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Bewerbungstext "Urbane Gartenschau Nürnberg 2030"

Anlage · 18.05.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Bewerbung der Stadt Nürnberg für eine Bayerische

Landesgartenschau mit dem Konzept

„Urbane Gartenschau Nürnberg 2030“

Abbildung 1

Abbildung 2

Bild: Christine Dierenbach / Stadt Nürnberg

Inhaltsverzeichnis

  1. Urbane Gartenschau Nürnberg – Was verstehen wir darunter?

  2. Stadtratsbeschluss

  3. Aussagen zur Stadt

  4. Erläuterungsbericht

  5. Nachweis für die Öffentlichkeitsbeteiligung

  6. Weitere Angaben A Vorstellungen zur terminlichen Verwirklichung B Geplante Höhe und Finanzierung der Investitions- und Durchführungsmaßnahme C Überplante Fläche in Quadratmetern D Erforderliche personelle Ressourcen

  7. Überlegungen zur Nutzung und Pflege des Geländes nach der Gartenschau

  8. Darstellung möglicher Folgekosten und deren Finanzierung

  9. Luftbild

  10. Übersichtsplan; Lage im Stadtgebiet M 1. 10.000 (verkleinert)

  11. Darstellung der Grundstücksverfügbarkeit (Besitzverteilungsplan) M 1:2.000 (verkleinert)

  12. Ökologische Bestandserfassung M 1:2.000 (verkleinert)

  13. Masterplan, M 1:2.000 (verkleinert)

Impressum

0. Urbane Gartenschau Nürnberg – Was verstehen wir darunter?

Eine Landesgartenschau in einer dichten, kompakten Großstadt wie Nürnberg mitten in der Innenstadt zu veranstalten, bedeutet zwangsläufig, dass eine solche Schau anders als bisherige Gartenschauen werden wird. Um dies von Anfang an zu verdeutlichen, wurde der Begriff einer „Urbanen Gartenschau“ geprägt. Diesem Titel liegt folgender Gedankengang zugrunde:

  1. Die Gartenschau ist bereits aufgrund der absolut zentralen Lage ihrer Flächen URBAN – mitten in der Innenstadt. 2. Urbanität und Dichte bedingen einander, auch und gerade in der Nürnberger Innenstadt – ohne entsprechende Ausstattung zum Beispiel mit Grünflächen entsteht jedoch keine Lebensqualität. 3. Um mehr und neues Grün in dicht bebaute Quartiere zu bringen, ist dafür Platz zu schaffen – eine neue Verteilung des Öffentlichen Raums ist erforderlich. 4. Eine Gartenschau in solch zentraler Lage muss ganz unterschiedliche Facetten des Lebens in einer Großstadt berücksichtigen – von der sozialen und kulturellen Interaktion über Nutzungsdruck und Biodiversität bis zu sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen.

Abbildung 3

Damit sind wesentliche Handlungsfelder einer Urbanen Gartenschau in Nürnberg beschrieben. Daraus wird deutlich, dass eine solche Schau zum einen aus den gesamtstädtischen Überlegungen entwickelt werden muss – dafür steht als Klammer das Plankonzept der "Grünen Finger“ (vgl. Abb. rechts), das die langfristigen freiraumbezogenen Entwicklungsziele signethaft zum Ausdruck bringt.

Zum anderen gehen diese Ansätze über eine reine Garten- und Landschaftsbaugestaltung weit hinaus. Der Anspruch einer „Urbanen Gartenschau Nürn-

berg 2030“ ist vielmehr, ein Projekt der integrierten

Stadtentwicklung zu sein, dass an bestehende Prozesse anknüpft und dazu beitragen soll, den eingeläuteten Stadtumbau Nürnbergs hin zu mehr Grün zu befördern.

1. Stadtratsbeschluss

(wird nach Beschlussfassung durch den Stadtrat für die Bewerbung ergänzt)

2. Aussagen zur Stadt

BEWERBUNG FÜR DAS JAHR: 2030

STADT: Nürnberg

A. REGIERUNGSBEZIRK: Mittelfranken

B. ZENTRALÖRTLICHE EINSTUFUNG: Metropole Nürnberg/Fürth/Erlangen/Schwabach

C. LAGE IM RMBH-GEBIET (Raum mit besonderem Handlungsbedarf entsprechend LEP Bayern): Nein

D. KOMMUNALE FINANZKRAFT / PRO-KOPF-VERSCHULDUNG: Entsprechend der Veröffentlichung des Bayerischen Landesamtes für Statistik (Stand: 26.10.2021) liegt die Finanzkraft, die sich aus der Steuerkraftmesszahl gemäß Art. 4 BayFAG, vermehrt um die Schlüsselzuweisungen gemäß Art. 2 und 3 BayFAG, abzüglich der Umlageausgaben (Bezirksumlage und Krankenhausumlage) errechnet, im Jahr 2021 bei 712.587.052 € (Vorjahr: 713.783.770 €). Im Jahr 2020 beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Nürnberg 2.929 € (Vorjahr: 2.889 €). Dabei betragen die Schulden der Stadt Nürnberg im Kernhaushalt zum Jahresende 2020 1,51 Mrd. €. Darin enthalten sind die Verbindlichkeiten aus Krediten (also die klassischen Darlehen von Sparkassen und Banken), die Kommunalanleihe, Schuldscheindarlehen sowie die Verbindlichkeiten aus ÖPP/ÖÖP-Verträgen (sogenannte kreditähnliche Rechtsgeschäfte). Die Stadt Nürnberg trägt hiermit explizit der wachsenden Bedeutung dieser kreditähnlichen Rechtsgeschäfte Rechnung, indem sie die Refinanzierung dieser ÖPP- und ÖÖP-Projekte – im Gegensatz zu anderen Kommunen – in die Verschuldenszahlen mit aufnimmt.

E. EINWOHNERZAHL: 528.461 (Stand 30.09.2021)

F. LAGE, VERKEHRSANBINDUNG: Nürnberg bildet zusammen mit den Nachbarstädten Fürth, Erlangen und Schwabach das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Europäischen Metropolregion Nürnberg mit ihren insgesamt etwa 3,6 Mio. Einwohnern. Das Stadtgebiet selbst umfasst eine Fläche von 186,4 km² und liegt zu beiden Seiten der Pegnitz, die die Stadt Nürnberg auf einer Länge von nahezu 14 Kilometern von Osten nach Westen durchquert. Nürnberg ist im Westen stadträumlich mit der Nachbarstadt Fürth zusammengewachsen, im Südwesten mit der Stadt Stein. Im Nordosten begrenzt der Sebalder Reichswald die Ausdehnung der Stadt, im Osten und Südosten der Lorenzer Reichswald. Dieses große, zusammenhängende Waldgebiet genießt innerhalb und außerhalb der Stadtgrenzen eine besondere Bedeutung als Naherholungsgebiet und ist in weiten Teilen als Bannwald geschützt. Das gut ausgebaute Netz des öffentlichen Nahverkehrs mit S-, U- und Straßenbahn bildet das Rückgrat einer zukunftsfähigen und leistungsfähigen städtischen Mobilität, die auch den konsequenten Ausbau des Radwegenetzes und die Stärkung des Fußverkehrs umfasst. Mit Flughafen und ICE-Knotenpunkt ist auch die Anbindung an den öffentlichen Fernverkehr hervorragend. Darüber hinaus ist Nürnberg mit den Bundesautobahnen 3, 6, 9 und 73 an das überörtliche Fernstraßennetz angeschlossen.

G. TOURISTISCHE ERSCHLIESSUNG: Der Tourismus spielt in Nürnberg mit über 3,3 Millionen Übernachtungen jährlich (2019) eine große Rolle. Es stehen 20.200 Betten (2021) in Hotels aller Kategorien zur Verfügung. Insbesondere die Altstadt ist ein Besuchermagnet: Von einem nahezu komplett erhaltenen bzw. wieder aufgebauten Stadtmauerring – eine Festungsanlage mit Graben, Zwinger, Wehrgang und Türmen aus dem 15. Jahrhundert – umschlossen und mit beeindruckenden romanischen und gotischen Bauwerken versehen, zieht sie ebenso wie das ehemalige Reichparteitagsgelände im Nürnberger Südosten viele internationale Besucher an. Etwa zwei Drittel der Übernachtungen sind geschäftlich induziert, wobei der Standort als wirtschaftsstarker Messeplatz mit rund 120 nationalen und internationalen Fachmessen und Kongressen, darunter die weltgrößte Fachmesse für Spielwaren, eine große Rolle spielt.

3. Erläuterungsbericht

Urbane Gartenschau Nürnberg 2030

Die Stadt Nürnberg bewirbt sich um die Ausrichtung einer „Urbanen Gartenschau“ im Jahr 2030. Im Mittelpunkt steht der zu einem repräsentativen und vielfältig nutzbaren Parkband aufgewertete Stadtgraben entlang der historischen Stadtbefestigung. Daneben sollen im Herzen der Stadt auch Plätze, Gassen und Freiflächen zum lebendigen Teil der Ausstellung werden. Die mittelalterliche Struktur der Altstadt wird in einem spannenden Kontrast zu der zukunftsorientierten Transformation der Freiräume stehen. Zum 50-jährigen Jubiläum der Bayerischen Landesgartenschauen soll so in Nürnberg eine neuartige, experimentelle und urbane Form der Gartenschau präsentiert werden. Zum einen soll Bilanz gezogen und die Leistungen und Erfolge der bisherigen Gartenschauen gewürdigt und gefeiert werden. Zum anderen bildet ihr Erfahrungsschatz eine Inspiration für die immer drängender werden Zukunftsfragen der Stadtentwicklung wie Klimaanpassung, demografischer Wandel oder Energie- und Mobilitätswende.

Labor für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung

Die Stadt Nürnberg wird in den kommenden Jahren Stadträume intensiv umgestalten: Neue Grünflächen sollen geschaffen und vorhandene besser vernetzt werden. Sie sollen mehr Aufenthaltsqualität und Funktionalität erhalten sowie die biologische Vielfalt in der Stadt erhöhen. Die Neuverteilung des öffentlichen Raums zu Gunsten von mehr und anderen Nutzungen soll angestoßen werden. Die Stadt hat sich im Mobilitätsbeschluss vom Januar 2021 zu einem stadtverträglichen, effizienten und ökologischen Wandel des Verkehrs bekannt.

Konzeptionelle Grundlage für die Überlegungen zur Umgestaltung von Flächen im Rahmen der Urbanen Gartenschau (UGS) ist der Masterplan Freiraum als gesamtstädtisches Freiraumkonzept Nürnbergs, der seit 2015 Schritt für Schritt umgesetzt und weiterentwickelt wird. Inzwischen wurden erste Erfolge erzielt, zahlreiche weitere Projekte sollen bis 2030 realisiert werden. Die für die UGS zusätzlich geplanten Maßnahmen werden in diesen übergeordneten freiraumplanerischen Zusammenhang eingebracht: Die UGS soll zusätzliche Grünimpulse in der Stadt setzen und so zum Verstärker dieses Prozesses werden. Ausgehend vom Stadtgraben sollen die Maßnahmen in der Altstadt und in den angrenzenden Stadtteilen als wichtige Trittsteine entlang übergeordneter Grünverbindungen entwickelt werden und in die umgebenden Stadtteile ausstrahlen. Zur Gartenschau 2030 will sich die Stadt dann als „Labor für zukunftsfähige Stadtentwicklung“ präsentieren. Bereits realisierte beispielhafte Maßnahmen werden einbezogen und dokumentiert, geplante Maßnahmen und Visionen werden durch Interimslösungen, Freiraumexperimente und Ausstellungsbeiträge erlebbar und sollen Inspiration und Kreativität entfachen.

Konzept für eine klimaangepasste Stadt

Der Klimawandel ist eine der größten und brennendsten globalen Herausforderungen der nächsten Jahre. Daher wird die klimaangepasste Stadt zur thematischen Klammer aller Maßnahmen, sowohl hinsichtlich ihrer Resilienz als auch der Reduktion klimaschädlichen Verhaltens. Nürnberg hat 2012 ein „Handbuch Klimaanpassung“ erstellt, in dem konkrete Bausteine für die Nürnberger Strategie beschrieben wurden. 2014 wurde ein umfassender „Klimafahrplan 2010-2050“ erarbeitet, in dem auch Maßnahmen und Ziele für die Stadtentwicklung, Grünflächen- und Freiraumgestaltung formuliert sind. Ein weiteres wichtiges Instrument ist das Stadtklimagutachten von 2014, in dem aus bioklimatischen Modellen und Bewertungen der Klimafunktionen wertvolle Hinweise für eine klimaangepasste Planung abgeleitet werden können. Das Gutachten zeigt, dass die Innenstadt aufgrund ihrer baulichen Dichte besonders den Belastungen der Überhitzung ausgesetzt ist. Um diese bereits auf Ebene der vorausschauenden Planung zu minimieren, erfolgte im Juli 2021 ein Beschluss für einen Klima-Baukasten für die Nürnberger Bauleitplanung.

Im Konzept und Masterplan der UGS werden Maßnahmen benannt, die diese Anstrengungen zusätzlich unterstützen. Die Gartenschau wird zum einen als klimaneutrale und nachhaltige Veranstaltung durchgeführt. Dies schließt neben Aspekten der Energieversorgung und Mobilität z.B. auch die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, das Abfallmanagement oder die Gastronomie mit ein. Zum anderen steht die Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Mittelpunkt. Dies beinhaltet Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung von Flächen, die Versickerung und Speicherung von Regenwasser und der Umgang mit Starkregen (Schwammstadt), innovative Formen der Fassaden- und Dachbegrünung, Hinterhofbegrünungen, die Errichtung von Trinkwasserbrunnen, Wasserspielen und Schattenplätzen, die Pflanzung klimaangepasster Stadtbäume und insektenfördernder Blühflächen, Gehölze und Stauden.

Die Gartenschau als Prozess

Ein integrierter Stadtumbau hin zu mehr Grün und nachhaltiger Mobilität kann laut Neuer Leipzig-Charta von 2020 nur gelingen, wenn Stadtentwicklung zur Sache Aller gemacht wird. Projekte und Programme sollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden. Die UGS ist das optimale Werkzeug, um in der Stadtgesellschaft einen intensiven Dialog zum Stadtumbau zu befördern.

Nürnberg versteht die Gartenschau als einen Prozess, der mit dem erhofften Zuschlag im Sommer 2022 beginnt, mit der Ausrichtung 2030 aber nicht beendet ist. Die Transformation der Stadt soll als offener Prozess realisiert werden. Im intensiven Austausch mit der Bürgerschaft sollen Freiräume zur persönlichen Entfaltung und Erholung geschaffen werden, die ihren Wünschen und Bedürfnissen gerecht wird. Die bereits begonnenen Beteiligungen (s. Kap. 04) werden intensiviert, um Impulse aus der Stadtgesellschaft aufzunehmen. In einer Vortragsreihe „Nürnberger UGS-Gespräche“ werden z.B. Referierende aus dem In- und Ausland eingeladen, um sich mit ihnen über Best-Practice-Beispiele auszutauschen. Experimentelle Formate wie offene Bühnen, Science-Slam oder Barcamps dienen der Entwicklung von innovativen Projekten und Ideen. Kooperationen mit Kultur-, Bildungseinrichtungen und Museen begleiten den Prozess.

Die Bausteine der Gartenschau

Der Stadtgraben wird zum Parkband

Die in weiten Teilen bestehende historische Stadtbefestigung prägt maßgeblich das Gesicht der Altstadt. Trotz seiner zentralen Lage wird der Stadtgraben heute verhältnismäßig wenig als Erholungsraum genutzt. Er hat einen hohen Sanierungsbedarf und ein erhebliches Aufwertungspotenzial. Es fehlt eine durchgängige Gestaltung, vorhandene Nutzungen bilden einen unzusammenhängenden Flickenteppich. Er ist Naherholungs- und Verkehrsraum sowie Straßenbegleitgrün, er dient kulturellen Veranstaltungen und beinhaltet öffentliche wie halböffentliche Dauernutzungen wie Schulsportanlagen, Spiel- und Sportplätze sowie Kleingärten. Durch die UGS besteht die Chance, ihn als Ganzes nachhaltig zu gestalten. Er soll als innerstädtische Grünfläche und Naherholungsraum für alle Generationen stärker ins Bewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste rücken. Zudem ergeben sich erhebliche Potentiale zur Förderung der Biodiversität. Mit einer Fläche von rund 13,5 ha ist der Stadtgraben zwar die größte, aber dennoch am geringsten genutzte Freifläche der mit Grünflächen unterversorgten Altstadt und angrenzenden Stadtteile.

Neue Zugänge wie Rampen, Treppenabgänge oder Aufzüge sowie neue Brückenschläge können geeignet sein, um den Stadtgraben erlebbarer und durchlässiger zu machen. Ergänzende fußläufige und funktionale Verknüpfungen sind in engem Dialog mit dem Denkmalschutz in den Bereichen Spittlertorgraben (Rosenaupark), Vestnertorgraben (Busparkplatz) und Maxtorgraben (Universität/Nordstadt) angedacht.

Übergeordnete Zielsetzungen  Nutzung

bote und aktive, inklusive Nutzungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen

lange  Verkehrs- und Wegekonzept

Nutzungskonflikten unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit

zenden Freiflächen und umliegenden Quartieren

Angsträumen vor allem im Bereich von Unterführungen  Ökologie

derung des Biotopverbunds im Zusammenhang mit dem Pegnitztal und der Biodiversität im Stadtgraben (Blühwiesen, Stauden- und Gehölzpflanzungen, Obst- und Spaliergehölze, hängende Gärten)

 Ausstattung

tity für den Stadtgraben, Kunst im öffentlichen Raum

traktivität für Einheimische und Besuchende

Thematische Meilen

Der rund 5 Kilometer lange Stadtgraben umschließt die Altstadt als grünes Band und gilt heute als überörtlich bedeutsames Baudenkmal. In weiten Teilen hat er noch die ursprüngliche Tiefe von 12 Metern und eine Breite von rund 20 Metern. Entlang des südöstlichen Abschnitts reihen sich zahlreiche Nürnberger Kultureinrichtungen aneinander. Auch die weiteren Grabenabschnitte haben Nutzungsschwerpunkte, die aufgewertet, ergänzt und miteinander verwoben werden sollen. Daraus ergeben sich zukünftig vier thematische „Meilen“:

Abbildung 4

Abbildung 5

Abbildung: Thematische Meilen

Kulturmeile  Gestaltung eines Parkbandes zwischen Frauentor (Bahnhof) und Färbertor

mitgestaltete und betreute Bereiche  Kulturgärten machen die Kulturmeile im Bereich des Stadtgrabens erlebbar: Geschichtsfenster Katharinengasse, Lesegarten, kleine Veranstaltungen, künstlerische Installationen

Freizeitmeile  Zusammenfügen bestehender Angebote für junge Menschen: Spielfelder, Skatepark, Parcoursanlage  neue Angebote für alle Generationen: Spittlertorzwinger als Veranstaltungsraum und Nutzung des unterirdischen Bunkers, Urban Gardening / Urban Farming (Freiflächen Studentenheim), Urban Climbing, Calisthenics, Geräteverleih mit Sommergastronomie, Schaffung von Spielpunkten  Integration und Aufwertung vorhandener Angebote: Treffpunkte und offene Angebote zum Aufenthalt, fließende Übergänge, Mehrfachnutzungen

Geschichtsmeile  verbessertes Konzept für die Bustouristik  verbesserte Nutzung des Grabens für Veranstaltungen und Sommergastronomie; verbesserte Zugänglichkeit und Fluchtwege  Einbeziehen und gestalterische Aufwertung der Schnepperschützgärten (historische Kleingärten); Bogenschießanlage als zusätzliche Nutzung der sanierten Schulsportanlage  Einbeziehung der Burg(gärten)  Erlebbarkeit und Erklärung der historischen Bauten (Blick auf die Burg, Kasematten)

Zukunftsmeile  Schulsportanlagen: Sanierung, Integration und Öffnung außerhalb von Schulzeiten; fließende Übergänge, Synergien durch Mehrfachnutzungen der Einrichtungen; sichtbare Neubewertung als Flächenpotenziale im öffentlichen Eigentum  neuer Spielplatz und Aufwertung vorhandener Spielbereiche  Leitthemen Bildung/Forschung: „Wissensmauer“ und Forschungsstationen  „Schaufenster“ der Einrichtungen; zur UGS 2030 Beiträge der Schulen, Kinder, Jugend; dazu kann z.B. ein Schülerwettbewerb veranstaltet werden  gemeinschaftlicher Schulgarten  offenes Grünes Klassenzimmer  Grabenabschnitt an der Laufertormauer wird zum Generationentreffpunkt und -spielbereich: schattige Sitzplätze, Spieltische, Boule, Motorikgeräte; Outdoor-Makerspace auf Grünflächen

Gartenschau in der Stadt

Neben dem Stadtgraben werden auch die Altstadt selbst und die angrenzenden Stadtteile zum Austragungsort der UGS. Wünsche der Bürgervereine und aus der Bürgerbeteiligung wurden ebenso aufgegriffen wie Vorschläge aus Politik und Verwaltung. Die ausgewählten Flächen sind als „Impulsgeber“ zu verstehen. Sie liegen strategisch zentral im Stadtraum und haben einen hohen Sanierungs- und Umgestaltungsbedarf. Sie strahlen als verbindende Elemente auf angrenzende Frei- oder Verkehrsräume aus. Es entstehen Synergien mit bereits realisierten oder noch geplanten Maßnahmen. Insgesamt wurden sieben strategisch wichtige und thematisch sowie räumlich modellhafte Freiräume benannt.

Drei dieser Projekte befinden sich innerhalb der Altstadt, vier außerhalb davon in direktem Zusammenhang von Grünverbindungen. Für die UGS ergeben sich interessante Rundwege für Besuchende. Die Projekte außerhalb des Stadtgrabens sind in den vier Himmelsrichtungen angeordnet, so dass die Verbindung der Stadtteile mit der Altstadt gestärkt wird. Zwei weitere Flächen in der Altstadt sollen temporär umgenutzt werden, um zukünftige Gestaltungsspielräume auszuloten. Sie sollen auch zeigen, dass der Stadtumbau auch nach 2030 noch anhält. Bei einem Zuschlag startet ein mehrjähriger Prozess, in dem neben „klassischen“ freiraumplanerischen Wettbewerben die Planungen in innovativen Formaten wie Expertenrunden, Planungswerkstätten oder Dialogverfahren entwickelt werden. Die Öffentlichkeit wird dabei in allen Schritten intensiv und transparent miteinbezogen.

Abbildung 6

Abbildung 7

Laufende Grünflächenaktivitäten

Dauerhafte Impulsprojekte in der Altstadt  Theresienplatz / Perspektive Egidienplatz: Entsiegelung, Baumpflanzungen und Begrünung, Reduzierung der Verkehrsflächen, Erhöhung der Aufenthalts- und Nutzungsqualität  Insel Schütt: Umgestaltung mit mehr Grün, Aufenthalt und Spiel; verbesserte Erlebbarkeit des Wassers; es entsteht ein „grüner Festplatz“ – zentrale Veranstaltungen sollen weiter möglich sein  Grasersgasse: Reduzierung und Umgestaltung der Verkehrsflächen, Baumpflanzungen und Begrünung; wichtige Fuß-und Radverbindung in die südlichen Stadtteile

Temporäre Impulsprojekte in der Altstadt  Maxplatz im Westen; liegt zusammen mit dem dann bereits umgestalteten Nägeleinsplatz auf dem Rundweg durch den Stadtgraben: Nutzung als innerstädtische Ausstellungfläche  Äußerer Laufer Platz im Osten: Umnutzung der Stellflächen; wichtiger Stadteingang; Nutzung als temporäre Fläche für Veranstaltungen oder Märkte

Impulsprojekte in den Stadtteilen  Maxtor: Vom Kreisverkehr zum grünen Knoten: Neuordnung und Reduzierung der Verkehrsfläche, stattdessen mehr Platz für Grün, zu Fuß gehende, Radfahrende und Aufenthaltsbereiche  Keßlerplatz: Der Parkplatz wird zur Grünfläche „Keßlerpark“ und Trittstein der Grünvernetzung zwischen Cramer-Klett-Park und Wöhrder Wiese

 Aufwertung Südstadtpark / Klimameile in die Südstadt als Modellprojekt einer klimaresilienten Stadt; Baumpflanzungen, Straßenbegrünung, Stärkung der Freiraumverbindung, Einbeziehung Karl- Bröger-Straße bis Kopernikusplatz  JohannisBoulevard: Ein Abschnitt der Johannisstraße wird zum grünen Boulevard, der zu Fuß gehenden und Radverkehrenden mehr Platz bietet

Labor der Bürgerschaft

Eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität wird dann entstehen, wenn die Veränderungen von vielen mitgetragen werden, wenn „der Funke überspringt“. Bewohnerinnen und Bewohner sollen selbst aktiv werden, Verantwortung übernehmen und mitgestalten. Neben den städtischen Projekten wird möglichst niederschwellig ein Wettbewerb für Bürgerprojekte ausgelobt. Ideen zur Begrünung, Entsiegelung, aber auch zu Mobilität, Sharingkonzepten, nachhaltige Geschäftsideen, Klimaschutz, Umnutzung von Stadträumen oder zur sozialen Teilhabe sollen gezielt finanziell gefördert und professionell begleitet werden. Die noch zu gründende Gartenschau-GmbH soll diesen Wettbewerb initiieren, umsetzen und Fördermittel akquirieren. Die prämierten und realisierten Bürgerprojekte sollen in der Stadt besichtigt werden oder bekommen im temporären Ausstellungsbereich im Stadtgraben eine Präsentationsplattform. Es ergeben sich ideale Synergien zur Ausstellerbetreuung und Ausstellungskonzeption.

Organisation der Gartenschau

Abbildung 8

Abbildung 9

Organisation der Gartenschau 2030

Die UGS gibt Nürnberg die Chance für eine freiraumplanerische Weiterentwicklung. Bis zum Jahr 2030 sind wichtige Schritte realisiert, vieles wird aber noch im Entstehen sein. Die Gartenschau ist ein geeigneter Zeitpunkt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen: Das Erreichte wird gefeiert und präsentiert, über die Zukunft soll gemeinschaftlich nachgedacht werden. Eine ganzheitliche Stadtentwicklung wird auch zum Leitthema der Schau. Das beinhaltet Modelle einer nachhaltigen Stadtplanung, die hier gezeigt werden sollen, aber auch der Entwicklung des Gemeinwesens, also des Zusammenlebens in der Stadt.

Rundgang im Stadtgraben Kernbereich der Gartenschau ist der Stadtgraben. Er wird 2030 zum Ausstellungsraum: In Form einer großen Outdoor-Ausstellung entstehen im Süden angrenzend an den Bahnhof und im Norden unterhalb der Burg temporäre, eintrittspflichtige Ausstellungsbereiche. Unter dem Motto „Wie wollen wir zukünftig leben?“ werden neben dem gärtnerischen Berufsstand, Ministerien, Landkreisen, Nachbar- und Partnerstädten auch Umweltverbände, Vereine und Initiativen, Bildungs-, Forschungs- und Kultureinrichtungen, Kunstschaffende, u.a.m. um einen Ausstellungsbeitrag gebeten. Dieser sollte sich auf übergeordnete Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Umweltgerechtigkeit, Pflanzenverwendung und Biodiversität, Ernährung und Gemeinwohl beziehen. So werden unter möglichst vielfältigen Aspekten Ansätze und Ideen präsentiert, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu bewältigen und die Chancen des Wandels zu nutzen.

Ein Abschnitt der Stadtmauer wird zur multimedialen „Galeriewand“ und zeigt einen Rückblick auf die Lösungsansätze und Erfahrungen aus 50 Jahren bayerischer Landesgartenschauen. Andere Abschnitte im Stadtgraben werden als Ausstellungsbereiche einbezogen und aufgewertet, bleiben aber öffentlich zugänglich (beispielsweise Bürgermeistergarten, Heilkräutergarten, Vielfaltsgarten). Auch die historischen Burggärten sollen Teil des Rundgangs werden. Sie stehen wie die Kaiserburg unter Verwaltung der Bayerischen Schlösserverwaltung. In Vorgesprächen wurde eine Kooperation in Aussicht gestellt.

Entdeckungstouren durch die Altstadt Besucherinnen und Besucher sollen motiviert werden, die neu gestalteten Stadträume zu erkunden, um dort beispielhafte städtische und private Projekte zu entdecken. Ein markantes Leitsystem durch die Stadt, unterschiedliche thematische Führungen, Apps und andere digitale Lösungen machen individuelle Rundgänge möglich. Gartenschauinhalte wie der Garten- und Regionalmarkt, Foodmärkte und Flächen für die Außengastronomie sowie Veranstaltungen finden in der Altstadt statt und stellen ein Beispiel für die Umnutzung von innerstädtischen Flächen dar. Floristische Ausstellungen könnten in den Kasematten im Burggarten, in unterirdischen Höhlensystemen oder ungenutzten unterirdischen Bunkern innerhalb der Altstadt stattfinden. Synergien zu bestehenden Veranstaltungen wie dem Altstadtfest, dem Bardentreffen, der Blauen Nacht aber auch der Fachmesse GaLaBau werden genutzt und durch weitere Veranstaltungen zur UGS ergänzt. Die dauerhaft umgestalteten oder temporär bespielten innerstädtischen Flächen werden zu Schwerpunkten der Veranstaltung. Die Insel Schütt kann bei Bedarf für eintrittspflichtige Veranstaltungen oder Ausstellungen separiert werden. Darüber hinaus werden Sonderausstellungen oder Veranstaltungen in Museen, Bildungs- oder Kultureinrichtungen angestrebt. Eintritte oder Vergünstigungen sind im Ticketpreis enthalten.

Rundgänge außerhalb der Altstadt Die Impulsprojekte außerhalb der Stadtmauer liegen im Umkreis von einem Kilometer und sind so für interessierte Besucher fußläufig gut erreichbar. Sie regen zu Rundgängen an und können zu weiteren Exkursionen in entferntere Stadtteile inspirieren:  Norden: Vestnertorgraben und Maxtor als Übergänge zum Stadtpark und Archivpark  Osten: Rundgang über den Cramer-Klett-Park, den „Keßlerpark“ zum Prinzregentenufer und der Wöhrder Wiese  Süden: Richard-Wagner-Platz am Opernhaus – Südstadtpark und Nelson-Mandela-Platz – Klimameile Karl-Bröger-Straße – Aufseßplatz – Kopernikusplatz  Westen: Kontumazgarten – Hesperidengärten – Johannisfriedhof – JohannisBoulevard - Hallerwiese

Mobilität zur UGS Durch die zentrale Lage in der Stadt ist die UGS exzellent mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden: Der Hauptbahnhof liegt unmittelbar am südlichen Haupteingang. U-Bahn, Busse und Straßenbahnen erschließen alle Ausstellungsbereiche hervorragend. Die kostenfreie Nutzung des städtischen ÖPNV und zusätzlicher Mobilitätsangebote im Rahmen des Eintrittspreises wird angestrebt. Damit ergibt sich ein eindeutiger Schwerpunkt auf den schienengebundenen Personenverkehr zur Erreichbarkeit der UGS. Für PKW und

Busse stehen grundsätzlich Parkmöglichkeiten an der NürnbergMesse oder am Airport Nürnberg zur Verfügung. Von dort erreichen Besuchende die UGS mit der U-Bahn.

Die Anbindung des Stadtgrabens an das übergeordnete Radwegenetz wird auf Basis des Mobilitätsbeschlusses 2021 bis zur Gartenschau verbessert. Dieser Beschluss enthält auch einen „Altstadtring für Radler“ entlang des Stadtgrabens bis 2026. Mobilitäts-Hubs mit innovativen Miet- und Sharing-Angeboten und Ladepunkten ergänzen an den Schnittstellen das Angebot. Dort sollen gezielt innovative Formen der Mobilität getestet werden. Geeignete Shuttleangebote verkehren auf einer „UGS-Spur“ entlang des Stadtgrabens, die gleichzeitig dem Radverkehr zur Verfügung gestellt wird, und bringen Besucher zu wichtigen Knotenpunkten. Dort finden auch Fahrräder an Radständern, Scooter und innovative Angebote der Mikromobilität Platz.

4. Nachweis für die Öffentlichkeitsbeteiligung

Mit der Interessensbekundung im Juni 2021 wurde die Internetseite ugs-nuernberg.de eingerichtet, die seitdem 2.100 Besucherinnen und Besucher hatte. Ab Juli 2021 lud der Oberbürgermeister mehrfach in den Stadtgraben zu öffentlichen „Grabenspaziergängen“ ein. Besonders eingebunden wurden die sechs Bürgervereine der Stadtteile, die an den Stadtgraben angrenzen. Sie entwickelten im Sommer 2021 Ideen für ihre Stadtteile. Bei den unterschiedlichen Veranstaltungen wurden konkrete Projektvorschläge eingebracht, wie zum Beispiel ein Klanggarten oder eine Kneipp-Anlage. Kritik äußerte sich in Bezug auf die Finanzierung und den städtischen Haushalt sowie den kostenpflichtigen Zutritt von bisher frei zugänglichen Grünflächen.

Eine Online-Diskussionsrunde am 13. Oktober 2021 bildete dann den Auftakt für die digitale Beteiligung der Nürnbergerinnen und Nürnberger. Oberbürgermeister Marcus König, die Vorsitzende des Bürgervereins Altstadt Elisabeth Most und Landschaftsarchitekt Christian Loderer beantworteten die Fragen der Bürgerinnen und Bürger. 80 Personen verfolgten den Livestream der Veranstaltung und stellten etwa 50 Fragen im Chat. Alle Veranstaltungen wurden von Pressemitteilungen und in den social media-Kanälen der Stadt Nürnberg begleitet.

Ergänzende Online-Umfrage

Auf www.onlinebeteiligung.nuernberg.de konnten Interessierte in den darauffolgenden Wochen (13. Oktober bis 14. November 2021) ihre Meinung zur UGS äußern und Vorschläge einbringen. Insgesamt wurden 257 Antworten und Kommentare abgegeben. Drei Themen, z.T. mit Mehrfachnennungen, standen zur Auswahl, die Rangfolge der Ergebnisse war unmittelbar sichtbar. 415 Wertungen wurden abgegeben, zusätzlich gab es eine offene Frage. 148mal wurden Kommentare und eigene Vorschläge eingebracht, die fast 500 Ideen, Wünschen und Vorstellungen formulierten. Diese fließen nun in die weiteren Prozesse ein. Ziel dieser Onlinebeteiligung war, die Nürnberger Bevölkerung früh auf den Bewerbungsprozess aufmerksam zu machen, Neugierde und Initiative zu wecken sowie ein erstes Stimmungsbild zu erhalten.

Die Themen waren „Urbane Vier Pfeiler des Konzepts UGS - welcher Gartenschau - die vier Pfeiler unseres Konzepts“, „Haben Sie Ideen für die

ist am Wichtigsten?

wichtigen Zukunftsthemen?“ und „Haben Sie Ideen für einen schöneren Stadtgraben?“ Das „Ausstrahlen in die Stadtteile“ sahen 35 von 108 Personen 19 insgesamt als den wichtigsten Pfeiler 28 des Konzepts. Dennoch wurden für die Gestaltung des Stadtgrabens die meisten Nennungen abgegeben (231). „Blühendes für Insekten“ sowie „Sitzbänke und andere Aufenthaltsmöglichkeiten“ lagen vorne. Bei den Zukunftsthemen wurden 35 „Stadt- und Menschenverträgliche 26 Mobilität“ sowie „Verdichtete Räume grün und klimaresilient gestalten“ als besonders wichtig erachtet. In diesem Bereich wurden insgesamt 76 Stimmen abgegeben. Stadtgraben Umliegende Stadtteile Altstadt Zukunftsthemen

Gestaltung des Stadtgrabens

52 51 33 26 20 16 12 10 11

In einer offenen Frage waren „Ihre Ideen für ein lebenswertes Stadtviertel“ gewünscht. Auch hier ergab sich ein ähnliches Bild: Viele Wortbeiträge beschäftigen sich mit den Themen „Parkplätze reduzieren“, „bessere Radwege“ und „mehr Grün und mehr Bäume“. Die Kommentare waren zum großen Teil positiv, einige wenige kritische Stimmen gab es hinsichtlich der Kosten einer Gartenschau.

Die Online-Umfrage sollte ein erstes Stimmungsbild zur UGS aufzeigen. Die Ergebnisse wie das Einbinden der Stadtteile oder die Weiterentwicklung des Stadtgrabens flossen in das Bewerbungskonzept ein. Es lässt sich – wie auch bei den anderen Formaten – eine grundsätzlich positive Haltung und Zustimmung zu den angegangenen Themen feststellen. Die Erfahrungen mit Beteiligungen in der Stadt Nürnberg zeigen, dass die Bereitschaft mitzuwirken steigt, sobald die Aufgaben und Fragestellungen konkreter werden.

Trailer

Ein Film der Medienwerkstatt Franken mit anderthalb Minuten und in einer Kurzversion für social media soll den Nürnbergerinnen und Nürnbergern Lust machen, sich an der UGS zu beteiligen. Der Trailer will neugierig machen, Aufbruchstimmung erzeugen und das Prozesshafte herausstellen. Auf dem youtube-Kanal der Stadt Nürnberg und über die Internetseiten der Stadt Nürnberg wurde der Film bisher 1.200 mal angeschaut (Stand 1.4.2022). Unsere Idee: eine „Urbane Gartenschau“ 2030 in Nürnberg? - YouTube

Nutzerbeteiligung

Mit verschiedenen Nutzergruppen des Stadtgrabens gab es zwischen August und Dezember 2021 Gespräche, Treffen und Spaziergänge, u.a. mit dem Meinungsträgerkreis Altstadt. Hervorzuheben sind insbesondere die Einbeziehung der städtischen Schulverwaltung, des Jugendpartizipationsprojekts LAUT!, der Spielplatzplanung bei SÖR und dem Jugendamt sowie von Pächtern städtischer Kleingärten im Stadtgraben. Die Gruppen stehen einer Urbanen Gartenschau offen und positiv gegenüber. Insbesondere Kinder und Jugendliche erhoffen sich mehr und bessere Angebote an Spiel und Freizeitmöglichkeiten. Die Pächter der Kleingartenflächen äußern zum einen die Erwartung, durch die Gartenschau möglichst nicht in ihrer Nutzung eingeschränkt zu werden, haben zum anderen jedoch durchaus Interesse an einer Mitwirkung im Rahmen einer Urbanen Gartenschau. Im Falle einer Bewerbung und nach einem eventuellen Zuschlag werden weitere Beteiligungsprozesse folgen.

Institutionelle Beteiligung

Eine Vielzahl weiterer Institutionen unterstützen die Bewerbung für eine Urbane Gartenschau bzw. die zugrundeliegende Stoßrichtung, mehr Grün in die Innenstadt zu bringen, grundsätzlich. Beispielhaft können folgende Einrichtungen genannt werden, mit denen zwischen Juli 2021 und Februar 2022 eine Vielzahl von Gesprächen geführt wurden:  Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz  Bayerische Schlösserverwaltung

 Regierung von Mittelfranken  Bürger- und Vorstadtvereine Nürnberg-Altstadt, St. Johannis-Schniegling-Wetzendorf, Nürnberg- Nord, Nürnberg-Wöhrd, Nürnberg-Süd, Gostenhof-Kleinweidenmühle-Muggenhof und Doos  Kirchengemeinden St. Lorenz, St. Sebald und St. Jakob  Stadtseniorenrat Nürnberg  Kreisjugendring Nürnberg-Stadt  Behindertenrat Nürnberg  Untere Naturschutzbehörde  Bund Naturschutz Nürnberg  Wasserwirtschaftsamt Nürnberg  Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken  Handwerkskammer für Mittelfranken  Pächter im Stadtgraben  VCD Nürnberg  Altstadtfreunde Nürnberg e.V.  Congress- und Tourismus-Zentrale (CTZ) Nürnberg  Staatstheater / Schauspielhaus

Die Beteiligung mit konkreten Projekten (z.B. Entsiegelung und Begrünung der Freiung St. Sebald durch die Kirchengemeinde) im Vorfeld oder zu einer Gartenschau wurde in Aussicht gestellt. Verbindliche Zusagen für eine Beteiligung sind abhängig von einer Bewerbung und einem Zuschlag.

UGS – ein Prozess bis 2030 und darüber hinaus

Bei allen Veranstaltungen und auf allen Kanälen wurde stets betont, dass die Stadt Nürnberg am Anfang eines Prozesses hin zu mehr Grün in einer dicht bebauten Stadt steht – die UGS soll dafür Prozessbeschleuniger sein. Die Online-Umfrage, die Diskussionsrunden und die analogen Veranstaltungen waren der Start für eine umfassende Bürgerbeteiligung. Mit der Idee eines Fonds für Bürgerprojekte und von Bürgergärten im Stadtgraben, um zwei Beispiele zu nennen, wird die Bürgerbeteiligung fortgesetzt und intensiviert.

5 A Vorstellungen zur terminlichen Verwirklichung

In der folgenden Zeitschiene werden Meilensteine der bisherigen Planung aufgeführt und ein Ablauf für die weiteren Schritte skizziert:

2012 INSEK Altstadt Nürnberg

2012 Altstadt ans Wasser: Bestandserhebung und Entwicklungsperspektiven

2014 Masterplan Freiraum

2014 Klimafahrplan Nürnberg 2010-2050

2014 Stadtklimagutachten Nürnberg

Seit 2015 Umsetzung und Fortschreibung des Masterplans Freiraum

Jan. 2021 Mobilitätsbeschluss (Masterplan für nachhaltige Mobilität)

Juni 2021 Interessensbekundung

März 2022 angestrebter Beschluss des Nürnberger Stadtrats

27.05.2022 ggfs. Einreichung Bewerbung UGS 2030

Sommer 2022 ggfs. Zuschlag zur Austragung

ab Herbst 2022 Stadtlabor: Beteiligungen, Dialog- und Werkstattverfahren, UGS-Gespräche

2023 Gründung der UGS-Nürnberg 2030 GmbH

2024 Freiraumplanerischer Planungswettbewerb Stadtgraben mit Ideenteil Stadträume

ab 2024 Wettbewerbe und Verhandlungsverfahren zu den im Rahmen der UGS umgestalteten
Stadträumen

2025 Wettbewerb Bürgerprojekte

2024 – 2028 Planungs- und Genehmigungsverfahren

2026 – 2030 Ausschreibungen und Realisierung

April 2030 Eröffnung der UGS

B Geplante Höhe und Finanzierung der Investitions- und Durchführungsmaßnahme

Die Gesamtinvestition für die Urbane Gartenschau werden mit 46 bis 51 Mio. € veranschlagt, darin sind prognostizierte Baukostensteigerungen analog der letzten Jahre in Höhe von durchschnittlich rund 3% enthalten und indiziert. Dem stehen Einnahmen und Refinanzierungsmöglichkeiten über Fördermittel, Sponsoring und Eintrittsgelder gegenüber. Der Stadt ist bewusst, dass mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht alle sieben Impulsprojekte vollständig umgesetzt werden können. Gleichwohl kann damit jeweils ein Anstoß erreicht werden, flächenwirksam Verbesserungen hin zu mehr Grün in angrenzenden Stadtteilen zu befördern.

Der Haushalt einer Gartenschau unterteilt sich in einen Investitions- und einen Durchführungshaushalt.

Investitionshaushalt

Der investive Teil der Gesamtinvestition wird mit 34 Mio. € veranschlagt. Der noch zu gründenden UGS-GmbH soll die Realisierung der investiven Maßnahmen übertragen werden. Durch die UGS-GmbH sollen auch der Wettbewerb für Bürgerprojekte durchgeführt, Fördermittel akquiriert und die Preisträger bei der Realisierung

der Projekte beratend unterstützt werden. Die Eigenmittel für Personalkosten in Höhe von ca. 4 Mio. € stünden der UGS-GmbH zur Realisierung der investiven Maßnahmen zur Verfügung. Höhere Kostensteigerungen gingen zu Lasten, höhere Förderquoten zu Gunsten des Budgets.

Die Baukosten für eine Aufwertung des Stadtgrabens wurden 2021 mit 8,4 Mio. € brutto angenommen. Preissteigerungen, eine intensivere Gestaltung und die Einbeziehung von flankierenden Bereichen und Verknüpfungen wurden nun berücksichtigt. Damit ergeben sich nun Baukosten von 12 Mio. € brutto. Für die Projekte in der Altstadt, in den angrenzenden Stadtteilen und für die Bürgerprojekte wurde das weitere zur Verfügung stehende Budget aufgeteilt.

Die Mittel der Gartenschauförderung (maximal 50% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben mit einer max. Zuwendungssumme von 5,0 Mio. €) werden voraussichtlich für den Stadtgraben ausgeschöpft. Für die weiteren Maßnahmen sollen andere Fördermöglichkeiten (z.B. Städtebauförderung, FAG-Mittel, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung oder Fördermöglichkeiten für Klimaschutz und Klimaanpassung) oder zusätzliche Finanzierungsquellen (z.B. Ausgleichszahlungen zur Kompensation des nicht herzustellenden öffentlichen Grüns bei privaten Hochbaumaßnahmen) zum Einsatz kommen. Die Stadt geht davon aus, dass bei den weiteren investiven Maßnahmen eine Förderquote von mehr als 50% erreicht werden kann.

Nürnberg geht davon aus, dass für den Investitionshaushalt nach Abzug der Fördermöglichkeiten ein Eigenanteil von 19 Mio. € verbleibt.

Durchführungshaushalt

Für die temporären Ausstellungsinhalte im Stadtgraben und innerhalb der Stadt sind Ausgaben zwischen 12 und 17 Mio. € erforderlich, die zum Großteil durch Einnahmen refinanziert werden sollen. Wegen der voraussichtlichen Möglichkeit des Vorsteuerabzugs handelt es sich um die Nettokosten. Eine Gartenschau in dieser Form wurde noch nicht umgesetzt, so dass Erfahrungen und Vergleichszahlen fehlen. Bayerische Gartenschauen der letzten Jahre in einer vergleichbaren Größe (Bayreuth 2016, Würzburg 2018, Ingolstadt 2021) hatten einen Durchführungshaushalt zwischen 10 und 15 Mio. €. Nürnberg geht davon aus, dass unter Berücksichtigung einer jährlichen Preissteigerung eine ähnliche Summe erforderlich sein wird.

Größere Ausgaben für den Grundausbau der temporären Anlagen sind in Nürnberg idealerweise nicht erforderlich. Die eintrittspflichtigen, temporär bespielten Flächen im Stadtgraben und auf der Insel Schütt sind kompakt und sollen für spätere Veranstaltungen im Rahmen der investiven Maßnahmen ertüchtigt werden. Die Graben- oder Insellage bildet eine natürliche Abgrenzung, die aufwändige Umzäunungen oder einen hohen Personalaufwand an den Einlässen unnötig machen.

Nach einem Zuschlag wird der Durchführungshaushalt durch die LGS GmbH durch Ermittlung einer Besucherprognose, Besucherführung, infrastrukturelle Bedarfe, Eintrittspreise und sonstige Einnahmen kalkuliert. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten für die Ausstellung im Stadtgraben durch Einnahmen (Eintritte, Pacht, Sponsoring) zu refinanzieren. Ausstellungsinhalte im Stadtraum sind dagegen nicht eintrittspflichtig. Hier sieht die Stadt einen hohen Mehrwert beim Stadtmarketing, höhere Besucherzahlen und damit höhere Einnahmen für Gastronomie, Hotels und Einzelhandel.

Nürnberg möchte durch spezielle Angebote und moderate Eintrittspreise möglichst alle Bevölkerungsgruppen erreichen und darüber hinaus attraktive und für alle kostenfrei nutzbare Angebote im Stadtraum bieten. Insbesondere ist zu beachten, dass die Eintrittspreise abgestuft erfolgen und gerade auf von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen nicht exkludierend wirken. Die Stadt ist deshalb bereit, für den Durchführungshaushalt einen Eigenanteil von 5 Mio. € einzustellen.

Städtischer Eigenanteil insgesamt

Der finanzielle Eigenanteil wird von städtischer Seite auf insgesamt 20 Mio. € brutto festgesetzt ausgehend vom aktuellen Baupreisindex. Eine zuverlässige Prognose der Baupreisentwicklung ist aktuell nicht möglich. Bei einer Fortschreibung der Baukostensteigerungen der letzten Jahre ist von durchschnittlich rund 3% jährlich auszugehen. Bei der im Kapitel 5A der Bewerbungsunterlagen skizzierten zeitlichen Realisierung der Projekte wird eine Kostensteigerung von 20% angenommen. Damit ergäbe sich bis 2030 ein Eigenanteil von 24 Mio. € brutto (19 Mio. € aus dem Investitions-, 5 Mio. € aus dem Durchführungshaushalt). Mit diesem Eigenanteil (und den damit verbundenen Personalressourcen) kann, wenn er unabhängig von den bereits beschlossenen bzw. sich in Vorbereitung befindlichen Freiraumplanungen zur Verfügung gestellt wird, die katalytische Wirkung der UGS auf die Gesamtstadt insgesamt gewährleistet werden.

Der zur Verfügung stehende Eigenanteil der Stadt ist gedeckelt. Die Budgetverteilung zwischen den einzelnen Positionen können sich im Lauf der weiteren Planungen und Konkretisierungen noch verschieben.

Personal

Eine Gartenschau kann nicht ohne zusätzliche personelle Ressourcen gestemmt werden. Daher wird die zu gründende „Urbane Gartenschau GmbH“ neben den finanziellen Mitteln auch entsprechendes Personal aufweisen müssen. Dieser GmbH stehen zwei Geschäftsführende vor – eine Person von städtischer Seite und eine aus der Landesgartenschau GmbH. Der Pool der Mitarbeitenden wird schrittweise aufgebaut und bereits vor dem Durchführungsjahr seine vollständige Größe erreichen. In den Ansätzen des Investitions- und des Durchführungshaushalts sind bereits Kosten für Personal enthalten.

Investitionshaushalt (brutto)

Stadtgraben

1 Stadtgraben; rund 13,5 ha 10,00 Mio. € 2 Querungen und Anbindungen, Vestnertorgraben 2,00 Mio. €

Städtische Projekte Altstadt

3 Theresienplatz, Insel Schütt, Grasersgasse 5,00 Mio. €

Städtische Projekte Stadtteile

4 Maxtor, Keßlerplatz, Südstadt.Klima:Meile, Johannisstraße 5,00 Mio. €

Bürgerprojekte

5 Projektwettbewerb 3,00 Mio. € 6 zzgl. Baunebenkosten (20% der Investitionskosten Pos. 1 bis 5) 5,00 Mio. € 7

zzgl. Personalkosten UGS-GmbH investiv (rund 15% der Investiti-

onskosten Pos. 1 bis 5) Projektentwicklung und -umsetzung; Trägerschaft Projektwettbewerb und Fördermittelakquise 4,00 Mio. €

Investitionskosten gesamt 34,00 Mio. €

abzüglich Maximalförderung LGS (För-WaGa) Pos. 1 -5,00 Mio. € Die Stadt geht von mindestens 50% Förderung für die investiven Maßnahmen über andere Förderprogramme aus (Pos. 2 bis 6) -10,00 Mio. €

Voraussichtlich verbleibender Eigenanteil investiv 19,00 Mio. €

Durchführungshaushalt (netto wegen Vorsteuerabzug)

Ausgaben 12,00 bis 17,00 Mio. €

Temporäre Ausstellung im Stadtgraben und in der Stadt

gärtnerische Anlagen, temporäre Bauwerke inkl. Tore und Zäune, Kosten der Durchführung (v.a. Personalaufwand), Betriebskosten, laufender Unterhalt und Pflege, Geräte, Beförderungsmittel, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Rückbau, Baunebenkosten, Sonstiges

Temporäre Ausstellungsbereiche in der Stadt

inkl. Mobilitätsangebote

Einnahmen 7,00 bis 12,00 Mio. €

Eintritte, Pacht, Sponsoring, sonstige Einnahmen

Voraussichtlich verbleibender Eigenanteil Stadt Ausstellung 5,00 Mio. €

Voraussichtlich verbleibender Eigenanteil Stadt gesamt 24,00 Mio. €

5 C Überplante Fläche in Quadratmetern

Kernbereich Stadtgraben (mit Zwingerbereichen) rund 201.800 m² insgesamt davon Ausstellung Bereich Kulturmeile (Eintritt) rund 30.600 m² plus Erweiterungsoption rund 15.900 m² Ausstellung Bereich Geschichtsmeile (Eintritt) rund 32.600 m² Vestnertorgraben/Kühberg rund 13.300 m²

Dauerhafte Impulsprojekte in der Altstadt rund 34.800 m² insgesamt davon Theresienplatz rund 1.800 m² Perspektive Egidienplatz rund 8.000 m² Insel Schütt rund 20.500 m² Grasersgasse rund 4.500 m²

Impulsprojekte in den Stadtteilen rund 60.800 m² insgesamt davon: Maxtor rund 8.000 m² Keßlerplatz rund 13.700 m² Südstadt.Klima.Meile rund 31.600 m² JohannisBoulevard rund 7.500 m²

Gesamt rund 297.400 m²

5 D Erforderliche personelle Ressourcen

Eine Gartenschau kann nicht ohne zusätzliche personelle Ressourcen gestemmt werden. Nach dem Zuschlag zur Austragung der UGS wird eine Gesellschaft gegründet, deren Gesellschafter zu je 50% die Stadt Nürnberg und zu 50% die Bayerische Landesgartenschau GmbH werden. Beide Gesellschafter stellen je eine geschäftsführende Person. Nürnberg sieht vor, dass die städtische Geschäftsführung mit Gründung der „Urbane Gartenschau Nürnberg GmbH“ (UGS-GmbH) zur Verfügung steht.

Die UGS-GmbH soll den gesamten Planungs- und Kommunikationsprozess sowohl investiv als auch in der Ausstellung federführend begleiten und Bauherrenfunktionen übernehmen. Daher wird laut obigem Zeitplan bereits eine Gründung im Jahr 2023 als notwendig erachtet. Nürnberg kann die städtische Geschäftsführung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verbindlich benennen. Die Stadt sichert aber zu, dass die zur Geschäftsführung berufene Person eng in der Stadtverwaltung verankert und anerkannt sein wird. Eine externe Besetzung der städtischen Geschäftsführung wird nicht angestrebt.

Mit der Bayerischen Landesgartenschau GmbH wird nach einem Zuschlag abgestimmt, in welchem Umfang deren Mitarbeitende der UGS-GmbH zur Verfügung stehen und welche weiteren personellen Ressourcen die Stadt selbst zur Verfügung stellen soll und kann. Der UGS-GmbH kann die Unterstützung und intensive Mitwirkung der städtischen Verwaltung zugesichert werden. Daher wird die zu gründende UGS-GmbH neben den finanziellen Mitteln auch entsprechendes Personal aufweisen müssen. Neben den beiden Geschäftsführenden wird der Pool der Mitarbeitenden schrittweise aufgebaut und bereits vor dem Durchführungsjahr seine vollständige Größe erreichen. In den Ansätzen des Investitions- und des Durchführungshaushalts sind bereits Kosten für Personal (üblicherweise etwa 15% der Investitionskosten) enthalten.

6. Überlegungen zur Nutzung und Pflege des Geländes nach der Gartenschau

Mit den hergestellten Daueranlagen soll den Bürgerinnen und Bürgern ein kostenlos zugänglicher, facettenreicher Naherholungsraum in der Altstadt angeboten werden. Grünanlagen und begrünte Stadträume sind lebendige und urbane Freiräume, die auf gesellschaftlichen Wandel, Bedürfnisse der Menschen und sonstige sich verändernde Rahmenbedingungen wie den Klimawandel in geeignetem Maße reagieren müssen. Deren Pflege ist eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe und anspruchsvolle Profession, die mit fachlicher Kompetenz und Sorgfalt durchzuführen ist.

Zum größten Teil sind die Gartenschauflächen auch heute schon im Zuständigkeitsbereich des Servicebetriebs Öffentlicher Raum der Stadt Nürnberg (SÖR) und somit bereits im Pflegeplan des zuständigen Bezirks des SÖR-Unterhalts und im städtischen Haushaltsplan verankert. Die Pflegekosten von neugeordneten Flächen, wie z.B. bei Teilentsiegelung und Begrünung von Stadtplätzen oder Straßenräumen, werden durch geänderte Pflegeeinheiten neu berechnet. Neu hinzukommende Flächen werden in den Flächenpool des SÖR mit aufgenommen.

Wesentliche Grundlage, um den zu gestaltenden öffentlichen Raum langfristig qualitätsvoll erhalten und entwickeln zu können, ist die unmittelbare und intensive Einbindung der Verantwortlichen. Bereits in der Vorentwurfsphase wird der SÖR-Unterhalt in den Planungsprozess mit eingebunden, um die künftige Entwicklung über den gesamten Lebenszyklus zu betrachten und deren Bewirtschaftung zu steuern. Durch die Berechnung von Lebenszykluskosten kann bereits im Entwurf gezeigt werden, wie hoch der zukünftige Pflegeaufwand der Grünanlage sein wird. Verschiedene Materialien können im Hinblick auf die Bau- und Folgekosten verglichen werden und so Alternativen aufzeigen. Vor allem bei Materialien, die geringe Baukosten verursachen, aber in der Folge sehr kostenintensiv oder kurzlebig sind, bieten die Auswertungen den Planenden Argumentationsgrundlagen. Von daher umfasst eine nachhaltige Planung von Freiräumen die Einbeziehung der Lebenszykluskostenbetrachtung in fast alle Leistungsphasen der Freiraumgestaltung. Das Prinzip der Nachhaltigkeit äußert sich dabei sowohl im konzeptionellen Ansatz als auch in der Ausprägung von Details der Anlage. Die Planungen werden mit den Leitlinien der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit begleitet. Umweltschonende, energieeffiziente und sozial gerechte Herstellungsprozesse und Lieferketten sind weitere wichtige Aspekte im Planungsprozess.

Als Grundlage dient ein Pflege- und Entwicklungsplan. Die Erstellung von Pflege- und Entwicklungsplänen wurde 2012 systematisch eingeführt und ist mittlerweile eine standardisierte Leistung bei der Objektplanung von Grünanlagen sowohl in der Neuplanung als auch im Bestand. Im Pflege- und Entwicklungsplan sind die Pflegeziele und Pflegeklassen festgelegt. Die öffentlichen Grünanlagen der Stadt Nürnberg sind in vier differenzierte Pflegeklassen eingeteilt, die mit entsprechenden Pflegestandards hinterlegt sind. Diese bilden die Grundlage für die Berechnung der Pflegekosten anhand einer Flächenmatrix.

Aus den Entwicklungsplänen abgeleitete Pflegepläne dienen als Arbeitsvorgaben für den SÖR-Unterhalt. Damit die Daueranlagen des Gartenschaugeländes nachhaltig in Substanz und Qualität weitgehend erhalten bleiben und die Vegetation sich gut entwickeln kann, sollte für die meisten Flächen mind. die Pflegeklasse II die Grundlage bilden, für bedeutende Anlagen wie z.B. den Bürgermeistergarten und den Frauentorzwinger die Pflegeklasse I. Lediglich sehr naturnahe, weniger stark frequentierte Bereiche wie im naturnahen Bereich der Pegnitz können in die Pflegeklasse III aufgenommen werden.

Die Gartenanlagen auf der Kaiserburg wie z.B. der Burggarten werden durch die Bayerische Schlösserverwaltung gepflegt.

7. Darstellung möglicher Folgekosten und deren Finanzierung

Die Folgekosten werden bei der Planung von Neubauten oder Sanierungen von Beginn an mitbetrachtet und berücksichtigt. Bereits während der Erarbeitung des Freiflächenentwurfes werden diese ermittelt und mit dem Objektentwurf zur Haushaltmittelfreigabe eingereicht. Somit wird sichergestellt, dass neben den notwendigen investiven Mitteln auch die konsumtiven für den SÖR-Wirtschaftsplan zur Verfügung stehen und gezielt eingesetzt werden.

Über die Auspreisung der SÖR-Entwicklungsplanmatrix für die ca. 22 ha städtischen Daueranlagen (ohne Zwingerbereiche) wird ein Bedarf von durchschnittlich 3,5 Mio. € jährlich hergeleitet, der für die dauerhafte und funktionsgerechte Erhaltung über den gesamten Lebenszyklus hinweg erforderlich ist.

Abbildung 10

Abbildung 11

Abb. Auszug aus einer beispielhaften Entwicklungsplanmatrix

8. Luftbild

Abbildung 12

Abbildung 13

9. Übersichtsplan; Lage im Stadtgebiet M 1. 10.000

Abbildung 14

Abbildung 15

Abb. Grundlage: Planausschnitt „Gesamtstädtisches Freiraumkonzept Nürnberg - Eine Strategie der Stadtentwicklung 2030“; Räumliches Konzept; Februar 2014; M 1:10.000, verkleinert

  1. Darstellung der Grundstücksverfügbarkeit (Besitzverteilungsplan) M 1:2.000 (HINWEIS: Der Planausschnitt wurde zwischenzeitlich angepasst)

Alle Flächen (Stadtgraben und Maßnahmenbereiche im Umfeld) befinden sich im Eigentum der Stadt Nürnberg und sind zur Einbeziehung in eine Urbane Gartenschau verfügbar.

Abbildung 16

Abbildung 17

11. Ökologische Bestandserfassung M 1:2.000

Für die ökologische Bestandserfassung sind insbesondere die Flächen im Stadtgraben von Relevanz, da sich die weiteren potentiellen Gartenschauflächen in der Altstadt und in den umgebenden Stadtteilen zumeist auf Plätzen oder Straßenräumen befinden, die in der Regel keine naturschutzfachlichen Belange aufweisen (Ausnahmen sind die Naturdenkmale an der Hallerwiese und am Prinzregentenufer).

Im Stadtgraben selbst befinden sich unmittelbar keine Schutzgebiete, westlich und östlich grenzt das Landschaftsschutzgebiet des Pegnitztals an. Auch geschützte Naturdenkmale befinden sich nicht unmittelbar im Stadtgraben. In der Stadtbiotopkartierung für Nürnberg sind mehrere Biotope im Stadtgraben erfasst, die sich hauptsächlich auf den wertvollen Baumbestand beziehen. Die kartierten Biotope verteilen sich auf die drei Biotoptypen „Park / Hain / Grünanlage mit Baumbestand“, „Baumgruppe / Baumreihe / Allee“ und „Einzelbaum“. Diesen wertvollen Baumbestand gilt es zu schützen.

Die beabsichtigten Maßnahmen im Rahmen der UGS hinsichtlich Entsiegelung, Begrünung und der Förderung von Biodiversität stellen eine ökologische Aufwertung dieser innerstädtischen Flächen dar. Für die biologische Vielfalt spielen bereits jetzt mehrere Flächen im Stadtgraben eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Projekts „Lebensraum Burg“ wurden z.B. im Umfeld der Nürnberger Kaiserburg einschließlich des dortigen Grabenbereichs intensive Untersuchungen zur Artenvielfalt durchgeführt. Dabei wurde eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, z.T. aus der Roten Liste Bayerns, bestimmt. Insbesondere auch die Gärten des Stadtgrabens, wie z.B. die Kleingärten, der Burggarten und Bürgermeistergarten oder der Heilkräutergarten leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Durch das Nürnberger Bündnis für Biodiversität wird zudem der Zwinger am Spittlertorgraben als artenreicher Garten aufgewertet und gepflegt. Diese Initiativen gilt es durch die UGS zu stärken.

Abbildung 18

Abbildung 19

12. Masterplan, M 1:2.000

Abbildung 20

Abbildung 21

Masterplan Bewerbung M 1:2.000; verkleinert (Stand 20.01.2022)

Impressum

Herausgeberin: Stadt Nürnberg, Bürgermeisteramt / Stab Stadtentwicklung Rathausplatz 2 90403 Nürnberg

Steuerung und Koordination: Stadt Nürnberg, Bürgermeisteramt / Stab Stadtentwicklung

Konzept und Bearbeitung: plancontext gmbh landschaftsarchitektur Greifenhagener Straße 39 10437 Berlin Christian Loderer Jessica-Seriani Hermanto

Arbeitsgruppe Stadt Nürnberg: Daniel Baunach, Umweltamt Alexander Bock, Stadtkämmerei Hiltrud Gödelmann, Referat für Umwelt und Gesundheit Florian Gräf, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat Andrea Hilker, Umweltamt Hannes Hinnecke, Bürgermeisteramt / Stab Stadtentwicklung Melanie Meichsner, Servicebetrieb Öffentlicher Raum Andrea Meier, Verkehrsplanungsamt Julia Rauh, Bürgermeisteramt / Stab Stadtentwicklung Andrew Schneider, Planungs- und Baureferat Thea Weber, Servicebetrieb Öffentlicher Raum Frank Weyherter, Stadtplanungsamt

Gestaltung und Druckvorlage: plancontext gmbh landschaftsarchitektur

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