Sitzungsunterlagen
Sitzung des Kulturausschusses
26.11.2021
Inhaltsverzeichnis
Sitzungsdokumente 3 Tagesordnung -öffentlich- 3 Öffentliche Bekanntmachung 5 Vorlagendokumente 7 TOP Ö 1 Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den 7 Tiergarten Sitzungsvorlage Tg/001/2021 7 Entwurf der Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den 11 Tiergarten Tg/001/2021 Gegenüberstellung "Bisherige und neue Gebühren" Tg/001/2021 14 Sachverhalt Tg/001/2021 15 Vergleich der Eintrittsgebühren verschiedener deutscher Zoos Tg/001/2021 16 TOP Ö 2 2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022 17 Sitzungsvorlage 2. BM/042/2021 17 01_Sachverhalt 2. BM/042/2021 20 02_Personal- und Finanzdaten 2. BM/042/2021 25 TOP Ö 3 Meistersingerhalle - Jahreskontrakt 2022 28 Sitzungsvorlage MSH/001/2021 28 01_Sachverhalt MSH/001/2021 31 02_Personal- und Finanzdaten MSH/001/2021 37 TOP Ö 4 Stadtarchiv - Jahreskontrakt 2020 38 Sitzungsvorlage Av/002/2021 38 01_Sachverhalt Av/002/2021 41 02_Personal- und Finanzdaten Av/002/2021 45 03_Ausstellungen_Veranstaltungen_Publikationen Av/002/2021 46 TOP Ö 5 Bildungscampus Nürnberg - Jahreskontrakt 2022 48 Sitzungsvorlage BCN/001/2021 48 01_Sachverhalt BCN/001/2021 51 02_Personal- und Finanzdaten BCN/001/2021 54 TOP Ö 6 Amt für Kultur und Freizeit - Jahreskontrakt 2022 57 Sitzungsvorlage KuF/007/2021 57 01_Sachverhalt KuF/007/2021 60 02_Ausgewählte Ereignisse 2022 KuF/007/2021 65 03_Personal- und Finanzdaten KuF/007/2021 67 TOP Ö 7 KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022 69 Sitzungsvorlage KuKuQ/004/2021 69 01_Sachverhalt KuKuQ/004/2021 72 02_Personal- und Finanzdaten_Erläuterungen KuKuQ/004/2021 75 TOP Ö 8 Museen der Stadt Nürnberg - Jahreskontrakt 2022 87 Sitzungsvorlage KuM/003/2021 87 01_Sachverhalt KuM/003/2021 90 02_Personal- und Finanzdaten KuM/003/2021 93
TAGESORDNUNG
Sitzung
Sitzung des Kulturausschusses
Sitzungszeit
Freitag, 26.11.2021, 09:00 Uhr
Sitzungsort
Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal
TAGESORDNUNG
Öffentliche Sitzung
1. Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg Gutachten
für den Tiergarten Tg/001/2021
Vogel, Christian
2. 2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
- BM/042/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
3. Meistersingerhalle - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
MSH/001/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
4. Stadtarchiv - Jahreskontrakt 2020 Beschluss
Av/002/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
5. Bildungscampus Nürnberg - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
BCN/001/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
6. Amt für Kultur und Freizeit - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
KuF/007/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
7. KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
KuKuQ/004/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
8. Museen der Stadt Nürnberg - Jahreskontrakt 2022 Beschluss
KuM/003/2021 Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 08.10.2021,
öffentlicher Teil
BEKANNTMACHUNG DER TAGESORDNUNG
Am Freitag, 26.11.2021, um 09:00 Uhr findet im Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal eine
Sitzung des Kulturausschusses
mit folgender Tagesordnung statt:
1. Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg
für den Tiergarten
2. 2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022
3. Meistersingerhalle - Jahreskontrakt 2022
4. Stadtarchiv - Jahreskontrakt 2020
5. Bildungscampus Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
6. Amt für Kultur und Freizeit - Jahreskontrakt 2022
7. KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022
8. Museen der Stadt Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 08.10.2021,
öffentlicher Teil
Zusätzlich findet eine nichtöffentliche Sitzung statt.
Stadt Nürnberg, 08.11.2021
Marcus König Oberbürgermeister
Tg/001/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Gutachten
Stadtrat 15.12.2021 öffentlich Beschluss-Auflage
Betreff:
Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten
Anlagen: Entwurf der Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten Gegenüberstellung "Bisherige und neue Gebühren" Sachverhalt Vergleich der Eintrittsgebühren verschiedener deutscher Zoos
Sachverhalt (kurz):
Für den Tiergarten sollen die Eintrittsgebühren angepasst werden. Letzmalig war dies im Jahr 2018 der Fall.
Im Vergleich zu anderen deutschen Zoos bleibt die Preisstruktur des Tiergarten Nürnberg moderat.
Auch in Zukunft wird es für viele Gruppen der Nürnberger Bevölkerung reduzierte Gebühren und Ermäßigungen geben. Beispielhaft sei erwähnt, dass die Inhaberinnen und Inhaber eines Nürnberg-Passes eine Ermäßigung von über 50 % erhalten.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Sämtliche Gebühren werden von allen Besucherinnen und Besuchern unabhängig von den im AGG genannten Kriterien erhoben. Ermäßigungen für Kinder und Jugendliche sind bildungspolitisch gewollt.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Ref.I/II/Stk
Gutachtenvorschlag: Der Kulturausschuss begutachtet die beiliegende Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten (Tiergartengebührensatzung - TiergGebS) und empfiehlt dem Stadtrat, diese Satzung zu erlassen.
Beschlussvorschlag: Entsprechend dem Gutachten des Kulturausschusses vom 26.11.2021 wird der Erlass der beiliegenden Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten (Tiergartengebührensatzung - TiergGebS) beschlossen.
Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten (Tier-
gartengebührensatzung – TiergGebS) vom 16. März 2018 (Amtsblatt S. 118)
Vom .................................
Die Stadt Nürnberg erlässt auf Grund von Art. 2 Abs. 1 und Art. 8 des Kommunalabgabengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. April 1993 (GVBl. S. 264), zuletzt geändert durch § 1 des Gesetzes vom 19. Februar 2021 (GVBI. S. 40), folgende Satzung:
Art. 1
§3 wird wie folgt geändert:
- Nr. 1 wird wie folgt gefasst:
„1. Tiergarteneintritt Für Tageskarten, die zum Besuch des Tiergartens während der Öffnungszeiten eines Kalendertages berechtigen, werden folgende Gebühren erhoben:
1.1 Einzelkarten für
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 18,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 13,50 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 8,50 Euro,
d) Erwachsene mit Ermäßigung Schülerinnen und Schüler (einschl. Berufsschülerinnen und Berufsschüler sowie Fachschülerinnen und Fachschüler), Studierende, Rentnerinnen und Rentner, schwerbehinderte Menschen sowie Arbeitsuchende, Personen, die freiwilligen Wehrdienst im Sinn des Wehrpflichtgesetzes leisten, Freiwillige im Sinn des Bundesfreiwilligendienstgesetzes und des Jugendfreiwilligendienstegesetzes in den jeweils geltenden Fassungen (jeweils gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises): 16,00 Euro,
e) schwerbehinderte Jugendliche gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises: 12,00 Euro,
f) schwerbehinderte Kinder gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises: 6,50 Euro,
g) Personen mit Nürnberg-Pass vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 7,00 Euro,
h) Personen mit Nürnberg-Pass vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 3,80 Euro;
1.2 Familienkarten für den Besuch durch
a) einen Eltern- oder Großelternteil mit eigenen Kindern oder Enkelkindern (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr): 24,00 Euro,
b) Eltern oder Großeltern mit eigenen Kindern oder Enkelkindern (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr): 42,00 Euro;
1.3 für den Besuch durch Schulklassen im Klassenverband
a) Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Jahrgangsstufe: 6,50 Euro,
b) Schülerinnen und Schüler ab der 11. Jahrgangsstufe: 12,00 Euro;
Eine begleitende Lehrkraft je 10 Schülerinnen und Schüler bzw. je 5 Förderschülerinnen und Förderschüler hat freien Eintritt.
1.4 für den Besuch durch Kindergärten, Horte und Kinderheime im Gruppenverband
a) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 12,00 Euro,
b) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 6,50 Euro;
Eine Aufsichtsperson je 10 Kinder bzw. je 5 Vorschulkinder hat freien Eintritt.
1.5 für den Besuch durch Gruppen mit mindestens 15 Personen
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 16,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 12,00 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 6,50 Euro;
Busfahrerinnen bzw. Busfahrer und Reiseleiterinnen bzw. Reiseleiter als Begleitpersonen haben gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises freien Eintritt.
1.6 am Tiergarten-Tag (jeder letzte Montag im Monat, wenn dieser kein Feiertag ist) sowie an
der Abendkasse (die Zeiten gibt die Tiergartenverwaltung durch Aushang bekannt)
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 16,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 12,00 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 6,50 Euro.“
- Nr. 3 wird wie folgt gefasst:
„3. Dauerkarten
Dauerkarten, die zum Besuch des Tiergartens während eines Zeitjahres berechtigen, kosten:
a) Einzelkarte Erwachsener Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 85,00 Euro,
b) Einzelkarte Jugendlicher Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 59,00 Euro,
c) Einzelkarte Kind Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 37,00 Euro.“
Art. 2
Diese Satzung tritt am 01.01.2022 in Kraft.
Tg: Geplante Gebührenerhöhung 2022
Gegenüberstellung: Aktuelle - Neue Gebühren
| Kategorie | Aktuell | Neu | Ermäßigung |
|---|---|---|---|
| Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 16,00 | € 18,00 | -- |
| Jugendliche (14 bis 17 Jahre) | € 12,00 | € 13,50 | -- |
| Kinder (bis 13 Jahre) | € 7,70 | € 8,50 | -- |
| Ermäßigte Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 14,00 | € 16,00 | -- |
| Ermäßigte Jugendliche (14 bis 17 Jahre) | € 10,50 | € 12,00 | -- |
| Ermäßigte Kinder (bis 13 Jahre) | € 5,70 | € 6,50 | -- |
| Nürnberg-Pass Erwachsene | € 6,50 | € 7,00 | 61% |
| Nürnberg-Pass Kind | € 3,50 | € 3,80 | 55% |
| Teilfamilienkarte (Ein Eltern- oder Großelternteil mit eigenen Kindern oder Enkelkindern bis 17 Jahre) | € 21,00 | € 24,00 | -- |
| Familienkarte (Eltern oder Großeltern mit eigenen Kindern oder Enkelkindern bis 17 Jahre) | € 37,00 | € 42,00 | -- |
| Dauerkarte Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 75,00 | € 85,00 | ab 5. Besuch |
| Dauerkarte Jugendlicher (14 bis 17 Jahre) | € 52,00 | € 59,00 | ab 5. Besuch |
| Dauerkarte Kind (bis 13 Jahre) | € 33,00 | € 37,00 | ab 5. Besuch |
Ermäßigung/Angebot speziell für Nürnberger Bürgerinnen und Bürger
Beilage 1
Sachverhalt:
Für den Tiergarten sollen erstmalig seit 2018 die Eintrittsgebühren angepasst werden (siehe Anlage 1).
Die Preisstruktur im Vergleich zu anderen deutschen Zoos ist in Anlage 2 dargestellt.
Auch in Zukunft wird es für viele Gruppen der Nürnberger Bevölkerung reduzierte Gebühren und Ermäßigungen geben. Beispielhaft sei erwähnt, dass die Inhaberinnen und Inhaber des Nürnberg- Passes eine Ermäßigung von über 50 % erhalten. Mit der Dauerkarte wird für die regelmäßigen Besucherinnen und Besucher ein besonders attraktives Angebot aufgezeigt. Eine Dauerkarte wird sich bereits ab dem fünften Besuch amortisiert haben.
Die Notwendigkeit, die Einnahmen des Tiergartens zu erhöhen, begründet sich zusammenfassend durch folgende Entwicklungen:
-
Jede Dienststelle, die Gebühren erhebt, ist angewiesen eine Erhöhung der Gebühren zur Entlastung des städtischen Haushalts jährlich zur Haushaltsanmeldung zu prüfen. Der Tiergarten hat letztmalig im Jahr 2018 eine Gebührenerhöhung vorgenommen. Eine Anpassung der Gebühren ist zwingend notwendig, um den Tg-Haushalt aufgrund der coronabedingten Auswirkungen zu konsolidieren und den städtischen Haushalt nicht zusätzlich übermäßig zu belasten.
-
Der Wiedereinstieg in das dem Kulturausschuss im Februar 2018 zur Begutachtung vorgestellte Struktur- und Entwicklungskonzept ist für die Weiterentwicklung des Tiergartens essentiell.
-
Der Tiergarten wurde für seine Neueröffnung im Jahr 1939, innerhalb von zwei Jahren komplett neu erstellt, was zur Folge hat, dass weiterhin große Teile der Bausubstanz und Infrastruktur aus dieser Zeit fast zeitgleich einen hohen Instandhaltungsbedarf aufweisen.
-
Höhere gesetzliche Vorgaben zur Gewährleistung der Besuchersicherheit und Brandschutz, gestiegene hygienische Standards sowie moderne technische Anlagen (u.a. zur Energieeinsparung und zum Umweltschutz) führen zu einem größeren Bedarf an Wartungen, Instandhaltungen und somit zu Mehrkosten des Tiergartens.
-
Die Anforderungen an die Aufgaben von Zoologischen Gärten haben sich parallel zu einer gesellschaftlichen Debatte um die Legitimität von Tierhaltungen durch die EU-Zoorichtlinie, die in Bayern seit 2005 vollzogen wird, stark erhöht und die im Struktur- und Entwicklungskonzept dargelegte zu erweiternde Betriebsstruktur notwendig gemacht.
-
Der Tiergarten muss sich mit seinen wertvollen Bau- und Tierbeständen weiter entwickeln können. Unter Bewahrung seines Landschaftscharakters muss er sich modernisieren können und als städtische Freizeiteinrichtung die Bedürfnisse seiner Besucher zufrieden stellen. Der Tiergarten will den wachsenden Herausforderungen für den Arten- und Naturschutz gerecht werden. Darüber hinaus werden dem Tiergarten als Bildungs- und Forschungseinrichtung immer wichtigere Aufgaben zu teil. Dafür bedarf er eines Jahresbudgets, das Kostensteigerungen ausgleicht und angemessene Entwicklungen zum Erhalt seiner Attraktivität ermöglicht.
Vergleich Eintrittsgebühren Anlage 2
Stand: 26.07.2021
| Einzeleintritt | Jahreskarten | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erwachsen | Kind | Erw. ermäßigt | Kind ermäßigt | Teilfamilie | Familie | Erwachsener | Kind | Familie | |
| Hannover | 26,50 € | 14,50/18,50 € | 22,50 € | 11,00/15,00 € | -- | 81,00 € | 89/96 € | 64/69 € | 196/209 € |
| Leipzig | 22,00 € | 14,00 € | 18,00 € | 12,00 € | -- | 54,00 € | 81,00 € | 51,00 € | 211,00 € |
| Wien | 22,00 € | 11,00 € | 20,00 € | 10,00 € | -- | -- | 54,00 € | 27,00 € | -- |
| Gelsenkirchen | 21,50 € | 14,00 € | 19,50 € | 12,50 € | 48,00 € | 55,00 € | 79,00 € | 47,50 € | 164,00 € |
| Köln | 19,50 € | 9,00 € | 16,50 € | 7,50 € | -- | -- | 85,00 € | 50,00 € | 200,00 € |
| Stuttgart | 19,00 € | 8,00 € | -- | -- | -- | -- | 65,00 € | 25,00 € | 140,00 € |
| Münster | 18,90 € | 10,90 € | 16,90 € | 8,90 € | -- | -- | 79,00 € | 49,00 € | 179,00 € |
| Nürnberg (geplant) | 18,00 € | 8,50 € | 16,00 € | 6,50 € | 24,00 € | 42,00 € | 85,00 € | 37,00 € | -- |
| Rostock | 17,50 € | 10,00 € | 15,00 € | 6,50 € | -- | 52,00 € | 63,00 € | 26,50 € | 147,00 € |
| Duisburg | 17,50 € | 10,00 € | 15,50 € | 9,00 € | -- | 43,00 € | 68,00 € | 41,00 € | 115,00 € |
| Berlin (Zoo) | 16,00 € | 8,00 € | 15,00 € | 7,00 € | -- | -- | 55,00 € | 29,00 € | 111,00 € |
| Nürnberg (aktuell) | 16,00 € | 7,70 € | 14,00 € | 5,70 € | 21,00 € | 37,00 € | 75,00 € | 33,00 € | -- |
| München | 15,00 € | 6,00 € | 11,00 € | -- | 19,00 € | 33,00 € | 42/49 € | 25,00 € | 98,00 € |
| Frankfurt | 12,00 € | 6,00 € | -- | -- | -- | 29,00 € | 60,00 € | 25,00 € | 90,00 € |
| Augsburg | 12,00 € | 6,00 € | 11,50 € | 5,50 € | -- | -- | 40,00 € | 20,00 € | -- |
| Straubing | 7,00 € | 5,00 € | 6,00 € | 4,00 € | 18,00 € | 25,00 € | 28,00 € | 20,00 € | -- |
Hinweise:
-
Ermäßigungstatbestände zum Teil unterschiedlich
-
Altersgrenzen Kind/Erwachsener zum Teil unterschiedlich
-
Teilweise günstigere Tarifstruktur im Winter
- BM/042/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage 2. BM/042/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage 2. BM/042/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 des Geschäftsbereiches Kultur zu.
2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022
Kulturförderung Zu den im Geschäftsbereich Kultur angesiedelten Fördermöglichkeiten (Kultur in der Stadt, Fonds für Initiativgruppen, Fördertopf Kindertheater, feste Kostenstellen, Heimatpflege sowie den Kulturpreisen der Stadt Nürnberg) finden sich nähere Informationen in der Anlage.
MIP-Maßnahmen des Geschäftsbereiches Im mittelfristigen Investitionsplan des Haushaltsplans 2021 sind folgende Einzelmaßnahmen aufgenommenen:
-
Dokuzentrum, abschließender Ausbau
-
Gemeinschaftshaus Langwasser 2. BA
-
Künstlerhaus 3. BA
-
Bürgertreff Eibach
-
Neugestaltung der Dauerausstellung im Dokuzentrum
-
Neugestaltung der Dauerausstellung im Fembohaus
-
Neugestaltung der Dauerausstellung im Memorium
-
Michael-Ende-Straße, Kachelbau Sanierung
Die Einzelmaßnahmenhaben über den Gesamtzeitraum voraussichtlich ein Finanzvolumen von 74,454 Mio. €. Nicht enthalten sind hier die Opernhaussanierung, Opern-Interim, Generalsanierung der Meistersingerhalle, die Kongresshalle sowie das Pellerhaus. Hierüber steht eine politische Entscheidung noch aus. Für die Kongresshalle und Opern-Interim wurden lediglich Planungskosten im Rahmen der Hochbaupauschale eingestellt.
Kulturstrategie Im Jahr 2021 lag ein Fokus der Umsetzung der 2018 verabschiedeten Kulturstrategie auf der Finalisierung des Konzeptes zur Anbahnung eines „Raumleerstand- und Zwischennutzungsmanagements“. Mit dem „Raumkompass – Dein Raum für Kultur“ liegt nun ein ämterübergreifend abgestimmtes Tool vor, um dezentral, temporär und nachhaltig Leerstände durch kulturelle Nutzung zu aktivieren. Dieses ermöglicht sowohl den nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen als auch die Aufwertung von Stadträumen. Sowohl Kulturschaffende als auch Personen mit Immobilieneigentum profitieren davon. Neben vielfältigen Beratungen und Vermittlungen kam der Raumkompass auch vor dem Hintergrund coronabedingter Leerstandbelebung zum Einsatz. Die geschäftsbereichsübergreifenden Anstrengungen zur Implementierung von Räumen für künstlerische und kulturelle Präsentation und Produktion in der Kongresshalle stehen ebenfalls im Zusammenhang mit den Anforderungen aus der Kulturstrategie zur Schaffung von Ermöglichungsräumen. Als weiterer Auftrag an die Verwaltung wurden die Untersuchung, Bewertung und Weiterentwicklung der kommunalen Kulturförderverfahren im Rahmen einer Online-Umfrage zur Kulturförderung der Stadt in Angriff genommen. Rund 180 Personen bzw. Kollektive haben sich an der über 80 Einzelfragen umfassenden Sondierung beteiligt. Das somit entstandene Stimmungsbild befindet sich in der wissenschaftlichen Auswertung, wird veröffentlicht werden und bildet die Grundlage zur Diskussion und Ableitung der nächsten Schritte 2022. Als Aufgaben aus der Kulturstrategie wurde zudem die Stärkung der Freien Szene durch Konzipierung und Bereitstellung neuer Diskursräume und -formate, insbesondere durch die Bildung eines „Kulturrates“ abgeleitet. Zur Vorbereitung eines diesbezüglichen Erarbeitungsverfahrens wurden im Geschäftsbereich Kultur seither vielfältige Sondierungen vorgenommen. Ein allseits agil angegangener Vernetzungsprozess erhielt durch die eineinhalb-jährige Dauer der Pandemie und den erschwerten Kontaktmöglichkeiten ein retardierendes Moment. Der Faden wurde im Herbst wieder aufgegriffen und ein Erarbeitungsprozess gestartet, der 2022 mit Workshops, Diskursplattformen etc. intensiviert und verbreitert werden soll. Die Vorlage des Konzepts für einen Nürnberger Kulturrat sowie dessen Installierung sollen ebenfalls 2022 erfolgen.
2. BM/Stab ZEP und Kongresshalle - Entwicklung des historisch-politischen Lern- und Begegnungsorts
Zeppelintribüne und Zeppelinfeld
Der erinnerungskulturelle Diskurs erfährt aktuell einen grundlegenden Wandel. Einerseits endet die Zeitzeugenschaft an die NS-Diktatur, andererseits setzt sich die Erkenntnis durch, dass es „eine“ Erinnerungskultur nicht geben kann, sondern die Debatten in globale Perspektiven eingerückt werden müssen. Diese Prozesse fordern zu einer neuen und permanenten Reflexion über den Umgang mit den Bauwerken des Nationalsozialismus am ehemaligen Reichsparteitagsgelände heraus. Das ist nicht nur im Sinne der historischen Aufklärung von hoher Relevanz, sondern besitzt für die Stadt Nürnberg angesichts des verstärkten Auftretens von Antisemitismus und Rassismus eine Verpflichtung in der Gegenwart und für unser künftiges Zusammenleben. Die Vermittlung der Lehren aus der NS-Vergangenheit am Ort der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der rassistischen „Volksgemeinschafts“-Ideologie besitzt akute Dringlichkeit. Die Eröffnung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände 2001 war der entscheidende Schritt, um in Nürnberg am historischen Ort über die NS-Zeit und ihre Folgen informieren zu können. Erforschung, Wissensvermittlung und die öffentliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände stehen seither im Zentrum der Arbeit des Dokumentationszentrums. Mit der Entwicklung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld zum Lern- und Begegnungsort etabliert Nürnberg ein weiteres Projekt der erinnerungskulturellen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Die konzeptionellen Planungen, die transdisziplinär und multiperspektivisch ausgerichtet sind, sollen die zukunftsgerichtete Vermittlung des historischen Orts, seiner Geschichte und der Lehren für unsere Gegenwart garantieren. Insofern wird zukünftig eine doppelte Perspektive möglich sein: einerseits die kognitive Auseinandersetzung mit der NS- Zeit und ihren Relikten im Dokumentationszentrum, andererseits der intuitive und reflexive Zugang an Zeppelinfeld und Zeppelintribüne. Neben dem Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände und des zu entwickelnden Lernund Begegnungsortes Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sieht die Stadt Nürnberg als konsequente Ergänzung der erinnerungskulturellen Entwicklungen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände vor, ein Teilstück im Rundbau der Kongresshalle als Ort für die aktuellen Künste und Kulturen zu schaffen. Damit wird eine zentrale Forderung der Leitlinien zum künftigen Umgang der Stadt Nürnberg mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände aus dem Jahr 2004 in Angriff genommen: Die Bedeutung des Ortes als „nationales Erbe“ erfordert eine künstlerische Auseinandersetzung mit internationaler Beteiligung. Grundsätzlich werden alle konzeptionellen und baulichen Maßnahmen im Verbund mit den zuständigen Dienststellen diskutiert und durchgeführt; insbesondere mit KuM/3-1, H/R und LA.
Zeppelinfeld und Zeppelintribüne
Mit den externen Fördergebern von Bund und Freistaat Bayern, die in den kommenden 10 bis 12 Jahren drei Viertel der veranschlagten Gesamtsumme von 85,1 Millionen Euro für die Entwicklung des Zeppelinfeldes mit der Zeppelintribüne zum Lern- und Begegnungsort bereitstellen, wurde seitens des Stabes Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin und des Planungs- und Baureferats ein mehrstufiges Findungsverfahren für die notwendigen Bau- und Gestaltungsfachleute vereinbart. In einem ersten Schritt erfolgte im Frühjahr 2020 bereits die Ausschreibung für den federführenden Objektplaner, der neben der Gesamtkoordination der Baumaßnahme die denkmalschutzgerechte Instandsetzung betreuen wird. Im Sommer 2021 wurde – in enger Abstimmung mit den Fördergebern von Bund und Land – mittels eines wettbewerbsähnlichen Verfahrens die Position eines zweiten Objektplaners für die neu zu errichtenden Elemente ausgeschrieben. Das sog. Los 2 umfasst die Gestaltung des Informationspavillons neben der Zeppelintribüne, die Öffnung eines Tribünentreppenhauses mit Überdachung, die museale Gestaltung der Tribünenmittelhalle („Goldener Saal“) sowie die intuitiven Vermittlungseinheiten der Reflexionspunkte und eine Turmöffnung auf dem Zeppelinfeld. Die Entscheidung über die Vergabe ist für das Frühjahr 2022 zu erwarten. Währenddessen wurde das künftige Vermittlungskonzept weiter präzisiert. Verschiedene historische Detailfragen (z.B. konkreter Ablauf „Tag des Reichsarbeitsdienstes“, Geschlechterrollen am „Tag der Gemeinschaft“, welche „Ehrengäste“ des NS-Regimes waren wo auf der Zeppelintribüne platziert) wurden durch Literatur- und deutschlandweite Archivrecherchen geklärt. Auf dieser erweiterten Wissensgrundlage folgte die Erstellung der neu zu präsentierenden Inhalte im zu errichtenden Informationspavillon, für die museale
Ausgestaltung des Mittelbaus der Zeppelintribüne und die Gestaltung der Reflexionspunkte im Außenbereich. Begleitend zu der 2021/22 beginnenden Planungsphase sind Detailworkshops mit Fachleuten geplant, um einerseits baufachliche Grundsatzfragen wie etwa zu Substanzerhalt, Materialaustausch und Ersatzstoffe zu erläutern, und andererseits die konzeptionelle Umsetzung der neuen Vermittlungselemente am Zeppelinfeld (Reflexionsorte) und auf der Zeppelintribüne (Treppenauslass, Rednerkanzel, „Goldener Saal“) weiter zu konkretisieren. Zentraler Arbeitsschwerpunkt wird die Entwicklung der künftigen digitalen Angebote sein. Alle Maßnahmen finden in Rücksprache sowohl mit dem Wissenschaftlichen Beirat für den historischen Ort Reichsparteitagsgelände als auch mit den Partnerinnen und Partnern im Studienforum des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände statt. Wie zuletzt im Herbst 2020 war auch 2021 ein Informationstag Zeppelinfeld und Zeppelintribüne mit kostenlosen Rundgängen geplant. Pandemiebedingt musste er vom Mai auf den 18. Juli 2021 verschoben werden. Daneben informieren ab Sommer 2021 insgesamt vier Aufsteller vor Ort an der Zeppelintribüne über die zentralen Elemente des künftigen Vermittlungskonzepts. Auch für 2022 ist ein Informationstag Zeppelinfeld und Zeppelintribüne sowie eine grundlegende Überarbeitung der Projektseite im Internet geplant.
Ermöglichungsräume in der Kongresshalle
Anfang des Jahres 2020 wurde der Stab Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im Geschäftsbereich Kultur durch die Bürgermeisterin beauftragt, einen Entwicklungsprozess für eine mögliche künstlerische und kulturelle Nutzung eines Segments der unfertig gebliebenen Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände aufzusetzen. Die Entwicklung eines Teilstücks der Kongresshalle hat zum Ziel, sich in die bisherigen, das Gelände betreffende Maßnahmen wie die Entwicklung des Zeppelinfeldes und der Zeppelintribüne zum Lern- und Begegnungsort sowie dem Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagesgelände als Ort der Wissensvermittlung einzufügen. Der mehrstufige und auf mehrere Monate ausgelegte partizipative Prozess wurde coronabedingt im Frühjahr 2020 innerhalb kürzester Zeit ins Digitale adaptiert. Somit konnte an der ursprünglichen Zeitschiene festgehalten und der Prozess mit Workshops und Befragungen von Kunst- und Kulturschaffenden sowie der Evaluierung der Ergebnisse wie geplant begonnen werden. Die Bedarfsanalyse möglicher Nutzerinnern und Nutzer wurde – zusammen mit möglichen Nutzungsvisionen und der erinnerungskulturellen Dimension – in einer ersten inhaltlichen Vorstudie zusammengeführt, die die Grundlage für die derzeit laufende bauliche Prüfung bildet. Die bauliche Voruntersuchung, die unter anderem eine Bestandsanalyse zu den Themen Beleuchtung, Umgang mit Fluchtwegen und Brandschutz, Denkmalschutz, Deckenlasten und Schallentwicklung und die Prüfung unterschiedlicher, spartenspezifischer Nutzungsmöglichkeiten beinhaltet, wurde im Dezember 2020 dem Kulturausschuss vorgestellt. Bedarfsanalyse und Machbarkeitsstudie sind 2021/2022 zu präzisieren, um eine belastbare Kostenschätzung mit Planungs- und Baukosten zu ermöglichen. Das bislang in Workshops mit Stakeholdern der Künste und Kulturen in Nürnberg in ersten Ansätzen entwickelte Nutzungskonzept soll in einem weiteren, breit aufgestellten partizipativen Prozess ausgearbeitet bzw. konkretisiert werden. Eine im Herbst 2021 beginnende Veranstaltungsreihe mit unterschiedlichen Diskussions- und Informationsformaten zu den Themenfeldern Kunst und Kultur, Erinnerungskultur, Stadtentwicklung und Architektur bildet dabei eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungskonzeptes. Unterschiedliche Perspektiven geraten in den Fokus:
- Zwei Informationstage zur Kongresshalle und ein World-Café bilden den Auftakt für eine breite Bürgerbe-
teiligung am Diskurs über den zukünftigen Umgang mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Allgemeinen, der Kongresshalle im Besonderen.
- Auf der Grundlage von vertiefenden Befragungen und Erhebungen – extern moderiert – soll das kulturelle
Innovationspotential der Kongresshalle untersucht werden. Atelier-, Produktions- und Präsentationsräume für die Künste und Kulturen zeichnen sich durch unterschiedliche Bedarfe aus, die in die Entwicklung der Kongresshalle als Ermöglichungsraum einfließen müssen. White Cube oder Blackbox, offenes Studio, geschlossener Proberaum, schalldichte Isolierung für den Musikproberaum oder Schwingboden für Performances – die ersten Planungen zur Nutzung der Kongresshalle sollen im Horizont dieser vielfältigen technischen Bedarfe und der Ergebnisse der vertieften Diskussionen mit Kulturschaffenden und Stakeholdern
präzisiert werden. Als Mittel der Diskussionsvertiefung ist zudem geplant, im Jahresverlauf 2022 einen Innenraum musterhaft baulich zu ertüchtigen, um mithilfe von experimentellen Einzelveranstaltungen erste Praxiserfahrungen für ein künftiges Nutzungskonzept zu sammeln.
- Die Diskussionen um die unterschiedlichen zukünftigen Nutzungen der Kongresshalle sind bislang mit dem
für Nürnberg zentralen erinnerungskulturellen Diskurs nicht kurzgeschlossen worden. Geplant ist daher ein international besetztes Symposium zur Erinnerungskultur; eine Tagung, die die Perspektiven des Globalen Südens einbindet, darüber hinaus aber vor allem die Vielschichtigkeit von Erinnerungskulturen in einer diversen Stadt wie Nürnberg reflektiert. Diskursveranstaltungen mit Vertreter*innen aus Politik, Kunst, Architektur und Philosophie sowie Fachforen mit Kunst- und Kulturschaffenden sollen dazu beitragen, das mögliche Raumprogramm in der Kongresshalle zu konkretisieren. Die baulichen und konzeptionellen Arbeiten an Zeppelinfeld und Zeppelintribüne werden 2022 in die Detaillierung gehen; zahlreiche Themenkomplexe wie etwa die Ausarbeitung des Vermittlungs- und Bildungskonzeptes werden Arbeitskapazitäten binden. Hinzu kommt mit dem Beschluss des Kulturausschusses am 8. Oktober 2021 die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes für die Implementierung der Ermöglichungsräume in der Kongresshalle. Der Bahnhof Märzfeld wird kurzfristig ebenfalls in den Fokus der Bearbeitung treten müssen. Insgesamt ist für alle Entwicklungen eine stadtinterne Prozesssteuerung zu entwickeln. Eine breit aufgestellte Bürgerbeteiligung bildet die notwendige Grundlage. Aktuell überschreitet die Fülle der anstehenden Aufgaben die Stundenkapazitäten im Stab ZEP beträchtlich. Eine Aufstockung um 0,7 VK zum 1. Januar 2022, wie im Stellenschaffungsverfahren beantragt, ist dringend geboten.
Höhepunktveranstaltungen Eine Zwischenbilanz zum diesjährigen Kultursommer der im Projektbüro entwickelten und durchgeführten Sonderformate wurden bereits in der Kulturausschuss-Sitzung im September vorgestellt. Aus diesem Grunde kann der Rückblick auf das zweite Jahr im Zeichen der Pandemie kurzgehalten werden. Mit Einschränkungen hinsichtlich der Publikumsgröße konnten im September die biennale RathausART sowie die 22. Stadt(ver)führungen durchgeführt werden. Das Echo bei diesen partizipativen Angeboten war in beiden Fällen sehr hoch. Die RathausART vermeldet so viele Teilnahmen an Galerien und Kunstvereinen wie nie zuvor. Die Stadt(ver)führungen waren de facto ausverkauft. Davor waren Jahresmittel des Projektbüros aus abgesagten Veranstaltungen wie Die Blaue Nacht und dem Bardentreffen, erheblich ergänzt mit Mitteln aus dem Sonderfonds „Neustart Kultur“ der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, in sehr erfolgreiche und wegweisende Projekte investiert worden. Das Projektbüro verantwortete den Kunstparcours „Lost & Found 2“ im Burggraben, die Seebühne am Dutzendteich, den Musikspeicher im Spittlertorzwinger als Kooperation mit der Musikzentrale, die Veranstaltungsreihe „Muse im Museum“ mit 100 Veranstaltungen sowie die an fünf Abenden laufende Burg-Projektion des Nürnberger Kulturpreisträger und Akademie-Professors Peter Angermann. Die als Folge der Corona-Krise verordneten Sparmaßnahmen trafen und treffen das Projektbüro in besonderem Maße, da als Berechnungsgrundlage der zehnprozentigen Kürzung im Sachmittelbereich nicht der städtische Anteil an den Großveranstaltungen zugrunde gelegt wird, sondern der Gesamtbedarf, um die (überwiegend eintrittsfreien) Festivals überhaupt durchführen zu können. Da diese Angebote der kulturellen Grundversorgung zu 60 bis 75 Prozent durch Drittmittel (Sponsoring, Spenden, Vergabe von Gastro- Rechten, Eintritte, Handelswaren) wirtschaftlich abgesichert sind, schlägt diese zehnprozentige Kürzung auf den Gesamtbedarf auch auf die eingeworbenen Drittmittel durch. Auf den städtischen Ansatz des Projektbüros reduziert, führt dies zu einer hochgerechneten Budgetmittelkürzung von weit über 20 Prozent. Korrespondierend mit den angekündigten Kostensteigerungen im Bereich Technik, Sicherheit und Honorare als Folge des akuten Personalmangels in diesen Branchen führt dies zu einer weiter sich aufspreizenden Finanzierungslücke. Pb weist folglich wie in den Vorjahren auf das erhebliche Risiko hin, Nürnbergs Traditionskultur in diesem Umfang abhängig von Sponsoringmitteln zu machen. Verlässliche Prognosen lassen sich auf dieser Basis mit allen ihren Unwägbarkeiten kaum erstellen. Um die erwarteten Kostensteigerungen so minimal zu halten wie möglich, konnten in Absprache mit den Zentralen Diensten bestehende Verträge aus den Jahren 2020 und 2021 in den Bereichen Bühne, Licht, Ton umgelegt werden auf 2022, verbunden mit vorgezogenen Teilzahlungen in 2021, um so zur Existenzsicherung dieser Firmen beizutragen. Diese vertraglichen Verpflichtungen bestehen für alle bekannten Spielstätten beim Bardentreffen (Hauptmarkt, Insel Schütt, Sebalder Platz, Lorenzer Platz etc.), aber auch für die Konzerte im Luitpoldhain. Die Planungen sind somit vollumfänglich im Gange und denken die Entwicklung dezentraler Hygienemaßnahmen und Post-Covid-Verhaltensmuster mit.
Die Planungen für 2022 sehen zum Auftakt am 6. und 7. Mai Die Blaue Nacht vor. Der Internationale Kunst- Wettbewerb um den Publikumspreis der N-Ergie, der wie die ganze Veranstaltung unter dem Motto „Phantasie“ steht, läuft bis 12. Dezember. Die Burgprojektion wird von der Fürther Künstlerin Sascha Banck gestaltet. Die Klassik Open Airs am 24. Juli (Staatsphilharmonie Nürnberg) und 6. August (Nürnberger Symphoniker) erleben den letzten Auftritt von Symphoniker-Chefdirigent Kahchun Wong. Das Finale im Luitpoldhain setzen am 7. August die auf 2022 geschobenen „Stars im Luitpoldhain“ mit Nürnbergs Drum-Star Wolfgang Haffner, der German All Stars Big Band und prominenten Gästen. Fortgeführt wird die Kooperation mit dem Staatstheater beim Open-Air-Finale des Meistersinger-Wettbewerbs (28. Juli). Daran angeschlossen wird das Bardentreffen (29. bis 31. Juli), das sich schwerpunktmäßig mit der Stimme beschäftigen will. Im September (16. bis 18.09.2022) schließen sich die Stadt(ver)führungen an. Unterstützt werden diese Ereignisse von: Bayerischer Rundfunk, Breuninger, ESW – Evangelisches Siedlungswerk Bayern, Funkhaus, GEMA, Henriette-Schmidt-Burkhardt-Stiftung, Lebkuchen Schmidt, N-Ergie, NÜRNBERGER Versicherung, Schmitt & Sohn, Sparda-Bank, Sparkasse Nürnberg, VAG, wbg Nürnberg.
Bauvorhaben Opernhaus Für das Bauvorhaben Opernhaus (BOH) haben im Jahr 2021 insgesamt drei Sitzungen der vom Stadtrat eingesetzten Opernhaus-Kommission stattgefunden. In der letzten Sitzung am 22. Oktober wurde ein Grundsatzbeschluss über die Sanierung des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz empfohlen, die Betriebsbeschreibung für eine Ausweichspielstätte erörtert und zur Beschlussfassung durch den Stadtrat empfohlen, in einer ersten Lesung über das Nutzerbedarfsprogramm für die eigentliche Baumaßnahme am Richard-Wagner-Platz gesprochen und eine Entscheidung über den Standort einer Ausweichspielstätte noch im Jahr 2021 empfohlen. Über die von der Kommission empfohlenen Punkte wird der Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Dezember beraten und beschließen. Im Jahr 2022 steht die Planung einer Ausweichspielstätte für die bauliche Umsetzung in den Jahren 2023 und 2024 an. Parallel dazu wird das Nutzerbedarfsprogramm für das BOH mit Unterstützung eines externen Projektentwicklers in eine Bedarfsplanung weiterentwickelt; sie dient als Grundlage einer Entscheidung über ein geeignetes Verfahren zu Findung und Beauftragung eines Objektplaners. Daneben ist für 2022 eine intensive Befassung mit Finanzierungsfragen vorgesehen; dabei stehen insbesondere die Beantragung von Fördermitteln und Gespräche über die Beteiligung des Freistaats Bayern an den Kosten von Interim und BOH im Zentrum. Regelmäßige Berichte und Aussprachen finden in den Sitzungen der Opernhaus-Kommission statt; dafür sind derzeit fünf Termine (25. März, 13. Mai, 8. Juli, 14. Oktober und 25. November 2022) vorangemeldet.
2. BM / Geschäftsbereich Kultur - Jahreskontrakt 2022
Personal- und Finanzsituation
| 2022 | 2021* | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt (2. BM inkl. Projektb., Bewerbungsb., KPZ und PR) | 38,09 | 33,53 | 37,06 |
| Istvollkraftstellen Gesamt (2. BM inkl. Projektb., Bewerbungsb., KPZ und PR) | 30,56 | 36,39 |
*Stand: 04.10.2021, ohne vorübergehende budgetfinanzierte Beschäftigung
Die Zahl der Vollkraftstellen war in 2021 leicht rückläufig. Grund dafür ist die Auflösung des Bewerbungsbüros zum 31.01.2021. Aktuell ist die Ist-Besetzung unter der Soll-Besetzung. Die Pflicht zur Einsparung der Personalkosten von 5% hat zur Folge, dass einige nachzubesetzende Stelle über einen längeren Zeitraum frei gehalten werden müssen, um die Budgeteinsparung erwirtschaften zu können. Für das Jahr 2022 wurden 0,72 VK in das Stellenschaffungsverfahren eingebracht.
Finanzdaten
Konsumtiv (K1)
2. BM inkl. Projektbüro, Bewerbungsbüro, KPZ und PR
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ermächtigung 2021 | Ermächtigung Januar – Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Sachbudget | 985.206 € | 1.167.186 € | 679.703 € | 867.580 € |
| I1 | 1.000 € | 1.000 € | 583 € |
Erläuterung: Aufgrund der Corona-Pandemie wurden erneut Kürzungen im K2-Budget in Höhe von 5%, sowie im K1- Budget von 10% vorgenommen, die einzusparen sind. Ein Ausgleich von K1 durch Überschüsse im K2 ist nicht mehr möglich. Eine Prognose zum Jahresabschluss ist daher nur schwer möglich. Der Rückgang des K1-Budget im Vergleich zu 2020 ist insbesondere durch das Ausscheiden Nürnbergs aus dem Bewerbungsprozess zur Kulturhauptstadt 2025 begründet. Dies lässt sich beim Ansatz für 2022 erkennen, da im Haushaltsjahr 2022 das Produkt Kulturhauptstadt nicht mehr beplant wird. Dafür wird das Strukturprojekt Kongresshalle als eigene Projektkostenstelle unter der Konzernsteuerung verankert. Die Höhepunktveranstaltungen waren 2021 wieder enorm von der Corona-Pandemie geprägt. Da alle Großveranstaltungen, mit Ausnahme der Stadtverführungen, Corona bedingt ausfielen, mussten auch dieses Jahr wieder alternative Formate gefunden werden. Deshalb wurden Alternativveranstaltungen wie die Seebühne am Dutzendteich, Lost & Found im Burggraben, Muse im Museum oder auch die Burgprojektion durchgeführt.
Kulturförderung
Bei 2. BM-Geschäftsbereich Kultur sind folgende Fördermöglichkeiten angesiedelt:
| ***2020 | *2021 | **2022 | |
|---|---|---|---|
| Kultur in der Stadt (lt. HH-Plan) darin sind enthalten: | 413.400 € | 410.900 € | 304.900 |
| Anträge an Kultur in der Stadt | 126 | 100 |
| Zur Verfügung stehende Mittel: (in 2022: Zweckbindung 10.000,-€ für Meister- singerfestival) Zuschussvergabe | 283.400 € 279.043 € | 280.900 € 261.965 € | 276.400 |
|---|---|---|---|
| Anträge an 2.BM-Kultur Zur Verfügung stehende Mittel für die 2. BM-Kultur: Zuschussvergabe | 6 30.000 € 21.131 € | 13 30.000 € 22.445,19 € | 28.500 € |
| Kommunaler Rettungsschirm „Kultur- Projekte/Kultur-Struktur während der Corona Krise“ Anzahl der Anträge Zur Verfügung stehende Mittel: Zuschussvergabe | 59 100.000 € 100.005 € | ||
| Open Air Veranstaltungen Zur Verfügung stehende Mittel - Kulturoasis e.V. (3 Anträge) - weitere Veranstaltungen (3 Anträge) Zuschussvergabe | 100.000 € 67.500 € | ||
| Fonds für Initiativgruppen Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe *** | 3 46.000 € 17.658 € | 5 46.000 € 44.000 € | 39.000 |
| Fördertopf Kindertheater Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 11 30.000 € 30.000 € | 8 30.000€ 17.800 € | 28.500 |
| Feste Kostenstellen/ Zuschüsse Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel | 52 5.325.254 € | 56 5.870.367 € | 57 5.784.200 |
| Heimatpflege Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 11 42.700 € 32.950 € | 6 42.700 € 23.550 € | 40.600 € |
| Literaturzuschüsse Anträge Lt. HH-Plan zur Verfügung stehende Mittel Zuschussvergabe | 9 3.800 € 3.800 € | 6 3.800 € 3.000 € | 3.600 € |
|---|---|---|---|
| „Kulturpreise“ | 30.000 € | 20.000 € | **** 30.000 € |
* Stand 19.10.2021 ** Vorbehaltlich der Haushaltsberatungen für 2022 und der eingeplanten Kürzungen *** Die aufgrund der pandemischen Lage nicht ausbezahlten Zuschussmittel wurden den Gesamthaushalt wieder zur Verfügung gestellt **** im Jahr 2022 wird der „“Große Kulturpreis“ turnusmäßig wieder vergeben, daher erhöht sich der Ansatz um 10.000 €
Das Haushaltsjahr 2020: Die Corona-Krise im Jahr 2020 war bzw. ist natürlich auch für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Kulturschaffenden in Nürnberg eine schwierige Zeit. Angesichts dieser besonderen Lage wurde im April 2020 mit Stadtratsbeschluss ein kommunales Rettungspaket in Höhe von 100.000,- Euro bereitgestellt. Diese Fördermittel wurden komplett ausgeschöpft. Anträge, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten, wurden über den Fördertopf „Kultur in der Stadt“ aufgefangen. Erstmalig konnte der neu gegründete Verein Kulturoasis e.V. den bisher ungenützten Biergarten des Marientorzwingers für kulturelle Veranstaltungen der Freien Szene zur Verfügung stellen. Mittel in Höhe von 57.200,- Euro wurden dafür aus dem Geschäftsbereich Kultur 2. Bürgermeisterin zur Verfügung gestellt. Einige Fördertöpfe konnten nicht ausgeschöpft werden, da viele Veranstaltungen und Projekte nicht geplant oder nicht stattfinden konnten, wie zum Beispiel der Topf „Heimatpflege“. Hier sind die meisten Brauchtumsveranstaltungen Corona zum Opfer gefallen. Viele Projekte und Veranstaltungen wurden verschoben, deren Zuwendung bereits am Anfang des Jahres bewilligt wurden, oder es konnten andere Darstellungsformen gefunden werden.
Das Haushaltsjahr 2021: Auch im Jahr 2021 hat die Corona Krise die Nürnberger Kulturlandschaft stark beeinträchtigt. Erst mit Beginn der wärmeren Jahreszeit konnten zumindest kleinere spontane oder längerfristig geplante Veranstaltungen und Projekte durchgeführt werden. Die verschobenen Veranstaltungen und Projekte aus dem vergangenen Jahr sollten auch umgesetzt werden. Seitens des Stadtrates wurden zusätzlich 100.000,- Euro für Open Air Formate zur Verfügung gestellt, u. a. konnte der Verein „Kulturoasis e.V. unter hygienegerechten Vorgaben eine Neuauflage umsetzen. Ab Mitte des Jahres wurden auch wieder vermehrt Zuwendungsanträge aus den verschiedenen Sparten eingereicht und konnten auch bisher positiv beschieden werden. Weiterhin im Fokus steht, neben der Förderung bereits etablierter Projekte, die Förderung und Unterstützung neuer Formate. Das betrifft unmittelbar die Arbeit Kulturschaffender aus unterschiedlichen Sparten. Auch während Corona haben sich neue Formate entwickelt, z. B. Gametheaterprojekte, Audiowalk, Schaufensterausstellungen, UrbanLab, interdisziplinäre Projekte, deren Fortführung die Kulturlandschaft bereichern werden. Die Erhöhung des finanziellen Volumens des Fördertopfes „Kultur in der Stadt“ wäre dafür eine grundlegende Voraussetzung.
Das Haushaltsjahr 2022: Für die Künstlerinnen und Künstler sowie die Kulturschaffenden in Nürnberg war die Haltung der Stadtkämmerei, dass im Jahr 2021 keine Kürzung der Zuwendungen zu erwarten ist, ein wichtiges Signal der Wertschätzung und Beitrag zur Existenzsicherung. Tendenziell ist weiterhin mit einem erhöhten Aufkommen der Anträge auf Fördermöglichkeiten zu rechnen. Dies hat mannigfaltige Gründe: zum einen etwa nachlassende Sponsoring-Leistungen Dritter, zum anderen eine restriktivere Mittelvergabe diverser Stiftungen, die der aktuell bestehenden Zinspolitik auf den Kapitalmärkten geschuldet ist. Auch im Jahr 2022 wird sich Förderung auf neue Formate konzentrieren, ohne die etablierten Projekte aus den Augen zu verlieren und eine Unterstützung gewähren zu können. Aus diesem Grund wäre eine Kürzung der Fördertöpfe der falsche Weg, auch weil viele Kulturschaffende, gerade jetzt wieder den Mut fassen, neue kreative Projekte zu planen. Viele dieser Künstlerinnen und Künstler mussten ohne eine außerordentliche Förderung durch Hilfs- und Sonderförderprograme auskommen.
MSH/001/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
Meistersingerhalle - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage MSH/001/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der im Jahreskontrakt behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage MSH/001/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 der Meistersingerhalle zu.
Meistersingerhalle - Jahreskontrakt 2022
- Pandemie Covid-19: Seit Mitte März 2020 geriet der Betrieb der Meistersingerhalle (aufgrund der Pandemie und Einsetzen des Katastrophenfalls), wie nahezu alle Betriebe in Deutschland und weltweit, ins Stocken. Zuvor war die Meistersingerhalle mit über 960 Veranstaltungen und über 320.000 Besuchern bestens belegt und ausgelastet. Seit Dezember 2020 befindet sich das Kontaktnachverfolgungszentrum des Gesundheitsamtes der Stadt Nürnberg in der Meistersingerhalle. Das Gesundheitsamt belegt, den kompletten kleinen Bereich. Ausnahme sind die Konferenzräume 6 und 7 (diesen allerdings teils für Besprechungen). Des Weiteren wurde im Frühjahr 2021 ein Bereich des großen Foyers ebenfalls für das Gesundheitsamt eingerichtet, der inzwischen wieder freigegeben wurde.
Seit Herbst 2020 konnten wieder wenige Veranstaltungen durchgeführt werden. Aufgrund eines mit dem Landesgesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzepts konnte die Meistersingerhalle im Herbst am Pilotprojektes des Freistaats Bayern (Konzerte bis zu 500 Zuhörer September / Oktober 2020, Gasteig München, Bayerische Staatsoper München, Meistersingerhalle Nürnberg) erfolgreich teilnehmen. Im Frühjahr konnten pro Konzert bis zu 620 Personen die Konzerte der Staatsphilharmonie im großen Saal besuchen (2 Konzerte pro Tag). Die letzten Monate waren sowohl für die Veranstalter aber auch für die Mitarbeitenden der Meistersingerhalle meistens maßgeblich von häufigen Neu- und Umplanungen geprägt. Vielfach verlief einiges in zahlreiche Umbuchungen und vor allem Absagen. Spontanität, Flexibilität und der angenehme Umgang mit den Mitarbeitenden der Meistersingerhalle wurden von unseren Kunden vielfach gelobt (u.a. Stadtratssitzungen und Staatsphilharmonie).
Die Mitarbeitenden der MSH haben sich stetig intensiv an der Instandhaltung der Meistersingerhalle im Innen und Außen eingebracht. Sie haben die Anlagen betreut, waren u.a. am Bürgertelefon und im Gesundheitsamt eingesetzt und waren maßgeblich an der Erstellung des Hygienekonzeptes beteiligt. Ein Meister für Veranstaltungstechnik wurde bereits im Sommer 2020 auf ein mehrtägiges Modulseminar geschickt, um die aktuellen Entwicklungen bzgl. des Hygieneschutzes in der Meistersingerhalle einbringen zu können. Eigenes Personal wurde an der Pforte eingesetzt, um Kosten einsparen zu können.
Das Wiederinbetriebnahme-Konzept haben wir zum Vollzug des Infektionsschutzgesetztes als verbindliches Rahmenkonzept für Schutz- und Hygienekonzepte in der Meistersingerhalle der Stadt Nürnberg erstellt. Es gibt einen Rahmen für die Umsetzung von Schutz- und Hygienemaßnahmen gegen eine veranstaltungsbedingte Ausbreitung der COVID-19 Pandemie.
Wesentliche Elemente sind neben der Einhaltung der aktuell vom RKI empfohlenen Abstandsregelungen, operative wie organisatorische Hygienemaßnahmen, sowie Maßnahmen, die eine möglichst lückenlose Rekonstruierbarkeit möglicher Infektionsfälle ermöglichen. Darüber hinaus sind in diesem Zusammenhang die aktuellen Regelungen des Arbeitsschutzes zu berücksichtigen. Infolge der erneuten dynamischen Entwicklung der COVID- 19 Pandemie - die die Bundes- und Landesregierung und die örtlich zuständigen Gesundheitsbehörden verpflichten, die Schutz- und Hygieneanforderungen kontinuierlich fortzuschreiben – kann es sein, dass nicht alle Maßnahmen zum Zeitpunkt der Veranstaltungsdurchführung erforderlich werden.
Das Konzept soll weiterhin als lebendiges und flexibles Konzept verstanden werden. Es wird insbesondere ein erneuter Anstieg der Infektionswelle berücksichtigt. Ziel ist es, die Rückkehr zum Normalbetrieb für alle Beteiligten derart umfassend und sicher wie möglich zu gestalten. Aufgrund bereits bestehender vertraglicher Bindungen mit Mietern der Meistersingerhalle kommt dort derzeit sowohl die 3G als auch die 3G plus zur Anwendung.
2. Sanierung der Meistersingerhalle
Der Lenkungskreis für die Kulturgroßbauprojekte hat am 9. Juli beschlossen, das Thema „Generalsanierung Meistersingerhalle“ in Bauabschnitte aufzuteilen, die über mehrere Jahre in einer (ggf. verlängerten) Sommerpause umgesetzt werden sollen. Größter Charme dieser Lösung ist, dass die MSH in der Hauptsaison von Oktober bis Pfingsten in Betrieb bleiben kann und kein Ausweichort für das MSH-Geschäft gefunden werden muss. Außerdem wurde beschlossen, dieses Teil-Projekt der Kulturgroßbauprojekte wieder etwas näher ans „normale“ Verfahren für städtische Bauvorhaben zu rücken, indem die politische Begleitung künftig im Bau- und Vergabeausschuss laufen und im Lenkungskreis nur noch berichtet werden soll. Nähere Ausführungen dazu wird das Projektbaubüro vorstellen.
3. Belegung kleiner Bereich durch das Gesundheitsamt (Kontaktnachverfolgung)
Die Belegung des Kleinen Bereichs der Meistersingerhalle (Kleiner Saal & Foyer sowie der Konferenzräume 1+2) wurde bis zum 31.01.2022 verlängert. MSH hat bereits mehrmals auf die damit verbundenen Schwierigkeiten für die Bewirtschaftung der MSH und ihre Kundinnen und Kunden verwiesen und zum Ausdruck gebracht, dass die Verwaltung der MSH hinsichtlich der Regressforderungen mehrerer Kunden auf Unterstützung angewiesen ist. Eine verlässliche Antwort auf die rechtlichen Fragestellungen steht noch aus, so auch eine Aussage, wann der Kleine Bereich im Jahr 2022 wieder verlässlich zur Verfügung gestellt werden kann. GH kann zum aktuell noch keine verlässliche Aussage dazu treffen.
Einer möglichen weiteren Verlängerung der Nutzung des Kleinen Bereichs durch GH sieht die Verwaltung von MSH mit Sorge entgegen. Sollte sich diese als alternativlos erweisen, bedarf es zwingend und frühzeitig verbindlicher Angaben zum Nutzungsende, um Planungssicherheit herzustellen. Die bislang stets kurzfristig und schrittweise erfolgte Verlängerung war eine organisatorische Herausforderung und mit den Planungswünschen und Notwendigkeiten der Kunden und Veranstalter – insbesondere in Hinblick auf Vorverkaufszeiten – nicht in Einklang zu bringen. Für Anfragen von Kunden und Interessenten bedarf es gesicherter Auskunftsfähigkeit – auch um weiteren Profilverlust als verlässlicher Partner für Veranstaltungen abzuwenden. Ein dauerhafter Wechsel zu anderen Anbietern ist ansonsten die Konsequenz.
Zudem finden in der MSH Veranstaltungen statt, die sowohl den Großen als auch den Kleinen Saal zeitgleich bespielen. Auch hier droht, dass zum Teil langjährige Kunden abspringen, wenn die Möglichkeiten aufgrund anderweitiger Nutzung durch GH eingeschränkt sind (z.B. Stuzubi Karrieremesse, IHK-Abschlussprüfungen, Team Bank AG Nürnberg, Vocatium Mittelfranken Institut für Talententwicklung).
- Meistersingerhalle 2021ff. Geplant ist weiterhin ein stufenweiser Betriebsstart, wenn es die Infektionsschutzverordnung des Bundes und des Freistaates Bayern erlaubt (inkl. der Vorgaben der Stadt Nürnberg). Konzertveranstalter, die lange Planungszeiten benötigen haben bereits jetzt ihre Veranstaltungen nach 2022 bzw. verschoben. Ob weiter Veranstalter absagen bzw. verschieben ist bislang nicht auszuschließen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der große Saal aber nahezu ausgelastet für Herbst 2021 gebucht, sofern die Bedingungen für die Veranstalter passen. Fraglich ist, ob das mit der 4. Welle wirklich alles realisierbar bleibt.
Die beantragte neue Veranstaltungssoftware liegt immer noch vor der Ausschreibung bei der Vergabe. Das neue Format ist dringend erforderlich und muss dringend umgesetzt werden. Die IT-Maßnahme wurde für 2021 und soll nun in 2022 übertragen werden. Weitere Maßnahmen müssen aktuell bzgl. des Moratoriums des Konzerthauses, gerade bzgl. baulicher Aspekte neu geprüft und bearbeitet werden (Sanierung & Baupauschale).
Baulich konnte einiges nicht saniert werden, da beispielsweise die Trafos über einen Zeitraum von mind. einer Woche mit der Anwesenheit des GH nicht abgeschaltet werden konnten. Das Gesundheitsamt hätte mehrere Tage auf Strom verzichten müssen, was keinesfalls realisierbar war. H plant diese Maßnahme nun für die kommende Sommerschließzeit 2022.
Die Meistersingerhalle kann aufgrund der Pandemie auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie in den nächsten Monaten der Betrieb möglich ist. Sicher ist, dass die Buchungen ab Herbst 2021 ff. optimal und die MSH ausgelastet ist. Die Miet- und Pachteinnahmen wurden über das Liegenschaftsamt weiterhin reduziert. Absagen der Veranstalter sind bis auf Weiteres nicht kalkulierbar. Wir hoffen, dass sich die Lage bis Anfang 2022 entspannt und das Impfgeschehen maßgeblich dazu beiträgt, dass eine kontinuierliche Öffnung und Steigerung der Besucherzahlen durchgehend realistischer wird.
5. Personelles
Die Entwicklung des Bauprojektes ist inzwischen leider als Moratorium verabschiedet worden. Nichts desto trotz ist es dringend notwendig über das Personaltableau der Meistersingerhalle grundsätzlich zielführend zu sprechen. Aufgrund der Neuauflage der Versammlungsstättenverordnung sind viele Vorgaben in personalwirtschaftlicher Sicht dringend zu beleuchten und aufzuzeigen, um in den Folgejahren, das von 1964 bestehende Tableau zu überarbeiten. Ein essentieller Gesichtspunkt ist die Betreiberverantwortung hinsichtlich des bisherigen Bestandsschutzes altgedienter Mitarbeitenden, die aber nun sukzessive in den Ruhestand gehen.
Der reguläre Betrieb in einer in dieser Branche schnell verändernden Zeit, eröffnet die Möglichkeit betriebliche Abläufe, die in der geschichtlichen Entwicklung des Hauses begründet, heute aber nicht mehr zeitgemäß und marktfähig sind, zu optimieren und zu modernisieren. Teilweise sind Strukturen seit Eröffnung des Hauses nicht optimiert und angepasst worden, was dringend erforderlich ist.
6. Generalsanierung Meistersingerhalle: Weiteres Vorgehen
Der Beschluss des Stadtrats, den Bau eines Konzerthauses westlich neben der Meistersingerhalle (MSH) einem Moratorium zu unterwerfen, hat weitreichende Konsequenzen für die MSH.
Mit Blick auf den Konzerthausneubau unmittelbar neben der MSH und die Option einer Nutzung der MSH als Ausweichspielstätte im Rahmen des Bauvorhabens Opernhaus wurden in der MSH in den letzten Jahren Instandhaltungsbudgets gekürzt und bauliche Maßnahmen zurückgestellt. Der Stopp der Konzerthausplanungen und die grundsätzlich veränderten Überlegungen zum Operninterim haben nun zur Folge, dass sich an Art und Inhalt des Betriebs der MSH bis auf Weiteres nichts ändert. Die MSH wird damit weiterhin der einzige Ort in Nürnberg für das „alltägliche“ Angebot an Showproduktionen und Orchesterkonzerten sein. Auch Tagungen und Kongresse im mittleren Segment (500-1.000 Teilnehmende) werden bis auf Weiteres nur in der MSH stattfinden. Für viele andere Veranstaltungen bleibt die MSH darüber hinaus in ihrer Funktion als Stadthalle erhalten.
Dass es in der bald 60 Jahre alten Meistersingerhalle trotz (vor der Pandemie) jährlich rund 900 Veranstaltungen mit mehr als 300.000 Besuchern nur selten zu nennenswerten Störungen des Betriebsablaufs kommt, liegt vor allem daran, dass die Stadt Nürnberg zuletzt konsequent in den Bestandserhalt der Immobilie und in die Aktualisierung der gebäudlichen Infrastruktur investiert hatte. So wurden in den vergangenen Jahren saniert, modernisiert, ergänzt oder erneuert
der gesamte Brandschutz inkl. einer großflächigen Besprinklerung sowie der vollständigen mechanischen und natürlichen Entrauchung beider Säle und der Foyers, alle gedämmten Flachdächer sowie das Stahl-Vordach südlich der Konferenzräume 6 und 7, Teile der Glasfassaden, das Atrium am Großen Foyer und die Bauteilfuge Süd,
WC-Gruppen beider Säle sowie der größte Teil der Künstler-WCs im Backstage, die Großküche mit Pachtbereich (insges. knapp 800 m2) und im großen Saal: Parkett im Saal und auf der Bühne, Bühnenbeleuchtung und LED-Lichtband.
Die laufende Wartung, Prüfung und Instandhaltung technischer Anlagen (in aller Regel auf Grund gesetzlicher Vorgaben und/ oder im Rahmen obligatorischer Wartungsverträge) erfolgt größtenteils während der Betriebszeiten der Halle durch Mitarbeiter des Hauses oder durch externe Fachleute bzw. Prüfsachverständige. Größere oder zeitintensivere Vorgänge, aufwändigere Reparaturen und die meisten Baumaßnahmen werden während einer rund sechswöchigen Schließzeit von Ende Juli bis Anfang September durchgeführt.
Der „Kleine Bauunterhalt“ beläuft sich auf jährlich 350.000 Euro, die mit ca. 150.000 Euro für bauliche Maßnahmen und 200.000 Euro für Technik und Wartung fest an gesetzlich vorgeschriebene und zwingend erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen gebunden sind: Insbesondere die Auflagen der Versammlungsstättenverordnung müssen jederzeit erfüllt und umgesetzt sein, um das Gebäude rechtskonform betreiben zu können. Die oben namentlich aufgeführten Bau- und Sanierungsmaßnahmen wurden zusätzlich aus einer jährlichen Baupauschale von zuletzt 350.000 bis 450.000 Euro sowie aus Sonder- und Notfalletats (Kälteanlage, Brandschutzsanierung) finanziert.
Durch den ersatzlosen Wegfall dieser Hochbau-Baupauschale und der für ihre Umsetzung in der Bauverwaltung bereitstehenden Personalressourcen finden entsprechende Maßnahmen zur laufenden baulichen Instandhaltung der Meistersingerhalle derzeit nur in sehr begrenztem Umfang statt. Insbesondere die Bereiche des Gebäudes, die seit seiner Eröffnung im Jahr 1963 noch nie grundlegend saniert wurden, verfallen dadurch; in der Folge drohen Ausfälle zentraler Funktionsbereiche und die (ggf. auch kurzfristige) Absage von Veranstaltungen. Vor allem in fünf Bereichen sind grundsätzliche Sanierungsmaßnahmen dringend erforderlich:
Elektrotechnik (Niederspannungshauptverteilung, Trafo, 20-kV-Einspeisung, Ringleitung) Klimatisierung und Lüftung (Klimatisierung beider Foyers und der Backstage-Bereiche, adäquate Luftwechselraten in beiden Sälen und Foyers) Gebäudefassade (Naturstein- und bauzeitliche Alu-Glas-Fassaden, teilw. ungedämmt) Schäden an der Bausubstanz/ Abdichtung von Bauteilfugen Außenanlagen und Verkehrsflächen (Oberflächen und Beläge: Verkehrssicherungspflicht!)
Zahlreiche weitere Maßnahmen von unterschiedlicher Komplexität sind daneben erforderlich, um das Ende der 1950er Jahre geplante Gebäude einerseits für die Anforderungen heutiger Kunden sowie ihrer Gäste zu ertüchtigen und um andererseits die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Nürnberg einen ordnungsgemäßen und störungsfreien Betrieb der Veranstaltungsimmobilie Meistersingerhalle gewährleisten können:
Barrierefreie Erschließung aller öffentlich zugänglichen Gebäudebereiche Optimierung der Anlieferungssituation am Großen Saal (die Beschickung der Bühne ist derzeit nur über Notausgangstüren und das Foyer möglich) zeitgemäße IT- und Dateninfrastruktur für Tagungen und Kongresse Einbau relevanter Sicherheitstechnik (u.a. Kontrolle des Zugangs am Bühnen- und Verwaltungseingang sowie zum Tiefhof)
Sanierung des Tiefhofs und Optimierung der Anlieferungssituation (eine Andienung des Hotels ist nur durch das Untergeschoss der MSH möglich) Reaktivierung/ Sanierung/ Nutzbarmachung stillgelegter Bereiche
Nachdem einige Bereiche und Funktionen in den letzten Jahren bereits saniert und ertüchtigt wurden (siehe oben), erscheint es möglich und sinnvoll, die noch ausstehenden Maßnahmen abschnittsweise so auf einzelne Baumaßnahmen zu verteilen, dass eine lange Schließzeit der Meistersingerhalle vermieden werden kann. Damit verbunden ist eine ganze Reihe von Vorteilen:
Der Wegfall einer längeren Schließung vermeidet die Notwendigkeit eines kostspieligen (und aktuell nicht vorhandenen) Interims für die Veranstaltungen und das Geschäft der MSH. Durch die Umsetzung von Baumaßnahmen während einer (ggf. erweiterten) Spielzeitpause im Sommer steht die MSH während der Hauptsaison zwischen Oktober und Pfingsten zur Verfügung: Veranstaltungen können stattfinden, Mieteinnahmen werden realisiert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MSH müssen nicht anderweitig beschäftigt werden. Die Streckung der Baumaßnahmen auf mehrere Jahre verteilt auch den damit verbundenen Finanzierungsbedarf über mehrere Jahre.
Um die erforderlichen Maßnahmen zu identifizieren, in ihrer baulichen Eingriffstiefe zu detaillieren und in ihrer Dringlichkeit zu priorisieren, ist zunächst eine Planungsstruktur erforderlich. Sie benötigt Personalressourcen (stadtintern und bei externen Fachplanern) sowie entsprechende Planungsmittel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Meistersingerhalle stehen dabei mit umfassender Nutzerexpertise zur Verfügung. Ziele sind eine fachliche Prüfung und Bewertung der Umsetzbarkeit, eine Clusterung in inhaltlich und baufachlich sinnvolle Bauabschnitte sowie die Ermittlung von Kosten.
Um bis zum Abschluss der Planungsphase und dem Beginn von Baumaßnahmen den vergleichsweise noch guten baulichen Zustand der Meistersingerhalle zu erhalten, ist kurzfristig die Wiedereinstellung einer ausreichend bemessenen Baupauschale dringend erforderlich. Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen, die jetzt nicht ausgeführt werden können, wirken sich negativ auf die Betriebsfähigkeit und das Image des Hauses aus; sie führen zu weiteren Schäden der Substanz und vergrößern dadurch Aufwand und Kosten späterer Sanierungsmaßnahmen. Eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu einer konsequenten und sorgfältigen Instandhaltung, die in Teilbereichen auch Notwendigkeiten späterer Sanierungen vorwegnehmen kann, ist nicht gegeben.
Zum weiteren Verfahren
Der Lenkungskreis „Kulturgroßbauprojekte“ (LK KGBP) hat in seiner Sitzung am 9. Juli 2021 festgelegt, dass die Projektbauherren 2.BM und Ref.VI (PBH) das Projekt einer Generalsanierung der MSH im Rahmen der für die Kulturgroßbauprojekte eingerichteten Strukturen (Projektbaudienststelle, Ref.VI/PBD) weiterhin federführend betreuen. Bericht und Vorlage erfolgen künftig im Bau- und Vergabeausschuss bzw. im Kulturausschuss; im LK KGBP wird über den Fortgang des Projekts berichtet.
Als erster Schritt soll in einem geeigneten Verfahren die baulichen Notwendigkeiten einer Sanierung und Ertüchtigung der MSH gesamthaft ermittelt und ihre Aufteilung in einzelne Baumaßnahmen sowie die Optionen
ihrer Umsetzung im Rahmen einer auf bis zu drei Monate erweiterten sommerlichen Schließungszeit der MSH geprüft werden. Dazu wird ein entsprechender Planungsauftrag begehrt.
Personal- und Finanzsituation
| 2022* | 2021 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 18,28 | 16,78 | 16,28 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | --- |
Stand:25.10.2022 *Sollkraftstellen 2022 voraussichtlicher Wert
Die Zahl der Vollkraftstellen wurde mit 1,5 Stellen im Stellenschaffungsverfahren 2022 beantragt.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ermächtigung 2021 | Ist Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | - 2.409.841 € | - 686.566 € | - 1.136.392 | |
| K1 Aufwendun- gen | 1.339.336 € | 553.898 € | 1.094.317 | |
| K1 Sachbudget | - 1.070.505 € | - 132.668 € | -42.075 € |
Der endgültige Ansatz für 2022 steht aktuell noch nicht fest.
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermö- gen | 0 € | |||
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | ||||
| I1 Auszahlungen | 31.845 € | 38.000 |
Av/002/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
Stadtarchiv - Jahreskontrakt 2020
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten 03_Ausstellungen_Veranstaltungen_Publikationen
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage Av/002/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der im Jahreskontrakt behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage Av/002/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 des Stadtarchivs zu.
Stadtarchiv - Jahreskontrakt 2022
Raumsituation Die Büroräume am Königstorgraben 1 konnten im Januar 2021 bezogen werden. Für die vor allem angesichts der Arbeitsaufnahme des Records Centers notwendige Erweiterung der Magazinkapazitäten zeichnete sich im Sommer 2021 eine Lösung ab, die nun schrittweise umgesetzt wird. In einem Gebäude an der Nunnenbeckstr. 6-8 konnte eine Magazinetage im Untergeschoss angemietet werden. Die ausgewählten Räume sind nicht nur sofort nutzbar, sondern auch fußläufig von der Norishalle aus erreichbar und müssen nur noch fachgerecht möbliert werden. Ein stark gesicherter Raum innerhalb dieser Etage ermöglicht auch die Lagerung besonders gefährdeter Bestände. Deshalb wurden sie in der Evaluation anderen Standorten vorgezogen, in deren zunächst günstigen Quadratmeterpreisen sich erhebliche Unsicherheiten verbargen. Eine Alternative hierzu kann mittelfristig das Konzept der Stadt zur Nutzung der Kongresshalle bieten. Die Unterbringung einer Institution der historischen Kulturgüterpflege und des kulturellen Gedächtnisses in diesem provokanten baulichen Mahnmal an die Zeit der NS-Diktatur wäre eine hervorragende Gelegenheit, dessen Bestimmung umzudeuten und durch die Einlagerung von Archivalien ein zu Propagandazwecken errichtetes Bauwerk der Erinnerungskultur und der kritischen Geschichtsforschung zu widmen.
Überarbeitung der Satzungen Die zuletzt 2013 aktualisierte Gebührensatzung wird aktuell überarbeitet, auch hinsichtlich neuer Nutzungsarten im Rahmen von Social Media. Parallel erfolgt ein Digitalisierungscheck beider Satzungen zur Beseitigung bzw. künftigen Vermeidung von Digitalisierungshindernissen.
Aus- und Weiterbildung Die FAMI-Auszubildenden der letzten Generation haben im Juli 2021 ihre Prüfungen sehr erfolgreich abgeschlossen und konnten nach Av auf freiwerdende Stellen übernommen werden. Seit September 2021 sind nun drei FAMI-Azubi QE 2 und seit Oktober zwei Anwärter QE 3 im Hause, daneben befindet sich je ein Mitarbeiter in einem berufsbegleitenden Studium zur QE 3 bzw. QE 4. So hat sich die Zahl der Auszubildenden von drei auf sieben mehr als verdoppelt, was entsprechend das Stammpersonal in der Anleitung bei der Ausbildung fordern wird. Im Hinblick auf die großen personellen Veränderungen im Jahr 2024 ist dieses Engagement jedoch unbedingt erforderlich und dient der Sicherung von Kontinuität und Fachlichkeit in der Aufgabenwahrnehmung.
Einführung eines Records Centers – weitere Professionalisierung der Querschnittsaufgaben des Stadtar-
chivs (Behördenberatung, Zwischenarchiv, Aussonderung) bei erhöhtem Raumbedarf
Mit dem Rollout des Dokumentenmanagementsystems ELAN vollzieht sich ein Paradigmenwechsel, in dem die Kompetenz von Av in Fragen der Schriftgutverwaltung schon vor Entstehung der Dokumente, bei der Anlage des Aktenplanes für die Dienststellen eingesetzt wird. Von der geordneten elektronischen Aktenführung profitieren sie nun schon ab den frühesten Stadien im Lebenszyklus der Dokumente selbst und können Schriftgutverwaltung so als strategisches Element in der Ablauf-, Prozess- und Projektorganisation einsetzen, nicht nur als gesetzlich verordnete Dienstleistung für Av am Ende der eigenen Arbeit. Mit dem Zwischenarchiv, wofür das Magazin an der Nunnenbeckstr. maßgeblich angemietet wurde, bringt sich Av nun vielmehr als Servicestelle für diese Tätigkeiten im Bereich der Papierakten ein, als Pilotkunden fungieren hier die Dienststellen, die 2024 nach The Q umziehen werden. Zudem leistet das Records Center bereits Unterstützung bei der Ordnung und Aufbewahrung der Unterlagen des Impfzentrums. Der Transfer dieser Aufgaben
von den Fachdienststellen zu Av erfordert den Einsatz erheblicher Mittel, zahlt sich jedoch für alle Beteiligten aus. Gleiches gilt für die Konzeption und Entwicklung von Schnittstellen für den Export aus abgebenden Systemen und den Import in DiPS.kommunal. Lösungen zur Aussonderung aus dem DMS und zentralen Fachverfahren (z.B. Lebensmittelüberwachung und Gewerberegister) sind in der Erprobungs- bzw. hinsichtlich der Standesregisterdaten schon in der Umsetzungsphase.
Digitale Archivierung Bei der Digitalen Archivierung, die regelmäßig in bzw. mit DiPS.kommunal stattfindet, haben sich zwei zusätzliche Bedarfe ergeben, die in Abhängigkeit von den benötigten Schnittstellen 2022/23 gelöst werden können: Um die Speicherung (insbesondere massenhafter) digitaler Publikationen für unsere Spezialbibliothek zur Nürnberger Geschichte sicherstellen, sind Systeme neu zu entwickeln bzw. Abläufe zu organisieren mit dem Ziel, die Informationen in DiPS.kommunal dauerhaft vorzuhalten. Für (insbesondere audiovisuelle) Informationen, die aus extrem großen Datenmengen bestehen, ist eine Archivierung in DiPS.kommunal unwirtschaftlich. Hier ist die Konzeption und Einrichtung eines zusätzlichen WORM-Speichers im städtischen Rechenzentrum der Weg.
Digitaler Lesesaal bzw. Bereitstellung von Datenbankinformationen im Internet Die Einführung des Digitalen Lesesaals, die für 2020 nach dem Umstieg auf die neue Version Faust 9 unseres Datenbankprogramms geplant war, konnte wegen technischer Probleme und personeller Überlastung der IT in der Corona-Pandemie noch nicht durchgeführt werden. Die Grundsatzentscheidung, im Internet mit Strukturkopien zu arbeiten wurde jedoch getroffen. Seit Mitte 2020 ist nun auch die erste Lieferung an die DDB/Archivportal D in der Größenordnung von fast 120.000 Datensätzen freigeschaltet. Lieferungen mit weiteren 200.000 sind in Arbeit.
Konzept Partizipation und Migration (ParMi) Nach dem Wegfall der Drittmittel-Finanzierung und nach Streichung der (übergangsweise aus dem Budget von Av finanzierten) Projektstelle für den Forschungsschwerpunkt Zuwanderung nach Nürnberg sowie nach dem Auslaufen der Stellen für die KHS-Projekte Menschen machen Stadtgeschichte und Perspektivwechsel wurden die bisherigen Arbeiten evaluiert und konzeptionell so weiterentwickelt, dass für den Gesamtkomplex ein Konzept entsteht, das auch ohne den äußeren Umstand einer KHS-Bewerbung als Frucht des Bewerbungsprozesses dauerhaft trägt und für Av einen Ertrag aus diesem Verfahren auch ohne Gewinn des Titels bedeutet. Dauerhaft beantragt und für 2021 aus Restmitteln genehmigt ist dabei eine Stelle, die nunmehr den Titel ParMi (Partizipative Elemente und Migration) trägt. Mit dieser sollen die Ansätze aus den bisherigen Vorhaben fortgesetzt werden und die bei Av etablierte Methodenkenntnis dafür auch anderen Dienststellen zur Verfügung gestellt werden. Schon 2021 werden so KuM, KuF und BGA unterstützt. Auch der Weiterbetrieb der Hörstationen wird so möglich. Essenzielle Voraussetzung hierfür ist die dauerhafte Genehmigung der beantragten Stelle.
Provenienzforschung Die Corona-Pandemie hatte unmittelbare Folgen auf die Methodik der Provenienzforschung. Archiv- und Bibliotheksbesuche waren erheblich erschwert. Dennoch wird die systematische Prüfung der Provenienzen von seit 1933 durch Av, KuM sowie StB erworbenem Kulturgut einschließlich der Autopsie der fraglichen Objekte beständig fortgesetzt. Die stetige, filternde Sichtung der Zugangsregister der drei betreffenden Institutionen bildet hierbei die Voraussetzung für die weiteren, daran anschließenden Recherchen. Forschungen, die mög-
liches DDR-Raubgut im Besitz der Stadt Nürnberg betreffen, bleiben ein weiteres, essentielles Aufgabengebiet der Provenienzforschung. Aktuelle Forschungsresultate werden, wie in der Vergangenheit, auf der Av- Homepage publiziert werden.
GSI-Datenbank zu den historischen Nürnberger Friedhöfen Auf den historischen Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus zeugen mehrere tausend Bronze- und Messingtafeln von einer weltweit einzigartigen Form des Totengedenkens: nicht nur reiche Bürger der Stadt, sondern Personen aller sozialen Schichten ließen sich vom 16. Jahrhundert an bis heute individuelle Relieftafeln gießen. Auf den beiden Friedhöfen wurden bis zu Anlage von West- und Südfriedhof alle Einwohner der Stadt begraben. Bislang ist jedoch keine wissenschaftliche Erfassung aller Gräber und Epitaphien vorhanden. Die letzte vollumfängliche und nur teilweise auch fotografische Bestandsaufnahme stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom Hochbauamt durchgeführt. Auf der Grundlage dieser Dokumentation nimmt Av eine Erfassung aller Tafeln vor, die durch ihre Anschlussfähigkeit um Daten aus schriftlichen und bildlichen Quellen mit ihrem Abschluss ein sozialgeschichtlich und topographisches Grundlagenwerk zur Stadtgeschichte bilden wird. Derzeit sind rund 800 von rund 2.100 Gräbern mit Epitaphien erfasst, Ende 2022 sollten 2/3 der Gräber erfasst sein.
Projekt GSI 175/Nürnberger Häuserbuch – Zusammenarbeit mit TOPORAZ/TRANSRAZ In Zusammenarbeit mit dem Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg ist beim Stadtarchiv letztendlich schon seit dem 19. Jh. eine Dokumentation von Nürnberger Häusern und deren Besitzgeschichte angesiedelt. Von 2005 bis 2016 wurde die vorhandene Grundlagenforschung in eine digitale Form überführt (F 5 Nr 3, F 5 Nr. 317, E 4 u.a.m.), die seit 2008/11 systematisch überarbeitet und ergänzt wird. 2015 wurde dabei die zukünftige Datenbankstruktur definiert und ein Kooperationsvertrag mit dem von der Leibnitz-Forschungsgemeinschaft mit über 1 Mio. € geförderten Projekt TOPORAZ geschlossen, dsgl. 2020 mit dem Nachfolgeprojekt TRANSRAZ, das erneut mit mehr als 1 Mio. € Forschungsgeldern ausgestattet ist. Seit 2020 sind am Stadtarchiv zwei wiss. Mitarbeiter (je 0,5 VK als Drittmittelprojekt) mit der vorerst abschließenden Bearbeitung der einzelnen Liegenschaften betraut. Erste Ergebnisse dieser jahre- bzw. jahrzehntelangen Grundlagenforschung wurden im Juli 2021 veröffentlicht, indem seitdem ein Teil unserer GSI-Datenbank neu im Internet freigeschaltet ist. Im Jahr 2022 soll eine Verlinkung mit der Forschungs- und Präsentationsplattform TRANS- RAZ erfolgen.
Social Media Die Nutzung Sozialer Medien (instagram und facebook) durch Av seit Juli 2020 ist überaus erfolgreich, was die Anzahl der Follower von rund 5.000 und eine wöchentliche Reichweite von ca. 17.000 Personen auf Instagram sowie 700 Abonnenten und eine wöchentliche Reichweite von rund 1.000 Personen auf Facebook nach einem guten Jahr der Aktivität auf beiden Kanälen zeigen. Die Zielgruppe sind interessierte Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, wobei mit 77 % der Großteil der erreichten Personen zwischen 18 und 44 Jahre alt ist. Die veröffentlichten Beiträge von Av werden regelmäßig geliked, kommentiert und geteilt. Durch Kommentare und Nachrichten von Nutzerinnen und Nutzern kann eine positivere und intensivere Wahrnehmung der Dienststelle Av durch Bürgerinnen und Bürger festgestellt werden. Diese Kanäle ermöglichen es, qualitativen Content einfach zu vermitteln, unmittelbar mit neuen Zielgruppen in Interaktion zu treten, den Bekanntheitsgrad von Av sowie das Interesse an der Geschichte der Stadt Nürnberg zu steigern, neue Nutzergruppen des Archivs zu gewinnen und eine positive Wahrnehmung der Stadt Nürnberg insgesamt zu fördern. 2022 soll aus den Followern nach Möglichkeit in mehreren Schritten ein Empfängerkreis für einen Newsletter generiert werden.
Ausstellungen Nach den beiden überaus erfolgreichen virtuellen Ausstellungen „Menschen machen Stadtgeschichte…goes online!“ und „Neu im Stadtarchiv 2018-2020“ wird in Kooperation mit Archiv und Museum der Stadt Fürth schon im Januar ein weiteres derartiges Projekt zum 100. Jubiläum des Eingemeindungsversuches von Fürth nach Nürnberg in Angriff genommen. Analog wird die Ausstellung im Fürther Stadtmuseum zu sehen sein, Av realisiert das digitale Format. Av wird weiterhin im ersten Quartal die Konzeption einer Dauerausstellung zum Thema „Memento mori“ unterstützen. Es handelt sich um eine Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Bartholomäus Wöhrd. Die inhaltlich komplexeste analoge Ausstellung wird in diesem Jahr nicht in der Norishalle, sondern der Ehrenhalle des historischen Rathauses gezeigt und thematisiert die 1972 vorgenommene Eingemeindung von Stadtteilen nach Nürnberg. Ein Ausstellungskonzept mit partizipativen Elementen (Fotos aus der Bürgerschaft; Audiozeugnisse von Beteiligten) ist hierfür in Vorbereitung. Auch die Fotoausstellung im Handwerkerhof soll die Eingemeindung unter der Überschrift „Vor den Toren der Stadt“ aufgreifen. Da die historische Ausstellung von Av im kommenden Jahr nicht im Großen Foyer der Norishalle stattfindet, wird mit diesem 2022 Neuland begangen. Hier soll abweichend von der sonstigen Praxis zunächst einmal ad experimentum eine Ausstellung gezeigt werden, die den Beton zum Thema hat und diesen vorwiegend künstlerisch darstellt. Nur am Rande werden einige Tafeln auf Beton und Betonbrutalismus in Nürnberg hinweisen. Damit wird gleichzeitig auch der aus der Coronapandemie entstandene Ansatz der Kooperation mit der freien Szene weiterverfolgt. (Überblick über Öffentlichkeitsarbeit insgesamt und Planung 2022 siehe Anlage zum Jahreskontrakt)
Personal- und Finanzsituation
| 2022* | 2021 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 37,50 | 37,50 | 35,77 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | 36,03 | 35,63 |
Stand:14.10.2021 *Sollkraftstellen 2022 voraussichtlicher Wert
Die Zahl der Vollkraftstellen hat sich gegenüber 2019 einerseits vermindert durch den Wegfall der Projektstelle Migration (0,77 VK), andererseits erhöht durch die Schaffung einer fremd finanzierten, aktuell bis 2024 befristeten wissenschaftlichen Stelle für das Häuserbuchprojekt, einer Stelle für das neue Zwischenarchiv und einer halben, bislang über BFB finanzierten Stelle für die Aufgabe DMS-Rollout. Der Stellenplan B umfasst fünf Auszubildende und zwei über BFB besetzte Stellen, darunter die ParMi-Stelle sowie eine mit zwei Kräften besetzte TCG-Stelle. Aktuell sind – pandemiebedingt – nur drei NOA-Kräfte bei Av im Einsatz.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | 159.500 | 159.500 | 77.641 | 72.900 |
| K1 Aufwendungen | 502.500,69 | 474.784 | 161.372 | 50.596 |
| K1 Sachbudget | 343.000,69 | 315.284 | 83.731 | 123.496 |
Stand 11.10.2021
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrech- nung 2021 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermögen | 10.000 | 40.000 | 51.813 | |
| Geringwertige Wirtschaftsgü- ter | Entfällt ab 01.01.2019 – bis 800 € Gebrauchsgegenstände SK 62142000 | |||
| I1 Auszahlungen | 6.280 |
Stand 11.10.2021
Hochrechnung 2021: Der Haushaltsrest I1 aus 2020 wurde für 2021 beantragt und umgebucht 51.813 € stehen im I1 für 2021 insgesamt zur Verfügung. Davon wurden bis 31.07.2021 6.280 € ausgegeben.
Historische Bildungsarbeit: Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen
Ausstellungen und Veranstaltungen 2021 – Planung 2022:
-
Juli – 6. September 2021: Fotoausstellung „Verborgenes Barock“ (Sommerausstellung im Handwerkerhof, ursprünglich geplant Ende Juli bis Anfang Sept. 2020)
-
September – 15. Dezember 2021:
Ausstellung „Weimarer Republik Nürnberg 1918 1933“ (Gr. Foyer der Norishalle)
War 2020 seit der Corona-bedingten Schließung des Stadtarchivs ab 24. März für den Publikumsverkehr nicht mehr zugänglich.
21.- 24. Oktober 2021: Beteiligung bei „g‘scheid schlau! Das lange Wochenende der Wissenschaften“
26.-27. Oktober 2021: Tagung „Stadt und Handwerk in der vorindustriellen Zeit“ (Prag, im Rahmen der Städtekooperation Krakau – Nürnberg – Prag, ursprünglich geplant 13.-15. Mai 2020)
Dezember 2021: Ausstellung „Merkel-Tagebücher“ (Arbeitstitel; Kl. Foyer, ursprünglich geplant Okt./Nov. 2020 bis März 2021)
Januar – März 2022: Virtuelle Ausstellung zum Versuch der Eingemeindung Fürths nach Nürnberg 1922 (zeitgleich mit der analogen Ausstellung im Fürther Stadtmuseum)
Ab Februar 2022: Unterstützung der Dauerausstellung zum Thema „Memento mori“ (Kirchengemeinde St. Bartholomäus Wöhrd)
5./6. März 2022:
Beteiligung beim 11. bundesweiten Tag der Archive
Mai – September 2022: Ausstellung „Beton. Die Norishalle und ihr Baustoff“ (Großes Foyer der Norishalle, Kooperation mit Nürnberger Künstlern)
- Juli – 31. August 2022:
Ausstellung „50 Jahre Eingemeindungen von 1972“ (Ehrenhalle)
Publikationen 2021: o Jahreskalender 2022 „Jugendstil in Nürnberg.“ o Begleitkatalog zur Ausstellung „Weimarer Republik Nürnberg 1918 1933“ (Ausstellungskataloge des Stadtarchivs Nürnberg 28, in zwei Bänden am 30.9.2021) o Norica. Berichte und Themen aus dem Stadtarchiv Nürnberg“ Ausgabe 17 (erscheint im November 2021, Themenschwerpunkt: „Geldwirtschaft in Nürnberg“)
o Tagungsband „Recht und Handel in Nürnberg und Europa. Handel, Recht und Gericht in Mittelalter und Neuzeit“ (Nürnberger Forschungen Band 32)
Publikationen in Vorbereitung: Jahreskalender 2023: „Vor den Toren der Stadt“ „Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg“ (MVGN) 108/2021 (erscheint im Dezember 2021, Band 109/2022 in Vorbereitung) Norica. Themen und Berichte aus dem Stadtarchiv Nürnberg, Ausgabe 18 (2021) – Schwerpunktthema: vss. „Nürnberg – Stadt am Wasser“ „Nürnberg im Wandel der Zeit“, 2. Auflage (Kooperation mit WikomMedia Verlag) Für die Drucklegung in den Nürnberger Werkstücken zur Stadt- und Landesgeschichte stehen drei Dissertationen an: Hiromi Abe-Kosaka: Die „Außenpolitik“ der Reichsstadt Nürnberg im 15. Jahrhundert – Korrespondenz und Gesandtschaften des Nürnberger Rates (in Überarbeitung, soll im Dezember 2021 erscheinen) Sabrina Späth: Das älteste Briefbuch der Reichsstadt Nürnberg Anthony Sprengel: Die Gründungsgeschichte des Nürnberger Kinderspitals 1861-1876 Quellen und Forschungen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg: Thorsten Schlauwitz: Repertorium Academicum Norimbergense. Biogramme zu den Nürnberger Studenten und Gelehrten des späten Mittelalters Editionsprojekt „Die Tagebücher Paul Wolfgang Merkels“ Editionsprojekt „Die Briefbücher der Reichsstadt Nürnberg“ (Kooperation mit Staatsarchiv Nürnberg und DFG) Nürnberger Forschungen: Tagungsband „1219 – Nürnberg wird frei. Aufbruch zur Metropole in staufischer Zeit (8./9.11.2019)
Anlage zum Jahreskontrakt 2022 Stadtarchiv
BCN/001/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
Bildungscampus Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage BCN/001/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der im Jahreskontrakt behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage BCN/001/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 des Bildungscampus Nürnberg zu.
Bildungscampus Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
Der Bildungscampus Nürnberg versorgt die Bürgerinnen und Bürger mit einem breit gefächerten und kontinuierlichen Bildungs-, Lern- und Medienangebot an zahlreichen Standorten in der Stadt. Er befördert das lebenslange Lernen, bietet niederschwellig den freien Zugang zu Informationen und Wissen und ermöglicht dadurch kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe.
Finanzen
Infolge der bis weit in das Jahr 2021 hineinwirkenden Pandemie konnte die stabile Entwicklung der Finanzlage der Vorjahre nicht beibehalten werden. Die Schließung der Einrichtungen (s. Anlage) führte zu deutlichen Einnahmeverlusten. Die prognostizierte Deckungslücke wurde durch die November- und Dezemberhilfen des Bundes sowie weitere Mittel des Freistaats erheblich abgemildert. Die Leitlinie des BCN ist ein ausgewogenes Qualitäts- und Kostenmanagement mit sozial verträglichen Entgelten und Gebühren. Zum einen muss eine konsequente Prüfung der kostenbeeinflussenden Faktoren wie z.B. Gebühren, Entgelte und Angebotspalette verfolgt und optimiert werden, zum anderen sind vor allem die sich wandelnden Kundenbedarfe und -anforderungen sowie die Wettbewerbssituation zu berücksichtigen. Die Beobachtung der Preiselastizität ist zur Gestaltung einer strategischen Preispolitik beim Bildungszentrum (BZ) erforderlich, wenngleich Preiserhöhungen in der momentanen Situation schwer durchsetzbar sind. Zur Konsolidierung des Defizits wurden bereits erste Maßnahmen ergriffen, um evtl. vorhandene Leistungssteigerungs- und Kostensenkungspotenziale auszuschöpfen. Diese Rahmenbedingungen werden für die weiteren Planungen auch 2022 handlungsleitend sein. Für das Jahr 2022 ist die Ausschreibung einer neuen Verwaltungssoftware für den Kurs- und Veranstaltungsbetrieb des BCN vorgesehen. Vorbehaltlich der genehmigten Haushaltsmittel wird eine Ausschreibung und Vergabe im 4. Quartal 2022 angestrebt.
Kurzrückblick 2021
Die Covid-19-Pandemie stellt den BCN auch im zweiten Jahr vor vielfältige Herausforderungen. Von November 2020 bis in die erste Jahreshälfte 2021 waren die BCN- Einrichtungen komplett oder teilweise behördlich geschlossen (s. Anlage). Die Schließung der Einrichtungen, die Absage von Veranstaltungen und Kursen, sowie die Organisation der finanziellen Unterstützung der Kursleitungen beschäftigten den BCN bis weit in das laufende Jahr hinein. Die dynamische Entwicklung bei der Wiederöffnung unter den jeweils aktuell geltenden Hygieneschutzvorgaben war eine aufwändige Zusatzaufgabe für die Einrichtung. Der BCN verfolgte 2021 seinen kultur- und bildungspolitischen Auftrag trotz Einschränkungen konsequent weiter. Mit der Kampagne „Und jetzt? Mach ich was Neues!“ wurde erfolgreich auf berufliche und persönliche Qualifizierungs- und Resilienz-Angebote aufmerksam gemacht, um einen Weg aus der Pandemie zu ermöglichen. Die Stadtbibliothek (StB) versorgte ihre Kundinnen und Kunden mit digitalen Angeboten wie der Onleihe, Musikstreamingangeboten, Autorenlesungen in digitalem Format oder Social-Media-Aktivitäten. Bei der StB wurde zudem kurzfristig die Online-Anmeldung umgesetzt. Das BZ entwickelte ein neues Programm mit Präsenzkursen, digitalen und Hybridformaten unter Corona-Hygienebedingungen. In vielen Bereichen mussten auch im zweiten Jahr der Pandemie mit zusätzlichem personellen und finanziellen Aufwand Strukturen und Kompetenzen weiter ausgebaut werden. BZ- Kursleitende wurden weiterhin in Organisation und Durchführung von digitalen Kursformaten geschult. Covid-19 führte im BCN zu einem Digitalisierungsschub; insofern wurde die Krise durchaus auch als Chance genutzt. Die 2017 entwickelte Digitalisierungsstrategie des BCN („Virtueller BCN“) hat sich als richtungsweisend bewährt und eine neue Dynamik erhalten. In Form der digitalen Roadmap werden die Handlungsfelder auch über die kommenden Jahre konsequent weiterverfolgt. Die großflächige Möglichkeit des „Mobilen Arbeitens“ hat sich bewährt.
Die Ausschreibung und Vergabe eines neuen Bücherbusses erfolgte im Jahr 2020, das Fahrzeug wurde am 5. November 2021 in Betrieb genommen. Nach einer Generalsanierung wurde die Stadtteilbibliothek Langwasser am 9. Juli 2021 offiziell wiedereröffnet. Der BZ- Standort in der Bayreuther Straße 1 wurde zum 31. August 2021 mit Auslaufen des Mietvertrags geräumt, die Suche nach einer anderen Liegenschaft dauert an.
Auszug von Arbeitsschwerpunkten 2022
Vom „Virtuellen BCN“ zum „BCN 2025“ Mit dem „Virtuellen BCN“ liegt für den BCN eine umfassende Digitalisierungsstrategie vor, die konsequent weiterverfolgt wird. Im Vordergrund stehen dabei die Gestaltung von kundenzentrierten Angeboten und Prozessen sowie die Begleitung der Bürgerinnen und Bürger im digitalen Transformationsprozess. Im Bereich des Customer Relationship Management (CRM) wurde die geplante Road Map CRM 2021 erfolgreich umgesetzt. Die Ausschreibung, Vergabe und Inbetriebmahme einer entsprechenden Software für CRM ist für 2022 vorgesehen. Mit der „Erweiterten Lernwelt“ (ELW) sollen beim BZ weitere digitale Formate, v.a. in der so genannten vhs.cloud entwickelt und fortgeführt werden. Aus der ELW wurde ein Maßnahmenpaket abgeleitet, das schrittweise operationalisiert wird. Parallel dazu sollen beim BZ die Kursräume in den nächsten Jahren mit moderner Technik ausgestattet werden, um zeitgemäße Kursangebote durchführen zu können. In der StB wird die „Virtuelle Schatzkammer“, die Bestandteil der städtischen Digitalisierungsstrategie ist, weiter umgesetzt. Ziel ist es, 2022 weitere – teilweise nur in der Stadtbibliothek vor Ort erhaltene – Originale zu digitalisieren und damit im Internet weltweit sichtbar und erfahrbar zu machen.
Räume der Zukunft Der BCN wird seine Räumlichkeiten auch im Jahr 2022 als attraktive Lern-, Erfahrungs- und Möglichkeitsräume kontinuierlich weiterentwickeln. Mit der offiziellen Eröffnung der „Klingenden Etage“ (Musikbibliothek) erfolgte bereits ein Schritt in Richtung der Erhöhung der Aufenthaltsqualität am Standort der Stadtbibliothek Zentrum. Mit neuzugestaltenden Themenwelten am Standort Zentrum erweitert der BCN den Lern- und Erfahrungsraum Bibliothek um partizipative Elemente und bindet die Nutzerinnen und Nutzer aktiv bei der Konzeption der „Bibliothek der Zukunft“ ein. Über die Möglichkeiten der vhs.cloud sowie der Nutzung der Software „Zoom“ sind am BCN die Voraussetzungen gegeben, um die Bereiche von online-gestützten Kursen und Veranstaltungen dauerhaft im Angebot zu etablieren. Unter den Leitgedanken einer verbesserten Erreichbarkeit und höherer Servicequalität sollen zusätzliche Beratungs- und Informationsangebote ausgebaut werden.
Standortstrategie Bei seiner Standortstrategie orientiert sich der BCN weiterhin an der wachsenden Stadt und der zunehmenden Bedeutung von Bildungsangeboten bei der Stadt- und Stadtteilentwicklung. Ein starker und identitätsstiftender zentraler Standort wird ergänzt durch dezentrale Standorte, die auf die jeweiligen sozioökonomischen Faktoren in Angebot und Ausgestaltung ausgerichtet sind. Der lang geplante Standort Johannisturm konnte nicht realisiert werden. Vor dem Hintergrund dringender Handlungsnotwendigkeit auf Grund des unvermeidlichen Auszugs aus der Bayreuther Straße 1 wird für 2022 der Bezug einer neuen Liegenschaft angestrebt. Die Programmbereiche des BZ “Zweite Chance und Schulabschlüsse“, “Integrations- und Deutschkurse“ sowie die „Zentrale Servicestelle zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen (ZAQ)“ benötigen dringend adäquate Räumlichkeiten, um ihre stark auf Präsenz angewiesenen Kundinnen und Kunden erreichen zu können. Die projektierte Generalsanierung des Nachbarschafthauses Gostenhof bietet die Möglichkeit, die Stadtteilbibliothek Gostenhof erheblich aufzuwerten. Der BCN ist an der Projektgruppe hierzu beteiligt. Wegweisend für die Möglichkeiten der „Bibliothek der Zukunft“ ist die Stadtteilbibliothek Langwasser mit den Möglichkeiten der Open Library, einem Konzept zur deutlichen Ausweitung der Öffnungszeiten ohne zusätzlichen Personalbedarf.
Vor dem Hintergrund sich auch weiterhin stetig verändernder Kundenbedürfnisse und zunehmend flexibilisierter Nutzungsanforderungen beabsichtigt der BCN die Erstellung eines Rahmenkonzepts als Blaupause für künftige Standortanforderungen. Unter Einbeziehung weiterer Kulturdienststellen und dem Wissen um die entsprechende Vorlaufzeit eines solchen Vorhabens wird 2022 mit der Konzeptphase und Erstellung eines Anforderungskatalogs begonnen.
Zielgruppen / Audience Development Öffentliche Erwachsenenbildung ist heterogener geworden, und die Zielgruppen haben sich weiter differenziert. Mit Audience Development sollen definierte Zielgruppen nachhaltig entsprechend ihrer Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten, -bedürfnissen und -formaten entwickelt werden. Deshalb hat das BZ neben dem Standard-Bildungsprogramm acht Kundensegmente über sogenannte „Buyer Persona“-Konzepte segmentiert. Durch die Covid- 19-Pandemie hat sich der Lebensalltag vieler Teilnehmender nachhaltig verändert. Eine erneute Betrachtung der bereits definierten Zielgruppen soll helfen, das Kursangebot und die Rahmenbedingungen entsprechend der neuen Bedürfnisse anzupassen. Die aktive Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer durch verbesserte Feedbackmöglichkeiten soll zudem die Partizipationsmöglichkeiten erhöhen.
Leseförderung Leseförderung und Medienkompetenzvermittlung sind grundlegende Schwerpunkte der Bibliotheksarbeit. Neben der Weiterführung von bewährten Präsenzangeboten im Bereich Leseförderung soll im Jahr 2022 ein Schwerpunkt auf digitalen und hybriden Formaten zur Lese- und Literaturförderung liegen. Videos, Podcasts für Kinder, Jugendliche und Eltern, Zugänge zu Leseförderplattformen im Internet und Apps ergänzen klassische Bibliotheksangebote.
Ort der Literatur
Die texttage.nuernberg finden im Jahr 2022 in ihrer dritten Auflage statt und sind damit als
Knotenpunkt der Literaturszene dauerhaft verankert. Sichtbarmachung und Erhöhung der
Attraktivität des Literaturstandortes Nürnberg sowie eine Verbesserung der überregionalen
Wahrnehmung Nürnbergs als Literaturstadt werden neben den programmatischen Highlights
weiterhin forciert. Neben der Einbindung der fränkischen Szene in das Literaturfestival sind
schwerpunktmäßig die Themen „Frauen und Literatur“, „Typisch Fränkisch“ sowie das
Aufenthaltsstipendium in Prag geplant. „Frauen und Literatur“ bilden den inhaltlichen
Schwerpunkt der Themenwelt ab März 2022 in der Stadtbibliothek Zentrum. Im Herbst 2022
konzipiert der Bildungscampus anlässlich der in Ansbach ausgerichteten Landesausstellung
„Typisch Fränkisch“ eine eigene Ausstellung zur Fränkischen Literatursammlung mit
Begleitprogramm, um übergreifend einen Literaturschwerpunkt zu gestalten. Das 2021
erstmals vergebene Aufenthaltsstipendium mit der Partnerstadt Prag soll fortgesetzt werden.
Im Mai 2022 ist die Abschlusspräsentation des Nürnberger Autorenstipendiums Drehbuch
2021/22 geplant.
MINT
Zum 1. Oktober 2020 nahm am BCN die Koordinierungsstelle MINT ihre Tätigkeit auf, um
mathematische, naturwissenschaftliche und technische Themenfelder und
Weiterbildungsangebote in der Stadt Nürnberg strategisch voranzutreiben. Mit dem Nicolaus-
Copernicus-Symposium im April 2022 werden die Aktivitäten der Koordinierungsstelle in den
Veranstaltungsbetrieb überführt und dauerhaft im Angebot des BCN verankert. Der Ausbau
der Kooperation mit dem neu gegründeten Deutschen Museum Nürnberg sowie erste
Sondierungen mit der neu gegründeten Technischen Universität Nürnberg erweitern das
Handlungsfeld.
Coronabedingte Schließzeiten (Onlineangebote und Abholservice ausgenommen)
| Bildungszentrum | bis 06.06.2021 |
|---|---|
| Planetarium | bis 27.06.2021 |
| Stadtbibliothek | bis 10.03.2021 |
Personal- und Finanzsituation
| 2022* | 2021 | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 231,68 | 229,68 | 235,94 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | 212,75 | 270,82 |
Stand:31.07.2021 *Sollkraftstellen 2022 voraussichtlicher Wert
Die Differenz zwischen Soll- und Ist-Besetzung ist bedingt durch unbesetzte Stellen(-anteile). Die Gründe hierfür sind Stellenvakanzen durch Ausscheiden von Mitarbeiter*innen, Langzeiterkrankungen, Elternzeit, Sabbatjahrvereinbarungen etc.
Es wurden für die Umwandlung der Verträge über freie Mitarbeit der Servicekräfte Personalkapazität im Umfang von 20 VK zum Haushalt 2019 geschaffen. Aufgrund der erforderlichen Klärung der Ausgestaltung dieser Beschäftigungsverhältnisse waren die Stellen mit einem Sperrvermerk versehen. Die Vertragsumstellungen wurden kontinuierlich weiterbearbeitet und sind nun nahezu abgeschlossen. Auf Grund der pandemischen Lage und den damit verbundenen Schließzeiten wurden die Stellenneubesetzungen im Bereich der Servicekräfte vorerst ausgesetzt. Mit der Öffnung der Einrichtung wurden diese nun wieder aufgenommen. Die Differenz zwischen den Sollkraftstellen 2020 und 2021 kann mit den in 2020 noch gesperrten Stellen der Servicekräfte erklärt werden. Aktuell sind insgesamt noch 5,89 VK im Stellenplan des BCN gesperrt.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | -7.252.182 | -7.097.091 | -2.676.998 | -6.274.752 |
| K1 Aufwendungen | 7.494.352 | 8.982.231 | 3.522.131 | 7.448.623 |
| K1 Sachbudget | 242.170 | 1.885.140 | 845.133 | 1.173.872 |
Die Hochrechnung bis Jahresende 2021 prognostiziert einen Überschuss im K1-Budget in Höhe von 135.534 € gegenüber der Ermächtigung. Bei dem hochgerechneten Jahresergebnis wurde bei den Erträgen und Aufwendungen die Coronaeffekte bereits berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Coronaeffekte weist das K1-Budget einen hochgerechneten Überschuss in Höhe von 711.268 EUR auf. Verantwortlich für diesen hohen Überschuss sind vor allem die November- und Dezemberhilfen des Bundes, die im Jahr 2021 ausbezahlt wurden.
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Immaterielles Vermögen | - | - | - | - |
| Bewegliches Vermögen | 130.000 | 147.641 | 47.577 | 102.641 |
| I1 Auszahlungen | 130.000 | 147.641 | 47.577 | 102.641 |
Die investiven Mittel werden in 2021 nahezu vollständig aufgebraucht bzw. ist bereits ein teilweiser Übertrag nach 2022 mit Stk abgestimmt. Unter anderem sollen noch in 2021 die erforderlichen Touchboards im Rahmen der Kursraumausstattung beschafft werden.
Ziele und Kennzahlen
Stadtbibliothek
| 2021 (01 – 09) | 2020 (01 - 09) | 2020 Gesamt | |
|---|---|---|---|
| Entleihungen | 983.467 | 1.076.835 | 1.416.602 |
| davon digitale Entleihungen | 220.662 | 205.482 | 275.630 |
| Besuche | 207.673 | 369.813 | 460.974 |
| Veranstaltungsbesuche | 2.894 | 30.269 | 31.668 |
| aktive Nutzer (stichtagsbezogen) | 36.701 | 49.883 | 45.914 |
| Neuanmeldungen | 5.068 | 5.590 | 7.443 |
Quellen: aDIS, Pentaho; Stand: 06.10.2021
Da die Bibliothek bis einschließlich 10. März 2021 geschlossen hatte, sind die Entleihungszahlen vor allem in den ersten beiden Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen (ca. 80%). Seit der Wiedereröffnung im März bewegen sich die Entleihungszahlen auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2020. Bei den digitalen Entleihungen ergibt sich derzeit hingegen ein Anstieg von +7,9%. Zu Beginn der Corona Pandemie sind die digitalen Entleihungen rasant angestiegen und bewegen sich seitdem auf einem deutlich höheren Niveau als vor den Pandemiezeiten. Da in der Bibliothek bis Mitte des Jahres auch kaum Veranstaltungen stattfinden konnten, ergibt sich auch bei den Veranstaltungsbesuchen ein Rückgang von - 90% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Neuanmeldungen gingen um 9,3 % zurück. Dieser Rückgang bezieht sich auf die Stadtbibliothek Zentrum sowie die Schulbibliotheken. Im Standort Zentrum ist die Zahl der Neuanmeldungen seit Einführung der Jahresgebühr deutlich rückläufig. Die Besuche in den Schulbibliotheken sind von den Schülerzahlen abhängig und somit kaum beeinflussbar. Corona verstärkt in beiden Fällen den negativen Verlauf. Die Besuche gingen um 44,4%, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, was auch dem erneuten Lockdown geschuldet war, da die Bibliothek nicht wie üblich als Lernort und Treffpunkt genutzt werden konnte. Bei den Stadtteilbibliotheken wird deutlich, dass ein Besuch hauptsächlich zum Grund der Entleihung erfolgt.
Anlage zum Jahreskontrakt 2022 BCN
Bildungszentrum ohne Planetarium
| 2021 (01 - 09) | 2020 (01 - 09) | 2020 Gesamt | |
|---|---|---|---|
| Belegungen | 17.361 | 30.528 | 36.064 |
| Veranstaltungen | 1.826 | 2.808 | 3.467 |
| Unterrichtseinheiten | 30.453,87 | 47.605,27 | 56.566,26 |
| Beratungen | 1.479 | 2.100 | 2.990 |
Quelle: ORBiS; Stand: 05.10.2021
Aufgrund der pandemiebedingten Schließung des Bildungszentrums, die nahezu das komplette erste Kurshalbjahr betroffen hat, liegen die Kennzahlen weit hinter den Zahlen des Vorjahres. Die Anzahl der Veranstaltungen weicht um -35% von den Vorjahreswerten ab. Die Belegungen sogar um -43,1%. Seit Beginn des Präsenzunterrichts im Juni 2021 steigen die Zahlen wieder langsam an. Abstandsregelungen, 3-G-Regelung und Raumvorgaben schränken das mögliche Angebot jedoch weiterhin massiv ein.
Die Beratungen verzeichnen einen Rückgang von -24% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Nicolaus-Copernicus-Planetarium
| 2021 (01 - 09) | 2020 (01 - 09) | 2020 Gesamt | |
|---|---|---|---|
| Besuche | 7.296 | 22.183 | 23.960 |
| Veranstaltungen | 204 | 293 | 355 |
Quelle: Statistik Planetarium Stand: 06.10.2021
Auch beim Planetarium hat Corona starke Auswirkungen auf die Kennzahlen. In den Monaten Januar bis Juni konnten aufgrund der Schließung keine Veranstaltungen durchgeführt werden. Im Vergleich zum Vorjahr weichen die Veranstaltungszahlen um -30% von den Werten aus 2020 ab. Die Veranstaltungen haben zwar im Juli wieder den Wert von vor der Schließung erreicht, aufgrund der Kapazitätsbeschränkungen durch Abstandsregelungen kann der Kuppelsaal jedoch weiterhin nicht voll ausgelastet werden, wodurch sich auch der deutlich größere Rückgang bei den Besuchen in Höhe von -67% im Vergleich zu den Veranstaltungen erklären lässt.
Anlage zum Jahreskontrakt 2022 BCN
KuF/007/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
Amt für Kultur und Freizeit - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Ausgewählte Ereignisse 2022 03_Personal- und Finanzdaten
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuF/007/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich. Die Beachtung der verschiedenen Diversity- Dimensionen ist für KUF selbstverständlich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuF/007/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 des Amtes für Kultur und Freizeit zu.
Amt für Kultur und Freizeit, Jahreskontrakt 2022
1. Kurzrückblick 2021
Nach der Wiedereröffnung hat das KuF ein „Kultur-Aufbauprogramm“ bis Ende November mit ca. 1.248 Veranstaltungen und Einzelterminen allein der Nürnberger Kulturläden gestemmt, die fast ausschließlich in Kooperation mit Vertreter*innen der freien Szene stattfanden. Um den Corona-Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen verstärkte KuF sein Angebot im öffentlichen Raum z.B. mit der partizipativen KommVorZone im Annapark in Kooperation mit KuF im Südpunkt, dem Festival „Frischluft auf AEG“ oder „Alles blüht auf“, dem Stadteilprojekt des Kulturladens Röthenbach mit 24 Kooperationspartner*innen. Das Loni-Übler-Haus holte das 40jährige Jubiläum mit der umfassenden Ausstellung „Zurück ins Loni“ zu seiner Entstehungsgeschichte nach. Die Kulturwerkstatt Auf AEG feierte mit einem Jubiläumswochenende ihr 5jähriges, die Villa Leon im Dezember ihr 20jähriges Bestehen. Das neu gestaltete Gemeinschaftshaus Langwasser konnte im Juni mit einem mehrtägigen Sonderprogramm nach drei Jahren Sanierung wiedereröffnet werden. Die Kulturläden Almoshof oder Zeltnerschloss bespielten ihre Schlosshöfe, Vischers oder Ziegelstein nutzten aufgrund nicht vorhandener Außenflächen Plätze und Parks im öffentlichen Raum.
KUF beteiligte sich intensiv an gesamtstädtischen Themen, wie z.B. seitens der Nürnberger Kulturläden und der Musikschule am NSU-Themenschwerpunkt „Kein Schlussstrich“. Das Inter-Kultur-Büro gestaltete die zentrale städtische Jubiläumsfeier zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei und stellte Familien in vier Generationen in den Mittelpunkt. Mit dem Global Art Festival in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum konnte ein Ausrufezeichen der transkulturellen Arbeit gesetzt werden. Die komplett personell neu besetzte Koordinationsstelle Integrationsprogramm begleitete die Neuaufstellung der städtischen Diversity-Arbeit, so auch des Kuratoriums für Vielfalt und Zusammenhalt, das im Oktober erstmalig in neuer Zusammensetzung tagte.
Ein besonderer Fokus lag auf der Förderung kultureller Bildungsangebote mit der KinderKulturOffensive der Bereiche Kultur, Schule und Soziales. Der Normalbetrieb der Musikschule sowie des Förderprogramms MUBIKIN begann im Juni 2021 mit allen Schüler*innen. Das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne startete verspätet am 13. Juni mit hohen Auflagen, darunter auch einer Besucherzahlendeckelung. Um dies zu kompensieren, war das Mobile Erfahrungsfeld bis in den Herbst hinein verstärkt in den Stadtteilen unterwegs und erreichte so zusätzlich 150 Kita-Gruppen und Schulklassen.
KuF nutzte die Coronazeit für strukturelle Arbeiten. Ein umfassender Markenentwicklungsprozess zur Positionierung, Zielgruppendefinition und Werte-DNA aller elf Einrichtungen zielte auf eine engere Zusammenarbeit bei gleichzeitiger Individualität der Nürnberger Kulturläden. Unter dem gemeinsamen Motto „Auf gute Machbarschaft“ wurden Teilhabe, Empowerment und Stadtteilorientierung durch Formate im öffentlichen Raum vermittelt.
Ein Organisationsentwicklungsprozess des Erfahrungsfelds bereitete die Schwerpunktsetzung im Bereich Inklusion vor (vgl. Behandlung im Kulturausschuss 09.07.2021). Im Jahr 2021 wurde zudem die Arbeit der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur, die aufgrund veränderter Steuergesetzgebung stark belastet war, finanziell auf solide Füße gestellt (vgl. Behandlung im Kulturausschuss 09.07.2021).
Das Thema Digitalisierung spielte 2021 eine besondere Rolle, so wurden Online-Tutorials, digitale Kulturhappen für Schulen, Streaming-Angebote oder zeitgemäße Formate wie Gathertown in Zusammenarbeit mit dem Global Art Netzwerk durchgeführt.
2. Personal, Finanzen, Baumaßnahmen 2022
Einsparungen durch Haushaltkonsolidierung (Sachmittelbudgetkürzung 10% gemäß Haushaltsplanentwurf) bei gleichzeitigem Wegfall von Einnahmen schränken die Handlungsfähigkeit der KUF-Einrichtungen extrem ein. Es wird versucht, dies zumindest in Teilen durch Drittmitteleinwerbung auszugleichen.
Angebotseinschränkungen sind in allen Bereichen des Amts nicht zu vermeiden, beispielsweise ein reduziertes Angebot bei den Werkstätten des Erfahrungsfelds, Einschnitten bei Programmheften, Wegfall von Sonderprojekten und Veranstaltungen bis zu einem reduzierten Bauunterhalt u.v.m.. Aufgrund der knappen Personaldecke in den Kulturläden wird sich die Personaleinsparung um 5% nach Corona (d.h. bei kompletten Kulturladenbetrieb) auf die erweiterten Formate wie beispielsweise die aufsuchende Kulturarbeit im öffentlichen Raum auswirken.
Der Generationenwechsel bei den Kulturläden ist mit nochmals 15 Stellenbesetzungsverfahren in 2021 organisatorisch weitestgehend abgeschlossen. Durch die Bereitstellung einer Stelle für Digitalisierung kann bei KUF nun die Digitalisierungsstrategie weiterentwickelt und umgesetzt werden.
Die Generalsanierung des Loni-Übler-Hauses ist erneut für das BIC-Verfahren in 2021 angemeldet worden. Nach positivem Beschluss in der Referentenbesprechung 2020 und Bestätigung durch 3. BM bei der Bürgerversammlung 2021 wird mit einer Aufnahme in den BIC gerechnet. Überlegungen zur Planung eines Kulturhauses in Public-Private-Partnership am westlichen Bielingplatz als zukünftige Stätte u.a. von Vischers Kulturladen gemeinsam mit der Stadtteilbibliothek und dem Bildungscampus Nürnberg müssen mit allen beteiligten Geschäftsbereichen/ Dienststellen noch abgestimmt werden. Für die Instandsetzung des statisch schadhaften Dachstuhls des Musikschulschlosses in der Ziegenstraße (Schmausenschloss) wurden Planungsmittel angemeldet. Die Planungen beginnen, sobald das Hochbauamt entsprechende Personalkapazitäten frei hat.
3. Übergreifende Aktivitäten und Angebote 2022
Zur Umsetzung der Ziele der Kulturstrategie, die im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung aufgesetzt wurde, wurde eine Weiterführung der Kulturplattform KommVorZone als partizipatives Format der aufsuchenden Kulturarbeit vom Kulturausschuss (vgl. Behandlung im Kulturausschuss am 08.10.2021) befürwortet. Nach 5monatiger partizipativer Vorbereitung ist die Umsetzung für Juni und Juli 2022 im Annapark geplant. Im Anschluss wird mit Hilfe einer wissenschaftlichen Evaluation der Auftrag des Kulturausschusses umgesetzt, ein ressourcenarmes Modell zur Anwendung in weiteren Stadtteilen ab 2023 zu entwickeln. Dies setzt gesicherte Personalressourcen voraus, daher wurden entsprechende Stellenschaffungsanträge gestellt.
Dem Mangel an Produktions- und Präsentationsräumen nimmt sich der Raumkompass als Vermittler für kulturelle Zwischennutzungen in leerstehenden Immobilien, Räumen oder Schaufenstern an. Der Raumkompass ist mit Bewilligung einer Vollzeitstelle für drei Jahre vom Kulturausschuss (vgl. Behandlung im Kulturausschuss am 09.07.2021) beschlossen worden.
2022, im 77. Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs führt KuF das Schulprojekt „Frieden ist klasse“ durch. Es richtet sich an die ersten bis vierten Klassen der 57 Grund- und 14 Förderschulen. In einem siebenmonatigen Prozess können sich bis zu 1.000 Schüler*innen in kreativen Ausdrucksformen mit dem Thema Frieden beschäftigen und werden befähigt, ihr Wissen an andere Schüler*innen weiter zu geben. Die Abschlusspräsentation findet mit allen Schüler*innen im Juli 2022 auf der Wöhrder Wiese statt.
KuF beteiligt sich mit eigenen Impulsen intensiv an gesamtstädtischen Zielsetzungen. So eröffnet z.B. die Dunkelerfahrung 2022 als eigenständiges, ganzjähriges Angebot im Hirsvogelbunker zur Begegnung Sehender und Sehbehinderter. Ziele sind Teilhabe wie Sensibilisierung im Sinne der UN- Behindertenrechtskonvention.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Amts wird die vertiefte Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen in Diskursformaten und Veranstaltungen sein, z.B. mit der Reihe der Nürnberger Kulturläden ebenso wie in der kulturellen Bildung z.B. mit den mobilen Angeboten des Erfahrungsfelds für das bayernweite Politmobil oder der Zusammenarbeit des Stabs KinderKultur mit dem UNSECO Chair für kulturelle Bildung.
Besonderes Augenmerk bedarf 2022 die Arbeit im Bereich der Interkultur. Nach der langen Zwangspause durch Corona war ein Rückzug deutlich zu spüren, etliche interkulturelle Gruppen blieben inaktiv. Aktuelle Corona-Regelungen stellen die dringend notwendige Kulturarbeit im Sinne eines gesellschaftlichen Miteinanders und der Teilhabe aller Menschen weiter vor große Herausforderungen. Das Programmangebot wird sich daher sehr flexibel der aktuellen Situation anpassen müssen, um gerade diese Zielgruppen wieder zu erreichen. Zugleich gilt es, durch Kooperationen die Sichtweisen von Menschen mit Migrationsgeschichte z.B. auch in identitätsstiftenden Ausstellungen oder Neukonzeptionen sichtbar zu machen.
4. Ausgewählte Aktivitäten und Angebote einzelner Arbeitsbereiche 2022
Die Abteilung Die Nürnberger Kulturläden widmet sich weiterhin verstärkt der aufsuchenden Kulturarbeit. Hierzu gehören die dank umfassender Fördergelder möglich gewordene Festigung des Modellprojekts „KommVorZone“ im Sinne eines „Teilhabe-Labors“ zur Verstetigung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Zusammenarbeit mit KUF im südpunkt, die Ausgestaltung des gemeinsamen Mottos „Auf gute Machbarschaft“ durch Veranstaltungen, Diskursformate, Workshops und Interaktionen im öffentlichen Raum, die Stadtteilführungen wie z.B.„Langwasser.Neu.Entdecken“ durch ehrenamtliche Botschafter*innen des eigenen Stadtteils, Konzertreihen auf öffentlichen Plätzen oder Parks, das spartenübergreifende Projekt „Wir.Schreiben.Geschichte“ im Rahmen von #LNGWSSR, gefördert durch „Utopolis – Soziokultur im Quartier“ von BKM und BMI und nicht zuletzt die Weiterentwicklung der Hofflohmärkte zu Hofkulturtagen durch Vischers Kulturladen mit Beiträgen aller Sparten aus dem Stadtteil. Schwerpunkte dieser Arbeit sind die aufsuchende Ansprache und Integration marginalisierter Gruppen, der Diskurs stadtteilrelevanter Themen und Angebote zur kulturellen Bildung der jüngeren Bevölkerung im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kulturladenarbeit. Die Freiflächen im Umfeld der Häuser sollen, soweit finanziell und personell möglich, auch im Sommer 2022 erneut genutzt werden
Nach pandemiebedingter Verschiebung soll in 2022 die Kulturladenumfrage wieder durchgeführt und hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Kulturladenarbeit evaluiert werden. Hinzu kommt die vertiefte Zusammenarbeit mit der Integrierten Stadtentwicklung zur Überprüfung des Stadtgebiets hinsichtlich Kulturversorgung.
Ein thematischer Schwerpunkt liegt 2022 auf dem intensivierten Diskurs der SDGs. Neben der Weiterführung der erfolgreichen Reihe „Grünzeug“ des Kulturladens Schloss Almoshof, der Wanderausstellung zu den SDGs in mehreren Einrichtungen und der Einführung des Formats „Green Thursday“ zur Präsentation und Vernetzung innovativer Ideen zu ökologischem Handeln des Kulturbüro Muggenhof sollen in einer gemeinsamen Reihe der Nürnberger Kulturläden durch Vorträge, Quartiersdiskussionen, Märkte und Workshops für den individuellen ökologischen Handlungsspielraum sensibilisiert und Praxisentwürfe für das Alltagshandeln geschaffen werden.
Zur Vermittlung dieses Diskurses in eine breite Stadtgesellschaft werden parallel Formate hinsichtlich Teilhabegerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratiearbeit im Rahmen der interkulturellen Öffnung sowie hinsichtlich nachhaltiger Transformationsansätze weiterentwickelt. So wird z.B. der Kulturladen Zeltnerschloss in Gleißhammer den „Stadtteil der Menschenrechte“ als Beitrag zu einer solidarischen Stadt(teil)bevölkerung thematisieren. Die Senior*innenarbeit wird hinsichtlich intergenerationeller Konzepte geöffnet und weitergeführt (Kulturladen Röthenbach, Kulturbüro Muggenhof, Loni-Übler-Haus, Kulturladen Ziegelstein), um der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen. In der Kooperation der Villa Leon mit dem Germanischen Nationalmuseum wird ein Schulprojekt die Sonderausstellung „Auf dem Weg zum Horizont. Erwartungen und Erfahrungen der Migration“ im Germanischen Nationalmuseum begleiten. Nahezu alle Kulturläden beteiligen sich mit eigenen Schulprojekten an „Frieden ist klasse“ und nicht zuletzt plant das Loni-Übler-Haus, durch den Aufbau einer stadtteilorientierten Ehrenamtsbörse in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat weitere Personen für das Miteinander im Quartier zu begeistern.
In der Abteilung kulturelle und politische Bildung steht das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne 2022 unter dem Schwerpunktthema „Mensch und Natur“. Entsprechend dem Beschluss des Kulturausschusses (vgl. Behandlung im Kulturausschuss am 09.07.2021) werden die mobilen Angebote um das PolitMobil (Start Schuljahr 2022/23) und ausleihbare Ausstellungen erweitert und das neue Konzept der Dunkel-Erfahrung als ganzjährig buchbares Angebot umgesetzt. Auch auf dem Erfahrungsfeld kann mit der Rolli-Schaukel punktuell ein inklusives Angebot - dank Fördergeldern für die notwendige Betreuung - auch 2022 weiter betrieben werden. Im Rahmen der politischen Bildung hat das Mobile Erfahrungsfeld ein Workshop-Konzept für Mittelschulen zum Thema Klimawandel erarbeitet und einen entsprechenden Förderantrag beim Bayerischen Umweltministerium gestellt, über den Ende November entschieden wird. Das „Science Camp“ wird als Sommer-Ferienprogramm erneut mit 300 Plätzen angeboten.
Die Musikschule Nürnberg baut ihr Unterrichtsangebot kontinuierlich weiter aus, insbesondere durch gezielte Kammermusikworkshops, Angebote zum Musiktheater, Solfeggio Unterricht für Chorschüler*innen, einer Kinderband, im Bereich Jugend Musiziert, mit freiwilligen Leistungsprüfungen sowie mit speziellen Angeboten für Schüler*innen mit erhöhtem Förderbedarf. Das Nürnberger Jugendorchester wird wiederbelebt und hat die Arbeit aufgenommen. Das zweiwöchige Konzertprogramm „Musikschule total“ wird im März 2022 die 85-jährige Geschichte der Nürnberger Musikschule in den Fokus rücken. Das jährliche Konzert im Opernhaus steht unter dem Motto „Mehr Musik“ und soll die starke Verknüpfung der verschiedenen Abteilungen des „jungenChor nürnberg“ und weiteren größeren Ensembles der Musikschule wiederspiegeln. Das Programm MUBIKIN feiert im Schuljahr 21/22 sein 10-jähriges Bestehen. Die Arbeit an acht Grundschulsprengeln mit 40 Kindertageseinrichtungen wird in 22 fortgeführt. Durch die Förderung des bayerischen Kultusministeriums können 2022 alle MUBIKIN Schüler*innen am musikalischen Sonderprojekt „Das Klangvielfraß“ teilnehmen. Es endet mit einer interaktiven Klangausstellung in der Kulturwerkstatt Auf AEG, die gemeinsam mit dem Klangkünstler Paul Bießmann erarbeitet wird, und einem Abschlusskonzert aller MUBIKIN Schüler*innen. Das Projekt findet in Kooperation mit der Hochschule für Musik statt und wird durch eine ganzjährige Lehrveranstaltung begleitet.
Im Arbeitsfeld der Stabstelle Kinderkultur werden 2022 nahezu alle Angebotsformate wie die Kindertheaterreihe, die KinderUni, die Formate des KinderKunstRaums (Mobile Buchwerkstatt, Kreativklassen, usw.) und das Sternenhaus mit über 140 Veranstaltungen wiederaufgenommen und weiterentwickelt. Für Vorschulkinder plant der KinderKunstRaum 2022 erstmals den „KinderKunstRaum Kindergartentag“ in der Kulturwerkstatt Auf AEG. Durch Corona entstandene Formate wie z.B. die KinderKulturPicknicks oder digitale Kulturhappen werden, soweit finanzierbar, fortgeführt. An den Erfolg der KinderKulturOffensive soll gemeinsam mit den beteiligten Bereichen Kultur, Schule und Soziales angeknüpft, der Kultur-und Schulservice der Entwicklung in den Schulen angepasst werden.
Jahreshighlight der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur ist die Verleihung der Deutschen Fußball- Kulturpreise im Oktober 2022. Das Jahresmotto „Fußball ist für alle da“ wird sich 2022 mit dem Schwerpunkt auf Inklusion, alternative Perspektiven und demokratische Prozesse, wie gewohnt im Grenzgebiet von Sport, Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft, wiederfinden.
Die Stabsstelle Koordination Integrationsprogramm plant nach der coronabedingten Absage für Juni 2022 eine neue Integrationskonferenz, deren Themenschwerpunkt auf aktuelle Herausforderungen in kulturellen wie gesellschaftlichen Fragestellungen reagieren soll. Die Arbeit im Bereich der Koordination des städtischen Integrationsprogramms und der verstärkten Diversity-Orientierung wird weiterentwickelt.
Am 8.1.2022 findet das vom Inter-Kultur-Büro initiierte Festival Global Art Nürnberg (Beginn 20.11.21) mit der Super Global Art Session seinen Abschluss. Mit der anschließenden Evaluierung des Leuchtturmprojekts, das – im Kontext der Kulturhauptstadtbewerbung - in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Global Art und dem Germanischen Nationalmuseum stattfindet, wird diese neuartige Konstellation der Kooperation eingehend beleuchtet. Das Global Art Netzwerk steht auch im Mittelpunkt weiterer Arbeit, mit der KuF versucht, die Zusammenarbeit mit Migrant*innenvereinen (Tandemprojekte) zu fördern.
Kooperationsprojekte mit Vereinen (z.B. auch als Qualifizierungsangebote für die eigene Arbeit), die Griechischen Filmtage, die Türkisch-Deutschen Literaturtage oder Literatur ohne Grenzen werden fortgesetzt. Geplante Autor*innenlesungen zum Thema kulturelle Vielfalt in Kooperation mit dem Südpunkt ergänzen das Programm. Um die sich verändernde Stadtgesellschaft darzustellen sollen u.a. verstärkt auch digital mehrsprachige Texte zum Einsatz kommen.
Ausblick auf ausgewählte Ereignisse - Jahreskontrakt 2022 Amt für Kultur und Freizeit
(Terminangabe soweit schon möglich)
Januar
Jubiläumskonzert, 20 Jahre Vischers Blues Jam, 5.1. „Franken Staunt“, Zauberfestival, KUF im südpunkt, 28.1.-30.1. Lateinamerikawoche, Villa Leon, 22.-30.2. Reihe „Zu Gast bei Loni“, Kulturladen Loni-Übler-Haus, Jan-Okt „Der andere Fußball - 100 Jahre Arbeiterfußball“, Wanderausstellung, Kulturwerkstatt Auf AEG Erzählfestival „Zauberwort“ in Kooperation mit Kulturbüro Muggenhof
Februar
Südstadt tanzt (Arbeitstitel), KUF im südpunkt in Zusammenarbeit mit BCN, 4.2.-6.2. Reihe „Green Thursday“, Präsentations- und Netzwerkabend rund ums Thema Ökologie und Nachhaltigkeit, Kulturbüro Muggenhof, ab Feb KinderUni Wintersemesterangebot in den Faschingsferien, 28.2.-4.3. Kindertheaterfestival „Panoptikum“ in Kooperation mit Kulturbüro Muggenhof
März/April
Musikschule total unter dem Motto 85 Plus – Konzerte und Programm aus der Musikschularbeit zum Thema 85 Jahr Musikschule, 5.-18.3. Gleißhammer – Stadtteil für Menschenrechte: StadtteilPicknick, Kulturladen Zeltnerschloss, 30.4. Open-Air-Ausstellung im Stadtteil zum Tag des Waldes, Kulturladen Ziegelstein, März-April „Literatur Interkultur“, KUF im südpunkt, ab März
Mai
Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, Thema Mensch und Natur, 1.5.-11.9. „Ost Anders Festival“, Kulturbüro Muggenhof, 1.-5.5. Friedenstafel, 15.5. Ausstellung und Abschlussveranstaltung „Das Klangvielfraß“ Auf AEG, 16.-22.5. Konzert der MUBIKIN, Kinder zum Projekt „Das Klangvielfraß“, Auf AEG, 18.5. Stadtteilfest, Kulturladen Zeltnerschloss, 20.-21.5 KinderKulturPicknick im Hof der Kulturwerkstatt Auf AEG, Mai bis Juli, jeweils am Sonntag Ausstellung „Kantige Kerle“ mit Holzskulpturen im und um den Kulturladen Loni-Übler-Haus „Wir.Schreiben.Geschichte“, Gemeinschaftshaus Langwasser 1. KinderKunstRaum Kindergarten-Tag Preisverleihung des Fränkischen Literaturpreises für die junge Literatur, Kulturladen Ziegelstein in Zusammenarbeit mit dem Literaturzentrum KUNO
Juni
„Come Together Cup Franken“, Kooperation, 16.6. Ehrenamtsbörse Mögeldorf, Kulturladen Loni-Übler-Haus, 24.6. Stadtteilfest Muggeley, Kulturbüro Muggenhof, 26.06.22 Kunstmarkt, Kulturladen Schloss Almoshof Schulprojekt „Ich sehe was, was du nicht siehst“´, Villa Leon in Kooperation mit GNM und Mittelschule St. Leonhard, „Vischers Open Air“, kleinteilige Kulturveranstaltungen im Stadtteil, Juni-Juli Kulturplattform KommVorZone, Südstadt, Juni-Juli
Juli
Südstadtfest, KUF im südpunkt, 1.-3.7. Hofflohmärkte St. Johannis mit Stadtteilkulturfest, Vischers Kulturladen, 2.7
Vernissage der Kulturtage der Grund,- Mittel,- und Förderschulen in der Kulturwerkstatt Auf AEG, 4.7. Kurkonzert, Kulturbüro Muggenhof, 10.7. „Mehr Musik“, Konzert, 16.7. „Stimmen der Zukunft“, Kooperationsprojekt mit verschiedenen Schulklassen und dem Staatstheater, 19.7. Abschlusspräsentation „Frieden ist Klasse“ nach Projektarbeit ab 1/22, 21.7. Menschenrechtsumzug, Kulturladen Ziegelstein Streetart-Weekender „Betonliebe“, Gemeinschaftshaus Langwasser Frauenjazzfestival. Kulturbüro Muggenhof Nachbarschaftsfest, Villa Leon Integrationskonferenz Stadtteilführungen „Langwasser.Neu.Entdecken“, Gemeinschaftshaus Langwasser, ab Juli
September
Multimediales Ausstellungsprojekt zur wechselvollen Geschichte des Schloss Almoshof, Kulturladen Schloss Almoshof
Oktober
„Lokal Europa“, Videokonferenz und live vor Ort als interaktives Planspiel, Brachland Ensemble, Kulturbüro Muggenhof Türkisch-deutsche Literaturtage, in Kooperation mit Vila Leon Gala zum Deutschen Fußball-Kulturpreis Start der Kindertheaterreihe 22/23
November/Dezember
KinderKunstNacht im KinderKunstRaum, 4.11. Weihnachtsmarkt, Kulturladen Zeltnerschloss, 26./27.11. Sternenhaus, 26.11.- 23.12. „NUEJAZZ“, in Kooperation mit Kulturbüro Muggenhof, „Sisters of Comedy“, Kulturladen Loni-Übler-Haus
Personal- und Finanzsituation
| 2022 | 2021 | 2020 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 158,05 | 158,05* | 157,48 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | 136,35 | 144,49 |
Stand: jeweils 31.07.
* Stellenschaffungen 2021 für Strukturprojekte Kulturläden, Digitalkoordination und Info-Theke im Gemeinschaftshaus Langwasser; Stelleneinzug von MuBiKin-Stellen wegen Reduzierung/ Anpassung des Angebots. Abweichende Ist-Besetzung 2021 ist dem hohen Sparbeitrag im Personalkostenbudget geschuldet (486.000 €); zum Stichtag waren deshalb viele Stellen noch nicht wiederbesetzt; ab Herbst erfolgte dann Wiederbesetzung.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Budget | Budget | Ansatz 2022 | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Entwurf | (Plan) | ||||||
| K1 Erträge | -3.221.899 | -3.268.306 | -1.062.021 | -2.253.875 | |||
| K1 Aufwendungen | 3.459.950 | 3.531.918 | 1.265.910 | 3.081.935 | |||
| K1 Sachbudget | 238.051 | 263.612 | 203.889 | 828.060 |
Im Ansatz 21 und 22 ist die Kürzung des K1 Budget um 10% der beinflussbaren Sachkonten enthalten (=243.866 € für 2022).
Das Jahr 2021 ist finanziell wieder von der Pandemie geprägt, deutliche Einnahmeverluste verschlechtern das K1-Ergebnis massiv. Dem gegenüber stehen jedoch auch coronabedingte Einsparungen sowohl bei den Sach- als auch bei den Personalkosten (durch nicht vollständig besetze Saisonsellen) so dass die Belastung für den Gesamthaushalt ingesamt nicht in der vollen Höhe des Ertragsausfalls anfällt.
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Budget | Budget | Ansatz | Ansatz 2021 (Ermächtigung inkl. HHrest) | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Januar - Juli | Hochrechnung 2021 | Hochrechnung | |
| 2022 | (Ermächtigung inkl. | 2021 | 2021 | ||||||
| Entwurf | HHrest) | ||||||||
| Immaterielles / | 35.500 | 35.500 | 73.082 | 56.552 | 99.315 | 99.315 | |||
| Bewegliches Ver- | |||||||||
| mögen |
Die Zuweisungen aus der Pauschale bewegliches Vermögen reichen nicht aus, um den Bedarf auch nur annähernd zu decken.
Kennzahlen
Besuche
| Produkt | Plan 2022 | Plan 2021 | Januar bis Juni 2021 | Hochrech- nung 2021 | Ist 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 263000 Musikschule | 50.000 | 50.000 | 0 * | 6.000 | 6.964 | ||||
| 273000 Kulturläden/So- | 499.675 | 499.675 | 471.203 | 114.654 | 318.922 | 204.024 | 204.024 | ||
| ziokultur. Stadtteilar- | |||||||||
| beit | |||||||||
| 273010 Sonderaufga- | 3.225 | 3.500 | 1.393 | 3.000 | 3.810 | ||||
| ben | |||||||||
| 353021 Integrations- | 1.855 | 2.730 | 0 | 410 | 238 | ||||
| und Menschenrechtsar- | |||||||||
| beit | |||||||||
| 367040 Kulturelle und | 109.092 | 141.317 | 3.351 | 37.035 | 6.342 | ||||
| politische | |||||||||
| Bildung | |||||||||
| Summe | 663.847 | 668.750 | 119.398 | 365.367 | 221.378 |
*wird erst am Jahresende erfasst
Termine
| Produkt | Plan 2022 | Plan 2021 | Januar bis Juni 2021 | Hochrech- nung 2021 | Ist 2020 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 263000 Musikschule | 330 | 330 | 0 * | 60 | 57 | |||||
| 273000 Kulturläden/So- | 21.233 | 15.680 | 15.680 | 3.654 | 10.024 | 11.480 | 11.480 | |||
| ziokultur. Stadtteilarbeit | ||||||||||
| 273010 Sonderaufgaben | 25 | 26 | 11 | 21 | 30 | |||||
| 353021 Integrations- | 32 | 32 | 32 | 5 | 21 | 13 | 13 | |||
| und Menschenrechtsar- | ||||||||||
| beit | ||||||||||
| 367040 Kulturelle und | 773 | 1.365 | 112 | 663 | 195 | |||||
| politische | ||||||||||
| Bildung | ||||||||||
| Summe | 22.393 | 17.433 | 3.782 | 10.789 | 11.775 |
*wird erst am Jahresende erfasst
Belegungen
| Produkt | Plan 2022 | Plan 2021 | Januar bis Juni 2021 | Hochrech- nung 2021 | Ist 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 263000 Musikschule | 6.700 | 6.800 | 6.163 | 6.213 | 5.534 |
Anlage zum Jahreskontrakt 2022 Amt für Kultur und Freizeit
KuKuQ/004/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten_Erläuterungen
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuKuQ/004/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der im Jahreskontrakt behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuKuQ/004/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 des KunstKulturQuartiers zu.
KunstKulturQuartier - Jahreskontrakt 2022
Mit der Gründung des KunstKulturQuartiers waren weitreichende Ziele verbunden:
Im Kulturausschuss am 4. Juni 2008 wurde beschlossen:
-
Vernetzung verschiedener Kultursparten (…)
-
Verbesserung der Angebotsstruktur durch Eröffnung der Fränkischen Galerie
-
Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen
-
- Bauabschnitt Künstlerhaus
Das Jahr 2022 wird weitere Meilensteine in der Verwirklichung dieser Ziele setzen. Die „Fränkische Galerie“ ist 2014 als „Kunstvilla“ eröffnet worden und verbessert auch im achten Jahr die Angebotsstruktur als ein städtisches Museum, das sich mit seinen Ausstellungen der Präsentation, Vermittlung und Erforschung der regionalen Kunstgeschichte widmet, erheblich. Die Veranstaltungs- und Ausstellungshäuser des KunstKulturQuartiers, also die Kunsthalle Nürnberg, das Kunsthaus, die Kunstvilla, das Filmhaus, die Tafelhalle und St. Katharina sowie die Kultur Info praktizieren lebendig und synergetisch die gesetzten Ziele „Vernetzung der Kultursparten“ und „Neue Formen der Zusammenarbeit“. Viele Veranstaltungen im Jahr 2021 und geplante im nächsten Jahr unterstreichen dies mit zahlreichen Produktionen mit Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szene, mit inklusiven und partizipativen Projekten, mit Kulturaktivistinnen und -aktivisten sowie Veranstaltern und im permanenten, diskursiven Austausch mit der Stadtgesellschaft. (Beispiele und konkrete Planungen siehe Anlage).
Im Jahr 2022 soll nun der sogenannte „3. Bauabschnitt“ des Künstlerhauses fertig gestellt werden. Nach der Behebung der Zerstörungen des Mittelbaus (1. Bauabschnitt) und der Errichtung des Glasanbaues (2. Bauabschnitt) wird das 1910 eröffnete und einst größte soziokulturelle Zentrum in Deutschland wieder ans Netz gehen und nach dann dreieinhalb jähriger Generalsanierung wiedereröffnet werden. Übergeordnetes Ziel wird sein, das Künstlerhaus der diversen Stadtgesellschaft „zurückzugeben“. Allen Nutzern und Vereinen, die in Interimsquartieren sehr eingeschränkt nur arbeiten können, allen Kulturaktivistinnen und Aktivisten, die Ermöglichungsräume suchen, allen Bürgerinnen und Bürgern der Region, die an der Teilhabe an Kultur interessiert sind, sich informieren oder ausprobieren wollen.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 252010 Kultur Information
Auf dem Weg zur Wiedereröffnung soll am südlichen Punkt des Hauses (Glasbau) in einem Transformationsprozess der K:OSK93 entstehen. Der Glasbau im Erdgeschoss wird gemeinsam mit der räumlich veränderten Kultur- und Jugend Information neue (sozio-) kulturelle Impulse am Eingang zur Altstadt setzen. Ergänzend dazu werden die digitalen Vermittlungsangebote vorangetrieben. Rechnung getragen wird diesem Prozess bereits 2021 u.a. mit der Weiterentwicklung der zoom:in Veranstaltungskalender-App. Am Eingang zur neuen und sukzessive zu erweiternden Fußgängerzone in der Königstraße will sich der K:OSK 93 als neuer „Dritter Ort“ etablieren. Ein Raum für Information über Kunst und Kultur, in dem Partizipation, Diskussion, Präsentation, temporäre Ateliers genauso stattfinden können, wie er als eine Experimentierfläche für Digitalität, Streaming-Örtlichkeit, aber auch Festival-Empfangszone dienen kann.
Die neue Freifläche steht für (sozio-) kulturelle Aktion und den aktiven Brückenschlag zwischen Anwohnern, Gästen der Stadt und Innenstadtnutzern bereit. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Initiativen, Vereinen und freien Künstlerinnen und Künstlern, aber auch den bereits fest im Künstlerhaus verorteten Werkstätten und Gruppen sollen Notwendigkeiten ausgelotet, gemeinsame Themen verortet und Projekte umgesetzt werden, die sowohl aus dem Künstlerhaus in die aktive Gestaltung der Altstadt/Fußgängerzone (Urban Art) wirken, wie auch die Wieder- Eröffnung des Kulturzentrums Künstlerhaus nachhaltig befördern.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 252020 Kunst und Ausstellungen
Für 2022 plant die Kunsthalle Nürnberg drei medial wie inhaltlich vielseitige Ausstellungen mit einem abwechslungsreichen, analogen wie digitalen museumspädagogischen Begleitprogramm. Noch bis Ende Januar 2022 wird die Betreuung der aktuellen Marianne-Defet Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani (geboren 1984 in Ahwaz/Iran) übernommen. Es folgen die Gruppenschauen „Something Between Us“ (18. Februar bis 8. Mai 2022) und „Geordnete Verhältnisse“ (4. Juni bis 28. August 2022) und eine Einzelausstellung der Bildwelten von Andreas Schulze (11. November 2022 bis 12. Februar 2023).
Auf die bis Ende Mai 2022 laufende Ausstellung in der Kunstvilla „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“, die in der Reihe der Präsentationen Nürnberger Künstlergruppen und –vereine steht, folgt die mit einem mehrjährigen Forschungsprojekt vorbereitete Ausstellung „Grauzonen – Nürnberger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“. Mit der Ausstellung „Naturstoff / Kunststoff“ untersucht die Kunstvilla die Verwendung von Naturund Kunststoffen in der Nürnberger Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Gebäude Peuntgasse 5 können Flächen ertüchtigt werden, die für die Aufbewahrung und Restaurierung der teils wertvollen Stiftungsobjekte geeignet sind.
Mit der Ausstellung „… immer viel Licht“ des Nürnberger/Fürther Lochkamerafotografen Günter Derleth präsentiert das Kunsthaus einen weiteren Künstler aus der Region, der international tätig ist (bis Mitte Februar 2022). In „Falling Apart“ werden vier internationale junge Positionen aus Deutschland vorgestellt. Zur Wiedereröffnung des Künstlerhauses plant das Kunsthaus mit der Diskurswerkstatt e.V. eine Schwerpunkt-Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Utopische Lebensträume“.
Themenschwerpunkt für das kommende Jahr – Produkt 261001 Kultur und Theater
2022 steht das Künstlerhaus im Zeichen der Wiederöffnung im Herbst 2022. Baufortschritt und Konzeption des dann generalsanierten Künstlerhauses soll in einer ausführlichen, separaten Vorlage vorgestellt werden.
Mit dem digitalen Kinosaal kino3 ist das Filmhaus Nürnberg als erste Streaming-Plattform eines kommunalen Kinos in Deutschland online gegangen und wurde dadurch ein Vorbild für die kommunale Kinolandschaft. Damit wird der digitale Kinoraum erweitert und nicht das reale Kino ersetzt. kino3 ist somit eine Ergänzung und Experimentierfeld zu den Kinosälen kino1 und kommkino. 2022 wird das Filmhaus u.a. das Filmfestival HEIMAT mit dem Bezirk Mittelfranken veranstalten und das Thema „Jüdisches Leben in Nürnberg und im Deutschen Film“ aufgreifen.
Die Tafelhalle wird im 35. Jahr nach der Eröffnung 1987 den in 2021 begonnenen Weg der nachhaltigen Fokussierung, Vernetzung und Öffnung fortführen. Auch die in der Pandemie entstandene „digitale Tafelhalle“ wird ihren Platz bekommen, um an den neuen Vermittlungskanälen und Talkformaten weiter zu experimentieren. Im Mittelpunkt stehen die Kooperationen mit den Protagonistinnen und Protagonisten der Freien Szene. Im Hinblick auf künstlerische Produktionen möchte die Tafelhalle in 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit arbeiten. Mit dem „re.festival“ soll 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit gearbeitet werden, das Festival „EveryBody“ widmet sich der Inklusion.
Pandemie und Finanzielle Ressourcen
Gerade eine von vergleichbar hohen Umsätzen durch Eintrittseinnahmen geprägte Dienststelle wie das KunstKulturQuartier haben die Lockdowns der vergangenen 20 Monate gehörig durcheinandergebracht. Von einem „auskömmlichen Budget“ zu sprechen, bedarf es erst der Erfahrungen des nächsten Jahres und Antworten auf Fragen wie: Wie wird sich das Besucherinnen-und Besucheraufkommen entwickeln? Unabhängig von der Ertragssituation führen die 10 % igen Einsparungsvorgaben im K1 zu Angebotseinschränkungen. So müssen die Öffnungszeiten in den Ausstellungshäusern eingekürzt werden, droht ein Schließmonat des Filmhauses und muss die Anzahl der Ko-Produktionen mit freien Gruppen Tanz und Theater reduziert werden.
Anlage zum Jahreskontrakt 2022 - KunstKulturQuartier
Rück- und Ausblick für das Produkt Kultur Information
Kultur Information – Digitalisierung und noch mehr Vermittlung im neuen K:OSK93
Noch bevor im Herbst 2022 die Wiedereröffnung des nördlichen Teils des Künstlerhauses vollzogen sein wird (3. Bauabschnitt), entsteht am südlichen Ende (Glasbau) in einem Transformationsprozess der K:OSK93. Getragen werden soll er u.a. durch das REACT-EU-Förderprogramm. Der Glasbau im Erdgeschoss wird gemeinsam mit der räumlich veränderten Kultur- und Jugend Information neue (sozio-)kulturelle Impulse am Eingang zur Altstadt setzen. Damit vollzieht die Kultur Information als wichtige Einrichtung der Stadt und für den Großraum nicht nur eine „analoge“ Veränderung, sondern geht weitere Schritte im Digitalen. Denn durch die Pandemie wurde der Trend zum „Online“ bei der Suche nach Informationen und Kauf von Waren nochmals massiv beschleunigt.
Rechnung getragen wird diesem Prozess bereits 2021 u.a. mit der Weiterentwicklung der zoom:in Veranstaltungskalender-App durch ihre Barrierefreiheit und zusätzliche Features. Die dazugehörige Datenbank, deren Ausgabeplattformen stetig weiterentwickelt werden, besitzt inzwischen einen festen Kundenstamm von 157 Nutzern/Institutionen. Waren es in den Anfangsmonaten 2021 nur noch 2000 eingetragene Termine pro Monat, steuert das mit der Aufgabe betraute KunstKulturQuartier mit bis zu 5000 neuen Terminen pro Monat zum Jahresende auf das alte Niveau zurück. Sie ist damit die potenteste Datenbank von Veranstaltungen im Großraum und Nordbayern. Sie könnte bei der Entwicklung eines sprachgesteuerten Ausgabemediums ein bedeutender Baustein für die Nürnbergerinnen und Nürnberger werden. Seit 2021 können auch für die Ausstellungshäuser Kunsthalle, Kunstvilla und Kunsthaus online Tickets gebucht und erworben werden.
Neben Beratung und Verkauf von Tickets soll ein neuer Shop zum Stöbern und Verweilen in der Kultur Information einladen. Von Ausstellungskatalogen, über Musik CDs und Film DVDs wird an exponierter Stelle lokale Kultur zum Anfassen und Mitnehmen geboten. Zentrum sind flexible Beratungsinseln, an denen Kultur lebendiger und kundinnenorientierter vermittelt werden kann. Bei Festivals und Großprojekten können die Beratungs- und Verkaufsflächen für lokale Partner erweitert werden. Ob Eigenrecherche, kompetente Beratung oder Self Service – den veränderten Bedürfnissen wird hier mit den verschiedensten Angeboten lebendig und offen Rechnung getragen und ein neuer Anziehungspunkt inmitten des Gesamtkonzeptes K:OSK93 geboten.
Am Eingang zur neuen und sukzessive zu erweiternden Fußgängerzone in der Königstraße will sich der K:OSK 93 als neuer Dritter Ort für Nürnberg etablieren. Ein Raum für kulturelle Orientierung, Mobil- Machung und physischer Kontaktpunkt für die Community des Innenstadtmanagements. Im K:OSK93 erfolgt die Vergabe von Frei- und Arbeitsflächen sowie Proberäumen, Information über Kunst und Kultur in der Altstadt und darüber hinaus: Bürgerbeteiligung, Partizipation, Diskussion, Präsentation, temporäre Ateliers, Experimentierfläche für Digitalität, Streaming-Örtlichkeit, aber auch Festival- Empfangszone.
Die neue Freifläche steht für (sozio-) kulturelle Aktion und den aktiven Brückenschlag zwischen Anwohnern, Gästen der Stadt und Innenstadtnutzern bereit. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, Initiativen, Vereinen und freien Künstlerinnen und Künstlern, aber auch den bereits fest im Künstlerhaus verorteten Werkstätten und Gruppen sollen Notwendigkeiten ausgelotet, gemeinsame Themen verortet und Projekte umgesetzt werden, die sowohl aus dem Künstlerhaus in die aktive
Gestaltung der Altstadt/Fußgängerzone (Urban Art) wirken, wie auch die Wieder- Eröffnung des Kulturzentrums Künstlerhaus nachhaltig befördern.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kunst und Ausstellungen
Kunsthalle Nürnberg – Kunstvilla – Kunsthaus
Kunsthalle Nürnberg
Die Kunsthalle Nürnberg konnte am 1. Juni 2021 den Betrieb mit der Ausstellung „Barbara Probst. Streets, Fashion, Nudes, Still Lifes“ wiederaufnehmen. Die Medien- und Besuchendenresonanz war ausgesprochen positiv. Der begleitende Katalog wurde von der Stiftung Buchkunst auf die Longlist aufgenommen und gehört damit zu den 60 schönsten Kunstbüchern 2021. Mit der Ausstellung „In Situ? Über Kunst im öffentlichen Raum?“ (bis 23. Januar 2022) thematisiert die Kunsthalle Nürnberg das 50jährige Jubiläum des „Symposion Urbanum Nürnberg 71“ und schlägt mit 26 Beispielen der Kunst im öffentlichen Raum zugleich den Bogen in die Gegenwart. Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Symposion Urbanum Nürnberg“, das vom Planungs- und Baureferat unterstützt und in Kooperation mit dem Neuen Museum Nürnberg entwickelt wurde. Das Projekt wurde u. a. von der internationalen Tagung „Public Art: Das Recht auf Erinnern und die Realität der Städte“ begleitet.
Für 2022 plant die Kunsthalle Nürnberg drei medial wie inhaltlich vielseitige Ausstellungen mit einem abwechslungsreichen, analogen wie digitalen museumspädagogischen Begleitprogramm. Noch bis Ende Januar 2022 wird die Betreuung der aktuellen Marianne-Defet Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani (geboren 1984 in Ahwaz/Iran) übernommen. Im September/Oktober 2022 wird die Kunsthalle Nürnberg geschlossen sein, um letzte Baumängel zu beheben, die nach der energetischen Dachsanierung verblieben sind.
Something Between Us (18. Februar bis 8. Mai 2022)
Der Mensch ist ein gesellschaftliches Wesen, das zwischenmenschliche Verbindungen eingeht, weil ihm Gemeinschaft ein existenzielles Bedürfnis ist. Die internationale Gruppenausstellung „Something Between Us“, eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Nürnberg und der Düsseldorfer Kunstinstitution KAI 10 ǀ ARTHENA FOUNDATION, bringt Aspekte des Zwischenmenschlichen in vielschichtige Korrespondenzen. Die bereits 2018/19 konzipierte und nun für die Präsentation in Nürnberg modifizierte Ausstellung besitzt eine ungeahnte Aktualität durch die Corona-Pandemie, die uns heute aus einem veränderten Blickwinkel auf die Thesen der Ausstellung blicken lässt.
Geordnete Verhältnisse (4. Juni bis 28. August 2022)
Die Gruppenausstellung präsentiert künstlerische Positionen, die sich selbst strenge Ordnungssysteme auferlegen bzw. bestehende naturwissenschaftliche, gesellschaftliche, philosophische oder auch ökonomische Welterklärungsmodelle in ihren Arbeiten reflektieren. Die Ausstellung wird u. a. Werke der Marianne-Defet-Malerei-Stipendiatin Toulu Hassani zeigen. Die Künstlerin beschäftigt sich in aktuellen Gemälden mit Sternenhimmelbildern und abstrahierten grafischen Darstellungen von Sternspektren, die Bezug nehmen auf eine Pionierarbeit amerikanischer Astronominnen des 19. Jahrhunderts am Harvard College Observatory.
Andreas Schulze (11. November 2022 bis 12. Februar 2023)
Amorphe Röhren, wulstige Objekte, Lichtpunkte, nebelige Flächen und wellenförmige Objekte formieren sich in den Bildwelten von Andreas Schulze zu surreal anmutenden Landschaften und Interieurs. Seine Malerei ist jedoch nicht auf einen zweidimensionalen Bildträger beschränkt: Seit Mitte der 1980er-Jahre wird sie immer wieder auch volumenhaft, dehnt sich aus und greift in die dritte Dimension. Es entstehen malerisch-plastische Environments, und aus einem komplexen Zusammenspiel von Gemälden, Wand- und Bodenarbeiten, Mobiliar und Objekten ergeben sich eigentümlich-skurrile Wohnwelten und ein bildnerischer Mikrokosmos, der hintersinnigen Humor mit Abgründigkeit verbindet.
Kunstvilla
Das Ausstellungsprogramm der Kunstvilla stand ab Mai 2021 zunächst im Zeichen der figürlichen Malerei und Plastik. Neben der neu eingerichteten Dauerausstellung zum Thema wurden mit einer großangelegten Sonderausstellung Wilhelm Uhlig (geboren 1930) und mit Leo Smigay (1900 – 1970) im Jubiläumsraum zwei bedeutende Nürnberger Bildhauer vorgestellt. Seit Oktober 2021 zeigt die Ausstellung „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“ Künstlerkunst aus dem als Verein agierenden Nürnberger Bernsteinzimmer: insgesamt über 200 Werke von 53 Künstlerinnen und Künstlern. Im Rahmen des Jubiläumsjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wurde eine Ausstellung zur Erbauerfamilie der Kunstvilla, der Nürnberger Hopfenhändler- und Bankiersfamilie Hopf, eingerichtet, in der die vom Verein Geschichte für Alle konzipierte Stadtteilführungen durch die Marienvorstadt enden. Im Bereich Sammlung wurde die Inventarisierungssoftware Museumplus auf eine webbasierte Version umgestellt und weiterhin konzeptionell an der Onlinestellung ausgewählter Sammlungswerke gearbeitet. Ein weiteres Großprojekt stellte die Inventur dar, für die die meisten der seit 2011 zugegangenen Stiftungen neu in der Anlagenbuchhaltung erfasst und zugleich bewertet werden mussten. Daneben wurden zahlreiche Stiftungs- und Sammlungsanfragen bearbeitet, die aufgrund der angespannten Depotsituation seit geraumer Zeit nur äußerst restriktiv behandelt werden können. Mit dem Tod des Stifterehepaars Madi und Peter Schmid ging der Kunstvilla eine bedeutende Sammlung zeitgenössischer regionaler Kunst zu. Innerhalb des Leihverkehrs wurden 2021 vor allem Werke von Dore Meyer-Vax (1908 – 1980) an das Weiße Schloss in Heroldsberg für die Ausstellung „Generationen künstlerischen Schaffens“ verliehen. Vom Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg übernahm das Nürnberger Museum Industriekultur die Ausstellung „Tempo, Tempo – Bayern in den 20ern“, in die zwei Werke aus dem Bestand der Kunstvilla integriert sind.
Auf die bis Ende Mai 2022 laufende Ausstellung „Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!“, die in der Reihe der Präsentationen Nürnberger Künstlergruppen und –vereine steht, folgt die mit einem mehrjährigen Forschungsprojekt vorbereitete Ausstellung „Grauzonen – Nürnberger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus“, die eine Auswahl Nürnberger Künstlerinnen und Künstler zwischen Repression und Anpassung in der Zeit des Dritten Reichs vorstellt und damit längerfristig auch die bislang bestehende Lücke in der Dauerausstellung schließen soll.
Mit der Ausstellung „Naturstoff / Kunststoff“ greift die Kunstvilla ab Herbst 2022 ein aktuelles Thema auf: der Verbrauch an Plastik und vor allem der daraus entstehende Müll bedroht unsere Ökosysteme
und ist dadurch in Verruf geraten, jedoch stellt Kunststoff in seinen verschiedenen Formen seit dem 20. Jahrhundert ein bedeutendes Material zeitgenössischer Kunst dar. Die Ausstellung untersucht die Verwendung von Natur- und Kunststoffen in der Nürnberger Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Bereich Sammlung ist für 2022 die Onlinestellung von Sammlungswerken auf der Homepage geplant und soll außerdem die Bereinigung der Daten in Museumplus sowie die Revision, d.h. der Datenabgleich mit KuM, abgeschlossen werden. Des Weiteren werden im Gebäude Peuntgasse 5 Flächen ertüchtigt, die für die Aufbewahrung und Restaurierung der teils wertvollen Stiftungsobjekte geeignet sind.
Kunsthaus
Das Kunsthaus hat die Kooperation mit dem langjährigen Partner, der Künstlergruppe Diskurswerkstatt e.V., mit der Filmreihe „Abstand – Künstler*innen während der Coronakrise“ fortgesetzt. Am Anfang des Jahres startete die Einrichtung mit einer Ausstellung des international renommierten Fotografen Albrecht Fuchs. Album. 1989 bis 2020. Diese Ausstellung war erneut eine Kooperation mit dem Museum für Photographie in Braunschweig und konnte im Anschluss noch an das Leopold-Hoesch-Museum in Düren vermittelt werden. Leider musste die Ausstellung in Nürnberg geschlossen bleiben. Planungen, Aufbauten und Kosten liefen hier komplett ins Leere. Öffentlich und nachhaltig „zugänglich“ wurde die Ausstellung durch einen eigens produzierten Dokumentarfilm, inklusive eines Interviews mit dem Künstler sowie einer rudimentären Schau der Ausstellung im Schaufenster im Glasbau (K:OSK93). Mit dem ersten „Fotofestival Nürnberg 2021 – facing reality“ konnte sich das Kunsthaus als Hauptausstellungsort und Premiumpartner der Fotoszene Nürnberg als Veranstalter erfolgreich als wichtigster Kooperationspartner präsentieren. Digitale Eröffnung und Hybridveranstaltungen, wie Führungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen zum Festival wären ohne das Netzwerk KunstKulturQuartier mit Künstlerhaus, Filmhaus, St. Katharina nicht auf so hohem professionellen Niveau möglich gewesen und haben das Festival damit in der Kunst- und Fotoszene der gesamten Bundesrepublik mit einem Mal verankern können. Der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten war auch in seiner 29. Ausgabe ein großer Publikumserfolg und feiert 2022 30.Jähriges.
Mit der Ausstellung „… immer viel Licht“ des Nürnberger/Fürther Lochkamerafotografen Günter Derleth präsentiert das Kunsthaus einen weiteren Künstler aus der Region, der international tätig ist. Es ist die bislang umfangreichste Retrospektive und Einzelschau des Künstlers (bis Mitte Februar 2022).
Mit der raumbezogenen Ausstellung „Falling Apart“ präsentiert das Kunsthaus in 2022 vier international junge Positionen aus Deutschland. Tobias Buckel (Nürnberg), Heike Gallmeier, Sinta Werner, Gloria Zein (alle Berlin) konzipieren eine Ausstellung für die vier Räume und beschäftigen sich thematisch mit „Bedeutungsverschiebungen und Illusionen“, mit der Komplexität der Welt vs. einfacher Lösungen. Die Schau mit Startpunkt Nürnberg ist vernetzt mit der internationalen jungen Kunstszene in Berlin. Zur Wiedereröffnung des Künstlerhauses plant das Kunsthaus mit der Diskurswerkstatt e.V. eine Schwerpunkt-Ausstellung mit dem Arbeitstitel Utopische Lebensträume, die zur Geschichte des Künstlerhauses und dessen kulturhistorischer Wirkung Position beziehen wird.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kultur und Theater
Künstlerhaus – Filmhaus – Tafelhalle – St. Katharina – Internationales
figuren.theater.festival
Künstlerhaus
Im Künstlerhaus, respektive im bespielbaren Teil des Künstlerhauses, konnte das Jahr 2021 erfolgreich genutzt werden, um das Angebot im Bereich digitaler und hybrider Kulturangebote voranzutreiben. Dabei entstanden neue Festival-Formate (z.B. in Kooperation mit kino3, der Tafelhalle, dem Kunsthaus: body on (queer-feministisch); Sing In Gala; Fotofestivals mit Fotoszene Nürnberg, Inklusives Tanzfestival EVERYBODY, Nürnberg Pop sowie die Aufbereitung von Hausgeschichte (Massenverhaftungen 1981), aber auch aktuelle Berichterstattung vom Geschehen auf der Baustelle oder zu den hausverbundenen Künstlerinnen und Künstlern unter Corona-Bedingungen. Auch in den Werkstätten, die zum Teil sehr lange Zeit geschlossen bleiben mussten, gab es Digital-Beratung (Fahrrad-/Computerwerkstatt). Die Computergruppe entwickelte ein eigenes Podcast-Format. Der Musikverein übernahm trotz schwieriger Ausgangslage für Gastronomen in Corona-Zeiten das Filmhauscafé. Im K:OSK93 (siehe Produkt Kultur Information) fanden erste Aktionen statt u.a. das anschließend durch mehrere Städte tourende Format „KünstlerNotgeld“, wurde eine neue Heimat für die Vitrine der Akademie der Bildenden Künste gefunden oder Kooperationen mit Kollektiven wie (KNICKTICK, Heizhaus) und weiteren städtischen und freien Partnern (Leonardo, Citywerksatt) eingegangen.
2022 steht im Zeichen der Wiederöffnung nach Vollendung des Dritten und letzten Bauabschnittes des vor über 100 Jahren erbauten Künstlerhauses. Geplanter Eröffnungszeitraum: Herbst 2022. Baufortschritt und Konzeption des neuen Künstlerhauses soll in einer ausführlichen, separaten Vorlage vorgestellt und diskutiert werden. Übergeordnetes Ziel wird sein, das Künstlerhaus generalsaniert der diversen Stadtgesellschaft „zurückzugeben“. Allen Nutzern und Vereinen, die in Interimsquartieren sehr eingeschränkt nur arbeiten können, allen Kulturaktivistinnen und Aktivisten, die Ermöglichungsräume suchen, allen Bürgerinnen und Bürgern der Region, die an der Teilhabe an Kultur interessiert sind, sich informieren oder ausprobieren wollen.
Filmhaus
Am 28. Mai 2020 ist der digitale Kinosaal kino3 des Filmhaus Nürnberg als erste Streaming-Plattform eines kommunalen Kinos in Deutschland online gegangen und wurde dadurch ein Vorbild für die kommunalen Kinolandschaft. Schon vor der Pandemie suchte das Filmhaus Nürnberg nach Möglichkeiten den internationalen Steamingdiensten mit einem eigenen digitalen Kinoraum zu antworten, Der digitale Kinoraum soll erweitern und nicht das reale Kino ersetzen. Seitdem wurden im kino3 knapp 200 Kurz- und Langfilme, Einführungen und Diskussionen, Filmgespräche, Theater- und Performanceinszenierungen gezeigt und eine Vielzahl von Festivals und Sonderveranstaltungen gehostet: Vom Bundeskongress der kommunalen Kinos, über Lateinamerika- und Frauenfilmtage, bis zu den Festivals FrauenFilmtage, body on, Fotofestival facing reality – und dem internationalen figuren.theater.festival. Das kino3 freut sich über 12.000 Kinogängern und über 400.000 gestreamten Minuten. Mittlerweile sind in der daraus entstandenen Plattform Cinemalovers über 40 Kinos in ganz Deutschland angeschlossen. Das Filmhaus blickt zurück auf ein unfassbar großartiges und gelungenes
kino3-Experiment, dass sich die vergangenen 18 Monaten mehr als bewiesen hat. Das Filmhaus fühlt sich darin bestärkt, kino3 als Ergänzung und Experimentierfeld zu seinen physischen Kinosälen kino1 und kommkino zu sehen und damit die digitale mit der realen Kinomagie weiter zu verbinden. Es bekam zudem den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis und den Kinopreis der Kinematheken, die höchste Auszeichnung, die kommunale Kinos in Deutschland erreichen können. Das Filmhaus Nürnberg ist damit das Kino, das diesen Preis bislang am häufigsten in ganz Deutschland erhielt.
2022 werden die Film- und Kinoexperten des engagierten Kinos seit der Nachkriegszeit bis heute, die Mitbegründer und Gestalter des Internationalen Forums der Berlinale, die Herrscher über eines der umfangreichsten und anerkanntesten internationalen Filmarchive, Erika und Ulrich Gregor, endlich wieder real unser Kinojahr eröffnen. Folgen wird das Filmfestival HEIMAT, dass das Filmhaus mit dem Bezirk Mittelfranken organisiert, diesmal zum Thema „Jüdisches Leben in Nürnberg und im Deutschen Film“. Weitere Projekte mit unseren Kooperationspartnern (u.a. Lateinamerikafilmtage, Frauenfilmtag, das Filmfestival Türkei/Deutschland, der Stummfilmmusiktag) werden folgen. Die eigenen, kuratierten monatlichen Schwerpunkte, Erstaufführungen und Sonderveranstaltungen und Festivals, das eigene Kinderkino mit samt seinem ausgezeichneten Festival Little Big Films und dem Minifilmclub, die Schulkinoreihen und die Kurzfilmabende mit Matthias Egersdörfer komplettieren das Programm.
Tafelhalle/ St. Katharina/ Internationales figuren.theater.festival
Tafelhalle
Die Tafelhalle wird im 35. Jahr nach der Eröffnung 1987 den in 2021 begonnenen Weg der nachhaltigen Fokussierung, Vernetzung und Öffnung fortführen.
2021 konnte sich eine digitale Tafelhalle entwickeln, in der neue Vermittlungskanäle, Netzwerkarbeit und Talkformate erprobt, der Kontakt zum Stammpublikum gehalten werden und Projekte mit Kooperationspartnern und Protagonistinnen und Protagonisten der Freien Szene verlässlich, teilweise überraschend anders und neu realisiert wurden.
Diese Erfahrungen sollen nicht umsonst gewesen sein und digitale Arbeitsweisen, Formate und Hybride weiterhin ihren Platz bekommen. Aber nicht nur auf digitaler Ebene gilt es, aus Erkenntnissen der Krisenzeit zu lernen. Die vergangenen anderthalb Jahre haben deutlich gezeigt, dass ein Zurück zum Status quo ante nicht erstrebenswert ist, vor allem im Hinblick auf überholten Strukturen und Abläufe in künstlerischer Produktion und konstanter Publikumsüberforderung – Publikum übrigens, das in summa kaum anwächst. Die einzig logische Konsequenz: Weniger ist mehr! Um dauerhaft Qualität zu sichern, bedarf es künftig mehr Fokus, mehr Raum und Zeit. Im Hinblick auf künstlerische Produktionen möchte die Tafelhalle in 2022 intensiv an Formen kreativer Nachhaltigkeit arbeiten. Mit dem re.festival wird deshalb im Herbst ein neues Festival ins Leben gerufen, das eben diese Thematik ins Zentrum rückt und sich mit Wiederaufnahme und Improvisation als künstlerisch nachhaltigen Formaten bayernweit auseinandersetzt.
Mit der Impulsförderung, die 2021 Eva Borrmann für „Kitsch und Kunst“ zuerkannt wurde, ist ein weiterer inhaltlich nachhaltiger Schwerpunkt in Produktion und Vermittlung gesetzt.
Um das Publikum künftig intensiver an das Haus zu binden, wird es ab 2022 eine Akademie des Zuschauens (Arbeitstitel) geben, die interessierten Besucherinnen- und Besuchergruppen in verschiedenen Workshops künstlerische Arbeitsweisen begreifbar und alternative Verstehens-
Methoden zugänglich machen möchte. Partizipation wird hier nicht im Sinne einer eigenen künstlerischen Betätigung verstanden, sondern gerade in der Wiederentdeckung der eigenen, wichtigen Rolle als Zuschauerin und Zuschauer.
Spricht man über Nachhaltigkeit bedarf es unweigerlich auch einer Öffnung für andere Publikumsschichten, die die Kulturerlebnisse auf vielfältigere Weise teilen. Über die bereits in 2021 begonnene Reihe INS BLAUE! – die Musik-Tanz-Theater-Sneak (in Kooperation mit dem Masterstudiengang Theater-Forschung-Vermittlung der FAU), die in 2022 weitergeführt wird, sollen neue, jüngere Publikumsschichten angesprochen werden, ebenso über die vermehrte Zusammenarbeit mit den in Nürnberg ansässigen Hochschulen.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Publikumsentwicklung ist Inklusion. Hier wird es in der Tafelhalle in 2022 verschiedene Ansatzpunkte geben, vom vermehrten Einführen von Audiodeskription, Übertitelung/Gebärdenverdolmetschung, über evtl. Gastspieleinladungen bis hin zu neuen Produktionen im Amateur- und Profibereich unter dem Dach von EveryBody e.V.
Um alle Nachhaltigkeitsbestrebungen abzurunden, gilt es in 2022 außerdem den Stamm von Abonnenten des „Hausorchesters“ ensemble KONTRASTE und regelmäßige Zuschauerinnen und Zuschauer der Jazz-Konzerte und Kabarettveranstaltungen zu halten. Bestehende Reihen werden fortgeführt, ebenso mit zwei Vorstellungen für junges Publikum eine Verbindung zu Schulen aufrechterhalten und ausgebaut.
St. Katharina
Aufgrund der personalintensiven Eröffnungsvorbereitungen im Künstlerhaus wird es in der Katharinenruine 2022 zwar nur ein reduziertes, aber dennoch gewohnt vielseitiges Veranstaltungsangebot geben.
In den Pandemie-Sommern 2020 und 2021 wurde die Open-Air-Spielstätte zum beliebten Veranstaltungsort, der vielen Künstlerinnen und Künstlern aus sämtlichen Sparten Auftrittsmöglichkeiten bot. Mit ca. 60 Veranstaltungen bis in den Herbst hinein wurde die eigentliche Veranstaltungskapazität für den guten Zweck in diesen Jahren weit überschritten.
In 2022 muss die Veranstaltungszahl reduziert werden, gleichzeitig aber das Kerngeschäft erhalten bleiben. In Planung ist ein leicht verkürztes st. katharina open air, die Beteiligung an Blauer Nacht und Bardentreffen, sowie gezielte Einzelkonzerte und Kooperationen (z.B. Deutsches Sängerfest). Mit „Die Welt danach“ von co>labs wird im März 2022 ein einmaliges spartenübergreifendes Happening zu erleben sein, das spielerisch-partizipativ die Erfahrungen aus der Coronazeit im virensicheren Außenraum bespiegeln und den öffentlichen Raum zurückerobern wird. Ein Pilotprojekt für eine zukünftig stetig geplante Intervention der darstellenden Kunst am Spielort.
Internationales figuren.theater.festival
Das 22. internationale figuren.theater.festival fand im Mai ausschließlich kontaktlos und digital statt, verbunden mit dem Versprechen, möglichst alle ursprünglich für den Festivalzeitraum geplanten performativen Sonderprojekte, Installationen, Eins-zu-Eins Begegnungen und Aktionen im öffentlichen Raum im Laufe des Jahres nachholen zu wollen. Von Juli bis Oktober wurden in Nürnberg, Fürth und Erlangen das Gros der Produktionen verwirklicht. Fast alle Produktionen waren kostenlos oder aufgrund von geringen Platzkapazitäten und vielen Eins-zu-Eins Begegnungen von weitaus weniger
Besuchende vor Ort zu erleben. Eine zu Pandemie Zeiten sinnvolle Ergänzung, die vom Publikum auch angenommen wurde, waren live streams und auch interaktive, digutale Formate, an denen auch internationales (Fach-) Publikum rege teilnahm. Die nächste Ausgabe, dann hoffentlich als haptisch greifbares Theatererlebnis, findet vom 12. – 21. Mai 2023 statt.
KunstKulturQuartier
Finanzen, Personal, Kennzahlen
Finanzen KunstKulturQuartier
Das KunstKulturQuartier beendete das HH-Jahr 2020 im K1 mit einem positiven Budgetergebnis i. H. v. 243.258 Euro. Ursächlich hierfür waren überwiegend Einsparungen auf Grund der Covid-19 bedingten Schließzeiten (Lockdown). Im K2 war ein Defizit der Normkosten in Höhe von 14.458 € und ein Überschuss mit Ist-Kosten in Höhe von 19.889 € festzustellen Wegen der bereits im Jahr 2021 zu erwartenden hohen finanziellen Belastungen für den Gesamthaushalt aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Budgetregelungen für den Übertrag von Budgetresten aus dem Jahr 2020 auf das Jahr 2021 befristet außer Kraft gesetzt. Ein Übertrag ist nur für zweckgebundene Ansätze möglich. Somit können einige Zielsetzungen im investiven Bereich nicht erreicht werden.
Nach dem derzeitigen Planungs- und Kenntnisstand wird die Dienststelle das Haushaltsjahr 2021 im Rahmen der Ermächtigung abschließen können.
Personal- und Finanzsituation
| 2022* | 2021 | 2020 | 2019 | |
|---|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 54,39 | 54,39 | 54,89 | 52,93 |
| Istvollkraftstellen Gesamt | --- | 51,12 | 52,30 | 52,06 |
Stand:08.10.2021 *Sollkraftstellen 2022 voraussichtlicher Wert
In den Haushaltsjahren 2019 und 2020 wurden zahlreiche Stellen nachbesetzt, so dass im Jahr 2021 nur wenige Stellenbesetzungen notwendig wurden und derzeit alle Stellen besetzt sind.
Finanzdaten konsumtiv
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | - 1.044.087,24 | - 1.082.904,00 | -326.287,62 | -568.066 |
| K1 Aufwendungen | 2.283.641,65 | 2.342.955,10 | 618.046,94 | 1.689.372 |
| K1 Sachbudget | 1.239.554,41 | 1.260.051,10 | 291.759,32 | 1.121.306 |
Zum Stichtag (31.7.2021) liegen die bisherigen K1 Erträge i. H. v. -326.287,62 Euro deutlich unter der anteiligen Ermächtigung i. H. v. -631.658 Euro. Dies beruht insbesondere auf den
coronabedingten Schließzeiten und den daraus resultierenden verringerten Einnahmen aus Eintrittsgeldern. Mit den bisherigen Aufwendungen i. H. v. 618.046,94 Euro wurde die anteilige Ermächtigung i. H. v. 1.364.173 Euro nicht ausgeschöpft. Ursächlich hierfür sind ebenfalls die Covid-19 bedingten Lockdowns, die in manchen Bereichen wie z.B. Bewachung oder nicht stattgefundener Veranstaltungen zu Einsparungen bei den Aufwendungen führten.
Das bisherige K1 Sachbudget liegt zum Stichtag saldiert bei 291.759,32 Euro und somit um 440.755,68 Euro unter der anteiligen Ermächtigung (732.515 Euro).
Nach Wertung aller Tatsachen kommt das KunstKulturQuartier zur Einschätzung, dass das HH- Jahr 2021 innerhalb des auskömmlichen Budgets abgeschlossen wird, sofern keine ungeplanten erheblichen Kosten auf die Dienststelle zukommen. Der bisherige durch den Lockdown bedingte Einsparbetrag wird jedoch zur Kostendeckung im 2. Halbjahr benötigt, da wegen der Covid-19 Hygienemaßnahmen nur ein eingeschränkter Spielbetrieb mit geringeren Einnahmen bei annähernd gleichen Kosten möglich ist.
Die geringeren Ansätze bei den Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich überwiegend durch die erfolgte Änderung der Planansätze der querbewirtschafteten K1- Sachkonten in Höhe von 32.467 Euro. Bei dem geringeren Ansatz der Erträge wurde vor allem das nur zweijährig stattfindende Figurentheater berücksichtigt.
Finanzdaten investiv (I1)
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermögen | 20.000 | 40.400,- | 23.567 | 89.327 |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | ||||
| I1 Auszahlungen | 38.438 | 89.327 |
Der Überzug im Bereich I1 ist mit der IT-Maßnahme der Umstellung von Museum Plus zu begründen. Diese Kosten belasten zwar den Bereich Immaterielles Vermögen, werden jedoch nach Abschluss der Maßnahme erstattet.
Ziele und Kennzahlen
Besonders bei den Besucherzahlen und der Höhe der Verkaufsprovisionen der Kultur Information sieht man die drastischen Auswirkungen der Lockdowns sowie des nur eingeschränkten Spielbetriebs. Während des Lockdowns fanden keine Veranstaltungen statt. Auch während des restlichen Jahres wurden alle Großveranstaltungen abgesagt bzw. konnten stattfindende Vorstellungen wegen Hygienemaßnahmen teils nur 20% der ursprünglichen Besucher Einlass gewährt werden. Zahlreiche Veranstaltungen fanden deshalb in Folge aus
wirtschaftlichen Gründen gar nicht erst statt, so dass auch bedeutend weniger Tickets über die Kultur Information verkauft werden konnten.
Die Auswirkungen von Covid-19 sind jedoch in allen Produktbereichen sichtbar.
| Ziele (neu) | Einheit | IST 01- 07 | Plan | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 2021 | ||||||
| Kultur Information | konstante Anzahl der Kundenkontakte | Anzahl | 6.039,00 | 32.000,00 | |||
| Kultur Information | konstante Höhe der Verkaufsprovisionen | Euro | -9.590,00 | -76.000,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Anzahl der Besucherzahlen | Anzahl | 4.040,00 | 39.200,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Anzahl der begleitenden Veranstaltungen | Anzahl | 63,00 | 315,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Medienressonanz (digital) | Anzahl | 50.978,00 | 115.000,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstante Medienressonanz (print) | Anzahl | 115,00 | 406,00 | |||
| Kunst und Ausstellungen | konstanter Sammlungsbestand Kunstvilla | Anzahl | 69,00 | 50,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Anzahl der Besucher | Anzahl | 25.102,00 | 149.788,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Anzahl der Veranstaltungen | Anzahl | 937,00 | 2.968,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Medienressonanz (digital) | Anzahl | 216.307,00 | 1.185.012,00 | |||
| Kultur und Theater (KuKuQ) | konstante Medienressonanz (print) | Anzahl | 138,00 | 530,00 |
Aktueller Stand mit vertiefenden Erläuterungen
Produkt 252010 Kultur Information
2020 konnte das Produkt Kultur Information keinen Überschuss erwirtschaften und das Wirtschaftsjahr endete mit einem Defizit i. H. v. 82.098,37 Euro im K1. Aufgrund der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns, des Verbots von Großveranstaltungen sowie der Beschränkungen durch die notwendigen Hygienemaßnahmen wurden deutlich weniger Tickets über die stadteigenen Systeme verkauft. Somit sanken die Einnahmen durch Vorverkaufs- und Systemgebühren.
Das K1-Budget für das Produkt Kultur Information liegt zum jetzigen Zeitpunkt (Jan – Sept 2021) mit einem Ergebnis von -133.928 € um -92.394 € über der anteilig zu erbringenden Ermächtigung (Ertragswert: € -41.534 €). Ursächlich für das gute Ergebnis sind die Zahlungseingänge für die Fixkostenhilfe für November und Dezember 2020 in einer Gesamthöhe von 143.592 €. Rechnet man diese Hilfen jedoch heraus, dann ergäbe sich ein derzeitiges Defizit in Höhe von 51.198 € (Zeitraum bis
September 2021). Bei Einbeziehung der Fixkostenhilfe wird ein positives Ergebnis in Höhe von -127.487 € zum Jahresende erwartet. Die Kultur Information erwirtschaftet bedingt durch die Covid-19 Pandemie, des damit verbundenen Lockdown sowie des dadurch stark reduzierten Angebotes an Veranstaltungen deutlich weniger Umsätze mit dem Verkauf von Veranstaltungstickets. Sobald wieder eine größere Anzahl von Veranstaltungen möglich ist, wird eine Verbesserung des Ergebnisses erwartet. Die Kultur Information erzielte in der Vergangenheit, mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020, immer einen positiven Deckungsbeitrag. Zur Kostenreduktion und aufgrund des geringeren Kundenaufkommens werden derzeit freiwerdende Stellen in der Kultur Information nicht nachbesetzt.
Produkt 252020 Kunst und Ausstellungen
Das Produkt Kunst- und Ausstelllungen schloss 2020 mit einem Überschuss i. H. v. 154.150,66 Euro im K1 ab. Das im Rahmen der Ermächtigung zur Verfügung stehende Budget wurde aufgrund der Lockdown bedingten Schließungen der Kunsthalle nicht vollständig ausgeschöpft. Die Einsparungen wurden überwiegend im Bereich der Bewachung erzielt.
Die K1-Erträge liegen im Zeitraum Jan – Sept 2021 in Höhe von -49.475 Euro um 48.025 Euro unter dem anteiligen Planansatz (-97.500 €). Dieses Ergebnis ist erklärbar aufgrund der Covid-19 Pandemie und des damit verbundenen Lockdown sowie entsprechend geringerer Besucherzahlen. Die K1- Aufwendungen liegen mit einem Wert von 319.661 € um 302.189 € unter der anteiligen Ermächtigung (621.850 €). Die hohe Abweichung gegenüber dem Planwert ergibt sich überwiegend auf Grund der Schließzeiten während des Lockdowns. Laut aktueller Prognose wird das Produkt im Teilbudget K1 für das HH-Jahr 2021 im Rahmen der Ermächtigung abschließen und ist deshalb als unkritisch einzustufen.
Im Bereich K3 wurde für das Jahr 2020 der zur Verfügung stehende Betrag für die Atelierförderung in Höhe von 27.900 € mit 27.299,79 € ausgeschöpft. Für das Jahr 2021 wird der zur Verfügung stehende Betrag in Höhe von 27.900 € nach derzeitigem Kenntnisstand ebenso ausgeschöpft werden.
Produkt 261001 Kultur und Theater
Das Produkt Kultur und Theater hat das HH-Jahr 2020 mit einem K1-Überschuss in Höhe von 162.709,54 Euro abgeschlossen. Ursächlich hierfür waren Einsparungen auf Grund der Covid-19 bedingten Lockdowns.
Das K1-Budget für das Produkt Kultur und Theater liegt zum Betrachtungszeitraum (Januar bis September 2021) mit einem Wert von 333.738 € um 125.565 € unter der anteiligen Ermächtigung 459.304 €. Das Ergebnis ist jedoch nicht zu halten, da der laufende Betrieb wiederaufgenommen wurde. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung sind die durch die Covid-19 Maßnahmen bedingten massiven Einnahmenausfälle nicht zu kompensieren. Laut Hochrechnung wird ein Ergebnis in Höhe von 625.438 € erreicht, welches über der Ermächtigung in Höhe von 610.551 € liegt. Trotz geringerer Aufwendungen während des Lockdowns wird deshalb ein geringes Defizit in Höhe von 14.886 € im K1- Budget erwartet.
Im Bereich K3 wurde für das Jahr 2020 der zur Verfügung stehende Betrag für die Zuwendungen für die Förderung von Gruppen in Höhe von 605.200 € voll ausbezahlt. Für das Jahr 2021 wird der zur Verfügung stehende Betrag in Höhe von 605.200 € nach derzeitigem Kenntnisstand ebenso ausgeschöpft werden. Derzeit (Stand 8.10.2021) wurden bereits 542.965 € ausbezahlt.
Finanzen investiver Ansatz/bewegliches Vermögen
Die Ermächtigung für das I1-Budget 2020 betrug 31.000 €. Aufgrund notwendiger Beschaffungen wurde das I1 Budget um 10.680 € überzogen. Gründe für den Überzug des Budgets waren größere und nicht geplante Anschaffungen. Hierzu zählen u.a. 3 TSE-Boxen, die steuerrechtlich verpflichtend für die Kassensysteme der Kunsthalle, der Kunstvilla und des Kunsthauses angeschafft werden mussten (Preis: 5.588,88 €) sowie Aufwendungen für Husten-/Spuckschutz-Trennwände bedingt durch die Covid-19 Hygienemaßnahmen (1.023,40 Kunsthalle) sowie 685,44 Kosten für die Datenmigration der Beckerbillett-Kassen wegen der Migration auf Windows 10.
Für das HH-Jahr 2021 stehen insgesamt nur 27.900 Euro, bzw. in 2022 nur 20.000 Euro an investiven Mitteln zur Verfügung. Dies wird dazu führen wird, dass notwendige Investitionen verschoben werden müssen.
KuM/003/2021
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 26.11.2021 öffentlich Beschluss
Betreff:
Museen der Stadt Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
Anlagen: 01_Sachverhalt 02_Personal- und Finanzdaten
Sachverhalt (kurz): Als Bestandteil des Berichtswesens ist dem Kulturausschuss jährlich ein Jahreskontrakt zur Beschlussfassung vorzulegen. In diesem werden dem Kulturausschuss - neben einer kurzen Bewertung des noch laufenden Jahres mit seinen finanziellen und strukturellen Entwicklungen die Planungen für das neue Jahr zur Vereinbarung vorgelegt.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuM/003/2021
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Bei der Vielzahl der im Jahreskontrakt behandelten Themen und Angebote ist eine differenzierte Darstellung nicht möglich.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage KuM/003/2021
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem Jahreskontrakt 2022 für die Museen der Stadt Nürnberg zu.
Museen der Stadt Nürnberg - Jahreskontrakt 2022
Auch in 2022 gilt es für die Museen der Stadt Nürnberg, langfristig wirksame Weichen hinsichtlich baulicher Erneuerung und musealer Perspektivwechsel angesichts oft überholter Erzählungen zu stellen. Allein für sechs der acht Häuser sind solche technischen und formatspezifischen Ertüchtigungen grundsätzlicher Dimension in Planung: Sie betreffen Sanierung und Präsentationserneuerung von Spielzeugmuseum, Stadtmuseum im Fembo-Haus, Museum Industriekultur und Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände.
Des Weiteren ist für das Memorium Nürnberger Prozesse ein separates Besucherzentrum in Vorplanung. Und das noch junge Haus des Spiels am Egidienplatz wird für seinen zukünftigen Vollbetrieb von der vorherigen Sanierung des historisch wertvollen Baukomplexes Pellerhaus/Imhofhaus abhängig sein. Für diese beiden Vorhaben besteht zudem Abhängigkeit von der Erringung externer Bundes- oder Landesfördermittel, für das Memorium verbunden mit der Aussicht auf einen UNESCO-Welterbetitel.
Die Museen der Stadt Nürnberg bemühen sich in enger Kooperation mit anderen Dienststellen auch in 2022 mit größtem Elan um solche Drittmitteleinwerbungen.
Im Veranstaltungsprogramm liegt das Augenmerk 2022 darauf, ein divers-attraktives Themenportfolio anzubieten. Es umfasst stadthistorische Themen (Dürer und Wien, Mental Maps) und partizipative Formaten (Begehbares Besucherbuch) ebenso, wie Interkulturelles (Türkisches Spielzeug) und brisante Themen gegenwartsbezogener Erinnerungskultur (Geschichte des Rechtsterrorismus).
A) Langfristige Maßnahmen: Fortgang der strukturellen Erneuerungen und Sanierungen der städtischen Museumsfamilie in 2022, Strukturprojekte aus der Kulturhauptstadtbewerbung, Strategieentwicklung Nachhaltigkeit und Gemeinwohlsensibilität in der Museumsorganisation
Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wird auch im einundzwanzigsten Jahr seines Bestehens vor großen Aufgaben stehen. In 2022 wird im nördlichen Kopfbau der Kongresshalle eine weitere Geschossebene erschlossen (Baumaßnahme 2020-2024). Der Baufortschritt verläuft Stand Okt. 2021 auch in 2022 nach Plan. Mit einer Kostensteigerung ist aufgrund massiv erhöhter Preise im Baugewerbe zu rechnen (nun gesamt etwa 20 Mio. Euro). Weiterhin wird in 2022 die Neukonzeption der dort zu installierenden Dauerausstellung sowie eines Medien- und Recherchezentrums fortbetrieben (gesamt 7,4 Mio. Euro, zu 75% von Bund und Freistaat gefördert werden). Eröffnungsszenario: 2024
Nach inzwischen erfolgter BIC-Anmeldung werden Sanierung und technische Modernisierung des Stadtmuseums im Fembo-Haus in Angriff genommen. Sie erfolgen in Verbindung mit der Einrichtung einer neuen Dauerausstellung in zwei Gebäudeabschnitten. Das Vorhaben wird erheblich unterstützt durch bereits länger in Aussicht gestellte und in 2022 nun abrufbare Mittel der „Theo und Friedl Schöller-Stiftung“ (1 Mio. Euro).
In Fortsetzung befinden sich in 2022 auch die beiden aus der Kulturhauptstadtbewerbung resultierenden Strukturprojekte bei den städtischen Museen: Haus des Spiels (HdS) und Museum Industriekultur (IK). Das HdS mit dem Spielearchiv als Nukleus im Pellerhaus wird dazu drei Komponenten der Kulturhauptstadtbewerbung weiter betreiben: die Weiterführung der Bauplanung ab LP 5, die programmatische Ausrichtung des Hauses durch die Veranstaltungsreihe „Testspiele“ und die Sammlungsarbeit des Deutschen Spielearchivs. In 2022 soll das HdS zudem als perspektivischer kultureller Hotspot zur Steigerung der Aufenthaltsqualität am Egidienplatz intensiv in der Bürgerschaft
kommuniziert und rückgekoppelt werden. Zum Strukturprojekt Museum Industriekultur werden in 2022 die Weiterentwicklung des inhaltlichen Konzepts für die museale Neukonzeption ebenso zählen wie die Fortführung des Oral-History-Projekts „Im Schleudergang“ (Originalaufnahmen von Arbeitererinnerungen der 1970er Jahre) sowie die Vorbereitungen für das Ausräumen des Museums.
Nach Abschluss der Foyer-Erneuerung (Oktober 2021) steht im Spielzeugmuseum für die Folgejahre die Erneuerung der Obergeschosse 1 bis 3 an. Das Spielzeugmuseum hat dabei weiterhin Pionierfunktion im Hinblick auf zukünftige Nachhaltigkeitssensibilität im städtischen Museumsbetrieb, auf Gemeinwohlbilanz und Berücksichtigung der „Sustainable Development Goals“ bei KuM. In 2022 werden dort Erfahrungen zu deren praktikabler Umsetzbarkeit für die anderen in Erneuerung befindlichen städtischen Museen gesammelt.
B. Ausgewählte Ausstellungen und Veranstaltungen für das Jahr 2022
„Begehbares Besucherbuch“ im Museum Industriekultur
17.2. - 6.11.2022
Die zukünftig dauerhafte Präsentation im „neuen“ Museum Industriekultur will
BesucherInnenwünsche an das Museum besonders sorgfältig ermitteln. Zu den Fragen „Was holt dich
vom Sofa?“, „Was haut dich vom Hocker?“, „Worauf fährst du ab?“ können sich diese ab Frühjahr 2022
an drei Befragungsstationen wie in einem Besucherbuch zu den Themen Motivation des
Museumsbesuchs, inhaltliche Interessen und bevorzugte Formen der Vermittlung äußern. Hierzu
liegen Post-It-Notizzettel bereit. Ergänzend dazu wird ein digitaler Fragebogen auf einem Tablet
angeboten, der die vorherigen Fragen reflektiert aufgreift und systematisch vertieft.
„Albrecht Dürer? Ein rätselhaftes Meisterwerk“ im Albrecht-Dürer-Haus
19.5. - 4.9.2022
Vor kurzem kamen bei Reinigungsarbeiten im Wiener Stephansdom Reste einer Bemalung aus der
Dürerzeit zu Tage, deren Unterzeichnung an Dürer erinnert. In der Fachwelt wird seither kontrovers
ihre Zuschreibung an den Nürnberger diskutiert. Denn bisher gab es keinerlei Hinweise auf einen
Aufenthalt Dürers in Wien. Die Ausstellung wird diesen wissenschaftlichen Diskurs zum Anlass
nehmen, auf populäre Weise sogenannte „divergierende Forschungsstände“ in der Biografie des
Nürnberger Superstars darzustellen. Besucherinnen und Besucher können sich am Ende ein Bild von
den Argumenten und Gegenargumenten machen, ihr eigenes Urteil fällen und so selbst zu
DürerforscherInnnen werden. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Österreichischen
Bundesdenkmalamt, der Dombauhütte St. Stephan in Wien und der Hochschule für Bildende Künste
Dresden mit den Museen der Stadt Nürnberg.
„Mental Maps & Brüder Schmidt“ (AT) im Stadtmuseum im Fembo-Haus
15.7. - 16.10.2022
Die Sonderausstellung „Mental Maps & Brüder Schmidt“ (Arbeitstitel) im Stadtmuseum im Fembo-
Haus nimmt den hundertsten Todestag des Aquarellmalers Georg Schmidts zum Anlass einer aktuellen,
kreativen und kritischen Auseinandersetzung mit dem heutigen Nürnberg. Ausgehend von den
hunderten Aquarellen aus seinem Nachlass und den ebenso umfangreichen Fotografien seines Bruders
Ferdinand, sind BürgerInnen Nürnbergs aufgerufen, dieselben Orte neu zu erkunden und in von ihnen
frei gewählten Medien darzustellen. Eine Auswahl der Beiträge wird in der Ausstellung gezeigt und den
älteren Kunstwerken gegenübergestellt.
Ausstellung „Recht und Rechtsterrorismus seit 1945“ (AT) im Memorium Nürnberger Prozesse
seit 27.10. 2022
Die Sonderausstellung "Recht & Rechtsterrorismus seit 1945" (Arbeitstitel) hebt längere Traditionslinien von Rechtsterrorismus ins Licht. Beispiele aus der Stadt Nürnberg und Umgebung werden mit nationalen und internationalen Fällen in Beziehung gesetzt und dadurch gemeinsame ideologische Kernelemente sichtbar gemacht: Deutlich wird, dass Rechtsterrorismus keine temporäre und lokale Erscheinung der Gegenwart ist, sondern ein ständiger Begleiter der deutschen und internationalen Geschichte. Die Ausstellung wird ab Ende Oktober 2022 für ein Jahr im Ausstellungsort des Memoriums „Cube 600“ präsentiert. Gefördert wird das Projekt bislang von der Stiftung GLS- Treuhand (42.500 Euro), dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (20.000 Euro) und der Amadeu-Antonio-Stiftung
Auswahl weiterer Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationsformate bei den städtischen
Museen in 2022:
Ausstellung „Traditionelles türkisches Kinderspielzeug“ (AT, Spielzeugmuseum)
Ausstellung „Die Welt neu denken. Karikatur trifft Zukunft“ (Museum Industriekultur)
„Volk Gesundheit Staat – Gesundheitsämter im Nationalsozialismus“. Kooperation mit
Gesundheitsamt Nürnberg (Memorium Nürnberger Prozesse, Cube 600)
„Stein und Eisen. Skulpturen-Ausstellung Michaela Biet zum 65. Geburtstag“ (Garten des
Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal)
„Grenzenlos. Nürnberg trifft Afrika“. Internationales Festival der Partnerstädte (Garten des
Museums Tucherschloss und Hirsvogelsaal)
Personal- und Finanzsituation
| 2022 | 2021 | 2020 Stand 31.12. | |
|---|---|---|---|
| voraussichtlicher Wert | Stand 31.07. | ||
| Sollvollkraftstellen (Teil A + B) Gesamt | 63,53* | 58,03 | 59,03 |
| Istvollkraftstellen (Teil A + B) Gesamt | --- | 56,05 | 55,31 |
* Vorbehaltlicher POA-Beschluss v. 19.10.21: 4,0 VK Projektmitarbeit Dokuzentrum, befristet, 75% gegenfinanziert; 1,0 VK Fembo-Haus, befristet, 100% gegenfinanziert; 0,5 aVK Spielearchiv, unbefristet
Finanzdaten konsumtiv Stand 21.10.21
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar - Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| K1 Erträge | -2.568.223 | -2.536.591 | -838.021 | -1.931.000** |
| K1 Aufwendungen | 3.319.655* | 3.166.094 | 1.212.248 | -3.051.960*** |
| K1 Sachbudget | 751.432 | 629.503 | 374.227 | 1.120.960 |
* Ansatzminderungen i. H. v. 217.079 EUR aufgrund Einsparvorgabe AdO 7/21; Ansatzerhöhungen aufgrund Strukturprojektmittel für Museum Industriekultur (75.000 EUR) und Haus des Spielens (63.000 EUR) ** Corona bedingt (19 Wochen Lockdown): ca. 1,7 Mio. EUR Mindererträge (v.a. Eintrittsgelder, Museumspädagogik); erhaltene November-Dezember-Hilfe: 479.216 EUR *** Corona bedingt ca. 550.000 EUR Minderaufwendungen (v.a. Kassen-/Aufsichtspersonal, Honorare Museumspädagogik)
Finanzdaten investiv (I1) Stand 21.10.21
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar – Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermögen | 10.000 | 15.000 | 66.232 | 204.500* |
| I1 Auszahlungen | 10.000 | 15.000 | 66.232 | 204.500* |
* Davon 173.500 EUR durch zentrale Ansätze (50.000 EUR Kassensystem, 123.500 EUR MuseumPlus) und 16.000 EUR durch RL- Entnahme (Nachlass L. Bayer für „Kabinett L. Bayer im Spielezugmuseum) finanziert
Relevante Kennzahlen
| Anzahl | Anzahl | Anzahl | Anzahl | |
|---|---|---|---|---|
| Kennzahl | Ansatz 2022 Entwurf | Ansatz 2021 | Januar – Juli 2021 | Hochrechnung 2021 |
| Gesamtzahl Besucher | 612.000* | 591.000*** | 41.557**** | 210.000 |
| Gesamtzahl Öffnungsstunden | 18.640** | 18.040 | 3.280**** | 10.840 |
* Minderung Dokuzentrum, Umbau bedingt ** Geplante Wiederaufnahme Führungsbetrieb Lochgefängnisse *** Minderung Dokuzentrum und Spielzeugmuseum, Umbau bedingt **** 19 Wochen Lockdown; wenig ausländische Besucher; Lochgefängnisse bis dato geschlossen