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Entscheidungsvorlage

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Bewerbung der Stadt Nürnberg für eine Bayerische Landesgartenschau mit dem Kon-

zept „Urbane Gartenschau Nürnberg 2030“ – Entscheidungsvorlage

1. Einführung/Ausgangslage

Am 23. Juni 2021 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, bei der Bayerischen Landesgartenschau GmbH das Interesse der Stadt Nürnberg zu bekunden, 2030 die Jubiläums-Landesgartenschau auszurichten. Zusätzlich sollte die Verwaltung die Bewerbung für die Urbane Gartenschau (UGS) in Nürnberg 2030 ausarbeiten. Dafür stellte der Stadtrat 70.000 Euro im Haushalt ein. Ein aus verschiedenen Geschäftsbereichen zusammengesetztes Projektteam beauftragte das Büro „plancontext gmbh landschaftsarchitektur“ aus Berlin damit, das Projektteam fortan bei der Ausarbeitung der Bewerbung zu unterstützen. Die Auftragskosten werden mit Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst.

Parallel zu diesem Prozess begann auch die Einbindung der Öffentlichkeit. Zum einen geschah dies gezielt mit der Einladung spezieller Nutzergruppen und Akteure (zum Beispiel Bürgervereine, IHK, Schrebergärtner oder laut!). Zum anderen richteten sich Veranstaltungen und Formate an die breite Öffentlichkeit. Ziel war vorerst, die Nürnbergerinnen und Nürnberger über das angedachte Konzept der UGS zu informieren und sie zum Einbringen eigener Ideen zu motivieren. Die Rückmeldungen waren größtenteils positiv. Die Mehrheit sieht in der UGS eine Chance für Nürnberg und einen wichtigen Schritt in die Zukunft.

Dem Stadtrat liegt nun in der Anlage die ausgearbeitete Bewerbung vor, die bis zum 27. Mai 2022 bei der LGS GmbH einzureichen ist. Die ursprüngliche Frist (8. April 2022) wurde Ende 2021 von der LGS GmbH verlängert. Die Bewerbung enthält die ausführliche Beschreibung der Ziele und Inhalte, die durch eine zusammenfassende Würdigung in dieser Vorlage ergänzt wird. Bei Zustimmung des Stadtrats zur Bewerbung wird der Text gelayoutet und in Form einer kleinen Broschüre gedruckt.

2. Inhalte der Bewerbung

Gemeinsam mit plancontext erarbeitete die Verwaltung das Konzept der Urbanen Gartenschau 2030 (siehe Anlage). Dabei steht die Aufwertung des Stadtgrabens mit der Erweiterung der bestehenden Nutzungen im Mittelpunkt. Er soll durchgängig erlebbar werden und mehr Aufenthaltsqualität erhalten. Für den Zeitraum der Gartenschau selbst von April bis Oktober 2030 ist geplant, zwei Teile des Grabens – vom Hauptbahnhof bis zum Plärrer und nordwestlich unterhalb der Burg (in diesem Bereich finden regelmäßig Bier- und Ritterfest statt, für die alternative Lösungen zu prüfen wären) – als Ausstellungsfläche zu nutzen. Diese beiden Flächen wären als Teil einer Refinanzierung (s. 5.) für den Gartenschauzeitraum eintrittspflichtig. Weiterhin sollen der Äußere Laufer Platz und der Maxplatz temporär für diesen Zeitraum als Ausstellungsfläche genutzt werden.

Darüber hinaus soll die Urbane Gartenschau in die Altstadt und die umliegenden Stadtteile ausstrahlen. Hierzu schlägt die Verwaltung sieben Plätze und Straßenräume in und außerhalb der Altstadt vor, die umgestaltet werden sollen. In der Altstadt sind das die Grasersgasse, die Insel Schütt und auf Vorschlag des Bürgervereins Altstadt der Theresienplatz mit der Perspektive Egidienberg. Zusätzlich gibt es je ein Projekt in jeder Himmelsrichtung um den Stadtgraben: Das Maxtor als Vorschlag des Vorstadtvereins Nord, der Keßlerplatz im Osten, der vom Bürgerverein Süd vorgeschlagene Südstadtpark als Auftakt der Südstadt.Klima.Meile (s. 3.) über Karl-Bröger-Straße bis zum Kopernikusplatz und im Westen der „JohannisBoulevard“, eine Idee des Bürgervereins St. Johannis. Die ausgewählten Flächen sind als „Impulsgeber“ zu verstehen. Sie liegen strategisch zentral im Stadtraum und haben ein großes Aufwertungsund Umgestaltungspotential. Sie strahlen als verbindende Elemente auf angrenzende Freioder Verkehrsräume aus.

Hinzu kommt als zentrale Idee das „Labor der Bürgerschaft“: Neben den städtischen Projekten wird ein Wettbewerb für Bürgerprojekte ausgelobt. Ideen zur Begrünung, Entsiegelung, aber auch zu Mobilität, Sharingkonzepten, nachhaltige Geschäftsideen, Klimaschutz, Umnutzung von Stadträumen oder zur sozialen Teilhabe sollen gezielt finanziell gefördert und professionell begleitet werden. Zusätzlich dienen experimentelle Formate wie offene Bühnen, Science-Slam oder Barcamps der Entwicklung von innovativen Projekten und Ideen. Denn eine Gartenschau in solch zentraler Lage muss ganz unterschiedliche Facetten des Lebens in einer Großstadt berücksichtigen – von der sozialen und kulturellen Interaktion über Nutzungsdruck und Biodiversität bis zu sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen.

Wichtig ist dabei, die UGS als Teil eines Prozesses zu sehen, der 2030 auch noch nicht abgeschlossen sein wird. Die Stadt Nürnberg wird in den kommenden Jahren Stadträume intensiv umgestalten: Neue Grünflächen sollen geschaffen und vorhandene besser vernetzt werden. Sie sollen mehr Aufenthaltsqualität und Funktionalität erhalten sowie die biologische Vielfalt in der Stadt erhöhen. Die Neuverteilung des öffentlichen Raums zu Gunsten von mehr und anderen Nutzungen soll angestoßen werden. Die UGS soll zusätzliche Grünimpulse in der Stadt setzen und (auch für laufende Stadterneuerungsmaßnahmen) zum entscheidenden Prozessverstärker werden. Sie leistet als Labor für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung dieser Ziele. Die Bürgerschaft gestaltet diesen Prozess von Anfang an aktiv mit.

Der Klimawandel ist eine der größten und brennendsten globalen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Daher wird er zur thematischen Klammer aller Maßnahmen. Die UGS leistet einen wichtigen Beitrag, um die Stadt an die klimatischen Änderungen anzupassen. Sie festigt die bereits getanen Anstrengungen in Nürnberg auf dem Weg zu einen zukunftsfähigen, lebenswerten und resilienten Stadt. Dabei existieren viele Berührungspunkte mit laufenden und geplanten Projekten. Die UGS kann hier eine Klammerfunktion einnehmen, worauf im Folgenden eingegangen wird.

3. Schnittmenge mit übergeordneten Zielen und Aktivitäten

Masterplan Freiraum

Der Masterplan Freiraum stellt - als etabliertes gesamtstädtisches Freiraumkonzept - die konzeptionelle Grundlage für die Umgestaltung der Flächen im Rahmen der UGS dar. Der zentrale UGS-Ausstellungsbereich, der Stadtgraben, sowie der Egidienberg / Theresienplatz sind bereits Bestandteile des Aktionsplans „Kompaktes Grünes Nürnberg“, bei der diesjährigen Aktualisierung wird zudem der „Keßlerpark“ sowie die Südstadt-Klima-Meile integriert. Auch die Umgestaltungen angrenzender Freiflächen, auf die die UGS als Impulsgeber ausstrahlen soll, decken sich größtenteils mit den Zielsetzungen des Masterplans Freiraum. Durch die Verknüpfung mit der UGS ergibt sich somit die Chance, zusätzliche Grünimpulse zu setzen und den Prozess der Freiraumentwicklung zu stärken. Die fachlichen Synergieeffekte zwischen UGS und dem Masterplan Freiraum betreffen hauptsächlich den Stadtraum „Altstadt“ und deren direkt angrenzende Stadtquartiere.

Neben den inhaltlichen bestehen teilweise auch finanzielle Synergieeffekte. So ist in dem dem Masterplan Freiraum zugeordneten MIP Ansatz (Mittelbedarf 2022-2025 ca. 54 Mio. €) der Stadtgraben mit 6,4 Mio. € eingeplant (Gesamtkosten 8,4 Mio. €). Die weiteren vorgesehenen Mittel des Masterplan Freiraum sind jedoch für neue Parkanlagen in den Siedlungserweiterungsgebieten sowie Sanierungen und Projekte in den verschiedensten Stadtteilen vorgesehen. Damit sowohl die UGS als auch der Masterplan Freiraum ihre sich ergänzenden Wirkungen entfalten können, sind für die UGS genügend eigene Projektmittel und personelle Ressourcen vorzusehen (s. 5.).

So KÖNNTE es aussehen: Stadtgraben im Bereich der Burg

Abbildung 1

Abbildung 2

Bestandsfoto: Christian Höhn Visualisierung: plancontext gmbh landschaftsarchitektur Berlin

Freiraumkonzept Nürnberger Süden

Für den Nürnberger Süden wird aktuell ein integriertes, im Frühjahr 2017 von verschiedenen Fachausschüssen (UmwA, AfS und SÖR-Werkausschuss) beschlossenes Freiraumkonzept erstellt, dass im Frühjahr 2022 vorliegen wird. Der rund 800 Hektar große Raum mit ca. 93.000 dort lebenden Menschen schließt direkt an den Stadtgraben an und umfasst große Bereiche in der Süd- und Südweststadt innerhalb der Ringstraße. Das Konzept thematisiert neue Lösungsstrategien, um den aktuellen und auch zukünftigen Herausforderungen der Stadtentwicklung gerecht zu werden. Gerade in den weniger privilegierten Stadtteilen im untersuchten Raum sind neue kreative Ansätze und vor allem Umsetzungsstrategien gefragt, zumal hier sowohl die Einwohnerdichten als auch der Versiegelungsgrad und somit das Grünflächendefizit inklusive der bioklimatischen Situation extrem hoch sind. Insbesondere Blau-Grüne Meilen sollen als übergeordnete Grünverbindungen, sog. „Grüne Bänder“ durch die Stadtquartiere verlaufen und die innere Stadt mit den äußeren Landschaften oder großen Parkanlagen verknüpfen. Sie integrieren dabei verschiedene Freiräume wie Parkanlagen, Plätze, Sportanlagen, Kleingärten oder Schulhöfe sowie auch neu qualifizierte Straßenräume und Wegeverbindungen und sind gleichzeitig Schwerpunkträume für eine wassersensible und hitzeangepasste Stadtentwicklung.

Die „Südstadt.Klima.Meile“ mit den angrenzenden Klimaquartieren ist ein Kernprojekt des Freiraumkonzept Nürnberger Süden (FK Süden). Sie führt aus der Altstadt kommend entlang einer Freiraumkette über den Südstadtpark, die Karl-Bröger-Straße, den Aufseßplatz, den Kopernikusplatz in Richtung Annapark und Grünanlage Maffeiplatz und weiter über die Gudrunstraße und Allersberger Straße in Richtung des zukünftig geplanten Hiroshimaparks. Der nördliche Abschnitt der „Südstadt.Klima.Meile“ vom Karl-Bröger-Platz bis zum Kopernikusplatz soll als Projekt der UGS realisiert werden; damit wird die Grünaufwertung der Südstadt zentraler Bestandteil der Urbanen Gartenschau. Die Inhalte und ersten konkreten Projekte des FK Südens sollen im Juni 2022 im Umweltausschuss vorgestellt werden.

So KÖNNTE es aussehen: Südstadt.Klima.Meile

Abbildung 3

Visualisierung: bgmr Landschaftsarchitekten GmbH Berlin

INSEK Altstadt Nürnberg und Stadterneuerungsgebiete

Das Konzept der Urbanen Gartenschau setzt an den 2012 im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Altstadt entwickelten Handlungsempfehlungen an und konkretisiert diese für Teilbereiche. Weitere konzeptionelle Anknüpfungspunkte sind die Sanierungsziele der Stadterneuerungsgebiete Nördliche Altstadt (2010) und Altstadt-Süd (2017), zu deren beider Gebietsumgriffe der Stadtgraben gehört. An den Stadtgraben grenzen zudem stadtauswärts die beiden Stadterneuerungsgebiete Weststadt und Galgenhof/Steinbühl an. Die Vorbereitenden Untersuchungen für ein zusätzliches Gebiet „Gostenhof-Ost/Tafelhof“ sollen im Herbst 2022 starten.

Eine UGS wäre demnach Impulsgeber für die Altstadt und würde gleichzeitig auch für die angrenzenden Stadtlagen Qualitätssteigerungen bewirken. Neben der Entschärfung der lokalklimatischen Belastungssituation und dem Abbau des Spielflächendefizits sind auch die Schaffung struktureller Bezüge der bislang weniger frequentierten fußläufigen Verbindungen zu den Quartieren außerhalb der Altstadt oder die Schaffung attraktiver barrierefreier Straßen- und Platzräume wichtige Handlungsziele der Stadterneuerungsgebiete, die mit Hilfe der UGS dauerhafte Umsetzung in Altstadt und Südstadt erfahren können. Die bestehenden Quartiersmanagements können im Rahmen der verfügbaren Stundenkontingente bei der maßnahmenbezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung mitwirken.

Die Zuschussmöglichkeiten aus der Städtebauförderung stellen einen nennenswerten Finanzierungsbaustein für die Gesamtmaßnahme UGS dar. Für die permanente Umgestaltung von öffentlichen Räumen im Rahmen der UGS könnten im besten Fall in den jeweiligen Stadterneuerungsgebieten 60% der förderfähigen Kosten als Zuschuss eingeworben werden. Temporäre Anlagen und durch Eintrittsgelder refinanzierte Projekte der UGS sind von der Städtebauförderung ausgeschlossen. Die Regierung von Mittelfranken ist vorinformiert, vertiefende Gespräche sind nach einem eventuellen Zuschlag vorgesehen.

So KÖNNTE es aussehen: Theresienplatz

Abbildung 4

Abbildung 5

Bestandsfoto und Visualisierung: plancontext gmbh landschaftsarchitektur Berlin

Mobilitätsbeschluss

Der im Januar 2021 vom Stadtrat gefasste „Mobilitätsbeschluss für Nürnberg“ hat zum Ziel, den Anteil der Verkehrsarten des Umweltverbundes am Verkehrsaufkommen von heute 61 % auf 68 % bis zum Jahr 2030 zu erhöhen und den Anteil des Kfz-Verkehrs gleichermaßen zu reduzieren. Unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten soll die Mobilität in Nürnberg auch weiterhin stadtverträglich, effizient und ökologisch gestaltet werden. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der das Rückgrat städtischer Mobilität bildet, sowie der Förderung des Fuß- und Radverkehrs (wie z.B. dem „Altstadtring für Radler“) zu. Der Ausbau der Infrastruktur für diese stadtverträglichen Verkehrsarten und die Verbesserung des bestehenden Angebots bilden die Grundlage für die Gewinnung zusätzlicher Flächen für Grün und die Schaffung erhöhter Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Damit ergänzen der Mobilitätsbeschluss und die Urbane Gartenschau einander, indem ihre jeweiligen Instrumente zum selben Ziel führen, nämlich den öffentlichen Raum nachhaltig und für ein Mehr an Lebensqualität zu nutzen.

Klimafahrplan

Der Klimafahrplan 2010-2050 der Stadt Nürnberg benennt Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Die Urbane Gartenschau orientiert sich als nachhaltige und klimaneutrale Veranstaltung an diesen übergeordneten Zielen. Ein zentraler Baustein zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen in Nürnberg ist eine gute Grünraumversorgung, sowohl hinsichtlich öffentlicher Grün- und Freiflächen, als auch durch Dach-, Fassaden- und Hinterhofbegrünung. Dadurch können die Auswirkungen der zunehmenden Hitzebelastung, sowie von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregen minimiert werden. Die Urbane Gartenschau leistet hierfür im bioklimatisch als ungünstig eingestuften Bereich der Altstadt und ihrer Umgebung einen wichtigen Beitrag. In Stadterneuerungsgebieten gibt es die Möglichkeit, über das Programm „Mehr Grün für Nürnberg“ und außerhalb von Stadterneuerungsgebieten über das städtische Förderprogramm „Initiative Grün“ Zuschüsse für private Begrünungsmaßnahmen zu erhalten. Die UGS kann Anstoß für eine verstärkte Nachfrage dieser Programme sein und so zusätzliche Klimaeffekte generieren.

Biodiversität

Nürnberg verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt auch im dicht besiedelten Stadtgebiet zu fördern. Die UGS bietet diesbezüglich zahlreiche Potentiale. Die Entsiegelung von Flächen sowie die Reduktion und Umgestaltung von Verkehrsflächen mit mehr Grün stellen eine ökologische Aufwertung des innerstädtischen Umfelds dar und bieten Raum für zusätzliche Pflanzen- und Tierhabitate. Durch neue Baumpflanzungen, die Anlage von Blühwiesen sowie die Schaffung von vertikalen und horizontalen Gärten werden neue Grünbereiche geschaffen, die die Biodiversität der urbanen Stadtlandschaft deutlich erhöhen lassen. Dabei werden klimaangepasste und insektenfreundliche Arten ausgewählt. Mit dem Erhalt und der Entwicklung von naturnahen Bereichen mit geringerer Nutzungsintensität verbleiben Rückzugsgebiete für störungsempfindlichere Arten. Durch ein entsprechendes Lichtkonzept, das insbesondere eine insektenfreundliche Beleuchtung berücksichtigt, lassen sich weitere positive Effekte für die Biodiversität erzielen. Viele dieser Aspekte können durch die Ausstellungen der UGS im Bereich der Altstadt vermittelt und veranschaulicht werden.

So KÖNNTE es aussehen: Zwingerbereich Frauentorgraben

Abbildung 6

Abbildung 7

Bestandsfoto und Visualisierung: plancontext gmbh landschaftsarchitektur Berlin

Stadtmarketing, Handel und Tourismus

Die Aktivitäten im Bereich Stadtmarketing, Handel und Tourismus werden auf absehbare Zeit davon geprägt sein, die Folgen der Pandemie zu mildern und auszugleichen. Das betrifft sowohl die Altstadt als auch die angrenzenden Stadtteile. Eine Urbane Gartenschau verstärkt diese Bemühungen und dient auch einer City-Offensive, die zum Ziel hat, die Zukunft der Innenstadt auch nach Corona positiv zu befördern. Als zentraler Baustein der City-Offensive spielt hier auch die Nürnberger City Werkstatt eine wichtige Rolle. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Akteure vor Ort zu mobilisieren und Impulse für eine erhöhte Aufenthalts- und Erlebnisqualität zu entwickeln sowie die Innenstadt zu beleben. Dazu nutzt die Nürnberger City Werkstatt u. a. Prototypen und temporäre Gestaltungselemente. Die sich aus dem Werkstattcharakter ergebende Spontaneität ist auch ein mögliches Element der UGS. Synergieeffekte und Kooperationen zwischen der UGS und der Nürnberger City Werkstatt sind daher umfassend zu prüfen und in die weitere Planung miteinzubeziehen.

Die UGS profitiert wiederum von der attraktiven, zentralen Lage im Tourismusmagnet Altstadt. Da es eine solche Gartenschau bislang noch nicht gab, verspricht das Konzept „Urbane Gartenschau Nürnberg 2030“ ein Alleinstellungsmerkmal zu werden, von dem Handel und Tourismus enorm profitieren können. Durch die Nähe zu zahlreichen gastronomischen Angeboten sind zudem getrennte Gastrobereiche auf dem Ausstellungsgelände, wie es bei Gartenschauen normalerweise üblich ist, entbehrlich, womit wiederum die vorhandenen Betriebe gestärkt werden.

Schnittmengen mit weiteren Belangen

Eine Urbane Gartenschau Nürnberg 2030 ergibt weitere Synergien mit unterschiedlichen Handlungsfeldern der Stadtentwicklung:  So leistet zum Beispiel ein attraktiver Stadtgraben für Kinder und deren Familien, für Jugendliche, aber auch für ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen einen wichtigen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung angrenzenden Quartiere als Wohnstandort und Lebensraum für Alt und Jung.  Verschiedene Handlungsfelder (wie zum Beispiel Mobilität im öffentlichen Raum) des im Dezember 2021 beschlossenen Aktionsplans Inklusion bieten Schnittmengen mit dem zentralen Anliegen der UGS, den öffentlichen Raum für Alle selbstbestimmt nutz- und erlebbar zu machen.  Die Sanierung der Inneren und Äußeren Grabenfuttermauern einschließlich der Stadttürme ist eine langfristige Aufgabe von herausragender Bedeutung. Das einzigartige Baudenkmal „Nürnberger Stadtmauer“ erfährt durch eine Urbane Gartenschau zusätzliche Aufmerksamkeit.  Der Stadtgraben wird von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen genutzt. Es muss sichergestellt werden, dass dies auch nach einer Aufwertung der Fall ist. Eine Urbane Gartenschau darf nicht zur Verdrängung bestimmter Bevölkerungsgruppen führen.

4. Mehrwert der Bewerbung – Chancen einer UGS 2030

Eine Urbane Gartenschau 2030 bietet zuallererst die Chance, der Entwicklung des städtischen Grüns einen nachhaltigen Impuls zu verleihen. Der Nürnberger Stadtgraben und die assoziierten Flächen innerhalb und außerhalb des Altstadtrings haben das Potential für eine solche Initialzündung. Kleinere und größere Schätze werden gehoben, bislang vernachlässigte Perlen wachgeküsst, Stadträume neu miteinander in Beziehung gesetzt. Es werden Flächen entsiegelt und Bäume in großer Zahl neu gepflanzt. Im Ergebnis wird die Innenstadt deutlich an Grün, Attraktivität und Aufenthaltsqualität gewinnen.

Über die Stärkung des innerstädtischen Grüns hinaus wird eine Urbane Gartenschau 2030 mit einer Vielzahl weiterer positiver Effekte verbunden sein. Synergien, die sich gegenseitig noch verstärken, ergeben sich für aktuell besonders im Fokus stehende Aufgaben wie Klimaanpas-

sung und nachhaltige Mobilität, aber auch für Themenfelder wie Biodiversität, Gesundheitsprävention, demografischer Wandel, Tourismus und Stadtimage, der sozial-gerechten Stadt oder der Belebung der Innenstadt. Kurzum: Kaum ein städtisches Handlungsfeld, das nicht unmittelbar oder mittelbar erheblich von einer Urbanen Gartenschau im Stadtgraben profitieren würde.

Klimawandel und die Corona-Pandemie belegen in drastischer Weise die Verletzlichkeit des städtischen Systems. Städte sind gut beraten, sich möglichst rasch und konsequent auf die zu erwartenden Herausforderungen vorzubereiten. Das Konzept einer Urbanen Gartenschau mit fachlich übergreifenden Schwerpunktsetzungen ist optimal geeignet, die Resilienz Nürnbergs im Zentrum der Stadt nachhaltig zu stärken und neu auszurichten. Auch für die weitergehende Perspektive einer "Post-Corona-Stadt" kann der Prozess der Urbanen Gartenschau Auftrieb und Anschub geben. Gemeinsam müssen die Herausforderungen der nächsten Jahre aktiv gestaltet werden.

Gewinnerin einer Urbanen Gartenschau ist auch die Stadtgesellschaft. Aufgerufen mit einer Gartenschau im Zentrum der Stadt sind elementare Zukunftsfragen, auf die es in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs Antworten zu finden gilt. Das partizipativ und experimentell angelegte Format der Urbanen Gartenschau ist prädestiniert, diesen Prozess des gemeinsamen Stadtumbaus als lebendigen urbanen Raum zu organisieren.

Eine Urbane Gartenschau im Nürnberger Stadtgraben wird mehr sein als die Summe ihrer einzelnen Bausteine. Mit dem Stadtgraben und den darüber hinaus einbezogenen Flächen nimmt die Gartenschau die Auseinandersetzung mit den drängenden Zukunftsthemen dort an, wo die Herausforderungen besonders groß sind. Was hier an Transformation gelingt, wird Aufbruchstimmung auch in anderen Stadtteilen auslösen. Als Blaupause und Prozessbeschleuniger ist die Urbane Gartenschau der Funke, der auf die gesamte Stadt überspringt.

Deutlich wird, dass der Mehrwert einer Urbanen Gartenschau 2030 weit über die während der Gartenschau bespielten Flächen hinausreichen wird. Der Mehrwert beginnt mit allen vorbereitenden Schritten und schließt Projekte in der Altstadt ein, die ohne den Rückenwind einer Gartenschau nicht oder nicht so schnell realisiert werden können. Mit der Durchführung im Jahr 2030 erfährt der Mehrwert einen feierlichen Höhepunkt, er wird die Stadt aber auch darüber hinaus für sehr lange Zeit sichtbar und spürbar prägen.

Somit wird mit der UGS ein weiterer Baustein in der Freiraumentwicklung geschaffen, der die Stadtentwicklung und insbesondere die Klimaanpassung nachhaltig beeinflusst.

5. Ressourcen

Die Gesamtinvestition für die Urbane Gartenschau werden bis 2030 mit 46 bis 51 Mio. € veranschlagt, darin sind prognostizierte Baukostensteigerungen analog der letzten Jahre in Höhe von durchschnittlich rund 3% enthalten und indiziert. Dem stehen Einnahmen und Refinanzierungsmöglichkeiten über Fördermittel, Sponsoring und Eintrittsgelder gegenüber. Der Verwaltung ist bewusst, dass mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht alle sieben Impulsprojekte vollständig umgesetzt werden können. Gleichwohl kann damit jeweils ein Anstoß erreicht werden, flächenwirksam Verbesserungen hin zu mehr Grün in angrenzenden Stadtteilen zu befördern.

Der Haushalt einer Gartenschau unterteilt sich in einen Investitions- und einen Durchführungshaushalt.

Investitionshaushalt

Der investive Teil der Gesamtinvestition wird mit 34 Mio. € veranschlagt. Der noch zu gründenden UGS-GmbH soll die Realisierung der investiven Maßnahmen übertragen werden.

Durch die UGS-GmbH sollen auch der Wettbewerb für Bürgerprojekte durchgeführt, Fördermittel akquiriert und die Preisträger bei der Realisierung der Projekte beratend unterstützt werden. Die Eigenmittel für Personalkosten in Höhe von ca. 4 Mio. € stünden der UGS-GmbH zur Realisierung der investiven Maßnahmen zur Verfügung. Höhere Kostensteigerungen gingen zu Lasten, höhere Förderquoten zu Gunsten des Budgets.

Die Baukosten für eine Aufwertung des Stadtgrabens wurden 2021 mit 8,4 Mio. € brutto angenommen. Preissteigerungen, eine intensivere Gestaltung und die Einbeziehung von flankierenden Bereichen und Verknüpfungen wurden nun berücksichtigt. Damit ergeben sich nun Baukosten von 12 Mio. € brutto. Für die Projekte in der Altstadt, in den angrenzenden Stadtteilen und für die Bürgerprojekte wurde das weitere zur Verfügung stehende Budget aufgeteilt.

Die Mittel der Gartenschauförderung (maximal 50% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben mit einer max. Zuwendungssumme von 5,0 Mio. €) werden voraussichtlich für den Stadtgraben ausgeschöpft. Für die weiteren Maßnahmen sollen andere Fördermöglichkeiten (z.B. Städtebauförderung, FAG-Mittel, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung oder Fördermöglichkeiten für Klimaschutz und Klimaanpassung) oder zusätzliche Finanzierungsquellen (z.B. Ausgleichszahlungen zur Kompensation des nicht herzustellenden öffentlichen Grüns bei privaten Hochbaumaßnahmen) zum Einsatz kommen. Die Stadt geht davon aus, dass bei den weiteren investiven Maßnahmen eine Förderquote von mehr als 50% erreicht werden kann.

Bei den für eine Bezuschussung aus der Städtebauförderung geeigneten Maßnahmen besteht die Möglichkeit einer Mitfinanzierung aus den jeweiligen MIP-Ansätzen der tangierten Stadterneuerungsgebiete. Grundsätzlich sind jedoch die Laufzeiten der jeweiligen Stadterneuerungsgebiete zu beachten. Während die Durchführungsfristen der Gebiete Altstadt-Süd und Nördliche Altstadt gemäß Stadtratsbeschluss vom 15.12.2021 mit 2032 und 2031 passgenau für die Durchführung von UGS-Maßnahmen bis 2030 bemessen sind, erfordert die Durchführungsfrist des Gebietes Galgenhof/Steinbühl bis Ende 2026 eine hohe Umsetzungspriorisierung der dort vorgesehenen Projekte, insbesondere von Teilprojekten der „Südstadt.Klima.Meile“.

Nürnberg geht davon aus, dass für den Investitionshaushalt nach Abzug der Fördermöglichkeiten ein Eigenanteil von 19 Mio. € verbleibt.

Durchführungshaushalt

Für die temporären Ausstellungsinhalte im Stadtgraben und innerhalb der Stadt sind Ausgaben zwischen 12 und 17 Mio. € erforderlich, die zum Großteil durch Einnahmen refinanziert werden sollen. Wegen der voraussichtlichen Möglichkeit des Vorsteuerabzugs handelt es sich um die Nettokosten. Eine Gartenschau in dieser Form wurde noch nicht umgesetzt, so dass Erfahrungen und Vergleichszahlen fehlen. Bayerische Gartenschauen der letzten Jahre in einer vergleichbaren Größe (Bayreuth 2016, Würzburg 2018, Ingolstadt 2021) hatten einen Durchführungshaushalt zwischen 10 und 15 Mio. €. Nürnberg geht davon aus, dass unter Berücksichtigung einer jährlichen Preissteigerung eine ähnliche Summe erforderlich sein wird.

Größere Ausgaben für den Grundausbau der temporären Anlagen sind in Nürnberg idealerweise nicht erforderlich. Die eintrittspflichtigen, temporär bespielten Flächen im Stadtgraben und auf der Insel Schütt sind kompakt und sollen für spätere Veranstaltungen im Rahmen der investiven Maßnahmen ertüchtigt werden. Die Graben- oder Insellage bildet eine natürliche Abgrenzung, die aufwändige Umzäunungen oder einen hohen Personalaufwand an den Einlässen unnötig machen.

Nach einem Zuschlag wird der Durchführungshaushalt durch die LGS GmbH durch Ermittlung einer Besucherprognose, Besucherführung, infrastrukturelle Bedarfe, Eintrittspreise und sonstige Einnahmen kalkuliert. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten für die Ausstellung im Stadtgraben durch Einnahmen (Eintritte, Pacht, Sponsoring) zu refinanzieren.

Ausstellungsinhalte im Stadtraum sind dagegen nicht eintrittspflichtig. Hier sieht die Stadt einen hohen Mehrwert beim Stadtmarketing, höhere Besucherzahlen und damit höhere Einnahmen für Gastronomie, Hotels und Einzelhandel.

Nürnberg möchte durch spezielle Angebote und moderate Eintrittspreise möglichst alle Bevölkerungsgruppen erreichen und darüber hinaus attraktive und für alle kostenfrei nutzbare Angebote im Stadtraum bieten. Insbesondere ist zu beachten, dass die Eintrittspreise abgestuft erfolgen und gerade auf von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen nicht exkludierend wirken. Die Stadt ist deshalb bereit, für den Durchführungshaushalt einen Eigenanteil von 5 Mio. € einzustellen.

Städtischer Eigenanteil insgesamt

Der finanzielle Eigenanteil wird von städtischer Seite auf insgesamt 20 Mio. € brutto festgesetzt ausgehend vom aktuellen Baupreisindex. Eine zuverlässige Prognose der Baupreisentwicklung ist aktuell nicht möglich. Bei einer Fortschreibung der Baukostensteigerungen der letzten Jahre ist von durchschnittlich rund 3% jährlich auszugehen. Bei der im Kapitel 5A der Bewerbungsunterlagen skizzierten zeitlichen Realisierung der Projekte wird eine Kostensteigerung von 20% angenommen. Damit ergäbe sich bis 2030 ein Eigenanteil von 24 Mio. € brutto (19 Mio. € aus dem Investitions-, 5 Mio. € aus dem Durchführungshaushalt). Mit diesem Eigenanteil (und den damit verbundenen Personalressourcen) kann, wenn er unabhängig von den bereits beschlossenen bzw. sich in Vorbereitung befindlichen Freiraumplanungen zur Verfügung gestellt wird, die katalytische Wirkung der UGS auf die Gesamtstadt insgesamt gewährleistet werden.

Der zur Verfügung stehende Eigenanteil der Stadt ist gedeckelt. Die Budgetverteilung zwischen den einzelnen Positionen können sich im Lauf der weiteren Planungen und Konkretisierungen noch verschieben.

Personal und Priorisierung

Eine Gartenschau kann nicht ohne zusätzliche personelle Ressourcen gestemmt werden. Daher wird die zu gründende „Urbane Gartenschau GmbH“ neben den finanziellen Mitteln auch entsprechendes Personal aufweisen müssen. Dieser GmbH stehen zwei Geschäftsführende vor – eine Person von städtischer Seite und eine aus der Landesgartenschau GmbH. Der Pool der Mitarbeitenden wird schrittweise aufgebaut und bereits vor dem Durchführungsjahr seine vollständige Größe erreichen. In den Ansätzen des Investitions- und des Durchführungshaushalts sind bereits Kosten für Personal enthalten.

Über die Bedarfe der „Urbanen Gartenschau GmbH“ hinaus ist sicherzustellen, dass die Umsetzung der Maßnahmen auch bei den beteiligten Fachdienststellen personell hinterlegt ist und die Maßnahmen in den jeweiligen Jahresbauprogrammen in die notwendige Priorisierung gehoben werden.

Empfehlung des Finanzreferates vom 22.2.2022

„Vor dem Hintergrund der allgemeinen Finanzsituation, der weiteren Investitionsanforderungen an die Stadt, dargelegt im Szenario 2031 und der Maßgabe der Regierung, dass Kreditaufnahmen der Stadt nur möglich sind, wenn die Stadt durch geeignete Sparmaßnahmen im Ergebnis- und Finanzhaushalt eine deutliche Verbesserung des Saldos aus laufender Verwaltungstätigkeit erreicht, kann eine Bewerbung für eine Gartenschau in Nürnberg im Jahr 2030 im Hinblick auf die anfallenden Kosten und der weiteren anstehenden Maßnahmen nicht befürwortet werden.“

6. Antrag ÖDP vom 4.10.2021 „Konzept für die Landesgartenschau-Bewerbung 2030“

Die ÖDP bringt in Ihrem Antrag vom 4.10.2021 fünf Vorschläge für das Bewerbungskonzept ein. Auf diese Vorschläge wird im Folgenden eingegangen.

6.1 Beleuchtung der Gartenschauflächen Das im Zuge der konkreten Gartenschauplanung zu erarbeitende Beleuchtungskonzept wird sowohl Sicherheitsaspekte als auch die Belange des Insektenschutzes als Bestandteil der gesamtstädtischen Zielsetzungen zur Biodiversität (s. 3.) berücksichtigen. Im derzeitigen Bewerbungsstadium liegt jedoch noch keine konkrete Planung zum Beleuchtungskonzept vor.

6.2 Zugänglichkeit des Areals Das Gartenschaukonzept enthält für das Ausstellungsgelände im Stadtgraben zwei kostenpflichtige Bereiche (vgl. 2.). Die übrigen Bereiche sind ohne Eintritt zugänglich.

6.3 Konzept der Essbaren Stadt In die zu erarbeitende Gartenschauplanung werden auch Aspekte wie Urban Gardening, Essbare Stadt oder Schulgärten als Instrumente der Naturerfahrung und -vermittlung einfließen. Im derzeitigen Bewerbungsstadium liegt dazu noch keine Detailplanung vor.

6.4 Altstadtring Das zum gegebenen Zeitpunkt zu erarbeitende Mobilitätskonzept wird auch den Altstadtring beinhalten. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass umweltfreundliche Mobilität das Rückgrat einer Gartenschau 2030 bilden wird (vgl. Kap. 2 und 3). Eine wichtige Rolle wird dabei auch dem laut Mobilitätsbeschluss vom Januar 2021 bis 2026 weitestgehend und vorrangig umzusetzenden „Altstadtring für Radler“ zukommen.

6.5 Kooperation mit der Stadt Ulm Eine Kooperation mit der Stadt Ulm als bereits feststehende Ausrichterin der baden-württembergischen Landesgartenschau 2030 ist sinnvoll und naheliegend, weil es bei Kernthemen wie der Aneignung von Freiräumen, Biodiversität oder Mobilitätswende große inhaltliche Überschneidungen gibt. Anfang November 2021 fand dazu ein erstes Treffen u.a. mit dem Ulmer Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt statt. Dabei wurde die Verstetigung des Austauschs vereinbart. Die denkbare Brandbreite der Kooperation reicht von organisatorischen Fragen über inhaltliche Schnittmengen bis hin zu gemeinsamen Programmpunkten. Ein Folgetreffen 2022 ist geplant, sofern es zu einer Gartenschau-Bewerbung Nürnbergs kommt.

7. Fazit

Die Bewerbung als „Urbane Gartenschau Nürnberg 2030“ bietet die große Chance, als Prozessverstärker und -beschleuniger die Transformation unserer Stadt in Richtung mehr Grün und Lebensqualität, mehr nutzbaren öffentlichen Räumen und mehr qualitätvollen Freiräumen voran zu bringen.

Dies gilt nicht nur für den Stadtgraben, dem die Funktion einer un- und außergewöhnlichen Gartenschaufläche zukommt, die mit bisherigen Landesgartenschauen nicht vergleichbar ist. Es gilt vor allem auch für die angrenzenden Stadtteile, in die eine Urbane Gartenschau Nürnberg 2030 ausstrahlt, indem Plätze und Straßenräume neu genutzt, miteinander verbunden und als Grünräume gestaltet werden. Als in einen laufenden Transformationsprozess eingebundenes Stadtentwicklungsprojekt bietet eine solche Gartenschau auch deshalb eine enorme Chance, weil viele Handlungsfelder miteinander verbunden werden – von der klimaresilienten Stadt, des Stadtumbaus in Stadterneuerungsgebieten, der Mobilitätswende über Inklusion hin zu sozialen Fragen der Teilhabe im öffentlichen Raum.

Damit wird eine Nürnberger Gartenschau ihrem Anspruch gerecht, eine „Urbane Gartenschau“ zu sein, die ein Highlight für das gesamte Konzept der Bayerischen Landesgartenschauen darstellen würde und dem 50-jährigen Jubiläum angemessen wäre – trotz der Kostendimension mit spürbarem Mehrwert für alle.

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