Kultur hilft Kultur – Unterstützung für Kulturschaffende in Not aus der Ukraine,
Belarus und Russland
hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen v. 23. März 2022
Grundsätzlich stehen die durch den Geschäftsbereich Kultur vorgehaltenen kommunalen Kultur-Förderstrukturen auch zur Unterstützung von künstlerischen Formaten bereit, die durch oder zur Unterstützung von geflohenen Kunst- und Kulturschaffenden bestritten und geplant werden.
Die Einrichtung von zusätzlichen Praktika, Volontariaten oder Stipendien eigens für geflüchtete Menschen ist aus finanziellen Gründen nicht möglich. Bewerbungen um ausgeschriebene freie Stellen, bestehende Volontariate und Praktika im Bereich der Kulturdienststellen werden hingegen grundsätzlich begrüßt. Die durch die Stadt Nürnberg verwalteten Stiftungen bieten keine Stipendien speziell für Kulturschaffende. Projektbezogen sind Förderungen einzelner Vorhaben unter bestimmten Voraussetzungen möglich und mit der Stiftungsverwaltung abzustimmen.
Insbesondere diejenigen Dienststellen, die auch kulturpädagogische Arbeit leisten, stehen in engem Kontakt zu der „Zentralen Anlaufstelle für Ukraine-Geflüchtete“ der Stadt Nürnberg. Liegen dort Anliegen zu entsprechender Vermittlung und zur Ausübung einer künstlerischen Tätigkeit vor, sind alle Kultur-Dienststellen kooperationsbereit und ansprechbar.
Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg KPZ richtet derzeit eine befristete Stelle auf Basis von 20 Wochenstunden ein. Diese Stelle soll gezielt Museumsführungen und Workshops für geflohene Menschen konzipieren und organisieren. Zudem sucht das KPZ derzeit gezielt freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Honorarbasis für die museumspädagogische Arbeit in den betreuten Einrichtungen, darunter auch Personen, die bei entsprechender fachlicher Eignung Führungen und Workshops in ukrainischer, russischer, englischer und deutscher Sprache anbieten können. Das Staatstheater Nürnberg hat Kapazitäten für bis zu vier professionelle Ballett-Tänzerinnen und –Tänzer geschaffen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine fliehen mussten und die unter professionellen Bedingungen am Trainingsbetrieb der Compagnie teilnehmen können. Stand 22. April 2022 sind hiervon drei Plätze noch unbelegt. Im Bereich der Theaterpädagogik sind musikalische und dramatische Angebote konzipiert worden, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten und die unter anderem von einer ukrainischen Fachkraft geleitet werden. Der BildungsCampus Nürnberg BCN besitzt besonders im Bereich des Bildungszentrums BZ dauerhaften Bedarf an pädagogisch geschulten Kursleitungen, die auf Honorarbasis unterrichten. Je nach vorhandener Qualifikation und zeitlicher Verfügbarkeit der geflüchteten Menschen ist ein Einsatz als Kursleitung am BZ grundsätzlich immer möglich, zumal das BZ vermehrt Sprach- und sog. Wegweiserkurse für aufgrund des Krieges in der Ukraine geflüchtete Menschen in das eigene Angebot integriert hat, Die soziokulturellen Zentren des Amtes für Kultur und Freizeit KUF sind Basis für ein sich stetig erweiterndes Programm, dass sich in vielfältiger Weise, seien es Netzwerktreffen, Betreuungsangebote für Kleinkinder, Unterricht für Kinder und Jugendliche, Mittagstisch und Kursangebote aufgliedert. Maßgeblich ermöglicht wird dies durch ehrenamtliches Engagement und großzügige finanzielle Unterstützung sowie Sachspenden aus der Bürgerschaft und Wirtschaft. Gemäß den jeweiligen Anforderungsprofilen stehen Tätigkeiten als Praktikantin und Praktikant, als Honorarkraft oder im Rahmen einer Festanstellung allen Bewerberinnen und Bewerbern offen. Auftrittsmöglichkeiten stehen bei KUF grundsätzlich zur Verfügung, entsprechende Kooperationen gehören zum Selbstverständnis der Dienststelle. Die Dienststellen weisen mit den eigenen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit auf bestehende Möglichkeiten zu Ausbildung, Kooperationen oder Auftritten hin.
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Im Zuge der pandemie-bedingt aufgelegten Fördermöglichkeiten durch Bund, Länder, Bezirke und Kommunen wurde am BCN im Jahr 2020 die Corona-Lotsenstelle für Kunst- und Kulturschaffende eingerichtet. Eine Ausweitung des Angebots der Lotsenstelle für geflüchtete Kulturschaffende aus Belarus, der Ukraine und Russland wird angestrebt, geht aber womöglich mit sprachlichen Barrieren einher vor dem Hintergrund der größtenteils deutschsprachigen Förderlandschaft.
Neben der Lotsenstelle steht seit ca. 10 Jahren mit der ZAQ eine Verweisberatung am BCN zur Verfügung, die es Ratsuchenden ermöglicht, ihre Qualifikationen in Deutschland anerkennen zu lassen und so beruflich Fuß fassen zu können. Das Angebot ist mehrsprachig und steht allen Personen offen.
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