Anlage zum Jahreskontrakt 2022 - KunstKulturQuartier
Rück- und Ausblick für das Produkt Kultur Information
Kultur Information – Digitalisierung und noch mehr Vermittlung im neuen K:OSK93
Noch bevor im Herbst 2022 die Wiedereröffnung des nördlichen Teils des Künstlerhauses vollzogen sein wird (3. Bauabschnitt), entsteht am südlichen Ende (Glasbau) in einem Transformationsprozess der K:OSK93. Getragen werden soll er u.a. durch das REACT-EU-Förderprogramm. Der Glasbau im Erdgeschoss wird gemeinsam mit der räumlich veränderten Kultur- und Jugend Information neue (sozio-)kulturelle Impulse am Eingang zur Altstadt setzen. Damit vollzieht die Kultur Information als wichtige Einrichtung der Stadt und für den Großraum nicht nur eine „analoge“ Veränderung, sondern geht weitere Schritte im Digitalen. Denn durch die Pandemie wurde der Trend zum „Online“ bei der Suche nach Informationen und Kauf von Waren nochmals massiv beschleunigt.
Rechnung getragen wird diesem Prozess bereits 2021 u.a. mit der Weiterentwicklung der zoom:in Veranstaltungskalender-App durch ihre Barrierefreiheit und zusätzliche Features. Die dazugehörige Datenbank, deren Ausgabeplattformen stetig weiterentwickelt werden, besitzt inzwischen einen festen Kundenstamm von 157 Nutzern/Institutionen. Waren es in den Anfangsmonaten 2021 nur noch 2000 eingetragene Termine pro Monat, steuert das mit der Aufgabe betraute KunstKulturQuartier mit bis zu 5000 neuen Terminen pro Monat zum Jahresende auf das alte Niveau zurück. Sie ist damit die potenteste Datenbank von Veranstaltungen im Großraum und Nordbayern. Sie könnte bei der Entwicklung eines sprachgesteuerten Ausgabemediums ein bedeutender Baustein für die Nürnbergerinnen und Nürnberger werden. Seit 2021 können auch für die Ausstellungshäuser Kunsthalle, Kunstvilla und Kunsthaus online Tickets gebucht und erworben werden.
Neben Beratung und Verkauf von Tickets soll ein neuer Shop zum Stöbern und Verweilen in der Kultur Information einladen. Von Ausstellungskatalogen, über Musik CDs und Film DVDs wird an exponierter Stelle lokale Kultur zum Anfassen und Mitnehmen geboten. Zentrum sind flexible Beratungsinseln, an denen Kultur lebendiger und kundinnenorientierter vermittelt werden kann. Bei Festivals und Großprojekten können die Beratungs- und Verkaufsflächen für lokale Partner erweitert werden. Ob Eigenrecherche, kompetente Beratung oder Self Service – den veränderten Bedürfnissen wird hier mit den verschiedensten Angeboten lebendig und offen Rechnung getragen und ein neuer Anziehungspunkt inmitten des Gesamtkonzeptes K:OSK93 geboten.
Am Eingang zur neuen und sukzessive zu erweiternden Fußgängerzone in der Königstraße will sich der K:OSK 93 als neuer Dritter Ort für Nürnberg etablieren. Ein Raum für kulturelle Orientierung, Mobil- Machung und physischer Kontaktpunkt für die Community des Innenstadtmanagements. Im K:OSK93 erfolgt die Vergabe von Frei- und Arbeitsflächen sowie Proberäumen, Information über Kunst und Kultur in der Altstadt und darüber hinaus: Bürgerbeteiligung, Partizipation, Diskussion, Präsentation, temporäre Ateliers, Experimentierfläche für Digitalität, Streaming-Örtlichkeit, aber auch Festival- Empfangszone.
Die neue Freifläche steht für (sozio-) kulturelle Aktion und den aktiven Brückenschlag zwischen Anwohnern, Gästen der Stadt und Innenstadtnutzern bereit. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Initiativen, Vereinen und freien Künstlerinnen und Künstlern, aber auch den bereits fest im Künstlerhaus verorteten Werkstätten und Gruppen sollen Notwendigkeiten ausgelotet, gemeinsame Themen verortet und Projekte umgesetzt werden, die sowohl aus dem Künstlerhaus in die aktive
Gestaltung der Altstadt/Fußgängerzone (Urban Art) wirken, wie auch die Wieder- Eröffnung des Kulturzentrums Künstlerhaus nachhaltig befördern.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kunst und Ausstellungen
Kunsthalle Nürnberg – Kunstvilla – Kunsthaus
Kunsthalle Nürnberg
Die Kunsthalle Nürnberg konnte am 1. Juni 2021 den Betrieb mit der Ausstellung „Barbara Probst. Streets, Fashion, Nudes, Still Lifes“ wiederaufnehmen. Die Medien- und Besuchendenresonanz war ausgesprochen positiv. Der begleitende Katalog wurde von der Stiftung Buchkunst auf die Longlist aufgenommen und gehört damit zu den 60 schönsten Kunstbüchern 2021. Mit der Ausstellung „In Situ? Über Kunst im öffentlichen Raum?“ (bis 23. Januar 2022) thematisiert die Kunsthalle Nürnberg das 50jährige Jubiläum des „Symposion Urbanum Nürnberg 71“ und schlägt mit 26 Beispielen der Kunst im öffentlichen Raum zugleich den Bogen in die Gegenwart. Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Symposion Urbanum Nürnberg“, das vom Planungs- und Baureferat unterstützt und in Kooperation mit dem Neuen Museum Nürnberg entwickelt wurde. Das Projekt wurde u. a. von der internationalen Tagung „Public Art: Das Recht auf Erinnern und die Realität der Städte“ begleitet.
Für 2022 plant die Kunsthalle Nürnberg drei medial wie inhaltlich vielseitige Ausstellungen mit einem abwechslungsreichen, analogen wie digitalen museumspädagogischen Begleitprogramm. Noch bis Ende Januar 2022 wird die Betreuung der aktuellen Marianne-Defet Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani (geboren 1984 in Ahwaz/Iran) übernommen. Im September/Oktober 2022 wird die Kunsthalle Nürnberg geschlossen sein, um letzte Baumängel zu beheben, die nach der energetischen Dachsanierung verblieben sind.
Something Between Us (18. Februar bis 8. Mai 2022)
Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, das zwischenmenschliche Verbindungen eingeht, weil ihm Gemeinschaft ein existenzielles Bedürfnis ist. Die internationale Gruppenausstellung „Something Between Us“, eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Nürnberg und der Düsseldorfer Kunstinstitution KAI 10 ǀ ARTHENA FOUNDATION, bringt Aspekte des Zwischenmenschlichen in vielschichtige Korrespondenzen. Die bereits 2018/19 konzipierte und nun für die Präsentation in Nürnberg modifizierte Ausstellung besitzt eine ungeahnte Aktualität durch die Corona-Pandemie, die uns heute aus einem veränderten Blickwinkel auf die Thesen der Ausstellung blicken lässt.
Geordnete Verhältnisse (4. Juni bis 28. August 2022)
Die Gruppenausstellung präsentiert künstlerische Positionen, die sich selbst strenge Ordnungssysteme auferlegen bzw. bestehende naturwissenschaftliche, gesellschaftliche, philosophische oder auch ökonomische Welterklärungsmodelle in ihren Arbeiten reflektieren. Die Ausstellung wird u. a. Werke der Marianne-Defet-Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani zeigen. Die Künstlerin beschäftigt sich in aktuellen Gemälden mit Sternenhimmelbildern und abstrahierten grafischen Darstellungen von Sternspektren, die Bezug nehmen auf eine Pionierarbeit amerikanischer Astronominnen des 19. Jahrhunderts am Harvard College Observatory.
Andreas Schulze (11. November 2022 bis 12. Februar 2023)
Amorphe Röhren, wulstige Objekte, Lichtpunkte, nebelige Flächen und wellenförmige Objekte formieren sich in den Bildwelten von Andreas Schulze zu surreal anmutenden Landschaften und Interieurs. Seine Malerei ist jedoch nicht auf einen zweidimensionalen Bildträger beschränkt: Seit Mitte der 1980er-Jahre wird sie immer wieder auch volumenhaft, dehnt sich aus und greift in die dritte Dimension. Es entstehen malerisch-plastische Environments, und aus einem komplexen Zusammenspiel von Gemälden, Wand- und Bodenarbeiten, Mobiliar und Objekten ergeben sich eigentümlich-skurrile Wohnwelten und ein bildnerischer Mikrokosmos, der hintersinnigen Humor mit Abgründigkeit verbindet.
Kunstvilla
Das Ausstellungsprogramm der Kunstvilla stand ab Mai 2021 zunächst im Zeichen der figürlichen Malerei und Plastik. Neben der neu eingerichteten Dauerausstellung zum Thema wurden mit einer großangelegten Sonderausstellung Wilhelm Uhlig (geboren 1930) und mit Leo Smigay (1900 – 1970) im Jubiläumsraum zwei bedeutende Nürnberger Bildhauer vorgestellt. Seit Oktober 2021 zeigt die Ausstellung „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“ Künstlerkunst aus dem als Verein agierenden Nürnberger Bernsteinzimmer: insgesamt über 200 Werke von 53 Künstlerinnen und Künstlern. Im Rahmen des Jubiläumsjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wurde eine Ausstellung zur Erbauerfamilie der Kunstvilla, der Nürnberger Hopfenhändler- und Bankiersfamilie Hopf, eingerichtet, in der die vom Verein Geschichte für Alle konzipierte Stadtteilführungen durch die Marienvorstadt enden. Im Bereich Sammlung wurde die Inventarisierungssoftware Museumplus auf eine webbasierte Version umgestellt und weiterhin konzeptionell an der Onlinestellung ausgewählter Sammlungswerke gearbeitet. Ein weiteres Großprojekt stellte die Inventur dar, für die die meisten der seit 2011 zugegangenen Stiftungen neu in der Anlagenbuchhaltung erfasst und zugleich bewertet werden mussten. Daneben wurden zahlreiche Stiftungs- und Sammlungsanfragen bearbeitet, die aufgrund der angespannten Depotsituation seit geraumer Zeit nur äußerst restriktiv behandelt werden können. Mit dem Tod des Stifterehepaars Madi und Peter Schmid ging der Kunstvilla eine bedeutende Sammlung zeitgenössischer regionaler Kunst zu. Innerhalb des Leihverkehrs wurden 2021 vor allem Werke von Dore Meyer-Vax (1908 – 1980) an das Weiße Schloss in Heroldsberg für die Ausstellung „Generationen künstlerischen Schaffens“ verliehen. Vom Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg übernahm das Nürnberger Museum Industriekultur die Ausstellung „Tempo, Tempo – Bayern in den 20ern“, in die zwei Werke aus dem Bestand der Kunstvilla integriert sind.
Auf die bis Ende Mai 2022 laufende Ausstellung „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“, die in der Reihe der Präsentationen Nürnberger Künstlergruppen und –vereine steht, folgt die mit einem mehrjährigen Forschungsprojekt vorbereitete Ausstellung „Grauzonen – Nürnberger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“, die eine Auswahl Nürnberger Künstlerinnen und Künstler zwischen Repression und Anpassung in der Zeit des Dritten Reichs vorstellt und damit längerfristig auch die bislang bestehende Lücke in der Dauerausstellung schließen soll.
Mit der Ausstellung „Naturstoff / Kunststoff“ greift die Kunstvilla ab Herbst 2022 ein aktuelles Thema auf: der Verbrauch an Plastik und vor allem der daraus entstehende Müll bedroht unsere Ökosysteme
und ist dadurch in Verruf geraten, jedoch stellt Kunststoff in seinen verschiedenen Formen seit dem 20. Jahrhundert ein bedeutendes Material zeitgenössischer Kunst dar. Die Ausstellung untersucht die Verwendung von Natur- und Kunststoffen in der Nürnberger Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Bereich Sammlung ist für 2022 die Onlinestellung von Sammlungswerken auf der Homepage geplant und soll außerdem die Bereinigung der Daten in Museumplus sowie die Revision, d.h. der Datenabgleich mit KuM, abgeschlossen werden. Des Weiteren werden im Gebäude Peuntgasse 5 Flächen ertüchtigt, die für die Aufbewahrung und Restaurierung der teils wertvollen Stiftungsobjekte geeignet sind.
Kunsthaus
Das Kunsthaus hat die Kooperation mit dem langjährigen Partner, der Künstlergruppe Diskurswerkstatt e.V., mit der Filmreihe „Abstand – Künstler*innen während der Coronakrise“ fortgesetzt. Am Anfang des Jahres startete die Einrichtung mit einer Ausstellung des international renommierten Fotografen Albrecht Fuchs. Album. 1989 bis 2020. Diese Ausstellung war erneut eine Kooperation mit dem Museum für Photographie in Braunschweig und konnte im Anschluss noch an das Leopold-Hoesch-Museum in Düren vermittelt werden. Leider musste die Ausstellung in Nürnberg geschlossen bleiben. Planungen, Aufbauten und Kosten liefen hier komplett ins Leere. Öffentlich und nachhaltig „zugänglich“ wurde die Ausstellung durch einen eigens produzierten Dokumentarfilm, inklusive eines Interviews mit dem Künstler sowie einer rudimentären Schau der Ausstellung im Schaufenster im Glasbau (K:OSK93). Mit dem ersten „Fotofestival Nürnberg 2021 – facing reality“ konnte sich das Kunsthaus als Hauptausstellungsort und Premiumpartner der Fotoszene Nürnberg als Veranstalter erfolgreich als wichtigster Kooperationspartner präsentieren. Digitale Eröffnung und Hybridveranstaltungen, wie Führungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen zum Festival wären ohne das Netzwerk KunstKulturQuartier mit Künstlerhaus, Filmhaus, St. Katharina nicht auf so hohem professionellen Niveau möglich gewesen und haben das Festival damit in der Kunst- und Fotoszene der gesamten Bundesrepublik mit einem Mal verankern können. Der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten war auch in seiner 29. Ausgabe ein großer Publikumserfolg und feiert 2022 30.Jähriges.
Mit der Ausstellung „… immer viel Licht“ des Nürnberger/Fürther Lochkamerafotografen Günter Derleth präsentiert das Kunsthaus einen weiteren Künstler aus der Region, der international tätig ist. Es ist die bislang umfangreichste Retrospektive und Einzelschau des Künstlers (bis Mitte Februar 2022).
Mit der raumbezogenen Ausstellung „Falling Apart“ präsentiert das Kunsthaus in 2022 vier international junge Positionen aus Deutschland. Tobias Buckel (Nürnberg), Heike Gallmeier, Sinta Werner, Gloria Zein (alle Berlin) konzipieren eine Ausstellung für die vier Räume und beschäftigen sich thematisch mit „Bedeutungsverschiebungen und Illusionen“, mit der Komplexität der Welt vs. einfacher Lösungen. Die Schau mit Startpunkt Nürnberg ist vernetzt mit der internationalen jungen Kunstszene in Berlin. Zur Wiedereröffnung des Künstlerhauses plant das Kunsthaus mit der Diskurswerkstatt e.V. eine Schwerpunkt-Ausstellung mit dem Arbeitstitel Utopische Lebensträume, die zur Geschichte des Künstlerhauses und dessen kulturhistorischer Wirkung Position beziehen wird.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kultur und Theater
Künstlerhaus – Filmhaus – Tafelhalle – St. Katharina – Internationales
figuren.theater.festival
Künstlerhaus
Im Künstlerhaus, respektive im bespielbaren Teil des Künstlerhauses, konnte das Jahr 2021 erfolgreich genutzt werden, um das Angebot im Bereich digitaler und hybrider Kulturangebote voranzutreiben. Dabei entstanden neue Festival-Formate (z.B. in Kooperation mit kino3, der Tafelhalle, dem Kunsthaus: body on (queer-feministisch); Sing In Gala; Fotofestivals mit Fotoszene Nürnberg, Inklusives Tanzfestival EVERYBODY, Nürnberg Pop sowie die Aufbereitung von Hausgeschichte (Massenverhaftungen 1981), aber auch aktuelle Berichterstattung vom Geschehen auf der Baustelle oder zu den hausverbundenen Künstlerinnen und Künstlern unter Corona-Bedingungen. Auch in den Werkstätten, die zum Teil sehr lange Zeit geschlossen bleiben mussten, gab es Digital-Beratung (Fahrrad-/Computerwerkstatt). Die Computergruppe entwickelte ein eigenes Podcast-Format. Der Musikverein übernahm trotz schwieriger Ausgangslage für Gastronomen in Corona-Zeiten das Filmhauscafé. Im K:OSK93 (siehe Produkt Kultur Information) fanden erste Aktionen statt u.a. das anschließend durch mehrere Städte tourende Format „KünstlerNotgeld“, wurde eine neue Heimat für die Vitrine der Akademie der Bildenden Künste gefunden oder Kooperationen mit Kollektiven wie (KNICKTICK, Heizhaus) und weiteren städtischen und freien Partnern (Leonardo, Citywerksatt) eingegangen.
2022 steht im Zeichen der Wiederöffnung nach Vollendung des Dritten und letzten Bauabschnittes des vor über 100 Jahren erbauten Künstlerhauses. Geplanter Eröffnungszeitraum: Herbst 2022. Baufortschritt und Konzeption des neuen Künstlerhauses soll in einer ausführlichen, separaten Vorlage vorgestellt und diskutiert werden. Übergeordnetes Ziel wird sein, das Künstlerhaus generalsaniert der diversen Stadtgesellschaft „zurückzugeben“. Allen Nutzern und Vereinen, die in Interimsquartieren sehr eingeschränkt nur arbeiten können, allen Kulturaktivistinnen und Aktivisten, die Ermöglichungsräume suchen, allen Bürgerinnen und Bürgern der Region, die an der Teilhabe an Kultur interessiert sind, sich informieren oder ausprobieren wollen.
Filmhaus
Am 28. Mai 2020 ist der digitale Kinosaal kino3 des Filmhaus Nürnberg als erste Streaming-Plattform eines kommunalen Kinos in Deutschland online gegangen und wurde dadurch ein Vorbild für die kommunalen Kinolandschaft. Schon vor der Pandemie suchte das Filmhaus Nürnberg nach Möglichkeiten den internationalen Steamingdiensten mit einem eigenen digitalen Kinoraum zu antworten, Der digitale Kinoraum soll erweitern und nicht das reale Kino ersetzen. Seitdem wurden im kino3 knapp 200 Kurz- und Langfilme, Einführungen und Diskussionen, Filmgespräche, Theater- und Performanceinszenierungen gezeigt und eine Vielzahl von Festivals und Sonderveranstaltungen gehostet: Vom Bundeskongress der kommunalen Kinos, über Lateinamerika- und Frauenfilmtage, bis zu den Festivals FrauenFilmtage, body on, Fotofestival facing reality – und dem internationalen figuren.theater.festival. Das kino3 freut sich über 12.000 Kinogängern und über 400.000 gestreamten Minuten. Mittlerweile sind in der daraus entstandenen Plattform Cinemalovers über 40 Kinos in ganz Deutschland angeschlossen. Das Filmhaus blickt zurück auf ein unfassbar großartiges und gelungenes
kino3-Experiment, dass sich die vergangenen 18 Monaten mehr als bewiesen hat. Das Filmhaus fühlt sich darin bestärkt, kino3 als Ergänzung und Experimentierfeld zu seinen physischen Kinosälen kino1 und kommkino zu sehen und damit die digitale mit der realen Kinomagie weiter zu verbinden. Es bekam zudem den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis und den Kinopreis der Kinematheken, die höchste Auszeichnung, die kommunale Kinos in Deutschland erreichen können. Das Filmhaus Nürnberg ist damit das Kino, das diesen Preis bislang am häufigsten in ganz Deutschland erhielt.
2022 werden die Film- und Kinoexperten des engagierten Kinos seit der Nachkriegszeit bis heute, die Mitbegründer und Gestalter des Internationalen Forums der Berlinale, die Herrscher über eines der umfangreichsten und anerkanntesten internationalen Filmarchive, Erika und Ulrich Gregor, endlich wieder real unser Kinojahr eröffnen. Folgen wird das Filmfestival HEIMAT, dass das Filmhaus mit dem Bezirk Mittelfranken organisiert, diesmal zum Thema „Jüdisches Leben in Nürnberg und im Deutschen Film“. Weitere Projekte mit unseren Kooperationspartnern (u.a. Lateinamerikafilmtage, Frauenfilmtag, das Filmfestival Türkei/Deutschland, der Stummfilmmusiktag) werden folgen. Die eigenen, kuratierten monatlichen Schwerpunkte, Erstaufführungen und Sonderveranstaltungen und Festivals, das eigene Kinderkino mit samt seinem ausgezeichneten Festival Little Big Films und dem Minifilmclub, die Schulkinoreihen und die Kurzfilmabende mit Matthias Egersdörfer komplettieren das Programm.
Tafelhalle/ St. Katharina/ Internationales figuren.theater.festival
Tafelhalle
Die Tafelhalle wird im 35. Jahr nach der Eröffnung 1987 den in 2021 begonnenen Weg der nachhaltigen Fokussierung, Vernetzung und Öffnung fortführen.
2021 konnte sich eine digitale Tafelhalle entwickeln, in der neue Vermittlungskanäle, Netzwerkarbeit und Talkformate erprobt, der Kontakt zum Stammpublikum gehalten werden und Projekte mit Kooperationspartnern und Protagonistinnen und Protagonisten der Freien Szene verlässlich, teilweise überraschend anders und neu realisiert wurden.
Diese Erfahrungen sollen nicht umsonst gewesen sein und digitale Arbeitsweisen, Formate und Hybride weiterhin ihren Platz bekommen. Aber nicht nur auf digitaler Ebene gilt es, aus Erkenntnissen der Krisenzeit zu lernen. Die vergangenen anderthalb Jahre haben deutlich gezeigt, dass ein Zurück zum Status quo ante nicht erstrebenswert ist, vor allem im Hinblick auf überholten Strukturen und Abläufe in künstlerischer Produktion und konstanter Publikumsüberforderung – Publikum übrigens, das in summa kaum anwächst. Die einzig logische Konsequenz: Weniger ist mehr! Um dauerhaft Qualität zu sichern, bedarf es künftig mehr Fokus, mehr Raum und Zeit. Im Hinblick auf künstlerische Produktionen möchte die Tafelhalle in 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit arbeiten. Mit dem re.festival wird deshalb im Herbst ein neues Festival ins Leben gerufen, das eben diese Thematik ins Zentrum rückt und sich mit Wiederaufnahme und Improvisation als künstlerisch nachhaltigen Formaten bayernweit auseinandersetzt.
Mit der Impulsförderung, die 2021 Eva Borrmann für „Kitsch und Kunst“ zuerkannt wurde, ist ein weiterer inhaltlich nachhaltiger Schwerpunkt in Produktion und Vermittlung gesetzt.
Um das Publikum künftig intensiver an das Haus zu binden, wird es ab 2022 eine Akademie des Zuschauens (Arbeitstitel) geben, die interessierten Besucherinnen- und Besuchergruppen in verschiedenen Workshops künstlerische Arbeitsweisen begreifbar und alternative Verstehens-
Methoden zugänglich machen möchte. Partizipation wird hier nicht im Sinne einer eigenen künstlerischen Betätigung verstanden, sondern gerade in der Wiederentdeckung der eigenen, wichtigen Rolle als Zuschauerin und Zuschauer.
Spricht man über Nachhaltigkeit bedarf es unweigerlich auch einer Öffnung für andere Publikumsschichten, die die Kulturerlebnisse auf vielfältigere Weise teilen. Über die bereits in 2021 begonnene Reihe INS BLAUE! – die Musik-Tanz-Theater-Sneak (in Kooperation mit dem Masterstudiengang Theater-Forschung-Vermittlung der FAU), die in 2022 weitergeführt wird, sollen neue, jüngere Publikumsschichten angesprochen werden, ebenso über die vermehrte Zusammenarbeit mit den in Nürnberg ansässigen Hochschulen.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Publikumsentwicklung ist Inklusion. Hier wird es in der Tafelhalle in 2022 verschiedene Ansatzpunkte geben, vom vermehrten Einführen von Audiodeskription, Übertitelung/Gebärdenverdolmetschung, über evtl. Gastspieleinladungen bis hin zu neuen Produktionen im Amateur- und Profibereich unter dem Dach von EveryBody e.V.
Um alle Nachhaltigkeitsbestrebungen abzurunden, gilt es in 2022 außerdem den Stamm von Abonnenten des „Hausorchesters“ ensemble KONTRASTE und regelmäßige Zuschauerinnen und Zuschauer der Jazz-Konzerte und Kabarettveranstaltungen zu halten. Bestehende Reihen werden fortgeführt, ebenso mit zwei Vorstellungen für junges Publikum eine Verbindung zu Schulen aufrechterhalten und ausgebaut.
St. Katharina
Aufgrund der personalintensiven Eröffnungsvorbereitungen im Künstlerhaus wird es in der Katharinenruine 2022 zwar nur ein reduziertes, aber dennoch gewohnt vielseitiges Veranstaltungsangebot geben.
In den Pandemie-Sommern 2020 und 2021 wurde die Open-Air-Spielstätte zum beliebten Veranstaltungsort, der vielen Künstlerinnen und Künstlern aus sämtlichen Sparten Auftrittsmöglichkeiten bot. Mit ca. 60 Veranstaltungen bis in den Herbst hinein wurde die eigentliche Veranstaltungskapazität für den guten Zweck in diesen Jahren weit überschritten.
In 2022 muss die Veranstaltungszahl reduziert werden, gleichzeitig aber das Kerngeschäft erhalten bleiben. In Planung ist ein leicht verkürztes st. katharina open air, die Beteiligung an Blauer Nacht und Bardentreffen, sowie gezielte Einzelkonzerte und Kooperationen (z.B. Deutsches Sängerfest). Mit „Die Welt danach“ von co>labs wird im März 2022 ein einmaliges spartenübergreifendes Happening zu erleben sein, das spielerisch-partizipativ die Erfahrungen aus der Coronazeit im virensicheren Außenraum bespiegeln und den öffentlichen Raum zurückerobern wird. Ein Pilotprojekt für eine zukünftig stetig geplante Intervention der darstellenden Kunst am Spielort.
Internationales figuren.theater.festival
Das 22. internationale figuren.theater.festival fand im Mai ausschließlich kontaktlos und digital statt, verbunden mit dem Versprechen, möglichst alle ursprünglich für den Festivalzeitraum geplanten performativen Sonderprojekte, Installationen, Eins-zu-Eins Begegnungen und Aktionen im öffentlichen Raum im Laufe des Jahres nachholen zu wollen. Von Juli bis Oktober wurden in Nürnberg, Fürth und Erlangen das Gros der Produktionen verwirklicht. Fast alle Produktionen waren kostenlos oder aufgrund von geringen Platzkapazitäten und vielen Eins-zu-Eins Begegnungen von weitaus weniger
Besuchende vor Ort zu erleben. Eine zu Pandemie Zeiten sinnvolle Ergänzung, die vom Publikum auch angenommen wurde, waren live streams und auch interaktive, digutale Formate, an denen auch internationales (Fach-) Publikum rege teilnahm. Die nächste Ausgabe, dann hoffentlich als haptisch greifbares Theatererlebnis, findet vom 12. – 21. Mai 2023 statt.
KunstKulturQuartier
Finanzen, Personal, Kennzahlen
Finanzen KunstKulturQuartier
Das KunstKulturQuartier beendete das HH-Jahr 2020 im K1 mit einem positiven Budgetergebnis i. H. v. 243.258 Euro. Ursächlich hierfür waren überwiegend Einsparungen auf Grund der Covid-19 bedingten Schließzeiten (Lockdown). Im K2 war ein Defizit der Normkosten in Höhe von 14.458 € und ein Überschuss mit Ist-Kosten in Höhe von 19.889 € festzustellen Wegen der bereits im Jahr 2021 zu erwartenden hohen finanziellen Belastungen für den Gesamthaushalt aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Budgetregelungen für den Übertrag von Budgetresten aus dem Jahr 2020 auf das Jahr 2021 befristet außer Kraft gesetzt. Ein Übertrag ist nur für zweckgebundene Ansätze möglich. Somit können einige Zielsetzungen im investiven Bereich nicht erreicht werden.
Nach dem derzeitigen Planungs- und Kenntnisstand wird die Dienststelle das Haushaltsjahr 2021 im Rahmen der Ermächtigung abschließen können.
Personal- und Finanzsituation
| 2022* | 2021 | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 54,39 | 54,39 | 54,89 | 52,93 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | 51,12 | 52,30 | 52,06 |
Stand:08.10.2021 *Sollkraftstellen 2022 voraussichtlicher Wert
In den Haushaltsjahren 2019 und 2020 wurden zahlreiche Stellen nachbesetzt, so dass im Jahr 2021 nur wenige Stellenbesetzungen notwendig wurden und derzeit alle Stellen besetzt sind.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | - 1.044.087,24 | - 1.082.904,00 | -326.287,62 | -568.066 |
| K1 Aufwendungen | 2.283.641,65 | 2.342.955,10 | 618.046,94 | 1.689.372 |
| K1 Sachbudget | 1.239.554,41 | 1.260.051,10 | 291.759,32 | 1.121.306 |
Zum Stichtag (31.7.2021) liegen die bisherigen K1 Erträge i. H. v. -326.287,62 Euro deutlich unter der anteiligen Ermächtigung i. H. v. -631.658 Euro. Dies beruht insbesondere auf den
coronabedingten Schließzeiten und den daraus resultierenden verringerten Einnahmen aus Eintrittsgeldern. Mit den bisherigen Aufwendungen i. H. v. 618.046,94 Euro wurde die anteilige Ermächtigung i. H. v. 1.364.173 Euro nicht ausgeschöpft. Ursächlich hierfür sind ebenfalls die Covid-19 bedingten Lockdowns, die in manchen Bereichen wie z.B. Bewachung oder nicht stattgefundener Veranstaltungen zu Einsparungen bei den Aufwendungen führten.
Das bisherige K1 Sachbudget liegt zum Stichtag saldiert bei 291.759,32 Euro und somit um 440.755,68 Euro unter der anteiligen Ermächtigung (732.515 Euro).
Nach Wertung aller Tatsachen kommt das KunstKulturQuartier zur Einschätzung, dass das HH- Jahr 2021 innerhalb des auskömmlichen Budgets abgeschlossen wird, sofern keine ungeplanten erheblichen Kosten auf die Dienststelle zukommen. Der bisherige durch den Lockdown bedingte Einsparbetrag wird jedoch zur Kostendeckung im 2. Halbjahr benötigt, da wegen der Covid-19 Hygienemaßnahmen nur ein eingeschränkter Spielbetrieb mit geringeren Einnahmen bei annähernd gleichen Kosten möglich ist.
Die geringeren Ansätze bei den Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich überwiegend durch die erfolgte Änderung der Planansätze der querbewirtschafteten K1- Sachkonten in Höhe von 32.467 Euro. Bei dem geringeren Ansatz der Erträge wurde vor allem das nur zweijährig stattfindende Figurentheater berücksichtigt.
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermögen | 20.000 | 40.400,- | 23.567 | 89.327 |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | ||||
| I1 Auszahlungen | 38.438 | 89.327 |
Der Überzug im Bereich I1 ist mit der IT-Maßnahme der Umstellung von Museum Plus zu begründen. Diese Kosten belasten zwar den Bereich Immaterielles Vermögen, werden jedoch nach Abschluss der Maßnahme erstattet.
Ziele und Kennzahlen
Besonders bei den Besucherzahlen und der Höhe der Verkaufsprovisionen der Kultur Information sieht man die drastischen Auswirkungen der Lockdowns sowie des nur eingeschränkten Spielbetriebs. Während des Lockdowns fanden keine Veranstaltungen statt. Auch während des restlichen Jahres wurden alle Großveranstaltungen abgesagt bzw. konnten stattfindende Vorstellungen wegen Hygienemaßnahmen teils nur 20% der ursprünglichen Besucher Einlass gewährt werden. Zahlreiche Veranstaltungen fanden deshalb in Folge aus
wirtschaftlichen Gründen gar nicht erst statt, so dass auch bedeutend weniger Tickets über die Kultur Information verkauft werden konnten.
Die Auswirkungen von Covid-19 sind jedoch in allen Produktbereichen sichtbar.
| Ziele (neu) | Einheit | IST 01- 07 | Plan | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 2021 | ||||||
| Kultur Information | konstante Anzahl der Kundenkontakte | Anzahl | 6.039,00 | 32.000,00 | |||
| Kultur Information | konstante Höhe der Verkaufsprovisionen | Euro | -9.590,00 | -76.000,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Anzahl der Besucherzahlen | Anzahl | 4.040,00 | 39.200,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Anzahl der begleitenden Veranstaltungen | Anzahl | 63,00 | 315,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Medienressonanz (digital) | Anzahl | 50.978,00 | 115.000,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Medienressonanz (print) | Anzahl | 115,00 | 406,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstanter Sammlungsbestand Kunstvilla | Anzahl | 69,00 | 50,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Anzahl der Besucher | Anzahl | 25.102,00 | 149.788,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Anzahl der Veranstaltungen | Anzahl | 937,00 | 2.968,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Medienressonanz (digital) | Anzahl | 216.307,00 | 1.185.012,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Medienressonanz (print) | Anzahl | 138,00 | 530,00 |
Aktueller Stand mit vertiefenden Erläuterungen
Produkt 252010 Kultur Information
2020 konnte das Produkt Kultur Information keinen Überschuss erwirtschaften und das Wirtschaftsjahr endete mit einem Defizit i. H. v. 82.098,37 Euro im K1. Aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns, des Verbots von Großveranstaltungen sowie der Beschränkungen durch die notwendigen Hygienemaßnahmen wurden deutlich weniger Tickets über die stadteigenen Systeme verkauft. Somit sanken die Einnahmen durch Vorverkaufs- und Systemgebühren.
Das K1-Budget für das Produkt Kultur Information liegt zum jetzigen Zeitpunkt (Jan – Sept 2021) mit einem Ergebnis von -133.928 € um -92.394 € über der anteilig zu erbringenden Ermächtigung (Ertragswert: € -41.534 €). Ursächlich für das gute Ergebnis sind die Zahlungseingänge für die Fixkostenhilfe für November und Dezember 2020 in einer Gesamthöhe von 143.592 €. Rechnet man diese Hilfen jedoch heraus, dann ergäbe sich ein derzeitiges Defizit in Höhe von 51.198 € (Zeitraum bis
September 2021). Bei Einbeziehung der Fixkostenhilfe wird ein positives Ergebnis in Höhe von -127.487 € zum Jahresende erwartet. Die Kultur Information erwirtschaftet bedingt durch die Covid-19 Pandemie, des damit verbundenen Lockdown sowie des dadurch stark reduzierten Angebotes an Veranstaltungen deutlich weniger Umsätze mit dem Verkauf von Veranstaltungstickets. Sobald wieder eine größere Anzahl von Veranstaltungen möglich ist, wird eine Verbesserung des Ergebnisses erwartet. Die Kultur Information erzielte in der Vergangenheit, mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020, immer einen positiven Deckungsbeitrag. Zur Kostenreduktion und aufgrund des geringeren Kundenaufkommens werden derzeit freiwerdende Stellen in der Kultur Information nicht nachbesetzt.
Produkt 252020 Kunst und Ausstellungen
Das Produkt Kunst- und Ausstelllungen schloss 2020 mit einem Überschuss i. H. v. 154.150,66 Euro im K1 ab. Das im Rahmen der Ermächtigung zur Verfügung stehende Budget wurde aufgrund der Lockdown bedingten Schließungen der Kunsthalle nicht vollständig ausgeschöpft. Die Einsparungen wurden überwiegend im Bereich der Bewachung erzielt.
Die K1-Erträge liegen im Zeitraum Jan – Sept 2021 in Höhe von -49.475 Euro um 48.025 Euro unter dem anteiligen Planansatz (-97.500 €). Dieses Ergebnis ist erklärbar aufgrund der Covid-19 Pandemie und des damit verbundenen Lockdown sowie entsprechend geringerer Besucherzahlen. Die K1- Aufwendungen liegen mit einem Wert von 319.661 € um 302.189 € unter der anteiligen Ermächtigung (621.850 €). Die hohe Abweichung gegenüber dem Planwert ergibt sich überwiegend auf Grund der Schließzeiten während des Lockdowns. Laut aktueller Prognose wird das Produkt im Teilbudget K1 für das HH-Jahr 2021 im Rahmen der Ermächtigung abschließen und ist deshalb als unkritisch einzustufen.
Im Bereich K3 wurde für das Jahr 2020 der zur Verfügung stehende Betrag für die Atelierförderung in Höhe von 27.900 € mit 27.299,79 € ausgeschöpft. Für das Jahr 2021 wird der zur Verfügung stehende Betrag in Höhe von 27.900 € nach derzeitigem Kenntnisstand ebenso ausgeschöpft werden.
Produkt 261001 Kultur und Theater
Das Produkt Kultur und Theater hat das HH-Jahr 2020 mit einem K1-Überschuss in Höhe von 162.709,54 Euro abgeschlossen. Ursächlich hierfür waren Einsparungen auf Grund der Covid-19 bedingten Lockdowns.
Das K1-Budget für das Produkt Kultur und Theater liegt zum Betrachtungszeitraum (Januar bis September 2021) mit einem Wert von 333.738 € um 125.565 € unter der anteiligen Ermächtigung 459.304 €. Das Ergebnis ist jedoch nicht zu halten, da der laufende Betrieb wiederaufgenommen wurde. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung sind die durch die Covid-19 Maßnahmen bedingten massiven Einnahmenausfälle nicht zu kompensieren. Laut Hochrechnung wird ein Ergebnis in Höhe von 625.438 € erreicht, welches über der Ermächtigung in Höhe von 610.551 € liegt. Trotz geringerer Aufwendungen während des Lockdowns wird deshalb ein geringes Defizit in Höhe von 14.886 € im K1- Budget erwartet.
Im Bereich K3 wurde für das Jahr 2020 der zur Verfügung stehende Betrag für die Zuwendungen für die Förderung von Gruppen in Höhe von 605.200 € voll ausbezahlt. Für das Jahr 2021 wird der zur Verfügung stehende Betrag in Höhe von 605.200 € nach derzeitigem Kenntnisstand ebenso ausgeschöpft werden. Derzeit (Stand 8.10.2021) wurden bereits 542.965 € ausbezahlt.
Finanzen investiver Ansatz/bewegliches Vermögen
Die Ermächtigung für das I1-Budget 2020 betrug 31.000 €. Aufgrund notwendiger Beschaffungen wurde das I1 Budget um 10.680 € überzogen. Gründe für den Überzug des Budgets waren größere und nicht geplante Anschaffungen. Hierzu zählen u.a. 3 TSE-Boxen, die steuerrechtlich verpflichtend für die Kassensysteme der Kunsthalle, der Kunstvilla und des Kunsthauses angeschafft werden mussten (Preis: 5.588,88 €) sowie Aufwendungen für Husten-/Spuckschutz-Trennwände bedingt durch die Covid-19 Hygienemaßnahmen (1.023,40 Kunsthalle) sowie 685,44 Kosten für die Datenmigration der Beckerbillett-Kassen wegen der Migration auf Windows 10.
Für das HH-Jahr 2021 stehen insgesamt nur 27.900 Euro, bzw. in 2022 nur 20.000 Euro an investiven Mitteln zur Verfügung. Dies wird dazu führen wird, dass notwendige Investitionen verschoben werden müssen.