Anlage 3.1
Infrastruktur für den Bikesport: Zabo-Trails und Bikepark
Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von SPD und CSU vom 29.01.2020
Die BMX/Mountainbike-Szene stellt eine der größten freien Trendsportszenen in Nürnberg dar. Diese zeichnet sich durch eine Organisationsform aus, die zwar nicht mit der klassischen Organisation eines Sportvereins vergleichbar ist, aber trotzdem gewisse Strukturen und untereinander auch eine gute Vernetzung vorweist. Aus diesem Netzwerk heraus wurden Bedarfe zur spezifischen Infrastruktur formuliert. Die aktuellen Entwicklungen sollen im Folgenden dargestellt werden:
Erhalt der Zabo-Trails
BMX und Dirtbike wird im Raum Nürnberg vor allem im Reichswald an den sogenannten Zabo- Trails ausgeübt. Diese wurden größtenteils in Eigenregie durch die Szene erstellt. Bislang gibt es vor Ort guten direkten Kontakt und Gespräche mit den Akteuren. Die Anlage (inkl. Umgriff) ist in der Vergangenheit immer sehr ordentlich gehalten worden und hat sich in der Flächenausdehnung über die Jahre nicht nennenswert vergrößert. Konflikte mit der erholungssuchenden Bevölkerung sind den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) nicht bekannt.
Wie berichtet, bestehen intensive Bemühungen der aktiven Bikerszene, des Post Sportvereins Nürnberg e.V., BaySF sowie der Stadtverwaltung, um die Voraussetzungen für den Erhalt der Zabo-Trails zu schaffen und diese in eine Vereinsstruktur zu überführen.
Der Post SV ist bei akzeptablen Rahmenbedingungen bereit, in diesem Fall auf Basis eines privatrechtlichen Nutzungsvertrags mit BaySF die Betreiberfunktion zu übernehmen. Die Anlage soll dabei instandgesetzt und TÜV-zertifiziert werden. Dabei geht es um einen Erhalt des Status quo ohne Erweiterung. Auch Fragen der Verkehrssicherung und Haftung können somit gelöst werden. Der Zugang zu den Strecken kann durch ein Sperren bzw. Öffnen der Startrampen geregelt werden. Die bestehende Szene würde sich dabei dem Verein anschließen. Dabei ist also nicht von einer elementaren Änderung der Nutzerstruktur auszugehen. In diesem Zusammenhang wird der Post SV von der Durchführung von Veranstaltungen absehen und sich darüber hinaus im Bereich Umweltbildung engagieren sowie seine Mitarbeitenden und Mitglieder im Sinne des Naturschutzes unterweisen und aufklären.
Der mit dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, der Unteren Naturschutzbehörde sowie den betroffenen städtischen Dienststellen abgestimmte Nutzungsvertrag stellt sicher, dass die ökologische Funktion der Fläche erhalten bleibt und es sich bei der Sportnutzung nur um eine Zwischennutzung handelt. Die Fläche bleibt somit ausgewiesener Bannwald. Baumfällungen sind ausgeschlossen und es besteht eine Rückbauverpflichtung zur vollständigen Wiedererfüllung der wald- und naturschutzrechtlichen Verpflichtungen im Anschluss an die Sportnutzung. Darüber hinaus ist die vorherrschende Ausstattung zu dokumentieren und sicherzustellen, dass keine Selbstausdehnung der Anlage stattfindet.
Nach der finalen Unterzeichnung des Nutzungsvertrags im Februar sollen die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen definiert werden. Auf dieser Grundlage plant der Verein eine Informationsveranstaltung an den Zabo-Trails. Sobald es die Wetterlage zulässt, sollen anschließend im Frühjahr die Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Parallel plant der Post SV die Gründung einer Radsportabteilung und somit die Überführung der Sportart Dirtbike in den organisierten Sport.
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Planungsstand Bikepark Schmausenbuck
Nachdem die Zabo-Trails aufgrund des anspruchsvollen Streckenprofils weder für eine breitensportliche noch, mit Ausnahme des Pumptracks, für eine schulische Nutzung geeignet sind, hat der Stadtrat die Errichtung eines Bikeparks am Schmausenbuck beschlossen und Haushaltsmittel eingesetzt. Dieser soll Sportlerinnen und Sportlern aus allen Alters- und Leistungsklassen die Möglichkeit bieten, den Bikesport auf einer öffentlich zugänglichen und verkehrssicheren Anlage zu betreiben.
Die Sportkommission hat am 17. Juli 2020 die Planungen zur Erstellung eines Bikeparks am Schmausenbuck befürwortet und der Stadtrat im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden, sich in gleicher Höhe wie die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bis maximal 200 000 Euro (brutto) an den Investitionskosten zu beteiligen.
Zur Ausgestaltung des Gesamtkonzepts des Bikeparks wurde am 30. September 2021 ein Planungsworkshop abgehalten. Alle Beteiligten des Workshops konnten zügig einen gemeinsamen Nenner für die Streckenplanung finden. Dabei wurde sich darauf geeinigt, dass folgende Streckentypen benötigt werden: Flowtrail, Jumpline, XC-Strecke, Pumptrack, Uphilltrail, Übungsparcour und ein Trick- Sprung. Da parallel auch ein Trailnetz für die umliegenden Waldbereiche ausgearbeitet wird, soll davon abgesehen werden, Enduro und All Mountain Trails in den Bikepark zu integrieren. Die Vertretungen der verschiedenen Interessensgruppen, die nicht am Workshop teilgenommen haben, wurden im Nachgang informiert.
Die Ergebnisse des Planungsworkshops wurden in den aktuellen Streckenplanungen berücksichtigt. Ein Entwurf dieser ist in der Abbildung rechts dargestellt (Firma DirtWays). Am 10. März 2022 wird die Planungsfirma den Beteiligten des Workshops das Projekt bei einem Ortstermin vorstellen.
Nach der detaillierten Streckenplanung stellte sich heraus, dass das Thema Naturschutz genauer betrachtet werden musste. Daraufhin wurde ein Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forst vor Ort vereinbart. Um dem Naturschutz gerecht zu werden, musste eine Lösung für das in der Bauzone befindliche Heidekraut gefunden werden. Es wurde sich darauf geeinigt, eine gut geeignete Ausweichfläche oberhalb der Anlage durch eine natürliche Barriere zu schützen, um dem Heidekraut dort eine „Ausgleichsfläche“ zu bieten.
Die Ausschreibung der Bauleistungen soll bis Mitte Februar 2022, die Vergabe bis Mitte März 2022 erfolgen. Sobald das ausführende Unternehmen einen Detailplan mit exakten Angaben zu den Abmessungen der Hindernisse erarbeitet hat, kann der Bauantrag gestellt werden. Die Ausführung der Arbeiten ist für das Frühjahr 2022 geplant.
Für den Betrieb des Bikeparks, der durch die Stadt Nürnberg zu leisten ist, stehen Mittel in Höhe von 60 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Eine stadtinterne Verortung der Aufgaben des laufenden Unterhalts und der Verkehrssicherung ist auf dem Weg.
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