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Sachverhalt

Anlage · 18.05.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Sachverhalt:

Neben sozialer Ungleichheit und dem Klimawandel zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) chronische Krankheiten wie Diabetes und Adipositas zu den größten globalen Bedrohungen für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden im 21. Jahrhundert. Fast zwei Drittel der Diabetes- Kranken lebt in Städten.

Das internationale Projekt Cities Changing Diabetes® verfolgt als Public-Private-Partnership mit interdisziplinärer und sektorenübergreifender Zusammenarbeit von bisher rund 30 Städten mit der Reichweite von 150 Mio. Menschen das Ziel, zukünftige kommunale Gesundheitsplanung zu stärken, um den beschriebenen Entwicklungen auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem damit verbundenen Zuzug in urbane Gebiete wirkungsvoll zu begegnen.

Die unterzeichnenden Städte erkennen die Notwendigkeit an, die kommunalen Aktivitäten zur Vermeidung von Diabetes und seinen Folgeschäden zu bündeln. Es gibt ein großes Potential, Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, gesundheitliche Ungleichheit zu bekämpfen, Langzeitkosten zu reduzieren und Produktivität und Wachstum in unserer Stadt sicherzustellen. Mitgliedsstädte werden unterstützt mit Handlungshilfen, fachlichem Austausch, bspw. ist der Leitfaden eine Handlungshilfe zur Benennung, Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Diabetes Prävention; diese Handlungshilfe entspricht dem Gesundheitspolitischen Aktionszirkel aus Problembestimmung – Strategieformulierung – Umsetzung – Bewertung, welcher in den Aktivitäten zur Gesundheitsförderung des Gesundheitsamts bereits Anwendung findet. Als Partnerstadt im Cities Changing Diabetes verpflichtet sich die Stadt auf fünf handlungsleitende Prinzipien:

 Bündelung der bisherigen Angebote zur Gesundheitsförderung und Wohlbefinden  Adressierung der sozialen und kulturellen Determinanten und das Streben nach gesundheitlicher Gerechtigkeit  Gesundheit in alle Politikfelder integrierten („Health in all policies“)  Gemeinden und Gemeinschaften unterstützen, um nachhaltige Gesundheitslösungen zu gewährleisten  Lösungen sektorenübergreifend schaffen

Die Stadt Nürnberg hat bereits viele Bausteine der Gesundheitsförderung, der Attraktivierung und Mehrung von grünen, urbanen Bewegungsräumen auf den Weg gebracht. Beispielhaft können genannt werden:  die Gesundheitsförderung und – planung des Gesundheitsamts, etwa im Gesundheitsstudio, dem Arbeitskreis „Gesunde Städte-Netzwerk“, dem Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ oder die migrationsbezogene Gesundheitsförderung  der Masterplan „Freiraum“ mit dem Ziel, die Grün- und Freiraumsituation und damit auch die urbanen Sport- , Freizeit- und Bewegungsräume nachhaltig zu vergrößern, zu verbessern und damit zu mehr Lebensqualität in mehr Grün in den Stadtmauern, das den Anforderungen des Klimawandels mit immer mehr Hitzeinseln Rechung trägt.  das Projekt „Biometropole Nürnberg“ mit einem umfangreichen Bildungsprogramm zu den Themen Ernährungsbildung vom Netzwerk Bildung.Ökolandbau.Ernährung mit Coachings, Workshops und Exkursionen zum Kennenlernen von Nahrungsmitteln für Einzelpersonen und Gruppen jeden Alters. Ernährungsbildung vom Netzwerk Bildung.Ökolandbau.Ernährung  das Programm „Mach mit – bleib fit“ mit kostenlosen Schnupperstunden durch lizensierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter für alle Altersgruppen auf den sieben Bewegungsparks.

 das Projekt „Hinein in den Sportverein“, welches Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus einkommensschwachen Familien die Mitgliedschaft in einem Sportverein erleichtert.  die Bewegunsbroschüre „Kids aktiv“ mit Sport- und Bewegungsangeboten für Kinder bis zehn Jahre sowie Übersichten der Spiel-, Bolz- und Basketballplätze in ausgewählten Nürnberger Stadtgebieten. Die Verteilung erfolgt über Kindergärten, Grundschulen, Horte sowie Kinderärzte und Sozialdienste.  das Projekt „Seepferdchen“erhöht die Betreuungsqualität im schulischen Schwimmunterricht und schafft zusätzliche Angebote im schulischen Ganztag oder in den Ferien, wodurch die hohe Zahl von Nichtschwimmer-Kindern an Nürnberg reduziert und die Freude an Bewegung im Wasser gefördert wird.  die Teilnahme am EU geförderten Horizon Projekt „SchoolFood4Change“, welches die gesunde und nachhaltige Ernährung für Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden Aktionen und Bildungskativitäten im Schulleben erlebbar und verständlich machen soll. Neben Nürnberg wurden weitere 15 Städte und Regionen aus 12 europäischen Ländern hierfür ausgewählt. In unserer Stadt nehmen in der ersten Projektphase sechs Schulen und drei Cateringbetriebe teil. Auf den Tellern der Mensen in diesen Schulen finden sich demnächst verstärkt regionale und soziale Produkte, z. B. Vollkorn-Spaghetti mit Linsen- Bolognese, Falafel, Hummus aus Kichererbsen und frischer Fisch oder Fleisch mit Kartoffelbrei aus erntefrischen Kartoffeln (nicht aus der Tüte) und Gemüse aus dem Knoblauchsland.

Diese Aktivitäten sind zum Projekt „Cities Changing Diabetes“ sehr gut anschlussfähig und könnten sehr gut ergänzt werden. Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags handelt es sich um eine Willensbekundung. Konkrete Maßnahmen werden durch separate projektbezogene und rechtsverbindliche Untervereinbarungen geregelt.

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