Durchführung des EU Horizon Projekts „SchoolFood4Change“ an Nürnberger Schulen
Sachverhaltsdarstellung
Von vielen Seiten werden Ansprüche an die tägliche Verpflegung in unseren Schulen gestellt. Die Kommune, die Eltern- und Schülerschaft, die Nahrungsmittelerzeugenden, die Cateringunternehmen und auch die Schulleitung haben vielfältigste Forderungen, die alle in ihrer Summe für die Cateringunternehmen kaum zu erfüllen sind. Die Forderungen reichen vom Organisatorischen, vom Ökonomischen bis zum Ökologischen bis hin zum Gesundheitsaspekt. Daneben soll alles täglich auch immer noch individuell gut schmecken.
Ist-Zustand
In der Mensaverpflegung sollen an Schulen folgende Aspekte miteinander in Einklang gebracht werden: o Bioanteil o Regionalität der verwendeten Produkte o Beachtung verschiedener Aspekte der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft) o Rahmenbedingungen vor Ort o tatsächliche Ausgestaltung der Schulverpflegung o Möglichkeiten der Umsetzung für Caterer Zehn allgemeinbildende Schulen im Stadtgebiet nahmen seit dem Schuljahr 2009/10 am durch das Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten initiierte „Mensa-Coaching“ teil (1 FÖZ, 1 GS & MS, 2 MS, 1 RS, 1 RS & Gym, 1 Gym, 1 B-Schule, 2 Privatschulen) teil. Ziel war es, das Verpflegungsangebot zu verbessern und so die Gesundheit und das Wohlergehen der Schulfamilie zu steigern. In diesen Schulen führte es nach mündlicher Aussage von Schulleitung, Ganztagskoordination bzw. Catering- Firmen zu einer gesundheitsförderlichen, wertgeschätzten, nachhaltigen und ökonomischen Schulverpflegung – Verwendung von mehr Vollkornprodukten, Reduktion der Abfallmenge und Intensivierung der Kommunikation aller am Essen Beteiligten, wurden hier als Stichworte genannt. Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass die Schulverpflegung in ihrem nachhaltigen Anspruch derzeit hinter den Erwartungen und den Gegebenheiten der Verpflegung hinterherhinkt.
SchoolFood4Change
Das EU Horizon Projekt „SchoolFood4Change“ (SF4C) zur Transformation von Schulmahlzeiten versucht auf all diese Forderungen und Problematiken in Teilen Antworten zu geben. Schulmahlzeiten werden hier innovativ, gesund, lecker, regional und nachhaltig neu gedacht.
Zielsetzung des Projekts
Die Idee von SchoolFood4Change ist es, Lösungen für nachhaltige und gesunde Ernährung zusammen zu erarbeiten und diese 600.000 Kindern und 3.000 Schulen in 16 beteiligten Städten bzw. Regionen aus 12 europäischen Ländern anzubieten. Die im Projekt erarbeiteten Vorgehensweisen und Best- Practice-Beispiele sollen auf alle Schulen in Europa übertragbar sein. Schulen sind der ideale Ort, um möglichst viele Kinder zu erreichen, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft und ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Nachhaltiges und gesundes Schulessen ist Gesundheitsprävention, gerade im Hinblick auf die steigende Anzahl an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Hier will SF4C einen Beitrag für die Zukunft der Gesellschaft leisten. Schulen sind der Katalysator für einen systemischen, interdisziplinären Wandel in Sachen Ernährung. Um die Transformation hin zu nachhaltigem, gesundem und regionalem Essen zu erreichen, möchte SchoolFood4Change mit dem Whole-School-Food-Triple-Approach einen möglichst großen Beitrag zu systemischen Ernährungs-Innovationen für alle Dimensionen der Nachhaltigkeit leisten und die regionale Resilienz stärken.
Beschaffung
Whole School Food Approach
Training Küchenteams
Beschaffung von Lebensmitteln
Ziel ist die Einführung und Ausweitung einer innovativen und nachhaltigen Nahrungsmittelbeschaffung von Lebensmitteln für Schulmahlzeiten, u. a. unter Berücksichtigung der Regionalität (z. B. weniger als 200 km vom Endverbraucher entfernt), nachhaltiger, ökologischer und biodynamischer Landwirtschaft, Transport, Logistik, Lagerung, Kühlung, Verarbeitung sowie Abfallentsorgung. Dabei wird die Regionalität im Einklang mit der EU-Strategy „Farm-to-Fork“ („vom Hof auf die Gabel“) berücksichtigt und die Diversität in unserer Stadt beachtet.
Whole School Food Approach
Unter diesem Begriff versteht man den Ansatz zur ganzheitlichen Transformation des Schulessens von der Beschaffung über die Abfallentsorgung bis zur fertigen Mahlzeit (hoher pädagogischer Aspekt). Nachhaltigkeit ist das Leitmotiv aller Aktivitäten der Schule im erzieherischen Prozess. Er umfasst Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Eltern, alle Mitarbeitenden in der Schule und die gesamte Gesellschaft im partizipatorischen Prozess. Sie alle erhalten im SF4C-Projekt in Unterrichtseinheiten, aber auch durch praktische Kocherfahrungen und Besuchen auf landwirtschaftlichen Produktionsstätten im Rahmen der Schule-Bauernhof-Patenschaften Basiswissen über: o gesunde Ernährung o Ursprung der Nahrungsmittel o ökologischen und sozialen Fußabdruck o Auswirkungen von Nahrungsmitteln auf Körper und Gesundheit (physisch und psychisch) o Prävention von Fettleibigkeit und Wohlstandserkrankungen
Training und Wissenszuwachs: Küchenteams
Nachhaltige Menüs und nachhaltiges Kochen - mehr pflanzliche, weniger tierische Nahrungsmittel sollen Einzug erhalten: o Aufwertung der Bedeutung von Schulmahlzeiten, Kochen und Mensen über Trainings (sowohl für Köchinnen und Köche als auch für die Schulfamilie) o Training der Köchinnen und Köche wird von Kolleginnen und Kollegen durchgeführt, die bereits viel Erfahrung in der Transformation der Schulmahlzeiten haben (Stärkung und Professionalisierung der Verantwortlichen; dabei soll Bewusstsein für Regionalität geschaffen werden) o Aufwertung der Bedeutung gesunden und nachhaltigen Essens durch schulische Veranstaltungen, so dass die einbezogenen Personen als Multiplikatoren in die Gesellschaft hinein agieren können
Mitwirkende in den Städten
gesamte Schulfamilie der teilnehmenden Schulen Köchinnen & Köche der Cateringbetriebe Nahrungsmittelerzeugerinnen und –erzeuger Kommunale Entscheidungsträger zur Schulernährung
Die Heranwachsenden sind „Botschafterinnen und Botschafter“ in diesem Konzept; sie tragen ihr Wissen in die Familien und die breite Gesellschaft.
Die Anzahl der beteiligten Schulen soll in Nürnberg wie in den anderen Städten wachsen:
Jahr 1: 5 Schulen Jahr 2: 10 Schulen Jahr 4 30 Schulen