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Für die Auswahl und Pflanzung Ihres Baumes wollen wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben.
Bitte beachten Sie, dass diese nicht abschließend sind und eine zusätzliche Beratung durch eine fachkundige Person nicht ersetzen können.
› Wie finde ich meinen Baum?
Bei der Wahl eines Baumes muss einiges beachtet werden. Der erste Schritt ist die Auswahl des zukünftigen Standortes. Hierbei ist neben dem gesetzlichen Grenzabstand gemäß Art. 47 Gesetz zur Ausführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (AGBGB) auch ausreichend Entwicklungsraum für den jungen Baum mit einzuplanen. Ein Baum besteht nicht nur aus der Krone, sondern auch dem Wurzelwerk muss ausreichend Platz eingeräumt werden.
Zu Beginn macht es Sinn, sich folgende Fragen zu stellen:
Habe ich Zufahrtmöglichkeiten zu dem geplanten Baumstandort? Kann der Transport bis zum Pflanzloch ohne Hindernisse gewährleistet werden? Habe ich ein geeignetes Transportmittel? Beachten Sie, dass ein Baum in der geförderten Größe bis zu 200 Kilo wiegen kann. Wie viel und wie lange bekommt der neue Baum auf dem Standort Sonne? Welchen Boden und pH-Wert habe ich in meinem Garten? Wie groß kann der Baum werden, ohne dass es zu Problemen kommt? Wenn Sie nur wenig Platz haben, entscheiden Sie sich für einen von Natur aus kleinwüchsigen Baum. Kann ich dem Baum in der Anwuchsphase und bei Trockenperioden ausreichend Wasser zu Verfügung stellen? Wo verlaufen Trassen und Leitungen in meinem Garten und welchen Abstand muss ich zu diesen einhalten?
Natürlich sollte der Baum Ihnen darüber hinaus gefallen und den klimatischen Bedingungen unserer Breiten angepasst sein.
Mit all diesen Informationen helfen Baumschulen oder fachkundige Betriebe bei der Auswahl eines geeigneten Baumes, welcher sich an dem Standort wohl fühlen und gut entwickeln kann.
› Worauf sollte ich beim Kauf bezüglich der Förderung achten?
Bitte beachten Sie die im Fördervertrag vereinbarten Konditionen hinsichtlich der Größe und Qualität des Baumes. Anderenfalls kann Ihr Baum unter Umständen nicht gefördert werden.
› Wie bereite ich die Pflanzgrube vor?
Die Pflanzgrube sollte ca. anderthalb-mal so groß ausgehoben werden, wie der Wurzelballen des Baumes groß ist. Hierbei ist zu beachten, dass die Ränder der Pflanzgrube angeraut werden sollten, um ein Verzahnen mit der aufgefüllten Erde zu ermöglichen. Die ausgehobene Erde kann neben der Pflanzgruben bereitgelegt und zum Verfüllen der Pflanzgrube verwendet werden. Es hat sich in der Vergangenheit nicht bewährt, dabei besondere Erde mit einzubringen, da es hier zum „Blumentopfeffekt“ kommen kann und der Baum nur innerhalb der Pflanzgrube wurzelt und nicht in dem angrenzenden Boden. Besser ist es, einen Startdünger direkt in die Pflanzgrube zu geben.
› Wie bereite ich den Baum auf die Pflanzung vor?
Rückschnitt der Krone:
Die Baumkrone sollte unmittelbare vor der Pflanzung um ca. 30 % reduziert werden. Dies sollte durch eine Fachperson durchgeführt werden, um den natürlichen Kronenaufbau zu erhalten sowie das künftige Kronenwachstum zu fördern. Der Leittrieb sollte herausgestellt und Konkurrenztriebe deutlich zurückgeschnitten werden. Der natürliche Habitus sollte herausgearbeitet werden. Reibende oder beschädigte Äste werden entnommen. Die Krone sollte in einem günstigen Verhältnis zur Wurzel stehen.
Rückschnitt der Wurzeln:
Bei Ballenware werden nur beschädigte Wurzeln zurückgeschnitten. Bei Containerware sollte das dichte Wurzelgeflecht aufgerissen werden, um das Wurzelwachstum anzuregen und Drehwuchs vorzubeugen.
› Wie pflanze ich den Baum?
Ballenware wird optimal in der Vegetationsruhe von Mitte Oktober bis Mitte März gepflanzt. Containerware kann das ganze Jahr über gepflanzt werden. Es sollte grundsätzlich frostfrei sein und insbesondere kein gefrorener Boden ins Pflanzloch verfüllt werden.
Der Baum wird ca. 10 cm höher gepflanzt als er in der Baumschule stand, da sich der gelockerte Boden noch setzen wird. Im Zweifel lieber etwas höher als zu tief.
Bei einem Ballen müssen das Drahtgeflecht und das Ballentuch nur nach oben geöffnet werden. Sowohl das Geflecht als auch das Tuch lösen sich in wenigen Jahren auf.
Der neu gepflanzte Baum muss zur Sicherung gestützt werden. Üblich ist hierbei der Dreibock. Bei der Auswahl der Sicherung muss die Größe des Baumes berücksichtigt werden. Im Zweifel ist hier noch einmal mit der Baumschule oder Fachfirma Rücksprache zu halten. Die Verankerung sollte ein bis zwei Jahre stehen bleiben, bis der Baum fest verwurzelt ist.
Um den Baum möglichst effektiv mit Wasser zu versorgen, sollte um den neuen Baum ein Gießrand gezogen werden. Dieser sollte ca. 15 bis 30 cm hoch sein und im Innendurchmesser mindestens dem Pflanzloch entsprechen. Der Gießrand kann aus dem vorhandenen Aushub hergestellt werden, es gibt aber auch Alternativen z.B. aus recyceltem Kunststoff.
Um zu gewährleisten, dass die Erde bündig um die feinen Wurzeln liegt, wird der Baum nach der Pflanzung ausgiebig gewässert. Je nach Baumgröße sind zwischen 100 bis 150 Liter (ca. zwei- bis dreimal den Gießrand füllen) notwendig. Danach vor dem Gießen die Bodenfeuchte fühlen und nur bei Bedarf wässern, dann aber gründlich. Nicht täglich gießen!
› Mit welcher Pflege kann ich den Baum beim Anwachsen unterstützen?
Das Anwachsen und die Entwicklung des Baumes kann in den ersten Jahren mit folgenden Maßnahmen unterstützt werden:
Baumscheibe regelmäßig lockern und im ersten Jahr frei von Bewuchs halten. Baumscheiben sollen nicht gemulcht werden. Trockene, reibende und beschädigte Äste fachgerecht entfernen. Grundsätzlich sollte dem Baum möglichst wenig Schnittverletzungen zugefügt werden, da diese Wunden potenzielle Eintrittspforten für Pilze oder Fäulnis sein können. Ein gesunder Baum benötigt normalerweise keinen Pflegeschnitt. Stammaustriebe im späten Frühjahr abschneiden. Anbindung jährlich überprüfen, um ein Einwachsen zu verhindern. Baum auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren.