Museum des Widerstands gegen das NS-Regime in Nürnberg
hier: Antrag der Partei DIE LINKE vom 28.05.2020
Stellungnahme KuM
Ein eigenständiges „Museum des Widerstands gegen das NS-Regime in Nürnberg“ ist durch den städtischen Museumsverbund gegenwärtig nicht vorgesehen.
KuM betreibt mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und dem Memorium Nürnberger Prozesse zwei Häuser, die sich dem Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Auswirkungen in Nürnberg widmen. Im Rahmen dieser Museumsstrukturen werden mit Sonderformaten wie Wechselausstellungen, Vortragsprogrammen oder Spezialführungen relevante Themen in den Blick genommen und vertieft. Die inhaltliche Auseinandersetzung und didaktische Aufbereitung von einzelnen Aspekten der Zeit des Nationalsozialismus werden im Dokumentationszentrum bzw. im Memorium in geeigneter Form kontextualisiert. Die Vermittlung und Darstellung historischer und räumlicher Zusammenhänge an diesen zentralen Orten wirkt einer Singularisierung von Einzelaspekten entgegen und erleichtert das Verständnis von Zusammenhängen komplexer historischer Prozesse. In diesem Sinne wird sich das Dokumentationszentrum in seiner neuen Konzeption der Dauerausstellung (vorgesehene Eröffnung 2024) ausdrücklich auch auf die lokalgeschichtliche Komponente konzentrieren, um das gesellschaftliche Spektrum zwischen Mitmachen, Passivität und Widerstand museal darzustellen. Hier werden, wie schon in der derzeit geöffneten Interimsausstellung, ausdrücklich auch Aspekte des Widerstands sowie die Dimension der Opfer des Nationalsozialismus gewürdigt.
Jenseits dieser strategisch-konzeptionellen Überlegungen sehen sich die Museen der Stadt Nürnberg derzeit nicht in der Lage, ein neues eigenständiges Museum in städtischer Trägerschaft am Platz der Opfer des Faschismus zu konzipieren. Nicht zuletzt stehen einem solchen Vorhaben erhebliche Ressourcenbedarfe für eine dauerhaft betriebene Einrichtung entgegen. Die Herausforderungen der anstehenden Sanierungen, Neukonzeptionen und Überarbeitungen der Ausstellungen bei KuM sind bereits jetzt gewaltig und sind auch unter dem Gesichtspunkt der Synergiebildung anzugehen.
Die Anmietung von Ladenflächen, um diese einem Verein zum Betrieb eines eigenen Museums zur Verfügung zu stellen, liegt nicht im Verantwortungsbereich der Museen der Stadt Nürnberg. Das bürgerschaftliche Engagement des Vereins Gustav e.V. ist zu loben und weitere Bemühungen, sich mit dem Widerstand gegen das NS-Regime in Nürnberg auseinanderzusetzen, werden ausdrücklich begrüßt. Gerne unterstützen die genannten Häuser der Erinnerungskultur den Verein Gustav e.V. bei dessen weiteren Vorhaben in der Beschäftigung und Sichtbarmachung des Themas.
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