Ausweichspielstätte
für die Musik- und Tanztheatersparten
des Staatstheaters Nürnberg
Parallele Mehrfachbeauftragung für ein städtebauliches Gutachten
Nürnberg | Mai 2022 – Juni 2022
Zur verbesserten Übersichtlichkeit im
Adobe Acrobat Reader:
Anzeige > Seitenanzeige > Zweiseitenansicht
Parallele Mehrfachbeauftragung für ein städtebauliches Gutachten zur Verortung eines Ergänzungsbaus in bzw. an der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
Ausweichspielstätte für die Musik- und Tanz-
theatersparten des Staatstheaters Nürnberg
Aufgabenbeschreibung
Mai 2022
Ausloberin Stadt Nürnberg
Verfahrensbetreuung C4C | competence for competitions achatzi dahms GbR Lützowstraße 93 10785 Berlin
Hans-Peter Achatzi, Katrin Bade, Kristian Dahlgaard, Uwe Dahms, Isabell Legler, Guido Lill, Anne Peters, Nils Rogel, Christopher Schriner
Abbildung Umschlag oben, Ballett-Matinée, 2017 © Bettina Stöß Abbildung Umschlag unten, Luftbild Kongresshalle und Umgebung, 2020 © Hajo Dietz
Inhalt
1 ANLASS UND ZIEL 012
2 DAS STAATSTHEATER NÜRNBERG 014
3 RAHMENBEDINGUNGEN 017
3 | 01 Lage und Größe des Projektgebietes 018
3 | 01.01 Umgebung 022
3 | 02 Die Kongresshalle 024
3 | 02.01 Bauhistorie 024 3 | 02.02 Baubeschreibung 026 3 | 02.03 Baukonstruktion 036 3 | 02.04 Frühere Nutzungen 038 3 | 02.05 Derzeitige Nutzungen 040 3 | 02.06 Künftige Nutzungen 046
3 | 03 Planerische Grundlagen 048
3 | 03.01 Planungsrecht 048 3 | 03.02 Bauordnungsrecht 048 3 | 03.03 Denkmalschutz 048 3 | 03.04 Wasserwirtschaft 050 3 | 03.05 Natur- und Artenschutz 052
3 | 04 Erschließung 054
3 | 04.01 Mobilitätskonzept 054 3 | 04.02 Fußgänger 054 3 | 04.03 Radverkehr 054 3 | 04.04 ÖPNV 054 3 | 04.05 MIV 054 3 | 04.06 Ruhender MIV 054 3 | 04.07 Ver- und Entsorgung 054
4 AUFGABE 057
4 | 01 Planungsziele 058
4 | 01.01 Verortung des Interims an der Kongresshalle 058 4 | 01.02 Ressourcen 059
4 | 02 Städtebauliche Ziele 060
4 | 02.01 Sichtbeziehungen und Bezüge, Eingänge 060
4 | 03 Funktionale Ziele 061
4 | 03.01 Adressbildung: Innen oder Außen 061 4 | 03.02 Nutzungsanforderungen 062
4 | 04 Programm 064
4 | 04.01 Raumprogramm Gesamtinterim 064 4 | 04.02 Flächen in der Kongresshalle 066 4 | 04.03 Flächen im Ergänzungsbauwerk 068
4 | 04.04 Verbindungsbauwerke 070
4 | 05 Lage, Lage, Lage 071
4 | 05.01 Dimensionen des Ergänzungsbaus 071 4 | 05.02 Schallschutz 071 4 | 05.03 Nachhaltigkeit 072 4 | 05.04 Gründung 074 4 | 05.05 Denkmalschutz 075 4 | 05.06 Erinnerungskultur 076
5 VERFAHREN 078
5 | 01 Gegenstand des Verfahrens 078
5 | 02 Verfahrensart und Kommunikation 078
5 | 03 Beteiligte des Verfahrens 079
5 | 03.01 Auftraggeberin 079 5 | 03.02 Teilnehmende 079 5 | 03.03 Beurteilungsgremium 079 5 | 03.04 Gäste 079 5 | 03.05 Verfahrensbetreuung und Vorprüfung 079
5 | 04 Beurteilungskriterien 080
5 | 05 Aufwandsentschädigungen 080
5 | 06 Weitere Beauftragung 081
5 | 07 Eigentum und Urheberrecht 081
5 | 08 Vertraulichkeit 081
5 | 09 Sonstiges 082
5 | 09.01 Unterlagen 082 5 | 09.02 Geforderte Leistungen 082
5 | 10 Ablauf und Termine 085
Das vorliegende Dokument enthält Abbildungen Von den Verboten ausgenommen sind Handaus der Zeit des Nationalsozialismus in Deutsch- lungen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der land auf denen das Hakenkreuz dargestellt ist. Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Die Abbildungen dienen der Berichterstattung Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung über Vorgänge des Zeitgeschehens. oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte Das Verwenden von Kennzeichen verfassungsoder ähnlicher Zwecke (§ 86a Abs. 3 in Verbinwidriger Organisationen, darunter auch das Hadung mit § 86 Abs. 4 StGB). kenkreuz, ist nach dem deutschen Strafrecht ein Vergehen, das in § 86a StGB geregelt ist.
Grußworte
Sehr verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
das historische Gebäude des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz muss saniert werden. Für die Zeit der Sanierung bedarf es einer Ausweichspielstätte, die den Betrieb der Sparten Musik- und Tanztheater des Staatstheaters Nürnberg während der etwa zehn Jahre andauernden Baumaßnahmen sichert. In einer wegweisenden Entscheidung hat der Nürnberger Stadtrat am 15. Dezember 2021 beschlossen, Planungen für dieses Interim mit der im Eigentum der Stadt befindlichen Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu verfolgen. Das Votum schließt an Ideen aus der Bewerbung Nürnbergs um den Titel als „Kulturhauptstadt Europas“ 2025 an, Teile des Gebäudetorsos als Ermöglichungsräume für die Künste und Kulturen inklusive Depot- und Lagerräumen nutzbar zu machen. Zusammen mit den vorhandenen kulturellen Nutzungen durch das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und die Nürnberger Symphoniker gilt es nun, bauliche Lösungen zu finden, die auch künftig auf Vorhandenes Rücksicht nehmen und Verknüpfungen und Synergien mit Neuem schaffen. Die Kongresshalle ist alles andere als ein „normales“ Bauwerk – von den Dimensionen, aber noch vielmehr von ihrer Entstehungsgeschichte her. Sie ist eine der größten baulichen Hinterlassenschaften der Zeit des Nationalsozialismus, nicht nur in Nürnberg. Die Kongresshalle prägt optisch und räumlich das ehemalige Reichsparteitagsgelände und ist trotz ihrer Unvollendetheit eindrucksvolle Vergegenwärtigung des nationalsozialistischen Größenwahns und dessen totalitärer Ideologie. Sie liegt im Areal des Volksparks Dutzendteich, eines Naherholungsgebiets, das auf vielfältige Weise von den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern genutzt wird. Das zweimal im Jahr neben der Kongresshalle stattfindende Volksfest stellt eine besondere Attraktion dar. Seit einem dreiviertel Jahrhundert bemüht sich die Stadt Nürnberg unter dem Eindruck der eigenen Rolle in der NS-Diktatur um einen adäquaten Umgang mit der Kongresshalle und den weiteren baulichen Zeugnissen ihrer jüngeren Geschichte. Dabei ist das Ringen um eine verantwortungsvolle Haltung immer auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Diskurse der jeweiligen Zeit. In den „Leitlinien/Leitgedanken für den künftigen Umgang der Stadt Nürnberg mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände“, die der Stadtrat 2004 formuliert hat, ist deswegen explizit festgehalten, dass jede Generation die Möglichkeit haben muss, eigene Formen des Umgangs zu finden und mit eigenen Antworten auf die NS-Hinterlassenschaft zu reagieren. Ausdrücklich genannt sind in diesem Zusammenhang die Mittel der Kunst.
Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war im Jahr 2001 die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände mit der baulichen Intervention des Grazer Architekten Günther Domenig im nördlichen Kopfbau der Kongresshalle. Dokumentation und Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus und des Reichsparteitagsgeländes werden hier seit zwei Jahrzehnten so erfolgreich umgesetzt, dass das Dokumentationszentrum derzeit umgebaut und erweitert wird, um der starken Nachfrage von Interessierten aus aller Welt in Zukunft noch besser gerecht werden zu können. 20 Jahre nach der Eröffnung des Dokumentationszentrums schickt sich die Stadt Nürnberg nun an, den aktuell weitgehend leerstehenden Rohbau der Kongresshalle mit den Mitteln von Kunst und Kultur für den gesellschaftlichen Diskurs zu öffnen. Die Zugänglichkeit des monumentalen Gebäudes und seine unmittelbare Erlebbarkeit sind wichtige Aspekte der Vermittlungsarbeit. Die angedachte künstlerisch-kulturell geprägte Nutzung setzt dem totalitären System der Bauherren und ihrer Architektur das demokratisch-pluralistische Denken und Leben der Gegenwart entgegen. Ganz unabhängig von jeder Nutzung kommt die Stadt Nürnberg nicht umhin, in den nächsten Jahren eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um das denkmalgeschützte Bauwerk Kongresshalle in seiner Substanz zu erhalten. Die schadhaften und undichten Dächer müssen vollständig erneuert werden, Schäden an der Tragstruktur behoben, die Fassaden und Umfassungsmauern (insbesondere zum „Innenhof“) instandgesetzt und gesichert sowie die Fenster der Außenfassade ertüchtigt oder ersetzt werden. Um die Voraussetzungen für eine Nutzung der Innenbereiche zu schaffen, müssen außerdem bislang fehlende Flucht- und Rettungswege ausgebildet werden und muss der Brandschutz den baurechtlichen Vorschriften genügen. Alle Maßnahmen dienen zugleich der Sicherung und dem dauerhaften Erhalt des Denkmals. Dabei ist der Torso der Kongresshalle alles andere als eine bauliche Ruine – er ist, technisch gesehen, ein solider Rohbau, der als solcher ablesbar erhalten werden soll. Wesentliche Teile der Flächen eines Ausweichquartiers für das Staatstheater Nürnberg können im Bestandsgebäude Kongresshalle untergebracht werden. Für die restlichen Bedrafe ist ein Ergänzungsbau erforderlich, der insbesondere den Bühnen- und Zuschauerraum umfasst.
Den dafür bestmöglichen Standort unter Berücksichtigung der im
Folgenden dargestellten Rahmenbedingungen zu identifizieren, ist
Ziel dieses Verfahrens.
Die Kongresshalle auf dem Areal des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes wird sich in den kommenden Jahren zu einer wichtigen Scharnierstelle in der städtebaulichen Entwicklung Nürnbergs entwickeln. Einerseits entsteht der „Lern- und Begegnungsort Zeppelinfeld und Zeppelintribüne“ als Exponat für eine vertiefende Vermittlung des Nationalsozialismus. Andererseits werden die neue Technische Universität Nürnberg und der neue Stadtteil Lichtenreuth im Westen des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes eine neue Dynamik in Gang setzen. Die Nutzungsperspektiven für die Kongresshalle – das Operninterim genauso wie die Ermöglichungsräume für die Künste und Kulturen – werden einen wesentlichen Beitrag zu dieser gesamtstädtischen Entwicklung geben können. Das marode Opernhaus am Richard-Wagner-Platz wird spätestens zum Jahresende 2025 geschlossen und umfassend saniert – ein Interim in der Kongresshalle muss bis dahin bereitstehen. Dabei ist das Staatstheater Nürnberg mit über 700 Veranstaltungen das größte Mehrspartenhaus Bayerns und erreicht mit seinem Repertoire etwa 300.000 Besucherinnen und Besucher pro Spielzeit. Mit insgesamt rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Staatstheater Arbeitgeber für eine Vielzahl hochqualifizierter Fachkräfte und stellt einen wichtigen Standort- und Wirtschaftsfaktor dar. Ein kontinuierlicher Spielbetrieb ist zur dauerhaften Bindung des Personals, zum Erhalt der hohen künstlerischen Qualität und zur Kontinuität in der Besucheransprache und -bindung – auch gerade eines neuen, jungen Publikums – von essentieller Bedeutung.
Marcus König Prof. Dr. Julia Lehner Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg
Die Aufgaben des Theaters bestehen einerseits in der Pflege, Neubewertung und Fortschreibung des klassischen Werk-Kanons, der Umsetzung eines kulturellen Bildungsauftrags und in der Ermöglichung zeitgenössischer Diskurse. Zum anderen aber – und zukünftig noch wichtiger denn je – ist das Theater ein lebendiger Begegnungs-Ort, Kunst-Ort und Debatten-Ort mit hoher Relevanz für die diverse (Stadt-) Gesellschaft. Den Anspruch an die Qualität der künstlerischen Darbietungen wird das Staatstheater Nürnberg auch während der Interimszeit unverändert aufrechterhalten. Die völlig veränderten Rahmenbedingungen und der historische Kontext der Interimsspielstätte Kongresshalle sind sowohl Herausforderung als auch Chance für Kreativität und künstlerische Gestaltung. Das Interim wird so zu einem Labor, in dem insbesondere die Kunstform des Musiktheaters neu ergründet werden soll. Die Ausweichspielstätte wird damit zum Katalysator eines strukturellen Wandels, der das Staatstheater zur diversen Stadtgesellschaft öffnet. Die unmittelbare Nähe zu den zeitgleich neu zu errichtenden Ermöglichungsräumen für die Künste und Kulturen, zum Doku-Zentrum und zu den Nürnberger Symphonikern unterstützt dabei die Vernetzung des Staatstheaters mit anderen Kulturschaffenden – ein absoluter Glücksfall!
Viel Erfolg bei der Bearbeitung dieser Aufgabe!
Daniel F. Ulrich Jens-Daniel Herzog Planungs- und Baureferent der Stadt Staatsintendant des Staatstheaters Nürnberg Nürnberg
ANLASS UND ZIEL
001 Das Staatstheater Nürnberg ist mit seinen Spar- 006 Mit dem Verfahren sollen die planerischen und ten Musiktheater, Sprechtheater, Ballett und baufachlichen Grundlagen erarbeitet werden, Konzert das größte Mehrspartenhaus Bayerns. um den politisch verantwortlichen Gremien eine Aufgrund erheblicher baulicher und technischer fundierte und informierte Entscheidung zu erlau- Mängel wird das Opernhaus am Richard-Wag- ben, wo das Interim mit Ergänzungsbau neben ner-Platz im Jahr 2025 nach mehr als 120 Jahren dem Torso der Kongresshalle verortet wird. seine Betriebserlaubnis verlieren. 007 Im Rahmen der Aufgabe sind sowohl städtebau- 002 Für die Zeit der Sanierung soll ein Interim reali- liche, funktionale, architektonische und techsiert werden – eine Ausweichspielstätte für die nische Aspekte zu klären als auch Fragen der Sanierungszeit des Opernhauses von voraus- Realisierbarkeit angesichts enger zeitlicher und sichtlich zehn Jahren. finanzieller Vorgaben zu beantworten. Zugleich ist auf die historische Bedeutung des Ortes und 003 Das Interim muss sowohl den technisch-funkdie dort bereits umgesetzten Maßnahmen zur tionalen Belangen des erfolgreichen Mehrspar- Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialisten-Betriebs gerecht werden als auch den Besumus und seinen Folgen Rücksicht zu nehmen. cherinnen und Besuchern eine Kulturstätte mit eigener Identität und eigenem Charakter bieten. 008 Für die Kongresshalle verfolgt die Stadt Nürnberg über die Nutzung als Standort für das 004 Mit dem Stadtratsbeschluss vom 15. Dezember Operninterim hinaus ein weiteres Ziel: Im Zuge 2021 wurde die Grundsatzentscheidung getrofder Bewerbung Nürnbergs als Kulturhauptstadt fen, das Interim auf dem Areal der Kongresshalle Europas 2025 entstand die Idee, vier Segmente auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu des Rundbaus für eine Nutzung als Atelier- oder verorten.1 Die baulich-funktionale Einbindung Proberäume – als „Ermöglichungsräume“ – zu des Rundbau-Torsos der Kongresshalle wurde ertüchtigen. Die Frage des Nebeneinanders bzw. dabei vorausgesetzt – ein Großteil des ermit- Miteinanders von temporärer Interimsnutzung telten Raumprogramms kann und soll in dem und dauerhafter kultureller Nutzung und die weitgehend leerstehenden Rohbau verortet wer- Potentiale einer Verbindung von institutionaliden. Die Räume und Flächen, die aufgrund ihrer sierter künstlerischer Praxis und der freien Szene Grundrissgeometrie dort keinen Platz finden, ist entsprechend ein zentraler Themenaspekt, sollen in einem Ergänzungsbau realisiert werden der im Verfahren zu bedenken ist.
- im Wesentlichen betrifft dies den Zuschauer-
raum, die Bühne und bühnennahe Bereiche. Ein 009 Über dem Projekt steht die Frage der Nachhalvollständiger Neubau unabhängig von der Kon- tigkeit: Idealerweise ist der Ergänzungsbau als gresshalle wird ausgeschlossen. solcher in größtmöglichen Teilen nach- oder umnutzbar und wird Teil einer werterhaltenden 005 Ziel des Verfahrens ist die Findung des ge- Kreislaufwirtschaft. Die Option eines dauerhaf-
nauen Standorts für das Operninterim und
ten Erhalts des Ergänzungsbaus, wie sie zuletzt
den Ergänzungsbau auf dem Areal der Kon-
in die öffentliche Diskussion eingebracht wurde, gresshalle. gilt es dabei als ultimative Maßnahme der Nachhaltigkeit zu erörtern.
1 Stadtratssitzung 15.12.2021
Abbildung 01: Ansicht des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz, 2022, © David Klumpp
Abbildung 02: Luftbild der Kongresshalle und Umgebung, 2017, © Hajo Dietz
DAS STAATSTHEATER
NÜRNBERG
010 Die Stiftung Staatstheater Nürnberg, paritätisch getragen von der Stadt Nürnberg und dem Freistaat Bayern, ist mit über 730 Veranstaltungen der Sparten Musiktheater, Sprechtheater, Ballett und Konzert pro Spielzeit das größte Mehrspartenhaus Bayerns und erreicht in jeder Spielzeit rund 300.000 Besuche. 011 Die beiden Sparten Musiktheater und Tanztheater erzielten in der Spielzeit 2017/2018 laut Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins eine durchschnittliche Auslastung von 86% – mithin deutlich mehr als der bundesweite Durchschnitt von 78%. Beide Sparten erreichen mit insgesamt 150.000 Besuchen über die Hälfte aller Besuche des Staatstheaters. Das hohe künstlerische Niveau aller Sparten wird von der Medienberichterstattung national und international anerkannt und honoriert. 012 Das Staatstheater Nürnberg hat mit insgesamt rund 650 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen hochqualifizierten Personalstamm, der Orchester, Opernensemble, Opernchor, Ballettensemble, Schauspielensemble, Verwaltung, technische Abteilungen und die Theaterleitung umfasst. Mit den weiteren Beschäftigten bei den Tochtergesellschaften Staatstheater Nürnberg Service GmbH und Staatstheater Nürnberg Gastronomie GmbH sowie Gästen und Aushilfen werden pro Spielzeit rund 1.000 Menschen beschäftigt. 013 Neben ca. zehn Neuproduktionen des Musiktheaters und des Balletts kommen pro Spielzeit ca. sechs Wiederaufnahmen aus dem Repertoire auf die Bühne des Hauptsaals. Außerdem finden dort Sonderveranstaltungen, wie z. B. Gala-Formate oder (Jahreshaupt-) Versammlungen, statt. Daneben wird das Opernhaus an externe Konzertveranstalter vermietet. 014 Sämtliche oben beschriebenen Funktionen sind am Richard-Wagner-Platz in einem heute fast schon labyrinthischen Gebäudekomplex untergebracht, der aus dem ursprünglichen Gebäude von 1905 sowie vielfältigen Um- und Anbauten besteht. Das historische Gebäude der Oper ist über einen Verbindungsbau mit dem Schauspielhaus verknüpft. Es bestehen große betriebliche und gebäudetechnische Synergien und Abhängigkeiten zwischen beiden Häusern, die in Zukunft weiterentwickelt werden sollen. Das Schauspielhaus wurde bis 2010 aufwändig saniert und wird während der Sanierungsmaßnahmen am Ort weiter betrieben werden.
Abbildung 03: Ansicht des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz, 2016, © Bayernkurier
Abbildung 04: Innenansicht des Opernsaals, 2018 © Staatstheater Nürnberg
Abbildung 05: Schwarzplan Nürnberg, © Schwarzplan.eu bearbeitet von C4C
Projektgebiet
RAHMENBEDINGUNGEN
3 | 01 Lage und Größe des Projektgebietes
015 Das Projektgebiet liegt südöstlich der Nürnberger Innenstadt, im Bezirk Dutzendteich auf dem Gebiet des denkmalgeschützten ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und ist damit von großer Bedeutung für die nationale und internationale Erinnerungskultur. 016 Nach Plänen des Architekten Albert Speer und von Stadtbaurat Walter Brugmann sollte hier eine zusammenhängende Anlage von Freiflächen und Gebäuden für die alljährlich stattfindenden Reichsparteitage als im In- und Ausland wahrgenommener Masseninszenierung der nationalsozialistischen Propaganda entstehen. 017 Auf dem Gelände wurden seit 1933 mehrere Monumentalbauten realisiert bzw. der Bau begonnen. Eines davon ist die Kongresshalle, deren Bau mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 gestoppt und danach nicht vollendet wurde. 018 Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), deren Vorsitzender („Führer“) Adolf Hitler war, hielt bereits 1927 und 1929 erstmals in Nürnberg ihre Reichsparteitage ab. Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler fanden von 1933 bis 1938 jährlich im September die Reichsparteitage in Nürnberg statt. 1939 wurde der geplante Reichsparteitag kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs abgesagt. 019 Die nationalsozialistischen Reichsparteitage sind keineswegs mit den uns bekannten Parteitagen demokratischer Parteien vergleichbar. Kontroverse Debatten über Programminhalte oder Abstimmungen über Anträge fanden nicht statt. Im Mittelpunkt der Reichsparteitage standen dagegen die Reden Hitlers und die Massenaufmärsche der nationalsozialistischen Organisationen. Propagandainszenierung kam vor Inhalt. 020 In Szene gesetzt wurden Hitler und die Aufmärsche auch durch die Architektur. Der Baustil auf dem Reischsparteitagsgelände ist gekennzeichnet durch Elemente, wie man sie mit Zeugnissen vergangener Weltreiche der Antike in Rom oder Athen assoziierte, daneben durch überdimensionierte Größenverhältnisse der Bauwerke. 021 In der Architektur spiegelten sich die Kerninhalte der nationalsozialistischen Ideologie wider: Führerprinzip, Rassenideologie, Entindividualisierung zugunsten eines homogenen Volkstumsgedankens, Antipluralismus durch gesellschaftlich-politische Gleichschaltung im Ein-Parteien-Staat.
Abbildung 06: Modell des Reichsparteitagsgeländes auf der Pariser Weltausstellung,1937 © Stadtarchiv Nürnberg
Abbildung 07: Gesamtplan des Reichsparteitagsgeländes, stilisierte Postkarte, 1937 © Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Abbildung 08: Lageplan mit EG Kongresshalle, M 1:2500 , 2022, © C4C
Lage und Größe des Projektgebietes (Fortsetzung)
022 Mit dem Beschluss des Nürnberger Stadtrats im Dezember 2021 wurde der Standort der Ausweichspielstätte für das Staatstheater auf dem Areal der Kongresshalle festgelegt. 023 Aus vielfältigen Gründen – Nachhaltigkeit, Kosten, Zeit, Erinnerungskultur, Synergieeffekte – wurde die Nutzung des Kongresshallen-Torsos für große Teile des ermittelten Raumprogramms vorgegeben. Wesentliche Teile der notwendigen Flächen des Interims können und sollen im Gebäudebestand der Kongresshalle verortet werden. 024 Die restlichen Bedarfe sind außerhalb des Gebäudes zu planen – im Wesentlichen, weil die räumlichen Dimensionen (Bühnen, Publikumssaal usw.) im baulichen Bestand nicht untergebracht werden können. Nach Abschluss der Sanierung des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz wird das Staatstheater Nürnberg wieder in sein angestammtes Haus in die Innenstadt zurückkehren. Mindestens die Räume im Innenbereich des Rundbaus der Kongresshalle sollen danach weiterhin kulturell genutzt werden können. 025 Unter Beachtung funktionaler Notwendigkeiten ist es die Kernaufgabe des Verfahrens, einen Standort für den Ergänzungsbau des Operninterims zu ermitteln. Der Standort muss der historischen Bedeutung des baulichen Kontextes gerecht werden und neben städtebaulichen und architektonischen Kriterien Aspekte der Adressierung und vor allem des Denkmals und der Erinnerungskultur qualifiziert bearbeiten. 026 Das Projektgebiet ist mit der Festlegung auf einen Standort auf dem Areal der Kongresshalle nicht metergenau eingegrenzt. Relevant sind vielmehr die stadt- und naturräumlichen Grenzen mit › der Bayernstraße im Nordwesten und Norden › dem Großen Dutzendteich im Nordosten, Osten und Südosten und › der Großen Straße im Süden und Südwesten. 027 Eine „weiche“ Grenze stellt der „Domenig-Pfahl“ dar. Das „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“ des Architekten Günther Domenig von 2001 durchbohrt den nördlichen Kopfbau der Kongresshalle diagonal mit einem begehbaren „Pfahl“ aus Glas und Stahl. Die Wirkung der preisgekrönten Architektur im Kontext des Bestandsbaus ist zu achten und zu würdigen. 028 Der Große Dutzendteich stellt ebenfalls eine „weiche“ Grenze dar: Belange des Wasserschutzes, der Flora und Fauna sind mit den entsprechenden planungs- und baurechtlichen Folgen zu beachten. Auch sind die vielfältigen Funktionen des Dutzendteichs als Freizeitgelände zu bedenken. 029 Ebenso stellen die etablierten Nutzungen auf dem Volksfestplatz eine „weiche“ Grenze dar, da die Belange der Nutzerinnen und Nutzer unbedingt berücksichtigt werden müssen.
3 | 01.01 Umgebung
030 Das Projektgebiet befindet sich im Volkspark Dutzendteich, dem größten Naherholungsgebiet Nürnbergs. Gerade in den Sommermonaten wird der Volkspark von den Nürnbergerinnen und Nürnbergern intensiv genutzt und auch im Winter sind die gefrorenen Wasserflächen beliebtes Ausflugsziel. Ganzjährig wird das Areal als Raum für Naherholung, Freizeit und Sport mit den entsprechenden baulichen Anlagen sowie für Veranstaltungen auf den Freiflächen sowie im Max-Morlock-Stadion und der Arena Nürnberger Versicherung mit entsprechenden Auswirkungen auf den fließenden und ruhenden Verkehr genutzt.
Norden 031 Zwischen Kongresshalle und der sich nördlich erstreckenden Bayernstraße befinden sich Flächen für die Erschließung des Geländes (Straßen und Parkplatz). Auf der gegenüberliegenden Seite der Bayernstraße findet sich eine Wohnanlage in Form einer aufgelockerten Zeilenbebauung aus den 1960er Jahren. 032 Der 21 ha große Luitpoldhain im Nordwesten ist als Stadtteilpark im Zuge der Errichtung der Meistersingerhalle als Konzerthalle und Kongresszentrum Ende der 1950er Jahre bis 1963 wiederhergestellt worden. 033 Die während der NS-Zeit an dieser Stelle errichtete Luitpoldarena, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde, wurde zurückgebaut und landschaftlich überformt. Die Gestaltung der 1960er Jahre ist heute noch gut erkennbar. Lockere Baumhaine rahmen die offenen Rasenflächen und prägen das Bild einer geschlossenen Anlage.
Osten, Süden 034 Der Große Dutzendteich und der Kleine Dutzendteich grenzen östlich und südlich an die begrünten Ufer entlang der Kongresshalle. Der ursprünglich zusammenhängende Dutzendteich wird heute getrennt durch die 1,5 km lange und 40 m breite Große Straße. Die Aufmarsch- und Paradestraße wurde nie genutzt, ihr strenges Raster aus 1,20 m x 1,20 m großen Granitplatten entspricht der gewollten militärischen Ästhetik des Reichsparteitagsgeländes. 035 Im Süden befindet sich zwischen Kongresshalle und Dutzendteich ein kleines gewerblich genutztes Objekt (Menger Werks- und Objektschutz), das bei der Verortungsentscheidung nicht berücksichtigt werden muss. 036 Entlang des Ufers der Dutzendteiche erstreckt sich ein Teil des beliebten Volksparks Dutzendteich – ausgestattet mit Stelen zur geschichtlichen Einordnung des Geländes und seiner baulichen Anlagen sowie mit weiteren Tafeln, die Informationen über Flora und Fauna des Parks und der Wasserflächen bereitstellen.
Westen 037 Der Kongresshalle westlich vorgelagert befindet sich der ca. 100.000 m2 große Volksfestplatz. Zweimal im Jahr finden hier die namensgebenden Volksfeste statt: das Nürnberger Frühlingsfest (16 Tage ab Ostersamstag) und das Nürnberger Herbstvolksfest (17 Tage ab Freitag vor dem letzten Augustsonntag) mit jeweils über einer Million Besucherinnen und Besucher. 038 Westlich anschließend an den Volksfestplatz erstreckt sich eine Grünanlage, die an ein kleines Wohngebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern grenzt. Die Münchener Straße bildet stadträumlich den Abschluss des Umgriffs.
Meistersingerhalle
n
ai
h
d
ol
p
uit
L
Nördlicher Kopfbau mit Dokumentationszentrum
Bayernstraße
Südlicher Kopfbau mit
Nürnberger Symphonikern
V
o Rundbau h
l k i c
s e
f t
e d
s n
t e
p z
l a u t
t z D
M e r
ü ß
n o
c r
h G
e
n
e
r
S
t
r
a
ß
e
G
r
o
Volksfestßplatz
e
S
t
r
a
ß
e
r
dteich
e
n
i
le
K D
n
e
z
t
u
Abbildung 09: Luftbild Umgebung der Kongresshalle mit Beschriftung, © Google Maps bearbeitet C4C
3 | 02 Die Kongresshalle
3 | 02.01 Bauhistorie
039 Die Kongresshalle entstand und steht als architektonischer Ausdruck des nationalsozialistischen Herrschaftsanspruchs. Der Architekturstil ist an antiken Vorbildern wie dem Kolosseum in Rom orientiert, nach ihrer Fertigstellung wäre die Kongresshalle allerdings um das Eineinhalbfache größer gewesen als der antike Bau. 040 Im März 1934 beauftragte der nationalsozialistische Oberbürgermeister Nürnbergs, Willy Liebel, den Nürnberger Architekten Ludwig Ruff mit Entwürfen für den gedachten Versammlungsbau, die Hitlers Zustimmung fanden. Ludwig Ruff starb kurz darauf, sein Sohn Franz, ebenfalls Architekt, übernahm den Auftrag. 041 Entstehen sollte eine riesige geschlossene Halle mit sakraler Atmosphäre und einem zentral platzierten Rednerpult vor den im Halbrund angeordneten Zuschauerreihen für bis zu 50.000 Zuhörer. Die Kongresshalle wäre nur einen Tag im Jahr für den Parteikongress der NSDAP genutzt worden. 042 Die Grundsteinlegung für die Kongresshalle erfolgte im Rahmen des Reichsparteitags 1935 durch Adolf Hitler. Vor rund 6.000 Zuschauern bezeichnete er das Vorhaben dabei als den ersten Riesen unter den Bauten des Dritten Reiches. 043 Für den Bau mussten zunächst an die 850 Bäume gefällt, der 1906 errichtete Leuchtturm gesprengt und der dort bis dato ansässige Tiergarten verlegt werden. Der Dutzendteich wurde verkleinert und zur Errichtung der Großen Straße in zwei Teile geteilt. 044 Im sumpfigen Untergrund wurden 22.000 Betonpfähle2 in den Boden eingebracht und ein rund 3 m dickes Betonfundament gelegt. Knapp 1.400 Bauarbeiter arbeiteten bis Kriegsbeginn 1939 auf der Baustelle. 045 Kongresshalle und Große Straße waren nur zwei der geplanten und größtenteils unvollendet gebliebenen monumentalen Anlagen des Reichsparteitagsgeländes. 046 Vollständig realisiert wurden am Reichsparteitagsgelände nur einige Teile: die Luitpoldarena, die Zeppelintribüne, das Zeppelinfeld, die KdF-Stadt am Valznerweiher, ein Wohnkomplex für Kriegsgefangene und Arbeiter der Deutschen Arbeitsfront (heute in Teilen ein Asylbewerberheim, eine Notwohnanlage für Obdachlose sowie ein Altenpflegeheim) , eine Trafostation (heute ein Schnellrestaurant), ein Kasernenkomplex für die SS (heute Hauptsitz des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sowie „Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur“) und mehrere Teilnehmerbahnhöfe. Bereits existierende Gebäude und Anlagen wurden teilweise in die Planung integriert und ausgebaut bzw. baulich verändert, darunter die Luitpoldhalle von 1906 und das Städtische Stadion von 1928. Weitere Projekte wie die Große Straße, das Haus der Kultur, das Märzfeld, das Deutsche Stadion und eben die Kongresshalle wurden geplant und teilweise begonnen, aber nicht vollendet.
2 https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/themen/das-gelaende/das-reichsparteitagsgelaende
Abbildung 10: Foto eines Idealisierten Modell der Kongresshalle, 1937, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Abbildung 11: Foto eines Idealisierten Modell der Kongresshalle, 1937, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
3 | 02.02 Baubeschreibung
Kongresshalle – Planung und Bestand 047 Das heute als Kongresshalle bekannte Gebäude ist der unvollendete Rohbau („Torso“) der ursprünglich geplanten Kongresshalle. 048 Die geplante Kongresshalle bestand aus zwei Kopfbauten und dem U-förmigen sog. Rundbau, der eine ca. 25.000 m2 große Fläche einfasst. In den Abmessungen umfasst der Torso 277 m zwischen den Außenecken der Kopfbauten und 261 m zwischen dem Scheitel des Rundbaus und der Verbindungslinie zwischen den Außenseiten der Kopfbauten. Die Abwicklung der Granitfassade zwischen den Kopfbauten hat eine Länge von ca. 540 m. 049 Die beiden dreigeschossigen Kopfbauten sind zwei zueinander symmetrische, rechteckige Hofgebäude mit einer Ausdehnung von je ca. 60 x 110 m. Die Kopfbauten sind mit einer Mauer verbunden. 050 Der Rundbau sollte in einer Höhe von 70 m ein freitragendes Dach tragen, geplant war ein überdachter Veranstaltungsraum für 50.000 Personen. Die realisierte Höhe beträgt 39 m. Die Abwicklung der Fassade zum Innenhof hat eine Länge von ca. 414 m. 051 Bis auf den Arkadengang wurde keiner der Bauteile vollendet, die ursprünglich geplante Höhe der Gebäudeteile wurde an keiner Stelle erreicht.
Rundbau 052 Im Rundbau der Kongresshalle waren in der ursprünglichen Planung ausschließlich Nebennutzflächen, Technikflächen und zum weit überwiegenden Teil Verkehrsflächen (Wandelhallen, Vorhallen, Treppenräume etc.) zur Erschließung des – ungebauten – Saales vorgesehen. Bis auf wenige Bereiche befindet sich der Rundbau im Rohbauzustand. Der in den 1930er Jahren geplante Innenausbau wurde nicht realisiert. Der ursprünglich geplante Ausbau mit Natursteinwandverkleidungen und -böden sowie Deckenverkleidungen wurde mit Ausnahme einer natursteinverkleideten Musterfläche an der vom Innenhof sichtbaren Wand des nördlichen Kopfbaus nicht umgesetzt.
Abbildung 12: Foto eines Idealisierten Modell der Kongresshalle, 1937, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Abbildung 13: Foto eines Idealisierten Modell der Kongresshalle, 1937, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
053 Der Rundbau verfügt über fünf Haupt- und vier Zwischengeschosse. Die fünf Hauptgeschosse umfassen › das von außen und vom „Innenhof“ aus zugängliche Sockelgeschoss » Bodenplatte auf ca. -5,00 m unter Niveau des Erdgeschosses – straßenseitig entspricht dies weitgehend dem Geländeniveau, hofseitig liegt das Sockelgeschoss ca. +1,45 m über dem Hofniveau » lichte Raumhöhen im Wesentlichen ca. 4,40 m » Deckentraglast des Bodens weitgehend 1.000 kg/m2, › das über Treppen und Rampen nur von außen zugängliche Arkadengeschoss [Erdgeschoss] (eine etwa 540 m lange Arkade verbindet dort einmal innen um den Rundbau laufend die beiden Kopfbauten) » Deckenplatte auf 323,50 m ü. NN (entspr. +- 0,00 des Gebäudes) » Lichte Raumhöhen im Wesentlichen ca. 7,15 m » Deckentraglast des Bodens beträgt weitgehend 1.000 kg/m2 » zwei Obergeschosse, die ursprünglich zur Erschließung der nicht gebauten Ränge des Veranstaltungssaales gedient hätten, › 1. Obergeschoss » Deckenplatte ca. +9,35 m über Niveau Erdgeschoss » Lichte Raumhöhen im Wesentlichen ca. 8,55 m » Deckentraglast des Bodens beträgt weitgehend 600 – 750 kg/m2 › 2. Obergeschoss » Deckenplatte ca. +18,30 m über Niveau Erdgeschoss » Lichte Raumhöhen im Wesentlichen ca. 8,50 m » Deckentraglast des Bodens beträgt weitgehend 500 kg/m2 (Wandelhalle) bis 1.150 kg/m2 (große Räume zwischen den Treppenkernen) › und an oberster Stelle ein reines Technikgeschoss » Deckenplatte ca. +27,50 m über Niveau Erdgeschoss » Lichte Raumhöhen im Wesentlichen ca. 4,30 m » Deckentraglast des Bodens beträgt weitgehend 500 kg/m2 (Wandelhalle), 750 kg/m2 (kleine Technikräume, doppelter Boden aus Nachkriegszeit), 1.100 kg/m2 (große Technikräume im Zwischengeschoss). 054 Die vier Zwischengeschosse sind › ein umlaufender Installationsgang unterhalb der WC-Kerne zwischen dem Arkaden- und dem 1. Obergeschoss, › Nebenräume über den WC-Kernen zwischen dem 1. und dem 2. Obergeschoss, › ein hofseitig umlaufender Installationsgang unterhalb des unteren Daches (ehem. Kolonnadenebene) zwischen dem 1. und 2. Obergeschoss und › 16 großvolumige ehem. Technikräume zwischen dem 2. und dem 3. Obergeschoss oberhalb der innenliegenden Treppenräume. 055 Zahlreiche Öffnungen zum „Innenhof“ wurden aus Gründen des Witterungsschutzes vermauert. Die Dachkonstruktion ist schadhaft, die Dachhaut undicht, als Fenster dienen einfachste Konstruktionen der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. 056 Der U-förmige Rundbau ist in 16 Sektoren aufgeteilt › die ersten und die letzten beiden Sektoren befinden sich in den geraden Schenkeln des U, › die Sektoren 3 bis 14 im halbkreisförmigen Teil, › die Sektoren 1 und 16 sowie 2 und 15 sind im Wesentlichen planungsgleich, gleiches gilt für die Sektoren 3 bis 14.
Abbildung 14: Ansichten und Schnitte der Kongresshalle auf Basis der Pläne von Ruff, 2015, ©Bindas Hollberg Xuan
057 Jeder Sektor beinhaltet ein innenliegendes Treppenhaus, das das Arkadengeschoss mit dem 2. Obergeschoss verbindet. Unter diesen 16 Treppenräumen befinden sich weitere 16 Treppenräume, die das Arkadengeschoss mit dem Sockelgeschoss verbunden hätten, wobei die meisten dieser unteren Treppenräume nicht zugänglich sind und die Treppenläufe dort nicht ausgeführt wurden. 058 An den beiden Enden des U, im Übergangsbereich zu den Kopfbauten, befindet sich je ein Treppenhaus, das alle Geschosse miteinander verbindet. Das oberste Geschoss (das Technikgeschoss) ist planmäßig nur über diese beiden Treppenhäuser erreichbar. Nutzbar ist derzeit ausschließlich das nördliche Treppenhaus, das südliche Treppenhaus existiert nicht mehr. 059 Als Verbindung des Arkadengeschosses ausschließlich mit dem 1. Obergeschoss dient eine etwa 410 m lange Flügeltreppenanlage, die umlaufend hinter der Umfassungsmauer des „Innenhofs“ verläuft. Die unteren Antritte dieser Treppenanlage im Arkadengeschoss wurden überwiegend nicht ausgeführt. 060 Der Rundbau verfügt damit über insgesamt 35 geplante, aber nur in Teilen baulich umgesetzte Treppenräume. 061 Im Arkadengeschoss sowie im 1. und 2. Obergeschoss verlaufen außenseitig jeweils Wandelhallen mit einer Gesamtlänge von ca. 1,6 km. Von diesen Wandelhallen zweigen im Arkadengeschoss neun, im 1. und 2. Obergeschoss je 17, also in Summe 43 Vorhallen zum (ungebauten) Saal ab. 062 Der Rundbau sollte in der ursprünglichen Planung ausschließlich Nebennutz-, Technik- und Verkehrsflächen zur Erschließung des Versammlungssaales (jetziger „Innenhof“) beinhalten. Hauptnutzflächen waren dort nicht vorgesehen. 063 Im 1. und 2. Obergeschoss sind den inneren Treppenräumen außenseitig – im Arkadengeschoss hofseitig – (baulich nicht ausgeführte) Toiletten und weitere Nebenräume vorgelagert. 064 Der etwa 410 m lange hofseitige Installationsgang, der über der Flügeltreppenanlage und unterhalb des unteren Daches (Kolonnadenebene) verläuft und über zahlreiche Öffnungen zum „Innenhof“ hin verfügt, soll aus ökologischen Gründen nicht ausgebaut oder genutzt werden – er ist Lebensraum u.a. schützenswerter Fledermäuse. 065 Der Installationsgang unter den WC-Kernen, im Zwischengeschoss zwischen Arkadengeschoss und 1. Obergeschoss, kann künftig für die horizontale technische Erschließung verwendet werden. 066 Die unbelichteten Nebenräume oberhalb der WC-Kerne, im Zwischengeschoss zwischen 1. und 2. Obergeschoss, sind nur von den innenliegenden Treppenräumen aus zugänglich und können künftig für technische Anlagen verwendet werden. 067 In der ursprünglichen Planung waren im Übergang zu den beiden Kopfbauten je ein Personen- und ein Lastenaufzug vorgesehen. Die vier Aufzugsschächte wurden gebaut und sind teilweise zerstört; es ist lediglich ein Lastenaufzug nach dem Zweiten Weltkrieg dort eingebaut worden. 068 Im Zusammenhang mit der Nutzung als Versandhauslager der Fa. Quelle wurde in der Mittelachse ein großer Lastenaufzug eingebaut, der alle Etagen miteinander verbindet und der außenseitig über eine Laderampe angedient werden kann.
069 Im ersten und sechzehnten Sektor ist es in Folge von Kriegseinwirkungen zu erheblichen Beschädigungen des Rundbaus gekommen. Am nördlichen Ende des U-förmigen Baus wurde das 3. Obergeschoss vereinfacht und stark reduziert nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut. Dabei wurde u.a. auf die Errichtung der äußersten Schale, die den Personenaufzugschacht und Technikschächte beinhaltete, verzichtet. Am südlichen Ende wurde das 3. Obergeschoss einschließlich der Decke über dem 2. Obergeschoss vollständig zerstört. Hier erfolgte ein fragmentarischer Wiederaufbau. Das 3. Obergeschoss ist von Süden her nicht mehr über die vorhandene Treppe angebunden. Im ersten und letzten Sektor liegen insoweit – unterschiedliche
- Sondersituationen vor.
070 Im Zwischengeschoss zwischen dem 2. und dem 3. Obergeschoss befinden sich über den innenliegenden Treppenhäusern 16 Räume, die ursprünglich als Räume für Lüftungsanlagen vorgesehen waren. Es handelt sich hierbei um die größten Räume des Rundbaus. Nur einer dieser Räume ist aus dem 2. Obergeschoss und dem 3. Obergeschoss zugänglich (Sektor südlich der Mittelachse), alle weiteren sind vermauert. 071 Zum „Innenhof“ hin grenzen diese Lüftungsräume an insgesamt 88 vertikale und über alle Etagen verlaufende Schächte, die künftig für die technische Installation genutzt werden können. 072 Das Schaubild von 2-bs Architekten zeigt exemplarisch die ersten vier Gebäudeachsen im Nordosten, beginnend links an der Trennwand zum Kopfbau des Dokumentationszentrums. Die Segmente 1 und 2 sowie – spiegelbildlich gegenüber – 15 und 16 und die Segmente des Rundbaus von 3 bis 14 sind jeweils systematisch baugleich. In den Segmenten 1 und 16 befindet sich jeweils ein Treppenraum, der vom Untergeschoss bis in das 3. Obergeschoss führt. 073 Die Standsicherheit des Rundbaus ist weit überwiegend gegeben. Im Besonderen die Deckenkonstruktionen sind auf den Einbau schwerer Natursteinböden ausgelegt, die jedoch nicht ausgeführt wurden. Hieraus ergibt sich ein großes Potential für die Einbringung hoher Nutzlasten über 1.000 kg/m².
Abbildung 15: 3D Ansicht der Erschließungskerne der Kongresshale, 2021, © 2-bs Architekten
„Innenhöfe“
074 Der heute unter freiem Himmel gelegene „In- 076 Im Inneren hätten Natursteinplatten die Wände nenhof“ wäre nach Vollendung der Kongresshal- verkleidet. Dazu hätte die weltgrößte Orgel für le das Innere einer überdachten Halle gewesen: eine sakrale Atmosphäre sorgen sollen. Saalboder eigentliche Kongress-Saal mit einem Raum- den, Tribünen und Dach wurden nicht umgevolumen von ca. 1.000.000 m3. Der geplante setzt, die Orgel nicht eingebaut. Die Pfeiler des Saalboden mit Parkett und ansteigenden Tribü- Umgangs oberhalb der Tribünen hätten auf der nen hätte eine Ebene über der jetzigen Innen- heute sichtbaren unteren Dachebene (Kolonnahofebene gelegen. denebene) errichtet werden sollen – diese zeigt sich heute mit einer Höhe von ca. 24,75 m ab 075 Eine freitragende Stahlkonstruktion mit zentra- Bodenoberkante des „Innenhofs“. lem Oberlicht sollte das Innere der Halle flach überspannen, das Licht wäre auf die Mitte der 077 Auch die „Innenhöfe“ der beiden Kopfbauten Halle mit der Rednertribüne Hitlers gefallen. hätten überdacht werden sollen. Sie waren als In der Halle waren – mit der Rednertribüne im Repräsentationsbauten zur Ausstellung von Fah- Zentrum – aufsteigend gruppierte Sitzplätze für nen und Standarten geplant. Hochrangige Besu- 50.000 Menschen geplant. cher der Reichsparteitage sollten in den Foyers zusammenkommen.
Abbildung 16: Innenhofansicht, © Stefan Meyer
078 Der „Innenhof“ mit einer Fläche von 25.000 m2 gliedert sich in drei Bereiche: › Im Bereich zwischen den Kopfbauten sollten die Rednerkanzel und weitere Tribünen errichtet werden. › Ein Bereich mit etwa 40 m Breite ausgehend von den inneren Umfassungsmauern des Rundbaus. Über den realisierten Stahlbetonfundamentplatten (sog. Tribünenplatten, unterteilt von Schwindgassen) sollten die Tribünen ansteigen. › Der weitgehend freie U-förmige innere Bereich; darüber hätte sich das ebene Parkett befinden sollen.
Abbildung 17: Innenansicht Kongresshalle, 2021 Foto Innenansicht, © Stefan Meyer
Abbildung 18: Innenansicht Kongresshalle, 2021 © Christian Sperber
Zugänge 079 Neben den beiden Treppenanlagen, die jeweils an die Kopfbauten angrenzen und dort die Geländeoberkante mit dem Arkadengeschoss verbinden, existieren drei Rampen, die es ermöglichen, den Arkadengang mit PKW und LKW zu befahren. Auf Unter-/Sockelgeschoss-Ebene gibt es derzeit von der Außenseite kommend zahlreiche Eingänge, die ungleichmäßig über die Anlage verteilt und unterschiedlich dimensioniert sind. Sie dienen hauptsächlich dem Zugang für die Mieterinnen und Mieter der als Lager- und Büroraum vermieteten Flächen im Unter-/Sockelgeschoss. Weitere Öffnungen, die derzeit vermauert sind, können geöffnet werden. In die begrünten Aufschüttungen, die teilweise die Zugänge über das Sockelgeschoss verdecken, soll nicht eingegriffen werden. 080 Der „Innenhof“ kann derzeit ausschließlich von Osten über eine einzige Zufahrt, die zugleich einzige Ausfahrt und einziger Zu- und Ausgang ist, betreten und befahren werden. Die Zufahrt ist geeignet für LKW und Busse. Ein Begegnungsverkehr ist nicht möglich. 081 Die Anlieferung von Gütern am Bestandsbau ist mittels LKW über den „Innenhof“ und die dort im Sockelgeschoss vorhandenen Türöffnungen möglich. 082 Der Arkadengang ist mit Kraftfahrzeugen, auch LKW, befahrbar.
Vertikale Erschließung 083 Der Bestandsrundbau kann vom „Innenhof“ aus im untersten Geschoss, dem Sockelgeschoss, betreten werden. Es ist dazu die über das Geländeniveau herausragende Stahlbetonfundamentplatte mittels Rampen oder Treppen zu überwinden. 084 An der Außenseite existiert in der Mittelachse eine Lieferrampe, die im Innern des Rundbaus mit einem großen Lastenaufzug, der alle Hauptgeschosse anfährt, verbunden ist. Hier können auch große LKW, die den „Innenhof“ nicht befahren können, entladen werden.
3 | 02.03 Baukonstruktion
085 Der Rundbau ist als teilweise mit Stahlbeton verstärkter Mauerwerksbau mit verschiedenen Deckenkonstruktionen (Stahlbetondecken, Kappendecken, sog. Remy-Decken etc.) auf einer ca. 3 m mächtigen Stahlbeton-Fundamentplatte errichtet. Die Außenfassade ist als Verbundmauerwerk aus großen Granitquadern und Vollziegeln ausgeführt. Der Arkadengang wurde einschließlich Kreuzgratgewölbe massiv aus Granitquadern errichtet. 086 In der Vergangenheit wurden am Rundbau der Kongresshalle nur nötigste Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die historische Substanz ist im Besonderen an allen Außenseiten angegriffen und wird in zunehmendem Ausmaß geschädigt. Parallel zur Klärung der Verortung des Ergänzungsbaus beginnen Planungsarbeiten, die dem Erhalt des Denkmals dienen. Das sind im Besonderen › die Behebung statischer Schäden, › die Erneuerung der undichten Dächer, › die Sicherung der Ziegelumfassungsmauern des „Innenhofes“, › die Sicherung der Granitfassade auf der Außenseite, › die Herstellung einer geordneten Wasserabführung, › der Einbau/Ersatz von Fenstern, Türen und Toren. 087 Die drei oberen Hauptgeschosse und die mit diesen im Zusammenhang stehenden Zwischengeschosse können wegen fehlender Flucht- und Rettungswege bzw. wegen erheblicher Mängel an Flucht- und Rettungswegen sowie beim baulichen Brandschutz nicht genutzt werden. Im Sockel-/Unter- und im Arkaden-/Erdgeschoss bestehen darüber hinaus weitere erhebliche Brandschutzmängel. Der Rundbau ist baurechtlich ein Hochhaus; die Hochhausrichtlinie ist daher in Planung und Betrieb zu beachten. Parallel zur Klärung der Verortung des Ergänzungsbaus beginnen Planungsarbeiten, die der Nutzbarmachung des gesamten Gebäudes dienen. Das sind im Besonderen › die Schaffung rechtskonformer Flucht- und Rettungswege über alle Etagen, › der Einbau von Feuerwehraufzügen. 088 Die genannten Maßnahmen dienen der Nutzbarmachung des Gebäudes und sind weitestgehend unabhängig von jeder Art der Nutzung. 089 Die mit der Nutzbarmachung verbundenen förderfähigen Maßnahmen dienen dem Erhalt des bedeutenden Denkmals für künftige Generationen.
Abbildung 19: Baustelle der Kongresshalle, 1938, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V
Abbildung 20: Baustelle der Kongresshalle, 1938, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V
3 | 02.04 Frühere Nutzungen
Nach 1945 090 Nach Kriegsende 1945 nutzte die US-Armee die 093 In den folgenden Jahrzehnten dominierten zu- Kongresshalle als Depot, bevor sie die Liegen- nächst pragmatische Nutzungen. Bereits 1963 schaft 1948 an die Stadt zurückgab. Mit der zogen die Nürnberger Symphoniker in den Bezeichnung „Ausstellungsrundbau“ fanden südlichen Kopfbau ein. Ab 1970 mietete sich im in der unfertigen Kongresshalle 1949 die erste Rundbau das Versandhaus Quelle auf den obers- Deutsche Bauausstellung und im Folgejahr die ten drei Stockwerken ein und nutzte diese bis Jubiläumsausstellung „900 Jahre Nürnberg“ 2006 als Regionallager. statt. Von beiden Ereignissen existieren im Innern 094 Der „Innenhof“ diente vornehmlich als Lagernoch wertvolle Zeitspuren wie Wandbemalungen fläche. Die Polizei stellte hier lange Jahre die oder Reliefs. abgeschleppten Autos aus dem Stadtgebiet ab. 091 Für die Deutsche Bauausstellung, die vom 1. bis Noch heute wird der „Innenhof“ bei Messen 18. September 1949 im Torso der Kongresshalle oder Volksfesten als Parkplatz genutzt. Seit der stattfand, wurde im 2. Obergeschoss das „Café Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichs- Königshof“ eingerichtet. Sitzgelegenheiten parteitagsgelände im Jahr 2001 ist er nicht mehr befanden sich im Innern, aber auch auf der Ko- dauerhaft belegt. lonnadenebene außen. 092 Das 900-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Nennung Nürnbergs in der Sigena-Urkunde aus dem Jahr 1050 wurde gleichfalls in der Kongresshalle mit einer großen Ausstellung begangen. Zwischen dem 14. und 30. Juli 1950 wurde Nürnberg vor allem als große Handels- und Kunstmetropole des Mittelalters dargestellt.
Abbildung 21: Außenbestuhlung des „Café Königshof“ auf der Kolonnadenebene im 2. Obergeschoss, © Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Abbildung 22: Lager der Firma Quelle, 2005, © Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
3 | 02.05 Derzeitige Nutzungen
Torso 095 Heute steht der Rundbau des Torsos im 1. und 2. Obergeschoss aufgrund baulicher Mängel und von Brandschutzauflagen weitgehend leer. Er ist unbeheizt und befindet sich im Stadium eines Rohbaus. 096 Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen für den Rundbau stehen unabhängig von jeder eventuellen Nutzung an. Dabei wird kein wie auch immer geartetes „Fertigbauen“ der Kongresshalle angestrebt, sondern der Erhalt der denkmalgeschützten Substanz in ihrem Erscheinungsbild als Rohbau. 097 Das Sockel- und das Arkadengeschoss des Rundbaus sind aktuell von einer Vielzahl von Nutzerinnen und Nutzern belegt. Alle Mietverträge dieser Nutzungen wurden zum 30. Juni 2022 gekündigt. 098 Die Dachabdeckung der Kongresshalle ist teilweise an private Betreiber von Mobilfunkmasten und Photovoltaikanlagen vermietet.
Abbildung 23: Luftbild Umgebung der Kongresshalle, 2017, © Hajo Dietz
Abbildung 24: Luftbild Eingang des Dokumentationszentrums im nördlichen Kopfbau, 2017, © Hajo Dietz
Nördlicher Kopfbau: Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände 099 Im nördlichen Kopfbau der Kongresshalle befindet sich seit 2001 das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände mit zuletzt mehr als 300.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich. Mit einer Dauerausstellung und Sonderausstellungen sowie Begleitveranstaltungen bietet das Dokumentationszentrum ein Gesamtkonzept als zentraler Ort zur Vermittlung der Phänomenologie des NS-Regimes.3 Der Blick von hier auf den „Innenhof“ ist wichtiger Bestandteil der musealen Ausstellung über das ehemalige Reichsparteitagsgelände und seine Geschichte. 100 Bei der Konzeption des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände galt es, nicht nur eine in musealer Hinsicht funktionierende Einpassung des Dokumentationszentrums in den Nordflügel der Kongresshalle vorzunehmen, sondern zugleich auch eine überzeugende Auseinandersetzung mit der NS-Architektur und dem Geist zu führen, der sie hervorbrachte. Für den Grazer Architekturprofessor Günther Domenig (1934-2012) war die Kongresshalle in Nürnberg ein Erinnerungsmahnmal im wahrsten Sinne des Wortes. Ihm ging es bei seinem Entwurf für das neu zu errichtende Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in erster Linie um das Aufbrechen der historischen Axialität als Aufarbeitung der Geschichte. Die Architektur des Dokumentationszentrums wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet. 101 Ging man ursprünglich von einer jährlichen Besucherzahl von bis zu 100.000 Menschen aus, kommen inzwischen jährlich mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt. Der dadurch notwendig gewordene Ausbau des Dokumentationszentrums findet seit 2020 ebenfalls innerhalb des Nordflügels der Kongresshalle statt. Die bauliche Erweiterung erfordert einen behutsamen Umgang mit dem denkmalgeschützten Bau und auch mit der signifikanten Neukonstruktion des Museums von Günther Domenig.4 102 Für die Wiedereröffnung des erweiterten Dokumentationszentrums, die für 2024 vorgesehen ist, wird auch die Dauerausstellung unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse neu konzipiert. 103 Das Dokumentationszentrum ist dauerhaft an seinem jetzigen Standort zu erhalten und kann nicht verlagert werden.
3 https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/das-dokuzentrum/hintergruende-zum-haus/
4 https://museen.nuernberg.de/dokuzentrum/das-dokuzentrum/architektur
Südlicher Kopfbau: Nürnberger Symphoniker 104 Im südlichen Kopfbau der Kongresshalle sind bereits seit 1963 die Nürnberger Symphoniker untergebracht. Der Probesaal wurde 2008 zu einem neuen Konzertsaal mit knapp 500 Plätzen ausgebaut, bis 2010 vorübergehend vom Schauspielhaus Nürnberg genutzt und steht seit 2011 neben den Nürnberger Symphonikern auch anderen Veranstaltern zur Verfügung. Er trägt seit 2011 den Namen Musiksaal in der Kongresshalle. 105 Neben dem Musiksaal wird in der Mittelachse des Kopfbaus ein weiterer Saal für Proben genutzt. 106 Die Nürnberger Symphoniker bieten ca. 100 musikalische Veranstaltungen für etwa 200.000 Zuhörer pro Jahr an. Hinzu kommen regelmäßig CD-Produktionen. Orchester und Management umfassen bis zu 100 Mitarbeitende. Die Nürnberger Symphoniker sind über einen langfristigen Mietvertrag an den Standort gebunden und können nicht an einen anderen Ort verlagert werden.
Südlicher Kopfbau: „Serenadenhof“ 107 Im „Innenhof“ des Kopfbaus befindet sich der seit 1986 privat betriebene „Serenadenhof“ für Konzerte und Veranstaltungen aller Stilrichtungen und für Business-Events. Die Open-Air-Saison beginnt Mitte Mai und endet im September. Der „Serenadenhof“ bietet 966 Sitzplätze oder bis zu 1.048 Stehplätze bei unbestuhlten Konzerten.5
Südlicher Kopfbau: Colosseum Music Entertainment GmbH 108 Des Weiteren ist im südlichen Kopfbau seit 2011 eine Produktionsfirma von Film- und Animé-Soundtracks, die Colosseum Music Entertainment GmbH, mit eigenem Aufnahmestudio und Büroräumen angesiedelt. 109 „Colosseum“ wurde 1960 gegründet, hat sich zu einem der führenden Soundtrack-Produzenten mit Vertriebspartnern in ganz Europa entwickelt und verfügt über einen Filmmusik-Katalog mit über 2.000 Original Soundtracks von internationalen Kinohits.6
Südlicher Kopfbau: Katastrophenschutzlager 110 Im südlichen Kopfbau befindet sich auch das Katastrophenschutzlager der Stadt Nürnberg mit Büro- und Sozialräumen. Es muss dauerhaft jederzeit mit PKW und LKW frei anfahrbar sein.
Südlicher Kopfbau: Kanuverein Nürnberg e.V. 111 Der Kanuverein hat sein Bootshaus an der Außenseite des südlichen Kopfbaus und nutzt den Großen Dutzendteich für Fahrten und Wettkämpfe.7
„Innenhof“: temporäre Nutzungen als Parkplatz, Lagerstätte oder für Inszenierungen 112 Der „Innenhof“ dient unter anderem als temporäre Lagerstätte für Baumaterial, als Parkplatz, z.B. während der Volksfeste oder während Veranstaltungen der Nürnberger Symphoniker. Daneben finden gelegentlich besondere Events im „Innenhof“ statt.
Dach 113 Seit 2003 ist auf dem Dach des unvollendeten Bauwerks eine Photovoltaikanlage installiert, mit der jährlich 300.000 kWh Strom produziert werden. Im Rahmen der notwendigen Sanierung des Daches wird geprüft, ob erneut eine PV-Anlage auf dem Dach installiert wird. 114 Eine Mobilfunkantenne sorgt insbesondere bei besucherintensiven Veranstaltungen auf dem Volksfestplatz oder im „Serenadenhof“ für eine leistungsfähige Mobilfunkversorgung.
5 https://www.nuernbergsymphoniker.de/ueber-uns/unsere-welt/vermietung/serenadenhof
6 https://www.colosseum.de
7 https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/neues-leben-in-alten-hallen-was-in-der-kongresshalle-gelgert-
ist-1.6543002
Abbildung 25: Luftbild Südlicher Kopfbau mit „Serenadenhof“, 2017, © Hajo Dietz
3 | 02.06 Künftige Nutzungen
Ausweichspielstätte für das Staatstheater– Interim 115 Die Stadt Nürnberg verfolgt mehrere Ziele im 118 Die Opernhaus-Kommission des Nürnberger Umgang mit der Kongresshalle, die in den Stadtrates hat in mehreren Sitzungen im Laufe letzten Jahren durch öffentliche Diskussionen, des Jahres 2021 intensiv über mögliche Stand- Machbarkeitsstudien und politische Entscheidun- orte für eine Ausweichspielstätte für die Musikgen näher detailliert worden sind. und Tanztheatersparte des Staatstheaters während einer langjährigen, dringend erforderlichen 116 Die in den Kopfbauten bestehenden Nutzungen Bau- und Sanierungsmaßnahme im Stammhaus sollen weitergeführt werden, im Rundbau sollen am Richard-Wagner-Platz diskutiert. darüber hinaus folgende Nutzungen verortet werden: 119 Eine fundierte bauliche Prüfung ergab die Machbarkeit einer Unterbringung von Verwaltungs-, › In sechs Segmenten die im Bestand verort- Service- und Präsenzwerkstatträumen, von baren Interimsbedarfe des Staatstheaters, Solistinnen- und Solistengarderoben, Stimmzim- › in vier der 16 Segmenten Ermöglichungsmern, Proberäumen und dgl. im Rundbau der räume für Künste und Kulturen; das sind Kongresshalle. Die Flächen, die der eigentliche u.a. Ateliers und Probenräume für Musik, Spielbetrieb benötigt (v.a. Bühnen, Orchester- Theater und Tanz sowie Räume für Literatur; graben und Zuschauerraum), können dagegen daneben auch Präsentationsräume für die im Bestandsgebäude nicht verortet werden und unterschiedlichen künstlerischen Praxen und machen einen Ergänzungsbau unter Berück- Begegnungsräume, sichtigung der Vorgaben des Umwelt- und des › in den verbleibenden sechs Segmenten Denkmalschutzes erforderlich. Lager- und Depotflächen. 120 Intensiv wurde und wird öffentlich diskutiert, 117 Daneben sollen nach Abschluss der Maßnahme ob und wie eine solche Nutzung und die damit Räume und Flächen, die für die Durchführung verbundenen Veränderungen am Gebäudebedes Volksfestes derzeit bereits vorhanden sind, stand und in seinem unmittelbaren Umfeld mit die während der Bauarbeiten aber ausgelagert Aspekten der Erinnerungskultur und mit der werden müssen, wieder im Rundbau der Kon- Bildungs- und Vermittlungsarbeit auf dem ehegresshalle untergebracht werden. Dies sind im maligen Reichsparteitagsgelände vereinbar sind. Besonderen die Volksfestwache der Polizei, die In Fortsetzung, Ergänzung und Intensivierung Feuerwehr, das Bayerische Rote Kreuz und weieiner langjährigen und dauerhaften Auseintere Hilfsdienste sowie die Büroräumlichkeiten andersetzung mit Fragen eines angemessenen der Festleitung (Süddeutscher Verband Reisender Umgangs der Stadt Nürnberg mit den baulichen Schausteller und Handelsleute e.V.). Hinterlassenschaften der NS-Zeit hat dazu eine ganze Reihe von Informations-, Diskussions- und Öffentlichkeitsveranstaltungen stattgefunden. 121 Die Opernhaus-Kommission hat in ihrer Sitzung am 22. Oktober 2021 dem Stadtrat dann empfohlen, die weitere Planung einer Ausweichspielstätte (…) mit der stadteigenen Immobilie Kongresshalle fortzusetzen. Diese Empfehlung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2021 mit großer Mehrheit zum Beschluss erhoben. 122 Das Interim soll größtenteils im Rundbau der Kongresshalle entstehen, wesentliche Teile der notwendigen Flächen können und sollen innerhalb der bestehenden Flächen und Räume als „Ausbau im Rohbau“ eingerichtet werden. 123 Räume und Flächen, die auf Grund ihrer Größe nicht in der Kongresshalle verortet werden können, sollen als Ergänzungsbau an der Kongresshalle errichtet werden.
Kulturelle Ermöglichungsräume Lager und Depotflächen 124 Im Zuge der Bewerbung Nürnbergs als Kultur- 130 Für die städtischen Museen wird seit vielen hauptstadt Europas entstand die Idee, vier der Jahren ein dringender Bedarf an Lager- und insgesamt 16 Segmente des Rundbaus baulich Depoträumen auf Flächen von rund 6.000 m2 für eine Nutzung durch die Künste und Kulturen festgestellt. Der Kulturausschuss des Stadtrats zu ertüchtigen. An entsprechenden künstleri- hat die Verwaltung bereits im Jahr 2016 damit schen Produktions- und Präsentationsräumen beauftragt, die Kongresshalle auf ihre Eignung herrscht im Stadtgebiet großer Mangel. als Ort für ein städtisches Zentraldepot zu untersuchen. Entsprechende Untersuchungen in 125 In Planung ist eine vielfältige kulturelle Nutzung Zusammenarbeit mit der TU Dresden erbrachten
- Ateliers für die visuellen Künste, Proberäume
positive Ergebnisse. für die Musik und die darstellenden Künste Theater und Tanz, Räume für die Literatur. Darüber 131 Für die Nutzung als Lager oder Depot stünden hinaus sollen Räume für die Präsentation der Flächen in sechs der insgesamt 16 Sektoren zur Kunst die Begegnung mit unterschiedlichsten Verfügung. Publika möglich machen. 126 Konzeptionell ist eine enge Verzahnung der Ermöglichungsräume mit dem erinnerungskulturellen Diskurs wünschenswert. Kooperationen mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sind ebenso in Planung wie der enge inhaltliche Austausch mit dem Operninterim. Es werden weitreichende Synergien zwischen den Institutionen vor Ort und den Künstlerinnen und Künstlern angestrebt. 127 Die Einrichtung von Flächen für künstlerische Produktionen aller Art versteht sich als ein weiterer Schritt im Sinne einer zukunftsgerichteten Erinnerungskultur am Standort Kongresshalle.8 128 Eine erste Machbarkeitsstudie kam zu dem Ergebnis, dass insgesamt 104 Einzelräume mit einer Größe zwischen 30 und 300 m2 und einer Deckenhöhe von 4,40 m bis 8,50 m realisierbar sind. 129 Der Rohbauzustand soll sichtbar und erhalten bleiben, eine „Luxussanierung“ soll nicht stattfinden. Ziel ist es, unter der Beachtung des Denkmalschutzes eine Nutzung unter den Aspekten „Brand- und Arbeitsschutz“ sowie „Flucht- und Rettungswege“ grundsätzlich zu ermöglichen.
8 https://www.nuernberg.de/internet/nuernbergkultur/drei_orte_im_fokus.html
3 | 03 Planerische Grundlagen
3 | 03.01 Planungsrecht 3 | 03.02 Bauordnungsrecht
132 Die Kongresshalle befindet sich im Volkspark 136 Bauordnungsrechtlich handelt es sich bei der Dutzendteich, dem größten Naherholungsgebiet Kongresshalle um ein Gebäude der Gebäude- Nürnbergs. Im wirksamen Flächennutzungsplan klasse 5 gem. Art. 2 Abs. 3 S. 1 Nr. 5 BayBO. mit integriertem Landschaftsplan der Stadt Nürn- 137 Die Kongresshalle ist ein Hochhaus gem. Art. 2 berg (FNP) ist der Bereich um die Kongresshalle Abs. 4 Nr. 1 BayBO. dargestellt als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „öffentliche Park- und Grünanlage“. 138 Aufgrund der Lage der Geschossdecke des 2. Obergeschosses mit mehr als 22 m über Ge- 133 Südlich und östlich sind eine übergeordnete lände (das 2. Obergeschoss liegt 23,30 m über Freiraumverbindung (Punktsignatur) und Feucht- Straßen- bzw. 24,75 m über Hofniveau) wird raumgebiete als Teil der Hauptverbundachsen das Gebäude als Sonderbau nach Art. 2 Abs. 4 des Biotopverbundsystems dargestellt. Nr. 1 der BayBO eingestuft. Es sind zusätzlich 134 Die Kongresshalle selbst ist einschließlich „In- die Vorschriften der „Richtlinie über die bauaufnenhof“ als Fläche für den Allgemeinbedarf mit sichtliche Behandlung von Hochhäusern“ (HHR der Zweckbestimmung „kulturellen Zwecken – Hochhausrichtlinie) einzuhalten. dienende Einrichtung“ dargestellt. 139 Eine Kategorisierung als Sonderbau ergibt sich 135 Die Kongresshalle und ihr Umgriff befinden sich darüber hinaus aufgrund von Art. 2 Abs. 4 Nr. 3 nicht im Geltungsbereich eines einfachen oder der BayBO wegen der Ausdehnung des Geschosqualifizierten Bebauungsplanes (siehe Karte ses mit dessen größten Ausdehnung von über „Planungsrecht“). Die planungsrechtliche Zu- 1.600 m2 Fläche sowie – zumindest hinsichtlich lässigkeit von Vorhaben aufgrund § 34 BauGB der ursprünglich beabsichtigten Nutzung – auf- (Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im grund Art. 2 Abs. 4 Nr. 6 der BayBO (Nutzung Zusammenhang bebauten Ortsteile) wurde sei- von Räumen einzeln durch mehr als 100 Persotens des Stadtplanungsamts für den „Innenhof“ nen) sowie Art. 2 Abs. 5 Nr. 7 der BayBO (Verund den unmittelbaren Umgriff – insbesondere sammlungsstätte). im Norden bis zur Bayernstraße und im Süden bis zum Großen Dutzendteich – in Aussicht 3 | 03.03 Denkmalschutz gestellt. Grund dafür ist die prägende Wirkung 140 Die Kongresshalle ist Bestandteil des Flächendes riesigen Baukörpers, der aufgrund seines denkmals „Volkspark Dutzendteich/ ehemaliges „inneren Gewichts“ als Siedlungskern sui gene- Reichsparteitagsgelände“, sie ist mit der Beris betrachtet wird. Für Flächen, die nicht mehr schreibung „Anlageteil: Ausstellungsgebäude, im Nahbereich der Kongresshalle liegen, ist von syn. Ausstellungshalle, syn. Ausstellungspavillon, einer Außenbereichssituation nach § 35 BauGB Kongressgebäude“ seit 1973 in die Denkmalliste auszugehen. eingetragen und gesetzlich geschütztes Denkmal. Der Umgriff der Kongresshalle ist ebenso in die Denkmalliste eingetragen und gesetzlich geschütztes Denkmal. 141 Im Zuge der Standortsuche für die Ausweichspielstätte wurde das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) vonseiten der Unteren Denkmalschutzbehörde um Stellungnahme bezüglich der Einrichtung einer Interimsspielstätte des Nürnberger Staatstheaters im „Innenhof“ der Kongresshalle gebeten. 142 Die Hinweise, wie aus Sicht des BLfD mit dem Denkmal umzugehen ist, sind in Kap. 4|10 Denkmalschutz aufgeführt.
Abbildung 26: FNP Nürnberg, © Geodaten Stadt Nürnberg
Abbildung 27: B-Plan Nürnberg, © Geodaten Stadt Nürnberg
3 | 03.04 Wasserwirtschaft
Stehende Gewässer – Großer und Kleiner Dutzendteich 143 Der Große und Kleine Dutzendteich sind Gewäs- 146 Südöstlich der Kongresshalle befindet sich ein ser dritter Ordnung. Betriebszugang der Wasserwirtschaft auf die Wasserfläche des Großen Dutzendteichs (u.a. zur 144 Der Große Dutzendteich wird gespeist vom Entnahme von Algen und für Rettungseinsätze) Langwassergraben und wird durchflossen vom der – ggf. an anderer Stelle – weiter ermöglicht Fischbach. Großer und Kleiner Dutzendteich sind werden muss. wasserbaulich verbunden (Überlaufleitungen). 147 Im Norden und Nordwesten befinden sich un- 145 Hauptnutzung des Großen Dutzendteichs ist die terirdisch die verrohrten Abläufe von Großem Naherholung. In den Sommermonaten besteht und Kleinem Dutzendteich. Diese müssen immer dort ein Bootsverleih mit Tret- und Ruderbooten; zugänglich sein und dürfen nicht beeinträchtigt im Winter wird der See zum Schlittschuhlauwerden. Im Besonderen sind dort in den komfen genutzt. Neben dem Freizeitsport wird der menden Jahren Sanierungsarbeiten vorgesehen, Große Dutzendteich auch für den Regattasport um die Abflussfähigkeit und die Hochwassersidurch den Yacht-Club Nürnberg, den Rudervercherheit weiterhin zu gewährleisten. ein Nürnberg sowie u.a. für das Kanurennsporttraining des Kanuvereins Nürnberg genutzt.
Abbildung 28: Ansicht Kongresshalle über den Großen Dutzendteich, © Buendia22
Grundwasser Überschwemmungsgebiet 148 Der Flurabstand, also der Abstand zwischen der 150 Im Umgriff der Kongresshalle befindet sich, im Erdoberfläche und der Grundwasseroberfläche, Besonderen in den Uferzonen des Dutzendteibeträgt bei mittlerem Grundwasserstand am ches und im Bereich der Bayernstraße, ein vor- Standort der Kongresshalle und in deren Umgriff läufig gesichertes Überschwemmungsgebiet. nur weniger als einen Meter. Das Grundwasser 151 In einem festgesetzten oder vorläufig gesichersteht damit sehr hoch an. ten Überschwemmungsgebiet ist die Errichtung 149 Bestimmte – mit Baumaßnahmen in der Regel oder Erweiterung unter anderem von Gebäueinhergehende – Eingriffe in das Grundwasser den nach §§ 30, 33, 34 und 35 Baugesetzbuch sind als sog. Gewässerbenutzungen nach den (BauGB) grundsätzlich untersagt (§ 78 Abs. 1 Wassergesetzen erlaubnispflichtig; dazu gehört Satz 1 Nr. 2, Abs. 6 -WHG: repressives Bauverim Besonderen das Einbringen von Stoffen in das bot). Der Bauwerber benötigt in jedem Fall zu- Grundwasser (Fundamente, Gebäude im Grund- nächst eine wasserrechtliche Ausnahmegenehwasser etc.). migung nach § 78 Abs. 3 Satz 1, Abs. 6 WHG. Durch die wasserrechtliche Ausnahmegenehmigung nach § 78 Abs. 3 Satz 1 WHG wird eine Befreiung von dem bestehenden repressiven Bauverbot erteilt.9
9 Hinweise für die Genehmigung der Errichtung und Erweiterung von Gebäuden in Überschwemmungsgebietennach §78 Abs 3 Satz 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG), URL: https://www.stmb.bayern.de/assets/stmi/buw/baurechtundtechnik/iib4_hinweise_fuer_die_errichtung_und_erweiterung_von_gebaeuden_in_ueberschwemmungsgebieten_2013.pdf
3 | 03.05 Natur- und Artenschutz
Fauna 152 Der Große Dutzendteich ist ein regional bedeut- 158 Der Volkspark Dutzendteich ist ein Lebensraum samer Lebensraum im Sinne der ABSP-Bewer- für verschiedene Tiere, darunter Amphibien tung (Arten- und Biotopschutzprogramm). wie Grasfrosch, Grünfrosch, Erdkröte und Knoblauchkröte, für Wasservögel wie Schwäne, 153 An der Kongresshalle und in ihrem Umgriff Wildgänse und Enten, für Säugetiere wie Igel, sind im GIS der Stadt Nürnberg mehrere Arten- Fledermäuse und Mäuse sowie für Insekten wie schutzpunkte verzeichnet. Eine spezielle arten- Libellen und Schmetterlinge. schutzrechtliche Prüfung (saP) wurde bereits im September 2021 beauftragt. Diese wird derzeit 159 An der Kongresshalle und in ihrem Umgriff sind in Abstimmung mit dem Umweltamt (Untere im GIS der Stadt Nürnberg mehrere Artenschutz- Naturschutzbehörde) hinsichtlich ihres Betrach- punkte verzeichnet (siehe Karte „Artenschutztungsraumes ausgeweitet. Eine erste Einschät- punkte“). zung des Umweltsamtes wurde eingeholt und 160 Eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) liegt vor (siehe Anhang). wurde bereits im September 2021 beauftragt. 154 Im Umgriff der Kongresshalle befinden sich Diese wird derzeit in Abstimmung mit dem Um- Grünflächen mit Baumbestand sowie unmittel- weltamt (Untere Naturschutzbehörde) hinsichtbar dem Gebäude vorgelagerte, mit Bäumen lich ihres Betrachtungsraumes ausgeweitet. Eine und Sträuchern bewachsene Aufschüttungen. erste Einschätzung des Umweltsamtes wurde Diese befinden sich an den Stellen, an denen eingeholt und liegt vor (siehe Anhang). ursprünglich eine umlaufende Treppenanlage, 161 Daneben ist die Bedeutung der Kongresshalle die von der Bodenoberkante auf das Arkadengemit ihrer Lage am Dutzendteich für die dort schoss hinaufführen sollte, geplant war. Grünflälebenden regional und überregional bedeutenchen und Bäume sind der Karte „Grünobjekte“ den Populationen geschützter Arten bekannt. zu entnehmen. Die vorgelagerten Aufschüttun- Besonders für Fledermausarten wie den Abendgen dienen auch der Befahrbarkeit des Arkadensegler und die Zwerg- und Mückenfledermaus geschosses über Rampen. ist das Gebäude ein wesentlicher Standortfaktor, 155 Südöstlich der Kongresshalle befindet sich im insbesondere als Winterquartier. Neben diesen Ufersaum des Dutzendteiches auf ca. 1.970 m² konkret beobachteten und eingrenzbaren Quardas gem. § 30 BNatSchG gesetzlich geschützte tiersituationen, zu denen auch die Quartiere im Biotop mit der ID N-1419-002 (siehe Karte „Bio- Bereich des nördlichen Kopfbaus (Dokumentatope“ im Anhang). tionszentrum) gehören, gibt es umfangreiche Hinweise und Beobachtungen zur Nutzung der 156 Dieses Biotop ist zugleich Ausgleichsfläche Umfassungsmauern des „Innenhofes“ durch aus dem Planfeststellungsverfahren für „VAG Fledermäuse. Konkrete Beobachtungen gibt es Nürnberg, Bayernstraße -- Straßenbahn Konbislang hauptsächlich auf der Nordseite. Hier gressschleife“ (siehe Karte „Ausgleichflächen“). konnten auch aktuell (Anfang März 2022) meh- Es handelt sich um Stillgewässer, Ufer- und Verrere Zwergfledermäuse beim Anflug beobachtet landungsbereiche mit der angestrebten Entwickwerden. lung „Erhalt, Röhrichte“. 162 Seit vielen Jahren sind im Dachbereich der Kon- 157 Eine erste Einschätzung des Umweltsamtes wurgresshalle zum „Innenhof“ hin zwei künstlich de eingeholt und liegt als Anlage bei. angelegte Nistkästen für den Wanderfalken installiert, die auch regelmäßig besetzt waren. Erfolgreiche Bruten konnten dokumentiert werden. 2021 wurde erstmals ein Kasten vom Uhu besetzt. Der Wanderfalke wurde vom Uhu vertrieben. 2021 fand so keine Wanderfalkenbrut an der Kongresshalle statt. 163 In den Mauerspalten zum „Innenhof“ brüten Hausrotschwanz und Haussperling. 164 Eine ökologische Baubegleitung beim Um- und Ausbauprozess des Torsos, insbesondere auch bezüglich der reinen Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, ist vorgesehen.
Abbildung 29: Luftbild des südlichen Kopfbaus, 2017, © Hajo Dietz
3 | 04 Erschließung
3 | 04.01 Mobilitätskonzept sog. Große Straße getrennt. Nach Kriegsende
165 Die Stadt Nürnberg wird die Erstellung eines nutzte die US-Armee die Große Straße als pro- Mobilitätskonzeptes beauftragen. Die diesbezüg- visorischen Flugplatz. Seit 1968 dient die Fläche liche Ausschreibung läuft. als Parkplatz bei Großveranstaltungen – auch der NürnbergMesse.
3 | 04.02 Fußgänger 172 Zwischen Bayernstraße und Großer Straße ver-
166 Als Teil des Volksparks Dutzendteich ist das Ge- läuft eine Verbindungsstraße westlich entlang biet sehr gut für den Fußgängerverkehr erschlos- der Kongresshalle. Die Kongresshalle und die sen. Neben den ausgebauten und beschilderten Umfahrt um das Gebäude werden von der Ver- Wegen durchziehen Trampelpfade das Gelände. bindungsstraße erschlossen. 173 Der „Innenhof“ verfügt über lediglich eine Zu-
3 | 04.03 Radverkehr fahrt von Nordost, die zugleich einziger Zu- und
167 Das gesamte ehemalige Reichsparteitagsgelände Ausgang ist. Eine Befahrung des „Innenhofes“ ist mit Radwegen bzw. mit Wegen, die für den erfolgt mit Reisebussen im Rahmen von Stadt- Radverkehr geeignet sind, gut erschlossen. Ent- rundfahrten. lang der Bayernstraße ist auf jeder Fahrseite je ein Radweg ausgewiesen. 3 | 04.06 Ruhender MIV 174 Für den MIV bestehen Parkmöglichkeiten auf der
3 | 04.04 ÖPNV Großen Straße und auf einem Parkplatz nördlich
168 Das ehemalige Reichsparteitagsgelände und im der Bayernstraße im Luitpoldhain sowie im Um- Besonderen das Dokumentationszentrum Reich- griff der Kongresshalle. Barrierefreie Stellplätze sparteitagsgelände sind optimal mit dem ÖPNV können in ausreichender Zahl auf unmittelbar erschlossen (siehe Karte ÖPNV). an das Gebäude angrenzenden Flächen (auf den vorgelagerten Anböschungen) hergestellt wer- 169 Ein Haltepunkt (Haltestelle Doku-Zentrum) für den. Von dort ist eine ebenengleiche Anbindung die Straßenbahnlinien 6 und 8 befindet sich an das Arkadengeschoss möglich. unmittelbar nördlich der Kongresshalle an der Bayernstraße. Bushaltepunkte für die Linien 45, 175 Der „Innenhof“ der Kongresshalle wird im Be- 55, 65 und 96 (Haltestelle Doku-Zentrum) sowie sonderen bei Großveranstaltungen (Volksfesten, für die Linien 55 und 96 (Haltestelle Doku-Zen- Messen, Musikfestivals etc.) und bei Veranstaltrum Nord) befinden sich ebenfalls in unmittel- tungen der Nürnberger Symphoniker im südbarer Nähe. Die S-Bahn-Linien 2 und 3 sind an lichen Kopfbau sowie bei Veranstaltungen im der S-Bahn-Haltestelle Dutzendteich Bahnhof in „Serenadenhof“ als Parkplatz genutzt. ca. 600 m Entfernung erreichbar. Zwischen den Haltestellen Dutzendteich und Doku-Zentrum 3 | 04.07 Ver- und Entsorgung verkehren die Buslinien 45, 55, 65, 96 sowie die 176 Die Anlieferung von Gütern am Bestandsbau ist Straßenbahnlinie 6. mittels LKW über den „Innenhof“ und die dort im Sockelgeschoss vorhandenen Türöffnungen
3 | 04.05 MIV möglich. Von der Außenseite besteht in der Mit-
170 Die Anbindung des Areals erfolgt hauptsächlich telachse zum Volksfestplatz eine Lieferrampe, über die nördlich des Grundstücks verlaufende die im Innern des Rundbaus mit einem großen Bayernstraße, die über zwei Spuren je Fahrtrich- Lastenaufzug, der alle Hauptgeschosse anfährt, tung verfügt. Von Nordwesten direkt auf die verbunden ist. Hier können auch große LKW Kongresshalle zukommend verlaufen die Straßen entladen werden, die den „Innenhof“ nicht be- An der Ehrenhalle (nur in südöstlicher Richtung fahren können. befahrbar) und die Schultheißallee (nur in nord- 177 Der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg hat westlicher Richtung befahrbar). ein Merkblatt für die Anforderungen an Stand- 171 Südlich der Kongresshalle wird der Kleine Dut- plätze und Zufahrtswege veröffentlicht, welches zendteich vom Großen Dutzendteich durch die zu beachten ist (siehe Anlagen).
Abbildung 30: Arkadengang mit Einfahrtsschild, © Martin Müller
Abbildung 31: Luftbild Kongresshalle, © Hajo Dietz
AUFGABE
4 | 01 Planungsziele
4 | 01.01 Verortung des Interims an der Kongresshalle
178 Das Staatstheater Nürnberg ist das größte Mehrspartenhaus in Bayern und damit essenzieller Teil des Kulturlebens der Stadt Nürnberg, der Metropolregion Nürnberg und des gesamten nordbayerischen Raums. Das Opernhaus am Richard-Wagner-Platz kann längstens bis 2025 betrieben werden. Danach ist der Umzug in eine Ausweichspielstätte zwingend erforderlich. Oberstes Projektziel ist die Aufrechterhaltung des Betriebs des Staatstheaters mit seinen rund 650 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 179 Mit dem Stadtratsbeschluss vom 15. Dezember 2021 wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, das Interim auf dem Areal der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände10 zu verorten. Der Beschlusstext enthält dabei wichtige Grundsätze, die den politischen Rahmen und Auftrag des Verfahrens bilden: 180 Die Auseinandersetzung mit den Belangen der Erinnerungskultur wird als essentieller Bestandteil der Aufgabe gesehen. Grundsätzlich wurde darüber hinaus festgelegt, dass sich der Bau für das Operninterim dem Bestand unterordnen soll. 181 Für eine Verortung kommen der „Innenhof“ (Innenseite des Rundbaus) oder dem Rundbau außen vorgelagerte Flächen in Betracht. Die Positionierung des Ergänzungsbauwerks hat jeweils städtebauliche, denkmalschutzrechtliche sowie funktionale Konsequenzen, die sich gegenseitig bedingen und auch schon in der Machbarkeitsstudie (siehe Anlagen) in Kapitel „3.3.1 Lage des Saalbaus“ umrissen wurden. 182 Übergeordnetes Ziel des Verfahrens ist es, den Standort eines Ergänzungsbaus an der Kongresshalle zu finden. Auch wenn von den Teilnehmenden eine architektonische Haltung zum Ausdruck gebracht werden soll, ist die Lageempfehlung und ihre Herleitung von prioritärer Bedeutung. 183 Es ist zentrale Aufgabe der Teilnehmenden, einen Standort für den Ergänzungsbau im Kontext des Torso zu empfehlen, der die Bedeutung des Ortes insbesondere im Hinblick auf die Erinnerungskultur würdigt, städtebaulich mit Selbstverständlichkeit überzeugt, die Voraussetzungen dafür bietet, architektonische Qualitäten mit funktionalen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen, der nachhaltig im Sinne von Ökologie und Ökonomie ist und der die zeitlichen Rahmenbedingungen für eine bauliche Umsetzung beachtet. 184 Bei der Ermittlung des Standortes sind bereits vorhandene und zukünftig geplante Nutzungen zu berücksichtigen – insbesondere die Verknüpfung mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, den Nürnberger Symphonikern, dem Volksfestplatz und den Ermöglichungsräumen für die Künste und Kulturen.
10 Stadtratsbeschluss vom 15.12.2021
4 | 01.02 Ressourcen
Zeit 185 Die Betriebserlaubnis des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz erlischt spätestens zum Ende des Jahres 2025 aus einer Vielzahl von Gründen. 186 Dementsprechend muss eine Ersatzspielstätte ab dem Jahresende 2025 – besser zur Spielzeit 2025/26 – zur Verfügung stehen. Dabei müssen der erforderliche Umzug, die Inbetriebnahme und ein Probenbetrieb vor der Eröffnung terminlich berücksichtigt werden. 187 Um eine möglichst vorteilhafte Verfahrensökonomie zu erzielen, müssen bei der Standortfindung Genehmigungsverfahren, die im Rahmen von Planung und Realisierung notwendig werden, mit einbezogen werden. 188 Im Hinblick auf den – durch das Erlöschen der Betriebserlaubnis im Opernhaus am Richard-Wagner-Platz – stark determinierten Zeitplan kann der Weg in ein rechtlich komplexeres Verfahrensregime nur durch besondere Qualitäten im Städtebau, der Funktionalität und bei den Kosten begangen werden.
Kosten 189 Die Kongresshalle ermöglicht die Verortung von wesentlichen Teilen der Flächen im Raumprogramm des Interims innerhalb des Bestandsbaus. Daraus ergeben sich Vorteile insbesondere mit Blick auf die Projektkosten. 190 Weitere kostenbestimmende Faktoren, wie etwa der Schallschutz oder der Verlauf von Rettungswegen, sind im Kontext der bestehenden Nutzungen (Symphoniker/ Volksfest/ Rock im Park/ Zirkus/ Dokumentationszentrum usw.) bei der Ermittlung des Standorts des Ergänzungsbaus zu bedenken. 191 Je nach Entfernung von der Kongresshalle verändert sich das benötigte Raumprogramm im Ergänzungsbau für das Operninterim und steigt ggf. der Flächenbedarf. 192 Vorgaben, etwa durch die Versammlungsstättenverordnung, sind zu beachten, um den baulichen und betrieblichen Aufwand zu optimieren. Auch soll die Verwendung einer möglichst breiten Auswahl an Baustoffen ermöglicht werden.
4 | 02 Städtebauliche Ziele
193 Die Kongresshalle ist eine wirkmächtige und symbolische Architektur im Stadtraum, ein Denkmal, ein Baustein in der Erinnerungskultur, aber auch ein in weiten Teilen nicht genutzter Rohbau mit Bauschäden und hohen Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten – bisher ohne mittel- und langfristiges Nutzungskonzept. 194 Mit der Entwicklung der Ermöglichungsräume für die Künste und Kulturen und der Grundsatzentscheidung für das Operninterim des Staatstheaters in und am Rohbau der Kongresshalle hat der Rat der Stadt Nürnberg wichtige Beschlüsse zur Zukunft der Kongresshalle gefasst. Angesichts der weitgehenden Nicht-Nutzung des Gebäudetorsos bestand aus städtebaulicher Sicht bislang kein akuter Handlungsbedarf im Hinblick auf die Kongresshalle. Für das Verfahren können daher weniger konkrete städtebauliche Ziele benannt, als vielmehr Fragestellungen formuliert werden. Diese Fragen entstehen zwar wesentlich anlässlich des Verfahrens für das Interim, sie gehen jedoch über die reine Funktionalität des Operninterims hinaus und werden in einem übergeordneten partizipativen Prozess präzisiert.
4 | 02.01 Sichtbeziehungen und Bezüge, Eingänge
195 Das bestehende Bauwerk ist von Weitem aus allen Richtungen gut sichtbar. Aus Fußgängerperspektive ist in der näheren Umgebung die Sichtbarkeit durch die relativ dicht bewachsenen Aufschüttungen und die umliegenden Grünflächen eingeschränkt. 196 Die Frage nach der konkreten Verortung des Ergänzungsbaus berührt automatisch auch die Frage der Visibilität – sowohl für den Ergänzungsbau an sich, als auch für die Strukturen im unmittelbaren Umfeld: baulich mit Blick auf die Kongresshalle, naturräumlich hinsichtlich des Volksparks und des Dutzendteichs, sozial im Sinne des Volksfestplatzes und der dort stattfindenden Veranstaltungen. 197 Die verschiedenen Sichtbezüge auf die und von der Kongresshalle sind bei der Verortung des Ergänzungsbaus gleichermaßen zu bedenken und zu berücksichtigen wie die Frage der Visibilität des Interims für seine Nutzerschaft.
4 | 03 Funktionale Ziele
4 | 03.01 Adressbildung: Innen oder Außen
198 Aufgabe des Verfahrens ist die Antwort auf die Frage nach der Verortung des Ergänzungsbaus. Dabei sind im baulichen Kontext der Kongresshalle daraus entstehende Fragen nach städtebaulichen und funktionalen Qualitäten ebenso zu berücksichtigen wie die Kostendimensionen und Implikationen für den zeitlichen Ablauf in der weiteren Planung und Realisierung. In die Frage nach der Verortung des Ergänzungsbaus sind die Bezüge zur Weiterentwicklung als übergreifender Kulturstandort einzubeziehen. 199 Insbesondere Aspekte der Qualitäten können nur im Kontext der bestehenden städtebaulichen Ordnung, der bestehenden funktionalen Zusammenhänge und der Bedeutung des Ortes als Denkmal bewertet werden. 200 Für den Kulturbetrieb ist eine klare Adressbildung sowohl im Hinblick auf Identität wie auch auf Funktionalität essentiell. Die Kongresshalle ist zwar ein monumentales, nicht zu übersehendes Bauwerk, es bleibt aber die Herausforderung der Gestaltung einer denkmalgerechten Zugangssituation für das Operninterim. 201 Eine klar erkennbare und funktional gute Eingangssituation für das Publikum ist unerlässlich – eine gute Auffindbarkeit und Nähe zum ÖPNV sind wichtig, um den Standort leicht und niedrigschwellig erreichbar zu machen.Abhängig von der Verortung des Operninterims können und sollen wesentliche Teile des Raum- und Flächenprogramms in der Kongresshalle untergebracht werden. Die Nähe der Kongresshalle zum Standort des Ergänzungsbaus, in dem die Räume untergebracht werden müssen, die nicht in der Kongresshalle verortet werden können, ist der wesentliche Moderator für die Größe des Ergänzungsbauwerks. 202 Notwendigerweise im Ergänzungsbauwerk geplante Flächen bedürfen aus funktional zwingenden Gründen einer Nähe zu zahlreichen Bereichen, die in der Kongresshalle geplant werden können. Bei zu großer Distanz zum Bestandsgebäude ist dieser funktionale Zusammenhang nicht mehr gegeben und auch diese Räume müssten im Ergänzungsbauwerk geplant werden. Die Frage von „Innen“ und „Außen“ und der Aspekt der räumlichen Distanz zwischen Kongresshalle und Ergänzungsbauwerk ist also essentiell verbunden mit der Frage nach der Adressbildung des Interims. 203 Neben der Frage der Adressbildung und den damit verbundenen Implikationen für das Interim sind die teilweise hoch frequentierten Nutzungen des Umfelds zu bedenken: Die Nutzung der Kopfbauten durch das Dokumentationszentrum und die Nürnberger Symphoniker oder die Nutzung des Innenhofes als Parkplatz, aber auch kulturelle Veranstaltungen im öffentlichen Raum wie das Volksfest oder „Rock im Park“.
4 | 03.02 Nutzungsanforderungen
204 Das Raumprogramm des Interims ist für mindes- 206 Unter dem Aspekt der Erschließung sind insbetens 800 Besuchende ausgelegt, eine Kapazität sondere drei Funktionen von zentraler Bedeuvon bis zu 1.000 ist angepeilt, um die Differenz tung: zwischen der heutigen und der geplanten Sitz- › Eine öffentliche, klar erkennbare Adresse für platzanzahl nicht zu groß werden zu lassen. die Gäste, 205 Das Interim ist in drei Bereiche geteilt, denen › eine funktionale Erschließung für die Kunstjeweils verschiedene Funktionsgruppen (FG, sie- schaffenden ebenso wie für die Mitarbeitenhe 4|04 Raumprogramm) gemäß dem Nutzungs- den der Produktion und in der Verwaltung, schema des Staatstheaters Nürnberg zugeordnet › eine funktionale Adresse für sämtliche Ansind: forderungen der Ver- und Entsorgung und für nutzungsspezifisch logistische Bedarfe. › Die Gäste des Interims erleben, kennen und erinnern es als einen Ort, dessen städtische 207 Idealerweise erfolgt die Adressbildung für die Adresse mit der Kongresshalle verbunden Gäste über die Kongresshalle. Dadurch wird es ist. Über eine intelligente, selbstverständliche möglich, einen großen Teil der Publikumsbereiund attraktive Führung werden sie durch che dort zu verorten. Über bauliche Verbindundie in der Kongresshalle verorteten Bereiche gen von der Kongresshalle aus kann der Ergänin den Ergänzungsbau geleitet und erleben zungsbau erschlossen werden – unabhängig dort Aufführungen, die qualitativ denen im davon, ob er im „Innenhof“ oder außerhalb vor Stammhaus nicht nachstehen (FG2). der Kongresshalle geplant ist. › Kunstschaffende finden ideale Bedingungen 208 Bei einer Verortung des Ergänzungsbaus im „Inzum Proben, Vorbereiten und schließlich nenhof“ können aktuell vermauerte Durchgänge für die Aufführung selbst: Die funktionalen an den erschließenden Treppenhäusern dafür Abläufe erlauben leichten Auf- und Abbau, geöffnet werden; eine Verortung des Ergänkurze Wege und konzentriertes Arbeiten zungsbaus im Außenbereich vor der Kongressohne Ablenkung – trotz der Realität eines halle macht entsprechende Durchbrüche an der temporär genutzten Baus (FG1, FG 4 & FG denkmalgeschützten Außenfassade erforderlich. 7). › Künstlerische wie organisatorische Leitung, 209 Für die verschiedenen Gruppen der Nutzenden Service, administrative Einheiten, ausstatten- (Publikum, Künstlerinnen und Künstler, Mitarbeide Gewerke und interne funktionale Berei- tende, externe Dienstleister usw.) sind getrennte che nutzen ein Gebäude, in dem parallel Wege anzunehmen. vier Produktionen vorbereitet, geprobt und gespielt werden können (FG1-5, FG7).
Abbildung 32: Luftbild über Luitpoldhain zur Kongresshalle, © Hajo Dietz
210 Sollte der Ergänzungsbau im „Innenhof“ situiert 214 Das Interim soll das bisherige Publikum weiterhin werden, ist die Zugänglichkeit und Begehbarkeit ans Theater binden und neues Publikum für Mudes Innenhofs für die Besucherinnen und Besu- sik- und Tanztheater gewinnen – vielleicht auch cher des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in ungewöhnlichen Formaten, die nur an einem und im Besonderen des Dokumentationszent- derartig anderen Ort möglich sind. rums in jedem Fall zu gewährleisten. 215 Insbesondere die im Rundbau der Kongresshalle 211 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staats- entwickelten Bereiche sollen nach der Rücktheaters erreichen ihren Arbeitsplatz über eine kehr des Staatstheaters Nürnberg in das dann separate Adresse. sanierte Opernhaus als Erweiterung der parallel einzurichtenden kulturellen Ermöglichungsräu- 212 Die Ver- und Entsorgung des Interims mittels me weitergenutzt werden können. Bis dahin ist LKW ist über die bestehende ehem. Laderampe auf Interdependenzen und Synergien zwischen der Fa. Quelle (Mittelachse zum Volksfestplatz) Operninterim und Ermöglichungsräumen, aber oder über den „Innenhof“ möglich. Insgesamt auch den bereits vorhandenen Akteuren des Doist mit einer geringen Anzahl von Liefervorgänkumentationszentrums Reichsparteitagsgelände gen zu rechnen. und der Nürnberger Symphoniker mit „Serena- 213 Die Ausweichspielstätte für Musik- und Tanzthe- denhof“ zu achten. ater ist zwar lediglich ein Interim auf Zeit, gleichwohl müssen hohe Anforderungen an die Spielstätte gestellt und erfüllt werden: › Einerseits brauchen Künstlerinnen, Künstler und alle anderen Mitarbeitenden des Staatstheaters für viele Jahre einen Ort, an dem sie auf professionellem Niveau arbeiten und attraktive Produktionen zeigen können. › Und andererseits erwartet ein Publikum von weit mehr als einhunderttausend Menschen jährlich einen adäquaten Ort, den zu besuchen Freude macht.
4 | 04 Programm
4 | 04.01 Raumprogramm Gesamtinterim
216 Für die Dauer der Sanierungsarbeiten wird der Spiel- und Probenbetrieb (in einer möglicherweise reduzierten Form) im Interim stattfinden. Der Logik und Systematik des Betriebs im Staatstheater folgend, gliedert sich das dafür erforderliche Raumprogramm in sieben Funktionsgruppen, die jeweils funktionale Einheiten darstellen. Diese stehen zum Teil in einer engen räumlichen Abhängigkeit zueinander oder funktionieren deutlich effizienter, wenn räumliche Nähe gegeben ist. › Funktionsgruppe 1 umfasst sämtliche Flächen, die für den Bühnen- und Probenbetrieb notwendig sind. Darin enthalten sind die Bühnenfläche, Magazin- und Lagerflächen, Abendgarderoben und Probenflächen. Diese Flächen sind in den bisherigen Überlegungen auf Bestandsbau und Ergänzungsbau verteilt. › In Funktionsgruppe 2 sind die Bereiche erfasst, die den Besuchenden dienen, wie der Zuschauersaal, Garderoben und Foyers. Diese Flächen sind in den bisherigen Überlegungen auf Bestandsbau und Ergänzungsbau verteilt. › Sämtliche Flächen der Funktionsgruppe 3 – in ihr sind die ausstattenden Gewerke und der Fundus erfasst – können auf den Flächen der Kongresshalle etabliert werden. › Genauso können die Büroflächen, Besprechungsräume und Lagerräume der Funktionsgruppe 4 sowie die Flächen für den Hausbetriebsservice der Funktionsgruppe 5 im Bestandsbau untergebracht werden. › Der Vollständigkeit halber wird hier die Funktionsgruppe 6 Cultural Hub mit angegeben, auch wenn am Interimsstandort dafür keine Flächen vorgesehen sind. › Alle Flächenbedarfe der übergeordneten Infrastruktur (Funktionsgruppe 7) sind ebenso im Torso-Rundbau anzuordnen. 217 Insgesamt hat das Interim einen Bedarf von 14.603 m2 NUF, davon sollen 9.579 m2 im Rundbau und 5.024 m2 im Neubau untergebracht werden.
| NUF Bedarf Interim | |||
|---|---|---|---|
| Funktionsgruppe | Torso-Rundbau | Ergänzungsbau | Σ |
| FG 1 - Bühnen- und Probenbetrieb | 3.459 m² 4.198 m² 7.657 m² | ||
| FG 2 - Besucher*innen bereiche | 1.916 m² | 826 m² | 2.742 m² |
| FG 3 - Ausstattung und Fundi | 1.910 m² | 0 m² | 1.910 m² |
| FG 4 - Interne Bereiche | Büros und zugehörige Serviceflächen | 1.270 m² | 0 m² | 1.270 m² |
| FG 5 - Interne Bereiche | Facitity Management | 308 m² | 0 m² | 308 m² |
| FG 6 - Cultural Hub | 0 m² | 0 m² | 0 m² |
| FG 7 - Übergeordnete Infrastruktur | 716 m² | 0 m² | 716 m² |
| Σ | |||
| Summe NUF | 9.579 m² | 5.024 m² | 14.603 m² |
RED GNULLETSRAD EHCSITAMEHCS MI EGNÄHNEMMASUZSNOITKNUF GREBNRÜN RETAEHTSTAATS MIRETNI 22.40.82 MUTADEBAGSUA
**
*n)eierrreeHdi eenmhüctSs(oK *nerreH su dnufhuh
20 i*enreedrrieeHnhcS
g
| M muarztirp S & -spiG | eksaM | B regallairetaM 10 edmiüetslokKm &u eklesamMmaS D-C Wmü etsmoK u&ä erksr aäMtinaS 20 edmiüetslokKm &u eklesamMmaS |
|---|
| *n)eiemreadDi 3 eenmhüctSs(oK | nuttats cS regaL F *nemaD sudnufhuhcS e hreugha *clSn e e r+i m o et amre DüptesRoK s gunduntuiefm L oürtüsoBK ehcsäW regals gnulletstiereB |
|---|---|
| G |
* n)eiemreadDi eenmhüctSs(oK
10 i*enreedmieanDhcS
dnu
suA
lebö M20 rneigzaaglnaeMnhüB HO latno- z2i0ro nhi znaegsasMilu sKe rneiegalKlnenhüB HO regalnessiluK laire- t1a0m ndizraagdanMat Ss erengieallKnenhüB ,nizagaM_LB
regalnessiluK ,nizagaM_LB
reetgisailus eqgeaRT - regalsgnulletstiereB - regaleri otrepeR etisiuqeR gn u e t t i i e si L u o q r e ü R B
regaL-W -nerreawg azlruK muarl egüB -nerreawg azlruK muarl egüB
etisiuqeR_ QR
s)neerihocsssaelcFc &A sruesdänluGF( eiretsidoMierehcamhuhcS 3 ebo rpnA 1 ebo rpnA
eb2o0r eedlbramgedsnneEbA eboredragdnebA )D-CW( egalnarätinaS eboredragdnebA
- e h e- c nt ü ie k s n ni e u t h i q s ü iu eB q r eR -
GA
eb1o0r eedlbramgedsnneEbA
)D-CW( ega lnarätinaS
ZMB ,negnut hcirniehcsöL n V , m e e U h b. o c c & a r t a e t g w s V re t e d H o lba n N rü o a t r e , r n z t B me k t a e z e r s a l ä d E r mw e i e , z o in l l t k K f r e a m e N r F T U | e hni*rectsiemkrei - t M i T e F G re + B TG rä e t l i l n e a t s S tielkin t hcet w e M d
reebO orüBre uäbeG orüB nem F + TG KU r B eKgSaLLH-W regTaLLE-W reAgTaML-W egTLEa e KSLH ATM n
retn na I imuP regallartneZ 2 1 0 0 g g n nM u u g g i i n n i i e e R R e e d d i i e e l l k k m m U Uyti gnuginieR KU rätinaS
5 lic esserpllüM retsiemsuaH rreetgsaiellma GF orüB aF rstunaeHZ
nessiluK suahnrepO gnurefeilnA
regaL regalhcipp enhübretn rereizepaT eT TM TB U TB regaL - TM TLB TM TLB reg allietztasrE TM TLB re galnielK gnuthcueleB TM ni*retsiem TM gnutieL TM ni*retsi T M lanosreP gnutieL sgnuthcueleB eh csinhcet emnenhüB sehcsinhceT orüB orüB TM 1 0la endoiserlekPm TM 2 0la endoiserlekPm TM la neomsureäPrr suelehmcsminahSce suelehmcsminahSce säetihncasSinhce
| nebuT / nenuasoP netep morT renröh dlaW V e A m e o n g h rn iab ü u na Bt fK ebA u ie A L ebA m uoaidreuitgSeR neo bO net ölF I nen iloiV II nen iloiV nehcs tarB laraesg | ni*retsiemlle ni*retsiemlle .diV & oiduA_TV paK paK .1 orüB .2 orüB etraw orerütsBehcrO )ßorg( 10 l |
|---|
elbmesnE eksamdnebA eb2o0r eedlbramgedsnneEbA
neku aP B nenni*reh ciertsoloS A nenni*reh ciertsoloS D . d - ,Cg r Wn aDu g &tiMd e e rd n eG ibe e rlok b mV A U ebA D .n d - ,C ig r* Wn a ut g &tni d e e e rd n eg ibe eirl rok bi mVDA U ebA naelnbeotrnpermetuserthscnrIO l & as a ses ern sioe a bsCso er r ecp gc. aAR L O eborpretsehcrO_RO
)D-CW( ega lnarätinaS : 2e0b oerlebdmraegsndenreobhAC elbmesnE eksamdnebA eb1o0r eedlbramgedsnneEbA )D-CW( ega lnarätinaS .nerohC_GA : 1e0b oerlebdmraegsndenreobhAC
aasneborpretsehcrO
enhüB_GA -nsuedksnauMf eksaM g nutieL
)mma rgorpeeniarT CO I - oidutsnrepOebA tim( ZMG +.biB m uarreipoK kehtoilb ibnetoN eborproh C_HC g nr o ourü h tiB CeL kehtoilbiB g nutieL orüB 1e 0lb embeosrneedrreatgsdenhecbrOA 2e 0lb embeosrneedrreatgsdenhecbrOA 50 muarsgnubülezniE 40 muarsgn ubülezniE 30 muarsgn ubülezniE 20 muarsgn ubülezniE 10 muarsgn ubülezniE
gnutielnei dutS orüB laasneborprohC
)D- CW( ega g
ln neum
a r
r üe f
ä tes
t oil
i nK
n A
aS 1.g0dCn oelboAS 1.g0dBn oelboAS 1.g0dAn oelboAS
| HO reyoF_OF essa kdnebA -ßreehilchäcfS n-sembourke - gnundronA e g.nsuretihec Lu tne moreü | |
|---|---|
| -stänteilfilbihoM ildbruaPG lartnez .fgg - NF oserüBB gnutie nBobA-elutehicmS L orüB z otraülpB + .KhAre regallhutS ehcmieurekbilbräutPinaS - gnundronA rdergoaVL sor üB elartnezed - /m euflaiHr e ehtusrRE or üB &p oehksethetkocfinTI | e civreS_SF |
kinhcetsbeirtnA TB VUETLB VUEVA VUE e:1b0o rneednrnagi*dtnsielobSA
gnuginieR_MF
nebargretsehcrO_GO
eim eohncoierrtes abgrraeByoF
ekcürbsgn uthcueleB ,eiger thciL H H b H m b b m G m S G G N Hr S T e e N b S gm c T a g S i n lG v n u g e r S t n t e l N a u k S h AT ti h S _ e c L E u o B r S ü or B ü B vihcrA & re ga K llar M tneZ .k .k in in um u m m o m K g o n K u _ ti N eL o K rüB tn t e n 1 m 0 e p m tn o e p le m o ve p le D o v l e g e _ v n D e u M D t _ i e E o L r ü o K D B rüB D .rid n k n i* i i D D * s ro r u M M o tk m t G G e k r e n l n i a d r i i i * k * r d i t t e s r n n u e n e e m t t r s e s e l e a i G s f h r e s e c _ A R n r M O e o o G r r o ü ü o r B B r ü ü G B B T 1 2 T M e M 0 0 P t e O T T r n i M M a g e n r p u z i n n * n t s i i a g e * * n m r t g g u s r r r a t i e u u s r a D s t t p m a a a g O e m m a n i r g a a _ u D e r r t P D D i R o e r L o o o ü o O r r r B ü ü ü rü B B B B zn n a i d * Z Z t T n T n S S e a n d t t a i n n * i e r t i a n s tn t e t e i a r s r e t k a f a e e t a S R S t S o _ o r o r Z ü ü r B ü B T B S
e ehicmieornebosrttslaahgtrneeyofuFA - ssohcseG ej tshcilgöm ,gnundronA elartnezed orübznesärP dna tosrrüoBV RO
retsiemsuaH_MF
-d/o-ore rFe sng äoa lNG L
e-hlü cpüSk ,-g nssuonhdcrsoenGA e ej ltasrhtncielgzeödm r e egkanl ä) r-ltheüGK( -tureg greaelL
etisiuqeR regalsegaT ehcüknetisiuqeR e:2b0o rneednrnagi*dtnsielobSA oloS eksa mdnebA )D- CW( ega lnarätina S 2.g0dCn oelboAS 2.g0dBn oelboAS 2.g0dAn oelboAS
zneizipznI mu a/r tslganhutnhecfeurApse
etnemurtsnI regalsegaT
regallhüK )-feiT( dooF noN eknärteG etkudorp nekcorT ehcüktlaK g nutierebuZ ehcükmraW gnutierebuZ tlhükegnu regaL g e -n ism umt ouie nk L oi lr obt rus ü aPB g g nour ütiBeL mluaanron serseuPaP -triw suaH
g ntniko or m Foc ua rlaizo A e S s s .g a K K lla / m uartsaG hc i e e n re itn B a - K BS etrofP_FP 1 2 0 0 n n i i * * °0 g g 6 o o 3 g g a a t d d ke ä ä j p p o r r r e e P t t a a o e e r h h ü A T T B o o r r I ü ü B B gn e u l t le ie M . t m s b F l r h k a f a e u g Z b n a e u h k b t c i _ a a e g S L M s o M u r a ü F d B k l F e o G rü ebagsuadleG B tla . h c r r t e e e g t v n a i v h u l r o c e i u r h r g A a ü a c B B s L r e r A & - l e V a g _ r D - t a r R n E e ll e i a p Z i a r A e P taM r * / t - e t . a a t h g r r e l a a l b r - a n ft r r h o n u e e s a k w o r r e e e h b v s P s c z r m t S g e u u n k , h P i / u l c b - t _ s u M i n P e R e t L E i t m B s a o D - P o r ü o rü r B ü B B etrofP - gnagnienenhüB gnagnienenhüB MF & ortsaG gnurefeilnA uaHefeilnA / tsopsauH gnafd niWkraPL &m u-naerfnleihgsatwätrielibdonMiK regaltsoP eZtrMofBP t oimrüB muarreuahcsuZ_OS eigerd nebA oedeiiVg e &R noT eg ol
enhübtpuaH beirtebnenhüB_OB eksaM_A
enhübnetieS lagertkepsorP gnutie L orüB
ehcäflegatnoM
etendroegrebÜ rutkurtsarfnI ediel kmU
TLB reg alsegaT regalsegaT_TV VA rega lsegaT TB regalguezkreW TB regalnebuarhcS enhüB iMuP
etkud e o s r ü p m ie e r G ekloM ortsagreyoF_GF . ,o u sru D t a2 s / ha C 0 gr W KeredU h yroo ci VF ere b , r os ä ru t t a i 1 s n ha 0 a gr S KeredU yrooVF
et e ä k rr n o ä v r s te eg G aT & -hcsiT dn ro aor t ühsr BCoV
hcs ielF eomrtusäarg nreeyboeFN gonrutstaieg Lr eoyroüFB
emuärsgnuhcerpseB
- 7 GF
)A muarsgnubÜ(
)C muarsgnubÜ(
-
30 muareborP m urtneznrepO_ZPO
-
50 muareborP )B4 0m muaurasrge nb uobrÜP(
+ + +
ehcük lüpS hciereb rätinaS
- notiakinummoK - rutkurtsarfniorüB - tätilibixelF
- 1 GF regalnessiluK ,nizagaM_LB
-tureg greaelL e 2 h 0 c K ü U k e 1 h 0 c K ü U k
TV
AG
50 BP regaL )eßörgnenhüB( repO - 10 enhübeborP
- HO nizagaM seßorG
.tkeridsbeirteB_BK hciereb rätinaS murtnezkisumlareneG_ZMG illeC essäba rtnoK nefr aH ekrewg alhcS
etk T e M jo r n P i* n t i n * e tn n e o n p o si p D s i o D r ü o B rüB .dnufmütsoK_U
TM gnutieL orüB_TV .r lanosreP_TV regaleriotrepeR_TV ZAB neCnW hüB
neih*crositrkeeltrsi dnsübke oirrtüeBB ecapsgn ikrowoC ,y.rpsogCn u,nhec hecrpüskeeBeT hxceielprmebo rkäotirnüaBS -mehu uaRr BK ni*tnet sissA orüB PS ni*tneno psiD orüB e hreugha *clSn e r e+i r o er t emr H eüptesRoK
notikeridttell aB .vts orüB
DB ni*tnet sissA orüB *n)eierrreeHdi eenmhüctSs(oK
eztälps tiebrA
nesewznaniF gnutieL orüB TI & VDE gn utieL orüB thceR & lanosre P gnutieL orüB -lartnez- gnill ortnoC orüB t roppuS TI orüB 10 .tlawrevla nosreP orüB .syssbeirtreV gn illortnoC orüB nesewsgnun hceR orüB revreS ,ela rtneZ-VDE ier m eh ü k c t n s s a o ä rh K W c _ S _ O 2O Ä C K W re r m e ie m m re m a h k i c z e s l h e ä c g W s ü ä B W
AB
T T
ttella)mB u- a8r0s gmnuuabrÜe(borP nerreH ni*retsiemdnaweG
- 90 muareborP
.tskrewznesärP_WB beirtebneborP dnu -nenhüB
regalerVioAtrepeR T
regAaTleMrio +t rTeBpeR .hceT elartneZ_TG emuärorüB & -lanosreP_TG .tskreW ,regaL_TG
ttellaB ni*rottiepeR 4 GF | ehciereB enretnI – 2 GF nehcälfecivreS egiröheguz & sorüB -rehcuseB ehciereb F
n su eff d ie n a r u W e F tsie m r t .e s mg ü at R s Lü-WR .mtsüR_ QR )enhübetphucäaflHn( eennehzüSbretnU
regaL la iretaM
ierenierhcS enhübretniH
uabllateM HO gnurefeilnA
he B nemaD ni*ret sie mdna weG
r*etgarftuaeB -SIRHO orüB ne*reiboredraG oloS eksa mdnebA
gnutlawreV_AV
TM gnut ielleipS gnutielretaehtstaatS_LTS ieredienhcS_CS
ed D D n F F e G G r h n t ü a i* f ir s t a n ft t e ä e r hn r e k ci f * e s e re S R oG o t o k r o r e ü ü rr B ü B iDB neznaniF_CF TI & VDE_TI .tlawreV-P_VP
DFG
,gnaguZ PIV
Abbildung 33: Funktionsschema, 2022, © Staatstheater Nürnberg und C4C
4 | 04.02 Flächen in der Kongresshalle
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 1 - Bühnen- und Probenbetrieb Opernhaus | 3.459 m² |
| VT | Veranstaltungstechnik Bühnenbetrieb | 140 m² |
| BL | Magazin, Kulissenlager | 500 m² |
| AG | Abendgarderoben | 465 m² |
| GMZ | Generalmusikzentrum | 912 m² |
| OPZ | Opernzentrum | 550 m² |
| BAZ | Ballettzentrum | 301 m² |
| BW | Präsenzwerkstätten Bühne | 310 m² |
| VT | Veranstaltungstechnik allgemein | 281 m² |
FG1 – Bühnen- und Probenbetrieb Opernhaus 218 In der Kongresshalle sollen die Abendgarderoben des Ballett-, des Chor- und des Orchesterensembles mit angeschlossenen Sanitärräumen ebenso untergebracht werden wie der Großteil des Generalmusikzentrums mit diversen Stimm- und Übungszimmern für die einzelnen Abteilungen des Orchesters und Lagerflächen für Instrumente. Zusätzlich sind ein Chorprobensaal, Proberäume für Ballett und Oper sowie Lager- und Sanitärflächen im Bestandsbau vorgesehen. 219 Die geräuschintensiven Präsenzwerkstätten von Schlosserei und Schreinerei finden hier ebenso sinnvollerweise Platz.
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 2 - Besucher*innenbereiche Opernhaus | 1.916 m² |
| FO | Foyer Opernhaus | 790 m² |
| FN | Foyer - Nebenflächen | 454 m² |
| FS | Foyer - Besucherservice | 227 m² |
| FG | Foyergastronomie | 445 m² |
FG 2 – Besucher*innenbereiche Opernhaus 220 Das Pausenfoyer für die 800 oder mehr Gäste samt der Foyer-Gastronomieflächen (Bar, Stehtische, Getränkeabstellflächen) sowie die Publikumsgarderoben und -sanitärflächen sollen gleichfalls im Rundbau-Torso untergebracht werden. Wandelhallen und die ohnehin dort vorgesehenen Flächen für WCs bieten sich dafür an. 221 Ebenso sind hier sinnvollerweise Flächen für die Infotheke mit einem Ticketshop und dem dafür notwendigen Backoffice vorzusehen.
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 3 - Ausstattung und Fundi | 1.910 m² |
| RQ | Requisite | 231 m² |
| MA | Maske (Werkstätten) | 175 m² |
| KO | Kostümabteilung | 1.504 m² |
FG 3 – Ausstattung und Fundi 222 Neben Materiallagerräumen und Werkstätten für die Abteilungen Requisite (u.a. mit Waffen, Pyrotechnik) und Maske (u.a. mit Gips- und Spritzraum) sind hier auch die Schneiderei und die Kostümabteilungen (Hutmacherei, Damen- und Herrenschneiderei) mit Arbeits- und Ankleideflächen vorgesehen sowie Büros für die jeweiligen Abteilungsleitungen und Besprechungsräume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter..
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 4 - Interne Bereiche | Büros und zugehörige Serviceflächen | 1.270 m² |
| STL | Staatstheaterleitung | 150 m² |
| OPD | Operndirektion | 108 m² |
| BAD | Direktion Ballettsparte | 57 m² |
| GMD | Generalmusikdirektion | 67 m² |
| KB | Künstlerische Betriebsdirektion | 64 m² |
| VA | Administration, Verwaltung | 319 m² |
| IA | Integrative Arbeit, Theaterpädagogik | 46 m² |
| DKM | Development, Kommunikation, Marketing | 124 m² |
| SE | STNS GmbH | 21 m² |
| Arbeitsplatznahe Serviceflächen | 87 m² |
| Arbeits- und Lagerflächen mit Funktionsbezug zu den Büroflächen | 227 m² |
FG 4 – Interne Bereiche | Büros und zugehörige Serviceflächen 223 Der Großteil der benötigten Büroflächen kann voraussichtlich auf den Flächen des Rundbau-Torsos untergebracht werden. Neben den Büros der Staatsintendanz und der geschäftsführenden Direktion benötigen die weiteren administrativen und gleichzeitig kreativen Leitungspositionen der künstlerischen Abteilungen (Oper, Chor, Schauspiel, Dramaturgie, Ballett, Orchester etc.) sowie die rein organisatorischen Bereiche (Finanzwesen, Hausbetrieb, IT etc.) Büro- und Besprechungsflächen von unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Ausstattungen.
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 5 - Interne Bereiche | Facitity Management | 308 m² |
| FM | Hausmeister, Hausbetriebsservice | 123 m² |
| GT | Technisches Gebäudemanagement | 185 m² |
FG 5 – Interne Bereiche | Facility Management 224 Sämtliche Bereiche des Facility Managements von Putzmittelräumen, Umkleiden für die Angestellten, den Büros für die Gebäudetechnikleitstelle und Oberwerkmeisterei sowie Hausmeisterei und entsprechende Lager sollen auf verschiedenen Ebenen des Rundbau-Torsos untergebracht werden.
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Torso-Rundbau | |
| FG 7 - Übergeordnete Infrastruktur | 716 m² |
| KA | Kantine | 307 m² |
| GA | Fertigungsküche | 168 m² |
| PF | Pforte, Bühneneingang | 40 m² |
| LL | Zentrale Logistik | 100 m² |
| Sanitäre Anlagen | 101 m² |
FG 7 – Übergeordnete Infrastruktur 225 Vor allem für die gastronomische Versorgung der Angestellten und der Besucherinnen und Besucher werden Flächen für die Fertigungsküche (Zubereitung, Lager, Entsorgung) und die interne Kantine (Sitzflächen, Kasse) benötigt. Darüber hinaus sind hier Lagerflächen erfasst, die nicht zwingend bühnennah untergebracht werden müssen (Zentrallager, Stofflager, Farblager, Ersatzteillager etc.), außerdem dezentrale Sanitärflächen.
4 | 04.03 Flächen im Ergänzungsbauwerk
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Ergänzungsbau | |
| FG 1 - Bühnen- und Probenbetrieb Opernhaus | 4.198 m² |
| BÜ | Hauptbühne | 420 m² |
| BT | Hauptbühne - Bühnentechnik | 223 m² |
| NB | Hinterbühne, Seitenbühne, Unterbühnen | 700 m² |
| OG | Orchestergraben, Tageslager | 230 m² |
| RQ | Hauptbühne - Bühnenrequisite | 55 m² |
| VT | Veranstaltungstechnik Bühnenbetrieb | 55 m² |
| BL | Magazin, Kulissenlager | 696 m² |
| AG | Abendgarderoben | 623 m² |
| GMZ | Generalmusikzentrum | 400 m² |
| OPZ | Opernzentrum | 420 m² |
| VT | Veranstaltungstechnik allgemein | 376 m² |
FG1 – Bühnen- und Probenbetrieb Opernhaus 226 In dem Ergänzungsbau müssen zwingend jene Flächen untergebracht werden, die aufgrund ihrer Größe, Höhe und ihres Zuschnitts nicht im Rundbau verortet werden können. Insbesondere die Bühne (etwa in der Größe der jetzigen Bühne am Richard-Wagner-Platz) mit einer Hinter- und einer Seitenbühne und deren Maschinerie für den Spielbetrieb sowie eine Probebühne in Spielflächengröße. 227 Die für den Bühnenbetrieb notwendigen Flächen der Veranstaltungstechnik müssen hier genauso untergebracht werden wie die Lagerflächen für die Kulissen und das Prospekthubregal. 228 Daneben müssen einige der Abendgarderoben (Solisten und Solistinnen) mit ihren Sanitärflächen hier verortet werden. 229 Außerdem nur in einem Ergänzungsbau unterzubringen ist ein Orchesterprobensaal für die Staatsphilharmonie Nürnberg mit bis zu 100 Musikerinnen und Musikern inkl. der großdimensionierten Instrumente (Harfe, Pauken und Schlagwerk, Flügel usw.). 230 Den Übergang zu den Flächen der FG 2 bildet der Orchestergraben mit einer Tiefe von 2,40 m.
| NUF Bedarf Interim | |
|---|---|
| Ergänzungsbau | |
| FG 2 - Besucher*innenbereiche Opernhaus | 826 m² |
| SO | Großer Saal Opernhaus | 826 m² |
FG 2 – Besucher*innenbereiche Opernhaus 231 Neben den o.g. Flächen für die Künstlerinnen und Künstler kann auch der Zuschauersaal mit 800 oder mehr Sitzplätzen flächenmäßig nicht im Bestandsgebäude abgebildet werden, ganz abgesehen davon, dass dieser zwingend an den Bühnenbereich angeschlossen sein muss.
Abbildung 34: Blick von hinter der Bühne in den Zuschauersaal des Opernhauses Nürnberg, 2018, © David Klumpp
4 | 04.04 Verbindungsbauwerke
232 Ein professioneller Musik- und Tanztheaterbetrieb ist auf zahlreiche Flächen und Räume in unmittelbarer Nähe zur Bühne zwingend angewiesen. Längere Wege bedeuten organisatorische, logistische und auch wirtschaftliche Belastungen; ab einer gewissen Distanz ist „Bühnennähe“ nicht mehr gegeben und der Betrieb grundsätzlich behindert oder unmöglich. 233 Die Räume im Bestandsbau sind mit denen im Ergänzungsbau zu verbinden
- dies betrifft sowohl die sog. Vorderhausfunktionen (Publikumsbereiche) als
auch die sog. Hinterhausfunktionen (Bühnenbetrieb, Orchestergraben, Orchesterprobensaal, Technik etc.). 234 Im Bestandsbau vorgesehene Foyers, Garderoben und andere Publikumsbereiche sind barrierefrei an den Publikumsbereich im Ergänzungsbau (Zuschauersaal) anzubinden. Die maximal zulässige Neigung von Rampen und deren Länge ist zu berücksichtigten. 235 Die im Bestandsbau vorgesehenen Flächen für technische Gewerke und Ausstattungsgewerke sind so an den Ergänzungsbau anzubinden, dass ein möglichst ebenerdiger Transport von Gütern zwischen den beiden Bereichen ermöglicht wird. Rampen mit flachen Neigungen sind möglich. 236 Die Wege der Künstlerinnen und Künstlern, aber auch von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ausstattenden Gewerke und der Technik von deren Arbeitsplätzen und Räumen im Bestandsbau zur Aufführungsstätte im Ergänzungsbau, müssen möglichst kurz sein. Diese Wege sollen nicht im Freien geführt werden. Künstlerinnen und Künstler in Kostümen, wertvolle Musikinstrumente, aber auch Kulissen und Requisiten sollten nicht ungeschützt im Freien zwischen den Gebäuden transportiert werden. 237 Für die Anbindung des Ergänzungsbaus an den Bestand sind Anbindungen an bereits vorhandenen oder aktuell vermauerten Öffnungen möglich. Zusätzliche Öffnungen sollen aus Gründen des Denkmalschutzes nicht in die Außenmauern des Bestandes gebrochen werden, eine Ausnahme bilden zum Witterungsschutz vermauerte Öffnungen. 238 Auf der Außenseite würden die Anschlüsse an den Bestand voraussichtlich mindestens den Arkadengang, der die beiden Kopfbauten verbindet, oder die Umfahrt des Gebäudes queren und damit unterbrechen. Eine nichtbauliche Anbindung ist wegen der starken betrieblichen Verflechtung der angedachten Nutzungen von Bestands- und Ergänzungsbau zu vermeiden. 239 Die Umfahrbarkeit des Gebäudes muss aus Gründen des Brandschutzes, des Katastrophenschutzes und der Gefahrenabwehrplanung immer gewährleistet sein. Übliche Durchfahrtshöhen (4,5 m) müssen an allen Stellen gewährleistet bleiben. Je nach Lage und Bauart des Interims verlängert sich entsprechend der Fahrweg für Feuerwehr und Rettungswagen. 240 Bei einer außenseitigen Anordnung sind insbesondere die Wechselwirkungen von Volksfest und Opernbetrieb (Rettungswege, Feuerwehranfahrten, Immissionen etc.), aber auch die Verbindung mit den Nürnberger Symphonikern, dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und den Ermöglichungsräumen vertieft zu untersuchen.
4 | 05 Lage, Lage, Lage
241 Dieses inzwischen etwas abgedroschene Trikolon für die Beantwortung der Frage nach den wichtigsten Faktoren zur Bestimmung des Wertes einer Immobilie hat in diesem Fall eine etwas andere Bedeutung: Die Wahl der Lage des Ergänzungsbaus wirkt sich deutlich auf seine Größe, seine Strukturen und Qualitäten und nicht zuletzt auf die Kosten aus. Dabei ist eine Vielzahl unterschiedlichster Aspekte bei der Entscheidung für die Verortung im „Innenhof“ oder im Außenbereich gegeneinander abzuwägen.
4 | 05.01 Dimensionen des Ergänzungsbaus
242 Die Verortung des Ergänzungsbaus – im Inneren oder außerhalb der Kongresshalle, näher am oder weiter vom Rundbau entfernt – hat nicht nur direkte Auswirkungen im städtebaulichen Gesamtkontext. Unmittelbar davon berührt sind auch Aspekte des Umgangs mit dem Denkmal und es ergeben sich Fragen zur Adressbildung und zur Erschließung. Nicht zuletzt hat der genaue Standort des Ergänzungsbaus aber auch Auswirkungen auf seine Größe und damit auf die Kosten und die Realisierbarkeit im vorgegebenen Zeitrahmen. 243 Abhängig vom gewählten Standort – Innenhof, Außenseite, nah oder weit vom Rundbau entfernt – ist die angenommene Größe des Ergänzungsbaus neu zu bestimmen. Zwingend bühnennahe Flächen sind aus funktionalen Gründen ggf. auch im Ergänzungsbau unterzubringen, obwohl sie in in ihren Dimensionen durchaus in der Kongresshalle verortet werden könnten. Je nach Abstand und Lage zum Bestandsbau sind ggf. auch sämtliche Publikumsbereiche (z. B. Foyerflächen) im Ergänzungsbau zu verorten.
4 | 05.02 Schallschutz
244 Grundsätzlich existiert eine Vielzahl möglicher Standorte für den Ergänzungsbau, die im Hinblick auf Schallimmissionen und -emissionen jeweils individuell bewertet werden müssen (Straßenverkehr, Volksfeste, Rock im Park, Norisring-Rennen usw.).
4 | 05.03 Nachhaltigkeit
Sozial Ökonomisch 245 Der temporäre Umzug des Staatstheaters in eine 248 Neben einem engen Zeitrahmen sind die Kos- Ausweichspielstätte an und in der Kongresshalle ten ein weiterer begrenzender Faktor für den bietet die einmalige Chance, neues Publikum zu Ergänzungsbau. Die angespannte Haushaltslage gewinnen. Der besondere Ort des Interims und der Stadt Nürnberg macht die Realisierung einer sein temporärer „Laborcharakter“ ermöglichen möglichst kostengünstigen Lösung zwingend Präsentationsformen ergänzend zu „klassischen“ erforderlich. Aussagen zu den Errichtungskosten Vorstellungsformaten, die ein aufgeschlossenes, sind dabei ebenso relevant wie Überlegungen junges und urbanes Publikum erreichen kön- zur wirtschaftlichen Weiternutzung des Ergännen, das sich normalerweise vom Portfolio eines zungsbaus nach Beendigung der Sanierungs- Staatstheaters eher wenig angesprochen fühlt. maßnahme. Die unmittelbare räumliche Nähe des Interims zu 249 Out of the box-Ansätze für einen ökonomischen den Ermöglichungsräumen für die Künste und Mehrwert, der Gebäude und Nutzung wirt- Kulturen kann diesen Effekt verstärken – wechschaftlich attraktiv macht und sich ggf. sogar selseitig in beide Richtungen. noch während der Interimszeit amortisiert, sind 246 Eine barrierefreie Erschließung aller Ebenen der hier gefragt. Besucherbereiche wird vorausgesetzt. Auch die wichtigsten Verbindungen des Bühnenbetriebs müssen barrierefrei ausgebildet werden, um beispielsweise körperbehinderten Musikerinnen und Musikern den Weg auf die Bühne zu ermöglichen. 247 Der Torso der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ist die größte bauliche Hinterlassenschaft der NS-Zeit in Nürnberg und damit ein wichtiger Bestandteil der historisch-politischen Bildungs- und Vermittlungsarbeit, für die in exemplarischer Weise das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände im nördlichen Kopfbau der Kongresshalle steht. Eine Nutzung der Kongresshalle als Ort der Künste und Kulturen und als Ausweichquartier des Staatstheaters bietet die einmalige Chance, in das existierende Vermittlungssystem (Dokumentationszentrum, Stelltafeln auf dem Gelände) die künftig öffentlich zugänglichen Bereiche der Kongresshalle einzubeziehen. Angemessene Programme und Angebote für die Besucherinnen und Besucher der Kulturorte in der Kongresshalle erweitern das Spektrum derer, die sich mit der historischen Bedeutung des Ortes befassen.
Ökologisch 250 Grundsätzlich sind alle störenden Eingriffe in die Natur zu minimieren, Versiegelung ist ebenso zu vermeiden wie die Zerstörung von Flora und die Störung der Fauna – mit der sorgsamen Wahl des Standortes können die Auswirkungen auf die Natur wesentlich beeinflusst werden:
Lichtimmissionen/-emissionen 251 Wege- und Fassadenbeleuchtung ist so zu planen, dass sie nicht in den Himmel strahlt bzw. nach unten gerichtet ist, um auch hier Lichtverschmutzung zu vermeiden. Lichtbarrieren im Außenraum sind zu meiden, das Lichtspektrum ist für die nächtliche Außenraumbeleuchtung anzupassen. 252 Vom Ergänzungsbau eventuell ausgehende Lichtemissionen sind je nach gewähltem Standort in ihrer Auswirkung auf die Fauna zu bewerten. Auch die durch die Nutzung des Volksfestplatzes verursachten Emissionen sind dabei zu berücksichtigen.
Wassersensible Planung 253 Eine wassersensible Planung wird erwartet – diese erfolgt über die Standortwahl, über bauliche und ggf. technische Maßnahmen. 254 Bei der Positionierung des Interimsbaus im südlichen Bereich der Kongresshalle wird ein genehmigungs- und ausgleichspflichtiger Eingriff in den regional bedeutsamen Lebensraum Großer Dutzendteich (gem. ABSP-Bewertung) vorgenommen. Der Umgang mit Auswirkungen auf die Hauptverbundachsen des Biotopverbundsystems in Bezug auf Feuchtgebiete (Weiherlandschaft Dutzendteich) ist entsprechend darzulegen.
Zirkuläres Bauen: Kreislauffähigkeit 255 Für den Ergänzungsbau ist eine Um- oder Nachnutzbarkeit zu denken. Daher ist der Ergänzungsbau von Beginn an als Teil einer werterhaltenden Kreislaufwirtschaft zu planen. Er sollte rückstandsfrei rückbaubar und/ oder umnutzbar sein. Für den Betrieb ist der ökologische Fußabdruck zu minimieren, idealerweise durch passive Maßnahmen mit geringem Ressourcenverbrauch.
4 | 05.04 Gründung
256 Der „Innenhof“ ist weitestgehend frei von Pflanzenaufwuchs und überwiegend versiegelt. Dem Rundbau sind im „Innenhof“ umlaufend auf einer Breite von ca. 42 m Betonfundamentplatten vorgelagert, die von Schwindgassen, die sich durch ihren Grünbewuchs im Gelände abzeichnen, unterbrochen werden. 257 Auf der Außenseite ist voraussichtlich eine Gründung im Grundwasserkörper und wenig tragfähigen Untergrund (vgl. umfangreiche bauliche Maßnahmen zur Gründung der Kongresshalle) erforderlich. Die zeitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind im Weiteren zu prüfen.
Abbildung 35: Baustellenfoto der Fundamente der Kongresshalle, 1937, © Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
4 | 05.05 Denkmalschutz
258 Die Kongresshalle ist in die Denkmalliste mit der Denkmalnummer D-5-64- 000-2367 eingetragen und seit 1973 gesetzlich geschütztes Denkmal (vgl. Kap. 3|3|3 Denkmalschutz). Der Umgriff der Kongresshalle ist gleichfalls in die Denkmalliste eingetragen. Eine Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurde über die Untere Denkmalschutzbehörde eingeholt und liegt vor (siehe Anlage), die wesentlichen Vorgaben und Hinweise sind im Folgenden aufgeführt.
Rundbau 259 Veränderungen in den Innenräumen der Kongresshalle, bei der die historische Substanz und das Erscheinungsbild des Torsos weitestgehend erhalten und erlebbar bleiben, können aus Sicht der Denkmalpflege akzeptiert werden, wenn ein denkmalverträgliches Gesamtkonzept erarbeitet wird und eine Minimierung des Substanzverlusts erfolgt. Die zu erwartenden Eingriffe in Treppen und Aufzüge werden im Kontext der Größe des Gebäudes als relativ gering beschrieben und können aus Sicht der Denkmalpflege im Rahmen eines grundsätzlich denkmalverträglichen Gesamtkonzepts und vorbehaltlich einer den Substanzverlust minimierenden, noch abzustimmenden Detailplanung akzeptiert werden. 260 Eingriffe in die Außenwände für die Herstellung der Verbindungsbauwerke sollten sich an bereits vorhandenen (ggf. derzeit vermauerten) Öffnungen orientieren. Andere und/ oder zusätzliche Öffnungen sollten in jedem Fall reversibel sein.
„Innenhof“ 261 Bei einer Anordnung des Ergänzungsgebäudes im „Innenhof“ ist eine Optimierung des Baukomplexes in Grundfläche und Höhe(n) anzustreben, um den „Innenhof“ so wenig wie möglich durch das neu eingestellte Volumen zu beeinträchtigen. 262 Ein Überragen der Kolonnadenebene sollte vermieden werden. Eine Reduzierung der Höhe der Gesamtkonstruktion von rund 30 m (Machbarkeitsstudie) auf unter 24 m (als Orientierung zur Ersteinschätzung) scheint realistisch (siehe dazu auch unten Abschnitt „Reduzierung der Höhe des Bühnenhauses“). Die relevante Dachkante liegt bei 24,75 m Höhe und entspricht der Fußbodenoberkante des ursprünglich geplanten Pfeilerumgangs des (ungebauten) Saals.
Außenseite 263 Neben der Beeinträchtigung von historisch bedeutsamen Blickachsen (auf die Kongresshalle, im Ensemble mit der Großen Straße und der Zeppelintribüne) ist bei einer Positionierung an der Außenseite auch die Beeinträchtigung des Flächendenkmals ehem. Reichsparteitagsgelände zu berücksichtigen.
4 | 05.06 Erinnerungskultur
Leitlinien zum Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände 264 Zeugnis der langjährigen, intensiven und bis heute stetig geführten Diskussion über das Verhältnis der Stadt Nürnberg zu den baulichen Hinterlassenschaften der NS-Zeit sind die „Leitlinien“ zum künftigen Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, die der Nürnberger Stadtrat am 19. Mai 2004 beschlossen hat. 265 Dort heißt es: Die Zeugnisse der NS-Zeit sind als Denkmäler und Geschichtsquellen in ihrem heutigen Aussehen (...) zu bewahren. (...). Angestrebt wird weder ein bewusster Verfall der Bausubstanz noch eine Rekonstruktion des nicht mehr Vorhandenen. Dabei soll jeder Generation die Möglichkeit erhalten bleiben, die ihr eigene Form des Umgangs zu finden und mit eigenen Antworten auf die NS-Hinterlassenschaft zu reagieren. Ausdrücklich genannt sind Mittel der Kunst als temporäre Formen der Auseinandersetzung.
Erinnerungskulturelle Einordnung 266 Die Zeit des Nationalsozialismus und seine Folgen sind bis heute mit dem Namen Nürnbergs verbunden: als „Stadt der Reichsparteitage“, der „Nürnberger Gesetze“ oder der „Nürnberger Prozesse“. Für die Stadt Nürnberg erwächst hieraus eine besondere Verantwortung im Umgang mit dieser Geschichte und den noch sichtbaren Relikten jener Zeit. Die historischen Bauwerke und der Umgang damit stehen im Blick einer internationalen Öffentlichkeit. 267 Aktuelle Vorhaben wie der Aus- und Umbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, der Erhalt und die damit einhergehende Erschließung sowie Weiterentwicklung von Zeppelinfeld und Zeppelintribüne zum Lern- und Begegnungsort, aber auch die Erweiterung und Neukonzeption des Memoriums Nürnberger Prozesse sind Belege für das anhaltende Engagement der Stadt Nürnberg in der Auseinandersetzung mit diesem Teil der Stadtgeschichte. Die in hohem Maße bei all diesen Projekten gegebene Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern ist Ausdruck der über Nürnberg hinausreichenden Verpflichtung für die Aufklärung über die NS-Zeit an diesen weltweit bekannten Orten der deutschen und internationalen Zeitgeschichte. 268 Die Kongresshalle zählt als Teil des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes gleichfalls zu diesen international bekannten historischen Orten in Nürnberg. Der für 50.000 Menschen geplante Kongressbau wurde jedoch weder baulich fertiggestellt noch für die Propagandainszenierungen der Nationalsozialisten genutzt. Im Gegensatz zu den nicht fertiggestellten Innenräumen wurde der Arkadengang vollendet. Hier kann man die beabsichtigte Wirkung der NS-Architektur besonders gut erkennen. Zu den zentralen Elementen der NS-Ideologie gehörte eine Entindividualisierung: Im Zentrum stand die „Volksgemeinschaft“, der der Einzelne seine Interessen und Bedürfnisse unterzuordnen hatte. Lediglich Adolf Hitler als „Führer“ stand herausgehoben über allen. In der Architektur spiegelt sich dies vor allem in der monumentalen Größe wider. Im Arkadengang wird das exemplarisch deutlich, wenn man die überdimensionierten Türöffnungen sieht: Sie hätte den einfachen Parteimitgliedern als offener Eingangsbereich in die Kongresshalle gedient. Der Einzelne hätte sich beim Eintreten zum einen klein im Vergleich zur Architektur vorkommen sollen, zugleich aber auch durch die Wirkung des massiven Granitsteins als Teil der „Volksgemeinschaft“ erhoben und bestärkt.
269 Der unfertige Innenbereich des Rundbaus in seinem rohen Zustand irritiert und stellt sich als Palimpsest unterschiedlicher Zeitspuren aus den vergangenen fast 90 Jahren dar, die sich an Wänden, Böden oder in Form von Einbauten eingeschrieben haben. 270 Die hier ablesbare vorzeitige Einstellung des Bauvorhabens wird vielfach als Sinnbild für das Scheitern des nationalsozialistischen Herrschaftsprojektes aufgrund der totalen Kriegsniederlage im Jahr 1945 gedeutet. 271 Die architektonische Intervention von Günther Domenig in Form eines diagonal durch den nördlichen Kopfbau führenden Ganges aus Stahl, Glas und Beton, der wie ein Pfahl in den Innenbereich hineinragt, ermöglicht dem Besuchspublikum den direkten Wechsel von der äußeren zur inneren Bauhülle und einen unverstellten Blick in das unvollendete Rund des Hallentorsos. Der nördliche Kopfbau mit dem Domenig’schen „Speer“ hat sich als international bekannte Bildikone für den aufgeklärten Umgang der Stadt Nürnberg mit ihrer NS-Vergangenheit insbesondere als „Stadt der Reichsparteitage“ etabliert. 272 Seit der Eröffnung des Dokumentationszentrums bildet die Auseinandersetzung mit dem Gebäude als historischem Exponat ein wesentliches Element der Vermittlungsarbeit. Die Räumung des bis dahin als Abstellplatz von abgeschleppten Autos genutzten „Innenhofs“ war hierfür eine zwingende Voraussetzung. Der multisensorisch erfahrbare Raumeindruck des Innenbereichs und der baulichen Dimensionen soll wahrnehmbar sein. Die über alle Jahreszeiten beobachtbare gezielte Frequentierung des Innenbereichs durch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus aller Welt belegt, dass die Kongresshalle als Symbolort der nationalsozialistischen Herrschaft mittlerweile zum etablierten Bestandteil in der internationalen Wahrnehmung des Erinnerungsortes „ehemaliges Reichsparteitagsgelände“ geworden ist. 273 Aus Sicht der Geschichtswissenschaft und der historisch-politischen Vermittlungsarbeit kommt der Kongresshalle als unvollendetem und ungenutztem Repräsentationsbau aus der Zeit des Nationalsozialismus mit dem Ende des individuellen bzw. kommunikativen Gedächtnisses als Sachquelle im Zuge des „material turn“ für die unmittelbar erfahrbare Begegnung mit der Geschichte und einer generationsspezifischen Auseinandersetzung besondere Bedeutung zu. Mit der Einbeziehung der Kongresshalle als begehbares Exponat durch das in die historische Substanz integrierte Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände hat sich ein neues Bewusstsein für das Bauwerk entwickelt. 274 Die seit den 1980er Jahren in der Stadtgesellschaft und darüber hinaus diskutierte Frage nach dem Umgang mit der Kongresshalle war damals ein wichtiger Impuls für die Gründung des Dokumentationszentrums. Der aktuelle Diskurs über die baulichen Voraussetzungen der Kongresshalle für die Erweiterung der kulturellen und künstlerischen Nutzungen muss in seiner konkreten Ausführung diesem Prozess Rechnung tragen, ist zugleich Teil desselben und führt ihn im 21. Jahrhundert auf neue Weise fort.
VERFAHREN
5 | 01 Gegenstand des Verfahrens
275 Verfahrensgegenstand ist die Verortung eines Operninterim-Ergänzungsbaus im Umgriff der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
5 | 02 Verfahrensart und Kommunikation
276 Das Verfahren wird als einphasige, wettbewerbliche, parallele Mehrfachbeauftragung für eine Gutachterliche Stellungnahme durchgeführt. 277 Lösungsmöglichkeiten, Ausarbeitungen und Vorschläge zur beschriebenen Aufgabe sowohl in städtebaulicher, hochbaulicher, freiraumplanerischer und funktionaler als auch in ökonomischer Hinsicht werden erwartet. Die Lösungsvorschläge werden durch ein Gutachtergremium bewertet. Das Gutachtergremium formuliert im Anschluss eine Empfehlung an die Auftraggeberin. Opernhaus-Kommission und Stadtrat diskutieren und entscheiden in Würdigung dieser Empfehlung über den Standort des Ergänzungsbaus. 278 Die Verfahrenssprachen sind deutsch und englisch. Die Kommunikation mit den Teilnehmenden erfolgt im Wesentlichen über das Internet. Das Verfahren ist nicht anonym. 279 Alle Teilnehmenden werden gebeten, sich auf der Projektwebsite für den Newsletter zu registrieren. Wichtige Informationen, Infobriefe und Aktualisierungen der Projektwebsite werden vorrangig über den dort eingetragenen Verteiler versandt. Teilnehmende ohne Anmeldung am Projektnewsletter sind angehalten, sich selbstständig aktiv und regelmäßig auf der Projektwebsite zu informieren.
5 | 03 Beteiligte des Verfahrens
5 | 03.01 Auftraggeberin
280 Stadt Nürnberg, vertreten durch den Oberbürgermeister.
5 | 03.02 Teilnehmende
bez + kock architekten Generalplaner GmbH Stuttgart
BIG Bjarke Ingels Group Copenhagen, New York, London, Barcelona, Shenzhen
Glöckner Architekten GmbH Nürnberg
gmp International GmbH Hamburg, Berlin, Aachen, Shanghai, Peking, Shenzhen, Hanoi
LRO GmbH & Co. KG Stuttgart
Hilmer Sattler Ahlers Albrecht München, Berlin
Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH Berlin
Snøhetta Oslo New York, Innsbruck, San Francisco, Paris, Hong Kong, Adelaide
5 | 03.03 Beurteilungsgremium
281 Die stimmberechtigten und beratenden Mitglieder des Beurteilungsgremiums werden zum Kolloquium bekannt gegeben.
5 | 03.04 Gäste
282 Die Auftraggeberin behält sich vor, zu den Gremiumssitzungen weitere Personen (z. B. Vertreter der beteiligten Verwaltungen und der Auftraggeberin) mit Anwesenheitsrecht zuzulassen.
5 | 03.05 Verfahrensbetreuung und Vorprüfung
C4C Achatzi Dahms Schriner Part GmbB Berlin
5 | 04 Beurteilungskriterien
Städtebau / Architektur › Planungsrecht – § 34 oder 35 BauGB › Architektonische Einbindung in das Gesamtensemble › Umgang mit den erinnerungskulturellen Dimensionen des Gebäudes bzw. des Geländes › Einbindung in die Bedarfe der unmittelbar betroffenen Nutzerinnen und Nutzern › Einbindung in die übergreifende Entwicklung des Kulturstandortes Kongresshalle mit Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberger Symphoniker, Ermöglichungsräume und Depots › Verkehrs- und stadtplanerische Lösung – Anbindung an ÖPNV, Parkraummanagement
Funktionalität › Unterbringung aller erforderlichen Funktionen im Interimsbau › Funktional und architektonisch sinnvolle Anbindung des Interimbaus an den Bestand › Funktionale Verschränkung von Operninterim und Ermöglichungsräumen › Andienung › Erreichbarkeit von ÖPNV (Länge bis zum Eingang)
Umweltschutz/ Naturschutz/ Gewässerschutz/ Bodenschutz › Ökologisches Gesamtkonzept › Schutz von Flora und Fauna › Gewässerschutz › Flächenversiegelung
Wirtschaftlichkeit › Geschätzte Baukosten unter Berücksichtigung von Gründungsaufwand, bauphysikalischem Aufwand, Verdrängung bereits vorhandener Nutzungen und der ökologischen Gesamtsituation › Nachnutzbarkeit und Nachhaltigkeit Termine › Umsetzbarkeit bis 2025 › Erfordernis diverser Erlaubnis-/ Genehmigungsverfahren (Wasserrecht, Naturschutzrecht, Denkmalschutzrecht etc.)
5 | 05 Aufwandsentschädigungen
283 Jedes teilnehmende Büro erhält eine pauschale Vergütung von 15.000 € zzgl. der ges. geltenden Umsatzsteuer. Mit der Zahlung der pauschalen Vergütung sind sämtliche Ansprüche der Teilnahme am Verfahren abgegolten. Der Anspruch entsteht jeweils nur bei fristgerechter Abgabe einer vollständigen und beurteilungsfähigen Entwurfsarbeit entsprechend den definierten Leistungsbestandteilen.
5 | 06 Weitere Beauftragung
284 Eine erfolgreiche Beteiligung an dieser Beauftragung bedeutet nicht automatisch ein Auftragsversprechen, aber ggf. eine Beteiligung am kommenden Vergabeverfahren (Entwurf und Bau eines Ergänzungsbaus für die Interimsspielstätte).
5 | 07 Eigentum und Urheberrecht
285 Es verbleiben alle Rechte nach dem Urheberrechtsgesetz bei den Verfassern. Die eingereichten Unterlagen der Arbeiten werden Eigentum der Auftraggeberin. Die Erstveröffentlichung obliegt ausschließlich der Auftraggeberin. 286 Die Auftraggeberin erhält ausdrücklich das Recht, die Entwürfe im Anschluss an das Verfahren für die Öffentlichkeitsarbeit (wie zum Beispiel für eine Broschüre oder Ausstellung) uneingeschränkt zu nutzen. Dies erfolgt ohne weitere Vergütung. Die Auftraggeberin wird von Rechten Dritter an den eingereichten Unterlagen / Leistungsbestandteilen freigestellt. Im Übrigen liegt das Recht an der Veröffentlichung der eigenen Entwürfe bei den teilnehmenden Architekturbüros, unter Beachtung des Erstveröffentlichungsrechts der Auftraggeberin.
5 | 08 Vertraulichkeit
287 Alle Unterlagen der Auftraggeberin sind vertraulich zu behandeln, eine Weitergabe an Dritte ist nicht zulässig. Verlautbarungen jeder Art über den Inhalt und den Ablauf vor oder während des Verfahrens, einschließlich der Erstveröffentlichung der Verfahrensbeiträge und Ergebnisse, dürfen nur von der Auftraggeberin abgegeben werden. 288 Die von der Auftraggeberin und dem Verfahrensbetreuer zur Verfügung gestellten Unterlagen dürfen nur im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Aufgabe verwendet werden. Insbesondere in den CAD-Dateien sind Daten der Auftraggeberin enthalten, die einer besonderen – nur für den Zweck des Verfahrens bestimmten – Nutzungsbindung unterliegen. Eine weitere Verwendung in Teilen oder Gänze bedarf der schriftlichen Zustimmung der Auftraggeberin und des Verfahrensbetreuers.
5 | 09 Sonstiges
289 Eine individuelle Rücksprache der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Auftraggeberin ist ausgeschlossen. Fragen zu den Inhalten der Aufgabenstellung sind ausschließlich an das verfahrensbetreuende Büro C4C | competence for competitions zu richten.
5 | 09.01 Unterlagen
290 Die Teilnehmenden erhalten für die Bearbeitung den Zugang zu folgenden Dateien, die als Download auf der Projektseite zur Verfügung gestellt werden: https://c4c-berlin.de/projekte/bos A Aufgabenbeschreibung › Broschüre (pdf) › Protokoll der Rückfragenbeantwortung (wird elektronisch im Nachgang übermittelt)
B Planunterlagen 291 Lageplan des Planungsgebietes und Umgebung (mit Bestandsgebäuden mit Höhen, Straßen und Wegen, Leitungen, Vegetation und Topografie) (pdf, vwx, dxf)
C Formblätter › Formblatt „Kennwerte“ › Formblatt „Verfasserinformation“ (xls) 292 Die Auftraggeberin hat die bereitgestellten Plangrundlagen geprüft und recherchiert. Es wird darauf hingewiesen, dass keine Haftung, Garantie, Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder die letzte Aktualität übernommen wird.
5 | 09.02 Geforderte Leistungen
Formale Vorgaben Einreichung von Dateien 293 Digitale Daten (Dateien) sind als zip-Datei zusammengefasst über den Filehosting Dienst smash zu übergeben. https://www.fromsmash.com/ 294 Tragen Sie dazu als Absender bitte eine Mailadresse ein, aus der die Bürozugehörigkeit hervorgeht und als Empfänger bitte die Mailadresse abgabe@c4c-berlin.de
Leistungen Präsentationspläne (Ausdruck / PDF / JPG) 295 Die Konzepte sollen auf bis zu vier Blättern im Hochformat DIN A0 dargestellt werden. Der Lageplan und die Grundrisse sind genordet und mit einem grafischen Maßstab zu versehen.
Lageplan im Maßstab 1:500 296 Der Lageplan dient der Darstellung folgender Informationen: › Übergeordnetes Gesamtkonzept › Darstellung der Außenanlagen, Eintragung der Bäume, Begrünung der baulichen Anlagen › Aufsicht der Baukörper mit Angabe der Geschosszahlen und der Gebäudehöhen, bezogen auf Normalhöhennull (NHN) und OK Terrain › Verkehrsflächen/Erschließung (Eingänge, Anlieferung, Ein-/Ausfahrten) › Stellplätze (PKW / Fahrrad) › Darstellung der Schatten am 1.April, 13.00 Uhr › Der Lageplan soll zudem die Gebäude und Außenanlagen im direkt anschließenden Umfeld zeigen.
Schematische Grundrisse im Maßstab 1:500 297 Die Grundrisse sollen in allen Ebenen die Nutzungsbereiche, die Verkehrsflächen und die Erschließung (Eingänge, Aufzüge, Treppen, Anlieferung, Ein-/ Ausfahrten) sowie im Besonderen die Verknüpfung mit dem Bestandsbau enthalten. Die im Bestandsbau an die Verknüpfung anschließenden Funktionen sind anzugeben.
Schematische Ansichten, Schnitte im Maßstab 1:500 298 Anhand von aussagekräftigen Ansichten und Schnitten sollen die Gliederung und Gestaltung des Neubaus, sowie die Integration der geplanten Bebauung in die bestehende Situation gezeigt werden. 299 In Schnitten sind Höhenangaben zu den Gebäuden und zu allen Geschossen (OKFF) einzutragen. Die Erdgeschossfußbodenhöhe ist dabei mit ± 0,00 m zu definieren und ggü. NHN in Relation zu setzen. 300 Es sind im Besonderen auch die Anbindungen an den Bestand einschließlich der Höhenlage darzustellen.
Grafik/Diagramm Nutzungsverteilung 301 In einer diagrammatischen Darstellung aller Grundrissebenen ist die Verteilung der Nutzung darzustellen. 302 Zur Vergleichbarkeit und zur eindeutigen Abgrenzung sind die Flächenarten wie folgt zu kennzeichnen: › FG 1 Bühnen- und Probenbetrieb Opernhaus blau (0|112|192) › FG 2 Besucherbereiche Opernhaus hellblau (0|204|255) › FG 3 Ausstattung und Fundi gelb (255|192|0) › FG 4 Interne Bereiche rot (255|0|0) › FG 5 Facility Management grau (89|89|89) › FG 7 Übergeordnete Infrastruktur lila (160|98|208)
Freie Darstellungen 303 Darüber hinaus können freie Darstellungen angefertigt werden, beispielsweise zu: › Leitidee / Atmosphäre › Orientierung › Nutzungs- und Erschließungskonzept › Materialien und Baugestaltung › Gestaltungskonzept Fassaden, Anmutung im Detail
Perspektivische Darstellungen 304 Gefordert ist eine perspektivische Darstellung aus der Vogelperspektive. Weitere perspektivische Darstellungen mit frei gewähltem Standort sind möglich. Beide sollen jeweils nicht größer als DIN A3 sein. Die Darstellungsart ist frei wählbar.
3-d Modell 305 Vom Ergänzungsbau soll ein einfaches 3-d Volumenmodell erstellt werden.
Prüfpläne (Ausdruck / PDF / JPG / CAD) 306 Zur Vorprüfung sollen die Pläne auch als Prüfpläne mit nachvollziehbarer und ausreichender Vermaßung, dem Nachweis der Abstandsflächen und Rettungswege/Feuerwehrflächen sowie Nutzungszuordnung der Flächen in den Grundrissen und Angaben der Höhen in Schnitten und Ansichten eingereicht werden.
Verkleinerung auf DIN A3 (Ausdruck / PDF / JPG) 307 Der Plan – als Verkleinerung des Präsentationsplans – ist zur Vorprüfung erforderlich. Der Plan stimmt in den Inhalten mit dem Original überein und hat die Größe DIN A3.
Berechnungen von Flächen und Rauminhalten (Ausdruck / PDF / XLSX) › Zusammengefasste Berechnung im Formblatt „Kennwerte“ (in den beigefügten Unterlagen) › Bruttogrundfläche, Regelfall (BGF-R) und Sonderfall (BGF-S), Aufteilung nach Nutzungsbereichen › Nutzungsflächen (NUF) › Bruttorauminhalt (BRI) › Bebaute Fläche (BF)
Planformular (Ausdruck / PDF) 308 In einem vorgegebenen Formular in Form eines Lageplans ist die schematische Dachaufsicht mit Geschosszahlen und Traufhöhen einzutragen. Diese Grafik wird im Vorprüfbericht mit abgedruckt.
Erläuterungsbericht (Ausdruck / PDF /DOCX) 309 Dem Erläuterungsbericht soll eine prägnante Beschreibung der Leitidee (maximal 200 Zeichen) vorangestellt werden. Eine schriftliche Erläuterung der städtebaulichen und architektonischen Konzeption wird begrüßt. Der Erläuterungsbericht ist getrennt von den Plänen abzugeben.
Verfassererklärung 310 Ausgefülltes Formblatt „Verfassererklärung“.
Verfasserinformation 311 Zusätzlich zur Verfassererklärung ist die Datei „Verfasserinformation“ digital auszufüllen. In der Datei sind Büro-, Verfasser-, und Mitarbeiternamen sowie Fachberater so zu verzeichnen, wie sie in Protokollen, Publikationen, etc. erscheinen sollen. Die Datei ist als Zip-Datei hochzuladen.
5 | 10 Ablauf und Termine
› Ausgabe der Aufgabenbeschreibung 02. Mai 2022 › Ortsbesichtigung, Kolloquium und Hearing 16. Mai 2022 › Abgabe der Arbeiten 16. Juni 2022 › Empfehlungsgremium 30. Juni 2022