Betreff: Temporäre Maßnahmen zur Einrichtung eines Verkehrsberuhigten Bereichs in der Bergstraße und am Albrecht-Dürer-Platz sowie für die neue Fußgängerzone Burgstraße
Entscheidungsvorlage
1. Ausgangssituation
Im Ferienausschuss am 03.03.2021 wurde beschlossen, dass künftig ein geändertes Konzept für die Verkehrsführung in der nordwestlichen Altstadt umgesetzt werden soll:
Die Sperrung in der Bergstraße wird wieder aufgehoben. Stattdessen sollen die Bergstraße und der Albrecht-Dürer-Platz Verkehrsberuhigte Bereiche werden. Die Bergstraße wird als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Norden, der Albrecht-Dürer-Platz wird in beiden Richtungen befahrbar sein. Radverkehr wird in beide Richtungen duchgängig zugelassen werden. Die Burgstraße zwischen Theresienstraße und Oberer Krämersgasse, die Stöpselgasse und das Schulgässchen werden neue Fußgängerzonen.
Diese beiden Vorhaben der neuen Verkehrsführung sollen durch temporäre Maßnahmen wie die Aufstellung von Pflanzgefäßen und Sitzgelegenheiten unterstützt werden. Hierfür wurde die Verwaltung beauftragt, Pläne, die zeitnah realisiert werden können, dem Stadtplanungsausschuss zum Beschluss vorzulegen. Die Fachinstruktion wurde im Sept./Okt. 2021 durchgeführt, die Instruktionsergebnisse sind eingearbeitet.
2. Temporäre Maßnahmen
Verkehrsberuhigter Bereich Bergstraße / Albrecht-Dürer-Platz
Planungsziele und Konzeptbeschreibung
Mithilfe von mobilen, temporären Elementen wie Begrünung und Sitzgelegenheiten soll der Verkehrsfluss verlangsamt, ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ermöglicht und die Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher erhöht werden. Vor allem der Albrecht-Dürer-Platz soll eine deutliche Aufwertung insbesondere im Bereich des Denkmals erfahren. Die Umfeld-Verbesserung kommt auch den Ladenbetreibern und der Gastronomie zugute. Die hier vorgestellten Maßnahmen verstehen sich als temporär. Bei einem dauerhaften Beibehalten des Verkehrssystems sind Gestaltungsplanungen und Umbaumaßnahmen erforderlich.
Begrünung: Als gestalterisches Element wurden mobile Pflanzgefäße, sogenannte „Hotspotpots“ ausgewählt, die optisch frisch wirken und auf die neue Verkehrssituation aufmerksam machen. Ihre flexible Bauweise und ihre runde Form sind verträglich mit dem Radverkehr, der in beide Richtungen zugelassen ist. Sie werden mit Großsträuchern oder mehrstämmigen Kleinbäumen bepflanzt und sind einzeln und die Seiten wechselnd entlang des Platzes und der Straße platziert. Sieben „Hotspotpots“ werden außerdem am Nordrand des Albrecht-Dürer-Platzes gruppiert. Mit den Sitzmöglichkeiten entsteht hier ein qualitätsvoller Aufenthaltsbereich, drei neu gesetzte Pfosten verhindern das Halten, bzw. Einfahren mit PKW. Im Umgriff des Albrecht-Dürer-Denkmals werden zwei niedrige Pflanzbeete mit rund 18 m² bzw. 40 m² Größe angeordnet, eingefasst mit ca. 25 cm hohen Stahlbändern und bepflanzt mit Stauden, Gräsern und Kleingehölzen. Dabei bleiben die Stufen des Denkmals als Sitzplatz zugänglich.
Sitzgelegenheiten: Das Konzept sieht passend zu den „Hotspotpots“ die Sitzbank-Module „Code“ von Vestre in modularer Bauweise vor, die sich vielfach kombinieren lassen. Zwei Sitz-Inseln werden am
südlichen Rand des Albrecht-Dürer-Platzes und in der oberen, nördlichen Hälfte der Bergstraße angeboten. Dazu kommen einzelne Sitz-Elemente, die locker verteilt werden zwischen den „Hotspotpots“ am Nordrand des Albrecht-Dürer-Platzes. Die Form- und Farbgebung der neuen Ausstattung soll die gestalterische Verbindung zwischen den Bürgerstühlen des Hauptmarkts und den großen Sitzelementen am Weinmarkt herstellen. Ergänzend kann die Außenbestuhlung der Gastronomie in Teilbereichen erweitert werden.
Ausstattung Für alle Ausstattungselemente sind konstruktive Maßnahmen erforderlich, um das starke Gefälle von ca. 6 – 10 % auszugleichen und um sie gegen Abrutschen zu sichern. Alle Elemente sind grundsätzlich wiederverwendbar.
Stellplatzbilanz Insgesamt waren ursprünglich 53 Stellplätzen vorhanden. Seit 2020 befinden sich auf neun Stellplätzen private Freischankflächen, die auch künftig bleiben können. Mit dem temporären Konzept zur Unterstützung des Verkehrsberuhigten Bereiches und um Aufenthaltsqualität zu erzielen, stellt sich die Situation wie folgt dar:
| Bestand | Planung (mit belegten Freischankflächen) | Planung (ohne belegte Freischankflächen) | |
|---|---|---|---|
| Bewohnerparkplätze | 2 | 2 | 2 |
| Mischparkplätze | 30 | 20 | 20 |
| Kurzzeitparkplätze | 10 | 3 | 8 |
| Halteverbotsparkplätze | 6 | 1 | 3 |
| Behindertenparkplätze | 1 | 1 | 1 |
| Sonstige | 1 Kradparkplatz 2 Krankentransporte | 0 2 Krankentransporte | 0 2 Krankentransporte |
| Summe | 52 | 29 | 36 |
3. Temporäre Maßnahmen
Erweiterung Fußgängerzone Burgstraße mit Stöpselgasse
Planungsziele und Konzeptbeschreibung
Die neue Fußgängerzone Burgstraße mit Stöpselgasse ist heute bereits nach dem Gestaltungsplan Theresienstraße Nr. 3N-1 18/95 niveaugleich ausgebaut und stellt gestalterisch die Verlängerung der Fußgängerzone Rathausplatz dar. Die temporären Maßnahmen sollen die Gewöhnung an die neu ausgewiesene Fußgängerzone unterstützen und die fußläufige Verbindung Richtung Burg stärken. Die Zugänge an der Einmündung der Theresienstraße und an der Oberen Krämersgasse werden jeweils mit Gehölz-Solitären in großen Altstadt-üblichen Pflanzgefäßen markiert und mit Sitzbänken des Typs „Nürnberg“ ergänzt. Diese Standardelemente werden hier bewusst eingesetzt, um die gestalterische Einheit mit dem Rathausplatz zu verdeutlichen. Die Nagelung der Parkstände ist zu entfernen. Die Durchfahrt ist nur für berechtigte Fahrzeuge (zeitlich begrenzte Lieferung, Feuerwehr, Rettung) möglich, die Durchfahrtbreite wird auf 3,5 m begrenzt, ggf. kann ein Feuerwehr Pfosten auf einer Seite ergänzt werden. Die Fachinstruktion wurde im Sept./Okt. 2021 durchgeführt, die Instruktionsergebnisse sind eingearbeitet.
Ausstattung
Aufgrund des starken Gefälles sind auch hier konstruktive Anpassungen der Pflanztröge erforderlich.
Stellplatzbilanz Mit der Einrichtung einer neuen Fußgängerzone entfallen die bisherigen 17 Stellplätze. Sie verteilen sich heute wie folgt:
| Bestand | Planung | |
|---|---|---|
| Bewohnerparkplätze | 0 | 0 |
| Mischparkplätze | 6 | 0 |
| Kurzzeitparkplätze | 6 | 0 |
| Haltverbotsparkplätze | 2 | 0 |
| Behindertenparkplätze | 3 | Kompensation vorgesehen, derzeit noch Suche nach Alternative |
| Summe | 17 | 0 |
4. Kostenschätzung und Finanzierung
Die überschlägige Kostenschätzung ergab für die Bergstraße/Albrecht-Dürer-Platz eine Summe von rund 144.000 Euro brutto und für die Burgstraße einen Betrag von rund 39.000 Euro brutto. Die Mehrkosten für Gefälleanpassungen konnten nur sehr grob zugrunde gelegt werden, da es bisher hierzu keinerlei Erfahrungen gibt. Die Maßnahme wird im Sonderfonds „Innenstädte beleben“ mit insgesamt 80 % gefördert. Die Regierung von Mittelfranken hat die Maßnahme bewilligt. Der städtische Eigenteil wurde mit dem Haushalt beschlossen.
5. Zeitliche Umsetzung
Mit dem Beschluss der Konzepte kann die Entwicklung von Prototypen erfolgen und anschließend durch SÖR beauftragt werden. Erste Schritte dazu wurden in die Wege geleitet. Sobald alle Möblierungselemente gefertigt und geliefert sind, kann mit der Umsetzung voraussichtlich im Frühjahr 2022 begonnen werden.