Projekt: Neubau eines 4-gruppigen Kindergartens und einer 4-gruppigen Schulvorbereitenden Einrichtung am Neustandort Erasmusstraße für 140 Kinder Standort: Erasmusstraße 13, 90431 Nürnberg Auftraggeber: Stadt Nürnberg, vertreten durch WBG KOMMUNAL GmbH hier: Objektplan
Entscheidungsvorlage
1. Planungsanlass
Der bestehende zweigruppige Kindergarten im eingeschossigen Gebäude an der Elsa-Brändström- Straße ist sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den aktuellen pädagogischen Anforderungen. Er wird deshalb durch einen Neubau mit vier Kindergartengruppen für gesamt bis zu 100 Kinder ersetzt. Eine zusätzliche Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) mit vier Gruppen für bis zu 40 Kinder, ergänzt den Kindergarten und soll so auch Kinder mit besonderem sonderpädagogischen Förderbedarf fördern. Kindergarten und SVE kooperieren eng und ermöglichen ein Modellprojekt zur „ganztägigen SVE“. Am Neustandort Erasmusstraße 13 wird in einem gemeinsamen Gebäude der bisherige Kindergarten Elsa-Brändström-Straße einen Ersatzneubau erhalten und die Schulvorbereitende Einrichtung des Sonderpädagogischen Förderzentrums an der Bärenschanze mit ihren vier Gruppen zusammengeführt werden. Perspektivisch soll im gemeinsamen Gebäude ein inklusives Angebot der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung gemeinsam für Kinder aus Kindergarten und Schulvorbereitende Einrichtung in einem multi-professionellen Team entstehen. Insofern ist die hier vorgelegte Konzeption als Zwischenschritt hin zur Inklusion zu verstehen und stellt ein Modell dar, das auf Grundlage bestehender Regelungen und Gesetze bereits heute realisierbar und förderfähig ist. Sollten sich die gesetzlichen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen verändern bzw. verbessern ist eine Weiterentwicklung des Standorts zu einem gemeinsam gestalteten inklusiven Angebot angestrebt. Insofern soll bereits jetzt auf Basis der aktuell geltenden Regelungen die Grundlage für die Zukunft gelegt werden. Die Konzeption „Integrativer Kindergarten mit ganztägiger SVE“ soll stetig weiterentwickelt werden, sodass das Ziel der Inklusion schrittweise erreicht wird.
2. Baubeschreibung
2.1 Städtebau und Situierung
Grundstück
Der KiTa-Neubau in der Erasmusstraße 13 hat eine Bruttogeschossfläche von 1.862 m² und 6.786 m³ Bruttorauminhalt. Der KiTa-Neubau wird in einem Zuge mit dem Grundschul-Neubau in der Erasmusstraße 11 errichtet, welcher wiederum ein erweiterter Ersatzneubau für die Henry-Dunant- Schule ist. Der KiTa-Neubau liegt als kompaktes Gebäude in zweiter Reihe an der Erasmusstraße und wird dreigeschossig ausgeführt. Das Gebäude muss als integrative Einrichtung mit Synergieeffekten sowie als unabhängiger Kindergarten und reguläre SVE funktionieren. Beide Nutzungen erhalten einen gleichberechtigten Eingang zum gemeinsamen Vorplatz.
Baukörper
Der 3-geschossige Neubau ist ohne Unterkellerung und in Massivbauweise geplant - Stahlbetondecken und -Kerne; innere Trennwände in Stahlbeton bzw. Trockenbau je nach Erfordernis. Die Außenwände sind tragend und werden mit einer hinterlüfteten, vorgehängten Fassade aus weißem, perforiertem Wellblech verkleidet. Weiterhin ist eine gute haustechnische Ausstattung (Nahwärmeanschluss an
Schule, Haupt- und Nebenräume mit lüftungstechnischen Anlagen, Lüftungsgerät auf Dach, Verteilerküche für 100 Plätze) und eine übliche Möblierung/Ausstattung eingeplant.
Lage auf dem Grundstück
Der 1.862 m² Bruttogeschossfläche große KiTa-Neubau liegt entsprechend Bebauungsmöglichkeiten des Rahmenplans als kompaktes Gebäude in zweiter Reihe an der Erasmusstraße.
Stellplatzbedarf und Erschließung
Die Anbindung des Kindergartens mit SVE erfolgt über die Erasmusstraße. Der Weg dient sowohl der Schule als auch dem Kindergarten als Zufahrt. Hier befindet sich auch die Feuerwehrzufahrt. Die Kinder der SVE werden am Morgen von Großraumtaxis gebracht, die sich im vorderen Bereich des Pausenhofes aufstellen können, um die Kinder zum Gebäude zu führen. Am Nachmittag stehen die Taxis auf dem Kiss & Ride-Streifen parallel zur Erasmusstraße. Fahrradabstellplätze sind neben dem Eingang angeordnet. Ein überdachter Kinderwagenabstellplatz liegt im Norden des Gebäudes. Die notwendigen Stellplätze können auf dem Gelände nicht nachgewiesen werden und werden abgelöst.
2.2 Funktionen und Nutzung des Gebäudes
Nutzung
Es wird ein integrativer Kindergarten mit vier Gruppen errichtet. Der Kindergarten wird in zwei gleich große Cluster geteilt. Jedes Cluster wird von 37 Kindern aus dem Stadtteil und 10 Kinder aus einer SVE-Gruppe belegt. Die SVE wird mit allen vier Gruppen am Standort zusammengeführt. Zwei SVE-Gruppen werden als reguläre SVE-Gruppen angeboten, um die Wahlfreiheit der Eltern zu gewährleisten. Diese Kinder können weiterhin ihren Kindergarten im eigenen Stadtteil, eine Heilpädagogische Tagesstätte besuchen oder kein ergänzendes Angebot nutzen. Zwei SVE-Gruppen werden im Modell „ganztägige SVE“ geführt. Diese Kinder sind gleichzeitig im Kindergarten angemeldet und belegen dort die 20 Plätze (eine Gruppe). Vormittags erfolgt ein separater Betrieb der beiden Einrichtungen. Nachmittags erfolgt die Kooperation Kindergarten-Cluster A mit SVE-Gruppe I & Kindergarten-Cluster B mit SVE-Gruppe II. Durch Kooperation und gegenseitige Raumnutzung entsteht somit ein Mehrwert für Kinder, Eltern, Fachkräfte, Lehrkräfte und Kommune. Die Kinder der SVE an der Elsa-Brandström werden in vier Gruppen mit jeweils 10 Kindern aufgeteilt. Dabei werden zwei Gruppen als reguläre SVE Gruppen ohne Kooperation angeboten. Zwei Gruppen werden im Modell „ganztägige SVE“ angeboten. Das Gebäude wird ganztägig genutzt. Dies bedeutet, dass der Kindergarten am Nachmittag auch die Räume des SVE (ausgenommen Gruppenräume) nutzen kann, insbesondere erfolgt eine Nutzung der Räume Einzel- & Beschäftigungstherapieraum, Rhythmik- sowie Ruheraum durch den Kindergarten.
Barrierefreiheit und Inklusion
Der DIN-gerecht barrierefrei geplante Neubau verfügt über ausschließlich ebenerdige Zugänge. Das gesamte Gebäude wird über einen Aufzug barrierefrei erschlossen. Im Erdgeschoss wird ein WC behindertengerecht ausgeführt.
Raumkonzept
Die zwei erforderlichen Treppenräume sind mit einläufigen Treppen beide im Zentrum und überlagernd angeordnet. Die Hälfte der Kindergarten-kinder gelangen vom Erdgeschoss über den versetzt offenen Treppenraum mit nur einem Zwischenpodest in ihr 2. Obergeschoss. Die SVE-Kinder gelangen durch ihren eigenen Eingang und die direkte, abgeschlossene Treppe darunter in ihr 1. Obergeschoss ohne Störung des Kindergartens. Der versetze Luftraum ermöglicht eine klare Orientierung und einen
akustischen wie visuellen Kontakt der Kindergartenkinder über das Zwischengeschoss hinweg. Ein Atrium aus 3 Ebenen bildet einen Aufenthaltsort. Alle Gruppenräume orientieren sich zum gemeinsamen Freispielbereich und die Konstruktion ermöglicht eine flexible Gestaltung der Nutzflächen um den zentralen Erschließungskern. Die Kinder aus dem 1. Obergeschoss gelangen direkt aus ihrem SVE-Bereich über die Freitreppe in den gemeinsamen Garten. Der quadratische Baukörper nimmt sich mit seiner geschossweisen Gliederung und den wenigen bewusst gesetzten Einschnitten zum öffentlichen Raum hin zurück und öffnet sich zum Freispielbereich. Die Verteilerküche für 100 Plätze wird für die Zubereitungsart Cook & Hold konzipiert sowie für die Zubereitungsart Cook & Chill vorbereitet. Das Essen wird in der Verteilerküche zubereitet und mit Servierwägen in die Speiseräume gebracht.
2.3 Bauliche Beschreibung der Maßnahme
Das Gebäude erhält eine gestalterisch hochwertige Fassadengestaltung aus weißem Wellblech mit Lochung und in Teilbereichen farblich abgesetzten Fassadenblechen. Die Laibungen der in der Fassade versetzt angeordneten Fenster werden verputzt. Tragwerk: Stahlbetonwände, d=200-300mm und Mauerwerkswände, d=360mm
Gründung: Streifenfundamente, 50cm Tragschicht aus Mineralbeton
Bodenplatte: Wärmeisolierte Bodenplatte aus Stahlbeton d=300mm, Abdichtung, XPS-Perimeterdämmung d=120mm, kapillarbrechende Schicht
Dach: Gründach: Stahlbetondecke d=200mm, Gefälledämmung d=180mm, Dachabdichtung, Trennflies, Retentionsboxen, Kapillarflies, Extensivsubstrat, Extensive Begrünung
Außenwände: Mauerwerk, d=360mm, Putz
Fassade: Außenputz, Wellblech-Aluminium-Fassade, teilweise farblich abgesetzte Fassadenbleche, Fensterlaibungen verputzt
Fenster/Glasfassade: versetzt angeordnete Fensterelemente, Holz-Alu-Fenster, 3-fach isolierverglast
Sonnenschutz: außenliegender Sonnenschutz mit schienengeführter Textilmarkise; Oberlicht im Treppenhaus mit Sonnenschutzverglasung mit g-Wert= 0,28 Fenster in Aufenthaltsräume erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz mit einem Fc Wert <= 0,20
Innenwände, tragend: Stahlbetonwände gespachtelt, teilweise Sichtbeton Innenwände, nicht tragend: Trockenbauwände (mit div. Anforderungen Schallschutz, Brandschutz, Feuchtraum)
Bodenaufbau: Trittschalldämmung, schwimmender Estrich, Bodenbelag
Decken: Stahlbetondecke d=200-250mm, abgehängte Akustikdecken als Gipskarton-Lochdecken bzw. Heraklit-Decke, Feuchtraumdecken
Bodenbeläge: Linoleum als primärer Bodenbelag (Flurbereiche, Gruppenräume etc.), Fliesen in Sanitärräumen und Küche, staubbindender Anstrich in Technikräumen
Innentreppen: Ortbetontreppen und Podeste, Treppenstufen Esche Vollholz, Stahlgeländer farblich abgesetzt
Innentüren: Stahlzargen, Türblatt mit HPL-Beschichtung, teilweise mit Seitenverglasung, gem. Anforderungen Raumakustik und Brandschutz / Holz-Glas-Türen
Außentreppe: Stahlkonstruktion mit geschlossenen Wangen und Gitterroststufen, durchgehendes Staketengeländer aus Stahl
Betriebliche Einbauten: Die Ausstattung mit Möblierung erfolgt in Abstimmung mit dem Schulamt sowie dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Hierbei sind feste Möblierungseinbauten wie Garderobenschränke und Küchenzeilen enthalten.
2.4 Haustechnik
2.4.1 Sanitär-, Lüftung- und Heizungstechnik
Erschließung allgemein: Diverse Sparten liegen in der Erasmusstraße bzw. der Dunantstraße. Die öffentliche Erschließung der verschiedenen Gewerke (Elektro/ Wasser) erfolgt über die Erasmusstraße. Die Fernwärme wird von einer neu zu errichtenden Fernwärmeübergabestation in der Dunantstraße über die Erasmusstraße zum Neubau der Grundschule verlegt. Von dort wird ein Nahwärme-Anschluss zum KiTa-Neubau geschaffen.
Sanitärtechnik (Schmutzwasser): Das anfallende Schmutzwasser des Neubaus wird dem bestehenden Mischwasserkanal in der Erasmusstraße zugeführt. Im Zuge der Herstellung der Entwässerungsanlage wird ein neuer Anschluss an den Mischwasserkanal erstellt. Die Entwässerung der einzelnen Geschosse und Bauteile erfolgt über Schwerkraftentwässerung. Das Abwasser der Sanitäreinrichtungsgegenstände wird über mehrere Fallleitungen in den Vorwandinstallationen und Sammelleitungen in den Abhangdecken auf die Grundleitungen geführt. Die Sammelleitungen werden über erdverlegte Grundleitungen auf die Nord- und Ostseite des Gebäudes geführt. Die Grundleitungen verlaufen als zwei Hauptsammelleitungen außerhalb des Gebäudes, parallel zur Gebäudekante und werden vor dem Übergabeschacht im nordöstlichen Bereich zusammengeführt. Von dort wird das Schmutzwasser in den öffentlichen Schmutzwasserkanal der Erasmusstraße geleitet. Da im Erdgeschoss eine Verteilerküche nach dem Verfahren Cook & Hold, vorbereitet für Cook & Chill, vorgesehen ist, wird ein Fettabscheider mit nachgeschalteter Hebeanlage und Freiluftschrank eingeplant. Die Fettabscheideanlage befindet sich östlich des Küchenbereichs (erdverlegt).
Sanitärtechnik (Dachentwässerung und Grundstücksentwässerung): Das auf dem Gelände anfallende Regenwasser wird versickert. Folgende Flächen werden an die Rigolen angeschlossen: Rohr-Rigole Nr.01: 723 m² Dach- und Terrassenfläche; Rohr-Rigole Nr.02: 817 m² Dach-, Terrassen- und Hoffläche
Sanitärtechnik (Trinkwasser): Der Hausanschlussraum befindet sich im Technikraum Sanitär im Erdgeschoss des Gebäudes. Eine zentrale Enthärtungsanlage wird nicht ausgeführt. Die Hauben- Geschirrspülmaschine in der Verteilerküche erhält eine eigene Enthärtung vor Ort. Der Wasseraustausch gemäß VDI 6023 wird durch automatische Hygienespülungen gewährleistet. Die für einzelne Bereiche vorgesehene Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über elektronische Durchlauferhitzer.
Lüftungstechnik: Die Be- und Entlüftung des Gebäudes wird über eine mechanische Lüftungsanlage realisiert. Diese ist mit hochwirksamer Wärmerückgewinnung geplant. Das Lüftungsgerät wird auf dem Dach aufgestellt. Die Ansaugung der Frischluft erfolgt ebenso wie das Abführen der Fortluft direkt über Dach. Die horizontale Luftmengenverteilung erfolgt in der Abhangdecke der Geschosse. Es wird eine gleichmäßige Luftverteilung in den Räumen angestrebt. Die Brandschutzdurchführungen werden gemäß Brandschutzplan geschottet. Für die Verteilerküche wird eine separate Abluft über Dach geführt. In der Verteilerküche wird über dem Kombidämpfer und dem Induktionsherd eine Ablufthaube aus Edelstahl ausgeführt.
Heizungstechnik: Der Neubau wird über Fernwärme aus dem Schulgebäude versorgt. Hierfür wird in der Schule ein eigener Zubringer-Heizkreis installiert. Die Nahwärmeübergabestation erhält einen Plattenwärmetauscher und zwei Heizkreise. Die Wärmeübergabe in die entsprechenden Räume erfolgt über eine Fußbodenheizung. Ein zweiter Heizkreis ist für die Lüftungsanlage vorgesehen. Gemäß dem Klimaschutzfahrplan der Stadt Nürnberg erfolgt der größtmögliche Ausbau mit Solarstrom. Hierfür wird auf dem begrünten Flachdach eine Photovoltaikanlage installiert.
Kältetechnik: Im Netzwerk-Raum im 1.Obergeschoss muss aufgrund des großen Wärmeanfalls der EDV ein Klima-Splitgerät mit zugehöriger Außeneinheit zum Einsatz kommen.
2.4.2 Elektrotechnik
PV-Anlage: Eine ca. 32 kWp PV-Anlage [ohne Energiespeicher] ist auf dem Flachdach geplant. Die Wechselrichter der nach Südwesten ca. 10° aufgeständerten und ausgerichteten PV-Module werden im 2.Obergeschoss im Technikraum vorgesehen.
Starkstromanlagen: Die Hauseinspeisung erfolgt im Hausanschlussraum EG. In jedem Stockwerk werden Verteilungsbereiche gebildet. Die Verteiler zur Versorgung des jeweiligen Bereiches werden in Nischen oder Technikräumen untergebracht. Alle Verteiler werden aus der zentralen GHV versorgt, die im Technikraum im Erdgeschoss untergebracht ist.
Beleuchtung: Geplant sind generell Decken- und Wandleuchten mit LED-Technik, welche in einigen festgelegten Bereichen dimmbar ausgeführt werden sollen. Eine Tageslichtsteuerung ist nicht vorgesehen. In den WC – Bereichen und Fluren werden Präsenzmelder eingesetzt. Im Außenbereich kommen Pollerleuchten und Anbauleuchten zum Einsatz.
Blitzschutzanlage: Das komplette Gebäude erhält einen äußeren Blitzschutz gemäß DIN EN 62305-2. Auf dem Dach werden Fangstangen aufgestellt zum Schutz der PV-Anlage und weiterer Dachaufbauten. Die Fangstangen werden durch Querverbindungen vermascht. Ableitungen werden nach Möglichkeit in der Armierung von Betonstützen geführt. Die Erdungsanlage basiert auf Ringerder und Fundamenterder.
Schwachstromanlagen: Für die beiden Hauptzugänge ins Gebäude wird jeweils eine (Video)- Sprechstelle mit Türöffner Funktion geplant. Die Sprechanlage soll mittels DoorCom - Modul auf die Telefonanlage aufgeschaltet werden. Die jeweilige Zielsprechstelle wird über die Telefonanlage programmiert. Es werden entsprechende Klingeltaster für Hort, SVE und Küchenanlieferung eingeplant.
Elektroakustische Anlage: Eine ELA-Anlage ist nicht geplant.
Datenübertragungsnetz: Das Gebäude erhält eine multifunktionale strukturierte Netzwerkverkabelung für Daten- und Telefonnutzung nach aktueller IuK-Richtlinie [V2.14 ST200110]. Die 19“ Datenverteiler werden in einem Technikraum im 1.Obergeschoss untergebracht. Die Positionierung der W-LAN Accesspoints erfolgt in Abstimmung mit dem Amt für Informationstechnologie. Hausanschlüsse erfolgen sowohl zum TK Netz der Deutschen Telekom als auch an das Glasfasernetz der Feuerwehr Nürnberg.
Brandmeldeanlage: Zur Realisierung einer flächendeckenden BMA werden sämtliche Räume von der Brandmeldeanlage auf die Brandkenngrößen Rauch und/oder Temperatur überwacht. Sämtliche Notausgänge, sowie Flure und Treppenhäuser werden mit Handfeuermeldern ausgestattet. Die Aufschaltung zur Feuerwehr erfolgt über den zuständigen Konzessionär. Die Alarmierung erfolgt über akustische Melder. Bezüglich einer BOS Funknetzabdeckung werden erforderliche Verkabelungswege, Trassen und Platz für einen zugehörigen Schaltschrank nicht vorgehalten.
Förderanlagen: Im Zuge des Neubaus soll das Gebäude einen rollstuhlgerechten Personenaufzug mit einer Tragkraft von 630 kg erhalten. Der Aufzug führt vom Erdgeschoss bis zum 2.Obergeschoss. Der
Aufzug wird als elektrisch betriebener Seilaufzug ohne Maschinenraum mit 3 Haltestellen ausgeführt. Die Fahrgeschwindigkeit soll ca. 1m/s betragen. Es wird einseitige Zuladung vorgesehen bei einseitig öffnenden Türen.
Gebäudeautomation: Das Lüftungsgerät wird mit eigenem Schaltschrank ausgeführt. Es erfolgt eine Schnittstelle zur übergeordneten Gebäudeautomation. Der Heizungsverteiler wird mit zwei Heizkreisen ausgeführt. Der Heizkreis für die Fußbodenheizung wird als geregelter Heizkreis ausgeführt. Die Einzelraumregelung erfolgt über die Raumthermostate. Der Heizkreis für die Lüftung wird als ungeregelter Heizkreis ausgeführt. Hier erfolgt die Regelung am Lüftungsgerät selbst.
2.5 Freianlagen
Die fußläufige Erschließung des KiTa-Gebäudes erfolgt barrierefrei von der Erasmusstraße und führt zu den beiden Haupteingängen, die nach Kindergarten und SVE getrennt sind. Nördlich des Gebäudes sind ein wettergeschützter Buggy-Abstellplatz sowie eine Abstellfläche für Roller vorgesehen. In den Außenanlagen ist zudem ein Gerätelager eingeplant. Südlich des Neubaus entsteht ein gemeinsamer Freibereich für die Kinder der SVE und des Kindergartens. Durch die Schaffung unterschiedlicher Räume in den Freianlagen können sich die Gruppen auch getrennt voneinander aufhalten. Das Außengelände ist terrassiert, dem vorhandenen Gelände folgend. Die Bereiche sind barrierefrei über Rampen erreichbar. Direkt an den Gruppenräumen bilden gepflasterte Flächen einen Aufenthaltsbereich zum Spielen und Toben, die Beschattung erfolgt durch Sonnenschirme, die nach Bedarf versetzt werden können. Die Spielbereiche werden durch Segel beschattet. Das Spielangebot umfasst Kletter- und Balanciergeräte sowie eine Vogelnestschaukel. Ein großzügiger Sandbereich rundet das Angebot ab. Um auf der großzügigen, sonnigen Freifläche einige schattige Plätze anbieten zu können, werden auf dem gesamten Gelände neue Bäume gepflanzt und Sonnensegel eingeplant. Die intensiv genutzten Spielbereiche und Freiflächen werden durch einen 120 cm hohen Zaun abgegrenzt.
3. Bewertung der Auswirkung der Baumaßnahme auf Klimaschutz
Bei dem geplanten Gebäude handelt es sich um einen dreigeschossigen Kindergarten mit Schulvorbereitender Einrichtung. Das Gebäude ist nicht unterkellert, das Gebäudevolumen ist ‐ energetisch effizient ‐ quaderförmig und kompakt geplant. Die Wärmeerzeugung erfolgt durch einen Fernwärme‐Anschluss in Verbindung mit einer Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung zur Minimierung der Lüftungswärmeverluste. Die Dachfläche wird vollflächig mit einer Photovoltaik‐Anlage zur regenerativen Stromerzeugung belegt. Die gesetzlichen Mindestanforderungen an den Primärenergiebedarf nach GEG werden um über 70% unterschritten, das Gebäude erfüllt die energetischen Voraussetzungen eines BEG‐Effizienzgebäudes‐ 40. Die Anforderungen an ein klimapositives Gebäude werden gemäß H-KEM-Tool zu 41,0% erfüllt [das H- KEM-Tool wurde parallel zum Entwurfsplanungslauf eingeführt]. Die Bewertung des Neubaus liegt damit deutlich besser als ein in konventioneller Bauweise errichteter Neubau nach GEG 2020. In der Bewertung mit dem H-KEM-Tool wurden Faktoren wie Graue Energie, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und die Photovoltaik-Anlage berücksichtigt.
4. Terminplan
Es ist folgende terminliche Abwicklung geplant:
Planung ................................................................................................................................. bis Feb. 2023 Ausschreibungs- und Ausführungsphase ............................................................................. ab April 2022 Rohbau, Dach, Fassade ....................................................................................................... bis Juni 2023
Ausbau .................................................................................................................................. bis April 2024 Außenanlagen ...................................................................................................................... bis Juni 2024 Inbetriebnahme bzw. Übergabe .......................................................................................... bis Sep. 2024
5. Finanzierung und Folgelasten
Die Finanzierung erfolgt über die MIP-Nummer 1186. Die jährlichen Folgelasten für das Neubauvorhaben betragen voraussichtlich 436.759,00 €.
6. Kosten
Nach der detaillierten Kostenberechnung vom 05.10.2021 betragen die voraussichtlichen Gesamtkosten 9.312.000,00 € brutto [siehe separate Aufgliederung nach DIN 276].