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Sachverhalt

Anlage · 24.06.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Stadtentwicklung & Planung Haushalt & Finanzen Soziales & Gesundheit Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Anlage 4.1

„Host Town Program“

im Rahmen der Special Olympics World Games Berlin 2023

Deutschland wird im Juni 2023 erstmals Gastgeber der Special Olympics World Games (SOWG), der weltweit größten inklusiven Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Dazu werden etwa 7.000 Athletinnen und Athleten sowie Unified Partnerinnen und Partner, also Menschen ohne geistige Behinderung, aus mehr als 170 Nationen in 24 Sommer- und zwei Demonstrationssportarten erwartet. Der gastgebende Verband, Special Olympics Deutschland, will den Athletinnen und Athleten aus aller Welt nicht nur unvergessliche Spiele bereiten, sondern den Anlass nutzen, die Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung nachhaltig zu stärken. Mit dem deutschlandweiten „Host Town Program“ werden Delegationen aus den verschiedensten Regionen der Welt vor den Wettbewerben in Berlin für vier Tage in 216 Kommunen und Landkreise kommen, um vor Ort Land und Leute kennenzulernen. Damit wird zum einen ein starkes Signal der Inklusion gesetzt. Darüber hinaus werden inklusive Strukturen und Netzwerke nachhaltig gestärkt. Die Veranstalter formulieren das Ziel: „Mehr Teilhabe vor Ort!“ Die Stadt Nürnberg ist zur Host Town ernannt worden und empfängt eine ca. 130-köpfige Delegation aus Österreich als Gastgeberin. Die Nürnberger Teilnahme am „Host Town Program“ soll die Strahlkraft einer inklusiven Sportveranstaltung auf Weltniveau für den eingeschlagenen Weg einer inklusiveren Stadt nutzen. Denn Nürnberg befindet sich nach einer intensiven Konzeptions- und Erarbeitungsphase nun in der Umsetzung des Aktionsplans der UN-Behindertenrechtskonvention. Gemeinsam mit Fürth und Erlangen, die ebenfalls im „Host Town Program“ vertreten sind, soll mit städteübergreifenden Aktionen und Veranstaltungen auch in der Metropolregion das Thema Inklusion sichtbar gemacht werden. Ziel ist es das Netzwerk für Inklusion und Integration nachhaltig zu stärken und auszubauen.

Anforderungen an den Gastgeber

In der Verantwortlichkeit der Kommune liegen im Wesentlichen zwei Aufgabenbereiche:

Vorbereitung der Gastgeberrolle durch Projekte mit kommunalen Gruppen

Dabei geht es laut Veranstalter um die Koordinierung und Unterstützung von z.B. inklusiven Vereins-, Schul- und Jugendprojekten, inklusiven kulturellen Aktivitäten, Inklusionstagen, inklusiven Veranstaltungen und Vorhaben aus den Bereichen Sport, Bildung, Gesundheit, Kultur oder Stadtentwicklung, sowie sonstigen Initiativen gelebter Inklusion im Jahr vor der Veranstaltung.

Durchführung des viertägigen „Host Town Program“ (12.-15.6.2023)

 Transport (Anreise zu Host Town innerhalb Deutschlands, Transport während des „Host Town Program“, Transport nach Berlin)  Unterkunft und Verpflegung der Delegation  Bereitstellen von werbe- und kostenfreien Veranstaltungsstätten  Planung, Organisation, Finanzierung und Durchführung eines vielfältigen Rahmenprogramms

Finanzen und Eigenbeteiligung

Bezogen auf das viertägige „Host Town Program“ sind sämtliche Kosten für die Teilnehmenden an der Delegation von der gastgebenden Kommune zu tragen. Hinzu kommen Kostenarten wie die Schaffung einer lokalen Organisationsstruktur (u.a. personelle Ressourcen), Programmgestaltung, Transport der Delegation von München und nach Berlin, Sanitätsdienst, Öffentlichkeitsarbeit und vieles andere. Zusätzlich ist in die Unterstützung, Konzeption und Umsetzung inklusiver Projekte zu investieren. Die Höhe der zu erwartenden Kosten berechnet sich an der Größe der zugeteilten Delegation von ca. 130 Personen. Für 2022 wurden 5.000 Euro für inklusive Projekte und 15.000 Euro für den Aufbau des Organisationsteams in den Haushalt eingestellt. Eine Kostenschätzung auf Basis der Erfahrungen der letzten Jahre von Special Olympics für die Planungen in 2023 sieht wie folgt aus:

Ausgaben Österreichische Delegation
(ca. 130 Personen)
Unterkunft, Verpflegung 35.620 €
Transport von München und nach Berlin, Transport in Host Town 15.080 €
Inklusive Projekte 5.000 €
Programm (Kultur, Austausch, Besuche, Abendveranstaltung, etc.) 10.770 €
Allgemeine Orga-Kosten 2.400 €
Aufbau Projektteam / Einbindung Athleten 15.000 €
Öffentlichkeitsarbeit 8.000 €
Volunteers, Verpflegung, Ausstattung 4.600 €
Weiteres 5.000 €
Summe: 101.470 €

Im Rahmen des Beschlusses des RWA vom 07.07.2021 werden folglich weitere 101.470 Euro für den Haushalt 2023 angemeldet, um die Maßnahme durchführen zu können.

Nächste Schritte

  1. Am 01.06.2022 fand eine erste große Kick-Off Veranstaltung mit möglichen Kooperationspartnern statt. Eingeladen wurden verschiedene Dienststellen der Stadt Nürnberg, Einrichtungen der Offenen Behindertenarbeit, Sportvereine und -verbände, sowie Stiftungen, die in Nürnberg und Umgebung schon aktiv Inklusionsprojekte umsetzen. Den Teilnehmenden wurde das Konzept des „Host Town Program“ ausführlich vorgestellt und es wurden erste Ideen für die Ausgestaltung des „Host Town Program“ erarbeitet. Außerdem wurde bei den Teilnehmenden abgefragt, an welchen Stellen sie sich mit Ihrer Organisation für die Maßnahme einbringen möchten. Nach der Auswertung des Workshops soll ein „Host Town Komitee“ für die weitere Projektplanung gegründet werden.

  2. Es besteht bereits Kontakt zu den Verantwortlichen des Host Town Program in Fürth (Delegation aus Venezuela) und Erlangen (Delegation aus Serbien). Weitere Treffen werden zeitnah stattfinden, um die gemeinsamen Projekte im Rahmen des „Host Town Program“ zu entwickeln.

Diverstity-Relevanz

Das „Host Town Program“ ist als Teil der Special Olympics World Games (SOWG), ausgerichtet auf Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit mit und in der Bevölkerung inklusiv tätig zu werden. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Unterstützungsleistung in erster Linie Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu Gute kommt.

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