Mission – Vision – Geschichte
Mission Statement: Der Internationale Museumsrat (ICOM) ist dem Schutz und der Bewahrung beweglicher Kulturgüter und Naturalien verpflichtet. ICOM Deutschland ist die Selbstorganisation der Museumsfachleute in Deutschland und das Portal zu ICOM, dem weltweiten Netzwerk und Think Tank mit Sitz in Paris. Im Zentrum seiner Aktivitäten stehen die professionelle Beratung zu allen Museumsfragen, die Verankerung der Museumsstandards sowie Forschung und Weiterbildung.
Museumsfragen klären
ICOM Deutschland bietet in allen Themenbereichen und bei allen Problemen des Museumswesens seinen Mitgliedern kollegialen Rat sowie der Politik, den Rechtsträgern von Museen und der Fachwelt seine Expertise. Alle Aktivitäten zielen darauf ab, die Akzeptanz globaler fachlicher Ansprüche zu steigern und in der Museumspraxis zu verankern, ohne lokale und nationale Bedingungen außer Acht zu lassen. Als Maßstab dient die museumsethische Verantwortung, wie sie in den Ethischen Richtlinien für Museen von ICOM verankert ist.
Fachdiskussionen vertiefen
ICOM Deutschland verbindet Museumsfachleute miteinander und wirkt als nationale Kommunikationsdrehscheibe in den und aus dem Weltverband ICOM. Kernanliegen sind die Fortentwicklung professioneller Standards und die grenzüberschreitende Verbreitung museologischen und spezifischen Fachwissens. Dabei sind zwei Aspekte stets im Blick: der Nutzen für konkrete Museumsarbeit vor Ort und die Vermeidung von Doppelentwicklungen durch die Übertragbarkeit bereits vorhandener Kenntnisse.
Kräfte entwickeln
ICOM Deutschland ist mit mehr als 6.500 persönlichen und institutionellen Mitgliedern das größte Forum der Museumsfachleute sowohl in Deutschland als auch in Europa. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem wissenschaftlichen Nachwuchs, der museumsbezogenen
Fachinformation und der Fortbildung für Museumsfachleute. ICOM Deutschland ist Teil der internationalen ICOM-Familie. In dieser Funktion will ICOM Deutschland die Kommunikationsflüsse zwischen den Museumsfachleuten in Deutschland und auf internationaler Ebene vereinfachen und intensivieren.
Vision
ICOM Deutschland ist die bedeutendste Museumsorganisation in Deutschland und gilt als die deutsche Stimme der internationalen Museumsfamilie. ICOM Deutschland setzt die professionellen und ethischen Standards von ICOM in Deutschland um und genießt im Berufsfeld, in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft hohe Anerkennung als Berater und Kooperationspartner sowie als Forum für den beruflichen Austausch und die wissenschaftliche Weiterbildung.
Geschichte
Am 19. März 1953 wurde Kurt Martin, Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, zum Gründungspräsidenten des ICOM-Nationalkomitees der Bundesrepublik Deutschland gewählt. 15 Jahre später, am 31. Juli 1968, wurde auf Antrag von Johannes Jahn, dem Direktor des Museums der Bildenden Künste in Leipzig, das ICOM-Nationalkomitee der DDR gegründet. Am 16. Dezember 1990 wurden die Mitglieder von ICOM-DDR dann in das westdeutsche ICOM-Nationalkomitee integriert. Heute ist ICOM Deutschland mit rund 6.500 individuellen und institutionellen Mitgliedern der mitgliederstärkste Museumsverband in Deutschland und auch innerhalb der internationalen ICOM-Familie.
Handlungsfelder
Museum
Museen und ihre Träger haben die Aufgabe, das materielle und immaterielle Natur- und Kulturerbe zu schützen und für die Gesellschaft dauerhaft zugänglich zu machen. ICOM und ICOM Deutschland unterstützen sie darin durch die Bereitstellung global anerkannter Hilfsmittel. Dazu zählen die Museumsdefinition, die sich derzeit in Überarbeitung befindet, die Ethischen Richtlinien von ICOM für Museen, die Standards für Museen und die Förderung nachhaltiger Museumsarbeit. Diese Dokumente dienen der beruflichen Selbstkontrolle und setzen Mindeststandards für die Museumsarbeit.
Internationaler Museumstag
Mit dem Internationalen Museumstag machen die Museen weltweit auf die Vielfalt ihrer Sammlungen und Vermittlungsprogramme aufmerksam. Mit ihrem breiten Spektrum und ihren innovativen Ideen leisten die Museen einen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, die in ihnen bewahrten Schätze zu entdecken und sich von der Leidenschaft der Museumsmitarbeiter mitreißen zu lassen. 1977 durch den Internationalen Museumsrat ICOM erstmals ausgerufen, findet der Internationale Museumstag seit 1978 jährlich rund um den 18. Mai statt. Seit 1992 steht er unter einem jährlich wechselnden Motto, das die Vielfalt der Museen spiegelt und aktuelle Themen aufgreift.
In Deutschland wird der internationale Museumstag durch ICOM Deutschland, den Deutschen Museumsbund und die regionalen Museumsorganisationen partnerschaftlich getragen und organisiert. Der Internationale Museumstag ist der Moment im Jahr, in dem sich die Museen, ihre Mitarbeiter und ihre Besucher weltweit auf einzigartige Weise verbunden fühlen.
Kulturgutschutz
Der Schutz von Kulturgut zielt darauf, Zeugnisse der kulturellen Geschichte und Identität von Menschen und Nationen zu sichern, für kommende Generationen zu bewahren und der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen daher, kulturelles Erbe durch hohe Sicherheit in Museen zu erhalten, die Ausfuhr bedeutsamen Kulturgutes ins Ausland zu verhindern sowie den illegalen Handel mit Kulturgütern einzudämmen. Dazu haben ICOM und ICOM Deutschland sowie nationale und internationale Kooperationspartner mehrere Instrumente entwickelt: u.a. International Observatory on Illicit Trafic in Cultural Goods; die Roten Listen zum gefährdeten Kulturgut, die Objekt-ID, das Internetportal Kulturgutschutz.
Kulturelle Vielfalt
Vielfältige Identitäten und deren Ausdrucksformen gehören zum materiellen und immateriellen Kulturerbe der Menschheit. ICOM und ICOM Deutschland befürworten das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (verabschiedet 2003) und unterstützen Museen darin, immaterielles Kulturerbe noch stärker in ihre Arbeitsfelder zu integrieren. Dazu beteiligt sich ICOM am Intangible Cultural Heritage and Museums Project, und ICOM Deutschland, die Deutsche Unesco-Kommission und das Museum Europäischer Kulturen arbeiten an dem Projekt IKE. Weitere Aktivitäten sind der Welttag der Kulturellen Vielfalt, die Charta der Vielfalt der Unternehmen und das Projekt Infrastructure for research data from the field of material and immaterial cultural heritage.
Expertennetzwerk
ICOM ist ein globales Netzwerk, das eng an der Seite der nationalen Museen steht. Sein Ziel ist die weitere internationale Vernetzung von Museumsfachleuten und Museen, zum Beispiel durch gemeinsames Lernen, Austausch von Wissen und Erfahrungen sowie das museumspolitische Engagement seiner Mitglieder. ICOM Deutschland unterstützt die inhaltliche Arbeit durch Netzwerktreffen mit Mitgliedern der internationalen Komitees von ICOM und mit Reisebeihilfen, um die Teilnahme an den Veranstaltungen der internationalen Komitees zu ermöglichen.
ICOM ist ein engagiertes, globales Netzwerk, das eng an der Seite der nationalen Museen steht. Sein Ziel ist die internationale Vernetzung von Museumsfachleuten, Museen und Museumsinstitutionen, um sich gesellschaftlichen und politischen Aufgaben stellen zu können. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Austausch von Wissen und Erfahrungen in den mehr als 30 internationalen Komitees von ICOM, den 6 regionalen Allianzen und den 23 affiliierten Organisationen.
Unsere deutschen Mitglieder in den Internationalen Komitees, regionalen Allianzen und affiliierten Organisationen stehen gerne als Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Eine Übersicht finden Sie hier.
ICOM Deutschland ist eines von weltweit 119 nationalen ICOM-Komitees. Auf nationaler Ebene ist ICOM Deutschland Mitglied mehrerer kulturpolitischer Vereinigungen (Deutscher Kulturrat, Deutsche Unesco-Kommission, Netzwerk Europäischer Museumsorganisationen) und arbeitet mit zahlreichen politischen und kulturgutbewahrenden Einrichtungen zusammen. Dazu gehören zum Beispiel die regionalen Museumsverbände, Museum4punkt0, der Deutsche Museumsbund, das Zentrum Kulturgutverluste, die Beauftrage für Kultur und Medien (BKM), das Auswärtige Amt, das Bundeskriminalamt, Blue Shield, die Martin-Roth- Initiative und die Kultusministerkonferenz.