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Entscheidungsvorlage

Anlage · 11.11.2021 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Marcus König Hauptmarkt Altstadt Stadtentwicklung & Planung Verkehr & Mobilität Umwelt & Klima Rad- und Fußverkehr

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage

Betreff:

Umgestaltung Obstmarkt

Beschluss der Entwurfsplanung

Entscheidungsvorlage

1. Ausgangssituation

Für die Neugestaltung von Hauptmarkt, Obstmarkt und Ostseite Augustinerhof im Stadterneuerungsgebiet Nördliche Altstadt wurde 2011/2012 ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb durchgeführt.

Sein Ziel war es, eine Verbesserung und Aufwertung dieses für Bewohner, Besucher und Touristen gleichermaßen wichtigen öffentlichen Raumes in der Altstadt unter Beachtung der vorhandenen Nutzungen zu erreichen. Es sollte eine städtebauliche Leitidee entwickelt werden, die den stadträumlichen Zusammenhang im Bereich der Frauenkirche wiederherstellt und diese als Bindeglied in den Mittelpunkt stellt, dabei den jeweils eigenen Charakter von Hauptmarkt und Obstmarkt herausarbeitet und den Augustinerhof stadträumlich anbindet.

Da der Obstmarkt baulich in einem sehr schlechten Zustand ist, soll seine Umgestaltung gemäß AfS-Beschluss vom Januar 2013, zusammen mit dem Umfeld der Frauenkirche vorgezogen und in Bauabschnitten realisiert werden.

Im Zuge einer Weiterentwicklung des Wettbewerbsergebnisses wurde die Umgestaltung des Obstmarktes - vor dem Hintergrund der europaweiten Diskussion über die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen in den Städten und des Grundsatzbeschlusses der Stadt Nürnberg vom Juli 2019 zur Umsetzung der Pariser Beschlüsse zum Klimaschutz – vertiefend unter nachhaltigen und zukunftsgerichteten Gesichtspunkten betrachtet. Dabei wurde der Umgang mit dem Verkehr neu bewertet und neben einer angemessenen Grünausstattung Maßnahmen zur Klimaanpassung des Stadtraumes im Sinne eines dezentralen Regenwassermanagements

Kombination aus Regenrückhalt, Entsiegelung von Flächen, Versickerung und
Verdunstung

Stadtbäumen gefördert werden.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des seinerzeitig durchgeführten städtebaulichen Ideenund Realisierungswettbewerbs, der Ergebnisse der Bürgerbeteiligungen vor und nach dem Verfahren und den Anregungen aus der digitalen Bürgerinformation zum Vorentwurf in 2020 wurde in enger Zusammenarbeit von Verwaltung und externen Planern, Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner / Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, die vorliegende Planung zur Umgestaltung des Obstmarktes erarbeitet.

2. Planungsprozess und digitale Bürgerinformation zum Vorentwurf

Seit 2018 wurde auf der Grundlage des städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbs und der Ergebnisse der in diesem Zusammenhang durchgeführten Bürgerbeteiligungen in enger Zusammenarbeit von Verwaltung und externen Planern ein Vorentwurf erarbeitet und als Grundlage für eine öffentliche Veranstaltung in der Sitzung des AfS vom 30.01.2020 beschlossen.

Leider war es Corona bedingt im letzten Jahr nicht möglich, den Vorentwurf in einer öffentlichen Präsenzveranstaltung mit vielen Teilnehmern vorzustellen.

Vor Konkretisierung der Planung in der Entwurfsphase war der Verwaltung aber wichtig, den öffentlichen Dialog über das künftige Aussehen des Obstmarktes zu diesem Zeitpunkt zu führen, um eine möglichst hohe Transparenz und Mitsprache der Bürgerschaft bei Planungen im öffentlichen Raum zu gewährleisten und die Planungen zügig weiterzuführen. Aus diesem Grund hat sich die Verwaltung entschieden, das Projekt und die Planung in einem digitalen Format einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und Meinungen abzufragen. Begleitend dazu gab es auch ein nicht-digitales Informationsangebot im Quartiersbüro Altstadt für die Bürgerinnen und Bürger.

Als Auftakt zur digitalen Bürgerinformation wurden in einer Veranstaltung am 17.09.2020 vor Ort vorab exklusiv Anliegerinnen und Anlieger sowie Gewerbetreibende am Obstmarkt durch Oberbürgermeister Marcus König über das Projekt, den Planungsprozess und den aktuellen Planungsstand informiert. Weitere Teilnehmer der Veranstaltung waren Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich und der für die Planung verantwortliche Landschaftsarchitekt Ludwig Schegk von Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner.

Corona bedingt musste die Anzahl der Teilnehmer der Veranstaltung klein gehalten werden. Daher wurde der Teilnehmerkreis auf die oben genannten, unmittelbar von der Planung, Betroffenen beschränkt. Der Bürgerverein Altstadt wurde über die Veranstaltung informiert.

Das Projekt, der Planungsprozess und die aktuelle Planung wurden in Form einer digitalen Bürgerinformation dann im Zeitraum vom 05. bis 30. Oktober 2020 auf der Webseite www.obstmarkt.nuernberg.de der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich viele Bürgerinnen und Bürgern über das gewählte Format informiert haben. Am Häufigsten sind Kommentare und Anregungen zum Thema Grün eingegangen, gefolgt von den Themen Radverkehr/Fahrradparken, KfZ-Verkehr/ Parken, Brunnen, Sitzgelegenheiten, Zeitplanung und allgemeines Lob der Planung. Dass die Bürgerinnen und Bürger mit der Planung grundsätzlich zufrieden sind, bestätigte sich in den Rückmeldungen. In diesem Zusammenhang wurde immer wieder genannt, dass eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahme erwartet wird. Die eingegangenen Kommentare und Anregungen sind im Rahmen der Entwurfsplanung geprüft und eingearbeitet worden.

Das Ergebnis der digitalen Bürgerinformation wurde auf der Webseite www.obstmarkt.nuernberg.de veröffentlicht.

Die Entwurfsplanung und das Konzept zur Barrierefreiheit sind mit dem Behindertenrat der Stadt Nürnberg abgestimmt.

Die Entwurfsplanung wurde mit den Spartenträgern und den Fachdienststellen abgestimmt.

3. Weiterentwicklung der Planung seit 2020

Um den aktuellen Herausforderungen durch den Klimawandel in der Innenstadt Rechnung zu tragen, wurde die vorliegende Entwurfsplanung innerhalb der vergangenen zwei Jahre im Sinne einer zukunftsgerichteten Planung und einer angemessenen Grünausstattung weiterentwickelt und im Hinblick auf die Entsiegelung von Flächen und Versickerung und Rückhalt von Regenwasser vertiefend untersucht. Im Zuge der städtischen Klimaanpassungsstrategie wurden Maßnahmen konkretisiert, die das Prinzip der Schwammstadt aufgreifen und richtungsweisend für künftige Planungen im öffentlichen Raum sein sollen.

Übersicht der Punkte im Einzelnen:

 Baumneupflanzungen, Spartenverlegung

Zusätzlich zu den 12 Bestandsbäumen sind nun insgesamt 42 Bäume zur Neupflanzung vorgesehen. Zum Vergleich: der Wettbewerbsentwurf enthielt 17, der Vorentwurf 2020 37 neue Bäume. Um überhaupt Bäume pflanzen zu können, werden am Obstmarkt alle Sparten neu organisiert und verlegt werden. Besonders hierbei stellt die Bunkeranlage einen Zwangspunkt dar. Bei der Situierung von Baumneupflanzungen in der bewohnten und dicht bebauten Altstadt sind sehr viele Belange zu berücksichtigen und Kompromisse auszuhandeln.

 Entwässerungssystem nach dem Schwammstadt-Prinzip Vorgesehen ist eine vollständige Regenrückhaltung und Versickerung des Oberflächenwassers bei einem 10-jährigen Regenereignis, das gleichzeitig den Bäumen zur Bewässerung dienen wird und die Kanalisation entlasten wird. Das Oberflächenwasser kann sowohl oberirdisch über offene Baumscheiben mit ausgebildeten Mulden als auch unterirdisch über Pflasterrinnen und Straßeneinläufen einem Rigolen-System zugeführt werden. Das Entwässerungskonzept ist für zentrale Innenstadtbereiche neu, sehr innovativ und wegweisend. (Siehe Erläuterungen zum Entwässerungskonzept unter Punkt 4.4.2 und Anlage)

 Entsiegelung von Fläche In Anbetracht der sehr zentralen Lage mitten in der Altstadt und den vielfältigen Nutzungsanforderungen an diesen öffentlichen Raum sind einer Entsiegelung von Flächen Grenzen gesetzt. Nach überschlägigen Berechnungen sind mehr als 40 % der Gesamtfläche nur für Fahrbahn, Zufahrten, Gehbahnen insbesondere für Sehbehinderte und Blinde, Parkplätze und Taxenstand erforderlich und können nicht begrünt werden. Darin sind z.B. noch keine Sondernutzungsflächen oder Flächen für die Infrastruktur für Märkte enthalten. Auch ein Vergleich des Fußgängeraufkommens Obstmarkt mit dem Egidienplatz zeigt die unterschiedlichen Nutzungsfrequenzen, so waren 2009 am Obstmarkt rd. 4050 Fußgänger in 16 Stunden und am Egidienplatz Nord 900 Fußgänger in 16 Stunden unterwegs.

Der nun vorliegende Entwurf sieht, unter Abwägung der verschiedenen Belange, größere offene Baumscheiben vor. Nur die Fahrbahn soll in gebundener Bauweise hergestellt werden, um vor allem die Belastung durch die Buslinien und den Lieferverkehr aufzunehmen und damit diese Fahrbahn dauerhafter zu gestalten. In allen übrigen Bereichen ist die ungebundene Bauweise vorgesehen. Die offenen Fugen können mit ca. 10% ihrer Oberfläche zu einem gewissen Teil zur Entsiegelung, Kühlung und Versickerung beitragen, solange die Fugen nicht durch Salzeintrag im Winter und Feinschmutz festgebacken und damit undurchlässig sind. Insbesondere dienen die offenen Fugen aber auch dem stadtgestalterischen Anspruch.

 Stadtratsparkplatz als zweiter Bauabschnitt Die Entsiegelung des Stadtratsparkplatzes durch eine Blühwiese wird in einem zweiten Bauabschnitt realisiert werden können. Dennoch wird der Parkplatz bereits mit der Neugestaltung des Obstmarktes einen Teil der Infrastruktur während des Christkindlesmarkts aufnehmen und so das Umfeld der Frauenkirche am Obstmarkt entlasten.

 Verkehr Der Obstmarkt soll künftig verkehrsberuhigter Geschäftsbereich werden, es gilt dann Tempo 20, insbesondere um die Buslinie sinnvoll betrieben zu können. Der Ausbau lässt aber auch eine Fußgängerzone oder einen verkehrsberuhigten Bereich zu. Mit der einheitlichen Gestaltung der gesamten Fläche, der Reduzierung der Fahrbahnbreite und dem Verzicht auf 63 öffentliche Stellplätze findet eine Neuorganisation des Straßenraumes zugunsten einer

neuen Aufenthaltsqualität statt, die allen Bevölkerungsgruppen, den Gewerbetreibenden vor allem aber Fußgängern zugutekommen wird.

4. Entwurf – Erläuterung der Planung

4.1 Planungsumfang

Das Planungsgebiet „Obstmarkt“ erstreckt sich von der Theresienstraße bis zur Spitalgasse über den Fünferplatz und den Obstmarkt. Das Umfeld der Frauenkirche als zentrale Schnittstelle zwischen dem Hauptmarkt und Obstmarkt, sowie die Obstgasse und der Stadtratsparkplatz am Fünferplatz sind in die Planungen mit einbezogen. Das Planungsgebiet umfasst eine Fläche von 13.550 m².

4.2 Städtebauliche Ziele

● Umgestaltung des Obstmarktes zu einem eigenständigen, historisch begründeten Platzraum mit großzügigen Fußgänger- und Aufenthaltszonen in einem einheitlichen und durchgängigen Stadtboden und möglichst vielen Bäumen und Grün

● Neuorganisation des Straßenraumes durch Rückbau der Fahrgassen auf ein funktional, notwendiges Maß für den Begegnungsverkehr und dem Verzicht auf fentliche Stellplätze zugunsten einer hohen Aufenthaltsqualität

● Klimaanpassung des Stadtraumes durch Entsiegelung von Flächen, deutliche Durchgrünung mit Bäumen, Schaffung von Grünflächen bzw. –streifen und Rückhaltung des Regenwassers, sowie Platzieren von Brunnen und Wasserelementen im öffentlichen Raum

● Aufwertung des Umfeldes der Frauenkirche als Bindeglied zwischen Haupt- und Obstmarkt mit Freistellung des Chores

● Neuordnung der temporären, heute am Chor der Frauenkirche angeordneten, Infrastruktureinrichtungen bei Großveranstaltungen und Sondermärkte

● Einrichtung eines „Verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs'“ mit Tempo 20km/h mit dem Potential zu „mehr“.

● Einbindung von Kunst: Kunstprojekt „Obstmarktbunker“ und Stele zur historischen Geschichte des Hauptmarktes als zentraler Ort Nürnbergs

4.3 Beschreibung der Teilbereiche

Auf der in den Anlagen beigefügten Objektbeschreibung zur Entwurfsplanung vom Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner/Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH wird zur ausführlichen Erläuterung der nachfolgenden Planungsinhalte verwiesen.

Entsprechend der topografischen und städtebaulichen Strukturen lassen sich folgende stadträumlichen Einheiten definieren:

Fünferplatz

Der Fünferplatz im Norden des Planungsgebietes ist das Eingangstor zum Obstmarkt und bietet topografisch höher gelegen einen guten Ausblick auf den Chor der Frauenkirche und den an den Obstmarkt versetzten Stockzahnbrunnen. Das Planungsgebiet lässt sich einteilen in den Straßenraum und einen kleinen, geschützten Platz am „Fischbrunnen“ (heutiger Stadtratsparkplatz).

Straßenraum Künftig wird der Straßenraum durch eine Baumallee von der Theresienstraße bis zur platzartigen Aufweitung am Obstmarkt aufgewertet. Eine Leitidee des Entwurfs ist es, dass jeder

stadträumlichen Einheit eigene Baumarten zugeordnet sind, die die Charakteristik des Ortes aufgreifen und identitätsstiftend wirken. Im nördlichen Teil des Fünferplatzes steht die Begrünung unter dem Motto „Auftakt mit Ahorn“, in dem schattenspendende Bäume den Bezug zur Theresienstraße herstellen. Der südliche Teil bildet das „Grüne Entree zum Obstmarkt“ mit leicht mediterranem (Zürgelbaum, Scheinbuche) oder alternativ traditionellem (Linde, Ahorn) Charakter. Die beidseitig entlang der Fahrbahn zwischen den Bäumen angeordneten Grünstreifen stellen eine klimatisch-ökologische Aufwertung des Straßenraumes dar.

Durch Reduzierung der Fahrbahn auf eine Breite von 6,50 m und Neuordnung mit gleichzeitiger Reduzierung der Stellplätze werden beidseitig des Fünferplatzes großzügige Fußgängerbereiche geschaffen, die zum einen der historischen Rathausfassade angemessenen Raum zugestehen, zum anderen auf der Ostseite Platz für Außengastronomie bieten und im Wechsel mit den neu gepflanzten Bäumen die Aufenthalts- und Nutzungsqualität des Straßenraumes deutlich verbessern. Am Beginn des Fünferplatzes auf der Westseite sind 7 Kurzzeitstellplätze angeordnet.

Stadtratsparkplatz Auf der heute als Stadtratsparkplatz genutzten Fläche soll in historischem Umfeld ein kleiner, geschützter Platz in der Altstadt entstehen. Im Sinne einer Entsiegelung von Flächen soll hier eine Blühwiese mit Pflanztrögen und Sitzgelegenheiten entstehen. In Verbindung mit dem Baumbestand und dem dort bestehenden „Fischbrunnen“ verspricht die Gestaltung eine hohe Aufenthaltsqualität und schafft einen Ort der Identität. Gleichzeitig erhält der aus 23 Fischen bestehende „Fischbrunnen“ von Albert Feist aus dem Jahr 1963 eine ihm angemessene Aufmerksamkeit.

Entlang der Wand an der Ostseite des Platzes werden überdachte Fahrradstellplätze, einschl. einer E-Bike-Ladestation angeordnet.

Die Anlieferzone vor dem Gebäude Fünferplatz 2 bleibt entsprechend der heutigen Situation erhalten, gegenüber werden zwei öffentliche Behindertenstellplätze eingerichtet. Die Zufahrt zum Innenhof des Rathauses bleibt erhalten.

Zweiter Bauabschnitt Der Stadtratsparkplatz am Fünferplatz ist Bestandteil der Planungen, soll aber erst in einem zweiten Bauabschnitt hergestellt werden, da er heute für regelmäßige Veranstaltungen am Hauptmarkt bzw. in der Innenstadt wie z. B. Blaue Nacht, Trempelmarkt oder Bardentreffen, sowie für verschiedene Veranstaltungen, die unregelmäßig unterjährig stattfinden, benötigt wird. Neben einer Nutzung als Parkfläche zu Sitzungs- und Fraktionsterminen, dient die Fläche Mitarbeitenden und Dienstleistern (z. B. Caterer mit Kühlfahrzeugen) bei Veranstaltungen, aber auch Gästen (z. B. StaatsministerInnen etc.) in Verbindung mit repräsentativen Terminen im Rathaussaal als Parkfläche, wenn der Rathausinnenhof aufgrund einer Nutzung als Veranstaltungsort, insbesondere in den Sommermonaten, entfällt. Weiterhin wird der Stadtratsparkplatz zusammen mit dem Innenhof als Veranstaltungsfläche bei größeren Veranstaltungen benötigt.

Unabhängig von der zeitlichen Umsetzung der Maßnahme zur Umgestaltung des Stadtratsparkplatzes soll diese Fläche im Winter, während der Zeit des Christkindlesmarkt, als temporäre Fläche dem Aufstellen von Teilen der Infrastruktureinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. So soll der Aufwertung des Umfeldes der Frauenkirche mit Einbeziehung des Chores im Hinblick auf eine spätere Umgestaltung Rechnung getragen werden.

Wenn die Umbau des Stadtratsparkplatzes in einem zweiten Bauabschnitt fertig gestellt wurde, soll die künftige Grünfläche durch geeignete Maßnahmen während der Zeit des Christkindlesmarkt geschützt werden. Durch diese Mehrfachnutzung muss mit einem erhöhten Aufwand im Unterhalt gerechnet werden, der aber aufgrund der hervorzuhebenden positiven

klimatischen Auswirkung und dem Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger als Erholungsort gerechtfertigt erscheint.

Obstmarkt

Der Obstmarkt soll entsprechend seiner historischen und stadträumlichen Bedeutung gestaltet werden, um wieder an Identität zu gewinnen. Er soll künftig als urbaner Platz mit Bäumen, Brunnen und Sitzgelegenheiten erlebbar sein. Um diese besondere Bedeutung auch stadträumlich hervorzuheben, wechselt die Verlegerichtung des Pflasterbelags im Kernbereich vom linearen Reihenverband in einem richtungslosen Flechtverband. Das hat gleichzeitig auch technische Vorteile in der Standfestigkeit des Belages.

Zur Verbesserung des Stadtklimas durch Kühlung und gleichzeitig zur Attraktivitätssteigerung und Belebung des Obstmarktes soll schwerpunktmäßig das Element Wasser beitragen. Der säulenartige Stockzahnbrunnen soll hierher versetzt werden. Er ist im Sommer Anziehungspunkt besonders für Kinder. Seine Situierung im Schnittpunkt der Sichtachse aus der Tucherstraße und vom Fünferplatz kommend spielt dabei eine wichtige Rolle. Dieser Standort wurde bereits seinerzeit im Rahmen des städtebaulichen Ideen- und Realisierungswettbewerbes vom Preisträger für einen Brunnen vorgeschlagen.

Nördlich davon, im Winkel des Rathausgebäudes, wird der ehemals im Innenhof des Pellerhauses stehende, historische Apollobrunnen einen angemessenen Platz finden. Zwischen den beiden Brunnen wird ein interaktives Wasserspiel mit Trittsteinen und Wasser bzw. Wassernebel und ein Trinkwasserbrunnen als Anziehungspunkt nicht nur für Kinder situiert. Die Anlage soll sich harmonisch in den Pflasterbelag einfügen.

Die Silber-Linde an der Tucherstraße gegenüber wird durch eine weitläufig umgreifende Bank mit Lehne und angenehmer Sitzoberfläche in ihrer Bedeutung betont und bietet einen schattenspendenden Sitzplatz. An dieser Stelle befindet sich unterirdisch der ehemalige Zugang zum Obstmarktbunker, der als Teil des Kunstprojektes „Sebalder Steppe“ der Künstlerin Anja Schoeller in die Umgestaltung des Obstmarktes integriert wird.

Entsprechend dem Begrünungsleitbild „Einmal im Jahr Spektakel“ werden auf der Westseite drei japanische Zier-Kirschen (alternativ Zier-Äpfel oder Säulen-Kirschen) als Blühbäume mit Obstbaumcharakter vorgeschlagen. Sie gestalten die gastronomische Außenbestuhlungsfläche attraktiver und spenden Schatten auf der Platzfläche.

Zur Verbesserung der Aufenthalts- und Nutzungsqualität werden über den gesamten Platz unterschiedlich gestaltete Ruheplätze und Sitzgelegenheiten mit variabler Sitz- und Blickrichtung verteilt. Außerdem werden Sitzmöglichkeiten mit Holz- bzw. Holzlaminatoberflächen und Lehne, als auch Sitzmöglichkeiten im Schatten, angeboten.

Um das unerwünschte Parken am Fahrbahnrand zu verhindern, werden begrenzend u. a. Leuchten, Sitzmöbel oder Fahnenmasten aufgestellt.

Die Litfaßsäule wird an dem heutigen Standort in die Umgestaltung integriert.

Umfeld Frauenkirche

Die Aufwertung des Umfeldes der Frauenkirche und Einbeziehung dieses Bereiches in die Platzfläche des Obstmarktes ist zentraler Bestandteil der Umgestaltungsmaßnahme. Sowohl die im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens durchgeführten Bürgerbeteiligungen als auch die Kommentare zum Vorentwurf im Rahmen der digitalen Bürgerinformation 2020 haben gezeigt, dass die Öffentlichkeit eine Aufwertung des Umfeldes, insbesondere der Chorseite der Frauenkirche wünscht, da sie heute als Hinterhof des Hauptmarktes, vor allem durch die Infrastruktureinrichtungen bei Veranstaltungen oder Sondermärkten, empfunden wird.

Künftig wird die Frauenkirche als zentraler Mittelpunkt zwischen Hauptmarkt und Obstmarkt durch die Einbettung in den einheitlich gestalteten Stadtboden in ihrer stadträumlichen Funktion wiederhergestellt. Die Parkplätze an der Rückseite der Frauenkirche entfallen. Durch die freie und unverstellte Sicht auf den Chor kann dieser nun seine stadträumliche Wirkung entfalten.

Eine großzügige Rundbank mit Lehne und angenehmer Sitzoberfläche unter dem bestehenden Berg-Ahorn bietet schattigen Aufenthalt am Chor der Kirche. Ein fachgerechter Rückschnitt verbessert den Lichteinfall.

Wie bereits am Fünferplatz führt die Reduzierung der Fahrbahnbreite auch hier zu großzügigen Fußgängerbereichen beidseitig der Fahrbahn. Damit wird sowohl dem Umfeld der Frauenkirche mehr Raum gegeben, als auch auf der Ostseite der Spitalgasse Platz für Außengastronomie geschaffen, so dass im Wechsel mit den neu gepflanzten Bäumen die Aufenthalts- und Nutzungsqualität des Straßenraumes deutlich verbessert wird.

Um die stadträumliche Funktion der Frauenkirche hervorzuheben, wird auf Höhe der Kirche die Fahrbahn zusätzlich auf eine Breite von 5,50m verjüngt und mit drei Bäumen markiert.

In Verlängerung der Baumallee am Fünferplatz wird auf der Ostseite der Spitalgasse eine Baumreihe entlang der Fahrspur fortgeführt. Die Auswahl der Arten folgt dem Begrünungsleitbild „Grüner Rahmen für Frauenkirche und Spitalgasse: Blüten, fiedrige Blättern und lichter Schatten“ (Robinien, Gleditschien) oder alternativ „saisonale Blattfärbung und stärkere Beschattung“ (Ahorn-Variante).

Nördlich der Frauenkirche werden die vorhandenen Berg-Ahorne vor dem italienischen Restaurant um weitere drei zu einem Hain ergänzt, die Platzoberfläche erfolgt unter den Bäumen als wassergebundene Wegedecke. Die Außenbestuhlung bleibt erhalten, eine Erweiterung entlang der südlichen Gebäudewand (gegenüber der Frauenkirche) ist möglich.

Zwei weitere neue Baumstandorte in einer großzügigen offenen Baumscheibe sind vor dem „Blockhouse“ angeordnet.

Entlang der Spitalgasse werden beidseitig insgesamt vier Behindertenstellplätze angeordnet.

Am Rande der Obstgasse sind zahlreiche Fahrradstellplätze vorgesehen.

Aufgrund ihrer Nähe zum Hauptmarkt steht die Fläche vor dem italienischen Restaurant bei Bedarf für temporär notwendige Infrastruktureinrichtungen für die Märkte zur Verfügung. Dies soll der Forderung von Ref. VII/ML Rechnung tragen, zusätzlich marktnah Infrastruktureinrichtungen aufstellen zu können.

Baumpflanzungen am Hauptmarkt

Im Hinblick auf den Klimawandel und unter Berücksichtigung vieler Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern aus den Beteiligungsverfahren vor und nach dem städtebaulichen Wettbewerb 2011/2012 und aktuell aus der digitalen Bürgerinformation zum Vorentwurf im letzten Herbst sind im Umfeld der Frauenkirche zwei Standorte für Baumpflanzungen am Rande des Hauptmarktes vorgesehen.

Unter dem grünen Leitmotiv „Grüne Spots als Schattendächer“ sind ein Solitär an der Brautkehre sowie ein „Baumhain“ mit vier Platanen südlich der Frauenkirche vor dem Gastronomiebetrieb vorgesehen. Der „Baumhain“ ist Teil des Ortes, an dem sich im Mittelalter das Nürnberger Judenviertel befand. Daher ist auch hier, im Randbereich des Baumhains, die Gedenkstele zur wechselvollen Geschichte des Hauptmarktes als zentraler Ort Nürnbergs vorgesehen.

Beide Standorte sind für Baumpflanzungen geeignet, da sie das Hauptportal der Frauenkirche räumlich und stadtgestalterisch in Szene setzen, die Aufenthaltsqualität am Hauptmarkt durch Schattenplätze verbessern und aufgrund ihrer Randlage, die Zufahrten und Anlieferungen auf dem Hauptmarkt nicht wesentlich einschränken. Die Außenbestuhlungsfläche wird unter dem Baumhain erhalten bleiben. Darüber hinaus lässt die bestehende Spartenlage dauerhafte Baumpflanzungen zu.

Durch die Pflanzung des Baumes in der Brautkehre und durch die vier Platanen wird es erforderlich, dass insgesamt vier Stände des Christkindlesmarktes den Standort wechseln müssen. Durch die Umgestaltung des Obstmarktes werden jedoch neue attraktive Möglichkeiten im Umfeld der Frauenkirche und benachbart zum Hauptmarkt geschaffen, die für die Aufstellung von Buden oder Marktständen sehr gut geeignet sind und den Betreibern interessante und hochwertige Standorte bieten werden.

Auf die Anlage dazu („Skizze Hauptmarkt; Baumpflanzungen / Buden CKM“) wird verwiesen.

In der Gesamtabwägung wurden hier die Belange des Christkindlesmarktes gegen die Chancen einer wenigstens teilweisen Begrünung des Hauptmarktes ohne weitere schwerwiegende Konsequenzen für dessen Nutzung zurückgestellt – 5 dauerhafte Bäume auf einem Ort, der wegen seiner intensiven Nutzung ansonsten baumfrei ist, sind zu würdigen.

Bushaltestelle und Wendeschleife Spitalgasse

Die Wendeschleife in der Spitalgasse liegt am südlichen Ende des Planungsgebietes. Künftig wird die Busendhaltestelle aus der Wendeschleife heraus in die Spitalgasse verlegt und geradlinig und barrierefrei ausgebaut. Durch den Rückbau der Doppelfahrbahn entsteht so eine großzügige Warte- und Bewegungsfläche für die Busnutzerinnen und -nutzer. Die Haltestelle erhält ein Buswartehaus, dessen Glaswände und –dach mit einem informativen und dekorativen Druck versehen werden sollen. Dies zeigt die Identität des Ortes und dient so der Orientierung, z.B. für Touristen.

Die Fahrbahn wird im Bereich der Bushaltestelle auf eine Breite von 8 m verbreitert.

Die Wendeschleife des Busses wird einige Meter nach Osten versetzt, so dass die bereits heute durch Außengastronomie und Schatten spendende Bäumen belebte Platzfläche im Übergang zur Fußgängerzone vergrößert werden kann. Wie bereits am Obstmarkt wird auch in diesem Bereich die besondere Bedeutung des Platzes hervorgehoben durch das richtungslos verlegte Pflaster.

Unter dem Leitmotiv „Grüner Straßenraum am Bushalt“ sind Baumpflanzungen in lockerer Anordnung vorgesehen mit der Gleditschie, die in einer großzügig bemessenen offenen Baumscheibe steht, in der Mitte der Wendeschleife. Die hier angeordnete Grünfläche spielt zudem eine wesentliche Rolle für die Regenwasserbewirtschaftung. Sie wird ausgemuldet profiliert und mit attraktiver Unterpflanzung gestaltet. Raumbildende Baumpflanzungen beidseitig der Spitalgasse werten den Straßenraum zusätzlich auf.

Um dem hohen Bedarf an Fahrradstellplätzen gerecht zu werden, sind insbesondere in der Spitalgasse neben einer Fahrradverleihstation zahlreiche, teilweise überdachte, Fahrradstellplätze für unterschiedliche Anforderungen angeordnet,, z. B. für Lastenfahrräder.

Die Taxistellplätze werden neu geordnet. Taxen können sich künftig sowohl gegenüber der Bushaltestelle als auch südlich des Bankgebäudes aufstellen. Gegenüber der Bushaltestelle wird außerdem ein Behindertenparkplatz eingerichtet.

Im Bereich der Wendeschleife sollen öffentliche Toiletten in Form eines Litfaßsäulen-WCs angeboten werden.

4.4 Wichtige Einzelthemen

4.4.1 Barrierefreiheit

Die Entwurfsplanung wie auch das Konzept zur Barrierefreiheit folgen dem Prinzip „Design für Alle“. Demnach soll der neue Obstmarkt für alle Leute gleichermaßen nutzbar und attraktiv sein, für Groß und Klein, Alt und Jung sowie Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen.

Das Konzept zur Barrierefreiheit sieht eine barrierefreie bzw. hindernisfreie „Route“ beidseits der Fahrbahn als zügige fußläufige Verbindung vor, wenn möglich und sinnvoll direkt an den Gebäuden entlang. Diese barrierefreien Routen sind von jeglichen Einbauten frei zu halten, wie Fahrradständern oder Bänken, aber auch Werbeaufstellern, Pflanzkübel und Mobiliar der Gastronomie. Um hier Nutzungskonflikte zu vermeiden, werden Flächen für die Außengastronomie grundsätzlich unter den Baumreihen angeordnet.

Eine weitere Orientierung bieten die Brunnen auf dem zentralen Platz des Obstmarktes im Sommer durch ihre akustische Wirkung.

Im Planungsgebiet werden mehrere Querungen über die Fahrbahn als sog. ungesicherte Querung nach DIN 32984 mit Bodenindikatoren markiert. Dazu wird jeweils ein Auffindestreifen quer zur Gehrichtung und ein Richtungsfeld am Fahrbahnrand angeordnet.

Die Stellplätze für Behinderte sind im Bereich der Gehwege ausgewiesen und ermöglichen so die normativ erforderlichen höhengleichen Bewegungsflächen für Aus- /Zustieg und Be-/Entladen.

Die Bushaltestelle ist barrierefrei gestaltet und normgerecht mit Bodenindikatoren ausgestattet.

4.4.2 Entwässerungskonzept zum nachhaltigen Umgang mit dem Oberflächenwasser

(Schwammstadt-Prinzip)

Aus Gründen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung soll am Obstmarkt im Sinne des Schwammstadt-Prinzips ein innovatives Entwässerungskonzept zum Einsatz kommen.

Das sog. Schwammstadt-Konzept sieht vor, dem Baum unterhalb der befestigten Oberfläche in miteinander verbundenen Rigolenkörpern mehr Raum zu geben. Das Substrat unter der Oberfläche ist dabei namensgebend für das Konzept und funktioniert wie ein Schwamm. Gleichzeitig kann das Substrat in den kleinen Hohlräumen Wasser speichern, das dem Baum dadurch zur Verfügung steht und langsamer an die Umgebung und die Kanalisation abgegeben wird. Somit leistet das System einen Beitrag, um den Wasserabfluss bei Starkregen zu dämpfen.

Da nur gewisse Anteile des Niederschlagswassers direkt über die straßenbegleitenden Grünstreifen und die Fugen des Pflasterbelags versickert werden können, wird auch das über die Pflasterrinne und die Straßeneinläufe ablaufende Oberflächenwasser den unterirdischen Baumgruben zugeführt. Unterhalb der Baumsubstratkörper wird ein Rigolenkörper eingebaut, der aus offenporigem Rigolensubstrat und Rohren besteht. Jeder Rigolenkörper verbindet mehrere Baumscheiben miteinander. Die Beschickung dieser Rigolen erfolgt zentral oder dezentral.

Eine ausführliche Beschreibung des Entwässerungskonzeptes mit Prinzipskizze zur anschaulichen Erläuterung ist als Anlage der Vorlage beigelegt.

Das Entwässerungskonzept wurde im Spartenkoordinierungsgespräch zum Entwurf den Spartenträgern vorgestellt. Die Fachdienststellen UwA und SUN haben dem Konzept zugestimmt. Der mit der Weiterführung der Planung bis zur Ausführung dann verantwortliche SÖR sieht in dem Konzept noch umfangreicheren technischen Abstimmungsbedarf, vor allem bei folgenden Themenstellungen:

Wanne“ bei den derzeit geplanten Abständen der Versickerungsanlagen zu den Gebäuden gewährleistet ist ?

nachgewiesen werden kann ?

bemessenen Wasserspeicher voll sind und kein anfallendes Oberflächenwasser dann mehr aufgenommen werden kann ?

Funktionsfähigkeit damit einschränken ?

Speicherung vorgesehenen Baumscheiben permanent eingestaut bzw. über längere Zeiträume gesättigt werden ?

Insofern sind diese Punkte im Rahmen der weiteren Planungen und Genehmigungsverfahren noch zu klären bzw. auszuarbeiten. Daraus können sind dann nochmal Änderungen an den Entwässerungseinrichtungen ergeben.

Kosten für die Umsetzung des jetzt konzipierten Entwässerungskonzeptes sind in der Kostenberechnung berücksichtigt. Durch das geplante Entwässerungskonzept ist mit einem deutlich erhöhten Aufwand durch Reinigung und Unterhalt der technischen Einrichtungen zu rechnen – „Schwammstadt“ ist im Unterhalt teurer als simple Wasserableitung.

4.4.3 Neuordnung der Infrastruktureinrichtungen bei Veranstaltungen und Sondermärkte

auf dem Hauptmarkt zugunsten der Aufwertung des Umfeldes an der Frauenkirche

Im Rahmen der Planungen wurde die heute städtebaulich unbefriedigende Situation am Chor der Frauenkirche bei Großveranstaltungen wie Christkindlesmarkt zur Unterbringung notwendiger Infrastruktureinrichtungen für die Ver- und Entsorgung (Müllentsorgung, Toiletten, Fettabscheider, Spülstation für Glühweintassen, etc.) betrachtet und Lösungen zur Verbesserung untersucht. Dadurch soll auch dem seit Jahren geäußerten Wunsch der Bürgerschaft, die Flächen am Chor der Frauenkirche aufzuwerten und das „Hinterhof“-Image des Obstmarktes zu beenden, Rechnung getragen werden.

Durch eine Neuaufteilung bzw. Umorganisation bietet sich nun die Chance für die Nürnberger Märkte, technische Infrastrukturen, z. B. Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse, sowie logistische Abläufe bei Großveranstaltungen zu optimieren und zukunftsträchtig zu gestalten.

Die Planung schlägt eine marktnahe, aber dezentrale Unterbringung der verschiedenen Infrastruktureinrichtungen vor, damit der Chor der Frauenkirche freigestellt bleibt und die einzelnen Infrastruktureinrichtungen sich verträglich in den öffentlichen Raum einfügen.

Zwei dafür geeignete Standorte für die Infrastruktur werden vorgeschlagen: Zum einen auf einer Fläche in der Spitalgasse nördlich der Frauenkirche, zum anderen auf der heute als Stadtratsparkplatz genutzten Fläche am Fünferplatz, die in einem zweiten Bauabschnitt zu einem kleinen, grünen Platz umgestaltet werden soll. Die Begrünung soll während der Zeit der Infrastruktureinrichtungen mit entsprechenden Schutzmaßnahmen geschützt werden.

Die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der Nürnberger Märkte durch die Umgestaltung des Obstmarktes wird auch von Ref. VII/ML gesehen, eine Erweiterung um bestimmte Module ist vorstellbar. Voraussetzung für die Zustimmung zur Verlegung der Infrastruktureinrichtungen des Christkindlesmarkt an den Fünferplatz ist eine Lösung für den Transport der Glühweintassen vom Hauptmarkt dorthin. Der Vorschlag, hierzu elektrobetriebene Fahrzeuge einzusetzen, wird im Grundsatz befürwortet und im weiteren Planungsprozess geprüft.

4.5 Ausstattung

4.5.1 Stadtboden, Beläge

Um ein großzügiges und zusammenhängendes Erscheinungsbild zu erhalten wird für den gesamten Planungsbereich ein einheitlicher und durchgängiger Oberflächenbelag verwendet.

Gemäß dem Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum der Stadt Nürnberg wird Granit- Großsteinpflaster in verschiedenen granittypischen Farbnuancen im Reihenverband vorgeschlagen. Die Steingrößen basieren auf dem Grundformat von 16 x 16 cm, die um entsprechende Steinformate zur Herstellung von Zeilen und Anschlüssen ergänzt werden. Der geplante Belag ist sehr dauerhaft und damit nachhaltig und mit gesägter und angerauter Oberfläche barrierefrei.

Einen Wechsel der Verlegerichtung des Belags vom Reihenverband auf einen richtungslosen (Flecht- )Verband wird für die platzartige Aufweitung im zentralen Teil des Obstmarktes mit der Einmündung Tucherstrasse sowie für die Buswendeschleife am südlichen Abschluss in der Spitalgasse gewählt, um den Platzcharakter hier besonders hervorzuheben.. Neben der gestalterischen Intention bewirkt dies auch technische Vorteile in der Standfestigkeit des Belages

Der Übergang zum Pflasterbestand am Hauptmarkt wird durch Vermengung von Alt- und Neumaterial gestaltet. Die genaue Grenzlinie am Hauptmarkt zwischen alter und neuer Oberfläche wird in der weiteren Planung definiert sowie die technische Ausführung, wie Höhenplanung, etc., konkretisiert.

Unter Abwägung der Aspekte Gestaltung, Ökobilanz, Recycling, Kühlung und Biodiversität werden die Verkehrsflächen in den Fußgänger- und Seitenbereichen entsprechend den technischen Regelwerken in ungebundener Bauweise mit gebundener wasserdurchlässiger Tragschicht hergestellt. Eine Rolle spielen bei der vorgeschlagenen Bauweise die ungebundenen, bis zu einem gewissen Grad versickerungsfähigen Pflasterfugen. Der Fugenanteil beträgt bei der geplanten Verlegeart je nach genauer Fugenbreite und Steingrößenanteilen bis zu 10 %. Aus stadtgestalterischen Gründen ist die sehr viel „lebendigere“ ungebundene Bauweise unbedingt zu fordern.

Aufgrund der Verkehrsbelastung wird allerdings die Fahrgasse der Buslinien und der Liefer- und sonstigen Verkehre in gebundener Bauweise ausgeführt, also mit vollflächig betonverfugtem Granitstein.

Der Verkehrsflächenaufbau in jeder Bauweise muss so dimensioniert sein, dass überfahrbare Bereiche (vor allem durch Liefer- und Veranstaltungsverkehr) und deren Belastungen vor allem aus Schub beim Lenken schadlos aufgenommen werden können, um lockere Oberflächenplatten als negative Folgeerscheinung zu vermeiden.

Die zu erwartenden Folgekosten sind in den Kosten berücksichtigt und im Kapitel 5 gesondert aufgeführt.

4.5.2 Bäume, Grünflächen, Sparten

Bäume

Eine hohe Bedeutung zur Verbesserung des Stadtklimas innerhalb der dicht bebauten und urban vielfältig genutzten Altstadt haben Bäume. Bei der Situierung von Baumneupflanzungen in der bewohnten und dicht bebauten Altstadt sind viele unterschiedliche Belange, wie Außenbestuhlung, Erholung, Feuerwehrzufahrten, Marktstände, o. a. zu berücksichtigen und Kompromisse auszuhandeln.

Der Baumbestand als integraler Bestandteil der Planungen soll weitestgehend erhalten werden. Da zwei Baumstandorte (Gleditschie, Robinie) im Bereich der umgestaltenden Buswendeschleife in der Spitalgasse im Konflikt mit der Neuplanung stehen, soll bei beiden eine Verpflanzung angestrebt werden. Der Baumbestand wird mit raumbildenden Straßenbäumen am Fünferplatz und in der Spitalgasse ergänzt. Im zentralen Bereich am Obstmarkt führen die neuen Obstbäume zusammen mit den geplanten Brunnen zu einem deutlich verbesserten Lokalklima und darüber hinaus zu einem attraktiven, belebten Platz. Alle Bestandsbäume erhalten großzügig bemessene, offene, begrünte Baumscheiben, die der Versickerung und Rückhaltung von Regenwasser dienen.

Es werden innerhalb des Planungsbereiches 42 neu zu pflanzende Bäume vorgeschlagen, einschließlich der genannten Umpflanzungen. Es sollen Hochstämme mit einem Lichtraumprofil vom 3,50 m Höhe verwendet werden, so dass die Nutzung unter deren Krone flexibel ist., z. B. für Außenbestuhlung, Marktstände, Parken. Die Artenauswahl erfolgt entsprechend dem „Standardsortiment für Baumstandorte im Straßenraum“ der Stadt Nürnberg.

Eine Leitidee des Entwurfs ist es, jedem Teilbereich spezifische Baumarten zuzuordnen, die die Charakteristik des Ortes aufgreifen und identitätsstiftend wirken, z. B. Blühbäume mit Obstbaumcharakter am Obstmarkt. Gleichzeitig entspricht die Pflanzung von unterschiedlichen Baumarten dem Wunsch von SÖR nach einer nachhaltigen Begrünung.

Bei den neu gepflanzten Bäumen sind die Baumscheiben in Abhängigkeit des Standortes als offene bzw. wasserdurchlässige (Grün-)flächen oder, im Sinne einer barrierefreien Nutzbarkeit der Flächen, mit einer in die Belagsfläche integrierten Baumscheibe geplant. Die offenen Baumscheiben können zur direkten Versickerung von Oberflächenwasser genutzt werden, deren Bepflanzung dient darüber hinaus der Biodiversität.

Die Pflanzbarkeit der vorgeschlagenen Baumstandorte wurde 2020 anhand von Suchschlitzen im gesamten Planungsbereich geprüft. Um bereits frühzeitig die Lage von Leitungen, Bodendenkmäler und des Obstmarktbunkers und die Auswirkungen auf neue Baumpflanzungen planerisch beurteilen zu können, wurde die Durchführung von Suchschlitze zum Stand der Vorentwurfsplanung beauftragt. Dabei stellt besonders die Bunkeranlage einen Zwangspunkt dar. Das Ergebnis wurde in die Entwurfsplanung eingearbeitet: Um optimale Lebensbedingungen für die Bäume zu schaffen, werden alle Sparten verlegt und neu organisiert, so dass ausreichend Raum für die Baumsparte und die unterirdischen Einrichtungen des Rigolensystems entsteht.

Grünflächen, wassergebundene Flächen

Zusätzlich zu den vorgeschlagenen Bäumen sieht der Entwurf mehr als 700 m² offene bzw. begrünte Flächen vor, die zur direkten Versickerung von Oberflächenwasser genutzt werden und darüber hinaus der Biodiversität dienen. Neben den beidseitig der Fahrbahn angeordneten, bereits vorher genannten, Grünstreifen mit klimatisch-ökologischer Funktion soll die als Stadtratsparkplatz genutzte Fläche am Fünferplatz in einem zweiten Bauabschnitt durch eine Blumenwiese, Pflanztrögen und Sitzgelegenheiten zu einer kleinen, wegen seiner zurückgezogenen Lage, ruhigen Innenstadtoase aufgewertet werden.

Vor dem italienischen Restaurant nördlich der Frauenkirche werden die Standortbedingungen der drei Bestandsbäume und der drei als Ergänzung vorgesehenen neuen Bäume durch eine offenporige, wasserdurchlässige Belagsfläche deutlich verbessert.

Sparten

Im Zuge der Realisierung der Planung ist eine Neuordnung der Sparten vor Beginn der Ausbauarbeiten erforderlich. Mit der Koordinierung der Sparten wurden die externen Planer, Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner/Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, beauftragt.

Im Hinblick auf den Zeit- und Kostenaufwand für die erforderlichen archäologischen Grabungen und Sicherung der kulturhistorischen Funde im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahme wird eine Bündelung der Leitungstrassen auch von der Unteren Denkmalschutzbehörde empfohlen..

Ein Trassenplan, der den unterirdischen Straßenraum unter Berücksichtigung der neuen „Baumsparte“ neu ordnet, wurde mit den Spartenträgern und Fachdienststellen abgestimmt und wird in den weiteren Planungen konkretisiert.

Die Kosten für die neue Trassierung der Sparten sind in der Kostenberechnung enthalten.

Darüber hinaus wurde die Forderung des Stadtentwässerungsbetriebes nach Aufnahme einer Ersatztrasse für den Kanal, damit eine eventuelle Kanalauswechslung ohne Beeinträchtigung der Bäume nach Fertigstellung der Maßnahme möglich ist, in der Kostenberechnung berücksichtigt. Mitaufgenommen wurde aufgrund der geplanten Doppelbaumreihe bzw. aufgrund beengter Untergrundverhältnisse die Kosten für die Verlegung einer Ersatztrasse von der Theresienstraße über den Fünferplatz und westlich des Obstmarktbunkers.

4.5.3 Brunnen und Wasserelemente

Zur Verbesserung des lokalen Mikroklima, der Schallsituation und um der zunehmenden Aufheizung der Innenstadt im Sommer durch Kühlung entgegenzuwirken, werden im Platzbereich des Obstmarktes verschiedene Elemente zum Thema Wasser platziert und dadurch eine hohe Aufenthalts- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raumes erreicht.

Zu Beurteilung der Standorte der Brunnen und Wasserelemente wurden erste Sondierungen zur Lage und Überdeckung des unterirdischen Obstmarktbunkers durchgeführt. In die Entwurfsplanung sind die Ergebnisse mit eingeflossen.

Die Kosten für Auf- und Abbau, Reinigung/Sanierung Stockzahnbrunnen, Apollobrunnen, Fischbrunnen, soweit erforderlich; einschl. neuer Wassertechnik bei Stockzahn- und Apollobrunnen, sowie die Einrichtung eines Trinkwasserbrunnens einschl. Gutachter- und Planungsleistungen sind in der Kostenberechnung berücksichtigt.

4.5.4 Sitzgelegenheiten

Die verschieden gestalteten Sitzelemente aus dauerhaftem Material wie z. B. Faserbeton oder Naturstein werden speziell für den Obstmarkt entwickelt und basieren auf einem modularen System. Insbesondere auf den langen Bänken sind Sitzauflagen und Lehnen aus Holz oder Holzlaminat vorgesehen. Gleichzeitig gibt es mobile (aber nicht tragbare) Elemente, die flexibel zur Steuerung ungewünschter Verkehre einsetzbar sind und bei Großveranstaltungen für notwendige, temporäre Nebeneinrichtungen entfernt werden können.

Bei der bestehenden Silber-Linde auf dem Obstmarkt und unter dem Berg-Ahorn am Chor der Frauenkirche gibt es zwei individuell gestaltete Bänke als Rund- bzw. Halbrundbank. Diese gewährleisten gleichzeitig einen gewissen Schutz der Baumstämme.

4.5.5 Beleuchtung

Für die Straßenbeleuchtung ist eine Beibehaltung bzw. Erneuerung der Überspannungsbeleuchtung vorgesehen. Bestehende Überspannungen werden erneuert bzw. ergänzt und mit neuen Leuchten versehen. In den Bereichen, wo es keine Überspannung gibt und eine solche auch wegen fehlender Anschlagpunkte nicht möglich ist, werden Leuchtstelen vorgeschlagen. Dies betrifft den Bereich des Fünferplatz im Norden und insbesondere auch das Umfeld der Frauenkirche.

4.5.6 Einbindung des Kunstprojektes „Obstmarktbunker“

Das Kunstprojekt „Obstmarktbunker“ wurde von Anja Schoeller in einem ortsspezifischen Beteiligungs-Kunstprojekt mit Zeitzeugen und Bürgern der ehemaligen "Sebalder Steppe" in St. Sebald in der nördlichen Altstadt als Erinnerungs-Denkmal ab 2017 entwickelt.

Das Projekt besteht in der Sichtbarmachung und Gestaltung des Aufgangs des Obstmarktbunkers an der Oberfläche. Das Kunstprojekt soll in die Umgestaltung des Obstmarktes mit einbezogen werden. Erste Abstimmungsgespräche mit der Künstlerin haben stattgefunden.

Der Beirat Bildender Kunst (BBK) hat die Umsetzung des Projektes am Bunkeraufgang befürwortet.

Die Finanzierung des Kunstprojektes ist in die Maßnahme „Umgestaltung Obstmarkt“ aufgenommen.

4.5.7 Ort zur historischen Bedeutung des Hauptmarktes als zentraler Ort Nürnbergs Es ist seit vielen Jahren politischer Wunsch, einen Ort zur wechselvollen Geschichte des Hauptmarktes anzubieten. In den aktuellen Planungen zur Umgestaltung des Obstmarktes wird ein Standort für eine spezielle Info-Stele nahe der Frauenkirche vorgeschlagen.

Erste Gespräche innerhalb der Verwaltung und u. a. mit Geschichte für alle e. V. bezüglich einer angemessenen Gestaltung des Denkmals und Präsentation der vielschichtigen, historischen Inhalte haben stattgefunden. Für die Vermittlung kulturhistorischer Inhalte wird eine virtuelle Lösung angestrebt.

Bei der Gestaltung des Objekts und bei der Standortwahl ist zu berücksichtigen, dass – unabhängig seiner historischen Ausprägung - die gesamte Fläche des Hauptmarktes durch Märkte und Veranstaltungen ganzjährig stark genutzt wird. Gleichzeitig sind Flächen für Anlieferung, Feuerwehrzufahrt, etc. von Einbauten freizuhalten.

Einen würdigen und geeigneten Standort für die Aufstellung einer Stele mit Geschichtsbezug sieht der Entwurf am Rand des geplanten „Baumhaines“ südlich der Frauenkirche im Übergang zum Hauptmarkt. Auch an diesem Ort befand sich im Mittelalter das Nürnberger Judenviertel. Die Stele würde dem Ort eine Identität geben und seine Besonderheit hervorheben.

Die Gestaltung der Stele, ihre Ausstattung und kulturhistorischen Inhalte werden innerhalb der Verwaltung weiter abgestimmt.

5. Kosten der Maßnahme

Auf Grundlage der Kostenberechnung von Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner/Schüßler- Plan Ingenieurgesellschaft mbH vom 22.03.2022 ergeben sich aktuell noch Gesamtkosten der Maßnahme in einer Höhe von brutto 11.194.963 Euro, gerundet 11.200.000 Euro.

Die Gesamtkosten gliedern sich auf wie folgt::

● Herstellung der Platzfläche (Kostengruppe 200/Herrichten und Erschließen, 500/Außenanlagen, 600/Ausstattung und Kunstwerke)

Auf der Grundlage der Kostenberechnung von Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner/Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH belaufen sich die Gesamtbaukosten für die Platzfläche auf brutto 10.046.563 Euro.

In den Gesamtbaukosten sind u. a. folgende Kosten berücksichtigt:

soweit erforderlich; einschl. neuer Wassertechnik bei Stockzahn- und Apollobrunnen

Beeinträchtigung der Bäume nach Fertigstellung in Teilbereichen

Kunstprojekt „Obstmarktbunker“ und Aufstellen einer Stele zur historischen Bedeutung des Hauptmarktes

Darüber hinaus sind Folgekosten für die ungebundenen Tragschichten enthalten:

Folgejahren in einer Höhe von brutto 30.940 Euro

● Kunstprojekt Obstmarktbunker in einer Höhe von 30.000 Euro

● Baunebenkosten (Kostengruppe 700) Die Baunebenkosten in einer Höhe von 1.118.400 Euro enthalten die erforderlichen Gutachten (Erweiterung des Bodengutachtens, Statisches Gutachten) für die Brunnen- und Freianlagenplanung, das Planungshonorar für die noch zu vergebende Brunnenplanung und das Planungshonorar für Schegk Landschaftsarchitekten Stadtplaner/Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH einschl. Bauverwaltungskosten.

In den Gesamtkosten der Maßnahme sind nicht enthalten: ● Anschaffung von elektrobetriebenen Fahrzeugen zum Transport der Glühweintassen während der Zeit des Christkindlesmarkt zur temporären Versorgungs- und Entsorgungsstation am Fünferplatz

6. Finanzierung und zeitliche Umsetzung

Die Maßnahme "Umgestaltung Obstmarkt" ist im MIP 2022 - 2025 als eigene Maßnahme mit Finanzmitteln in einer Höhe von 11.000.000 Euro eingestellt.

Der MIP Ansatz ist mit 11,0 Mio. € bemessen, die Planung wird in den nächsten Leistungsphasen so angepasst, dass dieser Rahmen eingehalten werden kann. Die Maßnahme ist im Rahmen der Städtbauförderung (Sanierungsgebiet Nördliche Altstadt) grundsätzlich förderfähig. Unter Berücksichtigung der förderfähigen Kosten sind zweckgebundene Mittel aus der Städtebauförderung in einer Höhe von rund 60 % vorgesehen.

Um die weiteren Detailplanungen und die für die archäologischen Grabungen und Spartenneuordnung als Grundlage zu leistenden Gutachten- und Planungsleistungen im Vorfeld sicherzustellen, stehen für die Beauftragung weiterer Planungsschritte in 2022 noch nicht gebundene bisher bereitgestellte Finanzmittel in ausreichender Höhe zur Verfügung.

Vorbehaltlich der Beschlussfassung und der Mittelbereitstellung sowie des zeitlichen Verlaufs der weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren ist ein Baubeginn frühestens ab 2024 möglich.

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