Anlage 02
2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022
Personal- und Finanzsituation
| 2022 | 2021* | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt (2. BM inkl. Projektb., Bewerbungsb., KPZ und PR) | 38,09 | 33,53 | 37,06 |
| Istvollkraftstellen Gesamt (2. BM inkl. Projektb., Bewerbungsb., KPZ und PR) | 30,56 | 36,39 |
*Stand: 04.10.2021, ohne vorübergehende budgetfinanzierte Beschäftigung
Die Zahl der Vollkraftstellen war in 2021 leicht rückläufig. Grund dafür ist die Auflösung des Bewerbungsbüros zum 31.01.2021. Aktuell ist die Ist-Besetzung unter der Soll-Besetzung. Die Pflicht zur Einsparung der Personalkosten von 5% hat zur Folge, dass einige nachzubesetzende Stelle über einen längeren Zeitraum frei gehalten werden müssen, um die Budgeteinsparung erwirtschaften zu können. Für das Jahr 2022 wurden 0,72 VK in das Stellenschaffungsverfahren eingebracht.
Finanzdaten
Konsumtiv (K1)
2. BM inkl. Projektbüro, Bewerbungsbüro, KPZ und PR
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ermächtigung 2021 | Ermächtigung Januar – Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Sachbudget | 985.206 € | 1.167.186 € | 679.703 € | 867.580 € |
| I1 | 1.000 € | 1.000 € | 583 € |
Erläuterung: Aufgrund der Corona-Pandemie wurden erneut Kürzungen im K2-Budget in Höhe von 5%, sowie im K1- Budget von 10% vorgenommen, die einzusparen sind. Ein Ausgleich von K1 durch Überschüsse im K2 ist nicht mehr möglich. Eine Prognose zum Jahresabschluss ist daher nur schwer möglich. Der Rückgang des K1-Budget im Vergleich zu 2020 ist insbesondere durch das Ausscheiden Nürnbergs aus dem Bewerbungsprozess zur Kulturhauptstadt 2025 begründet. Dies lässt sich beim Ansatz für 2022 erkennen, da im Haushaltsjahr 2022 das Produkt Kulturhauptstadt nicht mehr beplant wird. Dafür wird das Strukturprojekt Kongresshalle als eigene Projektkostenstelle unter der Konzernsteuerung verankert. Die Höhepunktveranstaltungen waren 2021 wieder enorm von der Corona-Pandemie geprägt. Da alle Großveranstaltungen, mit Ausnahme der Stadtverführungen, Corona bedingt ausfielen, mussten auch dieses Jahr wieder alternative Formate gefunden werden. Deshalb wurden Alternativveranstaltungen wie die Seebühne am Dutzendteich, Lost & Found im Burggraben, Muse im Museum oder auch die Burgprojektion durchgeführt.
Kulturförderung
Bei 2. BM-Geschäftsbereich Kultur sind folgende Fördermöglichkeiten angesiedelt:
| ***2020 | *2021 | **2022 | |
|---|---|---|---|
| Kultur in der Stadt (lt. HH-Plan) darin sind enthalten: | 413.400 € | 410.900 € | 304.900 |
| Anträge an Kultur in der Stadt | 126 | 100 |
| Zur Verfügung stehende Mittel: (in 2022: Zweckbindung 10.000,-€ für Meister- singerfestival) Zuschussvergabe | 283.400 € 279.043 € | 280.900 € 261.965 € | 276.400 |
|---|---|---|---|
| Anträge an 2.BM-Kultur Zur Verfügung stehende Mittel für die 2. BM-Kultur: Zuschussvergabe | 6 30.000 € 21.131 € | 13 30.000 € 22.445,19 € | 28.500 € |
| Kommunaler Rettungsschirm „Kultur- Projekte/Kultur-Struktur während der Corona Krise“ Anzahl der Anträge Zur Verfügung stehende Mittel: Zuschussvergabe | 59 100.000 € 100.005 € | ||
| Open Air Veranstaltungen Zur Verfügung stehende Mittel - Kulturoasis e.V. (3 Anträge) - weitere Veranstaltungen (3 Anträge) Zuschussvergabe | 100.000 € 67.500 € | ||
| Fonds für Initiativgruppen Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe *** | 3 46.000 € 17.658 € | 5 46.000 € 44.000 € | 39.000 |
| Fördertopf Kindertheater Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 11 30.000 € 30.000 € | 8 30.000€ 17.800 € | 28.500 |
| Feste Kostenstellen/ Zuschüsse Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel | 52 5.325.254 € | 56 5.870.367 € | 57 5.784.200 |
| Heimatpflege Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 11 42.700 € 32.950 € | 6 42.700 € 23.550 € | 40.600 € |
| Literaturzuschüsse Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 9 3.800 € 3.800 € | 6 3.800 € 3.000 € | 3.600 € |
|---|---|---|---|
| „Kulturpreise“ | 30.000 € | 20.000 € | **** 30.000 € |
Jahreskontrakt 2022 2. BM – Geschäftsbereich Kultur
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* Stand 19.10.2021 ** Vorbehaltlich der Haushaltsberatungen für 2022 und der eingeplanten Kürzungen *** Die aufgrund der pandemischen Lage nicht ausbezahlten Zuschussmittel wurden den Gesamthaushalt wieder zur Verfügung gestellt **** im Jahr 2022 wird der „“Große Kulturpreis“ turnusmäßig wieder vergeben, daher erhöht sich der Ansatz um 10.000 €
Das Haushaltsjahr 2020: Die Corona-Krise im Jahr 2020 war bzw. ist natürlich auch für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Kulturschaffenden in Nürnberg eine schwierige Zeit. Angesichts dieser besonderen Lage wurde im April 2020 mit Stadtratsbeschluss ein kommunales Rettungspaket in Höhe von 100.000,- Euro bereitgestellt. Diese Fördermittel wurden komplett ausgeschöpft. Anträge, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten, wurden über den Fördertopf „Kultur in der Stadt“ aufgefangen. Erstmalig konnte der neu gegründete Verein Kulturoasis e.V. den bisher ungenützten Biergarten des Marientorzwingers für kulturelle Veranstaltungen der Freien Szene zur Verfügung stellen. Mittel in Höhe von 57.200,- Euro wurden dafür aus dem Geschäftsbereich Kultur 2. Bürgermeisterin zur Verfügung gestellt. Einige Fördertöpfe konnten nicht ausgeschöpft werden, da viele Veranstaltungen und Projekte nicht geplant oder nicht stattfinden konnten, wie zum Beispiel der Topf „Heimatpflege“. Hier sind die meisten Brauchtumsveranstaltungen Corona zum Opfer gefallen. Viele Projekte und Veranstaltungen wurden verschoben, deren Zuwendung bereits am Anfang des Jahres bewilligt wurden, oder es konnten andere Darstellungsformen gefunden werden.
Das Haushaltsjahr 2021: Auch im Jahr 2021 hat die Corona Krise die Nürnberger Kulturlandschaft stark beeinträchtigt. Erst mit Beginn der wärmeren Jahreszeit konnten zumindest kleinere spontane oder längerfristig geplante Veranstaltungen und Projekte durchgeführt werden. Die verschobenen Veranstaltungen und Projekte aus dem vergangenen Jahr sollten auch umgesetzt werden. Seitens des Stadtrates wurden zusätzlich 100.000,- Euro für Open Air Formate zur Verfügung gestellt, u. a. konnte der Verein „Kulturoasis e.V. unter hygienegerechten Vorgaben eine Neuauflage umsetzen. Ab Mitte des Jahres wurden auch wieder vermehrt Zuwendungsanträge aus den verschiedenen Sparten eingereicht und konnten auch bisher positiv beschieden werden. Weiterhin im Fokus steht, neben der Förderung bereits etablierter Projekte, die Förderung und Unterstützung neuer Formate. Das betrifft unmittelbar die Arbeit Kulturschaffender aus unterschiedlichen Sparten. Auch während Corona haben sich neue Formate entwickelt, z. B. Gametheaterprojekte, Audiowalk, Schaufensterausstellungen, UrbanLab, interdisziplinäre Projekte, deren Fortführung die Kulturlandschaft bereichern werden. Die Erhöhung des finanziellen Volumens des Fördertopfes „Kultur in der Stadt“ wäre dafür eine grundlegende Voraussetzung.
Das Haushaltsjahr 2022: Für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Kulturschaffenden in Nürnberg war die Haltung der Stadtkämmerei, dass im Jahr 2021 keine Kürzung der Zuwendungen zu erwarten ist, ein wichtiges Signal der Wertschätzung und Beitrag zur Existenzsicherung. Tendenziell ist weiterhin mit einem erhöhten Aufkommen der Anträge auf Fördermöglichkeiten zu rechnen. Dies hat mannigfaltige Gründe: zum einen etwa nachlassende Sponsoring-Leistungen Dritter, zum anderen eine restriktivere Mittelvergabe diverser Stiftungen, die der aktuell bestehenden Zinspolitik auf den Kapitalmärkten geschuldet ist. Auch im Jahr 2022 wird sich Förderung auf neue Formate konzentrieren, ohne die etablierten Projekte aus den Augen zu verlieren und eine Unterstützung gewähren zu können. Aus diesem Grund wäre eine Kürzung der Fördertöpfe der falsche Weg, auch weil viele Kulturschaffende, gerade jetzt wieder den Mut fassen, neue kreative Projekte zu planen. Viele dieser Künstlerinnen und Künstler mussten ohne eine außerordentliche Förderung durch Hilfs- und Sonderförderprograme auskommen.