KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022
Mit der Gründung des KunstKulturQuartiers waren weitreichende Ziele verbunden:
Im Kulturausschuss am 4. Juni 2008 wurde beschlossen:
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Vernetzung verschiedener Kultursparten (…)
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Verbesserung der Angebotsstruktur durch Eröffnung der Fränkischen Galerie
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Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen
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- Bauabschnitt Künstlerhaus
Das Jahr 2022 wird weitere Meilensteine in der Verwirklichung dieser Ziele setzen. Die „Fränkische Galerie“ ist 2014 als „Kunstvilla“ eröffnet worden und verbessert auch im achten Jahr die Angebotsstruktur als ein städtisches Museum, das sich mit seinen Ausstellungen der Präsentation, Vermittlung und Erforschung der regionalen Kunstgeschichte widmet, erheblich. Die Veranstaltungs- und Ausstellungshäuser des KunstKulturQuartiers, also die Kunsthalle Nürnberg, das Kunsthaus, die Kunstvilla, das Filmhaus, die Tafelhalle und St. Katharina sowie die Kultur Info praktizieren lebendig und synergetisch die gesetzten Ziele „Vernetzung der Kultursparten“ und „Neue Formen der Zusammenarbeit“. Viele Veranstaltungen im Jahr 2021 und geplante im nächsten Jahr unterstreichen dies mit zahlreichen Produktionen mit Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szene, mit inklusiven und partizipativen Projekten, mit Kulturaktivistinnen und -aktivisten sowie Veranstaltern und im permanenten, diskursiven Austausch mit der Stadtgesellschaft. (Beispiele und konkrete Planungen siehe Anlage).
Im Jahr 2022 soll nun der sogenannte „3. Bauabschnitt“ des Künstlerhauses fertig gestellt werden. Nach der Behebung der Zerstörungen des Mittelbaus (1. Bauabschnitt) und der Errichtung des Glasanbaues (2. Bauabschnitt) wird das 1910 eröffnete und einst größte soziokulturelle Zentrum in Deutschland wieder ans Netz gehen und nach dann dreieinhalb jähriger Generalsanierung wiedereröffnet werden. Übergeordnetes Ziel wird sein, das Künstlerhaus der diversen Stadtgesellschaft „zurückzugeben“. Allen Nutzern und Vereinen, die in Interimsquartieren sehr eingeschränkt nur arbeiten können, allen Kulturaktivistinnen und Aktivisten, die Ermöglichungsräume suchen, allen Bürgerinnen und Bürgern der Region, die an der Teilhabe an Kultur interessiert sind, sich informieren oder ausprobieren wollen.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 252010 Kultur Information
Auf dem Weg zur Wiedereröffnung soll am südlichen Punkt des Hauses (Glasbau) in einem Transformationsprozess der K:OSK93 entstehen. Der Glasbau im Erdgeschoss wird gemeinsam mit der räumlich veränderten Kultur- und Jugend Information neue (sozio-) kulturelle Impulse am Eingang zur Altstadt setzen. Ergänzend dazu werden die digitalen Vermittlungsangebote vorangetrieben. Rechnung getragen wird diesem Prozess bereits 2021 u.a. mit der Weiterentwicklung der zoom:in Veranstaltungskalender-App. Am Eingang zur neuen und sukzessive zu erweiternden Fußgängerzone in der Königstraße will sich der K:OSK 93 als neuer „Dritter Ort“ etablieren. Ein Raum für Information über Kunst und Kultur, in dem Partizipation, Diskussion, Präsentation, temporäre Ateliers genauso stattfinden können, wie er als eine Experimentierfläche für Digitalität, Streaming-Örtlichkeit, aber auch Festival-Empfangszone dienen kann.
Die neue Freifläche steht für (sozio-) kulturelle Aktion und den aktiven Brückenschlag zwischen Anwohnern, Gästen der Stadt und Innenstadtnutzern bereit. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Initiativen, Vereinen und freien Künstlerinnen und Künstlern, aber auch den bereits fest im Künstlerhaus verorteten Werkstätten und Gruppen sollen Notwendigkeiten ausgelotet, gemeinsame Themen verortet und Projekte umgesetzt werden, die sowohl aus dem Künstlerhaus in die aktive Gestaltung der Altstadt/Fußgängerzone (Urban Art) wirken, wie auch die Wieder- Eröffnung des Kulturzentrums Künstlerhaus nachhaltig befördern.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 252020 Kunst und Ausstellungen
Für 2022 plant die Kunsthalle Nürnberg drei medial wie inhaltlich vielseitige Ausstellungen mit einem abwechslungsreichen, analogen wie digitalen museumspädagogischen Begleitprogramm. Noch bis Ende Januar 2022 wird die Betreuung der aktuellen Marianne-Defet Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani (geboren 1984 in Ahwaz/Iran) übernommen. Es folgen die Gruppenschauen „Something Between Us“ (18. Februar bis 8. Mai 2022) und „Geordnete Verhältnisse“ (4. Juni bis 28. August 2022) und eine Einzelausstellung der Bildwelten von Andreas Schulze (11. November 2022 bis 12. Februar 2023).
Auf die bis Ende Mai 2022 laufende Ausstellung in der Kunstvilla „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“, die in der Reihe der Präsentationen Nürnberger Künstlergruppen und –vereine steht, folgt die mit einem mehrjährigen Forschungsprojekt vorbereitete Ausstellung „Grauzonen – Nürnberger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“. Mit der Ausstellung „Naturstoff / Kunststoff“ untersucht die Kunstvilla die Verwendung von Naturund Kunststoffen in der Nürnberger Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Gebäude Peuntgasse 5 können Flächen ertüchtigt werden, die für die Aufbewahrung und Restaurierung der teils wertvollen Stiftungsobjekte geeignet sind.
Mit der Ausstellung „… immer viel Licht“ des Nürnberger/Fürther Lochkamerafotografen Günter Derleth präsentiert das Kunsthaus einen weiteren Künstler aus der Region, der international tätig ist (bis Mitte Februar 2022). In „Falling Apart“ werden vier internationale junge Positionen aus Deutschland vorgestellt. Zur Wiedereröffnung des Künstlerhauses plant das Kunsthaus mit der Diskurswerkstatt e.V. eine Schwerpunkt-Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Utopische Lebensträume“.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 261001 Kultur und Theater
2022 steht das Künstlerhaus im Zeichen der Wiederöffnung im Herbst 2022. Baufortschritt und Konzeption des dann generalsanierten Künstlerhauses soll in einer ausführlichen, separaten Vorlage vorgestellt werden.
Mit dem digitalen Kinosaal kino3 ist das Filmhaus Nürnberg als erste Streaming-Plattform eines kommunalen Kinos in Deutschland online gegangen und wurde dadurch ein Vorbild für die kommunale Kinolandschaft. Damit wird der digitale Kinoraum erweitert und nicht das reale Kino ersetzt. kino3 ist somit eine Ergänzung und Experimentierfeld zu den Kinosälen kino1 und kommkino. 2022 wird das Filmhaus u.a. das Filmfestival HEIMAT mit dem Bezirk Mittelfranken veranstalten und das Thema „Jüdisches Leben in Nürnberg und im Deutschen Film“ aufgreifen.
Die Tafelhalle wird im 35. Jahr nach der Eröffnung 1987 den in 2021 begonnenen Weg der nachhaltigen Fokussierung, Vernetzung und Öffnung fortführen. Auch die in der Pandemie entstandene „digitale Tafelhalle“ wird ihren Platz bekommen, um an den neuen Vermittlungskanälen und Talkformaten weiter zu experimentieren. Im Mittelpunkt stehen die Kooperationen mit den Protagonistinnen und Protagonisten der Freien Szene. Im Hinblick auf künstlerische Produktionen möchte die Tafelhalle in 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit arbeiten. Mit dem „re.festival“ soll 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit gearbeitet werden, das Festival „EveryBody“ widmet sich der Inklusion.
Pandemie und Finanzielle Ressourcen
Gerade eine von vergleichbar hohen Umsätzen durch Eintrittseinnahmen geprägte Dienststelle wie das KunstKulturQuartier haben die Lockdowns der vergangenen 20 Monate gehörig durcheinandergebracht. Von einem „auskömmlichen Budget“ zu sprechen, bedarf es erst der Erfahrungen des nächsten Jahres und Antworten auf Fragen wie: Wie wird sich das Besucherinnen-und Besucheraufkommen entwickeln? Unabhängig von der Ertragssituation führen die 10 % igen Einsparungsvorgaben im K1 zu Angebotseinschränkungen. So müssen die Öffnungszeiten in den Ausstellungshäusern eingekürzt werden, droht ein Schließmonat des Filmhauses und muss die Anzahl der Ko-Produktionen mit freien Gruppen Tanz und Theater reduziert werden.