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← Sitzung des Verkehrsausschusses (17.03.2022)

Stellungnahme der VAG vom 05.11.2021

Anlage · 17.03.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Langwasser SPD-Stadtratsfraktion Hauptbahnhof Fürther Straße Verkehr & Mobilität Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text (Texterkennung aus Scan, fehleranfällig). Verbindlich ist das Originaldokument.

VAG

Abbildung 1

VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Südliche Fürther Straße 5 90429 Nürnberg Postanschrift: VAG : 90338 Nürnberg Telefon: 0911 283 0 . Telefax: 0911 283 4800 VAG : 90338 Nürnberg N Y DL Nr . Dr. Petra Joerg Stadt Nürnberg Leiterin Zielgruppenbetreuung

Abbildung 2

VV erkehrspul anuan g=sa mt 111 . NovN OV 2F0a2r T M e K l - ef Z o B n : 0911/283-4553

BLZ —n Fa Telefax: 0911/283-4895 90402 Nürnberg Dı vr Jlelu IR petra.joerg@vag.de u } -

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Nürnberg, 05.11.2021

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion „Corona und ÖPNV“ vom 08. Juni 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 08.06.2021 bezüglich der Auswirkungen der Pandemie auf Fahrgastzahlen, tarifliche Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit und Sicherheitsgefühl nehmen wir Stellung.

  1. Nutzerentwickluna während der Krise Das Mobilitätsverhalten der Nürnberger Bevölkerung wird seit 1989 kontinuierlich an allen Tagen eines Jahres untersucht. Dabei werden mittels Mobilitätstagebüchern komplette Aktivitätsmuster für vorgegebene Stichtage ermittelt. Die Stichprobe wurde zur Messung der Auswirkungen der Corona- Pandemie erhöht, um Aussagen zu den einzelnen Phasen treffen zu können. Bislang liegen die Ergebnisse der Zeit bis September 2021 vor.

Einen Überblick über die Entwicklung der Mobilität seit März 2020 zeigt die folgende Kennziffernübersicht. Die erste Spalte beschreibt die Mobilität vor Eintreten der Pandemie. 83 Prozent der Nürnberger*innen verlassen an einem durchschnittlichen Tag das Haus. Für 1,7 Aktivitäten wie beispielsweise Einkauf, Ausbildung oder Arbeit werden 3,0 Wege zurückgelegt. Dabei werden in durchschnittlich 67 Minuten 20 km Strecke zurückgelegt.

In der Phase des ersten Lockdowns ging die Mobilität der Nürnberger Bürger*innen deutlich zurück und erreichte im April den niedrigsten Wert. Bereits ab Mai 2020 stieg diese wieder an. Im Vergleich zum April entfielen die Ausgangsbeschränkungen und es gab wieder mehr Anlässe außer Haus zu gehen (Aktivitäten). Eine zunehmende Stabilisierung des Mobilitätsniveaus der Nürnberger Bevölkerung war von August bis Oktober 2020 zu beobachten. Auch im November 2020, während des “Lockdown Light“, blieb die Mobilität auf einem recht hohen Niveau. Während des 2. Lockdowns (ab Dezember 2020) sank das Mobilitätsniveau erneut, wobei ab Frühjahr 2021 wieder eine stetige Zunahme des Mobilitätsniveaus zu beobachten war und dieses im September nahezu wieder die Werte vor der Corona-Pandemie erreichte.

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Christian Vogel, Bürgermeister Sitz der Gesellschaft: Nürnberg Sparkasse Nürnberg IBAN DE89 7605 0101 0001 0115 00, Vorstand: Josef Hasler (Vorsitzender) Eingetragen beim Amtsgericht Nürnberg unter HRB 1072 BIC SSKNDE77XXX Tim Dahlmann-Resing, Magdalena Weigel Steuernummer 241/117/70111 Umsatzsteuer ID-Nr. DE 811186556

EEISTADTPROFIL

Abbildung 3

MOBILITÄT

Nürnberg / Nach Monaten Vo n r t -C oroi na So P o n ııt L P o ha c s k e d o I w : n | 1.L P o h c as k e e ru Il n : g | A P i h e a i s s e g . Il n l: Ph 2. a s L e o c I k V d u o n w d n V : Ph 2 a . se L oc VI k : er u u nd n g VII (bisB Feb 2020) Tag März 1} April, Mai Juni, Juli ‚Aug Sep Okt Nov Dez zJan | u\ Feb .I T Mai Juni, Juli ‚Aug Sep I | | ” Aktivitäten |

Abbildung 4

I [

w Außer-Haus- 6 Anteil | 50m 147% 174% | 77% | 78% | 80% |81% 81% | NE Unterwegs- 67 zeit (Min) | | 4 i | a a a | | |

Bul| l1 BEa | | En| zuNE nle uEllI t| |

[20] — Don STa23 Dosoonas Doc

Abbildung 5

Die gesunkene Mobilität spiegelte sich auch in der Nutzung bei fast allen Verkehrsmitteln wider. Mit Abstand am stärksten betroffen war dabei der ÖPNV, der zeitweise Einbrüche von bis zu 62 % hinnehmen musste, während Pkw- und Fahrradfahrten um maximal 26 % zurück gingen. Durch eine stärkere Fokussierung auf die Alltagsversorgung und das Freizeitverhalten im Nahbereich konnten stattdessen Fußwege einen Anstieg von bis zu 29 % verzeichnen.

EE2STADTPROFIL VERKEHRSMITTELWAHL Nürnberg / Indizierte Ergebnisse und relative Veränderung C G o e r s o a n m a Vo t - r P j - r a i h a r s ) e C B o V r E o a r m T - a - 1 en e d f mg n Pe e len M d i m n g e , C M o V r o i o r- n a w P A r h n a a e s t e . r ce e i r h M d öä a l m ke e n n Ve u rb ) e n: 2. W u e E nd S i E e R Vi m R d e Ve l a r a n ä t n i ) - v e ‘ Vo P u n i C n i o m d r e u Vi n s 2. P l u o i n c d s k W a e i ) r k u ng R V e e i r t an h

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Fahrrad 9 =

2i6% Zu Fuß

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Pkw als \ Fahrerfin) Pkwals | Mitfahrer(in) 100 Gesamt (Index)? |1 100) il | t 395 „Wege pro ı = In; 2.99 Person/Tag 35 22 2%

)- Index-Dartollung:

Mit Beginn der 2. Lockerung ab Juni 2021 erholte sich jedoch die Mobilität mit dem Fahrrad und dem Pkw deutlich schneller, Fußwege erreichten ein Höchstniveau, während sich die Nachfrage nach ÖPNV-Leistungen wesentlich langsamer entwickelte. Bezogen auf die Vor-Corona-Phasen wurden in der Verkehrsmittelnutzung folgende Marktanteile in den Phasen VI und VII erreicht: ÖPNV 15 % (2019: 22 %), Fahrrad 15 % (2019: 18 %), zu Fuß 28 % (2019: 22 %), Pkw als Fahrer*innen 25 % (2019: 29 %) und Pkw als Mitfahrer*innen 9 % (2019: 9%). Die Nachfrageentwicklung auf Basis der ÖV-Fahrten ergibt rechnerisch durch Bewertung des Verkaufs mit der Nutzungshäufigkeit aus der VGN-Verkehrserhebung 2020 einen Rückgang von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die tatsächlichen Fahrtenrückgänge liegen allerdings deutlich höher, nachdem die Kund*innen die gekauften Fahrkarten während der Pandemie nicht in dem Umfang nutzen wie vor der Pandemie. Basierend auf den Zähldaten der U-Bahn ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Fahrtenrückgang in 2020 etwa doppelt so stark ausfiel. Nach erheblichen Fahrgasteinbrüchen im ersten Quartal 2021 stabilisierte sich die Nachfrage seit Mai in etwa auf dem Vorjahresniveau und erreichte im Oktober 2021 ca. 73 % des Vorkrisenniveaus.

Abbildung 6

Vergleich Fahrgastzahlen 2019 -2021 nach Monaten 12.000.000

10.000.000

8.000.000

6.000,009

4.000.000

2.000.000

“ Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez m 2019 9.461.628 9.090.953 9.493.952 8.718.652 9.486.253 8.166.948 9.551734 7.414.797 8.561.490 10.00150 9.718.325 9.651485 2020 9.263.873 2.963.963 5.818.006 2.402548 4.364.187 5.241.741 6.455.672 5.668.127 6.472.337 6.551658. 5.572.001 4.360.983 2021 3.638.595 23.792.906 4.622.505 4.073.490 4.340.168 5.535.588 6.435.570 5.216.779 6.160.501 7.237.516 Verhältnis 2020zu 2019 97,91% 98,60% 61,28% 32,14% 46,01% 64,18% 67,59% 76,71% 74,73% 551% 57,33% 45,15% Werhältnis 2021 zu 2019 38,46% 41,68% 48,69% 45,72% 85,75% 67,78% 57,38% 79,36% 71,13% 72,86%

Es wird erwartet, dass aufgrund weiterer Öffnungen z.B. von Veranstaltungen, Präsenzunterricht und Präsenzstudium zukünftig wieder Reiseanlässe entstehen, die in der Pandemie nicht gegeben waren. So erwartet die VAG für 2021 eine Erholung der Fahrgastzahlen auf ein Niveau von 75 - 80 % und für das Jahr 2022 von 80 - 85 %. Die tatsächliche Nachfrageentwicklung ist allerdings von der weiteren Pandemieentwicklung und den damit verbundenen politischen Entscheidungen abhängig. Im Jahr 2023 erscheint eine Nachfrageerholung auf 85 - 90 %, in 2024 auf 90 - 95 % möglich. Im Jahr 2020 verzeichnete die VAG einen Rückgang der Verkaufserlöse um rund ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Voraussichtlich ist auch in 2021 mit Verlusten in dieser Größenordnung zu rechnen. Durch den ÖPNV-Rettungsschirm werden diese zum größten Teil ausgeglichen. Auch für die Folgejahre wird ein entsprechender Rettungsschirm benötigt.

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  1. Home-Office-Effekt und geplante Tarifmaßnahmen

Abbildung 7

Aus der Befragung zum Mobilitätsverhalten während der Pandemie im Zeitraum von Juni 2020 bis Mai 2021 hat sich gezeigt, dass bei 12 % der Befragten als Grund für die reduzierte ÖPNV-Nutzung die Verlagerung der beruflichen Tätigkeiten ins Home-Office angegeben wurde. Nach eigenen Untersuchungen macht die vermehrte Nutzung des Home-Office etwa einen Rückgang von drei bis fünf Prozent aller Wege aus. Wesentlich stärker wirkt jedoch die Furcht vor Ansteckungen in den Fahrzeugen (49 %) und an den Haltestellen (47 %). Durch diesen Effekt ist von einem Rückgang der Wege um ca. 10 % auszugehen, die vsl. erst mit der Zeit zurück gewonnen werden können. Dennoch haben sich weiterhin über 85.000 Abo-Kund*innen für die Fortführung ihres Abos ausgesprochen, da sich das Abo trotz Home-Office-Tätigkeit für viele Nutzende weiterhin lohnt. Bereits ab zwei Arbeitstagen pro Woche bleibt das Abo vorteilhaft. Im Hinblick auf zukünftige Maßnahmen zur Kundenbindung und zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV wurden nachfolgende tarifliche Maßnahmen angestoßen: > Pilot E-Tarif 2022: Ein Tarifbaustein, der die sich wandelnden und sich weiter ausdifferenzierenden Mobilitätsmuster fokussiert, ist der Elektronische Tarif (E-Tarif). Auf Basis mehrerer Studien im VGN wurde ein sogenanntes „FahrRabattTarif*-Modell entwickelt. Nach Vorstellung der Nachfrage- und Einnahmenprognosen wurde der Ansatz in den weiteren Abstimmungen im VGN begrüßt und unterstützt. Zwischenzeitlich wurden die Vorarbeiten für die Überführung des Tarifansatzes in eine Pilotierung aufgenommen. Der Start des Piloten ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Der Tarifansatz adressiert vor allem Gelegenheitsnutzer*innen, die den ÖPNV seltener nutzen als (bisherige) Abo-Kund*innen. > 365-Euro-Ticket für alle: Am 17. Juni 2020 wurde im Stadtrat der Stadt Nürnberg beschlossen, dass spätestens am 1. Januar 2023 ein 365-Euro-Jahresticket im Stadtgebiet Nürnberg eingeführt werden soll. Die Verbundgesellschaft wurde daraufhin vom Zweckverband Verkehrsverbund Großraum Nürnberg mit der Vergabe einer Machbarkeitsstudie zur Einführung eines „365-Euro-Abos für alle“ beauftragt. Das Lastenheft zur Durchführung der Ausschreibung wurde in einer Arbeitsgruppe mit Teilnehmern der Unternehmens- sowie Aufgabenträgerseite (u. a. der VAG sowie der Stadt Nürnberg) abgestimmt. Ende April 2021 wurde der Auftrag an die Firma civity Management Consultants GmbH & Co. KG vergeben. Der Abschlussbericht wurde vom Gutachter im Oktober 2021 vorgelegt. Nachfolgend werden die Ergebnisse und Vorschläge zum weiteren Vorgehen in die zuständigen Gremien im Verkehrsverbund, Freistaat Bayern und bei den Kommunen eingebracht. Seit 1. Januar 2021 wird zudem den Inhaber“innen des ‚Nürnberg-Passes“ ein Monatsticket ohne Ausschlusszeit für 15 Euro pro Monat in der Tarifstufe A angeboten. > 365-Euro-Ticket für Studierende: Der Freistaat Bayern hat bereits bei der Verbundgesellschaft angefragt und um mögliche Umsetzungsmodelle für ein 365-Euro-Angebot für Studierende, einschließlich Berechnung der damit verbundenen und von öffentlicher Hand gegebenenfalls dauerhaft auszugleichenden, rechnerischen Fahrgeldmindereinnahmen gebeten. Aktuell lässt sich noch keine verbindliche Aussage dazu treffen, ob Studierenden künftig, ähnlich den Schülerinnen und Auszubildenden, ein öffentlich entsprechend finanziell unterstütztes Angebot gemacht werden soll. Begleitend wurden Vorgespräche zwischen Verbundgesellschaft, Studentenwerk und den Städten Erlangen und Nürnberg aufgenommen. > VAG Rad-Freiminuten für Studierende ab SS 2022: Hierzu wurde im Juni 2021 auf den Stadtratsantrag vom 20.05.2020 seitens der VAG ausführlich Stellung genommen. Zu den fünf aufgezeigten Ansätzen erfolgte aus finanziellen und organisatorischen Gründen eine Zustimmung zur der von der VAG empfohlenen Variante, bei der Studierende mit Wohnort Nürnberg ab dem Sommersemester 2022 beim Kauf eines Semester-Zusatztickets 100 Freiminuten pro Monat für das VAG_Rad erhalten, die über die neue App NürnbergMOBiL eingelöst werden können. Die Finanzierung erfolgt über das Marketingbudget der VAG. Sollten sich weitere überregionale oder verbundweite Lösungen mit entsprechender finanzieller Beteiligung ergeben, kann das Modell über Nürnberg hinaus erweitert werden.

Abbildung 8

Abbildung 10

Abbildung 9

> Anaebote für Geleaenheitskund*innen/Home-Office-Nutzer*innen: Obwohl das Abo schon ab zwei Arbeitstagen pro Woche die günstigste Alternative darstellt, soll Kund*innen, die abgewandert sind oder den ÖPNV - auch in ihrer Freizeit — weniger nutzen, ein attraktives Angebot unterbreitet werden, für welches sich unter anderem eine Art Home-Office-Ticket anbietet. Beim Erwerb von 20 Einzelfahrtickets per Onlineshop oder App innerhalb von 30 Tagen erhalten die Kund*innen automatisch Gutscheincodes für zwei weitere kostenlose Einzelfahrscheine. Vorgesehen ist der Start dieser Maßnahmen im Dezember 2021. Darüber hinaus ist über den elektronischen Verkauf eine Bestpreis-Maßnahme ab Frühjahr 2022 in Prüfung. Einzelfahrkarten, die an einem Tag oder Wochenende gekauft werden, können dann automatisch zum Bestpreis auf Basis des Tagestickets abgerechnet werden. > VDV-Deutschland-Aktion Abo-Uprade: Mit Unterstützung der Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbünde und Bahngesellschaften hatte der Verband der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) eine breit angelegte Dankesaktion ins Leben gerufen. VGN-Abo-Kund*innen konnten vom 13.09. bis zum 26.09.2021 bundesweit und ohne weitere Kosten das Bus- und Bahnangebot des Nahverkehrs in vielen teilnehmenden Verkehrsverbünden — also auch im gesamten VGN - nutzen. Dabei handelte es sich um eine Gemeinschaftskampagne, die von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und den Verkehrsunternehmen unter Federführung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mittels umfangreicher Kommunikation umgesetzt wurde. Diese Maßnahme verlief sehr erfolgreich. Aus dem VGN haben knapp 30.000 Kund*innen (ca. 30 %) teilgenommen; in ganz Deutschland 700.000.

  1. Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen zur Nachfragesteigerung Die erfolgreiche Marketingstrategie der VAG mit ihren drei Säulen (Information, Emotion und Motivation) wurde den Anforderungen aus der Pandemie angepasst und wird konsequent in der Zeit der Einschränkungen sowie der Lockerungen fortgeführt. Mit Beginn der Corona-Krise wurde deshalb eine Vielzahl an Aktivitäten eingeleitet, um über alle Zielgruppen hinweg nicht nur über die Notwendigkeit von Angebotsmaßnahmen sondern auch über das Verhalten bei ÖPNV-Fahrten zu informieren. Über die sich stetig erweiterten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen seitens der VAG wurde regelmäßig über alle Kommunikationskanäle hinweg berichtet, um das Sicherheitsempfinden der Fahrgäst*innen sowie Multiplikatoren zu steigern und die Angst vor Ansteckung zu minimieren. Besonders die Aktivitäten in den sozialen Medien, wie Facebook, Instagram, Twitter und YouTube wurden in dieser Zeit deutlich ausgeweitet, um über diese möglichst große Bevölkerungsteile zu erreichen. Des Weiteren wurde, insbesondere in der direkten Kundenkommunikation über Abo-Newsletter oder Flyer als Haushaltsverteilung, regelmäßig über Studienergebnisse berichtet. Auch in der zukünftigen Kommunikation ist dies weiterhin geplant. Reine Werbe- oder Informationsmaßnahmen mit dem alleinigen Thema Sicherheit werden erfahrungsgemäß kritischer aufgenommen als wenn dieses Thema in Ergänzung zu anderen Themen kommuniziert wird. Die VAG hat sich daher seit Anfang September mit der „After Corona-Kampagne mit sympathischen Motiven zum Umwelt- und Klimaschutz sowie dem gemeinsamen Erleben auf emotionale Weise an die Bürger gewandt. Hierzu wurde die in der Anfangszeit der Pandemie entwickelte Sympathie-Kampagne „Gemeinsam packen wir das“ weiter ausgebaut, um so das verlorengegangene Vertrauen zurückzugewinnen und neues Vertrauen zu schaffen. Mit emotionalen Motiven wurde beispielsweise die Notwendigkeit des Fahrbetriebs anhand von Berufsbildern erläutert, die nicht mittels Home-Office erledigt werden können. Hierzu gehören z.B. Tätigkeiten wie das Bestücken von Regalen, die Müllentsorgung sowie die Versorgung von werdenden Müttern. Diese Kampagne wurde erweitert durch Danksagung an Mitarbeiter*innen und Kund*innen. Besonderes Augenmerk galt der Verpflichtung des Maskentragens im ÖPNV, die durch VAG- und VDV-Motive auf allen Medien präsent waren. Da die Neukundengewinnung in dieser Zeit eine untergeordnete Rolle spielte, wurde verstärkt auf Kundenbindung und Rückgewinnung gesetzt. Dazu haben VGN und VAG zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, weitere Maßnahmen sind geplant.

Während der Pandemie wurde Abo-Kund*innen, die in den Lockdown-Phasen eine Kündigung ausgesprochen hatten, ein bzw. zwei Gratismonate bei Fortführung des Vertrages zugestanden. Insgesamt haben 3.600 Abo-Kund*innen dieses Angebot wahrgenommen.

Abbildung 11

Abbildung 12

Ehemalige Abo-Kund*innen, die ihr Abo im Zeitraum April 2020 bis Mai 2021 gekündigt hatten, erhielten Mitte Juni ein Angebot zum Wiedereinstieg. Als Anreiz dienten dabei zwei Gratismonate, wenn das Abo zum 01.07.2021 oder 01.08.2021 reaktiviert wurde. Insgesamt konnten mit diesem Angebot 356 Abo-Kund*innen zurückgewonnen werden.

Im Rahmen des Gewinnspiels „ABOgefahren“, deren Teilnahme exklusiv Abo-Kund*innen vorbehalten war, wurden im Juni über 500 hochwertige Preise u. a. E-Bikes, E-Scooter, Gutscheine für Einzelhändler sowie Gratis-JahresAbos verlost. Knapp 5.500 Abo-Kund*innen beteiligten sich an diesem Gewinnspiel. Die Ausschüttung der Gewinne erfolgte Anfang Juli 2021. Des Weiteren wurde Ende Juli seitens des VGN ein weiteres Gewinnspiel als Dank für die anhaltende Abo-Treue durchgeführt. Unter dem Motto „1.000 Dank“ haben 50 Abo-Kund*innen die Chance auf jeweils 1.000 Euro. Der Verlosungszeitraum endete am 16.09.2021.

In der Lockerungsphase 2020 sowie kontinuierlich ab dem Frühjahr 2021 konnte auch der direkte Dialog mit den Bürger*innen wieder aufgenommen und intensiviert werden. Über das Info-Mobil der VAG wurden inzwischen in über 15 Stadteilen direkte Beratungsgespräche zur ÖPNV- und VAG_Rad-Nutzung angeboten. Darüber hinaus wurde in mehreren Wellen ein schriftlicher Dialog mit über 200.000 Nürnberger*innen aufgenommen und über diesen Kommunikationskanal Leistungen, wie Fahrpläne, persönliche Fahrplan- und Tarifauskünfte, Schnuppertickets u.v.m. angeboten. Zusätzlich bekamen auch alle Neubürger*innen und Umzügler*innen Post von der VAG und wurden zur kostenlosen Erprobung des ÖPNV eingeladen.

Nicht nur tarifliche oder kommunikative Maßnahmen standen seit Beginn der Corona-Pandemie im Fokus der VAG. Eine wichtige weitere Komponente, die den Neu- bzw. Wiedereintritt in den ÖPNV vereinfachen und beschleunigen soll, sind Maßnahmen, die von den Bürger*innen als qualitative Verbesserungen im ÖPNV wahrgenommen werden.

> Aufbau und Einführung der Mobilitätsplattform NürnbergMOBIL: NürnbergMOBIL, die neue App der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, steht in einer ersten Version zum kostenlosen Download in den App-Stores zur Verfügung. Sie ist die erste App in der Region, die verschiedene Mobilitätsangebote zusammenführt und den Fokus auf eine kundenzentrierte Entwicklung legt. Ziele der ersten App-Version waren ein einfacher und schneller Ticketkauf, die Einbindung von VAG_Rad, eine verbesserte Störungsinformation sowie ein modernes und nutzerfreundliches App-Design. In weiteren Ausbaustufen werden weitere Mobilitätsanbieter und zusätzliche Digitale Services integriert. Mehr Infos: https://Inuernbergmobil.de

> Ausbau VAG_ Rad: Im Sommer 2020 wurde das Fahrradverleihsystem VAG_Rad großflächig erweitert. Die Flexzone wurde auf den Ring BAR und damit das zentrale Innenstadtgebiet der Stadt ausgedehnt und weitere zehn VAG_Rad Stationen in den Außenbezirken eröffnet. Um ein ausreichendes Angebot an Fahrrädern zur Verfügung zu stellen, wurden 1.000 weitere VAG_Räder angeschafft. Die Integration von VAG_Rad in der ersten Ausbaustufe von NürnbergMOBIL wurde erfolgreich abgeschlossen und die VAG_Räder sind seit Juni 2021 in NürnbergMOBIL entleihbar. Seit Oktober stehen an 10 Stationen 12 VAG_Lastenräder zur Verfügung. Für 2022 wurde die Beschaffung von weiteren 500 Fahrrädern |v eranlasst. Diese sind für den Aufbau einer Flexzone in Langwasser sowie weiterer Ausleihstationen entlang wichtiger Verkehrsrouten vorgesehen.

> DFIS-Light: Die Ausstattung von Haltestellen des ÖPNV mit dynamischen Fahrgastinformationsanzeigern (DFIS) ist eine bewährte Maßnahme, die Attraktivität zu steigern. Fahrgäst”in-

nen erhalten einfach und schnell aktuelle Informationen zur Fahrplan- und Betriebslage. Insbesondere bei Abweichungen vom Planbetrieb sind sie besser informiert und werden frühzeitig auf Alternativen gelenkt, um ihr Ziel zu erreichen. Ziel des Projektes DFIS-Light ist der weitere Ausbau der Fahrgastinformation auch an weniger stark frequentierten Bushaltestellen in Nürnberg. Die Anzeiger für DFIS-Light werden in die Fahne des bestehenden Haltstellenschildes integriert und verfügen über eine autarke Stromversorgung per Batterie. Durch die erheblich geringeren Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlichen DFIS-Anzeigern sowie den deutlich verringerten Aufwand bei der Installation vor Ort (z.B. entfällt die Notwendigkeit eines Anschlusses an das Stromnetz), ist damit auch die Ausstattung von weniger stark genutzten Haltestellen unter Kosten-Nutzen Gesichtspunkten möglich. Zusätzlich konnten für dieses Projekt Fördermittel des Bundes in Höhe von 50 % der zuwendungsfähigen Kosten akquiriert werden. Ausgestattet sind die DFIS-Light Anzeiger mit jeweils einem zweizeiligen LCD-Display auf beiden Seiten der Fahne und einer Vorleseeinrichtung für blinde und sehbehinderte Fahrgäst*innen. Insgesamt sollen bis etwa Juni 2022 150 Bushaltestellen im Netz mit DFIS-Light Anzeigern ausgestattet werden. > WLAN: Mittels Public WLAN kostenlos ins Internet ist inzwischen an 18 U-Bahnhöfen im Nürnberger Stadtgebiet möglich. Bereits im Jahr 2017 startete nur wenige Tage nach BayernWLAN im Nürnberger Nahverkehr zusätzlich auch das VAG-eigene WLAN mobiconnect. So sind neben allen VAG Bussen inzwischen auch die Busse privater Verkehrsunternehmen, die im Nürnberger Netz eingesetzt werden, sowie wichtige Oberflächenhaltestellen mit WLAN versorgt. Auch die neuen U-Bahnfahrzeuge vom Typ G1 sind mit WLAN ausgestattet. Zusätzlich verfügen 14 GT8N-Straßenbahnen und nach Abschluss des Redesigns 26 GT8N-Straßenbahnen über öffentliches WLAN. Ebenso ist für die neuen 26 Avenio-Züge, die ab 2022 sukzessive in Betrieb gehen, Fahrgast-WLAN vorgesehen. Der Erfolg des Projekts WLAN zeigt sich nicht nur am stetigen Ausbau, sondern auch an den Nutzerzahlen: Diese steigen kontinuierlich. Mittlerweile können BayernWLAN und mobiconnect gemeinsam rd. 700.000 Verbindungen pro Monat verzeichnen und die Nutzer*innen sind durchwegs zufrieden. Das zeigt eine Befragung in den Bussen der VAG aus dem Juni 2019, eine aktuelle Umfrage im Juni 2021 untermauert dies. 93 Prozent der befragten Fahrgäst*innen bewerten das Angebot positiv und mehr als drei Viertel wünschen sich einen weiteren Ausbau. Vor allem Schüler*innen, Studierende und junge Erwerbstätige schätzen das WLAN in Fahrzeugen und an Haltestellen und nutzen es regelmäßig. > Zuazielanzeiger U-Bahn-Linie U1: Im Gegensatz zu den Linien U2 und U3 waren entlang der Strecke der U1 bislang an den meisten Haltestellen noch herkömmliche Fallblattanzeiger im Einsatz, die keine Anzeige von Echtzeit- oder Störungsinformationen ermöglichten. Es wurden daher, mit der Ausnahme der Haltestelle Fürth Hauptbahnhof, die sich derzeit noch in der Umrüstung befindet, sukzessive alle Haltestellen der Linie U1 mit modernen TFT-Displays ausgestattet. So stehen Fahrgäst*innen nun auch über die Anzeiger an den Haltestellen der Linie U1 sowie über die verschiedenen weiteren digitalen Informationskanäle Echtzeit- und Störungsinformationen für die Linie U1 zur Verfügung. > Anzeige von Umsteigebeziehungen in Echtzeit: Um den Fahrgäst*innen auch unterwegs im Fahrzeug die relevanten Informationen der Reisekette zur Verfügung zu stellen, werden inzwischen für Haltestellen mit Umsteigemöglichkeiten auf den Monitoren in den Fahrzeugen die Umsteigebeziehungen in Echtzeit angezeigt. So können die Fahrgäst*innen bereits vor Ankunft an der Umstiegshaltestelle abschätzen, ob bzw. welchen Umstieg sie zur Weiterfahrt erreichen können. Da die Weiterfahrt nicht in allen Fällen mit VAG-Verkehrsmitteln erfolgt, wurden die Systeme so ertüchtigt, dass auch Umsteigemöglichkeiten zu anderen Verkehrsunternehmen wie z.B. zur S-Bahn oder zum Busverkehr des OVF in Echtzeit angezeigt werden.

Abbildung 14

Abbildung 13

Pilotproiekt zur Auslastungsinformation: Seit Anfang November 2020 führt die VAG in zwei Bussen einen Test durch, um Besetzungsgrade auf Basis verschiedener Datenquellen hochzurechnen. In den Datenpool fließen ein: die Einlogg-Zahlen ins öffentliche WLAN mobi- V

connect, die Anzahl der offenen Bluetooth-Geräte, Fahrgastzahlen aus automatisierten Zählsystemen, manuelle Zählungen. Ziel ist, einen validen Faktor zu ermitteln, der den Besetzungsgrad im Fahrzeug angibt: leer, halbvoll und voll. Verläuft dieser Pilot erfolgreich, sollen diese Status den Kunden*innen zukünftig über start.vag.de, die VGN-Fahrplanauskunft und auch über die Mobilitätsplattform angezeigt werden.

Abbildung 15

Abbildung 16

  1. Takt und Fuhrparkauslastung

Seit Beginn der Pandemie hat die VAG den Fahrzeugeinsatz permanent überprüft und den Anforderungen aus der pandemischen Situation angepasst. Dabei wurden und werden auch weiterhin überwiegend Langzüge bzw. Gelenkbusse eingesetzt, um dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Fahrgäste Rechnung zu tragen. Dies hatte zur Folge, dass auch in Phasen sehr niedriger Nachfrage überwiegend das vollständige Regelangebot angeboten wurde. Zusätzlich können im Rahmen eines Förderprogramms des Freistaats Bayern für Schulverkehre umfangreiche zusätzliche Fahrten mittels angemieteter Busleistungen angeboten werden.

Aus Sicht der VAG kann ein dichteres Taktangebot zu einem höheren subjektiven Komfort- und Sicherheitsgefühl bei den Fahrgäst*innen beitragen. Da Angebotsverdichtungen die angebotenen Platzkapazitäten deutlich erhöhen können, soll das bestehende Angebot in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden.

Durch eine zunehmende Home-Office-Nutzung hat sich die Nachfragespitze (ohne den klassischen Schülerverkehr) deutlich in die nachmittägliche Neben- und Hauptverkehrszeit verschoben. Daher plant die VAG zusammen mit der Verwaltung der Stadt Nürnberg im Rahmen des ÖPNV-Maßnahmenpakets 2030 mittelfristig eine deutliche Verdichtung des Angebots über den gesamten Tagesverlauf. Die hinsichtlich ihrer Auslastung in der Spitzenstunde kritischen Querschnitte im ÖPNV-Netz sind der VAG bekannt.

Ein Stufenkonzept zur Umsetzung entsprechender Taktverdichtungen und Angebotsausweitungen sind im ÖPNV-Maßnahmenpaket 2030 enthalten und sollen zeitnah umgesetzt werden. Hierfür wurden bereits seitens der VAG entsprechende Fahrzeugbeschaffungen angestoßen. Beispielsweise sollen beginnend ab 2022 26 zusätzliche neue Straßenbahnfahrzeuge zur Verfügung stehen. Im Busbereich wird kontinuierlich der Anteil der größeren Gelenkbusse an der Fahrzeugflotte erhöht. Bereits im Einsatz befinden sich die neuen U-Bahnzüge vom Typ G1, welche durch die neue Innenraumgestaltung mehr Platz bieten.

Allerdings sind für einige der im ÖPNV-Maßnahmenpaket 2030 genannten Angebotsverdichtungen auch entsprechende Ertüchtigungen der Infrastruktur erforderlich. Die für die Umsetzung notwendigen Planungen und Durchführung der Baumaßnahmen verhindern — neben den Beschaffungszeiträumen für zusätzliche Fahrzeuge und Personal — eine sofortige Umsetzung der geplanten Maßnahmen und machen eine zeitliche Staffelung erforderlich.

Das ÖPNV-Maßnahmenpaket 2030 wurde im AfV im Juli 2021 vom 22. Juli 2021 als Grundlage für die Weiterentwicklung des OPNV in Nürnberg beschlossen.

Freundliche Grüße

VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft

I. V

EG

Hefmann Klodner

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