Haushaltssperre

← Sitzung des Kulturausschusses (26.11.2021)

01 Sachverhalt

Anlage · 26.11.2021 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Langwasser Hauptmarkt Stadtentwicklung & Planung Wohnen & Bauen Kulturausschuss Eibach Opernhaus-Kommission Verkehr & Mobilität Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022

 Kulturförderung Zu den im Geschäftsbereich Kultur angesiedelten Fördermöglichkeiten (Kultur in der Stadt, Fonds für Initiativgruppen, Fördertopf Kindertheater, feste Kostenstellen, Heimatpflege sowie den Kulturpreisen der Stadt Nürnberg) finden sich nähere Informationen in der Anlage.

 MIP-Maßnahmen des Geschäftsbereiches Im mittelfristigen Investitionsplan des Haushaltsplans 2021 sind folgende Einzelmaßnahmen aufgenommenen:

Die Einzelmaßnahmenhaben über den Gesamtzeitraum voraussichtlich ein Finanzvolumen von 74,454 Mio. €. Nicht enthalten sind hier die Opernhaussanierung, Opern-Interim, Generalsanierung der Meistersingerhalle, die Kongresshalle sowie das Pellerhaus. Hierüber steht eine politische Entscheidung noch aus. Für die Kongresshalle und Opern-Interim wurden lediglich Planungskosten im Rahmen der Hochbaupauschale eingestellt.

 Kulturstrategie Im Jahr 2021 lag ein Fokus der Umsetzung der 2018 verabschiedeten Kulturstrategie auf der Finalisierung des Konzeptes zur Anbahnung eines „Raumleerstand- und Zwischennutzungsmanagements“. Mit dem „Raumkompass – Dein Raum für Kultur“ liegt nun ein ämterübergreifend abgestimmtes Tool vor, um dezentral, temporär und nachhaltig Leerstände durch kulturelle Nutzung zu aktivieren. Dieses ermöglicht sowohl den nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen als auch die Aufwertung von Stadträumen. Sowohl Kulturschaffende als auch Personen mit Immobilieneigentum profitieren davon. Neben vielfältigen Beratungen und Vermittlungen kam der Raumkompass auch vor dem Hintergrund coronabedingter Leerstandbelebung zum Einsatz. Die geschäftsbereichsübergreifenden Anstrengungen zur Implementierung von Räumen für künstlerische und kulturelle Präsentation und Produktion in der Kongresshalle stehen ebenfalls im Zusammenhang mit den Anforderungen aus der Kulturstrategie zur Schaffung von Ermöglichungsräumen. Als weiterer Auftrag an die Verwaltung wurden die Untersuchung, Bewertung und Weiterentwicklung der kommunalen Kulturförderverfahren im Rahmen einer Online-Umfrage zur Kulturförderung der Stadt in Angriff genommen. Rund 180 Personen bzw. Kollektive haben sich an der über 80 Einzelfragen umfassenden Sondierung beteiligt. Das somit entstandene Stimmungsbild befindet sich in der wissenschaftlichen Auswertung, wird veröffentlicht werden und bildet die Grundlage zur Diskussion und Ableitung der nächsten Schritte 2022. Als Aufgaben aus der Kulturstrategie wurde zudem die Stärkung der Freien Szene durch Konzipierung und Bereitstellung neuer Diskursräume und -formate, insbesondere durch die Bildung eines „Kulturrates“ abgeleitet. Zur Vorbereitung eines diesbezüglichen Erarbeitungsverfahrens wurden im Geschäftsbereich Kultur seither vielfältige Sondierungen vorgenommen. Ein allseits agil angegangener Vernetzungsprozess erhielt durch die eineinhalb-jährige Dauer der Pandemie und den erschwerten Kontaktmöglichkeiten ein retardierendes Moment. Der Faden wurde im Herbst wieder aufgegriffen und ein Erarbeitungsprozess gestartet, der 2022 mit Workshops, Diskursplattformen etc. intensiviert und verbreitert werden soll. Die Vorlage des Konzepts für einen Nürnberger Kulturrat sowie dessen Installierung sollen ebenfalls 2022 erfolgen.

 2. BM/Stab ZEP und Kongresshalle - Entwicklung des historisch-politischen Lern- und Begegnungsorts

Zeppelintribüne und Zeppelinfeld

Der erinnerungskulturelle Diskurs erfährt aktuell einen grundlegenden Wandel. Einerseits endet die Zeitzeugenschaft an die NS-Diktatur, andererseits setzt sich die Erkenntnis durch, dass es „eine“ Erinnerungskultur nicht geben kann, sondern die Debatten in globale Perspektiven eingerückt werden müssen. Diese Prozesse fordern zu einer neuen und permanenten Reflexion über den Umgang mit den Bauwerken des Nationalsozialismus am ehemaligen Reichsparteitagsgelände heraus. Das ist nicht nur im Sinne der historischen Aufklärung von hoher Relevanz, sondern besitzt für die Stadt Nürnberg angesichts des verstärkten Auftretens von Antisemitismus und Rassismus eine Verpflichtung in der Gegenwart und für unser künftiges Zusammenleben. Die Vermittlung der Lehren aus der NS-Vergangenheit am Ort der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der rassistischen „Volksgemeinschafts“-Ideologie besitzt akute Dringlichkeit. Die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände 2001 war der entscheidende Schritt, um in Nürnberg am historischen Ort über die NS-Zeit und ihre Folgen informieren zu können. Erforschung, Wissensvermittlung und die öffentliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände stehen seither im Zentrum der Arbeit des Dokumentationszentrums. Mit der Entwicklung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld zum Lern- und Begegnungsort etabliert Nürnberg ein weiteres Projekt der erinnerungskulturellen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Die konzeptionellen Planungen, die transdisziplinär und multiperspektivisch ausgerichtet sind, sollen die zukunftsgerichtete Vermittlung des historischen Orts, seiner Geschichte und der Lehren für unsere Gegenwart garantieren. Insofern wird zukünftig eine doppelte Perspektive möglich sein: einerseits die kognitive Auseinandersetzung mit der NS- Zeit und ihren Relikten im Dokumentationszentrum, andererseits der intuitive und reflexive Zugang an Zeppelinfeld und Zeppelintribüne. Neben dem Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände und des zu entwickelnden Lernund Begegnungsortes Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sieht die Stadt Nürnberg als konsequente Ergänzung der erinnerungskulturellen Entwicklungen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände vor, ein Teilstück im Rundbau der Kongresshalle als Ort für die aktuellen Künste und Kulturen zu schaffen. Damit wird eine zentrale Forderung der Leitlinien zum künftigen Umgang der Stadt Nürnberg mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände aus dem Jahr 2004 in Angriff genommen: Die Bedeutung des Ortes als „nationales Erbe“ erfordert eine künstlerische Auseinandersetzung mit internationaler Beteiligung. Grundsätzlich werden alle konzeptionellen und baulichen Maßnahmen im Verbund mit den zuständigen Dienststellen diskutiert und durchgeführt; insbesondere mit KuM/3-1, H/R und LA.

Zeppelinfeld und Zeppelintribüne

Mit den externen Fördergebern von Bund und Freistaat Bayern, die in den kommenden 10 bis 12 Jahren drei Viertel der veranschlagten Gesamtsumme von 85,1 Millionen Euro für die Entwicklung des Zeppelinfeldes mit der Zeppelintribüne zum Lern- und Begegnungsort bereitstellen, wurde seitens des Stabes Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin und des Planungs- und Baureferats ein mehrstufiges Findungsverfahren für die notwendigen Bau- und Gestaltungsfachleute vereinbart. In einem ersten Schritt erfolgte im Frühjahr 2020 bereits die Ausschreibung für den federführenden Objektplaner, der neben der Gesamtkoordination der Baumaßnahme die denkmalschutzgerechte Instandsetzung betreuen wird. Im Sommer 2021 wurde – in enger Abstimmung mit den Fördergebern von Bund und Land – mittels eines wettbewerbsähnlichen Verfahrens die Position eines zweiten Objektplaners für die neu zu errichtenden Elemente ausgeschrieben. Das sog. Los 2 umfasst die Gestaltung des Informationspavillons neben der Zeppelintribüne, die Öffnung eines Tribünentreppenhauses mit Überdachung, die museale Gestaltung der Tribünenmittelhalle („Goldener Saal“) sowie die intuitiven Vermittlungseinheiten der Reflexionspunkte und eine Turmöffnung auf dem Zeppelinfeld. Die Entscheidung über die Vergabe ist für das Frühjahr 2022 zu erwarten. Währenddessen wurde das künftige Vermittlungskonzept weiter präzisiert. Verschiedene historische Detailfragen (z.B. konkreter Ablauf „Tag des Reichsarbeitsdienstes“, Geschlechterrollen am „Tag der Gemeinschaft“, welche „Ehrengäste“ des NS-Regimes waren wo auf der Zeppelintribüne platziert) wurden durch Literatur- und deutschlandweite Archivrecherchen geklärt. Auf dieser erweiterten Wissensgrundlage folgte die Erstellung der neu zu präsentierenden Inhalte im zu errichtenden Informationspavillon, für die museale

Ausgestaltung des Mittelbaus der Zeppelintribüne und die Gestaltung der Reflexionspunkte im Außenbereich. Begleitend zu der 2021/22 beginnenden Planungsphase sind Detailworkshops mit Fachleuten geplant, um einerseits baufachliche Grundsatzfragen wie etwa zu Substanzerhalt, Materialaustausch und Ersatzstoffe zu erläutern, und andererseits die konzeptionelle Umsetzung der neuen Vermittlungselemente am Zeppelinfeld (Reflexionsorte) und auf der Zeppelintribüne (Treppenauslass, Rednerkanzel, „Goldener Saal“) weiter zu konkretisieren. Zentraler Arbeitsschwerpunkt wird die Entwicklung der künftigen digitalen Angebote sein. Alle Maßnahmen finden in Rücksprache sowohl mit dem Wissenschaftlichen Beirat für den historischen Ort Reichsparteitagsgelände als auch mit den Partnerinnen und Partnern im Studienforum des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände statt. Wie zuletzt im Herbst 2020 war auch 2021 ein Informationstag Zeppelinfeld und Zeppelintribüne mit kostenlosen Rundgängen geplant. Pandemiebedingt musste er vom Mai auf den 18. Juli 2021 verschoben werden. Daneben informieren ab Sommer 2021 insgesamt vier Aufsteller vor Ort an der Zeppelintribüne über die zentralen Elemente des künftigen Vermittlungskonzepts. Auch für 2022 ist ein Informationstag Zeppelinfeld und Zeppelintribüne sowie eine grundlegende Überarbeitung der Projektseite im Internet geplant.

Ermöglichungsräume in der Kongresshalle

Anfang des Jahres 2020 wurde der Stab Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im Geschäftsbereich Kultur durch die Bürgermeisterin beauftragt, einen Entwicklungsprozess für eine mögliche künstlerische und kulturelle Nutzung eines Segments der unfertig gebliebenen Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände aufzusetzen. Die Entwicklung eines Teilstücks der Kongresshalle hat zum Ziel, sich in die bisherigen, das Gelände betreffende Maßnahmen wie die Entwicklung des Zeppelinfeldes und der Zeppelintribüne zum Lern- und Begegnungsort sowie dem Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagesgelände als Ort der Wissensvermittlung einzufügen. Der mehrstufige und auf mehrere Monate ausgelegte partizipative Prozess wurde coronabedingt im Frühjahr 2020 innerhalb kürzester Zeit ins Digitale adaptiert. Somit konnte an der ursprünglichen Zeitschiene festgehalten und der Prozess mit Workshops und Befragungen von Kunst- und Kulturschaffenden sowie der Evaluierung der Ergebnisse wie geplant begonnen werden. Die Bedarfsanalyse möglicher Nutzerinnern und Nutzer wurde – zusammen mit möglichen Nutzungsvisionen und der erinnerungskulturellen Dimension – in einer ersten inhaltlichen Vorstudie zusammengeführt, die die Grundlage für die derzeit laufende bauliche Prüfung bildet. Die bauliche Voruntersuchung, die unter anderem eine Bestandsanalyse zu den Themen Beleuchtung, Umgang mit Fluchtwegen und Brandschutz, Denkmalschutz, Deckenlasten und Schallentwicklung und die Prüfung unterschiedlicher, spartenspezifischer Nutzungsmöglichkeiten beinhaltet, wurde im Dezember 2020 dem Kulturausschuss vorgestellt. Bedarfsanalyse und Machbarkeitsstudie sind 2021/2022 zu präzisieren, um eine belastbare Kostenschätzung mit Planungs- und Baukosten zu ermöglichen. Das bislang in Workshops mit Stakeholdern der Künste und Kulturen in Nürnberg in ersten Ansätzen entwickelte Nutzungskonzept soll in einem weiteren, breit aufgestellten partizipativen Prozess ausgearbeitet bzw. konkretisiert werden. Eine im Herbst 2021 beginnende Veranstaltungsreihe mit unterschiedlichen Diskussions- und Informationsformaten zu den Themenfeldern Kunst und Kultur, Erinnerungskultur, Stadtentwicklung und Architektur bildet dabei eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungskonzeptes. Unterschiedliche Perspektiven geraten in den Fokus:

teiligung am Diskurs über den zukünftigen Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Allgemeinen, der Kongresshalle im Besonderen.

Innovationspotential der Kongresshalle untersucht werden. Atelier-, Produktions- und Präsentationsräume für die Künste und Kulturen zeichnen sich durch unterschiedliche Bedarfe aus, die in die Entwicklung der Kongresshalle als Ermöglichungsraum einfließen müssen. White Cube oder Blackbox, offenes Studio, geschlossener Proberaum, schalldichte Isolierung für den Musikproberaum oder Schwingboden für Performances – die ersten Planungen zur Nutzung der Kongresshalle sollen im Horizont dieser vielfältigen technischen Bedarfe und der Ergebnisse der vertieften Diskussionen mit Kulturschaffenden und Stakeholdern

präzisiert werden. Als Mittel der Diskussionsvertiefung ist zudem geplant, im Jahresverlauf 2022 einen Innenraum musterhaft baulich zu ertüchtigen, um mithilfe von experimentellen Einzelveranstaltungen erste Praxiserfahrungen für ein künftiges Nutzungskonzept zu sammeln.

für Nürnberg zentralen erinnerungskulturellen Diskurs nicht kurzgeschlossen worden. Geplant ist daher ein international besetztes Symposium zur Erinnerungskultur; eine Tagung, die die Perspektiven des Globalen Südens einbindet, darüber hinaus aber vor allem die Vielschichtigkeit von Erinnerungskulturen in einer diversen Stadt wie Nürnberg reflektiert. Diskursveranstaltungen mit Vertreter*innen aus Politik, Kunst, Architektur und Philosophie sowie Fachforen mit Kunst- und Kulturschaffenden sollen dazu beitragen, das mögliche Raumprogramm in der Kongresshalle zu konkretisieren. Die baulichen und konzeptionellen Arbeiten an Zeppelinfeld und Zeppelintribüne werden 2022 in die Detaillierung gehen; zahlreiche Themenkomplexe wie etwa die Ausarbeitung des Vermittlungs- und Bildungskonzeptes werden Arbeitskapazitäten binden. Hinzu kommt mit dem Beschluss des Kulturausschusses am 8. Oktober 2021 die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes für die Implementierung der Ermöglichungsräume in der Kongresshalle. Der Bahnhof Märzfeld wird kurzfristig ebenfalls in den Fokus der Bearbeitung treten müssen. Insgesamt ist für alle Entwicklungen eine stadtinterne Prozesssteuerung zu entwickeln. Eine breit aufgestellte Bürgerbeteiligung bildet die notwendige Grundlage. Aktuell überschreitet die Fülle der anstehenden Aufgaben die Stundenkapazitäten im Stab ZEP beträchtlich. Eine Aufstockung um 0,7 VK zum 1. Januar 2022, wie im Stellenschaffungsverfahren beantragt, ist dringend geboten.

 Höhepunktveranstaltungen Eine Zwischenbilanz zum diesjährigen Kultursommer der im Projektbüro entwickelten und durchgeführten Sonderformate wurden bereits in der Kulturausschuss-Sitzung im September vorgestellt. Aus diesem Grunde kann der Rückblick auf das zweite Jahr im Zeichen der Pandemie kurzgehalten werden. Mit Einschränkungen hinsichtlich der Publikumsgröße konnten im September die biennale RathausART sowie die 22. Stadt(ver)führungen durchgeführt werden. Das Echo bei diesen partizipativen Angeboten war in beiden Fällen sehr hoch. Die RathausART vermeldet so viele Teilnahmen an Galerien und Kunstvereinen wie nie zuvor. Die Stadt(ver)führungen waren de facto ausverkauft. Davor waren Jahresmittel des Projektbüros aus abgesagten Veranstaltungen wie Die Blaue Nacht und dem Bardentreffen, erheblich ergänzt mit Mitteln aus dem Sonderfonds „Neustart Kultur“ der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, in sehr erfolgreiche und wegweisende Projekte investiert worden. Das Projektbüro verantwortete den Kunstparcours „Lost & Found 2“ im Burggraben, die Seebühne am Dutzendteich, den Musikspeicher im Spittlertorzwinger als Kooperation mit der Musikzentrale, die Veranstaltungsreihe „Muse im Museum“ mit 100 Veranstaltungen sowie die an fünf Abenden laufende Burg-Projektion des Nürnberger Kulturpreisträger und Akademie-Professors Peter Angermann. Die als Folge der Corona-Krise verordneten Sparmaßnahmen trafen und treffen das Projektbüro in besonderem Maße, da als Berechnungsgrundlage der zehnprozentigen Kürzung im Sachmittelbereich nicht der städtische Anteil an den Großveranstaltungen zugrunde gelegt wird, sondern der Gesamtbedarf, um die (überwiegend eintrittsfreien) Festivals überhaupt durchführen zu können. Da diese Angebote der kulturellen Grundversorgung zu 60 bis 75 Prozent durch Drittmittel (Sponsoring, Spenden, Vergabe von Gastro- Rechten, Eintritte, Handelswaren) wirtschaftlich abgesichert sind, schlägt diese zehnprozentige Kürzung auf den Gesamtbedarf auch auf die eingeworbenen Drittmittel durch. Auf den städtischen Ansatz des Projektbüros reduziert, führt dies zu einer hochgerechneten Budgetmittelkürzung von weit über 20 Prozent. Korrespondierend mit den angekündigten Kostensteigerungen im Bereich Technik, Sicherheit und Honorare als Folge des akuten Personalmangels in diesen Branchen führt dies zu einer weiter sich aufspreizenden Finanzierungslücke. Pb weist folglich wie in den Vorjahren auf das erhebliche Risiko hin, Nürnbergs Traditionskultur in diesem Umfang abhängig von Sponsoringmitteln zu machen. Verlässliche Prognosen lassen sich auf dieser Basis mit allen ihren Unwägbarkeiten kaum erstellen. Um die erwarteten Kostensteigerungen so minimal zu halten wie möglich, konnten in Absprache mit den Zentralen Diensten bestehende Verträge aus den Jahren 2020 und 2021 in den Bereichen Bühne, Licht, Ton umgelegt werden auf 2022, verbunden mit vorgezogenen Teilzahlungen in 2021, um so zur Existenzsicherung dieser Firmen beizutragen. Diese vertraglichen Verpflichtungen bestehen für alle bekannten Spielstätten beim Bardentreffen (Hauptmarkt, Insel Schütt, Sebalder Platz, Lorenzer Platz etc.), aber auch für die Konzerte im Luitpoldhain. Die Planungen sind somit vollumfänglich im Gange und denken die Entwicklung dezentraler Hygienemaßnahmen und Post-Covid-Verhaltensmuster mit.

Die Planungen für 2022 sehen zum Auftakt am 6. und 7. Mai Die Blaue Nacht vor. Der Internationale Kunst- Wettbewerb um den Publikumspreis der N-Ergie, der wie die ganze Veranstaltung unter dem Motto „Phantasie“ steht, läuft bis 12. Dezember. Die Burgprojektion wird von der Fürther Künstlerin Sascha Banck gestaltet. Die Klassik Open Airs am 24. Juli (Staatsphilharmonie Nürnberg) und 6. August (Nürnberger Symphoniker) erleben den letzten Auftritt von Symphoniker-Chefdirigent Kahchun Wong. Das Finale im Luitpoldhain setzen am 7. August die auf 2022 geschobenen „Stars im Luitpoldhain“ mit Nürnbergs Drum-Star Wolfgang Haffner, der German All Stars Big Band und prominenten Gästen. Fortgeführt wird die Kooperation mit dem Staatstheater beim Open-Air-Finale des Meistersinger-Wettbewerbs (28. Juli). Daran angeschlossen wird das Bardentreffen (29. bis 31. Juli), das sich schwerpunktmäßig mit der Stimme beschäftigen will. Im September (16. bis 18.09.2022) schließen sich die Stadt(ver)führungen an. Unterstützt werden diese Ereignisse von: Bayerischer Rundfunk, Breuninger, ESW – Evangelisches Siedlungswerk Bayern, Funkhaus, GEMA, Henriette-Schmidt-Burkhardt-Stiftung, Lebkuchen Schmidt, N-Ergie, NÜRNBERGER Versicherung, Schmitt & Sohn, Sparda-Bank, Sparkasse Nürnberg, VAG, wbg Nürnberg.

 Bauvorhaben Opernhaus Für das Bauvorhaben Opernhaus (BOH) haben im Jahr 2021 insgesamt drei Sitzungen der vom Stadtrat eingesetzten Opernhaus-Kommission stattgefunden. In der letzten Sitzung am 22. Oktober wurde ein Grundsatzbeschluss über die Sanierung des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz empfohlen, die Betriebsbeschreibung für eine Ausweichspielstätte erörtert und zur Beschlussfassung durch den Stadtrat empfohlen, in einer ersten Lesung über das Nutzerbedarfsprogramm für die eigentliche Baumaßnahme am Richard-Wagner-Platz gesprochen und eine Entscheidung über den Standort einer Ausweichspielstätte noch im Jahr 2021 empfohlen. Über die von der Kommission empfohlenen Punkte wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Dezember beraten und beschließen. Im Jahr 2022 steht die Planung einer Ausweichspielstätte für die bauliche Umsetzung in den Jahren 2023 und 2024 an. Parallel dazu wird das Nutzerbedarfsprogramm für das BOH mit Unterstützung eines externen Projektentwicklers in eine Bedarfsplanung weiterentwickelt; sie dient als Grundlage einer Entscheidung über ein geeignetes Verfahren zu Findung und Beauftragung eines Objektplaners. Daneben ist für 2022 eine intensive Befassung mit Finanzierungsfragen vorgesehen; dabei stehen insbesondere die Beantragung von Fördermitteln und Gespräche über die Beteiligung des Freistaats Bayern an den Kosten von Interim und BOH im Zentrum. Regelmäßige Berichte und Aussprachen finden in den Sitzungen der Opernhaus-Kommission statt; dafür sind derzeit fünf Termine (25. März, 13. Mai, 8. Juli, 14. Oktober und 25. November 2022) vorangemeldet.

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