Werkausschuss am 5.5.2022 Marlene Klemm Leitung Pflegepraxiszentrum Nürnberg
GEFÖRDERT VOM
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Ausgangslage
- Großer Bedarf an Lösungen für die auftretenden Probleme der Pflege, wie
z. B. Personalmangel sowie eine steigende Zahl an Pflegebedürftigen
- Ziel: Neue Technologien und digitale Möglichkeiten nutzen, um Pflegende
und Gepflegte künftig physisch, psychisch wie auch emotional stärker zu entlasten
Es existieren bereits technische und digitale Lösungen In der Praxis kommt davon zu wenig an Die Gründe hierfür sind vielfältig u.a. mangelnde Integrationsfähigkeit (Pflege ist anders als andere Industriezweige)
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Digitale Technologien - unterschiedlichen Komplexitätsgrade
Technische Telemedizin, Spiele zur Aktivierung Assistenzsysteme E-Health, TeleCare
Apps Robotik Künstliche Intelligenz
© Pflegepraxiszentrum Nürnberg 2021 | Marlene Klemm Bilderquelle: www.pixabay.com, www.bvmed.de; compliant 3 concept, Myosotis, tovertafel, innophys
Wie arbeitet das PPZ-Nürnberg?
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Vor der Implementierung:
Beachtung folgender Aspekte
-
Nutzen für Pflegebedürftige und AnwenderInnen
-
Ethische und soziale Aspekte
-
Pflegepraktische/organisatorische Aspekte (Personal)
-
Medizinische und Psychologische Aspekte
-
Recht (Datenschutz, Personalrat)
-
IT/Technische Aspekte
-
Ökonomische Aspekte
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ELSI+Board
Vorsitzender: Hermann Imhof, ehemaliger Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung
- Ethik: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Professor für Anthropologie und Ethik für
Gesundheitsberufe, Ev. Hochschule Nürnberg
- Pflegewissenschaften: Frau Prof. Uzarewicz, Professorin für Pflegewissenschaft in München;
Honorarprofessorin für Kultur und Ästhetik in der Pflege an der Phil.-Theol.- Hochschule Vallendar
-
Pflegepraxis: Frau Jutta König, Pflege-Prozess-Beratung
-
Recht: Prof. Dr. Christian Jäger, Lehrstuhlinhaber Strafrecht und Strafprozessrecht an der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
-
Betroffene: Antje Jones, Geschäftsführerin Angehörigenberatung e.V.
-
Kasse/Kostenträger: Sophie Schwab, DAK Landesvertretung Bayern
-
Wirtschaft: Markus M. Lötzsch, Hauptgeschäftsführer IHK Nürnberg für Mittelfranken
-
Medizin: Prof. Dr. med. Markus Gosch, Ärztliche Leitung Klinikum Nürnberg
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Die 5 Phasen der Erprobung
- Datenschutz 2. Konzepterstellung • Aufbereitung 4. Durchführung • Auswertung der
Informationsmaterial Ergebnisse
- Haftungsrechtliche
Fragestellungen • Welche Fragen sollen • Schulung • Erstellung eines
-
Personalvertretung durch die Erprobung • Auftaktveranstaltung auch • evtl. Pretest Berichts
-
Risikoanalyse beantwortet werden? für Teilnehmende und • Start der Erprobung • Abschluss-
-
Technische • Welche Methoden sind Angehörige • engmaschige gespräch
Voraussetzungen für die Beantwortung • Einholen von Begleitung durch die der Hypothesen Einwilligungserklärungen PPZ- 5. Evaluation
- Kontaktaufnahme
geeignet? Mitarbeiter*innen zu Pflegebereichen
-
Wie lange soll die • kontinuierliches
-
Evtl. Einbindung
Erprobung dauern? 3. Informationsphase Feedback an den ELSI+ Board Hersteller
- evtl. Ethikantrag
- Vorbereitung • Zeitplan
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Aus der Praxis….
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Wunddesinfektion
Erprobung im NürnbergStift (stationäre Langzeitpflege)
Quelle: terraplasma
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Ergebnis – Nutzen für den Gepflegten/Pflegeheim
-
Abheilung der Wunde nach der Therapie
-
Aufhebung der Isolation => gesellschaftliche Teilhabe
-
Mobilisation des Bewohners wieder möglich
-
keine Antibiotikatherapie mehr notwendig (keine MRSA Besiedelung)
-
keine weiteren Wundverbände und Medikation nötig (Reduktion des pflegerischen Aufwands)
-
Reduktion der Transaktionskosten
-
Hypothesengenerierende Aspekte zum gesellschaftlichen Nutzen:
-
Veränderung des Krankheitsbildes/Drehtüreffekte nosokomialer Infektionen
-
Re-Admission-Rate und induzierte Kosten
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Dekubitusprävention
Einsatz im NürnbergStift im Juni 2020, je drei Systeme auf drei Stationen, Erprobung abgeschlossen
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Digitales Inkontinenzmanagement
Einsatz im NürnbergStift ab Mitte 2022
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myo - Angehörigen-App
- Erprobung der
Kommunikationsplattform myo im NürnbergStift von Juni 2019 bis Dezember 2019
- Erhöhter
Implementierungsbedarf von myo ab 03/2020 aufgrund von Corona (Betretungsverbot)
- Implementierung im
Sebastianspital und Johannisstift
Quelle: myosotis
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Tovertafel - Zaubertafel
- Digitales, sensorgestütztes,
interaktives Spiel mit niederschwelligem Zugang für Menschen mit Demenz
- Förderung auf drei Ebenen: kognitiv,
physisch, sozial
Das Spiel reagiert:
-
auf minimale Bewegung
-
immer und auf logische Weise
-
bietet ausreichende Reaktionszeit
-
lädt ein zu Bewegung oder
Berührung
Quelle: tovertafel
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Interaktives Klangkissen
- meditative Klangwelten für Entspannung,
innere Ruhe, Wohlbefinden und Geborgenheit
- Feldtest in unterschiedlichen pflegerischen
settings (Klinikum Nürnberg, NürnbergStift und Diakoneo)
- Im Inneren verbirgt sich eine Software mit
künstlicher Intelligenz, welche aktiv auf Berührungen und Bewegungen reagiert
Quelle: inmutouch.com ApS
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Sprachassistent und Datenschutz
- Steigerung der Lebensqualität z.B. durch Musik,
Nachrichten, Hörspiele
- Das durch das PPZ-Nürnberg beauftragte
datenschutzrechtliche Gutachten von Prof. Richter wurde bereits über 50 mal angefordert
- Leitfaden des PPZ-Nürnberg soll eine Nutzung von
Sprachassistenten möglich machen, trotz datenschutzrechtlicher Bedenken
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Trotz der vielen innovativen Angebote zu
digitalen und technischen Produkten bleiben die
Herausforderungen!
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Fazit
- Viele unfertige Produkte: „Bananenprinzip“
Einrichtungen der stationären Langzeit- und Akutpflege benötigen Probierräume
Hersteller/Start-ups benötigen „Use Cases“ und Türöffner
Jede neue digitale Anschaffung bedeutet zunächst einen Mehraufwand für alle Beteiligten => auch hierfür muss Personal bereitgestellt und eingeplant werden
-
Diskussion über Verteilungs- und Erstattungsfragen ist dringend erforderlich
-
Haftungsrechtliche und Strafrechtliche Fragestellungen müssen beantwortet werden
-
Ganz neue Anforderungen an die Aus-, Fort- und Weiterbildung (Veränderung des
Sorgeverständnisses)
- Schulung des Personals – Befähigung zur kritischen Reflexion
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Vorträge, Veröffentlichungen und
sonstige Aktivitäten
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Presse: Veröffentlichungen in Fachzeitschriften & - portalen,
Tagespresse, Rundfunk und Fernsehen (auch online)
2018 bis 2022: insgesamt 24 Presseartikel z.B. in Care Konkret, Care Invest, Altenheim, Die Schwester, der Pfleger, Ärztezeitung, Bay. Rundfunk
2021: zwei Fernsehbeiträge für den Bay. Rundfunk und Frankenfernsehen sowie zwei Radiobeiträge
2021: drei Podcasts mit Bayern Innovativ und PflexSachsen
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Vorträge und sonstige Aktivitäten:
Zwischen 2018 und 2021 mehr als 60 Vorträge:
-
Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ 2020 mit mehr als 600 TeilnehmerInnen
-
Symposien, Kongresse und Fachtagungen (Zentrum Digitalisierung Bayern, Zentrum
für Telemedizin, Fraunhofer IPA, BKSB, SchöllerStiftung, MedTechLive, Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie 2021, Altenpflegemesse, Dt. Pflegetag, Demografiekongress….)
- ca. zehn Workshops zu Themen wie Implementierungsberatung, Berufsverständnis
und Pflege, ethische Reflexion mit Meestar, Digitalisierung in der Pflege für Angehörige und Pflegende, Assistenzsysteme für die Sozialwirtschaft
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Verstetigung und Überlegungen für
eine Ausgründung
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Verstetigung und Ausblick:
-
Verstetigung des PPZ-Nürnberg noch während der Laufzeit
-
Gründung gGmbH/Verein/Genossenschaft
-
PPZ-Geschäftsstelle bildet das operative Kernteam: es kann auf
bestehende Strukturen aufgebaut werden
- Einnahmengenerierung durch Beratung, Fort- und Weiterbildung,
Testungen und Studien
- Sockelfinanzierung evtl. nötig: Verlängerungsantrag bis März 2024
ist eingereicht; Cluster der Pflege 2.0 soll mit einer Anschlusslaufzeit bis 2029 vom BMBF finanziert werden
- Strategische Partnerschaften mit allen pflegerelevanten Akteuren
Bayerns hin zu einem nationalen Netzwerk für innovative Pflege mit internationaler Strahlkraft
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Chance für die Stadt Nürnberg
- Mit dem PPZ-Nürnberg Innovationsprojekte realisieren und die Digitalisierung
in der Pflege voran treiben
- Leuchtturmprojekt im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Stadt
Nürnberg
- Nürnberg als hervorragender Standort für einen Pflege-Digital-Nukleus mit
dem Zentrum für Altersmedizin und weiteren Hochschulen und Universitäten (OHM, School of Health, Evang. Hochschule, TUN…)
- Moderner Pflegestandort Nürnberg: Vernetzung der pflegerelevanten Akteure
aus dem Stadtgebiet, auch um in Pandemiezeiten gemeinsam stark zu sein
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Kontakt
Marlene Klemm
Leitung Pflegepraxiszentrum Nürnberg
c/o NürnbergStift Regensburger Straße 388 90480 Nürnberg
Tel. 0911/21531-8600 Fax: 0911/21531-9860
E-Mail: info@ppz-nuernberg.de
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