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← Sitzung des Sozialausschusses (02.12.2021)

Anlage 1 Sachbericht Zugang digitale Medien Senioren

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Sozialausschuss Zerzabelshof Südstadt Gostenhof Langwasser Nordstadt Mögeldorf Muggenhof Wöhrd Eberhardshof Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage

zur Sitzung des Sozialausschusses am 02.12.2021

Zugang zu digitalen Medien für Seniorinnen und Senioren

1. Stand des Projekts „Wege in die digitale Welt für Ältere“

1.1 Einleitung

Im Juli 2021 wurde dem Sozialausschuss das Projekt „Wege in die digitale Welt für Ältere“ vorgestellt. Mit niedrigschwelligen Angeboten erschließen sich für Seniorinnen und Senioren neue Möglichkeiten, auch mithilfe digitaler Medien (Smartphone und Tablet), ihren Alltag zu gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Zielgruppe sind in erster Linie die sogenannten Off-Liner, die bislang keinen Zugang zum Internet haben. An sie richtet sich das wichtigste von drei Angebotsformaten im Projekt, das 1:1-Tandem. Für Ältere, die bereits erste Erfahrungen mit Smartphone oder Tablet gesammelt haben, sind die Angebote „Digitalsprechstunde“ und „Digitalcafé“ vorgesehen.

Erste Schritte mit Smartphone/Tablet im 1:1-Tandem

Jeweils ein/e ehrenamtliche/r Digitallotse/in vermittelt einer Seniorin/ einem Senior kleinschrittig in mehreren Treffen die grundlegende Bedienung eines Smartphones/ Tablets: Zielsetzung ist etwa die erfolgreiche Bedienung eines Messenger-Dienstes (mit schriftlichen und mündlichen Nachrichten, Videotelefonie und dem Versenden von Fotos). Bei Bedarf wird kostenfrei ein Leihgerät (Smartphone oder Tablet) zur Verfügung gestellt. Für Off-Liner bzw. Ältere mit sehr geringen Kenntnissen ist dieses Angebot des 1:1-Tandems besonders attraktiv. Mit Rücksicht auf die individuellen Lernbedürfnisse von Älteren werden sie entsprechend ihrer Möglichkeiten und Interessen von den Ehrenamtlichen in die digitale Welt begleitet.

Digitalsprechstunde

Für Ältere, die ihr Smartphone/ Tablet bereits aktiv nutzen, aber konkrete Fragen oder Probleme haben, ist das Angebot der Digitalsprechstunde gedacht. Zu einem bestimmten Termin steht ein Digitallotse/ eine Digitallotsin zur individuellen Unterstützung bereit.

Digitalcafé

Dieses Angebotsformat für Seniorinnen und Senioren ist ein offener Treff, bei dem Ältere zusammenkommen, um sich mit Anderen über ihre digitalen Erfahrungen auszutauschen und Neues kennen zu lernen. Ehrenamtliche Digitallotsinnen und –lotsen stehen dabei als Ansprechperson zur Verfügung.

1.2 Aktuelle Resonanz auf den Projektstart

Für die Teilnahme am Projekt haben sich von August bis Oktober 95 ältere Menschen im Seniorenamt angemeldet, davon 78 Seniorinnen und 17 Senioren. Die Altersspanne reicht dabei von 70 bis 92 Jahren, das Durchschnittsalter beträgt 75 Jahre. Für das Angebot der 1:1-Tandems hat sich davon der überwiegende Anteil, nämlich 86 Seniorinnen und Senioren interessiert. Nachdem der Projektstart erst im September 2021 war, lässt sich aus dem großen Interesse ablesen, dass es mit dem Projekt tatsächlich gelingt, rasch die Zielgruppe der älteren Off-Liner zu erreichen. Vermittelt werden konnten bereits innerhalb der ersten beiden Monate der Projektlaufzeit 21 Tandems. Die Rückmeldungen seitens der Älteren aus den Tandems sind fast ausnahmslos sehr positiv. Einzelne Seniorinnen stellten jedoch auch fest, dass sie sich doch nicht weiter mit digitalen Themen beschäftigen möchten. Das Angebot, ein Leihgerät zu nutzen, nahmen bislang neun Personen für ein Smartphone und eine Person für ein Tablet wahr. Interesse an einer digitalen Sprechstunde und/ oder einem Digitalcafé bekundeten bislang neun Seniorinnen und Senioren.

Die öffentliche Berichterstattung über das Projekt fand zum einen über zwei ausführliche Berichterstattungen in der lokalen Presse statt. Zum anderen wurde auch ein Beitrag zum Projekt im Rahmen der Frankenschau sowie über das Frankenfernsehen ausgestrahlt. Daneben wird das Projekt vor allem über die Seniorennetzwerke bekannt gemacht.

1.3 Ehrenamtliche Digitallotsinnen und -lotsen

Bislang konnten insgesamt neun Digitallotsinnen sowie zehn Digitallotsen gewonnen werden, mit denen bereits vier Vorbereitungs- und Austauschtreffen (analog und digital) stattfanden. Bei den Engagierten handelt es sich häufig um Menschen, die noch im Berufsleben stehen, darunter sind aber auch Ehrenamtliche in der nachberuflichen Phase. Die meisten Mitmacher verfügen über einen beruflichen „IT-Hintergrund“. Andere haben privat eine große Affinität zu digitalen Medien und haben sich entsprechendes Fachwissen erworben. Je nach räumlicher Präferenz werden die Digitallotsinnen und -lotsen in verschiedene Seniorennetzwerke und passende Angebotsformate vermittelt. Seitens der Ehrenamtlichen kommen sehr positive Rückmeldungen zu den Erfolgserlebnissen der Älteren. Auftretende Fragen und Schwierigkeiten werden im Austausch thematisiert. Nicht selten führen Rückmeldungen der Ehrenamtlichen bereits zur weiteren Klärung der Prozessabläufe im Projekt bzw. zur Erarbeitung von Arbeitshilfen für Digitallotsinnen und –lotsen.

1.4 Angebote im Projekt

In den folgenden Seniorennetzwerken finden nun in der Projekt-Startphase bereits 1:1-Tandems statt:  Eberhardshof/Muggenhof/Gostenhof  Langwasser  Mögeldorf/Zerzabelshof  Nordstadt  Südstadt Ost In Wöhrd und Gostenhof bieten Digitallotsen regelmäßig eine Digital-Sprechstunde an und im Seniorennetzwerk Südstadt Ost startet das erste Digital-Café im Bistro Bleiweiß. Die weitere räumliche Ausweitung der Angebote erfolgt in Abstimmung mit den Seniorennetzwerken unter Berücksichtigung der Einsatzmöglichkeiten der Digitallotsinnen und –lotsen, der Nachfrage seitens der Älteren sowie geeigneter und zugänglicher Räumlichkeiten mit WLAN.

2. Stand WLAN-Ausstattung in den Seniorennetzwerken

Die Nürnberger Seniorennetzwerke verfügen in der Regel nicht über eigene Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Angebote. Diese finden meist in Räumlichkeiten der eingebundenen Netzwerkpartner statt. Bei der Frage nach der WLAN Ausstattung in den Seniorennetzwerken müssen eben diese Räumlichkeiten jeweils betrachtet werden. Mitte 2021 wurde durch eine schriftliche Abfrage bei den Koordinierenden der Seniorennetzwerke die Räume erfasst, welche im jeweiligen Seniorennetzwerk (potentiell) bei Netzwerkpartnern zur Verfügung stehen und für digitale Angebote, wie 1:1-Tandems, Digital-Sprechstunden oder Digital-Cafés und über WLAN verfügen. Ziel war es, einen möglichst umfassenden Überblick für alle Seniorennetzwerke zu erhalten. Die Rückmeldungen aus den Netzwerken (Stand Juli 2021) ist in Tabelle 1: Überblick WLAN Nutzungsmöglichkeiten in den Seniorennetzwerken (s. Anhang) dargestellt.

In jedem Netzwerk wurde mindestens eine Örtlichkeit benannt, in der WLAN zur Verfügung steht - eine grundsätzliche Voraussetzung für digitale Angebote. Immer mehr Kooperationspartner und Träger der Netzwerke planen ihre Räumlichkeiten mit WLAN auszustatten, so dass zu erwarten ist, dass sich die Anzahl der entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten erhöhen wird. Die Zugänglichkeit der verschiedenen Räumlichkeiten ist jedoch sehr unterschiedlich. Manche haben nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten oder müssen explizit für einen bestimmten Zeitraum gebucht werden (z.T. gegen Entgelt). Dieses Vorgehen ist bei geplanten Angeboten wie einer Digitalsprechstunde oder einem Digital-Café machbar, die zu festgesetzten Terminen stattfinden. Andere wiederum, wie der Seniorentreff Bleiweiß, das Gemeinschaftshaus Langwasser oder die Kulturwerkstatt auf AEG, sind ganztags (letztere beide auch am Wochenende) frei zugänglich. Hier können insbesondere 1:1-Tandems sehr niedrigschwellig das WLAN-Angebot gemäß ihren individuellen Terminmöglichkeiten nutzen. Weitere öffentliche Begegnungsorte mit freiem WLAN-Zugang und ruhigen Begegnungsecken ohne Konsumzwang wären insofern für alle Seniorennetzwerke sehr wünschenswert.

3. Angebote des CCN 50+ für Nürnberg-Pass Besitzerinnen und Besitzer

Der Computer Club Nürnberg 50+ gewährt seit 2021 Besitzer/-innen des Nürnberg-Passes die Teilnahme an Kursen zu den gleichen, vergünstigten Konditionen wie Vereinsmitgliedern (z. B. bei einem Smartphone oder Tabletkurs bei 2 Einheiten statt 30 € / 20 € oder bei 4 Einheiten statt 55 € / 35 € + kostenlose Vorträge). Ein weiterer Preisnachlass ist seitens des Vereins nicht gewünscht, um zu verhindern, dass Nürnberg-Pass Besitzer bessergestellt sind als Vereinsmitglieder. Aussagen über Nutzung dieses Angebots können noch nicht getroffen werden.

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