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IB Jahresbericht 2020-2021

Anlage · 20.07.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Gostenhof Marcus König Hauptmarkt Altstadt Energie & Versorgung Schule & Bildung Werner Henning Verkehr & Mobilität Umwelt & Klima Wirtschaft & Arbeit Digitalisierung & Verwaltung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Amt für Internationale Beziehungen

der Stadt Nürnberg

Tätigkeitsbericht 2020 - 2021

Vorwort

Städtepartnerschaften

Antalya (Türkei) S. 4 Atlanta (USA) S. 5 Charkiw (Ukraine) S. 6 Córdoba (Spanien) S. 7 Glasgow (Großbritannien) S. 8 Hadera (Israel) S. 10 Kavala (Griechenland) S. 11 Krakau (Polen) S. 12 Nizza (Frankreich) S. 14 Prag (Tschechische Republik) S. 16 San Carlos (Nicaragua) S. 17 Shenzhen (China) S. 18 Skopje (Nordmazedonien) S. 20 Venedig (Italien) S. 21

Kommunale Freundschaften

Bar (Montenegro) S. 22 Braşov (Rumänien) S. 23 Gera (Deutschland) S. 24 Region Kalmunai (Sri Lanka) S. 25 Klausen und Montan (Italien) S. 26 Nablus (Westjordanland/Palästinensische Gebiete) S. 27

Partnerschaftsübergreifende Projekte

Koordination kommunale Entwicklungspolitik S. 28 Markt der Partnerstädte S. 31 Grenzenlos S. 31 Hermann-Kesten-Stipendium S. 32 EuroCities S. 33 Alternative Formate S. 33

Verwaltungsübergreifende Aktivitäten S. 34

Finanzen S. 35

Vorwort

Seit mehr als 70 Jahren tragen kommunale Partnerschaften und Freundschaften zu Frieden und Verständigung in Europa bei, die interkommunale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr auf Europa beschränkt. Mit diesem Engagement unterstützen Kommunen auch die außenpolitischen Ziele der Bundesregierung und deren weltweite Umsetzung.

Die Stadt Nürnberg hat bereits 1954 einen Verbrüderungseid mit Nizza, Venedig, Locarno und Brügge geleistet und damit eine der ersten multilateralen Städteverbindungen in Europa besiegelt. Dies soll im Jahr 2024 durch eine Veranstaltungsreihe v.a. mit Nizza gewürdigt werden. Aufgrund der besonderen Rolle Nürnbergs in der Zeit des Nazi-Terrors war und ist die Stadt Nürnberg seit Jahrzehnten bemüht, sich als „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ zu profilieren. Dazu zählt auch die Anbahnung und Intensivierung von Beziehungen zu Städten in aller Welt, beispielsweise die Partnerschaften mit Glasgow, Krakau, Prag, Hadera und dem ukrainischen Charkiw.

Mit der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 wurde ein weiteres Mal darauf aufmerksam gemacht, dass eine friedliche Koexistenz in Europa keine Selbstverständlichkeit ist. Kommunale Partnerschaften und Freundschaften wie die Partnerschaft Nürnberg- Charkiw können zwar sehr viel zum gegenseitigen kennen- und verstehen lernen beitragen und eine vielfältige Zusammenarbeit ermöglichen, jedoch auch an ihre Grenzen stoßen und keinen Krieg verhindern. Charkiw und Umgebung zählen in der Ukraine zu den besonders umkämpften Gebieten, und die Auswirkungen dieses Krieges auf die Stadt und die dort lebenden Menschen haben ein weiteres wichtiges Ziel von kommunalen Partnerschaften und Freundschaften – gegenseitige Hilfe in Notlagen – in den Fokus gerückt und eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft in der Nürnberger Bevölkerung mit enormen Spendeneinnahmen für Charkiw ausgelöst.

Vorherrschendes Thema im Berichtszeitraum 2020 / 2021 war aber (noch) nicht der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, sondern die Corona-Pandemie, die ab März 2020 zu einer Absage oder Verschiebung vieler Begegnungen, Projekte und Veranstaltungen des Amtes für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg (IB) und seiner Kooperationspartner geführt und IB Arbeitseinsätze in anderen städtischen Dienststellen beschert hat.

So waren fast alle IB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter monatelang und abwechselnd mit der An- und Abmeldung von PKW in der städtischen Zulassungsstelle beschäftigt, einige IB- Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter haben auch am „Contacttracing“ des Gesundheitsamts mitgewirkt. Mit Beginn des Krieges unterstützte IB außerdem sowohl personell als auch räumlich und technisch die Bemühungen der Stadt Nürnberg um die Versorgung der schnell gestiegenen Anzahl an Ukraine-Flüchtenden.

Neue Erfahrungen aufgrund der Pandemie konnten die IB-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter bei Kontakten und Aktivitäten auch in puncto Technik und neue Formate sammeln. Persönliche Begegnungen wurden durch extra angefertigte Videos und durch Videokonferenzen ersetzt, und in der Öffentlichkeitsarbeit erfolgte eine deutliche Steigerung der digitalen „Performance“. Zahlreiche Veranstaltungen wurden auf online oder hybrid umgestellt. Diese Formate können die zukünftige Arbeit bereichern und die Partnerstädte noch näher an Nürnberg heranbringen.

Zu den Veränderungen im Berichtszeitraum ist auch der Wechsel in der Dienststellenleitung bei IB zu zählen. Mit dem Ruhestand des langjährigen IB-Leiters Dr. Norbert Schürgers kam als Nachfolgerin die bisherige Leiterin des Bürgermeisteramtes, Christine Schüßler, zu IB. Neben ihren Aufgaben als neue IB-Leiterin hat sie fast ein Jahr lang auch den Aufbau und Betrieb des städtischen Impfzentrums koordiniert.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie, aber durch diese verstärkt in den Mittelpunkt gerückt, gelten als weitere Schwerpunkte in der IB-Arbeit die Umsetzung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen („SDGs“) – vor allem in der IB-Partnerschaftsarbeit

konnte sich Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, der im August 2021 mit einer Delegation nach Togo gereist war, von den Fortschritten bei verschiedenen Projekten in den Städten Aného und Sokodé überzeugen. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass die Projektstelle, die bisher überwiegend von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) finanziert wurde, durch Beschluss des Nürnberger Stadtrates bis 2023 für diesen Aufgabenbereich erhalten bleibt. Nachdem diese Arbeit weiterhin einen Schwerpunkt der IB- Tätigkeiten bilden soll, wäre eine Verstetigung der Stelle äußerst wünschenswert.

Städtepartnerschaften

Antalya (Türkei)

Partnerstadt seit 1997

Politische und wirtschaftliche Situation

Als große Urlaubsdestination leidet Antalya schon seit dem Putschversuch 2016 unter dem Einbruch der Touristenzahlen. Durch die Corona-Pandemie kam der Tourismus erneut zum Erliegen. Zusätzliche Ausgaben durch die Pandemie und die sehr hohe Inflationsrate schränken den finanziellen Spielraum der Stadtverwaltung Antalya für städtepartnerschaftliche Aktivitäten stark ein. Als Folge zeigt Antalya nun Interesse an möglichen gemeinsamen Förderprojekten, was eine Chance in der Zusammenarbeit darstellt.

An der Stadtspitze steht seit April 2019 Oberbürgermeister Muhittin Böcek von der CHP, der seinen Vorgänger von der AKP, Menderes Türel, abgelöst hat. OBM Böcek war zu Beginn der Pandemie schwer an Corona erkrankt.

Aktivitäten

Nachdem im Februar 2020 noch vielversprechende Planungsgespräche mit dem türkischen Generalkonsulat in Nürnberg stattfanden, musste ab März wegen der Corona-Pandemie alles abgesagt werden. Geplant waren ein Besuch des Oberbürgermeisters von Antalya beim deutsch-türkischen Filmfestival, der Auftritt einer Nürnberger Band beim Kaleici Old Town Festival, eine Malerei-Ausstellung in Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem türkischen Generalkonsulat und die Antalya-Bude auf dem Markt der Partnerstädte beim Christkindlesmarkt.

Erst ab Mitte 2021 konnten die Kontakte wiederaufgenommen werden. Anfang Juli reiste eine kleine Delegation der Stadtverwaltung nach Antalya, um erste Gespräche zur Vorbereitung der Feierlichkeiten anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zu führen. Auch mit dem türkischen Generalkonsulat in Nürnberg fanden hierzu zwei Gespräche statt.

Ein Highlight war auch der Auftritt der jungen Nürnberger Band „Cafete“ am Kaleici Old Town Festival im Oktober 2021 und die Teilnahme einer Traditions-Mannschaft des 1. FCN am Legends Cup in Antalya, bei dem sich die Fußballer aus Nürnberg den zweiten Platz erkämpften.

Zum Ende des Jahres hin gab es dann wieder pandemiebedingte Absagen: die für November geplante deutsch-türkische Städtepartnerschaftskonferenz in Istanbul wurde abgesagt ebenso wie der Christkindlesmarkt in Nürnberg und damit auch die Teilnahme der Antalya-Bude am Markt der Partnerstädte.

Ausblick

Die für Anfang März 2022 geplante Reise einer 15-köpfigen Delegation um Nürnbergs OBM König musste kurzfristig abgesagt werden. Und auch der Gegenbesuch aus Antalya fiel kurzfristig aufgrund einer Verletzung von OBM Böcek aus. Ein Besuch zum 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags am 2. Oktober 2022 ist nun angesetzt.

Im Juni fand zudem eine Fotoausstellung mit Highlights aus den 25 Jahren Städtepartnerschaft statt. Und der Partnerschaftsverein in:san plant mit Unterstützung von IB eine Baumpflanzaktion in Antalya unter dem Motto „25 Jahre, 25 Bäume“.

Atlanta (USA)

Partnerschaft seit 1998

Politische und wirtschaftliche Situation:

Kein US-Bundesstaat hat sich seit der Präsidentschaftswahl 2020 so gewandelt wie Georgia: Dass die Demokraten in Georgia erstmals seit 28 Jahren einen Sieg erlangen konnten, wurde als historischer Moment und als „politisches Erdbeben“ bezeichnet.

Vor allem in den Vororten von Atlanta – den bevölkerungsreichsten Bezirken des Bundesstaats, in denen besonders viele schwarze Bürgerinnen und Bürger leben – votierten sie gegen den Amtsinhaber Trump.

Bei den Stichwahlen im Januar 2021 gewannen die Demokraten durch eine Rekordwahlbeteiligung beide Senatssitze und verhalfen Joe Biden zu einer Mehrheit im US Kongress. „Wir sind vom Wahlausgang begeistert und hoffen auf einen positiven Wandel“, schrieb etwa Vanessa Ibarra, Direktorin für Partnerschaftsbeziehungen im Rathaus von Atlanta.

Seit Januar 2022 ist Andre Dickens Bürgermeister von Atlanta.

Aktivitäten

Als Zeichen der Verbundenheit und Dankbarkeit für die Befreiung Nürnbergs vom Faschismus durch die amerikanischen Streitkräfte vor 75 Jahren wandten sich 2020 Regionalbischof Stefan Ark Nitsche, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und dessen Nachfolger Marcus König mit einem digitalen Gruß und Gebet an die Menschen in Atlanta.

Beim virtuellen Gipfel „Sister City Diplomacy & Covid-19: Looking Ahead to the New

Normal“ diskutierten im ersten Pandemiejahr kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus

der ganzen Welt Kooperationsmöglichkeiten auf Distanz: Wie sich Partnerstädte auf

praktischer Ebene und die Diplomatie zwischen Staaten und Ländern auf ganz eigene Weise

unterstützen können.

In Folge wurden regelmäßige „City to City Dialogues“ mit unseren Partnern und in

Kooperation mit dem Generalkonsulat und dem Deutsch-Amerikanischen Institut in den

Bereichen Bildung, Wirtschaft, die politische und soziale Situation durchgeführt.

Am Abend der großen Neujahrsfestivitäten 2020 am Times Square in New York City wurde

auf Initiative der Bürgermeisterin von Atlanta ein gemeinsames Grußwort mit Herrn OB König

ausgestrahlt. Mayor Keisha Lance Bottoms sendete 2020 und 2021 jeweils eine virtuelle

Weihnachtsbotschaft für das digitale Adventssingen im Nürnberger Max-Morlock Stadion.

Seit dem Schuljahr 2014/15 hat das Sigmund-Schuckert-Gymnasium Nürnberg eine dauerhafte projektbezogene Partnerschaft mit der Maynard Jackson High School Atlanta.

Um auch im zweiten Pandemiejahr, 2021, einen Austausch zu ermöglichen, konzipierten IB und die beiden Schulen einen 5-tägigen digitalen Schüleraustausch. Die Mischung aus Input und interaktiven Einheiten sowie der intensive Austausch in digitalen Kleingruppen machten das Projekt zu einem großen Erfolg für alle Beteiligten.

2021 fanden zwei Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der US-Regierung statt. Der neue Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika, Timothy Liston, tauschte sich

intensiv mit OBM Marcus König über die transatlantischen Beziehungen und städtepartnerschaftliche Projekte aus. Im Juli besuchten mehrere Senatoren mit Senator Jerry Moran an der Spitze Nürnberg. Zur 23-köpfigen Delegation gehörten Mitarbeitende des Bundeskongresses und Vertretern des Militärs.

Drei bayerische Kommunen, München, Nürnberg und Augsburg, wurden vom USamerikanischen Generalkonsulat zur Bürgermeisterkonferenz in Washington D.C. eingeladen. Die Reise wurde jedoch pandemiebedingt auf 2023 verschoben.

Traditionell eröffnet das Nürnberger Christkind den deutschen Weihnachtsmarkt in Atlanta. Dies musste 2021 ausfallen.

Ausblick

Die Vernetzung von Nürnberger Berufsschulen mit Colleges in Atlanta mündet 2022 in die geplante Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Atlanta Technical College und der Nürnberger Beruflichen Schule B1 für Metallberufe. Langfristige Austauschmaßnahmen im Berufsschulbereich werden durch die Joachim Herz Stiftung, der German Cultural Foundation und dem IB ideell und finanziell unterstützt.

Der projektbezogene Schulaustausch der Nürnberger Wirtschaftsschule und des Sigmund- Schuckert Gymnasiums mit Atlanta High Schools soll in 2022 wieder mit realen Begegnungen ermöglicht werden.

Auf Initiative des US-amerikanischen Generalkonsulats entsteht ein Memorandum of Understanding, um weitere Kooperationen auf universitärer, schulischer und wirtschaftlicher Ebene zu fixieren. Dazu hat IB Vertreter der neuen Nürnberger Universität UTN, der Staatskanzlei und der Konsulate mit dem International Office in Atlanta und der Georgia Tech University vernetzt – eine Ausweitung unserer Städtepartnerschaft im Sinne einer „Sister State Partnerschaft“ auf Bundesstaat Ebene würde unseren vielfältigen Austauschprojekten in den Bereichen Bildung, Erinnerungskultur, Wirtschaft und Verkehr weiteres Gewicht geben.

Charkiw (Ukraine)

Partnerstadt seit 1990

Politische / wirtschaftliche Situation

OBM Gennadi Kernes erkrankte im Herbst 2020 an Corona und wurde in der Charité in Berlin behandelt. Trotz seiner Abwesenheit gewann er die OBM Wahl in Charkiw. Ihor Terehov übernahm stellvertretend das Amt. Mitte Dezember 2020 verstarb Kernes in Berlin. Im Oktober 2021 wurde Ihor Terehov zum OBM der Stadt Charkiw gewählt.

Aktivitäten

2020 hätten beide Städte 30-jähriges Partnerschaftsjubiläum gefeiert. Geplante Aktivitäten, wie ein neues Projekt im Bereich Energieeffizienz, ein Austausch von Fotografinnen und Fotografen, eine Ausstellung in Nürnberg mit ukrainischen Künstlern und eine deutsch-ukrainische Schülerbegegnung wurden pandemiebedingt abgesagt.

Im Januar 2020 konnte dagegen der Besuch von acht Deutschlehrerinnen des Nürnberger Hauses in die Noris stattfinden. Das Kulturzentrum wurde, wie auch eine Sozialstation, mit Zuschüssen unterstützt.

Im Folgejahr nahm IB am virtuellen Runden Tisch Kommunaler Partnerschaften mit der Ukraine teil.

Nachdem das Street Art Werk des ukrainischen Künstlers „Gamlet“ im Agnestunnel übermalt wurde, war eine Neugestaltung durch den Künstler für den Sommer 2021 geplant, die allerdings aus terminlichen Gründen nicht stattfinden konnte.

Im September 2021 fand der alljährliche Fotografie-Austausch in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste statt. 7 Fotografinnen und Fotografen verbrachten 2 Wochen in Nürnberg mit zahlreichen Workshops und Exkursionen.

Ende Oktober reiste eine kleine Delegation, darunter die neue Leiterin von IB und der neu zuständige Kollege und Mitglieder des Partnerschaftsvereins nach Charkiw. Ziel war das Kennenlernen der Partnerinnen und Partner, die Planung neuer Projekte und Besprechung Markt der Partnerstädte. Fotos der Reise zeigen das unzerstörte Charkiw.

Ausblick

Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine völkerrechtswidrig an, bis heute halten die Kampfhandlungen an. Charkiw, nahe der russischen Grenze, wurde schwer getroffen.

Das Kriegsgeschehen überschattet bzw. dominiert die partnerschaftlichen Aktivitäten. IB unterstützt in enger Zusammenarbeit mit dem Verein die Partnerstadt mit Hilfslieferungen unterschiedlichster Art. Lebensmittel, Getränke, Medikamente und technische Geräte wurden mehrfach per Transporter und auch via Schienenbrücke nach Charkiw geschickt. Schutzkleidung, Räum- und Bergungsgeräte für die Feuerwehren sowie Generatoren und technische Kleingeräte für Aufräumarbeiten gingen nach Charkiw. Weitere Hilfslieferungen sind in Vorbereitung. Die Stadt Nürnberg engagiert sich des Weiteren bei der Aufnahme von Flüchtlingen etc.

Im Juli 2022 soll ein Austausch von Fotografinnen und Fotografen, wie geplant, stattfinden.

Córdoba (Spanien)

Partnerstadt seit 2010

Politische und wirtschaftliche Situation

Bei den Kommunalwahlen am 15. Juni 2019 wurde der Kandidat der konservativen Volkspartei (Partido Popular), José María Bellido, zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Die Volkspartei errang mit 9 Plätzen vor der sozialistischen Arbeiterpartei (8) die höchste Anzahl von Stadtratsmandaten.

Zwar ist Spaniens Arbeitslosenquote unter das Niveau von 2019 gesunken, liegt dennoch bei aktuell 13,7 Prozent. In Andalusien liegt die Arbeitslosenquote bei 19,4 % der Erwerbsbevölkerung und ist damit fast dreimal so hoch wie der EU-Durchschnitt.

Aktivitäten

2020 sollten beide Städte das 10-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Nürnberg mit Córdoba feiern. Geplante Aktivitäten waren, unter anderem, zwei offizielle Delegationen in beide Richtungen, zwei Ausstellungen und eine Bürgerreise. Diese Aktivitäten und die

Jubiläumsfeier der Städtepartnerschaft Cordoba-Nürnberg Auf AEG wurden wegen der Pandemie abgesagt. Auch 2021 konnten diese Jubiläumsprojekte nicht realisiert werden.

In Nürnberg präsentierten dagegen zum 5. und 6. Mal die spanischen Filmtage in 2020 und 2021 cineastische Highlights aus Spanien. Neben den Filmen und Gesprächen mit Regisseurinnen boten die Filmtage auch Musikprogramme.

Ein Schüleraustausch zwischen dem Hans-Sachs und Johannes-Scharrer-Gymnasium mit dem Institut Maimónides in Cordoba mit 31 Schüler fand 2020 noch statt. Ein ähnlicher Austausch wurde wegen der Pandemie in 2021 abgesagt.

In 2020 wurde die Kunstausstellung “Spuren. Thomas Grätz, deutscher Maler mit Flamenco-Herz” im Flamenco Museum „Cristina Hoyos“ in Spanien und die Fotoausstellung „Blick nach Süden (Um den Norden nicht zu verlieren“) in Heilig-Geist-Haus präsentiert.

Auch ein Vortrag von Prof. Dr. Walther Bernecker zum Thema “Spaniens anhaltende Krisen: von der politischen Blockade und dem Rechtspopulismus zur Gefährdung des Staatsmodells“ konnte realisiere werden.

Digital fanden ein Vortrag "Hidden Treasures - Medizinische Giganten von Al-Andalus" und ein digitaler Stammtisch zu Córdoba (von JEF Nürnberg - junge europäische Föderalisten Nürnberg ) statt.

In Sommer 2021 führte der erste Besuch den neu zuständigen IB Mitarbeiter nach Cordoba zu Planungsgesprächen.

Ausblick

In 2022 war auf Einladung der Gleichstellungsstelle und des Amtes für Internationale Beziehungen eine Fachdelegation von vier Frauen aus Córdoba zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in Nürnberg zu Gast. Auch ein Schüleraustausch von 50 Schülerinnen und Schülern des Hans-Sachs- und Johannes-Scharrer-Gymnasiums und dem Institut Maimónides in Cordoba hat wieder stattgefunden. Im Herbst sind zwei Bürgerreisen, eine Reise des Partnerschaftsvereins Conoris und eine Reise von Studierenden der Technischen Hochschule Nürnberg nach Córdoba geplant.

Glasgow (Großbritannien)

Städtepartnerschaft seit 1985

Politische und wirtschaftliche Situation

Nach dem Brexit liefen die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien auf Hochtouren, der Übergangszeitraum endete am 1. Januar 2021.

Für unsere Städtepartnerschaft bedeutet vor allem der Rückzug Großbritanniens das Ende

der Förderung durch das EU Erasmus-Programm, das schwerwiegende

Finanzierungslücken bei zahlreichen Austauschprojekten im Bildungsbereich nach sich zieht.

Wir hoffen auf zügige Klarheit über ein Alternativprogramm, damit die vielen erfolgreichen

Partnerschaften zwischen Schulen weiterhin aktiv gestaltet werden können.

Neuer Lord Provost ist Councillor Jacqueline McLaren.

Aktivitäten

2020 fand das Glasgow-Weekend zu Ehren des schottischen Nationaldichters (1759 – 1796) Robert Burns mit vier großen Veranstaltungen statt. Beim Benefizkonzert in der

Vesperkirche, dem Ceilidh-Tanzabend in der Kulturwerkstatt auf AEG und dem Burns Supper sowie dem schottischen Brunch im Le Meridién Grand Hotel kamen über 800 Menschen in den Genuss von schottischer Musik, Tanz und Essen. Für das Benefiz-Projekt „Musik anders hören“, eine internationale Kooperation mit einem Gebärdenchor, wurden 4.500€ Spenden gesammelt.

Laufende Projekte wie „Learning from Art and History“ zur beispielhafter Museumspädagogik und Bildungsprojekte wie „Remembering Srebrenica – Erinnern durch Kunst“ mit den Partnerschulen in Glasgow und Nürnberg wurden digital umgesetzt.

Anstelle des traditionsreichen Glasgow Weekends 2021 zu Ehren von Robert Burns erarbeiteten und präsentierten wir mit Nürnberger und Glasgower Partnern die erste „digitale Burns Stunde“. Mit 20 Videos in 90 Minuten konnte Ceilidh zu Hause getanzt, Gedichte und Lieder gehört und dem berühmten „Toast to a Haggis“ gelauscht werden.

Darüber hinaus konnte beim Burns Night Online Whisky Tasting angestoßen werden.

Die wichtigsten Ergebnisse und Ausblicke der Regionalwahlen auch mit Blick auf den Streit

um eine Unabhängigkeit Schottlands stellte IB zusammen mit Peter Russel aus Glasgow in

einer digitalen Präsentation vor

h

Parliamentary Elections»

Sommerkonzert „Nürnberger Saitenwege“ des Vereins Saitenwirbel e.V. mit Stefan Grasse als Hybrid Veranstaltung: Mit einer Konzert Live Schaltung nach Glasgow.

Die Choreografin und Tänzerin Susanna Curtis entwickelte „EveryBody“ – das Festival für

mixed-abled Tanz und Performance. Inklusiver Tanz für Menschen mit und ohne

Behinderung mit Gästen aus der Partnerstadt Glasgow in der Tafelhalle Nürnberg sowie dem Dokumentationszentrum Reichsparteitaggelände und dem Künstlerhaus Nürnberg. Drei Kurzfilme reflektierten beim Festival die Arbeit der Glasgower mixed-abled Tanzgruppe.

Bei edlen Whiskys, dem schottischen Nationalgericht Haggis und launigen Reden wurde mit Gästen aus Glasgow im Historischen Rathaussaal ein Jahr verspätet das 30. Jubiläum der Partnerclubs Nürnberg Highland Circle und Mor Whiseky Club Glasgow gefeiert. Der Highland Circle ist Deutschlands ältester Whisky Club.

Ausblick

Lord Provost Jacqueline McLaren wird erstmals zum Bardentreffens nach Nürnberg reisen und beim Ceilidh Tanz und Konzert der Glasgow Band „Talisk“ anwesend sein.

Eine erste Delegationsreise nach 2 Jahren Pandemie veranstaltete IB in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat und dem Zentrum Wasserstoff.Bayern im Mai.

Mit dem Erlös des Glasgow Weekend 2022 entsteht das filmische Konzert „Musik einmal anders – Music in a different way“ in Kooperation der beiden Städte mit dem Goethe-Institut in Glasgow, dem Nürnberger Gebärdenchor und dem Royal Scottish National Orchestra.

Auch der Bandaustausch mit dem Z-Bau und Radio Z sowie die zahlreichen Jugend- und Schulprojekte werden fortgeführt.

Gegenseitige Einladungen und gemeinsame Aktivitäten, beispielsweise der Freimaurerloge „Albrecht Dürer“ mit der Glasgow Pollock Lodge, der Boxabteilung des 1.ASC Nürnberg-Süd und eine Glasgower Boxtruppe sowie die Whiskey Clubs begleiten das Partnerschaftsjahr.

Das Tanzstück „Exploring Borders“, das Susanna Curtis für das Festival „Every-Body“ choreographiert hat, ist für 2022 als Gastspiel nach Glasgow eingeladen.

Hadera (Israel)

Partnerstadt seit 1986

Politische Situation

Seit 2013 ist Tzvika Gendelmann vom unabhängigen Bündnis Hadera BeTnufah OBM der Stadt Hadera. Momentan regiert jedoch als Interimsbürgermeister Nir Ben Haim. Hadera hat vor ca. 4 Jahren die 100.000 Einwohner Marke geknackt und wächst seitdem stetig weiter.

Aktivitäten

Im Januar 2020 begannen die Planungen für eine Neuauflage des seit 2017 stattfindenden

Schüleraustauschs zwischen der Nürnberger Musikschule und der Musikschule von

Hadera im Juni.

Zeitgleich sollte auch eine OBM Delegationsreise stattfinden und das Projekt unterstützen. Angedacht war danach auch ein Gegenbesuch von OBM Gendelman in Nürnberg. Unterstützt durch IB sollte der Autor Robert Krupar in Hadera und Tel Aviv jeweils eine Lesung halten. Keine der geplanten bzw. vorbereiteten Reisen konnte stattfinden. Erfolgreich umgesetzt werden konnte lediglich das Nachtreffen der Bürgerreise aus dem vorangegangenen Jahr.

Ein Jahr nach seiner Gründung veranstaltete der Partnerschaftsverein Verein zu Förderung der Städtepartnerschaft Hadera – Nürnberg „Nueha e.V.“ im Herbst 2020 erstmals das Sukkot/Laubhütten Fest. 2020 fand es als „Gründungsfeier“ auf dem Dach des Nürnberger Dokumentationszentrums statt. Leider durchkreuzte die Pandemie das Vorhaben, es war nicht möglich, die Veranstaltung öffentlich durchzuführen. Letztlich fand das Fest in einem kleinen Rahmen statt und wurde durch OBM König eröffnet. Die Resonanz seitens der überregionalen Presse, aber auch von vielen Nürnbergerinnen und Nürnbergern war dennoch überwältigend. Auch im September 2021 fand das Sukkot Fest wieder statt. Diesmal konnte der Verein, zwei Jahre nach seiner Gründung, endlich die Öffentlichkeit einladen. Eine von Schülerinnen und Schülern geschmückte Sukkah lud auf dem Hans–Sachs-Platz, in unmittelbarer Nähe des Standortes der von den Nazis zerstörten großen Synagoge, zum Besuch und zu Informationen ein. Es gab Videobotschaften der Israelischen Generalkonsulin Carmela Shamir und dem OBM von Hadera, Tzvika Gendelman. Dazu ein Programm mit Vorträgen, einem „Israelischem Abend“ mit Catering der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und ein Abschlussfest.

Mai 2021 wurde die Israelische Flagge anlässlich des Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Länder 1965 und als Zeichen der Solidarität mit Israel wegen anhaltender Angriffe aus Gaza auf dem Rathaus gehisst.

Seit dem Jahr 2005 führt der PHILIPPUS-DIENST e.V. das Jugendprogramm Yad B'Yad ("Hand in Hand") durch. 2021 besuchten 30 Jugendliche aus Israel in diesem Rahmen Nürnberg und wurden im Rathaus empfangen.

Ende Oktober, Anfang November stand der Besuch von 50 Musikerinnen und Musiker aus Israel in Nürnberg an. Die Planungen sahen einen Schwerpunkt auf den Umgang Nürnbergs mit seiner Vergangenheit vor. Leider konnte der Musikeraufenthalt aufgrund neuerlicher

Einschränkungen nicht umgesetzt werden.

Ausblick

Im Mai 2022 besuchte eine mehrköpfige Delegation, an der Spitze Oberbürgermeister Marcus König, die Partnerstadt Hadera sowie Nablus (Palästina) und Tel Aviv. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Wiederaufnahmen der städtepartnerschaftlichen Beziehungen nach den einschneidenden Pandemiejahren. Inspirierend waren die Besuche des Technoda Museums in Hadera und in Tel Aviv des neuen ANU – Museum des jüdischen Volkes, das alle Facetten des Volkes, sein kreatives Schaffen und den kulturellen Reichtum in verschiedenen Epochen der Geschichte zeigt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, Jo-Achim Hamburger, legte OBM König in Yad VaShem einen Kranz nieder.

Der Austausch der Musikschulen sowie die Jugendarbeit sollen möglichst bald wiederaufgenommen werden.

Kavala (Griechenland)

Partnerstadt seit 1999

Politische und wirtschaftliche Situation:

Die an der Ägäis gelegene Hafen- und Hochschulstadt im Nordosten Griechenlands ist ein bedeutendes Geschäftszentrum und zweitgrößte Stadt der Region Ostmakedonien und Thrakien. Zahlreiche Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten im Gemeindegebiet von Kavala, darunter die zum UNESCO Welterbe zählenden Ruinen des antiken Philippi, wie auch Ausflugsmöglichkeiten zu benachbarten Inseln tragen dazu bei, dass die „Blaue Stadt“ sich auch in touristischer Hinsicht einer zunehmenden Beliebtheit erfreut. Seit dem Jahr 2019 ist Theodoros Mouriadis („PASOK“), Bürgermeister von Kavala, er hat nach einer Stichwahl seine Amtsvorgängerin Dimitra Tsanaka („Nea Dimokratia“) abgelöst.

Aktivitäten

Gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Corona-Pandemie kam der Chor der Musikschule Kavala zu einem Konzert nach Nürnberg.

Alle weiteren Planungen mit Kavala für das Jahr 2020 mussten abgesagt oder verschoben werden. Darunter eine Bürgerreise in die Partnerstadt. Besonders enttäuscht reagierte der Partnerschaftsverein „Philos“ auf die Absage des Marktes der Partnerstädte 2020 und 2021, da mit der Kavala-Bude auf diesem Markt die wichtigste Einnahmequelle des Vereins ausgefallen war.

Im Herbst 2020 und den ersten Monaten von 2021 gelang es immerhin, ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF) initiiertes und aus einem EU-Programm finanziertes Sportprojekt für junge Flüchtlinge und Einheimische in Kavala (und anderen griechischen Kommunen) auf den Weg zu bringen, in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und seinem Pendant in Griechenland sowie weiteren griechischen Organisationen.

Im Sommer 2021 sorgte ein „Griechisches Picknick“ im Renaissance-Garten des Nürnberger Tucherschlosses mit kulturellem Programm für mediterranes Lebensgefühl, und

im Oktober 2021 konnte die mehrmals verschobene und ausgebuchte Bürgerreise nach Nordgriechenland und Kavala durchgeführt werden.

Ausblick

Ein neuer Anlauf bezüglich Jugendaustausch zwischen Nürnberg und Kavala wurde gegen Ende 2021 vom Kreisjugendring Nürnberg-Stadt und dem Amt für Internationale Beziehungen (IB) unternommen. Wenn es gelingt, die teilweise unterschiedlichen Vorstellungen auf beiden Seiten anzugleichen, wäre ab 2023/2024 wieder ein Austausch junger Menschen machbar.

Bei einem Aufenthalt von Alt-Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly in Kavala im Juni 2022, der anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger von Kavala und in Begleitung von Christine Schüßler, Leiterin von IB, und Beate Kreisl sowie Doris Groß / IB stattfand, standen auch Gespräche und Besichtigungen hinsichtlich weiterer Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten auf dem Programm. So darf man sich in absehbarer Zeit auf eine erneute Zusammenarbeit der Hochschulen und Musikschulen in Nürnberg und Kavala sowie eine Fortsetzung des Know-how-Transfers zwischen beiden Städten, beispielsweise zu Themen wie Abfallwirtschaft und erneuerbare Energien, freuen.

Anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung zum Nürnberger Griechenverein im 19. Jahrhundert wird im Oktober 2022 der Bürgermeister von Kavala, Theodoros Mouriadis, mit einer Delegation in Nürnberg erwartet, und im November 2022 soll die schon 2020 geplante, zehnte Jahreskonferenz der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV X) in Athen stattfinden.

Krakau (Polen)

Partnerstadt seit 1979

Politische Situation

Seit bald zehn Jahren wird Polen von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit regiert (PIS), die in einer der beiden Parlamentskammern (Sejm) die absolute Mehrheit hat. Auch die Kulturpolitik leidet darunter, viele Institutionen werden von der Partei als zu elitär und zu wenig patriotisch angesehen und mit parteitreuen Personen besetzt.

Etwas anders ist es in den Großstädten, darunter auch in Krakau, wo freiheitliche Parteien die Mehrheit haben. Prof. Jacek Majchrowski (parteilos) regiert in Krakau seit 2002 und hat in dieser Zeit zahlreiche große Infrastrukturprojekte realisieren können. Bei den nächsten Kommunalwahlen 2023 wird er nicht mehr antreten.

Aktivitäten

Zahlreiche Projekte und Austauschmaßnahmen waren für 2020 geplant und die meisten davon haben auch stattgefunden. Komplett ausgefallen sind alle Jugendaustauschmaßnahmen, Begegnungsreisen und einige Konzerte.

Das Jahr begann mit zwei Frauenprojekten, der Ausstellung „Momentaufnahmen einer Utopie/In Polen ist die Opposition weiblich“ und einer Frauenkonferenz mit Vertreterinnen verschiedener Fraueninitiativen und Einrichtungen in Krakau.

Seit rund 20 Jahren finden jährlich die Deutschen Filmtage in Krakau und Polnische

Filmtage in Nürnberg statt, auch 2020 und 2021. Dabei werden Regisseur*innen und

Schauspieler*innen zu Publikumsgesprächen eingeladen. Da die Filme auf eine besondere Art die Realität abbilden, werden in den Publikumsgesprächen die aktuellen Probleme des jeweiligen Landes angesprochen, z. B. die Situation der LGBT-Communities oder die Rolle der Kirche in Polen, oder aber soziale Probleme in Deutschland.

Das Krakauer Haus hat zahlreiche Kunstprojekte mit Künstlerinnen und Künstlern aus Nürnberg und Krakau im öffentlichen Raum durchgeführt. Besonders erwähnenswert ist hier die Ausstellung im Rahmen des Artweekends „Es gibt nichts, wovor man sich fürchten muss“, die mit einem Konzert im Biergarten des Krakauer Hauses eröffnet wurde. Auch das jährliche Festival „Polenallergie“ wurde, wenn auch etwas abgespeckt und teilweise digital durchgeführt. Die Nürnberger Straßenbahnfreunde haben ihre Zusammenarbeit mit den Krakauer Verkehrsbetrieben fortgesetzt, die Renovierungsarbeiten am Triebwagen 144 wurden im Rahmen einer kleinen Delegationsreise nach Krakau detailliert besprochen und konnten so fortgesetzt werden.

Das Jahr 2021 stand ganz im Zeichen des 25. Jubiläums der Partnerschaftshäuser, die sich längst in die Kulturlandschaft der jeweiligen Stadt fest eingeschrieben haben. Für diesen Anlass haben die Kunsthochschulen in Nürnberg und Krakau ein Sound- und Videoprojekt vorbereitet, das sowohl in Nürnberg, als auch in Krakau stattgefunden hat.

Auch eine kleine Delegation von IB war zu diesem Projekt angereist. Die Stadt Krakau hatte eine Reihe von Onlineprojekten initiiert, u. a. wurden Nadja Bennewitz im Rahmen des Projekts „Superheldinnen aus den Partnerstädten“ und die Umweltstation am Wöhrder See im Rahmen des Projekts „Umweltprojekte in den Partnerstädten“ vorgestellt.

Zum Aufbau und zur Festigung der internationalen Jugendarbeit entstand ein mehrteiliger Fachkräfteaustausch mit jungen Erwachsenen zwischen Nürnberg, Braşov und Krakau. Zunächst mit einer digitalen Kick-off Veranstaltung in 2020 und einem Aufenthalt in Präsenz in Nürnberg 2021. Das Projekt wird 2022 fortgesetzt und über das europäische Förderprogramm Erasmus+, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und aus städtischen Eigenmitteln finanziert.

Mit der Modulgalerie „Kunst im Schließfach“ entstand in der Karstadt-Passage ein neuer Ausstellungsort, an dem Kunst aus den Partnerstädten präsentiert wird.

Im August 2021 kamen fünf Vertreter und Vertreterinnen von LGBT+Communities zu einer kleinen Konferenz nach Nürnberg. Neben Gesprächen mit Vertretern und Vertreterinnen des Vereins „Fliederlich“ und mit Stadträten und Stadträtinnen fand ein Austausch mit der Nürnberger Community statt. Gemeinsam nahmen sie am Dyke March und am CSD teil.

Im November 2021 wurde ein Animationsfilm von Mariusz Wilczynski, einem der wichtigsten zeitgenössischen Künstler der Filmanimation, präsentiert. Danach fand ein Gespräch und eine Malperformance statt. Im Rahmen einer langen Zusammenarbeit zwischen den Musikhochschulen Nürnberg und Krakau wurde wieder ein musikalisches Projekt durchgeführt, die Ergebnisse der Arbeit wurden in einem gemeinsamen Konzert präsentiert.

Ausblick

Der Fachkräfteaustausch mit jungen Erwachsenen wird fortgesetzt. Der zweite Teil des Austausches findet in Krakau, der dritte wieder in Nürnberg statt.

Darüber hinaus ist eine gemeinsame Teilnahme (mit Kollegen und Kolleginnen aus Krakau) an einer Deutsch-Polnischen Tagung geplant. Auch der Schüleraustausch soll wieder aktiviert werden. Die Kulturarbeit der beiden Partnerschaftshäuser wird 2022 mit dem Schwerpunkt Frauen als Kulturschaffende fortgesetzt. Im Krakauer Haus muss der Brandschutz erneuert werden, weshalb das Kulturzentrum im Haus selbst nur kleine Veranstaltungen durchführen kann.

Nachdem eine direkte Flugverbindung nach Krakau wieder eingerichtet wurde, wird im Juli auch wieder eine Bürgerreise nach Krakau stattfinden.

Nizza (Frankreich)

Partnerstadt seit 1954

Politische und/oder wirtschaftliche Situation

Am 29. Oktober 2020 erstach ein 21-jähriger in der Kirche Notre-Dame im Herzen der Stadt Tag drei Kirchgänger. Oberbürgermeister Marcus König drückte in Namen der Stadt in einem Schreiben das Mitgefühl und Solidarität Nürnbergs aus.

Anfang Oktober führten starke Regenfälle und schwere Unwetter im Hinterland von Nizza zu massiven Erdrutschen. Dabei kamen 18 Menschen ums Leben.

Nizza und die Region Alpes Maritimes wurden wiederholt zum Covid-19 Hochrisiko-Gebiet erklärt. Es kam zu strengen Lockdowns. Im Herbst 2021 hatte sich das Alltagsleben jedoch soweit normalisiert.

Grund zur Freude hatte Nizza im August 2021: Nizzas Altstadt wurde zum UNESCO- Weltkulturerbe ernannt. Damit wurden die jahrelangen Anstrengungen der Stadt gewürdigt, die pittoreske Altstadt mit bedeutenden Architekturdenkmälern zu erhalten.

Nizzas Oberbürgermeister Christian Estrosi (Les Républicains LR, früher UMP) war im Frühjahr in der Stichwahl 2020 zum vierten Mal in seinem Amt bestätigt worden. Der 65jährige ist gleichzeitig auch Präsident des Regionalverbands Métropole Nice Côte d’Azur.

Die Stadträtin Dr. Christiane Amiel-Dinges wurde ebenfalls wiedergewählt und zur stellvertretenden Bürgermeisterin, u.a. zuständig für Internationale Beziehungen ernannt.

Mit Erleichterung wurde die Wiederwahl der amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron Ende April 2022 aufgenommen. Nizza hat mit 55 Prozent eindeutig für Macron votiert, Gegenkandidatin und Europa-Gegnerin Le Pen erhielt 44 Prozent der Stimmen in der Stichwahl.

Aktivitäten

Zu Beginn des Jahres 2020 lernten acht Jugendliche im Rahmen eines Schülerpraktikums in Nürnberg verschiedene Unternehmen und Einrichtungen kennen.

Noch im Januar 2020 feierten rund 120 Schüler*innen gemeinsam mit IB in der Peter- Henlein Realschule den Deutsch-Französischen Tag. Der Jahrestag zur Unterzeichnung des Elysée-Vertrags im Scharrer-Gymnasium fiel 2021 komplett aus und wurde auf März 2022 verschoben.

Nach den massiven Erdrutschen, s. Situationsbeschreibung, beteiligte sich Nürnberg an Solidaritätsaktionen mit einem Benefizkonzert und einer Benefizlesung. Die dabei gesammelten Spenden wurden nach Nizza weitergegeben.

„Nizza macht glücklich“ lautete das Angebot bei den Stadtverführungen 2020.

Geplant und größtenteils organisiert waren ein Julie-Marie Konzert und eine Pascal Coletta Lesung. Diese mussten abgesagt werden. Als Alternative erhoffte man sich eine Verschiebung in den Sommer/Herbst, aber dies scheiterte ebenso wie eine Realisation im zweiten Pandemiejahr:

Im Mai 2021 präsentierte Vize-Bürgermeisterin Frau Dr. Christiane Dinges-Amiel OBM Marcus König in einem Teamsmeeting ein umfangreiches Programm zum 70-jährigen Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2024, an dem jetzt beide Seiten arbeiten. Eine Nürnberger Projektgruppe arbeitet seither an den Vorbereitungen der Jubiläumsprojekte.

Unter dem Motto „Nice au printemps“ fanden 2020/2021 drei Vorträge, eine Weinprobe, fünf Lesungen, zwei Städtequiz und ein Reisevortrag online bzw. hybrid statt.

Erfreulicherweise konnte das Jugendaustauschprojekt Tandem mit jeweils 20 Jugendlichen aus Nürnberg und Nizza im Sommer stattfinden, nachdem die Umsetzung 2020 scheiterte.

Ebenfalls im Sommer fand eine Fotoausstellung statt: Die Fotografen Pia Parolin, Pierre Bellettini, Remi Tournier und Hubert Ancion (v.l) aus Nizza zeigten ihre Arbeiten zum Thema „Gewohnheiten und Nachhaltigkeit“ im View des BBK, Veillodterstr. 8, Nürnberg.

Im Oktober 2021 fand die erste Bio-Bürgerreise in die Partnerstadt Nizza mit 30 Teilnehmern statt. Diese Reise war dreimal geplant, vorbereitet und verschoben worden. Nizzas Oberbürgermeister Christian Estrosi begrüßte die Bürgerreisegruppe im Stadtrat. Die Stadträte applaudierten den Besuchern aus Nürnberg.

Im Dezember flog die Nürnberger Musikerin Hildegard Pohl an die Côte d’Azur, um mit Yogo Pausch und Norbert Meyer-Venus als Hildegard Pohl Trio ein Weihnachtskonzert im Conservatoire à Rayonnement Régional de Nice (CRR) im Photographie-Museum "L'Artistique" zu geben.

Ausblick

In sehr reduzierter Fassung fand Anfang 2022 der Deutsch-Französische Tag mit den Kooperationspartnern statt. Am 14. Juli findet anlässlich des französischen Nationalfeiertags eine Veranstaltung im Zeitungscafe statt.

Für Herbst 2022 sind wieder eine Bio-Bürgerreise, zwei Ausstellungen mit Künstlern aus Nizza, das Tandem-Sprachprojekt und zwei Projekte im Bereich Nachhaltigkeit (Vortrag von Pia Parolin und Escape-Room) angedacht.

Zum Jahrestag der Vertragsunterzeichnung im Oktober wird eine Veranstaltung und zum Marathon im November in Nizza wird ggf. eine Reise organisiert.

Gemeinsam mit dem Freundeskreis Nürnberg – Nizza wird aktuell ein Veranstaltungspaket für das Jubiläumsjahr 2024 geschnürt. Das 70. Partnerschaftsjubiläum soll mit zahlreichen Aktivitäten begangen werden. Dazu werden zusätzliche Finanzmittel erforderlich sein.

Prag (Tschechische Republik)

Partnerstadt seit 1990

Politische und wirtschaftliche Situation:

Regierender Oberbürgermeister/Primator Zdeněk Hřib (Piraten) seit 2018.

Im Februar/März 2022 kamen tausende ukrainische Flüchtlinge nach Prag. Sie erfahren eine große Unterstützung und Solidarität in der Bevölkerung. Der Zustrom ist mittlerweile stark abgeebbt.

Aktivitäten

Im Januar 2020 sollte ein Jubiläumskonzert der Prager Symphoniker mit Jonas Kaufmann in der Meistersingerhalle in Anwesenheit beider OBMs, anlässlich der 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft stattfinden. Die Veranstaltung musste kurzfristig abgesagt werden, ebenso der Delegationsbesuch.

Für den Frühling 2020 war ein ausgedehnter Band- und Kulturaustausch mit Infoständen bei den Kirchweihfesten in Gostenhof und Zerzableshof vorbereitet. Die Veranstaltungen wurden abgesagt.

Alljährlicher Austausch der Modeschule B5 im Februar mit der Prager Mode- und Designschule. 7 Schüler*innen waren für 2 Wochen in Nürnberg zu Gast, besuchten den Unterricht, nahmen an Workshops teil und machten Exkursionen. Der Gegenbesuch der Modeschau der Partnerschule in Prag Anfang Februar konnte ebenfalls noch stattfinden. 2021 sollte der alljährliche Austausch wieder stattfinden und musste abgesagt werden.

Februar 2020 Buchvorstellung „Nürnbergs Glanz“ mit Vortrag und Diskussion mit Jiří Fajt, Generaldirektor der Nationalgalerie Prag in St. Jakob.

Das seit 2013 jährlich stattfindende Praktikum von jeweils zwei Schüler*innen der Prager Tierpflegeschule im Nürnberger Tiergarten musste 2020 ausfallen. 2021 fand es, wie gewohnt und ohne Einschränkungen statt.

September 2020 Auftritt der Nürnberger Band „FergeXFisherman“ auf dem renommierten „United Islands of Prague“ Festival. Das Festival findet alljährlich auf den Moldauinseln statt und gibt jungen, internationalen Bands ein Forum.

Im Juli 2021 konnte die virtuelle und interaktive Installation „VRwandlung“, basierend auf Franz Kafkas berühmte Erzählung „Die Verwandlung“, produziert von Mika Johnson im Auftrag des Goethe Instituts Prag, in Kooperation mit BCN in der Stadtbibliothek Nürnberg gezeigt werden.

„Grenzenlos ein mittelfränkisch - tschechischer Literaturaustausch" wurde 2021 erstmals ausgeschrieben. Einen Monat hielt sich die, mit dem Jiří Orten Preis ausgezeichnete, Lyrikerin Alžběta Stančáková in Nürnberg auf. Das Begleitprogramm mit Austausch und Begegnungen musste auf Grund der Coronamaßnahmen stark reduziert werden.

Das Literaturstipendium ist eine Kooperation zwischen dem Amt für Internationale Beziehungen, der Stadtbibliothek Nürnberg, dem Bayerischen Schriftsteller*innenverband Mittelfranken, der Akademie Faber-Castell und dem Prager Literaturhaus.

Mit Prag assoziiert besuchte im September 2020 eine Delegation aus Pilsen (Kulturhauptstadt 2015). Im Mittelpunkt standen Treffen mit dem Nürnberger Bewerbungsbüro und Leitung Hans Joachim Wagner.

Im September 2020 nahmen drei Nürnberger Bands (Goho Hobos, The Black Elephant Band, Die Hoteltiere) am Festival „Na Ulici“ in Pilsen, im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung Nürnbergs teil.

Ausblick

Im April 2022 folgte dann erst der einmonatige Aufenthalt der Nürnberger Autorin Kristina Pfister als Stipendiatin des mittelfränkisch-tschechischen Literaturaustausches in Prag. Das Stipendium ist für 2022, diesmal im Oktober, wieder ausgeschrieben.

2022 hat der Austausch der Modeschule B5 mit der Prager Modeschule bereits im Mai stattgefunden.

Geplant ist das Praktikum im Tiergarten im September/Oktober 2022

San Carlos (Nicaragua)

Partnerstadt seit 1985.

Politische und wirtschaftliche Situation

Nach wie vor befindet sich Nicaragua in einer schweren Krise, Menschenrechtsgruppen berichten von Verschleppungen und gewaltsamer Unterdrückung der Bevölkerung. Die Repression hat zugenommen und seit Mai 2021 wurden mehrere Vertreter von Opposition, Medien, und Zivilgesellschaft festgenommen. Viele andere haben sich ins Exil oder in den Untergrund gerettet. Regierung, Verwaltung, Justiz, die Wahlbehörden und fast alle Medien werden in Nicaragua von Präsident Daniel Ortega und der Präsidentenfamilie kontrolliert. Die Wahl am 07.11.2021, in der Ortega wiedergewählt wurde, hat nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft nicht die Mindestvoraussetzungen einer freien und fairen Wahl erfüllt. Inzwischen wurden rund 600 NGOs verboten.

Die anstehende Kommunalwahl in San Carlos ist für November 2022 geplant, ein konkretes Datum steht aber noch nicht fest. Die Stadt befindet sich in einer schwierigen ökonomischen und politischen Situation.

Die Konsequenzen des Klimawandels in Nicaragua sind schon heute deutlich zu spüren. Germanwatch untersuchte im Global Climate Risk Index 2019, inwieweit die Länder der Welt im Zeitraum zwischen 1998 und 2017 von Extremwetterereignissen betroffen waren. Nicaragua belegte in diesem Ranking Platz sechs.

Aktivitäten

Der Hauptschwerpunkt der Arbeit in den Jahren 2020 und 2021 lag auf den „Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, Waldschutz und Wiederaufforstung in der Region Rio San Juan mit Schwerpunkt verbesserte Kochstelle“ In Zusammenarbeit mit ASODELCO, einer lokalen NGO, unterstützt IB den Bau von energieeffizienteren Kochstellen in San Carlos und Umgebung. Ziel des Projektes ist es einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: Die CO2 Emissionen zu reduzieren, die Vulnerabilität der Bevölkerung gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu senken und den Lebensstandard der Menschen auch künftig zu erhalten bzw. zu steigern. Innerhalb des Projektes wurden in den beiden

Jahren 127 neue energieeffiziente Kochstellen gebaut. Zum Projekt gehören auch Fortbildungsworkshops für die lokale Bevölkerung über die Nutzung und Wartung von den Kochstellen und über der Anpassung an und den Umgang mit dem Klimawandel. Insgesamt wurden bereits über 200 Energiesparherde in Betrieb genommen.

Das Kulturzentrum „La Tertulia“ bietet kulturelle und kreative Kurse u.a. für Kinder und Jugendliche an, organisiert Veranstaltungen und bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern von San Carlos Begegnungsmöglichkeiten. Das Zentrum wurde durch einen Zuschuss unterstützt.

Außerdem wurden Sportangebote finanziell unterstützt: Ein Jugendfußballturnier in San Carlos (4 Kategorien für 12 – 16 Jahre alt Jungs und Mädchen) und zwei Schwimmkurse pro Jahr für Kinder.

Die Schul- und Betreuungseinrichtungen „Ruben Dario, Cristo Rey, Caño Luis und Antonio Herrera“ und der Kindergarten „Mi Angelito“ konnten mit unserer Unterstützung Handwaschanlagen zur Prävention vor Covid-19 installieren. Im Kindergarten „Rafael Herrera“ wurden kaputte Fenster repariert und die Wände gestrichen.

Das Betreuungszentrum für Opfer innerfamiliärer und sexueller Gewalt in San Carlos (ARETE) erhielt ebenfalls Zuschüsse.

Wie jedes Jahr organisierte das Amt für Internationale Beziehungen, zusammen mit der Evangelischen Lutherischen Kirche Bayern, den Zentralamerikatag. 2020 zum Thema „Klimawandel und Klimasolidarität in Zentralamerika“ und 2021 zum Thema „Zentralamerika

Ein Jugendaustausch wurde in 2020 vorbereitet, konnte aber wegen der Pandemie nicht stattfinden. Auch 2021 fand kein Jugendaustausch statt.

2021 wurde Auf AEG der Film „Cuentos del Rio“ gezeigt, in dem über 500 Jahre Kolonisierung in der Region Rio San Juan reflektiert werden. Im Anschluss fand ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin Julie Schroell über die aktuelle Situation in Nicaragua statt.

Ausblick

2022 fördert IB weiter das Projekt „Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, Waldschutz und Wiederaufforstung in der Region Rio San Juan mit Schwerpunkt Verbesserte Kochstelle“ mit dem Aufbau von weiteren 65 Kochstellen.

Ein digitaler Jugendaustauch zwischen beiden Städte ist im Herbst 2022 geplant.

Shenzhen (China)

Regionalpartnerschaft seit 1997

Politische und/oder wirtschaftliche Situation

Mit einem Handelsvolumen von gut 212 Milliarden Euro war China auch 2020 der wichtigste Warenhandelspartner Deutschlands.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Grenzen Chinas geschlossen und bleiben es auch weiterhin. Mit Sondergenehmigungen und 14-tägiger strenger Quarantäne ist die Einreise nur für Einzelpersonen im Ausnahmefall möglich. Die Corona-Fallzahlen hatten sich

Anfang 2022 landesweit in China auf niedrigem Niveau stabilisiert. Wegen der Null-Covid-Strategie der Staatsregierung kam es im März 2022 in Shenzhen und im April 2022 in Shanghai erneut zu großflächigen Lockdowns. Die weitere Entwicklung ist nicht absehbar.

Im Mai 2021 wurde Qing Weizhong zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Shenzhen gewählt. Oberbürgermeister König entsandte ein Glückwunschschreiben.

Die Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Nürnberg an Sayragul Sauytbay, die auf die Zustände in chinesischen Straf- und Umerziehungslagern für ethnische Minderheiten aufmerksam macht, hat dazu geführt, dass für das Jahr 2022 von chinesischer Seite keine gemeinsamen Aktivitäten geplant wurden.

Aktivitäten

Wie stellen sich die Menschen in Shenzhen und der Region Nürnberg die Zukunft vor? Unter diesem Motto starteten 2020 das Konfuzius Institut Nürnberg-Erlangen, die Stadt Erlangen und die Regionalpartnerschaft einen Fotowettbewerb. Über einen Instagram Account „mehrals1000worte_com“ konnten Menschen auf beiden Seiten der Partnerschaft ihre Fotografien zum Thema einstellen. Die besten Arbeiten wurden prämiert und in Nürnberg, Fürth und Erlangen auf Litfaßsäulen gehängt. Die Arbeiten wurden auch in der Shenzhen Library gezeigt.

Das traditionelle Deutsch-Chinesische Neujahrskonzert konnte 2020 noch in Präsenz stattfinden, im Jahr 2021 jedoch nur online. 2022 war das Konzert mit hiesigen Künstlern wieder in Präsenz möglich.

Die Nürnberger Künstlerin Heike Hahn veröffentlichte ihre Reiseeindrücke verschiedener Aufenthalte in Shenzhen in dem Buch „Mama, Du bist die Schärfste“. Heike Hahn organisierte mehrere Lesungen online und in Präsenz in der Region.

Geplant und teils organisiert waren ein chinesischer Gourmetabend, Künstleraustausch mit Roger Libesch und Lena Dobner und eine internationale Frauenkonferenz. Diese mussten 2020 abgesagt werden. Als Alternative hoffte man auf eine Verschiebung, aber dies scheiterte ebenso wie eine Realisation im zweiten Pandemiejahr.

Der Verein zur Unterstützung des Partnerschaft Region Nürnberg – Shenzhen organisierte 2021 einen Kindermalwettbewerb. Eine Ausstellung der Bilder fand im Foyer des Heilig- Geist-Hauses in Nürnberg statt. Die Vernissage fand jedoch online ohne Publikum statt.

Das Chinesische Mondfest fand im Oktober 2021 im Großen Heilig-Geist-Saal statt.

Ergänzend wurden digitale Vorträge und Meetings anberaumt. Die Einbeziehung chinesischer Teilnehmer als schwierig, da die Internet-Plattformen oftmals nicht kompatibel sind.

Ausblick In einem Treffen der Regionalpartner wurde das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2022 auf 2023 verschoben. Im Herbst startet eine Ausstellung „Im Zeichen des Monds“, zu der auch Künstler aus Shenzhen über Internet sich beteiligen können.

2023 ist dann eventuell wieder ein realer Künstleraustausch mit dem Fine Arts Institute Shenzhen möglich. Der Chinesische Gourmet-Abend im Grand Hotel (ursprünglich 2020 geplant) wurde auf 2023 verschoben.

Skopje (Nordmazedonien)

Partnerstadt seit 1982

Politische und/oder wirtschaftliche Situation

Skopje und ganz Nordmazedonien leidet noch immer unter der schlechten wirtschaftlichen Situation. Auch der EU-Beitrittsprozess kommt nach wie vor nicht von der Stelle. Nachdem durch den Wechsel des Staatsnamens die Probleme mit Griechenland beigelegt waren, blockiert nun Bulgarien die Eröffnung der Beitrittsgespräche.

Corona traf Skopje sehr hart. Das Gesundheitssystem war zur Beginn der Pandemie vollkommen überlastet und die Sterblichkeitsrate war weltweit unter den vordersten Plätzen, es gab mehrere Lockdowns.

Im Rathaus von Skopje gab es einen Wechsel: In einer Stichwahl löste die der konservativen VMRO-Partei nahestehende Danela Arsovska am 31.10.2021 den amtierenden sozialdemokratischen Oberbürgermeister Petre Shilegov ab.

Aktivitäten

Im Februar 2020 startete das große Umweltschutzprojekt „Schornsteinfeger für saubere

Öfen und saubere Luft in Skopje“ im Rahmen des Programms „Nachhaltige

Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“, gefördert von der SKEW.

Eine Expertengruppe aus Nürnberg reiste zur Kick-Off-Veranstaltung nach Skopje. Durch die einsetzende Corona-Pandemie lag das Projekt dann aber für mehrere Monate auf Eis. Im Herbst erfolgten Umplanungen, damit es trotz Corona-bedingter Einschränkungen weiter umgesetzt werden konnte.

Es folgten bis Ende 2021

 eine erste Schulung von Multiplikatoren aus Stadtverwaltung, Berufsschule und Schornsteinfegern im Schulungszentrum der Schornsteinfegerinnung Bayern in Mühlbach in der Oberpfalz  die Erarbeitung eines Gesetzesentwurfs für die Etablierung einer verbindlichen regelmäßigen Schornsteinreinigung durch einen Rechtsanwalt in Skopje in Zusammenarbeit mit der Justiziarin der Schornsteinfegerinnung Bayern  der Ankauf und die Lieferung von sieben Sets an Schornsteinfeger-Ausrüstung für die Berufsschule in Skopje und neu geschulte Schornsteinfeger

In Skopje startete eine Informations- und Aufklärungskampagne „Richtiges Heizen im Haus“.

Zur Bewerbung des Projekts wurden zwei Podcasts von der Medienwerkstatt Franken in deutscher und mazedonischer Fassung erstellt, um auf das steigende Interesse u.a. von den Regionalverbänden NALAS und ZELS zur Ausweitung des Projekts auf ganz Nordmazedonien bzw. weitere Balkanstaaten zu reagieren.

Abgesagt bzw. verschoben werden mussten ein Fachaustausch des Roten Kreuz Nürnberg und Skopje zum Thema Hausnotruf, Austausch der Tiergärten in Nürnberg und Skopje sowie der Besuch einer Mädchenbasketballmannschaft aus Skopje in Nürnberg. Sie tauschten sich mit den Spielerinnen der Nürnberger Mannschaft in Folge virtuell und mit Videos aus.

Ebenfalls abgesagt wurde ein Besuch von Kindern des Waisenhauses „11. Oktober“ bei Jugendlichen des Kinder- und Jugendhilfezentrums in der Reutersbrunnenstraße. Der seit Jahren bestehende Jugendaustausch verschob sich ein zweites Mal von 2021 auf 2022.

Auch der Skopje-Stand beim Markt der Partnerstädte entfiel, da der Christkindlesmarkt nicht stattfinden konnte. 2021 erfolgte dies so kurzfristig, dass die Händlerin aus Skopje bereits angereist war.

Der Umweltexperte Gerold Schnabl trat, durch Corona verspätet im Juni 2020, seine Tätigkeit als integrierte Fachkraft in der Stadtverwaltung Skopje an. Er berät und kooperiert mit der Verwaltung und Bürgerschaft vor Ort und unterstützt die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit mit Nürnberg und mit Dresden, der zweiten deutschen Partnerstadt Skopjes.

Anfang 2021 konnte das Corona-Solidarpaket „Sicherer Schulstart trotz Corona“ umgesetzt werden. Hygiene- und Schutzartikel für die 23 städtischen Highschools in Skopje wurden verteilt, um einen sicheren Schulstart zu gewährleisten. Eine Hygienefachkraft des Roten Kreuz Nürnberg reiste zu Schulungs- und Beratungszwecken nach Skopje.

Ein Austausch mit dem mazedonischen Konsul für wirtschaftliche Angelegenheiten zu verstärkter wirtschaftlicher Kooperation fand online statt.

Ausblick

2022 sind Nürnberg und Skopje bereits 40 Jahre offiziell Partnerstädte. Die Ausstellung einer Fotografin aus Skopje konnte im Rahmen dieses Jubiläums in Nürnberg realisiert werden.

Im Juli befindet sich eine Fachdelegation aus Skopje in Nürnberg.

Das Nakopa-Projekt geht 2022 in das dritte und letzte Jahr. Es sollen noch weitere Schornsteinfegerschulungen in Mühlbach und Skopje sowie eine Imagekampagne für den Schornsteinfegerberuf in Skopje durchgeführt werden.

Auch ist die neue Oberbürgermeisterin von Skopje eingeladen, zum Abschluss des Projekts im November nach Nürnberg zu kommen. Ende des Jahres endet der Einsatz der integrierten Fachkraft, nachdem dieser noch um ein halbes Jahr verlängert werden konnte. Es laufen jedoch bereits Gespräche mit der SKEW und der GIZ über die Einstellung einer weiteren integrierten und/oder lokalen Fachkraft in Skopje ab 2023.

Venedig (Italien)

Partnerstadt seit 1954

Politische/wirtschaftliche Situation

Coronabedingt erlebte Venedig zwei Phänomene, die die Stadt nachhaltig verändern könnte. Das Wasser in den Kanälen war so klar wie seit langer Zeit nicht mehr und auch die Luftqualität verbesserte sich deutlich. Der Tourismus brach vehement ein; von 13 Millionen Übernachtungen (2019) auf rund 25000 Touristen im März 2021. Gegen große Kreuzfahrtschiffe wurde ein Einfahrverbot ausgesprochen. Der Overtourism soll zugunsten der Lebens- und Wohnqualität der Venezianer*innen reduziert werden. Gleichzeitig verliert Venedig die wesentliche Einkommensgrundlage für ihre Bürgerinnen und Bürger.

Aktivitäten

Leider unternimmt die Stadtverwaltung Venedig seit Jahren wenige (bis keine) Aktivitäten zur Förderung der Städtepartnerschaft. Der „Nürnberger Photoklub“ und der „Photoklub La Tangenziale“ aus Mestre-Venedig arbeiten aber kontinuierlich bereits seit 34 Jahre zusammen. So wurde 2021 gemeinsam die deutsch-italienische Photoausstellung „La Notte e L' Ora Blue“ („Nacht und Blaue Stunde“) präsentierte zunächst im Heilig-Geist-Haus in September 2021 und anschließend im Januar 2022 in Noale, nahe Venedig.

Ausblick

Im April 2022 hat eine Veranstaltung des Flughafens Nürnberg mit IB zur Vorstellung der neuen Flugverbindungen in Venedig stattgefunden. Darüber hinaus bemüht sich IB insbesondere mit Blick auf das 70-jährige Jubiläum (gemeinsam mit Nizza) im Jahr 2024 Venedig wieder stärker einzubinden.

Kommunale Freundschaften

Bar (Montenegro)

Befreundet seit 2006

Politische und wirtschaftliche Situation

Die Corona-Politik in Montenegro war während der Pandemie vergleichsweise weniger streng als in anderen Ländern Europas, wodurch die Wirtschaft nicht ganz so stark belastet wurde wie hierzulande. Gleichzeitig gilt das Land als eines der am schnellsten wachsenden touristischen Reiseziele Europas. Die weltweiten Restriktionen ließen den Tourismus als eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes und der Region jedoch zwischenzeitlich fast komplett zum Erliegen kommen.

Aktivitäten

Der Großteil der Aktivitäten findet in der Fränkisch-Montenegrinischen Gesellschaft e.V. („FRAMOG“) statt. Neben den Vereinssitzungen ist die wichtigste Veranstaltung im Jahr der montenegrinische Nationalfeiertag am 13. Juli, zu der die FRAMOG im Rathausinnenhof jährlich ein großes Fest veranstaltet. Leider konnten die Feierlichkeiten durch die Corona- Situation in den Jahren 2020 und 2021 nicht stattfinden.

Weitere Aktivitäten sind in den meisten Fällen projektbezogen. In den letzten beiden Jahren konnten pandemiebedingt leider keine neuen nennenswerten Projekte begonnen werden, da viele Veranstaltungen und somit die wichtigsten Einnahmequellen bei Spendenaktionen abgesagt wurden.

Ausblick

Im Spätsommer/Herbst 2022 finden die Kommunalwahlen in Bar statt.

Der amtierende Bürgermeister, Dušan Raicevic, hat gute Chancen auf eine Wiederwahl. Er hat bei Gesprächen angedeutet, dass er Nürnberg zum diesjährigen montenegrinischen Feiertag besuchen will um Herrn OBM König kennenlernen und die Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg zu intensivieren.

Im ersten Halbjahr 2022 wurde in einem neu eröffneten Tageszentrum für ältere Menschen der Caritas Montenegro mit Hilfe von FRAMOG-Spenden in Höhe von 5.000 € und eines Zuschusses von IB ein Außenbereich gestaltet. Hier soll eine Wohlfühloase und Begegnungsstätte entstehen.

Braşov (Rumänien)

Befreundet seit 2006

Politische und wirtschaftliche Situation

Im September 2020 gewann der Kandidat Allen Coliban der Wahlallianz USR-PLUS in Kronstadt/Brașov die Bürgermeisterwahlen. Er setzte sich gegen George Scripcaru (PNL) durch. Rumänien erlebte im Herbst 2021 eine schwere vierte Corona-Welle, die das völlig überlastete Gesundheitswesen schwer bewältigen konnte, begleitet von einem politischen

Chaos ohne regierungsfähige Parlamentsmehrheit und Koalition. Auch in Braşov ringt

Bürgermeister Allen Coliban um Mehrheiten im Stadtrat, um notwendige Reformen auf den

Weg zu bringen.

Trotz der wirtschaftlichen Attraktivität weist Rumänien einen Infrastrukturmangel auf, da der Straßen- und Schienennetzausbau vernachlässigt wurde. In vielen Städten haben die Verkehrsmittel ihre Nutzungsdauer längst überschritten und deuten auf einen hohen Verschleißgrad. Das Interesse an Know-How und Investitionen in den Bereichen nachhaltige Mobilität und Logistik ist entsprechend hoch.

Aktivitäten

Ein persönliches Treffen zwischen den Stadtregierungen war 2020 und 2021 leider nicht möglich. Präsent waren die Stadtväter dafür digital: Zum Europatag übermittelte OBM König eine Videobotschaft an Braşov, die auf dem Hauptplatz der Stadt ausgestrahlt wurde. OBM Coliban entsandte digitale Grüße zum Adventssingen.

Angepasst an die Situation konnten drei Kunstausstellungen präsentiert werden. Unter dem Titel „Bewundernswertes Gift“ zeigte die Nürnberger Künstlerin Petra Krischke ausgewählte Arbeiten in Schaufenstern, die sie eigens für die erste Biennale in Braşov geschaffen hatte. Die Ausstellung „Nürnberg Inspirierend“ im Heilig-Geist-Haus widmete sich 2020 dem rumänischen Grafiker und Karikaturist Florian Doru Crihana, der Nürnberg in einer ganzen Werkserie von surrealen und poetischen Zeichnungen darstellte. Und die berühmte Künstlerfamilie Waldemar, Mariana und Agnes Mattis-Teutsch aus Braşov, stellte ihre Werke der digitalen Kunst, Fotografie und Malerei mit dem Titel „Die unendliche

Geschichte“ 2021 im Heilig-Geist-Haus aus. Künstlerisch führen sie den Weg ihres

berühmten Vorfahren Hans Mattis-Teutsch fort.

Zum Aufbau und zur Festigung der internationalen Jugendarbeit entstand ein mehrteiliger Fachkräfteaustausch mit jungen Erwachsenen zwischen Nürnberg, Braşov und Krakau. Zunächst mit einer digitalen Kick-off Veranstaltung in 2020 und einem Aufenthalt in Präsenz in Nürnberg 2021. Das Projekt wird 2022 fortgesetzt und über das europäische Förderprogramm Erasmus+, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und aus städtischen Eigenmitteln finanziert. Im November fand die zweite internationale Kunstbiennale in Braşov statt. Die Kuratorinnen in Braşov und Nürnberg wählten zwölf prominente Kunstschaffende aus Rumänien, den USA und Deutschland für Einzelausstellungen aus, wobei ein Künstler und eine Künstlerin die Metropolregion Nürnberg vertraten.

Ausblick

Stadtrat Werner Henning reist in Vertretung von Herrn OBM zum Kongress „Smart Airport Cities“ nach Braşov. Auch, um über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Der Gegenbesuch einer Delegation aus Braşov findet zum deutsch-rumänischen Sommerfest im Juli statt. Gesprächsschwerpunkte werden nachhaltige Umwelt- und Infrastrukturprojekte sowie die kulturellen Beziehungen sein.

Der Fachkräfteaustausch mit jungen Erwachsenen wird fortgesetzt. Der zweite Teil des Austausches findet in Krakau, der dritte wieder in Nürnberg statt.

Die Schulpartnerschaft zwischen dem Johannes Honterus-Lyceum (Gymnasium) und dem Nürnberger Willstätter Gymnasium soll mit einem Austausch der 9. Klassen starten.

Mit der Handwerkskammer arbeitet IB an einer Kooperation zwischen den Beruflichen Schulen, um das duale Ausbildungssystem in Braşov für die Anwerbung von jungen rumänischen Fachkräften in den Bereichen Metzgereiwesen und Metallberufe zu nutzen.

Da Nürnberg und Braşov beide im Rahmen der europäischen „Smart Cities“ Initiative an innovativen Konzepten zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung arbeiten und nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstum sicherstellen wollen, ist eine Vernetzung der beteiligten Dienststellen in Nürnberg und Braşov in den Bereichen Verwaltung, Mobilität und Dienstleistungen mit „Best-Practice“ Projekten sehr wünschenswert.

Gera (Deutschland)

Befreundet seit 1990

Politische und/oder wirtschaftliche Situation

Als parteiloser Oberbürgermeister leitet Julian Vonarb aus Freiburg im Breisgau die Stadt Gera in Thüringen. Seit der Kommunalwahl 2019 ist die AfD-Fraktion die stärkste Kraft und belegt 12 von 42 Sitzen. Die AfD stellt auch den Vorsitzenden des Stadtrats. Zweitstärkste Kraft ist die Fraktion der Linken. Insgesamt besteht der Stadtrat aus 11 Parteien und Wählervereinigungen.

Wie Nürnberg hat sich auch Gera als Kulturhauptstadt 2025 beworben. Gera wurde schon in der ersten Runde rausgewählt.

Aktivitäten

Der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Nürnberg Mittelfranken e.V. BBK organisierte im Juli 2020 eine Ausstellung mit Geraer und Krakauer Künstlern in der Galerie View in der Veillodter Straße. Aus Gera kamen Sven Schmid, Peter Oehler und Winfried Wunderlich.

Mitte August konnten dann Künstler aus Nürnberg in der Kunstzone M1 in Gera zum Thema „Gedankennahrung“ ausstellen.

Anlässlich des 130. Geburtstags des Malers Otto Dix, der in Gera geboren ist, wurden 12 Künstler aus Nürnberg und Umgebung 2021 eingeladen, Otto Dix mit künstlerischen Arbeiten in der Galerie M1 zu würdigen. Damit soll die Strahlkraft des Künstlers Otto Dix bis in heutige Zeit deutlich werden. Die Künstler waren u.a. Frank Albert, Ilse Feiner, Anita Franz, Frank Hegewald, Manon Heupel, Yuri Jarki, Clemens Lang, Stefan Pfeiffer, Gerlinde

Pistner, Ute Plank, Alexander Schraepler und Bernd Telle. Alle Künstler sind im BBK Berufsverband Bildender KünstlerInnen in Nürnberg Mittelfranken organisiert.

Die Nürnberger Künstlerin Heike Hahn nahm an der Höhler Biennale in Gera ab Juli 2021 mit ihrem Werk „Karussell“ teil. Die Geraer Höhler sind künstlich angelegte Hohlräume (Tiefenkeller) unter den eigentlichen Wirtschaftskellern der Häuser in der Altstadt, die früher zur Lagerung von Bier genutzt wurden – ähnlich wie die Felsengänge in Nürnberg.

Die ehemaligen Hermann-Kesten-Stipendiaten Ulla Spörl (Autorin) und Frank Rüdiger (Fotograf) kamen zu einer Lesung und einer Ausstellung im Herbst nach Nürnberg. Im Frühjahr gaben beide Online-Vorträge.

Im Oktober besuchte statt der Bürgerreise eine Delegation unter der Leitung von Christine Schüßler Gera zu Fachgesprächen, u.a. mit Oberbürgermeister Julian Vonarb und den Klimaschutzbeauftragten.

Die Bürgerreise nach Gera zum Thema Bauhaus konnte nicht stattfinden.

Ausblick Heike Hahn und Frank Rüdiger planen 2022 ein Online-Fotoprojekt zum Thema „Bauhaus“. Eine Klimaschutz-Kooperation ist angedacht.

Region Kalmunai (Sri Lanka)

Patenschaft seit 2014

Politische und wirtschaftliche Situation Sri Lanka erlebte im Mai 2021 mit der 3. Welle einen dramatischen Anstieg der Corona Infektionen und der an Covid-19 verstorbenen Menschen. Lediglich 1,6 % der Bevölkerung waren voll geimpft.

Im zweiten Jahr der Pandemie steht Sri Lanka vor dem Staatsbankrott. Jahrelanges Missmanagement und Korruption führt zu einem Haushaltsdefizit von mehr als 10 % der Wirtschaftsleistung, die Staatsverschuldung und Inflation nimmt dramatisch zu.

Auch der Tourismus, der rd. 15 % der Wirtschaftsleistung ausmacht, brach fast vollständig ein. Wie in ganz Sri Lanka, leiden die Menschen in den Distrikten um Kalmunai und Eravur unter den Einschränkungen und Engpässen bei lebenswichtigen Gütern. Es gibt kein Gas zum Kochen, keinen Strom, kein Benzin oder Diesel. Krankenhäuser sagen Operationen aufgrund fehlender Medikamente ab. Die Menschen gehen trotz Ausgangssperre auf die Straße und protestieren gegen die Regierung von Präsident Mahinda Rajapaksa.

Das Auswärtige Amt rät (Stand Mai 2022) von nicht notwendigen Reisen ab.

Aktivitäten

2020 startete der Bau des Förderzentrums in der Siedlung „Klein-Nürnberg“ in Eravur. Es entsteht als Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Eravur (die das Grundstück stellt), der Dawood Stiftung (die Lehrer und Hilfskräfte rekrutiert und bezahlt) und der SriLankahilfe Nürnberg (die den Bau sowie dessen Möblierung und technische Ausstellung finanziert). Das Zentrum soll rund 300 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe sowie Schulabgänger fördern und auf die berufliche bzw. universitäre Zukunft vorbereiten. Coronabedingt kam der Bau zunächst zum Erliegen.

Ohne die Haupteinnahmequelle, Erlöse aus der Sri Lanka Bude im Markt der Partnerstädte,

gestaltete sich weitere Unterstützung schwierig. Auch der eingerichtete Online-Shop des Vereins konnte die Verluste nicht ausgleichen. Einzig bestehende Notreserven des Vereins und ein Zuschuss aus dem Etat des Amts für Internationale Beziehungen in Höhe von 2.000 Euro leisteten im Jahr 2021 die nötige finanzielle Basisversorgung zur Fortsetzung der Bauarbeiten.

Unter schwierigen Bedingungen gelang es im Jahr 2021 den Bau fertigzustellen und die Innenausstattung zu installieren.

Ausblick

Am 5. März 2022 wurde das Förderzentrum in kleinem Kreis offiziell eingeweiht. Die Verantwortlichen vor Ort sind dankbar und froh dies geschafft zu haben – blicken aber sorgenvoll in die Zukunft des Landes.

Klausen und Montan (Italien)

Befreundet seit 1970/2012

Politische und wirtschaftliche Situation

Die „Autonome Provinz Bozen–Südtirol“ gilt als eine der wohlhabendsten Provinzen in Italien, dazu trägt nicht zuletzt die durch Südtirol führende Brenner-Transitroute bei, eine der ältesten und wichtigsten Nord-Süd-Transitstrecken des Alpenraums.

Bei den Gemeindewahlen in Südtirol im Herbst 2020 haben sich die Wahlberechtigten in Klausen für einen Wechsel an der Stadtspitze und für Peter Gasser (SVP) als neuen Bürgermeister entschieden. Die bisherige Bürgermeisterin von Montan, Monika Delvai Hilber (SVP), durfte sich hingegen über eine weitere Amtszeit freuen.

Aktivitäten

Wegen Corona mussten im Berichtszeitraum gegenseitige Besuche abgesagt oder verschoben werden, darunter ein Besuch aus Südtirol bei den „Rathaus-Kickers“ und eine „Bio-Bürgerreise“ nach Südtirol, die zuletzt im April 2022 vorgesehen war, sowie der traditionelle Gruppenbesuch aus Klausen und Montan in der Vorweihnachtszeit.

Auch die Beteiligung der Südtiroler Gemeinden am Markt der Partnerstädte war wegen Absage dieses Marktes in 2020 und 2021 nicht zu realisieren.

Stattfinden konnte im Jahr 2021 zumindest der im Vorjahr bei einer Videokonferenz besprochene Jugendaustausch des Jugendamtes und Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt sowie des Klausener Jugenddienstes mit einem Aufenthalt von Nürnberger Jugendlichen in Klausen.

Ausblick

Von August auf November 2022 wurde der Gegenbesuch einer Jugendgruppe aus Klausen in Nürnberg verschoben. Die zunächst für April 2022 geplante Bürgerreise nach Südtirol ist nun im Oktober 2022 vorgesehen, mit Schwerpunkt Montan und Südtirols Süden sowie einem Reiseprogramm, bei dem ökologischer Landbau und Nachhaltigkeit neben Kultur und Natur im Mittelpunkt stehen. Beendet wurde hingegen der jahrelange Austausch der „Rathaus-Kickers“ mit einer Südtiroler Bürgermeister-Mannschaft.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob in diesem Jahr der Markt der Partnerstädte mit einer Klausen-Montan-Bude sowie der Gruppenbesuch aus Südtirol im Dezember 2022

stattfinden können. Interessante Perspektiven würde ein erneuter fachlicher Austausch mit Klausen und mit der „Klimagemeinde“ Montan vor allem in aktuellen Themenbereichen wie Klima- und Umweltschutz sowie nachhaltiger Tourismus bieten.

Nablus (Westjordanland / Palästinensische Gebiete)

Befreundet seit 2017

Politische Situation

Bürgermeister Sameeh Tubaila.

Aktivitäten

Im Februar 2020 besuchte eine Delegation unter der Leitung des damaligen Umweltreferenten und mit IB die befreundete Stadt zur Besprechungen neuer Projekte, Besuch der Universität und Besichtigung gespendeter Müll- und Feuerwehrfahrzeuge vor Ort. Eine Machbarkeitsstudie zum möglichen Bau einer Straßenbahn in Nablus wurde geplant.

Im Dezember 2020 wurde ein Antrag auf Corona Soforthilfe bei der SKEW vorbereitet, jedoch letztlich nicht eingereicht, da sich der Bedarf an Hilfsleistungen der Stadt Nablus erübrigt hatte.

Im Oktober 2020 nimmt IB an der Deutsch-Palästinensischer Partnerschaftskonferenz in Dortmund teil.

In der ersten Jahreshälfte 2020 bereitete IB gemeinsam mit Vertreterinnen der Nablus- Initiative eine Tagung zum kommunalen Fachaustausch mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit (UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 5) mit Vertreterinnen von Stadtrat, Verwaltung und Zivilgesellschaft beider Kommunen in Nablus vor. Wegen Corona musste die Tagung auf 2021 verschoben werden, dann jedoch aufgrund der Unsicherheiten in der Pandemiezeit ganz abgesagt werden.

Als Ersatz wurde ein monatlicher virtueller Fachaustausch zu verschiedenen Aspekten von Geschlechtergerechtigkeit seitens IB in Kooperation mit der Nablus-Initiative geplant und vorbereitet. Kurz vor Beginn rollte in Nablus die dritte Corona-Welle an; die Aktivität wurde seitens Nablus abgesagt.

Im Mai 2021 fand das Projekt "Digitalisierung: Gendergerecht & Nachhaltig" in Zusammenarbeit mit der Stadt Fürth, Büro für Kommunale Entwicklungspolitik und deren tunesischer Partnerstadt Midoun statt. Virtuell nahmen Expertinnen aus Nablus teil.

Vertreter*innen von IB nahmen an verschiedenen online Seminaren der SKEW gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern aus Nablus teil.

Ausblick

Im Mai 2022 reiste eine OBM Delegation nach Hadera/Israel und Nablus. Weitere Informationen zur Reise, siehe Bericht „Hadera“. Alte Kontakte wurden wiederbelebt und neue Projekte, u.a. zur Beantragung bei der SKEW besprochen.

Partnerschaftsübergreifende Projekte

Koordination kommunale Entwicklungspolitik

Projektstelle seit 6/2017

Togo/Afrika

Nach einem von der deutschen Gesellschaft für Zusammenarbeit (GIZ) begleiteten mehrjährigen Dezentralisierungsprozess erfreuen sich die Kommunen in Togo eines großen Entscheidungs- und Handlungsspielraums, was den bestehenden Projektpartnerschaften mit den Kommunen Sokodé und Aného zugutekommt.

Das gesamte Jahr 2020 über wurde in diesem Rahmen das großes Photovoltaikprojekt mit sechs PV-Systemen auf/an vier Gebäuden (Hospitälern und Berufsschulen) in den Städten

Sokodé und Aného vorbereitet, umgesetzt und 2021 abgeschlossen. Die

Gesamtkoordination lag bei IB; das Referat für Gesundheit und Umwelt leistete die fachliche Unterstützung. Die Finanzierung erfolgte zu 90 % über die Bayerische Staatskanzlei. Über das Jahr hinweg wurden noch Ergänzungsarbeiten vorgenommen. Das Projekt sprach sich bundesweit als Projektmodell herum und IB wurde gebeten, auf zahlreichen Konferenzen, u.a. in virtueller Form in Lomé, Hauptstadt von Togo, darüber zu berichten bzw. Berichte darüber zu verfassen, etwa in der bayerischen Zeitschrift „Der Bürgermeister“.

Die drückenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in Sokodé waren 2020 Anlass für einen Antrag für ein Corona-Solidarpaket bei der SKEW mit dem Titel „Resilienz in der Corona-Pandemie: Stärkung von Stadt und Zivilgesellschaft in Sokodé“ gewesen, der 2021 in Vollfinanzierung bewilligt wurde. Die Projektabwicklung begann im November 2021 und wird Mitte 2022 enden.

Mit kleineren Beträgen wurden ferner ein ländliches Trinkwasserprojekt in Sokodé, ein

Sanitärprojekt in Aného, ein Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche sowie die

Ausstattung von zehn angehenden Solartechnikerinnen mit Solar-Werkzeugkoffern gefördert.

Im Juli 2021 war der Bürgermeister aus Sokodé in Nürnberg zu Gast, im November hielt sich der Leiter des Bürgermeisteramts von Aného zu Fachgesprächen in Nürnberg auf.

Höhepunkt des Jahres 2021 war zweifelsohne der Besuch der Nürnberger Delegation mit OBM Marcus König in Togo im August. Es fanden die offizielle Einweihung der Photovoltaikanlagen und Fachgespräche auf verschiedenen Ebenen statt. In der Hauptstadt Lomé traf OBM König zudem zu einem Arbeitsgespräch mit dem Minister für Dezentralisierung zusammen und die Delegation wurde zu einem Empfang der Deutschen Botschaft mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Regierung, deutschen Einrichtungen wie GIZ, KfW u.a. eingeladen.

Genannte Projektarbeit wurde i.d.R. gemeinsam mit zwei Togo-Vereinen in Nürnberg konzipiert und diese engagierten sich ebenfalls für die Umsetzung vor Ort.

IB unterstützte eine Studentin bei ihrer Bachelorarbeit „Nachhaltige Entwicklung deutscher Städte durch Partnerschaften am Beispiel der Projektpartnerschaft Nürnberg-Sokodé“, die im August 2020 vorgelegt wurde und eine wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit bietet.

Unser Engagement für nachhaltige kommunale Entwicklungszusammenarbeit (s. auch San Carlos / Nicaragua und Nablus / Palästina) wurde mit zwei Preisen ausgezeichnet: 2020 erhielt IB den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis sowie den 2. Preis „Kommune bewegt

Welt“, dotiert mit 15.000 Euro. Zu letzterem organisierte IB im September eine feierliche Zeremonie für die Preisverleihung.

Sensibilisierung zur Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen („SDGs“)

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie stellte IB bei verschiedenen verwaltungsinternen Treffen, bspw. der Dienststellenleitertagung, die Agenda 2030 und Umsetzungsmöglichkeiten vor. Mehrere Dienststellen äußerten ihr Interesse an der Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie, diese verschoben sich pandemiebedingt.

Dennoch führte IB mit SUN, dem Spielzeugmuseum und dem Centrum Industriekultur Workshops zur Erarbeitung von Nachhaltigkeitsstrategien durch, immer in Zusammenarbeit mit der TH Nürnberg. Das Spielzeugmuseum schloss nach einem 10monatigen gemeinsamen Entwicklungsprozess ihre Strategie inklusive Gemeinwohlbilanz ab. IB lieferte zwei Publikationen dazu und stellte die Ergebnisse bei verschiedenen bundesweiten Einrichtungen vor.

Für die Erarbeitung von Nachhaltigkeitsstrategien in den Jahren 2018-2019 und die entsprechende Publikation „Nürnberg nachhaltig. So setzen wir SDGs in der Stadtverwaltung um“ erhielt IB im September den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020.

Bei den Stadtverführungen 2020 und 2021 konnten jeweils mehrere Führungen zum Thema „Die Agenda 2030 umsetzen – hier und heute“ gemeinsam mit dem Verein Bluepingu e.V. durchgeführt werden.

2021 musste die von IB fertiggestellte und in Präsenz geplante Ausstellung „Nürnberg nachhaltig. So setzen wir die Nachhaltigkeitsziele um. Nürnbergs internationale Beziehungen und die 17 SDGs“ wegen des Lockdowns um ein Jahr verschoben werden.

IB ließ drei (nachhaltig produzierte) Roll-Ups zur Agenda 2030 in Nürnberg herstellen und stellte diese verschiedenen Dienststellen zur Nutzung zur Verfügung. Des Weiteren ließ IB 250 Plakate ‚Nürnberg nachhaltig. 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung der Stadt (“SDGs“)‘ drucken und verteilte sie unter allen städtischen Dienststellen.

Eine mit der IHK zu ihrer Nachhaltigkeitspraxis geplante Veranstaltung fiel wegen der Pandemie aus.

Vernetzung und Gremienarbeit

Die afrikanischen Communities und andere Afrika-Interessierte informierte IB wie seit Jahren mit Rundmails zu aktuellen Entwicklungen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung nach der städtischen Togo-Reise wurde über die Ergebnisse informiert und die Fortsetzung der Projektpartnerschaften wurde vorgeschlagen. Dies wurde grundsätzlich begrüßt.

Zu Jahresbeginn gab IB den Anstoß zur Gründung des Arbeitskreises „Kommunale Entwicklungspolitik“ beim Bayerischen Städtetag, der sich bald darauf gründete. Bei einer ersten Präsenztagung traf man sich gemeinsam mit demselben AK von Baden- Württemberg zum Fachaustausch. IB begleitete diesen Prozess maßgeblich.

Auf Ebene der Metropolregion führte IB das virtuelle Austauschtreffen „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika in der EMN“ mit dem OB, einer Vertreterin der Bayerischen Staatskanzlei u.a. durch. Diese Veranstaltung diente auch der Prozesskonsolidierung eines Initiativkreises „Kommunale Entwicklungspolitik Afrika“ in der Metropolregion. Die Vorbereitungen hierzu fanden mit den Kommunen Fürth, Schwabach und Neumarkt statt. IB beteiligte sich maßgeblich an der Beantragung einer KEPOL-

Projektstelle (halbtags), die für diesen Initiativkreis und die Afrika-Sensibilisierungs- und Vernetzungsarbeit tätig sein wird und seit dem 1.11.2021 in Schwabach angesiedelt ist.

Im Bereich Agenda 2030 / Nachhaltigkeit ist IB ebenfalls in diversen Gremien aktiv: Im innerstädtischen SDG-Arbeitskreis (mit Ref. I/II, Ref. III, StA und IB), in der Fair Trade Steuerungsgruppe (hier bringt IB entwicklungspolitische Aktivitäten und Beiträge ein) und im Multiplikatorenaustausch der Fairen Metropolregion.

Ausblick

Das Corona-Solidarpaket wird in Sokodé Mitte 2022 abgeschlossen und dann von IB bei der SKEW abgerechnet werden. Mitte September 2022 werden der Bürgermeister aus Sokodé und Aného gemeinsam mit IB erstmalig an der 5. Partnerschaftskonferenz zwischen deutschen und afrikanischen Kommunen der SKEW in Dresden teilnehmen. Dies nimmt IB zum Anlass für einen Nürnberg-Aufenthalt mit Arbeitsterminen. Im Gespräch ist mit beiden Kommunen ein weiteres großes Photovoltaikprojekt für öffentliche Gebäude.

Zu Jahresbeginn mussten noch einige geplante Veranstaltungen wegen Corona ausfallen. Inzwischen konnten aber wieder zahlreiche Aktivitäten geplant und durchgeführt werden.

Die Ausstellung „Nürnberg nachhaltig. So setzen wir die Nachhaltigkeitsziele um! Nürnbergs internationale Beziehungen und die 17 SDGs“ fand 2022 begleitend von elf Einzelveranstaltungen statt. Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft behandelt.

Innerstädtische Sensibilisierung zur Agenda 2030 fand in einem Arbeitstreffen mit allen städtischen Museumsleitungen statt. Im Herbst werden wieder drei Stadt(ver-)führungen zur Agenda 2030 angeboten. Mit dem Kulturladen Röthenbach wird IB im Herbst eine Veranstaltung und eine Ausstellung zur Agenda 2030 durchführen. Ebenso wird mit der IHK eine Ausstellung zu den 17 SDGs vorbereitet.

Der Initiativkreis „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika in der EMN“ wurde offiziell gegründet. IB ist 2022 zweimal Gastgeber für die Tagungen des Arbeitskreises „Kommunale Entwicklungspolitik“ des Bayerischen Städtetags.

Die Bearbeitung des Themas „Projektpartnerschaften mit Afrika“ konnte bis 31.05.2021 im Rahmen der vierjährigen, von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) zu 90 bzw. 75 % (je zwei Jahre) finanzierten Stelle „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ (KEPOL) geleistet werden. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt steht deutschen Kommunen seit 2001 als Kompetenzzentrum in allen Fragen kommunaler Entwicklungspolitik zur Seite und arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ sieht gerade Kommunen als wichtige Partner für die Entwicklungszusammenarbeit mit dem globalen Süden.

Die Stelle konnte im Rahmen der städtischen Stellenschaffungen befristet bis 27.02.2023 verlängert werden, um die aufgebauten Projektpartnerschaften mit Sokodé und Aného in Kooperation mit migrantischen Vereinen in Nürnberg fortzuführen. IB hat für die diesjährigen Haushaltsberatungen die Fortführung dieser Stelle beantragt um diese wichtige Arbeit fortführen zu können.

Markt der Partnerstädte

Seit 1985

2020 war zunächst lange unklar, ob überhaupt ein Weihnachtsmarkt wegen der Pandemie stattfinden kann. Ab Sommer wurde in einer kreativen Planungsphase versucht, den Nürnberger Christkindlesmarkt und den Markt der Partnerstädte zu „retten“, indem ein Aufbau auf dezentralen Plätzen versucht wurde. Nach der generellen Absage für alle Weihnachtsmärkte, wurde in einem Pop-Up-Laden zur Unterstützung der Vereine am Obstmarkt ein Ladengeschäft mit Weihnachtsartikeln aus den Partnerstädte betrieben. Am 16. Dezember 2020 kam dann die Corona-bedingte Schließung auch für Ladengeschäfte. Viele Händler*innen litten unter dieser nicht vorhersehbaren Entscheidung und hatten große finanzielle Einbußen. Im Nachhinein betrachtet, hat sich der Betrieb eines Pop-Up-Laden für die Beteiligten nicht gelohnt.

2021 wurde der Markt der Partnerstädte auf der Insel Schütt aufgebaut, um den Christkindlesmarkt-Händler*innen auf dem Hauptmarkt die Möglichkeit zu geben, mit ihren Buden größere Abstände einzuhalten. Knapp die Hälfte der Händler*innen des Marktes der Partnerstädte stimmte diesem Konzept nicht zu und nahm von vorneherein nicht teil. 15 Händler*innen akzeptierten jedoch den neuen Standort und deren Buden wurden komplett mit Infrastruktur aufgebaut. Weihnachtsartikel waren bereits bestellt und geliefert. Eine Woche vor der geplanten Eröffnung des Christkindlesmarktes kam dann die Absage durch den Bayrischen Ministerpräsidenten. Da bereits die komplette Infrastruktur mit Buden und Stromleitungen stand, wurden hohe Kosten verursacht, die vom Amt für Internationale Beziehungen getragen werden mussten. Händler*innen, deren Waren geliefert worden waren, mussten entschädigt werden.

Ausblick

Insgesamt kann festgestellt werden, dass ein Aufbau des Marktes der Partnerstädte auf der Insel Schütt zwar machbar ist, aber aufgrund der hohen Zusatzkosten nicht praktikabel ist. Diese Zusatzkosten müssten auf die Händler*innen übertragen werden. Die Händler*innen können jedoch das Risiko nicht abwägen, ob auf dem bisher im Winter nicht bespielten neuen Standort höhere Umsätze erzielt werden könnten, als auf dem Rathausplatz vor der Pandemie, um die Zusatzkosten zu tragen. Deshalb lehnt die große Mehrheit der Händler*innen des Marktes der Partnerstädte einen anderen Standort als den Rathausplatz ab.

2022 soll der Markt der Partnerstädte wieder auf dem Rathausplatz in der gewohnten Form stattfinden.

Grenzenlos - Das Fest der Partnerstädte

Seit 2003

Aufgrund der Covid-19 Pandemie fand im Jahr 2020 kein Fest der Partnerstädte statt.

Nach einem Jahr Zwangspause, fand des beliebte Fest der Partnerstädte coronabedingt in einem kleinen, doch nicht minder vergnüglichen Rahmen statt. Nürnberg traf Kavala zum

„Griechischen Picknick“: Am 14. + 15. August stand Nürnbergs nordgriechische

Partnerstadt im Fokus des zweitägigen Festes.

Bei vier Picknicks, in festgelegten Zeitslots, mit einer begrenzten Teilnehmerzahl, Anmeldung und festgelegten Sitzplätzen, ausschließlich open air im Schlossgarten, präsentierte sich das Fest in einer sehr entspannten sommerlichen und fast kammerartig intimen Atmosphäre.

Georgios Evangelou und Anastasia Kosti spielten Musik der berühmten Komponisten Mikis Theodorakis und Manos Chatzidakis. Zur griechischen Tanzvorstellung luden Vivi Roussou und Nikos Michailidis ein. Und beim Crashkurs „Griechisch für Anfänger“ gab Amalia Makatsori Verständigungstipps für den nächsten Griechenlandurlaub. Typisch griechisch ging es auch mit dem Spieleclub Ali Baba e.V. zu, sie zeigten wie man das Brettspiel Tavli spielt. Anwesend war natürlich „Katharina Tucher“, die historische Hausherrin des Schlosses, gespielt von Inge Bickel im Kostüm. Den kulinarischen Höhepunkt bot die Gaststätte „Zum Stamos“, mit griechischen Vorspeisen. Verschiedene Mezes auf dem Teller und ein Glas griechischer Wein, schöner kann ein Sommertag nicht sein.

Grenzenlos – Das Fest der Partnerstädte ist eine Kooperation zwischen dem Amt für Internationale Beziehungen und dem Museum Tuscherschoss und Hirsvogelsaal.

Ausblick

Das Fest der Partnerstädte ist ein niederschwelliges Angebot jeweils eine Partnerstadt oder befreundete Kommune in verschiedenen Facetten kennenzulernen. Mit dem „Griechischen Picknick“ zeigte grenzenlos, wie flexibel und doch tiefgründig das Fest die Kulturlandschaft Nürnbergs erweitert. Im Jahr 2022 steht die Partnerstadt Krakau im Mittelpunkt des Festes am 13. und 14. August 2022.

Hermann-Kesten-Stipendium

Erstmals im Stadtjubiläumsjahr 2000 ausgeschrieben

Ursprünglich für 2020 geplant, wurde das Programm aufgrund der Covid-19 Pandemie mehrfach verschoben. Aus demselben Grund begrenzten wir den Kreis der Partnerstädte auf Städte in Europa und eine Anzahl von 10 Personen insgesamt. Umgesetzt werden konnte es dann vom 12. – 26. September 2021.

In Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Literatur im „Der Autor schafft mit seiner Sprache BCN konzipierte das Amt für Internationale Beziehungen nationale Literatur, die Weltliteratur das Aufenthaltsstipendium ganz neu. Erstmals richtete sich wird von Übersetzern gemacht.“ (José Saramago, das Stipendium an Zweier-Teams bestehen aus Literaturnobelpreisträger)

Schreibenden und Übersetzenden aus den

Partnerstädten und der lokalen Szene.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten kamen aus: Glasgow – Nürnberg / Cannes (für Nizza) – Nürnberg / Córdoba – Nürnberg / Krakau – Fürth / Glasgow – Erlangen.

Neben dem gemeinsamen Erarbeiten literarischer Texte bzw. deren Übersetzung boten die

Organisatorinnen verschiedene Exkursionen und Besichtigungen an, um Nürnberg und die

Region vorzustellen.

In Kooperation mit den Freundschaftsvereinen und den Mittagslesungen stellten jeweils ein

Zweier-Team ihre Texte in insgesamt fünf Lesungen interessierten Bürgerinnen und Bürgern

vor und tauschten sich über ihre Professur aus.

Am Freitag, 24. September 2021 saßen erstmals alle Stipendiatinnen und Stipendiaten vor

dem Mikrofon. Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten sie zweisprachig die

entstandenen Texte im Literaturhaus Nürnberg.

An diesem Abend verlieh der

Regionalgruppe Mittelfranken ihren lokalen „Hermann-Kesten-Preis“. Den Preis erhielt Urszula Poprawska, Übersetzerin aus der polnischen Partnerstadt Krakau.

Ausblick

Durch die aktive Zusammenarbeit der internationalen und lokalen Beteiligten konnten

nachhaltige Arbeitsbeziehungen geknüpft und im Sinne der Kulturstrategie „Nürnberg neu

erzählt“ werden. Das Hermann-Kesten-Stipendium zeigte erneut, wie vielschichtig die

Literaturlandschaft in den beteiligten Städten ist und wie attraktiv Nürnberg als

Literaturstandort sein kann.

Aus diesen Gründen soll es künftig biennal fortgesetzt werden.

EuroCities

EUROCITIES ist die Europäische Vereinigung der Großstädte, mit mehr als 200 Mitgliedsstädten in 38 Ländern. Es repräsentiert damit 130 Millionen Menschen. Ziel des Netzwerks ist die verstärkte Positionierung und Vertretung der Städte auf europäischer Ebene, damit die EU-Gesetzgebung auch die Interessen der Städte widerspiegelt. EU- Institutionen wenden sie sich in der Regel an EUROCITIES wenn sie Fragen oder Inputs von kommunaler Seite haben bzw. benötigen.

Die Stadt Nürnberg war in den letzten Jahren in den inhaltlichen Foren „Culture“, „Economic Development“, „Enviroment“ und „Social Affairs“ vertreten.

Als allgemeine Kontaktstelle fungiert IB, regelt die Beitragszahlungen, leitet Anfragen und Informationen an entsprechende Referate und Dienststellen weiter und nimmt als Ansprechpartner an der Jahresversammlung und Koordinationstreffen teil.

2020 fand keine Jahreskonferenz statt. Diese wurde 2021 unter dem Titel „The Power of Cities – Transforming Society“ nachgeholt. Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales und IB nahmen in Leipzig daran teil.

Alternative Formate

Kontakte trotz Kontaktbeschränkungen

Um trotz Lockdown mit den Menschen in unseren Partnerstädten und befreundeten Kommunen sowie mit Nürnbergerinnen und Nürnberger in Kontakt zu bleiben, entwickelte IB unterschiedliche filmische und digitale Formate für alle.

Mit dem Video „Poems for Friends“ schickten wir 2020 Grüße aus Nürnberg in die Welt. Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichen Partnerschaftsvereinen rezitieren bzw. sangen typische Gedichte in der jeweiligen Landesprache. Poems for Friends - Grüße aus Nürnberg - YouTube (auch ohne Pandemie sehenswert)

Ende 2020 startete das zentrale Impfzentrum in der Messehalle Nürnberg. Um Wartezeiten vor und nach den Schutzimpfungen mit informativen Beiträgen zu verkürzen, produzierte IB ein Video über Nürnbergs Partnerstädte und die Bandbreite internationaler Arbeit. Die Arbeit des Amtes für Internationale Beziehungen - YouTube

Der irische St. Patrick‘s Day wird auch in Nürnberg seit Jahren gefeiert. 2021 mit einem Digitaler Stammtisch Online-Whiskey Tasting in Kooperation dem Inspiriert vom IB Film im Impfzentrum und dem IB Quiz Bäckerhof und mit dem Deutsch-Irischen zum Europatag gestaltete ein Nürnberger Freundeskreis Franken. Mit Beiträgen des Freundeskreis einen gesamten Abend rund um die Partnerstädte und was ihnen dazu in den Sinn kam. Freundeskreises, der irischen Botschaft, Musik „Danke für die Inspiration. Es war ein kenntnisreicher und Tanz präsentierte IB einen digitalen St. und äußerst amüsanter Abend.“

Patricks Day auf ihrer Webseite und auf

Facebook.

Zum Europatag 2021 entwickelte IB ein digitales Quiz mit 14 Fragen, um Nürnbergs europäische Partnerstädte, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Menschen kennenzulernen. Humorvoll, wissenswert und augenzwinkernd präsentierten sich die Lösungen einen Monat später.

Bereits 2020 startete das Kunstprojekt art4climate, dass zur 26. Welt-Klimakonferenz im November 2021 in Glasgow Visionen und Ideen zu Umwelt- und Klimaschutz auf künstlerische Weise umsetzte. Rund 130 Beiträge mit über 300 Bildern aus Nürnberg, der Region, den Partnerstädten und weiteren Kommunen wurden eingereicht. Im Oktober 2021 wurden die prämierten Arbeiten in St. Egidien in Nürnberg gezeigt. https://art4climate.nuernberg4future.de/

Mit diesen Sonderprojekten einher ging eine deutliche Steigerung der digitalen Performance auf www.international.nuernberg.de und Nürnberg International | Facebook

Einige Höhepunkte unserer Arbeit des Jahres 2021 sind im Jahresrückblick zu finden: Jahresrückblick 2021 IB (nuernberg.de)

Verwaltungsübergreifende Aktivitäten

Aufgrund der Coronapandemie in den Jahren 2020 und 2021 konnten viele der sonst üblichen Aktivitäten (Delegationen, Veranstaltungen, Begegnungen etc.) nicht geplant oder umgesetzt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IB haben sich deshalb bereit erklärt, andere Dienststellen bei deren Aufgabenerfüllung zu unterstützen.

Im Sommer 2020 halfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der KfZ-Zulassung bei der Anund Abmeldung von Fahrzeugen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit die Kolleginnen und Kollegen ein bisschen entlasten konnten. Gleichzeitig war es auch für die IB- Mitarbeiter*innen ein interessanter Einblick in die Arbeitswelt klassischer Verwaltungsdienstleistungen.

Im Herbst 2020 und Winter 2021/2022 beteiligten sich Mitarbeiter*innen beim Contacttracing des Gesundheitsamtes.

Die Leiterin von IB übernahm am 1.12.2020 zusätzlich die stadtweite Koordinierung der Impfungen. Dazu gehörte der Aufbau der Koordinierungsstelle, die Abstimmung mit den Betreibern der Impfzentren, die Koordinierung innerstädtisch und mit der Regierung von Mittelfranken, Öffentlichkeitsarbeit etc. Diese Aufgabe wurde bis zum 30.09.2020 ausgefüllt. Während dieser Zeit unterstützten Mitarbeiter*innen von IB bei Bedarf diese Tätigkeit.

Ausblick

Neben den Hilfsleitungen für die Partnerstadt Charkiw, arbeiteten IB Mitarbeiter*innen im Frühjahr 2022 in der zentralen Anlaufstelle für Geflüchtete aus der Ukraine im Heilig-Geist- Saal mit. Die Leiterin von IB stand koordinierend an der Seite des Ehrenamtsteams. Für die Telefonhotline wurden IB Räume und das technische Equipment zur Verfügung gestellt. Die daraus entstandenen Sachkosten trug IB.

Damit zeigt IB erneut, dass das Team gesamtstädtische Verantwortung übernimmt und Aufgaben über ihren eigentlichen Tätigkeitsbereich hinaus leistet.

Finanzen 2020 - 2021

Ausgaben

Antalya 4.460 €
Atlanta 7.200 €
Charkiv 9.520 €
Cordoba 19.460 €
Glasgow 27.120 €
Hadera 850 €
Kavala 5.090 €
Krakau 46.990 €
Nablus 3.940 €
Nizza 17.330 €
Prag 13.610 €
San Carlos 31.100 €
Skopje 6.240 €
Sonstige internationale Kooperationen 27.270 €
Euro-Cities (davon Mitgliedsbeiträge: 32.600 €) 33.780 €
Ehem. jüd. Mitbürger*innen Nürnberg 500 €
Übergreifende Projekte 11.460 €
Öffentlichkeitsarbeit 17.000 €
Hermann-Kesten-Stipendium (2021) 7.880 €
Grenzenlos Fest der Partnerstädte (2021) 6.250 €
Togo 19.420 €

(Kost: L111120001 und Z111120002)

Zuschüsse

Enthalten in obigen Ausgaben sind Zuschussausgaben an Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereine, Gruppen, Privatpersonen usw. für städtepartnerschaftliche Aktivitäten:

Antalya (1)* 2.000 €
Atlanta (2)* 3.500 €
Charkiv (6)* 6.330 €
Cordoba (6)* 10.740 €
Glasgow (8)* 12.150 €
Hadera (2)* 850 €
Krakau (8)* 4.390 €
Nizza (2)* 3.000 €
Prag (5)* 3.400 €
San Carlos (17)* 24.200 €
Skopje (5)* 3.500 €
Sonst.Internat.Kooperationen (8)* 18.600 €
Jüd. Mitbürger*innen ehem. Nbg (1)* 500 €
Übergr.Projekte (1)* 2.000 €
Hermann-Kesten-Stipendium (6)* 3.000 €
Nablus (1)* 2.000 €
Togo (7)* 5.760 €

()* Anzahl der Massnahmen

Shenzhen (Regionalpartnerschafts-Fonds) Ausgaben: 16.910 € Einnahmen: (u.a. Beitragsz. der Regionalpartner) 55.560 € Markt der Partnerstädte, Ausgaben: 2020: 11.080 € 2021: 50.850 €

Drittmittel Koordination Kommunaler Klimaschutzprojekte Projektstart/Phase I: 6.2017 bis 2019: 90 % bezuschusst durch Engagement Global, Umfang: 206.550 €. Phase II:2019 bis 2021. 75 % bezuschusst durch Engagement Global. Umfang: 200.388 € Gesamtumfang: 406.938 €.

Photovoltaikanlagen in Sokodé und Aného/Togo Projektstart: 8.2019, Laufzeit bis Ende 2020. Gesamtumfang: 166.000,00 €. Bezuschussung 90 % durch die Bayerische Staatskanzlei. Das Projekt wurde bis 31.10.2021 verlängert.

SDG-Partnerschaftskonferenz Projektstart: 8.2019, Laufzeit bis Ende: 2020. Gesamtumfang: 117.534 €. 90% Bezuschusst durch Engagement Global.

„Schornsteinfeger für saubere Öfen und saubere Luft“, Skopje Projektstart: 12.2019. Laufzeit bis Ende 2022. Gesamtumfang: 180.000,00 €. 90 % Bezuschusst durch Engagement Global.

Corona Solidarpaket, Skopje Projektstart 10.2020. Laufzeit 2021. Gesamtumfang: 49.949 €. 100 % Bezuschussung durch Engagement Global.

Corona Solidarpaket Sokodé Projektstart: 7.2021. Laufzeit bis Ende 12.2021, verlängert bis 6.2022. Gesamtumfang: 50.000 €. 100 % Bezuschussung durch Engagement Global.

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