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Ausführlicher Sachverhalt

Anlage · 07.04.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

SPD-Stadtratsfraktion Hauptbahnhof Altstadt Verkehr & Mobilität Rad- und Fußverkehr

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Radabstellanlagen rund um den Hauptbahnhof

hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 24.11.2021

Der Hauptbahnhof ist als zentraler Verkehrsknotenpunkt in Nürnberg, der alle Verkehrsarten miteinander verknüpft, Ziel und Ausgangspunkt sehr vieler Fahrten von Ein- und Auspendlern. In der multimodalen Wegekette spielt das Fahrrad für die Fahrt zum ÖPNV gerade im Bereich des Hauptbahnhofes eine sehr große Rolle. Der Bedarf an Fahrradabstellanlagen ist dementsprechend sowohl am Bahnhofsplatz als auch am Nelson-Mandela-Platz besonders hoch.

Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) hat 2018 eine Bedarfserhebung vorgelegt, wonach 1.100 Fahrradabstellplätze (550 Radständer) im Umfeld des Bahnhofs erforderlich wären. Diese Zahl wird als Mindestbedarf gesehen, da die Auswirkungen von prognostizierten Einwohnerund Arbeitsplatzzuwächsen noch nicht berücksichtigt wurden. Aus den differenzierten Erhebungen der Verwaltung geht hervor, dass ca. 60% der Fahrräder auf der Nordseite (Bahnhofsvorplatz) und ca. 40% der Fahrräder auf der Südseite (Nelson-Mandela-Platz) abgestellt werden.

Ausgangssituation Nordseite Hauptbahnhof Auf der Nordseite des Hauptbahnhofes im Bereich des Osteingangs mussten etliche Radständer durch die Baumaßnahme auf der Fläche des ehemaligen Postgebäudes und der Aufstellung von Containern zur Interimsnutzung der Postfiliale rückgebaut werden. Vor diesem Hintergrund besteht hier derzeit kein Angebot für Radfahrende, dennoch werden weiterhin im Umfeld Räder frei abgestellt, wodurch sich eine ungeordnete Abstellsituation zeigt. Der Bahnhofsvorplatz wird aktuell in diesem Bereich neu hergestellt. Nach Abschluss der Baumaßnahme werden hier wieder neue Radständer, teilweise auch überdacht, errichtet werden, sodass sich die Situation deutlich entspannen wird. Auf der Westseite des Haupteingangs wurden im Rahmen umfangreicher Umbaumaßnahmen vor wenigen Jahren die Anzahl an Radabstellanlagen, inklusive einer überdachten Abstellanlage, um rund 70 zusätzliche Radständer deutlich erhöht. Eine Erhebung hat hier ergeben, dass die Abstellanlage sehr gut ausgelastet ist und kaum Fahrräder außerhalb der Radständer abgestellt werden.

Ausgangssituation Südseite des Hauptbahnhofes Vor Umgestaltung des Nelson-Mandela-Platzes und der Südseite des Hauptbahnhofes war die quantitative wie qualitative Ausstattung mit Fahrradständern weit unterdurchschnittlich. Die Abstellanlagen waren überfüllt, Fahrräder wurden zusätzlich an Schilder usw. angekettet, andere wurden teilweise „wild“ abgestellt und führten so zu Behinderungen für Zufußgehende. Im Rahmen der Umgestaltung wurden dezentral am Nelson-Mandela-Platz und auf der Bahnhofsseite neue Fahrradabstellanlagen geschaffen. Hier stehen rund 60 Radständer frei zur Verfügung. Im Fahrradparkhaus können noch einmal bis zu 400 Fahrräder abgestellt werden.

Aktuelle Zählungen haben gezeigt, dass die frei zugänglichen Radständer sehr gut ausgelastet sind, jedoch sehr viele Fahrräder auch an Baumschutz, Pfosten oder ähnliches angekettet werden, wohingegen das Fahrradparkhaus derzeit noch eine geringe Auslastung zeigt. In 2021 lag diese bei rund 10%. Im stärksten Monat September 2021 lag die Auslastung bei 14,8 %, dies entspricht 59 Parkvorgängen pro Tag (siehe Anlage Stellungnahme VAG). Allerdings lässt sich der Erfolg des Fahrradparkhauses aus den folgenden Gründen nicht an der derzeitigen Auslastung messen:

Folgen gefallen. So ist die Zahl der ÖPNV-Pendlerinnen und Pendler sehr stark durch Home- Office, Online-Lehre und Online-Unterricht zurückgegangen und noch immer herrscht kein Normalzustand. Insbesondere die vielen Studierenden, die vor der Pandemie mit dem Rad zum Bahnhof und von dort weiter mit der Bahn zur Uni nach Erlangen gefahren sind, sind potentielle Nutzende des Fahrradparkhauses.

Abstellanlagen geschaffen. Gleichzeitig wurde im Umfeld des Hauptbahnhofs ein ganzes Bündel an Radverkehrsmaßnahmen umgesetzt und wichtige Anpassungen im Radwegenetz wurden

vorgenommen. Die Straße Hinterm Bahnhof wurde in ihrer gesamten Länge zwischen Pillenreuther Straße und Allersberger Straße in die Baumaßnahme aufgenommen sowie aus dem Hauptverkehrsstraßennetz herausgenommen. Es wurden Radstreifen entgegen der Einbahnstraße Hinterm Bahnhof angelegt, der Hummelsteiner Weg und die Humboldtstraße wurden als Fahrradstraßen ausgewiesen und die wegweisende Beschilderung Richtung Fahrradparkhaus angepasst. Desweiteren kann, nach Abschluss der Baumaßnahme in der Allersberger Straße, der Radverkehr zukünftig links von der Allersberger Straße kommend in die Straße Hinterm Bahnhof einbiegen. Außerdem ist der Hummelsteiner Weg Teil einer aus Süden kommenden geplanten Radvorrangroute. Dies sind alles Maßnahmen, die das Radfahren aus Süden kommend langfristig auch für Pendlerinnen und Pendler attraktiver macht. Parallel dazu hält der Trend zu hochwertigen Fahrrädern und Pedelecs an.

hierzu bereit.

Bahnhof wird nicht in Kauf genommen, um ein Rad von Norden kommend in der Anlage im Süden abzustellen.

Einlassschranke, usw.) nicht vertraut. Es kann für viele ein Hemmnis darstellen, sich erst mit der Funktionsweise vertraut machen zu müssen, vor allem wenn wenig Zeit bis zur Abfahrt des Zuges bleibt.

Insgesamt bedarf es zusätzlicher Öffentlichkeitsarbeit mit verschiedenen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen. So plant die Verwaltung in diesem Jahr, am Fahrradparkhaus die Auftaktveranstaltung zum „Stadtradeln“ durchzuführen, die pandemiebedingt die letzten beiden Jahre entfallen musste. Im Rahmen der vorgesehenen Aktionen, die auch von der VAG als Betreiberin des Fahrradparkhauses und von der NOA Fahrradwerkstatt unterstützt werden, können sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort rund um das Thema Mobilität und Fahrradparken informieren und gleichzeitig kleine Reparaturen an ihren Fahrrädern vornehmen lassen. Parallel dazu öffnet das Fahrradparkhaus für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger seine Türen.

Darüber hinaus arbeitet die VAG aktuell an der Konzeption von Marketingmaßnahmen zum Start der Fahrradsaison 2022. Dabei wird auch geprüft, wie die Stadt Nürnberg unterstützend tätig sein kann, z.B. über die Social-Media-Kanäle, Newsletter u.v.m.

Umgang mit Schrotträdern Defekte oder fahruntüchtige Fahrräder blockieren nicht nur Radständer, sie beeinträchtigen auch das Stadtbild. Die Entfernung von sogenannten Schrotträdern ist rechtlich allerdings eine Grauzone. Es können nur Fahrräder entfernt werden, die funktionsunfähig sind. Ein länger herumstehendes Fahrrad mit platten Reifen und deutlichen Rostspuren fällt z.B. noch nicht darunter.

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum führt jährlich in Zusammenarbeit mit der NOA.kommunal GmbH eine Schrottrad-Aktion durch. Der Schwerpunkt liegt hierbei bei Fahrradabstellanlagen innerhalb der Altstadt und an Verkehrsknotenpunkten. Schrotträder werden hier mit einem sogenannten Rotzettel versehen. Damit wird den Eigentümerinnen und Eigentümern eine Frist von zwei Wochen eingeräumt, die abgestellten Fahrräder zu entfernen. Wird dieser Aufforderung nicht nachgekommen werden die Fahrräder entfernt. Die Entfernung wird dokumentiert, die Räder werden von der NOA entsorgt, demontiert oder wieder in Schuss gebracht und verkauft. Darüber hinaus werden auch Schrotträder durch SÖR aufgrund von Meldungen, z.B. über den Mängel- Melder beseitigt.

Fazit Nach Abschluss der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes auf der Nordostseite des Hauptbahnhofes wird zukünftig ein gutes Angebot an Fahrradabstellanlagen bestehen, sodass das

Fahrradparken weitgehend geordnet werden kann. Weitere Radständer könnten im Bahnhofsumfeld aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen und der hohen Nutzungskonflikte nur noch zu Lasten des Kfz-Verkehrs geschaffen werden. Mit Beginn der Fahrradsaison, der Aufhebung fast aller coronabedingten Maßnahmen, dem Trend zu hochwertigen Fahrrädern und Pedelecs, den geplanten Marketingmaßnahmen rund um das Fahrradparkhaus und den vielen Verbesserungen der Radinfrastruktur im Umfeld ist zu erwarten, dass Nürnbergs sogenannter „Fahrradspeicher“ zunehmend genutzt werden wird. Allerdings werden erfahrungsgemäß nie alle Radfahrenden ihre Fahrräder im Fahrradparkhaus oder an den zur Verfügung stehenden Radständern abschließen, sei es aus Bequemlichkeit, Zeitmangel oder anderen Gründen. Dies lässt sich planerisch nicht lösen.

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