Haushaltssperre

← Sitzung des Kulturausschusses (25.03.2022)

02 Entscheidungsvorlage mit Vergabeempfehlung

Anlage · 25.03.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage

2015 wurden zum ersten Mal die Zuschussmittel für Gruppen, Künstlerinnen und Künstler, die der freien Szene Tanz und Theater zuzuordnen sind, gemeinsam und nach neuen Bestimmungen und Kriterien vergeben. Die Erfahrungen nach nunmehr sechs Jahren Laufzeit bestätigen die Erkenntnisse aus den ersten Jahren: es ist festzustellen, dass die bessere Mittelausstattung und die geschaffenen Anreize zu Kooperationen und spartenübergreifendem Denken und Handeln die Qualität der geförderten Produktionen erhöht hat. Auch hat die Unterscheidung der Zuschussberechtigten aus diesem Fördertopf zwischen produzierenden Gruppen und institutionalisierten Einrichtungen für mehr Klarheit und Transparenz gesorgt.

Aus der relativ stabilen, bzw. vergleichbaren Antragslage (siehe unten) lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

die Spielzeit zu planen, die auf den ersten erreichbaren Kulturausschuss im Haushaltsjahr folgt. Wenn z.B. der Ausschuss Ende Februar/Anfang März tagt, sollten die Projekte für die darauffolgende Spielzeit (September – Juli) geplant sein.

Besetzung etc.) ebenfalls gefördert.

erschwerten Planungsläufe, Abrechnungen oder Verschiebungen geführt

Beratergremium

Das 2015 neu aufgestellte Beratergremium wurde im sechsten Jahr auf jenen Positionen umgesetzt, auf welchen Berater/innen ausgeschieden waren. Aktuell gehören dem Gremium an: Thomas Reher (Theater Fürth), Susanne Ziegler (Theater Erlangen), Andrea Erl (Regisseurin, Theater Mumpitz) und Julia Opitz (Regisseurin und Kulturmanagerin) Das Gremium arbeitet intensiv und kompetent zusammen und beweist hohen Sachverstand. Nach dem Ausscheiden von Julia Opitz muss ein Berater/innenplatz neu besetzt werden. Moderiert wird das Beratergremium von Mitarbeitenden des 2.BM/ GeschB Kultur.

Antragslage

Die Impulsförderung wurde 2021 für die Jahre 2021, 2022 und 2023 mit dem eingereichten Konzept „Kitsch vs. Kunst“ an die Choreographin und Konzeptkünstlerin Eva Borrmann vergeben und musste demnach nicht beschieden werden. Für die Produktionsförderung liegen 19 Anträge vor, was eine Verstetigung der letzten Jahre darstellt. (2021: 23 Anträge; 2020: 16, 2019 und 2018 waren es 18), davon elf Neuanträge (2021: neun; 2020: drei, 2019 und 2018 vier). Die Gesamtantragssumme der 19 Anträge beläuft sich auf 237.250 € (2021: 327.664 €; 2020: 219.305,00 €; 2019: 230.010 €, 2018: 225.050 €).

Bei zu verteilenden Mitteln in Höhe von 130.000 € war das Beratergremium angehalten, Schwerpunkte zu setzen, um förderwürdige Anträge mit ausreichend Mittel auszustatten, die

eine Projektrealisierung auch möglich machen. Mangels ausreichendem Budget müssen dann auch interessante Projekte abgelehnt werden, da eine Realisierung mit z.B. nur 50% der Antragssumme scheitern muss.

Bei diesem Prozess erwiesen sich 11 der 19 Anträge (2021: 14 von 23; 2020: zehn von 16, 2019 waren es 13 von 18 Anträgen, 2018: 14 von 18) als tragfähig. Alle sieben abgelehnten Anträge (ein Antrag wurde zurückgezogen) ließen – so die Meinung des Beratergremiums – die erforderliche künstlerische Brisanz und Fundiertheit vermissen, griffen keine relevanten Themen auf oder entsprachen anderen Kriterien nicht.

Mit der neu definierten Produktionsförderung sollen künstlerische Arbeiten mit unterstützt werden, die als Bühnenstücke aufgeführt werden können, abendfüllend oder als Teil eines Aufführungskonzeptes. Alle empfohlenen Projekte entsprechen diesen Kriterien. Erfreulich dabei ist, dass der Aspekt der Vernetzung mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region oder anderen Partnern aufgenommen wurde. Weiterhin wurde darauf geachtet, dass Künstlerinnen und Künstler mit branchenüblichen, wenn auch immer noch geringen Honoraren entlohnt werden können.

Bezuschusst sollen letztlich 11 Anträge (2021: 14; 2020: 10; 2019 und 2018: 13) werden, die eine große Bandbreite aufweisen und für eine lebendige Szene sprechen. Sehr unterschiedlich im künstlerisch-ästhetischen Impetus, teils offen-performativ, teils klassisch konzeptioniert. Reine Tanz- oder Theaterformen finden sich genauso wie interdisziplinäre Ansätze, Tanztheater und Performance Art.

Die geförderten Produktionen werden in der laufenden Saison 2021/2022 und in der Saison 2022/2023 an verschiedenen Spielorten in Nürnberg Premiere haben.

Vergabeempfehlung

Impulsförderung (für die Jahre 2021/2022/2023) 3 Jahre je 20.000 €

beantragt empfohlen
1. Borrmann, Eva: „Kitsch vs. Kunst“ 20.000 €

Produktionsförderung 130.000 €

beantragt empfohlen
1. Baumann, Franziska: „Maeren Kabinett, Winternachtsträume“ 3.050 € 0 €
2. Bess, Barbara: „fall into place – a landart festival“ 5.000 € 5.000 €
3. Beyer, Gerd: „Männner*innen” 15.000 € 10.000 €
4. Bonilla, Carlos: „Yes We Can“ 12.000 € 0 €
5. Brachland Ensemble - Gunnar Seidel: „All das draußen“ 10.000 € 10.000 €
6. Co>labs - Beate Höhn: „Über Dinge – Ein Himmel voller Pasta“ 10.000 € 8.000 €
7. Cutty Shells - Simons, Kathi: „CALL OF MORAL DUTY, Weiterentwicklung“ 5.000 € 0 €
8. Das Papiertheater - Johannes Volkmann: „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ 9.000 € 0 €
9. EveryBody e.V. - Curtis, Susanna: „exploring borders” 15.000 € 15.000 €
10. Interdisziplinäres Forschungskolleg - Jakob Jokisch: „MAZED, Episode 10, Dani putzt.“ 15.000 € 13.000 €
11. Kaalund, Henrik: „DreaMe, Video Tanz Solo“ 12.500 € 10.000 €
12. Karademir, Barish: „Eure Paläste sind leer (von Thomas Kröck“ 26.300 € 0 €
13. Kühner, Anna-Lena: „Die zweite Haut, reloaded“ 6.150 € 0 €
14. Rauh, Alexandra: „Anatomie der Wut/ Anatomie der Demut“ 17.000 € 14.000 €
15. Schmidt, Rudyard: „cold lips“ 18.000 € 10.000 €
16. SETanztheater - Sebastian Eilers: „der process“ 12.500 € 12.500 €
17. Theaterlabor - Irfan Taufik: „Symphonie des Lebens“ 24.750 € 0 €
18. TheaterRäume - Nicole Schymiczek-Böhm: „HumanArt“ 9.000 € 0 €
19. Wolfsherz - Johanna Steinhauser: „Der Versuch“ 12.000 € 12.000 €
Restmittel, Reserve für neue Entwicklungen während des Jahres 10.500 €

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