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Stellungnahme

Anlage · 02.06.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Tigermücken-Strategie für Nürnberg

hier: Antrag der Stadtratsfraktion CSU vom 31.01.2022 Stellungnahme Gh in Abstimmung mit UwA

Der Antragsteller schildert die aktuelle Situation bzgl. der Verbreitung der Asiatischen Tigermücke (aedes albupictus) in unserer Nachbarstadt Fürth. Im Jahr 2019 wurde das Vorkommen erstmals beschrieben, 2020 glaubte man, die Tigermücke nicht mehr ausrotten zu können, denn es gelang ihr, den Winter zu überstehen. Seit 2021 versucht die Stadt Fürth, mithilfe einer Spezialfirma, welche geeignete Gifte ausbringt, die Tigermücke zu bekämpfen.

Für Nürnberg gibt es bisher keinen Nachweis einer Tigermückenpopulation.

Dennoch besteht eine hohe Gefahr, dass Tigermücken von Fürth aus nach Nürnberg eingeschleppt werden. Dies könnte durch Menschen oder durch natürliche Vorgänge (z.B. Luftaustausch entlang des Pegnitztales) geschehen. Man vermutet aber, dass die Tigermücke vor allem durch den Fernverkehr aus südeuropäischen Ländern nach Deutschland verbracht wird (Friedrich Löffler-Institut, Mückenatlas), wodurch jede deutsche Stadt, die intensiven Handel treibt, gefährdet ist. Deshalb ist es unbedingt notwendig, auch die Nürnberger Bevölkerung für die Problematik zu sensibilisieren. Die Asiatische Tigermücke ist potentieller Überträger einiger Erkrankungen. Dazu gehören z.B. das Dengue-Fieber, das Zika-Virus, Chikungunya, das West-Nil-Fieber und theoretisch auch Malaria und Gelbfieber. Allerdings kann diese Mücke erst dann Krankheiten übertragen, wenn sie eine bereits infizierte Person antrifft, und aus deren Blut die entsprechenden Krankheitserreger aufnimmt.

In Städten (wie auch in Fürth) finden die Tigermücken besonders in Kleingartenanlagen und auf Friedhöfen optimale Lebensbedingungen.

Praktische Empfehlungen:

 Regentonnen und Zisternen abdecken und mit Mückennetzen verschließen.  Alle Wasserbehälter wie Tränken (z.B. Vogeltränken) regelmäßig reinigen  Wasser in Planschbecken etc. regelmäßig erneuern  Blumenwasser in Vasen regelmäßig erneuern  Regenrinnen mehrmals im Jahr vom Laub befreien, damit sich dort kein Wasser stauen kann  Gießkannen, Eimer etc. nach dem Benutzen völlig entleeren  in Untersetzern stehendes Wasser vermeiden bzw. stets erneuern  unter freiem Himmel nichts stehen lassen, das sich mit Regenwasser füllen würde (z.B. leere Dosen)  abgestandenes Wasser direkt über Pflanzen gießen, nicht in den Gulli kippen  Gullis mit Mückenmitteln behandeln

Quelle: Empfehlungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt, Geologie)

Es gibt eine Reihe von Empfehlungen zur Bekämpfung der Tigermücke durch die Bevölkerung. So soll bereits vermieden werden, dass die Mücken mögliche Brutstätten vorfinden. Tigermücken kleben ihre Eier knapp oberhalb einer Wasseroberfläche ab, wo sie monatelang in Trockenheit bleiben, und sogar den Winter überleben können. Die Larven schlüpfen, sobald sie mit einem steigenden Wasserspiegel in Berührung kommen. Nicht fließende Gewässer sind für jegliche Mücken besonders attraktiv, deshalb sollten dort Fische eingesetzt werden, welche die Mückeneier oder -Larven verspeisen.

Das LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) empfiehlt darüber hinaus, Blumenvasen aus Kupfer zu verwenden (Kupfer tötet die Larven ab) und Pflanzenuntersetzer mit feinem Kies oder grobem Sand bis dicht unter die Wasseroberfläche zu füllen.

Außerdem gelten Empfehlungen zum persönlichen Schutz vor Mücken. Die Asiatische Tigermücke ist (anders als die Malaria übertragende Anopheles-Mücke, die insbesondere nachts und während der Dämmerung zusticht) ganztägig aggressiv. Man kann sich durch geeignete Kleidung (lange Hosen, lange Ärmel, dichte über die Knöchel ragende Strümpfe) und Repellents schützen, die auf die Haut aufgetragen werden müssten. Repellents (insektenabweisende Mittel) werden von der WHO für Risikogebiete empfohlen. Für die Stadt Nürnberg wird empfohlen, die genannten Maßnahmen gegen Mücken durch eine Informationskampagne bekannt zu machen. Dies könnte z.B. über Pressemeldungen, Informationen auf der Homepage der Stadt und durch bebilderte Handzettel in einfacher Sprache geschehen.

Für stehende Gewässer ist ein Fischbesatz hilfreich, um die Ausbreitung von Tigermücken (generell Stechmücken) zu vermeiden und sollte daher nach Möglichkeit verfolgt werden.

II. Gh/L

III. Ref III

Nürnberg, 25.03.2022

i.A. Renate Scheunemann (Tropenmedizin, Umweltmedizin) Gh/Hyg

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