittelbarer Nähe (5-Minuten-Fußweg) (Abb. 25) haben. Die Abbildung 26 berücksichtigt neben den Quartierparks auch den Westpark, den Stadtgraben und die Parkanlage Rosenau mit ihrer Funktion der wohngebietsbezogenen Erholung und stellt einen 10-minütigen Fußweg dar. Die gute Erreichbarkeit einer grünanlage ist für die alltägliche Erholung, kurze Aufenthaltszeiten, den abendlichen Spaziergang und besonders für weniger mobile Bevölkerungsgruppen (z.B. ältere Menschen oder Kinder) ein wichtiges Kriterium. Somit kommt den Grünanlagen in Wohnungsnähe eine große Bedeutung als alltäglicher Entlastungsraum zu, besonders in Zeiten verstärkter Hitzetage. Die Abbildung 27 macht deutlich, welche Wohngebiete in der Erreichbarkeit von einem 20-minütigen Fußweg zu einem größeren Park liegen. Größere Parkanlagen mit vielfältigen Angeboten sind vor allem für die Wochenenderholung und längere Aufenthaltszeiten wichtig. Besonders für die Quartiere in der Innenstadt, für die die großen Naherholungsgebiete der äußeren Landschaften weit entfernt liegen, sollten diese Parkanlagen gut erreichbar sein. in der Karte wird aber sichtbar, dass der überwiegende teil der Bewohnerinnen längere Zeiten und einen größeren Aufwand betreiben müssen, um die großen Parkanlagen, wie den Volkspark Dutzendteich oder die Wöhrder Wiese, zu erreichen.

Fazit

Die berechnete Versorgung mit öffentlichen Grün- und Parkanlagen sowie die Darstellung der Erreichbarkeit zeigen deutlich, dass der Nürnberger Süden erhebliche Defizite in der Versorgung mit öffentlichen Grün- und Parkanlagen hat. Dabei fällt der Versorgungsnotstand in den am dichtesten bebauten Bezirken, wie z.B. Galgenhof oder Steinbühl, deutlich höher aus als in den Bezirken mit lockerer Zeilenbebauung, Reihenhäusern, Einzel- und Doppelhäusern, wie Sündersbühl. Gleichzeitig ist hier, aufgrund der Flächenknappheit der Ausgleich über die Fläche begrenzter und nicht kompensierbar. Insbesondere hier werden die alternativen Freiraumnutzungen eine tragende Rolle spielen. Hier müssen neben der Anlage von neuen Grünräumen besonders kooperative Strategien gefunden werden, um private Freiflächen, halböffentliche Flächen wie Kleingartenanlagen und Sportplätze, den Straßenraum und Transformationsflächen, z.B. in den Gewerbegebieten, für eine Freiraumnutzung zu aktivieren. Die bestehende Stadtstruktur lässt wenig Spielräume für die Anlage neuer Parkanlagen; gleichzeitig:

weges.

10-Minuten-Fußweges.

von maximal 20-Minuten-Fußweg und müssen selbst für die Wochenenderholung längere Wege in Kauf nehmen, um in umliegende große Parkanlagen zu kommen. Damit haben die großen Freiräume im erweiterten Umfeld (z.B. Schweinauer Buck, VP Dutzendteich usw.) zwar eine Bedeutung für die Wochenenderholung, bei der auch längere Wege zurückgelegt werden, für die alltägliche Erholung im Wohnumfeld liegen sie jedoch zu weit entfernt. Doch die kleinen Parkanlagen sind nicht von allen EinwohnerInnen in einer angemessenen Zeit erreichbar. Die Ergebnisse der Analyse des Statistischen Amtes machen deutlich, dass sich sehr viele Menschen die kleinen Grünflächen teilen müssen (siehe Grafik).

Abbildung 50

62 % DER EINWOHNERINNEN erreichen keine öffentliche Grünoder Parkanlage innerhalb 250 m Fußweg Diagrammtitel

38 %

62 %

Abb. 25 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen innerhalb 250 m 1 2 (5-Minuten-Fußweg)

Abbildung 51

38 % DER EINWOHNERINNEN erreichen keine öffentliche grün- oder Parkanlage (ab 1 Hektar Größe) innerhalb 500 m Fußweg Diagrammtitel

38 % 62 %

1 2 Abb. 26 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen ab 1 Hektar innerhalb 500 m (10-Minuten-Fußweg)

Abbildung 52

61 % DER EINWOHNERINNEN erreichen keine öffentliche grün- oder große Parkanlage (ab 10 Hektar Größe) innerhalb 1.000 m Fußweg Diagrammtitel

39 %

61 %

Abb. 27 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen ab 10 Hektar 1 2 innerhalb 1.000 m (20-Minuten-Fußweg)

öffentliche Grün- oder umkreis Erreichbarkeit Wohnblöcke innerhalb der Wohnblöcke außerhalb der Parkanlage erreichbaren Entfernung erreichbaren Entfernung

Durch die starke übernutzung stößt auch die ambitionierte Pflege- und Unterhaltsleistung des Servicebetriebs öffentlicher Raum an seine Grenzen. Der Nutzungsdruck ist enorm. Die Karte und Grafiken auf diesen Seiten machen deutlich, dass es nicht nur zu wenig Grün- und Parkanlagen im Nürnberger Süden gibt, sondern die wenigen kleinen Anlagen auch durch eine Auslastung weit über 150 % bis zu 580 % liegen (gemessen an der (Ideal-) Nutzeranzahl bei einem Orientierungswert von 4 m² / EinwohnerIn für Nachbarschaftsparks oder 6 m² / EinwohnerIn bei Quartiersparkanlagen). Zur Entlastung der bestehenden Grün- und Parkanlagen müssen deshalb, neben der Sicherung und Qualifizierung der bestehenden öffentlichen und zweckgebundenen Freiraumstrukturen (Parkanlagen und Stadtplätze, Sportplätze, Kleingartenanlagen, Friedhöfe und Spielplätze), auch die grauen infrastrukturen (Straßen und Stellplätze) verstärkt in den Fokus genommen werden sowie Kooperationen mit privaten Flächeneigentümern stattfinden. Für eine verbesserte Freiraumversorgung werden zukünftig folgende Maßnahmen notwendig sein:

henden Grün- und Parkanlagen

bundenen Grünflächen (Kleingärten oder Sportplätze) müssen aktiviert werden

teich, Stadtgraben und Wöhrder Wiese

Abbildung 53

AuSLASTuNG QuArTIErPArKS

Einzugsgebiet: 500 m (10-Minuten-Fußweg)

100 %

Auslastung 1 EW / 6 m²

Abbildung 54

Beispiel: Annapark

(Ideal-) Nutzeranzahl bei 6 m² / EW: 2.755 NutzerInnen 577 % Auslastung tatsächliche EW im Einzugsgebiet: 15.885 potentielle Nutz- 6 EW / 6 m²

erInnen

Abbildung 55

Beispiel: Lochnerpark (Grünanlage Hintere Marktstraße)

(Ideal-) Nutzeranzahl bei 6 m² / EW: 2.186 NutzerInnen 226 % Auslastung tatsächliche EW im Einzugsgebiet: 4.931 potentielle Nutz- 2 EW / 6 m²

erInnen

Abbildung 57

AuSLASTuNG NACHBArSCHAFTSPArKS

100 %

Einzugsgebiet: 250 m (5-Minuten-Fußweg) Auslastung 1 EW / 4 m²

Abbildung 58

Beispiel: Melanchton-Platz Nord

381 %

(Ideal-) Nutzeranzahl bei 4 m² / EW: 1.290 NutzerInnen Auslastung tatsächliche EW im Einzugsgebiet: 4.915 potentielle 4 EW / 4 m²

NutzerInnen

Abbildung 59

Beispiel: Grünanlage Leopoldstraße

203 %

(Ideal-) Nutzeranzahl bei 4 m² / EW: 1.336 NutzerInnen Auslastung tatsächliche EW im Einzugsgebiet: 2.718 potentielle 2 EW / 4 m²

NutzerInnen

Abbildung 56

Auslastung in Prozent (100 % = Ideal-Nutzeranzahl bei 4 m² / EW für Nachbarschaftsparks und 6 m² / EW für Quartierparks) 150 bis 250 % 351 bis 450 % 551 bis 650 % Einzugsgebiet

251 bis 350 % 451 bis 550 %

Abb. 28 Auslastung für Nachbarschaftsparks mit einer Erreichbarkeit von 250 m und für Quartierparks mit einer Erreichbarkeit von 500 m

Abbildung 60

Block- und Blockrandbebauung Villen, barocke Vorstädte industrie und gewerbe Zeilenbebauung, Hochhäuser besondere nutzungen (Schu- Bahntrasse len, Kirchen) Reihenhaus, Einzel- u. Doppelhaus

Abb. 29 Städtebauliche Struktur des Planungsraumes (Grundlage Flächennutzungstypenkartierung, FNTK, 2010)

3.4 StäDtEBAULiCHE StRUKtUR UND POtENtiALE DER fREiRAUmENtWiCKLUNG (fREiRäUmE +++) Der Nürnberger Süden ist durch seine städtebauliche Heterogenität ein Raum der Kontraste. Es prallen dichte Blockbebauungen, wie in der Südstadt, auf nachkriegsarchitekturen in Schweinau oder Sündersbühl und fast stadtteilgroße Gewerbekomplexe aufeinander. Ein Wechsel aus urban zu peripher prägt die Raumeindrücke im nürnberger Süden. Die verschiedenen Baustrukturen gehen einher mit unterschiedlichen Freiflächentypologien und -funktionen, abseits der öffentlichen Grün- und Freianlagen: Abstandsgrün, halböffentliche Grünflächen und private parkähnliche Freiräume zwischen den Zeilenbebauungen, Hinterhof-Strukturen in den Blockrandbebauungen, (belebte) Erdgeschosszonen und teils klassische Platzabfolgen, stark versiegelte, teils isolierte und fragmentierte Flächen der Gewerbegebiete oder Privatgärten in Einfamilienhausstrukturen. Auf der Suche nach weiteren Potentialen für die Freiraumnutzung zur Erweiterung der bestehenden öffentlichen Freiflächen lohnt der Blick auf diese erweiterte Palette urbaner Freiflächen „die Freiräume +++“. Neben den öffentlichen Grün- und Parkanlagen richtet sich der Blick nun auf die privaten, bzw. halböffentlichen Freiflächen der Wohnbebauungen (Hinterhöfe und die Freiflächen der Zeilenbebauung).

6 % DES PLANUNGS- RAUMES SIND AKTUELL ÖFFENTLICHE FREIRÄU- ME

Abbildung 62

Abb. 30 Schwarzplan Grün +: öffentliche Grün- und Parkanlagen, Stadtplätze, Spielplätze, Friedhöfe, Kleingartenanlagen und Sportanlagen

Ein großes Potential im stark verdichteten Nürnberger Süden bieten auch der Straßenraum und die Parkplatzflächen. Die produktiven Orte der Stadt, wie Gewerbegebiete oder Produktions- und Infrastrukturstätten, nehmen einen großen Teil der Flächen im Nürnberger Süden ein. Auch hier lohnt der Blick auf Abstandsflächen, Dächer oder zukünftige Transformationsflächen. Auf der Ebene der Gebäude können die Dachflächen, soweit es die Statik zulässt, und Fassaden aktiviert werden.

Abbildung 61

Abb. 31 Schwarzplan Grün +++: Schwarzplan Grün zzgl. Straßenraum, Hinterhöfe, Gründachpotentiale, private Grünflächen in der Zeilenbebauung, öffentliche und private Parkplätze, Flächen des Biotopverbunds

64 HEKTAR UNBEBAUTE HINTERHOFFLÄCHE Potential zur Hofbegrünung geringes Potential Begrünung tlw. vorhanden Begrünung vorhanden

Abbildung 63

Abb. 32 Potentialkartierung zur Begrünung von Hinterhöfen

Hinterhöfe

Als grüne Nischen können die unterschiedlichen Hinterhofsituationen des Nürnberger Südens betrachtet werden. Sie sind Refugien in der dichten Stadt, der Block-/Blockrandbebauung. In ihrer Vielschichtigkeit, von komplett bebaut und stark versiegelt bis hin zu gärtnerischen Ausprägungen mit Mietergärten und Privatgärten, stellen sie einen breiten Möglichkeitsraum dar, um das Freiraumangebot, zumindest auf Nachbarschaftsebene, zu erweitern. Zudem wirken sich begrünte Innenhöfe positiv auf die klimatische Situation im Quartier aus, z.B. durch Reduzierung von Wärme-Inseln aufgrund entstehender Verdunstungskälte. Der Nürnberger Süden hat in seinen dichten Block- und Blockrandbebauungen rund 64 Hektar private unbebaute Hinterhofflächen. Diese weisen bereits zu einem großen Anteil eine Begrünung auf, dennoch sind 19 Prozent der Flächen versiegelte und stark bebaute Innenhöfe. Die Aufenthaltsqualität ist hier sehr gering, zumal die Flächen zusätzlich für Mülltonnen und Fahrradstellplätze genutzt werden. Bei einem Südstadtrundgang haben wir eine bunte Mischung aus:

zungen zwischen Flurstücken und offene Durchgänge mit Bezügen zum Straßenraum

staltungen

se für KitAs gefunden. Es gilt, diese Freiräume in ihrer Mannigfaltigkeit zu bewahren, die begrünten Hinterhöfe zu sichern, mehr Begrünung anzuregen und die positiven Eigenschaften auszubauen, wie die Bereitschaft zum eigenen Gestalten und Begrünen. Als Initialmaßnahme hat sich z.B. das Hochbeetprojekt in Gostenhof West erfolgreich gezeigt und lohnt zur nachahmung.

BEGrÜNTE HINTErHöFE 23 % 47 %

Begrünte Höfe weisen zum überwie- der Hinterhöfe sind der Hinterhöfe sind genden teil eine Begrünung auf, sie teilweise begrünt begrünt bieten Aufenthaltsqualitäten und können auch begrünte Spielbereiche oder eine gärtnerische nutzung aufweisen. Das Sichern und gemeinsame Weiterentwickeln (z.B. mehr Aufenthaltsmöglichkeiten oder gärtnerische Nutzungen) mit der Nachbarschaft steht hier im fokus. Bei größeren Höfen ist auch ein Öffnen für umliegende Nachbarschaften denkbar. teilweise begrünte Höfe weisen nur kleinere begrünte Flächen und gleichzeitig versiegelte Bereiche auf Hier besteht ein Potential zur weiteren Entsiegelung und maximierung des Bestandgrüns. Zusammen mit den Bewohnerinnen können neue grüne Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden.

NICHT BEGrÜNTE HINTErHöFE 11 % 8 %

Ein Potential für eine Begrünung liegt der Hinterhöfe sind so der Hinterhöfe haben ein dann vor, wenn die innenhöfe größere stark bebaut, dass sie kaum Potential zur Begrünung versiegelte Flächen aufweisen, die u.a. ein Potential zur Begrünung dem Parken dienen. haben Hier besteht ein großes Potential der Entsiegelung und Begrünung. Ein geringes Potential zur Begrünung besteht bei innenhöfen, die stark verschachtelt und verbaut sind. Diese sind zwar stark versiegelt, jedoch sind Entsieglungs- und Begrünungsmaßnahmen gleichzeitig schwierig aufgrund der kleinen Flächen und funktionalen Anforderungen, wie Müll- und Fahrradstandorte. in diesen Höfen müssen kleine Nischen für eine Begrünung gefunden werden. Eine fassaden- oder Dachbegrünung oder das Aufstellen von Hochbeeten könnten erste Ansätze sein.

Abbildung 65

Abbildung 66

Abbildung 68

Abbildung 64

Abbildung 67

Abbildung 69

Abb. 33 Impressionen Hinterhöfe im Nürnberger Süden [u.l. Gerhard Illig]

Abbildung 71

Abbildung 70

Abbildung 75

Abbildung 74

Abbildung 73

Abbildung 72

Abb. 34 impressionen Freiräume in der Zeilenbebauung im nürnberger Süden

Abbildung 76

„Parkfinger“

Westpark

Abb. 35 Blick auf die Reichow-Siedlung in Sündersbühl [Gerhard Illig]

Freiflächen der Zeilen- und Hochhausbebauung

Die Freiflächen der Zeilen- und Hochhausbebauungen werden vor allem von einer funktionalen Gestaltungssprache und Strukturarmut geprägt. Sie weisen großzügige, grüne Abstandsflächen auf, die häufig eine geringe Aufenthalts- und Nutzungsqualität haben. Das Regenwasser der Gebäude wird nicht vor Ort bewirtschaftet, sondern abgeleitet. Im Nürnberger Süden steht mit diesen privaten/halböffentlichen Freiräumen rund 34 Hektar qualifizierungswürdiger Freiraum zur Verfügung. Diese Flächen haben ein erhebliches Potential für mehr differenziertes Grün, mehr Nutzungs- und Aufenthaltsqualität und mehr Biodiversität. Hierbei können erhöhte Unterhaltungskosten notwendig werden. Im Westen des Planungsraums (Schweinau, St. Leonhard und Sündersbühl) stehen die wohnungsbezogenen halböffentlichen Freiräume in einem unmittelbaren Zusammenhang mit größeren Parkanlagen, wie dem Lochnerpark, Westpark und Marie-Juchacz-Park. Eine differenzierte, dem Ort angepasste Qualifizierung der Freiflächen der Zeilen- und Hochhausbebauung würde die öffentliche Freiraumpalette ergänzen.

34 HEKTAR UNBEBAUTE Begrünung tlw. FLÄCHE ZWISCHEN DER vorhanden ZEilEnBEBAuung Begrünung vorhanden

Abbildung 77

Abb. 36 Kartierung der Begrünung von Freiflächen der Zeilen- und Hochhausbebauung

MÖGLICHE KONZEPTE DER QUALIFIZIERUNG UND ANREICHERUNG:

„Parkfinger“ Gemeinsame Mitte Abstandsgrün und Privatgärten Freiraum als Verlängerung des Parks geschützter Raum zwischen der schmales Abstandsgrün entlang der zieht sich in die Wohnbebauung hinein Bebauung, meist große Rasenfläche, Wege, Bezug zu Eingängen >>Eigeninund wird zum multifunktionalen und ggf. Baumbestand >> Anreicherung itiative ermöglichen und kommunikatialternativen Freiraum! mit Bewegungs- und Aufenthaltsan- ve Orte schaffen, Orte des Gärtnerns, geboten und gestaffelter Vegetation aber auch der Biodiversität und für den Umgang mit Regenwasser

Abbildung 78

hoher Baumbestand lückenhafter Baumbestand Abb. 37 Kartierung der Straßenbäume geringer Baumbestand kein Baumbestand

Straßenraum und Straßenbäume

Der Straßenraum im Nürnberger Süden bietet ein großes Potential für die Anreicherung der Quartiere mit alternativen Freiraumqualitäten, z.B. durch eine temporäre Bespielung oder zur Erweiterung bestehender Parkanlagen und Stadtplätze. Die unterschiedlichen Bebauungsstrukturen generieren eine Vielzahl an unterschiedlichen Straßenraumsequenzen. In Gebieten mit Blockrandbebauung reichen sie von eng zu breit und sind oft wenig bis nicht begrünt. Die Straßenräume der Zeilenbebauungen im Westen werden dominiert von breiten grünstreifen entlang der gebäude. Durch kreative Wege der Begrünung und innovative Verkehrskonzepte (v.a. bzgl. des ruhenden Verkehrs) kann der Straßenraum im Nürnberger Süden zu einem der größten Flächenpotentiale werden. Das Umweltamt Nürnberg hat eine Kartierung der Straßenbaumsituation durch Ortsbegehungen im Nürnberger Süden vorgenommen. Insgesamt wurden rund 81km Straße (Eigentumsverhältnisse unberücksichtigt) kartiert.

Damit haben rund 38 % der Straßen keinen, bzw. einen geringen Baumbestand. Diese Straßen befinden sich überwiegend in den Stadtquartieren Tafelhof, Gostenhof und Galgenhof.

Abbildung 79

Abbildung 81

Abbildung 84

Abbildung 82

hoher Baumbestand lückenhafter Baumbestand geringer Baumbestand kein Baumbestand

Abbildung 80

Abbildung 83

Abb. 38 Straßenräume: Temporäres Parklet (o.l.); zugeparkte Gehwege ohne Straßenbäume in Galgenhof (o.r); Tafelhofstraße (m.l.); begrünte Straße (m.r.); Randsituation Budapester Platz (u.l.); Landgrabenstraße (u.r.)

Abbildung 87

Potentialdach für Begrünung bereits begrüntes Dach

Abb. 39 Kartierung der Gründachpotentiale im Nürnberger Süden

Dächer

Die unterschiedlichen Bebauungsstrukturen des Südens bieten diverse Möglichkeiten zur Aktivierung der Dachebene. Bestehende Dachlandschaften weisen bereits eine zukunftsfähige Multicodierung und Erweiterung des öffentlichen Raumes in die dritte Ebene auf, wie die Michael-Ende-Grundschule und der Hort in St. Leonhard bereits jetzt zeigen. Eine Gründach-Potential-Kartierung aus 2017 hat die vielfältigen weiteren Potentialflächen zur Begrünung aufgedeckt, von Gewerbedächern und Hallen (wie das Siemensgelände) bis hin zu den vielen Gartenhäusern und Garagen in den Blockrandbebauungen. Rund 98 Hektar der Dachflächen im Nürnberger Süden werden als potentiell begrünbare Dachflächen eingestuft, d.h. sie eignen sich von der Dachneigung (Flachdächer und geneigte Dächer unter 20 Grad) zur Begrünung. Nicht eingeflossen in die Potentialdachkartierung sind bestehende Solaranlagen und die Dachstatik, die jeweils individuell beurteilt werden muss. Begrünte Dächer bieten aus umwelt- und stadtklimatischer Sicht viele Vorteile, wie z.B. die Schaffung von Lebensraum für Tiere, die Bindung von Staub und Schadstoffen, der Regenwasserrückhalt und die Kühlung der Stadt. Vor allem durch die Ausbildung als Retentionsdach können vielfältige klimatisch wirksame Effekte erreicht werden, wie im Handbuch Klimaanpassung der Stadt aufgezeigt wird. Durch die nutzung als Solar- und Gründach können zudem weitere Synergieeffekte und lokale Stoffkreisläufe aktiviert werden.

Abbildung 85

Abbildung 86

Abb. 40 Dachlandschaft Michael-Ende-Grundschule in St. Abb. 41 Unbegrünte Dachflächen im Gewerbegebiet Leonhard [Gerhard Illig] [Gerhard Illig]

Abbildung 88

Firmenparkplätze, rd. 13 Hektar Parkplätze auf stadteigenen Flächen, rd. 2 Hektar Großparkplätze Einzelhandel, rd. 6 Hektar Privatparkplatz / Garagenhof, rd. 3 Hektar

Abb. 42 Parkplatzflächen: Firmenparkplätze, öffentliche Parkplätze, Großparkplätze Einzelhandel, Privatparkplätze (Stand 2020)

Parkplätze

Die unterschiedlichen privaten und öffentlichen Parkplätze stellen eine große monofunktionale Flächenkulisse in den dichten Strukturen des Nürnberger Südens dar. Die Stellplatzflächen sind überwiegend stark versiegelt und wenig bis gar nicht begrünt. Rund 24 Hektar private und öffentliche Parkplatzfläche stehen den PKWs im Nürnberger Süden zur Verfügung. Die Stellflächen im Straßenraum sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Im Vergleich dazu können die BewohnerInnen lediglich 18 Hektar öffentliche Grün- und Parkanlagen nutzen. Die privaten und öffentlichen Parkplätze sind somit ein wichtiges Flächenpotential für eine klimatische Anpassung, für eine Anreicherung im Sinne der biologischen Vielfalt. Dienen die Parkplätze dem Stellplatznachweis von Unternehmen, stehen sie zunächst als Flächenpotential nur eingeschränkt zur Verfügung. Hier können bereits kleine Begrünungsmaßnahmen, wie Baumpflanzungen oder temporäre Wochenendnutzungen, die Qualität erhöhen. Mit einer frühzeitigen Beteiligung bei Transformationsprozessen können auch dauerhafte Freiraumnutzungen Platz finden.

Abbildung 90

Abbildung 89

Abb. 43 Parkplatz an der Nopitschstraße [Gerhard Illig] Abb. 44 Firmenparkplatz an der Gugelstraße [Gerhard Illig]

Abbildung 91

Abb. 45 Gewerbegebiete im Planungsraum

Potentiale in Gewerbegebieten

Der Süden als ehemaliges produktives Herz Nürnbergs ist mit infrastrukturellen Elementen und Gewergebieten belegt. Diese liegen als produktive Areale entlang der großen Hauptstraßen und Bahntrassen und wirken gleichzeitig als Barrieren zwischen den Stadtteilen. Mit einer zentralen Lage in der dichten erweiterten Innenstadt (gem. GFK Masterplan Freiraum) sind auch eine Verantwortung gegenüber den bewohnten Nachbarquartieren und große städtische Herausforderungen (Klimawandel, Gesundheit, Standortfaktor usw.) verbunden. Diesen Herausforderungen müssen sich die Gewerbegebiete stellen. Die Stadt Nürnberg hat mit dem Masterplan Gewerbeflächen (2020) einen ersten Schritt gemacht und beschreibt zukunftsweisende Entwicklungen und Maßnahmen. Ziele im Rahmen des Freiraum-Gutachtens für die zukünftige Entwicklung sind u.a.:

chen

und Fassaden

Maßnahmen und kontinuierliche Versorgung der Vegetation mit Wasser, um die Kühlleistung von Böden und Vegetationsflächen zu steigern

ruhenden Verkehr

Freiraumkonzept Nürnberger Süden bgmr Landschaftsarchitekten

Abbildung 94

N-ERGIE

gibitzenhof

  1. Sandreuth Frankenschnellweg 1.

Abb. 46 Blick über Gewerbegebiet Sandreuth (Hallen und kleinteilige Strukturen) in Richtung N-ERGIE (Landmarke MVA) und Frankenschnellweg als Trenner zwischen den Stadtquartieren [Gerhard Illig]

Standorte im Planungsraum (siehe Karte links): 1. Standort Steinbühl (Siemensareal & Leistritz): hoher Anteil klassisches Gewerbe 2. Standort Sandreuth: hoher Anteil klassisches gewerbe und industrie 3. Energie/Versorgung/Entsorgung: N-ERGIE und städtische Müllverbrennung 4. Standort Schweinau-gustav-Adolf-Straße: hoher Anteil klassisches gewerbe und Einzelhandel 5. Standort St. Leonhard: hoher Anteil klassisches Gewerbe 6. Standort Witschelstraße: 7. Standort Kohlenhof (Stan

hoher Anteil klassisches Gewerbe und Kfz-Gewerbe
hoher Anteil Dienstleistungen

Abbildung 92

Abbildung 93

Abb. 47 Eingang industriestraße Abb. 48 Landmarke Heizkraftwerk N-ERGIE

Abbildung 95

Abbildung 96

Abbildung 97

Siemens-Areal

Christuskirche

Abb. 49 Straßburger Straße entlang Siemensareal (o.l.); Blick auf Freianlagen Siemensgelände (o.r.); Blick auf Siemensgelände - Lage mitten im Quartier (u.) [Gerhard Illig]

Abbildung 98

Weststadt

Potentialgrün Schule

Fuggerstr.

Abb. 50 Gewerbegebiet Standort Witschelstraße [Gerhard Illig]

Impressionen

Quartieren Steinbühl / Gibitzenhof und Schweinau

an das Quartier und die Nachbarschaften

zäunte Gelände; überwiegend fehlendes Straßenbegleitgrün, Fassaden- und Dachbegrünung

chen Kfz-gewerbe)

Abbildung 99

Abbildung 100

Abb. 51 Fuggerstraße im gewerbegebiet Witschelstraße Abb. 52 Fuggerstraße in Richtung Rothenburger Straße

4. KONKLUSION IN TEILRÄUMEN

4.1 DiE DiCHtEN

4.2 DiE AUfGELOCKERtEN

4.3 DiE PRODUKtiVEN

Abbildung 101

D

IE P DIE DICHTEN

r

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K

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DIE AuFGELOCKErTEN

D

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D P

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Abb. 53 teilräume nürnberger Süden

Bezogen auf die vorangegangene Gebietsanalyse lässt sich der Planungsraum in drei Teilräume einteilen:

Diese teilräume des nürnberger Südens unterscheiden sich hinsichtlich ihrer baulich-räumlichen Strukturen, ihrer Freiraumausstattung und ihrer Dichten. Aus den vorgestellten Gebietsanalysen resultieren unterschiedliche Stärken und Potentiale, als auch Schwächen und Herausforderungen für eine Freiraumentwicklung, welche im Nachfolgenden steckbriefartig für 3 verschiedene Teilräume beleuchtet werden. Ziel ist es die verschiedenen Charakteristika und Potentiale zu beleuchten und zu erläutern, um daraus konzeptionelle Strategien und Instrumente zu entwickeln und darauf aufbauend in den weiteren Kapiteln prototypische Werkzeugkästen und erste Maßnahmen-Pakete zu entwerfen.

Abbildung 104

4.1 tEiLRAUm „DIE DICHTEN“

Bezirke: Steinbühl, Galgenhof, Gugelstraße Gibitzenhof, Hummelstein, Gostenhof und Tafelhof tafelhof Gesamtfläche Bezirke: 436 ha* EinwohnerInnen: 68.386 (2020) Bevölkerungsdichte: 157 EW/ha öffentliche Grün- und Parkanlagen: 7,8 ha Steinbühl Stadtplätze: 1,6 ha Gugelstraße Spielplätze: 4,3 ha Sportplätze: 2,7 ha Hummelstein Gibitzenhof Kleingartenanlagen: 2,4 ha Baustruktur: fast ausschließlich dichte Blockrandbebauung * Gostenhof gesamt und Gewerbegebiet Steinbühl mitgerechnet

Gos tenhof
Gal genhof

Dichte EinwohnerInnen

Abbildung 102

Steinbühl galgenhof gostenhof Hummelstein gibitzenhof gugelstraße tafelhof 239 EW/ha 231 EW/ha 179 EW/ha 154 EW/ha 128 EW/ha 125 EW/ha 20 EW/ha

Anteil Haushaltsgrößen an Gesamt EinwohnerInnen nach Migrationshintergrund

(MGH)

6 % 4 Person-Haushalt Diagrammtitel4 % 5+ Person-Haushalt Diagrammtitel *Gesamtstadt 8 % *Gesamtstadt 3 % 36 % Deutsche ohne 10 % 3 Person-Haushalt MGH *Gesamtstadt 53 % 42 % Ausländer *Gesamtstadt 11 % *Gesamtstadt 24 %

23 % 2 Person-Haushalt 57 % 1 Person-Haushalt *Gesamtstadt 28 % *Gesamtstadt 50 % 22 % Deutsche mit MGH 1 2 3 4 5 1 2 3 *Gesamtstadt 23 %

Anteil 0 bis 14 Jahre Anteil 15 bis 18 Jahre BewohnerInnen ab 65 Jahre

*Gesamtstadt 13 % *Gesamtstadt 2 % *Gesamtstadt 20 %

Abbildung 103

Abb. 54 Bevölkerung nach Altersgruppen (Stand: 31.12.2020) - prozentualer Anteil an gesamtbewohnerinnen pro Bezirk

StärKeN >> POtENtiALE

schickte Verknüpfung über das Straßen- und Wegesystem und durch Aufwertung bestehender Anlagen (siehe z.B. Südstadt.Klima.meile im Konzept)

Freiraumqualität >> Potential zur Begrünung und Aufwertung für den Aufenthalt sowie zum Rückbau und zur Umgestaltung zugunsten von Plätzen und Parkanlagen

(z.B. Schulhöfe, Sportanlagen) liegen im Verbund mit Parkanlagen und Plätzen und können für einen Ausgleich zur mangelnden Freiraumversorgung beitragen >> Potential zur Öffnung für die Nachbarschaft, zur Verknüpfung als Gesamtfreiraum, zur Schaffung von Verbindungen (Bezug zur „Jugendhilfeplanung Spielen in der Stadt“)

Stadtentwicklung einbeziehen

gestalterische Einbindung in das freiraumsystem

und Kommunikationsorte bewahren und stärken

SCHWäCHEN >> HERAUSfORDERUNGEN

werden kann >> neben der Schaffung von neuem Stadtgrün ist die Aktivierung von weiteren (z.B. Straßenraum), auch privaten (z.B. Hinterhöfe, gewerbliche transformationsräume) freiflächen notwendig

unbebauten Flächen, gleichzeitig starke Auslastung bestehender Kanalkapazitäten >> bestehende freiräume klimaresilient entwickeln und wassersensible Stadtgestaltung als Schlüssel für neue freiraumqualitäten (Prinzip Schwammstadt)

und wenig Vielfalt >> Sicherung und Pflege sowie die Erweiterung des Bestandes

36 % Deutsche ohne ten)zu erreichen >> Qualifizierung des Wegesystems und des Straßenraumes zugunsten des fuß- und MGH *Gesamtstadt 53 % Radverkehrs, Barrieren abbauen, Verbindungen schaffen, Schaffung neuer kleiner Grünanlagen in Wohnungsnähe

großen Parkanlagen oder Naherholungsgebieten (z.B. Volkspark Dutzendteich, Schweiner Buck oder Hainberg) sind zum Teil erschwert und wenig attraktiv, es müssen sehr lange Wege zurückgelegt werden, um zu den großen grün- und Freiräumen zu gelangen >> Umsetzung Konzept der Grünen Wege

parkende Autos beengte gehwege >> Straße als freiraum denken und qualifizieren!

baut oder versiegelt sind >> bestehende unbebaute flächen sichern, neue Klimaoasen schaffen, Anreize für Eigeninitiative schaffen/ausbauen, Anknüpfung an bestehende förderprogramme

gewerbliche transformationsflächen entlang der Bahn zugunsten des freiraums aktivieren und Verknüpfungen zu angrenzenden Quartieren stärken

ßenräume und Hinterhöfe aktivieren, Orte der Begegnung schaffen (wie z.b. Petra Kelly Platz)

Abbildung 105

4.2 tEiLRAUm „DIE AuFGELOCKErTEN“

Bezirke: Sündersbühl, St. Leonhard, Schweinau Sündersbühl Gesamtfläche Bezirke: 311 ha* EinwohnerInnen: 26.079 (2020) Bevölkerungsdichte: 85 EW/ha öffentliche Grün- und Parkanlagen: 10,3 ha Stadtplätze: 1,6 ha St. Leonhard Spielplätze: 1,5 ha Sportplätze: 4,4 ha Kleingartenanlagen: 11,3 ha Schweinau Gemeinschaftsfläche Zeilenbebauung: rd. 29 ha Baustruktur: großflächiger Zeilen-/ Geschosswohnungsbau, bis hin zu Reihenhaus- und Einfamilienhausgebieten. Ränder dominiert von Gewerbebändern und Mischung aus Block- / Blockrandbebauung

Dichte EinwohnerInnen

* inkl. Gewerbeflächen

Abbildung 106

SSuünnddeersrbsbüühhll

56 EW / ha

nürnberg Schweinau St. leonhard 29 EW /ha 70 EW / ha 112 EW / ha

Anteil Haushaltsgrößen an Gesamt EinwohnerInnen nach Migrationshintergrund

(MGH)

Diagrammtitel 8 % 4 Person-Haushalt 5 % 5+ Person-Haushalt Diagrammtitel *Gesamtstadt 8 % *Gesamtstadt 3 % 29 % Deutsche ohne MGH *Gesamtstadt 53 % 12 % 3 Person-Haushalt 41 % Ausländer *Gesamtstadt 11 % *Gesamtstadt 24 %

48 % 1 Person-Haushalt 28 % 2 Person-Haushalt *Gesamtstadt 50 % *Gesamtstadt 28 % 1 2 3 4 5 30 % Deutsche mit MGH 1 2 3 4 5 6 7 *Gesamtstadt 23 %

Anteil Kinder bis 15 Jahre Jugendliche 15 bis 18 Jahre BewohnerInnen ab 65 Jahre

*Gesamtstadt 13 % *Gesamtstadt 2 % *Gesamtstadt 20 %

Abbildung 107

Abb. 55 Bevölkerung nach Altersgruppen - prozentualer Anteil an gesamtbewohnerinnen pro Bezirk (Stand: 31.12.2020)

StärKeN >> POtENtiALE

einen übergang von der erweiterten Innenstadt zur Außenstadt mit größeren privaten/halböffentlichen Freiraumpotentialen >> Potential: Grünflächen der Wohnungsbaugesellschaften als grüne, vielfältige Gemeinschaftsorte stärken, Verknüpfung mit öffentlichen Grün- und Parkanlagen (z.B. Parkfinger innerhalb der Reichow-Siedlung mit dem Volkspark Westpark)

dung (Grüner Weg zum Hainberg und Grünes Westband „Vom Westpark bis zum tiefen feld“ (Aktionsplan des masterplans freiraum), Kaltfluftleitbahn sichern und stärken

denen Freiflächen von Schulen, Sportflächen oder Kleingartenanlagen >> zentrale Ankerpunkte/Begegnungsorte; Öffnung zweckgebundener freiräume, z.B. Pilotprojekt „Öffnung Sportfläche am Westpark“ oder geplante Schulhoföffnung an der mittelschule St. Leonhard

großen naherholungsgebieten >> Abschnitt im Nürnberger Süden auch als freiraumband ausbauen und stärken

SCHWäCHEN >> HERAUSfORDERUNGEN

Öffnungen zum Quartier ermöglichen, v.a. zum Schul-Campus und zum Westpark

aktiv Orte der Verknüpfung schaffen, z.B. geplante Überdeckung des frankenschnellweges, bestehende Querungen qualifizieren 29 % Deutsche ohne • Bisher keine Integration von großmaßstäblichem Gewerbe im übergang zum Ring und Gewerbegebiet MGH *Gesamtstadt 53 % Schweinau >> z.B. integration von maßnahmen des Animal Aided Design, Klimaanpassungsmaßnahmen, Begrünung, Durchwegung ermöglichen

tieren herstellen und Grünen Weg zum faberwald über den Schweinauer Buck umsetzen

Regnitztal) >> Wegesystem qualifizieren, Grüne Wege ausbauen

für eine monofunktionale Nutzung >> als Potentialflächen denken und weiterentwickeln (mehrfachnutzungen, Klimaanpassung, transformation)

Abbildung 112

4.3 tEiLRAUm „DiE PRODUKtiVEN“

Bezirke: Sandreuth und Gugelstraße, Ränder von Sündersbühl, St. Leonhard, Schweinau Gesamtfläche: rd. 200 ha Einwohnerinnen: 478 (Sandreuth 2018) Baustruktur: Gewerbe- und Versorgungseinrichtungen, diverse Maßstäbe: Hallen bis zu kleinteiligen Strukturen keine öffentlichen Grün/- und Parkanlagen oder Stadtplätze - privates grün vorhanden (z.B. Siemens Areal)

Abbildung 109

Abbildung 111

Abbildung 108

Abbildung 110

Abb. 56 Eindrücke Gewerbegebiete St. Leohnard und Steinbühl: Brachfläche St. Leonhard, Siemens-Gelände, Unterführung N-ERGIE und Brückensituation über Frankenschnellweg

StärKeN >> PotEntIALE

raumentwicklung und Klimaanpassung als Vorzeigemerkmal und markenbildung für Unternehmen: Entsiegelung von flächen, Dachbegrünung, Regenwassermanagement als instrument der Gestaltung

Gedanken stärken, Animal Aided Design als möglichkeit zur intervention in Gewerbegebieten (Habitate schaffen, Nischen ausnutzen, Verbindungen aufbauen, trittsteine)

flächensparender und nachhaltiger gestalten, Anknüpfung zu Gewerbegebietskonferenzen und Entwicklung von konkreten maßnahmen

Produktivität sichtbar machen, ökonomische Zyklen aufzeigen und aktivieren, freiraum kann mehr als Grün sein

Öffentlichkeit, Verknüpfungen, temporäre Nutzungen/Wochenenden

delle etablieren

SCHWäCHEN >> HErAusforDErunGEn

bindungen schaffen, Grüne Wege umsetzen, Verbindungen aufbauen (z.b. Siemens mit Ankern in Quartieren und Durchwegungen)

mit dem Quartier >> Adressenausbildung, Verbindung herstellen, Ränder gestalten

versität stärken

begebiete als Kühlräume etablieren, Biodiversität stärken, Entsiegelung falls möglich

rung, Öffnung am Wochenende für temporäre Nutzungen

und öffentliche Dachnutzungen, Stapelungen von Nutzungen

5. KONZEPT

5.1 RäUmLiCH KONZEPtiONELLES LEitBiLD

5.2 HANDLUNGSfELDER mit mASSNAHmEN

5.3 VERtiEfUNGEN / LUPEN

Abbildung 113

Abb. 57 Räumlich-konzeptionelles Leitbild

Die Gebietsanalysen und Bewertungen haben gezeigt, dass der Nürnberger Süden von einer großen Vielfalt geprägt ist: von gut durchgrünten und lockeren Stadtquartieren, gefolgt von Insellagen zwischen Bahn und Gewerbegebieten, bis hin zu hoch verdichteten Stadtquartieren mit kleinteiligen Freiräumen. Die große Heterogenität der Nutzungsansprüche an Freiraum, gepaart mit den hohen Grünflächendefiziten, erzeugt eine große Flächenkonkurrenz und einen hohen Nutzungsdruck. Gleichzeitig bestehen nur wenige Potentialflächen für die Neuanlage von Grün- und Freiraum. Damit steht der Nürnberger Süden vor der Herausforderung, einerseits seine Freiflächen nachhaltig zu sichern, qualitativ zu entwickeln und zu profilieren, andererseits ist eine vorsorgende Grün- und Freiraumstrategie erforderlich, welche den Fokus unter anderem auf die Aktivierung und Mehrfachnutzung von Flächenpotentialen der Grauen Infrastruktur (Straßen und Stellplätze) setzt. Zudem müssen private Flächenpotentiale (wie z.B. Abstandsgrün in der Zeilenbebauung) und gewerbliche Flächenpotentiale mitbetrachtet und die Schaffung von neuen Grün- und Freiflächen auf Gewerbe- und Transformationsstandorten forciert werden. Das Freiraumkonzept reagiert auf diese Herausforderung mit exemplarisch räumlichen und strategischen Maßnahmen. Im räumlich konzeptionellen Leitbild wird die komplexe Freiraumstruktur auf drei Ebenen der zukünftigen Freiraumentwicklung zusammengefasst:

über verschiedene Maßnahmen in den Handlungsfeldern der Grünen Infrastruktur, der Grauen Infrastruktur und der privaten Flächenpotentiale können die drei Ebenen der Freiraumentwicklung weiterentwickelt, qualifiziert und umgesetzt werden.

5.1 RäUmLiCH - KONZEPtiONELLES LEitBiLD

Abbildung 114

BLAu-GrÜNE MEILEN

Verbundraum, Venetzung und Orientierung im nürnberger Süden, der sich durch eine hohe bauliche Dichte und ein begrenztes Angebot an großen Freiräumen im nahbereich der Wohnstandorte auszeichnet, haben die Erreichbarkeit von großen Freiräumen und die Schaffung von Verbundräumen eine bedeutende Rolle in der Freiraumentwicklung. Die erste Ebene des Leitbildes bilden deshalb die Blau-Grünen-Meilen. Sie verlaufen als „blau-grüne“ Bänder durch die Stadtquartiere und verbinden die erweiterte Innenstadt mit den äußeren Naherholungsräumen oder großen Parkanlagen. Dabei verknüpfen sie als thematisch und räumlich verwobene Einheiten die verschiedenen Freiräume: Parkanlagen, Plätze, Sportanlagen, Kleingärten oder Schulhöfe, wie auch neu qualifizierte Straßenräume und Wegeverbindungen. Damit haben sie einerseits eine Verbindungsfunktion und sollen aber gleichzeitig auch als größerer Freiraum in Wohnungsnähe nutzbar sein. Sie bauen auf das Konzept der Grünen Finger auf und entwickeln diese Idee ortsspezifisch weiter. Gleichzeitig kann damit die Bewegungskultur durch mehr Angebote in Wohnungsnähe (z.B. Bewegungspunkte oder 10.000 Schritte-Pfad) gestärkt werden. Die Blau-Grünen Meilen sind gleichzeitig Schwerpunkträume für eine wassersensible, hitzeangepasste und fußgänger- und radfahrerzentrierte Stadtentwicklung. Das Konzept sieht insgesamt fünf unterschiedliche Blau-Grüne Meilen vor: 1. WESTPARK.MEILE (Verbindung Leonhardspark über Holzschuher Straße zum Westpark, Weiterführung über den Grünen Weg zum Hainberg unter Einbeziehung der Vereinssportanlage SC Viktoria 1925 e.V. und der Alten gärtnerei, sowie der Erweiterung des Westparks) 2. SANDREUTHER.MEILE (Verbindung vom Plärrer über die Gostenhofer Hauptstraße, dem Petra-Kelly-Platz Richtung Pferdemarkt, Weiterführung entlang des Grünen Wegs zum Faberwald unter Einbindung der Kleingartenanlage und des Lochnerpark (Grünanlage Hintere Marktstraße)) 3. giBitZENHOFER.MEILE (Verbindung Stadtgraben über Zeltnerstraße/Stromerstraße, Einbindung Zollhof und Kohlenhofareal, Weiterführung Richtung Melanchthonplatz und entlang des Grünen Weges Richtung Alter Kanal unter Einbindung der Potentialfläche Siemens-Parkplatz, der Sigena Schulsportanlage und weiterer gewerblicher Potentialflächen) 4. SüDSTADT.KLIMA.MEILE (Verbindung vom Bahnhofsvorplatz und Stadtgraben über den Richard-Wagner- Platz, Karl-Pschigode-Platz, Südstadtpark, Karl-Bröger-Straße, Aufseßplatz, Kopernikusplatz, Annapark, Maffeiplatz, Schuckertplatz, entlang Gudrunstraße, Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, der Allersberger Straße in Richtung geplantem Hiroshimapark und dem Volkspark Dutzendteich) 5. STEINBüHLER.MEILE (Ost-West-Verbindung über Grünen Weg vom Wöhrder See kommend Richtung Gibitzenhofer.Meile unter Einbindung der Grün- und potentiellen Freiräume entlang der Bahntrasse)

Abbildung 116

NETZE uND PuNKTE

Verbindung, Erreichbarkeit, Kommunikation und Begegnung Die Blau-Grünen Meilen sind die grünen Verbundräume im Quartier und stellen gleichzeitig die Hauptverbindungen zu den großen naherholungsorten außerhalb des nürnberger Südens her. Dem gegenüber differenziert sich innerhalb der Quartiere ein netz aus grünen Wegen und übergeordneten Freiraumverbindungen, Radwegen und Blau-Grünen-Magistralen. Dieses Wegenetz verbindet die Quartiere untereinander und bietet den *PARKS UND PLÄTZE Erholungssuchenden einen qualitätsvollen Weg zu den Grün- *RINGPLÄTZE UND PARKS AM RING räumen und anderen Zielorten. Eine umfassende Aufwertung *GRüNE WEGE UND bzw. Transformation des Straßenraumes zum Aufenthalts- und FREIRAUMVERBINDUNGEN Bewegungsraum wird hierbei eine Schlüsselmaßnahme sein. So könnte das Zielbild der „15-Minuten-Stadt“ (Dies entspricht *BLAU-GRüNE MAGISTRALEN 1 km Fußstrecke oder 3-4 km Fahrradweg) durch diese netzstruktur auf freiraumplanerischer Ebene umgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der wassersensiblen und klimagerechten Anpassung des Straßenraumes. So weisen z.B. die Hauptzufahrtsstraßen häufig einen geringen Grünanteil auf und liegen als Lärmproduzenten und Hitzebänder im Quartier. Sie sollen zukünftig als Blau-Grüne Magistralen klimasensitiv aufgewertet und umgestaltet werden. über das Wegenetz werden die verschiedenen Parks und Plätze erreicht. Sie sind die wichtigen Anker und Begegnungsorte im Quartier. Die Sicherung, Pflege und Aufwertung stehen hier im Vordergrund. Freiwerdende Potentialflächen sollten genutzt werden, um dieses System zu ergänzen.

Abbildung 115

STrATEGISCHE TEILräuME

Querschnittsthemen, Huckepackstrategien, Angebote Eine nachhaltige Freiraumentwicklung muss neben einer Sicherung, Pflege und Entwicklung sowie dem Vernetzen von öffentlichen Grünanlagen auch strategische Ansätze, wie Aktivieren, Kooperieren, Kommunizieren und teilhabe im Dialog berücksichtigen. So können in einer immer dichter werdenden Stadt bestehende Freiräume gesichert und neue Potentiale entdeckt und entwickelt werden. Für den nürnberger Süden wurden stra- *Die DICHTEN tegische Ansätze für die drei Teilräume; Die Dichten, Die Aufgelockerten und Die Produktiven entwickelt. *Die AUFGELOCKERTEN

*Die PRODUKTIVEN

Abbildung 117

ZiELBiLD - fREiRAUmViSiON fÜR DEN NÜRNBERGER SÜDEN

Abb. 58 Zielbild des zukünftigen Freiraumsystems des Nürnberger Südens , ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage)

Abbildung 118

Abbildung 119

5.2 HANDLUNGSfELDER UND mASSNHAmEN Die Umsetzung der drei Leitbildebenen: Blau-Grüne Meilen, Netze und Punkte und Strategische Räume zeigt das Zielbild - die Vision - für die Freiraumentwicklung des Nürnberger Südens auf. Zur Erreichung dieses Zielbildes werden verschiedene räumliche als auch programmatische Maßnahmen vorgeschlagen. Dabei beschränken sich die Maßnahmen nicht ausschließlich auf die Grüne Infrastruktur, sondern beziehen verstärkt auch Maßnahmen der Grauen Infrastruktur und private Flächenpotentiale mit ein. In der Vision für den Nürnberger Süden werden so zahlreiche Maßnahmen und Projekte für die Freiraumqualifizierung, Neuschaffung von Stadtgrün, Klimaanpassung, Gesundheitsförderung und Erhöhung der Biodiversität vorgeschlagen. Um diese Potentiale zu aktivieren, werden verschiedene Strategien und Instrumente zur umsetzung benannt. Auf den folgenden Seiten werden zu vier Handlungsfeldern einzelne Maßnahmen beschrieben:

gen, Friedhöfe und Schulhöfe

bebauung, Potentiale auf Gewerbeflächen.

ERWEITERUNG VON BESTEHENDEN PARKANLAGEN

AKTIVIERUNG PRIVATES GEMEINSCHAFTSGRüN

MEHRFACHNUTZUN GEN

Abbildung 120

NEUANLAGE VON KLIMAANGEPASSTEN PARKANLAGEN

TEMPORÄRE BESPIELUNG STRASSENRAUM

AKTIVIER EINE FRE UNG VON TRANSFORMATIONSPOTENTIALEN FüR IRAUMNUTZUNG

STRASSENQUALIFFIZIERUNG UND UMBAU

STRATEGIE K LIMAQUARTIER
QUALIFIKATION UND NACHRüSTUNG P KLIMATISCHE ARKANLAGEN
HOFBEGRüNUNG, HOFE H NTSIEGELUNG, OFSICHERUNG
STRATEG IE SUPERBLOCK
BLAU-GR üNE STADTPLÄTZE
FA SSADEN- UND DACHBE GRüNUNG

Abbildung 121

Abb. 59 Zielbild des zukünftigen Freiraumsystems des Nürnberger Südens mit beispielhaften Maßnahmen, ohne Maßstab

räuMLICH KONZEPTIONELLES LEITBILD

Abbildung 122

BLAU-GRÜNE mEiLEN *WEST.PARK.MEILE mit Leonharder Promenade *SANDREUTHER.MEILE *GIBITZENHOFER.MEILE *SüDSTADT.KLIMA.MEILE *STEINBüHLER.MEILE

Abbildung 123

NEtZE UND PUNKtE *BLAU-GRüNE MAGISTRALEN *RINGPLÄTZE, PARKS am RING *GRüNE WEGE *PARKS und PLÄTZE

Abbildung 124

StRAtEGiSCHE RäUmE *Die DICHTEN *Die AUFGELOCKERTEN *Die PRODUKTIVEN

ZIELBILD FÜr DEN NÜrNBErGEr SÜDEN

Abbildung 125

HANDLuNGSFELDEr uND MASSNAHMEN

mASSNAHmEN iN DER GRÜNEN iNfRAStRUKtUR

anlagen und Sportanlagen

Schulhöfe, Jugendeinrichtungen)

mASSNAHmEN iN DER GRAUEN iNfRAStRUKtUR

passung der bestehenden Fußgängerzone

haltsqualität (z.B. Anlegen von Begegnungszonen, Fahrradstraßen, Spielstraßen ...)

ßenräumen

PRiVAtE fREifLäCHENPOtENtiALE

Grünen-Meilen

zungen

PROGRAmmAtiSCHE StRAtEGiEN

hung der Biodiversität und Integration von AAD-Maßnahmen

Abbildung 126

mASSNAHmENKARtE RäUmLiCHES KONZEPt

Abb. 60 Maßnahmenkarte Räumliches Konzept, Ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage)

Abbildung 127

Abbildung 128

Abbildung 129

Abbildung 130

mASSNAHmEN iN DER GRÜNEN iNfRAStRUKtUR

*alle maßnahmen sind in der maßnahmenkarte „Räumliches Konzept“ verortet.

tHEmA UmSEtZUNG GUtE PRAxiS LUPE (VERtiEfUNG AB SEitE 98)

NEUANLAGE VON KLimAANGEPASStEN GRÜN- UND PARKANLAGEN (iNKL. SPiEL- UND AKtiONSfLäCHEN) Neben der Sicherung und Pflege bestehender Grün- und Parkanlagen ist auch die Schaffung neuer Anlagen ein zentrales Ziel. Dadurch kann dem großen Defizit von rund 105 ha an öffentlichen und wohnungsnahen Grünflächen und der teilweise schlechten Erreichbarkeit größerer Anlagen im Umfeld entgegengewirkt werden. Im Nürnberger Süden sollen im Rahmen städtebaulicher Entwicklungen folgende neue Parkanlagen, inkl. Spielplätze, entstehen:

stehenden Grünflächen Markomannenstraße und Frankenstraße

Der Fokus sollte hierbei auf einer klimasensitiven Gestaltung liegen, die die blau-grünen Prinzipien und den Gedanken der Schwammstadt in den Mittelpunkt der Aufwertungsmaßnahmen stellt. Es sollen multifunktionale und adaptive Grün- und Parkanlagen entstehen, die eine hohe Aufenthaltsqualität, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten bieten und ökologische und klimatische Funktion erfüllen.

Um diese Potentiale zu heben, ist über die ohnehin laufenden Investitionen ein Platz- und Parkanlagenprogramm erforderlich. Nach dem Motto „Jedes Jahr ein Stück mehr Grün im Nürnberger Süden“ wird die neuanlage oder Erweiterung (siehe Straßenrückbau) einer städtischen Grün- und Parkanlage durchgeführt. Ziel ist neben der Erhöhung des Angebotes auch die Klimaanpassung, insbesondere die Hitze- und überflutungsvorsorge. Bei anstehenden Park- und Grünanlagensanierungen ist zudem zu prüfen inwieweit der angrenzende Straßenraum entsiegelt werden kann, um die bestehenden Anlagen zu erweitern. Ein solches Parkprogramm müsste mit einer entsprechenden Finanzierung hinterlegt sein, um wirksam zu werden.

SiCHERUNG, PfLEGE UND QUALifiZiERUNG VON BEStEHENDEN PARKANLAGEN (iNKL. SPiEL- UND AKtiONSfLäCHEN) UND StADtPLätZEN Die vielfältigen Anforderungen (z.B. klimatisch, sozio-demografisch, erhöhter Nutzungsdruck) an die Freiräume der Stadt treffen im Nürnberger Süden auf wenige und meist kleinere Bestands-Freiräume, die zudem unzureichend miteinander vernetzt sind. Weiterhin können Grün- und Parkanlagen und insbesondere Stadtplätze, im Sinne der Multicodierung, Aufgaben der Kühlung aufnehmen, bei Starkregen als überflutungsraum zur Verfügung gestellt und hinsichtlich der Biodiversität qualifiziert werden. Die bestehenden Grün- und Parkanlagen sowie Stadtplätze können diesen Anforderungen nicht gerecht werden. Auch die einfache Pflege und Unterhal-

tung genügt vielerorts nicht mehr. Zudem sollte es Ziel sein, vermehrt diverse Sport- und Bewegungsangebote in die bestehenden Parkanlagen zu integrieren. Besonders vor dem Hintergrund des anhaltenden Stadtwachstums und dem damit verbundenen nutzungsdruck müssen die bestehenden Grün- und Parkanlagen und Stadtplätze weiterhin langfristig gesichert und sorgfältig gepflegt werden und, wenn möglich, erweitert werden (z.B. durch Straßenabhängungen). Dies stellt eine zentrale Zukunftsaufgabe dar. Um trotz der hohen Nutzungsintensität eine hohe Qualität und gut nutzbare Freiräume anzubieten, bedarf es auch einer regelmäßigen umfassenden Sanierung und Erneuerung des Stadtgrüns. Dafür sind kürzere intervalle für Erneuerungs- und Instandsetzungsmaßnahmen für stark übernutzte Parkanlagen erforderlich. Gleichzeitig braucht es bei der Sanierung und Erneuerung Konzepte, die mit den AnwohnerInnen zusammen entwickelt und umgesetzt werden, um auf die vielfältigen Nutzungsansprüche zu reagieren.

Die Sanierungsintervalle sind auf die Nutzungsintensität (Nutzungsgrad) der Grünflächen abzustimmen. Für stark übernutzte öffentliche Grünanlagen, wie beispielsweise Annapark oder Melanchthonplatz (Grundlage ist die erstellte Erreichbarkeitsanalyse), sind die Sanierungsintervalle analog zur Veit-Stoß-Anlage zu verkürzen. Für die dauerhafte Pflege und periodische Sanierung müssen entsprechend Finanzmittel eingestellt und personelle Kapazitäten geschaffen werden.

Der Servicebetrieb öffentlicher Raum (SÖR) hat derzeit bereits 9 Grünanlagen in Planung, Bau oder bereits fertiggestellt, so z.B. der Marie-Juchacz-Park. 6 weitere Grünanlagen werden für eine Sanierung priorisiert, z.B. der Annapark und der Melanchthonplatz. Für die Spielplätze wurde nach einer Vor-Ort Begehung von SÖR und dem Jugendamt 2020 eine Priorisierung relevanter Spielplatzsanierungsmaßnahmen vorgenommen. Erste Priorität im Planungsraum haben die Spielplätze Singerstraße/Melanchthonplatz; Budapester Platz und Annapark. siehe Lupen: *DER PLAtZ AN DER GUStAV-ADOLf GEDäCHtNiSKiRCHE WiRD ZUm BLAU-GRÜNEm Gu- StAV! *tOOLBOx KLimA.PLätZE

ÖffNUNG, mEHRfACHNUtZUNG UND KLimAtiSCHE ANPASSUNG VON VEREiNSGE- BUNDENEN fREiRäUmEN: SPORtANLAGEN UND KLEiNGARtENANLAGEN Die Nutzung von Sportanlagen und Kleingartenanlagen setzt eine Mitgliedschaft voraus und steht somit nur bestimmten NutzerInnengruppen zur Verfügung. Gleichzeitig bilden sie großzügige Freiräume im sonst so dichten Nürnberger Süden und spielen hinsichtlich der Biodiversität und klimatisch eine bedeutende Rolle als Kaltluftentstehungsgebiete oder Kaltlufttransportflächen. Sie liegen oft in unmittelbarer Nachbarschaft zu Parkanlagen und sind Teil eines Quartiers. Deshalb sollen sie erhalten und als Teil eines übergeordneten Grünverbunds – der Blau-Grünen-Meilen – auch für Nicht-Mitglieder- aktiviert werden.

Der nichtorganisierte Sport im öffentlichen Raum gewinnt an Bedeutung. Bewegung, Sport und Gesundheit sollen in den Stadtteilen im Nürnberger Süden gefördert werden. Um dies auf den Weg zu bringen, bedarf es eines vertiefenden Konzeptes mit Projekten, um die vorhandenen Vereinssportanlagen für die Allgemeinheit zu öffnen, besser auszustatten und attraktiver zu gestalten. Eine gezielte Öffnung von Vereinssportflächen für den selbstorganisierten Sport kann die öffentlichen Grünanlagen entlasten. Diesbezüglich hat der städtische Sportservice Nürnberg potenziell geeignete Sportvereine angefragt, um sie für ein mögliches Pilotprojekt zu gewinnen (z.B. Pilotprojekt Teilöffnung Randflächen der Sportfläche am Westpark; SC Viktoria 1925 e.V. für eine öffentliche Nutzung). Mögliche Maßnahmen auf Sportanlagen: * Erhöhung des Einladungscharakters für nicht-organisierte SportlerInnen, z.B. durch gezielte Umgestaltung der öffentlichen Bereiche oder eine aktive Strategie der Öffentlichkeitsarbeit *zusätzliche Elemente für neue öffentliche Bereiche: Integration von Ausstattungen für typische Trendsportarten, wie Parcours, Beach-Volleyball, Calisthenics * Erhöhung der klimatischen Funktion durch Abkopplung von der Kanalisation und klimaangepasster Umgang mit dem Regenwasser zur Bewässerung oder Kühlung, partielle Verschattung schaffen * Erhöhung der biologischen Vielfalt durch gezielte Bepflanzung (standortheimisch, insektenfreundlich, blütenreich) * Öffnung von Schulsportanlagen außerhalb der Schulnutzung

Die Öffnung und Integration von Kleingartenanlagen erfolgen über: *Die Schaffung von begrünten Durchwegungen mit Aufenthaltsmöglichkeiten als direkte Wegeverbindungen durchs Quartier. * Durch die Integration neuer gärtnerischer Konzepte und ein vielfältigeres Angebot auf den Gemeinschaftsflächen, auch für die Nachbarschaft (wie z.B. Weltacker Nürnberg und KGA Ideal in Nürnberg Röthenbach)

Gründung einer Initiative, die mit Beteiligung der BewohnerInnen die Potentiale ermittelt und aktiviert. Es ist notwendig, dass die Konzeptentwicklung mit Projektmitteln untersetzt wird.

ÖffNUNG/mEHRfACHNUtZUNG VON ÖffENtLiCHEN iNfRAStRUKtUR-ORtEN DER bIlduNG uNd Kultur Öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Schulhöfe, bieten Bewegungs- und Spielangebote für Kinder und Jugendliche. Außerhalb der Schulzeit, am Wochenende oder in den Ferien können diese Orte ein Flächenangebot für alle Kinder und Jugendliche in der Nachbarschaft sein. Für die Doppelnutzung der Schulhöfe sind entsprechende Regelungen in Nürnberg bereits vorhanden, die Schließzeiten und Haftungen berücksichtigen. Diese Regelungen werden bei Bedarf überprüft und weiterentwickelt. Die Idee der „Spielhöfe“ hat in Nürnberg bereits Praxis und sollte im Nürnberger Süden weitergeführt werden. Bei einigen Schulen im Süden bestehen bereits Angebote zur Doppelnutzung. Das Konzept der Spielhöfe sollte zukünftig auch Maßnahmen der Klimaanpassung verstärkt integrieren.

Spielhöfe nürnberg

mASSNAHmEN iN DER GRAUEN iNfRAStRUKtUR

*alle maßnahmen sind in der maßnahmenkarte „Räumliches Konzept“ verortet.

StRASSENRÜCKBAU ODER PARKPLAtZRÜCKBAU ZUGUNStEN EiNER PARK- ODER PLAtZERWEitERUNG Die vorhandenen Parkanlagen und Plätze in den dicht bebauten Quartieren können dem hohen Nutzungsdruck kaum standhalten und stoßen an ihre Grenzen. Es gibt kaum größere Potentiale für neue Grünanlagen auf Brachflächen. Gleichzeitig liegen einige der vorhandenen Grünanlagen als Inseln umkreist von Nebenstraßen und Stellplätzen. um dem nutzungsdruck zu entschärfen wird deshalb empfohlen, angrenzende Straßen und Stellplätze vom Verkehr zu befreien und umzugestalten. Auf diese Weise können die bestehenden Anlagen vergrößert und neue Angebote und Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Die Erweiterung von Parkanlagen/Stadtplätzen bietet sich an für (alle Vorschläge sind in der Maßnahmenkarte Räumliches Konzept verortet):

Park- und Grünanlagen: • Dr. Luppe Platz

weiherstraße im Zuge der Gibitzenhofer.Meile

Stadtplätze

an der Von -der-Tann Straße - Entwicklung als • Dianaplatz Weltacker

Spielplätze:

Die vorgeschlagenen Straßenabschnitte sind in der Karte „Maßnahmenplan Räumliches Konzept“ dargestellt. Mit den vorgeschlagenen Erweiterungsflächen könnte man rund 50.000 m² Fläche dazugewinnen. (Dies ist ein grober Maximal-Wert. Hier sind Zu- und Anfahrten oder Eingangsbereiche mit in die Berechnung eingeflossen)

ERWEitERUNG/ENtWiCKLUNG VON fUSSGäNGERZONEN DURCH StRASSENUmBAU/ AUfWERtUNG UND KLimAtiSCHE ANPASSUNG Der nürnberger Süden verfügt bereits über zwei Fußgängerbereiche, einmal vom Aufseßplatz bis zum Kopernikusplatz in Galgenhof und in der Schweinauer Straße in St. Leonhard. Mit dem Konzept der Blau-Grünen -Meilen und der Leonharder Promenade sollen unter anderem attraktive Wegeverbindungen geschaffen werden. Es wird vorgeschlagen, die bestehenden Fußgängerzonen auszuweiten und eine neue Fußgängerzone in der gostenhofener Hauptstraße anzulegen.

Lupe: LEONHARDER PROmENADE und ANNApArK

StRASSENUmBAU ZUGUNStEN NiCHt-mOtORiSiERtEm VERKEHR Für die Umsetzung der Blau-Grünen-Meilen werden Straßenabschnitte vorgeschlagen, die zukünftig weiterhin befahren werden können, gleichzeitig aber den FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen einen Vorrang einräumen und den Anteil an Begrünung und Aufenthaltsqualität erhöhen. Dies kann z.B. durch die Entwicklung von Begegnungszonen nach Schweizer Vorbild, Anlegen von weiteren Fahrradstraßen (wie z.B. Peter-Henlein- Straße) oder anderen verkehrsberuhigten Straßentypen realisiert werden. Die Parkraumbewirtschaftung, die bisher nur in der Altstadt angewendet wurde, soll zeitnah auch auf andere Stadtteile wie z.B. die Südstadt ausgeweitet werden und kann hierbei unterstützen. Der ruhende Verkehr kann reduziert werden und Flächenpotentiale für Aufwertungsmaßnahmen können frei werden, z.B. bei der Sanierung des Annaparks und des Melanchthonplatzes.

im Freiraumkonzept für den nürnberger Süden wird der Straßenraum als wesentliche Stellschraube für ein Mehr an Grün- und Freiraumqualität und Klimaanpassung identifiziert. Um diese Potentiale zu aktivieren, sollte jedes Jahr ein halber Kilometer vom Straßenraum zum Freiraum grundlegend umgebaut werden. Hierfür müssten jährlich 1-2 Mio. EUR zur Verfügung stehen. Damit wäre es auch möglich, das Regenwasser von Gehwegen und wenig belasteten Fahrbahnen für die Bewässerung der angrenzenden Vegetationsflächen und Baumstandorte zu nutzen.

ERHALt/PfLEGE DER StRASSENBäUmE UND NEUE StRASSENBAUmPfLANZUNG Der Nürnberger Süden weist insbesondere in den dicht besiedelten Stadtteilen wie z.B. Galgenhof oder Gostenhof Ost ein großes Straßenbaumdefizit auf. Gemäß der Straßenbaumkartierung (2020) (Eigentumsverhältnisse unberücksichtigt) sind rund 1/4 der Straßen gänzlich ohne Baumbestand. Hitze- und damit einhergehende Dürresommer setzen den bestehenden Straßenbäumen jedoch sehr zu. Um zukünftig den Erhalt zu gewährleisten und weitere neue Straßenbäume zu pflegen, muss:

Regenwasser der versiegelten Flächen ist anzustreben.

„klimaangepasst“umgebaut ist.

Gleichzeitig sind viele Straßen gänzlich ohne Baumbestand (gemäß Straßenbaumkartierung 24 %). Mit der Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden, die sich auf den gesamten Planungsraum bezieht, werden vier Prioritäten für klimaangepasste Neupflanzungen ausgewiesen. Es sind rund 27.930 m Straße als prioritär ausgewiesen. Zielstellung sind 500 bis 1.000 neue Bäume für den Nürnberger Süden bis 2035.

Im Rahmen der Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden wurde vom Umweltamt eine Grundlage von priorisierten Straßenabschnitten für eine zukünftige Straßenbaumpflanzung ermittelt. Im Rahmen einer Umsetzung müssen jetzt die oftmals schwierig zu behebenden Konflikte im Bestand, bezogen auf die Sparten, betrachtet werden. Bei einer Spartenverlegung können hohe Kosten entstehen und insbesondere die Verlegung großer Leitungen, wie z.B. der Gas-, Wasser-, Fernwärme- und 110-KV Leitungen, sind problematisch. Auch wenn bei der Neuverlegung, insbesondere kleinerer Leitungstypen, in der Regel eine platzsparende vertikale Schichtung erfolgt, ist in jedem Fall eine Einzelbewertung geboten. Kompromisslösungen mit Spartenträgern sind möglich. Zielführend ist die Berücksichtigung von Straßenbauprogrammen, sodass die anstehenden

Straßenumbaumaßnahmen inkl. der lage der Sparten entsprechend früh eruiert werden und entsprechend Finanzen für neue Straßenbäume und ggf. für Spartenverlegungen vorgehalten werden können. Die Umsetzung von Straßenbaumpflanzungen (Neupflanzung und Ersatzpflanzung) muss ausreichend finanziell untersetzt sein. Dabei muss bei Neupflanzung auch eine mögliche Spartenverlegung geprüft und finanziell abgesichert sein.

BLAU-GRÜNE-mAGiStRALEN Die Hauptverkehrsstraßen sollen als attraktive, klimaangepasste, begrünte Straßenräume qualifiziert werden. Als Stadtstraßen werden sie neu interpretiert und attraktiver für RadfahrerInnen und FußgängerInnen. Prioritäres Ziel ist die gleichberechtigte Nutzbarkeit für alle VerkehrsteilnehmerInnen. Breite Fuß- und Radwege sowie klimaangepasste Straßenbäume, Begrünung und Aufenthaltsmöglichkeiten sind wichtige Gestaltungskriterien. Gleichzeitig soll die Barrierewirkung durch ausreichende Querungspunkte minimiert werden. Ein weiteres Ziel ist es, Schatten im Straßenraum zu erzeugen und durch Umgestaltungsmaßnahmen, im Sinne der Schwammstadt, möglichst viel Wasser im Straßenraum zu halten, um es als Baumbewässerung zu nutzen oder verdunsten zu lassen und über die Verdunstung eine Kühlwirkung zu erreichen. So werden aus den grauen Bändern Blau-Grüne-Magistralen. Folgende Straßen sollen zu Blau-Grünen-Magistralen werden:

Gutes Beispiel: Forschungsprojekt „Blue-Green-Streets“ nürnberg: Entwicklung und umsetzung von grüngleisen

Lupe: tOOLBOx BLAU-GRÜNE-StRASSEN

Begegnungszonen nach Schweizer Vorbild Begegnungszonen zielen auf eine Verkehrsberuhigung und eine Steigerung der Straßenraumattraktivität ab. Die Nutzung durch FußgängerInnen und RadfahrerInnen wird gegenüber der Verkehrsfunktion stärker gewichtet und die Aufenthalts- und Verkehrsbedingungen für den langsamen Verkehr werden verbessert. Innerhalb der Begegnungszone dürfen FußgängerInnen und RadfahrerInnen die ganze Verkehrsfläche benutzen und sind gegenüber den Fahrzeugführern vortrittsberechtigt, dürfen jedoch die Fahrzeuge nicht unnötig behindern. Zusätzlich gilt eine geschwindigkeitsreduzierung.

POCKEtPARKS & miNiPLätZE In der Struktur der dichten Blockrandbebauung bieten Pocketparks eine einfache Möglichkeit, ein Mehr an Grün zu erzeugen. Im Planungsgebiet gibt es hier bereits den Pocketpark an der Christuskirche und an der Ludwigshafener Straße. Dies gilt es weiterzuführen und neue Flächen zu identifizieren (z.B. auf Brachflächen). Zudem entstanden an den Blockecken erweiterte Fußwegbereiche, die kleine Plätze ausbilden. Teilweise sind diese begrünt und mit Bänken ausgestattet, wie z.B. Beispiel in der Peter-Henlein-Straße/Gugelstraße. Hier wurde zusätzlich im gesamten Kreuzungsbereich der Belag im Sinne einer Begegnungszone ausgebildet. Gleichzeitig gibt es Anliegerstraßen, die in Sackgassen enden und dadurch kleine Plätze an deren Ende ausbilden. Diese kleinen „Miniplätze“ (z.B. Max-Plank-Straße in Gibitzenhof) können wichtige Treffpunkte und Bewegungsinseln im Quartier sein und können als Schattenplätze der klimatischen Anpassung dienen. Bei Maßnahmen im öffentlichen Raum kann an bestehende Fördermöglichkeiten angeknüpft werden. Es existieren hier sowohl das Programm „Möglichkeitsräume“ des Stadtplanungsamtes, welches private ökologische/grüne Projekte unterstützt, die das nachbarschaftliche Miteinander im öffentlichen Raum fördern, als auch die Verfügungsfonds der Stadterneuerung. Weitere Orte für Pocketparks könnten sein: Fläche Ecke Eilgutstraße/Tafelhofstraße; Streifen am Dianaplatz Ecke Frankenschnellweg; Hummelsteiner Weg südlich der Mittelschule.

UNtERfÜHRUNGEN/tUNNEL AUfWERtEN ODER iNSZENiEREN Der Nürnberger Süden ist stark durch Bahntrassen und den Frankenschnellweg zerschnitten, wichtige Wegeverbindungen laufen durch Tunnel und Unterführungen. Diese sind oft unattraktiv und beängstigend (aufgrund schlechter Beleuchtung), wenig einladend, den Weg weiter zu gehen. Eine künstlerische inszenierung, die gendergerechte Planung, eine generelle Aufwertung und eine bessere Beleuchtung können diese Orte qualifizieren und so wichtige Verbindungen markieren. Aufwertungen sind an folgenden Tunneln und Unterführungen möglich: tafelfeldtunnel, Allersberger tunnel, Steinbühler tunnel, Brücken-unterführung Schwabacher Straße und Rothenburger Straße.

gutes Beispiel: neu gestalteter und aufgewerteter Karl Bröger tunnel

tEmPORäRE BESPiELUNG Ein weiteres Potential für die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt im Quartier und zur Entlastung bestehender Grün- und Parkanlagen wird mit der temporären Umnutzung von Straßen als Freiraum erschlossen. Die temporäre Spielstraße oder Summer Streets (bzw. eine Kombination) können hierfür Beispiele sein. Dafür werden z.B. temporäre Aufenthaltsmöglichkeiten, Parklets, Begrünung oder Spielangebote etc. installiert. Neben den dafür notwendigen organisatorischen und finanziellen Leistungen, ist die Öffentlichkeitsarbeit eine sehr wichtige Aufgabe für Akzeptanz der Maßnahmen bei der Bevölkerung. Temporäre Spielstraßen benötigen zusätzlich eine begleitende Betreuung. In der nördlichen Karlsruher Straße befindet sich bereits die erste temporäre Spielstraße. Dies ist auf die weiteren Stadtgebiete auszuweiten, bestenfalls im Zusammenhang mit den an Parkanlagen angrenzenden Straßenflächen. Zudem wurden u.a. durch Mittel der Stadterneuerung und des Masterplans Freiraum vier Parklets im Nürnberger Süden angelegt (Karl-Bröger Straße, Peter-Henlein-Straße, Mannheimer Straße, Vogelweiher Straße). Zudem wurden zwei weitere durch die KünstlerInnengruppe bluepingue in der Wirthstraße und Peter- Henlein Straße angelegt. Es wird vorgeschlagen, die Idee der Parklets auch auf die weiteren Bereiche des Planungsgebietes auszuweiten. Ab 2022 ist hierfür bereits ein weiteres Parklet in der Breitscheidstraße angedacht.

Eine saisonale und unkommerzielle Erweiterung des öffentlichen Freiraums in den Sommermonaten durch Summer Streets (z.B. August bis September) würde die Lebensqualität steigern, das Miteinander stärken, die Kreativität fördern und ein Zeichen für die dringend notwendige Mobilitätswende in Nürnberg setzen. Vorschläge für Summer Streets:

„Jugendhilfeplan Spielen in der Stadt“

„Am 27. Februar 2008 wurde im Stadtrat die Jugendhilfeplanung „Spielen in der Stadt“ als verbindliche Grundlage für die Stadtentwicklungsplanung einstimmig beschlossen. Dieser Plan analysiert den Bestand der Spielflächen und stellt die Maßnahmenplanung für die Zukunft vor. Die Jugendhilfeplanung ist ein zentraler Baustein der Stadt Nürnberg auf dem Weg zu einer kinder-, jugend- und familienfreundlichen Stadt. Das Konzept bezieht diese Ziele mit ein und fordert alle Beteiligten zur Integration auf.

Abbildung 132

Abbildung 131

Abb. 61 Foto Parklet Vogelweiherstraße [Quartiersmanagement Gibitzenhof] und Pocketpark an der Christuskirche (Projekt des Masterplans Freiraum; Projekt der Stadterneuerung [Gerwin Gruber; Gerhard Illig]

PRiVAtE fLäCHENPOtENtiALE

*alle maßnahmen sind in der maßnahmenkarte „Räumliches Konzept“ verortet.

fLäCHENPOtENtiAL ABStANDfLäCHEN DER ZEiLENBEBAUUNG iN DER KULLiSSE DER BLAU-GRÜNEN-mEiLEN Orientiert an den Parkfingern, die vom Westpark in die Reichow-Siedlung reichen, beziehen die Blau-Grünen- Meilen auch anderenorts private Flächenpotentiale in den Zeilenbebauungen mit ein, um das Freiraumangebot zu erweitern und den Verbundraum zu stärken. In erster Linie sollte bei diesen Flächen die Verknüpfung mit den angrenzenden öffentlichen Freiräumen stehen, um so einen qualitativen Gesamtraum zu entwickeln. Dazu gehören, z.B.:

Lochnerpark (Grünanlage Hintere marktstraße)

Zusammen mit den Wohnungsbaugesellschaften können die strukturarmen und wenig Aufenthaltsqualität bietenden Flächen mehr Nutzungsangebote erhalten. Sie können durch geeignete Bepflanzung zur Biodiversität beitragen, Tieren Wohnraum bieten (Animal Aided Design) und sind potentielle Flächen für ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Unter den Programmatischen Strategien und Huckepack-Strategien wird darauf nochmal eingegangen. Solche Maßnahmen können mit erhöhten Unterhaltungskosten verbunden sein und erfordern eine Finanzierungsstrategie. >> Weiterführend siehe „Programmatische Strategien“

fLäCHENPOtENtiALE AUf GEWERBLiCHEN tRANSfORmAtiONSfLäCHEN Die produktiven, privaten Gewerbeflächen stehen grundsätzlich, aus organisatorischen und Sicherheitsgründen, erstmal nicht zur Verfügung für öffentliche Freiraumangebote. Gleichzeitig befinden sich manche dieser Flächen im Umbruch oder sind im Wartestand für eine Transformation. Ziel ist zu einem Diskurs mit den privaten Akteuren zu kommen, um langfristig eine gemeinsame Idee zu entwickeln, die auch neue Freiflächenangebote beinhaltet oder gezielt Flächen zu erwerben, um vielfältige Freiraumangebote zu schaffen. Alles in allem setzt das eine frühzeitige Kooperation der Akteure und gute Umstrukturierungskonzepte voraus. Potentielle Flächen sind:

für einen Siemenspark

fLäCHENPOtENtiAL GROSSPARKPLätZE EiNZELHANDEL Derzeit nehmen die großen Parkplätze des Einzelhandels rund 60.000 m² im Nürnberger Süden in Anspruch. Es sind Flächen, die stark versiegelt, wenig bis gar nicht begrünt, monofunktional genutzt und an den Sonn- und Feiertagen ungenutzt sind. Gerade in den dichten Stadtteilen, wo die freien Flächen immer knapper werden, braucht es neue Konzepte, um diese Flächen optimal und klimaverträglich zu nutzen.

Diese Konzepte können Mehrfachnutzungen, z.B. temporäre Wochenendnutzung für Spiel- und Bewegung oder eine Begrünung für mehr Biodiversität und Verschattung umfassen. Eine Vielzahl an Städten setzt in dicht bebauten Quartieren auf eine Transformation der flächenverbrauchenden flachen Gebäude in Kombination mit dem Wohnungsbau. Solche Konzepte bieten auch das Potential, neue Freiraumangebote (z.B. als Hochpark auf dem Dach oder Energie-Dachlandschaften) zu integrieren, wenn auch das veränderte Mobilitätsverhalten mitgedacht und gänzlich auf großzügige Kundenparkplätze verzichtet wird.

fLäCHENPOtENtiAL GEWERBEPARKPLätZE Die Gewerbeflächen nehmen im Nürnberger Süden große Flächen ein. Flächen, die in zentraler Lage, angrenzend an dichte Wohnbebauungen mit einer defizitären Grünausstattung und thermischer Belastung liegen.

In Verantwortung gegenüber den benachbarten Quartieren und der Stadtgesellschaft stellen sich die Gewerbetreibenden mit dem Masterplan Gewerbeflächen auf die zukünftigen Herausforderungen ein. Unter den Programmatischen Strategien wird ausführlich darauf eingegangen. An dieser Stelle seien die Großparkplätze als Flächenpotential für eine Begrünung im Sinne der Biodiversität, einer Klimaanpassung (Verschattung, Umgang mit Regenwasser) benannt. Im Hinblick auf eine zukünftige Mobilitätswende und Ressourcenschonung sind dies auch die Flächen, die ähnlich der Einzelhandelsparkplätze großes und ggf. zeitnahes Transformationspotential haben.

Die Stellplatzflächen von Gewerbe-Industrieflächen werden insbesondere an Wochenenden wenig genutzt, sodass diese auch ein Raumpotential für Rollsport in jeder Form haben. Es können zum Beispiel mit mobilen Rampen immer wieder neue Skateplätze geschaffen werden. Die Aktivierung solcher temporären Sport- und Bewegungsnutzungen bedarf der Organisation und Betreuung. Die Flächenpotentiale sind erheblich, um durch Multicodierung einen Mehrwert zu generieren. > > Weiterführend siehe „Programmatische Strategien“

Konzept Animal Aided Design Nach dem Motto „Wenn in der Stadt neue Wohnungen für Menschen gebaut werden, dann sollen auch Wohnungen für Tiere gebaut werden“. Hierfür bedarf es eines Konzeptes, in dem Zielarten, Maßnahmen und räumliche Verortung festgelegt werden. Animal Aided Design muss sich immer mit dem gesamten Lebenszyklus eines Tieres beschäftigen, also z.B. Nistmöglichkeiten, Nahrungsquellen, überwinterungsorte, Vereinbarkeit mit bestehenden Nutzungen usw. Daher sollte im ersten Schritt ein Konzept erarbeitet werden, um dann zielgerichtet Maßnahmen durchzuführen.

Abbildung 133

mASSNAHmENKARtE StRAtEGiERäUmE

Blau-Grüne-Meilen Die Dichten - grundstücksübergreifende Blockkonzepte

umsetzungsprogramm für Klima.Quartier Gründachpotentiale Blau-Grüne Meilen Superblock

Abbildung 134

Die Aufgelockerten Die Produktiven

Aktivierung von Freiflächen in Blau-Grün & Smart Stoffströme erlebbar machen der Zeilenbebauung Grün & Produktiv gewerbeparkplätze

Abb. 62 Maßnahmen Strategieräume, ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage)

PROGRAmmAtiSCHE StRAtEGiEN UND HUCKEPACK-StRAtEGiEN

In einer dicht bebauten Stadt mit unterschiedlichen Bautypologien und Nutzungen, wie Wohnen, Gewerbe sowie verkehrliche Infrastruktur, besteht ein erhebliches Potential der Freiraumentwicklung, Klimaanpassung sowie Erhöhung der biologischen Vielfalt innerhalb dieser Strukturtypen. Da diese Flächen überwiegend in privatem Besitz sind, ist die Aktivierung dieser Potentiale nicht einfach und kein Selbstläufer. Die Strategie der Aktivierung dieser Potentiale ist daher programmatisch ausgerichtet. Wenn es relevante städtebauliche Veränderungen auf einem Grundstück gibt, dann sollten im Sinne der doppelten (dreifachen) Innenentwicklung gleichzeitig auch die Potentiale der Freiraumentwicklung, Klimaanpassung und Erhöhung der biologischen Vielfalt genutzt werden. Der Freiflächengestaltungsplan, in dem für Nürnberg bestimmte Qualitätsstandards definiert werden, ist hierbei ein wirksames Instrument. Zudem gilt es die kürzlich beschlossene Begrünungssatzung konsequent einzuhalten und umzusetzen. Für Wohnungsbauvorhaben und Bauflächenentwicklungen ist zusätzlich ein Eckpunktepapier mit grünanforderungen vorgesehen. Da die Aufwertungspotentiale in den unterschiedlichen Teilräumen (die Dichten, die Aufgelockerten, die Produktiven) aufgrund der Baustruktur, Nutzungsanforderungen, Freiraumverfügbarkeiten sowie Eigentümerstruktur sehr unterschiedlich sind, ist es erforderlich, auf diese Ausgangsbedingungen ausgerichtete und differenzierte sowie passgenaue Maßnahmen zu entwickeln. Ziel wird es sein, bei Bauanträgen nach § 34 BauGB, im Rahmen von Bebauungsplanverfahren für Bestandsgebiete oder im Rahmen von Förderprogrammen (z.B. Städtebauförderung, Klimaanpassung) die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen.

UmSEtZUNGSPROGRAmm fÜR BLAU-GRÜNE mEiLEN: Zentrales räumliches gerüst des Freiraumkonzeptes sind die blau-grünen Freiraumbänder, die den Süden und seine bestehenden und alternativen Freiräume aufwerten und neu verknüpfen. Sie bilden strategische Räume aus, wo, gebündelt mit Maßnahmen der Klimaanpassung, Multicodierung von Freiräumen und Transformation von Straßenräumen, zukunftsfähige urbane Freiraumqualitäten für den Nürnberger Süden möglich gemacht werden. Zur Umsetzung dieser Maßnahmen ist für jede der 5 Blau-Grünen Meilen die Erarbeitung eines ortsspezifischen, strategischen Maßnahmenkonzeptes mit begleitender Kommunikation erforderlich (vorbereitende Projektentwicklung). Aus diesem werden Einzelprojekte abgeleitet, die dann schrittweise umgesetzt werden können. Da die Blau-Grünen Meilen einen Verbundraum aus unterschiedlichen GrundstückseigentümerInnen, BewohnerInnen, Initiativen sowie Verwaltungsdienststellen darstellen, bedarf es einer frühzeitigen Beteiligung der unterschiedlichen Akteure. Daher wird der Partizipationsprozess in diesem Verfahren einen hohen Stellenwert haben. Die Erarbeitung von Grundlagen, Zielen und Maßnahmen für die Entwicklung der Blau-Grünen Meilen werden immer in einem diskursiven Prozess eingebunden sein. Hierfür werden entsprechende Planungsmittel und Personal bei den umsetzenden Dienststellen erforderlich. Es wird empfohlen, zunächst Erfahrungen anhand der Südstadt.Klima.Meile als Pilotprojekt zu sammeln. Nach Auswertung dieser Erfahrungen sind dann die nächsten Meilen anhand einer abgestimmten Priorisierung (2: Westpark-Meile; 3: Gibitzenhofer Meile; 4: Sandreuther Meile; 5: Steinbühler Meile) anzugehen. um dies zu erreichen, ist eine umsetzungsstrategie erforderlich, die mit einem eigenen Budget untersetzt ist. Aus diesem Budget sollte finanziert werden:

riertes Konzept mit E-Partizipation

Mit der Novellierung des § 136 BauGB liegen städtebauliche Missstände auch vor, wenn die Funktionsfähigkeit eines Gebietes in Bezug auf „die infrastrukturelle Erschließung des Gebiets, seine Ausstattung mit und die Vernetzung von Grün- und Freiflächen unter Berücksichtigung der Belange des Klimaschutzes und der Klimaanpassung, seine Ausstattung mit Spiel- und Sportplätzen und mit Anlagen des Gemeinbedarfs, insbesondere unter Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Aufgaben dieses Gebiets im Verflechtungsbereich“, Missstände aufweist. Da aufgrund der vorliegenden Bestandsanalysen diese städtebaulichen Missstände vorliegen, wird vorgeschlagen, eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme mit Mitteln der Städtebauförderung durchzuführen. Die Blau-Grünen Meilen sind dabei die Gebietskulisse. Damit würde ein Förderinstrument vorliegen, um das umfangreiche Maßnahmenprogramm in den Meilen umzusetzen. Eine besondere Priorität liegt hierbei auf der Südstadt.Klima.Meile, die derzeit zum großteil nicht in einem Städtebaufördergebiet liegt.

Lupe: SÜDStADt.KLimA.mEiLE

DiE AUfGELOCKERtEN - AKtiViERUNG VON fREifLäCHEN iN DER ZEiLENBEBAUUNG Da die grundstücke der Zeilenbebauung zu einem großteil im Besitz von größeren Wohnungsunternehmen sind, können diese Akteure gezielt angesprochen werden, um eine Entwicklungsstrategie auf den Weg zu bringen. Hierzu wäre der erste Schritt, ein rahmenkonzept für die „Aufgelockerten“ einschließlich der Rand- und Verflechtungsbereiche zu erarbeiten. Ein solches Rahmenkonzept sollte auch immer integrativ mit behandeln, inwieweit eine bauliche Verdichtung überhaupt nachhaltig umsetzbar ist und wenn sie das ist, welche Rahmenbedingungen für die Freiraumentwicklung notwendig sind. Die bauliche Verdichtung kann Aufstockung, Nutzung von versiegelten Flächen (Stellplatzanlagen) oder punktuelle Bebauung unversiegelter Flächen bedeuten. Die bauliche Verdichtung sollte dann immer einen Mehrwert für die Grünraumentwicklung, Klimaanpassung sowie für die Erhöhung der biologischen Vielfalt mit sich bringen. Daher ist ein „proaktiver“ Rahmenplan, der Bebauung und grünentwicklung als dreifache innenentwicklung miteinander verbindet, ein gutes instrument einer vorsorgenden städtebaulichen Entwicklung. Mögliche Maßnahmen auf den Freiflächen der Zeilenbebauung:

schen Wohnen und Außenraum, z.B. terrassen

tiere, z.B. Fledermauskästen am gebäude)

Es wird vorgeschlagen, ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einem Wohnungsbauunternehmen (wie z.B. der WBG für die Gebiete Gernot-, Rothenburger- und Zollerstraße) durchzuführen, um aufzuzeigen, welche Qualitätssteigerungen in der Aktivierung des Siedlungsgrüns stecken. Hier kann an bestehende Förderprogramme für Begrünungsmaßnahmen auf privaten Hof-, Fassaden- und Dachflächen , wie z.B. das „Mehr Grün für Nürnberg“ für die Sanierungsgebiete und „Initiative Grün“ für die restlichen Stadtteile angeknüpft werden. Ein solches Projekt sollte in einen umfassenden Kommunikationsprozess eingebunden werden, um eine Vorbildfunktion zu schaffen.

e e ß ß a a r z r st at st n pl P r e i ßl e r D e n is s tr a ß e K e r n st r a ß e K e r r e K a n al st r a ß e E b e J a m r nit z e r st r a ß h e M i a tt l e r r e d K s a n h a l s o t r a f ß s e t r a ß e O b e r e K a n a l s t r a ß ff st e r a ß e I m h o f f st r a S ß e ü d l i c h e F ü F r ü t h r t e h E r l s e n S e r r s t r S a t ß r a e ß e A A m m P P l ä l ä r r r e r r e r M A o m s t P L g u a l ä d s w r O s r i e e g tt s o r t s r a t r ß a e ß e J F a k r o P a F b f u s r e a e i f u e n e r t n g o t a o r s g r s m r e a a b u F e ä e r b e r r st n r a ß e F ß e ä F r K r b a o e u l r p e p ß i e n K n l a g o g t a r g z n s a m s s e s a e rkt Kollwitzst F ra u ß g H e g o e lz r s s c t h r u a h ß e e rstr Z aß w F e u ei g g g s F t e r r a a r s ß n t e k r a e ß n H e s o c lz h sc n h e u l h lw e r e s g t ra U nt e ß e S p e A n m g F l L r e a F e r s o n r t a n k r a h n e ß a k n r e e s n c s h c n h e n H l e l e w s l s l e e w s g t e r a g ß I m h o e S c h r e y e r s t r a ß e H E i A r m t n e m n g y a - N P s e s o t z e e o l t t s h t r a e ß r e t - r a S ß e t r a ß D K e a o m h m l S e s E o t n ra p G m h ß a h r m e o t i e e n f y - s s - G tr N t a r ß e o a e r F e m ß e t h a u e e i e n r r - - S S w t t Z e r u r f a u a h g r s tr a ß ß ß e e e S ei n b ü h l e r T a u n n el n d s t Z r a o D ß l i e l t z e h s t r a o ß e f Z oll h o f Z el t n e r st r a ß e E s s e n w e i n st r a T u W n e i d e n n k e ll e r s e t r a l s tr a ß e e ß a r t s g n is s e L d d e s p e n S t cker s tr a ß e F O el t i m xs a tr r a st ß ra e ße Geo K r e r ut z e g r st r a ß s traße Webersg M as a s r e ie-Beeg-Straße A m P a f r e k r d e m ar kt R a m p e n Landgrabenstra A ß n e d E ß e s e p n a n R st a ra m ß e pe H n a slers W tra ie ß s e e S n c s h t l r o a ß ß ä e H e y n e s tr a ß e G u g e ls tr a ß e O h m s tr a ß e a r st L , e r g n h u e w m w e . o n o s e h d e D üp ti r g e s u o B t m u n s l r e de a c n m w B sn u h g t e t f o O r H g d e i E a d h n wr e i r ß a e f n a z fe B r e s e e r f B r e b t i r dr g e a z i e ae n t u g n i ß n n t r g w u e ü n . e a n n i n S K a r r e u u g u t o d z c e r k s f t r h n a l . ß a v e c K r g o n I h ü m l s i n n e - - - L O e G r o f r f ü p s n o tr s l a d t ß r s a t e r ß a e ße N e lk e n L s i t l r i a e ß n s e T tr u a l ß p e e n s tra ß e F in k e n s tra ß e V o lk m a n n s tr Li G n ei ßl n e r e st O r a k ß e e nstr S a i ß n e g O e L k rs a e t n n ra s d ß tr g e a r ß a e b H e M O u n u k m s e n b t n k o r e s a ld t r r ß s t a s t e r ß t a r e a ß ß e S e e u ffe rts tra ß e G u g e ls t r a ß e in. a e, wie z.B r i c das Hofbegrü- ß e Leibnizstraße te Baum“, sohllten hier mit s tr t. d F d ü e r r d S i u e p D er ic b h l a o t ß e ec n k. werden e ß a G e i s s e e s t r a ß e Sandreuthstr a ß e r tS r e r e el pl at z e h a ft s a u f g a b e e in e s B lo c k s/ y h ß n n e n s o e ffi z i e n te r u m Hg eo -lbeinstraße Marktstraße e p S e r s c st r a Hintere H e S z mensbrücke astraße p o t a s s e rb r u n n e n E li s e n s tra L I d Waldaustraße M a y b a c h e y e r e r S tr a ß e Ne ck a r s t r a ß e L o tz e s tr a ß e L S tr P a f ß ä b l u z r e ge rs r t S r t a r a ß ß e e V o g e lw Sie k e r u n g , s ta tt A b l e i t u ß e ng in o c h n e rs st r a ß e s tr a ß e K a r l s ruhe r Stra ß e e ih e r s ß u e a e n t e z r t n g o t a T o r u L F r s n g r e e N a e r l s t h m n e e s i g r r m e s t s o r s a at F e a r ß a e ß a p e n P S h r b u d o e l t F d a a e i ä e h e r b t i n d e e e r r r n s s u t t H n r s e a a n ß b e c i o P g g u E e s l Z s s e o e h z n w m g e F F n t g i n r Fs e w i t w e r a e t ßs s e r u n e ä b a nk F ü s m te i t r i t i a e r e s a K o ß r n r e b t i l a s s b a n u o F W e F e e u a i d K r e n z n l ß k e n ü r p r l d l e e e g r S s p t i r a s ß e c i e e e ü p n K n l t d k as n r g t o e g a e e n t b a N r g z ß n n n e s ü a e s e g m s r s t r e e ß a r t s g n is s r e L n r s a N ü a S t b e r r n a ß e k o t ß u r e e r t a p g n L ß i e g o t e r c s h S c n ü h e d s r e s t n r t J r a a e a c k e ß l s ß t r a ß e e e Nopitschst r a ß e E r n st - S a c h s - St r a ß e I n d u st ri e N o pitsch s t r a ße H e i s t e r s t r a ß e D i Di a a n a s t r a ß G e n i b a i t p z e la n t h z o f s E t r a F r ß r e l a e n n k s e t U r n a s l ß m tr e a P la te e n s tr ß n e s t F r L a ni r g g s tr a ß e a ß n e k e n E s c s h e E n s tr a ß t e r t r E r s c a h e n s ß a t r l e e ß n e stra F e ß a r ts r e h ie w U ß ra e lm nk e e n ns s t t r r a a ß ß e e Z a a le ol l h o f P P P o o o t t t e e e ß e n n n z z z i i i a a a l l l m m i i t t E E i i n n s s c c h h r r ä ä n n k k u u n n g g ( ( G F a e r n a s g t e e r ) ) F S p i e ß s t r a ß e D i a n a s t r a ß e ß e L ö f f e l h o l z s t r a ß ß e e g o V f Z V o r h s t r a a n d e n o rs te P a traße e rs t e g S n d c g s h c h [ l G E S o S H D S Q a r a t ft I i a t ß a n s S a u c t t d t s e - h d e e ä B e a t n b l r t D l N g q e r u c e l N c l r u a n ü a u e ka h e r g r R ü r b n n b l i : s e r l i e d e t b T e e u d n m r n e e r s P h k i e r e n i i m t a t b a t k u u s r : b o t g e r t n u l n e t e t e t g m r e g r s g n : e : : r : t a P a G P s n 1 - n ß r 1 r e U a t ti a d . o r k 1 e k m b a a t T 1 t i i a k . k l w u 2 ß s a a a 0 i n n e n s n e 2 t d t l n i 0 i t n n a a a e t J m l J e l y e e sn t l s l l t l a © a - r e a R U R B ß o o a m h h y e d w e d e r e e i s l c t p h l e a V n e u r n m g e s s u D 1 n : g a 7 s . i v m 5 e 0 l e r 0 w r s t r a a ß Ü e l t u ng, r s tra ß e Spießst raß e n z e r s tr a ß e E n d r e s s H e i s t D i a n a s t r a ß e N i m r o d s t r a P la ß te n s tr a ß e e N i m r o d s t r a ß e
e ß e h n e ß e ß a • A n g e p a s s t es Regenwassermanagement (Niederschlagsverdunstung oder Vers ic k e rung, statt Ableitung in rs st r a n st r d e n K a n a l ) p l a t z tra ß Kollw it z s t F r a u ß g H e g o e l z r s s P c r e t h i r ßl u a e r h ß e e r s t r Z a ß w F e u e i g g D g s F e t e r n r a a r is s ß n s t e k r t r a e a ß n ß H e e s o c lz h s c n h e u l h lw e K e r n s t r a r ß e e s K e g t r r a U n t e r ß e K a n al st r e a ß e E S b p e e A n J a m m r nit z e r st r a g F ß h e M l L r i a e tt a F l e e r r r s e o n d r t K a n k r s a a h n n e h a ß a l k s n o t r • F e A v r e a r s f ß o e b n s e c i n b r s t h a r . cB a u n n 6 h m e ß e 3 u n H g k l e e l o e O t r w b s n z A ü e l s r l z u e e n u e w e K s n g u a p s t n e r s a t n g a l s g c N t ß I r m g a h h o v e ß f ü f s s t e r a S ß n o r c e h m r I e m y n e r s h t r i o a n ß f e f b tt st r a a S ß e e ß N r ( H ü g G n i e E s i d a o rA r c m h l S s t n i h ü t m e c m e d e n h e e n n g n e y n h F g a - - o r i N P ü F B s m f ü e e - r s o ü t r O n t z i e h N e o c r s l h t a t e t ü s t h t h E t ) l r r l r s s e a e n n a S ß e P r r b u r s e t t - r o e s a r S S ß a r c e d t g t k ß r e r e a e a e r r ß t D K ß K p S e a a ü e o a m r d r ti h k m e e l S s n e s r A E , o u t o A n r U n a p m G m d m h ß g m a h e r m e o t i P d r e w e P n f e y l S - s ä e s - r l G t c r ä r l N t a t r P h r ß e a r e o o a e a r mr r F e t e m tt ß e e t t r e n h a u e N M ti n e i e A n ü a r p r o - r - m l l S S e n w s ä b t t t t f Z e P r L g u r ü z e f a u a h g u r e a s l r r tr a ß ä ß d ß g e s F w e r , e O s a r 2 i e s e g t 0 t s s o r a 2 t S s r d 1 ei n a b ü h t l e r T a u n n el r e ] ß a n n e ß d b e s J e F b a t Z g g r k r a m o r o P a F ü D ß b l r i e f l u t s n r z e e h L s a t r a u a e i o ß f u n e n e f n d e g r s Z t n g c ol l o h h o [ t a f E S H D S Q a T o r u L F r t r s ft i a t n Z a n s g r a e u e N a t e r l t d t s s t h e m n d e e e e s e a t i n g r r m l r e s t l t N g q s o r u r s a l at F e a N r ß c l r u a n ü e ß a u e h e p e g n r P S h P P P V R ü r b u n n d l i : s o o e r l l t o o o e F d t d b T e a a e u i d ä n r n e h r e e e t t t r r s P h k b e t e n i n i m d e e e h a e s b e e t r a t k a r r r ß n s s r : e u t n n n a b o t t H n r s g e r e t a u a n ß z z z n e t b e e c t m i r e o P g g i i i d s u g n a a a E e : e s l Z s : s e o t e e h z n l l l a G w m g e F n 1 - F n t g n i n m m r Fs e n w i t w e r 1 a e e t ßs U s ti e r u n d e ä . i i o b a nk F 1 t t ü s m te m i t b r i t a i T a 1 E E e r e s a K o ß r n a r e . b t i l i i w l u 2 a s s n n s b a a n u o F 0 i W n s s e e F e s e u a i n d 2 K r e n z c c d n l l ß n k e 0 t n ü r p r h h l d l a a e e e a g r S s e p t i r r r a t s ß e c m i e l ä ä e e e ü p n K l y n l t sn n n d k as t n r g t s k k o e g t © a - e r e u u e n t b a N a r g z ß n n U B n n n e s g g ß ü a a m e s e g m s y e ( r ( s G w e t F r e e ß a r t s g n is s r e L n r r s a e a e N i ü a s S r b n l e c a t r n ß s p h e g k o t t l e u e e r a e r t r ) F O e l t i m x s a t r r a s t ß r a e ß e G e o K r e r ut z e g r st r a ß s e t r a ß e W e b e r s g M a s a s r e i e - B e e g -S tr a ß e A d m s p P a f r e k r d e m a r k t d e n R a m p e n L a n d g r a b e n s t r a A ß 9 n 1 2 e 1 d E 2 a ß e s e p n a n R s t a r a m ß e p e H n a S t s l e r s W t r a i e ß s e e S n c s h t l r G S o a a I ß S c ß - 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S a c h s - St r a ß e Nopitschstraße H e i s t e r s t ra ß e D i Di a a n a s t r a ß e n a p la t z E r l e n s t U r a l ß m e P la te e n s tr n s t r L a ni g g s tr a ß e c h e E n s tr a ß e r E s c h e n s tr le n stra e ß a r ts r e h ie w ß e a a le P P P o o o t t t e e e ß e n n n z z z i i i a a a l l l m m i i t t E E i i n n s s c c h h r r ä ä n n k k u u n n g g ( ( G F a e r n a s g t e e r ) ) F S p i e ß s t ra ße Dianast ra ß e ß e L ö f f e lh o l zs t r a ß ß e e g o V a o g V o r h s t r a n d e n rs te P a Endresstraße erste R e s e i m t b e s t a n d rs tra Spießstraße n z e H ei st D ia P la S t a d t N ü r n h b e r g - U m w e l t a m t - U m w e l tp l a n u n g ß r s n te D a t e n q u e l l e e r n : e tr a n E S S H r a t i a n s c t d t h e e t b l r l N g u e r n ü a u g r r n n b s d b T e u d r n k e i a t a u r t g r u n t m e g : : : G P 1 1 r e a . o 1 k b 1 ti a . k 2 s a 0 i n s 2 d t 0 i n a t J e e n l l © a R B o a h y e d r e is c h e V e r m essungsverw st r a a ß Ü eltung, a ß e s t r a ß e s tr a ß e GIS-BDea rb e itun g: P ra k tik an tin Jella Rohde 1: 7. 50 e0r a i m le r s tr a ß e D a i m l NimrodstraßeNimrodstraße ß h e n e kerung, statt Ableitung in rs at z tra ß Frauengasse H Kornmarkt eo ß lz w s t r a i e s e ns traßeNo r e Nopiä r b t s chs t r a ß e ergasse F Kolpinggasse u e n t o rm a ue r FF ärbe r p lasetznstraße n t o T rg ra b e n r ie ßs e F r i ß e e u L r n e e r h e i g m F e e n re d i e rau n w m ei n Fst r ae a nk s tr a s o ß e s n a z k el d l e e r st r a e p n t b N e ü g re ß a r t s g r n ü b n e u r s atr ß P l a n u n g s s eg e b ie t F Ke n Süden n is st r a ß S t a d te i gE s e n t u m ei d s ß e Fan e s r s a e d e n b e g r ü n u W n g e L elt hohes PZotewnteiailbrückener Str Z Potenzial of Potenzial mit Einschränkung (Fenster oll h P o te ß en z i a l mit Einschränkung (Garage) fZ Vo r hr a a n d e n st Resmtbestand ng [Quelle: P eiotentialanalyse Stadt Nürnhberg - Umweltamt - U meweltpla ß H D i a n t t e e n rg q r u u e n ll d e n e r k n a : rte: Geobasisdaetel sn t © r a Bayerische Stadt Nürnbu rerg n n dschaftsarchitTekten T u Erstellungsdatum: 11.11.2020 S a c h b e a r b e i t u n g : P r a ek t i k a n t i n J e l l a R o h d e Schl G o I ß S - ä B De c a ka r b ei e m ir t u sn l e tg r: r a P s ß r a t r k a t i k ß a n e t i n J e l l a R o h d e
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Es sollten in einer Startphase drei bis fünf Blockkonzepte entwickelt werden, um aus der Projektbearbeitung Erfahrungen abzuleiten. Mit den Programmen („Mehr Grün für Nürnberg“- Stadterneuerungsgebiete, Initiative Grün“- außerhalb der Gebiete der Städtebauförderung und dem Projekt „Möglichkeitsräume“) können zumindest anteilig private Maßnahmen der Hinterhofbegrünung sowie Dach- und Fassadenbegrünung gefördert werden.

Superblock

Mit dem Konzept der Superblocks werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Straßenraum im Nürnberger Süden großflächig neu gedacht werden kann. Der Superblock beschreibt ein Konzept für eine blockweise Straßentransformation. Mit dem Superblock soll der Autoverkehr innerhalb der Blocks minimiert werden. Der Motorisierter Individualverkehr (MIV) wird auf den Anliegerverkehr beschränkt. In einzelnen Straßen werden FußgängerInnen eindeutig privilegiert (Fußgängerzonen), in anderen wird das Miteinander (Wohnstraße, Begegnungszone) angestrebt. Mischverkehrsflächen machen deutlich, dass in der Straße der Verkehr nicht separiert, sondern zusammengeführt wird. Manche Straßen können komplett rückgebaut und intensiv begrünt und bespielt werden. Kreuzungen werden zu Spiel- und Treffpunkten. Dies kann nur gelingen, wenn gleichzeitig Fahrrad-, Wege- und ÖPVN-Netze eine gute Alternative bieten, was bedeutet, dass diese auch entsprechend ausgestattet sind und so der Verkehr generell reduziert wird. Ist ein Block als Pilotprojekt identifiziert, können folgende Maßnahmen angegangen werden:

verkehr, Reduktion Tempo)

pologien von Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung wie Fußgängerbereich, verkehrsberuhigter Bereich, Wohn- und Spielstraße, Stadtplatz, Fahrradstraße oder Begegnungszonen nach dem Schweizer Vorbild zu entwickeln.

Abbildung 135

Abbildung 136

Abb. 64 Fassadenbegrünung im Nürnberger Süden [Gerhard Illig]; Visualisierung der Superblock-Prinzipien [© Changing Cities e.V. -CC BY-SA 4.0]

Superblock auf Probe: In anderen Städten haben sich Pop-Up-Maßnahmen als Instrument bewährt, um die Verkehrswende in den Stadtquartieren durchzuführen und insgesamt zu beschleunigen. Der Mehrwert wird im Straßenraum „auf Probe“ deutlich, die Maßnahmen können nicht nur am Plan, sondern im realen Raum erfahren und diskutiert werden.

DiE PRODUKtiVEN - DEN ÖKOLOGiSCHEN fUSSABDRUCK DER GROSSEN iNfRAStRUKtUREN miNDERN UND DiESE ERLEBBAR mACHEN! Auf Standorten der großen gewerbegebiete im nürnberger Süden ergeben sich aufgrund der Baustruktur und Flächennutzungen immer wieder Nischen, Restflächen oder auch Bauwerke (fensterlose Fassaden, große Dachflächen) sowie baumlose Stellplatzanlagen für ein Mehr an Grünentwicklung, Klimaanpassung und biologischer Vielfalt. Die Gebäudestruktur ermöglicht neben der Begrünung auch andere Möglichkeiten der Multicodierung, so können fensterlose Fassaden z.B. als Kletterwand nutzbar gemacht werden. Dächer können, wenn es die Statik zulässt, z.B. als begrünte Aufenthaltsorte mit Möglichkeiten für sportliche Betätigung (Joggen, Calesthenics, Yoga etc.) für FirmenmitarbeiterInnen oder die Öffentlichkeit entwickelt werden. Die 6 großen Gewerbeeinheiten im Planungsraum haben aufgrund ihrer Lage und gewerblichen Nutzung differenzierte Schwerpunkte für grünmehrungsstrategien.

STOFFSTröME erlebbar machen! - interaktive Infrastrukturen etablieren

Weiterhin werden an diesen Standorten Energie, Wertstoffe und Wasser in hoher Größenordnung umgesetzt oder sind in die Baumasse eingelagert (z.B. die „Graue Energie“ im Beton). Können diese produktiven Räume auch erlebbar gemacht und der Stadtgesellschaft ihre Bedeutung vermittelt werden, z.B. über eine „Stoffkreislauf-Route“ auf dem Gelände der N-ERGIE, wo man neben dem Klettern am Schornstein auch die verschiedenen stofflichen Prozesse und Verwertungen sinnlich erleben kann. Die Aktivierung solcher Potentiale kann angeregt, in der Regel aber nicht erzwungen werden. Hier wird eine Kooperation mit den verschiedenen Unternehmen vorgeschlagen. Es ergeben sich zudem auch Gelegenheitsfenster (z.B. Umbaumaßnahmen, Imageaufwertung/Adressbildung von Unternehmen), die für diese Potentialaktivierung genutzt werden können.

Beispiel: Beim Ansgar Ressource Center in Kopenhagen wurde die Höhe des Gebäudes genutzt, um einen Skipiste anzulegen. Diese Müllverbrennungsanlage hat mit der Multicodierung als Freizeitstandort auch das Image als Standort für „saubere Technologie“ aufgewertet.

BLAu-GrÜN und SMArT

Für den Fall, dass industriell genutzte innerstädtische Standorte (wie das Siemensareal) zu einem gewerblichen Innovationsstandort transformiert werden, sollten solche Prozesse auch genutzt werden, um aktuell thermische Belastungsgebiete klimaangepasst und grüner zu entwickeln sowie mit Freiraumqualitäten auszustatten. In neuen Arbeitswelten spielt das Umfeld als Pausen- und Imageraum eine immer größere Bedeutung. Neue Gewerbe-, Dienstleistungs- und Produktionsstandorte werden vermehrt mit Campusatmosphäre und mit einem guten Umweltimage entwickelt. Im Falle der Umstrukturierung sollten daher auch diese Aspekte wie Hitzevorsorge, Abkoppelung der Regenentwässerung von den Kanälen und Nutzung des Regenwassers von den

Dächern als Ressource, Grundwasseranreicherung sowie Förderung der Biodiversität mit entwickelt werden. Für das Wohnumfeld ist eine bessere Verknüpfung, u.a. durch eine begrünte Durchwegung des Geländes zur Reduzierung der Barrierewirkung, wünschenswert.

GrÜN und PrODuKTIV

Die Gewerbeflächen mit Einzelhandel, Autohandel oder industrieller Nutzung weisen Flächengrößen auf, die eine große Wirkung im Sinne der Klimaanpassung und Begrünung erzeugen könnten. Sowohl die Dachflächen des Einzelhandels als auch der Produktionshallen sollen zukünftig mit entsprechender statischer Auslegung begrünt und als blau-grüne Dächer ausgelegt werden. Fassaden, Dächer und Abstandsflächen bieten Raum für die umsetzung von Konzepten des Animal Aided Design. In Verantwortung gegenüber benachbarter Quartiere und der Stadtgesellschaft stellen sich die Gewerbetreibenden mit dem Masterplan Gewerbeflächen auf die zukünftigen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversität und Lebensqualität ein. Nun gilt es, einen gemeinsamen Diskurs für die Zukunft des Nürnberger Südens zu führen. Im Rahmen einer Konferenz „Grüne Gewerbegebiete“ mit den Eigentümerinnen und unternehmen würden Freiraumqualität, Klimaanpassung, Klimaschutz und Biologische Vielfalt in Verknüpfung mit dem Unternehmensimage und Grüner Ökonomie zu einem wichtigen Thema werden. Die Möglichkeiten der weiteren Umsetzung könnten hier konkretisiert werden. Die Vertiefung des Vorschlags erfolgt in enger Abstimmung mit dem Wirtschaftsreferat.

Lupe: tOOLBOx GEWERBE

KLimAANPASSUNG DURCH ABKOPPELUNG VOm KANALNEtZ – JEDES JAHR EiN PRO- ZENt Die Klimaanpassung hat im Nürnberger Süden eine hohe Dringlichkeit. Konkrete quantifizierbare Ziele unterstreichen die „Ernsthaftigkeit“ des Anliegens der Klimaanpassung. Die Nutzung des Regenwassers als Ressource stellt eine der wesentlichen Stellschrauben der wassersensiblen Stadtentwicklung dar. Mit der Entkoppelung der Regenwasserbewirtschaftung werden das Kanalnetz entlastet und damit die Notüberläufe in die Vorflut gemindert. Das Regenwasser wird als Ressource dezentral zurückgehalten und für die Verdunstung und Kühlung, Bewässerung von Bäumen oder zur grundwasseranreicherung genutzt. Eine Schlüsselmaßnahme der Abkoppelung ist die Anlage von blau-grünen Dächern, damit würden auch gleichzeitig weitere positive Effekte für das Klima und die biologische Vielfalt erzielt werden. Ein Prozent der bisher angeschlossenen Flächen jährlich abzukoppeln ist ehrgeizig. Aber es würde gut 100 Jahre dauern, bis dies flächig umgesetzt werden würde. Insofern sollte jetzt gehandelt werden. Eine Priorisierung von Maßnahmen könnte auf der Grundlage einer flächendeckenden Ermittlung der überflutungsrisiken erfolgen, im ersten Schritt wäre dafür eine Fließwege-Senken-Ermittlung erforderlich.

AKUPUNKtURPLAN BÜRGERWÜNSCHE – 100 KLEiNE GRÜNmASSNAHmEN Im Nürnberger Süden können durch eine Vielzahl an kleinen Grünmaßnahmen neue Qualitäten im Freiraum entstehen, die die Lebensqualität für die Bürgerinnen erhöhen. Dies kann eine Sitzbank, eine Entsiegelungsmaßnahme, ein Baum mit Schattenwurf, ein Verbindungsweg, ein Spielgerät, ein neuer Fahrradweg, neue Radständer, neue Blühfächen, ein neuer Trinkwasserbrunnen oder eine neue Boule-Bahn sein. Hierfür sollten die BewohnerInnen befragt und eingebunden werden. Nach dem Motto „Wohlfühlen im Nürnberger Süden“ könnte ein Akupunkturplan mit vielen kleinen Maßnahmen der Freiraumverbesserung entstehen, der dann schrittweise umgesetzt wird. Die Maßnahmen könnten in Stadterneuerungsgebieten starten und hier die bestehenden Strukturen nutzen. Hier gibt es Quartiersbüros, die dort diese Arbeit bereits übernehmen und vor allem die BürgerInnenwünsche aufnehmen. Es gibt Städtebaufördermittel und Mittel aus dem Programmen „Klein, aber fein“.

Diese bereits laufenden Anstrengungen in den Stadterneuerungsgebieten müssen noch weiter unterstützt und ergänzt werden um Maßnahmen in bisher nicht einbezogene Quartiere. Die Umsetzung eines „Akupunkturplans Freiraum“ bis 2035 benötigt ein Budget von 1 Mio. EUR jährlich. Mit einem Bürger-Verfügungsfonds „Freiraumoffensive Nürnberger Süden“ könnte die umsetzung unterstützt werden.

Bestehende Verfügungsfonds in den Stadterneuerungsgebieten: jeweils 10.000 €

Exkurs Gesunde Stadt - Sport in der Stadt: Im Planungsgebiet der Südstadt ist ein erhebliches Defizit an Bewegungsflächen zu verzeichnen. Gleichzeitig herrscht, wie bereits erläutert, ein genereller Mangel an Freiflächen zwischen der dichten Wohnbebauung. Es gilt, zusammen mit der Qualifizierung und Aufwertung der Grünflächen auch die Spiel-, Bewegungs- und Sportflächen im Rahmen eines kleinteiligen Freiraumnetzes zu entwickeln. Zur effizienten Gesundheitsförderung der Bevölkerung sind großflächige Bewegungs- und Sportanlagen wichtig. Hierfür könnten Bereiche im Westpark spezifisch dafür aufgewertet werden und der neu anzulegende Hiroshimapark vor allem im westlichen Bereich einen besonderen Fokus auf Sport und Bewegung erhalten (Bewegungsband bis zum luitpoldhain). Das Bild des Sports hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Immer häufiger wird Sport einzeln oder in der Gruppe auch außerhalb von Vereinen auf öffentlichen Flächen der Stadt betrieben. In der Pandemie wurde dieser Trend besonders deutlich. Die Stadt bietet mit ihren unterschiedlichen Orten, Räumen und Situationen ein breites Spektrum an Möglichkeiten für zahlreiche Sportarten und Bewegungsformen. Für viele alte und neue Trendsportarten bietet die Multifunktionalität unserer öffentlichen Stadträume abseits der Sportstätten das eigentliche Aktionsfeld. Hier sind neben „klassischen Sport-/Bewegungsmöglichkeiten“ durch Multicodierung und temporäre Nutzungen (vgl. Sommerstraßen) geeignete Angebote zu schaffen. Hier müssen auch neue Flächen, z.B. punktuell in Form von Bewegungsinseln, geschaffen werden, um die Lebensqualität im Stadtgebiet diesbezüglich zu erhöhen.

Abbildung 137

Abbildung 138

FOTO

HIROSHIMAPARK

Abb. 65 Aktivitätenbox [bgmr] ; Kletterwand an einem ehemaligen Hochbunker als Beispiel für Multicodierung von Infrastrukturen [M. Tröger]

6. VERTIEFUNGEN / LUPEN

TOOLBOX GEWErBE

prototypische Anpassungsstrategien für die Produktiven - strategische Werkzeuge und klimasensitive Maßnahmen

LEONHArDEr PrOMENADE

Vision für einen multikulturellen Klima- Boulevard im Herzen von St. leonhard

Abbildung 139

Abb. 66 Konzeptionelle Verortung Lupen

BLAu-GrÜNEr STrASSENrAuM

Best Practice: beispielhafte Straßenraumtransformationen in blau-grüne Infrastrukturen & Visionen für die Abhängung von Straßen zur Erweiterung von Grün- und Parkanlagen

SÜDSTADT.KLIMA.MEILE

strategische Anwendung des Konzeptes der Blau-Grünen Meilen auf die Südstadt.Klima.Meile - Fokus auf klimasensitive Aufwertung der Bestandsfreiräume & Verknüpfung

TOOLBOX KLIMA-PLäTZE
BLAu-GrÜ NEr GuSTAV
multicodierter Stadtplatz als T Programmes fü Süden & klimasensitiver eil des Klima-Platz- r den Nürnberger

Abbildung 140

6.1 SÜDStADt.KLimA.mEiLE UND KLimAQUARtiER

Abbildung 144

Abbildung 143

Abbildung 141

Abbildung 142

Abb. 67 Südstadtpark (o.l.) [Gerhard Illig]; Aufseßplatz (o.r.) [Edda Witthuhn]; Kopernikusplatz (u.l.) und Annapark (u.r.;) [Gerhard Illig]

Die bestehende Freiraumkette, aus der Altstadt kommend, über den Südstadtpark, die Karl Bröger Straße, den Aufseßplatz, Kopernikus-Platz in Richtung Annapark und Maffeiplatz und weiter über die Gudrunstraße und Allersberger Straße in Richtung des geplanten Hiroshimaparkes, wird als freiräumliches Rückgrat für die dichten Blockrandstrukturen von Steinbühl verstanden und neu qualifiziert. Es bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten der (klimasensitiven) Aufwertung und Multicodierung von bestehenden Freiflächen, der gezielten Transformation von Straßen zur Freiraumerweiterung und Verknüpfung von aufgewerteten und neu geschafffenen öffentlichen Räumen an. Hier lässt sich zudem langfristig ein Klimaquartier etablieren, in dem gebündelt Maßnahmen der Klimaanpassung, wie private Hinterhofbegrünungen und /-aufwertungen, Dach- und Fassadenbegrünungen durchgeführt werden können. Die idee des Superblocks als ein vom Durchgangsverkehr befreites Teilquartier auf Blockebene könnte hier auch erprobt und schrittweise etabliert werden. Die Südstadt.Klima.Meile schafft zudem Verknüpfungen in die weiter entfernten großen Parkanlagen, wie der Wöhrder Wiese, dem Pegnitztal oder dem Luitpoldhain und dem Volkspark Dutzendteich. Damit wird die Meile zu einer quartiersübergreifenden Raumfigur mit Strahlwirkung für die ganze Stadt.

Abbildung 145

Verknüpfung in Richtung Wöhrder Wiese

SÜDStADt.KLimA.mEiLE

*Ankommensort

Bahnhofsplatz als Bindeglied Richtung zur Altstadt bekommt ein neues Gesicht als Verkehrsschnitt- Altstadt stelle & Visitenkarte der Stadt

Stadtgraben Bahnhofsvorplatz

*KlimaUpdate

richard

Südstadtpark wird aufgewer-

Wagner Platz

tet, Klimabaumpflanzungen & Parkerweiterung durch Straßenabhängung

Karl

Pschigode Südstadtpark Nelson Mandela Platz, *neue Fußgängerzonen

Platz

inkl. Celtisplatz Karl Bröger Str. & Endterstr. zu

Fußgängerzonen umbauen!

K.B. Straße

*Klimaquartier

& Endterstr. klimasensitve Aufwertung der

f v reiraum- erbindung

Peter Henlein Str. privaten Flächen und Räume

*Aufwertung Platz

Aufseßplatz

Aufwertung Aufenthaltsqualität & klimagerechte Sanierung - langfristig neues Nut- KLimA.QUARtiER zungs- und Gestaltkonzept

Platz an der G.A. *Klima-Platz

Kopernikusplatz

Gedächtniskirche

Umgestaltung und Aufwertung zum klimasensitiven grünen Stadtplatz

Annapark

*Klima-Park

multicodierte Aufwertung & Luitpoldhain

Maffeiplatz

blau-grüne Nachrüstung!

Aufwertung Schule und Klein- freiflächen gartenanlage Allersberger Str.

Schuckertplatz

Grüner Weg in Richtung Alter Kanal Neuanlage

Hiroshimapark

zum Dutzendteich Abb. 68 übersicht Einordnung Südstadt.Klima.Meile

Abbildung 146

SÜDStADt.KLimA.mEiLE UND KLimAQUARtiER

*GRÜN-BLAUER AUfSESSPLAtZ *KlIMAQuArtIer MIt Vision eines wassersensiblen SUPERBLOCK & multifunktionalen stadtplatzes Modellprojekt für eine Verkehrs- *KlIMA_pArK ANNA wende im Süden! klimasensitive Aufwertung zu einer *GRÜN-BLAUER SÜDStADtPARK multicodierten Parkanlage Multicodierung und klimasensitive Aufwertung und Erweiterung

0² 0² 0²

0²

0² Super-Block 0² 0² 0² 0² 0² 0²

0² 0²

0²

Abb. 69 Visualisierung Südstadt.Klima.Meile

*Dach- und Hofbe-

*fassadenbegrünung

*Straßen-

grünung private Klimaökologische Nachrüstung von abhängung Maßnahmen für die Dachprivaten Fassaden und Begrü- Erweiterung von Park- und landschaften des südens nung von Brandwänden Platzanlagen durch Ab- *Wasserplatz und Impulse für die Begrühängung von Straßen und nung von Hinterhöfen!

Prölssplatz

Umgestaltung wassersensible Umgestaltung: Entsiegelung & wasserdurchlässige Beläge

Abbildung 148

SÜDStADtPARK

Abbildung 147

maßnahmenvorschläge: *KLimA_BLÖCKE 1 Pflanzung von Klimabäumen, v.a. entlang des Bahnsaums förderprogramm für die Aufwertung & 2 Abhängung Celtisstr. und umwandlung Begrünung von Innenhöfen, Dächern & Fassaden & Baumförderprogramm zur Parkpromenade „Celtis“ 3 Erhöhung Aufenthaltsqualität 4 umbau Kinderspiel in Aktionsfläche für *GRÜN-BLAUER SÜDStADtPARK Jugendliche (in Abstimmung mit J als Multicodierung und klimasensitive Bedarfsträger) Aufwertung und Erweiterung 5 klimasensitive Anpassung - u.a. Anlage von retentionsflächen

Abbildung 150

WASSERPLAtZ

WiLLy-PRÖLSS

Aufwertung zu einem multicodierten Wasser-Platz: maßnahmenvorschläge: 1 Anlage Wasserspiel zum Brunnen 2 Erneuerung Pergola, ggf. mit Besprühungselementen (klimasensitiv) 3 Übergang mit Klima-Gehölz-Inseln zur neu angelegten Fußgängerzone Karl-Bröger Straße 4 Erhöhung Aufenthaltsqualität 0²

Abbildung 149

fUßGäNGERZONEN

0² KARL BRÖGER &

eNdterStrASSe

0² Straßenraumtransformation und 0² 0² Umwandlung in eine fußgängerzone mit Klima-Aspekten maßnahmenvorschläge: H20 1 Umwandlung Karl Bröger Straße und Endterstraße in Fussgänger-Zonen 2 Anlage von Klima-Gehölz-Inseln 3 kurzfristig: summer street & Parklets als Intiialmaßnahme

Abbildung 151

AUfSESSPLAtZ &

H20 KOPERNiKUSPLAtZ

0² klimatische Nachrüstung Aufseßplatz und Aufwertung Kopernikusplatz maßnahmenvorschläge: 1 Erhöhung Aufenthaltsqualität 0² H20 2 Aufwertung Angebote für sport und Aufwertung spielbereiche 0² 3 Klima- Gehölzbereiche

*Grüne tafelfeldstraße 0²

4 Barrieren reduzieren (z.B. Mäuerchen) ergänzende Klimabaumpflan- & Lärmschutz, v.a. am Kopernikusplatz zung und transformation in Grüne Magistrale (blau-grüne

*Blau-Grüner

Systeme)

Abbildung 152

Südstadtpark

ANNApArK

klimatische und ökologische Nachrüstung 0² maßnahmenvorschläge: 1 Multicodierung bestehender räume & Erweiterung für eine H20 (z.B. regenwasser-Wiese) multicodierte Parkanlage 2 klimatische nachrüstung (z.B. trinkals Teil des neuen Südstadt- 0² 0² Wasserbrunnen, urban Wetlands) Park-Bandes entlang der 3 Aufwertung Wegenetz und Eingänge Gleisanlage 4 Aufwertung und Erweiterung spielbereiche und 4 Erhöhung Pflege-Intervalle 5 Park-Erweiterung durch Stellplatzrückbau und Straßenumbau

6.2 DER PLAtZ AN DER GUStAV-ADOLf GEDäCHtNiSKiRCHE WiRD ZUm BLAU-GRÜNEN GUStAV!

Abbildung 155

Abbildung 154

„..die bestehenden Bäume erhalten und erweitern und zu Klimainseln mit Sitzgelegenheiten transformieren...!“

*Platzfläche: Durchgangsraum, starke Versiegelung „...hier springt der Platz auf die Straße...“

Abbildung 153

„...Platzfläche aktivieren für einen klimasensitiven Stadtplatz!....“

*Annastr.: Verkehrsberuhigung/ Stellplatzreduzierung & Begrünung Abb. 70 Bestandssituationen Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche [Illig & bgmr]

BEStAND - Potentiale und ViSiON - Blau-Grüne Prinzipien Herausforderungen *multifunktionale Platzfläche mit vielfältigen Angeboten und Aufenthaltsmöglichkeiten ++ wertvoller Baumbestand - große Bestandsbäume *Erhalt Baumbestand und Erweiterung durch klimaangepasste Neupflanzungen. Anlage von Bauminseln ++ treppenanlage Kirche als alternative Sitzgelegenmit Sitzgelegenheiten und Versickerungsflächen/ heit urban wetlands, ggf. Baumrigolen (vorbehaltlich der ++ Ergänzung neues Grün um denkmalgeschützte konkreten Prüfung von Sparten) Kirche und öffentliches frei- und Hallenbad „Süd- *(Regen-)Wasser als Gestaltungselement integrieren stadtbad“ *Verlagerung Parkplätze durch Stellplatzreduzierung ++ Annastraße als potenzieller Erweiterungsraum in form von Längsparkplätzen. Qualifizierung und ++ Aufwertungspotential an der Grünfläche Wirth- Verlagerung Radweg entlang der Allersberger Straße straße/Annastraße zwischen Straßenbaum-Bestand -- hoher Versiegelungsgrad des Platzraumes * Prüfung Umwandlung der Annastraße in eine verkehrsberuhigte Zone // Aufwertung Annastraße: -- geringe Aufenthaltsqualität & fehlende Stellplatzreduzierung auf der Südseite, Straßen- Sitzmöglichkeiten baumpflanzungen

-- sanierungsbedürftige Beläge *integration und Aufwertung der Grünfläche Annastraße/Wirthstraße -- Die Blickachse zum Bad ist auf die großen Reklamewände gerichtet und führt nicht zum Eingang * fassadenbegrünung & Dachbegrünung am Südstadtbad

PLANuNGSPrINZIPIEN

Der Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche soll klimagerecht und wassersensibel nach den Prinzipien der Schwammstadt umgestaltet werden. Zielsetzung ist die Schaffung eines multifunktionalen und klimaangepassten Stadtplatzes, der den wertvollen Baumbestand erhält, um klimaangepasste Neupflanzungen ergänzt und vielfältige Nutzungsangebote ermöglicht. Die angrenzende Annastraße wird in die Platzumgestaltung integriert, aufgewertet, mit neuen Straßenbäumen begrünt und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Zudem wird die Grünfläche an der Wirthstraße/Annastraße mit in die Planung einbezogen und bezüglich der Aufenthaltsqualität aufgewertet.

EEININ M MUuLTLTIFIFUuNNKKTTIOIONNAALELRE rP LPALTAZT!Z! º Platz als multifunktionale Platzfläche gestalten, die vielfältige Funktionen aufnehmen kann und eine hohe Aufenthaltsqualität für alle bietet (Bänke, vielfältige Sitzmöglichkeiten)

EEININ B BLLAAUu-G-GRrüÜNNEERr P PLALTAZT!Z! º Schaffung von neuem kühlenden Grün (Klima-Gehölzinseln) º Dezentrales Regenwassermanagement: Rückhaltung und Versickerung von anfallendem Regenwasser; Schaffung von Versickerungsmulden, Baumrigolen und Dachbegrünung am Südstadtbad prüfen

º grad der Versiegelung reduzieren: Einsatz wasserdurchlässiger Beläge prüfen º Wasser als gestaltungselement, wie z.B. trinkwasserbrunnen oder Sprühnebel

EEININ B BIOIODDIVIVEERrSESREr P LPALTAZT!Z!

º Prinzipien des Animal Aided Designs als Grundlage für die Planung º Klima-Gehölzinseln als Lebensräume und ökologische Nischen mit Stauden/Gräserpflanzungen

Abbildung 158

Abbildung 156

Abbildung 157

Abb. 73 Animal-Aided Design Schumacher Quartier [bgmr und Studio ADD]

Abb. 71 Klima- und Wasserplatz mit offenen Versickerungsflächen: Schumacher Quartier, Berlin [bgmr] Abb. 72 Transformation Straßenraum in Begegnungsraum mit Wahrung der Erschließungsfunktion

Friedrichshain, Kreuzberg“ [bgmr und yellow z Architekten]

6.3 KLimAPLAtZPROGRAmm / tOOLBOx KLimAANGEPASStE StADtPLätZE

Maßnahmenkategorien für klimaangepasste Stadtplätze

MOBILTITäT PFLANZuNG uND AuFENTHALT

Vernetzen und Anbinden - breite und sichere

Ausstattung klimaoptimieren - Barrieren für Kalt-

Geh- und Radwege, Multicodierung von Platzräuund Frischluftströmung vermeiden, Grünflächen men für Versickerung nutzen

Mobilität smart gestalten - Ladestationen,

Bewässern - Speicher- und Bewässerungssysteme

Sharing-Angebote, W-lAn Stationen

Mehrfach nutzen! - multifunktionale Möblierung,

umsteigen - zu Fuß, mit Rad, ÖPNV, E-Mobilität

blau-grüne Systeme und Animal Aided Design

KLIMA CO² binden und speichern - Klimabäume, urban

wetlands, Vegetation erhöhen Durchlüften - Plätze als Leitbahnen nutzen, Windrichtungen beachten

SCHWAMMSTADT

Verschatten - vertikale Vegetation, Baum-

regenwasser speichern - Verdunstungsbeete, dach, Sonnenschutz Tiefbeete, Baumrigolen

Begrünen - Fassaden- und Dachbegrünung,

regenwasser zuführen - Regenwasser von

Entsiegelung befestigten Flächen in Grünflächen leiten und versickern

Verdunsten - urban wetlands

retentionsräume schaffen - Mulden, Senken, Becken, Regenwasserplätze Klimakomfort erhöhen - schattige Sitzplätze, Wasserspiele, (trink-) Brunnen Starkregenabflüsse leiten - gefälle anpassen, notwasserwege

rückstrahlen - Nutzung von hellen Materiali-

en (hohe Albedo) mit wenig Abwärme

Abbildung 159

Versickerung Einstauen/Multicodierung Verdunstung

Abbildung 160

Abb. 74 konzeptionelle Darstellung Klimaplatz

Exemplarische Klima-Plätze für den Süden:

(Erweiterung und Aufwertung)

(Aufwertung & Verknüpfung)

KLimAPLAtZPROGRAmm SÜDEN „10 PLätZE fÜR DEN SÜDEN“ Das freiraumkonzept schlägt einen strategischen Ansatz für die Schaffung neuer Stadtplätze und klimatische Nachrüstung von bestehenden Platzräumen vor. Der fokus sollte hierbei auf einer klimasensitiven Gestaltung liegen, die blau-grüne Prinzipien und den Gedanken der Schwammstadt in den mittelpunkt der Aufwertungsmaßnahmen stellt. Es sollen multifunktionale und adaptive Stadtplätze entstehen, die eine hohe Aufenthaltsqualität und ökologische und klimatische funktionen erfüllen. Zudem können nutzbare Wasserangebote ergänzt werden.

Das Programm sieht einen Aktionsplan für 10 Stadtplätze im Nürnberger Süden vor, mit dem fokus auf den Platzsequenzen entlang der Ringstraße.

Ziel sollte die Erstellung von maßnahmenplänen und Detailplanungen für die einzelnen Platzräume und deren klimasensitiver und wassersensibler Gestaltung/Aufwertung sein.

Anbindung 6.4 LEONHARDER PROmENADE & Aufwertung Leonhardspark

Abbildung 161

Rothenburger Str.

Umgestaltung zum gesamten Schulhof aufwerklimasensitiven Stadtten & als Spielhof für Nachplatz barschaft öffnen *Vorplatz schaffen! er Str. h ac b friedhof be- w a h Vorplatz wahren und Sc Schule als freiraum integrieren klimasensitive Aufwertung bestehende Leonhards- Verknüpfung fußgängerzone U Platz & Aufwertung Leonhardplatz Superblock Leonhard Erweiterung fußgängerzone Seitenstraßenberuhigen! t r. S-Bahn S r Grüner Stadt- e u a Teppich wird n ei w ausgerollt! h c S Kreuzungs-Platz Entrée aufwerten!

Verknüpfung i.R. mar Juchacz-Park ie-

Abbildung 162

Erweiterung und klimatische Anpassung der Fuß- mOBiLität zukunftswei-

gängerzone sende Verkehrskonzepte

austesten und Promenade Mit der Leonharder Promenade wird eine Aufwertung PARtiZiPAtiON & KULtUR als mobilitätsschnittstelle und Erweiterung der bestehenden Fußgängerzone in der kulturelle Vielfalt des Stadt- ausbilden! (Rad, U-Bahn, Schweinauer Straße hin zu einer multikulturellen Klima- teiles im freiraum aufgreifen fuß,..) Promenade vorgeschlagen. Der Raum wird über eine zu- und Angebote schaffen! sammenhängende Raumfigur neu gedacht, welche die - „der grüne Stadtteppich!“ unterschiedlichen Freiraumstrukturen (Schulhof, Fried- (Kulturmosaik-Belag) hof, Straßenräume) verbindet und durch Klima-inseln mit Baumpflanzungen und Sitzmöglichkeiten und Aktivitätsbereichen (Spiel und Sportangebote) neu strukturiert KLimA & WASSER ökologische Aufwertung über und gliedert. Eine einheitliche Belagsfläche (Vorschlag: Gehölzpflanzungen, Klima-inseln, fassadenbe- Kulturmosaik-Pflaster als Gemeinschaftsprojekt mit Quargrünung & Begrünung privater Dach- und HofflätiersbewohnerInnen) verbindet den Raum, gibt ihm Wiechen + hängendes Grün - Schwammstadt: klimadererkennung und stärkt das bereits große bürgerliche tische Nachrüstung (urban wetlands, Brunnen, Engagement. Sprühnebel, ....)

Abbildung 163

Klima-inseln Gehölzpflanzungen und

Sitzbereiche

hängendes Grün

urban wetlands retentionsfilter & Grüner Leonharder teppich mikroklimatische Effekte Kultur-Mosaik als Belagsmotiv

für die neue Promenade

Blick in die neue Leonharder Promenade

Abb. 75 Vision für einen multikulturellen Klima-Boulevard im Herzen von St. Leonhard

Abbildung 166

Abbildung 164

„...hier kann St. Leonhard zeigen, wie bunt und grün es ist....“ *Schweinauer Str., Bestand fehlende Gestalt- und Aufenthaltsqualität

Abbildung 165

„...Fußgängerzone erweitern & qualifizieren....“

*Schweinauer Str., Bestand und möglicher Umgriff *Schweinauer Str., Bestand Luftbild, Stadt Nürnberg bürgerliches Engagement - Lenkung notwendig? Abb. 76 Luftbild (bearbeitet) St. Leonhard [Original: Gerhard Illig] und Fotos Bestandsituation Schweinauer Straße

6.5 tOOLBOx GEWERBE

prototypische Anpassungsstrategien für Gewerbeflächen; strategische Werkzeuge und klimasensitive Maßnahmen

PPFFLLAANNZ-ZMMASAS?NSASHNMAEMN EN

PV-Anlagen & Biodiversitätselementen, wie z.B. Nistkästen, Bienenstöcke oder Totholzelemente

SCHWAMMSTADT & KLIMA-MASSNAHMEN

KLIMA- uND SCHMSTADT-MASSNAHMEN

erhöhen - Regel: Je heller die Oberfläche, desto höher der Albedoeffekt, wodurch die Oberfläche weniger aufgeheizt wird

in Straßenräumen schaffen, sowie auf privaten Flächen. Anpassung an Starkregenereignisse: Fließwege schaffen, u.a. Straßen als Notüberläufe denken!

AVKETrIVKIENRÜUNPGFu ANLSG F RMEIIRTA DUMEM QuArTIEr

nutzung, Konzerte, Open-Air-Kino)

Joggingroute, Fußballplatz, Spielplatz)

ze/Schnittstellen ausbilden

öffentliche Angebote anbieten, wie z.B. Sportangebote auf Dächern oder termporäre Veranstaltungen an Wochenenden oder am Abend

BIODIVERSITÄT & ÖKOLOGIE

BIODIVErSITäT uND öKOLOGIE

Ausbildung von Feuchthabitaten, gezielte Pflanzenauswahl

BAuMPFLANZuNGEN MIT

VERSICKERUNGSMODULEN IM STRASSENRAUM z.B. MIt urBAn WEtLAnDs unD vErsICKErunGsMuLDEn, BzW. rIGoLEn

BEGrÜNTE BErEICHE

Abbildung 168

ALs tEIL DEs

HOFBEGrÜNuNGEN

BIotoPvErBunDEs IntEGrIErEn

...ALs EnErGIE- PRoDUZENT

PrODuKTIVE

DäCHEr

...ALs HABItAt

...ALs frEIrAuM

WASSEr

FASSADENBEGrÜNuNG

rEGEnrÜCKHALtunG, VERDUNSTUNG, KÜHLUNG, vErsICKErunG

Grüne Wände & Fassadenbegrünung

Die Begrünung vertikaler Flächen trägt durch

MuLTICODIErTE FLäCHEN

SCHAFFEN ihren Bewuchs und die damit verbundenen

Verdunstungs- und Beschattungsleistung zur WoCHEnEnDnutzunGEn von Kühlung des Straßenraums bei. neben dieser PArKPLätzEn fÜr sPort unD Funktion können dicht bepflanzte grüne WänfrEIzEIt & ALs notÜBErLäufE de auch als lärm- oder Sichtschutz dienen. Bei der Fassadenbegrünung werden bodenund fassadengebundene Bepflanzungssysteme unterschieden. Für sogenannte „Living Walls“ werden eigene Bauteile an die Hausfassade befestigt und begrünt. Beide Systeme wirken positiv auf die Verdunstung und die Beschattung der Fassade. Die bodengebundene Fassadenbegrünung hat darüber positive Effekte für den Boden- und Wasserhaushalt.

Abbildung 167

Abb. 77 Darstellung exemplarische Maßnahmen Gewerbe / Die Produktiven

6.7 BLAU-GRÜNE StRASSENRäUmE

Straßenräume werden im Freiraumkonzept als Möglichkeitsräume für die Transformation in nutzbare Freiräume und als Schlüssel für eine Klimaanpassung der dichten Stadt betrachtet. Eine mehrdimensionale Planung des Stadtraums nutzt Straßen, Plätze, Grünflächen oder andere Freiflächen als temporäre Retentionsräume für seltene, aber vermehrt auftretende Starkregenereignisse. Dadurch können schadenssensible Gebäudebereiche, wie etwa Keller und Erdgeschosse, gezielt geschützt werden (häufiges Problem im Nürnberger Süden), mikroklimatische und ökologische Effekte sowie Vorteile für stark thermisch belastete urbane Räume erzielt werden. Anbei sollen beispielhafte Straßenraumtransformationen in blau-grüne Infrastrukturen aufgezeigt werden. Der Untersuchungsraum hat, aufgrund der großen Flächenkulisse des Straßenraumes, ein großes Potential für die Transformation und den Straßenumbau:

(Fahrradstraßen, Begegnungszonen, Spielstraßen)

alternative Begrünungs- Möglichkeiten Komplettbegrünung Versickerungsflächen & Verdunstungsbeete

Abbildung 171

Abbildung 172

Beispiel Söderblomstraße, Sündersbühl Beispiel Okenstraße, Steinbühl

Transformation Grün- alternative Begrünungsfläche & Versickerungsfläche Wegfall Stellplatz Möglichkeiten und Baumpflanzung

Abbildung 169

Abbildung 170

Beispiel Hintere marktstraße, Schweinau Beispiel „Grüne magistrale“ Gibitzenhofstraße, Steinbühl

Abb. 78 schematische Darstellung von blau-grünen Aufwertungsmöglichkeiten anhand ausgewählter Straßenräume

REFERENZBEISPIEL PROTOTYP BLAU-GRüNER STRASSENRAUM Quelle: forschungsprojekt „Blue-Green-Streets“ bgmr Landschaftsarchitekten et al.

Abbildung 177

RRüücckkhhaaltlutunngg SSppeeiicchheerruunngg VVeerrdduunnssttuunngg VVeerrssiicckkeerruunngg Agbglfe. iAtubnlegi,t ugnggf./ und Kühlung NNoottaübblearulafuf.

Kaskadenprinzip- die Stadt als Schwamm und als teil des natürlichen Wasserkreislaufes denken!

Abbildung 176

Komplettbegrünung

Abbildung 173

Abbildung 174

Abbildung 175

Beispiel Söderblomstraße, Sündersbühl Beispiel Okenstraße, Steinbühl

alternative Begrünungs- Baumrigole mit Verdunstungsbeet Versickerungsmulde wasserdurchlässige Beläge/ Möglichkeiten Speicherelement mit Rigole Pflaster Abb. 79 Prototypen Blau-Grüner Straßenraum [Quelle: Forschungsprojekt „Blue-Green-Streets“, bgmr Landschaftsarchitekten et al. ]

ExKURS: HUCKEPACK Spartenverlegung & Baumpflanzungen in der Straßenplanung wird unter dem Begriff des integrierten Sanierungsmanagements die Sanierung der Straßenoberfläche und die Sanierung der unterschiedlichen Sparten systematisch miteinander verknüpft. Damit können Synergien genutzt und Kosten eingespart werden. Das integrierte Sanierungsmanagement sollte im Sinne der multicodierung des Straßenraums verstärkt auch die Belange des Stadtgrüns aufnehmen. Daher sind in der integrierten Sanierungsplanung die Aspekte der Oberflächensanierung und Spartensanierung mit den Anforderungen des Stadtgrüns (Baumstandorte) und der Klimaanpassung (Verdunstungs- und Versickerungsflächen, Retentionsflächen sowie Beispiel Hintere marktstraße, Schweinau Beispiel „Grüne magistrale“ Gibitzenhofstraße, Steinbühl Notwasserwege) zusammenzuführen. mit einem solchen integrierten Ansatz entsteht eine Win-win-Situation für die nachhaltige Entwicklung. Es ist zielführend, einen seperaten finanztopf für Spartenumlegungen anzulegen. Abb. 78 schematische Darstellung von blau-grünen Aufwertungsmöglichkeiten anhand ausgewählter Straßenräume Bei anstehenden infrastruktur-Sanierungen und im Sanierungsfall, wie z.B. bei Wasserleitungsaustausch, Oberflächensanierungen o.ä. sollte zeitnah über mögliche Kopplungen mit Spartenverlegungen und Spartenbündelungen zugunsten von Straßenbaumneupflanzungen nachgedacht werden.

6.8 StRASSENABHäNGUNG UND PARK-/PLAtZERWEitERUNG Am beISpIel ANNApArK

Abbildung 179

Klima- Urban Wetlands Gehölzpflanzungen retentionsfilter

neuer Eingang

Spielboulevard Abb. 80 Vision Parkerweiterung und Umbau/Stellplatzreduzierung Ritter-von-Schuh-Platz-Straße

Abbildung 178

„.... den Park in die Straße wachsen lassen!..“

„.... die Straße als Möglichkeitsraum denken!....“ Abb. 81 Bestandssituation Straßenraum

Straßenrückbau zugunsten einer Erweiterung von Stadtplätzen/Parkanlagen Bestandsfreiraum neue freiraumpotentiale Straßenumbau zugunsten des nichtmotorisiertem Verkehrs, Begrünung, Verbesserung der Aufenthaltsqualität (z.B. Anlegen von Begegnungszonen, Spielstraßen ...) geplante und umgesetzte fahrradstraßen neue fußgängerzone fußgängerzone Bestand- Aufwertung

Abbildung 181

Abb. 83 Straßenraumpotentiale im Untersuchungsgebiet

Neben der Ritter-von-Schuh-Platz-Straße am Annapark bieten sich viele weitere Straßen entlang von Parks oder Plätzen im Nürnberger Süden, v.a. in der dichten Südstadt, für eine Grün- und Freiraumerweiterung und Transformation an. > DURCH StRASSENRÜCKBAU ZUGUNStEN VON PARK- ODER PLAtZERWEitERUNG KÖNNtE mAN RUND 55.000 m² fREifLäCHE DAZUGEWiNNEN!

Mehrwert für grüne und städtebauliche Qualität

Entlastung des übernutzten Annaparkes Aufenthaltsmöglichkeiten und Spielangebote Sitzgelegenheiten, Nachbarschaftsräume & Spielobjekte Versickerungs- und Verdunstungsmöglichkeiten durch Urban Wetlands

Abbildung 180

Maßnahmenbeschreibung

Verdunstung Entnahme von Parkplätzen Regenwassernutzung Entsiegelung Straße Ritter-von-Schuh-Platz Urban Wetlands anlegen zur Abkopplung des anfallenden Regenwassers Versickerung Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen z.B. durch Parkbänke Wasserspeicherung Feuerwehr- und Rettungswege freihalten Abb. 82 Funktionsweise Urban Wetlands

ABBiLDUNGSVERZEiCHNiS

Abbildungen ohne Angabe des [Autoren] wurden von bgmr Landschaftsarchitekten erstellt.

Abb. 1 Eindrücke Beteiligungsformate: Stadtteilfest St. Leonhard September 2020 (o.l.); Speed-Dating Annapark mit Stadtvertretern, u.a. OBM König und Frau Walhelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit, Veranstaltung der KommVorZone, Juli 2021 (o.r. ) 6 Abb. 2 Der Prozess des Freiraumkonzeptes 7 Abb. 3 Lage Planungsraum im Stadt- und Landschaftsgefüge Nürnbergs 9 Abb. 4 Bestandsplan Planungsraum mit statistischen Bezirken, öffentlichen Grün- und Parkflächen und zweckgebundenen Grün- und Freiflächen 10 Abb. 5 Statistische Daten als prozentualer Anteil an GesamtbewohnerInnen pro Bezirk (Stand: 31.12.2020, Grunddaten vom statistischen Amt Nürnberg/Fürth) 11 Abb. 6 Ausschnitt aus der Maßnahmenkarte zum Gesamtstädtischen Freiraumkonzept (2014) 12 Abb. 7 Ausschnitt aus dem Aktionsplan Kompaktes Grünes Nürnberg, Stand 2022 13 Abb. 8 Karte Grünvermehrung und Vernetzung aus dem INSEK Nürnberger Süden 14 Abb. 9 Kartenausschnitt aus dem Plankonzept Grüne Finger 14 Abb. 10 Kartenausschnitt Klimafunktionskarte aus dem Stadtklimagutachten Nürnberg, 2014 15 Abb. 11 Kartenausschnitt übergeordnete Freiraumverbindungen (gepunktete Linie) und Grüne Wege (grüne Linie) 15 Abb. 12 übersicht aktuelle städtebauliche Planungen und Stadterneuerungsgebiete 16 Abb. 13 Achse Aufseßplatz Richtung Hummelsteiner Park (o.l.) / Blick Hummelsteiner Park Richtung Volkspark Dutzendteich (o.r.) / Pferdemarkt und Gewerbegebiet Sandreuth mit Bahnkörper (u.l.) / Westpark und Anknüpfung zur Kulturlandschaft (u.r.) - [Gerhard Illig] 24 Abb. 14 übergeordnete Grünräume und „Grüne Wege“ (1 bis 3, blaue Linie) und übergeordnete Freiraumverbindungen (gepunktete blaue Linie) 25 Abb. 15 Lärmbelastung Hauptverkehrsstraßen, LDEN von über 75 db(A) (blau) bis über 55 db(A) (hellorange) 26 Abb. 16 Bestehende und geplante Verbindungen 27 Abb. 17 Collage der verschiedenen Randsituationen 29 Abb. 18 Freiraumtypologien des Nürnberger Südens 30 Abb. 19 Annapark [Gerhard Illig] 32 Abb. 20 Marie-Juchacz-Park [Gerwin Gruber] 32 Abb. 21 Hummelsteiner Park [Gerhard Illig] 33 Abb. 22 Westpark [Gerhard Illig] 33 Abb. 23 Einteilung bestehender Grün- und Parkanlagen und grüne Stadtplätze nach Größe 34 Abb. 24 Quantitative Freiraumversorgungsanalyse auf Bezirksebene 36

Abb. 25 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen innerhalb 250 m (5-Minuten-Fußweg) 39 Abb. 26 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen ab 1 Hektar innerhalb 500 m (10-Minuten-Fußweg) 39 Abb. 27 Erreichbarkeit der Grün- und Parkanlagen ab 10 Hektar innerhalb 1.000 m (20-Minuten-Fußweg) 39 Abb. 28 Auslastung für Nachbarschaftspark mit einer Erreichbarkeit von 250 m und für Quartierparks mit einer Erreichbarkeit von 500 m 41 Abb. 29 Städtebauliche Struktur des Planungsraumes 42 Abb. 30 Schwarzplan Grün +: öffentliche Grün- und Parkanlagen, Stadtplätze, Spielplätze, Friedhöfe, Kleingartenanlagen, und Sportanlagen 43 Abb. 31 Schwarzplan Grün +++: Schwarzplan Grün zzgl. Straßenraum, Hinterhöfe, Gründachpotentiale, private Grünflächen in der Zeilenbebauung, öffentliche und private Parkplätze, Flächen des Biotopverbunds 43 Abb. 32 Potentialkartierung der Begrünung von Hinterhöfen 44 Abb. 33 Impressionen Hinterhöfe im Nürnberger Süden [u.L. Gerhard Illig] 46 Abb. 34 impressionen Freiräume in der Zeilenbebauung im nürnberger Süden 47 Abb. 35 Blick auf die Reichow-Siedlung in Sündersbühl [Gerhard Illig] 48 Abb. 36 Kartierung der Begrünung von Freiflächen der Zeilen- und Hochhausbebauung 49 Abb. 37 Kartierung der Straßenbäume 50 Abb. 38 Straßenräume: Temporäres Parklet (o.l.); zugeparkte Gehwege ohne Straßenbäume in Galgenhof (o.r); Tafelhofstraße (m.l.); begrünte Straße (m.r.); Randsituation Budapester Platz (u.l.); landgrabenstraße (u.r.) 51 Abb. 40 Dachlandschaft Michael-Ende-Grundschule in St. Leonhard [Gerhard Illig] 52 Abb. 39 Kartierung der Gründachpotentiale im Nürnberger Süden 52 Abb. 41 Unbegrünte Dachflächen im Gewerbegebiet [Gerhard Illig] 52 Abb. 42 Parkplatzflächen: Firmenparkplätze, öffentliche Parkplätze, Großparkplätze Einzelhandel, Privatparkplätze (Stand 2020) 53 Abb. 43 Parkplatz an der Nopitschstraße [Gerhard Illig] 53 Abb. 44 Firmenparkplatz an der Gugelstraße [Gerhard Illig] 53 Abb. 45 Gewerbegebiete im Planungsraum 54 Abb. 46 Blick über Gewerbegebiet Sandreuth (Hallen und kleinteilige Strukturen) in Richtung N-ERGIE (Landmarke MVA) und Frankenschnellweg als Trenner zwischen den Stadtquartieren [Gerhard Illig] 55 Abb. 47 Eingang Industriestraße 55 Abb. 48 Landmarke Heizkraftwerk N-ERGIE 55 Abb. 49 Straßburger Straße entlang Siemensareal (o.l.); Blick auf Freianlagen Siemensgelände (o.r.); Blick auf Siemensgelände - Lage mitten im Quartier (u.) [Gerhard Illig, © Stadt Nürnberg / Umweltamt] 56

Abb. 50 Gewerbegebiet Standort Witschelstraße [Gerhard Illig, © Stadt Nürnberg / Umweltamt] 57 Abb. 51 Fuggerstraße im Gewerbegebiet Witschelstraße 57 Abb. 52 Fuggerstraße in Richtung Rothenburger Straße 57 Abb. 53 Teilräume Nürnberger Süden 59 Abb. 54 Bevölkerung nach Altersgruppen (Stand: 31.12.2020) - prozentualer Anteil an GesamtbewohnerInnen pro Bezirk 60 Abb. 55 Bevölkerung nach Altersgruppen - prozentualer Anteil an GesamtbewohnerInnen pro Bezirk (Stand: 31.12.2020) 62 Abb. 56 Eindrücke Gewerbegebiete St. Leohnard und Steinbühl: Brachfläche St. Leonhard, Siemens-Gelände, Unterführung N-ERGIE und Brückensituation über Frankenschnellweg 64 Abb. 57 Leitbild 67 Abb. 58 Zielbild des zukünftigen Freiraumsystems des Nürnberger Südens, ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage) 70 Abb. 59 Zielbild des zukünftigen Freiraumsystems des Nürnberger Südens mit beispielhaften Maßnahmen. Ohne Maßstab 73 Abb. 60 Maßnahmenkarte Räumliches Konzept, ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage) 76 Abb. 61 Foto Parklet Vogelweiherstraße [Quartiersmanagement Gibitzenhof] und Pocketpark an der Christuskirche (Projekt des Masterplans Freiraum; Projekt Stadterneuerung [Gerwin Gruber; Gerhard Illig] 85 Abb. 62 Maßnahmen Strategieräume, ohne Maßstab (Original M 1:4.000, siehe Anlage) 89 Abb. 63 Ausschnitt (Gostenhof) aus der Kartierung der Potentiale für Fassadenbegrünung [Quelle: Potentialanalyse von Begrünungsmaßnahmen im Nürnberger Süden, Umweltamt Nürnberg, 2021] 92 Abb. 64 Fassadenbegrünung im Nürnberger Süden [Gerhard Illig]; Visualisierung der Superblock-Prinzipien [© Changing Cities e.V. -CC BY-SA 4.0] 93 Abb. 65 Aktivitätenbox [bgmr]; Kletterwand an einem ehemaligen Hochbunker als Beispiel für Multicodierung von Infrastrukturen [M. Tröger] 97 Abb. 66 Konzeptionelle Verortung Lupen 98 Abb. 67 Südstadtpark (o.l.) [Gerhard Illig]; Aufseßplatz (o.r.) [Edda Witthuhn]; Kopernikusplatz (u.l.) und Annapark (u.r.) [Gerhard Illig] 100 Abb. 68 übersicht Einordnung Südstadt.Klima.Meile 101 Abb. 69 Visualisierung Südstadt.Klima.Meile 102 Abb. 70 Bestandssituationen Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche [Gerhard Illig & bgmr] 104 Abb. 71 Klima- und Wasserplatz mit offenen Versickerungsflächen: Schumacher Quartier, Berlin [bgmr] 105 Abb. 72 Transformation Straßenraum in Begegnungsraum mit Wahrung der Erschließungsfunktion - Boxhagener Platz, Berlin; Studie „Mehr Grün für Friedrichshain, Kreuzberg“ [bgmr und yellow z Architekten] 105 Abb. 73 Animal-Aided Design Schumacher Quartier [bgmr und Studio ADD] 105 Abb. 74 konzeptionelle Darstellung Klimaplatz 107 Abb. 75 Vision für einen multikulturellen Klima-Boulevard im Herzen von St. Leonhard 109 Abb. 76 Luftbild (bearbeitet) St. Leonhard [Original: Gerhard Illig] und Fotos Bestandsituation Schweinauer Straße 109

Abb. 77 Darstellung exemplarische Maßnahmen Gewerbe / Die Produktiven 111 Abb. 78 schematische Darstellung von blau-grünen Aufwertungsmöglichkeiten anhand ausgewählter Straßenräume 112 Abb. 79 Prototypen Blau-Grüner Straßenraum [Quelle: Forschungsprojekt „Blue-Green-Streets“ bgmr Landschaftsarchitekten et al. ] 113 Abb. 80 Vision Parkerweiterung und Umbau/Stellplatzreduzierung Ritter-von-Schuh-Platz-Straße 114 Abb. 81 Bestandssituation Straßenraum 114 Abb. 83 Straßenraumpotentiale im Untersuchungsgebiet 115 Abb. 82 Funktionsweise Urban Wetlands 115

Freiraumkonzept Nürnberger Süden

Zielbild

Abbildung 182

Anschluss

Wöhrder Wiese

er er!
Grüner Plärrer! er er!

HBF-Platz

Stadtgraben

Update!

als Parkband!

blau-grüner

SüdstadtPark

Gostenhofer

Boulevard!

Öffnung Vereinssport- fläche

urbane parklandschaft

dieWEST:PARK MEILE

Biotop-

neue Parkanlage!

verbund

Kohlenhof

Entrée!

Alte

Gärtnerei

Parkerweiterung

WasserPlatz

Aufsess

Weltacker

Parkfinger

- Aktivierung!

freiraum mit laborcharakter!

Kletterwand die STEINBÜHLER MEILE

an der MVA!

Leonharder

Promenade! klimasensitive freiraumkette

Die Dichten!

die SÜD:STADT.MEILE

*Klimaquartiere der Südstadt

Blau-Grüner Gustav!

- SuperBlöcke und kleinteilige

Klima-Maßnahmen

Grüner Stadtplatz Kopernikus

Blau-Grüner

Annapark!

Grüner Weg

Die Aufgelockerten! zum Faberwald

Kreisläufe

*Aktivierung von Freiflächen

Anschluss Luipoldthai n

und Multicodierung! erleben! Gugel.

Park

Park!

Sanierung!

Grüne

Magistrale!

Gugelstraße

freiraum und technologischer wandel

Parkjuwel Hummelsteiner Park

die GIBITZENHOFER MEILE

Öffnung

Siemens-

Freiräume

Hiroshima Park!

interaktives gewerbe und alternative freiräume Siemens.

Park!

die SANDREUTHER MEILE

Neuanlage

Nopitsch.

Park!

Die Produktiven

Öffnung: grüne

A A

*Gewerbetransformation Verbindung

& Klimaanpassung! schaffen

Blau-Grüne

A A nschluss lter Kanal
Anschl Hasen uss buck

Diana!

Anschluss Schweinauer Buck

Anschluss Bestandsfreiräume

Neuanlage Grün- Superblocks zur Abstimmung Blau-Grüne-Magistralen

Alter Kanal Aufwertung und

und Parkfläche

Qualifzierung

Abbildung 183

Korridore Freiraumverbindungen und

Aufwertung

Neuschaffung Stadtplatz Blau-Grüne-Meilen Grüne Wege

Stadtplatz Bestand

Straßenbaumpflanzung

Schlüssel-Projekte Verbindungen

Bestandsfreiräume

Freiraumkonzept Gesamtstadt & Landschaftsraum

Sicherung und Pflege

g n a g er b n ü Mante P u

Abbildung 189

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d u h i F ü s f g s n e e a a a u a n n t t t c r n n u

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Dianastraße T n o e t s s g f S L a s e B H o E t t Di t a r t n o as p tra a a ße r r e r ü ß r d r s a D e i e a a n r a l t st s r a e ß f e g p l s i ß r ß b K L i a a t h a K r d b r e u e n e u m n f S a p t i n e t a t d l G e r s t o h i h r z m ß w a s z u l r S t e r S b r e l t s S i e a s c r g e r a t h ß r s c r r u l ß S t t e D o a l o g h e h e i t r t a ß f e S r e n e u a p i e r a g M r n i p t ß l e S t S e l l S a e r o e b c g t r t z t s t r h a o r W a ü t r s a l al g g e t L h o s t ß e z e ß r r s s t h r h t a a a e r ß a e e ß Z b e e e W u s fu h e l r i s n t l r s a h n e ß e e g e l G Z m i u b a f it u r z S - h e n r L s h c s o tr ö f h a st ß r h a l s e o ß P e e tf e - e A S g t e r S a r a m g ß p a L e s i r s t K K e u tB P l k e e d o o t O l z r S ä w t e n h o n S t r g r i t t l c ä g m r c u o e S ß e s h c a m s h p n h r t u e l i t r on t e h r a u a t a r t le o ß f z ß e l r e H f g e t g e s o a e a r t g r r r J s t r a g a a e k l a ß St e e i n b b o ü hl er T n u n n el b s S e e r O s t s e n s p in l e Gi bitz e n h o a fst G r a ß e t H P k e b b h t r a ü r U z d- e O h a tt- St l r l a e e ß e n n ß r a S s t l e tr e t K m a a t p p e ß z n r g a r s e se a K e L u ß a a W M E e t r n - J l m F S a - e e d H H k e G li n g o s s F r t m P W r n a la ß g t e e b e n s st a t c r t a K t o s ß a e r r r l g K - r G a t r p p t e r r a p ill e e e b n n g a b e a l u e o e s i M N r s a g a e h S e r-S l K t J r t r a ß Z a z e n l r r e p r b l p e a A t e i u g n o k o n M S g r n o e k a n e s E s J o e l a o g e A n l l n e n t l g g l b e e r e a n s b o r m t s l S d s h r ü E h S a l s ß C m a e e J c a e i r s k S T s g d k o a d n h b r s o s s t t o l S r g r e p - g M e m a a d r t r a i o M N a d e s e l W f l r s l c a e g e e n c r e a r n m s a a O s b s n h s e t b o a t s ß e o t t t e o r n s r e r r ß h a z w z s M a n w p c K l ß K e t e u D e e i n n r h n e a ß s r t a e r g i a e a W p r e a g i e e S S - u e u a r t e r e a t s z ß h s t r s n n r s S e t s c a s t l c o t l r n t S e r r r a - h c a r m n a ß l c a ß c G ß a r l t u e t s e e ü s n e h t t h i r r h h e r ß s u z S h . t t i a f g P r o s l s r t l a s e e e M t h a ß a t t f o l t ß n s r s h t ä e ß o . b e L t a s i e e n g a g r t J s M tra l a ß e e a n e l r a k n ß s z e n o o c n r h ß r L b a t h L o s g n e k e p s p e e t O r g l a p a ß u e ß e V t n z u r u l r l d a S s s a - e b o l s S w S d t p t r s K a t L a ß h p e b t r r u z c i r r g P s e g a d u n r a w r S l tr o a t s ß e ß h e ß d e e o a f p z e e D w r e r i r l u M K Z r a e g t e i o i l r a t k - n r e c s f i l h s t t c z h M g a h . o e l m r z ns t ie t - r L d a - e ß s r s g e M a r K - s n a s u e e g p u u ß n d f o l l a z a

w tz r a nl a g e S g t

Hansastra e

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Freiraumkonzept Nürnberger Süden Prioritäre Maßnahmen bis 2035 Prioritäre Maßnahme Hiroshimapark Urbane Parklandschaft "Grünes Westband" Erweiterung Grünanlage Am Pferdemarkt

Annapark & Umfeld Blau-Grüner-Gustav & Umfeld Südstadt.Klima.Meile (nördlicher Teil) Melanchthonplatz Kopernikusplatz Leonharder Promenade Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden (nicht verortet)

Hintergrundkarte: © Stadt Nürnberg; Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung Darstellungsmaßstab (in DIN A4): 1:25.000 Ü Erstellungsdatum: 09.05.2022 0 250 50 M 0 eter

Freiraumkonzept Nürnberger Süden

Kostenschätzung

Ziel: 10 prioritäre Maßnahmen bis 2035 umsetzen/vorbereiten

Zusätzlicher Finanzbedarf: ca. 25 Mio. €

Diese benötigten zusätzlichen finanziellen Mittel für die Umsetzung der 10 prioritären Maßnahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden sollen im Rahmen der laufenden MIP-Fortschreibung (MIP 714 Masterplan Freiraum) gestaffelt in den nächsten Jahren beantragt werden.

Prioritäre Maßnahme Kosten
Hiroshimapark (Neue Parkanlage, 1 Bauabschnitt/westliche Teilfläche) ca. 2,5 Mio. €
Urbane Parklandschaft „Grünes Westband“ (Westparkerweiterung) noch unklar
Erweiterung Grünanlage Am Pferdemarkt bei der SÖR-Zentrale noch unklar
Annapark & Umfeld (klimagerechte Sanierung) ca. 3,2 Mio. €
Grün-Blauer Gustav & Umfeld (klimasensitive Umgestaltung) ca. 4,0 Mio. €
Südstadt.Klima.Meile (inkl. Karl-Bröger-Str, klimasensitive Umgestaltung) ca. 6,0 Mio. €
Melanchthonplatz (klimagerechte Sanierung) ca. 2,1 Mio. €
Kopernikusplatz (klimasensitive Umgestaltung) ca. 2,3 Mio. €
Leonharder Promenade (Klima-Boulevard) noch unklar
Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden (neue Straßenbäume) ca. 3,0 Mio. €
9.1 Freiraumkonzept Nürnberger Süden Projekt begonnen Stand 24.06.2022
Strategischer Handlungsraum Erweiterte Innenstadt
Leitidee Freiräume qualifizieren, multicodieren und profilieren
Handlungsfeld Aktionsplan Freiraumkonzepte auf Stadtteilebene
Räumliche Einordnung Der Planungsbereich befindet sich innerhalb der Ringstraße und enthält süd- und südwestliche Stadtbereiche, die im Hinblick auf ihre Grün- und Freiraumsituation nachhaltig verbessert werden sollen. Die nördliche Grenze bilden der Stadtgraben und die Bahngleise, die östliche Abgrenzung verläuft entlang der Allersberger Straße, die südliche und westliche Grenze stellt die Ringstraße dar. Planungsraum eingebettet im Nürnberger Freiraumsystem inkl. übergeordneter Freiraumverbindungen (Punktlinie) und Grüner Wege (blaue Linie)
Lage Statistische Bezirke: Tafelhof, Galgenhof, Hummelstein, Steinbühl, Gugelstraße, Gibitzenhof, Sandreuth, Schweinau, St. Leonhard, Sündersbühl und Gostenhof/Ost Fläche 782 ha Planungsbereiche mit rechnerischem Defizit an öffentlichen Grünflächen In den jeweiligen Planungsbereichen überwiegend hohe bis sehr hohe Grünflächendefizite. Rechnerisch stehen pro EW durchschnittlich nur 2 m² öffentliche Grün- und Parkanlage zur Verfügung. (gesamtstädtischer Durchschnitt: 12 m² /EW) Bestandsplan Planungsraum inkl. statistischen Bezirken, öffentlichen und zweckgebundenen Grün- und Freiflächen
Rahmenbedingungen und Ziele Der 782 Hektar große heterogene Planungsraum ist sehr dicht bebaut, versiegelt und besteht aus Wohn- und Gewerbegebieten. Aufgrund städtebaulichen Struktur und der geringen Grünausstattung ist der Raum thermisch belastet. Auf den wenigen Grünflächen herrscht ein sehr hoher Nutzungsdruck, die Erholungsfunktion ist eingeschränkt. Oberirdische Gewässer sind gänzlich zurückgebaut bzw. verrohrt. Die Potenziale für neuen Grün- und Freiraum sind begrenzt. Vielfältige Herausforderungen, wie Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Erhöhung der Biodiversität, Gesundheits- vorsorge und Bewegung. Ziel ist es neues Stadtgrün zu schaffen, bestehende Grün- und Freiflächen zu sichern, Räumlich konzeptionelles Leitbild inkl. Blau-Grüner-Meilen, Netze und Punkte sowie strategischer Teilräume (bgmr 06/2022)

Abbildung 191

Abbildung 190

Hummelstein, Steinbühl, Gugelstraße,

Gibitzenhof, Sandreuth, Schweinau, St.

Leonhard, Sündersbühl und Gostenhof/Ost

Abbildung 192

Quellenangaben: Stadtkarte: Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung, Fotos: © Stadt Nürnberg

klimagerecht und nachhaltig zu qualifizieren, zu erweitern und besser miteinander vernetzen. Mehr grüne Stadtplätze, begrünte Dächer, Fassaden und Hinterhöfe sowie mehr Straßenbäume sollen den Nürnberger Süden lebenswerter und klimaangepasster gestalten. Aufbauend auf einem entwickelten räumlich konzeptionellen Leitbild wurden zahlreiche, vielfältige und innovative Maßnahmen und Umsetzungsstrategien entwickelt. Für ausgewählte Maßnahmen bzw. Themen wurden sog. Lupen & Toolboxen sowie visionäre Visualisierungen erarbeitet. Das entwickelte Zielbild zeigt eine Freiraumvision für den Nürnberger Süden und enthält einen bunten Strauß an Maßnahmenvorschlägen. Der Fokus liegt auf der Schaffung von neuen Grün- und Freiräumen, auch unter Einbeziehung des Verkehrsraumes (Dreifache Innenentwicklung). Die klimasensitive Qualifizierung bestehender Freiräume nach dem Prinzip der Schwammstadt spielt eine wesentliche Rolle. Ein Maßnahmenplan visualisiert die vielfältigen Maßnahmen in der Grünen und Grauen Infrastruktur. Die Verwaltung hat folgende zehn prioritäre Maßnahmen ausgewählt und zur zeitnahen Umsetzung/Vorbereitung bis 2035 vorgeschlagen; Hiroshimapark, Grünes Westband (Erweiterung Westpark), Erweiterung Grünanlage Am Pferdemarkt, Annapark, Melanchthonplatz, Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, Südstadt.Klima.Meile inkl. Karl-Bröger-Straße, Kopernikusplatz, Leonharder Promenade und die Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden. Zielbild zukünftiges Freiraumsystems des Nürnberger Südens (bgmr 06/2022) Visualisierung Südstadt.Klima.Meile (bgmr 06/2022, Foto G. Illig)
Kosten 200.000 €
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum (NR 714), UwA/1-Budget
Bürgerbeteiligung 2020/2021/2022: Informationsstände, Speed-Dating, Führungen
Zeitplan und Vorgehensweise 2017 bis 2019: Verwaltungsinterne Abstimmung 2019: Vergabe Konzepterstellung 2020 bis 2022: Konzepterstellung/Bürgerbeteiligung 07/2022: Vorstellung Konzeptergebnisse im UmwA 2022 bis 2035: Umsetzung von 10 prioritären Maßnahmen
Planerische und rechtliche Vorgaben Stadterneuerungsgebiete: Galgenhof/Steinbühl, Gibitzenhof/Steinbühl-West/Rabus, St. Leonhard/Schweinau, (Gostenhof Ost/Tafelhof in Planung)
Federführung UwA/1 mit BgA/SE, Ref.III, Ref. V, Ref. VII, Stpl, SÖR, Vpl, WiF, LA, J, KuF, SpS, SUN und BCN
Aktueller Sachstand Konzepterstellung
Projekt in Ausschüssen -

Quellenangaben: Stadtkarte: Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung, Fotos: © Stadt Nürnberg

2.11. Hiroshimapark Projekt noch nicht begonnen Stand 24.06.2022
Strategischer Handlungsraum Erweiterte Innenstadt
Leitidee Freiräume qualifizieren und multicodieren
Handlungsfeld Aktionsplan Neue Parkanlagen / Grünanlagen
Räumliche Einordnung Der geplante Hiroshimapark liegt nördlich der Frankenstraße und westlich der Allersberger Straße im südlichen Stadtteil. Im Osten grenzen der Luitpoldhain und der Volkspark Dutzendteich an. Der geplante Hiroshimapark umfasst den westlich liegenden Hiroshimaplatz, die östlich angrenzende Gleisschleife und die bestehenden kleinen öffentlichen Grünanlagen an der Markomannenstraße und an der Frankenstraße. Lageplan: Hiroshimapark
Lage Gemarkung: Gibitzenhof Fl. Nrn.: 467, 467/119, 468/2, 451 Fläche Ca. 3,5 ha inkl. bestehender Grünanlagen an der Frankenstraße und Markomannenstraße Planungsbereich PB 6 Rechnerisches Defizit an öffentlichen Grünflächen - 18,9 ha Grünfläche Gleisschleife Hiroshimaplatz Grünfläche Luftbild: Hiroshimaplatz & Gleisschleife inkl. bestehender Grünanlagen
Rahmenbedingungen und Ziel Auf dem bislang temporär als Parkplatz und als Sammelstelle für abgeschleppte Rotpunktfahrzeuge genutzten Hiroshimaplatz (Bauabschnitt 1) sowie der benachbarten Gleisschleife (Bauabschnitt 2), die im Zuge der Straßenbahnverlängerung nach Lichtenreuth aufgelassen wird, soll unter Einbezug der zwei bestehenden Grünanlagen Frankenstraße und Markomannenstraße ein neuer biodiverser Quartierspark geschaffen werden. Auf der westlichen Teilfläche (Hiroshimaplatz) sollen öffentlich zugängliche Sport- und Bewegungsangebote, (unter Berücksichtigung von Schulsportbedarfen) etabliert werden. Mit der Entsiegelung des Straßenabschnitts zwischen dem Hiroshimaplatz und der Gleisschleife soll ein durchgängiges und Hiroshimapark Luftbild: Hiroshimapark

Abbildung 193

Abbildung 194

Abbildung 195

grünes Bewegungsband bis zum Luitpoldhain und dem Volkspark Dutzendteich entstehen. Der bestehende Baumbestand soll möglichst erhalten und durch neue klimaverträgliche Baumpflanzungen ergänzt werden. Steigerung der Biodiversität durch entsprechende Pflanzauswahl und kleinteilige Biotopstrukturen. Die geplante Südstadt.Klima.Meile führt aus der Altstadt kommend entlang einer Freiraumkette über den Südstadtpark, die Karl- Bröger-Straße, den Aufseßplatz, den Kopernikusplatz, den Annapark und die Grünanlage Maffeiplatz, entlang der Gudrunstraße, über den Platz an der Gustav- Adolf-Gedächtniskirche und weiter entlang der Allerberger Straße in Richtung des zukünftigen Hiroshimaparks bis zum Volkspark Dutzendteich und Luitpoldhain. Abb.: Konzipierte Südstadt.Klima.Meile inkl. Hiroshimapark (bgmr 06/2022)
Kosten Gemäß erster Kostenschätzung voraussichtlich 2,5 Mio. € für den ersten Bauabschnitt im westlichen Teil, Gesamtkosten noch unbekannt.
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum, BIC
Bürgerbeteiligung Öffentliche Beteiligung, ggf. inkl. einer Beteiligung des Seniorennetzwerks bzw. Stadtseniorenrats im Rahmen der Objektplanung
Zeitplan und Vorgehensweise 2023 bis 2025 Grundlagenermittlung, VGV-Verfahren, Vorentwurfsplanung und Ausführungsplanung 2025 ff Baubeginn, in zwei Bauabschnitten
Planerische und rechtliche Vorgaben B-Plan 4130 (1980): Fläche für den Gemeinbedarf, Schulsportplatz & private Grünfläche, Parkplatz öffentlich, laufendes Planfeststellungsverfahren für die neue Tramtrasse Richtung Lichtenreuth, öffentliche Grünfläche im Bereich der Gleisschleife; Stadtbiotop (N-1405) südlich der Markomannenstraße, angrenzend an einem grünen Finger (Plankonzept „Grüne Finger“), Teil der konzipierten Südstadt.Klima.Meile, prioritäre Maßnahme eines der fünf Maßnahmenkomplexe gem. Freiraumkonzept Nürnberger Süden.
Federführung SÖR/1-G mit Stpl, UwA, J, SpS, SchA, SÖR/1-A, Vpl
Aktueller Sachstand Konzeptionelle Planung gem. Freiraumkonzept Nürnberger Süden, nächster Schritt: Grundlagenermittlung
Projekt in Ausschüssen UmwA/AfS 04/2022, UmwA 05/2022

Abbildung 196

3.4 Grünes Westband – Vom Westpark bis zum Tiefen Feld Projekt begonnen Stand 24.06.2022
Strategischer Handlungsraum Außenstadt
Leitidee Freiräume aktiv entwickeln
Handlungsfeld Aktionsplan Entwicklungskonzepte Urbane Parklandschaften
Räumliche Einordnung Die Urbane Parklandschaft „Grünes Westband“ liegt im westlichen Stadtgebiet und enthält die Stadtteilparkanlage Volkspark Westpark. Die Von-der-Tann-Straße teilt den Westpark eine östliche und westliche Parkhälfte. Das grüne Westband führt vom Westpark bis zum geplanten Landschaftspark im Tiefes Feld. Parkwohnanlage Lageplan Grünes Westband 8
West Lage Gemarkungen: Sündersbühl, Höfen, Großreuth b. Schweinau Fläche ca. 120,7 ha Planungsbereich PB 11 und PB 57 Rechnerisches Defizit an öffentlichen Grünflächen -28,4 ha (PB 11) und -9,9 ha (PB 57) Luftbild Grünes Westband
Rahmenbedingungen und Ziele Die Urbane Parklandschaft Grünes Westband ist eine Agglomeration aus verschiedenen bestehenden Grün- und Freiräumen, wie Parkflächen, Grünzügen, Kleingartenanlagen, Sportanlagen, und landwirtschaftlichen Nutzflächen, die zu einem Gesamtraum verknüpft werden sollen. Hauptaugenmerk liegt auf der Verbindung des Westparks mit dem geplanten Landschaftspark Tiefes Feld. Aus einem Nebeneinander soll ein Miteinander entstehen. Das Grüne Westband enthält zahlreiche und vielfältige Einzelprojekte, wovon einige bereits angestoßen wurden (z.B. ehem. Gärtnerei, Projekt Weltacker, Pilotprojekt Öffnung Vereinssportfläche), bereits in Planung sind (Westparkerweiterung an der Von-der-Tann-Str.) oder bereits fertiggestellt wurden (Weg am Village). Landwirtschaftliche Kleingärten Nutzfläche Kleingärten Vereins- Westteil eßartS-nnaT-red-noV sportfläche Kleingärten Ostteil Gärtnerei egalliV Parkwohnanlage West ma geW Luftbild mit Lageplan Grünes Westband

Abbildung 197

Abbildung 198

Abbildung 199

Geplante Parkerweiterung im Bereich der ehem. Gärtnerei im Westpark und an der Von- der-Tann-Straße (BP 4666). Umsetzung des Projekts Weltacker (Projekt der Zukunftsstiftung Landwirtschaft) auf dem Parkplatz an der Von-der-Tann-Str. Vollendung des westlichen Westparks durch Erwerb und Umgestaltung der landwirtschaftlichen Flächen. Integration und Zugänglichkeit für eine öffentliche Nutzung der zweckgebundenen Sportflächen und Kleingartenanlagen. Für die Vereinssportfläche des SG Viktoria Nürnberg- Fürth 1883 e.V., Bertha-von-Suttner-Straße 30 (östlicher Westpark, angrenzend an die ehemalige Gärtnerei), wird ein Pilotprojekt mit dem Verein und dem städtischen Sportservice vorgeschlagen. Hier bieten die Randflächen des Sportareals ein Potenzial für eine öffentliche Nutzung. Eine generelle Öffnung der gesamten Sportfläche ist nicht vorgesehen. Verknüpfung mit der südlich angrenzenden Parkwohnanlage West (Reichow-Siedlung) zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität der grünen Parkfinger. Sanierung Kinderspielplatz (Ostteil) geplant. Grünen Weg zum Hainberg, der durch das grüne Westband verläuft, umsetzen. Erhalt der Kaltluftleitbahn (eine der sieben Hauptkaltluftleitbahnen). Foto Westpark, westlicher Teil (Fotograf G. Illig) Auszug Zielbild (bgmr 06/2022)
Kosten Projektbezogen unterschiedlich, Gesamtkosten unbekannt
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum, BIC, ggf. Städtebaufördermittel im östl. Westpark (Sportfläche)
Bürgerbeteiligung Projektbezogen unterschiedlich, u.a. inkl. einer Beteiligung des Seniorennetzwerks bzw. Stadtseniorenrats im Rahmen der Objektplanung
Zeitplan und Vorgehensweise Projektbezogen unterschiedlich
Planerische und rechtliche Vorgaben Stadterneuerungsgebiet St. Leonhard/Schweinau, Relevante Bebauungspläne: BP Nr. 3564, BP 3503; öffentl. Grün-/Parkfläche, BP 4666 Von-der-Tann-Str., BP 4445 Tiefes Feld, BP 4233 (ehem. Gärtnerei), Teilflächen als Stadtbiotop (N-1229, N-1236, N-1231, N-1238) kartiert, Teilfläche als §30 BNatSchG geschützt, Teilflächen als lokal und regional bedeutsam (ABSP) bewertet, Ökologische Ausgleichflächen (westlicher Westpark); Lage im grünen Finger des Plankonzepts „Grüne Finger“; Parkpflegewerk Westpark (westlicher Westpark); Sportstättenentwicklungsplanung „Ferner Westen“, Teil der konzipierten Westpark.Meile, prioritäre Maßnahme und eines der fünf Maßnahmenkomplexe gem. Freiraumkonzept
Federführung SÖR/1-G mit UwA, LA, Stpl, SÖR/1-A, J, Vpl, SÖR/1-B, SpS
Aktueller Sachstand Konzeptionelle Planung Freiraumkonzept Nürnberger Süden
Projekt in Ausschüssen -

Abbildung 200

Abbildung 201

5.7. Annapark & Umfeld Projekt noch nicht begonnen Stand 24.06.2022
Strategischer Handlungsraum Erweiterte Innenstadt
Leitidee Freiräume qualifizieren und multicodieren
Handlungsfeld Aktionsplan Sanierung Grün- und Parkanlagen
Räumliche Einordnung Die öffentliche Quartiersparkanlage Annapark befin- det sich am Ritter-von-Schuh-Platz und liegt im Be- zirk Galgenhof in der Nürnberger Südstadt. Westlich des Annaparks und der Pillenreuther Straße sind die beiden kleineren öffentlichen Grünanlagen Maf- feiplatz und Schuckertplatz gelegen. Letztere Grün- fläche gehört zum Bezirk Hummelstein. Der umlie- gende Stadtteil ist sehr dicht bebaut und besiedelt, mit Stadtgrün stark unterversorgt und thermisch be- lastet. Lageplan Annapark inkl. Grünanlagen Maffeiplatz und Schuckertplatz
Lage Gemarkungen: Gibitzenhof Fl. Nrn.: 244/10, 244/19, 250, 251, 251/1, 251/2, 251/3, 251/4, 251/5, 251/6, TF 185/2, 272/2, 268/19 TF 256/3 Flächen (inkl. angrenzender Straßen) 25.200 m² Annapark 6.700 m² Grünanlage Maffeiplatz 4.900 m² Grünanlage Schuckertplatz Planungsbereich PB 7 Rechnerisches Defizit an öffentlichen Grünflächen - 65 ha Luftbild Annapark inkl. Grünanlagen Maffeiplatz und Schuckertplatz
Rahmenbedingungen und Ziele Insbesondere der Annapark ist eine sehr stark fre- quentierte Grünanlage in der dicht bebauten Nürn- berger Südstadt. Er enthält einen großen Spielplatz und vielfältige Sport- und Bewegungsflächen. Der Park versorgt in einem Umgriff von 500 m ca. 21.000 EinwohnerInnen. Ein weiterer Spielplatz be- findet sich in der Grünanlage Schuckertplatz. Auf- grund der sehr hohen Einwohnerdichte des umlie- genden Quartiers sind diese Grünflächen und ins- besondere der Annapark aktuell sehr stark genutzt und in die Jahre gekommen, die Erholungsfunktion ist eingeschränkt und es besteht ein hoher Sanie- rungsbedarf. Im Annapark findet an einem Sommer- wochenende das alljährliche Südstadtfest statt. Ziel ist eine interdisziplinäre, klimasensitive und zu- kunftsfähige Sanierung nach den Prinzipien der Schwammstadt, eine Erweiterung über die Grenzen der Parkanlage hinaus, angepasst an die aktuellen Foto: Tischtennisspielende Senioren im Annpark (Fotograf: G.Illig)

Abbildung 202

Abbildung 203

Abbildung 204

Rahmenbedingungen, Nutzungsdruck und -ansprü- che. Dafür ist eine dienststellenübergreifende, koor- dinierende Planung notwendig. Die westlich liegenden Grünanlagen Maffeiplatz und Schuckertplatz sowie die an die Grünflächen an- grenzenden Straßen (z.B. Ritter-Von-Schuh-Platz- Straße, Straße Schuckertplatz) sollen in die Pla- nung des Annaparks mit einbezogen werden. Hier soll das Potenzial zur Entsiegelung zu Gunsten ei- ner Parkerweiterung genutzt werden. Die Grünflächen sollen besser miteinander ver- knüpft werden und in einen gestalterischen sowie funktionalen Zusammenhang gestellt werden. Über eine Neuordnung z.B. der Spiel- und Aktionsflächen muss nachgedacht werden.Hierbei sind die Bedarfe insbesondere im Hinblick auf das wohnungsnahe Spielen, die Quartiers- und Ortsteilfunktion von Spielflächen zu berücksichtigen. Erhöhung der Aufenthaltsqualität für alle Bevölke- rungsgruppen durch neue und attraktive Sitzgele- genheiten für alle NutzerInnen. Größtmöglicher Erhalt des bestehenden Baumbe- stands und klimagerechte Ergänzungspflanzungen. Aufwertung der Begleitgrünflächen und bestehender Baumscheiben. Steigerung der Biodiversität durch entsprechende Pflanzauswahl und kleinteilige Biotopstrukturen. Lösung für die Hundeproblematik im Annapark. Foto: Annapark mit prägendem Baumbestand (Fotograf: D. Pilotek) Vision Parkerweiterung am Annapark (bgmr, 06/2022)
Kosten voraussichtlich ca. 3,2 Mio. € für Annapark, Gesamtkosten noch unbekannt
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum, BIC, ggf. Zuschüsse über För- derprogramme (z.B. urbaner Klimawandel)
Bürgerbeteiligung Öffentliche Beteiligung inkl. einer Kinder- und Jugendbe- teiligung sowie einer Beteiligung des Seniorennetzwerks bzw. Stadtseniorenrats im Rahmen der Objektplanung
Zeitplan und Vorgehensweise 2023 ff: Grundlagenermittlung, VgV-Verfahren, Vorent- wurfs-/Entwurfsplanung, Ausführungsplanung 2027ff: voraussichtlicher Baubeginn in Bauabschnitten
Planerische und rechtliche Vorgaben BP 3948: Festsetzung als öffentl. Grünfläche/Parkanlage inkl. Spielplatz am Annapark; Teilfläche als Stadtbiotop (N-N1378) im Annapark kartiert; Annapark als Teil eines grünen Fingers (Plankonzept Grüne Finger); Teil der konzipierten Süstadt.Klima.Meile, prioritäre Maß- nahme und eines der fünf Maßnahmenkomplexe gem. Freiraumkonzept Nürnberger Süden.
Federführung SÖR/1-G mit Vpl, UwA, SÖR/1-A, SÖR/1-S, J und Stpl
Aktueller Sachstand Freiraumkonzept Nürnberger Süden
Projekt in Ausschüssen -

Abbildung 205

Abbildung 206

6.4 Platz Gustav-Adolf-Gedächtniskirche „Blau-Grüner Gustav“ Projekt begonnen Stand 24.04.2022
Strategischer Handlungsraum Erweiterte Innenstadt
Leitidee Freiräume qualifizieren und mehrfachnutzen
Handlungsfeld Aktionsplan Grüne Stadtplätze
Räumliche Einordnung Urban gelegener zentraler Stadtplatz an der Allers- berger Straße in Gibitzenhof. Der Platz befindet sich in einem dicht besiedelten und mit Stadtgrün stark untervorsorgten Umfeld. Der großzügige Platz ist eingebettet in eine städtebaulich einheitliche Archi- tektur aus der Zeit der Industrialisierung entlang der Allersberger Straße. Die denkmalgeschützte Gus- tav-Adolf-Gedächtniskirche, ein monumentaler Backsteinbau, prägt die Platzfläche. Zudem ist der Platz auch Kirchenvorplatz und dient der Erschlie- ßung des öffentlichen Hallen- und Freibads „Süd- stadtbad“. Es gibt Nord-Süd-verlaufende Rad- und Gehweg- verbindungen, eine auf der Westseite durch den Kir- chenhof zur Annastraße/Wirthstraße und eine ent- lang der Allersberger Straße. Radfahrende kreuzen den Platz. Lageplan Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche inkl. Umfeld
Lage Gemarkung: Gibitzenhof Fl. Nrn.: 228/0 (TF), 228/8, 228/9, 228/10, 228/15, 235/2 (TF), (ggf. inkl. 231/0 und 232/18) Fläche 7.750 m² inkl. Annastraße und öff. Grünfläche (Platz: ca. 4.900 m², Annastraße: ca. 1.850 m², Grünfläche: ca. 1.000 m²) Planungsbereich PB 7 Rechnerisches Defizit an öffentlichen Grünflächen - 65 ha Luftbild Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche inkl. Umfeld
Rahmenbedingungen und Ziele Der aktuell stark versiegelte Platz besitzt einen gu- ten Baumbestand, lässt dennoch Aufenthaltsqualität vermissen. Eine klimagerechte Umgestaltung und Aufwertung ist anzustreben. Ziel ist die Schaffung und Erhöhung der Aufent- haltsqualität. Die klimagerechte Platzgestaltung soll das Schwammstadtprinzip aufgreifen. Dabei soll das anfallende Niederschlagswasser vor Ort ge- speichert werden und in Hitzeperioden durch Ver- dunstungskälte das lokale Mikroklima verbessern. Hierzu soll der Platz entsiegelt und stärker begrünt werden. Der Einsatz wasserfähiger Beläge ist zu prüfen. Rückhalt, Versickerung, Verdunstung und Kühlung sollen als komplexes System zusammen- wirken. Neue und attraktive Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Foto: Platz an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (Fotograf: G.Illig)

Abbildung 209

Abbildung 210

Abbildung 207

Abbildung 208

Der bestehende Baumbestand soll erhalten und mit neuen klimagerechten Bäume ergänzt werden. Begrünte Fassaden (z.B. am Südstadtbad) und Wasser als Gestaltungselement können die Küh- lungseffekte unterstützen und den Platz attraktiver gestalten. Eine Funktionstrennung für den Fuß- und Radver- kehr ist sinnvoll. Das Kreuzen des Platzes durch Radfahrende soll vermieden werden. Hierzu soll auch der bestehende Radweg entlang der Allers- berger Straße optimiert werden. Die nördlich angrenzende Annastraße soll in die Planung mit einbezogen und aufgewertet werden. Hier besteht das Potenzial zur Verkehrsberuhigung und Stellplatzreduzierungen zu Gunsten des Grün- und Freiraums sowie von Straßenbaumpflanzun- gen. Die nördlich liegende Grünfläche an der Anna- straße/Wirthstraße bietet ebenfalls Aufwertungspo- tenzial. Foto: Platz Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (Fotograf: M. Tröger)
Kosten ges. ca. 4.000.000 €
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum
Bürgerbeteiligung Öffentliche Beteiligung inkl. einer Beteiligung des Senio- rennetzwerks bzw. Stadtseniorenrats im Rahmen der Ob- jektplanung
Zeitplan und Vorgehensweise 2022/2023: Vorentwurfs-/Entwurfsplanung 2024/2025: Ausführungsplanung 2026: Baubeginn
Planerische und rechtliche Vorgaben FNP: Fläche für Gemeinbedarf; Denkmalschutz: Baudenkmal Gustav-Adolf-Gedächtnis- kirche, westlich angrenzend: Bau-/ Bodendenkmal ehem. Herrensitz Petzenschloss; Teil der konzipierten Süstadt.Klima.Meile, prioritäre Maß- nahme und eines der fünf Maßnahmenkomplexe gem. Freiraumkonzept Nürnberger Süden
Federführung Stpl/4GS-1 mit SÖR/1-G, Vpl, UwA, SÖR/1-A und SÖR/1-S
Aktueller Sachstand Grundlagenermittlung
Projekt in Ausschüssen -

Abbildung 211

4.6 Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden Projekt begonnen Stand 24.06.2022
Strategischer Handlungsraum Erweiterte Innenstadt
Leitidee Neue Straßenbäume
Handlungsfeld Aktionsplan Grün Plus
Räumliche Einordnung Der Planungsbereich der Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden ist identisch mit dem Umgriff des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden. Er befindet sich innerhalb der Ringstraße und enthält süd- bzw. südwestliche Stadtbereiche. Die nördliche Grenze bilden der Stadtgraben und die Bahngleise, die öst- liche Abgrenzung verläuft entlang der Allersberger- straße, die südliche und westliche Grenze stellt die Ringstraße dar. Lageplan Planungsraum inkl. statistischen Bezirken, öffentlichen und zweckgebundenen Grün- und Freiflächen (bgmr, 06/2022)
Lage Statistische Bezirke: Tafelhof, Galgenhof, Hummel- stein, Steinbühl, Gugelstraße, Gibitzenhof, Sandreuth, Schweinau, St. Leonhard, Sündersbühl und Gostenhof/Ost Fläche 782 ha Planungsbereich PB Rechnerisches Defizit an öffentlichen Grünflächen In den jeweiligen Planungsbereichen überwiegend hohe bis sehr hohe Grünflächendefizite Luftbild (Geißestraße); kein Baumbestand (rot) gem. Straßenbaumbestandskatierung (UwA, 2020)
Rahmenbedingungen und Ziele Die Straßenbaumsituation in der Süd- und Südwest- stadt soll nachhaltig verbessert werden. Neue kli- maangepasste Straßenbäume mit ausreichend gro- ßen Baumscheiben sollen die stark bebauten und versiegelten Stadtbereiche qualitativ aufwerten, die grüne Infrastruktur stärken, das Gründefizit und die thermische Belastung reduzieren und zur Anpas- sung an den Klimawandel beitragen. Die Straßenbaumbestandskartierung auf öffentli- chem und privatem Grund (UwA 2020, Eigentums- verhältnisse unberücksichtigt, Unterschied zum ge- samtstädtischen Masterplan Straßenbegleitgrün SÖR) zeigt auf, dass zahlreiche Straßenabschnitte im Nürnberger Süden baumlos oder -arm sind (siehe rote und orangene Farbgebung). Dicht besie- delte Stadtteile, wie z.B. Gostenhof Ost, Galgenhof oder Steinbühl weisen deutliche Straßenbaumdefi- zite und einen sehr dringenden Handlungsbedarf auf. Es wurden 387 Straßenabschnitte vor Ort kar- tiert und bewertet. Der Bezirk Galgenhof wurde nachträglich im Luftbild ausgewertet und ergänzt. Plan: Baumbestandskartierung auf öffentlichem und privatem Grund entlang von Straßenzügen (dunkelgrün; hoher Baumbestand, hellgrün; lückenhafter Baumbestand, orange; geringer Baumbestand, rot; kein Baumbestand)

Abbildung 212

Abbildung 213

Abbildung 214

Auf Grundlage der o.g. Straßenbaumbestandskar- tierung und unter Zugrundelegung der bioklimati- schen Siedlungssituation gem. dem Stadtklimagut- achten (2014) sowie der aktuellen Stadterneue- rungsgebieten wurde eine Priorisierung (1 bis 4) der baumlosen und baumarmen Straßenabschnitte vor- genommen, die als Grundlage für das weitere Vor- gehen hinsichtlich neuer Straßenbäume dienen soll. Ziel ist die Pflanzung von mindestens 300 neuen kli- maangepassten Straßenbäumen im Nürnberger Sü- den bis 2035 und dadurch eineVerbesserung der klimatischen Siedlungssituation und Minderung des Grünflächendefizits. Wo bereits Straßensanierungen durch SÖR/Bezirk geplant sind, soll zeitnah geprüft werden, ob neue Straßenbäume gepflanzt werden können. In diesem Zusammenhang ist eine klimagerechte Umgestal- tung des Straßenraums nach den Prinzipien der Schwammstadt sinnvoll (siehe „blue-green Streets“ gem. dem Gutachten: Mehr Grün im Nürnberger Süden – Eine Potenzialanalyse!“). Ziel ist es, das anfallende Niederschlagswasser vor Ort zu spei- chern bzw. den Straßenbäumen und der Vegetation in Trockenzeiten zur Verfügung zu stellen. Klärungsbedarf besteht für die Finanzierung von kostenintensiven Spartenumlegungen. Ausschnitt Lageplan: Prioriritäre Straßenabschnitte 1 bis 4 (hier Bezirk Steinbühl, Südstadt) Foto: Neu gepflanzte Straßenbäume in der Wiesenstraße, Südstadt
Kosten ca. 10.000 €/Straßenbaum, Gesamtkosten ca. 3.000.000 € für 300 neue Straßenbäume bis 2035
Finanzierung / Zuschüsse MIP Masterplan Freiraum, ggf. Städtebaufördermittel, ggf. neuer Finanztopf für Spartenumlegung, ggf. weitere För- dermittel
Bürgerbeteiligung Im Rahmen vom Freiraumkonzept Nürnberger Süden
Zeitplan und Vorgehensweise Daueraufgabe, bis 2035 Umsetzung von ca. 300 neuen Straßenbäumen
Planerische und rechtliche Vorgaben Prioritäre Maßnahme gem. Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum), Masterplan Straßenbegleitgrün (SÖR), Stadterneuerungsgebiete Galgenhof/Steinbühl, Gibitzen- hof/Steinbühl-West/Rabus, St. Leonhard/Schweinau, Gostenhof-Ost/Tafelhof (in Planung), Klärung Finanzierung von Spartenumlegung erforderlich
Federführung SÖR/1-A, SÖR/1-S mit Vpl/P, UwA/1
Aktueller Sachstand Grundlagenerstellung
Projekt in Ausschüssen UmwA 07/2022 (Freiraumkonzept Nürnberger Süden)

Abbildung 215

Abbildung 216

Beratung Datum Behandlung Ziel

Umweltausschuss 27.07.2022 öffentlich Beschluss

Betreff:

Hitzeaktionsplan

Anlagen: Entscheidungsvorlage Hitzeaktionsplan CSU-Antrag vom 08.11.2021 SPD-Antrag vom 16.08.2018

Sachverhalt (kurz):

Eine Folge des Klimawandels ist die Zunahme von Hitzebelastungen in Form von Hitzetagen und Hitzewellen und die Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten, gerade in den dicht bebauten Stadtgebieten. Zum Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Menschen mit einem besonders hohen gesundheitlichem Risiko, haben die SPD-Stadtratsfraktion und die CSU-Stadtratsfraktion den Antrag gestellt für Nürnberg einen Hitzeaktionsplan zu erstellen.

Das Referat für Umwelt und Gesundheit/Umweltamt hat ein solches Konzept zur Einführung eines Hitzeaktionsplanes nun erarbeitet und abgestimmt.

Es enthält konkrete Empfehlungen zum weiteren Vorgehen für die Etablierung eines Hitzeaktionsplanes in Nürnberg und umfasst darüber hinaus bereits Maßnahmensteckbriefe, die sowohl den aktuellen Sachstand in Nürnberg darstellen als auch konkrete Umsetzungsstrategien aufzeigen.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Der Hitzeaktionsplan dient allen Bevölkerungsgruppen in Nürnberg.

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

2.BMin

3.BM / SÖR

Ref. IV, V, VI, BgA

Beschlussvorschlag:

  1. Der Umweltausschuss beschließt das vorgelegte Konzept zum Hitzeaktionsplan für die Stadt Nürnberg.

  2. Zur Umsetzung des Konzeptes wird die Verwaltung beauftragt

einer Hitzewarnung durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) die notwendige Kommunikationskaskade auslöst.

berichten.

Beilage Umweltausschuss 27.07.2022

Sachstandsbericht

Entscheidungsvorlage

Anlass

Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen mit zunehmend heißeren und trockeneren Sommern und

den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen, hat die Nürnberger SPD-Stadtratsfraktion am

16.08.2018 den Antrag gestellt, für Nürnberg einen Hitzeaktionsplan auf Basis der Empfehlungen

des Bundesumweltministeriums zu entwickeln. Seit 08.11.2021 liegt ebenso ein Antrag der CSU-

Stadtratsfraktion vor, nach dem im Rahmen der Klimaresilienzplanung ein Hitzevorsorgeplan, der

auch auf die Anforderungen besonders schutzbedürftiger Personen Rücksicht nimmt, erstellt werden

soll.

Die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans ist zudem Teil der Nürnberger Klimaanpassungsstrategie

im Handlungsfeld Gesundheitsvorsorge. Bundesweit sind derzeit Kommunen dabei sich über

Hitzeaktionspläne auf die zunehmende Zahl von Hitzewellen vorzubereiten.

Erläuterung

Die Folgen des Klimawandels mit Hitzeextremwettereignissen werden vor allem in den Städten

inzwischen spürbar und als Belastung wahrgenommen. Auch in Nürnberg nehmen die heißen Tage

mit Temperaturen über 30 °C und auch die Sommertage mit Temperaturen über 25 °C zu (s. dazu

Veröffentlichung aktueller Klimadaten unter Gemessene Klimaveränderungen in Nürnberg - Wir

machen das Klima (nuernberg.de)). So sind die zehn wärmsten Jahre seit Wetteraufzeichnungen in

Nürnberg im 21. Jahrhundert gemessen worden.

Aber nicht nur die Zahl, sondern auch die Dauer von Hitzewellen steigt. Im Jahr 2018 wurde mit 17

aufeinander folgenden Tagen mit Temperaturen weit über 30°C ein neuer Höchststand erreicht.

Dies führt vor allem in den stark versiegelten und wenig durchgrünten und durchlüfteten Nürnberger

Stadtgebieten zur Ausbildung von Wärmeinseln und gesundheitlich belastenden Tropennächten (mit

Temperaturen über 20°C). Nach einer aktuellen Publikation des Landesamts für Umwelt wird die

Zahl der Hitzetage (Szenario mit der Annahme „ohne Klimaschutz“) in Bayern bis 2055 um 6 – 19

und bis 2085 um 16 bis 36 Tage noch weiter zunehmen1.

Diese Entwicklung führt dazu, dass es in den Sommermonaten zu einer Häufung hitzebedingter

Erkrankungen, insbesondere bei vulnerablen Personengruppen, wie älteren und pflegebedürftigen

Menschen, Kleinkindern, Säuglingen oder Personen, die im Freien körperlich arbeiten, kommt.

Gleichzeitig steigt damit auch die Zahl der hitzebedingten Todesfälle. Schätzungen zufolge steigt

die Zahl hitzebedingter Todesfälle bis zum Ende des Jahrhunderts bundesweit jährlich auf bis zu

8.5002. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl in Folge der zu erwartenden klimatischen

Veränderungen weiter steigt. Um dem entgegenzuwirken, ist die Umsetzung von Maßnahmen zur

Hitzevorsorge, wie sie mit dem nun vorliegenden Hitzeaktionsplan erarbeitet wurden, notwendig.

Das Umweltbundesamt hat mit den Mitgliedern der vom Bundesumweltministerium (BMUB)

geleiteten ehemaligen Bund/Länder-Ad-hoc Arbeitsgruppe ‚Gesundheitliche Anpassung an die

Folgen des Klimawandels (GAK)‘ Handlungsempfehlungen für die Erstellung von

Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit in Deutschland erarbeitet. Sie stellen

1 Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 2021, Bayerns Klima im Wandel, S. 6 2 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, 2017, S. 7

zusammen mit der Arbeitshilfe zur „Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplanes für

Städte und Kommunen“ der Hochschule Fulda und der Toolbox für Hitzeaktionspläne in Kommunen

des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Grundlage für das

nun vorliegende Nürnberger Konzept dar. Es gliedert sich demnach auf in Maßnahmen die

 vorbereitend vor jeder Sommerperiode ergriffen werden können

 während einer akuten Hitzeperiode als Schutz für besonders vulnerable Gruppen dienen

(Hitzeaktionsplan Akut)

 langfristig wirken und der Ausbildung von Hitzebelastungen in Form von Wärmeinseln und

Tropennächten entgegensteuern (Hitzeaktionsplan Präventiv)

Vor allem für die Maßnahmen, die akut und vorbereitend vor jedem Sommer ergriffen werden

müssen, liegt bisher noch kein Handlungskonzept für Nürnberg vor. Die Konzeptausarbeitung

konzentriert sich deshalb vor allem auf diese Bereiche und verweist bei den langfristig wirkenden

Maßnahmen auf bereits vorliegende Arbeiten zur nachhaltigen Verbesserung der strukturellen

Ausgangssituation.

Das nun vorliegende Konzept mit Maßnahmensteckbriefen wurde innerhalb der Verwaltung

abgestimmt. Es ist somit die Grundlage für die nächsten Umsetzungsschritte und erfasst dabei auch

die bisher bereits vorliegenden Arbeiten, auf die dabei aufgebaut werden kann. Wesentliche

Vorausaussetzung für die Umsetzung ist die Etablierung einer zentralen Koordinationsstelle im

Referat für Umwelt und Gesundheit, die in enger Zusammenarbeit mit einer zu gründenden,

dienststellenübergreifenden Arbeitsgruppe die Maßnahmen weiter ausarbeitet, die Umsetzung im

Falle einer Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes koordiniert und die notwendige

Kommunikationskaskade auslöst. Die Umsetzung wird dabei nur unter Beteiligung weiterer Akteure,

z.B. aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich und auch von Bürgerinnen und Bürgern, möglich sein.

Fazit

Aufgrund der zu erwartenden klimatischen Veränderungen wird der Hitzeaktionsplan als Maßnahme

zur Gesundheitsvorsorge als dringend angesehen. Ziel des Hitzeaktionsplans ist es vor allem die

gesundheitlichen Folgen von extremer Hitze effizient zu kommunizieren und so die besonders

vulnerablen Gruppen zu schützen und Hilfsangebote aufzubauen.

Durch die nun vorliegende Konzeptausarbeitung ist eine schrittweise Einführung auf Stadtteilebene

möglich. Eine Evaluierung der Maßnahmen, auch unter Kosten / Aufwand und Nutzen

Gesichtspunkten, kann nur im Zuge der Umsetzung und über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Die Einführung des Hitzeaktionsplanes ist dabei als Prozess zu verstehen, der schrittweise erfolgt

und laufend evaluiert und weiterentwickelt werden muss, um so den aktuellen Bedarfen angepasst

werden zu können.

Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg

Abbildung 217

Quelle: Foto Lena Kaplan, Stadt Nürnberg, Umweltamt

Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung und Situationsbeschreibung .................................................................................................. 3 2. Hitzeaktionsplan ..................................................................................................................................... 4 2.1 Aufbau .............................................................................................................................................. 4 2.2 Sachstand in Nürnberg ..................................................................................................................... 5 2.2.1 Einordnung nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes .............................................. 5 2.2.2 Beobachtung gesundheitlicher Risiken ..................................................................................... 7 2.3 Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut) ................................................................................................. 8 2.3.1 Einrichtung einer Koordinierungsstelle ..................................................................................... 8 2.3.2 Bildung einer AG Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut) .............................................................. 9 2.3.3 Auslösung einer Kommunikationskaskade ................................................................................ 9 2.3.4 Jährliche Evaluierung - „Check-up“ ......................................................................................... 11 2.3.5 Einführung und Umsetzung des HAPA-Akut ........................................................................... 12 2.4 Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv) ................................................................................ 15 3. Maßnahmenteil .................................................................................................................................... 17 3.1 Maßnahmensteckbriefe ................................................................................................................. 18 3.2 Checkliste zur Stadtteilanalyse und Ausarbeitung von Maßnahmenplan auf Stadtteilebene ....... 36 Literatur- und Quellenverzeichnis ............................................................................................................ 40

1. Einleitung und Situationsbeschreibung

Eine Folge des Klimawandels ist die Zunahme von Hitzebelastungen in Form von Hitzetagen und Hitzewellen und der Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten. In Nürnberg wird sich die Zahl der Hitzetage (mit Temperaturen über 30°C), je nach Klimaprojektion, bis 2050 voraussichtlich verdoppeln und bis 2100 mehr als vervierfachen [(1), S. 31]. Die Anzahl und Dauer von gesundheitlich besonders belastenden Hitzewellenereignissen nimmt dabei ebenfalls zu. Die Auswertung vorliegender Klimadaten zeigt dies für die letzten 10 Jahre bereits deutlich. 2018 wurde mit einer 17-tägigen Hitzewelle der bisherige Rekordwert erreicht. Aufgrund der hohen Versiegelung und Verdichtung führt dies in vielen Stadtteilen zur Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten, in denen die Temperaturen nicht unter 20°C fallen.

Inwieweit es durch diese Extremwettersituationen zu einer gesundheitlichen Belastung kommt, hängt neben den individuellen Faktoren wie Alter, Vorerkrankung und Medikation auch von den äußeren Lebensumständen, wie der Wohnsituation, ab. In bioklimatisch belasteten Stadtgebieten ist die Gefahr, dass Menschen besonders stark unter extremen Hitzeereignissen leiden, groß. Laut Stadtklimagutachten betrifft dies 49% der Nürnberger Siedlungsfläche, die als bioklimatisch ungünstig oder weniger günstig einzustufen sind [(6), S. 122].

Schätzungen zufolge steigt die Zahl hitzebedingter Todesfälle bis zum Ende des Jahrhunderts bundesweit jährlich auf bis zu 8.500 [(2), S. 7]. Im Sommer 2003 lagen sie bereits bei 7.500; in den Jahren 2006 und 2018 bei jeweils 6.000 [(5), S. 5]. Hinzu kommt eine zunehmende Zahl von hitzebedingten Krankheitsfällen aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag sowie Herz- und Kreislauferkrankungen [(2), S. 7].

Bei folgenden Bevölkerungsgruppen wird davon ausgegangen, dass die gesundheitlichen Risiken besonders hoch sind [(4)]:  ältere Menschen, Menschen mit chronischer Erkrankung, physischer oder psychischer Beeinträchtigung oder Behinderung - insbesondere, wenn sie alleine leben  Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder - insbesondere aus benachteiligten oder überforderten Familien  Menschen, die im Freien (körperlich) arbeiten  Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben oder wohnungslos sind.

Laut dem Amt für Stadtforschung und Statistik wird die Gesamteinwohnerzahl in Nürnberg bis 2035 (im Vergleich zu 2020) um 24.664 Einwohner oder 4,6 % ansteigen. Die vulnerable Gruppe der Senioren über 65 Jahren wird dabei besonders stark wachsen. Laut statistischer Auswertung nach Stadtteilen trifft dies vor allem für die Altstadt sowie die westliche und nordwestliche Außenstadt zu, s. Tab. 1.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien aus anderen Kontexten weisen auf den Zusammenhang zwischen soziodemographischen Faktoren und Gesundheit hin. Dies kann auch für Nürnberg angenommen werden, wenngleich noch keine Validierung durch lokale Daten vorliegt.

Tabelle 1: Bevölkerungsentwicklung in den Nürnberger Stadtteilen 2020-2035.

Statistischer Stadtteil Bevölkerung am Veränderung 2035 gegenüber 2020 in %
31.12. (ohne Insgesamt davon im Alter von … bis unter … Jahre
Schutzsuchende)
2020 2035 0 - 15 15 - 25 25 - 45 45 - 65 > 65
0 Altstadt und engere Innenstadt 57 954 60 956 5,2 10,4 9,4 -10,9 0,9 45,5
1 Weiterer Innenstadtgürtel Süd 95 009 102 566 8,0 6,9 5,9 -2,3 4,5 38,0
2 Weiterer Innenstadtgürtel 89 980 89 980 92 537 92 537 2,8 2,8 6,7 6,7 7,9 7,9 -12,3 -12,3 -1,7 -1,7 34,1 34,1
West/ Nord/ Ost
3 Südöstliche Außenstadt 47 693 43 187 -9,4 -12,7 -9,4 -15,4 -17,0 5,5
4 Südliche Außenstadt 49 506 52 618 6,3 10,6 6,0 5,2 -8,7 23,0
5 Südwestliche Außenstadt 47 126 43 725 -7,2 -6,5 -6,3 -16,3 -15,9 11,2
6 Westliche Außenstadt 32 524 44 621 37,2 44,8 26,3 35,0 23,0 62,5
7 Nordwestliche Außenstadt 34 549 40 944 18,5 15,5 31,8 12,2 2,7 45,2
8 Nordöstliche Außenstadt 28 436 27 041 -4,9 -3,9 -2,7 -13,7 -17,3 20,4
9 Östliche Außenstadt 46 555 45 801 -1,6 -0,7 2,9 -6,4 -18,2 20,5
Gesamtstadt 529 332 553 996 4,7 6,2 6,5 -4,7 -4,4 28,7
Quelle: Einwohnermelderegister Stadt Nürnberg (Bestandsdaten) und StA-Vorausberechnung 2021 ohne Schutzsuchende

2. Hitzeaktionsplan

2.1 Aufbau

Die Ausarbeitung des Hitzeaktionsplans für Nürnberg erfolgt auf der Basis der „Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz menschlicher Gesundheit“ vom BMUV erarbeitet von der Bund/Länder-Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (GAK) [(2)], der Arbeitshilfe zur Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplans für Städte und Kommunen der Hochschule Fulda [(3)], den Gesundheitshinweisen zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa [(4)] und der Toolbox für Hitzeaktionspläne in Kommunen des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit [(5)]. Zudem sind auch Erfahrungen anderer Kommunen, z.B. über die Teilnahme am „Städtedialog Hitze“, eingeflossen.

Demnach sollte ein Hitzeaktionsplan Maßnahmen enthalten, die:

a. langfristig wirken und der Ausbildung von Hitzebelastungen in Form von Wärmeinseln und Tropennächten entgegenwirken sowie gesundheitliche Risiken reduzieren b. vorbereitend vor jeder Sommerperiode ergriffen werden können c. während einer akuten Hitzeperiode als Schutz für besonders vulnerable Gruppen dienen.

Das Klimaanpassungskonzept für Nürnberg enthält bereits eine Vielzahl von Maßnahmen, die vor allem als langfristig und vorbereitend auf Hitzebelastungen eingeordnet werden können. Für den Akutfall während eines Hitzeereignisses gibt es in Nürnberg aber noch keine konzeptionelle Ausarbeitung und insofern auch noch keinen abgestimmten Vorgehensplan. Die Konzeptausarbeitung des Nürnberger Hitzeaktionsplans konzentriert sich deshalb vor allem auf die Schritte zur Einführung und Umsetzung des „Hitzeaktionsplans-Akut“ (HAPA-Akut). Das

Konzept ist eine notwendige Grundlage für die Einführung eines Hitzeaktionsplans. Die Einführung ist als Prozess zu verstehen, der schrittweise erfolgt und laufend evaluiert und weiterentwickelt wird. Auch wenn dabei die besonders betroffenen Gruppen im Fokus stehen müssen, werden damit auch Hinweise und Impulse für alle Nürnberger Bürger gegeben.

Der Nürnberger Hitzeaktionsplan gliedert sich demnach auf in:

  1. Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)

Der Hitzeaktionsplan Akut enthält zum einen Maßnahmen, die jährlich wiederkehrend als Vorbereitung auf den Sommer umgesetzt werden können und auch solche, die bei einer akuten Hitzebelastung zum Einsatz kommen sollten. Erstere dienen vor allem der Information und Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen von Hitzeereignissen und sind, unabhängig von der aktuellen Wetterlage, als wichtige Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge zu verstehen. Zweitere sollten bei einer absehbaren Hitzewelle und spätestens bei einer akuten Wetterwarnung durch den Deutschen Wetterdienst vor einer extremen Hitzebelastung zum Einsatz kommen. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen muss innerhalb der Verwaltung eine entsprechende Struktur aufgebaut werden. Kernelement dafür ist die Etablierung einer Koordinierungsstelle und die Bildung einer Arbeitsgruppe; Näheres dazu s. Kap. 2.3.

  1. Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv) Der Hitzeaktionsplan Präventiv enthält Maßnahmen, die vorsorgend ergriffen werden müssen, um der Entstehung von Hitzebelastungen aufgrund stadtstruktureller Bedingungen vorzubeugen. Dazu zählen u.a. die Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten.

  2. Maßnahmensteckbriefe Konkrete Maßnahmensteckbriefe werden im Maßnahmenteil genannt. Sie sind in Zusammenarbeit und in Abstimmung mit den einzelnen Referaten und Dienststellen erarbeitet worden. Sie sind so aufgebaut, dass sie sowohl den aktuellen Sachstand dazu in Nürnberg wiedergeben als auch Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung in Nürnberg aufzeigen. Gleichzeitig wird unterschieden zwischen Maßnahmen, die stadtweit eingesetzt werden können, wie Flyer und Presseartikel, und solchen, deren Erarbeitung vorrangig auf Stadtteilebene bzw. für die jeweilige Einrichtung erfolgen sollte. Die Zusammenstellung ist dabei beispielhaft und nicht abschließend zu verstehen.

2.2 Sachstand in Nürnberg

2.2.1 Einordnung nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes

Die Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts der Stadt Nürnberg können bereits als vorbereitend und langfristig wirkende Maßnahmen gegen Hitzebelastung eingeordnet werden. Da Maßnahmen zur Klimaanpassung auch dem Gesundheitsschutz dienen, haben das Umweltamt und das Gesundheitsamt von Beginn an sowohl an der Erarbeitung des Nürnberger Klimaanpassungskonzeptes als auch darauf aufbauend an der Erarbeitung von konkreten Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge gearbeitet. Dies spiegelt sich u.a. im Handlungsfeld „Gesundheitsvorsorge und Information“ wider, s. dazu auch Handbuch Klimaanpassung [(1), S. 74 ff.]. Die weitere Bearbeitung erfolgte in einer eigenen Arbeitsgruppe zwischen dem Gesundheits- und dem Umweltamt.

Geordnet nach den acht Kernelementen der Empfehlungen des Umweltbundesamtes [(2)] stellt sich der Sachstand in Nürnberg dazu wie folgt dar:

Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit s. dazu Ausführungen unter Hitzeaktionsplan-Akut, Kap. 2.3.

Nutzung eines Hitzewarnsystems  Auf der Internetseite des Referates für Umwelt und Gesundheit und des Gesundheitsamtes erfolgt ein Hinweis und eine Verlinkung auf die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und auf die Seite des DWD mit aktuellen Wetterwarnungen für Nürnberg. Richtiges Verhalten bei Hitze - Gesundheitsamt Nürnberg (nuernberg.de) Klimawandel und Gesundheit - Wir machen das Klima (nuernberg.de)  Eine 2012 vom Gesundheitsamt durchgeführte Befragung von ambulanten Pflegekräften hat ergeben, dass diese gut über Radio und TV über die Wettersituation informiert waren.  Eine Abfrage durch das Gesundheitsamt (2015) ergab, dass bei großen Heimen Informationen zu Hitzewarnungen in der Regel rechtzeitig wahrgenommen werden. Problematisch ist dagegen die Informationsweitergabe bei der zunehmenden Anzahl von kleinen Heimen und Wohngemeinschaften von alten Menschen und insbesondere bei der Erreichbarkeit der außerhalb von Einrichtungen wohnenden, nicht pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren. Diese Gruppe umfasst weit über 80% der älteren Menschen im Stadtgebiet.

Information und Kommunikation  Die Internetseite des Gesundheitsamtes (Verlinkung mit der Referatsseite „Wir machen das Klima“) enthält Hintergrundinformationen zur aktuellen klimatischen Situation und ihren zu erwartenden Auswirkungen auf die Gesundheit sowie Verhaltensempfehlungen und Informationen zu den Themen Gesundheit, Stadtklima, Ozonwerten, Trinkbrunnen, Gewässern im Stadtgebiet sowie Serviceleistungen des Deutschen Wetterdienstes. o Trinkbrunnen im Stadtgebiet o Trinkwasserbrunnen - Karte o Hitze und Gesundheit o Stadtklima und Gesundheit o Stadtklimagutachten Nürnberg o Handbuch zur Klimaanpassung o Online-Echtzeit-Daten der Nürnberger Messstationen o Ozon- und Luftschadstoffbelastung o Ozon-Info-Mail o Baden in Gewässern  Um auch die Gruppen zu erreichen, die das Internet nicht nutzen, wurde zudem der Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“ durch das Umwelt- und Gesundheitsamt erarbeitet. Der Flyer wurde m.d.B. um Weitergabe in den Jahren 2017 und 2018 an Nürnberger Hausärzte, Internisten und Apotheken sowie an die Pflegestützpunkte verschickt. 

 Auf der Internetseite des Referates für Umwelt und Gesundheit und des

Gesundheitsamtes erfolgt ein Hinweis und eine Verlinkung auf die WarnWetter-App

des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und auf die Seite des DWD mit aktuellen

Wetterwarnungen für Nürnberg.

o Trinkbrunnen im Stadtgebiet

o Trinkwasserbrunnen - Karte

o Hitze und Gesundheit

o Stadtklima und Gesundheit

o Stadtklimagutachten Nürnberg

o Handbuch zur Klimaanpassung

o Online-Echtzeit-Daten der Nürnberger Messstationen

o Ozon- und Luftschadstoffbelastung

o Ozon-Info-Mail

o Baden in Gewässern

 Um auch die Gruppen zu erreichen, die das Internet nicht nutzen, wurde zudem der

Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“ durch das Umwelt- und Gesundheitsamt erarbeitet.

Der Flyer wurde m.d.B. um Weitergabe in den Jahren 2017 und 2018 an Nürnberger

Hausärzte, Internisten und Apotheken sowie an die Pflegestützpunkte verschickt.

Reduzierung von Hitze in Innenräumen  Im Intranet der Stadt Nürnberg ist das Hinweisblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit mit Tipps für Arbeit und Wohlbefinden veröffentlicht worden:  Die Fortschreibung der Leitlinien zum energieeffizienten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Bauen und Sanieren bei Hochbaumaßnahmen der Stadt Nürnberg erfolgte am 26.01.22. Damit werden zukünftig sowohl Klimaschutz- als auch Klimaanpassungsmaßnahmen bei städtischen Bauten standardmäßig umgesetzt. Dies beinhaltet u.a. Maßnahmen zum baulichen Sonnenschutz sowie Dach- und Fassadenbegrünungen.  Dach- und Fassadenbegrünungen haben auch dämmende Wirkung und tragen damit zur Innenraumkühlung bei. Die beiden Nürnberger Förderprogramme „Mehr Grün für Nürnberg“ und „Initiative Grün“ tragen zur Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung im Privatbereich bei.

Besondere Beachtung von Risikogruppen Bei der Umsetzung aller bisherigen Maßnahmen wurden insbesondere die besonders vulnerablen Gruppen berücksichtigt. Bei der Umsetzung des HAPA-Akut wird dies noch gezielter möglich sein, s. dazu Kap. 2.3. sowie Ausführungen in den Maßnahmensteckbriefen.

Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme  2015 erfolgte eine Befragung des Gesundheitsamts bei der Heimaufsicht (Gh) und bei ambulanten Pflegediensten. o Danach prüft die Heimaufsicht bereits „hitzerelevante Maßnahmen“. o Die ambulanten Pflegedienste gaben an, dass eine Begleitung kranker und/oder älterer Menschen aus zeitlichen Gründen oft nicht geleistet werden kann, z.B. zu Trinkerinnerung mehrmals täglich. Weitere notwendige Maßnahmen (z.B. zur Verschattung) können nicht beeinflusst werden.

Langfristige Stadtplanung und Bauwesen s. dazu Hitzeaktionsplan-Präventiv, Kap. 2.4.

Monitoring und Evaluation der Maßnahmen s. dazu Hitzeaktionsplan-Akut, Kap. 2.3.

2.2.2 Beobachtung gesundheitlicher Risiken

Als Folge des Klimawandelns nimmt nicht nur die Anzahl der Hitzetage und Hitzewellen zu, auch die Winter werden zunehmend kürzer und wärmer. Dadurch kommt es zu einem Überleben bislang in Europa nicht vorkommender Tierarten Mücken- und Zeckenarten, die Erkrankungen, wie Malaria, Denguefieber und Zika-Virus-Infektionen hervorrufen können, und dadurch zu einer Zunahme und weiteren Verbreitung. Außerdem werden durch Reisende „neue“ Insektenarten nach Europa gebracht, die es bisher hier nicht gab.

Zudem können Wassertemperaturen von über 25°C insbesondere in offenen, naturbelassenen Gewässern, aber auch in Wasserleitungen, zu weiteren Gesundheitsrisiken führen. Es kommt zu einer Zunahme von Bakterien und anderen Krankheitserregern. So verursachen Darmbakterien (z.B. von Vögeln ausgeschieden) Übelkeit und Erbrechen, Zerkarien können Hautreizungen auslösen, Legionellen können u.a. Lungenentzündungen hervorrufen.

Beobachtet wird auch die Zunahme von Allergien aufgrund längerer Blühphasen. Hierdurch kann es zu Hauterkrankungen, Reizungen der Augen und Schleimhäute und zu gefährlichem allergischem Asthma kommen. In niederschlagsarmen Hitzezeiten können zudem Luftverschmutzungen allergischen Reaktionen begünstigen, weil sie die Schleim- und Bindehäute reizen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nach Starkregen die Feinstaubwerte deutlich abnehmen.

2.3 Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)

Der HAPA-Akut umfasst die vorbereitend vor jedem Sommer und kurzfristig zu ergreifenden Maßnahmen, die im Fall eines akuten Hitzewellenereignisses (Deutscher Wetterdienst (DWD) Warnstufe 1 oder Warnstufe 2) zum Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen umgesetzt werden müssen, s. dazu auch Kap. 1.

Weitere Einzelheiten dazu werden im Folgenden erläutert.

2.3.1 Einrichtung einer Koordinierungsstelle

Zur Umsetzung des HAPA-Akut wird laut Handlungsempfehlungen des Bundesministeriums für Umwelt [(2), S. 13] die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle empfohlen. Diese hat folgende Aufgaben: In Zusammenarbeit mit einer zu gründenden AG (Erläuterungen dazu, s. Kap. 3.1.2) gehört es zu ihren Aufgaben, einen Maßnahmenplan für einen „Hitzeaktionsplan Akut“ auszuarbeiten, einzuführen, zu koordinieren und regelmäßig zu evaluieren. Sie hat zudem die zentrale Aufgabe eine Kommunikationskaskade im Fall einer Hitzewarnung der Stadt Nürnberg des Deutschen Wetterdienstes (Warnstufe1) auszulösen. Jährlich wiederkehrend ist sie zudem dafür verantwortlich, dass der notwendige „Check-up“ zur Evaluierung des Hitzeaktionsplans durchgeführt wird.

Aufgaben der Koordinierungsstelle:

 Gründung einer AG HAPA-Akut  in Zusammenarbeit mit der AG HAPA-Akut o Ausarbeitung von Maßnahmen (s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3) o Einführung des HAPA-Akut o regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen – jährliches „Check-up“  Auslösung der Kommunikationskaskade  Koordinierung von Maßnahmen  Ansprechpartner innerhalb und außerhalb der Verwaltung

2.3.2 Bildung einer AG Hitzeaktionsplan Akut (HAPA-Akut)

Die Leitung der AG HAPA-Akut übernimmt die Koordinierungsstelle. Die Mitglieder der AG haben die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Maßnahmen auszuarbeiten und untereinander abzustimmen, die vorbereitend vor jeder Sommerperiode und im Fall eines akuten Hitzeereignisses in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich ergriffen werden müssen (s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3). Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auch außerhalb der Verwaltung, z.B. mit dem ärztlichen Kreisverband als Vertretung sämtlicher Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräften, pädagogische Kräften und Fachkräften aus der Sozialarbeit sollte dabei sowohl bzgl. der Erarbeitung von Maßnahmen, als auch bei deren Umsetzung angestrebt werden. Weiterhin sollte die gesamte Bürgerschaft zur Mitwirkung aufgerufen werden (s. dazu z.B. Vorgehen der Stadt Worms). Wird die Kommunikationskaskade durch die Koordinierungsstelle ausgelöst, so geben die Mitglieder der AG die Information weiter (z.B. über bestehende Netzwerke) und lösen damit die Umsetzung der im Vorfeld vereinbarten Maßnahmen aus. Die Mitglieder der AG HAPA-Akut arbeiten zudem mit an der jährlichen Evaluierung des HAPA-Akut, dem „Check-up“.

Aufgaben der AG Hitzeaktionsplan Akut:

 in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle HAPA-Akut o Ausarbeitung und Abstimmung von Maßnahmen o regelmäßige Evaluierung – jährliches „Check-up“  im jeweiligen Tätigkeitsbereich o Kontakt zu bestehenden Netzwerken o.ä. aufnehmen und ggf. neue aufbauen o als vorbereitende Maßnahme vor jeder Sommerperiode Informationen zu den gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und zu vorbeugendem Gesundheitsschutz weitergeben o bei Auslösung der Kommunikationskaskade die Information weitergeben und dadurch die Umsetzung von Maßnahmen auslösen

2.3.3 Auslösung einer Kommunikationskaskade

Im Fall einer akuten Hitzebelastung / Hitzewelle müssen für die besonders vulnerablen Gruppen schnell, effektiv und zielgruppenorientiert gesundheitlich relevante Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört vor allem eine gute Risikokommunikation bei der definiert ist, welche Inhalte zu welchem Zeitpunkt und über welche Kanäle, z.B. Printmedien, Radiostationen, soziale Medien kommuniziert werden soll.

Grundlage für die Auslösung der Kommunikationskaskade ist eine Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Sie wird über den DWD-Newsletter, die Internetseite des DWD oder über Apps wie z.B. „Katwarn“ oder „NINA“ veröffentlicht. Der DWD gibt Hitzewarnungen in zwei Warnstufen aus:

Hitzewarnstufe 1: starke Wärmebelastung (die „gefühlte Temperatur“1 steigt an zwei Tagen in Folge über 32°C, zusätzlich nur geringe nächtliche Abkühlung) Hitzewarnstufe 2: extreme Wärmebelastung (die „gefühlte Temperatur“ steigt über 38°C am frühen Nachmittag)

Eine Auswertung der Jahre 2005 bis 2021 ergab, dass bisher überwiegend die Hitzewarnstufe 1 für Nürnberg ausgelöst wurde. In den Jahren 2006 und 2015 war dies jeweils an 21 bzw. 20 Tagen der Fall. Die Auslösung von Hitzewarnstufe 2 liegt bisher mit max. 3 Tagen im unteren einstelligen Bereich.

Häufigkeit der vom DWD ausgegebenen Hitzewarnungen für die

Stadt Nürnberg

  1. -28. Juli 25 2006: Juli/August n e g 21 10 Tage in Folge 06. -1 2 4 0 . 1 5 A : u gust 20 14 Ta 2 g 0 e 1 i 8 n : Folge n u 20 n r a w e 15 z tiH 1 tim 10 e g a 5 3 T r e 0 d lh a 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 z n Sommer (Mai-September) der Jahre 2005-2021 A
17 15
13 13
5 8 6 6 8 4
2 1 1 2 3 3 1 1 1

Warnstufe 1: Starke Wärmebelastung Warnstufe 2: Extreme Wärmebelastung

Abbildung 1: Hitzewarnungen für die Stadt Nürnberg 2005-2021. Quelle: Auswertung

Hitzewarnmeldungen DWD, Stadt Nürnberg, Umweltamt, 2022.

Auslösung einer Kommunikationskaskade

 bei Hitzewarnstufe 1 und 2 des DWD gibt die Koordinierungsstelle die Information an die Mitglieder der AG HAPA-Akut weiter  die Mitglieder der AG HAPA-Akut geben die Information in Ihrem Tätigkeitsbereich weiter  vorher ausgearbeitete Maßnahmen werden durch vorher festgelegte Akteure umgesetzt. Dabei kann ggf. unterschieden werden zwischen Maßnahmen, die bei Hitzewarnstufe 1 und solchen, die erst bei Hitzewarnstufe 2 ergriffen werden.

1 gefühlte Temperatur = wahrgenommene Umgebungstemperatur unter Berücksichtigung der Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit und Strahlungstemperatur

Unabhängig von den Hitzewarnstufen des DWD soll ein Info-Service eingerichtet werden (analog dem Ozon-Infoservice). Über diesen Service können sich registrierte Bürger und Einrichtungen kostenlos, ab einer Temperatur von 26°C, per Mail über mögliche gesundheitliche Belastungen informieren lassen. Diese „Nürnberger Vorwarnstufe“ trägt der Erkenntnis Rechnung, dass schon ab einer Temperatur von 26°C biologisch-physiologische Veränderungen auftreten und erste negative Gesundheitseffekte eintreten können.

2.3.4 Jährliche Evaluierung - „Check-up“

Jährlich wiederkehrend vor bzw. nach jeder Sommerperiode sollte eine Evaluierung der ergriffenen Maßnahmen und der Kommunikationskaskade u.a. zu folgenden Fragestellungen erfolgen:

 Wurden alle betroffenen Gruppen bestmöglich erreicht?  Müssen Maßnahmen ergänzt werden?  Muss eine andere Priorisierung der Maßnahmen erfolgen?  Müssen die Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Internetseite, Pressemitteilungen, Flyer, Plakate überarbeitet werden?  Liegen die notwendigen Informationsmaterialien (Flyer, Plakate etc.) in ausreichender Anzahl zur Verwendung im nächsten Sommer vor?

Die Aufgabe der Evaluierung übernimmt die Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit der AG HAPA-Akut. Dabei sollten die Maßnahmen im Hinblick auf Aufwand und Wirkung und nach Möglichkeit auch nach medizinischen Aspekten im Hinblick auf die zu verzeichnenden hitzebedingten Todes- und Krankheitsfälle erfolgen. Um verlässliche Schlüsse ziehen zu können, soll sukzessive die für Nürnberg verfügbare Datengrundlage verbessert und detaillierte Auswertungen durchgeführt werden.

Jährliche Evaluierung – „Check-up“

 vor bzw. nach jeder Sommerperiode erfolgt eine Evaluierung der Maßnahmen durch die Koordinierungsstelle und die AG HAPA-Akut

2.3.5 Einführung und Umsetzung des HAPA-Akut

Es wird die Umsetzung des HAPA-Akut in folgenden Schritten empfohlen:

Etablierung einer

Koordinierungsstelle

Gründung einer AG

Hitzeaktionsplan-Akut

Ausarbeitung akut

greifender Maßnahmen

stufenweise Einführung

nach Stadtteilen u.

besonders betroffenen

Bevölkerungsgruppen

Abbildung 2: Einführung des HAPA-Akut

Nach Etablierung der Koordinierungsstelle, im Referat für Umwelt und Gesundheit, wird die AG HAPA-Akut gegründet. Sie sollte sich aus 1-2 Mitarbeiter*innen der einzelnen Geschäftsbereiche und Referate sowie den besonders betroffenen Dienststellen und evtl. auch städt. Töchtern (z.B. VAG) zusammensetzen. Die Referate entscheiden darüber hinaus, welche Dienststellen und externe Institutionen (Beiräte, dezentrale Netzwerke wie Hilfeorganisationen, Stadtseniorenrat, Pflegeeinrichtungen, Ärzteschaft) bei der Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen hinzugezogen werden sollen.

Bei der Ausarbeitung und Umsetzung konkreter Maßnahmen sollte sich zunächst auf solche konzentriert werden, die möglichst ohne großen Aufwand realisiert werden können. Dazu gehört z.B. die Einrichtung kühler Räume in Alten- und Pflegeheimen oder in öffentlich zugänglichen städtischen Gebäuden. Die Maßnahmen des Maßnahmenplans sind deshalb im Hinblick auf Aufwand, Nutzen und Kosten einzuordnen.

Die Einführung des HAPA-Akut kann zunächst durch einen Probelauf in einem ausgewählten Stadtteil starten und dann sukzessiv auf andere Stadtteile ausgedehnt werden. Dazu bieten sich die Stadtteile St. Leonhard/Schweinau, Langwasser, Röthenbach und

Weststadt (mit Gostenhof, Bärenschanze, Muggenhof, Eberhardshof) an. Auch wenn das seit 2017 laufende Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ im Oktober 2022 beendet wird, bestehen hier bereits gute Kenntnisse über vorhandene Strukturen und Netzwerke, die genutzt werden könnten. Zudem sind Folgeprojekte mit dem Fokus auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche durch das Gesundheitsamt geplant.

Hinzu kommt, das, mit Ausnahme von Langwasser und Röthenbach, alle Stadtteile von einer ungünstigen bis weniger günstigen bioklimatischen Belastung geprägt [(6)] und deshalb von Hitzebelastungen (Ausbildung Wärmeinseln und Tropennächten) besonders betroffen sind. In Teilbereichen dieser Stadtteile ist zudem die Einwohnerdichte und der Anteil an Menschen über 65 Jahren oder jungen Menschen unter 3 Jahren besonders hoch. Darauf aufbauend kann dann sukzessive eine stadtweite Einführung erfolgen.

Die Ausarbeitung von konkreten Maßnahmen kann anhand einer Stadtteilanalyse erfolgen, s. Maßnahmensteckbriefe Kap. 3. Eine Zusammenstellung und Ausarbeitung von Maßnahmen erfolgt unter Kap. 3 Maßnahmensteckbriefe.

Die stadtteilbezogenen Maßnahmen werden flankiert von der oben beschriebenen stadtweiten Information der Öffentlichkeit und über bestehende Netzwerke.

Umsetzungsschritte und Zeitplan

Zeitplan (vorläufig)
1. Schaffung einer Koordinierungsstelle 2. Bildung einer AG HAPA-Akut 3. Auswahl eines Stadtteils für „Probelauf“ 4. Ausarbeitung einer „Kommunikationskaskade“ und Testlauf 5. Festlegung von ersten Maßnahmen 6. Umsetzung der ausgewählten Maßnahmen über Kommunikationskaskade 7. erste Evaluierung – „Check-up“ 8. Überarbeitung der Kommunikationskaskade und des Maßnahmenplans 9. „Ausrollen“ des HAPA-Akut auf weitere Stadtteile und vulnerablen Gruppen
Herbst 2022 (durch Ref. III)
Herbst 2022 durch Koordinierungsstelle Herbst 2022 Herbst 2022 durch AG HAPA-Akut Herbst / Frühjahr 2023 Frühjahr 2023 Herbst 2023 Herbst / Frühjahr 2023/2024 ab 2025 Herbst 2022 durch
Koordinierungsstelle
Herbst 2022
Herbst 2022 durch AG
HAPA-Akut
Herbst / Frühjahr 2023
Frühjahr 2023
Herbst 2023
Herbst / Frühjahr 2023/2024
ab 2025

2.4 Hitzeaktionsplan Präventiv (HAPA-Präventiv)

Neben den akut und vorbereitend auf den Sommer zu ergreifenden Maßnahmen sind auch die langfristig wirkenden Maßnahmen entscheidend, um die gesundheitlichen Folgen von Hitzebelastungen zu minimieren.

Städtische Gebiete mit einer hohen Versiegelung und Verdichtung und einer eingeschränkten Durchlüftung heizen sich bei hohen Temperaturen besonders stark auf. Die am Tag gespeicherte Wärme wird in der Nacht wieder an die Umgebung abgegeben. Die Folge ist die Ausbildung von Wärmeinseln und Tropennächten, in denen die Temperatur nicht unter 20°C fällt. Dies führt zu einer besonders belastenden gesundheitlichen Situation, da durch die fehlende Nachtabkühlung auch erholsame Schlafbedingungen nicht mehr gegeben sind. Der Temperaturunterschied zwischen dem Umland und den städtischen Gebieten ist deutlich und kann mehrere Grad Celsius betragen. Auch in Nürnberg konnte dies über Datenauswertungen zwischen der Messstation des DWD am Nürnberger Flughafen und der innerstädtisch gelegenen Messstation am Jakobsplatz nachgewiesen werden.

Um die Gefahr von Hitzeinseleffekten zu minimieren, sind vor allem stadt- und bauplanerische Maßnahmen und die Berücksichtigung stadtklimatischer Aspekte notwendig. Viele dieser Maßnahmen sind bereits im Klimaanpassungskonzept und im Klimafahrplan der Stadt Nürnberg benannt, ebenso in dem im AfS am 22.07.2021 beschlossenen Klima-Baukasten für die Nürnberger Bauleitplanung. Dazu gehört die Freihaltung von Frischluftschneisen oder der Erhalt und die Schaffung von Kaltluftentstehungsgebieten, ebenso wie die Erhöhung und Aufwertung des Grün(flächen)anteils, der Gebäudebegrünung, der Anlage von Versickerungsflächen (Schwammstadtprinzip), offenen und bewegten Wasserflächen oder die Nutzung des Albedoeffektes bei der Fassadengestaltung. Grün in die Stadt zu bringen und dadurch Kühlungseffekte zu erzielen, ist eine der zentralen Maßnahmen zur Hitze- und auch Starkregenvorsorge und damit zur Klimaanpassung.

Gutachten und Konzepte wie das Nürnberger Stadtklimagutachten oder der Masterplan Freiraum sind dabei wichtige Grundlagen für die Stadtplanung, Stadtentwicklung oder Umweltplanung zur Umsetzung von Maßnahmen. Zur besseren Grün- und Freiraumversorgung hat der Masterplan Freiraum eine Vielzahl von Projekten benannt und auch bereits umgesetzt. Freiraumkonzepte auf Stadtteilebene, wie das z.Zt. in Erarbeitung befindliche Freiraumkonzept Süden, konkretisieren und verorten weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung und damit auch zur Hitzevorsorge. In Stadterneuerungsgebieten kann eine noch stärkere Verankerung in den Sanierungszielen die Maßnahmenumsetzung weiter unterstützen. Über die Bebauungsplanung können Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen, versickerungsfähige Bodenbeläge oder auch Wasserplätze festgesetzt und ggf. auch gefördert werden. Viele dieser Maßnahmen können unter dem Oberbegriff „blau-grüne Infrastruktur“ zusammengefasst werden.

Auf Ebene der Gebäudeplanung gilt es Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz bei der Sanierung und beim Neubau umzusetzen. Sie tragen dazu bei, dass eine Überhitzung der Gebäude minimiert und ein gutes Innenraumklima zur Verbesserung der Wohn- und Arbeitsbedingungen erzielt wird. Durch die aktuelle Überarbeitung der städtischen Hochbaurichtlinien soll dies zukünftig standardmäßig bei der Sanierung und beim Neubau städtischer Gebäude umgesetzt werden. Über die am 07.04.22 beschlossene

Begrünungssatzung wird eine angemessene Durchgrünung und Gestaltung vor allem auch der neu zu bebauenden Baugrundstücke und Anlagen (ohne konkreten Bebauungsplan) sichergestellt.

Möglichkeiten zur Förderung von privaten Hof-, Fassaden- und Dachbegrünungsmaßnahmen stehen in Stadterneuerungsgebieten mit dem Programm „Mehr Grün für Nürnberg“ und außerhalb von Stadterneuerungsgebieten über das städtische Förderprogramm „Initiative Grün“ zur Verfügung.

Grundsätzlich tragen ebenso alle Maßnahmen zum Klimaschutz langfristig dazu bei, die Auswirkungen von Klimaveränderungen zu minimieren. Das Ziel der Stadt Nürnberg zur Klimaneutralität bis 2035 ist deshalb langfristig auch für den Hitzeaktionsplan von Bedeutung.

Beispielhafte Zusammenstellung langfristig greifender Maßnahmen / Handlungsfelder

Sachstand Nürnberg

Konzepte, Grundlagen …

Berücksichtigung von o Stadtklimagutachten

stadtklimatischen und o kleinräumige stadtklimatische Gutachten bei Bedarf

gesundheitlichen Aspekten u.a. in der o Klimabaukasten für die Nürnberger Bauleitplanung

Bebauungsplanung und bei o Hochbaurichtlinien für städt. Gebäude

Wettbewerbsverfahren wie o Festsetzungen in Bebauungsplänen

Freihaltung von Frischluftschneisen, o Sanierungsziele in Stadterneuerungsgebieten

Berücksichtigung von o Freiflächengestaltungssatzung

Gebäudestellung und Gebäudehöhen, Nutzung von Albedoeffekten,

Verwendung versickerungsfähiger

Bodenbeläge …

Grünstrukturen schaffen sowohl

durch kleinteilige (Pocket-Parks) als o Masterplan Freiraum

auch großflächige Grünanlagen, o Konzept „grüne Finger“

Gebäudebegrünung, Straßenbäume … o Freiraumkonzept Süden (in Bearbeitung)

o Leitlinien für Hochbaumaßnahmen o Förderprogramme für Hof-, Fassaden- und Dachbegrünung im Privatbereich o Sanierungsziele in Stadterneuerungsgebieten o Freiflächengestaltungssatzung o städtebauliche Verträge

o Reduktion der CO2-Emissionen um 60% bis zum

Zielsetzungen des Jahr 2030

Klimaschutzfahrfahrplans 2020-2030 o Erhöhung des Reduktionsziels 2050 von 80% auf 95% o Klimaneutralität der Stadtverwaltung bis zum Jahr

3. Maßnahmenteil

Die Ausarbeitung der Maßnahmen ist beispielhaft und als fortlaufender Prozess zu verstehen. Die weitere Erarbeitung muss im Zuge der konkreten Umsetzung des Hitzeaktionsplans erfolgen.

Liste der bisher erarbeiteten Maßnahmensteckbriefe

  1. Informationen zum Thema Hitze und Verhaltensregeln über Flyer, Presse, Lokalradio, Internet und soziale Medien verbreiten

  2. Aufruf an Hausärzte zur Überprüfung von Medikationsplänen

  3. Informationen über dynamische Fahrgastinformationen schalten

  4. Info-Service-Mail ab einer Temperatur von 26°C

  5. Hitzewarnsystem und weitere Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nutzen

  6. Hitzetelefon und Hitzepatenschaften

  7. Versorgung mit Trinkwasser (u.a. im öffentlichen Raum)

  8. Wasserluftbefeuchter installieren

  9. Brunnen und Wasser(spiele) im öffentlichen Raum

  10. Zusammenstellung von Informationen zu kühlen Orten („Cooling-Center“)

  11. Einrichtung von „coolen“ Straßen und Plätzen, Spiel und Sitzbereichen

  12. Sensibilisierungskampagnen für Gewerbebetriebe

  13. Maßnahmen im Pflegeeinrichtungen

  14. Maßnahmen in Kindertagesstätten

  15. Maßnahmen für Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

  16. Monitoring und Evaluierung der Maßnahmen unter medizinischen Aspekten

3.1 Maßnahmensteckbriefe

Maßnahme 1
Informationen zum Thema Hitze und Verhaltensregeln über Flyer, Presse, Lokalradio,
Internet und soziale Medien verbreiten
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Sowohl zu Beginn der Sommerperiode als auch während einer akuten Hitzewelle ist die Weitergabe von Informationen zu gesundheitlich relevanten Verhaltensweisen, mit leicht umsetzbaren Beispielen und ggf. auch Hilfsangeboten, für den Alltag wichtig. Dazu sollten möglichst viele Kommunikationsmedien genutzt werden. Um alle betroffenen Gruppen bestmöglich erreichen zu können, sind die Informationen so aufzubereiten, dass sie sowohl in einfacher Sprache, als auch mehrsprachig online und in gedruckter Form (z.B. Flyer) vorliegen.
Umsetzungsstand Nürnberg  Flyer „Richtiges Verhalten bei Hitze“  Internetseite beim Gesundheitsamt (Hauptseite)  Verlinkung auf Hauptseite des Gesundheitsamtes über Internetseite des Umweltreferates „Wir machen das Klima“
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  eine Vorbereitung vor dem Sommer ist möglich und sinnvoll, um bei Bedarf schnell handeln zu können  die Verwendung der Materialien wie Flyer, Plakate etc. kann ggf. über mehrere Jahre erfolgen  die Informationsweitergabe über Presse, Rundfunk, Internet und soziale Medien kann schnell den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden
Konkret:  den bei der Stadt Nürnberg vorhandenen Flyer und auch die Internetseite aktualisieren. Dazu können vorhandene Beispiele zur Orientierung dienen, z.B. von der Stadt Erfurt oder vom LMU Klinikum München   Beispiele für Pressemitteilungen nutzen [(5), S. 11]  entscheiden, welche Materialien mehrsprachig aufgelegt werden sollen  vorhandene Druckvorlagen können genutzt werden (z.B. Aktion Schattenspender vom Umweltbundesamt)

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Broschüre „Klimawandel und Gesundheit“ des Umweltbundesamtes Mitmachkampagne Schattenspender des Umweltbundesamtes mit verschiedenen Materialien und Grafikvorlagen, die frei genutzt werden können.
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, KoM und der AG Hitzeaktionsplan sowie weiteren Akteuren  Verteilung von Materialien u.a. über vorhandene Netzwerke beim Gesundheitsamt an Ärzte, Apotheken, Kindertagesstätten, Stadtreklame, ÖPNV, Einzelhandel …  Nutzung der Kommunikationswege des Seniorenamtes zur Verbreitung der Informationen (Website, Seniorennetzwerke, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenclubs, Netzwerke mit Heimen und Pflegediensten etc.)  Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit teils noch zu gründenden Netzwerken und unter Beteiligung von BürgerInnen und Bürgern
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
Druck und Verteilung von Flyer
Druck und Verteilung von Plakaten und sonstigen Materialien

Abbildung 218

Abbildung 219

Abbildung 220

Maßnahme 2
Aufruf an Hausärzte zur Überprüfung von Medikationsplänen
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Alle hausärztlich tätigen AllgemeinmedizinerInnen, InternistInnen und PädiaterInnen werden aufgerufen, die Medikationspläne ihrer PatientInnen zu überprüfen und Anweisungen zur Änderung der Medikation bei Hitze zu geben sowie ggf. alternative Medikamente zu verordnen. Bei herzkranken PatientInnen wird darum gebeten, Bedarfsmedikamente und Anweisungen zu geben, um bei einer raschen Abkühlung eine Dekompensation zu vermeiden. Gesundheitliche Wirkung Unerwünschte Nebenwirkungen der Medikamente, die sich bei warmem Wetter verstärken würden, sollen vermieden werden (z.B. Kreislauf, Durchblutung, erhöhte Konzentration im Blut wegen Flüssigkeitsverlusten). Nach rascher Abkühlung häufig auftretende Lungenödemen oder Herzinfarkten sollte vorgebeugt werden.
Umsetzungsstand Nürnberg Unbekannt, vermutlich wird das bereits durch einige Ärzte durchgeführt
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Handlungsbedarf besteht, denn gesundheitliche Probleme bei Hitze entstehen oft durch unerwünschte Medikamenten-Nebenwirkungen und deren Konzentrationsschwankungen im Blut, insbesondere, wenn nicht ausreichend geeignete Flüssigkeiten zugeführt werden.
Konkret: Kontaktaufnahme durch Ref.III/Gh
Zuständigkeit und Akteure Hausarztverbände, ärztliche Selbstverwaltung (Ärztl. Kreisverband) müssten Niedergelassene und Klinikärzte an die Notwendigkeit erinnern.
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für: keine

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Stadtweit

keine

Maßnahme 3
Informationen über dynamische Fahrgastinformation schalten
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Zur kurzfristig Informationsweitergabe kann die dynamischen Fahrgastinformationen der VAG (U-Bahn, Straßenbahn, Bus) genutzt werden.
Umsetzungsstand Nürnberg bisher keine Anwendung
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  eine Vorbereitung vor dem Sommer ist möglich und sinnvoll, um bei Bedarf schnell handeln zu können
Konkret:  Nutzungsmöglichkeit mit der VAG klären
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  VAG
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für: Klärung mit VAG notwendig

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Klärung mit VAG notwendig

Maßnahme 4
Hitzewarnsystem und weitere Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD)
nutzen
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Der DWD warnt tagesgenau und für max. 3 Tage im Voraus über verschiedene Kanäle wie z.B. Newsletter und Wetter-Warn-Apps vor Extremwetterereignissen. Überregional erfolgen Meldungen zu Hitzeereignissen auch über Rundfunk und Fernsehen.
Umsetzungsstand Nürnberg  Bekanntmachung über Internetseite des Gesundheitsamtes und des Umweltreferates  Wettervorhersage für mehrere Tage auf städtischer Homepage (Quelle: Donnerwetter GmbH, Bonn)  nach vorliegender Untersuchung beim Gesundheitsamt sind Pflegekräfte v.a. über öffentliche Medien wie (Auto-) Radio oder Fernsehen gut informiert
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  Nutzung zur Eigenvorsorge  Nutzung durch soziale Einrichtungen, um konkrete Maßnahmen umzusetzen
Konkret:  jährlich wiederkehrend Pressemeldung mit Hinweis, sich möglichst täglich über die Wetterentwicklung zu informieren (gekoppelt mit Verhaltenshinweisen bei Hitzeextremen)  auf die Möglichkeiten zur Nutzung der verschiedenen Informationsquellen hinweisen (u.a. im Rahmen des SenA-Projekts „Wege in die digitale Welt für Ältere) o Newsletter – Hitzewarnungen, z.B. DWD-Newsletter o Warn-Apps, z.B. WarnWetter-App und Gesundheitswetter Warn App vom DWD, Katwarn, Nina-Warn-App  Pflegeeinrichtungen, Seniorennetzwerke auf spezielle (s.o.) Materialien hinweisen o Newsletter und weitere Informationen in Bezug auf Hitzewarnungen für Pflegeeinrichtungen, z.B. DWD Newsletter Hitze, DWD Hitzeflyer o YouTube-Video: Der Klima-Michel und das neue Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Videos mit Erläuterungen zum Hitzewarnsystems
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  zur Informationsweitergabe vorhandene Netzwerke z.B. beim Gesundheits- und Seniorenamt nutzen
Umsetzungsebene: Stadtweit Zunächst auf Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
Voraussichtlich keine

Zunächst auf

Stadtteilebene

Einrichtungsebene

Maßnahme 5
Info-Service-Mail ab einer Temperatur von 26°C
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion von Folgen der Klimaerwärmung Hitzereduktion
Kurzbeschreibung: Sobald an einer der städtischen Messstationen 26°C überschritten werden erfolgt ein automatisierter Versandt von Emails (analog Ozon-Info-Service von SUN) an registrierte Bürgerinnen und Bürger sowie Einrichtungen. Die Mail ist mit Verhaltensregeln verlinkt. Gesundheitliche Wirkung Schon ab 26°C treten physiologische Veränderungen im Körper auf: Menschen beginnen zu schwitzen, verlieren Flüssigkeit und Elektrolyte, die Körperkerntemperatur beginnt zu steigen. Durch Anpassung des Verhaltens und bewusstes reagieren können Gesundheitsschäden abgewendet werden. Dieses Vorgehen trägt u.a. den Empfehlungen des LGL Bayern Rechnung, auch das Arbeitsrecht begründet Maßnahmen ab 26°C.
Umsetzungsstand Nürnberg -
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell: Sensibilisierung für Gesundheitsgefahren durch sommerliche Temperaturen
Konkret: Einführung der Info-Mail
Zuständigkeit und Akteure  Gh  SUN  KoM
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für: Voraussichtlich keine

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Stadtweit

S tadtteilebene
Maßnahme 6
Hitzetelefon und Hitzepatenschaften
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Über eine Hotline bzw. ein sogenanntes „Hitzetelefon“ können besonders gefährdete Personen Hilfe bekommen oder sich auch anrufen lassen. Dazu besteht die Möglichkeit, sich in eine Anrufliste aufnehmen zu lassen. Dieser Dienst kann entweder von städtischer Seite oder über ehrenamtliche Helfer in den einzelnen Stadtteilen organisiert werden. Erfahrungen dazu bestehen z.B. bei der Stadt Kassel. Über sogenannte Hitzepatenschaften kann ggf. auch die Versorgung mit Getränken und Lebensmitteln oder Arzneimitteln organisiert werden. Um auch zurückgezogen lebende Menschen zu erreichen, sollten Aktivitäten der Nachbarschaftshilfe unterstützt und weiter verbessert werden. Insbesondere die Seniorennetzwerke die es bereits in vielen Stadtteilen Nürnbergs gibt, spielen dabei eine wichtige Rolle.
Umsetzungsstand Nürnberg  Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe haben sich seit der Corona-Pandemie vermehrt telefonische oder persönliche Kontaktierungen ergeben.  Die Versorgung mit Medikamenten kann i.d.R. auch über den Lieferdienst der Apotheken erfolgen.
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  ein Hitzetelefon einrichten  die Möglichkeit publizieren und über die Seniorennetzwerke und Sigena-Treffs bekannt machen, sich in eine Anrufliste aufnehmen lassen zu können  mit Seniorennetzwerken, Mehrgenerationenhäusern, Nachbarschaftshilfen o.ä. die Bereitschaft zur Übernahme von Hitzepatenschaften klären
Konkret:  Anruf während einer akuten Hitzewelle einmal täglich  bei Bedarf die Verständigung von Not- und Rettungsdiensten  ggf. die Vermittlung von konkreten Hilfsangeboten
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  evtl. Etablierung über Ausbau der umweltmedizinischen Beratungsstelle bei Gh  Seniorennetzwerke (Seniorenamt), Nachbarschaftshilfen etc. in den einzelnen Stadtteilen
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für: evtl. zusätzliche Personalkosten

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Maßnahme 7
Versorgung mit Trinkwasser (auch im öffentlichen Raum)
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Grundsätzlich sollte eine Versorgung mit (kostenlosem) Trinkwasser ganzjährig zur Verfügung gestellt werden. Während einer Hitzeperiode ist die Versorgung mit Trinkwasser (auch im öffentlichen Raum) aber besonders wichtig. .
Umsetzungsstand Nürnberg  Aktuell gibt es in Nürnberg 13 Trinkwasserbrunnen.  Eine Karte der Trinkwasserbrunnen ist auf der Internetseite des Gesundheitsamtes veröffentlicht worden.  Zwischen der N-Ergie und der Stadt Nürnberg ist die Installation von zwei neuen Trinkwasserbrunnen pro Jahr vereinbart worden.  z.Zt. gibt es rd. 118 Refill-Stationen (Stand: 02/2022) in Nürnberg, über die ein kostenloses Auffüllen von Wasserflaschen möglich ist.  Etwa 140 Schulen und 18 Einrichtungen verfügen über Trinkbrunnen oder Trinkwasserspender (Stand 05/2019). Die laufenden Kosten für Sanitärinstallation, Wasser und Strom übernimmt die Stadt. Die regelmäßigen Kontrollen und Hygienemaßnahmen im Betrieb muss die jeweilige Schule, in der Regel durch den Sachaufwandsträger Stadt Nürnberg, zahlen.  Maßnahme der städtischen Arbeitsgruppe „Sommerlicher Hitzeschutz“ (Personalreferat) - die hausverwaltenden Dienststellen schaffen mittelfristig in städtischen Gebäuden mindestens eine allgemein zugängliche, geeignete Trinkwasser-Entnahmemöglichkeit, die regelmäßig auf gesundheitliche Unbedenklichkeit hin untersucht wird.  Alle Schulneubauten werden mit geeigneten Trinkwasserspendern ausgestattet bzw. es werden in Schulen geeignete Wasserstränge als Trinkwasserentnahmestellen ausgewiesen.
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  Karte mit Trinkwasserbrunnen aktuell halten und im Internet und über online- und offline Medien veröffentlichen  auf Refill-Stationen in Nürnberg auch von städtischer Seite aus aufmerksam machen  weiterhin prüfen, inwieweit städt. Dienststellen und Einrichtungen (z.B. Museen, Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit) mindestens eine Trinkwasserentnahmemöglichkeit anbieten können  weiterhin prüfen, inwieweit bei Neu- und Überplanungen von öffentlichen Spiel- und Aktionsflächen Trinkwasserbrunnen installiert werden können

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Konkret:  Verteilung von Trinkwasser während Hitzeperiode in stark frequentierten Bereichen (z.B. Fußgängerzone, größere Veranstaltungen)  Mobile Trinkwasserbrunnen in Betrieb nehmen (Bsp. Stadt Wien)  Verteilung von Trinkwasser und Trinkwasserflaschen an Obdachlose und Zielgruppen der Streetworker/-innen im Öffentlichen Raum
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  Hilfsorganisationen wie Caritas, Rotes Kreuz, Bahnhofsmission, Anlaufstellen für Obdachlose in Nürnberg  Weitergabe der Informationen über die Kommunikationswege des Seniorenamtes
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:  Investive Mittel für Trinkwasserbrunnen
 Unterhalt und Beprobung
 Verteilung von Trinkwasser
 Druck und Verteilung von Karte zu
Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen
Maßnahme 8
Wasserluftbefeuchter im öffentlichen Raum installieren
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Wasserluftbefeuchter oder Nebelsprühanlagen können zur Abkühlung an heißen Tagen eingesetzt werden. Beispiele dazu gibt es z.B. bei der Stadt Wien sowie in vielen mediterranen Orten. Gesundheitliche Bewertung: Bei der Nutzung von Wasserluftbefeuchtern muss auf Keimfreiheit geachtet werden (Wasser darf nicht in den Leitungen stagnieren), um Atemwegserkrankungen zu vermeiden. Durch den Anschluss an Hydranten und eine hochwertige Steuerungstechnik kann dies gewährleistet werden (s. Bsp. Stadt Wien).
Umsetzungsstand Nürnberg Die Installation von Wasserluftbefeuchtern wurde geprüft und wegen gesundheitlicher Bedenken zunächst nicht weiterverfolgt. Dieser Standpunkt ist neu zu bewerten, da inzwischen gesundheitlich unbedenkliche Lösungen verfügbar sind.
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  Möglichkeiten zum Einsatz unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich gesammelten Erfahrungen in Wien und anderen Städten erneut prüfen
Konkret:  mögliche Standorte festlegen insbesondere auf schattenarmen Plätzen wie z.B. Aufseßplatz, Südstadtpark, Kornmarkt
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  AG HAPA-Akut  N-Ergie als Wasserversorger
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:  Anschaffung und Wartung von gesundheitlich
unbedenklichen Wasserluftbefeuchtern, die an
Hydranten angeschlossen werden können
 Wasserverbrauch

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Maßnahme 9
Brunnen und Wasser(spiele) im öffentlichen Raum und auf öffentlichen Spielflächen
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Maßnahme
während akuter
Hitzewelle
Kurzbeschreibung Brunnen, Wasserspiele und Wasserspielplätze tragen zur Abkühlung bei. „Begehbare“ Brunnen wie der Jeppe-Hein-Brunnen oder auch ebenerdige Wasserfontänen sind für alle Altersgruppen besonders attraktiv und beliebt. Gesundheitliche Wirkung Wasser kühlt die nähere Umgebung und feuchte Bekleidung senkt die Körpertemperatur. Problematisch dabei ist verunreinigtes Wasser, z.B. wenn Fäkalien in die Brunnen gelangen oder wenn kein Trinkwasser, sondern umgewälztes Wasser für den Betrieb von Brunnen verwendet wird. Auch der Zufluss muss vor Erwärmung geschützt sein (Gefahr der Legionellen ab 25°C). Hinsichtlich der Vermehrung von Insekten ist fließendes Wasser günstiger als stehendes.
Umsetzungsstand Nürnberg  Brunnenkataster als Grundlage zum Ausbau und zur Reaktivierung von Brunnenstandorten (Beschluss über personelle Aufstockung und Erhöhung der Ressourcen für den Unterhalt der Brunnen (AfS und UmwA 5/2018)  der Jeppe-Hein-Brunnen ist auf verschiedenen Plätzen im Stadtgebiet bereits aufgestellt worden  Wasserfontänenfelder bei Platzumgestaltungen (Bsp. Aufsessplatz, Quellepark)  nur vereinzelt Wasserspielangebot auf Spielplätzen
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  bei allen laufenden Planungen (z.B. Platzumgestaltungen, Grünanlagenplanungen, Planungen öffentlicher Spielplätze mit Quartiers- und Ortsteilfunktion) prüfen
Konkret:  bestehende Brunnen kontinuierlich pflegen und unterhalten  zusätzliche Brunnen und Fontänenfelder einrichten prüfen, inwieweit bei Neu- und Überplanungen von öffentlichen Spielflächen Wasserspiel gemäß DIN 18034 installiert werden kann
Zuständigkeit und Akteure  Stadtplanungsamt  Hochbauamt  SÖR
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:  Errichtung, Unterhalt und Pflege

als Vorbereitung

auf den Sommer

Maßnahme 10
Zusammenstellung von Informationen zu kühlen Orten („Cooling-Center“)
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Durch die Zusammenstellung von „kühlen Orten“ wird aufgezeigt, wo die Möglichkeit besteht, sich an besonders heißen Tagen abkühlen und erholen zu können. Als mögliche kühle Orte können Kirchen, U-Bahnstationen, öffentliche Gebäude oder Parkanlagen gelten. Öffentlich zugängliche Räume können auch mithilfe von Klimaanlagen so temperiert werden, dass ein kühler Aufenthaltsort entsteht. Dabei sollte der Energiebedarf nach Möglichkeit über die Nutzung erneuerbarer Energien erfolgen.
Umsetzungsstand Nürnberg Eine Aufstellung von „kühlen Orten“ liegt bisher nicht vor.
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  Ermittlung von „kühlen Orten“ zunächst auf Stadtteilebene über Abfrage (z.B. bei Kirchengemeinden - Öffnung der Kirchenräume, Kinos, Einkaufszentren, Foyers von Bürogebäuden, …).  Öffnung städtischer Räumlichkeiten und bei Bedarf Ausstattung mit Klimageräten  Schaffung gekühlter Räume in Altenheimen, Kindertagesstätten und Krankenhäusern und bei Bedarf Ausstattung mit Klimageräten
Konkret:  Karte mit Standorten von kühlen Orten erstellen, jährlich aktualisieren und veröffentlichen
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  AG HAPA-Akut
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
 Anschaffung und Betrieb von Klimageräte
 evtl. Personalkosten für die Aufsicht in „Cooling-
Centers“
 bauliche Maßnahmen

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Maßnahme 11
Einrichtung von „coolen“ Straßen und Plätzen, Spiel- und Sitzbereichen
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Beschattete Bereiche, z.B. durch Sonnensegel, können temporär für Abkühlung sorgen. Dies sollte auf Spielplätzen, bei Sitzbereichen, auf stark frequentierten Plätzen und evtl. auch durch die Umgestaltung von Straßenbereichen erfolgen (Summer Streets). Die Stadt Wien richtet beispielsweise in den Sommermonaten sogenannte „Coole Straßen“ ein, die durch beschattete Bereiche Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien bieten.
Umsetzungsstand Nürnberg  erste Erfahrungen mit Summer Street in der Nürnberger Innenstadt 2021  Umsetzung der DIN 18034-2020 nach der bei Neuplanungen / Überplanungen von Spielflächen, ein Beschattungsgrad von Sandspielflächen von 30 % um die Mittagszeit erreicht werden soll
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Generell:  mögliche Straßenräume und Plätze je Stadtteil ermitteln
Konkret:  soweit möglich kombinieren mit Wasserluftbefeuchtern
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  AG HAPA-Akut  Stadtplanungsamt  Verkehrsplanungsamt  Servicebetrieb Öffentlicher Raum  Jugendamt
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
 Organisation (An-, Abbau, Lagerung von Materialien)
 Materialien für Bestuhlung- und Verschattung

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Maßnahme 12
Sensibilisierungskampagnen für Gewerbebetriebe
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Reduktion der Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Sowohl Arbeiten im Außenbereich als auch im Büro sind besonderen Herausforderungen bei Hitze ausgesetzt. Durch die Verschiebung von Arbeitszeiten, Pausenreglungen oder der kostenlosen Abgabe von Getränken kann u.a. darauf reagiert werden.
Umsetzungsstand Nürnberg Die Empfehlung „Sommerlicher Hitzeschutz“ wurde unter Federführung des Personalamtes 2018 durch ein multiprofessionelles Team erarbeitet und im Sommer 2019 allen Ämtern zur Verfügung gestellt. Auf dieses Papier müsste erneut hingewiesen werden, und es sollte auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Handlungsbedarf und Umsetzungsmöglichkeit Konkret:  Informationsschrift für Gewerbebetriebe erstellen und veröffentlichen. Dabei sollte z.B. der Hinweis auf die Einrichtung von gekühlten Pausenräumen, eine kostenlose Versorgung mit Trinkwasser (z.B. Leitungswasser über Trinkwasser-Zapfstellen) oder die Bereitstellung von elektrolythaltigen Getränken (z.B. Apfelsaft) erfolgen. Als Orientierung kann das Konzept „Sommerlicher Hitzeschutz“ für städtische Mitarbeiter*innen dienen.
Zuständigkeit und Akteure  Koordinierungsstelle  Wirtschaftsreferat
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
 Erarbeitung und Veröffentlichung von Maßnahmen
 bauliche Maßnahmen, z.B. für Sonnenschutz bei
jeweiligem Betrieb

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

S tadtteilebene
Maßnahme 13
Maßnahmen für Pflegeeinrichtungen
Einordnung der Maßnahmen: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle langfristig
Einordnung der wirkende
Maßnahmen: Maßnahme zur
Reduktion der
Hitzefolgen
Kurzbeschreibung
Die gesundheitliche Belastung von Bewohnern und Bewohnerinnen von
Pflegeeinrichtungen ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzebelastung besonders hoch.
Umsetzungsstand Nürnberg
Alle Einrichtungen verfügen bereits über Pläne, wie bei Hitze vorzugehen ist, s.u. Bei der
Umsetzung von baulich notwendigen Maßnahmen besteht noch Handlungsbedarf.
Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen:
 als kurzfristige Maßnahme, u.a.:
o einen oder mehrere kühle Räume für Bewohner vorhalten
o Trinkplan erstellen
o Medikamentengabe anpassen
o Essensplan umstellen
o Sonnenschutz (Sonnencreme, Kappen, Kleidung …)
o Sonnensegel o.ä. aufspannen
o kühle Fußbäder anbieten
 als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.:
o Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume
o Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung
o Fort- und Weiterbildungsangebote für Beschäftigte im Gesundheits- und
Pflegebereich (E-Learning) – Multiplikatorenwirkung
 besonders gefährdete Bewohner*innen bereits vorbereitend auf den Sommer
identifizieren und individuell notwendige Maßnahmen festlegen
Zuständigkeit und Akteure
 Gesundheitsamt /FQA (Fachstelle Pflege- und Behinderten-einrichtungen -
Qualitätsentwicklung und Aufsicht) für Erarbeitung eines Fort- und
Weiterbildungsangebotes und von Informationsschriften in Zusammenarbeit u.a. mit
Mitarbeiter*innen von Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten, der Ärzteschaft und
den Nürnberger Seniorennetzwerken
 Überprüfung der Maßnahmenumsetzung durch Heimaufsicht
Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene Einrichtungsebene
Umsetzungsebene:
Kosten fallen an für:  bauliche Maßnahmen
 technische Ausstattung (z.B. Klimageräte)

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Maßnahme 14
Maßnahmen für Kindertagesstätten
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle langfristig
wirkende
Maßnahme zur
Reduktion der
Hitzefolgen
Kurzbeschreibung Die gesundheitliche Belastung von Krippen- und Kindergartenkindern ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzesituation besonders hoch. Ihr Schutz ist dabei abhängig vom Verhalten der Eltern und der Betreuungspersonen.
Umsetzungsstand Nürnberg Das Jugendamt hat allen Kindertagesstätten Informationen mit Handlungsanweisungen für heiße Wetterphasen zur Verfügung gestellt. Sie beinhalten einen Großteil der unten genannten Maßnahmen. Darüber hinaus informieren die jeweiligen Träger regelmäßig über geeignete Maßnahmen,
Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen: als kurzfristige Maßnahme, u.a.:  Nutzung des Außengeländes prüfen und regeln (Vermeidung Mittagssonne)  Essensplan umstellen  ungezuckerte und ausreichende Getränke vorhalten  Sonnenschutz für Kinder vorhalten (Sonnencreme, Kappen, luftige Kleidung …)  einen oder mehrere kühle Räume vorhalten  Sonnensegel o.ä. aufspannen um Kinder vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen  Wasserspiele und Wasserstellen im Außenbereich nutzen  Fenster- und Glasflächen abdunkeln  Lüften auf den Frühmorgen beschränken als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.:  Ausbau der Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume  Beschattung des Außenbereichs vorzugsweise mit Bäumen ansonsten für feste Sonnensegel und bei Bedarf durch Sonnenschirme  Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung und Kühlung der Innenräume und des lokalen Umfeldes
Zuständigkeit und Akteure  Jugendamt  Träger der jeweiligen Einrichtungen

als Vorbereitung

auf den Sommer

als kurzfristige

Maßnahme

während akuter

Hitzewelle

Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
 bauliche Maßnahmen
 technische Ausstattung

Einrichtungsebene

Maßnahme 15
Maßnahmen für Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Langfristig
Maßnahme wirkende
während akuter Maßnahme zur
Hitzewelle Hitzereduktion
Kurzbeschreibung Die gesundheitliche Belastung Kindern und heranwachsenden Jugendlichen in den städtischen Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist vor allem im Fall einer mehrtägigen Hitzesituation besonders hoch. Ihr Schutz ist dabei Aufgabe der Mitarbeitenden in den Einrichtungen wie auch bei Veranstaltungen.
Umsetzungsstand Nürnberg Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stellen standardmäßig kostenloses Trinkwasser in ihren Einrichtungen zur Verfügung. Bei Einsätzen der Streetworker im öffentlichen Raum wird an hilfebedürftige junge Menschen während Hitzeperioden kostenlos Trinkwasser verteilt. Veranstaltungen in oder von den Einrichtungen werden unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse ggf. verändert durchgeführt oder abgesagt.
Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen als kurzfristige Maßnahme, u.a.:  ungezuckerte Getränke vorhalten  Sonnenschutz für Kinder und Jugendliche vorhalten (Sonnencreme, wenn vorhanden Kopfbedeckungen)  Verschattung durch Schirme und Pavillons  einen oder mehrere kühle Räume vorhalten  Veranstaltungen anpassen (verkürzen, verschieben, verändern) oder absagen als langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion, u.a.:  Sonnenschutzvorrichtungen zur Kühlung der Räume  Beschattung des Außenbereichs vorzugsweise mit Bäumen ansonsten auch temporär mit Sonnensegeln  Gebäudebegrünungsmaßnahmen zur Dämmung und Kühlung der Innenräume und des lokalen Umfeldes
Zuständigkeit und Akteure  Jugendamt  Träger der jeweiligen Einrichtungen
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für:
 bauliche Maßnahmen
 technische Ausstattung

Einrichtungsebene

Maßnahme 16
Monitoring und Evaluierung der Maßnahmen unter medizinischen Aspekten
Einordnung der Maßnahme: als Vorbereitung auf den Sommer als kurzfristige Maßnahme während akuter Hitzewelle Langfristig wirkende Maßnahme zur Hitzereduktion
Kurzbeschreibung Medizinisch physiologisch ist gesichert, dass Klimaveränderungen im Sinn von zunehmenden Temperaturen zu gesundheitsgefährdenden Reaktionen des Körpers und der Psyche führen können. Diese müssten aber erst genau definiert und erfasst werden. Leider gibt es weltweit noch keine seriösen Studien dazu, lokalen Daten sind bisher nur sehr eingeschränkt verfügbar.
Umsetzungsstand Nürnberg  Daten zu Klinikeinweisungen über IVENA verfügbar  Todeszahlen bei Gh verfügbar
Zusammenstellung von möglichen Maßnahmen  Analyse der Entlassungsdiagnosen bzw. der von niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten bestätigten, bei den Quartalsabrechnungen angegebenen, Diagnosen z.B. über die Krankenkassen  Mitarbeit im Forschungsprojekt „AdaptNet“ (AdaptNet: Adaptation und Vernetzung der haus- und fachärztlichen Versorgung im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels) der Universitäten Augsburg, Würzburg, der LMU München zusammen mit dem Nürnberger Ärztenetzes QuE und der AOK
Zuständigkeit und Akteure  Gesundheitsamt  Partner im Forschungsprojekt
Umsetzungsebene: Stadtweit Stadtteilebene Einrichtungsebene
Kosten fallen an für: evtl. zusätzliche Personalkosten

als Vorbereitung

auf den Sommer

Einrichtungsebene

evtl. zusätzliche Personalkosten

3.2 Checkliste zur Stadtteilanalyse und zur Ausarbeitung von Maßnahmenplänen

auf Stadtteilebene

Anzahl und Zusammensetzung der vulnerablen Gruppen: o Menschen über 65 Jahre o Menschen unter 3 Jahren, insbesondere Säuglinge o Menschen unter 6 Jahren (Krippen- und Kindergartenkinder) o Pflegebedürftige o Schwangere o hilfebedürftige Kinder- und Jugendliche o stark übergewichtige Personen o Menschen, die in dauerhafter ärztlicher Behandlung sind o isoliert lebende Menschen o Obdachlose o BewohnerInnen von Gemeinschaftsunterkünften o Personen, die körperlich sehr aktiv sind o körperlich schwer arbeitende Personen o …

Anzahl und Zusammensetzung sensibler Einrichtungen mit Anschrift: o Alten- und Pflegeheime o Pflegedienste o Krippen o Kindergärten o Schulen o Jugendtreffs o Krankenhäuser o Gemeinschaftsunterkünfte, Obdachlosenasyle o Sportvereine, Sportplätze o ...

Mögliche „coole Orte“: o Schattenplätze o Wasserplätze o Kirchen o Museen o Parks o baumreiche Straßenzüge o U-Bahn-Stationen o Kaufhäuser o Kinos o öffentliche / auch städtische Gebäude mit Klimaanlage o …

Treffpunkte der vulnerablen Gruppen: o Altentreffs o Kindergruppen o Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit o …

Bestehende Netzwerke: o Nachbarschaftshilfen o Seniorennetzwerke o …

Sportvereine: o Fußballvereine o Lauftreffs o …

Gewerbebetriebe: o Baugewerke o Landschaftsgartenbetriebe o …

Ärzte im Stadtteil: o Hausärzte o Internist:innen o Kinderärzte o Frauenärzt:innen o …

weitere …..

Literatur- und Quellenverzeichnis

  1. Stadt Nürnberg: Umweltamt, Handbuch Klimaanpassung, 2013

  2. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit, 2017

  3. Hochschule Fulda: Arbeitshilfe zur Entwicklung und Implementierung eines Hitzeaktionsplans für Städte und Kommunen, 2021

  4. Weltgesundheitsorganisation (WHO)/Europa: Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden, Neue und aktualisierte Hinweise für unterschiedliche Zielgruppen, 2019

  5. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Hitzeaktionspläne in Kommunen, Unterstützung bei der Erstellung von Maßnahmen und Konzepten – Toolbox,

  6. GEO-NET Umweltconsulting GmbH: Stadtklimagutachten – Analyse der klimaökologischen Funktionen für das Stadtgebiet von Nürnberg, Gutachten im Auftrag der Stadt Nürnberg, Umweltamt, 2014

  7. Projekt Hitze Sicher / Worms, Gemeinsam handeln, Workshops für Hitzeschutzmaßnahmen Klima-Bündnis - Hitze Sicher/Worms (klimabuendnis.org)

  8. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Gesund älter werden“ und „Empfehlungen für Eltern von Babys und Kleinkindern“, Startseite - BZgA Shop.

  9. Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) A3.5 und Punkt 4.3 Abs. 2; im März 2022 wurden fachliche Ergänzungen bzgl. Maßnahmen bei Sommerhitze mit Außenlufttemperaturen über 26°C in die ASR aufgenommen.

  10. BGB § 618 : Schutz des Arbeitnehmers gegen Gefahr für Leben und Gesundheit

SPD

spd@stadt.nuernberg.de U1, U11 Lorenzkirche Rathaus Tel 0911 / 231-2906 STADTRATSFRAKTION www.spd-stadtratsfraktion.nuernberg.de Bus 36, 46, 47 Rathaus 90403 Nürnberg Fax 0911 / 231-3895 NÜRNBERG

SPD Stadtratsfraktion | Rathaus | 90403 Nürnberg

An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly Rathaus 90403 Nürnberg

Nürnberg, 16. August 2018 Arabackyj/Brehm

Hitzeaktionsplan für Nürnberg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Klimawandel und die damit einhergehende globale Erwärmung haben eine Zunahme an extremen Wetterereignissen zur Folge. Dazu gehören auch Hitzeperioden, wie sie in den letzten Wochen auch in Nürnberg zu erleben war. Solche Hitzewellen gehen einher mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt und belasten auch den menschlichen Organismus. So kam es in den letzten Jahren bundesweit zu einem Anstieg von Todesfällen und Krankheiten in Zusammenhang mit Hitze, wie Hitzschlag, Dehydrierung und Herz-Kreislauferkrankungen. Zwar hat die Stadt Nürnberg bei ihrer Stadt- und Grünflächenplanung bereits die klimatischen Auswirkungen für die Stadt im Blick. Trotzdem werden wir uns auf eine Zunahme solcher Extremperioden einstellen müssen.

Um die Gesundheit der Menschen zu schützen, aber auch Maßnahmen zur Anpassung an vermehrte Hitzephasen zu entwickeln, sollte aus unserer Sicht ein Hitzeaktionsplan erstellt werden. Dies rät auch das Bundesumweltministeriums, das dazu auch schon entsprechende Handlungsempfehlungen veröffentlicht hat. Ein solcher Hitzeaktionsplan könnte Aussagen und Maßnahmen zu den Bereichen Information und Kommunikation, Beachtung von Risikogruppen, Vorbereitung der Gesundheitssysteme z.B. der Altenund Pflegeheime, Schulen, Kitas oder Krankenhäuser, Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze, langfristige Stadt- und Grünplanung sowie Monitoring enthalten.

Die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg stellt deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag

Die Verwaltung entwickelt einen Hitzeaktionsplan für Nürnberg auf der Basis der Empfehlungen des Bundesumweltministeriums.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Brehm stv. Fraktionsvorsitzender

Berichtsvorlage

Beratung Datum Behandlung Ziel

Umweltausschuss 27.07.2022 öffentlich Bericht

Betreff: Naturschutzgebiet (NSG) Pegnitztal Ost - Vorstellung des Pflege- und Entwicklungsplans

(PEPL)

Bericht:

Die zuständige Regierung von Mittelfranken hat zusammen mit dem Umweltamt einen Pflegeund Entwicklungsplan (PEPL) für das Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost in Auftrag gegeben, welcher nunmehr vorliegt und in dieser Sitzung von der Höheren Naturschutzbehörde (Herrn Claus Rammler) vorgestellt wird. Die Naturschutzverbände sind große Kompromisse bei der Entwicklung des Wege- /Zonenkonzeptes eingegangen unter der Voraussetzung, dass die Erhaltungs- und Entwicklungsziele für das NSG in einem PEPL konkretisiert und umgesetzt werden. Bei der Erstellung des PEPL wurden fachkundige Gebietskenner, Nutzer und Eigentümer intensiv mit einbezogen, da die Akzeptanz der Schutzziele und Maßnahmen unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sind. Am 16.03.2022 hat die Regierung von Mittelfranken den PEPL dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz vorgestellt. Diese erhalten den PEPL nach der Vorstellung im Umweltausschuss. Außerdem ist eine Information im Rahmen der Interessensgemeinschaft Pegitztal Ost (JGPO) und eine Veröffentlichung auf der Homepage des Umweltamtes vorgesehen.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Keine Relevanz gem. Diversity-Check

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beratung Datum Behandlung Ziel

Umweltausschuss 27.07.2022 öffentlich Beschluss

Betreff:

Klimaveränderungen in Nürnberg - Starkregengefahrenkarte

Sachverhalt (kurz):

Zur Beobachtung der Klimaveränderungen in Nürnberg wertet das Umweltamt die meteorologischen Daten seit einigen Jahren systematisch aus. Die aktuellen Daten zeigen – vor allem im Vergleich der 30-jährigen Mittel der Jahre 1961-1990 und 1991-2020 – einen deutlichen Trend zur Erwärmung.

Parallel dazu wurde die Entwicklung der Niederschläge betrachtet. Der Fokus liegt dabei auf der Auswertung der Starkregenereignisse, insb. der Jahre 2013 bis heute. Diese Analyse zeigt eine deutliche Häufung der Starkregenereignisse in 2021 und unterstreicht damit die Notwendigkeit der Erstellung einer Starkregengefahrenkarte.

Für die finanzielle Unterstützung der Erstellung einer solchen Planungsgrundlage bietet sich das Förderprogramm des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz an.

Mit Beschluss des Umweltausschusses vom 06.10.2021 wurde die Verwaltung beauftragt, die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte für Nürnberg vorzubereiten und die Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen. Das Umweltamt ist diesem Auftrag nachgekommen und berichtet über den aktuellen Sachstand sowie das weitere Vorgehen.

Hierzu wird ein Beschluss begehrt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Derzeit werden die Kosten auf 500.000€ geschätzt. Aktuell wird die Förderung / Co-Finanzierung max. 150.000€ betragen, sodass vorauss. zusätzliche Mittel i.H.v. 258.500€ erforderlich sind.

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Klimawandelauswirkungen betreffen die gesamte Stadtbevölkerung. Die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte und die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen dient daher der gesamten Stadtbevölkerung.

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

3. BM, Fw, SÖR

Ref. I / II Stk

SUN

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt,

1.) für die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte inklusive eines integrierten Maßnahmenkonzepts einen entsprechenden Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm "Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflutmanagement" des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) zu stellen und nach Bewilligung die Vergabe an ein Fachbüro vorzubereiten.

2.) die für die Erstellung erforderlichen zusätzlichen Mittel (geschätzt derzeit ca. 250.000 Euro) sind bei Bedarf geeignet zum Haushalt 2023ff anzumelden.

Klimaveränderungen in Nürnberg - Starkregengefahrenkarte

Sachverhalt

Mit Beschluss des Umweltausschusses vom 10.10.2018 wurde die Verwaltung beauftragt, das Monitoring der Klimaveränderungen in Nürnberg und die Arbeit an den weiteren Handlungsfeldern zur Klimaanpassung fortzuführen. Das Umweltamt wertet die meteorologischen Daten seit einigen Jahren systematisch aus. Die aktuellen Daten zeigen - vor allem im Vergleich der 30-jährigen Mittel der Jahre 1961-1990 und 1991-2020 - einen deutlichen Trend zur Erwärmung.

Auch zu beobachten ist besonders im letzten Jahr ein verstärktes Auftreten von Starkregenereignissen, die für zahlreiche Feuerwehreinsätze sorgten. Mit Beschluss des Umweltausschusses vom 06.10.2021 wurde die Verwaltung beauftragt, die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte für Nürnberg vorzubereiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu klären. Der vorliegende Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Sachstand und das geplante weitere Vorgehen.

Auswertung der Klimadaten

Temperaturentwicklung

Im Jahr 2020 endete eine neue 30-jährige Messreihe, sodass nun die Klimareferenzperioden 1961- 1990 und 1991-2020 miteinander verglichen werden können und somit eine verbesserte Vergleichbarkeit der klimatischen Veränderungen der letzten 60 Jahre möglich ist.

Die klimatologische Auswertung bezieht sich v.a. auf die DWD Station Nürnberg-Flughafen, die über sehr lange Messreihen (monatliche Temperaturdaten seit 1933/34, tägliche Temperatur- und Niederschlagsdaten seit 1955/56 und stündliche Niederschlagsdaten seit 1995) verfügt und auch hinsichtlich der Datenqualität die beste Station in Nürnberg darstellt.

Der Trend der Erwärmung setzt sich weiterhin fort. Das vergangene Jahrzehnt ist bislang als das wärmste Jahrzehnt und das Jahr 2018 als das heißeste Jahr in die über 80-jährige Statistik eingegangen. Der Zuwachs der Jahresmitteltemperatur zwischen den beiden 30-jährigen Referenzperioden 1961- 1990 und 1991-2020 an der Station Nürnberg-Flughafen beträgt 1,0 °C. Besonders starke Zuwächse sind im Januar und April (+1,5 °C) zu verzeichnen. Die Erwärmung vollzieht sich jedoch generell in allen Monaten. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,7 °C wurde an der Station Nürnberg-Flughafen in 2021 der drittwärmste Juni seit 1934 verzeichnet (Rang 2: 2018, Rang 1: 2003). Der lineare Trend zeigt im Zeitraum 1934-2021 derzeit eine Temperaturzunahme von 1,7 °C. Bayernweit wird seit Beginn flächendeckender Wettermessungen in 1881 eine Zunahme von 1,5 °C gemessen.

Ebenso ist an den Messstationen im Stadtgebiet von Nürnberg auch ein deutlicher Anstieg der Sommertage (Tagesmaximum der Lufttemperatur ≥ 25 °C) und heißen Tage (Tagesmaximum der Lufttemperatur ≥ 30 °C) zu verzeichnen, die als Indikatoren für die Hitzebelastung dienen. Der Vergleich der beiden Klimareferenzperioden zeigt einen mittleren Anstieg von etwa 12 Sommertagen und 6 heißen Tagen. Somit werden pro Jahr in ca. 8 Wochen Temperaturen über 25 °C, in 2 Wochen über 30 °C erreicht. Die seit 2014 bestehende Messstation am Jakobsplatz in der Altstadt verzeichnet jeweils 10 Sommertage bzw. heiße Tage mehr als am Flughafen, sodass die klimatische Situation die Innenstadt verstärkt belastet. Dem gegenüber steht eine Abnahme um 7 Eistage (Tagesmaximum der Lufttemperatur < 0 °C) und 10 Frosttage (Tagesminimum der Lufttemperatur < 0 °C), sodass sich hier der Trend zu milderen Wintern bemerkbar macht. Es ist davon auszugehen, dass sich der Trend auch

langfristig fortsetzen wird. Eine Übersicht der jeweiligen Diagramme befindet sich in der beiliegenden Präsentation.

Niederschlagsentwicklung

Bei der Niederschlagsentwicklung lässt sich an der Station Nürnberg-Flughafen bislang ein leicht abnehmender Trend hin zu trockeneren Jahren feststellen. Der Vergleich der beiden Referenzperioden zeigt eine Abnahme der Jahresniederschlagssumme von 644 auf 600 mm. Allerdings ergeben die langjährigen Trendanalysen der beiden anderen Nürnberger DWD- Messstationen in Netzstall und Krottenbach keine einheitlichen Veränderungen der Jahresniederschlagssummen (beide verzeichnen leichte Zuwächse). Auch hinsichtlich der einzelnen Monate und Jahreszeiten lassen sich bislang keine eindeutigen Trends feststellen. Die von den Klimamodellen prognostizierten trockneren Sommer und feuchteren Winter sind in den Messdaten bislang nur ansatzweise zu erkennen.

Starkregenereignisse

Zu Starkregenereignissen existieren bislang noch keine 30-jährigen Zeitreihen (wie z.B. bei Temperaturmessungen), da minütliche Niederschlagsdaten an der Station Nürnberg-Flughafen erst seit 1995 verfügbar sind und in keinem aufbereiteten Format vorliegen, das für eine Starkniederschlagsauswertung herangezogen werden kann. Die vorhandenen Daten dokumentieren jedoch eine Reihe markanter Ereignisse in den letzten Jahren.

Genauere Starkregendokumentationen liefern die seit 2013 vorhandenen Auswertungen der Regenschreiber von SUN. SUN analysiert die Intensität eines Ereignisses und berechnet das Wiederkehrintervall, sodass sich ein Ereignis auch dem sog. Starkregenindex (SRI) zuordnen lässt, ähnlich wie Erdbeben der Richterskala oder Wind der Beaufortskala. In Abhängigkeit vom Wiederkehrintervall (Jährlichkeit) werden Starkregenereignisse in 12 Starkregenindexklassen unterteilt - je höher der SRI, desto schwerwiegender das Ereignis. Eine Jährlichkeit von bspw. 100 Jahren bedeutet, dass das Ereignis statistisch gesehen im Mittel einmal in 100 Jahren auftritt. Es kann also auch häufiger oder seltener als einmal in 100 Jahren auftreten. In Abbildung 1 werden die in Nürnberg aufgetretenen Starkregenereignisse ab 2013 dem Starkregenindex zugeordnet dargestellt. Von den 47 durch die Regenschreiber dokumentierten Starkregenereignissen entfällt mit 17 Ereignissen (36 %) der größte Anteil in den SRI 1 mit einem Wiederkehrintervall < 3,3 a; 11 Ereignisse (24 %) in den SRI 2 mit einem Wiederkehrintervall von 3,3 - < 10 a. 15 der aufgetretenen Ereignisse (32 %) haben ein Wiederkehrintervall von 10 - < 50 a und fallen somit in die Kategorie „intensiver Starkregen“. 2 Ereignisse (4 %) werden dem SRI 6 und 7 zugeordnet, was einem „außergewöhnlichen Starkregen“ entspricht und weitere 2 Ereignisse (4 %) werden mit einem SRI 8 einem „extremen Starkregen“ zugeordnet. Ereignisse des SRI 9-12 sind bislang noch nicht aufgetreten.

Das bislang intensivste aus den Daten der Regenschreiber hervorgehende Starkregenereignis ereignete sich am 07.09.2014. Der Regenschreiber am Regenrückhaltebecken in der Georg-Buchner- Straße registrierte 63,1 mm in 90 Minuten, was einem Wiederkehrintervall von ca. 572 Jahren und somit dem Starkregenindex 8 entspricht. Das Ereignis sorgte damals vor allem im Stadtnorden für massive Überflutungen von Straßen und Unterführungen. Eine Tiefgarage stand kniehoch unter Wasser. Besonders betroffen war auch der Flughafen. Keller und Abflughalle standen unter Wasser, das Wasser drang auch durch das Dach in das Gebäude ein und lief von der Decke.

Insbesondere im Jahr 2021 zeigte sich eine statistische Häufung von Starkregenereignissen. Die durch SUN betriebenen Regenschreiber im Stadtgebiet registrierten 2021 insgesamt 12 Starkregenereignisse. Im Juni 2021 fielen mit insgesamt 158 mm Niederschlag rund 22 % des Jahresniederschlags an der Messstation des DWD am Flughafen, womit er als niederschlagsreichster Juni in die 66-jährige Statistik an dieser Messstation eingeht. Zum Vergleich: das langjährige Mittel 1956-2021 liegt bei 69 mm für den Monat Juni an dieser Messstation. An der Station Nürnberg- Krottenbach geht der Juni 2021 mit 150 mm (rund 17 % des Jahresniederschlags) als drittniederschlagsreichster Juni in die 89-jährige Statistik ein.

Das intensivste Ereignis im Jahr 2021 trat am 08.06.2021 auf. Durch die Niederschläge am Vortag herrschte eine Vorfeuchte im Boden und die Kanäle waren z.T. noch gefüllt, was zu einer Verschärfung der Situation führte. Der Regenschreiber in der Georg-Buchner-Straße im Stadtnorden verzeichnete mit 27,3 mm in 20 Minuten ein ca. 25-jähriges Ereignis, ein vom DWD erstelltes Gutachten errechnete für die Region um den Hafen mit 38 mm Niederschlag in 45 Minuten ein 28-jähriges Ereignis. Das Ereignis vom 08.06.2021 ist somit der dem SRI 4 zuzuordnen. Die übrigen Ereignisse aus dem Jahr 2021 fallen in den SRI 1-3.

Auch im Jahr 2022 kam es bereits am 04.05., 05.05. und 20.05. zu Starkregenereignissen des SRI 2, 1 bzw. 4. Am 20.05.2022 registrierte der Regenschreiber in der Heinrich-Alfes-Straße 19,2 mm in 10 Minuten. Dies entspricht einem Wiederkehrintervall von 21 Jahren und somit der Stufe 4 auf dem Starkregenindex.

Bei allen genannten Starkregenereignissen gilt: Regenschreiber und sonstige Niederschlagsmessstationen stellen ein punktuelles Abbild des Niederschlagsereignisses dar. Da Starkregenereignisse sehr lokal begrenzt auftreten und nicht flächendeckend erfasst werden können, ist nicht auszuschließen, dass auf engstem Raum die tatsächlich gefallene Niederschlagsmenge deutlich variiert.

Abbildung 221

Abbildung 1: Bewertung von Starkregenereignissen nach Schmitt et al. 20181 und Zuordnung der Starkregenereignisse 2013-2021 sowie der bislang aufgetretenen Ereignisse in 2022 (Stand: 03.06.2022).

1 Schmitt, T., Krüger, M., Pfister, A., Becker, M., Mudersbach, Ch., Fuchs, L., Hoppe, H., Lakes, I. (2018): Einheitliches Konzept zur Bewertung von Starkregenereignissen mittels Starkregenindex. 65. 113-120. 10.3242/kae2018.02.002.

Die in 2021 aufgetretenen Starkregenereignisse führten zu insgesamt 293 Feuerwehreinsätzen, das Ereignis am 20.05.2022 verursachte 29 starkregenbedingte Einsätze. Hauptursache ist der Wassereintritt in Gebäude und Keller, hinzu kommen zahlreiche Einsätze durch überflutete Straßen und Unterführungen.

Wenn die bislang aufgetretenen Ereignisse im unteren bis mittleren Bereich des Starkregenindex schon umfangreiche Einsätze verursachen, ist davon auszugehen, dass zukünftige, intensivere Ereignisse noch weitaus größere Schäden anrichten und Kosten verursachen werden. Im Raum Mittelfranken kam es in den vergangenen Jahren bereits zu schwerwiegenden Starkregenereignissen (Bsp. Baiersdorf im Juli 2007 mit 86 Mio. Euro Schaden bzw. großräumige Dauerregenereignisse in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Fürth und Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim nach intensiven Dauerregenereignissen im Juli 2021).

Somit ist Handlungsbedarf geboten und die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte dringend notwendig, um etwaige besondere Gefahrenstellen zu identifizieren und eine Maßnahmenplanung anzustoßen. Es ist davon auszugehen, dass sich Extremwetterereignisse und somit auch Starkniederschläge in Zukunft häufen werden und sich der Niederschlag ungleichmäßiger auf das Jahr verteilen wird.

Weiteres Vorgehen Starkregengefahrenkarte

Die Finanzierungsmöglichkeiten einer Starkregengefahrenkarte durch Förderprogramme wurden eingehend geprüft. Nach Eigenrecherchen und Auskunft des Zentrums Klimaanpassung, das im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUV) bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Wahl der passenden Förderung Kommunen unterstützt, existiert auf Bundesebene derzeit kein passendes Förderprogramm.

Anders als in Nordrhein-Westfalen, wo das Landeswassergesetz eine finanzielle Beteiligung der Starkregengefahrenkarte über die Gebühren der kommunalen Entwässerungsbetriebe zulässt, ist dies nach bayerischem Landeswassergesetz nicht möglich. Auch eine Prüfung durch das Rechtsamt bestätigte, dass eine Finanzierung der Starkregengefahrenkarte aus Gebühren oder Beiträgen, die aufgrund der Entwässerungsgebührensatzung BGS-EWS/FES erhoben wurden, nicht möglich ist.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) fördert jedoch die Erstellung von integralen Konzepten zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement. Das Förderprogramm beinhaltet nicht nur die alleinige Erstellung einer Starkregengefahrenkarte, es umfasst auch die Analyse kritischer Risikobereiche und eine konzeptionelle Maßnahmenentwicklung (für Details s.u.). Der Fördersatz beträgt 75% der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die maximale Förderung (zu erwartende Zuwendungen) je Vorhaben beträgt 150.000 Euro.

Da die Fördermöglichkeiten begrenzt sind und sich die vollständige Finanzierung aus städtischen Eigenmitteln schwierig gestaltet, wird eine Antragstellung beim Förderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ verfolgt. Wie in den meisten anderen Städten auch, soll die Erstellung der Starkregengefahrenkarte ohne Berücksichtigung des Kanalnetzmodells erfolgen.

Die Berücksichtigung des Kanalnetzes wird zwar fachlich grundsätzlich bevorzugt, würde jedoch zu höheren Kosten (derzeit geschätzt bis zu 700.000 Euro, Förderung unsicher) und einer zeitlichen Verzögerung bei der Erstellung der Starkregengefahrenkarte führen. Um möglichst zeitnah Ergebnisse vorlegen zu können, soll daher auf die Kopplung mit dem Kanalnetzmodell vorerst verzichtet werden. Eventuell erkennbare besondere Problembereiche („Wet Spots“) könnten zu einem späteren

Zeitpunkt unabhängig vom Förderprogramm unter Berücksichtigung des Kanalnetzes noch einmal genauer betrachtet werden.

Derzeit finden bereits Gespräche mit dem staatlichen Wasserwirtschaftsamt als zuständiger Behörde hinsichtlich Antragstellung und Aufnahme in das Förderprogramm statt. Mit Vorlage des Bewilligungsbescheids kann die Vergabe an ein entsprechendes Fachbüro vorbereitet werden.

Kurzbeschreibung des Förderprogramms

Das Förderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ des StMUV beschränkt sich nicht alleinig auf die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte, es setzt sich aus den fünf Bausteinen Bestandsanalyse, Gefahrenermittlung, Gefahren- und Risikobeurteilung, konzeptionelle Maßnahmenentwicklung und der Erarbeitung einer integralen Strategie zusammen.

Im ersten Baustein „Bestandsanalyse“ werden vorhandenes Wissen über bekannte Gefahren und Ereignisse sowie vorhandene Daten zusammengetragen. Im zweiten Baustein „Gefahrenermittlung“ wird die Starkregengefahrenkarte erstellt. Es wird eine hydraulische Berechnung für die Niederschlagsjährlichkeiten 30, 50, 100 und 1000 durchgeführt. Es werden Überflutungsausdehnungen, Fließtiefen und Fließgeschwindigkeiten in Kartenform und als Animation dargestellt.

Im dritten Baustein „Gefahren- und Risikobeurteilung“ werden gefährdete Objekte, Bereiche und Infrastrukturen mit zugehörigen Schadenspotentialen ermittelt. Schutzziele werden definiert („Was darf wo nicht passieren bzw. was darf wo zugelassen werden?“). Im vierten Baustein „konzeptionelle Maßnahmenentwicklung“ werden Maßnahmen, ggf. mit verschiedenen Lösungsvarianten, zur Risikoreduzierung mit den betroffenen Akteuren erarbeitet. im fünften Baustein „Integrale Strategie zum kommunalen Sturzflutrisikomanagement“ werden die vorangegangenen Schritte evaluiert und in eine Gesamtbetrachtung überführt. Das Restrisiko ist zu ermitteln. Für die Umsetzungsstrategie werden Maßnahmen priorisiert, Verantwortlichkeiten definiert und ein Kommunikationsplan zur Einbeziehung von Akteuren und der Öffentlichkeit erstellt.

Voraussetzung für die Starkregengefahrenkarte ist ein aktuelles Digitales Geländemodell (DGM). Das LfU führte im Frühjahr 2022 eine neue Laserscanbefliegung durch. Mit einem aktualisierten DGM ist im Herbst 2022 zu rechnen.

Fazit

Die bislang aufgetretenen Starkregenereignisse zeigen, dass von Ihnen ein großes Schadenspotential, auch mit Gefahr für Leib und Leben, ausgehen kann. Zukünftig ist damit zu rechnen, dass solche Ereignisse häufiger und intensiver auftreten werden. Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass sich durch Starkregengefahrenkarten ermittelte Gefahrenstellen und Überflutungstiefen gut mit den Auswirkungen tatsächlich eingetretener Starkregenereignisse decken. Starkregengefahrenkarten werden durch eine zunehmende Anzahl an Kommunen erstellt und anschließend öffentlich zugänglich gemacht. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie erarbeitete kürzlich eine Starkregengefahrenhinweiskarte für das Gesamtgebiet von Nordrhein-Westfalen.

Auch der Deutsche Städtetag befürwortet die Erstellung einer Starkregengefahrenkarte als wesentliche und wichtige Planungsgrundlage, um den sich ändernden Anforderungen durch den Klimawandel gerecht zu werden. Daher wird die Erstellung eines integrierten Konzepts zum

Starkregenrisikomanagement durch das Sonderförderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflutmanagement“ des StMUV vorgeschlagen.

Angesichts der geschilderten Rahmenbedingungen ist derzeit nicht auszuschließen, dass die für 2022 und 2023 zur Verfügung gestellten Mittel (2 * 50.000.- Euro) hierfür nicht ausreichen. Im Bedarfsfall wird daher zusätzlicher Mittelbedarf angemeldet werden. Der Umfang ist erst nach geklärter Förderung und nach erfolgter Ausschreibung bekannt. Derzeit wird von einem Bedarf von zusätzlich rund 250.000 Euro ausgegangen. Auf die kritische Stellungnahme seitens Ref.I/II – Stk dazu wird hingewiesen. Die Stellungnahme ist beigefügt.

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