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← Sitzung des Werkausschusses Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) (09.03.2022)

Objektplan

Anlage · 09.03.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Gibitzenhof Dutzendteich Wohnen & Bauen Umwelt & Klima Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

850.1-G.07 Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg Planung und Bau Grün Anlage 1

Er l äut er ungsber i cht

zur Baumaßnahme: Neubau Skateanlage Münchener Straße (Orts- bzw. Straßenbezeichnung)

Gesamtbaukosten: 1.188.000 €

A) Allgemeiner Teil

  1. Kurze Begründung der Maßnahme:

Die bestehende Skateanlage an der Münchener Straße wurde in den 90er-Jahren als asphaltierte Fläche mit Skateelementen aus Holz und Stahl sowie aus Beton und Stahl angelegt. Nach intensiver Nutzung treten in den Übergängen zwischen dem Asphaltboden und den Skateelementen bauliche Probleme auf, die die Nutzbarkeit der Anlage erheblich einschränken und teilweise ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Nutzer darstellen.

Der Standort hat sich sehr gut bewährt. Im Volkspark Dutzendteich sind zahlreiche Sportstätten integriert. Die Skateanlage ergänzt das Angebot an informellen und individuellen Sport- und Freizeitnutzungen in der Parkanlage. Es bestehen keine Konflikte mit Anwohnern. Die nächste Wohnbebauung befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der stark befahrenen Münchener Straße ca. 180 m entfernt. Wegen des geringen Konfliktpotenzials und der Erreichbarkeit ist die Anlage sehr gut frequentiert.

Der Bedarf an einer attraktiven, zeitgemäßen Skateanlage im Süden von Nürnberg wird seit längerem von den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefordert. Darüber hinaus ist eine stark wachsende Nachfrage durch das neu entstehende, angrenzende Stadtquartier Lichtenreuth zu erwarten.

Die Skateanlage an der Münchener Straße im Volkspark Dutzendteich soll durch einen Neubau ersetzt werden. Es ist vorgesehen die bestehende Anlage abzubrechen und einen neuen Skatepark zu konzipieren, der sich in die urbane Parklandschaft des Volksparks einfügt.

  1. Baugrundstück: (Angaben über Größe, Lage, Beschaffenheit, Eigentumsverhältnisse und Bauhindernisse) Die Skateanlage befindet sich im Volkspark Dutzendteich östlich der Münchener Straße. Die Maßnahme umfasst eine Fläche von ca. 4.820 m² auf einer Teilfläche des Flurstücks 455, Gemarkung Gibitzenhof. Das Flurstück befindet sich in städtischem Eigentum.

Es ist kein Bebauungsplan vorhanden. Die bestehende Skateanlage wurde mit Bescheid vom 27.06.1997 baurechtlich genehmigt (B22/1997/0598).

Die Fläche liegt im westlichen Randbereich der ehemaligen Baugrube des Deutschen Stadions, in der nach dem zweiten Weltkrieg Schutt, Haus- und Industriemüll abgelagert bzw. deponiert wurden. Eine Voruntersuchung des Bodens zeigt, dass oberflächennah künstliche Auffüllungen anstehen, die sehr hohe Schwermetallgehalte und organische Belastungen aufweisen. Die gesamte Anlage wird in die Höhe gebaut, um Bodeneingriffe und Entsorgungskosten zu minimieren.

3. Entwurfsanordnung: (Erläuterung der Planung)

siehe Erläuterungsbericht Landskate

4. Abwicklung des Bauvorhabens: (Bauzeit, Bauabschnitte)

Bauzeit: Frühjahr bis Herbst 2022, Fertigstellungs- und Entwicklungspflege bis 2025

  1. Zahl, Art und Größe der zu gewinnenden Nutzflächen: (z.B. Schmuckgrün, Spielplatzflächen, Sportflächen, Ruheplätze, kleingärtnerische Nutzflächen usw.)
Belagsart Bestand Planung (Stand Entwurf)
Befestigte Fläche 1.010 m² 1.860 m²
Fallschutzfläche Kies 90 m² –
Rasenfläche intensiv 3.350 m² 2.510 m²
Pflanzfläche – 80 m²
Gehölzfläche 370 m² 370 m²

6. Biodiversität / Naturschutzrelevante Planungsinhalte

Das auf der Skatefläche anfallende Oberflächenwasser kann frei in die angrenzenden Rasenflächen entwässern und versickern (Flächenversickerung). Außerdem soll das Oberflächenwasser an der Ostseite über Hofabläufe gefasst und direkt in den Wurzelbereich der Bäume geleitet werden. Für die gezielte Versickerung des Regenwassers über Rigolen in den Baumquartieren ist noch eine wasserrechtliche Genehmigung bei UwA einzuholen.

Es ist keine Beseitigung und kein Rückschnitt der durch die BaumSchVO geschützten Bäume vorgesehen.

Abgrabung: Im Wurzelbereich von Baum B67 muss eine Abgrabung in Handschachtung erfolgen. Der lose Kies in der Fallschutzfläche ist nach Abbau des Spielgeräts zu entfernen und Oberboden aufzutragen.

Auffüllung: Die Skateanlage befindet sich im Randbereich der Baugrube des Deutschen Stadions, daher sind belastete Auffüllschichten vorhanden. Um Eingriffe in den Boden zu reduzieren, soll die Skateanlage in die Höhe gebaut werden. Zur besseren Einbindung der Anlage in die Parklandschaft sind die höheren Skateebenen im Nordosten der Anlage vor dem baumbestandenen Hügel geplant. Zur Abfangung der Höhen soll eine Böschung angeschüttet werden – aus Unterhaltsgründen mit einem maximalen Steigungsverhältnis von 1:4. Es sind Auffüllungen im Kronentraufbereich der Bäume B12, B17 und B18 erforderlich, die sich im mittleren bzw. oberen Hangbereich befinden.

Ob ein Eingriff in den Wurzelbereich von Baum B54 erforderlich ist, um den Zugangsweg herzustellen, kann erst während der Bauausführung geklärt werden. Der Zugangsweg ist außerhalb des Kronentraufbereichs zuzüglich 1,50 m geplant.

Der Schutz der bestehenden Bäume erfolgt je nach Standort über Stamm- und Wurzelbereichsschutz oder über Wurzelschutzzäune.

Sieben Hochstämme sollen innerhalb oder außerhalb der Skatefläche neu gepflanzt werden.

SÖR/1-E plant die Beleuchtung der Skateanlage (Eigenplanung). Nach dem neuen Artikel 11a BayNatSchG sind Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich zu vermeiden. Jedoch könnte unter bestimmten Voraussetzungen eine Beleuchtungsanlage installiert werden. Das Umweltamt verlangt ein artenschutzrechtliches Gutachten zur Beurteilung der Auswirkungen auf die Insektenfauna. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens ist noch zu prüfen, ob eine Beleuchtungsanlage vor dem Hintergrund des neuen Paragrafen im BayNatSchG umgesetzt werden kann. Die Skateanlage wird eine übergeordnete Bedeutung für das gesamte Stadtgebiet besitzen, so dass die Verlängerung der Nutzungszeit im Winterhalbjahr als angemessen erachtet wird.

Beschreibung Konzept Entwurf

Neubau Skateanlage Münchener Straße

Die Neuplanung sieht den gesamten Rückbau der bestehenden Anlage, sowie deren Umbau in einen modernen State-of-the-Art Skatepark vor. Die Skatefläche wird Richtung Süden und Westen auf ca. 1600 m2 vergrößert. Die gesamte Anlage soll aus einem Guss in Ortbetonbauweise gefertigt werden. Für die Grundlage des Konzepts der Skateanlage wurden zwei Nutzerbeteiligungen durchgeführt. Die Wünsche der NutzerInnen wurden protokolliert und im Konzept berücksichtigt:

Weitere Wünsche zu der Anlage werden in der Planung berücksichtigt:

sein

Um auf Geländer, Absturzsicherung o.Ä. verzichten zu können, wird kein Hindernis die Fallhöhe von 1,0m übersteigen. Die Rampen werden rückseitig abgeböscht und in die bestehende Böschung des Silberbuck eingearbeitet.

Die Entwässerung der befestigten Fläche erfolgt über ein Dachgefälle Richtung West Ost und Süd, somit ist – neben der Entwässerung der gesamten versiegelten Fläche (genehmigungsfreie Flächenentwässerung ohne Eingriff in die bestehende Grünflächen) auch ein optimaler Anschluss an die Bestandshöhen gewährleistet. Einzig die Entwässerung der östlichen Seite der Skateanlage und des Bowls erfolgt über Hofabläufe entlang der Skatefläche und ist daher genehmigungspflichtig. Die Abläufe führen jeweils in die vier Baumgruben innerhalb der Skateanlage und dienen zu deren Bewässerung – zur Ergänzung der manuellen Bewässerung.

Bei der zu beplanenden Fläche handelt es sich um das ehemalige Reichsparteitag- Gelände. Der Bereich des Silberbuck wurde nach dem zweiten Weltkrieg mit Kriegsschutt verfüllt und die Hochdeponie Bauernfeindstraße errichtet. Durch die hohe Bodenbelastung wird die Skateanlage auf das bestehende Bodenniveau aufgebaut und seitlich abgeböscht. Anstatt eines geschichtlichen Bezugs zum Ort herzustellen, wird konzeptionell die Ästhetik eines innerstädtischen Plaza mit den hiesigen Grünflächen in Verbindung gebracht.

Die Zuwegung zur Skateanlage erfolgt im Westen am Standort der bestehenden Zuwegung und öffnet sich mit drei Zugängen zur Skateanlage. Ausgestattet mit einer Asphaltdeckschicht und 45cm frostfreiem Oberbau ist der Weg für Pflegefahrzeuge bis 7,5t befahrbar. Die Bestandsbäume im Umkreis des Skateparks können wie gehabt über die angrenzenden Wiesenflächen angefahren werden. Die Böschungen, die hinter den höheren Teilen des Skateparks ausgebildet werden, stellen durch ein Gefälle von max. 1:4 kein Hindernis für die Pflegefahrzeuge dar.

Die Sicherheitsabstände zwischen Hindernissen und Zuwegung werden durch Pflanzflächen mit Feldahorn „geschmückt“. Am südlichen Ende der Zuwegung bieten 7 Fahrradbügel Platz für 14 Fahrräder. Entlang des Weges sind Ortbeton-Bänke angeordnet, die einen freien Blick zur Skateanlage hin ermöglichen und zum Verweilen einladen. In einer der Sitzbänke ist eine Besenbox integriert.

Die Skateanlage verfügt über verschiedene Ebenen. Die höchste Ebene mit +1,60m Table-Höhe befindet sich im Nordosten. Dort ist der Kidney-Bowl eingelassen. Das Plateau an der nördlichen Stirnseite erhält einen Höhenunterschied zwischen +0,40 und +0,60m. Alle Ebenen sind für WCMX-Skater zugänglich. Im Nordwest der Anlage gibt es rückseitig der Quarter eine zusätzliche Rampe, welche WCMX- Skatern Zugang bis zum höchsten Punkt der Anlage ermöglicht. Durch die rückseitig begrünte Abböschung der Hindernisse passt sich der Skatepark optisch in die Parkanlage des Dutzendteichs an und schließt nördlich und östlich an die Böschung des Silberbuck an. Die Rampen an der südlichen Stirnseite sind freischwebend, ohne Table und gewähren einen durchlässigen Einblick in die Anlage. Wo möglich wird unter den Rampen Rasen angesät, bei komplett schattigen Flächen wird Pflasterbelag verwendet.

Innerhalb der Skateanlage gibt es vier skatebare Baumscheiben. Die Gehölze sind wichtiger Bestandteil des Konzepts. Sie lockern die Anlage auf und tragen klimatisch und atmosphärisch zur Aufenthaltsqualität bei und bieten Schatten an heißen Sommertagen. Am Manual-Center Piece stehen drei Feldahorne in skatebaren Ortbeton-Einfassungen und im nördlichen Bereich an der Down Section ein weiterer Feldahorn, ebenfalls in skatebarer Ortbeton-Einfassung. Die Bäume sind pflegeleicht, robust, anspruchslos und hitzeverträglich. Als Unterpflanzung wird Spiraea betulifolia verwendet, ein pflegeextensives, schnittverträgliches Bienengehölz.

Die Einfärbung des Ortbetons in drei verschiedene sandfarbene Töne nimmt Bezug auf die Historie der Stadt Nürnberg, welche auf Sandstein errichtet wurde und baulich das Stadtbild prägt. Durch die einzigartige Farbgestaltung erhält der Park seinen unverwechselbaren Charakter.

München, 24.07.2020

Wolfgang Stattmann Landschaftsarchitekt ByAK

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