Entscheidungsvorlage
Ellis Kaut wurde am 17. November 1920 als Elisabeth Kaut in Stuttgart geboren. Als Jugendliche begann sie Theaterstücke zu schreiben und nahm bereits als 16-jährige Schauspielunterricht.
Nach Schauspielausbildung (1930er Jahre), zwischenzeitlicher Tätigkeit als Hörfunksprecherin und Studium der Bildhauerei in München (1940er Jahre), versuchte sich Ellis Kaut zunächst als Bildhauerin, schrieb aber nebenher bereits Erzählungen. Ab dem Jahr 1948 war Ellis Kaut freiberuflich schreibend tätig. Für den Bayerischen Rundfunk verfasste sie unter anderem die Serie „Kinder, benehmt Euch!“ sowie in den 1950er Jahren verschiedene Sendungen für die Rubrik „Frauenfunk“. Von 1955 bis 1962 schrieb sie die erfolgreichen „Geschichten vom Kater Musch“, die der Bayerische Rundfunk vertonte. Im Jahr 1961 erfand Ellis Kaut die Figur des „Pumuckl“, für die sie bekannt wurde. Noch im selben Jahr sendete der Bayerische Rundfunk das erste Hörspiel mit dem Kobold. Bücher, Schallplatten sowie Kassetten und eine 52-teilige Fernsehserie folgten. Auch das Kinderbuch „Schlupp vom grünen Stern“ und ihre „Fehlerteufelgeschichten“, trugen zum Erfolg der Autorin bei. Im Jahr 1993 rief Ellis Kaut eine Stiftung zur Leseförderung ins Leben, die Kinder für das Lesen begeistern und so einen Beitrag zur Bildung junger Menschen leisten möchte.
Ellis Kaut wurde mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 1957 erhielt sie den Förderpreis des Bayerischen Rundfunks für das gemeinsam mit ihrem Mann verfasste Hörspiel „Zum Sterben begnadigt“. Später folgten unter anderem das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1980), der Bayerische Verdienstorden (1985) oder auch die durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verliehene Auszeichnung „Pro meritis scientiae et litterarum“ (2001).
Ellis Kaut verstarb am 24. September.
Es wird vorgeschlagen, die neuentstehende, von der Rotfuchsstraße Richtung Süden abzweigende Straße westlich der Erich-Ollenhauer-Straße als
Ellis-Kaut-Straße
(nach der Kinderbuchautorin Ellis Kaut, 1920-2015)
zu benennen.
Hinweis zur Benennung von mehr Straßen nach Frauen:
In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 15.11.2018 haben Stadtverwaltung und Stadtratsmitglieder einmütig bekundet, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden müssen. Dies wurde auch in dem vom Stadtrat verabschiedeten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt.
Von den im Zeitraum 01/2018 - 03/2022 beschlossenen 33 Straßenbenennungen erfolgten 22 nach Personen, davon 12 nach Frauen (siehe Anlage 4).