Beilage 3.2
zur gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfe- und Schulausschusses am 30.06.2022
Berufliche Integration junger Menschen
Sozialpädagogische Angebote und Leistungen aus den Handlungsfeldern der berufsbezogenen Jugendhilfe in Nürnberg
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Einleitung…………………………………………………………………………………….……….1
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Jugendhilfe und der Übergang Schule – Beruf……………………………………………………1 2.1 Junge Menschen am Übergang Schule-Beruf vor der Pandemie……………………….………2 2.2 Junge Menschen am Übergang Schule – Beruf unter Einfluss der Pandemie ……………..….3 2.3 Generationswechsel und die Integration in die Arbeitswelt...……………………………………6
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Koordinierung Jugendberufshilfe/Jugendsozialarbeit……………………………………………7
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Angebote im Regionalen Übergangsmanagement……………………………………………….8 4.1 Nürnberger Portfolio ………………………………………………………………………………...9 4.2 Berufsberatung der Agentur für Arbeit …………………………………………………………….9 4.3 BMBF-Programm „Bildungskette“: Berufsorientierungsprogramm BOP……………………..10 4.4 Berufseinstiegsbegleitung…………………………………………………………………………10 4.5 SCHLAU ...….......………………………………………………………………………………….11 4.6 QUAPO……………………………………………………………………………………………...12 4.7 Perspektiven im Quartier…………………………………………………………………………..13
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Angebote der Jugendhilfe zur beruflichen Integration……………………………………….....13 5.1 Jugendberufsagentur – gemeinsame Anlaufstelle …………………………………………13 5.2 Jugendsozialarbeit an Schulen…………………………………………………………………...14 5.3 Berufliche Orientierung in der (Offenen) Kinder- und Jugendarbeit…………………………...16
5.4 Einzelfallbezogene Hilfen zur beruflichen Integration…………………………………………..18 5.4.1 Sozialpädagogische begleitete Berufsausbildung, SOS Berufsbildungszentrum/ MEZA…..19 5.4.2 Beschulung-Individuell-Extern (BIX), Rampe e.V……………………………………………….19
5.5 Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit, Noris Arbeit gGmbH……………………………….20 5.5.1 Perspektiven im Quartier…………………………………………………………………………..20 5.5.2 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz….…………..20 5.5.3 Spurwechsel...….…………………………………………………………………………………..20
5.6. Weitere Angebote der Jugendhilfe…...…………………………………………………………..21 5.6.1 Treffpunkt e.V. ………….………………………………………………………………………… 21 5.6.2 Don Bosco- Stellwerk/ Back in Future………………...…………………………………………21 5.6.3 Internationales Frauen- und Mädchenzentrum ..……………………………………………….22 5.6.4 Jugendmigrationsdienst…………………………………………………………………………...22 5.6.5 Erziehungsberatung/Familienbildung…………………………………………………………… 22 5.6.6 Schülertreffs………………………………………………………………………………………...23
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Interessenbekundung für ein neues Projekt (ESF+; Just BEst)…..…………………………. 23
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Ausblick……...…………………………………………………………………………………….. 24
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Quellenangaben……………………………………………………………………………………26
1. Einleitung
Der Bericht zur beruflichen Integration junger Menschen des Jugendamts knüpft an die früheren Jugendarbeitsmarkt- und Berufsausbildungsberichte an. Seit Erstellung der Bildungsberichte durch das Nürnberger Bildungsbüro konzentriert er sich auf die sozialpädagogisch veranlassten Handlungsfelder der ausbildungs- und arbeitsweltbezogenen Jugendhilfe. Berichterstattung zur „beruflichen Integration junger Menschen für das Jahr 2018“ erfolgte zuletzt im Dezember 2019 im Jugendhilfeausschuss. Am 17.06.2021 wurde vom Bildungsbüro der Sachverhalt „Bildungsberichterstattung der Stadt Nürnberg. Übergang Schule-Beruf/ Nürnberger Modell“ im Jugendhilfe- und Schulausschuss vorgestellt. Die schülerunterstützenden Angebote des Nürnberger Übergangsmanagements SCHLAU, QUAPO, Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) und das Berufsorientierungsprogramm BOP wurden dort ausführlich vorgestellt. Durch die Kooperation der Jugendhilfe mit dem Schulsystem, der Arbeitsverwaltung und der Einrichtung zur Grundsicherung ergeben sich allerdings auch Schnittstellen, die in beiden Berichten zu finden sind.
In diesem Bericht wird die Ausbildungssituation vor der Pandemie dargestellt und auf die speziellen Herausforderungen für die jungen Menschen an der Schwelle zur Ausbildung unter dem Einfluss der Corona-Pandemie eingegangen. Ein Exkurs über die „Generation Z“, die derzeitigen Bewerber für Ausbildungsplätze und die Darstellung der Veränderungen im Regionalen Übergangsmanagement münden in den aktuellen Herausforderungen in diesem Arbeitsfeld.
2. Jugendhilfe und der Übergang Schule - Beruf
Die Situation während und nach der Pandemie zeigt erneut, dass für das gesamte Übergangssystem erhebliche Anstrengungen für die berufliche Integration junger Menschen erforderlich sind. Auch wenn die Standardangebote für den Großteil der jungen Menschen relativ erfolgreich konzipiert und umgesetzt werden, muss sich die Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Ausbildungs- und Arbeitsmarktförderung durch die Rechtskreise SGB II und SGB III, wie auch in der Jugendhilfe weiterentwickeln und noch flexibler, individueller und innovativer werden. Das „Nürnberger Modell“ des Regionalen Übergangsmanagements wird vom Bildungsbüro der Stadt Nürnberg koordiniert (s. Punkt 3). Die Koordinierungsstelle Jugendberufshilfe (s. Punkt 4) agiert an den vielfältigen Schnittstellen von Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Hilfen zur Erziehung, Schulen, Maßnahmenträgern der Jugendberufshilfe, Kammern, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter. In der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Akteuren übernimmt die Koordinierungsstelle eine Scharnierfunktion innerhalb der Jugendhilfe in enger Kooperation mit dem Bildungsbüro der Stadt Nürnberg.
Über den § 13 des SGB VIII bietet die Jugendhilfe „(…) zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen“ sozialpädagogische Hilfsangebote für junge Menschen an, um ihre soziale, schulische und berufliche Integration zu fördern. Auch werden „(...) geeignete sozialpädagogisch begleitete Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen angeboten (...).“ Die Angebote der Jugendhilfe ergänzen dabei die entsprechenden Programme und Maßnahmen der Schulen, der Arbeitsagentur und dem Jobcenter. 1
Weitere individuelle und personenbezogene Hilfen zur beruflichen Integration kommen dann zum Tragen, wenn die üblichen Leistungen der Grundsicherung (SGB II) oder der Arbeitsförderung (SGB III) nicht ausreichen und zum Ausgleich von sozialen Benachteiligungen bzw. individueller Beeinträchtigungen eine zusätzliche pädagogische Unterstützung notwendig ist (§ 27 bis 41 SGB VIII). Das „umfasst insbesondere die Gewährung pädagogischer und damit verbundener therapeutischer Leistungen“, die „bei Bedarf Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen im Sinne des § 13 Abs. 2 einschließen“ (§ 27 Abs. 3 SGB VIII). Teilweise finden diese Hilfeleistungen aber auch im Zusammenwirken mit den Rechtskreisen SGB II und SGB III statt.
1 vgl. Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163) § 13 Jugendsozialarbeit
Die Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) ist ein weiteres Handlungsfeld der Jugendhilfe, das junge Menschen bei ihrer beruflichen Integration unterstützt. Hier handelt es sich um Angebote mit sozialpädagogischer Ausrichtung, die in kommunaler oder freier Trägerschaft, jungen Menschen einen eigenständigen Sozialisationsbereich neben den Institutionen Familie, Schule und Berufsausbildung zur Verfügung stellen.
Die Angebote zur beruflichen Integration der Jugendhilfe richten sich auch an die Zielgruppe der Flüchtlinge und Zugewanderten, sowohl bei den einzelfallbezogenen Leistungen als auch bei den präventiven, offenen Angeboten und Projekten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie einen gesicherten oder ungesicherten Status aufweisen und ihre berufliche Integration in Deutschland langfristig erfolgversprechend ist.
Beschrieben werden die Angebote und Leistungen zur beruflichen Integration der Altersgruppe der 14 bis unter 27-Jährigen aus den verschiedenen Aufgabenfeldern der Jugendhilfe (SGB VIII), die von sozialpädagogischen Fachkräften durchgeführt werden.
Diese umfassen die Angebote der Jugendsozialarbeit an Schulen, der Jugendarbeit und weitere Angebote der Jugendhilfe in unterschiedlicher Trägerschaft. Jugendhilfe zielt dabei nicht primär auf eine arbeitsweltbezogene Verwertbarkeit ihrer Hilfsangebote. Durch ihren ganzheitlichen Ansatz, der Berücksichtigung von Lebenslagen der jungen Menschen und ihrer Familien sowie der Konzentration auf Gruppen mit schwierigeren Startchancen wird deutlich, dass die Jugendhilfe berufliche Integration auch mit Bildung, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung, Partizipation und sozialer Teilhabe verknüpft. Jugendhilfe hat den Auftrag, die Interessen und Bedürfnisse von jungen Menschen zu vertreten, die Gleichberechtigung zu fördern und Benachteiligungen abzubauen.
2.1 Junge Menschen am Übergang Schule-Beruf vor der Pandemie
Die Gesamtsituation am Ausbildungsmarkt hat sich in den Jahren vor der Pandemie, sowohl bundesweit als auch in Nürnberg, deutlich verbessert. Erkennbar war dies an der ausgeglichenen Angebots- Nachfrage-Relation (ANR) für den Ausbildungsstellenmarkt der Arbeitsagentur und an den rückläufigen Zugangszahlen ins Übergangssystem.
Bereits zu dieser Zeit fanden immer noch zu viele Jugendliche nicht den direkten Weg in eine Berufsausbildung. Mehrere Faktoren sind hierfür verantwortlich gewesen: Das soziale Umfeld, schwierige Lebenssituationen in der Familie, geringe Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit), individuelle Lernbeeinträchtigungen oder körperliche und seelische Beeinträchtigungen erschwerten etlichen Jugendlichen den Zugang zum Ausbildungsmarkt. Auch der demografische Wandel, die robuste Wirtschaftslage und der partielle Fachkräftemangel führten nur bedingt dazu, dass diese jungen Menschen in Ausbildung einmündeten. Der Anteil an Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist seit Jahren in den verschiedenen Altersstufen ansteigend. Die EU-Osterweiterung, die Krise in den Südeuropäischen EU-Ländern und zuletzt die Zunahme von Flüchtlingen stellt auch den Ausbildungs- und Stellenmarkt vor besondere Herausforderungen. Rechnerisch ist die Angebots-Nachfrage-Relation (ANR) der Arbeitsagentur für Nürnberg ausgeglichen.2 Dies gilt aber nicht für alle Branchen und Berufe. Bestimmte attraktive Ausbildungsberufe können die Nachfrage nicht abdecken, andere haben dagegen große Nachwuchsprobleme. Vor allem junge Menschen, die flexibel sind und sich für ein größeres Spektrum von Ausbildungsberufen interessieren, profitieren hiervon. Ein Teil der jungen Menschen entzieht sich aus unterschiedlichsten individuellen Gründen den Angeboten der schulischen und beruflichen Bildung und den Angeboten zur Grundsicherung (SGB II) und der Arbeitsförderung (SGB III) oder werden von diesen Angeboten nicht mehr erreicht. Sie werden gemeinhin als Risikogruppe bezeichnet.
2 vgl. Berufsbildungsbericht 2021, S.10 ff.
2.2 Junge Menschen am Übergang Schule –
Beruf unter Einfluss der Pandemie
Zunächst wird die Jugendarbeitslosigkeit in Nürnberg als Jahresdurchschnitt und aktuell (04/2022) dargestellt. Nach der Erläuterung zur Zeitreihengrafik des Ausbildungsmarktes wird auf den Einfluss der Pandemie auf die Gestaltung des Übergangs in den Beruf für die Jugendlichen eingegangen.
Abb. 1: Jugendarbeitslosigkeit in Nürnberg
(Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Kurzanalyse zur Covid 19 Pandemie Stadt Nürnberg,7.1. 2022)
Betrachtet man die Jahresdurchschnitte von Arbeitslosen in Nürnberg stellt man fest, dass nachdem die Zahl junger Arbeitsloser seit dem Jahr 2014 kontinuierlich rückläufig war aber mit dem Beginn der Corona-Pandemie zwischenzeitlich wieder ein Anstieg zu beobachten ist. Der prozentuale Anstieg der jungen Arbeitslosen war seit Januar 2020 lange überdurchschnittlich hoch. Zuletzt zeigt sich folgendes Bild: Jan. ‘20 –Dez. ’21 Arbeitslose insgesamt: -1,0% Maximum Januar-August 2020: +32,9% Jan. ‘20 –Dez. ’21 Arbeitslose 15 bis unter 25 Jahre: -9,5% Maximum Januar-August 2020: +80,1%3 Jan. ‘20 –Dez. ’21 Arbeitslose 55 Jahre und älter: +12,1% Maximum Januar 2020-Januar 2021: +31,2%
Abb 2: Arbeitslosigkeit Stadt Nürnberg April 2022 nach Altersgruppen (unter 30 Jahren)
(Quelle: Statistik Arbeitsagentur 4/2022)
Die Gründe für die Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15-25 Jährigen sind zum einen der schlechten Arbeitsmarktlage durch die Auswirkungen des Lockdowns geschuldet, zum anderen kann festgestellt werden, dass auch die Nachfrage von Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen geringer ist, als das Angebot an Ausbildungsplätzen:
3 Diese hohe Anzahl an Jugendarbeitslosigkeit ist dem gewählten Zeitraum geschuldet.
Abb 3: Ausbildungsmarkt- Zeitreihengrafik
(Quelle: Statistik Arbeitsagentur 09/2021)
Die Grafik des deutschlandweiten Trends zeigt, dass es weniger gut als in den Vorjahren gelungen ist, das Angebot der Betriebe und die Ausbildungsnachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. Auf bildungspolitischer Ebene bestehen Anknüpfungspunkte: Zum einen auf der betrieblichen Seite (z. B. adäquate Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsstellen), zum anderen auf Seiten der Jugendlichen mit dem Ziel einer erfolgreichen Vermittlung in Ausbildung. Hier wurden in den letzten Jahren bereits zahlreiche Unterstützungsangebote für Jugendliche im Übergang von Schule in Ausbildung entwickelt. Es handelt sich überwiegend um Präsenzangebote, die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht im vorgesehenen Umfang stattfinden konnten. Die Entwicklung und Erprobung neuer digitaler Formate stellen daher eine wichtige Aufgabe dar.4
Abb 4: Gemeldete unbesetzte Berufsausbildungsstellen
(Quelle: Berufsbildungsbericht 2021)
4 vgl. Berufsbildungsbericht 2021
„Der Anteil der [deutschlandweit] gemeldeten unbesetzten Berufsausbildungsstellen am betrieblichen Gesamtangebot und der Anteil der noch eine Ausbildungsstelle suchenden Bewerberinnen und Bewerber an der Gesamtnachfrage sind wichtige Größen, um zu bewerten, wie gut die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt gelingt. Das BIBB [Bundesinstitut für Berufsbildung] unterscheidet je nach Ausprägung des Anteils an unbesetzten Berufsausbildungsstellen und an noch suchenden Bewerberinnen und Bewerbern drei Problemtypen auf dem Ausbildungsmarkt: Versorgungsprobleme, Besetzungsprobleme und die Kombination aus beiden.“5
Die Entwicklung der beruflichen Integration hatte sich, wie beschrieben, in Nürnberg in den Jahren vor der Pandemie verbessert. Die aktuellen Zahlen, beeinflusst durch die Corona Pandemie, haben diesen positiven Trend durchbrochen. Dies zeigen auch die Ergebnisse der Umfrage zur Ausbildungsstellensituation 2021 der IHK Nürnberg. Die Umfrage ergab, dass knapp 60 Prozent der Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Ausbildungsjahr 2020 beibehalten, 22 Prozent das Angebot erhöht und lediglich 11 Prozent ein niedrigeres Angebot gemeldet haben.
Die Besetzungsquote 2021 liegt mit 79,8 Prozent um 7,3 Prozent niedriger (bayernweit beträgt die Besetzungsquote 78,5 Prozent) als im Vorjahr. Das bedeutet, dass jeder 5. Ausbildungsplatz nicht besetzt ist und stellt den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung dar. Häufigste Gründe für die Nichtbesetzung waren, wie im Vorjahr ungeeignete (72 Prozent) oder keine Bewerber (62 Prozent)so die Aussage der befragten Betriebe. Die Prognose für 2022 ist positiv: 62 Prozent der Unternehmen behalten ihr Angebot an Ausbildungsstellen bei. 13 Prozent wollen das Angebot erhöhen und nur 8 Prozent beabsichtigen weniger bzw. keine Stellen anzubieten.6
Es lassen sich aus Sicht der Jugendhilfe unterschiedliche Gründe für die Diskrepanz aus Angebot und Nachfrage an Ausbildungsplätzen interpretieren. Dies liegt zum einen am Wegfall von Hilfen für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf als Auswirkung der Corona Pandemie und zum anderen am auch vor der Pandemie vorhandenen Mismatch zwischen angebotenen Ausbildungsstellen und Bewerbern. Die Corona-Pandemie verschärfte bestehende Schieflagen am Übergang Schule- Ausbildung.
„Viele Jugendliche wurden durch die Pandemie verunsichert und Bildungsgerechtigkeit war durch unterschiedliche digitale Voraussetzungen nicht immer gegeben. Hier zeichnet sich die Gefahr ab, dass diejenigen, die über gute Bildung, gute Finanzen, Netzwerke, technische Ausstattung und Kompetenz verfügen, auch in Bezug auf Teilhabe profitieren. Die bereits Benachteiligten werden dagegen noch weiter abgeschnitten – von Informationen, digitaler und gesellschaftlicher Teilhabe und Lebenschancen.“7 „Für Jugendliche mit ungünstigen Voraussetzungen ist die Digitalisierung vielfach mit Erfahrungen von Abgehängt sein, Überforderung, Unsicherheit und Angst verbunden. Da ihre subjektive Situation nicht zu den Anforderungen passt, wächst die Gefahr des "Abtauchens", des Drop-outs.“8
Auch in Nürnberg wurden die vielen Angebote der beruflichen Orientierung zwangsläufig auf digitale Formate umgestellt: Berufsberatung in den Schulen fand während des Lockdowns zunächst nicht statt. Später konnten Schüler mit Zoom mit dem Berufsberater kommunizieren. Die Jugendberufsagentur war per Mail und über eine Telefon- Hotline verfügbar. Kinder- und Jugendhäuser mussten während des Lockdowns geschlossen bleiben. „Die durch die pandemiebedingten Einschränkungen bei den Förderangeboten im Übergang Schule und Beruf haben gerade die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Unterstützungsbedarf wieder stark auf die familiären Ressourcen zurückverwiesen.
5 Berufsbildungsbericht 2021 6 vgl. https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Berufsbildung/Ausbildung/Der-Ausbildungsmarktin-IHK-Berufen-in-Mittelfranken/ausbildungsstellensituation/ 7 überaus: Digitale Ungleichheit in der Wissenschaftsgesellschaft https://www.ueberaus.de/wws/digitale_ungleichheit.php 8 https://www.ueberaus.de/wws/berufsorientierung-was-folgt-aus-der-corona-krise.php
Die Anlaufstellen, die von außen eine Alltagsstruktur, Gruppenkontaktmöglichkeiten und eine intensive pädagogische Begleitung bieten sollten, konnten nur begrenzt ihre Arbeit mit den gegebenen Kontaktbeschränkungen umstellen.“9
Zudem hatten viele junge Menschen am Übergang Sorgen um die eigene Zukunftsperspektive und es waren große Unsicherheiten festzustellen. Unsicherheiten bezüglich der Abschlussprüfungen, teilweise nicht vermittelte Bildungsinhalte, mangelnde soziale Kontakte und familiäre Probleme verursachten psychische Probleme, Süchte oder Essstörungen. Die entstandenen Bildungs- und Beratungslücken entkoppelten gerade hilfsbedürftige junge Menschen von Hilfesystemen. Maßnahmen zur Berufswahlorientierung, Praktika und Gruppenangebote zur beruflichen Orientierung konnten lange Zeit nicht stattfinden.
Familiäre Unterstützung gewann an Bedeutung. Wo diese fehlte, hatte dies insbesondere für junge Menschen aus prekären Verhältnissen erhebliche Folgen für die berufliche Orientierung, die Einmündung in ein Ausbildungsverhältnis und/oder den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung.
2.3 Generationswechsel und die Integration in die Arbeitswelt
Durch den demografischen Wandel verschiebt sich die Altersstruktur nach oben, was die Zahl der Erwerbstätigen bis 2060 um 27% sinken lassen wird. Im Jahr 2060 wird die Zahl der unter 30-Jährigen um 30% sinken. Dies wird zwangsläufig dem Wandel eines Arbeitgebermarktes hin zum Arbeitnehmermarkt beeinflussen.
Abb. 6: Demografischer Wandel
(Quelle: Wigger-Spinting, S.; Demografischer Wandel – Revolution im Kaufverhalten? – Hochschule München)
Die zukünftigen Arbeitnehmer, die Auszubildenden von heute sind die Jahrgänge 1994-2010 und gehören zur sogenannten „Generation Z“. Die Generation Z löst die Generation Y, der heute 20-36- Jährigen, bei dem Einstieg in die Berufswelt ab. Zur Generation Y („Millennials) werden diejenigen Altersgruppen gezählt, die um die Jahrtausendwende Teenager waren. Die Mitglieder der Generation Y sind gut ausgebildet, gut informiert, social-media-affin und mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein gestärkt: Durch die demographische Entwicklung und den drohenden Fachkräftemangel haben sie eine vergleichsweise komfortable Situation auf dem Arbeitsmarkt.
9 https://www.agj.de/fileadmin/files/positionen/2021/Positionspapier_Corona_Jugendarbeit.pdf
Fachkräfte und Arbeitsgeber müssen auf die veränderten Gegebenheiten der „Nachfolgergeneration“ zur Generation Y reagieren und ein Verständnis für die Problemlagen und Herausforderungen entwickeln, um daraus neue Handlungsstrategien bei der Integration in die Berufswelt zu erarbeiten. Mitglieder der Generation Z sind aktuell zwischen 12 und 28 Jahre alt. Wir haben es also in der Jugendhilfe mit dieser Generation zu tun, sie verlangt nach einer anderen Ansprache und erfordert in vielen Bereichen ein Umdenken der Fachkräfte bei der Integration in den Beruf.
„Wir bekommen eine hochsensible junge Generation, die alles blitzschnell aufnimmt und erfasst und enorm multitaskingfähig ist (…), dann aber auch nicht mehr so konzentriert ist, sich schnell ablenken lässt und ein kurzes Durchhaltevermögen besitzt.“10 Darauf müssen sich die Unternehmen schon heute einstellen.
Arbeit muss zum Privatleben passen, sie soll Spaß machen und Sinn ergeben. Sie sind vernetzt, realistisch, ehrgeizig, schätzen Freundschaften und eine kollegiale Arbeitsatmosphäre, arbeiten aber lieber allein anstatt im Team und sind multimedia-affin. Medien dienen als Kommunikationsmedium. Als „Digital Natives“ sind sie in einer digitalen Welt aufgewachsen und haben eine durchgehende Präsenz in sozialen Netzwerken. Smartphones und Apps begleiten diese Generation. Dies bringt eine hohe Technologieaffinität mit sich: Digitale Medien sind in jedem Lebensbereich integriert, werden aber selektiver und differenziert genutzt. Sie haben einen hohen Anspruch an eine moderne Ausstattung am Arbeitsplatz. Von ihrem Arbeitgeber wünschen sie ein regelmäßiges Feedback.
Unternehmen sollten sich für die Bewerber aus der Generation Z gut präsentieren, da sie sich stark von Emotionen leiten lassen, wobei Sachlichkeit und Fakten die Grundlage bilden müssen, auf Bewerbungen und Anfragen sollte schnell reagiert werden und der Einstellungsrhythmus sollte dabei nicht Priorität haben.
Durch die Zunahme an Möglichkeiten zur Ausbildungsplatzwahl in allen Bereichen steigt auch die Anspruchshaltung der Generation Z. Sie benötigen Anleitung und Unterstützung, genaue Anweisungen und eine klare Kommunikation von Erwartungen. Im Vordergrund sollte eine individuelle Betreuung stehen, bei denen sie von kompetenten Profis persönlich oder virtuell lernen können.11
3. Koordinierung Jugendberufshilfe/Jugendsozialarbeit
Ab der 7. Jahrgangsstufe beginnt für die Schülerinnen und Schüler die systematische Berufsvorbereitung. Diese mehrjährige Phase wird auf vielfältige Art und Weise von unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen getragen. Dazu gehören Schulen, die Berufsberatung der Arbeitsagentur, lokale Betriebe, Kammern, Unternehmensverbände, Träger der Jugendberufshilfe und weitere engagierte Akteure.
Für die Jugendhilfe lässt sich daraus nicht nur eine inhaltliche Notwendigkeit zur Zusammenarbeit mit den anderen Stellen ableiten, sie ist dazu auch gesetzlich verpflichtet (§ 81 SGB VIII). Darüber hinaus ist das Jugendamt im Rahmen seiner Planungsverantwortung auch dazu aufgerufen, den Bestand an Hilfsangeboten festzustellen, die Wünsche, Bedürfnisse und Interessen von jungen Menschen zu ermitteln und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zu planen (§ 80 SGB VIII). Zur Umsetzung dieser Aufgaben hat das Jugendamt eine Stelle zur Koordinierung der Jugendberufshilfe eingerichtet und diese der Bereichsleitung für Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit an Schulen, Familienbildung, Erziehungsberatung im Jugendamt der Stadt Nürnberg zugeordnet. Die Koordinierungsstelle arbeitet dabei an den Schnittstellen der Jugendhilfe zu den Schulen und zur Arbeitswelt. Sie gestaltet die Weiterentwicklungen am Übergang von der Schule in den Beruf aktiv mit. Sie verfolgt im Rahmen der Jugendhilfeplanung das Ziel, soziale Benachteiligung und individuelle Beeinträchtigungen von jungen Menschen zu verringern und ihre soziale, schulische und berufliche Integration zu fördern. Bei Bedarf werden die Jugendhilfeplanungen mit der Schulverwaltung, dem Jobcenter und den Trägern der betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildung und Jugend-
10 https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article152993066/Was-Generation-Z-vom-Berufsleben-erwartet.html 11 vgl. Prof. Dr. Antje Britta Mörstedt: Generation Y/Z und wie sie ticken. Vortrag 21.10.2019, DEHOGA Landesverbandstag
berufshilfe abgestimmt. In regelmäßigen Netzwerktreffen (AK Jugendberufshilfe, Trägerkreis Übergangsmanagement, Regionale Ausbildungskonferenz, Redaktionsteam Datenbank, etc.) findet ein regionaler Austausch zu allen fachlichen Themen des Übergangsmanagements statt. Zudem finden regelmäßige Abstimmungsgespräche zu aktuellen Entwicklungen im Bereich Übergang mit den Mitarbeitern des Bildungsbüros Nürnberg statt.
Bereits 2019 wurde die Neustrukturierung des Arbeitskreises Jugendberufshilfe Nürnberg im Netzwerk des lokalen Übergangssystems vereinbart. Zukünftig soll das Zusammentreffen nicht mehr als Arbeitskreis, sondern als Forum Jugendberufshilfe stattfinden. Diese Form ermöglicht den Fachkräften einen intensiveren Austausch über die Angebote zur beruflichen Orientierung, durchgeführt von freien Trägern. Sie lädt über 70 Personen aus den verschiedenen Rechtskreisen und Arbeitsfeldern des Übergangs Schule - Beruf ein. Im Jahr 2021 war der ehemalige AK Jugendberufshilfe als 1/2 tägiges „Forum Jugendberufshilfe Nürnberg" wieder mit wissenschaftlichem Referat und Arbeitsgruppen geplant. Die Planungen für 2021 konnten aufgrund der Corona Pandemie nicht als Forum in Präsenz umgesetzt werden, daher fand der Austausch mit den Akteuren (u.a. freie Träger/ASD/JBA) als digitaler Arbeitskreis statt.
Die Kooperation mit der gemeinsamen Anlaufstelle der Jugendberufsagentur (SGB VIII, II,III). fand in Form von Abstimmungsgesprächen zur Zielgruppe, den Prozessabläufen und Zuständigkeitsübergaben statt. Die Koordinierungsstelle hatte regelmäßig Austausch mit den Mitarbeitern des Jugendamtes der Jugendberufsagentur und agierte als Scharnier zu Kooperationspartnern und unterstützt bei der Vermittlungsarbeit. Zudem wurde eine gemeinsame Informationsveranstaltung für neue Mitarbeiter des Jugendamtes aus den Abteilungen Jugendsozialarbeit an Schulen und offene Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt.
Seit Januar 2015 liegt die Koordinierung des Projekts „Jugend Stärken im Quartier“ im Jugendamt bei der Koordinierungsstelle Jugendberufshilfe. Nachdem das Projekt mit dem Ende der zweiten Förderperiode am 30.6.2022 ausläuft, wurde gemeinsam mit der NOA eine Interessensbekundung für das neue ESF+ geförderte Angebot „Keep in Touch“ erstellt (s.u.).
4. Angebote im Regionalen Übergangsmanagement
In der untenstehenden Darstellung sind die Aufgaben der Koordination Jugendberufshilfe/ Jugendsozialarbeit und des Bildungsbüros im Rahmen des Regionalen Übergangsmanagements dargestellt. Die Tätigkeitsschwerpunkte überschneiden sich, so dass eine konstruktive und effiziente Zusammenarbeit in diesem Bereich notwendig ist. Im Rahmen der Berichterstattung des Bildungsbüros fand zuletzt am 17.06.2021 im gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss ein ausführlicher Bericht zu den einzelnen Bausteinen des RÜM statt. Die folgenden Punkte (Nürnberger Portfolio, Berufsberatung, BOP, BerEb) sind der Ausschussvorlage „Bildungsberichterstattung der Stadt Nürnberg. Übergang Schule-Beruf/ Nürnberger Modell“ des Bildungsbüros entnommen und ggf. aktualisiert.
Die folgende Grafik stellt den aktuellen Stand des Nürnberger Modells dar. Die Angebote sind differenziert in Maßnahmen für alle Nürnberger Schülerinnen und Schüler ab der 7.Klasse und Angebote zur individuellen Unterstützung. In diesem Bereich endet mit dem Stichtag 30.06.2022 das Projekt Perspektiven im Quartier. Im Folgenden werden die einzelnen Module des Regionalen Übergangsmanagements (RÜM) mit konzeptionellen Veränderungen näher beschrieben.
4.1 Nürnberger Portfolio
In den Mittelschulen bildet das „Nürnberger Portfolio: Mein Weg zur Ausbildung“ die verbindliche Grundlage für die Dokumentation des Berufsorientierungsprozesses der Schülerinnen und Schüler. Die jedem Mittelschüler und jeder Mittelschülerin zur Verfügung gestellten Portfolio-Ordner werden über Stiftungsmittel finanziert. Durch den langen Distanz- und Wechselunterricht ist das Portfolio nur eingeschränkt genutzt worden. Zum einen waren die Ordner zuhause oft nicht verfügbar, zum anderen gab es kaum Anlässe (Praktikum, Potenzialanalyse o.ä.) zur Bearbeitung.
4.2 Berufsberatung der Agentur für Arbeit
Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit möchte junge Menschen in allen Fragen „rund um die Berufswahl“ unterstützen. Die Einführung der sogenannten Lebensbegleitenden Berufsberatung vor dem Erwerbsleben (LBB), mit der die Unterstützung bei der Berufs- und Studienwahl an allgemeinbildenden Schulen ab dem Schuljahr 2019/2020 nochmals intensiviert werden sollte, konnte durch pandemiebedingte Zugangsbeschränkungen zu Schulen nur bedingt umgesetzt werden. Alternative, insbesondere telefonische Formen der Beratung und Videoberatung kamen zum Tragen. Daneben gelang es gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und der Stadt Nürnberg den BerufsberaterInnen Zugänge über MS Teams zu allen Mittelschulen (und analog auch in den anderen weiterführenden Schularten) einzurichten und damit eine digitale Zugangsmöglichkeit sowohl zu den Lehrkräften als auch den SchülerInnen im Klassenverband zu erhalten. Der Kontaktaufbau zu den SchülerInnen ist hierbei allerdings aufwendiger und gelang nicht mit allen Jugendlichen gleichermaßen.
4.3 BMBF-Programm „Bildungskette“: Berufsorientierungsprogramm BOP
Die Angebote der zweitägigen „Potenzialanalyse“ und der zweiwöchigen „Werkstatt-Tage“ sind Teil des umfassenden „Berufsorientierungsprogramms BOP“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Sie werden seit 2011 in Nürnberg in allen staatlichen Mittelschulen (sowie zwei privaten) und an sechs Förderzentren (sowie dem Förderzentrum der bbs) durchgeführt. Die beteiligten Träger, die städtische Noris Arbeit gGmbH sowie die bfz gGmbH kooperieren hier und stimmen sich bezüglich der Aufteilung der Schulen ab. Die Handwerkskammer für Mittelfranken betreut weitere vier Mittelschulen.
Corona bedingt konnte das Programm nur eingeschränkt durchgeführt werden.
Berufsorientierungs-Module (§ 48 SGB III)
Seit dem Schuljahr 2020/21 wurden die vorher als Module A bis I bekannten Angebote der Berufsorientierung, die vom Freistaat und der Agentur für Arbeit nach §48 SGB III finanziert und über das Staatliche Schulamt organisiert von den Mittelschulen gebucht werden können, neu konzipiert und benannt. Aus den grundsätzlichen Möglichkeiten der Module „Talente entdecken“, „Talente entwickeln“ und „Talente fördern“ wurde für Nürnberg bedarfsgerecht das Angebot „Talente fördern“ ausgewählt, das auf die Begleitung von SchülerInnen mit einem höheren Berufsorientierungsbedarf über einen längeren Zeitraum setzt und auf die Ergebnisse des BOP aufsetzen kann. Im Modul sollen acht „Bausteine“ in Kleingruppen im Schuljahresverlauf umgesetzt werden. Für die spezifische Zielgruppe „neuzugewanderte Jugendliche“ bietet der Bildungsträger Kolping das Modul „I – Flüchtlingsintegration“ an.
4.4 Berufseinstiegsbegleitung (BerEb)
Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) ist zentrales Element der Übergangsbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Unterstützungsbedarfen. BerEb ist ein Regelinstrument nach §49 SGB III von der Agentur für Arbeit mit Kofinanzierung durch den Freistaat Bayern. Aufgrund eines angemessenen Betreuungsverhältnisses (eine Fachkraft für 20 SchülerInnen) können die BerufseinstiegsbegleiterInnen sehr individuell und damit bedarfsgerecht arbeiten. Eine Besonderheit besteht in der Möglichkeit, die Jugendlichen bis zu sechs Monaten nach Beginn einer dualen Ausbildung zu betreuen (d. h. im Vorfeld auch während eines Berufsvorbereitungsjahres), um Stolpersteine gerade zu Beginn der Ausbildung erkennen und überwinden zu können. Die Berufseinstiegsbegleitung ist außerdem das einzige Regelinstrument am Übergang Schule - Beruf, das unabhängig von den eigenen Angeboten im sonderpädagogischen Bereich auch die Zielgruppe der Förderschüler/-innen (mit 25 Plätzen) miteinbezieht.
„Durch die Corona-Pandemie ist die Berufseinstiegsbegleitung, welche Schülerinnen weiterführender Schulen bereits in den Vorabgangsklassen bis zur Ausbildung sozialpädagogisch begleitet, völlig in den Hintergrund gerückt. Dieses Angebot war seit Schuljahresbeginn 2019/20 aufgrund fehlender Kofinanzierung durch die Länder nicht bundesweit abgesichert.“12
Das Programm der Berufseinstiegsbegleitung wird in Nürnberg seit 2010 durchgeführt. Es sollte nach Plänen des Freistaats Bayern zunächst ab dem Schuljahr 2021/22, dann ab dem Schuljahr 2022/23 auslaufen, wurde dann aber nach umfangreichen politischen Interventionen aller Akteure zum zweiten Mal verlängert.13 Damit konnte schließlich im März 2022 (statt wie regelhaft im September/Oktober des Vorjahres) der aktuelle Jahrgang mit BerufseinstiegsbegleiterInnen starten. Dafür waren wieder 225 Plätze für MittelschülerInnen vorgesehen, die auf die Schulverbünde aufgeteilt werden. Weitere 25 Plätze stehen geeigneten FörderschülerInnen zur Verfügung, für die das Angebot eine sehr wichtige Unterstützung für den Übergang in eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt darstellt. Aufgrund der
12 https://www.meine-caritas.de/files/newsletters/ee2e0676-a6de-472b-b8b5-40f82a85bb4f/33aecbec-b7aa- 47ac-848d-3409400957b3/documents/Corona%20und%20die%20Folgen%20fur%20bildungsbenachteiligte%20junge%20Menschen.pdf 13 vgl. https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/12122/nr-049-vom-22-04-2022.html
Ausschreibungsmodalitäten des Regionalen Einkaufszentrums der Arbeitsagentur hat mit Kolping ein neuer Bildungsträger den Zuschlag für den letztmaligen Durchlauf bekommen.
4.5 SCHLAU
Das umfassende Beratungs- und Begleitungsangebot von „SCHLAU Übergangsmanagement“ – ist als Abteilung angesiedelt im Amt für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg.
SCHLAU –für Mittelschulen - Abgangsklassen
ist ein Angebot, das jungen Menschen während des Übergangs von der Schule in die berufliche Ausbildung zur Seite steht und gemeinsam mit den Jugendlichen individuelle Anschlusslösungen erarbeitet und findet. Im Zentrum stehen die berufliche Orientierung und das Erstellen von Bewerbungsunterlagen der Schüler/innen in der 9. Jahrgangsstufe der Mittelschulen sowie des Mittlere- Reife-Zuges (M 10 und V 9+2). Die Einbeziehung der Eltern in den Beratungsprozess ist uns ein wichtiges Anliegen. Das Angebot wird aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gefördert.
SCHLAU – Mittelschule - 8. Klassen
zeigt Jugendlichen aus den Vorabgangsklassen Wege der beruflichen Orientierung. In Kleingruppen werden sie bei ihrer Selbsteinschätzung unterstützt und an Anforderungen und Ziele eines Praktikums herangeführt. Einzelcoaching rundet die frühzeitige persönliche Berufswegeplanung ab. Das Angebot wird aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gefördert.
SCHLAU für Berufsschulen (Ausbildungsakquisition)
begleitet werden Schüler/innen, die im Anschluss an die allgemeinbildende Schule ein vollschulisches Berufsvorbereitungsjahr an einer Nürnberger Berufsschule besuchen. Die jungen Menschen werden in Gruppenangeboten, Arbeiten in kleinen Gruppen sowie in individuellen Beratungsgesprächen an die Berufswelt herangeführt und im Bewerbungsprozess zielführend begleitet. Das Angebot der Ausbildungsakquisition vom SCHLAU Übergangsmanagement Nürnberg wird gefördert mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales.
SCHLAU für Geflüchtete / Neuzugewanderte (Ausbildungsakquisition für Flüchtlinge) ist ein Angebot für junge Menschen bis 25 Jahre mit Fluchthintergrund sowie bei Bedarf mit Migrationshintergrund und Integrationshindernissen, die Unterstützung bei der Berufsorientierung und der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einem alternativen Anschluss wünschen. Die Teilnehmenden erhalten eine individuelle Betreuung, die auf die besondere Situation eines geflüchteten bzw. neuzugewanderten jungen Menschen eingeht. Angeboten wird die zielgerichtete Begleitung auf dem Weg in eine berufliche Ausbildung und Qualifizierung, die sich über den gesamten Berufsorientierungs- und Bewerbungsprozess bis hin zur Aufnahme des Ausbildungsverhältnisses erstreckt. Dabei stehen die Ausbildungsakquisiteure/-innen den jungen Menschen auch bei der Klärung der rechtlichen Möglichkeiten für die Aufnahme einer Berufsausbildung oder den Zugang zu Angeboten der Berufsvorbereitung zur Seite. Die Intensität der Unterstützung orientiert sich am Bedarf des Ratsuchenden. Das Angebot der Ausbildungsakquisition für Flüchtlinge wird gefördert mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration.
SCHLAU Berufsschulberatung
informiert und berät alle Mittelschüler/innen beim Übergang in weiterführende Schulen. Im Rahmen einer Klassenveranstaltung werden die SchülerInnen über die Angebote nach der 9. Jahrgangsstufe informiert und mit ihnen ein Berufswegeplan erstellt. Zudem agiert das Team bildungsbegleitend in Maßnahmen der Berufsvorbereitung an den Berufsschulen und berät bei drohendem Ausbildungsabbruch.14
Auch die Angebote von Schlau waren von pandemiebedingten Einschränkungen empfindlich betroffen; es gelang aber die Mehrzahl der teilnehmenden SchülerInnen noch zu erreichen. Hier wirkte der vertrauensvolle persönliche Kontakt, der von den Fachkräften noch vor den Schulschließungen zu den meisten Teilnehmenden aufgebaut werden konnte, als „Krisenprävention“. Damit konnten
14 vgl. https://www.nuernberg.de/internet/schulen_in_nuernberg/projekt_schlau.html
die Schülerinnen und Schüler auch während der Schließungen weitestgehend via Telefon und digital weiterbetreut werden. „Die Neuausschreibung der bisher von SCHLAU bedienten Inhalte, für die SCHLAU erfreulicherweise wieder den Zuschlag erhalten hat, wies folglich eine Reduzierung der Teilnehmerzahl von SCHLAU für Entlassklassen von 510 auf 340 Plätze aus. Von den 340 Plätzen wiederum dürfen nur maximal 20% an Schüler*innen aus der M10 und den V2-Klassen der Mittelschulen vergeben werden. Damit können ab dem Schuljahr 2021/22 170 Jugendliche weniger von SCHLAU begleitet werden. Statt bisher 170 Schüler*innen können nur noch 68 aus M10 und den V2-Klassen teilnehmen. Eine Lücke für über 100 Jugendliche, für die es kein alternatives Berufsorientierungsangebot gibt. Die Veränderungen sind zwar nachvollziehbar notwendig, schlagen aber wie geschildert neue Lücken in das System der Berufsorientierung.“15
IBOS
Das Angebot IBOS (Intensivierte Berufliche Orientierung für Schüler), das SCHLAU-Projekt, das für jeweils einen Klassenzug an der Mittelschule Hummelsteiner Weg sowie an der Mittelschule Scharrerschule durchgeführt wird und den Fokus auf enge sozialpädagogische Begleitung und gut vorbereitete und begleitete Praktika setzt.
Aufgrund des Lockdowns und der folgenden Einschränkungen war IBOS sehr stark betroffen: In den siebten Jahrgangsstufen fehlte durch Distanz- und Wechselunterrichtsbedingungen Zeit für berufsorientierende Inhalte.
IBOS sollte nach den Plänen des StMUK auslaufen. Aufgrund starker politischer Intervention wurde IBOS zunächst letztmalig für das Schuljahr 2021/22 bewilligt, nach wiederholter Anfrage der Stadt Nürnberg bewilligte das Kultusministerium, wiederum „letztmalig“ noch einmal 50% der Mittel, möchte aber das Projekt in vollem Umsatz umgesetzt sehen. Die Stadt Nürnberg wird daher versuchen, die Eigenmittel so einsetzen, dass zum einen eine Betreuung der Schüler/-innen noch sinnvoll machbar ist und zum anderen die Möglichkeit der Überführung in ein Nachfolgeprojekt weiterhin möglich bleibt.16
4.6 QUAPO
Das bereits seit vielen Jahren im Regionalen Übergangsamangement etablierte Projekt Quapo ist ein kombiniertes Angebot für Mittelschüler und Mittelschülerinnen der 8. und 9. Jahrgangsstufe, bestehend aus Förderunterricht und beruflicher Orientierung. Mit Beginn des Schuljahres 2021/22 wurden einige konzeptionelle Änderungen vorgenommen. Neu ist, dass beide Elemente – Förderunterricht und berufliche Orientierung – nicht mehr so eng verknüpft sind und nun auch unabhängig voneinander in Anspruch genommen werden können. Die Zielgruppe wurde erweitert und umfasst nun alle Schülerinnen und Schüler, die nach Einschätzung der jeweiligen Klassenlehrkraft Unterstützung nötig haben, entweder um eine berufliche Perspektive zu entwickeln und/oder einen Schulabschluss (EAM oder Quali) zu erreichen. Die berufliche Orientierung beginnt im 2. Halbjahr der 8. Jahrgangsstufe und hat das Ziel, mit allen Teilnehmenden einen individuellen passgenauen Anschluss an die 9. Klasse zu erarbeiten.
Überwiegend im Einzelcoaching erstellen die Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen zusammen mit den Jugendlichen einen Berufswegeplan sowie Bewerbungsunterlagen, trainieren Vorstellungsgespräche und helfen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer weiterführenden Schule. Der Förderunterricht beginnt ab der 9. Klasse und findet in kleinen Lerngruppen direkt an der jeweiligen Schule statt. Die Lehrinhalte ergeben sich – in enger Absprache mit den jeweiligen Klassenlehrkräften – aus dem individuellen Unterstützungsbedarf der Teilnehmenden.
Nachdem in den Vorjahren die Teilnehmerzahlen immer zwischen 150 bis 200 gelegen hatten, gab es ab März 2020 mit Beginn der pandemiebedingten Maßnahmen einen Rückgang. Für das Schuljahr 2019/20 waren 100 Schüler und Schülerinnen aus der 9. Jahrgangsstufe angemeldet, im März 2020 kamen 52 angemeldete Jugendliche aus der 8. Jahrgangsstufe hinzu, mit denen allerdings aufgrund der Schulschließungen erst ab September gestartet werden konnte. Im Schuljahr 2020/21 lagen zu Beginn 75 Anmeldungen vor, abgeschlossen wurde das Schuljahr von 66 Schülern und
15 Schlau Tätigkeitsbericht Schuljahr 2020/21 16 Quelle Bildungsbüro Stadt Nürnberg
Schülerinnen. Anmeldungen für die 8. Jahrgangsstufe konnten wie auch im Jahr zuvor aufgrund der erneuten Schulschließungen zwar angenommen werden, mit der Beruflichen Orientierung und dem Unterricht aber erst zu Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 gestartet werden. In den beiden Schuljahren 2019/20 und 2020/21 konnten zwischen März 2020 und Juli 2020 sowie zwischen Dezember 2020 und Juni 2021 weder Unterricht noch berufliche Orientierung in Präsenz stattfinden, da - neben zeitweise geschlossenen Schulen - außerschulische Aktivitäten untersagt waren, so dass die Begleitung der Schülerinnen und Schüler auf allen anderen möglichen Wegen erfolgen musste. Die Berufliche Orientierung fand vor allem über Telefon- und Mailkontakt statt, der Unterricht erfolgte digital. Die Teilnahme am digitalen Angebot war allerdings zum Teil gering, was zum einen an der oft mangelnden technischen Ausstattung der Schülerinnen und Schüler lag, zum andern aber auch an der geringen Motivation, nach dem regulären digitalen Schulunterricht auch noch nachmittags digital unterrichtet zu werden. Zudem wurden Arbeitsblätter zur Verfügung gestellt.
Auch im laufenden Schuljahr 2021/22 sind die Auswirkungen der Pandemie im Hinblick auf die Zahlen noch zu spüren. Im September konnte mit 93 Teilnehmenden begonnen werden, erfreulicherweise wieder unter „normalen“ Bedingungen.17
4.7 Perspektiven im Quartier
Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nicht in den schulbezogenen Übergangsmaßnahmen wie SCHLAU und QUAPO oder durch die Berufseinstiegsbegleitung betreut werden und insbesondere junge Menschen bis zu 27 Jahren, die sich weder in Ausbildung, einer berufsvorbereitenden Maßnahme oder Beschäftigung befinden und deren Einstieg in die Arbeitswelt nicht nachhaltig gelingt, finden eine niedrigschwellige Anlaufstelle im Projekt „Perspektiven im Quartier“, das von den Fachkräften der Noris Arbeit gGmbH durchgeführt und vom Jugendamt koordiniert wird. Seit 2015 wird das Projekt mit Bundes-ESF-Mitteln des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ gefördert und endet mit der zweiten Förderperiode zum 30.06.2022.
Das Angebot aus dem Arbeitsfeld der Jugendberufshilfe versteht sich als einzelfallbezogene, langfristig angelegte Unterstützung und Begleitung junger Menschen auf dem Weg zur beruflichen Integration. Im Projekt werden die Bausteine aufsuchende Arbeit, Clearing/niedrigschwellige Beratung und Case Management von einem Team durchgeführt. Dadurch können Übergaben von einer auf eine andere Betreuungsperson vermieden, Phasen der Vertrauensbildung verkürzt und die Teilnahmedauer verringert werden. In der Fallarbeit wird Kompetenzfeststellung durchgeführt und Förderpläne und Zielvereinbarungen im Hinblick auf die Wiederaufnahme von schulischer oder beruflicher Bildung mit den Teilnehmern erstellt.
Mit dem ersten Lockdown im März 2020 wurden die Beratungen per Telefon und E-Mail durchgeführt. Persönliche Kontakte, v. a. für den Erstkontakt, fanden in Ausnahmefällen statt. Über die aufsuchende Arbeit, primär an Mittelschulen und Beruflichen Schulen, sollen Schulabbrüche und das „Abtauchen“ aus Regelangeboten vermieden werden.
Pandemiebedingt spielte die Vermittlung von Kooperationspartnern eine entscheidende Rolle. Das Projektteam hat kontinuierlich die Kooperation zu allen relevanten Institutionen und Einrichtungen des regionalen Übergangsmanagements (insbesondere AA, JC, JBA) gepflegt.
Durch Schulschließungen und den daraus resultierenden Veränderungen in der Vermittlung durch externe Fachkräfte war der Zugang zum Projekt für die Jugendlichen teilweise eingeschränkt. Die Projektmitarbeiter/-innen berichten über eine Zunahme von psychosozialen Problemen der Teilnehmenden.
17 Quelle Noris Arbeit gGmbH Nürnberg
5. Angebote der Jugendhilfe zur beruflichen Integration
5.1 Jugendberufsagentur – gemeinsame Anlaufstelle
Die gemeinsame Anlaufstelle der Jugendberufsagentur (JBA) wurde 2019 in den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit am Richard-Wagner-Platz eröffnet. Das Beratungspersonal setzt sich aus Fachkräften der drei Rechtskreise SGB II (Integrationsfachkräfte des Jobcenters), SGB III (Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit) und SGB VIII (Jugendamt – ASD) zusammen. Der Auftrag – Schaffung einer niedrigschwelligen Zugangsmöglichkeit für junge Menschen am Übergang Schule Beruf – ergibt sich aus der 2018 getroffenen Kooperationsvereinbarung. Ihr Anliegen soll dort qualifiziert geklärt und ihnen in der Folge weitere Betreuung angeboten werden bzw. vermittelt die Anlaufstelle in ihrer Lotsenfunktion in weiterführende Hilfen.
Im Folgenden wird aus Sicht der Jugendhilfe mit entsprechender Schwerpunktsetzung berichtet. Nach einer nur sechsmonatiger Startphase musste aufgrund des ersten Lockdowns die Anlaufstelle im März 2020 geschlossen werden. Im September 2020 nahm das SGB VIII seine JBA-Tätigkeit wieder auf. Mit der Schaffung einer gemeinsamen Telefon-Hotline konnte ein alternativer Zugangsweg angeboten werden. Die Kernzielgruppe, junge Menschen mit unklaren Problemlagen und Anliegen bzw. Bedarfen, die verschiedene Themenfelder und folglich auch mehrere Rechtskreise betreffen, wobei die Anbindung an die relevanten Rechtskreise noch nicht (ausreichend) gelungen ist, konnte damit nur bedingt erreicht werden.
Fachkräfte des SGB VIII intensivierten deswegen die Zusammenarbeit mit verschiedenen Netzwerkpartnern und entwickelten gemeinsam Wege an den jeweiligen Schnittstellen. Konkret wurden v. a. Möglichkeiten vereinbart, junge Menschen durch aufsuchende und nachgehende Sozialarbeit zu erreichen, die alleine den Weg nicht in die Anlaufstelle gehen können bzw. wollen. Exemplarisch sind hier das Abholen in der Notschlafstelle „Sleep In“, offene Sprechstunden im Projekt „Stellwerk“ von Don Bosco und der Jugendschutzstelle sowie die verstärkte Zusammenarbeit mit Regelsystemen wie dem ASD und dem Sozialpädagogischen Fachdienst genannt. Im Schnitt kam es in diesem Zeitraum zu zehn Anfragen pro Monat an das SGB VIII. Die Zielgruppenakquise wurde durch immer wieder geschlossene Einrichtungen der Netzwerkpartner unterbrochen. In der Integrationsplanung kam es zu Verzögerungen, weil junge Menschen ihre geplante Maßnahme aufgrund der 2G-Zugangsgregelung nicht antreten konnten.
Seit März 2022 verfügt die gemeinsame Anlaufstelle wieder über Räumlichkeiten – neu im DLZ u25, Sandstraße 22 - 24. Fachkräfte bieten seitdem wieder jungen Menschen und begleitenden Dritten ein gemeinsames Clearing, Fallbesprechungen und gemeinsame Integrationsplanungen auch im persönlichen Kontakt an. Die Zahl der monatlichen Anfragen (ca. 25) hat sich seitdem im Vergleich zu den Jahren 2020 und 2021 mehr als verdoppelt. Das Angebot der offenen Sprechzeit wird dabei noch kaum genutzt. Rund 30% der Anfragen führen zu einem gemeinsamen Clearing mit mindestens zwei Rechtskreisen.
Im Sinne der rechtskreisübergreifenden Maßnahmenplanung und der gemeinsamen Integrationsplanung wurde die seit 2015 bestehende Maßnahme „Mit Erfolg zum Ausbildungsziel!“ (MEzA!) beim SOS-Kinderdorf Nürnberg in die JBA Struktur integriert und die Maßnahmensteuerung von den Mitarbeiterinnen des Jugendamtes übernommen (siehe Punkt 6.4) .
5.2 Jugendsozialarbeit an Schulen
Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) ist eine Leistung der Jugendhilfe, bei der sozialpädagogische Fachkräfte kontinuierlich vor Ort in der Schule tätig sind und dadurch den Kindern und Jugendlichen ein verlässliches Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Lebenswelt Schule anbieten können. JaS stellt dabei oft die einzig wahrnehmbare Form der Beratung für Kinder und Jugendliche im Bereich der Jugendhilfe dar, da bei der Jugendsozialarbeit an Schulen eine besonders niedrigschwellige Hilfe und Unterstützung mit sozialpädagogischen Fachkräften direkt vor Ort in der Lebenswelt Schule ermöglicht wird. JaS findet in enger und partnerschaftlicher Kooperation mit der Schule und vielen anderen außerschulischen Kooperationspartnern statt.
Das Nürnberger JaS-Konzept wird in Übereinstimmung mit der entsprechenden Förderrichtlinie des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales umgesetzt.
Insgesamt sind 98 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen an 83 Schulstandorten tätig. Jugendsozialarbeit an Schulen gibt es in Nürnberg an 23 Mittelschulen, 5 sonderpädagogischen Förderzentren, 11 Berufsschulen (inkl. Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung), 6 Realschulen und einem Gymnasium. Um einen Überblick über die berufsbezogenen Angebote und Leistungen von JaS für das Jahr 2021 zu erhalten, wurde das standardisierte Dokumentations- und Berichtsverfahren der JaS in Nürnberg ausgewertet.
Einzelfallbezogene Beratung und Hilfe
Die sozialpädagogische Beratungs- und Betreuungsarbeit ist Kernstück der Jugendsozialarbeit an Schulen. Sie hilft auf der Grundlage sozialpädagogischer Diagnostik Schülerinnen und Schülern dabei, ihre Potenziale zu entfalten und den für sie geeigneten Weg (Hilfe zur Selbsthilfe) zur Lösung von Problem- oder Krisensituationen zu finden. An den ausgewerteten 54 Mittelschulen, beruflichen Schulen, Förderzentren und Realschulen wurden 2021 3.518 Schülerinnen und Schüler durch einzelfallbezogene Leistungen erreicht. Zur Erfassung des Anteils der arbeitsweltspezifischen Aspekte (z. B. Berufsorientierung, Ausbildungsreife, soziale Kompetenzen) an einzelfallbezogenen Leistungen wurden die Berichtstangaben zu den Anlässen mit Ausbildungs- und Arbeitsweltbezug herangezogen, z. B. zu „Problemen mit Arbeitgeber und Ausbildungsstelle“, „Übergang Schule - Beruf“, „Ausbildungsabbruch“ oder „Arbeitslosigkeit des jungen Menschen“: Insgesamt wurden danach 4,6 % der einzelfallbezogenen Leistungen im Feld der beruflichen Integration durchgeführt. Der Wert an den beruflichen Schulen lag mit 18,8 % deutlich darüber. In den letzten schulischen Jahrgangsstufen sind berufsbezogene Themenstellungen vor allem mit schulischen Problemlagen oder fehlenden Schulabschlüssen eng verbunden. Die einzelfallbezogenen Leistungen wurden zu 56 % von männlichen und zu 44% von weiblichen Jugendlichen und junge Erwachsenen in Anspruch genommen. Der Migrationsanteil der von JaS erreichten Schülerinnen und Schüler lag bei durchschnittlich 77,8 %.
Einzelfallbezogene Hilfen als Brücke zu den Leistungen nach dem SGB-II und
SGB-III
Wenn von einer JaS-Fachkraft in der Einzelfallhilfe der Bedarf nach weiteren inhaltlichen Unterstützungen und Leistungen durch andere Dienste erkannt wird, gehört es zu ihrem Aufgabengebiet, hier entsprechend tätig zu werden. JaS ist deshalb in viele Netzwerke eingebunden und kooperiert z. B. mit anderen sozialen Diensten. Bei Fragen der Berufsorientierung oder der Grundsicherung arbeitet JaS insbesondere mit Trägern der Jugendberufshilfe, der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zusammen. Durchschnittlich wurde bei jeder Einzelfallhilfe mit 1,34 Kooperationspartnern kooperiert.
Gruppenbezogene Projekte und Aktionen
Neben der Einzelfallhilfe führt JaS Angebote im Rahmen der sogenannten strukturellen Leistungen durch: Vernetzung, Bildung und Qualifizierung, Gestaltung des Schullebens sowie präventive Angebote. In diesem Kontext gehören zu den präventiven Gruppenangeboten der beruflichen Integration z. B. Projekttage zur Berufsorientierung, zur sozialen Kompetenz in der Bewerbung oder der Besuch von Berufsbasaren. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten im Jahr 2021 hier nur vereinzelt Projekte realisiert werden.
Praxisklassen
In Praxisklassen werden Mittelschülerinnen und Mittelschüler mit großen Lern- und Leistungsrückständen, die wenig Chance auf einen Mittelschulabschluss und damit auch auf dem Ausbildungsmarkt haben, in kleinen Klassen mit einem hohen berufsbezogenen Praxisanteil gefördert. In der Praxisklasse arbeiten Lehrkraft und sozialpädagogische Fachkraft interdisziplinär zusammen. Durch den deutlich kleineren Betreuungsschlüssel ist es den sozialpädagogischen Fachkräften möglich, intensiver bei schulischen, familiären und persönlichen Problemen, in Fragen der beruflichen und individuellen Orientierung und bei Konflikten tätig zu werden und somit die Schülerinnen und Schüler zu stabilisieren. Den größten Förderbedarf weisen die Jugendlichen im Sozial- und Arbeitsverhalten, in der Bearbeitung von Konflikten sowie in der Entwicklung einer realistischen Berufswahl auf.
Die Maßnahme findet in Kooperation mit Berufsschulen, Betrieben, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit statt. Kernstück sind dabei die Praxistage, an denen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen unter der Anleitung erfahrener Berufsschullehrer und Dozenten verschiedene Berufsbereiche (Metall, Bau, Installation, Gastronomie) kennen lernen und sich darin selbst erproben können.
Im Schuljahr 2020/2021 besuchten 29 Jugendliche die beiden Praxisklassen an der Johann-Daniel- Preißler-Mittelschule und der Mittelschule Hummelsteiner Weg. Dabei haben 22 Schülerinnen und Schüler den einfachen Mittelschulabschluss erreicht. Fünf Jugendliche konnten direkt im Anschluss an die Praxisklasse eine Ausbildung aufnehmen. Die verbleibenden 24 wurden in eine Anschlussmaßnahme vermittelt.
5.3 Berufliche Orientierung in der (Offenen) Kinder- und Jugendarbeit
Ziele der Jugendarbeit sind Selbstbestimmung, gesellschaftliche Mitverantwortung und soziales Engagement. Der Jugendarbeit geht es dabei auch um die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstachtung und um die Kompetenzen zur eigenständigen Lebensführung. Somit ist die Zielsetzung der Jugendarbeit auch nicht auf eine „konkrete Verwertbarkeit“, etwa in schulischer oder beruflicher Hinsicht, ausgerichtet.
Der Auftrag der Jugendarbeit (§11 SBG VIII), als eigenständiger Sozialisationsbereich, besteht in der Förderung der schulischen, beruflichen und sozialen Integration junger Menschen. Sie soll zur Herstellung von Chancengleichheit vor dem Hintergrund unterschiedlicher individueller Lebenslagen beitragen und jungen Menschen bessere Bildungschancen und mehr gesellschaftliche Teilhabe eröffnen.
Die Angebote der Jugendarbeit richten sich an alle jungen Menschen und sollen die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen fördern, an den Interessen der Jugendlichen ansetzen, sie zur Selbstbestimmung befähigen und gesellschaftliche Mitverantwortung sowie soziales Engagement anregen. Zur Jugendsozialarbeit besteht folglich eine Schnittmenge bei der pädagogischen Begleitung der Entwicklungsaufgaben in der Gruppe der Jugendlichen, die auf eine intensivere Unterstützung am Übergang Schule-Beruf angewiesen ist.18 Die Jugendsozialarbeit hat hier eine Ausgleichsfunktion im Hinblick auf soziale Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen.19
Jugendarbeit wird in Nürnberg vom Träger der öffentlichen Jugendhilfe und von den freien Trägern und Verbänden angeboten. Zu ihren Arbeitsprinzipien gehören der offene Zugang, die Freiwilligkeit, die Lebensweltorientierung und die ganzheitliche Förderung. In der Regel verfolgen die Jugendeinrichtungen einen ausgeprägt sozialraumorientierten Ansatz und kooperieren häufig mit anderen sozialen Diensten und Bildungseinrichtungen.
Die offenen Angebote der Einrichtungen der Jugendarbeit bieten jungen Menschen Lern- und Sozialisationsfelder außerhalb der Einflussbereiche von Elternhaus, Schule und Berufsbildung an. Zu den Schwerpunkten der arbeitsweltbezogenen Jugendarbeit gehört z. B. die Jugendberatung. Neben der berufsbezogenen Beratung führen die Jugendeinrichtungen arbeitsweltbezogene Aktionen und Projekte durch. Dazu gehören insbesondere Bewerbungstraining, Handwerk-, Medien- und Theaterprojekte und Qualivorbereitung. Exemplarisch werden hier die drei Projekte „Ausbildung- direkt“, „Praxistage“ und „Berufe-Info-Tag für Mädchen“ dargestellt.
Ausbildung-direkt
„Ausbildung-direkt“ wurde bereits 2005 vom Kinder- und Jugendhaus Alf ins Leben gerufen. Inzwischen wird es durch Angebote von anderen Jugendeinrichtungen ergänzt. Ziel ist, Jugendlichen aus dem Südosten der Stadt die Suche nach Ausbildungsplätzen zu erleichtern und ihnen mehr Informationen zu einzelnen Ausbildungsberufen zu gewähren und den Ausbildungsstellenmarkt direkt vor der Haustür zugänglicher zu machen. Die Einbindung der Betriebe gewährleistet einen starken Praxisbezug. Bewährt hat sich hierfür die intensive Vernetzung von Schule, Jugendsozialarbeit an Schulen, Jugendeinrichtungen und den ortsansässigen Firmen.
Das Projekt stützt sich insbesondere auf drei Säulen:
- Lehrstellenforum: Übersicht über ortsansässige Firmen, die Ausbildungsstellen und Praktikums-
plätze zur Verfügung stellen.
- Berufsinformations- und Praktikumsbörse: Jährlich stellen sich örtliche Betriebe an den Schulen
in Altenfurt oder Langwasser vor.
- Berufserkundung: Monatlicher Besuch eines Betriebes im Stadtteil mit Schülerinnen und Schü-
lern der Mittelschule Altenfurt. Durch die Kooperation mit der Schule konnten auch im Lockdown weiter verschiedene Angebote gemacht werden. Die Betriebserkundungen konnten wegen der Pandemie nur bedingt durchgeführt werden.
18 vgl. Münder/Meysen/Trenczek (Hg.) Frankfurter Kommentar SGB VIII, 8. vollständig überarbeitete Auflage, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft. § 13 SGB VIII Rn. 3 19 vgl. https://www.agj.de/fileadmin/files/positionen/2020/Jugendsozialarbeit_in_Verantwortung_der_Kinder- _und_Jugendhilfe.pdf
Praxistage
Die „Praxistage“ im Kinder- und Jugendhaus GOST finden regelmäßig seit 2009 statt. Den Schülerinnen und Schülern der Johann-Daniel-Preißler-Schule wird hier ein niederschwelliger und praxisbezogener Zugang zur Berufsfindung ermöglicht. Der Erfolg der „Praxistage“ basiert auf der guten Zusammenarbeit des Kinder- und Jugendhauses mit den Fachkräften der Jugendsozialarbeit an Schulen, den Lehrkräften und der Schulleitung. Im Zentrum steht das eigene Tun, die Wirksamkeit des eigenen Mitgestaltens und das gemeinsame Erschaffen von Produkten. An mehreren Tagen können die Jugendlichen in unterschiedliche handwerkliche Berufe, z. B. Catering, Gärtnerei, Holzbildhauerei oder Schreinerei hinein schnuppern und persönlich Kontakt mit „echten“ Handwerkern aufnehmen.
Pandemiebedingt wurde für 2022 ein Alternativprogramm zu den Praxistagen entwickelt. Für das kommende Jahr 2023 ist die Weiterentwicklung und Wiederaufnahme der Praxistage geplant.
Berufe-Info-Tag für Mädchen
Kriterien und Präferenzen der Mädchen bei der Berufsauswahl unterscheiden sich deutlich von denen der Jungen. Sie konzentrieren sich, teils unabhängig von ihren Neigungen und Fähigkeiten, überwiegend auf eine Handvoll Berufe aus dem sozialen Bereich und dem Dienstleistungssektor. Viele Mädchen haben nach wie vor wenig Einblick in gewerblich-technische und handwerkliche Ausbildungsmöglichkeiten und erleben diese auch nicht als für sie zugänglich, obwohl sie durchaus die entsprechenden Interessen und Fähigkeiten hätten. Hier setzt der „Berufe-Info-Tag für Mädchen“ an. Die Veranstaltung findet in Kooperation der Kinder- und Jugendhäuser Suspect, Red Box, Glockenhof (IJZ) und Freiraum (Kreisjugendwerk der AWO) statt. Am Aktionstag besuchen die Mädchen in Kleingruppen handwerkliche und technische Betriebe mit der Möglichkeit, sich mit Verantwortlichen und Auszubildenden, möglichst Frauen, auszutauschen. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen der 8. - 10. Klassen an Mittel- und Realschulen im Nürnberger Süden und Südwesten.
Die Zielgruppe wird entweder direkt in den beteiligten Jugendeinrichtungen oder an den Schulen angesprochen. Hier erfolgt der Zugang zum Projekt über die Jugendsozialarbeit an Schulen. Die JaS-Fachkräfte haben einerseits einen kontinuierlichen Zugang zu den Lehrkräften und den Schulleitungen und, besonders wichtig, einen individuellen, nichtschulischen Zugang zu den Schülerinnen und deren Eltern. Bis zu 75 Mädchen nehmen an dem Projekttag teil.
Während des Lockdowns haben die Kinder- und Jugendhäuser und Jugendtreffs, als auch die Aktivspielplätze, sofern es nötig und möglich war, Plätze für das Homeschooling eingerichtet. Sie arbeiteten dabei eng mit den umliegenden Schulen, Jugendsozialarbeit an Schulen, dem Jugendschutz und z.T. auch mit den Familien zusammen. Im Zuge der Einzelberatungsmöglichkeiten in den Einrichtungen der OKiJA wurden von Jugendlichen Beratungs- und Hilfeangebote bei der Ausbildungsplatz- oder Jobsuche gerne angenommen. Durch die Umstellung auf Onlinebewerbungen und Onlinetests hat sich der Zugang der Jugendlichen zusätzlich erschwert. Viele scheiterten ohne die Hilfe der Fachkräfte auch an den digitalen Formaten zur beruflichen Orientierung. Sie benötigten sowohl moralische, als auch technische Unterstützung.
Pandemiebedingt gab es zwischen März 2020 und April 2022 leider einige Einschränkungen bei den Angeboten zur Jugendberufshilfe und –orientierung in der OKiJA. Große Messen und Betriebspraktika waren kaum möglich, offene Angebote kamen fast ganz zum Erliegen. Mit Einzelberatungen und –hilfen konnte dennoch durchgängig Unterstützung angeboten werden. Auch Kooperationen mit Schulen waren z.T. überraschenderweise gut möglich, nachdem der Präsenzunterricht wieder startete. Für 2022 wurden die Planungen und Aktionen mit dem Ende der Beschränkungen erfreulicherweise wiederaufgenommen. Während die Betriebserkundungen noch etwas „Startschwierigkeiten“ haben liefen die bewährten Programme oder alternative Ersatzangebote bereits an und können (hoffentlich) alle planmäßig durchgeführt werden.
Angebote in Einrichtungen der freien Träger
Berufsorientierung findet auch in verschiedenen Jugendeinrichtungen der freien Träger statt. Ausgehend von ihrer Schwerpunktsetzung, der jugendkulturellen Bildung bietet die Luise - The Cultfactory regelmäßig Projekte im Bereich Studio-, Ton- und Lichttechnik an. Hier werden theoretische und praktische Grundkenntnisse im Bereich der Veranstaltungstechnik vermittelt, die auch interessante Perspektiven für eine Ausbildung oder Beschäftigung in diesem Bereich bieten. Teilnehmer waren Schüler, Auszubildende und arbeitslose Jugendliche.
Die Einrichtung Jugend-Kinder-Kultur Quibble führt als sozialraumorientierte Einrichtung häufig Kooperationen mit Schulen und anderen Einrichtungen durch.
Das Angebot der „Jugend Information Nürnberg“ im Kopfbau des Künstlerhauses gegenüber dem Hauptbahnhof richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, entsprechend dem SGB VIII, mit besonderem Fokus auf Jugendliche in Übergangsprozessen. Die Bandbreite der Themen und Inhalte des Informationsangebotes erstreckt sich dabei auf alle jugendrelevanten Bereiche. Auch hauptberuflichen und ehrenamtlichen Fachkräften sowie Eltern und Lehrkräften steht das Angebot zur Verfügung, da sie in der Regel mit den aktuellen Fragen und Bedürfnissen der jungen Menschen konfrontiert sind.
5.4 Einzelfallbezogene Hilfen zur beruflichen Integration
Der Allgemeine Sozialdienst der Stadt Nürnberg berät Eltern, Kinder und Jugendliche bei Fragen zu Erziehung sowie Entwicklung und leitet Hilfen ein. Bei familiären Schwierigkeiten werden notwendige erzieherischen Hilfen und erforderliche Eingliederungshilfen eingeleitet und begleitet. Die einzelfallbezogenen Maßnahmen für junge Menschen ab 14 Jahren verteilen sich auf verschiedene spezifische Hilfeformen. Explizit schulische und/oder berufliche Probleme sind dabei eher selten der Hauptgrund für die Hilfegewährung. Meistens steht die berufliche Integration im Zusammenhang mit anderen Gründen der Entwicklung und Sozialisation der Jugendlichen im Vordergrund. Zu nennen sind Auffälligkeiten im sozialen Verhalten, eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten, unzureichende Förderung und Betreuung in der Familie oder Entwicklungsauffälligkeiten und seelische Probleme des jungen Menschen.
Eine Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte und von seelischer Behinderung bedrohte Jugendliche (§35a SGB VIII) wird gewährt, wenn diese jungen Menschen ihrem Alter entsprechend über längere Zeiträume nicht in der üblichen Art und Weise am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Darunter fällt auch die Absolvierung einer Berufsausbildung.
Berufliche Integration ist außerdem Bestandteil der Einzelfallhilfe in der stationären Unterbringung in Berufsbildungswerken und Jugendhilfeeinrichtungen mit internen berufsvorbereitenden Maßnahmen und/oder Ausbildungen. Hier liegt der Hauptgrund für die Hilfeleistung nicht primär in einer schulisch- / beruflichen Problemlage des Jugendlichen. Zielgruppe für eine Unterbringung in einem Berufsbildungswerk sind aber auch „benachteiligte und verhaltensauffällige junge Menschen (…), die auf Grund ihrer persönlichen Situation bzw. ihres Verhaltens einer Ausbildung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht gewachsen sind. Durch Verzögerung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, anhaltenden Störungen im Sozialverhalten oder massiven Beeinträchtigungen des Lernund Leistungsverhaltens ist eine Ausbildung in der Regel nur mit intensiver individueller Betreuung und Unterstützung möglich.“20
Weitere Hilfeformen sind die Erziehungsbeistandschaft oder die ambulante intensive Begleitung. Diese Angebote werden möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfelds durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bewältigung von Entwicklungsproblemen, die Förderung der Selbständigkeit und die Stabilisierung im sozialen Umfeld. Die Bearbeitung von Schwierigkeiten in der Schule, in der Ausbildung oder während der beruflichen Beschäftigung gehört ebenso zum Aufgabengebiet.
Bei jungen Volljährigen beziehen sich die Hilfen (§ 41 SGB VIII) auf die berufliche Integration, wenn den jungen Menschen die Entwicklung zur eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensplanung noch nicht gelungen ist. Fehlende schulische und berufliche Abschlüsse können hier Gründe für eine individuelle Hilfe sein.
20 Rahmenvertrag § 78 f SGB VIII, Anlage 3, Rummelsberger Ausbildungsbetriebe, Individuelle Leistungsbeschreibung, Stationären Jugendhilfe mit Berufsausbildung vom 26.04.2013, Seite 3
5.4.1 Sozialpädagogische begleitete Berufsausbildung, SOS Berufsbildungs-
zentrum/ MEZA
Unter der Voraussetzung eines besonderen sozialpädagogischen Förderbedarfs nach § 13 Abs. 2 SGB VIII und der Tatsache, dass eine Ausbildung weder über den allgemeinen Ausbildungsmarkt noch über Maßnahmen anderer Träger – insbesondere der Rechtskreise SGB II, III – möglich ist, bietet das Jugendamt in einer Co-Förderung durch den ESF jährlich 20 außerbetriebliche Berufsausbildungen an. Die sozialpädagogisch begleitete Ausbildung wird in verschiedenen Berufsfeldern vom SOS-Berufsausbildungszentrum angeboten. Die jungen Menschen sollen in dem Projekt das jeweilige Ausbildungsjahr erfolgreich abschließen und zum Ausbildungsabschluss mit Anerkennung der jeweiligen Kammer – Handwerkskammer Mittelfranken, Industrie- und Handelskammer Nürnberg – hingeführt werden. Bei Nicht-Bestehen gibt es die Möglichkeit der Wiederholungsprüfung.
Das Projekt für junge Menschen mit sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen kann eine sehr positive Bilanz vorweisen. Im Jahr 2020 nahmen insgesamt 20 junge Menschen teil, wovon neun erfolgreich ihre Ausbildung beenden und zehn ins Folgejahr rücken konnten. Im Jahr 2021 schlossen von 23 TeilnehmerInnen sieben ihre Ausbildung mit Erfolg ab und 14 konnten ihr individuelles Ziel erreichen und ins nächste Ausbildungsjahr wechseln.
5.4.2 Beschulung-Individuell-Extern (BIX), Rampe e.V.
Ein spezielles Hilfsangebot für obdachlose bzw. von Obdachlosigkeit bedrohte Jugendliche und junge Erwachsene bietet der Verein RAMPE e.V. an. Im Rahmen der ambulanten Jugendhilfe können die jungen Menschen in dem Projekt BIX einen Schulabschluss nachholen und ihre Chancen auf eine Berufsausbildung erhöhen.
Die Zielgruppe weist in der Mehrzahl sich überschneidende Mehrfachbelastungen (z.B. Traumata, Suchtmittelkonsum) auf und wird von den Regelangeboten des Hilfesystems kaum oder gar nicht mehr erreicht. Dem Leben auf der Straße geht oft eine Leistungsverweigerung in der Schule voraus. Ferner ist es bei Obdachlosigkeit oder drohender Obdachlosigkeit kaum möglich die Rahmenbedingungen eines geregelten Schulalltags zu erfüllen. Der Weg zu BIX erfolgt meist am Ende eines langen Weges durch mehrere Schulen, (stationäre) Einrichtungen und diverse Bildungsträger des zweiten Bildungsweges. Angepasst an die jeweilige Lebensgestaltung soll es ermöglicht werden, einen Schulabschluss zu absolvieren und dafür vordergründig den Aufbau einer geregelten Tagesstruktur gemeinsam zu erarbeiten. Weitere Ziele sind Selbstfürsorge, Selbstwirksamkeit, Integration, Verlässlichkeit, Arbeiten im Team, Umgang mit Fehlschlägen, Steigerung der Frustrationstoleranz sowie das Überwinden von (Prüfungs-)Ängsten.
In vielen Fällen sind die kognitiven Fähigkeiten gut ausgeprägt und es kann die mittlere Reife angestrebt werden. Aber auch ehemalige FörderschülerInnen nehmen an dem Projekt teil und haben Schulabschlüsse erreicht. In der Mehrzahl sind die Jugendlichen zwischen 16 und 28 Jahre alt. In der Regel befinden sich zwischen zehn und zwölf Schüler*innen im Schulprojekt.
Aufgrund der Corona- Pandemie, der damit einhergegangenen Beschränkungen und der Umsetzung von Schutzkonzepten wurden in den letzten Jahren die Teilnehmendenzahl reduziert. Aktuell besuchen in diesem Schuljahr sechs SchülerInnen das Schulprojekt, begonnen wurde das Schuljahr mit neun Teilnehmenden. Vier dieser SchülerInnen befinden sich aktuell in den Prüfungen zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses an der Mittelschule. Die Übrigen haben die Teilnahme an der Prüfung im Schuljahr 2022/23 als Ziel. Im vorhergehenden Schuljahr 2020/21 startete BIX mit zehn SchülerInnen, von denen vier in den Prüfungen antraten und erfolgreich bestanden. In den Jahren vor der Pandemie traten in der Regel fünf bis acht SchülerInnen bei externen Prüfungen an, nahezu immer mit Erfolg.
Zukünftig wird im Schulprojekt BIX ein verstärktes Augenmerk auf den Bereich Digitalisierung, Umgang mit Medien und die Nutzung von virtuellen Lernplattformen gelegt. Hierfür können alle Teilnehmenden mit Leih- Laptops und Internet- Datenflats ausgestattet werden.
5.5 Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit, Noris Arbeit gGmbH
5.5.1 Perspektiven im Quartier
Das Projekt „Perspektiven im Quartier“ ist Teil des Regionalen Übergangsmanagements und wurde daher bereits unter Punkt 4.7. vorgestellt.
5.5.2 Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem
Ansatz
BvB-Pro wird seit 2013 bei der Noris Arbeit gGmbH (NOA) durchgeführt und wurde seitdem mehrfach an die Erfordernisse des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, der Agentur für Arbeit und der NOA angepasst. Die letzte Anpassung erfolgte im Rahmen einer Neuausschreibung im Herbst 2018. Die Teilnehmenden werden sowohl von der Agentur für Arbeit als auch vom Jobcenter zugewiesen. Ein Projektdurchlauf startet im Oktober und endet im September des Folgejahres.
Im Rahmen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz (BvB-Pro) werden förderungsbedürftige junge Menschen (vorrangig) auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereitet. Zielgruppe der Maßnahme sind Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen aufgrund vielfältiger und schwerwiegender Hemmnisse insbesondere im Bereich von Schlüsselqualifikationen oder auf Grund einer ausgeprägten Schulmüdigkeit eine Förderung nach dem pädagogischen Prinzip des produktionsorientierten Lernens erfolgversprechender erscheinen als in einer regulären BvB. Dort wären die Jugendlichen durch die höheren Theorieanforderungen überfordert. Sie sind in der Regel noch nicht ausbildungsreif, zeigen aber den grundsätzlichen Willen zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.
BvB-Pro wird unter betriebsähnlichen Strukturen durchgeführt. Es gibt reale Arbeitsaufträge mit Kundenkontakten sowie produktionsorientierte Arbeitsprojekte, die möglichst realitätsnah durchgeführt werden. Die Teilnehmenden werden zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert, die sie aber nicht überfordern sollen. Die Aufgaben müssen verständlich und überschaubar bleiben. Trotz besonderer Rahmenbedingungen kann die niederschwellige BvB-Pro nicht alle ausgewählten Jugendliche erreichen.
Je nach individueller Situation der Abbrecherinnen und Abbrecher werden alternative Hilfsangebote angestrebt bzw. gehen diese Jugendlichen wieder in die Betreuung von Arbeitsagentur oder Jobcenter zurück. Trotz der problematischen Lebenslagen der Jugendlichen können bei einer regelmäßigen Teilnahme gute Ergebnisse bei der Vermittlung in Ausbildung erzielt werden.
Obwohl der nachträgliche Erwerb eines Schulabschlusses nicht primäres Ziel der Maßnahme ist und für einen Teil der Teilnehmenden der Mittelschulabschluss auch kein erreichbares Ziel darstellt, konnten jeweils mindestens 25% der Teilnehmer einen erfolgreichen Schulabschluss erreichen. Sie gehören in der Regel auch zu denen, die anschließend in eine schulische oder duale Ausbildung vermittelt werden können.
5.5.3 Spurwechsel
Die Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen erhalten mit einem Beratungsgutschein der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Nürnberg im NOA-Projekt Spurwechsel ein individuelles Bewerbungscoaching. Diese Maßnahme trägt zur Verbesserung der sozialen und persönlichen Kompetenzen im Bewerbungsprozess bei. Durch Einzelcoaching; Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, dem Training für Vorstellungsgespräche und Einstellungstests sowie Motivationsaufbau und Förderung der Eigeninitiative werden SchülerInnen gezielt gefördert.21
21 vgl. https://www.noa-nuernberg.de/spurwechsel/
5.6 Weitere Angebote der Jugendhilfe
5.6.1 Treffpunkt e.V.
Der Verein Treffpunkt e.V. ist in der Straffälligen- und Jugendhilfe, sowie in der Familienbildung tätig. Seine Arbeit setzt insbesondere dort an, wo die Pflichtleistungen anderer Träger nicht oder nicht mehr greifen, sowie an den Schnittstellen zu diesen Leistungsträgern. Im Bereich der beruflichen Integration von jüngeren Menschen hat der Verein mehrere arbeitsweltbezogene Angebote. Treffpunkt e.V. leistet auch im Rahmen der ambulanten Jugendhilfemaßnahmen im Rahmen richterlicher Weisungen vielfältige Beratung zur beruflichen Integration.
MUT
In der Gruppe MUT erfahren junge Frauen unter 25 Jahren, wichtige Informationen über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und das neue Leben mit einem Kind. Über den persönlichen Austausch in den wöchentlichen Treffen finden die jungen Mütter auch neue Kontakte und gegenseitige Unterstützung. Primäres Ziel von MUT ist es, junge Schwangere und junge Mütter in ihrer Lebens- und Erziehungskompetenz zu fördern. Für viele Frauen ist das offene und unverbindliche Angebot der Türöffner für einzelfallbezogene Beratungsangebote, in denen die berufliche Lebensplanung stärker in den Fokus rückt.
MiA und migram
Die beiden Maßnahmen MiA (Mütter in Aktion) und migram (Mütter - Migration - Arbeit) wenden sich an junge Mütter ab 18 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund, die die unterschiedlichsten schulischen und beruflichen Voraussetzungen mitbringen und bei ihren weiteren schulischen und beruflichen Plänen auf Unterstützung angewiesen sind. Zentrale Fragen beziehen sich auf familiäre Probleme und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Die Frauen werden durch Einzelcoachings bei ihrer Berufs- und Lebensplanung unterstützt. Hierbei übernehmen beide Projekte auch eine Lotsenfunktion zu anderen Beratungsstellen und Behörden. Zu den Beratungsterminen können die Frauen ihre Kinder mitbringen.
Tu Was!
Das Projekt Tu Was! ist ein Angebot für Jugendliche (14-21 Jahre) mit Schulabsentismusproblemen, die aufgrund von Schulversäumnissen zu Arbeitsstunden oder Zahlung von Bußgeld verpflichtet sind. Es handelt sich hier häufig um die sogenannte Risikogruppe der „schwer erreichbaren“ Jugendlichen, die schon auf etliche Misserfolge und Abbrüche in ihren Biografien zurückblicken, sich von den gesellschaftlichen Regelsystemen abgewendet haben und sich auch nur schwer auf die sozialen und freiwilligen Hilfesysteme einlassen.
Tu Was! unterstützt beim Wiedereinstieg in die Schulsysteme, eine berufsvorbereitende Maßnahme oder eine Ausbildung und nutzt dabei ein umfangreiches Netz an Kooperationspartnern aus dem Übergangsbereich. Dazu gehören z. B. auch die Jugendsozialarbeit an Schulen und die Projekte SCHLAU, QUAPO und Perspektiven im Quartier.
5.6.2 Don Bosco- Stellwerk/ Back in Future
Der Bereich "Back In Future" (BIF) des „Stellwerk- Hilfen für entkoppelte junge Menschen“, durchgeführt von Don Bosco Jugendwerk Nürnberg, ist ein spezielles Angebot der individuellen Aktivierung, Teilhabe und Eingliederung für Jugendliche und junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren mit sozialen und/oder individuellen Beeinträchtigungen und schweren Vermittlungshemmnissen. Zielsetzung ist, junge Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen, soziale Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden und diese (zurück) auf den Weg in Bildungsprozesse, Maßnahmen der Arbeitsförderung, Ausbildung oder Arbeit zu holen.
Back In Future wird gefördert vom Jobcenter Nürnberg-Stadt, Dienstleistungszentrum U25 im Rahmen des § 16h SGB II.
5.6.3 Internationales Frauen- und Mädchenzentrum
Dieses Angebot richtet sich an Mädchen und Frauen. Das Internationale Frauen- und Mädchenzentrum e.V. (IFMZ) ist eine Einrichtung der Bildung und Beratung für Frauen und Mädchen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Neben Integrations-, Sprach- und Förderkursen sowie Freizeitangeboten bietet der Verein auch individuelle Beratungen zur Ausbildung und zum Wiedereinstieg in die Arbeitswelt sowie Kurse zum Schulabschluss und zur Berufsorientierung an.
5.6.4 Jugendmigrationsdienst
In Nürnberg sind drei Jugendmigrationsdienste aktiv. Die Träger sind AWO, Caritas und Stadtmission mit unterschiedlicher Personalausstattung. Neben dem Aufgabenbereich des Übergangs Schule – Beruf sind bei ihnen Themen wie soziale Kompetenz, psychische Stabilisierung, ausländerrechtliche Fragestellungen und existenzielle Absicherung Gegenstand der Beratungsarbeit. Die zentralen Themen in der Beratung sind Berufsfindung, Praktikums- bzw. Ausbildungssuche, Erstellen von Bewerbungsunterlagen und die Unterstützung bei Onlinebewerbungen. Auch die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist ein wesentlicher Bestandteil des Hilfsangebots.
Hinsichtlich der Situation von Jugendlichen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung, bleibt der Zugang in eine Ausbildung schwierig. Für viele bleibt lediglich eine schulische Berufsausbildung, die aber häufig nicht ihren Vorstellungen entspricht und allein der Aufenthaltssicherung dient. In Einzelfällen erhalten die Jugendlichen eine Ausbildungsduldung. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um die Altersgruppe der 18- bis 21-Jährigen. Bei der Geschlechterverteilung sind die männlichen Teilnehmer stärker vertreten als die weiblichen.
In der Mehrzahl sind die jungen Menschen arbeitssuchend und besuchen bspw. berufsvorbereitende Maßnahmen oder Sprachintegrationskurse, um ihre Chancen auf eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu erhöhen.
Neben der einzelfallbezogenen Unterstützung bieten die Jugendmigrationsdienste noch zahlreiche Kurse und Projekte an. Hierzu gehört auch das „Projekt Intensive Ausbildungsvorbereitung plus“ (IAV) für junge zugewanderte SchülerInnen der 9. und 10. Klasse, in einer BVB oder Berufsintegrationsklasse. Durchgeführt wird dieses Projekt vom Jugendmigrationsdienst der Stadtmission Nürnberg.22
Alle drei Träger arbeiten dabei intensiv mit den Mittel- und Berufsschulen, den Integrationskursträgern, dem Jobcenter, sowie anderen Einrichtungen der Jugendhilfe und der Berufsvorbereitung zusammen.
5.6.5 Erziehungsberatung/Familienbildung
Ein bedeutsamer Part bei der beruflichen Orientierung ihrer Kinder liegt bei den Eltern. Studien belegen, dass sie die wichtigste Orientierungshilfe in dieser Phase sind und entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl haben. Eltern kennen die Interessen ihrer Kinder, ihre Stärken und ihre Schwächen und bringen eigene Erfahrung aus dem Berufsleben mit. Andererseits kann sich die familiäre Nähe, elterlicher Druck oder die Adoleszenz der Kinder hemmend auf den Berufsfindungsprozess auswirken. Auch können Eltern auf Grund schwieriger sozialer oder wirtschaftlicher Lebensverhältnisse mit ihrer Erziehungsverantwortung in dieser Phase überfordert sein und Hilfe von außen benötigen. Neben den bisher beschriebenen Hilfsangeboten für die Jugendlichen finden in der Erziehungsberatung und Familienbildung auch Eltern Unterstützung bei unterschiedlichen Problemlagen. Ergänzend zum Kerngeschäft der Einzelfallberatung bietet die Erziehungsberatung zusätzlich noch präventive, pädagogische und psychologisch-therapeutische Gruppenangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern sowie offene Sprechstunden an.
Häufig überschneiden sich die innerfamiliären Problemlagen mit den Themen Ausbildung und Arbeitswelt.
22 vgl. https://www.stadtmission-nuernberg.de/ich-brauche-hilfe/kinder-jugend-und-familie/intensive-ausbildungsvorbereitung-iav/
5.6.6 Schülertreffs
Nürnberger Schülertreffs in kommunaler und freier Trägerschaft der Jugendhilfe betreuen in der Regel Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klasse der Mittelschulen und Förderzentren. Schülertreffs arbeiten nach einem gemeinsam mit den Schulbehörden entwickelten Konzept, das kombinierte Betreuungs-, Förder-, Beratungs- und Freizeitangebote umfasst. Ziel der sozialpädagogischen Arbeit ist vor allem die Vorbereitung auf den Schulabschluss und die Begleitung und Unterstützung im häufig problematischen Berufsfindungsprozess. Sie kooperieren eng mit der offenen Jugendarbeit, der Jugendberufshilfe und mit Beratungseinrichtungen, insbesondere im Stadtteil. Zudem findet eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit der jeweiligen Bezugsschule und deren Lehrkräften statt. Wie im Jugendhilfeausschuss am 28.04.2022 vorgestellt, ist die Nachfrage in den Schülertreffs in den vergangenen Jahren rückläufig. Deswegen wurde für die vier städtischen Schülertreffs ein Stufenplan für die weitere Nutzung beschlossen.
6. Interessenbekundung für ein neues Projekt (ESF+ ; JUST BEst)
Durch die oben beschriebenen Veränderungen im Regionalen Übergangsmanagement der Stadt Nürnberg, insbesondere durch das Auslaufen des ESF geförderten Projekts Perspektiven im Quartier und durch den unsicheren Fortbestand der Berufseinstiegbegleitung fehlen gerade die Maßnahmen zur beruflichen Integration für Jugendliche mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Andere Maßnahmen aus dem Übergangsmanagement z.B. SCHLAU oder QUAPO sind für diese Zielgruppe nicht niederschwellig genug.
Sie benötigen intensive und langfristige Betreuung aus einer Hand, die auch aufsuchend tätig ist. Um diese Förderlücke zu schließen und darüber hinaus ein Angebot für schwer erreichbare, marginalisierte Jugendliche zu schaffen wurde eine Interessenbekundung beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) für das ESF Plus-Programm JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit (JUST BEst) eingereicht.
Der neue ESF+ Fond sieht hier eine Förderung von voraussichtlich 1.8.2022-1.1.2027 für entkoppelte und von Entkopplung bedrohte Jugendliche und Care Leaver vor. Schwerpunkt dabei ist neben der beruflichen Perspektivenentwicklung, auch die anderen Aspekte der sozialen Integration in den Fokus zu nehmen, wie z.B. drohende Wohnungslosigkeit.
Antragsteller ist das Referat für Jugend, Familie und Soziales (Ref V). Die Koordinierungsstelle Jugendberufshilfe/ Jugendsozialarbeit des Jugendamts übernimmt auch die Koordinierung des Programms "JUST BEst", die operative Durchführung übernimmt die NOA. Somit ist das Programm strukturell in die Jugendhilfeplanung der Stadt Nürnberg eingebunden.
Durch diese Anbindung ist eine enge Verknüpfung zu den relevanten Akteuren der Jugendhilfe und eine Einbindung in das Nürnberger Übergangsmanagement gegeben: Sie arbeitet in unterschiedlichen Arbeitskreisen zur beruflichen und sozialen Integration mit. Die operative Steuerung übernimmt eine Steuerungsgruppe bestehend aus der Koordinierungsstelle des Jugendamts (Federführung) und der Teamleitung der NOA. Die Kooperation von Jugendamt und NOA gewährleistet die strategisch- inhaltliche Ausrichtung und Steuerung des Programms.
Gemeinsam wurde ein Angebot mit dem Namen „Keep in Touch“ (KIT) entwickelt, welches aus den Bausteinen aufsuchende Arbeit, Case Management und begleitenden Gruppenangeboten besteht. Ausgerichtet auf Stabilisierung und Empowerment der jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren mit dem Ziel, eine anhaltende Anbindung zum Hilfs- und Bildungssystem zu fördern. Durch die Entwicklung einer individuellen Perspektive wird Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit, Verselbständigung und eine personenzentrierte Hilfeplanung, unter die auch der Aspekt der drohenden Wohnungslosigkeit fällt, Rechnung getragen.
Zentrale Prinzipien des neuen Projekts sind Niedrigschwelligkeit, Freiwilligkeit und Bedürfnisorientierung. Zugänge erfolgen über aufsuchende Arbeit, digital oder durch Vermittlung von Kooperationspartnern. Bewerbungs- und Jobcoaching, sowie die Vernetzung mit Unternehmen schaffen selbstwertstärkende Arbeitserfahrungen und fördern die berufliche Orientierung.
„Keep in Touch“ ergänzt die bestehenden ambulanten und stationären Jugendhilfeangebote um einen niedrigschwelligen Ansatz mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen für eine langfristige, intensive, sanktionsfreie Begleitung in Form des Case Managements. In der Umsetzung des Projekts werden die wichtigen Akteure eingebunden: Zu den Kooperationspartnern auf der operationalen Ebene gehören insbesondere Einrichtungen der Jugendarbeit, Sozialamt, Streetwork, JaS, Jugendmigrationsdienste, der Allgemeine Sozialdienst mit der JBA-Anlaufstelle, Don Bosco und andere Soziale Dienste der freien Träger. Die Netzwerkarbeit erfolgt in Form von Arbeitskreisen und bilateralen Abstimmungen zwischen der Koordinierungsstelle und den jeweiligen Institutionen. Regelmäßige Kooperationstreffen mit den oben genannten und weiteren Akteuren in Form von Runden Tischen, Jour Fixe und Gremienarbeit finden statt, um das zukünftige Projekt gut in die bereits vorhandenen Strukturen zu integrieren und neue Strukturen zu etablieren. Aktuell liegt eine Zusage vor vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, zur gemeinsam mit der Noris Arbeit gGmbH erstellten Interessensbekundung. Nun erfolgt die Antragstellung in Kooperation mit der Noris Arbeit gGmbH. Geplanter Projektstart ist der 01.08.2022.
7. Ausblick
Perspektivisch ist eine kontinuierliche passgenaue Weiterentwicklung der unterschiedlichen Maßnahmen am Übergang Schule- Beruf in Nürnberg weiterhin notwendig. Besonders nach zwei Jahren unter Pandemiebedingungen ist vor allem der Bedarf an individueller Unterstützung deutlich geworden, damit möglichst kein junger Mensch an dieser Schwelle scheitert oder verloren geht. Dies beinhaltet die Schaffung von Transparenz über bestehende und geplante Angebote in organisatorischer und / oder finanzieller Verantwortung der öffentlichen Hand, die gemeinsame Identifizierung von Lücken und Überschneidungen und die Steigerung der Effizienz des Mitteleinsatzes.
Unter den Akteuren im Bereich der beruflichen Orientierung wird sich in den unterschiedlichen Arbeitskreisen und Gremien in Nürnberg über bestehende und geplante Angebote verständigt und Transparenz hergestellt. Dies ermöglicht passgenaue Maßnahmen für junge Menschen zu erhalten und zu schaffen und eine gezielte Zugangssteuerung zu verbessern.
Durch die sich stetig veränderte Lebenswirklichkeit und Bedürfnislage der jungen Menschen entsteht auch eine Veränderung in der Ausbildungsaquise. Die Schnelllebigkeit, die Möglichkeiten Informationen jederzeit abzurufen und das kurzfristige Planen der nächsten Lebensabschnitte ziehen auch Anpassungen in der Berufsorientierung und Ausbildungsplatzvermittlung nach sich. Ebenso muss die Rolle der Eltern bei der beruflichen Orientierung mitbedacht werden. Bei den Generationen Y und Z sind die Eltern immer noch die wichtigsten Berater bei der Berufswahl.
Für 78 % der Schüler ist der Rat der Eltern bei der Berufswahl hilfreich. Noch vor Freunden, Lehrern und Berufsberatern sind sie damit die ersten und wichtigsten Ansprechpartner.23 Den Jugendlichen, die keine Unterstützung durch die Eltern haben, fehlt diese Beratung und Zukunftsorientierung. Diese sind dann besonders von den Fachkräften im Bereich Übergang Schule-Beruf abhängig. Durch eine enge, persönliche Begleitung des Jugendlichen mit ausreichend zeitlichen Ressourcen der Fachkräfte, können hier Benachteiligungen ausgeglichen werden.
Die Veränderungen im RÜM betreffen besonders die Gruppe der Jugendlichen mit besonders intensivem Einzelberatungsbedarf. Perspektiven im Quartier konnte Jugendliche langfristig und auch mit Einzelberatungen begleiten. Die anderen Module der Berufsorientierung sprechen entweder Jugendliche mit einem höheren Maß an Eigeninitiative und Selbstorganisation an oder finden in Gruppenangeboten statt. Hier ist eine intensive Betreuung Einzelner nicht möglich. Besonders der Aspekt der aufsuchenden Arbeit kann in den verbleibenden Modulen aus zeitlichen Gründen und der konzeptionellen Verankerung nicht zum Tragen kommen. Viele Jugendliche, die von Entkopplung bedroht sind, benötigen intensive sozialpädagogische Begleitung, die oftmals mit der aufsuchenden Arbeit beginnt. Die ausreichend vorhandenen Ausbildungsplätze würden die Chance dieser Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt erhöhen. Ohne individuelle Unterstützung reichen die persönlichen Ressourcen dieser SchülerInnen aber nicht aus.
23 vgl. https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Berufsbildung/Ausbildung/Der-Ausbildungsmarkt-in-IHK-Berufen-in-Mittelfranken/ausbildungsstellensituation/
Nach der Zeit des langen Lockdowns wurde ein schnelles Wiederherstellen persönlicher Kontakte zu den Akteuren des Übergangs Schule – Beruf dringend erforderlich und es zeigte sich, dass persönliche Beratung nicht durch digitale zu ersetzen ist. Durch die Zeit der Pandemie unterlagen besonders die Jugendlichen mit intensivem Unterstützungsbedarf einer Mehrfachbenachteiligung. Dies führte dazu, dass die bereits Benachteiligten noch weiter von gesellschaftlicher Teilhabe und Ausbildungschancen abgeschnitten wurden.
Deeken und Butz beschreiben in ihrer Handreichung "Berufsorientierung – Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung", dass dieser subjektorientiertere Ansatz im Gegensatz zu anforderungsorientierten Konzepten den Schwerpunkt auf den jungen Menschen und seine Entwicklung legt. Eine Berufsorientierung, die von einer Persönlichkeit ausgeht, nimmt Jugendliche in ihrem sozialen Kontext wahr und macht sie zum Ausgangspunkt komplexer lebensweltorientierter Angebote. Die individuellen Voraussetzungen und Entwicklungsprozesse der Jugendlichen werden mit den objektiven Voraussetzungen der Berufs- und Arbeitswelt verknüpft und daraus komplexe integrative Maßnahmen entwickelt.24 Durch das neue Angebot Keep in Touch würde das Nürnberger Portfolio um eine niedrigschwellige Maßnahme ergänzt werden, welches die Zielgruppe der entkoppelten oder von Entkopplung bedrohten jungen Menschen besonders im Fokus hat. Durch das intensive Case Management wird dem Bedarf an individueller Unterstützung durch geschulte Fachkräfte Rechnung getragen.
24 vgl. Sven Deeken, Bert Butz: Berufsorientierung. Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. 2010.
8. Quellenangaben
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Referat Rahmenbedingungen der beruflichen Bildung; Aufstiegsförderung, Bonn: Bildungsbericht 2021
IHK Nürnberg Mittelfranken: Ausbildungsstellensituation 2021. https://www.ihk-nuernberg.de/de/Geschaeftsbereiche/Berufsbildung/Ausbildung/Der-Ausbildungsmarkt-in-IHK-Berufenin-Mittelfranken/ausbildungsstellensituation/
Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendhilfe: Stellungnahmen und Positionen. Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in Corona-Zeiten: Eine Zwischenbilanz zu den Auswirkungen auf Jugendliche, junge Erwachsene und die Strukturen der Jugend(sozial)arbeit. https://www.agj.de/fileadmin/files/positionen/2021/Positionspapier_Corona_Jugendarbeit.pdf
Stadt Nürnberg, Bildungsbüro: Bildung in Nürnberg 2019, 5. Bildungsbericht der Stadt Nürnberg, 2019.
Stadt Nürnberg, Bildungsbüro: Bildungsberichterstattung der Stadt Nürnberg. Übergang Schule- Beruf/ Nürnberger Modell, 17.06.2021
Deutscher Caritasverband e.V.: Caritas fordert Maßnahmen gegen ungleiche Bildungschancen – Versäumnisse werden in der Corona-Pandemie überdeutlich. https://www.meine-caritas.de/files/newsletters/ee2e0676-a6de-472b-b8b5-40f82a85bb4f/33aecbec-b7aa-47ac-848d- 3409400957b3/documents/Corona%20und%20die%20Folgen%20fur%20bildungsbenachteiligte%20junge%20Menschen.pdf
Ministerium für Unterricht und Kultus: Berufseinstiegsbegleitung: "Benachteiligte Jugendliche besonders unterstützen" - Fortsetzung auch in der nächsten Kohorte. https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/12122/nr-049-vom-22-04-2022.html
Schlau Übergangsmanagement Nürnberg: https://www.nuernberg.de/internet/schulen_in_nuernberg/projekt_schlau.html
Schlau Übergangsmanagement Nürnberg: Tätigkeitsbericht für das Angebot Schlau Mittelschule Schuljahr 2020/21
Münder/Meysen/Trenczek (Hg.): Frankfurter Kommentar SGB VIII, 8. vollständig überarbeitete Auflage, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft. § 13 SGB VIII Rn. 3
Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendhilfe: Jugendsozialarbeit in Verantwortung der Kinderund Jugendhilfe. Diskussionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ https://www.agj.de/fileadmin/files/positionen/2020/Jugendsozialarbeit_in_Verantwortung_der_Kinder-_und_Jugendhilfe.pdf
Rahmenvertrag § 78 f SGB VIII, Anlage 3, Rummelsberger Ausbildungsbetriebe, Individuelle Leistungsbeschreibung, Stationären Jugendhilfe mit Berufsausbildung vom 26.04.2013, Seite 3
Noris Arbeit gGmbH Nürnberg/ Projekt Spurwechsel: https://www.noa-nuernberg.de/spurwechsel/
Stadtmission Nürnberg: Intensive Ausbildungsvorbereitung (IAV): https://www.stadtmission-nuernberg.de/ich-brauche-hilfe/kinder-jugend-und-familie/intensive-ausbildungsvorbereitung-iav/
Fachstelle in Übergänge Ausbildung und Beruf:Petra Lippegaus: Berufsorientierung – was folgt aus der Corona-Krise? https://www.ueberaus.de/wws/berufsorientierung-was-folgt-aus-der-coronakrise.php. 19.10.2021
Fachstelle in Übergänge Ausbildung und Beruf: Nicole Zillien, Thomas Lenz: Digitale Ungleichheit in der Wissenschaftsgesellschaft. Wie die Corona-Krise Problemlagen im Bildungsbereich verschärft: https://www.ueberaus.de/wws/digitale_ungleichheit.php 26.1.2021
WELT: David Bedürftig: Was Generation Z vom Berufsleben erwartet. https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article152993066/Was-Generation-Z-vom-Berufsleben-erwartet.html 6.3.2016
Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163) § 13 Jugendsozialarbeit
Sven Deeken, Bert Butz: Berufsorientierung. Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. Expertise im Auftrag des Good Practice Center (GPC) im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn 03/2010.
Prof. Dr. Antje Britta Mörstedt: Generation Y/Z und wie sie ticken. Vortrag 21.10.2019, DEHOGA Landesverbandstag.