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← Sitzung des Jugendhilfeausschusses (16.12.2021)

JHA Entscheidungsvorlage Unterstände

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CSU-Stadtratsfraktion Altenfurt Langwasser Jugendhilfeausschuss Fischbach Wohnen & Bauen Moorenbrunn

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage 3.1

zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 16.12.2021

Sachverhalt:

Jugendtreffs und –unterstände im Südosten Nürnbergs

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 16.11.2020

Einleitung

Mit dem Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 16.11.2020 wird die Verwaltung aufgefordert über bereits bestehende Unterstände und Jugendtreffs und deren Erhaltungszustand in den Stadtteilen Altenfurt, Fischbach, Moorenbrunn, Brunn, Netzstall und Birnthon im Südosten Nürnbergs zu berichten und zu prüfen, an welchen Plätzen Unterstände möglich wären. Hintergrund der Anfrage ist, dass laut Antrag viele Jugendliche während der Corona-Pandemie besonders unter den mangelnden Möglichkeiten von Jugendtreffs oder offenen Unterständen gelitten haben und leiden.

Die wesentliche Grundlage und Basis der folgenden Erläuterungen ist die aktuelle Jugendhilfeplanung (JHP) Offene Kinder- und Jugendarbeit von 2017, ergänzt durch die Schilderung der aktuellen Situation unter Coronabedingungen.

Grundsätzliche Einschätzung zur Lebenswelt junger Menschen in den benannten Stadtteilen

Die im Antrag genannten Stadtteile Altenfurt, Fischbach, Moorenbrunn, Brunn, Netzstall und Birnthon im Südosten Nürnbergs befinden sich im Planungsbereich (Pb) 30 der Jugendhilfeplanung Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Die Stadtteile umfassen ein großes und verteiltes Gebiet und sind überwiegend geprägt durch Reihenund Einzelhäuser und haben den Charakter von Vorstadtsiedlungen mit teilweise dorfähnlichem Flair. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leben zum größten Teil in einem Umfeld von meist ausreichend Wohnraum, ausreichend Frei- und Grünflächen, einer lebhaften Vereinsstruktur und nachbarschaftlicher Unterstützung.

Die Kinder und Jugendlichen aus dem Planungsbereich besuchen in der Regel die örtlichen Grundschulen und gehen danach meist auf weiterführende Schulen außerhalb des Planungsbereichs oder besuchen die Mittelschulen in Altenfurt bzw. in Langwasser.

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Stadtteilen leben in einem Lebensumfeld, in dem es grundsätzlich wenige Probleme im öffentlichen Raum gibt. Ab dem Jugendalter sind die jungen Menschen meist sehr mobil und nutzen die S-Bahn und die Buslinien in Richtung Langwasser und Innenstadt.

Der Anteil von jungen Menschen zwischen 6 und 21 Jahren an der Gesamtbevölkerung im Planungsbereich ist vergleichbar hoch (lt. JHP Rang 7 von 38) und wird, auch aufgrund der laufenden Neubauaktivitäten, in Zukunft weiter zunehmen.

Bewertung der Infrastruktur an (offenen) Angeboten in den Stadtteilen

Im Planungsbereich gibt es vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dazu gehören zahlreiche Angebote der Kirchengemeinden und (Sport-)Vereine.

Allerdings stellt sich die Situation hinsichtlich regelmäßiger offener Angebote für junge Menschen etwas anders dar.

Altenfurt und Moorenbrunn sind durch das Kinder- und Jugendhauses „Alf“ in Altenfurt gut mit Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit abgedeckt. Allerdings sind Fischbach, Brunn, Netzstall und Birnthon nicht ausreichend oder gar nicht mit offenen Angeboten versorgt.

Kinder und Jugendliche nutzen die vorhandenen Spiel- und Bolzplätze oder finden sich an anderen formellen sowie an informellen Treffpunkten zusammen.

Unterstände existieren in keinem der genannten Stadtteile.

Zur besonderen Situation der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Corona-Pandemie

Die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit durchlebten seit Beginn der Pandemie im März 2020 eine wechselvolle Zeit.

Von März bis Pfingsten 2020 durften junge Menschen aufgrund der bestehenden Rechtslage die Einrichtungen nicht betreten. Während dieser Zeit haben die Mitarbeiter-/innen dennoch den Kontakt zu ihren Besucher-/innen gehalten, indem sie telefonisch erreichbar waren, digitale Angebote entwickelten, mobil im Stadtteil unterwegs waren und in sogenannten „Zaungesprächen“ ansprechbar blieben. Für viele junge Menschen waren diese Angebote sehr wichtig und wurden gut angenommen, aber etliche andere wurden in dieser Zeit nicht mehr oder nicht ausreichend erreicht.

Ab Pfingsten 2020 durften die Einrichtungen wieder öffnen, allerdings mit starken Zulassungseinschränkungen und unter Einhaltung strenger Regeln. Auch hier stellte sich heraus, dass ein großer Teil an Kindern und Jugendlichen gerne wieder die Einrichtungen besuchte, aber andere, zum Beispiel Cliquen Jugendlicher, weitgehend fernblieben und sich entweder im öffentlichen oder im privaten Raum trafen.

Ab Winter 2020 wurden dann aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens in Bayern Präsenzangebote in den Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit untersagt, lediglich existenzsichernde und notfallbezogene Beratungen und Unterstützungsleistungen waren möglich. Dieser Zustand dauerte aufgrund des Infektionsgeschehens in Nürnberg bis Pfingsten 2021.

Ab dem Ende der Pfingstferien 2021 konnten die jungen Menschen dann endlich wieder zunehmend die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit trotz der immer noch bestehenden Zugangsbeschränkungen wahrnehmen.

Und erst seit September waren (bis zu neuerlichen Beschränkungen Ende November) wieder (fast) alle Angebotsformen möglich, allerdings nun unter Einhaltung der 3G-Regel.

Für Kinder und Jugendliche waren die vergangenen 1,5 Jahre unter den Einschränkungen in der Corona-Pandemie besonders dadurch gekennzeichnet, dass es ihnen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war, ihre Freizeit so zu gestalten, wie sie es gewohnt waren. Das Treffen von Freunden in kleinen oder größeren Gruppen, der Besuch von Jugendeinrichtungen, die Teilhabe an Aktivitäten von (Sport-)Vereinen, der Besuch von Kulturveranstaltungen – all das war ihnen verwehrt oder nur unzureichend wahrnehmbar. Sogar der Schulbesuch fand für die meisten Jugendlichen längere Zeit nur digital statt.

Da auch aufgrund der Kontaktbeschränkungen das Treffen im öffentlichen Raum untersagt war, waren junge Menschen zeitweise komplett vom jugendkulturellen Leben abgeschnitten.

Daraus folgende Handlungsempfehlungen aus fachlicher Sicht

Wie in der aktuellen Jugendhilfeplanung Offene Kinder- und Jugendarbeit beschrieben, sind Altenfurt und weite Teile von Moorenbrunn durch das Kinder- und Jugendhaus „Alf“ mit Angeboten der Offenen

Kinder- und Jugendarbeit ausreichend versorgt. Aktuell werden das Außengelände und der Fußballplatz auch von Jugendlichen gerne genutzt.

Vor allem in Fischbach, aber auch in den anderen Stadtteilen, fehlen derartige niederschwellige Angebote, obwohl ein deutlicher Bedarf besteht.

In der Jugendhilfeplanung Offene Kinder- und Jugendarbeit wurde ebenfalls bereits festgehalten: „Räumlichkeiten für offene Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsende aus Fischbach und Brunn müssen gewonnen werden. Das entstehende Angebot wird vom Kinder- und Jugendhaus „Alf“ betrieben, hierfür ist eine Erweiterung der personellen Ressourcen der Einrichtung nötig.“ (30 Analyse für Altenfurt, Moorenbrunn, Fischbach, Brunn (nuernberg.de) Punkt Handlungsempfehlungen).

Bezugnehmend auf den aktuellen Antrag ist nun festzustellen, dass zusätzlich zu den in der Jugendhilfeplanung festgestellten Aussagen auch Unterstände oder überdachte Sitzgelegenheiten sinnvolle Ergänzungen zu den pädagogischen Angeboten durch Jugendeinrichtungen sein können, zum Beispiel ist ein Treffen an diesen Plätzen auch außerhalb von Öffnungs- oder Nutzungszeiten möglich. Derartige Treffmöglichkeiten könnten auch für Gruppen oder Cliquen eine Alternative sein, die die Jugendeinrichtung (noch) nicht besuchen möchten.

Ein Unterstand oder eine überdachte Sitzgelegenheit sollte immer mit einem zumindest zeitweisen pädagogischen Gesprächs- und Unterstützungsangebot verbunden sein.

Eine an das Kinder- und Jugendhaus „Alf“ angegliederte Außenstelle mit zusätzlichen personellen Ressourcen würde mit einem Jugendbüro in Fischbach sowohl den Bedarf nach einer Treff- und Beratungsmöglichkeit für Jugendliche als auch die pädagogische Betreuung eines oder mehrerer Unterstände / überdachter Sitzgelegenheiten in Form von Streetwork und aufsuchender Arbeit abdecken können.

Die konkrete Verortung der überdachten Sitzgelegenheit(en) sollte unbedingt in einem Beteiligungsprozess mit den jungen Menschen aus Fischbach, Brunn, Netzstall und Birnthon gemeinsam erfolgen. Denn nur dadurch ist die Akzeptanz der überdachten Sitzgelegenheiten durch die Zielgruppe zu erreichen.

Fazit

In Nürnberg gibt es in vielen Planungsregionen einen weiteren Ausbaubedarf für Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Dort sind jeweils die geeigneten Angebote zu prüfen, sowohl Kinderund Jugendhäuser oder Jugendtreffs als auch der Aufbau von alternativen Angeboten, wie z.B. pädagogisch betreute Unterstände, überdachte Sitzgelegenheiten oder ein Jugendbüro.

Für die hier genannten Stadtteile schlägt die Verwaltung vor, unter Federführung des Kinder- und Jugendhauses „Alf“ und unter Beteiligung von laut!, dem Partizipationsformat für Jugendliche, in einem Beteiligungsprozess mit Jugendlichen beispielhaft den Bedarf und mögliche Standorte für überdachte Sitzgelegenheiten in Fischbach, Brunn, Birnthon und/oder Netzstall zu prüfen.

Sollte ein grundsätzlicher Bedarf festgestellt werden, schlägt die Verwaltung weiter vor, eine Umsetzung der überdachten Sitzgelegenheiten in Kombination mit einem Jugendbüro in Fischbach mit zusätzlichen personellen Ressourcen als Außenstelle des Kinder- und Jugendhauses „Alf“, weiter zu prüfen und gegebenenfalls zu konkretisieren.

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