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← Sitzung des Stadtplanungsausschusses (09.12.2021)

Sachverhalt

Anlage · 09.12.2021 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Jugendhilfeausschuss Schweinau Großreuth bei Schweinau Höfen Gebersdorf Schule & Bildung Stadtentwicklung & Planung Wohnen & Bauen Sündersbühl St. Leonhard Verkehr & Mobilität Umwelt & Klima Wirtschaft & Arbeit Soziales & Gesundheit Rad- und Fußverkehr Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage

Betreff: Nürnbergs “Ferner Westen“: Größeren Fokus auf die Entwicklung in Leyh, Höfen,

Großreuth legen

Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 18.11.2019

Bericht

Der vorliegende Bericht und die begleitenden Karten beleuchten den „Fernen Westen“ anhand der Themenbereiche „Grün“, „Verkehr“, „Bebauung“, „Soziales und Kultur“ sowie „mögliche Beteiligungsverfahren“ im Sinne einer Zusammenschau.

Das Gebiet des „Fernen Westens“ wurde bislang nicht näher definiert. Der Betrachtungsraum des Berichts umfasst daher die statistischen Bezirke Höfen (63), Gaismannshof (62) und Großreuth b. Schweinau (60).

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Themenbereiche jeweils in „Bestand“ sowie „Planung“ differenziert. Es werden die wichtigsten bestehenden sowie geplanten Infrastruktureinrichtungen bzw. Flächen dargestellt und erläutert. Aufgrund der Größe des Gebiets und der Menge an aufgerufenen Themen, erfolgt eine gewisse Abstraktion bzw. Generalisierung bei der Darstellung der Inhalte. Der Bericht und die Kartendarstellungen erheben demnach keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Fokus liegt darauf, eine aktuelle Übersicht über die Entwicklungen im Gebiet des „Fernen Westens“ zu geben.

FLÄCHENNUTZUNGSPLAN MIT INTEGRIERTEM LANDSCHAFTSPLAN (FNP)

Der „Ferne Westen“ ist bereits seit längerer Zeit im Fokus der Nürnberger Stadtentwicklung. Bei der Neuaufstellung des FNP Nürnberg (2006) wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme Bereiche in Leyh, Höfen, Klein- und Großreuth b. Schweinau als Defizitgebiete hinsichtlich der Grünflächenversorgung identifiziert. Dementsprechend wurden diese Bereiche mit zusätzlichen Grünflächen bei der Neuaufstellung bedacht. So wurde im Erläuterungsbericht zum FNP folgendes ausgeführt: „Die Stadtteile Sündersbühl, St. Leonhard, Großreuth bei Schweinau, Gaismannshof sowie Kleinreuth bei Schweinau, Höfen und Leyh wären nach Realisierung der geplanten Grünflächen ausreichend versorgt […]“ (S. 121).

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 1: Ausschnitt aus dem Erläuterungsbericht zum FNP der Stadt Nürnberg - Karte „Grünflächenversorgung“ (S. 120)

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Entwicklung in den letzten 15 Jahren auch in Bereichen erfolgt ist, die der FNP bei seiner Neuaufstellung nicht berücksichtigt hat. Dementsprechend besteht aktuell ein gewisses Grün- und Freiraumdefizit. 2014 wurde dieses Defizit im Rahmen des gesamtstädtischen Freiraumkonzepts Nürnberg (Masterplans Freiraum) vom Umweltamt ermittelt. Rein rechnerisch beläuft sich das Defizit demnach auf 4,9 ha für den Planungsbereich 41 (Leyh, Höfen, Kleinreuth b. Schweinau) und auf 9,9 ha für den Planungsbereich 57 (Großreuth b. Schweinau, Gaismannshof) (Umweltamt 11.2021)

GRÜN

BESTAND: Das öffentliche Stadtgrün stellt neben den klimatischen und ökologischen Wirkungen für alle Bevölkerungsgruppen wichtige Spiel-, Freizeit- und Erholungsflächen dar und übernimmt gleichzeitig wesentliche soziale und auch gesundheitliche Funktionen. Mit dem Westpark befindet sich die viertgrößte Parkanlage Nürnbergs innerhalb des „Fernen Westens“. PLANUNG: Vor dem Hintergrund verschiedener Herausforderungen in Nürnberg, wie zum Beispiel anhaltendes Wachstum, bauliche Innenentwicklung, Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Hitze- und Starkregenvorsorge nach dem Prinzip der Schwammstadt), Erhalt der biologischen Vielfalt und Umweltgerechtigkeit gewinnt der Ausbau einer grünen Infrastruktur und somit die Schaffung von wohnungsnahen neuen öffentlichen Grünflächen immer stärker an Bedeutung. Es bedarf einer stark forcierten Grün- und Freiraumentwicklung. Daher wurde 2014 der Masterplan Freiraum mit seinem Gesamtstädtischen Freiraumkonzept und seinem Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ unter Federführung des Umweltamtes erstellt, mit dem Ziel die Grün- und Freiraumsituation nachhaltig zu verbessern.

Abbildung 3

Abbildung 2: Auszug aus dem Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ Masterplan Freiraum mit Darstellung der urbanen Parklandschaft „Grünes Westband – vom Westpark bis Tiefes Feld“ (Stand 2021)

Der Konzeptschwerpunkt liegt dabei auf der Neuschaffung von Grün- und Spielflächen sowie der Sanierung von bestehenden Grünanlagen.

In diesem Rahmen ist auf Stadtteilebene bzw. Ebene des Gesamtgebiets „Ferner Westen“ eine Stärkung sowie Etablierung der urbanen Parklandschaft „Grünes Westband – vom Westpark bis Tiefes Feld“ geplant. Diese urbane Parklandschaft stellt dabei einen Verbund aus verschiedenen bestehenden sowie geplanten Freiräumen wie öffentlichen Grün- und Parkanlagen, Grünzügen, Sportanlagen, Kleingartenanlagen, grünen Wegen und landwirtschaftlichen Nutzflächen dar. Von der Innenstadt aus gesehen erstreckt sich die urbane Parklandschaft vom östlichen Rand des Westparks über die Kleingartenanlage Gaismannshof bis zum südwestlich geplanten „Landschaftspark Tiefes Feld“, der im Zusammenhang mit dem Baugebiet „Tiefes Feld“ realisiert wird. Von dort aus soll der geplante „Grüne Weg zum Hainberg“ über den Main-Donau-Kanal bis hin zum Naturschutzgebiet Hainberg führen.

Über die Erholungsfunktion hinaus soll die urbane Parklandschaft „Grünes Westband – vom Westpark bis Tiefes Feld“ eine wichtige Rolle bei der Klimaanpassung und Erhöhung der Biodiversität im Stadtgefüge spielen. (Vgl. Masterplan Freiraum, Stadt Nürnberg, 2014, S. 42)

Neben der Entwicklung der urbanen Parklandschaft auf Stadtteilebene bestehen mehrere Planungen, Umgestaltungen und Aufwertungen von öffentlichen Grünanlagen auf Quartiersebene innerhalb des „Fernen Westens“:

Als integrierte Planung mit der Schaffung der neuen U-Bahnstation Großreuth b. Schweinau und der Errichtung von Wohnbebauung ist mit dem „Züricher Park“ eine ca. 3 ha große öffentliche Grün- und Spielanlage geplant. Der klimagerecht und biodivers gestaltete Park wird zahlreiche Spiel- und Sportmöglichkeiten für Nutzergruppen verschiedener Altersgruppen anbieten und Verbindungsfunktionen zu angrenzenden Grün- und Freiflächen, wie dem geplanten Landschaftspark Tiefes Feld, übernehmen und im Rahmen vom Masterplan Freiraum voraussichtlich Ende 2024 realisiert (Vgl. https://www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/zuericherpark.html).

Gemeinsam mit der Planung von Wohnbebauung an der Von-der-Tann-Straße ist die Anlage einer ca. 0,5 ha neuen großen öffentlichen Grünfläche geplant, die in den Westpark integriert werden soll und u.a. dazu dient, die Kaltluftschneise des Westparks freizuhalten.

Ebenfalls im Rahmen des Masterplans Freiraum wird gegenwärtig der Grünzug „Weg am Village“ zwischen Rothenburger Straße und Westpark geschaffen. Dieser neue und etwa 0,5 ha große Grünzug wird als vielfältig nutzbarer und erlebbarer Natur-, Aufenthalts- und Bewegungsraum neues Stadtgrün im Nürnberger Westen geschaffen und voraussichtlich im Frühjahr 2022 fertiggestellt sein. (Vgl. https://www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/wegamvillage.html)

VERKEHR

BESTAND: Im vergangenen Jahr wurde der Ausbau der U-Bahnlinie 3 von der Station Gustav-Adolf-Straße bis zur Station Großreuth b. Schweinau fertiggestellt und in Betrieb genommen. Damit wurde die U3 innerhalb des „Fernen Westens“ um ca. 1,1 km verlängert.

PLANUNG: Die Bauarbeiten für den weiteren Ausbau der U3 über die Haltestelle Kleinreuth b. Schweinau bis zur zukünftigen Endhaltestelle Gebersdorf laufen bereits. Die ca. 2,1 km lange Erweiterung soll bis zum Jahr 2025 fertiggestellt werden. Durch diese Verbesserung des Mobilitätsangebots wird der „Ferne Westen“ dann mit drei U-Bahnhöfen ausgestattet sein. Mit der Inbetriebnahme der U- Bahnlinie bis Gebersdorf wird auch das Buskonzept West angepasst. Ziel ist es, den Umsteige-

knoten vom U-Bahnhof Gustav-Adolf-Straße nach Kleinreuth b. Schweinau bzw. Gebersdorf zu verlegen und die Feinerschließung der westlichen Stadtteile zu verbessern. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Baugebiets „Tiefes Feld“ ist der Bau der neuen Rothenburger Straße zwischen Virnsberger Straße und Sigmundstraße geplant. Mit der Fertigstellung der neuen Rothenburger Straße soll laut AfV-Beschluss vom 23.09.2021 die bestehende Rothenburger Straße östlich der Sigmundstraße unterbrochen werden. Dadurch werden im Bereich Kleinreuth b. Schweinau die Verkehrsbelastung in der bestehenden Rothenburger Straße erheblich abnehmen, da sie mit einem Wendehammer abgehängt wird und somit eine Durchfahrt künftig nicht mehr möglich ist. In der Folge werden eine Aufwertung des Straßenbilds der bestehenden Rothenburger Straße in diesem Abschnitt sowie eine Weiterentwicklung der südlich angrenzenden Flächen ermöglicht. Die mit der Unterbrechung der Rothenburger Straße verbundene Verkehrsberuhigung in Kleinreuth b. Schweinau wird auch dem Fuß- und Radverkehr zugutekommen.

Nicht nur für den ÖPNV und für den MIV wird die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut und verbessert, auch für den Radverkehr ist ein Ausbau des Netzes beabsichtigt. So ist die Schaffung einer Radschnellverbindung von Nürnberg nach Stein und nach Oberasbach/Zirndorf geplant. Die Verbindung wird diagonal durch den „Fernen Westen“ (Gaismannshof, Kleinreuth b. Schweinau) verlaufen und die Situation sowohl für den Radverkehr zur Innenstadt Nürnbergs als auch in die westlich gelegenen Kommunen verbessern.

BEBAUUNG – SPORT, SOZIALES und KULTUR

BESTAND: Mitte dieses Jahres wurde die Halle am Tillypark – Kia Metropol Arena – fertiggestellt, die sowohl Raum für verschiedene Hallensportarten bietet wie auch für kulturelle Veranstaltungen mit bis zu 4.000 Personen genutzt werden kann. Zudem bestehen innerhalb des „Fernen Westens“ zwei Pflegeeinrichtungen für Senioren – Seniorenzentrum Haus Frankenland und Kompetenzzentrum Demenz – sowie verschiedene Schultypen und Kindertagesseinrichtungen, welche in der Karte „soziale Infrastruktur - Bestand und Planung“ dargestellt werden.

PLANUNG: Gegenwärtig sind drei größere Baugebiete in Planung: „Tiefes Feld“, „Züricher Straße“ und „Vonder-Tann-Straße“. Für ein Gebiet an der Rothenburger Straße wurde bereits eine Strukturplanung beschlossen (siehe AfS vom 29.10.2020). Die Planungen für die Gebiete haben die Gemeinsamkeit, dass es sich um integrierte Planungen handelt. Sie umfassen nicht nur die Errichtung von Wohnbebauung, sondern auch die Schaffung von Infrastruktureinrichtungen, wie beispielsweise neue ÖPNV-Haltestellen, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit und auch öffentliche Park- und Grünanlagen sowie öffentliche Spielflächen. Darüber hinaus werden Flächen für Einzelhandel, Dienstleistungen und/oder Gastronomie vorgehalten.

Nachfolgend ein Überblick zu den wichtigsten Kennzahlen sowie neuen Infrastruktureinrichtungen der aktuellen Planungen:

„Tiefes Feld“ (B-Pläne Nrn. 4445 ff.)  ca. 1.500 Wohneinheiten  ca. 10-12 ha öffentliche Stadtteilparkanlage mit Grünzügen  ca. 1,5 ha Sportflächen  mind. 1 ha Spielflächen  Flächen für Einzelhandel und Dienstleistungen  U-Bahnhaltestelle Kleinreuth b. Schweinau  Schulstandort mit Gymnasium und Grundschule inklusive Ganztagsbetreuung  3 Häuser für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen  Mehrgenerationenzentrum und Bürgerzentrum

„Züricher Straße“ (B-Plan Nr. 4614)  ca. 450 Wohneinheiten  Büro/Dienstleistung ca. 3.400 m² GF  Einzelhandel ca. 2.300 m² GF  Soziale Infrastruktur ca. 2.100 m² GF  U-Bahnhaltestelle Großreuth b. Schweinau  „Züricher Park“: ca. 3 ha großer, klimagerecht und biodivers gestalteter Quartierspark mit zahlreichen Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

„Von-der-Tann-Straße“ (B-Plan Nr. 4666)  ca. 350 Wohneinheiten  öffentliche Grünfläche ca. 4.800 m², Integration in Westpark  Freihaltung Kaltluftschneise des Westparks  ca. 1.800 m² großer öffentlicher Kinderspielplatz und mehrere kleine Kinderspielplätze  Haus für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen

„Rothenburger Straße“ (Strukturplanung AfS 29.10.2020)  ca. 70 Wohneinheiten  Trendsporthalle ca. 2.000 m²  Outdoor-Aktionsfläche ca. 1.000 m²  Kinder-Jugendhaus ca. 500 m²

Abbildung 4

Abbildung 3: Baugebiet „Tiefes Feld“ – Freiflächenrahmenplan mit der neuen Rothenburger Straße nördlich angrenzend

BAULÜCKEN / INNENENTWICKLUNG Darüber hinaus wurden und werden im Rahmen der Innentwicklung verschiedene Vorhaben realisiert. Schwerpunkte dabei sind häufig Konversionen, Umnutzungen, oder standortadäquate Nachverdichtungen. Die Vorhaben werden immer in Bezug auf verschiedene Kriterien geprüft.

Dazu gehören selbstverständlich Fragen der (Verkehrs-)Erschließung sowie der sozialen Infrastruktur i.V.m. Bildungseinrichtungen und Freiflächen wie beispielweise Spielplätze. WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA KULTUR:

Das Amt für Kultur und Freizeit unterhält in den benachbarten Stadtteilen St. Leonhard- Schweinau (Kulturladen Villa Leon) und Röthenbach (Kulturladen Röthenbach) je eine Einrichtung. In Gebersdorf ist der vereinsgetragene Bürgertreff Gebersdorf angesiedelt. Im „Fernen Westen“ sind bislang jedoch keine soziokulturellen Strukturen, Angebote der Stadtbibliothek oder der außerschulischen Bildungsarbeit verortet. Auch eine Anbindung durch eine Bücherbushaltestelle ist bislang nicht gegeben.

Das weitere Wachsen der Stadt im Bereich des Tiefen Felds verändert die Gegebenheiten vor Ort nachhaltig. Wünschenswert wäre für den zusammenwachsenden, teils neu entstehenden Stadtteil „Ferner Westen“ ein Kultur- und Bildungsangebot. Dies könnte beispielsweise auf den Flächen umgesetzt werden, die im Bebauungsplan als Bürgerzentrum festgesetzt werden. Bedingung für eine Umsetzung sind neben der Flächenverfügbarkeit jedoch auch die personelle und finanzielle Ausstattung. Aufgrund der Größe und Besiedelung des Gebiets „Ferner Westen“ ist eine Grundversorgung mit zwei Bücherbushaltestellen als Mindestversorgung anzusehen.

Eine flächendeckende Kulturversorgung ist für das gelingende Miteinander der Stadtgesellschaft von großer Bedeutung, jedoch auch von entsprechenden Ressourcen abhängig. Ein erster Schritt zur Entwicklung kultureller Infrastruktur vor Ort könnte dabei das Zusammenspiel mit zivilgesellschaftlichen Strukturen hinsichtlich der Förderung temporärer, aktiver, partizipativ ausgerichteter kultureller Teilhabe sein.

WEITERE INFORMATIONEN ZUM THEMA SOZIALES: Das Referat für Schule und Sport arbeitet gegenwärtig an der Fortschreibung der Schulraumentwicklungsplanung, in der für den „Fernen Westen“ und aufgrund der dortigen Neubauannahmen auch einige Anpassungen in den bestehenden Schulsprengeln der Grundschulen erforderlich werden. So wird es für die Henry-Dunant-Schule einen Ersatzneubau mit der Möglichkeit für 20 Klassen (5 Züge) geben. Diese Schule soll dann auch Schülerpotential aus der Friedrich-Wanderer-Schule übernehmen. Die Carl-von-Ossietzky-Mittelschule benötigt eine Erweiterung. Mit der recht neuen Johann-Pachelbel-Realschule und den im Zusammenhang mit dem Baugebiet „Tiefes Feld“ neu geplanten Schulen – ein Gymnasium (voraussichtlich 5 Züge) und eine Grundschule (voraussichtlich 3 bis 4 Züge) – ist die komplette Schullandschaft gut abgedeckt. Über die oben im Rahmen der aktuellen Planungen bereits genannten Kindertageseinrichtungen entstehen im Fernen Westen in den nächsten Jahren noch weitere Angebote zur Kindertagesbetreuung:  Die kath. Gesamtkirchengemeinde (GKG) plant in den nächsten Jahren eine Generalsanierung oder einen Ersatz- und Erweiterungsneubau für die Einrichtung in der Roßtaler Str. 18. Hier sollen 24 neue Krippenplätze geschaffen und die bestehenden 75 Kindergartenplätze auf 100 erweitert werden.  In der Züricher Straße soll bis zum Jahr 2026 ein Haus für Kinder mit 24 Krippen- und 100 Kindergartenplätzen neu errichtet werden. Bauträger ist die wbg Nürnberg. Die Betriebsträgerschaft wird noch vergeben.  Im Zuge des Grundschulneubaus der Henry-Dunant-Schule soll im Schulgebäude eine Kombieinrichtung mit bis zu 300 Plätzen zur Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder realisiert und zum Schuljahr 2024/2025 eröffnet werden. Wenn die Kombieinrichtung in Betrieb geht, wird der städtische Hort in der Dunantstraße 8 mit 40 Plätzen damit ersetzt.1

1 Alle hier genannten Planungen zu Kitas im Bereich aktuell geltender Rechtsansprüche für Kinder im Krippen- und Kindergartenalter sowie zu kommunalen Spielflächen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sind Bestandteil der kommunalen Jugendhilfeplanung gemäß § 80 SGB VIII, welche durch

Die genannten Planungen zur Schaffung von ganztägigen Betreuungsangeboten im Grundschulalter sind Bestandteil des Masterplans zur Bedarfs- und Ausbauplanung für ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung durch Unterricht und Betreuung für Grundschulkinder in Nürnberg. Die dort genannten Maßnahmen werden durch Beschluss im gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss in die städtischen BIC- und MIP-Prozesse eingetaktet und somit deren Umsetzung gesichert.

Aktuell bestehen Bemühungen, gemeinsam mit dem Bürgerverein Nürnberger Westen e.V. einen geeigneten Ort für einen Nachbarschaftstreff im „Fernen Westen“ zu finden. Idealerweise findet sich ein Standort in den Distrikten Leyh (634) oder Höfener Straße (633) mit einer Nutzfläche von ca. 150 bis 200 qm. Bis zur Errichtung dieses Treffpunkts sollen mobile/ aufsuchende Angebote die Lücke füllen. Ein Finanzierungskonzept für einen solchen Nachbarschaftstreff liegt allerdings noch nicht vor.

Das Gebiet „Ferner Westen“ mit den statistischen Bezirken Großreuth bei Schweinau, Gebersdorf, Gaismanshof und Höfen ist noch nicht in die quartiersorientierte Seniorenarbeit der Stadt Nürnberg eingebunden. Infrastruktur und Angebote im Bereich der offenen Seniorenarbeit sind in diesem Gebiet lückenhaft. Im Zuge der Ausbauplanungen der quartiersorientierten Seniorenarbeit ist eine Sozialraumanalyse geplant, die den Bedarf an Infrastruktur aus Sicht der Akteure und der Bewohner gezielt ermitteln soll. Diese ist frühestens für das Jahr 2022 geplant und ist die Grundlage für die Einbindung in die Förderstrukturen der städtischen quartiersorientierten offenen Seniorenarbeit.

MÖGLICHE BETEILIGUNGSVERFAHREN

THEMA BEBAUUNG (Bauleitplanung): Generell schreibt das Baugesetzbuch (BauGB) bei der Schaffung von Baurecht durch Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplans ein zweistufiges Beteiligungsverfahren vor. D.h. die Öffentlichkeit hat zwei Mal die Möglichkeit sich zu äußern (wie auch die Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 BauGB). Im Rahmen der sog. frühzeitigen Beteiligung gemäß § 3 Abs. 1 BauGB wird der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Erörterung und Äußerung gegeben. An die frühzeitige Beteiligung schließt sich die sog. förmliche Beteiligung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB an, bei der die Öffentlichkeit das zweite Mal die Möglichkeit hat sich zu äußern. Im Rahmen der förmlichen Beteiligung, die auch öffentliche Auslegung genannt wird, wird der Öffentlichkeit mindestens für die Dauer eines Monats Gelegenheit gegeben sich in Form einer Stellungnahme zur Planung zu äußern und beispielsweise Anregungen zu geben oder Einwände anzuführen. Darüber hinaus bietet die Stadt Nürnberg häufig zusätzliche Möglichkeiten zur Partizipation für ihre Bürgerinnen und Bürger an. So wurden für das „Tiefe Feld“ Planungswerkstätten vor Ort durchgeführt und für die geplante Bebauung an der Von-der-Tann-Straße fand ebenfalls eine zusätzliche Veranstaltung vor Ort statt, bei der sich die Öffentlichkeit beteiligen konnte.

THEMA GRÜN: Im Rahmen der Planung des „Züricher Parks“ in Großreuth b. Schweinau wurden im Frühjahr 2021 zwei Beteiligungsformate (coronabedingt) online angeboten – ein Bürgerdialog und eine Beteiligungsaktion für Kinder und Jugendliche. Bei der sog. „Kinderbeteiligung“ handelt es sich um eine besondere Form der Partizipation. An der Nutzerbefragung haben rund 30 Kinder im Alter zwischen 3 und 14 Jahren (und ca. 20 unterstützende Erwachsene) teilgenommen. Im Kern ging es um die Ausgestaltung der Grün- und Spielflächen. Als Ergebnis hat sich der Wunsch nach besonderen Spielmöglichkeiten herauskristallisiert, welche naturnahe Elemente mit Abenteuer, Herausforderung und Kreativität verbinden. (Vgl. https://www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/zuericherpark.html, Pressemitteilung: Nachrichten aus dem Rathaus Nr. 940 / 17.09.2021)

Beschluss im Jugendhilfeausschuss in die städtischen BIC- und MIP-Prozesse eingetaktet und somit deren Umsetzung gesichert werden.

Abbildung 5

Abbildung 4: Baugebiet „Züricher Straße“ mit „Züricher Park“ – Auszug aus der Präsentation zur Kinder- & Jugendbeteiligung vom 09.02.2021

Zur Umgestaltung des Grünzugs „Weg am Village“ zwischen Rothenburger Straße und Westpark wurden mit einer Online-Bürgerinformation Möglichkeiten zur Beteiligung angeboten. Darüber hinaus wurden in diesem Rahmen Baumpaten gesucht. (Vgl. https://www.nuernberg.de/imperia/md/soer_nbg/dokumente/gruen/2020-11- 26_weamvi_pras_online-burgerinfo_freigegeben_web.pdf)

FAZIT

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass im Bereich des „Fernen Westens“ noch gewisse Defizite bestehen, beispielsweise in der Verkehrsinfrastruktur, der sozialen Infrastruktur und der Grünflächenausstattung. Insofern sind auch das Engagement des Bürgervereins Nürnberger Westen sowie weiterer Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern aus den Stadtteilen nachvollziehbar, die auf eine nachhaltige Verbesserung dieser Defizite drängen.

Die Vorlage zeigt auf, dass der Abbau der Defizite im Rahmen verschiedener Planungen schrittweise erfolgt. Ein immer wiederkehrendes Problem ist dabei leider die (Nicht)Verfügbarkeit von Grundstücken für Zwecke des Wohls der Allgemeinheit und die oft sehr kleinteiligen Entwicklungsabsichten von Eigentümern.

Wie die Neuaufstellung des FNP im Jahr 2006 zeigt, sind der Verwaltung diese Defizite seit längerer Zeit bekannt, es wurden die nötigen Schritte eingeleitet, um sie auszugleichen. Die planerische Vorbereitung dieser Prozesse ist bereits sehr weit fortgeschritten bzw. abgeschlossen und bedarf nun der schrittweisen Umsetzung, die teilweise auch schon begonnen hat. Problem ist wieder vorrangig die Grundstücksverfügbarkeit in den Einzelprojekten.

Viele der Lösungen gerade für soziale Infrastruktur werden in den neuen Entwicklungsbereichen des „Fernen Westens“ wie im Tiefen Feld oder der Züricher Straße, realisiert werden – also dort, wo neu gebaut wird. Das ist sinnvoll, denn diese Orte mit idealer Verkehrsanbindung (Neubau U3) sind optimal erreichbar. Das heißt aber auch: , Neubau schafft Lebensqualität für alle im

Nürnberger Westen – für die, die dort künftig wohnen und arbeiten werden, aber auch für diejenigen, die heute schon dort leben.

Bezüglich der Ausstattung mit öffentlichen Grünflächen und sozialer Infrastruktur wird dem Defizit insbesondere auch in qualitativer Hinsicht mit den integrierten Planungen der beiden neuen Baugebiete „Tiefes Feld“ und „Züricher Straße“ sowie dem Masterplan Freiraumprojekt „urbane Parklandschaft – Grünes Westband vom Westpark bis Tiefes Feld“ begegnet. In quantitativer Hinsicht können die bestehenden Defizite aufgrund der Flächenknappheit nicht in Gänze kompensiert werden.

Hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur konnte mit dem Ausbau der U-Bahnlinie 3 und der Inbetriebnahme des Streckenabschnitts mit der derzeitigen Endhaltestelle Großreuth b. Schweinau die ÖPNV-Erschließung der westlichen Stadtteile deutlich verbessert werden. Mit der Verlängerung der U3 über die Haltestelle Kleinreuth b. Schweinau bis nach Gebersdorf wird der ÖPNV in den betreffenden Stadtteilen noch attraktiver. Durch die Umsetzung der geplanten Radschnellverbindung nach Stein bzw. Zirndorf/Oberasbach wird ein komfortables und sicheres Angebot für den Radverkehr geschaffen.

Weiterer Nachholbedarf besteht darüber hinaus noch beim Thema Sport. Durch die Fertigstellung der neuen Sport- und Veranstaltungshalle am Tilly Park wurde bereits ein wichtiger Schritt gemacht. Mit dem Baugebiet Tiefes Feld sind mit einer großen Turnhalle, einem großen Sportfeld sowie verschiedenen Sportanlagen weitere Sportstätten in Planung. Zudem sollte die Planung und nachfolgende Umsetzung der Trendsporthalle in Verbindung mit dem Kinder- und Jugendhaus an der Rothenburger Straße entschlossen vorangetrieben werden. Nichtsdestoweniger ist es auch weiterhin wichtig den Schwerpunkt der Stadtentwicklung für diesen Bereich (auch) auf die Schaffung neuer Angebote und Möglichkeiten für Sport zu legen.

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die geplanten Maßnahmen der Stadt Nürnberg im „Fernen Westen“ nur umgesetzt werden können, wenn verschiedene Faktoren erfüllt sind. Dazu gehören neben der finanziellen Ausstattung wieder vorrangig die Eigentumsverhältnisse. Da sich die meisten Grundstücke im Westen in privater Hand befinden, kommt es regelmäßig zu Interessenskonflikten, die mitunter zu langwierigen Abstimmungsprozessen führen, die Planungen verzögern aber auch verhindern können. Durch strategischen Grunderwerb versucht die Stadt Nürnberg ihre Interessen besser durchzusetzen.

Abschließend kann festgestellt werden, dass für den „Fernen Westen“ bereits zahlreiche Planungen und Maßnahmen eingeleitet wurden, um bestehende Defizite abzubauen und eine ganzheitliche integrierte Stadtentwicklung zu realisieren.

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