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Sachverhalt

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulbereich; hier: Antrag „Schuljahr unter Corona-Bedingungen: Auswirkungen auf Einschulung,

Rückstellungen, Korridorlösungen, Vorrücken und Wiederholen“ der Bündnis 90/Die

Grünen Stadtratsfraktion vom 21.09.2021

Um weiterhin einen stabilen und sicheren Schulbetrieb zu ermöglichen, wurden und werden von Seiten der Stadt Nürnberg zahlreiche Anstrengungen unternommen. Die Verteilung der Raumluftreinigungsgeräte konnte erfreulicherweise Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen werden. Der Wartungszyklus und Filtertausch für die ersten 300 angeschafften Geräte hat bereits begonnen. Die HVE – Schule und Sport ist weiterhin stark in die Auslieferungen der vom Freistaat gestellten Pandemieartikel wie Schnelltests und Masken eingebunden. Von Seiten des Kultusministeriums ist eine Ausweitung der PCR-Pooltestungen auf die 5. und 6. Jahrgangsstufen aller Schularten (einschließlich der übrigen Förderschwerpunkte der Förderschulen) geplant. In Nürnberg hat sich bzgl. der Logistik der Pool- und Rückstellproben die Zusammenarbeit mit den Taxi-Unternehmen bewährt. Die Fahrten verlaufen bei den eingebundenen Fahrerinnen und Fahrern routiniert und die Proben wurden an den Abholpunkten rechtzeitig übergeben.

Der Unterricht des vergangenen Schuljahrs wurde stark von der Corona-Pandemie beeinflusst. In den letzten Schulausschüssen wurde ausführlich über die jeweils aktuelle Situation berichtet. Im Folgenden liegt der Fokus auf Schwerpunkten der Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler.

Grund- und Mittelschulen in Nürnberg

Das staatliche Schulamt in der Stadt Nürnberg beschreibt die dortige Situation folgendermaßen: Die Quote der Einschulung bei den Kindern im Einschulungskorridor ist zurückgegangen. Während sich im Einschulungsjahr 2020 42 % der Eltern für einen Verbleib im Kindergarten und gegen eine Einschulung entschieden, waren es im vergangenen Jahr 2021 rund 52 % der Eltern, die die Einschulung verschieben wollten. Die Anzahl der Wiederholer ging gegenüber dem Vorjahr leicht zurück von 150 im Schuljahr 2019/20 auf 145 im Schuljahr 2020/21.

Die Schülerinnen und Schüler der Deutschklassen wechseln nach spätestens einem Jahr in

die Regelklassen. Über eine Übergangsquote kann hier nicht gesprochen werden.

Im Schuljahr 2020/21 verließen in Nürnberg ca. 5% der Abschlussschülerinnen und -schüler

die Mittelschule ohne Anschluss. Diese Quote hat sich gegenüber den Vorjahren nicht

verändert.

Im vergangenen Schuljahr erreichten 90% aller Mittelschülerinnen und –schüler in der 10.

Klasse des Mittlere-Reife-Zuges die Mittlere Reife. Dies sind ähnliche Zahlen wie im Vorjahr.

Den Qualifizierenden Mittelschulabschluss oder Mittelschulabschluss erreichten 82 %.

Die Zahlen haben sich gegenüber den vorherigen Schuljahren nicht verändert.

Förderschulen in Nürnberg

Eine globale Antwort zur Situation an den Förderschulen über die verschiedenen

Förderschwerpunkte im Stadtgebiet Nürnberg ist nach Abstimmung mit der Regierung von

Mittelfranken schwierig. Je nach sonderpädagogischem Förderbedarf hatten die Schülerinnen

und Schüler, Erziehungsberechtigten und Schulen andere Herausforderungen zu bewältigen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier beispielhaft Aspekte erwähnt. Die digitale

Bildungsteilhabe war bei Familien ohne eine adäquate Ausstattung und WLAN-Zugang

erschwert. Oftmals hatten die Hygienevorgaben Auswirkungen auf Kommunikations-, Lern-

und Pflegesituationen. Aufgefallen ist auch die überdurchschnittlich hohe Teilnahmequote an

der Notbetreuung der Förderzentren und gleichzeitige Betreuung des Distanzlernens.

Realschulen und Gymnasien in Nürnberg

Aufgrund des Ausfalls von Hunderten von Präsenzstunden entstanden pandemiebedingte

Lernrückstände, die nicht einfach im Zeitraum von wenigen Wochen aufzuholen waren, und

somit erging der Erlass seitens des Bayerischen Kultusministeriums, das Sitzenbleiben zum

Ende des vergangenen Schuljahres 2020/2021 auszusetzen. Ebenso großzügig wurde das

Vorrücken auf Probe bedacht, wonach Schülerinnen und Schüler bis Dezember 2021 die

Möglichkeit erhielten, Lerndefizite und schlechte Noten zu beheben. Initiativen wie z. B.

„gemeinsam.Brücken.bauen“ unterstützen durch verschiedene Lernförderprogramme die

Reduzierung des Lernrückstandes.

Die Abschlussprüfungsergebnisse der weiterführenden Schulen in Nürnberg wichen im

Vergleich zu den vorherigen Jahren nicht im großen Stil von den früheren Notendurchschnitten

ab und waren tendenziell eher besser. Grundlage dafür waren die zahlreichen

Erleichterungen, die bereits über das Schuljahr hinweg seitens des Kultusministerium gegeben

waren (Reduzierung der Leistungsnachweise, Verschiebung der Prüfungstermine zur

besseren Vorbereitung, Trennung prüfungsrelevanter vs. nicht prüfungsrelevanter Lerninhalte,

Setzung von Schwerpunkten).

Eine konkrete Aussage darüber, wie viele Schülerinnen und Schüler die Schule ohne

Abschluss verlassen haben, ist schwierig, da Schulkarrieren aus datenschutzrechtlichen

Gründen kaum nachvollziehbar sind. Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2020/2021

ihren Abschluss nicht geschafft haben, stand die Möglichkeit zur Wiederholung an ihrer

bisherigen oder eben auch an einer anderen Schule offen.

Berufliche Schulen in Nürnberg

An den beruflichen Schulen wurde zur Beantwortung o.g. Anfrage im Dezember 2021 / Januar 2022 eine Forms-Abfrage durchgeführt. An ihr haben alle öffentlichen beruflichen Schulen teilgenommen. Da sich die beruflichen Schularten hinsichtlich Schülerschaft und Ausbildungszielen erheblich unterscheiden und teilweise sehr unterschiedliche schulrechtliche Regelungen gelten, erfolgte die Abfrage jeweils mit Bezug zu einer konkreten beruflichen Schule bzw. Schulart. Eine schulrechtliche Besonderheit stellt die duale Ausbildung dar. Hier ist schulrechtlich weder ein Wiederholen noch ein Vorrücken auf Probe Freiwilliges 0 5 vorgesehen. Die Abschlussprüfungen liegen dort Wiederholen in der Hand der jeweils zuständigen Stelle. Einige Berufsschulen haben deshalb ihre Antworten in erster Linie auf die Klassenformen Berufsvorbereitung und Berufsintegrationsklassen bezogen. Insgesamt zeigt sich bezüglich 28 des Wiederholens, dass die Zahl der SuS wiederholen in diesem Jahr vermehrt freiwillig. unfreiwilligen Wiederholerinnen und Wiederholer konstant geblieben ist. Relativ ähnlich sieht es Hinsichtlich des freiwilligen Wiederholens sind keine Veränderungen zu den Vorjahren bemerkbar. beim freiwilligen Wiederholen aus, jedoch haben Es wiederholen weniger SuS im Vergleich zu den hier fünf Direktorate ein vermehrtes Auftreten Vorjahren freiwillig. beobachtet. Begründet wurde dies durch die Unsicherheiten von Schülerinnen und Schülern bzgl. des behandelten Unterrichtsstoffs, zur

Beseitigung von Defiziten oder der Notenverbesserung. Grundsätzlich ist es so, dass Vorrücken auf Probe bei Schülerinnen und Schülern gewährt wird, wenn mit einer besseren schulischen Leistung im nächsten Schuljahr gerechnet werden kann. Bezüglich der Zahl an Vorrückerinnen und Vorrückern auf Probe sind an den beruflichen Schulen kaum Veränderungen im Vergleich zu den vorherigen Schuljahren zu erkennen. Bezüglich der Schülerinnen und Schüler, die eine berufliche Schule ohne Abschluss verlassen haben, zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Großteil der 1 2 Verlassen ohne Direktorate beobachtet keine Veränderungen, Abschluss wobei zwei Direktorate eine erhöhte und ein Direktorat sogar eine niedrigere Anzahl feststellen konnten. Als Gründe, die zum Verlassen der Schule ohne Abschluss führten, wurden die Beendigung der Ausbildung vor Abschluss, der Beginn einer anderen 30 Ausbildung, das Nichtbestehen der Abmeldungen ohne Erreichen eines Schulabschlusses waren vermehrt festzustellen. Abschlussprüfung oder auch der verlorengegangene Bezug zur Schule und die Veränderungen zu den Vorjahren waren nicht zu damit verbundene Motivation genannt. Die beobachten. erfreuliche Beobachtung, dass weniger Weniger SuS haben die Schule ohne Abschluss Schülerinnen und Schüler die Schule ohne verlassen (d. h. mehr SuS erreichten einen Abschluss verlassen, wird auf folgende Schulabschluss). Rahmenbedingungen zurückgeführt: die mildere Bewertung und auch die Sonderregelungen des Kultusministeriums, durch welche Schülerinnen und Schüler, die unter normalen Umständen von einer Wiederholung ausgeschlossen wären (Überschreitung der Höchstausbildungsdauer, mehrmaliges Wiederholen). Fast alle Direktorate geben an, dass die Prüfungsergebnisse, d. h. die Notendurchschnitte und Bestehensquoten, ähnlich wie in den vergangenen Schuljahren ausgefallen sind. Nur wenige Direktorate beobachteten negative Auswirkungen. Dies wird u. a. auf die Unterrichtsbedingungen während des vergangenen Schuljahrs, eine geringere Leistungsbereitschaft oder Schwierigkeiten bei der eigenständigen Organisation der Schülerinnen und Schüler zurückgeführt.

Alles in allem ist festzuhalten, dass die Schullaufbahnen der Nürnberger Schülerinnen und Schüler gemäß den Beobachtungen und Einschätzungen der zuständigen Stellen erfreulicherweise nicht gravierend von den Auswirkungen der Corona-Pandemie negativ beeinflusst werden. Dieser Umstand lässt sich auch durch das enorme Engagement der Lehrkräfte begründen. Kontakt halten, kreative und differenzierte Unterrichtsgestaltung und auch pädagogisches Augenmaß in Hinblick auf Leistungsnachweise. Weiterhin haben die besonderen Regelungen durch das Kultusministerium wie die Schwerpunktsetzungen im Lehrplan, die Reduktion der notwendigen Leistungsnachweise oder zum Vorrücken auf Probe zu Erleichterungen geführt.

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