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← Sitzung des Jugendhilfeausschusses (30.09.2021)

2.2 Beilage Ergebnisbericht zu den Prüfgebieten

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Gostenhof Langwasser Jugendhilfeausschuss Gibitzenhof Altstadt Schweinau Höfen Hasenbuck Sündersbühl Muggenhof Galgenhof Steinbühl St. Leonhard St. Peter Eberhardshof Schoppershof St. Lorenz Soziales & Gesundheit Schule & Bildung Stadtentwicklung & Planung Wohnen & Bauen Verkehr & Mobilität

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage 2.2

zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 30.09.2021

Handlungsstrategie Stadtteilkoordination: Bericht zu den Prüfgebieten

1. Hintergrund

Stadtteilkoordination ist eine Interventionsstrategie des Sozialreferats für sozial besonders herausgeforderte Gebiete. Ziel ist es, sozial belastete Stadtteile mit hohen Integrations- und Inklusionsanforderungen durch verlässliche Strukturen zu entlasten und zu stabilisieren. Konkret geschieht dies durch

 den Aufbau und die Erweiterung von lokalen Netzwerken sowie von strategischen Unterstützerkreisen,  die Gestaltung und Intensivierung von Stadtteilkommunikation,  das Treffen stadtteilprogrammatischer Absprachen,  die Vermittlung von stadtteilbedarfsbezogenen Programmen und Maßnahmen sowie  die Vernetzung von sozialen, kulturellen und schulischen Angeboten.

Stadtteilkoordination ist aktuell in Galgenhof/ Steinbühl, Gibitzenhof/ Rabus, Gostenhof, Eberhardshof/ Muggenhof und St. Leonhard/ Schweinau/ Sündersbühl eingesetzt.

Das Referat für Jugend, Familie und Soziales wurde im Jugendhilfeausschuss im Dezember 2019 beauftragt, zu prüfen, ob es weitere Stadtgebiete in Nürnberg gibt, die einer Stadtteilkoordination bedürfen. Anlass für den Prüfauftrag war die Bestätigung, dass Stadtteilkoordination Verlässlichkeit und Unterstützung in einen belasteten Stadtteil bringen kann. Im Rahmen des seit 2018 existierenden Sozialraummonitorings des Sozialreferats sind weitere statistische Bezirke in den Blick geraten, die bzgl. bestimmter soziodemografischer und sozioökonomischer Merkmale Auffälligkeiten aufweisen und der Situation in den bereits koordinierten Stadtteilen ähneln. Diese sind Gegenstand des Prüfauftrags.1 Dem Jugendhilfeausschuss wurden acht Gebiete zur Prüfung vorgeschlagen, die nach Aktualisierung des Sozialraummonitorings im Jahr 2020 um zwei weitere statistische Bezirke ergänzt wurden (s. Anlage 1).

2. Vorgehensweise

Die ausgewählten Prüfgebiete wurden in einem fünfstufigen Verfahren vertieft untersucht:

a) Kleinräumige Datenauswertung auf Basis statistischer Distrikte: Dies war eine wichtige Voraussetzung, um ein genaueres Bild der sozialen Situation im Stadtteil zu bekommen: Ist der gesamte Bezirk gleichermaßen betroffen oder gibt es einzelne, kleinere Gebiete, die – im Positiven wie im negativen Sinne – vom Gesamtwert abweichen? So zeigte sich bspw. im Bezirk Schoppershof (81), dass sich dessen zwei Distrikte Elbinger Straße (810) und Leipziger Straße (811) ausgleichen. Die Werte für

1 vgl. JHA-Sitzung vom 19.12.2019: TOP 1 „Handlungsstrategie Stadtteilkoordination – Aufgabe im Wandel“; https://online-service2.nuernberg.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=22089

den Bezirk sind damit nur bedingt aussagekräftig: Gibt es z.B. für den Bezirk insgesamt eine durchschnittliche Wohnfläche pro Person von 38,5 qm, so ist diese im Distrikt Elbinger Straße mit 45 qm pro Person deutlich höher als der Wert für die Gesamtstadt, während im Distrikt Leipziger Straße mit nur 33 qm pro Person ein sehr geringer Wert erzielt wird. Auch andere Indikatoren im Bezirk zeigten diese „ausgleichende“ Struktur, so dass deutlich wurde, dass ein Großteil der sozialen Belastung des Bezirks auf die Situation im Distrikt Leipziger Straße zurückzuführen ist. Ein weiteres wichtiges Element der kleinräumigen Auswertung war zudem die Identifikation (de facto) nicht bewohnter Distrikte, die in die weitere Betrachtung nicht mehr eingeflossen sind. Zudem hat dies Auswirkungen auf die Bevölkerungsdichte in einem Bezirk. Sie kann für die einzelnen Distrikte deutlich höher sein, wenn es viele nahezu unbewohnte Distrikte gibt. Dies war z.B. in Ludwigsfeld (10) der Fall. Dort hat einer von fünf Distrikten (Meistersingerhalle – 104) nahezu keine Einwohner/-innen. Die Bevölkerungsdichte ist in den anderen Distrikten teilweise deutlich höher als der Wert für den Bezirk vermuten lässt. b) Bestandsaufnahme von Einrichtungen und Angeboten: Dies umfasste soziale und Bildungseinrichtungen, Vereine, Verbände und Multiplikatoren, Glaubensgemeinschaften, Sportvereine, kulturelle Einrichtungen sowie öffentliche Orte der Begegnung und Freizeitgestaltung (Spiel- und Sportplätze, Grünflächen, …). Eingeflossen sind ebenso bereits bestehende Netzwerkstrukturen wie z.B. Seniorennetzwerke. Die untersuchten Angebote waren jene, die vorwiegend über Kitas und Schulen junge Menschen erreichen sollen und die im Arbeitsprogramm gegen Kinder- und Jugendarmut als besonders hilfreich erachtet wurden, um Armut zu lindern und zu verhindern. Untersucht wurde, inwieweit diese Angebote im Stadtteil ankommen und wie viele Kinder, Jugendliche und/ oder junge Erwachsene sie in verschiedenen Altersgruppen erreichen. In der künftigen Betrachtung von sozial angespannten Gebieten sollen diese Bestandsaufnahmen verstärkt auch auf andere Altersgruppen ausgeweitet werden. Anhaltspunkte liefert hierbei sowohl das Arbeitsprogramm gegen Altersarmut des Seniorenamts als auch weitere Planungen und Strategien des Stabs Armutsprävention im Sozialamt. c) Analyse von städtischen Fachplanungen für den Bezirk: Ergänzend zum Status quo im Untersuchungsgebiet wurde ein Blick in bestimmte relevante Fachplanungen geworfen, um zukünftige Entwicklungen abschätzen zu können. Dazu gehörte die Kita-Ausbauplanung, die Jugendhilfeplanung Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Ausbauplanung der Seniorennetzwerke, der Masterplan Ganztag, die Schulentwicklungsplanung, die Spielplatzplanung, der Masterplan Freiraum, die Integrierten Stadtentwicklungskonzepte (InSEK), Unterlagen zu Stadterneuerungsprozessen, die Analyse der Bauflächenpotenziale und Gewerbeflächen sowie des städtischen Einzelhandelskonzepts. d) Vor-Ort-Termine: Um einen direkten Eindruck der Verhältnisse vor Ort zu gewinnen, wurde jedes Prüfgebiet von einer Mitarbeiterin der Regiestelle Sozialraumentwicklung aufgesucht und die Einrichtungen und weitere wichtige Orte im Stadtteil fotografiert. Dies lieferte wichtige Erkenntnisse zu räumlichen Gegebenheiten (große, trennende Straßen, Mobilitätsaspekte wie Fahrradwege, ÖPNV-Anschluss, Barrierefreiheit der Fußwege und Höhenunterschiede im Stadtteil), weiteren Einrichtungen, die bislang noch nicht bekannt waren, Stadtteilatmosphäre und Lebensqualität (z.B. Sauberkeit der Grünflächen und Spielplätze).

e) Seismografentreffen: Die Ergebnisse der ersten vier Prüfschritte wurden anschließend mit den vor Ort tätigen Mitarbeitenden von Jugendamt, Sozialamt und Seniorenamt besprochen. Vertreten waren jeweils Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen städtische Kindertageseinrichtungen (J/B1), Jugendsozialarbeit an Schulen (J/B2), Offene Kinder- und Jugendarbeit (J/B2), Allgemeiner Sozialdienst (J/B3), Fachberatung freier Träger von Kindertageseinrichtungen (J/B4), Stab Armutsprävention (SHA/2), Sozialpädagogischer Fachdienst (SHA/2), Bereich Wohnen (SHA/3), quartiersbezogene Seniorenarbeit (SenA/2) sowie die Mitarbeiterinnen der Regiestelle Sozialraumentwicklung und ggf. Stadtteilkoordination, wenn deren Gebiete in unmittelbarer Nachbarschaft der Prüfgebiete lagen. Lagen zwei Gebiete in direkter Nachbarschaft zueinander, wurden diese in einem gemeinsamen Treffen behandelt. Die Seismografentreffen halfen, die Befunde einzuordnen, zu bestätigen, zu erweitern oder zu korrigieren und weitere Eindrücke aus der konkreten sozialen Arbeit vor Ort zu erfahren und in die Planungen einzubeziehen. In manchen Gebieten wurden im Anschluss noch weitere Gespräche mit wichtigen Akteuren anderer Dienststellen und freier Träger geführt (z.B. Kulturläden, Wohnungsbaugesellschaften, Seniorennetzwerke). Zudem wurden die Arbeitsschritte und Zwischenergebnisse kontinuierlich in der referatsinternen AG Soziale Stadtentwicklung gespiegelt.

3. Ergebnisse

In nahezu allen Prüfgebieten treten folgende Phänomene auf:  Der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund (Deutsche und Ausländer/innen) ist in nahezu allen Prüfgebieten teils deutlich erhöht im Vergleich zu den gesamtstädtischen Werten. Dies ist per se kein problematischer Befund, weist aber darauf hin, dass diese Stadtteile hohe Integrationsleistungen für die Gesamtstadt erbringen und deren Einrichtungen ggf. mehr Unterstützung bei dieser Aufgabe benötigen als Einrichtungen in anderen Stadtteilen.  Die Wohnflächen sind oft deutlich geringer als im städtischen Durchschnitt, was die besondere Bedeutung von qualifizierten Frei- bzw. Erholungsräumen und Orten der Freizeit und Begegnung (soziale Treffpunkte, Spiel- und Grünflächen, Einrichtungen der Jugendarbeit) betont.  Selbstverständlich gibt es in allen Nürnberger Bezirken Angebote für Kinder und

Jugendliche. Dennoch ist auffällig, dass Einrichtungen und Angebote der Kinder-

und Jugendarbeit und Kitaplätze meist noch nicht bedarfsgerecht ausgebaut wurden oder die Schulraumsituation besonders angespannt ist. Auch sind Wege für kleinere Kinder oft zu weit oder Jugendliche haben keine Freiräume ohne Konsumzwang bzw. werden im öffentlichen Raum als „störend“ empfunden, was besonders in Kombination mit geringen Wohnflächen problematisch ist.  Viele der Prüfgebiete sind Transformationsorte, d.h. sie werden in den nächsten Jahren viel Nachverdichtung erfahren, neue, größere Baugebiete wurden ausgewiesen oder sie befinden sich in der Nähe von neu geplanten Stadtteilen (z.B. Höfen: Tiefes Feld, Hasenbuck und Rangierbahnhof-Siedlung: Brunecker-Areal/ Lichtenreuth). Dies hat unmittelbar positive wie negative Auswirkungen auf die (soziale) Infrastruktur und Lebensqualität im Stadtteil.  Zudem zeigen sich in vielen der Prüfgebiete Grünflächendefizite, was stadtklimatisch, aber auch unter dem Aspekt der Erholung und Begegnung (s. Wohnflächen) ein schwieriger Befund ist, zugleich aber unter dem Aspekt der Flächenkon-

kurrenzen differenziert betrachtet werden muss. In den hochverdichteten Gebieten muss es darum gehen, kreative Lösungen zu finden, wie grüne Naherholungsräume UND soziale Infrastruktur gleichermaßen realisiert werden können.

Weitere auffällige Befunde waren:  Teils doppelt so hohe Bevölkerungszuwächse seit 2012 in einigen Bezirken im Vergleich zur Gesamtstadt (z.B. Höfen, Ludwigsfeld, Schoppershof).  Diese sind oft gekoppelt mit einem weiterhin sehr hohen prognostizierten Bevöl-

kerungsanstieg bis 2035. So wird für Höfen ein fünfmal so hoher Anstieg vo-

rausgesagt, für Ludwigsfeld ein dreimal so hoher und für die Lorenzer Altstadt ein gut doppelt so hoher.  Zudem gibt es in vielen der Bezirke eine sehr hohe Wanderungsdynamik, was auf instabile Nachbarschaften und wenig Identifizierung mit dem Wohnumfeld hindeutet (z.B. Höfen, Ludwigsfeld, Lorenzer Altstadt).  Auffällig erweisen sich darüber hinaus vielfach Daten zu Sozialleistungsbezü-

gen wie Mindestsicherungsquote oder der Anteil von SGB-II-Beziehenden an al-

len Minderjährigen. So sind bspw. in Glockenhof, Ludwigsfeld und Langwasser- Südost rund ein Viertel aller Minderjährigen im SGB-II-Bezug. In Langwasser- Südost, Ludwigsfeld und Schoppershof zeigt sich eine deutlich erhöhte Mindestsicherungsquote.

Aus dem oben beschriebenen Verfahren ergeben sich folgende Ergebnisse pro untersuchtem statistischen Bezirk:

01: Altstadt (St. Lorenz)
Charakteristik:  Zentrum/ „Wohnzimmer“ der Stadt bei verhältnismäßig viel Wohnraum; optimale ÖPNV-Anbindung, kurze Wege  viele (soziale) Einrichtungen; hohes Vernetzungspotenzial, teilweise aber gesamt- städtische Ausrichtung  hohe Aufmerksamkeit, hohe „Planungsdichte“: InSEK Altstadt, InSEK Nürnberg am Wasser, Masterplan Freiraum, Stadterneuerung, …  Bedürfnisse der Bewohner/-innen und Bedürfnisse anderer Nutzer/-innen (Touris- ten, Beschäftigte, Vergnügungssuchende, …) relevant  höchste Wanderungsdynamik in der gesamten Stadt  Ankommens- und Durchgangsstadtteil/ „Lebensabschnittswohnort“  Nebeneinander vielfältiger Lebensstile und Subkulturen  keine Quartiersidentität, wenig nachbarschaftliches Miteinander  Bevölkerungsvorausberechnung bis 2035 überdurchschnittlich hoch  Konzentration auf einzelne Distrikte (Zuwachs zwischen 13% und 16%)  erhöhter Anteil an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und starker Anstieg (insb. Nicht-EU-)Ausländer/-innen  Clusterbildung in einigen Distrikten  systematische Einmietung von südosteuropäischen Arbeitszuwandernden in kleine, baufällige Wohnungen zu überhöhten Mieten  Abnahme Deutsche ohne Migrationshintergrund  soziale Lage ist diffus  Anstieg Minderjähriger im SGB II entgegen städtischem Trend  Arbeitslosigkeit sinkt weniger stark als in der Gesamtstadt  Mindestsicherung unauffällig, aber Armut ohne Leistungsbezug (Arbeitsmigration, s.o.)  eingeschränktes Wohnangebot  höchstes Mietpreissegment in der gesamten Stadt  Mangel an großen Wohnungen und kooperativen/ Service-Wohnformen  Wohnfläche pro Person nimmt ab  geringe Wohnflächen in den Distrikten „016 Luitpoldstraße“ und „018 Jakobsplatz“  hoher Modernisierungsbedarf (Barrierefreiheit, energetische Standards, Zu- schnitte, Ausstattung)  Distrikt „018 Jakobsplatz“ hoch belastet:  Sozialraumtypisierung: „sozial angespannt“  hoher Zuzug Familien  zwei Drittel aller Bewohner/-innen mit Migrationshintergrund  Bevölkerungsvorausberechnung bis 2035: +16%  sehr hohe Wanderungsdynamik, also sehr instabile Nachbarschaften  Wohnfläche pro Person: 32 qm  Rotlichtviertel
Handlungsbedarfe:  mehr Unterstützung für Familien mit Zuwanderungsgeschichte (insb. aus Südosteu- ropa), z.B. Sprachförderung für Kinder, Stadtteilmütter, NEST, Initiativen, um Dauer des Kitabesuchs zu steigern  mehr Orte ohne Konsumzwang
Einrichtung Stadtteilkoordination: nein Begründung: Gebiet zu klein; aufgeworfenen Herausforderungen kann durch zusätzliche Angebote und die sozialen Regeldienste begegnet werden.
10 & 11: Ludwigsfeld & Glockenhof
Charakteristik:  urbane Quartiere in Innenstadtnähe  Bezirke erbringen hohe Integrationsleistungen, sind Ankommens- und Durchgangs- stadtteile  nahezu doppelt so starke Zunahme an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Vergleich zur Gesamtstadt  Ausstattung mit sozialer Infrastruktur ist gut, aber nicht immer bedarfsdeckend  hohes Vernetzungspotenzial  auch Einrichtungen außerhalb der Bezirke haben gute Kontakte, z.B. zur Schar- rerschule (Aktivspielplatz Goldbach, Kulturladen Zeltnerschloss, Kinder- und Ju- gendhaus Pastorius)  Ludwigsfeld als starker Inklusions-Standort  Transformationsstandorte mit viel Neubautätigkeit und gleichzeitig hoher Konzentration von sozialen Problemlagen, insb. im Distrikt St. Peter (100):  verfestigte Armut: Rückgang an Arbeitslosen und Bedarfsgemeinschaften mit Kin- dern nur sehr gering  Abnahme durchschnittliche Wohnfläche/ Person  Konzentration von GU und Obdachlosenwohnungen  hohe Wanderungsdynamik: instabile Nachbarschaften  starker Anstieg an Seniorinnen und Senioren  Glockenhof ist nach Galgenhof und Steinbühl der Bezirk mit der höchsten Bevölke- rungsdichte in Nürnberg
Handlungsbedarfe:  kostenlose Nachhilfe, Sprachbildung für Kinder und Erwachsene, Integrationskurse vor Ort (südpunkt als nächste Anlaufstelle ist zu weit weg), Familienbildungsangebote feh- len  Unterstützung durch bürgerschaftliches Engagement, v.a. für Kinder, Jugendliche und Familien, in die Bezirke lenken (z.B. Lesepaten)  selbstverwaltete Räume für Jugendliche und Spielplätze fehlen  Begegnungsorte/ soziale Treffpunkte fehlen vor allem in Ludwigsfeld  Angebote, die Alltagsstruktur geben  Kursräume für ältere Menschen fehlen  gesunde, günstige Ernährung ist wichtiges Thema  günstiger Mittagstisch fehlt  Kinder/ Jugendliche kommen oft hungrig oder mit ungesunden Lebensmitteln in die Einrichtungen  Grünflächen sind ungepflegt/ verschmutzt  Bewegungsparcours für Senior/-innen gewünscht
Einrichtung Stadtteilkoordination: ja Begründung: Hochverdichtete Bezirke mit viel Neubautätigkeit. „Ankommensstadtteile“ mit hohen Integrationsanforderungen. Hohe Konzentration an sozialen Problemlagen, teilweise Überforderung der sozialen und Bildungseinrichtungen. Engagierte potenzielle Netzwerk- partner, die an einer gedeihlichen Entwicklung der Bezirke interessiert sind und sich ein- bringen würden.
31 & 40: Rangierbahnhof-Siedlung & Hasenbuck
Charakteristik:  nicht sehr zentrale, aber gut angebundene Wohnquartiere mit günstigen Mietpreisen  Besonderheit: Rangierbahnhof- und Planetenring-Siedlung als geplante Stadtteile unter Ensembleschutz (Jahrhundertwende bzw. 1950er Jahre)  Bezirke rahmen den Transformationsstandort Brunecker-Areal/ Lichtenreuth ein  innerhalb der Bezirke jedoch kein Transformations-/ Baupotenzial  stabile Stadtteile  weder hohe Wanderungsdynamik, noch starke Zu- oder Abwanderung  Ausnahme: Distrikt 311 Planetenring (steigende Wanderungsdynamik, ggf. insta- biler werdende Nachbarschaften)  Prognose: leichte Schrumpfung  demografischer Wandel  alternde Stadtteile – Infrastruktur und Angebotslage für diese Zielgruppe gut aus- gebaut  starke Zunahme Menschen mit Migrationshintergrund/ Ausländer/-innen im Bezirk Rangierbahnhof-Siedlung  soziale Lage:  Transferleistungsquoten im Vergleich zur Gesamtstadt erhöht  entgegen dem städtischen Trend sogar leichte Steigerung seit 2012 im Bezirk Rangierbahnhof-Siedlung  knappe und abnehmende Wohnfläche  soziale Infrastruktur:  Schwerpunkt auf Älteren  kaum familienunterstützende Strukturen
Handlungsbedarfe:  Infrastruktur und Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien ausbauen, z.B. Aktiv- spielplatz, Nachhilfe, Hausaufgabenhilfe, Beratungsinfrastruktur für Familien (Familien- zentrum, Erziehungsberatung), Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit  sozialen Treffpunkt einrichten (offenes Konzept für Kinder, Jugendliche, Familien, äl- tere Menschen)  Planungen auf dem Brunecker-Areal müssen die beiden Bezirke mit einbeziehen und eine gute Anbindung/ Vernetzung schaffen (sowohl, was die Wegebeziehungen als auch die Vernetzung der Einrichtungen und Angebote angeht)  eine evtl. Aufwertung der beiden Bezirke im Zuge der Bebauung des Brunecker-Areals darf nicht zu Verdrängung der angestammten Bewohnerschaft führen  Vernetzung der Einrichtungen in den beiden Bezirken ist ausbaufähig
Einrichtung Stadtteilkoordination: ja Begründung: Defizite in der sozialen Infrastruktur und der Vernetzung der existierenden Einrichtungen bei gleichzeitig hohem Anteil an Menschen in komplexen Problemlagen. Nähe zu größtem Neubaugebiet in der Stadt bedingt besondere Aufmerksamkeit auf die Entwicklungen in den beiden existierenden Stadtteilen.
33 & 36: Langwasser-Nordost & Langwasser-Südost
Charakteristik:  geplante Bezirke am Stadtrand  Funktionstrennung in Wohn-, Gewerbe- und Grünflächen  eingerahmt und durchschnitten von Bahntrassen und Hauptverkehrsstraßen  hoher Grünanteil  Bezirke verhalten sich in einigen Aspekten anders als die Gesamtstadt  Bevölkerungsentwicklung bei Kindern, Jugendlichen und Senior/-innen von 2012 bis 2019  Bevölkerungsvorausberechnung negativ: schrumpfende Bezirke  wenig Wanderung: stabile Bezirke, teilweise noch Erstbezug, fehlende finanzielle Möglichkeiten für Wegzug  wenig Probleme mit Kita-Ausbau und Schulentwicklungsplanung  Überalterungstendenzen  starker Standort für Seniorenwohnen  teilweise noch Erstbezug  hoher Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund  Anstieg v.a. durch Ausländer/-innen  Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund teilweise stark rückläufig  erhöhter Sozialleistungsbezug  Minderjährige stark rückläufig  Mindestsicherungsquote i.W. stabil  hohes Transformations- und Neubaupotenzial, v.a. in Langwasser-SO
Handlungsbedarfe:  Unterstützungsangebote für Eltern, z.B. Heranführung an EDV, lebenspraktische Ange- bote, Übersicht über vorhandene Unterstützungsstrukturen  zusätzlicher Bedarf an selbstverwalteten Räumen für Jugendliche, der über existie- rende Einrichtungen nicht aufgefangen werden kann  EDV-Unterstützung für Ältere  es fehlen Räume für Seniorenangebote in Langwasser-NO  bessere Einbindung von Langwasser-NO in die existierenden Netzwerkstrukturen  Nachverdichtung könnte zu Verringerung der Grün- und Freiflächen und damit zu Nut- zungskonflikten führen
Einrichtung Stadtteilkoordination: nein Begründung: Auffällige Sozialraumindikatoren, aber Entwicklung über die letzten Jahre sehr positiv. Gut ausgebaute Netzwerkstruktur im Stadtteil (Stadtteilforum Langwasser mit AKs), Quartiersmanagement wird Anfang 2022 eingerichtet. Vorhandene Infrastrukturdefi- zite sind meist gesamtstädtisch zu bearbeitende Themen, die bereits auf der Agenda der jeweiligen Dienststellen stehen (z.B. digitale Ausstattung in Kitas).
50: Hohe Marter
Charakteristik:  Bezirk mit mehreren unverbundenen Wohngebieten  Distrikt 505 (Olivenweg) räumlich und sozial isoliert (Abgrenzungstendenzen an- derer Einrichtungsnutzer/-innen feststellbar), mehrere Obdachlosenunterkünfte, hohe Dichte an sozialen Problemlagen, schlechte Infrastruktur  überdurchschnittlich hoher Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund  Bevölkerungszusammensetzung in Vergangenheit und Zukunft i.W. stabil  Geburtensaldo und Nettowanderungsrate deuten auf unattraktives Wohnumfeld hin  soziale Lage ist angespannt, hat sich in der Vergangenheit jedoch verbessert  beengte Wohnverhältnisse bei gleichzeitigem Mangel an Treffpunkten/ sozialen Zen- tren/ Freiräumen  soziale Infrastruktur ist ausbaufähig  Bildung, Betreuung und Erziehung  Angebote/ Treffpunkte für Jugendliche  Schulentwicklung  Angebote für ältere Menschen
Handlungsbedarfe:  besonderes Augenmerk auf Situation im Distrikt 505 (Olivenweg) und gezielte Ange- bote für Bewohnerschaft  Sprachförderung und interkulturelle Angebote in den Kitas  Schaffung qualifizierter Freiflächen/ Erholungs-/ Begegnungsräume  Schaffung Nachbarschaftstreff
Einrichtung Stadtteilkoordination: ja Begründung: Viele der ansässigen Einrichtungen orientieren sich bereits Richtung StaKo- Gebiet St. Leonhard/ Schweinau/ Sündersbühl und wünschen sich Vernetzung, Ressource zur Bearbeitung des Gebiets fehlt jedoch. Soziale Problemlagen der Bewohnerschaft und defizitäre Infrastruktur rechtfertigen Einsatz von Stadtteilkoordination. Dies gilt verstärkt für den Distrikt 505 „Olivenweg“.
63: Höfen
Charakteristik:  großer, locker besiedelter Bezirk mit drei dörflichen „Inseln“ und großen Gewerbegebie- ten  nur scheinbar wachsender Bezirk:  Kleinreuth b. Schweinau: moderat in der Vergangenheit (+8%), sehr starker Zu- wachs erwartet (+34%); Entwicklungsgebiet „Tiefes Feld“!  Höfener Straße: starkes Wachstum in der Vergangenheit (+19%), Prognose stabil  Leyh: kein Wachstum in der Vergangenheit, Prognose stabil  überdurchschnittlich hohe Zunahme an Bewohner/-innen mit Migrationshintergrund  Kleinreuth b. Schweinau moderat (+6%)  Höfener Straße und Leyh stark (+17% bzw. +9%)  Bevölkerungsanstieg sowohl bei Minderjährigen (stark; Migrationseffekte) als auch bei Senior/-innen (moderat; „altern mit“)  soziale Lage angespannt: erhöhte Anteile und geringere Abnahme bei minderjährigen SGB-II-Empfangenden; Anstieg Bedarfsgemeinschaften mit Kindern; Zahl der Empfan- genden von Mindestsicherungsleistungen gestiegen; prekäre Wohnverhältnisse  soziale Infrastruktur kaum vorhanden  kaum Möglichkeiten der Begegnung (keine Kneipen, Restaurants, Vereinsheime etc.)  Wanderungsraten (Maß für Wanderungsdynamik):  hohe Wanderungsdynamik: instabile Nachbarschaften  Abwanderungen in Leyh und Höfener Straße: Unattraktivität  Kleinreuth b. Schweinau stabil
Handlungsbedarfe:  GU sind abgebaut, dennoch weiter hohe Integrationsbedarfe  soziale Treffpunkte/ Nachbarschaftstreffs/ Kursräume, an die weitere Angebote (z.B. Kinder- und Jugendarbeit, soziokulturelle Angebote, Bildungsangebote) andocken kön- nen  Orte für Jugendliche und Spielplätze fehlen  gute Planung der Wegeverbindungen zwischen Höfen und Tiefem Feld, so dass die Höfener Bevölkerung vom Neubaugebiet profitieren kann
Einrichtung Stadtteilkoordination: nein Begründung: Stadtteilkoordination eignet sich nicht für die zerklüftete Gebietsstruktur in Höfen. Zielführend wäre die Einrichtung eines oder mehrerer Nachbarschaftstreffs mit mul- tifunktional nutzbaren Räumen für Kurse, Vereinstreffs und andere Angebote. Flankiert werden sollte dies durch mobile/ aufsuchende Angebote.
81: Schoppershof
Charakteristik:  gut an den ÖPNV angebundener Bezirk in Innenstadtrandlage  Brutto- und Nettowanderungsraten unauffällig  stabile Nachbarschaften  weder starke Zu- noch Fortzugstendenzen: sowohl Attraktivität als auch Klebe- effekt  attraktive Wohnquartiere für Familien  starke Zunahme Minderjähriger bei gleichzeitigem Rückgang der Generation 65+  Distrikt 810 Elbinger Straße unauffällig  Distrikt 811 Leipziger Straße mit Auffälligkeiten:  eher junger Stadtteil  Anstieg der Bevölkerung um +20% seit 2012  Bevölkerungsvorausberechnung überproportional im Vergleich zur Gesamtstadt (+6%)  Nachverdichtung in Vergangenheit und Zukunft  Anteil Migrationshintergrund überproportional hoch (v.a. Ausländer/-innen)  soziale Lage angespannt, aber deutliche Verbesserungen seit 2012  beengte Wohnverhältnisse und weiter abnehmende Wohnfläche  viele Menschen mit komplexen Problemlagen, die die örtlichen Einrichtungen an ihre Grenzen bringen aber auch:  innovative neue Wohnformen und engagierte Wohnungsbaugesellschaft  soziale Infrastruktur gut ausgebaut, breite, engagierte Trägerlandschaft  gute Versorgung mit Grün- und Freiflächen sowie kommerziellen und nicht-kom- merziellen Angeboten (Freizeit, Sport, Nahversorgung)  Netzwerkstrukturen vorhanden
Handlungsbedarfe:  weiterer Kita-Ausbau  Angebote für Menschen, die nicht im Sozialleistungsbezug sind, aber dennoch wenig finanziellen Spielraum haben (z.B. Hausaufgaben- und Nachhilfe)  Sprachförderangebote für Kinder und Erwachsene  Unterstützungsstruktur für Kinder mit Inklusionsbedarfen  Familienbildung und -beratung (Eltern-Kind-Angebote, Angebote für Alleinerziehende)  Ausbau „unpädagogischer“ Freiflächen für Jugendliche
Einrichtung Stadtteilkoordination: nein Begründung: Auffällige Sozialraumindikatoren, aber Entwicklung über die letzten Jahre sehr positiv. Gut ausgebaute und funktionierende, kooperative Netzwerkstruktur im Stadt- teil sowie nachbarschaftliche Treffpunkte (Seniorennetzwerk, Sigena-Stützpunkt, Stadtteil- Arbeitskreis, AK Jugend), die die Herausforderungen und Bedarfe im Blick haben Ressour- cen und Angebote in den Stadtteil lenken können. Gute Ausstattung mit sozialer und Bil- dungsinfrastruktur. Gebiet zu klein für den Einsatz von Stadtteilkoordination.

4. Neue Stadtteilkoordinationsgebiete: Konkrete Umsetzungsempfehlungen

a) Bezirke Ludwigsfeld (10) & Glockenhof (11): Für Ludwigsfeld und Glockenhof wird die Einrichtung eines neuen Stadtteilkoordinationsgebiets empfohlen, das den kompletten Bezirk 11 „Glockenhof“ umfasst und in Ludwigsfeld mindestens die nördlichen Distrikte 100 „St. Peter“, 101 „Neumarkter Straße“ und 102 „Bundesanstalt für Arbeit“. Die ersten beiden gelten laut Sozialraumtypisierung des Amts für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth als „sozial angespannt“; auch der Prüfprozess bestätigte die hohen sozialen Belastungen. Distrikt 102 ist zwar nicht auffällig, jedoch entsteht hier mit dem Luitpoldviertel (ehem. Auto Krauß-Gelände) ein relativ großes Neubaugebiet (knapp 3 ha, ca. 750 Neubaubezieher/-innen bis 2025), dessen Auswirkungen auf die soziale und Bildungsinfrastruktur zu beobachten sind. Der Distrikt 103 „Dutzendteichstraße“ ist unauffällig, Distrikt 104 „Meistersingerhalle“ de facto unbewohnt. Hier wäre allenfalls zu prüfen, inwieweit es hier Einrichtungen gibt, die sich in Richtung der anderen drei Bezirke orientieren oder bei der Bearbeitung der Problemlagen hilfreich sein könnten und somit in die Netzwerkarbeit einbezogen werden sollten. Angesichts der Größe (230 ha) und Einwohnerzahl (rund 30.000) des Gebiets wäre die Schaffung einer Stelle mit 24 bis 30 WAS sowie die Einrichtung eines Büros an zentraler Stelle erforderlich. Das Gebiet wäre in Größe und Einwohnerzahl vergleichbar mit dem existierenden Gebiet Galgenhof/ Steinbühl (24 WAS, rund 140 ha, rund 33.400 Einwohner/-innen). Als eine Art „Vorläuferbetrieb“ ist geplant, ab Januar 2022 die Stadtteilkoordination Galgenhof/ Steinbühl mit mehr Ressourcen auszustatten, um den Kontakt zu Einrichtungen und Netzwerken in diesen beiden Bezirken aufzunehmen. Dies wird über freiwerdende Stellenanteile (4,5 WAS) in der Stadtteilkoordination abgedeckt. Es sollen keine Parallelstrukturen geschaffen werden, sondern gemeinsam mit den Einrichtungen vor Ort überlegt werden, wie Synergieeffekte im Nürnberger Süden geschaffen werden können, um die sozial angespannten Bezirke dort gut im Blick zu haben. Langfristig wird dies jedoch nicht ausreichend sein, um die Bedarfe und Herausforderungen vor Ort gut bearbeiten zu können, so dass das Ziel, eine eigenständige Stadtteilkoordination für Ludwigsfeld/ Glockenhof zu installieren, bleibt.

b) Bezirke Rangierbahnhof-Siedlung (31) & Hasenbuck (40): Die beiden Bezirke sind räumlich nicht miteinander verbunden, haben aber durch die Entwicklung des Brunecker-Areals eine städtebaulich verbindende Klammer. Dies sollte bei der Einrichtung von Stadtteilkoordination berücksichtigt und das Brunecker-Areal entsprechend einbezogen werden. Der Einsatz von Stadtteilkoordination in einem Neubaugebiet wäre eine Erweiterung des bisherigen Auftrags, aufgrund der vorherrschenden Expertise aber durchaus sehr gut geeignet, das künftige soziale Miteinander gestaltend zu begleiten. Das gedeihliche nachbarschaftliche Miteinander aus existierenden Stadtteilen und neuem Stadtteil wäre eine Aufgabe, die sowohl dem Interventionsgedanken von Stadtteilkoordination Rechnung trägt, aber auch eine Erweiterung des Auftrags in Richtung Prävention in einem neuen Stadtteil darstellt. Dazu gehört auch der Blick auf Infrastrukturdefizite in den existierenden benachbarten Stadtteilen, um diese im Neubaugebiet beheben zu können. Angesichts der Größe und der zu erwartenden Einwohnerzahl wäre vermutlich eine Stelle mit 19,5 bis 30 WAS erforderlich, zudem eine räumliche Anlaufstelle zentral im Stadtteilkoordinationsgebiet. Denkbar sind jedoch auch andere Ansätze, bspw. die zeitnahe Koordination eines zwei- bis dreimal

im Jahr tagenden Stadtteilarbeitskreises, der auch die Verbindung zu den beiden benachbarten Bezirken sucht, und als Vorläufer einer später zu installierenden Stadtteilkoordination dienen könnte.2

c) Bezirk Hohe Marter (50): Es wird empfohlen, das bereits existierende Stadtteilkoordinationsgebiet St. Leonhard/ Schweinau/ Sündersbühl um die Hohe Marter zu erweitern, da viele der Einrichtungen in der Hohen Marter sich bereits in Richtung dieses Gebiets orientieren und Interesse an Netzwerkarbeit signalisieren. Zudem gibt es Synergieeffekte in der Begleitung von Neubaugebieten an der Grenze zwischen Schweinau und der Hohen Marter (z.B. Lochner-Areal). Aktuell ist die Stelle der Stadtteilkoordination mit 19,5 WAS ausgestattet. Dies müsste auf 30 WAS erweitert werden, um die Hohe Marter gut einbeziehen zu können. Mit einer Größe von dann rund 480 ha wäre das Gebiet größer als der ebenfalls mit 30 WAS ausgestattete Nürnberger Westen (Gostenhof und Eberhardshof/ Muggenhof; 442 ha) und hätte mit rund 33.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine ähnliche Bevölkerungszahl wie dieser (rund 37.000).

5. Prüfgebiete ohne Empfehlung für Stadtteilkoordination: Entwicklungen im Blick

behalten und punktuelle Unterstützung finden

Alle Gebiete, die nicht für den Einsatz von Stadtteilkoordination vorgesehen sind, sollen im Rahmen des Sozialraummonitorings weiter beobachtet werden, um ggf. eine Verschlechterung rechtzeitig zu bemerken. Neben den soziodemografischen und sozioökonomischen Indikatoren werden auch Nachverdichtungen sowie Änderungen in den lokalen Netzwerkstrukturen weiter beobachtet.

Darüber hinaus soll mit Blick auf die Ergebnisse der Lorenzer Altstadt die Situation der osteuropäischen Arbeitszuwandernden, insbesondere deren Wohnverhältnisse, quantitativ und qualitativ sowohl auf gesamtstädtischer als auch sozialräumlicher Ebene zu beleuchten, um anschließend geeignete Lösungsansätze zu finden. In einem ersten Schritt sind ASD und SFD gebeten, Aussagen zu Zahlen und geografischer Verteilung zu treffen; anschließend soll ggf. das Gespräch mit weiteren städtischen Dienststellen geführt werden.

In Höfen soll die Einrichtung mindestens eines Nachbarschaftstreffs forciert werden. Hierzu gibt es derzeit Gespräche mit dem Bürgerverein Nürnberger Westen e.V., der sich engagiert für die Bedarfe der Höfener Bevölkerung einbringt. Idealerweise findet sich ein Standort in den Disktrikten Leyh (634) oder Höfener Straße (633) mit einer Nutzfläche von ca. 150 bis 200 qm. Dieser verfügt über einen multifunktionalen größeren Veranstaltungsraum, über ein bis zwei Gruppenräume (auch für Beratung) und eine Küche. Der soziale Treff hat Büroräume, Lager- und Sanitäranlagen, barrierefreie Räume und Zugänge. Bis zur Errichtung dieses Treffpunkts sollen mobile/ aufsuchende Angebote die Lücke füllen. Des Weiteren wäre eine Art des Unternehmensengagements für den Bezirk Höfen vorstellbar (Corporate Volunteering etc.).

2 vgl. AfS-Sitzung vom 22.07.2021, TOP 7, „Brunecker Straße: Stadtteilkoordination“, https://online-service2.nuernberg.de/buergerinfo/si0056.asp?__ksinr=15372

Für Schoppershof wird aktuell geprüft, ob durch Vermittlung von ASD und Jugendsozialarbeit an Schulen gezielt Tandems im Rahmen des Projekts „Teamplay“3 im Bezirk gebildet werden können. „Teamplay“ ist ein Tandem-Projekt, vermittelt durch das Sozialreferat, zwischen je einer ehrenamtlichen Person und einem Kind oder Jugendlichen. Zielgruppe von „Teamplay“ sind vor allem – aber nicht ausschließlich – Kinder aus Grundschulen und Förderzentren sowie Kinder und Jugendliche aus Mittelschulen sowie Kinder aus Alleinerziehenden-Haushalten. Der „Bildungsauftrag“ der Teamplayer-Ehrenamtlichen kann Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung mit umfassen, ist aber – zwischen „Mentor und Mentée“ – auf eine allgemeine Begleitung des Bildungswegs, auf Ermutigung („Lob und Trösten“), auf Aufbau von Selbstorganisation und Selbstwirksamkeit, auf Ermöglichung von Zugängen, auf digitalen Support (usw.) angelegt. Aktuell nutzen das Angebot drei Kinder, die die Konrad-Groß-Schule besuchen, ein weiteres Kind der Bismarckschule steht auf der Warteliste. „Teamplay“ ist aufgrund seiner Struktur geeignet, auch Familien zu erreichen, die nicht im Sozialleistungsbezug sind und dennoch Schwierigkeiten haben, Förderung für ihre Kinder zu finanzieren. Bzgl. der Inklusionsbedarfe im Bezirk ist mit dem Fachdienst Inklusion im Jugendamt in diesem Jahr eine Struktur geschaffen worden, die Kindertagesstätten – zunächst in Schwerpunktgebieten, später im gesamten Stadtgebiet – dabei unterstützt, mit Kindern umzugehen, die wiederholt herausforderndes Verhalten auf sozial-emotionaler Ebene zeigen.

3 https://www.nuernberg.de/internet/nuernberg_engagiert/teamplay.html

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