Stadt Nürnberg
Konzeptstudie
Stadt Nürnberg
Konzeptstudie - 2021
Nürnberg, den 30.06.2021
Planungsgruppe Landschaft
Landschaftsarchitekten Stadtplaner Landschaftsökologen
Rennweg 60 90489 Nürnberg 0911 537744 pg-landschaft@gmx.de www.planungsgruppe-landschaft.de
landschaftslabor. Landschaftsarchitekt Marc Christopher Kücking (Dipl.-Ing)
Glockenhofstraße 28 90478 Nürnberg 0911 489 78 670 kuecking@landschaftslabor.de www.landschaftslabor.de
PLANWERK STADTENTWICKLUNG
Dr. Preising, Schramm & Sperr Stadtplaner PartG mbB
Äußere Sulzbacher Straße 29 90491 Nürnberg 0911 650828-0 kontakt@planwerk.de www.planwerk.de
IMPRESSUM
Auftraggeberin
Stadt Nürnberg Umweltamt Bauhof 2 90402 Nürnberg
Daniel Baunach Edda Witthuhn, Andrea Hilker
Konzept und Bearbeitung
Planungsgruppe Landschaft
Rennweg 60, 90489 Nürnberg www.planungsgruppe-landschaft.de
Werner Geim, Landschaftsarchitekt Anne Heitmann, Theresa Heitmann, Annkatrin Steiner
landschaftslabor
Glockenhofstraße 28, 90478 Nürnberg www.landschaftslabor.de
Marc Kücking, Landschaftsarchitekt
PLANWERK STADTENTWICKLUNG
Dr. Preising, Schramm & Sperr Stadtplaner PartG mbB Äußere Sulzbacher Straße 29, 90491 Nürnberg www.planwerk.de
Dr.-Ing. Tobias Preising, Stadtplaner BayAK, Regionalplaner SRL Valerie Häfele, Nicola Völkel
Kartengrundlagen
Bayerisches Landesamt für Vermessung und Geoinformation, München Digitale Stadtgrundkarte Stadt Nürnberg Luftbilder 2017 und 2020 Stadt Nürnberg
Graphiken und Bilder
Planungsgruppe Landschaft / landschaftslabor / PLANWERK: sofern im Folgenden nicht anders angegeben
G. Illig: Visualisierung Titelseite, Abb. 12, Abb. 20, Abb. 21, Abb. 27, Abb. 41 Ch. Moennsad: Abb. 7, Abb. 29, Abb. 36, Abb. 39, Abb. 40, Abb. 46, Abb. 55, Abb. 56, Abb. 57, Abb. 62 K. Wazansky: Abb. 101 weitere, von der Stadt Nürnberg bereitgestellte Abbildungen: Abb. 1, Abb. 31 (Nr. A38-C-133-18), Abb. 38 (Nr. A38-C-143-10), Abb. 41, Abb. 72, Abb. 100
Visualisierungen im Text: Thomas Laufkötter
Logo: grafikatelier Engelke & Neubauer Adamstraße 45, 90489 Nürnberg
Inhalt
1. Das Konzept der Grünen Wege 2
2. Grüner Weg zum Faberwald 8
2.1 Planungsanlass 8 2.2 Vorgehensweise 9 2.3 Beteiligung von Fachdienststellen, Vereinen und Verbänden 11
3. Bestandsanalyse 16
3.1 Gostenhof 16 3.2 St. Leonhard 24 3.3 Schweinau 31 3.4 Hohe Marter 38 3.5 Röthenbach 45 3.6 Vegetation und naturnahe Landschaftsräume entlang des Grünen Weges 55 3.7 Ausstattungselemente 62 3.8 Der Grüne Weg als Fuß- und Radwegeverbindung 65
4. Konkretisierung des Konzepts des Grünen Weges 72
4.1 Ziele des Grünen Weges 72 4.2 Schlussfolgerungen für das Konzept des Grünen Weges 77
5. Den Grünen Weg stärken – Maßnahmenvorschläge 82
5.1 Gostenhof 84 5.2 St. Leonhard 90 5.3 Schweinau 92 5.4 Hohe Marter 100 5.5 Röthenbach 112 5.6 Ergänzende Maßnahmenempfehlungen 125 5.7 Ergänzende Planungsempfehlungen zu Freiräumen in St. Leonhard 129
6. Den Grünen Weg erkennbar machen 136
6.1 Ein Logo für die Grünen Wege 136 6.2 Öffentlichkeitsarbeit 140
7. Umsetzung des Konzepts 144
7.1 Tabellarische Übersicht über die Maßnahmen 144 7.2 Prioritäten 148 7.3 Kostenschätzung für Schlüsselmaßnahmen 151
8. Ausblick 156
Das Konzept der Grünen Wege
1. Das Konzept der Grünen Wege
Nürnberg ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 34.000 Einwohner und Einwohnerinnen gewachsen. Damit einher geht eine zunehmende Verdichtung der Stadtquartiere, da im Sinne der „Innenentwicklung vor Außen-
entwicklung“ die notwendigen Wohn- und Arbeitsstätten vorwiegend über
innerstädtische Nachverdichtungen gedeckt werden. Vor diesem Hintergrund, sowie aufgrund der sozio-demographischen Entwicklungen, des Klimawandels, der Biodiversität und der Veränderungen des Mobilitäts- und Freizeitverhaltens kommt qualitativ hochwertigen, vielfältig gestalteten und naturnahen Grün- und Freiflächen eine immer größere Bedeutung in der Stadt zu.
Mit dem Masterplan Freiraum wurde ein Instrument geschaffen, um die Grün- und Freiraumsituation in Nürnberg nachhaltig zu verbessern. Im
Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ sind zur Erreichung dieser Ziele
eine Reihe von Maßnahmen aufgelistet, die Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Diese reichen von der Neuanlage von Grünflächen, der Sanierung bestehender Parkanlagen, der Neugestaltung von grünen Stadtplätzen, Straßenbaumpflanzungen, Dach-, Hinterhof- und Fassadenbegrünungen bis zur Umsetzung von sogenannten Grünen Wegen.
Nürnberg steht gemäß dem Leitbild einer Stadt der kurzen Wege vor der Herausforderung allen Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt Zugang zu Freiräumen zu ermöglichen. Ein funktionierendes Freiraumsystem mit einer guten Erreichbarkeit der Grün- und Freiflächen ist von elementarer Bedeutung für die wohnortnahe Erholung und Bewegung. In dem Sinne kommt dem Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes in städtischen Mobilitätskonzepten oberste Priorität zu. Im Januar 2021 wurde dazu der Masterplan nachhaltige Mobilität beschlossen. Dem Fuß- und Radverkehr muss im öffentlichen Raum deutlich mehr Platz eingeräumt werden, auch um den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV oder das Rad aktiv zu fördern. Als schwächsten Verkehrsteilnehmer muss den Zufußgehenden dabei besondere Beachtung geschenkt werden.
Übergeordnete Freiraumverbindungen
Die Stadt Nürnberg hat im derzeit gültigen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan (FNP) von 2006 ein Netz aus sogenannten übergeordneten Freiraumverbindungen verankert. Darunter wird eine Kombination aus wichtigen Fußwegen, Radwegen, verkehrsberuhigten Bereichen sowie Grünflächen und landschaftlichen Leitlinien im Stadtgebiet verstanden. Sie sollen es den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmenden ermöglichen, sich innerhalb des Stadtgebietes in, entlang und zwischen Grünflächen, gleichberechtigt zur Fuß oder mit dem Fahrrad - auch über größere Entfernungen hinweg - auf attraktiven, sicheren, lärm- und verkehrsberuhigten Wegen bewegen zu können. Freiraumplanerisches Grundgerüst ist „als Hauptbestandteil[e] ein innerer Grünring entlang des Burggrabens, ein äußerer Grünring entlang der Außenkante des dicht bebauten Stadtkerns sowie eine Reihe wichtiger Radialen, die beide Grünringe miteinander verknüpfen und darüber hinaus den Außenraum erschließen“ (FNP Erläuterungsbericht 2006).
Die übergeordneten Freiraumverbindungen werden in Nürnberg bislang insbesondere abschnittsweise im Rahmen der Bebauungsplanung und größerer Gebietsentwicklungen, sowie im Rahmen des Fuß- und Radwegebaus umgesetzt. Dabei werden keine fest definierten Ausbaustandards angewendet, sondern einzelfallabhängig in Abwägung zwischen den Belangen von Fuß- und Radverkehr, Freiraum- und Erholungsnutzung sowie Naturschutz entschieden. Obwohl es bereits seit Aufstellung des FNP Planungen zum durchgängigen Ausbau von Freiraumverbindungen gibt, wurden diese bislang nicht vollständig umgesetzt. Im Gesamtstädtischen Freiraumkonzept von 2014 wurden diese Planungen nochmals aufgegriffen und als sogenannte „Grüne Wege“ in den Masterplan Freiraum und dessen Aktionsplan aufgenommen. Auch das Plankonzept „Vision Grüne Finger“ (Stadtplanungsamt 2020) greift als übergeordnete Planungsgrundlage diese durchgehenden Grünachsen im Stadtgebiet auf.
Grüne Wege
Mit den Grünen Wegen wird der eigenständige Ausbau durchgängiger Freiraumverbindungen im Stadtgebiet verfolgt. Langfristig soll dadurch in Kombi-
| Übergeordnete Freiraum- verbindungen gemäß FNP | Ausbau durchgängiger Freiraumverbindungen |
|---|
Abb. 1: Ausschnitt aus dem Gesamtstädtischen Freiraumkonzept von 2014
nation mit bestehenden Grünzügen ein übergeordnetes Netz aus Wegen „im Grünen“ entstehen, dass die Bevölkerung zu den großen Parkanlagen, Naherholungsgebieten und Naturräumen in der Stadt und an den Stadtrand führt.
Nürnberg verfügt mit dem Pegnitztal, seinen begleitenden Grünflächen und Wegeverbindungen über eine natürliche, idealtypische und durchgängige Freiraumverbindung in Ost-West-Richtung. Daneben bieten das Rednitztal, der ehemalige Ludwig-Donau-Main-Kanal (Alter Kanal) und der Main-Donau-Kanal gute Bedingungen zum Spazierengehen oder Radfahren entlang von Fließgewässern. Durch Initiative der Agenda-21-Gruppe und unter Federführung des Bund Naturschutz wurden auch im bebauten Stadtgebiet bereits erste Grünzüge umgesetzt und beschildert, so z.B. der Grünzug Goldbach als durchgängige Verbindung von der Wöhrder Wiese zum Valznerweiher/Reichswald, sowie der Grünzug Eibach und der Grünzug Reichelsdorf. Weitere wichtige Radialen, die als durchgängige Freiraumverbindungen ausgebaut werden können, verlaufen
- vom Spittlertorgraben über den Westpark und das Tiefe Feld zum Hain-
berg,
- vom Alten Kanal über die Südstadt zum Frauentorgraben und weiter vom
Vestnertorgraben über den Volkspark Marienberg ins Knoblauchsland (Nord-Süd-Achse),
- von der Wöhrder Wiese über den Luitpoldhain, Dutzendteich, Lang-
wasser Nordost, Ferdinand-Drexler-Weg zum Reichswald in Langwasser,
- vom Maxtorgraben über den Stadtpark und die ehemalige Ringbahn in
Erlenstegen, bzw. über die Rechenberganlage und den Platnersberg zum Pegnitztal Ost,
- vom Spittlertorgraben über den Pferdemarkt, die Alte Allee, den Schwei-
nauer Buck und den Röthenbacher Landgraben zum Faberwald und Rednitzal.
Diese Grünen Wege sollen in einer Art und Weise ausgestaltet werden, dass sie zugleich als attraktive Wegeverbindung, als auch als Freiraum wahrgenommen und genutzt werden, zum Verweilen einladen und insgesamt die Freiraum- und Aufenthaltsqualität in den Stadtteilen erhöhen. Neben Aspekten der Naherholung sollen bei der Ausgestaltung insbesondere auch Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität und Anpassung an den Klimawandel berücksichtigt werden. Die Wege sollen für Zufußgehende und Radfahrende gleichermaßen geeignet sein und den Bedürfnissen aller Nutzergruppen gerecht werden. Insbesondere die folgenden Maßnahmen sind dabei von Bedeutung:
- die Begrünung gründefizitärer Straßenzüge (Baumpflanzungen und We-
gebegleitgrün),
-
die Sicherstellung einer guten Wegequalität,
-
die Aufwertung begleitender Grün- und Freiflächen entlang der Ver-
bindung, z.B. als Aufenthalts- und Spielflächen,
- die Förderung der Biodiversität durch Anlage von Blühstreifen oder Blüh-
flächen,
-
die Schaffung von Aufenthaltsmobiliar entlang des Weges und
-
eine durchgehende Beschilderung und Markierung.
Diese idealtypisch formulierte Zieldefinition der Grünen Wege kann nicht an allen Stellen des Stadtgebiets vollständig eingelöst werden. Insbesondere in hochverdichteten, innerstädtischen Gebieten wird der Schwerpunkt oft mehr auf Verbindung, als auf Freiraum liegen. Dennoch ist es das Ziel, die Wege in bestehenden Planungsvorhaben und insbesondere im Bestand im Sinne von mehr Grün, sowie mehr Platz für Fuß- und Radverkehr konsequent aufzuwerten.
2. Grüner Weg zum Faberwald
2.1 Planungsanlass
Die Umsetzung der Grünen Wege gemäß der oben genannten Leitideen wird in der vorliegenden Konzeptstudie exemplarisch anhand des Grünen Weges zum Faberwald aufgezeigt. Die Herangehensweise und Ergebnisse der Konzeptstudie sind Orientierung und Blaupause für die Umsetzung weiterer Grüner Wege im Rahmen vom Masterplan Freiraum.
Der Grüne Weg zum Faberwald führt auf einer Länge von ca. sechs Kilometer vom Plärrer / Spittlertorgraben über den Schweinauer Buck bis zum Faberwald an den südwestlichen Stadtrand Nürnbergs. Er durchquert die dicht bebauten und mit Grün unterversorgten Stadtbezirke Gostenhof, St. Leonhard, Schweinau, Hohe Marter und Röthenbach-Ost und verbindet mehrere wichtige Grünanlagen, wie z.B. an der Villa Leon, am Pferdemarkt, an der Kreuzkirche, an der Hohen Marter und am Schweinauer Buck. Weiter bietet er Anschluss zu den großen Parkanlagen und Naherholungsgebieten Westpark, Faberwald und Rednitztal.
itz ta l egn Frankenschnellweg P A lt s t adt Plärrer Gostenhof Westpark St. Leonhard Schweinau Main-Donau-Kanal Hohe Marter Schweinauer Buck Röthenbach Faberwald wabach Sch Rednitzgrund
Abb. 2: Skizze zum geplanten Trassenverlauf des Grünen Weges zum Faberwald (keine maßstabsgetreue Abbildung)
Grüner Weg zum Faberwald
Der Grüne Weg verläuft bis auf den Abschnitt Hintere Marktstraße - Zweibrückener Straße durchgehend auf den übergeordneten Freiraumverbindungen gemäß FNP. Der Weg wurde erstmals vor 15 Jahren als eine mögliche Pilotstrecke für den gesamtstädtischen Ausbau der übergeordneten Freiraumverbindungen genannt, allerdings bislang nicht umgesetzt. Anfang des Jahres 2018 wurden Teile der Verbindung vom Bürgerverein St. Leonhard / Schweinau und von der Kreisgruppe Nürnberg Stadt des Bund Naturschutz nochmals als „Grünzug vom Westpark zum Schweinauer Buck“ vorgeschlagen. Im Juli 2018 wurde hierzu ein Antrag in den Stadtrat eingebracht, mit der Aufforderung an die Verwaltung die Umsetzung dieses Grünzugs zu prüfen.
Die Erarbeitung der Konzeptstudie erfolgte im Auftrag und unter Federführung des Umweltamts in Kooperation mit den städtischen Fachdienststellen Verkehrsplanungsamt, Stadtplanungsamt und Servicebetrieb Öffentlicher Raum, sowie unter Beteiligung der Bürgervereine. Der Grüne Weg zum Faberwald trägt durch die Umsetzung der im vorliegenden Konzept dargelegten Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, zur Klimaanpassung, zur Mobilitätswende und zur Verbesserung der Lebensqualität in den Stadtteilen bei. Die vorliegende Studie beschreibt den möglichen und nötigen Handlungsrahmen.
2.2 Vorgehensweise
2.2.1. Bestandsaufnahme und -analyse
Zu Beginn der Konzeptstudie wurde eine umfassende Bestandsanalyse durchgeführt, die im Einzelnen folgende Punkte beinhaltete:
- Felderhebung des Grünen Weges durch Freiraumplaner und Verkehrs-
planer zu den Themen Wegebegleitgrün, Wegegestaltung und Verkehrsführung,
- Felderhebung zu den Grün- und Freiflächen am Grünen Weg und in den
benachbarten Stadtquartieren,
- begleitende Fotodokumentation zu den vorgenannten Themen im Rah-
men der Felderhebungen und
- Analyse der Ergebnisse und Abgleich mit den Unterlagen und Planungen
der Stadtverwaltung.
Die Beschreibung erfolgt nach den Stadtbezirken. Ergänzend werden die Themen Vegetation, naturnahe Landschaftsräume, Ausstattung und Radwegeverbindung in eigenen Kapiteln behandelt. Die Ergebnisse sind in Bestandskarten im Maßstab 1:2.000 für die einzelnen Abschnitte des Grünen Weges getrennt für die Themen Freiraum und Verkehr dargestellt (Anlage dieses Berichts).
2.2.2. Konzeptentwicklung und Maßnahmenvorschläge
Aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsanalyse wurde das Konzept der Grünen Wege für den Grünen Weges zum Faberwald konkretisiert. Die wichtigen Teilaspekte werden im Hinblick auf mögliche Maßnahmen vor dem Hintergrund ihrer lokalen Relevanz genauer diskutiert. Die Konzeptentwicklung erfolgte sukzessive für die einzelnen Aufgabenfelder und in enger Abstimmung
mit den beteiligten Fachdienststellen. Die freiraum- und verkehrsplanerischen Aufgaben sind dabei eng miteinander verknüpft, werden aber eigenständig behandelt.
Als Maßnahmengruppen ergeben sich:
Aufwertung und Weiterentwicklung vorhandener Grün- und Freiflächen
Die am Grünen Weg gelegenen Freiflächen sind im Trassenverlauf sehr unterschiedlich. Die Verbesserung der Erholungs- und Aufenthaltsqualität sowie die Förderung der Biodiversität erfordert entsprechend auf den jeweiligen Ort zugeschnittene Maßnahmen. Dies sind kleine Einfügungen von Ausstattungsoder Gestaltungselementen, Gehölz- oder Staudenpflanzungen, Pflegemaßnahmen, die Umwandlung von Rasenflächen in Blühwiesen, die Anlage neuer Plätze, aber auch umfassende Sanierungen von Grün- oder Parkanlagen.
Baumpflanzungen in gründefizitären Straßenräumen
Gestaltung und Kenntlichmachung der reinen Straßenabschnitte entlang des Grünen Weges mittels durchgängiger Baumpflanzungen, die Baumpflanzungen tragen auch zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
Schaffung neuer Grünflächen und Aufenthaltsorte
An wenigen Stellen bietet sich die Chance Flächen zu entsiegeln und neue Grünflächen und Aufenthaltsorte zu schaffen. Hier werden einerseits bestehende Planungsüberlegungen aufgegriffen, aber auch neue Ideen entwickelt. Entlang des Grünen Weges können zwei große Maßnahmen umgesetzt werden, aber auch mehrere kleine Flächen geschaffen werden, die zum Verweilen und zur quartiersnahen Erholung einladen.
Vorschläge zur Verbesserung des Wegeverlaufs und der Wegegestaltung
Optimierung der Wegegestaltung für Zufußgehende und Radfahrende, einschließlich der Beseitigung von Hindernissen und Gefahrenstellen sowie der Verhandlung von Nutzungskonflikten mit den Zielen eines angenehmen Miteinanders und einer möglichst durchgehenden und sicheren Wegegestaltung für alle Verkehrsteilnehmende. Anpassung der Linienführung wird an geeigneten Abschnitten vorgenommen.
Umgestaltung der Ambergerstraße
Für die Umgestaltung der Ambergerstraße wird in Kooperation mit den Fachdienststellen ein Gestaltungsvorschlag entwickelt. Ziele der Umgestaltung sind die Entwicklung eines neuen grünen Freiraums, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Sicherung einer Hauptradwegeverbindung.
Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks
Für den Schweinauer Buck als den größten Freiraum am Grünen Weg werden Vorschläge zur Weiterentwicklung des Ortes unter Wahrung seines spezifischen, naturbestimmten Charakters gemacht. Die Konzeptentwicklung wurde durch eine Jugendbeteiligung begleitet.
Entwicklung eines Leitsystems
Um den Weg in seinem Verlauf kenntlich zu machen, werden ein Logo und ein Leitsystem mittels Infostelen und Beschilderung / Markierung vorgeschlagen.
Ergänzende Maßnahmenempfehlungen werden zu den Themen generationenübergreifender Bewegungspark, Biodiversität , Förderung von Bäumen und zu den Themen Parklets und Sommerstraßen gemacht.
Der Darstellungsmaßstab für die einzelnen Maßnahmen ist abhängig von der Größe der einzelnen Maßnahmenflächen. Bevorzugt erfolgt die Darstellung in den Maßstäben 1:500 und 1:1.000. Übersichtspläne stellen die Maßnahmen zusammenfassend dar.
Im Hinblick auf die Umsetzung werden die Maßnahmen priorisiert und in kurz-, mittel- und langfristig realisierbare Maßnahmen unterschieden. Ergänzend werden absehbare Kosten in einer Kostenschätzung hinterlegt.
2.2.3. Projektbericht, Broschüre, Leporello
Die Ergebnisse der Konzeptstudie werden sowohl in diesem Projektbericht als auch in einer Broschüre dokumentiert. Die Broschüre ist eine Kurzfassung des Berichts und konzentriert sich auf die Maßnahmenvorschläge. Sie ist neben der Aufgabe, den Stadtrat zu informieren, auch an die interessierte Öffentlichkeit gerichtet.
Als Medium der Werbung und Handreichung an Nutzer und Nutzerinnen wird der Weg zudem als mehrseitiger Flyer in Form eines Leporellos dargestellt.
2.3 Beteiligung von Fachdienststellen, Vereinen und
Verbänden
In den Prozess der Erstellung der Konzeptstudie waren Fachdienststellen der Stadt Nürnberg, externe Dienststellen und ausgewählte Vereine und Verbände eingebunden.
Fachdienststellen
Mit den Fachdienststellen gab es regelmäßige Treffen, die der Abstimmung und des Austausches zum Projekt dienten. Beteiligt waren neben der Projektkoordination im Umweltamt, das Verkehrsplanungsamt, das Stadtplanungsamt und der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR). Vertiefender Informationsaustausch erfolgte regelmäßig mit dem Umweltamt, sowie mit SÖR und dem Verkehrsplanungsamt.
Zu einer möglichen Treppenanlage am Main-Donau-Kanal gab es einen Ortstermin mit Vertretern des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nürnberg. Mit der Feuerwehr der Stadt Nürnberg wurden bei einem Ortstermin Baumstandorte in der Ambergerstraße abgeklärt.
Bürgervereine
Mit den Bürgervereinen von Gostenhof, St. Leonhard / Schweinau und Röthenbach erfolgte im Oktober 2019 ein Abstimmungstermin zu Beginn der Konzeptstudie mit dem Ziel Anregungen aus den Bürgervereinen aufzunehmen. Wichtig war den Anwesenden, ein Angebot für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen, dabei vor allem aber die Schwächsten zu berücksichtigen. Schneller Radverkehr in Grünanlagen wurde kritisch gesehen. Der Förderung des Miteinanders sei hier eine hohe Priorität einzuräumen. Gute Wegeverknüpfungen sind wichtig, insbesondere die Anbindung des Weges zum Westpark ist zu prüfen. Es wurde die Bitte geäußert, die Anwohner und Anwohnerinnen bei Konkretisierung von Planungen frühzeitig einzubeziehen.
Einzelanregungen betrafen öffentliche Toiletten in stark frequentierten Grünanlagen, Straßenbaumpflanzungen in der Turnerheimstraße, die Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks und des Platz der Deutschen Einheit.
In einem zweiten Termin mit den drei Bürgervereinen im September 2020 wurden die Zwischenergebnisse der Konzeptstudie vorgestellt und diskutiert. Grundsätzlich sind die Planungen auf Zustimmung gestoßen und die Umsetzung des Konzepts wurde sehr begrüßt. Als wichtige Schwerpunkte wurden benannt:
- Gute Organisation des Miteinander im öffentlichen Raum in Gostenhof
und hier vor allem in der Gostenhofer Haupstraße,
-
Entsiegelung der zentralen Platzfläche im Leonhardspark,
-
Aufgreifen der Straßenbahn-Historie bei den Planungen für die
Ambergerstraße,
- Entschärfung problematischer Kreuzungsbereiche, wie etwa der Kreu-
zung Turnerheimstraße / Zweibrückener Straße und Kavalastraße / Kanalbrücke,
- Aufwertung des Schweinauer Buck als landschaftlicher Erholungsraum
mit temporärerer Gastronomie und Verbesserung der Erreichbarkeit und
- Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Platz der Deutschen Einheit.
Kritik wurde allgemein am hohen Maß der Nachverdichtung bei größeren Neubauvorhaben in Schweinau / St. Leonhard geübt.
Vereine und Verbände
Die Zwischenergebnisse wurden im September 2020 auch Vertreter/-innen des Bund Naturschutzes, des Landesbund für Vogelschutz, des Fränkischen Albvereins, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, des Verkehrsclub Deutschland und des FUSS e.V. vorgestellt. Seitens der Verbände wurden vor allem die Einbindung in das Radwegenetz der Stadt Nürnberg, die Möglichkeit der Erweiterung der an den Grünen Weg angrenzenden Flächen sowie Fragen des Miteinanders von Fuß- und Radverkehr diskutiert. Es wurde vereinbart, dass die Vertreter-/innen der Verbände die Informationen zum Planungsstand des Grünen Weges jeweils in ihre Gremien tragen, die Planungen weiter diskutieren und im Austausch mit der Stadtverwaltung bleiben. Eine geplante Vor-Ort-Begehung/Befahrung konnte aufgrund der Covid19-Pandemie bislang nicht durchgeführt werden.
Kinder- und Jugendbeteiligung
In einem eigenständigen Prozess wurden Jugendliche in das Projekt einbezogen. Als Thema wurde die Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks gewählt, als Ort mit eigenem Raum und Angebot für Kinder und Jugendliche. Die Beteiligung wurde vom Jugendbüro laut! organisiert und in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Umweltamt und dem SÖR durchgeführt. Ein wesentlicher Fokus wurde seitens der Jugendlichen auf die Aufwertung der Spiel- und Aktionsflächen (insb. der Skateanlage) am Fuß des Bucks gelegt.
Wir danken allen Beteiligten sowie den federführenden wie beteiligten Behörden für ihr Engagement und ihre Flexibilität in der Projektbearbeitung.
Übersicht der Beteiligungstermine
Termine mit Fachdienststellen
31.07.19 Kick-Off-Termin mit Fachdienststellen 21.10.19 Abstimmungsgespräch mit Fachdienststellen 23.01.20 Abstimmungsgespräch zur Umgestaltung der Ambergerstraße 04.02.20 Abstimmungsgespräch mit Fachdienststellen 22.07.20 Abstimmungsgespräch mit Fachdienststellen 06.11.19 Abstimmungsgespräch mit SÖR 27.11.19 Abstimmungsgespräch mit SÖR 14.01.20 Abstimmungsgespräch mit SÖR 11.08.20 Abstimmungsgespräch mit SÖR 14.01.21 Abstimmungsgespräch per Video mit SÖR 07.07.20 Abstimmungsgespräch mit Verkehrsplanungsamt 22.01.21 Abstimmungsgespräch per Video mit Verkehrsplanungsamt 28.02.20 Ortstermin mit der Feuerwehr der Stadt Nürnberg an der Ambergerstraße 03.08.20 Ortstermin mit Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg
Öffentlichkeitsbeteiligungen
10.10.19 Abstimmungsgespräch mit Bürgervereinen 21.09.20 Abstimmungsgespräch mit Bürgervereinen 29.09.20 Abstimmungsgespräch mit Umwelt- und Verkehrsverbänden
Jugendbeteiligung
06.02.20 Vorgespräch zur Jugendbeteiligung 17.06.20 Ortstermin am Schweinauer Buck 30.09.20 Jugendbeteiligung am Schweinauer Buck
Bestandsanalyse
3. Bestandsanalyse
Die Bestandsanalyse der Wege- und Freiraumqualitäten entlang des Grünen Weges erfolgt jeweils für die einzelnen Stadtbezirke von Norden nach Süden. Nach einer stadträumlichen Charakterisierung der jeweiligen Bezirke werden der Wegeverlauf, die Fuß- und Radwegerschließung und die Freiraumausstattung mit dem Schwerpunkt auf den Grünflächen beschrieben. Die zugehörigen Karten der Bestandsanalyse befinden sich im Anhang.
Vertiefend und stadtteilübergreifend wird auf die Vegetation und die naturnahen Landschaftsräume sowie die Ausstattungselemente entlang des Weges eingegangen. Den Abschluss bildet die Einordnung des Grünen Weges als Radwegeverbindung.
3.1 Gostenhof
Gostenhof ist zwischen Plärrer, Rothenburger Straße und den Bahnlinien ein lebendiges, sehr dicht bebautes, gemischtes gründerzeitliches Innenstadtquartier. Die Gostenhofer Hauptstraße bildet zwischen Plärrer und Petra-Kelly- Platz den zentralen öffentlichen Raum des Quartiers, eine hochfrequentierte Geschäftsstraße mit einer Vielzahl von Läden und Restaurants mit Freischankflächen. Die Straßenräume sind als Ergebnis der ökologischen Stadterneuerung der 1990er Jahre weitgehend verkehrsberuhigt und teilweise umgestaltet. Ein sehr gelungenes Beispiel dafür ist die Leonhardstraße.
Wegeverlauf
Gedachter Start- / Endpunkt des Grünen Weges zum Faberwald ist der Spittlertorgraben am Rande der Altstadt beim Plärrer. Hier kreuzen sich mehrere Gehund Radwegeverbindungen, zu nennen sind die Radwegeverbindungen am Altstadtring nach Osten und Norden, die Fortsetzung über die Fürther Straße in Richtung Fürth, der Anschluss über den Stadtgraben ans Pegnitztal und die Verbindung in die Altstadt über die Ludwigstraße.
Nach Querung des Plärrers verläuft der Grüne Weg durch Gostenhof über die Gostenhofer Hauptstraße, den Petra-Kelly-Platz und die Bauerngasse zur Bahnunterführung der Schwabacher Straße. Eine alternative Wegeführung ergibt sich über die die Leonhardstraße.
Abb. 3: Startpunkt des Grünen Weges am Plärrer/Spittlertorgraben
Fuß- und Radwegeerschließung
Vom Spittlertorgraben aus ist der Plärrer, entsprechend der beschilderten Radroute nach Schwabach / Stein, zunächst in Richtung Gostenhofer Hauptstraße zu queren. Die Querung erfolgt an einer Lichtsignalanlage und führt zunächst über die sechs Fahrstreifen mit Fahrtrichtung Plärrer, die Tramgleise und über die Mittelinsel und dann über die drei Fahrstreifen in Richtung Hauptbahnhof. Die Beläge (Asphalt oder Betonplatten) sind dort durchgängig gut begeh- und befahrbar. Jedoch sind die Aufstellflächen sowohl nördlich als auch südlich der Querung sehr knapp bemessen. Insbesondere an der nördlichen Aufstellfläche am Spittlertor kommt es aufgrund der beengten Platzverhältnisse zu Konflikten zwischen den wartenden Zufußgehenden / Radfahrenden und dem Geradeausverkehr über die Ludwigstraße. Die entstehende Unübersichtlichkeit bedeutet ein Gefährdungspotential.
Der Radverkehr aus der Ludwigstraße (entgegen der Einbahn-Richtung) muss zunächst diese entgegen der Fahrtrichtung queren (Ampel) um zur Aufstellfläche der Plärrer-Querung zu gelangen. Die Querung selbst ist mit rund 6 Metern Breite ausreichend bemessen, jedoch ist in der Aufteilung der Radverkehr mit einer markierten Spur von weniger als 2 Meter (Zweirichtungsverkehr) gegenüber dem Fußverkehr benachteiligt.
Die Einmündung in die Gostenhofer Hauptstraße erfolgt an ihrer östlichen Seite entgegen der Fahrtrichtung zunächst auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg, der nach ca. 15 Metern in einen rot markierten Radweg übergeht, der bis zur Einmündung Gartenstraße parallel zum Gehweg zwischen diesem und den längs angeordneten Parkständen verläuft. Zu letzteren besteht ein kleiner Schutzstreifen (weiße Markierung) von ca. 45 cm Breite. Die Route entspricht der beschilderten Radroute in Richtung St. Leonhard / Schweinau bzw. Röthenbach.
Konflikte entstehen in diesem Wegeabschnitt vor allem durch den querenden Fußverkehr und die Nutzung des angrenzenden, hierfür zu beengten, Gehweges als Freischankfläche der angrenzenden Gastronomie. Insgesamt steht für den Fuß- und Radverkehr im nördlichen Teil der Gostenhofer Hauptstraße aufgrund der vielfältigen, sich überlagernden Nutzungen insgesamt zu wenig Raum zur Verfügung.
Abb. 4: Zweirichtungsverkehr in der Gostenhofer Hauptstraße
± Spittlertorgraben ße Plärrer Gostenhofer Hauptstraße R o c h u s - Straße m tz nitzer u S o n l d d a t e n - thenburger Gartenstraße f r ie d h o f R o Petra-Kelly- Platz Spielhof Knauerschule Petzoltstraße Leonhardstraße Kohlenhofstraße Ba u e r n - g a s s e Lindegelände Hessestraße Bahnlinien Frankenschnellweg
GK Stadt Nürnberg 0 50 100 150Meter
Öffentliche Grün- und Freiflächen Sonstige Grün- und Freiflächen te Grünfläche Friedhof auf im Straßenraum Öffentlicher Spielhof Stadtplatz, verkehrsberuhigter Bereich Wege, befestigte Flächen
Fürther Stra
Ja Pla
Hintergrundkarte: DS
Grüner Weg
Rou Verl
Abb. 5: Wegeverlauf und Grün- und Freiflächenbestand in Gostenhof
Abb. 6: Einmündung Gartenstraße in Gostenhofer Hauptstraße (Blickrichtung zum Plärrer)
Kurz vor der Einmündung der Gartenstraße verschärfen sich die Nutzungskonflikte noch dadurch, dass der Straßenraum als Lagerfläche genutzt wird. Gerade in der morgendlichen Hauptverkehrszeit kann es hier verstärkt zu Konflikten kommen.
Um an der Einmündung Gartenstraße in den Straßenraum der Gostenhofer Hauptstraße zu gelangen, knickt die Radwegeführung scharf ab bevor sie in den Kreuzungsbereich (Rechts-vor-Links-Regelung) einmündet. Die Einsehbarkeit der Gartenstraße ist durch einen Lagerplatz stark eingeschränkt und auch die Sichtverbindung in die nördliche Gostenhofer Hauptstraße ist durch den ruhenden Verkehr behindert.
Im weiteren Verlauf der Radwegeführung besteht einerseits die Möglichkeit der Routenführung durch die Leonhardstraße, was der Führung der übergeordneten Freiraumverbindung gemäß FNP entspricht oder weiter durch die Gostenhofer Hauptstraße, was der Führung der aktuellen Radroute entspricht.
Abb. 7: Leonhardstraße - eine alternative Wegeführung?
Die Einmündung in die Leonhardstraße erscheint durch den zunächst gegenläufigen Knick der Wegeführung und die Umfahrung des Lagerplatzes eher problematisch. Im weiteren Verlauf würde diese Verbindung bis zur Dammstraße auf Asphalt verlaufen und dann in einzelnen Abschnitten auf Natursteinpflaster übergehen. Dies ist vor der Ev. Bildungsstätte, an der Einmündung Petzoldstraße sowie in einem weiteren kurzen Abschnitt der Leonhardstraße der Fall. Ab der Dammstraße bis zur Kohlenhofstraße ist die Leonhardstraße als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, so dass dort Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist, die Fahrbahn ist asphaltiert. Ein eigener Fußgängerbereich ist in diesem Abschnitt nicht durchgängig vorhanden, sondern wird immer wieder durch ausgewiesene Parkierungsflächen unterbrochen. Trotzdem ist die Leonhardstraße auch aufgrund des geringen Autoverkehrs für Zufußgehende meist unproblematisch zu begehen.
Die Verbindung von der Leonhardstraße zur Bauerngasse und damit zur Unterquerung der Bahnlinie erfolgt entlang der stark befahrenen Kohlenhofstraße auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg. Hierdurch wird der Fuß- und Radverkehr sehr eng an Haus- bzw. Ladeneingängen vorbeigeführt, was vor allem in Bezug auf den Radverkehr Konfliktpotential Abb. 8: Beengte Situation an der birgt. Kohlenhofstraße
Die alternative, von den Gutachtern bevorzugte Routenvariante, führt ab der Gartenstraße weiter auf der Gostenhofer Hauptstraße, die in diesem Bereich eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 20 km/h aufweist. Entlang des Straßenverlaufs sind Längs- bzw. Querparkstände angeordnet, die von einzelnen Baumscheiben bzw. Zufahrten unterbrochen werden. Für den Fußverkehr ergeben sich auf diesem gesamten Abschnitt keine wesentlichen Probleme – es sind durchgängig Gehwege vorhanden.
Abb. 9: Verkehrsberuhigung am Petra-Kelly-Platz
Am Ende der Gostenhofer Hauptstraße mündet die Radverbindung auf den Anfang 2019 umgestalteten Petra-Kelly-Platz, der durch Begrenzungspfähle für den Durchgangsverkehr gesperrt und als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen ist. Auf dem gepflasterten, von wassergebundenen Flächen eingerahmten Platz befinden sich Sitzbänke, die von Gästen der angrenzenden Gastronomie rege genutzt werden. Nach dem Petra-Kelly-Platzes biegt die Radwegeführung in die durchgängig asphaltierte Bauerngasse ab und folgt dieser in Richtung Süden bis zur Schwabacher Straße. Dort verbinden sich die beiden Routenalternativen wieder. Für den Fußverkehr sind durchgängig gut begehbare und ausreichend breite Gehwege vorhanden.
Im Bereich des Petra-Kelly-Platz ist gilt dem Miteinander von Fuß- und Radverkehr das Augenmerk.
Die Verbindung zur Bahnunterführung erfolgt ampelgeregelt über die abknickende Hessestraße. Die Wegeführung über die dortige Platzsituation ist grundsätzlich als unproblematisch anzusehen, jedoch bilden die dort platzierten Glas-Container eine Sichtbarriere für Zufußgehende und Radfahrende sowie ein Gefährdungspotential aufgrund even- Abb. 10: Gefahrenpotenzial durch tueller Glasscherben direkt an der Glascontainer am Ende Radverbindung. der Bauerngasse
Die Unterquerung der Bahnlinie entlang der Schwabacher Straße erfolgt einseitig auf der westlichen Straßenseite weitgehend auf einem getrennten Geh- und Radweg. Hierfür weist dieser eine eher geringe Breite auf, so dass Konflikte zwischen Zufuß- Abb. 11: Unterquerung der Bahngehenden und Radfahrenden nicht linie entlang der Schwaauszuschließen sind. Die Befahrbarbacher Straße keit der Betonplatten ist in der Unterführung jedoch gut und die Steigung bzw. das Gefälle stellen für den Radverkehr sowie im Sinne der Barrierefreiheit kein größeres Hindernis dar.
Grünflächen und öffentlicher Freiraum
Am Spittlertorgraben schließen die Grünflächen des Stadtgrabens an. Die Grünflächen stellen die Freiraumverbindung sowohl zum Hauptbahnhof als auch zum Kontumazgarten und in der Fortsetzung in das Pegnitztal her. Am Spittlertorturm ist mit dem Spittlertorzwinger eine öffentliche Freifläche zwischen den beiden Stadtmauern gelegen, die weitgehend ungenutzt ist.
Der vom Grünen Weg tangierte Teil Gostenhofs besitzt nur eine einzige öffentliche Grünfläche, den Spielplatz am ehemaligen Lindegelände an der Hessestraße. Er liegt versteckt zwischen Bahnlinie und gründerzeitlicher Blockrandbebauung und wird vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt.
Abb. 12: Luftbild der Gostenhofer Hauptstraße und Leonhardstraße Der Nutzungsdruck ist hoch, erkennbar an den starken Nutzungsspuren bei Spielgeräten und Spielflächen. Am Spielplatz angrenzend ist der Jugendtreff STREET‘LA gelegen. Die Grundschule Knauerschule bietet einen großen öffentlichen Spielhof mit umfangreichen Spielangeboten für Kinder und Jugendliche.
Die Straßenräume des Stadtteils sind weitgehend verkehrsberuhigt. Zentrale Straßenräume wie die Leonhardstraße und die Gostenhofer Hauptstraße sind mit schattenspendenden Bäumen gegliedert.
Abb. 13: Einzelbäume: Birnbäume in der Leonhardstraße
Hohe Nutzungsdichten des öffentlichen Raums sind wie bereits geschildert auch in der Gostenhofer Hauptstraße gegeben. Ein kleiner, aber lebendiger und vielfältig genutzter öffentlicher Raum ist der Petra-Kelly-Platz mit seinen Kleinbäumen, Sitzgelegenheiten und angrenzenden Cafés und Restaurants. Weitere Ausstattungselemente sind Fahrradständer und ein Trinkbrunnen.
Abb. 14: Petra-Kelly-Platz Weitere Grün- und Freiflächen in Gostenhof jenseits der Rothenburger Straße sind der Jamnitzer Platz und die Veit-Stoß-Anlage im westlichen Teil von Gostenhof. Unmittelbar nördlich der Rothenburger Straße liegen der Rochusfriedhof, der Soldatenfriedhof und ein kleiner Spielplatz.
Die Bedeutung der genannten Flächen für den Grünen Weg ist aufgrund des fehlenden räumlichen Zusammenhangs vernachlässigbar, sie werden nicht weiter behandelt.
3.2 St. Leonhard
St. Leonhard ist ein dicht bebautes, gemischtes lnnenstadtquartier mit dichter Blockbebauung, Geschosswohnungsbau der Nachkriegszeit, Konversionsflachen, einem kleinen alten Ortskern um die Kirche am Leonhardsplatz, Gewerbegebieten und großen, städtischen lnfrastruktureinrichtungen. Ein großer städtebaulicher Konversionsprozess mit neuen Wohnquartieren vollzieht sich seit den 1990er Jahren auf dem ehemaligen Schlachthofareal.
Abgesehen von den Hauptverkehrsstraßen sind die Straßen im Stadtteil weitgehend als Tempo 30-Zonen ausgewiesen. Die Schweinauer Straße ist im Bereich der U-Bahn-Station St. Leonhard Fußgängerzone. Die Schwabacher Straße und die Rothenburger Straße sind wesentliche Erschließungsachsen für den motorisierten Verkehr auch über den Stadtteil hinaus.
St. Leonhard besitzt zahlreiche öffentliche Einrichtungen, zu nennen sind die Michael-Ende-Grundschule, die Mittelschule St. Leonhard, das Kindermuseum, die Villa Leon und zwei Kirchen mit zugehörigen Sozialeinrichtungen.
Eine stadträumliche Besonderheit des Stadtteils ist die Abgrenzung gegenüber benachbarten Stadtteilen durch Bahnlinien und den Frankenschnellweg, die Verknüpfung beschränkt sich auf einzelne Bahnunterführungen.
Wegeverlauf
Von Gostenhof kommend führt der Grüne Weg nach Unterquerung der Bahngleise und Querung des Frankenschnellweges entlang der Schwabacher Straße zum Pferdemarkt. Dort nutzt er den Hauptweg und unterquert anschließend die Bahnlinie an einem Tunnel am Ende der Finkenstraße zur Alten Allee. St. Leonhard tangiert der Weg an dessen östlichen Rand.
Fuß- und Radwegeerschließung
Anschließend an die Bahnunterquerung quert die Geh-, Radwegeverbindung den Frankenschnellweg mittels einer Lichtsignalanlage in zwei Etappen. Vorkehrungen für eine barrierefreie Querung wie Leitstreifen oder akustische Signale sind nicht vorhanden. Im weiteren Verlauf führt der Weg zunächst entlang der Westseite der Schwabacher Straße auf einem getrennten Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr bis zur Marie-Beeg-Straße. Abb. 15: Lichtsignalanlage an der Que- Hierbei werden die Einmündungen rung des Frankenschnellweges der Straße Am Leonhardspark sowie der Kurt-Karl-Doberer-Straße passiert. Während die Straße Am Leonhardspark eine stark befahrene Hauptverbindung darstellt und die Querung durch eine Lichtsignalanlage geregelt wird, sind sowohl Kurt-Karl-Doberer-Straße als auch Marie-Beeg-Straße verkehrsberuhigte Wohnstraßen, die zudem für den mehrspurigen Verkehr gesperrt sind. PKW- Verkehr entsteht hier nur durch die zur Schwabacher Straße hin angeordneten Parkierungsanlagen (Quartiersgaragen).
± Frankenschnellweg Leonhards- park Spielhof Michael-Ende-Schule Grünanlage Am Pferdemarkt Webergasse Aktiv- Rothenburger Straße S p i e lh o f Stra ß e spielplatz M i t t e ls c h u l e S t. L e o n h a r d Friedhof h er ac Finkenstraße St.Leonhard b S wa ch w Sc h e in a u e r S tra ß Leonhards- e platz Marie-Juchacz- Park Fußgängerzone Schweinauer Straße Leopoldstraße Grünanlage Leopoldstraße
Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg 0 50 100 150Meter
Grüner Weg Öffentliche Grün- und Freiflächen Sonstige Grün- und Freiflächen Route Grünfläche Aktivspielplatz Verlauf im Spielplatz Friedhof Straßenraum Öffentlicher Spielhof Fußgängerzone, Stadtplatz Wege, befestigte Flächen
Abb. 16: Wegeverlauf und Grün- und Freiflächenbestand in St. Leonhard
Abb. 17: Getrennter Geh-, Radweg an der Schwabacher Straße mit Baumbestand Ab der Straße Am Leonhardspark ist der in der Gestaltung des Belags differenzierte getrennte Geh- und Radweg (Betonpflaster bzw. Asphalt) durch Parkstände bzw. einen Grünstreifen mit straßenbegleitendem Baumbestand von der Fahrbahn abgetrennt.
Auf Höhe der Marie-Beeg-Straße verlasst der Grüne Weg die beschilderte Radroute nach Schwabach, quert die Schwabacher Straße mittels einer Bedarfsampel und mündet in die Grünanlage am Pferdemarkt. Diese wird in west-östlicher Richtung durchquert. Die Wegeführung erfolgt auf einem asphaltierten, 5 Meter breiten, gemeinsamen Geh- und Radweg, an den im weiteren Verlauf mit Zäunen abgetrennte Spiel- und Sportflächen angrenzen. Querungsbereiche zu den Spielflächen sind mit gelb-blauen Markierungen auf dem Weg gekennzeichnet.
Abb. 18: Gemeinsamer Geh-, Radweg in der Grünanlage am Pferdemarkt mit Markierungen
Kurz vor der Bahnlinie knickt die Wegeverbindung nach Süden ab und mündet auf das Ende der Finkenstraße bevor die Bahnlinie mittels einer Unterführung zur Alten Allee unterquert wird. An dieser Stelle ist die Wegeführung aufgrund des zweifachen Richtungswechsels nicht eindeutig und die Befahrbarkeit des unebenen Kopfsteinpflasters im Unterführungsbereich ist unzureichend.
Alternativ zu dieser Routenführung könnte, bei steigender Nutzungsdichte und damit entstehenden Konflikten in der Grünanlage, die Radverbindung auch erst in Höhe der Abb. 19: Großpflaster an der Unter- Webersgasse von der Schwabacher führung zur Alten Allee Straße abzweigen und über Amselund Finkenstraße zur Alten Allee führen. Derzeit existieren Querungshilfen über die Schwabacher Straße für Zufußgehende (Ampel) beidseitig der Webersgasse – jedoch nicht im unmittelbaren Kreuzungsbereich der Amselstraße.
Grünflächen und öffentlicher Freiraum
St. Leonhard ist ein Stadtteil mit zahlreichen öffentlichen Räumen. Zu nennen sind neben Grünflächen, die Bolzplätze, Spielplätze, eine Skateanlage, ein Friedhof, ein öffentlicher Spielhof, ein Aktivspielplatz, der Leonhardsplatz als kleiner Statteilplatz und die Fußgängerzone in der Schweinauer Straße.
Mit dem Marie-Juchacz-Park, dem Leonhardspark und der Grünanlage am Pferdemarkt besitzt St. Leonhard drei kleine, im Stadtteil verteilte Parkanlagen. Der Marie-Juchacz-Park mit der südlich anschließenden Grünanlage Leopoldstraße und die Grünanlage am Pferdemarkt sind Quartierparks, der Leonhardspark hat aktuell nur eine auf die anschließende Wohnbebauung bezogene Versorgungsfunktion. Alle drei Parkanlagen bieten Spiel- und Sportangebote. Das Spielangebot am Pferdemarkt wird durch den Aktivspielplatz an der Amselstraße ergänzt. Der Spielhof der Michael-Ende-Grundschule ist zeitweise öffentlich, der Spielhof an der Mittelschule ist aktuell für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Friedhof St. Leonhard ist neben seiner religiös-kulturellen Funktion auch ein wichtiger stadtklimatischer Ausgleichsraum und zurückhaltend genutzter ruhiger Aufenthaltsort. Der Leonhardsplatz ist als Stadtteilplatz regelmäßig genutzter Ort des Aufenthalts und der Kommunikation, des Weiteren werden hier auch Kirchweih und öffentliche Kulturveranstaltungen abgehalten.
Verglichen mit anderen innerstädtischen Quartieren ist in St. Leonhard eine Grundausstattung mit Grünflächen gegeben, gleichwohl sind die bestehenden Grünanlagen klein und schlecht untereinander vernetzt. Der Marie-Juchacz- Park wurde im Jahr 2020 grundlegend saniert. Im Jahr 2021 folgt noch die Sanierung des Quartiersplatz an der Marie-Beeg-Straße. Bezüglich des öffentlichen Raums verfügt der Stadtteil noch über zahlreiche ungenutzte Potentiale im Bereich der Straßenräume und Plätze.
Leonhardspark
Der Leonhardspark entstand im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Schlachthofgeländes ab Ende der 1990er Jahre. Er besitzt eine markante dreieckige Form und ist 1,8 ha groß. lnnerhalb des Geländes nimmt er den Raum zwischen der Wohnbebauung im Süden und der Mischnutzung im Norden ein.
Abb. 20: Leonhardspark mit Villa Leon
Die neue fünfgeschossige Bebauung (Appartementhaus für Auszubildende, Wohnhaus und ein Hotel) an der Straße Am Leonhardspark begrenzt den Park und bietet auch Schutz vor dem Verkehrslärm des Frankenschnellweges. Im Süden grenzen die Michael-Ende-Grundschule, das Kindermuseum im Kachelbau und die viergeschossige Wohnbebauung an der Josef-Carl-Grund-Straße an den Park an. Aufgrund seiner isolierten Lage hat der Leonhardspark in erster Linie Bedeutung als Nachbarschaftspark für das angrenzende Wohnquartier.
Zentral im Park stehen drei denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Schlachthofgeländes. Das ehemalige Direktionsgebäude ist heute die ,,Villa Leon“, als Bürgerzentrum, Kulturladen und Stadtteilbibliothek. Das AWO-Familienzentrum mit Kinderkrippe und Kindergarten ist im ehemaligen Gasthaus und Verwaltungsgebäude untergebracht. Zwischen diesen beiden Gebäuden steht das ehemalige Pförtnerhaus. Die Gebäude gruppieren sich um einen großen befestigten Platz, der die Parkfläche teilt und z.T. als Raum für Kulturveranstaltungen (z.B. Nachbarschaftsfest St. Leonhard / Schweinau) dient.
Prägend für den Park sind offene Rasenflachen mit einzelnen Bäumen, darunter zahlreiche Obstbäume. Im Westen bei der Villa Leon ist als Teil des lokalen Entwässerungssystems ein großer Retentionsteich angelegt. Am südlichen Rand befinden sich zwei Spiel- und Sportbereiche. Im Norden bildet eine Baumreihe entlang der Bebauung den visuellen Abschluss des Parks.
Der Leonhardspark weist zahlreiche Defizite auf:
- Zur Rothenburger Straße im Westen fehlt eine visuell und akustisch wirk-
same Abschirmung, zudem ist kein barrierefreier Zugang gegeben.
- Beim Retentionsteich gibt es regelmäßig Probleme mit der Wasserquali-
tät.
- Die große ungegliederte Platzfläche in der Mitte des Parks segmentiert
den Park und verhindert es ihn als räumliche Einheit zu erfassen.
- Der vorhandene Baumbestand schafft keine Raumbildung und keine an
heißen Sommertagen notwendige Schattenwirkung.
-
Im Park sind kaum Sitzgelegenheiten angeboten.
-
Das Spielangebot im östlichen Bereich ist sanierungsbedürftig.
-
Von der Schwabacher Straße aus wird der Park trotz gegebenen, aber
sehr schmalen Zugangs nicht wahrgenommen.
Für die Behebung der dargestellten Defizite bedarf es einer umfassenden Überplanung des Parks.
Grünanlage am Pferdemarkt
Die Grünanlage ist ein Quartierspark mit einem vielfaltigen Angebot an Spielund Sportmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen. Er wurde Ende der 1990er Jahre angelegt, 2019 wurde die Skateanlage erneuert. Die Grünanlage besitzt einen großen Spielplatz, ein eingezäuntes Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag, nutzbar für verschiedene Ballsportarten, eine große Skateanlage mit Pool und Rasenflächen. Entlang der Wege bieten zahleiche Bänke Sitzmöglichkeiten und laden zum Aufenthalt ein. In den Rasenflachen sind hohe Rasenhügel eingebracht, die Nutzbarkeit der Rasenflächen ist dadurch aber eingeschränkt. Der rechteckige Quartierspark ist mit Bäumen und Hecken eingefasst. Entlang der Wege sind Rotblütige Rosskastanien, Platanen, Spitzahorn und Linden gepflanzt. Ältere Bäume, vor allem Spitzahorn, aber auch Vogelkirsche oder Birke stehen auch im Bereich des Spielplatzes. Auch an heißen Tagen ist es hier möglich, im Schatten der Bäume zu sitzen und den Park zu genießen.
Abb. 21: Grünanlage am Pferdemarkt
Der Quartierspark wird aufgrund ihrer hochwertigen Ausstattung mit Spielund Sportmöglichkeiten sowohl von den Bewohnerlnnen aus St. Leonhard als auch jenen aus Schweinau genutzt. Hier finden sich alle Altersgruppen; eine besondere Bedeutung hat der Park für Familien und Jugendliche.
Der Hauptweg des Parks ist Teil des Erholungsraums, aber auch Radwegeachse. Konflikte zwischen Radverkehr und der Parknutzung sind offensichtlich gering, die Spielflächen sind eingezäunt, entlang der Rasenfläche stehen Pferdefiguren, die als visuelle Trennelemente funktionieren. Der Pferdemarkt ist neben dem Schweinauer Buck und dem Faberwald die einzige Grünanlage mit quartiersübergreifender Bedeutung am Grünen Weg.
Abb. 22: Sportangebot am Pferdemarkt
3.3 Schweinau
Schweinau – hier der Stadtbezirk nördlich der Nopitschstraße – ist im Kern ein dicht bebautes gründerzeitliches Innenstadtquartier. Daran schließen sich westlich der Schweinauer Hauptstraße große Industrie- und Gewerbeflächen sowie im Südosten größere Wohnquartiere mit Geschoßwohnungsbauten unterschiedlichen Baualters, gebaut in den letzten 60 Jahre an. Im Nordosten befindet sich die Müllverbrennungsanlage der Stadt, eingerahmt von größeren Kleingartenanlagen und Bahnlinien.
Die Schweinauer Hauptstraße ist eine belebte Geschäftsstraße und wichtige Verkehrsachse im Viertel. Alle sonstigen Straßen sind als Tempo 30-Zohnen ausgewiesen.
Wegeverlauf
Der Grüne Weg verläuft nach Unterquerung der Bahnlinie zunächst auf der Alten Allee zwischen Bahndamm und dem Gelände der Müllverbrennungsanlage, anschließend säumen ihn Kleingärten der Bahn und Gewerbe- und Wohnbauflächen.
Über die Hans-Schmidt-Straße und nach Querung der Hinteren Marktstraße gelangt man zur Grünanlage Waldaustraße / Hintere Marktstraße (im Weiteren „Lochnerpark“ genannt). Der Hauptweg führt an der westlichen Grenze des Parks entlang zur kleinen Grünfläche vor der Kreuzkirche. Aktuell endet der Weg an der Lochnerstraße. Die Fortsetzung wird zukünftig durch das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Akzo-Nobel-Gelände hin zur Nopitschstraße erfolgen. Der Bebauungsplan des Quartiers befindet sich in der Aufstellung. Die genaue Ausgestaltung der Wegeführung war zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung noch offen.
Fuß- und Radwegeerschließung
Entlang der Alten Allee verläuft der Grüne Weg zunächst auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg. Die Wegebreite beträgt ca. 3 Meter. Die Befahr- und Begehbarkeit des Weges ist gut. Der Alten Alle kommt entlang des
Abb. 23: Eingang zur Alte Allee
Alte Allee H a n s-Sch m id t-Stra Marktstraße ß e Hintere e ni nli h Ba e in iln h a e B ß a ptstr Lochner- u a park H er u a n ei w h Sc Grünfläche Kreuzkirche Lochnerstraße Neubaugebiet ehem. Akzo-Nobel-Gelände Nopitschstraße
Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg 0 50 100 150Meter
Grüner Weg Öffentliche Grün- und Freiflächen Route Grünfläche Vorrang. Führung Radverkehr Kleingartenanlage Wegeverlauf im Wege, befes�gte Flächen Straßenraum
Abb. 24: Wegeverlauf und Grün- und Freiflächenbestand in Schweinau
Grünen Weges eine zentrale Verbindungsfunktion zu, sowohl für Zufußgehende zwischen Schweinau und St. Leonhard, aber auch für Radfahrende als Verknüpfung zwischen Innenstadt und südwestlichen Stadtteilen. Aufgrund des von Bäumen geprägten durchgehenden Alleecharakters ist der grüne Weg hier erstmalig richtig grün.
Am Ende der Alten Allee mündet diese auf die Hans-Schmidt-Straße und nach Querung der Hinteren Marktstraße in den Lochnerpark. Die Einmündung in die Hans-Schmidt-Straße genügt nicht den Anforderungen einer guten Radinfrastruktur, da sie zwischen parkenden Fahrzeugen erfolgt und die Einsehbarkeit des Straßenraums unzureichend ist. Für den auf Gehwegen ablaufenden Fußverkehr ergeben sich keine besonderen Problemlagen wenngleich zur Förderung des barrierefreien Fußverkehrs durchgängig Mindestbreiten von 1,80 Metern anzustreben sind. Aktuell werden diese noch nicht erreicht.
Abb. 25: Kreuzung Hintere Marktstraße / Hans-Schmidt-Straße
Der Querung der Hinteren Marktstraße als Haupterschließungsstraße ist aufgrund des dort herrschenden Verkehrs bzw. Busverkehrs ein gewisser Gefahrenpunkt, dem besonderes Augenmerk gilt. Querungshilfen für Zufußgehende sind aktuell nicht vorhanden.
Die Hans-Schmidt-Straße hat eine geringe Verkehrsbelastung und dient rein der Erschließung der Wohngebiete. Die Hintere Marktstraße ist eine Haupterschließungsstraße mit Durchgangsverkehr die Schweinau mit der Nürnberger Südstadt verbindet. Hier fährt auch die Buslinie 68 mit der Haltestelle Waldaustraße. Die Straßen sind auf beiden Seiten von Park- Abb. 26: Einmündung des Grübuchten gesäumt. Alle Straßen sind nen Weges in die Hansauf Tempo 30 beschränkt. Schmidt-Straße
Die Wegeführung im Lochnerpark erfolgt auf einem mit Betonplatten ausgelegten, gemeinsamen 4 Meter breiten Geh- und Radweg, der gleichzeitig der Erschließung des benachbarten Geschosswohnungsbaus dient. Hier ist bei einer Erhöhung des Radverkehrs potentiell mit Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmenden (Fuß- und Radverkehr) zu rechnen, da der Park auch einen wesentlichen Erholungsraum für die angrenzende Wohnbebauung darstellt (siehe unter Grünflächen weiter unten im Text).
Der weitere Routenverlauf geht – abweichend zur ursprünglichen Trasse der übergeordneten Freiraumverbindung gemäß FNP – in westlicher Richtung den Lochnerpark verlassend entlang der Kreuzkirche durch das Neubaugebiet an der Lochnerstraße (ehemaliges Akzo-Nobel-Gelände). Dies ist durch die Neuplanung möglich geworden und umgeht einen Verlauf direkt an der stark befahrenen Nopitschstraße. Der Weg durch den Lochnerpark dient bevorzugt dem Fußverkehr und den Erholungssuchenden ist aber für den Radverkehr freigegeben. Für den schnellen Radverkehr steht insbesondere die Führung über die Hintere Marktstraße und Lochnerstraße zur Verfügung.
Anschließend erfolgt die Querung des Neubaugebiets laut aktuellem Planungsstand auf einem 4 Meter breiten Geh- und Radweg.
Grünflächen und öffentlicher Freiraum
Schweinau ist ein Stadtteil mit einer unzureichenden Freiraumversorgung. Öffentliche Grünflächen, einschließlich Spielplätzen, beschränken sich auf den Lochnerpark, die kleine Grünfläche an der Kreuzkirche und die Alte Allee. Nur der Lochnerpark bietet ein erweitertes Erholungs- und Spielangebot. Im Bereich der Alten Allee und bei der Waldaustraße gibt es größere Kleingartenanlagen der Stadt und der Deutschen Bundesbahn. Die drei öffentlichen Grünflächen liegen alle direkt am Grünen Weg. Die Wegeverbindung führt nach dem Neubaugebiet über eine ampelgesicherte Querung der Nopitschstraße in die Ambergerstraße.
Alte Allee
Die Alte Allee ist eine schmale, lineare Grünfläche mit einem asphaltierten, weitgehend gerade verlaufenden Weg, der auf beiden Seiten von Bäumen begleitet wird. Sie besitzt eine Länge von knapp 700 Metern. An drei Stellen weitet sie sich mit kleinen Dreiecksflächen auf. Ihr kommt eine wichtige Funktion im Sinne einer Freiraumverknüpfung zu. Sie wird aber auch als wohnungsnaher Freiraum von Spaziergängern genutzt, einzelne wenige Bänke bieten Sitzgelegenheiten.
Die wegbegleitenden Bäume sind unterschiedlichen Alters, Spitzahorn dominiert. Entlang der Kleingartenanlage im Osten verläuft eine jüngere Spitzahornreihe. An der Westseite der Alten Alle sind alte Eichen, Linden und Spitzahorn als Naturdenkmale geschützt. Punktuell weisen die Baumreihen Lücken auf, an einzelnen Stellen wurden Bäume nachgepflanzt. Die Ränder entlang der Kleingärten sind mit Strauchhecken bewachsen, die sich nicht immer in einem gepflegten Zustand befinden. Die Bodenvegetation bilden durchgehend Rasenflächen. Entlang der Müllverbrennungsanlage im Osten und den Gewer-
Abb. 27: Drohnenbild der Alten Allee be- und Wohnflächen im Westen begrenzen Metallgitterzäune die Allee. In diesen Abschnitten wird die Alte Allee nicht als räumlich gefasster Grünzug wahrgenommen.
Den Bahndamm begleitet nach Westen ein schmaler unbefestigte Fußweg / Trampelpfad, über den man zur Schweinauer Hauptstraße gelangt. Entlang der Kleingartenanlagen zweigt nach Südosten ein geschotterter Weg ab, der von Radfahrenden über die Hintere Marktstraße als Verbindung in die Südstadt genutzt wird. Über einen Gehsteig ist die Alte Allee mit der Holbeinstraße verbunden.
Abb. 28: Alte Allee mit Naturdenkmalen
Lochnerpark
Der Lochnerpark (Grünanlage Hintere Marktstraße) ist eine kleine, etwa 9.200 m² umfassende Parkanlage. Er liegt etwas versteckt zwischen Geschosswohnungsbauten, dem Gemeindezentrum der Kreuzkirche und der Jakob- Muth-Schule. Die Grünanlage hat wohnungsbezogene Funktion und wird vor allem von Bewohnern und Bewohnerinnen der umliegenden Wohnbauten genutzt.
Über drei Wege ist die Grünanlage erschlossen bzw. mit der umgebenden Bebauung verbunden. Die Wege gliedern die Grünanlage in zwei Teile: Eine von Wegen eingefasste Fläche mit Rasenflächen, Gehölzen und einem kleinen Kinderspielplatz im Norden und eine Wiese, die als Bolzplatz mit vier Stahlfußballtoren angelegt ist, im Süden.
Die Ausstattung beschränkt sich neben dem Spielplatz und den Fußballtoren auf Bänke entlang des Nord-Süd-Weges und entlang des Querweges. Es handelt sich jeweils um die stadttypischen massiven Maier-Holzformbänke. Die Wege sind beleuchtet. Der Spielplatz bietet einen Sandkasten, Klettermöglichkeiten, eine Spielanlage mit Auf- und Abstieg zu einem kleinen Häuschen mit einer Rutsche und eine Schaukel.
Abb. 29: Lochnerpark mit Spielplatz
Die Grünanlage ist ein angenehm gefasster, ruhiger kleiner Quartierspark. Gehölze rahmen ihn komplett ein. Entlang des Querweges und am Kinderspielplatz wachsen dicht mit Sträuchern unterwachsene Baumgruppen, ebenso auf einem kleinen Geländerücken. Der Gehölzbestand ist etwa dreißig bis vierzig Jahre alt, einige Bäume in den Randflächen sind noch älter. Neben den Gehölzgruppen stehen auch einige Einzelbäume, u. a. Mehlbeeren, entlang des Weges. Die Gehölzartenzusammensetzung ist gemischt. Die Grünanlage macht einen gepflegten Eindruck. Der Wechsel von Gehölzen und Rasenflächen ist prägend. Der dichte Strauchunterwachs wirkt als visuelle Barriere und macht die Räume in Teilen unübersichtlich. Die Rasenflächen zwischen den Fußballtoren sind abgespielt.
Die Topografie ist eben mit leichten Bodenwellen bzw. Erhebungen in der nördlichen Fläche und an den Rändern des Bolzplatzes. Die benachbarten Grundstücke sind mit Metallstabzäunen unterschiedlicher Höhe eingezäunt. Diese sind vor allem entlang des Weges im Westen nicht eingegrünt und daher unmittelbar sichtbar.
Die Besucher suchen die Fläche zum Spaziergang, Gassi gehen, Sitzen und als Treffpunkt auf. Die Schüler und Schülerinnen der benachbarten Schule sind
regelmäßig zu Besuch. Zudem ist die Grünanlage auch ein kontinuierlich von Zufußgehenden und Radfahrenden genutzter Transitraum, dies gilt besonders für den Nord-Süd-Weg an der Ostseite des Parks.
Grünfläche westlich der Kreuzkirche
Die kleine öffentliche Grünfläche westlich der Kreuzkirche ist etwas in Vergessenheit geraten, was damit zusammenhängt, dass die Kirche seit längerem aus statischen Gründen nicht mehr genutzt werden kann. Die Grünfläche liegt zwischen der Lochnerstraße, dem kirchlichen Gemeindezentrum und einem mit einer hohen Mauer eingefassten Privatgrundstück (Firma Huck). Sie kann auch als Teil und Auftakt des Lochnerparks verstanden werden. Die Fläche ist zur Hälfte mit Einzelbäumen und dichten durchgewachsenen Gebüschen bestanden, die die Grünfläche zur Lochnerstraße hin abschirmen. Die offenen Flächen sind Rasenflächen. Die Fläche wird von zwei Wegen eingerahmt. Entlang der Kirche ist der Weg asphaltiert. Am Südrand der Grünfläche stehen Bänke, die regelmäßig genutzt werden, sonstige Nutzungen waren nicht zu beobachten.
Abb. 30: Grünfläche westlich der Kreuzkirche
Raumbildend sind neben der Kirche die Baumgruppen entlang Kirche und dem Gemeindezentrum im Süden und die alten Linden auf dem im Norden angrenzenden Privatgrundstück.
3.4 Hohe Marter
Der Stadtbezirk Hohe Marter umfasst den südlichen Teil von Schweinau zwischen Nopitschstraße und Main-Donau-Kanal. Alte gründerzeitliche Bebauung säumt die Schweinauer Hauptstraße, die zusammen mit der Kreuzung an der U-Bahnhaltestelle Hohe Marter ein kleines Geschäftszentrum bildet. Daran schließen im Osten und Süden lockere Wohnbebauungen in Form von Geschosswohnungsbauten der Nachkriegszeit nördlich und Reihenhausbebauung südlich der Zweibrückener Straße an. Den Ostteil des Bezirks nehmen große städtische lnfrastruktureinrichtungen und Gewerbeflächen ein. Die einzelnen Quartiere zwischen den Haupterschließungsstraßen sind als Tempo 30-Zonen ausgewiesen.
Wegeverlauf
Nach Querung der verkehrsreichen Nopitschstraße verläuft der Grüne Weg über die Ambergerstraße in die Turnerheim- und Daimlerstraße, weiter zum Schweinauer Buck und mittels einer Geh-, Radwegebrücke über die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal nach Röthenbach. Die Wegeführung markiert die Grenze zwischen Wohnbebauung auf der einen und Gewerbeund Infrastrukturflächen auf der anderen Seite.
Fuß- und Radwegeerschließung
Die Ambergerstraße verbindet die Nopitschstraße mit der Zweibrückener Straße und Turnerheimstraße. Aktuell ist sie eine Sackgasse mit Tempo 30, per PKW nur von der Nopitschstraße und Friesenstraße aus zugänglich. Sie dient der Erschließung der Georg-Paul-Amberger-Grundschule, als Parkraum der angrenzenden Geschosswohnungsbauten der 1950er und 1960er Jahre und wird von VAG als Zufahrt (neben der Hauptzufahrt über die Jaeckelstraße) zu deren Buswerkstatt genutzt.
In der Ambergerstraße erfolgt der Routenverlauf für den Radverkehr auf der Fahrbahn. Während diese auf den ersten Metern noch asphaltiert ist, wechselt der Belag in der Folge zwischen Asphalt und Pflaster, durchsetzt mit eingebauten Resten an Straßenbahngleisen. Die Fahrbahn wird von üblichen Gehsteigen begleitet. Nach Erschließung der Schule, teilt sich die Ambergerstraße. Auf der Südseite setzt sich die asphaltierte Straße mit begleitendem Gehsteig entlang der Schule fort. Auf der Nordseite geht sie in Fortsetzung des Gehwegs in ine asphaltierte Fläche über, die vorwiegend als Parkraum genutzt wird.
In der Ambergerstraße fuhr bis in die 1980er Jahre die Straßenbahn von der Hohen Marter über die Zweibrückener Straße bis zum Straßenbahndepot (heutige VAG-Buswerkstatt). Mit dem Bau der U2 wurde der Straßenbahnbetrieb eingestellt. Reste von Straßenbahnschienen liegen jedoch noch im Straßenraum, in Richtung Zweibrückener Straße ist die alte Abb. 31: Straßenbahndepot Linienführung der Straßenbahn noch Ambergerstraße, 1913 im Asphaltbelag und in den Randbegrenzungen erkennbar.
± Nopitschstraße Amberger Straße Spielhof Georg-Paul-Amberger- Grundschule Grünanlage Hohe Marter e in iln h a B Turnerheim- straße Skate- Bolz- anlage platz Bahnlinie Schweinauer Buck
karte: DSGK Stadt Nürnberg 0 50 100 150Meter
eg Öffentliche Grün- und Freiflächen Sonstige Grün- und Freiflächen Route Grünfläche Naturnaher Sportplatz Landschaftsraum Verlauf im Spielplatz Straßenraum Wege, Öffentl. Spielhof befestigte Flächen
Hintergrund
Grüner W
Abb. 32: Wegeverlauf und Grün- und Freiflächenbestand in Hohe Marter
Abb. 33: Unterschieliche Beläge im Straßenraum der Ambergerstraße (Blickrichtung Nopitschstraße)
Ab der Zweibrückener Straße führt der Routenverlauf des Grünen Weges auf der Turnerheimstraße in Richtung Süden. In der Straße wird auf beiden Seiten längs geparkt, der Fußverkehr verläuft durchgängig auf begleitenden Gehwegen. Die Turnerheimstraße ist eine Erschließungsstraße (Tempo 30) für das angrenzende Wohngebiet und die angrenzenden Gewerbeflächen (Schwerlastverkehr). Zu erhöhtem Verkehrsaufkommen kommt es hier zu Zeiten des Schichtwechsels bei der Firma Bosch.
Am Ende der Turnerheimstraße erfolgt die Routenführung zunächst nach Osten in die Daimlerstraße (Tempo 50), bevor sie nach ca. 80 Metern in eine Unterführung zur Querung der Bahnlinie Richtung Schweinauer Buck abbiegt. Die Einfahrt in diesen Abzweig liegt zwischen Hofeinfahrten von Gewerbebetrieben und ist nicht ohne weiteres zu erkennen; bietet für Abb. 34: Straßenbild Turnerheimstraße den Radverkehr aber ausreichenden Fahrkomfort in Bezug auf Bodenbelag, Breite (3,50 m) und Steigung. Für Radfahrende in Gegenrichtung ist das Einbiegen aus der Unterführung in die Daimlerstraße unübersichtlich, Zufußgehende in der Unterführung und auf den Gehwegen sowie der Autoverkehr auf der Daimlerstraße werden erst spät wahrgenommen; hier ist ein Gefahrenpotential gegeben.
Der asphaltierte Weg nach der Unterführung am Fuß des Bucks wird nicht nur von Zufußgehenden und Radfahrenden, sondern auch vom Anliegerverkehr zum unterhalb des Schweinauer Buck gelegenen Sportplatz des Post- SV genutzt und ist mit 5 Meter Breite entsprechend ausgebaut. Der Weg führt im weiteren Verlauf auf den Schweinauer Buck hinauf (für PKW gesperrt) beziehungsweise zweigt in Richtung Röthenbach ab. Der Grüne Weg folgt dieser Abzweigung und überquert die Südwesttangente und den Main- Donau-Kanal auf einer gemeinsamen Geh- und Radwegebrücke. Den Wegebelag der Brücke
Abb. 35: Zuwegung zur Bahnunterführung an der Daimlerstraße bilden von einer Asphaltschicht überzogenen Holzbohlen, was die Befahrbarkeit mit dem Rad etwas einschränkt und verlangsamt. Dies kommt jedoch dem Sicherheitsgefühl der Zufußgehenden entgegen, da die Brücke mit einer Breite von 3 Metern nicht außerordentlich breit bemessen ist. Im Frühling 2021 steht eine Sanierung der Brücke an, bei der der Holzbelag durch ein System aus glasfaserverstärktem Kunststoff ersetzt wird.
Abb. 36: Brücke über die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal
Grünflächen und öffentlicher Freiraum
Auch die Hohe Marter ist mit öffentlichen Grünflächen unterversorgt, dies gilt vor allem für wohnungsnahes Grün. Das Grünflächenangebot beschränkt sich auf die Grünanlage Hohe Marter, den öffentlichen Spielhof der Georg-Paul- Amberger-Grundschule und den naturnahen Landschaftsraum des Schweinauer Bucks. Alle drei Flächen liegen direkt an der Route des Grünen Weges.
Ambergerstraße und Öffentlicher Spielhof Amberger-Grundschule
Im südwestlichen Teil der Ambergerstraße wachsen entlang der ehemaligen Straßenbahntrasse dichte Strauch- und Baumhecken. Die Ränder von Schule
Abb. 37: Ungeordneter Freiraum in der Ambergerstraße und Buswerkstatt sind mit Baumreihen und Hecken gefasst und geben dem Raum einen grünen Rahmen. Einzelne Bäume stehen im Straßenraum und bei den Geschosswohnungsbauten. Den Rand entlang der Wohnbauten nehmen offene Rasenflächen in Form von Abstandsgrün ein.
Die Georg-Paul-Amberger-Schule ist ein imposanter Bau des Jugendstils von 1911. Sie besitzt sehr großzügige Außenflächen, mit einem großen Schulhof, Sportflächen, und einem öffentlichen Spielhof. Im Bearbeitungsjahr war der Spielhof nur eingeschränkt zugänglich. Das Spielangebot ist vielfaltig, teilweise aber sanierungsbedürftig. Abb. 38: Schulhaus Ambergerstraße 25, 1916
Grünanlage Hohe Marter
Der Quartierspark Hohe Marter ist mit einer Fläche von ca. 1,56 Hektar die wichtigste Grünanlage für die Hohe Marter. In der aktuellen Größe besteht sie seit den 1980er Jahren. Damals wurde sie in Folge der Aufgabe der Straßenbahn und des damit zusammenhängenden U-Bahnbaus erweitert und gestaltet.
Der Park besitzt eine Vierteilung mit einem großen Spielplatz, offenen Rasenflächen, die als Bolzplatz sowie für die Schweinauer Kirchweih genutzt werden, einen mit Wegen gegliederten Aufenthaltsbereich mit Rasenflächen unter Bäumen und einen feldgehölzartigen Zwischenbereich, der gleichzeitig den Spielplatz abschirmt. Zum Park gehört auch der Wasserturm des Garnisonmuseums an der Turnerheimstraße.
Der Park ist umlaufend von Straßen begrenzt, im Süden und Westen sind es stark befahrene Straßen. Im Westen befindet sich der Zugang zur U Bahn-
Abb. 39: Hohe Marter: Denkmal und Streetball station Hohe Marter. Im Norden schließt unmittelbar Wohnbebauung an, die zugehörige Straße ist verkehrsberuhigt. Für 2021 steht eine grundlegende Sanierung der Parkanlage an.
Schweinauer Buck
Der Schweinauer Buck ist neben dem Faberwald der größte, am Grünen Weg gelegene, Freiraum und etwa 12,6 Hektar groß. Hier wurde ab Ende der 1960er Jahre der Aushub des Main -Donau- Kanals zu einem Hügel aufgeschüttet und begrünt. Mit 347 Metern Höhe über NN ist er einer der höchsten Punkte der Stadt und nur fünf Meter niedriger als der Burgberg.
Der Ort präsentiert sich als naturnaher Landschaftsraum und attraktiver Aussichtspunkt. Er liegt getrennt von den umgebenden Siedlungen der Hohen Marter und von Röthenbach -Ost zwischen Bahnlinien und der Südwesttangente bzw. dem Main Donau Kanal. Räumlich unterteilt er sich in den dominanten Hügel mit einem Wechsel von jungem Wald, flächigen Gebüschen und Grasfluren, einer ebenen Wiesenlage mit Streuobst, gegliedert von Hecken zwischen Hangfuß und Bahnlinien im Osten und einem Spielbereich mit einer Skateanlage und zwei Bolzplätzen im Norden, daran anschließend ein eingezäunter Fußballplatz des Post-SV Nürnberg.
Der Buck ist von den umgebenden Siedlungen nur von Norden und Süden über einen asphaltierten Verbindungsweg, bzw. die Geh und Radwegebrücke erreichbar. Auf den Hügel hinauf führt eine fünf Meter breite asphaltierte Straße bis zu einer Zwischenterrasse und dann anschließend ein 3 Meter breiter Weg auf die Kuppe. Die Erschließung der Wiesenlage im Osten erfolgt über einen Schotterweg der Bahn, zu den Spiel und Sportflächen kommt man über eine asphaltierte Zufahrt. Eine durchgängige Erschließung für die Nutzer und Nutzerinnen des Bucks ist nicht gegeben, das gebaute Wegesystem wird durch zahlreiche Trampelpfade ergänzt, Ausstattungen beschränken sich neben dem Spielbereich auf massive Holz-Beton- Bänke an den Plätzen auf der Kuppe.
Die Bevölkerung von Schweinau und Röthenbach kennt ihren ,,Kanalberg“. An schönen Tagen wird er gerne aufgesucht. Dies gilt sowohl für den Kuppen-
Abb. 40: Freizeitnutzung am Schweinauer Buck bereich als auch für die Streuobstwiesenlage. Es sind Erwachsene aller Altersgruppen, aber auch Familien mit Kindern unterwegs. Die Kuppe des Bucks ist auch beliebtes Ziel für Radfahrer und wird gerne von Jugendlichen aufgesucht. Spaziergang und der Genuss der Aussicht sind die Hauptaktivitäten. Es können aber auch Besucher beobachtet werden, die sich im Bereich der Streuobstwiesen niederlassen. Die Skateanlage wird von Kindern und Jugendlichen aufgesucht. Der Bolzplatz mit seinen vier Fußalltoren weist kaum Nutzungsspuren auf, wird aber wohl von Einzelbesuchern für unterschiedliche sportliche Aktivitäten genutzt. lmker haben sich auf einer kleinen Fläche am nördlichen Hangfuß eingerichtet. Gemessen an seiner Größe und seinen Potentialen ist die zu beobachtende Nutzungsdichte und -frequenz des Bucks jedoch nicht besonders hoch.
Abb. 41: Drohnenbild vom Schweinauer Buck
Die Bedeutung des Schweinauer Bucks als naturnaher Landschaftsraum ist ausführlich im Kapitel 3.6 beschrieben.
3.5 Röthenbach
Über die Kanalbrücke gelangt man nach Röthenbach in die Nürnberger Außenstadt. Baulich lassen sich Röthenbach-Ost und das sonstige dicht bebaute, ältere Röthenbach westlich der Weißenburger Straße unterscheiden. In Röthenbach-Ost ist seit den 1990er Jahren auf der Basis eines städtebaulichen Wettbewerbs und nachfolgenden Bebauungsplans ein neues Wohnquartier entstanden, mit einer differenzierten baulichen Struktur und einem darauf abgestimmten, fein differenzierten Freiraumsystem. Die bauliche Entwicklung des Wohnquartiers ist noch nicht ganz abgeschlossen. In 2021 werden die noch restlichen Grünflächen vervollständigt.
Westlich der Weißenburger Straße ist Röthenbach durch eine Mischung aus Einfamilienhausbebauungen und dichtem und hohen Geschosswohnungsbau geprägt. An der Ansbacher Straße befindet sich auch das Einkaufszentrum Röthenbach mit der U-Bahnstation als lokales Geschäftszentrum. An der Röthenbacher Hauptstraße liegt auf beiden Seiten des Landgrabens das alte Ortszentrum von Röthenbach. Auch in Röthenbach sind die Straßenräume neben den Haupterschließungsstraßen als Tempo 30-Zonen ausgewiesen.
Wegeverlauf
Das neue Wohnquartier wird über verkehrsberuhigte Straßen und Wege durchquert, dabei ergeben sich Alternativrouten für Zufußgehende und Radfahrende. Der Lückenschluss fehlender Verbindungen im Süden des Stadtteils hin zum Grünzug An der Wied ist für das Jahr 2021 durch den Ausbau der restlichen Grünflächen vorgesehen. Entlang des Röthenbacher Landgrabens führt der Weg über den Von-Tresckow-Weg zum westlichen Abschnitt des Landgrabens und schließlich an der Rednitzstraße hin zum Faberwald.
Abb. 42: Siedlung Röthenbach-Ost
Die Grüne Weg verläuft in Röthenbach zukünftig ausschließlich innerhalb von Grünflächen oder auf verkehrsberuhigten Straßen oder Erschließungswegen.
Südwesttangente
Main-Donau-Kanal Kavalastraße
Am RöthenbacherLandgraben Bahnlinie
R C ö en th te e r nbach K ID le E i A n L gartenverein Ansbacher Straße P D l e a u tz t s d c e h r e n Einheit Röthenbacher Hauptstraße W Lindenw iesenw eg
Kleingartenverein eißenburger Straße S H G p e ru i l e e n l n h
d e o
s c f F h o u r l s e ter-
Spiel- und Bolzplatz Kuhweiher
An der Wied Von-Tresckow-Weg Bolzplatz
Aktivspielplatz An der Wied Röthenbach Röthenbacher Landgraben
±
Rednitzstraße
Grüner Weg Öffentliche Grün- und Freiflächen Sonstige Grün- und Freiflächen
Route Grünfläche Spielplatz Sportplatz Vorrangige Führung Wald Öffentl. Spielhof Aktivspielplatz Faberwald Radverkehr Wege, Kleingartenanlage Verlauf im befestigte Flächen Straßenraum
Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1: 6.000 0 50 100 150Meter Abb. 43: Wegeverlauf und Grün- und Freiflächenbestand in Röthenbach; keine maßstabsgetreue Darstellung
Fuß- und Radwegeerschließung
Unmittelbar am Ende der Kanalbrücke stößt der Grüne Weg auf einen quer verlaufenden Geh- und Radweg (Kavalastraße), der die Anbindung an die Radwegeführung Richtung Schwabach und entlang des Main-Donau-Kanals herstellt. Aufgrund der dort gefahrenen hohen Geschwindigkeiten und der Geschwindigkeiten auf der abschüssigen Seite der Brücke, ist hier ein erhebliches Gefahrenpotential im Kreuzungsbereich zu sehen, das aktuell allenfalls durch die schlechte Befahrbarkeit der Brückenbohlen gemildert wird (Sanierung im Frühjahr 2021). Diese Verkehrssituation besteht vor allem in Nord-Süd-Richtung, in Gegenrichtung ist die Situation etwas weniger problematisch.
Im Anschluss daran durchquert der Grüne Weg eine Hofdurchfahrt der Gebäude Kavalastraße 28 und 30 und Abb. 44: Querung mit der Kavalastraße mündet in die Johann-Wild-Straße, am Ende der Kanalbrücke
der sie bis zur Straße Am Röthenbacher Landgraben folgt. Die Johann-Wild- Straße ist mit Betonpflaster ausgelegt und gut begeh- und befahrbar. Ein separater Gehweg existiert nicht, was aber aufgrund der geringen Nutzungsdichte dieser Erschließungsstraße unproblematisch ist.
Alternative Wegeführung
An der Kreuzung mit der Straße Am Röthenbacher Landgraben empfiehlt sich eine Aufteilung des Grünen Weges für Zufußgehende und Radfahrende:
Für Zufußgehende kann der kürzere Routenverlauf weiter auf der Charkovstraße bis hin zum zentralen Platz der Deutschen Einheit erfolgen. Dieser wird durch eher schmale Wege zwischen hohen Grüneinfassungen der dort gelegenen Mietergarten geführt. Zwar sind die Wege für den Radverkehr freigegeben, aber aufgrund der konzentrischen Gestaltung des Areals und der hohen Hecken sind die Querverkehre nur schwer einsehbar, was diese Verbindung als Radverbindung ungeeignet macht. Zudem sind die Wege sehr schmal.
Abb. 45: Unterschiedliche Wegebreiten rund um den Platz der Dt. Einheit
Im Anschluss an den Platz der Deutschen Einheit verläuft der Fußweg weiter auf dem breiten Lindenwiesenweg (Geh- und Radweg) durch die großzügig angelegte Grünfläche südwärts bis sie wieder auf die Straße Am Röthenbacher Landgraben stößt, die hier an einer Mittelinsel gequert werden kann. Hier wäre eine gemischte Fuß- und Radwegeführung wieder unproblematisch möglich.
Abb. 46: Grünzug mit Lindenwiesenweg und Großwiesenweg
Für die Radverbindung empfehlen die Gutachter jedoch die alternative Wegeführung entlang der Ringstraße Am Röthenbacher Landgraben (vgl. Abb. 42), die den Kern des Wohngebietes halbkreisförmig umfasst. Diese Route ist nur unwesentlich länger als der Geh- und Radweg, aber deutlich besser für den Radverkehr geeignet. Aufgrund der reinen Erschließungsfunktion der Ringstraße ist der KfZ-Verkehr sehr moderat. Die Ringstraße selbst weist durchgängig Gehwege auf, die durch Straßenbegleitgrün und senkrecht angeordnete Parkplätze von der Fahrbahn abgegrenzt sind.
Ab der Einmündung des Lindenwiesenwegs auf die Ringstraße kann der Grüne Weg südlich dieser, wieder als gemeinsamer Geh- und Radweg, zukünftig entlang einer neu geplanten Wegeverbindung, dem Langgasswiesenweg, in Richtung Süden verlaufen, bis er jenseits des Röthenbacher Landgrabens auf den Geh- und Radweg An der Wied stößt.
Dem gut 3 Meter breiten, asphaltierten Weg folgt der Grüne Weg westwärts bis zur Weißenburger Straße (B 2), die er in einer Unterführung quert und weiter auf dem ähnlich ausgebauten Von- Tresckow-Weg bis zur Röthenbacher Hauptstraße. Entlang des Von-Tresckow-Weges bestehen immer wieder kleinere Querverbindungen der rechts und links gelegenen Sportanlagen und hin zum Klausingweg in den Siedlungsbereich im Norden.
Abb. 47: Durchquerung der Grünflächen An der Wied
Die Querung der Röthenbacher Hauptstraße erfolgt ungesichert über eine langgezogene Mittelinsel, die auf beiden Seiten der Querungsstelle mit Bäumen bestanden ist. Die Befahrbarkeit der Querung ist durch leicht erhöhte Bordsteinkanten etwas eingeschränkt, die Einsehbarkeit der Kreuzung ist jedoch gut.
An der Röthenbacher Hauptstraße knickt die Wegeführung zunächst für ein kurzes Stück nach Norden ab um dann wieder nördlich des Röthenbacher Landgrabens erneut nach Westen in einen schmalen, mit Betonplatten ausgelegten, ca. 2,5-3 Meter breiten, Gehweg (Radfahrer frei) einzumünden. Die Einmündung ist aus beiden Richtungen recht unübersichtlich und birgt Konfliktpotential.
Abb. 48: Unterquerung der Weißen- Abb. 49: Röthenbacher Hauptstraße burger Straße Der Gehweg setzt sich auf der Nordseite des den Röthenbacher Landgraben begleitenden Grünzugs bis zur Rednitzstraße hin fort und tangiert die Nikodemuskirche und die zugehörige Kindertagesstätte. Im westlichen Drittel des Grünzugs schließt auf der Nordwestseite des Landgrabens die Albrecht-Thaer-Straße an, die die Haupterschließung der angrenzenden Bungalowsiedlung bildet. Der Siedlungsbereich ist zusätzlich über Fußwege angebunden. Die schmale Wegbreite und die enge, an den wechselnden Grundstücksgrenzen ausgerichtete Linienführung führen zu Nutzungskonflikten, die bei erhöhtem Radverkehr zu Problemen führen werden.
Abb. 50: Erschließungswege an der Nikodemus-Kirche
Schließlich erreicht der Grüne Weg die stark befahrene Rednitzstraße, die er ca. 35 Meter weiter östlich an einer Bedarfsampel quert. Dieses letzte Stück entlang der Rednitzstraße ist mit weniger als 2 Metern Breite für gemischten Fuß-, Radverkehr sehr schmal und nur durch einen kleinen Grünstreifen niveaugleich vom Verkehr getrennt. Der Aufstellbereich an der Bedarfsampel ist ebenfalls unzureichend dimensioniert.
In Höhe der Albrecht-Thaer-Straße zweigt jedoch ein Weg in Richtung Süden ab, quert den Landgraben über eine Brücke und setzt sich als asphaltierte 4 Meter breite Erschließungsstraße der angrenzenden Einfamilienhaussiedlung zur Rednitzstraße hin fort und endet dort direkt an der Bedarfsampel. Dieser Weg wird gegenüber oben beschriebenen Verlauf bevorzugt.
Abb. 51: Endpunkt des Grünen Weges am Faberwald
Grünflächen und öffentlicher Freiraum
Anders als Röthenbach-Ost ist der alte Teil von Röthenbach in der Fläche dicht bebaut und mit nur einem sehr geringen Anteil an gliedernden und nutzbaren öffentlichen Grünflächen ausgestattet. Das rechnerische Defizit an öffentlichen Grünflächen ist sehr hoch. Viele Quartiere sind aber gut mit privatem Grün ausgestattet. Entlang des Röthenbacher Landgrabens zieht sich ein stadtteilgliedernder und -verbindender Grünzug. Der Faberwald als innerstädtischer Naherholungsraum grenzt unmittelbar an den Stadtteil an und stellt die Verbindung zum anschließenden Rednitztal her.
Der neuere Teil Röthenbach-Ost ist dagegen ein Stadtteil mit einem fein differenzierten Freiraumsystem, mit Wechsel von privaten und großzügigen öffentlichen Grünflächen, die auch mit den umgebenden Freiräumen verknüpft sind. Im Osten schließen die großen Kleingartenanlagen Ideal und Kuhweiher an. Diese wurden im Jahre 2020 durch die Anlage neuer Kleingärten nochmals erweitert. Das Spielangebot beschränkt sich auf einen Spielplatz am Platz der Deutschen Einheit und einem Spiel- und Bolzplatz An der Wied. Dem Kulturladen in der Röthenbacher Hauptsraße ist ein Aktivspielplatz zugeordnet.
Grünflächen in Röthenbach-Ost
Das Zentrum der Siedlung bilden der kreisförmige Platz der Deutschen Einheit und der anschließende in Nord-Süd-Richtung verlaufende Grünzug. Es handelt sich um 20 Meter breite, von Spitzahorn gerahmte Rasenflächen, welche stellenweise topographisch bewegt gestaltet sind. Im städtebaulichen Entwurf war hier ursprünglich ein Bachlauf vorgesehen. Ein großzügiges Wegesystem (Lindenwiesenweg und Großwiesenweg) begleitet den Grünzug und dient gleichzeitig der Erschließung der angrenzenden Wohnbebauung, einzelne Querwege verbinden die Quartiere. An einer Stelle wurde zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Skopje ein Kunstwerk aufgestellt.
Der Platz der Deutschen Einheit ist eine große, kreisförmige asphaltierte Fläche mit einer Brunnenanlage (Fontäne). Daran schließt im Halbkreis eine mit Eschen bestandene Rasenfläche und dahinter als Fassung des Platzes im Dreiviertelkreis eine Pergola an. Diese besteht aus Betonstützen, auf denen eine Stahlkonstruktion aufliegt. Eine geschnittene Ligusterhecke fasst die Pergola ein. Die Pergola sollte begrünt sein, dies ist aber bisher nicht gelungen. Wilder Wein rankt auf kurzen Abschnitten der Stahlkonstruktion. Als Sitzgelegenheiten sind unter der Pergola und als Abgrenzung der Rasenfläche Betonsitzquader eingebracht. Solche sind als Kreissegmente auch im Übergang zu den umgebenden Flächen platziert.
Der Brunnen ist ein westliches Element des Platzes, er hat in den letzten Jahren nicht immer funktioniert. Zum Grünzug hin ist der Platz geöffnet, den Rand bildet hier eine mit Betonquadern eingefasste Pflanzfläche, benachbart steht eine Tischtennisplatte.
Abb. 52: Brunnen am Platz der Deutschen Einheit
Den Platz umgeben zwei weitere Ringe mit einem gut ausgestatteten Kinderspielplatz, mit Mietergärten und locker mit Vogelkirschen und Obstbäumen bestandenen Rasenflächen. An einer Stelle ist ein Bouleplatz angelegt, daneben wurde im Jahr 2020 im Rahmen vom ,,Kultur-Natur-Parcours“ des Kulturladens Röthenbach ein lnsektenhotel errichtet. Die Flächen werden durch sternförmig zum Platz hin laufende Fußwege aus den benachbarten Quartieren gegliedert und erschlossen. Angrenzende unbebaute Flächen liegen brach, teilweise mit flächigem Aufwuchs von Ruderalvegetation und Einzelgehölzen.
Von den Bewohnerlnnen wird der Platz immer wieder als ,,sehr heiß“ und nicht einladend beschrieben insbesondere wenn der Brunnen defekt ist. Grünzug, Platz und Spielplatz sind gleichwohl gern aufgesuchte Orte der Anwohnerlnnen, im Zusammenhang mit dem Spielplatz trifft man hier oft Familien. Allerdings sind nur am befestigten Platz und am Kinderspielpatz Sitzgelegenheiten angeboten.
Grünzug entlang des Röthenbacher Landgrabens
Entlang des Röthenbacher Landgrabens verläuft von den Kleingartenanlagen Ideal und Kuhweiher im Osten bis zum Faberwald im Westen ein durchgehender, etwa 1,6 Kilometer langer Grünzug.
An der Wied zwischen den Kleingartenanlagen und der Weißenburger Straße ist der Grünzug zwischen 20 und 35 Metern breit mit offenen Rasenflächen. Er wird im Norden gesäumt vom Gehölzsaum des Landgrabens, den Südrand biIden die eingegrünten Rückseiten der angrenzenden Einfamilienhaussiedlung. Auf einem längeren Abschnitt ist entlang der Bebauung eine Strauchreihe als visuelle Abgrenzung auf öffentlichem Grund gepflanzt.
Der naturnahe Bachlauf des Landgrabens verläuft hier leicht geschwungen, wenig eingetieft, ohne erkennbarem Verbau, begleitet von einem Gehölzsaum aus vorwiegend alten Erlen. Am Weg stehen einzelne Bänke.
Zwischen Weißenburger Straße und Röthenbacher Hauptstraße entlang des Von-Tresckow-Weges ist der Grünzug schmäler. Entlang des Landgrabens im Norden stehen auf ganzer Länge dicht Bäume (Spitzahorn, Eiche, Esche). Im Kontakt zu den angrenzenden Siedlungs- und Sportflächen ist der Gehölzsaum teilweise aufgelichtet. Südlich des Weges bilden gemischte Strauchhecken und Baumgruppen die Grenze entlang der Sportanlage, im Westen entlang anschließender Bebauung fehlen sie. Der Grünzug wirkt bedingt durch die Dichte der Gehölze teilweise unübersichtlich und ungepflegt. Der Bachlauf wird nur von den Brücken aus wahrgenommen. Sitzgelegenheiten gibt es entlang des Von-Tresckow-Weges nicht.
Abb. 53: Grünzug An der Wied
Zwischen Röthenbacher Hauptstraße und Rednitzstraße wird der Grünzug wieder breiter und bietet auch Aufenthaltsmöglichkelten. Auf der Südseite verläuft der Landgraben etwas eingetieft, geschwungen und naturnah zwischen feldgehölzartigem, von Spitzahorn und Eiche geprägtem Baumbestand. Den anschließenden offenen Bereich nehmen Rasenflächen in einer Breite von fünf bis fünfzehn Metern ein. Der Gehweg (Radfahrer frei) im Norden orientiert sich in seinem Verlauf an den Grundstücken, die er erschließt. Entlang
Abb. 54: Hecken und Gehölzsäume entlang des Von-Tresckow-Weges des Weges wachsen einzelne Hainbuchen, Spitzahorn und Eichen. Im Norden schließen unmittelbar Wohnbebauung und das Gemeindezentrum der Nikodemuskirche an. Der Kirche zugeordnet ist ein kleiner gepflasterter Platz mit einem Kriegerdenkmal.
Der schmale Grünzug ist ein gern genutzter Verbindungsraum von Röthenbach zum Faberwald. Am Weg stehen einzelne Bänke und laden zum Aufenthalt ein. Die Schattenwirkung der Bäume ist besonders an heißen Sommertagen angenehm.
Abb. 55: Röthenbacher Landgraben in Höhe der Nikodemuskirche
Faberwald
Der Faberwald, auch Faberpark genannt, ist ein 27,1 Hektar großer Erholungswald an der Stadtgrenze zu Stein. Durch ihn gelangt man auch ins Rednitztal als großen stadtnahen Erholungsraum. Der Park wurde in den 1850er Jahren als Landschaftspark im Englischen Stil von Adolf Wagner für den Blei-
stiftfabrikanten Lothar von Faber angelegt und in den Folgejahren sukzessive erweitert. Der Park war der Villa und dem später erbauten Faberschloss zugeordnet.
Abb. 56: Impressionen vom Faberwald
1981 erwarb der Freistaat Bayern zwei Drittel des Parkgeländes und übergab es der Stadt Nürnberg mit der Auflage, den vernachlässigten Park zu öffnen und zu unterhalten. 1982 beschloss der Stadtrat ein Parkpflegekonzept und entschied sich zu Gunsten eines naturnahen Parkwaldes und gegen eine Wiederherstellung des ursprünglichen Parks, wie es seiner Bedeutung als Baudenkmal entsprochen hätte. Seit 1984 ist der Park der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Faberwald wird vom Röthenbacher Landgraben durchflossen, dieser speist auch die historische Weiherfläche. Er ist von Laubmischwäldern geprägt und über ein dichtes Wegesystem erschlossen. Die Bewohnerlnnen der umliegenden Stadtviertel nutzen den Park rege zum Spaziergang, ebenso die Bewohnerlnnen der unmittelbar angrenzenden Stadt Stein.
Abb. 57: Landschaftsraum der Rednitzaue bei Stein
3.6 Vegetation und naturnahe Landschaftsräume
entlang des Grünen Weges
Der Grüne Weg zum Faberwald ist fast durchgängig von Grünstrukturen begleitet, die sich hinsichtlich der Vegetationsausstattung in die folgenden Gruppen fassen lassen:
-
Straßenbäume
-
Bäume in Grünflächen und Grünzügen
-
intensiv und extensiv genutzte Grünflächen
-
Biotope und naturnahe Landschaftsräume
Auf die Vegetation und Bedeutung der einzelnen Grünstrukturen entlang des Weges wird im Weiteren nochmal übergreifend eingegangen. Die intensiv und extensiv genutzten Grünflächen werden allerdings hier nicht mehr gesondert behandelt, da deren Vegetation bereits in den vorangegangen Kapitel beschrieben wurde.
Straßenbäume
Bäume sind das verbindende Element des Grünen Weges zum Faberwald. Der Grüne Weg ist auf größter Länge ein Weg unter oder begleitet von Bäumen.
Im Straßenraum kommen die Bäume vor allem im Bereich von Parkplätzen vor, wo sie eine den Straßenraum gliedernde Funktion übernehmen. Beispiele dafür sind die verkehrsberuhigten Bereiche der Gostenhofer Hauptstraße, der Leonhardstraße, der Hinteren Marktstraße und der Turnerheimstraße.
Die Standortbedingungen sind in der Regel nicht gut. Der Wurzelraum ist eingeengt, offener Boden steht in Form von Baumscheiben zwischen befestigten Flächen oft nur in begrenzter Größe zur Verfügung. Die Trockenheit der letzten Jahre hat es für die Straßenbäume noch schwerer gemacht. Die Folgen sind eingeschränktes Wachstum und häufige Schäden an den Bäumen. Sichtbar wird dies vor allem bei Standorten mit kleinen Baumgruben und Baumscheiben. Die jeweiligen Standortbedingungen sind zum Pflanzzeitpunkt im Rahmen der Straßenraumgestaltungen definiert worden.
Abb. 58: Platanen in der Hinteren Marktstraße
Jeder Straßenabschnitt hat seine eigene Baumartenzusammensetzung. An der Gostenhofer Hauptstraße stehen Baumhaseln und Gleditschien. Im verkehrsberuhigten Abschnitt der Leonhardstraße wurden Birnbäume gepflanzt, am Petra-Kelly-Platz wachsen Kugelahorn, an der Schwabacher Straße stehen gesunde Roteichen in einem zwei bis drei Meter breiten Grünstreifen, in der Hinteren Marktstraße wachsen hohe Platanen in eher kleinen Baumscheiben, in der Lochnerstraße stehen Linden und an der Röthenbacher Hauptstraße stehen alte Eichen und jüngere Linden. In Röthenbach-Ost sind einzelne
Abb. 59: Alte Eichen in der Röthenbacher Hauptstraße
Straßenabschnitte mit jeweils eigenen Baumarten markiert. Gepflanzt sind unter anderem Mehlbeeren, Linden, Spitzahorn, Eichen und Birnen.
Am ungünstigsten sind die Bedingungen für Stadtbäume in den engen Straßenräumen von Gostenhof und in der Turnerheimstraße. Vor allem in Letzterer sind die Baumscheiben viel zu klein und die Bäume entsprechend schwach im Wuchs oder sichtbar geschädigt. Bemerkenswert gut wachsen die Platanen in der Hinteren Marktstraße trotz kleiner Baumscheiben. Bei ausreichendem Wurzelraum zeigen die Bäume jedoch ein gutes Wuchsverhalten, sichtbar an der Schwabacher Straße, in Röthenbach-Ost und an der Röthenbacher Hauptstraße.
Mobile Bäume sind in der Gostenhofer Hauptstraße und am Petra-Kelly-Platz aufgestellt. Die Bäume dienen der Gliederung des Verkehrsraums und haben auch eine verkehrsberuhigende und gestalterische Funktion. Die Baumarten in den Trögen sind Koelreuteria und Zierkirschen.
Mehrere Baumscheiben werden teilweise privat von Baumpaten liebevoll gepflegt. Zu beobachten ist dies vor allem in der Leonhardstraße und Gostenhofer Hauptstraße. Abb. 60: Kirschbaum in Pfanztrog am Petra-Kelly-Platz
Bäume in Grünflächen und Grünzügen
In den Grünflächen und Grünzügen sind die Standortbedingungen für Bäume in der Regel gut, sie stehen in Rasenflächen und Hecken oder bilden Gehölze. Der Boden ist weitgehend natürlich, der Wurzelraum nur wenig eingeschränkt. Die Rasenflächen in angelegten Grünflächen bzw. Parks werden in der Regel 6-mal im Jahr gemäht. Die Bäume sind jeweils nach einem Gestaltungskonzept gepflanzt, vorhandene Bäume wurden in die Flächen integriert. Die Gehölzpflege in den intensiv genutzten Grünflächen orientiert sich in der Regel an den Erfordernissen der Verkehrssicherheit.
Am Pferdemarkt sind neben älteren vorhandenen Spitzahorn, Vogelkirschen, Birken und Eichen, Rotblütige Rosskastanien, Platanen, Spitzahorn und Linden entlang der Wege gepflanzt. In den Grünzügen mischen sich gepflanzte mit spontan aufgewachsenen Bäumen. Entlang der Alten Allee stehen jüngere, mittelalte und alte Spitzahorn (geschützte Naturdenkmale), dazwischen wachsen einzelne Linden. Sie bilden eine den Weg begleitende Allee mit einzelnen Lücken.
Abb. 61: Platanen neben Altbäumen in der Grünanlage am Pferdemarkt
Der Baumbestand des Lochnerparks ist aus dem Bestand entwickelt und ergänzt worden und deswegen vielfältig artenreich, entlang des Nord-Süd-Weges stehen Mehlbeeren. Vielfältige Baumartenzusammensetzungen besitzen auch die Grünanlage Hohe Marter und die kleine Grünfläche westlich der Kreuzkirche.
Entlang des Röthenbacher Landgrabens verdichten sich die Bäume zu bachbegleitenden Gehölzufersäumen, Baumhecken oder Feldgehölzen, daneben begleiten Einzelbäume den Weg (Spitzahorn, Hainbuche, Eiche, Robinie). Die bachbegleitenden Gehölze sind im Osten durch Roterlen geprägt, im Westen durch Spitzahorn, begleitet von Eichen, am Vom-Tresckow-Weg kommen Eschen hinzu.
Der häufigste Baum in den Grünflächen und Grünzügen ist der Spitzahorn, der sich durch Sukzession an vielen Stellen selbst angesiedelt hat und offensichtlich in der Stadt gute Wuchsbedingungen vorfindet. Der Baumbestand der Grünzüge ist mittelalt, teilweise auch alt. Ausgeprägte Altbäume finden sich vereinzelt an der Alten Allee, bei der Georg-Paul-Amberger-Grundschule und am Röthenbacher Landgraben.
Biotope und naturnahe Landschaftsräume
Als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind entlang des Grünen Weges in erster Linie die vorhandenen vegetationsbestimmten, strukturreichen Grünflächen und Gehölzbestände wertvoll. Dies gilt in erster Linie für die Alte Allee mit ihrem alten Baumbestand, den Lochnerpark mit seinen Hecken, Gebüschen und Bäumen, die Grünanlage Hohe Marter, den Schweinauer Buck und den Faberwald als große naturnahe Landschaftsräume sowie den Röthenbacher Landgraben mit seinen durchgängigen Gehölzufersäumen und begleitendem Grünzug.
Von untergeordneter Bedeutung sind die sonstigen kleinen oder intensiv genutzten, in der Regel strukturarmen Grünflächen. Für Vögel und Fledermäuse geeignete Lebensräume bieten die benachbarten Friedhöfe und ausgedehnten Kleingartenanlagen.
Als schutzwürdige Biotope sind im Rahmen der Stadtbiotopkartierung in den Jahren 2006 bis 2008 die Spitzahornbäume entlang der Alten Allee und die gewässerbegleitenden Gehölzsäume entlang des Röthenbacher Landgrabens erfasst worden. Am Schweinauer Buck wurden die Gehölze an den südexponierten Hängen, sowie die artenreichen, extensiv genutzten Wiesen entlang der Bahn und eine Hecke am Sportplatz des Post SV erfasst. Weitere amtlich dokumentierte Stadtbiotope im Umfeld des Grünen Weges sind
- Einzelbäume in Gostenhof, am Leonhardsplatz, an der Georg-Paul-
Amberger-Grundschule, im Bereich Hohe Marter, nordöstlich des Faberwaldes und Alteichen im Bereich der Kleingartenanlage Ideal,
-
ein Feldgehölz am alten Güterbahnhof an der Kohlenhofstraße,
-
drei Abschnitte des ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanals am Franken-
schnellweg,
-
der Friedhof von St. Leonhard,
-
eine Ruderalfläche südlich der Nopitschstraße,
-
wesentliche Flächen der Parkanlage an der Hohen Marter,
-
Feldgehölze im Bereich der Kleingartenanlage Kuhweiher bzw. Ideal,
Abb. 62: Streuobstwiese amSchweinauer Buck
- eine Altgrasflur entlang der Bahnlinie in Höhe der Kleingartenanlage
Ideal sowie
- Bäume und Baumreihen im Kontakt zum Grünen Weg nordöstlich des
Faberwaldes.
Gesetzlich geschützt nach § 30 BNatSchG sind Anteile von Feuchtvegetation bei den Flächen am alten Ludwig-Donau-Main-Kanal. Abgesehen von den Gehölzflächen am Schweinauer Buck, den Gehölzen entlang des Röthenbacher Landgrabens, den Brachflächen am Alten Kanal, der Parkanlage und dem Friedhof handelt es sich um kleine, vereinzelt im Siedlungsgebiet verteilte Biotope.
Eine Sonderstellung kommt dem Faberwald als naturnahem Laubmischwald zu. Er ist wichtiger Stadtwald und wichtiger Lebensraum, vor allem für Vögel und Fledermäuse. Im Rahmen dieser Studie wird er allerdings nicht vertiefend betrachtet.
Der Schweinauer Buck ragt aufgrund seiner Größe und extensiven Nutzung als naturnaher, landschaftlicher Lebensraum heraus. Er bildet einen Grünland- Gehölz-Komplex mit Wechsel von Feldgehölzen, Vorwäldern und Gebüschen mit ruderalen Halbtrockenrasen und Wiesen. Die großen Vorwälder, Feldgehölze und Gebüschflächen am Südhang sind als Biotop erfasst, prägende Gebüscharten sind Weißdorne, Rosen und Feldahorne, daneben auch Sanddorne. Ebenfalls als Biotop erfasst sind eine Wiese und eine Hecke. Die Wiesen und ruderalen Halbtrockenrasen im Osten werden regelmäßig gemäht, auf Teilflächen sind Streuobstbäume angelegt, die vom Bund Naturschutz gepflegt werden. Der Kuppenbereich ist von Gehölzen freigestellt worden und wird durch die jährlich einmal durchgeführte Mahd offengehalten. Freistellungen sind auch an den Südhängen erfolgt. Die Organisation der Pflegemaßnahmen erfolgt durch den Landschaftspflegeverband der Stadt Nürnberg.
Im Bereich der Wiesen wird ein Umweltmonitoring durchgeführt, bei dem vor allem Tagfalter und Heuschrecken erfasst werden, die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Pflege ein. Der Schweinauer Buck ist wertvoller Lebensraum für gebüschbrütende Vogelarten, für Fledermäuse, Zauneidechsen, Heuschrecken und Tagfalter.
Die alten Spitzahornbäume an der Alten Allee besitzen mehrfach Baumhöhlen und Öffnungen im Stamm, die von Fledermäusen und Vögeln als Brutplätze oder Quartier genutzt werden können. Ähnliche Potentiale bieten auch alte Eichen an der Röthenbacher Hauptstraße. Insgesamt befinden sich entlang des Grünen Weges aber nur wenige Altbäume.
Die zahlreichen Bahnlinien im Gebiet trennen einerseits, andererseits kommt ihnen auch eine Vernetzungs- Abb. 63: Baumhöhle an Spitzahorn in Alter Allee
funktion zu. Diese wirkt vor allem dort, wo Bahndämme mit Vegetation bewachsen sind, wie zum Beispiel die Gehölzbestände an den Bahndämmen in Höhe des Pferdemarkts und der Alten Allee.
Größere Brachflächen mit Gehölzaufwuchs unterschiedlichen Alters, die aktuell von hoher Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche Tierarten sind, befinden sich in Rand- und Zwischenbereichen der Wohnsiedlung Röthenbach- Ost. Diese Flächen sind baurechtlich als Wohnbauflächen, Grünflächen oder Kleingartenanlagen gewidmet.
Eine hohe Bedeutung im Sinne einer Biotopvernetzung kommt auch dem Röthenbacher Landgraben mit seinen begleitenden Gehölzufersäumen zwischen Faberwald und Kleingartenanlage Kuhweiher zu, auch wenn er an vier Stellen durch Straßen unterbrochen ist. Der Landgraben besitzt auf größter Länge einen naturnahen Lauf, Gewässerverbau ist kaum erkennbar. Die Wasserführung ist durch abgeleites Wasser aus dem Main-Donau-Kanal bestimmt.
| eg zum Faberwald - Konzeptstudie ittlertorgraben Lochnerpark Grünanlage am Pferdemarkt Alte Allee Kanal Alter weg Frankenschnell Leonhardspark Marie-Juchacz-Park Gostenhof St. Leonhard DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000 | Schweinauer Buck Grünanlage Hohe Marter Röthenbacher Landgraben Schweinau Faberwald Hohe Marter Röthenbach |
|---|---|
| DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000 | |
| turreiche Grünflächen Laubmischwald Gehölzufersäume Altgras-/Sukzessionsflächen Kleingärten turarme Grünflächen Hecken und Feldgehölze Grünland-Gehölz-Komplex Extensiv-/Streuobstwiese Friedhöfe |
Grüner W
Sp
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Hintergrundkarte:
Struk
Struk
0 10 20 30 40 50Meter
Angesprochen sei in diesem Zusammenhang auch das Rednitztal, das sich an den Faberwald anschließt und somit einen möglichen Zielpunkt des Grünen Weges darstellt. Es ist als FFH -Gebiet „Rednitztal in Nürnberg“ ausgewiesen. Beschrieben ist es als ein typisches Flutal des Mittelfränkischen Beckens mit offenem, von Wiesen geprägtem Charakter und dem naturnahen Flußlauf der Rednitz. Zudem ist es ein bedeutender Lebensraum der Grünen Keiljungfer, einer Fließgewässerlibelle. Die traditionelle Grünlandbewirtschaftung der Wässerwiesen im Rednitztal wurde 2020 als immatrielles Kulturerbe ins Bayerische Landesverzeichnis aufgenommen.
Abb. 64: Übersicht der Vegetation und der naturnahen Landschaftsräume entlang des Grünen Weges
| Grüner Weg zum Faberwald - Konzeptstudie Spittlertorgraben Lochnerpark Grünanlage am Pferdemarkt Alte Allee Kanal Alter weg Frankenschnell Leonhardspark Marie-Juchacz-Park ±± Gostenhof St. Leonhard Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000 | Schweinauer Buck Grünanlage Hohe Marter Röthenbacher Landgraben Schweinau Faberwald Hohe Marter Röthenbach |
|---|---|
| wertvolle Einzelbäume Umgrenzung Stadtbiotop Vegetation und naturnahe Landschaftsräume Naturdenkmale Grüner Weg - Wegeverlauf entlang des Grünen Weges |
0 10 20 30 40 50Meter
3.7 Ausstattungselemente
Beläge
Der Belag der Geh- und Radwegeflächen entlang des Grünen Weges ist in der Regel Asphalt. Gehsteige sind mit den lokalen Gehwegplatten im Format 30x30 gepflastert. Diese finden sich überall dort, wo ehemalige Gehwege als Geh- und Radwege genutzt werden, so am Spittlertorgraben, im Westabschnitt des Röthenbacher Landgrabens, bei der Unterführung der Weißenburger Straße und in Querungsbereichen von Radwegen mit Gehwegen.
Mit Betonpflaster angelegte Flächen kommen nur ganz vereinzelt vor, beispielsweise im Kreuzungsbereich der Gostenhofer Hauptstraße mit der Gartenstraße und am Petra-Kelly-Platz. Granit-Großkopfpflaster ist als alter Belag an der Bahnunterführung am Pferdemarkt vorhanden und als resthafter flächiger Belag mehrfach in der Ambergerstraße. Zudem findet er sich ebenso wie Granitkleinsteinpflaster im Bereich von Wegeanschlüssen bei Gehsteigen. In der verkehrsberuhigten Leonhardstraße wurde Granitpflaster zusammen mit Klinker als Gestaltungselement für bevorzugte Gehbereich und kleine Platzräume eingesetzt.
Die Wegbeläge sind in einem guten Zustand, schadhafte Stellen oder Gefahrenbereiche waren nicht zu erkennen.
Beleuchtung
Die einzelnen Stadträume sind mit unterschiedlichen Straßen- und Wegelampen ausgestattet. Diese Varianz ergibt sich aus den unterschiedlichen räumlichen Zuständigkeiten und den jeweiligen Zeitperioden, in welchen die Leuchtkörper aufgestellt wurden.
Abb. 65: Ansatzleuchte in Alter Allee und Pilzleuchte am Pferdemarkt
Die Grünzüge und einfachen Grünflächen sind mit kurzen Mastaufsatzleuchten ausgestattet. In der Grünfläche am Pferdemarkt stehen Pilzleuchten (Helux), einzelne Pilzleuchten stehen auch im Lochnerpark. Am Platz der deutschen Einheit stehen Mastaufsatzleuchten mit zylindrischem Leuchtkörper (Trilux). Am Splittertorgraben stehen historische Kugelleuchten und Kugel-
leuchten mit Kandelaber. In und entlang der Stadtmauer sind rechteckige historische Altstadtleuchten (Laterne Alt Nürnberg) aufgestellt oder an die Mauer montiert. Orientierung für die Verwendung von Beleuchtungselementen in Nürnberg, insbesondere in der Altstadt gibt das Gestaltungshandbuch für den öffentlichen Raum des Stadtplanungsamtes.
Entlang der Straßen stehen hohe Mastaufsatzleuchten oder den Straßenraum überspannende querende Seilleuchten; am Plärrer zudem hohe Mastansatzleuchten mit mehreren Leuchtkörpern. Unterschiedliche Gestaltungsperioden von Siedlungsquartieren oder Sanierungsperioden kennzeichnen die Lampen in der Leonhardstraße, Kurt-Karl-Doberer-Straße in St. Leonhard und in der Siedlung Röthenbach-Ost (Bega-Aufsatzleuchten in Kegel- oder Trapezform).
Für den Grünen Weg gilt, dass alle Abschnitte durchgehend beleuchtet sind. Die Ausleuchtung kann als gut bezeichnet werden.
Zur Verlängerung der Nutzungsdauer sind auch die Skateanlagen am Pferdemarkt und am Schweinauer Buck beleuchtet.
Bänke
Bänke sind als Angebot zum Aufenthalt in der Mehrzahl der Grünflächen und Grünzüge aufgestellt. Nur wenige Bänke stehen im Grünzug An der Wied und in der Alten Allee. In den Grünflächen in Röthenbach-Ost werden Sitzgelegenheiten nur am Platz der Deutschen Einheit angeboten, hier in Form von langen Betonsitzsteinquadern, stellenweise mit Holzauflage. Die Bänke stehen in der Regel entlang der Wege.
Abb. 66: Mayer-Bank am Pferdemarkt und Bank am Petra-Kellyplatz
Häufigster Banktyp ist die sogenannte Maier-Holzbank, eine massive Bank mit dicken Holzbalken und seitlichen Betonwangen, sie kommt in verschiedenen Farbausführungen vor. Am Röthenbacher Landgraben und an der Kreuzkirche stehen einzelne Holzleistenbänke mit Stahlgestellen.
An den verkehrsberuhigten Plätzen Gostenhofs sind einzelne wenige Bänke aufgestellt: zwei historisierende Bänke am Ende der Bauerngasse und am Petra-Kelly-Platz einfache Holzleistenbänke ohne Rückenlehne direkt am querenden Weg. Zusätzliche Bänke würden die Aufenthaltsqualität an der Alten Allee, am Schweinauer Buck, an der zentralen Grünfläche in Röthenbach-Ost und entlang des Röthenbacher Landgrabens verbessern.
Sonstige Ausstattungselemente
Stahlabsperrpfosten sichern in den verkehrsberuhigten Straßenräumen Gostenhofs Fußgängerbereiche vor parkenden Autos. Sicherungsfunktion übernehmen sie auch an Zugängen zu Grünanlagen.
Fahrradbügel sind bisher nur im Bereich der Gostenhofer Hauptstraße und am Petra-Kelly-Platz montiert.
Abb. 67: Fahrradbügel in der Gostenhofer Landstraße
Öffentliche Müllcontainer sind im Stadtraum unvermeidliche Einrichtungen, sie sind optisch wenig attraktiv, verengen stellenweise den Verkehrsraum und können allgemein zu Hindernissen werden. Beispiele sind Glascontainer in der Bauerngasse und ein privater genehmigter Müllcontainer in der Gostenhofer Hauptstraße an der Einmündung der Gartenstraße.
Auf langen Abschnitten des Grünen Weges sind bestehende Rad- und Wanderrouten ausgeschildert. Zum einen die Radroute Schwabach-Eibach-Nürnberg, welche über städtische Radwegeausschilderungen kenntlich gemacht ist; zum anderen der Jakobsweg, welcher auf langer Strecke gemeinsam mit dem Grünen Weg verläuft und durch die Jakobsmuschel markiert ist.
Gastronomische Angebote mit Außenbestuhlung finden sich zahlreich in der Gostenhofer Hauptstraße und am Petra-Kelly-Platz. Sie engen den Bewegungsraum für Zufußgehende, vor allem im stark frequentierten Teil der Gostenhofer Hauptstraße, ein.
3.8 Der Grüne Weg als Fuß- und Radwegeverbindung
Qualität des Grünen Wegs
Die übergeordneten Freiraumverbindungen sind Teil der Nürnberger Fußund Radwegeplanungen und sowohl Baustein der Radverkehrskampagne "Nürnberg steigt auf" (momentan in Fortschreibung) sowie der Nürnberger Fußverkehrsstrategie (momentan in Erstellung), vgl. Kap. 1.
Aus einer im Jahr 2017 durchgeführten Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen in Nürnberg und den umgebenden Städten und Landkreisen ist eine potentielle Radschnellverbindung Nürnberg-Schwabach hervorgegangen, die die Nürnberger Innenstadt mit dem Stadtgebiet Schwabach verbindet. Im Abschnitt zwischen Schwabacher Straße und Main-Donau-Kanal verläuft diese auf gleicher Trasse wie der Grünen Weg zum Faberwald und biegt dann aber über die Kavalastraße weiter nach Eibach, Reichelsdorf und Schwabach ab. Der Abschnitt bis zum Main-Donau-Kanal erschließt laut Studie ideal die anliegenden Stadtteile, wodurch der Weg ein hohes Nutzerpotenzial besitzt. Bis nach Eibach wird mit einem geschätzten Nutzungspotential von > 1.800 Radfahrenden pro Tag gerechnet. Es wurde festgehalten, dass dieser Abschnitt aber zugleich auch die größten Herausforderungen in der Gestaltung aufweist.
Laut Machbarkeitsstudie kann im Abschnitt zwischen Schwabacher Straße und Nopitschstraße der Qualitätsstandard eines Radschnellwegs aufgrund der kompakten Bebauung, geringen Flächenverfügbarkeiten, Querungen und verwinkelte Führung allerdings nicht umgesetzt werden. Von der Schwabacher Straße bis zur Hinteren Marktstraße könnte höchstens der Qualitätsstandard einer Radverbindung und von der Hinteren Marktstraße bis zur Nopitschstraße der Qualitätsstandard einer Radhauptverbindung erfüllt werden. Aufgrund der Führung durch Grünanlagen werden Nutzungskonflikte mit dem Fußverkehr erwartet.
Der Grüne Weg zum Faberwald verläuft fast ausnahmslos auf bislang gemeinsam genutzten Geh-, Radwegen innerhalb von Grünflächen oder im Mischverkehr in verkehrsberuhigten Nebenstraßen (meist Tempo-30). Auf gemeinsam genutzten Wegen spielt die gleichberechtigte Nutzung durch Zufußgehende und Radfahrende eine wichtige Rolle. Insbesondere den Bedürfnissen von Zufußgehenden muss als schwächste Verkehrsteilnehmende Rechnung getragen werden, für die das sichere Fortbewegen in einem verkehrsberuhigten Umfeld und eine ansprechende Aufenthaltsqualität entlang der Wege von großer Bedeutung sind. Für den Radfahrenden ist eine möglichst querungsfreie, zügig und angenehm befahrbare Trasse wichtig. Die gegenseitige Rücksichtnahme von Radfahrenden und Zufußgehenden ist die Voraussetzung für ein gutes Miteinander auf den Freiraumverbindungen, so wie sie bislang in Nürnberg ausgebaut wurden. In Zukunft und mit Beschluss des "Masterplan nachhaltige Mobilität" im Januar 2021 spielen getrennt geführte Geh- Radwege eine immer bedeutendere Rolle. Mit den erwarteten Anstieg des Radverkehrsaufkommens, beschleunigt durch die E-Bikes, stößt das Konzept der gegenseitigen Rücksichtnahme an seine Grenzen. Insbesondere zum Schutz der Zufußgehenden muss zukünftig die Anlage von getrennten Geh-, Radwegen weiter vorangetrieben werden.
Frankenschnellweg Altstadt Plärrer Gostenhof Westpark St. Leonhard Schweinau Nopitschstraße Main-Donau-Kanal Hohe Marter Südwesttangente Tempo 50 Schweinauer Buck Röthenbach Rednitzstraße Faberwald Rednitzgrund Hauptverkehrsstraße - querend oder begleitend Grünfläche oder Grünzug Straßenraum - Tempo 30 oder verkehrsberuhigt Radweg eigenständig Abb.: WeSgtreavßeenrqlauuerfu Gngr münite Lirc hWtseiggna zlaunmlag eFaberwald Straßenquerung ohne Lichtsignalanlage
Abb. 68: Struktur des Grünen Weges als Radroute in seinem Verlauf (keine maßstabsgetreue Darstellung)
Frankenschnellweg Altstadt Plärrer Gostenhof Westpark St. Leonhard Schweinau Nopitschstraße Main-Donau-Kanal Hohe Marter Südwesttangente Tempo 50 Schweinauer Buck Röthenbach Rednitzstraße Faberwald Rednitzgrund
Hauptverkehrsstraße - querend oder begleitend Grünfläche oder Grünzug Straßenraum - Tempo 30 oder verkehrsberuhigt Radweg eigenständig Abb.: WeSgtreavßeenrqlauuerfu Gngr münite Lirc hWtseiggna zlaunmlag eFaberwald Straßenquerung ohne Lichtsignalanlage
Für den Grünen Weg zum Faberwald ergibt sich nach gutachterlicher Ansicht das Erfordernis, eine Gewichtung der Funktionen des Weges vorzunehmen: Auf dem Grünen Weg sollte im Bereich von Grünanlagen die Erholungsfunktion (auch für Radfahrende) und das sichere Fortbewegen im Vordergrund stehen
- auch wenn dies in Teilen die schnelle Befahrbarkeit der Wege einschränkt.
Einbindung in das Wegenetz des Umweltverbunds
Der Grüne Weg zum Faberwald ist über bestehende Verbindungen in das Nürnberger Wegenetz eingebunden.
Am Startpunkt des Grünen Weges zum Faberwald bestehen Anknüpfungspunkte an den Altstadtring und über diesen an die überregionale Radverbindung ins Pegnitztal. Vom Altstadtring aus können zudem alle Nürnberger Stadtteile über das bestehende Radwegenetz, sowie die vielflältigen Fußwegeverbindungen in die Altstadt und in die Fußgängerzone, erreicht werden.
Die vom Bürgerverein St. Leonhard / Schweinau geforderte Verknüpfung zum Westpark wird zukünftig über die Zweigstraße und Kollwitzstraße ermöglicht werden, da im Zuge einer Wohnbaumaßnahme die fehlende Wegeverbindung hergestellt wird. Diese Trasse stellt eine attraktivere Verbindung als die derzeitigen Trassen über die Fuggerstraße oder Holzschuherstraße dar. Problematisch anzusehen sind allerdings immer noch die unzureichenden Querungen der Rothenburger Straße, die nur langfristig verbesserungsfähig sind.
Alternativ hierzu kann auch eine Verbindung über die Schwabacher Straße, Webersgasse, Otmarstraße und Bertha-von-Suttner-Straße vom Grünen Weg aus erfolgen.
Anknüpfungspunkte bestehen zudem zum geplanten Netz aus Radvorrangrouten und Radschnellverbindungen. Zu nennen sind beispielsweise die Radschnellverbindungen nach Schwabach, Oberasbach/Zirndorf und Fürth, sowie die Radvorrangroute über die Hintere Marktstraße, Sandreuthstraße und Humboldtstraße (Fahrradstraße) in die Südstadt.
Fahrradstraßen in der derzeit ausgeführten 1. Ausbaustufe liegen bislang nicht direkt am Grünen Weg.
Neben der Einbindung in das (über)regionale und lokale Fuß- und Radwegenetz spielt für die Erreichbarkeit der vom Grünen Weg erschlossenen Grünund Freiflächen auch die Anbindung an den ÖPNV eine wichtige Rolle. Neben zahlreichen Bushaltestellen befinden sich im Einzugsbereich des Grünen Weges die folgenden S- und U-Bahn- und Tram-Stationen:
-
Plärrer (U, Tram)
-
Rothenburger Straße (U, S)
-
St. Leonhard (U)
-
Nürnberg-Schweinau (U, S)
-
Nürnberg-Sandreuth (S)
-
Hohe Marter (U)
-
Nürnberg-Röthenbach (U)
-
Nürnberg-Eibach (S)
Legende
Beschilderte Radrouten
Fahrradstraßen (1. Stufe)
Radschnellverbindungen (geplant)
Radvorrangrouten (geplant)
Bahnhof
S-Bahn Haltestelle
U-Bahn Haltestelle
Bushaltestelle
Straßenbahnhaltestelle
Legende
Beschilderte Radrouten
Fahrradstraßen (1. Stufe)
Radschnellverbindungen (geplant)
Radvorrangrouten (geplant)
Bahnhof
S-Bahn Haltestelle
U-Bahn Haltestelle
Bushaltestelle
Straßenbahnhaltestelle
Abb. 69: Verknüpfung mit dem Wegenetz der Stadt (keine maßstabsgetreue Darstellung)
Konkretisierung des
Konzepts des Grünen Weges
4. Konkretisierung des Konzepts des
Grünen Weges
Grüne Wege sollen ein Angebot an die Nürnberger Stadtbevölkerung sein, die städtischen Freiflächen einschließlich der Naherholungsgebiete und Naturräume bis hin zum Stadtrand auf attraktiven Wegen erreichen und zur Erholung nutzen zu können. Wie im Kapitel 1 genauer ausgeführt, sollen die Grünen Wege zugleich Wegeverbindung und Freiraum sein, sollen zum Verweilen einladen und die Erholungs- und Aufenthaltsqualität in den Stadtteilen erhöhen. Gleichzeitig sollen Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität und der Anpassung an den Klimawandel umgesetzt werden. Die Grünen Wege sind so zu gestalten, dass sie gleichermaßen für Zufußgehende und Radfahrende nutzbar sind.
Die Bestandsanalyse hat erkennen lassen, dass diese Zielsetzungen entlang des Weges nicht überall im gleichen Umfang realisierbar sind. Die zum Teil konkurrierenden Anforderungen an die Freiräume bezüglich Aufenthaltsqualität und Erholungsnutzung, Biodiversität, Klimaschutz und Klimaanpassung und verkehrlichen Maßnahmen müssen dabei untereinander abgewogen werden.
Die Diskussion und Abwägung der verschiedenen Aspekte der Zielsetzung werden im Folgenden für den Grünen Weg zum Faberwald ausgeführt und konkretisiert. Die daraus folgenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen werden im Anschluss (Kapitel 5) aufgezeigt.
4.1 Ziele des Grünen Weges
Der Grüne Weg als Fuß- und Radweg
Bislang sind gemeinsam genutzte Geh- Radwege, zumeist innerhalb von Grünflächen, der vorherrschende Wegetypus auf der Trasse des Grünen Weges. Zufußgehende und Radfahrende müssen sich derzeit, im Sinne gegenseitiger Rücksichtnahme, stets miteinander arrangieren. Auf recht schmalen Abschnitten, wie beispielsweise der Alten Allee, kann dies jedoch auch zu Konflikten führen. Eine Lösung, um konfliktreiche Situation möglichst zu minimieren, ist die Ertüchtigung der Wege. Dafür nötig wären durchgängig ausreichend (mind. vier Meter) breite und möglichst baulich getrennte Geh- und Radwege.
Demgegenüber stehen, insbesondere in der Alten Allee, jedoch naturschutzfachliche und freiraumplanerische Belange. Vordergründlich stehen die Grünanlagen und auch die Freiraumverbindungen in ihrer Konzeption der Erholungs- und Aufenthaltsfunktion der Bevölkerung zur Verfügung. Daneben üben sie wichtige klimaregulierende und ökologische Funktionen aus. In der Alten Allee gibt es zudem mit den über 100-jährigen Spitzahornen eine Allee aus sehr wertvollen geschützten Naturdenkmalen. Dennoch sind die Grünflächen auch immer Transitraum für Zufußgehende und Radfahrende und müssen hinsichtlich der Wegestruktur auch an ein geändertes Mobilitätsverhalten (z.B. erhöhtes Radverkehrsaufkommen, eBikes) angepasst werden. Für Radfahrende ist auch unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit eine möglichst querungsfreie und angenehm befahrbare Trasse wichtig. Beim Grünen Weg zum Faberwald ist dies im Abschnitt zwischen Schwabacher Straße
und Nopitschstraße jedoch aufgrund der wechselnden verkehrsräumlichen Situationen und der durchquerenden Grünanlagen mit teils intensiven Spielnutzungen nur bedingt gegeben. Zügiger Radverkehr gemäß der Konzeption der Radschnellverbindungen muss v.a. in der Alten Allee, im Lochnerpark und in der Grünanlage am Pferdemarkt als problematisch betrachtet werden; insbesondere da eine Ertüchtigung der Wege in ausreichend breite und getrennte Geh- und Radwege in der Abwägung der Belange nicht empfohlen werden kann. Auch zukünftig wird hier gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden immer absolute Grundvoraussetzung sein.
Außerhalb der Grünflächen ergeben sich z.T. größere Konflikte mit dem Straßenverkehr in der Gostenhofer Hauptstraße aufgrund des Begegnungsverkehrs und sehr kleinräumiger, unübersichtlicher Verkehrsführungen. An zahlreichen Straßenquerungen besteht Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Sicherheit, da sie oft uneindeutig sind. Eine im Wegeverlauf sehr wichtige, aber als solche aktuell kaum erkennbare Verknüpfungsstelle, an der sich Zufußgehende, Radfahrende und der Straßenverkehr ohne Querungshilfen kreuzen, liegt im Bereich Hintere Marktstraße / Hans-Schmidt-Straße zwischen Alter Allee und dem Lochnerpark. Querungen sind wichtige Verknüpfungsstellen und für die Orientierung im Wegeverlauf von besonderer Bedeutung. Sie sind entsprechend übersichtlich zu gestalten und gut kenntlich zu machen. Hohes Potenzial für eine Verbesserung des Miteinanders der Verkehrsteilnehmer wird in der Ausweisung von Fahrradstraßen oder Fahrradzonen (beispielsweise im Bereich Gostenhofer Hauptstraße / Bauerngasse und im Bereich Hohe Marter) entlang des Grünen Wegs gesehen.
Anpassung der Wegeführung und Lückenschluss
Um einen eindeutigen Wegeverlauf zu gewährleisten, sind Anpassungen der bisherigen, als Übergeordnete Freiraumverbindung dargestellten, Linienführung notwendig. Des Weiteren bedarf es der Schließung vorhandener Lücken.
In der Bestandsanalyse hat sich gezeigt, dass auf vier Abschnitten u.a. aufgrund geänderter stadträumlicher Rahmenbedingungen eine Anpassung oder teilweise auch räumliche Trennung der Linienführungen für Zufußgehende und Radfahrende möglich sind. Diese werden hier nochmals zusammenfassend dargestellt:
- In Gostenhof sind grundsätzlich zwei Linienführungen / Routen möglich,
die parallel genutzt werden können und beide ihre Vor- und Nachteile haben. Es sind dies die Route über die Gostenhofer Hauptstraße und die Bauerngasse und die Route über die Leonhardstraße.
- Im Bereich Pferdemarkt kann langfristig bei entsprechender Steigerung
des Radverkehrs eine Alternativroute für Radfahrende über die Amselund Finkenstraße geprüft werden.
- Im Bereich der Hinteren Marktstraße und des Lochnerparks ergeben
sich mit der Neubebauung des Akzo-Nobel-Geländes neue Wegebeziehungen, welche die Linienführung zwischen Alter Allee und der Ambergersraße vereinfachen und abschnittsweise auch eine Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr zulassen. Die Linienführung entlang der Ostseite des Parks hin zur Lochnerstraße und anschließend zur Nopitsch-
straße wird damit überflüssig.
- In der Siedlung Röthenbach-Ost können Rad- und Fußwegeführung
auf einem längerem Abschnitt getrennt werden: Radfahrende nutzen die Straße Am Röthenbacher Landgraben, Zufußgehende queren die Siedlung über den Platz der Deutschen Einheit und den anknüpfenden Grünzug.
In Röthenbach-Ost fehlt bisher eine Verbindung zwischen dem zentralen Grünzug mit dem Platz der Deutschen Einheit und dem Grünzug entlang des Röthenbacher Landgrabens. Die Planungen zum Ausbau der restlichen Grünflächen in Röthenbach-Ost (Bebauungsplan) mit der Schließung der Wegelücke am Langgasswiesenweg stehen 2021 zur Realisierung an.
Verknüpfung mit den umgebenden Stadtquartieren
Die Verknüpfung des Grünen Weges mit den benachbarten Stadtquartieren ist grundsätzlich gut, da alle Quartiere verkehrsberuhigt und die Straßen als Tempo-30-Zonen ausgewiesen sind. Notwendige Querungen mit Hauptverkehrsstraßen sind über Ampelanlagen oder durch Unterführungen gewährleistet.
Die Vernetzung des Grünen Weges mit Grünflächen der benachbarten Quartiere ist vor allem in Gostenhof und St. Leonhard zu beachten. In den anderen Stadtteilen schließen die stadtteilprägenden Grünflächen direkt an den Grünen Weg an.
Einschränkungen im Sinne einer guten Erreichbarkeit des Grünen Weges ergeben sich als Folge der Dominanz parkender Autos im Straßenraum, welche die Attraktivität der Geh- und Radwegeverbindungen einschränken und vor allem Zufußgehenden notwendigen Bewegungsraum nehmen. Verbesserungen bezüglich der Verknüpfungen, einer stärkeren Begrünung und Durchgängigkeit der Stadtteile sind daher oft mit weitreichenden und kostenträchtigen baulichen Eingriffen in den Straßenraum und neuen Parkraumkonzepten verbunden. Es handelt sich dabei im Kern um verkehrs- und stadtplanerische Aufgaben - sie reichen deshalb über den unmittelbaren Bezugsrahmen der vorliegenden Konzeptstudie hinaus.
Barrierefreiheit
Die Gestaltung eines möglichst barrierefreien öffentlichen Raums ist ein allgemeines Handlungsziel der Stadt- und Verkehrsplanung. Sie gilt auch für den Grünen Weg. Das Ziel der Barrierefreiheit gemäß DIN 18040 ist, Menschen mit Behinderung den Zugang und die Nutzung des öffentlichen Raums in der allgemein üblichen Weise ohne Erschwernis und fremde Hilfe zu ermöglichen. Dieser Anspruch steht in der Gestaltung des öffentlichen Raums immer in Konkurrenz zu anderen Ansprüchen, nicht zuletzt der ansprechenden optischen Gestaltung und Materialauswahl. Darüber hinaus können sich die Ansprüche an Barrierefreiheit unterschiedlicher Gruppen Betroffener je nach Art ihrer Behinderung wesentlich unterscheiden. Daher ist die Umsetzung des Ziels Barrierefreiheit immer einem Abwägungsprozess der unterschiedlichen Anforderungen unterworfen.
Aber nicht nur Menschen mit sensorischen oder motorischen Einschränkungen profitieren von Nutzungserleichterungen im Sinne der Barrierefreiheit. Auch älteren Menschen, Kindern, Personen mit Kinderwagen – generell allen Zufußgehenden und auch Radfahrenden – kommen entsprechende Maßnahmen zugute.
Die auch auf den Grünen Weg anzuwendenden Grundprinzipien der barrierefreien Gestaltung sind:
- Flächen-/Raumbedarf: Durchgänge und Engstellen sollten mindestens
90-120 cm breit sein, der Begegnungsverkehr zweier Rollstühle benötigt eine Mindestbreite von 180 cm. Dies ist beim grünen Weg durchgängig der Fall.
- Längs-/Querneigung: Im Regelfall ist eine Längsneigung von maximal 3 %
über längstens 10 Meter und eine Querneigung von maximal 2-2,5 % einzuhalten. Herausforderungen beim Grünen Weg bestehen hier vor allem bei Unter- / Überquerungen (beispielsweise von Bahnlinien oder der Kanalbrücke) und bei der Erschließung des Schweinauer Bucks.
- Oberflächengestaltung: Eine barrierefreie Nutzung von Bewegungs-
flächen ist in der Regel dann gegeben, wenn diese eben und erschütterungsarm mit einem Rollstuhl befahren werden können. Hier besteht Verbesserungsbedarf vor allem an der Bahnunterführung an der Alten Allee und an diversen Bordsteinkanten (Straßenquerungen).
- Bodenindikatoren: Bodenindikatoren bestehen aus speziellen Wege-
platten mit einer Rippen- oder Noppenstruktur und können entsprechend DIN 32984 als Leit- oder Auffindestreifen bzw. als Aufmerksamkeits- oder Sperrfeld eingesetzt werden. Für den Grünen Weg kommen diese vor allem in verdichteten Räumen wie beispielsweise am Plärrer oder in Gostenhof in Frage. Sie sind kein explizites Thema des Grünen Weges.
Auf dem Grünen Weg spielt die Frage der Barrierefreiheit vor allem in den Straßenräumen und im Bereich der Kreuzungen und Querungen eine Rolle. Eine durchgängige Herstellung der Barrierefreiheit auf der gesamten Länge wäre mit erheblichem Aufwand verbunden. Daher empfiehlt sich zunächst eine Konzentration auf höher verdichtete Stadträume wie bspw. Plärrer / Gostenhof, die Umgebung des Pferdemarkts und Schweinau (rund um den Lochnerpark) sowie Röthenbach.
Die Herstellung der Barrierefreiheit ist bei der Umsetzung aller Einzelmaßnahmen anzustreben und so gut es geht umzusetzen.
Baumpflanzungen in gründefizitären Straßenräumen
Abgesehen von den gründerzeitlichen Straßenräumen in Gostenhof verläuft der Grüne Weg nur auf zwei längeren Abschnitten in stärker befahrenen Straßenräumen: Zwischen Frankenschnellweg und Pferdemarkt entlang der Schwabacher Straße und zwischen Ambergerstraße und Schweinauer Buck auf der Turnerheim- und Daimlerstraße. Auf beiden Abschnitten stehen auch Straßenbäume, allerdings nicht durchgängig und entlang der Turnerheimstraße nur sehr vereinzelt und schlechtwüchsig. Eine Erkennbarkeit des Grünen Weges als Grünverbindung leistet der vorhandene Baumbestand nicht.
Straßenbegleitende Baumreihen können den Weg in seinem Verlauf gut sichtbar machen, sie wirken zudem raumgliedernd und produzieren zahlreiche positive ökologische und klimatischen Wirkungen. Für den Grünen Weg sind straßenbegleitende Baumpflanzungen in ihrer Mehrfachfunktion besonders wirksame Maßnahmen. Aufgrund der meist hohen Dichte an Versorgungsleitungen im Untergrund sind die Möglichkeiten der Verwirklichung aber beschränkt und oft nicht zeitnah zu realisieren.
Der Grüne Weg als Erholungsraum
Die Grünflächen entlang des Grünen Weges werden in erster Linie von den Bewohnern und Bewohnerinnen der benachbarten Quartiere genutzt, sie sind aber gleichzeitig ein Erholungsangebot für alle, die den Grünen Weg nutzen.
Zwischen der Schwabacher Straße in St. Leonhard und dem Faberwald verläuft der Grüne Weg größtenteils innerhalb von Grünflächen. Grünzüge und Grünverbindungen unterschiedlicher Größe und Ausstattung wechseln sich in der Abfolge des Weges mit Stadtplätzen, Nachbarschaftsparks, Quartiersparks und landschaftlichen Erholungsräumen ab. Diese Grünflächen bieten unterschiedliche Erholungsangebote und Landschaftserlebnisse.
In Schweinau, Hohe Marter und Röthenbach sind die Grünflächen am Weg die wesentlichen, für die Versorgung der Bevölkerung in den Stadtteilen zur Verfügung stehenden Freiräume. Eine Versorgungsfunktion, die über die Versorgung der benachbarten Wohnquartiere hinausgeht, kommt der Grünanlage Am Pferdemarkt und dem Schweinauer Buck zu.
Laut Masterplan Freiraum sind alle den Grünen Weg tangierenden Stadtteile deutlich mit Grün und – laut Jugendhilfeplan – auch mit Spielflächen unterversorgt. Im Hinblick auf diese festgestellten Mängel kann die Stärkung des Grünen Wegs eine deutliche Verbesserung bewirken.
Klimatische Funktion der Grünflächen
Grünflächen kommen innerhalb der verdichten Stadt wichtige klimatische Ausgleichsfunktionen zu. Ihre wirksamste Funktion im städtischen Kontext ist ihre Kühlungswirkung an heißen Sommertagen, des Weiteren auch der Luftaustausch über Frischluftschneisen. Aufgrund ihrer dichten Bebauung heizen sich Städte stärker auf als ihr Umland. Grünflächen ab eine Größe von einem Hektar haben einen messbaren Kühlungseffekt für die umgebende Bebauung, aber auch kleinere und vor allem baumbestandene Grünflächen bieten die Chance, den aufgeheizten Wohnungen und Straßenräumen zu entkommen. Stadtbewohnende können für begrenzte Zeit im schattigen, kühleren Raum der wohnungsnahen Grünflächen Ausgleich und Erholung finden. Dabei kommt Bäumen eine besondere Rolle zu, denn neben Beschattung und Kühlung bieten sie zusätzlich auch Schutz vor Witterung. Als Freiraumverbindung, hier zum Faberwald und ins Rednitztal, ermöglicht es der Grüne Weg zudem, auf angenehmen Wegen aus der Stadt ins kühlere Umland zu gelangen.
Die genannten Funktionen werden über den Ausbau des Grünen Weges zum Faberwald verstärkt. Besonders wirksam ist die Anlage neuer Grünflächen,
wie es im Bereich der Ambergerstraße möglich ist. Der Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen, in Parks ebenso wie entlang von Alltagswegen, sind weitere wichtige Maßnahmen.
Förderung der Biodiversität
Die verschiedenen Grünflächen, einschließlich der Kleingärten und Friedhöfe, und die vorhandenen naturnahen Landschaftsräume innerhalb des Stadtgefüges bieten auch einen Lebensraum für schutzbedürftige Tiere und Pflanzen. In den innerstädtischen Quartieren kommen solche Grünflächen und naturnahe Lebensräume nur vereinzelt und räumlich isoliert vor. In Röthenbach dagegen bilden Grünflächen zusammen mit naturnahen Lebensräumen entlang des Röthenbacher Landgrabens ein durchgehendes Vegetationsband und einen Biotopverbund mit dem naturnah bewirtschafteten Faberwald als Endpunkt.
Grünflächen kommt eine allgemeine Bedeutung als Lebensraum zu. Lebensräume von besonderer Bedeutung entlang des Grünen Weges sind Altbäume mit Höhlen für Fledermäuse und Vögel, wie sie vereinzelt an der Alten Allee und an der Röthenbacher Hauptstraße zu finden sind, des Weiteren der Bachlauf des Röthenbacher Landgrabens, mehrere als Biotope erfasste Einzelbäume und Gehölzstrukturen und Reste des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals.
Der Schweinauer Buck ragt als naturnaher Landschaftsraum aufgrund seiner Größe und strukturellen Vielgestaltigkeit heraus. Er bietet auch die besten Potenziale zur Förderung der Biodiversität durch gezielte Weiterentwicklung der vorhandenen Lebensräume.
Möglichkeiten zur Entwicklung von artenreichen Wiesen werden im Bereich des Grünzugs am Röthenbacher Landgraben gesehen, hier gibt es größere offene Rasenflächen, ohne Nutzungsdruck seitens Erholungssuchender.
Im Rahmen des Grünflächenunterhalts kann grundsätzlich auf allen Grünflächen und vor allem auch auf kleinen Flächen die Biodiversität gestärkt werden. Beispiele sind das Liegen- oder Stehenlassen von Totholz, die Anlage von Blühflächen, die Extensivierung der Pflege von Rasenflächen, die Pflanzung von Wildstauden, vor allem auch in schattigen Bereichen, die Pflanzung naturnaher Hecken oder von Bäumen, die Nahrung für Tiere bieten.
4.2 Schlussfolgerungen für das Konzept des Grünen
Weges
Die Stärkung der Wegefunktion für Zufußgehende und Radfahrende sowie die Weiterentwicklung der Erholungsfunktion der wegbegleitenden Grünflächen und Freiräume bleiben die Kernziele des Konzepts. Darüber hinaus gilt es bei der Umsetzung dieser Ziele, auch Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität und Anpassung an den Klimawandel mit einzubeziehen.
Die Stärkung der Wegefunktion
Die gemeinsame Nutzung von Wegen durch Zufußgehende und Radfahrende vor allem innerhalb von Grünflächen setzt gegenseitige Rücksichtnahme voraus, damit ein konfliktfreies Miteinander gewährleistet werden kann. Wo möglich sind die Fuß- und Radwege voneinander zu trennen. In Grünflächen hat die Aufenthaltsfunktion Vorrang gegenüber der Verkehrsfunktion.
Eigenstände Routenführungen für Radfahrende sind wo sinnvoll einzurichten beziehungsweise zu organisieren, um ein zügiges und angenehmes Radfahren gewährleisten zu können.
Zur Sicherstellung einer guten Wegequalität und einer guten Durchgängigkeit gilt das besondere Augenmerk den Straßenquerungen und den Begegnungsräumen mit dem Straßenverkehr. Dabei ist der Aspekt der Barrierefreiheit bei allen Umgestaltungen zu beachten.
Die Verknüpfung des Grünen Weges mit den umgebenden Stadtquartieren und die Einbindung in das städtische Fuß- und Radwegenetz ist als begleitende Maßnahme kontinuierlich voranzutreiben, um damit die Attraktivität des Grünen Weges dauerhaft zu befördern.
Stärkung der Erholungsfunktion
Die Grünflächen am Grünen Weg sind die wichtigsten Flächen für die Freiraumversorgung der umgebenden Stadtteile. Sie sind aber auch ein attraktives Angebot für die den Weg nutzenden Stadtbewohner/-innen. Darüber hinaus besitzen die Grünflächen eine herausragende Bedeutung für das Stadtklima und die Biodiversität der Stadt. All dies beschreibt ihren hohen Stellenwert.
- Die Aufwertung der Grünflächen stärkt die Freiraumqualität der Stadt-
teile und kommt den Menschen, die dort leben, unmittelbar zu Gute.
- Möglichkeiten zur Aufwertung und Weiterentwicklung der Grünflächen
ergeben sich in Form kleinerer Maßnahmen zur Platzgestaltungen, durch Ergänzungen vorhandener Ausstattungen (insbesondere Verbesserung des Angebots an Sitzgelegenheiten), durch das Anlegen von Wiesen und Staudenpflanzungen sowie durch Pflegeeingriffe und die Pflanzung von Gehölzen und Bäumen.
- An Einzelstellen, so an der Hinteren Marktstraße, am Main-Donau-Kanal
und am Eingang zum Faberwald, bietet sich die Chance neue Aufenthaltsorte zu schaffen.
- Ergänzende Potentiale für Spielangebote an Kinder und Jugend-
liche schlummern in den öffentlichen Spielhöfen an der Georg-Paul- Amberger-Grundschule und der Mittelschule St. Leonhard.
- In der Ambergerstraße bietet sich die Chance der Neuanlage von Grün-
flächen. Der Schweinauer Buck besitzt viele brachliegende Potenziale für eine Weiterentwicklung zu einem attraktiven naturnahen innerstädtischen Erholungsraum.
- Mit der Umgestaltung der Ambergerstraße und der Realisierung neuer
Grünflächen in Röthenbach-Ost können wertvolle Lückenschlüsse im Freiraumverbund entlang des Grünen Weges geschaffen werden.
- Baumpflanzungen in Straßenräumen sind aufgrund ihrer raum-
gliedernden und verbindenden Funktion im Sinne des Grünen Weges
besonders wirksame Maßnahmen.
Zusammengefasst lauten die Anforderungen an die Gestaltung, Nutzung
und Weiterentwicklung der Grünen Wege:
- Erweiterung des Freiraumangebots für die verschiedenen Nutzer-
gruppen,
-
Schaffung neuer Aufenthaltsräume und Grünflächen,
-
Stärkung der wohnortnahen Aufenthalts- und Erholungsfunktion der
Grünflächen,
- Sicherung einer guten Durchgängigkeit, Begeh- und Befahrbarkeit der
Wege, einschließlich der Aspekte der Barrierefreiheit,
-
Aufenthaltsfunktion vor der Funktion als schnellen Transitraum,
-
Baumpflanzungen in gründefizitären Straßenräumen,
-
Stärkung der Biodiversität auf den wegbegleitenden Grünflächen und
-
Stärkung der Verknüpfung mit den umgebenden Stadtquartieren und
Einbindung in das städtische Wegenetz.
Den Grünen Weg stärken -
Maßnahmenvorschläge
5. Den Grünen Weg stärken –
Maßnahmenvorschläge
Die Bedeutung des Grünen Weges für die Stadt Nürnberg ergibt sich unmittelbar aus seiner Genese im Masterplan Freiraum. Dieser hat als gesamtstädtisches Freiraumkonzept das Ziel, die zukünftige Grün- und Freiraumsituation in Nürnberg zu verbessern. Er stellt eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Stadtentwicklung dar, indem neben der Verbesserung von Erholungsräumen auch die Förderung der Biodiversität, die Anpassung an den Klimawandel sowie sozio-demografische Veränderungen mit einbezogen werden.
Die sich aus dieser Zielstellung, den durchgeführten Analysen und der vorgenommenen Konkretisierung des Konzepts ergebenden Anforderungen wurden im vorigen Kapitel dargestellt.
Diese Anforderungen gilt es für die Umsetzung des Grünen Wegs durch gezielte Maßnahmen entlang der Trassenführung zu befördern. Dies führt in der Praxis aufgrund des begrenzt zur Verfügung stehenden Stadtraums jedoch mitunter an Grenzen. Diese Grenzen bestehen neben der Flächenkonkurrenz
eg zum Faberwald - Konzeptstudie rtorgraben Weiterentwicklung Schweinauer Buck Leonhardstraße Weiterentwicklung Platz an der Lochnerpark Verknüpfung und Bauerngasse P l a t z g e s ta l tu n g Nopitschstraße Gostenhofer Hauptstraße N eu e G r ü n f lä c h e H i n t e re M a r kt s traße Am b e r g e r st r a ß e T re p p e n a nlage am K a n a l F S o c r h t w fü a h b ru a n c g h e B r a S u t m ra r ß e e ihe Aufwertung Alte Allee S K a re n u ie z r k u ir n c g h e Grünfläche S Tu tr r a n ß e e rh n e b i a m u s m tr p a f ß la e nzung Aufwertung Eingangsbereich Blühwiesen An der Wied der Grünanlage am Pferdemarkt Ergänzungen Platz der Deutschen Einheit und Grünzug Gehölzpflege Von-Tresckow-Weg Schweinau Aufwertung Platz an der Nikodemuskirche Neuer Eingang Faberwald Gostenhof St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
Grüner W
Verteiler Spittle
Plärrer
±
Hintergrundkarte:
Wegeverlauf Grüner Weg Weiterentwicklung und Neuanlage von Grün- und Freiflächen
auch in ökologischen und naturschutzrechtlichen Belangen. Gleichzeitig kann der Anspruch einer möglichst durchgängig schnell befahrbaren Radverbindung zu den geschilderten Konflikten mit der Aufenthalts- und Erholungsfunktion führen, wenn die Wege nicht über die notwendigen Breiten verfügen oder keine Trennung von Geh- und Radwegen möglich ist.
Die im Folgenden vorgeschlagenen Maßnahmen haben zum Ziel, zunächst den Grünen Weg zum Faberwald unter den geschilderten Rahmenbedingungen als Prototypen der Grünen Wege in Nürnberg exemplarisch zu entwickeln. Die Maßnahmen beziehen sich demnach auf folgende Aspekte:
-
Durchgängigkeit erhöhen
-
Grünflächen weiterentwickeln und neu schaffen
-
Leitsystem entwickeln
Die Darstellung der Maßnahmen unterscheidet dabei zwischen konzeptionellen Vorschlägen, konkreten Planungen und (da wo bereits andere Planungen parallel erfolgen) Anregungen.
Abb. 70: Übersichtsplan der Alle Maßnahmen werden schließlich in einer Übersicht zusammengefasst Maßnahmen an den und mit unterschiedlichen Prioritäten versehen. Grün- und Freiflächen
Grüner Weg zum Faberwald - Konzeptstudie Verteiler Spittlertorgraben Weiterentwicklung Schweinauer Buck Plärrer Leonhardstraße Weiterentwicklung Platz an der Lochnerpark Verknüpfung und Bauerngasse P l a t z g e s ta l tu n g Nopitschstraße Gostenhofer Hauptstraße N eu e G r ü n f lä c h e H i n t e re M a r kt s traße Am b e r g e r st r a ß e T re p p e n a nlage am K a n a l F S o c r h t w fü a h b ru a n c g h e B r a S u t m ra r ß e e ihe Aufwertung Alte Allee S K a re n u ie z r k u ir n c g h e Grünfläche S Tu tr r a n ß e e rh n e b i a m u s m tr p a f ß la e nzung Aufwertung Eingangsbereich Blühwiesen An der Wied der Grünanlage am Pferdemarkt Ergänzungen Platz der Deutschen Einheit und Grünzug Gehölzpflege Von-Tresckow-Weg Schweinau Aufwertung Platz an der Nikodemuskirche ± Neuer Eingang Faberwald Gostenhof St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
Wegeverlauf Grüner Weg Weiterentwicklung und Neuanlage von Grün- und Freiflächen
Weg zum Faberwald - Konzeptstudie Querung Plärrer Verbesserung Verkehrsführung in der Gostenhofer Hauptstraße - Mehr Raum für Fuß- und Radverkehr - Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn - Einrichtung einer Fahrradstraße Austausch des Belags in der Verbesserung der Querung der Bahnunterführung Hinteren Marktstraße : Markierung des Abzweigs zur - Markierung „Haifischzähne“ Neugestaltung der Ambergerstraße Bahnunterführung des Radverkehrs vorrangig Verlagerung Glascontainer - Reduktion des ruhenden Verkehrs - baulich getrennter Rad-/Fußweg stenhofer Hauptstr. / Bauerngasse Markierung des Kreuzungs- Fahrradstraße in der bereichs an der Kanalbrücke Turnerheimstraße Neugestaltung Grünfläche Radverkehrsverführung entlang mit Rad-/Fußweg‘(Lückenschluss) der Hinteren Marktstraße; Markierung der Querung Markierung und Aufweitung der Querung Fußverkehrsführung durch Zweibrückener Straße Schwabacher Hauptstraße/Pferdemarkt den Lochnerpark (“Haifischzähne“) Radverkehrsführung über Ringstraße; Fußverkehrsführung über Platz d. Dt. Einheit Markierung der Querung Röthenbacher Hauptstraße Schweinau Neugestaltung der Wegeführung Umgestaltung des Endpunkts am Faberwald - Querung Rednitzstraße - Neugestaltung Platz Gostenhof St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach tadt Nürnberg 2019, Maßstab: ca. 1:12.000
tadt Nürnberg 2019, Maßstab: ca. 1:12.000
Grüner
Neugestaltung
Führung durch Go
Plangrundlage: DSGK S
Wegeverlauf Grüner Weg Verkehrliche Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit
5.1 Gostenhof
In Gostenhof verläuft der Grüne Weg ausschließlich innerhalb verkehrsberuhigter Straßenräume. Grünflächen schließen nur im Bereich des Spittlertorgrabens an. Die Nutzer und Nutzerinnen des Weges müssen sich in diesem ersten Abschnitt den Straßenraum auch mit dem motorisierten Straßenverkehr teilen und sich entsprechend arrangieren. Damit geht es in Gostenhof vordringlich um die die räumliche Organisation eines konfliktarmen Miteinanders der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden.
Querung Plärrer
Am Startpunkt des Grünen Weges zum Faberwald am Plärrer muss dem Fußund Radverkehrs mehr Platz eingeräumt werden. Da für den gesamten Bereich des Plärrers derzeit eine Umplanung erfolgt, sind die folgenden Vorschläge als Anregungen zu verstehen, die in die Umplanung dieses für Nürnberg wichtigen Knotenpunktes Eingang finden sollten.
Die grundsätzliche Voraussetzung für die vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Umverteilung der Straßenverkehrsfläche am Plärrer mit der Wegnahme von Fahrstreifen für den PKW-Verkehr und der Vergrößerung des verfügbaren Platzes für den Fuß- und Radverkehr.
Grüner Weg zum Faberwald - Konzeptstudie
Neugestaltung Querung Plärrer
Verbesserung Verkehrsführung in der Gostenhofer Hauptstraße
-
Mehr Raum für Fuß- und Radverkehr
-
Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn
-
Einrichtung einer Fahrradstraße Austausch des Belags in der
Verbesserung der Querung der Bahnunterführung Hinteren Marktstraße : Markierung des Abzweigs zur
- Markierung „Haifischzähne“ Neugestaltung der Ambergerstraße
Bahnunterführung Führung des Radverkehrs vorrangig Verlagerung Glascontainer - Reduktion des ruhenden Verkehrs - baulich getrennter Rad-/Fußweg durch Gostenhofer Hauptstr. / Bauerngasse Markierung des Kreuzungs- Fahrradstraße in der bereichs an der Kanalbrücke Turnerheimstraße Neugestaltung Grünfläche Radverkehrsverführung entlang mit Rad-/Fußweg‘(Lückenschluss) der Hinteren Marktstraße; Markierung der Querung Markierung und Aufweitung der Querung Fußverkehrsführung durch Zweibrückener Straße Schwabacher Hauptstraße/Pferdemarkt den Lochnerpark (“Haifischzähne“) Radverkehrsführung über Ringstraße; Fußverkehrsführung über Platz d. Dt. Einheit
Markierung der Querung Röthenbacher Hauptstraße
Schweinau Neugestaltung der Wegeführung
Umgestaltung des Endpunkts am Faberwald
-
Querung Rednitzstraße
-
Neugestaltung Platz
Gostenhof St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach Plangrundlage: DSGK Stadt Nürnberg 2019, Maßstab: ca. 1:12.000
Wegeverlauf Grüner Weg Verkehrliche Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit Abb. 71: Maßnahmen zum Fuß- und Radverkehr (Übersicht) Für den Grünen Weg ist insbesondere die Verbreiterung der Geh- und Radwegflächen und der Aufstellflächen am Spittlertorgraben wichtig. Der Startpunkt am Spittlertorgraben ist ein wichtiger Verteiler im Radwegenetz der Stadt. Die aktuelle Umplanung des Plärrers (Wettbewerbsentwurf realgrün 2020) sieht hier eine Reduzierung der Fahrstreifen für den PKW-Verkehr von sechs auf vier Fahrstreifen vor, allerdings eher zu Gunsten der Grünflächen nördlich der Tramgleise und weniger zu Gunsten der Geh-, Radwegeflächen. Hier sollte im weiteren Planungsverlauf eventuell nachgesteuert werden.
Des Weiteren sollte die Querung des Plärrers vom Spittlertorgraben zur Gostenhofer Hauptstraße verbessert werden, indem die (aktuell) markierte Fahrradspuren zu Lasten des Fußgängerbereichs verbreitert werden. Die künftige Aufteilung sollte im Verhältnis 2:1 erfolgen, so dass dann die Möglichkeit der Einrichtung einer Radspur je Richtung möglich wird. Diese veränderte Aufteilung wird bis zur Einmündung in die Gostenhofer Hauptstraße vorgeschlagen.
Im gesamten Kreuzungsbereich sind die Radverkehrsflächen zur besseren Wahrnehmbarkeit rot einzufärben.
Abb. 72: Umgestaltung Plärrer - Rahmenplan Stand Mai 2021 (Ausschnitt)
Gostenhofer Hauptstraße
Die Gostenhofer Hauptstraße ist eine sehr lebendige Geschäftsstraße, in der sich Fuß-, Rad- und Autoverkehr auf engem Raum miteinander arrangieren müssen. Die Situation ist konfliktträchtig und insbesondere aus Sicht der Zufußgehenden und Radfahrenden sehr unbefriedigend. In die Umplanung des Plärrers ist die Gostenhofer Hauptstraße, abgesehen von dem unmittelbaren Anschlussbereich nicht einbezogen. Seitens des Verkehrsplanungsamt gibt es Überlegungen zur Umgestaltung, welche jedoch erst bei anstehenden Sanierungen zum Tragen kommen sollen.
Als Vorzugsvariante wird für die Gostenhofer Hauptstraße grundsätzlich eine Führung des Radverkehrs direkt auf der Fahrbahn - anstelle, wie aktuell, in den Seitenbereichen - empfohlen. Die aktuelle PKW-Verkehrsführung mit der Einmündung und Querung des Plärrers lässt dies aber nicht zu. Bei der avisierten Umplanung dieses Knotenpunkts ist die Möglichkeit der diesbezüglich kompletten Neuorganisation des Radverkehrs eingehend zu prüfen. Dadurch könnten alle derzeit auftretenden Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr und Gastronomie / Handel im Straßenquerschnitt der Gostenhofer Hauptstraße vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden.
Unter Beibehaltung der derzeitigen Verkehrsführung der Gostenhofer Hauptstraße sollte zumindest angestrebt werden, die verfügbaren Flächen für den Fuß- und Radverkehr zulasten der Fläche des PKW-Verkehrs zu vergrößern. Für den PKW-Verkehr sind bei der aktuellen Belastung von <4.000 Fahrzeugen/16h Fahrbahnmaße zwischen 5,55 und 6,5 Metern als ausreichend anzusehen, was bedeutet, dass die derzeit drei Fahrstreifen am Beginn der Gostenhofer Hauptstraße auf zwei reduziert werden können. Dadurch ließen sich die Geh- und Radwegeflächen auf der südöstlichen Straßenseite vergrößern (sie würden sich in den Straßenraum nach Norden ausbreiten) und die Konflikte aufgrund der beengten Platzverhältnisse auf dieser Seite würden sich entzerren. Zudem
6,5 m 2,30 m
ENOZEDAL
-
- 5,5 m
5,5 m
Abb. 73: Konzeptvorschlag Gostenhofer Hauptstraße können die PKW-Querparkstände an der nordwestlichen Straßenseite der Gostenhofer Hauptstraße in Längsparker umgewandelt werden, wodurch auch auf dieser Seite mehr Platz für den Fußverkehr zur Verfügung stehen würde.
Für den weiteren Verlauf der Gostenhofer Hauptstraße wird vorgeschlagen, die Einmündung der Radverkehrsführung in den allgemeinen Straßenraum (Fahrbahn) weiter nach Nordosten zu verlegen. Hierdurch wird die Einmündung des Radverkehrs, die durch die einseitige Führung im nördlichen Abschnitt immer die Fahrstreifen des MIV kreuzen muss, aus dem Kreuzungspunkt mit der Gartenstraße herausgenommen und damit deren Unübersichtlichkeit im Verkehrsgeschehen reduziert. In der Beobachtung des Verkehrsgeschehens hat sich zudem gezeigt, dass diese Wegeführung der bereits aktuell geübten Praxis entspricht. Ziel ist eine bessere Übersichtlichkeit und Sicherheit des Radverkehrs. Dazu trägt auch die oben angesprochene Reduktion der PKW- Stellplätze im gesamten Verlauf der Gostenhofer Hauptstraße bei. Von einer noch größeren Verlagerung der Radverkehrsführung in Richtung Norden wird insofern abgeraten, als der Rückstaubereich des PKW-Verkehrs vor der Einmündung in den Plärrer zu berücksichtigen ist.
Die bestehenden Halteverbote insbesondere im Einmündungsbereich der Gartenstraße sind besser durchzusetzen. Die durch die Maßnahmen erlangte, bessere Übersichtlichkeit kann auch zusätzlich durch entsprechende Markierungen des Straßenraums Abb. 74: Zeichen 342. StVO 2020 (Bspw. Zeichen 342) unterstützt wer-
- „Haifischzähne“ zur Hervor-
den. hebung von Vorfahrsregelungen in Nebenstraßen Die Verlagerung des Radverkehrs aus dem direkten Kreuzungsbereich heraus ermöglicht zudem die Umgestaltung und Aufwertung des Kreuzungsbereichs an der Einmündung der Gartenstraße,
der aktuell sehr kleinräumig aufgeteilt, zugestellt und in der Folge sehr unübersichtlich ist. Hier gilt es, einen kleinen Platz zu schaffen und insbesondere den Zufußgehenden mehr Raum zugeben.
Diese skizzierte Lösung stellt jedoch nur die (schlechtere) Alternative zu einer Komplettverlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn dar, die jedoch wie oben beschrieben umfangreichere Umgestaltungsmaßnahmen sowohl des Plärrers als auch der Gostenhofer Hauptstraße voraussetzt. Perspektivisch sind auch Bäume als gliedernde und gestaltende Elemente in den Straßenraum einzubringen.
Grundsätzlich ist in allen Lösungsvarianten der PKW-Verkehr im gesamten Bereich der Gostenhofer Hauptstraße soweit zu verlangsamen, dass er sich in der Geschwindigkeit dem Radverkehr anpasst. Die existierende Tempo-20-Zone ist ein Anfang, der weiter ausgebaut werden sollte – bin hin zur Prüfung einer Fahrradstraße in der Gostenhofer Hauptstraße, bzw. einer Fahrradzone im Bereich Gostenhof. Der Vorteil der Ausweisung einer Fahrradstraße oder Fahrradzone mit Freigabe des MIV (Zeichen 244.3 bzw. 244.4) ist gegenüber einer Tempo-20-Zone ein Tausch der Hierarchien zwischen PKW- und Fahrradverkehr.
Grundsätzlich bieten Fahrradstraßen, aber auch die 2020 neu eingeführten Fahrradzonen, die Möglichkeit, den Radverkehr gegenüber dem motorisierten Verkehr zu privilegieren. Im Vergleich zu Tempo 30 oder Tempo 20 Zonen erscheinen die Unterschiede zunächst zwar geringfügig, jedoch bedeutet die Ausweisung einer Fahrradstraße oder -zone einen Kulturwandel insofern, als dass sich der MIV dem bevorzugten Radverkehr unterzuordnen hat. Fahrradstraßen bieten hierbei den Vorteil, dass sie in der Vorfahrtsregelung bevorzugt werden können und somit einem schnellen Radverkehrsfluss entsprechen, während Fahrradzonen eher flächig orientiert sind und den Radverkehr in einem gesamten (Wohn-)Quartier aufwerten.
Im weiteren Verlauf der Gostenhofer Hauptstraße bis zum Anschluss Bauerngasse werden keine weiteren Maßnahmen vorgeschlagen.
Bauerngasse
Die Anschlüsse der Bauerngasse und Leonhardstraße an die Hessestraße, Schwabacher Straße, bzw. Kohlenhofstraße müssen im Zuge des geplanten kreuzungsfreien Ausbaus des Frankenschnellweges hinsichtlich der Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr grundsätzlich neu organisiert werden. Insofern gilt es auch die Gestaltung der Anschlussflächen und hier vor allem die Bauerngasse in die Planung einzubeziehen. Der Zeitplan für den Ausbau des Frankenschnellweges ist jedoch zum aktuellen Zeitpunkt des Gutachtens weiterhin offen.
Im Folgenden werden daher für den Anschluss der Bauerngasse an die Hessestraße / Schwabacher Straße / Kohlenhofstraße unabhängig von den Planungen zum Frankenschnellweg Überlegungen zur Verbesserung im Bestand aufgezeigt und in einem Gestaltungsvorschlag sichtbar gemacht. Ziel ist es den
Raum klarer zu gliedern, ihn übersichtlicher und als Platzraum erlebbarer zu machen und die Fuß- und Radwegebeziehungen zu verbessern. Der Platz ist Verteiler, Verknüpfungsraum und stadträumlicher Auftakt Gostenhofs.
Die Vorschläge umfassen im Einzelnen:
- das Auflassen der drei Parkplätze an der Kohlenhofstraße und damit ein-
hergehend der Aufbau einer durchgehenden Baumreihe an dieser Stelle,
-
die Beseitigung oder Neuplatzierung von Müllbehältern,
-
die Neugliederung des Parkraums an der Westseite der Bauerngasse mit
zusätzlichen Baumpflanzungen,
- eine durchgängige, einheitliche Pflasterung von der Hessestraße bis zur
Leonhardstraße,
-
der Radwegeanschluss zur Kohlenhofstraße ist farblich markiert,
-
die Durchfahrt für den Straßenverkehr ist weiterhin gegeben.
Eine weitergehende, in den Diskussionen nur kurz angerissene, Überlegung könnte sein, die Bauerngasse abzuhängen und als Sackgasse enden zu lassen und so den Verkehr in der Bauerngasse weiter zu verringern. Dies ist jedoch auch angesichts der beengten Platzverhältnisse und der verkehrlichen Auswirkungen auf das Gebiet noch eingehend zu prüfen. Eine weitere Alternative für die Bauerngasse könnte eine Einbahnregelung mit Freigabe des Radverkehrs entgegen der Fahrtrichtung sein.
e ass g n er u a B Übersichtliche Gestaltung des Straßenraums mit mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr + Hessestraße + + Leonhardstraße Infostele + + Kohlenhofstraße
© Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 0 10 20 30Meter
Gehwege Radweg + Baum Neu Anschluss Straße Baumscheiben Baum Bestand
Abb. 75: Planungsvorschlag Platz an der Bauerngasse
5.2 St. Leonhard
Verbesserung der Durchgängigkeit
Auf dem kurzen Abschnitt zwischen Bauerngasse und Alter Allee ist die Routenführung des Grünen Weges zum Faberwald weitgehend unproblematisch.
Im ersten Teilabschnitt sind jedoch die Belange des Radverkehrs in die Gestaltung der Zuwegung zum geplanten Frankenschnellweg bzw. der Bahnunterführung in der nötigen Qualität einzubeziehen. Für den Fußverkehr ist die aktuelle Situation zufriedenstellend.
Im weiteren Verlauf besteht Handlungsbedarf bei der Beschilderung der Querung der Schwabacher Straße in die Grünanlage am Pferdemarkt. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Querungsfurt für den Fuß- und Radverkehr in Richtung Pferdemarkt trichterförmig aufzuweiten, um einen besseren Bezug zum neu zu gestaltenden Eingangsplatz herzustellen. Zur besseren Orientierung bietet es sich auch an, eine visuelle Verbindung über den Straßenraum hinweg zu schaffen - dies könnte durch die Platzierung einer Pferdefigur an der westlichen Straßenseite erfolgen – als Bezug zu den Figuren in der gegenüberliegenden Grünanlage.
Am Ende der Grünanlage am Pferdemarkt ist die Unterquerung der Bahnlinie in Richtung Alter Allee einerseits baulich durch die Änderung des Bodenbelags zu verbessern, andererseits ist hier die Wegeführung klar zu beschildern. Anstelle des bislang vorhandenen Großpflasters ist im Sinne der Barrierefreiheit und des Fahrkomforts eine angenehmer befahrbare Oberfläche, wie beispielsweise Asphalt- oder Plattenbelag, anzustreben.
Fortführung der Baumreihe entlang der Schwabacher Straße
In der Schwabacher Straße trennt zwischen Webersgasse und Kurt-Karl-Doberer-Straße eine durchgängige Baumreihe die Straße vom Geh- und Radweg. Eine Fortsetzung der Baumreihe aus Roteichen nach Norden in Richtung Frankenschnellweg würde eine Durchgängigkeit der Baumreihe herstellen und ist mittelfristig anzustreben. Voraussetzung ist die Gewinnung von zusätzlichem Straßenraum durch Rücknahme eines Fahrstreifens für den PKW-Verkehr an der Schwabacher Straße in diesem Abschnitt. Das westlich angrenzende Gelände der Evenord-Bank wird neu bebaut, an den Geh- und Radweg schließt zukünftig ein vertieft liegender Parkplatz an, der mit schmalkronigen Bäumen gegliedert ist.
Die vier Parkplätze an der Schwabacher Straße in Höhe des Parkhauses an der Kurt-Karl-Doberer-Straße sollten aufgelöst und ebenfalls durch eine durchgehende Baumreihe ersetzt werden.
Die Maßnahmen zur Reduzierung von Fahrstreifen für den PKW-Verkehr sind im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des Frankenschnellweges zu prüfen.
Grünanlage am Pferdemarkt
Die Grünanlage am Pferdemarkt ist Auftakt des von Grünflächen geprägten Abschnitts des Grünen Wegs und sie ist das verknüpfende Element zwischen St. Leonhard und dem Grünen Weg. Die Grünanlage ist in einem guten Zustand und erfordert keine direkten Aufwertungen. Mit der sanierten Skateanlage und dem großen Spielflächen ist das Angebot für Kinder und Jugend-
| A m Le o nh N e u b e b a uu n g a rd sp Ev e n o r d -G e lä nde Frankenschnellweg ar k + Fortführung der straßenbeg l e i t e n d en + + Baumreihe an der Schwabacher Straße + durch Rückbau einer Fahrspur + und Auflassen von Parkplätzen + Straße wabacher Sch Aufweitung Straßenquerung Geplante Erweiterung Neuer Eingangsplatz Pferdemarkt der Grünanlage im mit Infostele Zuge des Neubaus der SÖR-Betriebszentrale Grünanlage am Pferdemarkt ©Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:2500 0 20 40 60Meter | |
|---|---|
| ©Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:2500 | 0 20 40 60Meter |
Abb. 76: Vorgeschlagene Maßnahmen an Schwabacher Straße und Pferdemarkt
liche sehr gut. Die Querungsstelle an der Schwabacher Straße und der Eingang zum Pferdemarkt bilden im Wegeverlauf ein wichtiges Gelenk, das es als Ort herauszuarbeiten gilt.
Die genaue Ausgestaltung eines Eingangsplatze an der Grünanlage ist von der zukünftigen Gestaltung des Pferdemarktes abhängig. In jedem Fall sollten hier auch Aufenthaltsmöglichkeiten angeboten sein und eine Infostele des Grünen Weges stehen. Der zentrale Geh-, Radweg durch die Grünanlage ist mit 5 Meter ausreichend breit bemessen. Eine Abtrennung des Weges wird nicht empfohlen, auch vor dem Hintergrund, dass der Pferdemarkt durch die sehr intensive Nutzung als Spielraum stets angepasste Geschwindigkeit von Radfahrenden erfordert.
Mit der geplanten Verlagerung der SÖR-Betriebszentrale an den Standort des bisherigen Wertstoffhofs Mitte am Pferdemarkt (städtebaulicher Wettbewerb 2013 und daraus entwickelter Rahmenplanung) ist eine Erweiterung der öffentlichen Grünfläche entlang der Schwabacher Straße geplant. Damit kann die Freiraumqualitäten der Grünanlage am Pferdemarkt deutlich gestärkt werden. Der Standort des Platzes und der Umgriff der Grünflächenerweiterung sind als Skizze dargestellt. Zum Zeitpunkt der Konzepterstellung war der Umsetzungszeitpunkt der Grünfläche an der Schwabacher Straße noch nicht bekannt.
5.3 Schweinau
Entlang der Alten Allee sind keine Maßnahmen an der Wegeführung und -gestaltung vorgesehen. Aufgrund der geschützten Naturdenkmale (Naturdenkmalverordnung) wird eine Verbreiterung des bestehenden Weges zum Schutz der Bäume nicht empfohlen. Mit der Neuanlage von kleinen Aufenthaltsorten und eines öffentlichen Spielplatzes, wird die Aufenthaltsfunktion der Alten Allee gestärkt, die hier gegenüber der Funktion als schnellen Transitraums stärker gewichtet wird.
Alte Allee
Die Alte Allee soll als ruhiger, schattiger, von Bäumen geprägter Raum weiterentwickelt und als siedlungsnaher Erholungs- und Aufenthaltsraum gestärkt werden. Eine für die Funktion und Bedeutung der Alten Allee relevante Veränderung ergibt sich durch eine geplante Wohnbebauung auf bisheriger Kleingartenfläche an ihrem südöstlichen Rand. Im Zusammenhang mit der Bebauung ist vorgesehen einen öffentlichen Spielplatz im unmittelbarem Anschluss an die Alte Allee anzulegen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen im Einzelnen:
- Baumpflanzungen in Lücken der vorhandenen Allee mit den prägenden
Baumarten des Bestands, Linden und Spitzahorn.
- Pflanzung von Blütensträuchern als lineare Heckenstreifen entlang der
offenen Randflächen.
- Ergänzung der Heckensträucher entlang der östlichen Kleingartenan-
lage durch Pflanzung von Blütensträuchern, Vorbild sind Pflanzungen im Lochnerpark.
- Aufstellen weiterer Bänke am Weg an Stellen, an denen keine Beein-
trächtigung des Wurzelraums wertvoller Bäume zu erwarten ist.
Bahnlinie
h h Schweinau
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S c h o tte rw e g - V e rb in d u n g R ic + h tu n Platz an der g S Holbeinstraße ü d sta + d t Holbeinstraße + +
Platz an der + Hans-Schmidt- Umgriff neuer + Straße öffentlicher + Spielplatz
H a n s -S c h m id t-S Hintere Marktstraße tra ß e © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab: 1:2000 0 10 20 30
Neue wassergeb. Wege Rasen, Wiese + Baum Neu
Wege Bestand Staudenpflanzungen Naturdenkmal Abb. 77: Entwicklung der Grünräume entlang Neue Spielfläche Heckenneupflanzung Bank der Alten Allee
- Anlage von zwei kleinen Grünplätzen an der Gabelung nördlich der
großen Kleingartenanlage und an der Hohlbeinstraße. Jeweils einfache Erschließung mittels wassergebundener Wege und Aufstellen von Bänken als Sitzgelegenheiten.
- In Zuordnung zu den Aufenthaltsflächen Anlage robuster Stauden-
pflanzungen zur Aufwertung dieser Bereiche, aber auch als Einladung zum Treffen und Verweilen. Das erlebbare Vegetationsspektrum wird durch die Staudenpflanzungen erweitert.
- Neugestaltung des Zugangs am südlichen Ende der Alten Allee im An-
schluss an die Hans-Schmidt-Straße mit dem Ziel sowohl einen Eingangsplatz und Auftakt der Alten Allee zu schaffen, gleichzeitig aber einen funktionsfähigen Anschluss an die Hans-Schmidt-Straße bzw. Hintere Marktstraße zu gestalten und die Verbindung zu dem neuen Spielplatz herzustellen.
- Neuanlage eines öffentlichen Spielplatzes am südlichen Ende der
Alten Allee. Der Spielplatz wird im Zuge der Baumaßnahme (Geschosswohnungen) an der Hinteren Marktstraße errichtet.
Querung Hintere Marktstraße
Zwischen der Alten Allee und dem Lochnerpark nutzt der Grüne Weg zunächst die Hans-Schmidt-Straße und quert dann die Hintere Marktstraße. Der Straßenabschnitt wird von Radfahrenden und Zufußgehenden genutzt, Kinder queren die Straße als Verbindung zum Pferdemarkt. Die Verbindung zwischen den beiden Grünanlagen und die Anknüpfungen an die Straßen sind aktuell vor allem im Kreuzungsbereich unübersichtlich und kaum erkennbar.
Zufußgehende setzen den Weg anschließend durch den Lochnerpark fort. Für Radfahrende besteht die Alternative, über die Hintere Markstraße zur Lochnerstraße zu fahren und erst dort zum neu geplanten Wohngebiet auf dem Akzo-Nobel-Gelände abzubiegen. Die Fuß-, Radverkehrsführung sollte durch eine gezielte Beschilderung dargestellt werden. Die Nutzung der Wege im Lochnerpark durch Radfahrende sollte weiterhin gewährleistet werden, gestaltet sich durch die schnellere Verbindung über die Hintere Marktstraße und den neuen Anschluss im Neubaugebiet allerdings als zweitrangig.
Die notwendige Verbesserung der Wegeverknüpfung kann mit der Gestaltung eines kleinen Stadtplatzes an der Hinteren Marktstraße und eines Platzes am Beginn der Alten Allee verbunden werden. Letzteres ist bereits bei der Alten Allee beschrieben. Mögliche Maßnahmen sind im Einzelnen:
Im Bereich der Hans-Schmidt-Straße:
- Die Auflassung der Parkplätze auf der Südostseite der Hans-Schmidt-
Straße, um eine breitere Fußwegebeziehung auf der östlichen Straßenseite und eine sichere Radwegeanbindung der Alten Allee an die Hans- Schmidt-Straße zu ermöglichen.
Im Bereich der Hinteren Marktstraße und des Lochnerparks:
- Die Auflassung der Parkplätze auf der Südseite der Hinteren Marktstraße
auf Höhe der Grünfläche.
| M 1:1000 Platzgestaltung Eingang Alte Allee + Gehwegverbreiterung Auflassen von Parkplätzen Belagswechsel im Kreuzungsbereich Marktstraße + Hintere + Anschluss für + Fußwegequerung ßwegführung + Fu + Stadtplatz am neugestalteten + Zugang zum Lochnerpark Auflassen von Parkplätzen + Anpassung Wegebreite Geh-Radweg © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 0 10 20 30Meter | |
|---|---|
| © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 0 10 20 30Meter | |
| Pflasterung Fahrbahn Rasenflächen Bank + Baum Neu Neue Gehweg- und Platzfläche Staudenpflanzung Infostele Baum Bestand |
Zu tun: Farben prüfen: Wiese Gelb Stauden Bäume importieren von Andi Maßleiste ??? Farbe Infostele Infostele in Legende?
Abb. 78: Umgestaltungsvorschlag Kreuzungsbereich Hintere Marktstraße
- Die Umgestaltung des Gehwegs und der Dreiecksfläche am Zugang
zum Lochnerpark zu einem kleinen Stadtplatz. Entlang der Hinteren Marktstraße ist der Platz gepflastert. Hier werden Sitzgelegenheiten angeboten; eine Infostele informiert über den Grünen Weg. Auf der Ostseite wird ein Fußweg geschaffen.
- In der vorhandenen Grünfläche wird das flächige Gehölz entfernt, auf
der Wiese werden Einzelbäume gepflanzt, hier ist in Zuordnung zum Platz auch die Anlage von Staudenpflanzungen möglich.
Abb. 79: Visualisierung des Eingangs zum Lochnerpark an der Hinteren Marktstraße Im Straßenraum:
- Belagswechsel im gesamten Kreuzungsbereiches der Hinteren Markt-
straße und der Hans-Schmidt-Straße bis zum Beginn der Alten Allee. Der Belagswechsel kann in Form einer Pflasterung oder eines Farbwechsels erfolgen. Besonders wirksam im Sinne einer Verlangsamung des Verkehrs wäre eine Fahrbahnerhöhung.
- Markierung der Einmündungen und Vorfahrtsregeln mit „Haifisch-
zähnen“.
- Baumpflanzungen im Straßenraum im Bereich aktueller Parkbuchten wie
in Abb. 78 dargestellt.
Die Verbindung für Zufußgehende und Radfahrende wird durch die Maßnahmen deutlich verbessert, die Schaffung der Platzflächen an den Eingängen wertet die öffentlichen Freiräume im Quartier deutlich auf. Entlang des Grünen Weges ist der neue Stadtplatz eine wichtige Orientierungspunkt und Verknüpfungsstelle.
Lochnerpark
Die Durchquerung des Lochnerparks hin zur Lochnerstraße erfolgt auf der westlichen Seite des Parks. Die im Park gegebene Breite von 4 Metern sollte auch am Zugang von der Hinteren Marktstraße – aktuell 3 Meter – hergestellt werden. Der Weg soll auch weiterhin für den Radverkehr freigegeben sein, obwohl für den Radverkehr, wie oben beschrieben, hauptsächlich die Führung über die Hintere Marktstraße und Lochnerstraße zur Verfügung steht.
Der Lochnerpark selbst dient seiner Umgebung als Nachbarschaftspark und wird insbesondere von Familien mit Kindern und von älteren Anwohnern gerne aufgesucht. Inzwischen ist er etwas in die Jahre gekommen.
Mit der Bebauung des ehemaligen Akzo-Nobel-Geländes und einem geplanten Neubauvorhaben an der Alten Allee entsteht ein zusätzlicher Nutzungsdruck auf die Grünanlage. Vor diesem Hintergrund werden Gestaltungsvorschläge zu einer Weiterentwicklung des Parks gemacht. Diese zielen darauf ab, das Spielangebot zeitgemäß zu erweitern, den Aufenthalt von den Rändern und Wegen her mehr in die Grünfläche hinein zu verlagern und durch Auflichtung von Gehölzen den Raumeindruck im Park zu verbessern.
| + Marktstraße + + Hintere + Öffnung zur O Hinteren Marktstraße lg a - kleiner Stadtplatz stra + ß e M a Sitzen an Staudenflächen n u e la s tra ß e Neuer Rand mit Hecke und Bänken + Jakob-Muth-Schule + Sitzen an offener Wiese Freies Spiel auf Wiese - Bodenwelle Kita Freistellen L o der Bäume Kreuzkirche Standort ch neuer n e Spielraum rstra ß e Kreuzkirche Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab 1:1400 0 10 20 30Meter | ||
|---|---|---|
| Hintergrundkart | e: DSGK Stadt Nürnberg | Maßstab 1:1400 0 10 20 30Meter |
| Wege / gemeinsame Geh-Radwege Stauden / Blumen Baum Bestand Rasenflächen Hecken / Gebüsche + Baum Neu Spielflächen Infostele Bank |
| n an Sta | udenfläch |
|---|
Abb. 80: Gestaltungsvorschlag für den Lochnerpark Abb. Gestaltungsvorschlag für Lochnerpark und Grünfläche westlich der Kreuzkirche
Die vorgeschlagenen Maßnahmen im Einzelnen:
- Auflichten aller dicht zugewachsenen Gehölzbestände, vor allem entlang
des Querwegs, zur Herstellung von Sichtbeziehungen und eines offenen Raumeindrucks, damit lassen sich die beiden Teilräume des Parks visuell miteinander verbinden.
- Schaffung von Aufenthaltsbereichen innerhalb bzw. am Rande der
Rasenflächen, teilweise in Verbindung mit Staudenpflanzungen
- Aufstellen von einzelnen Metallliegen als Aufforderung zur Nutzung der
Rasenflächen
- Abrücken des Wegs vom westlichen Rand mit Metallgitterzaun um mit-
tels Strauchpflanzungen einen geschlossenen grünen Rand auszubilden und begleitend Sitzgelegenheiten anzubieten
- Neuorganisation des südlichen Parkraums: Schaffung neuer Spiel-
angebote beispielsweise für ältere Kinder und eventuell Jugendliche im südlichen Teil der Rasenfläche, Trennung der Fläche vom offenen Wiesenraum mittels einer Geländemodellierung. Denkbar ist auch die Verlagerung des bestehenden Spielplatzes mit Angeboten für Kinder und Familien an diese Stelle. Die vorhandenen Bolzflächen sollten aufgrund wenig verfügbarer Spielangebote für Jugendliche in Schweinau weiterhin in die Planungen integriert werden, die genaue Lage ist im Detail zu prüfen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind Ergänzungen des Bestandes, Eingriffe in den Baumbestand sind damit nicht verbunden.
Grünfläche westlich der Kreuzkirche
Die kleine Grünfläche bekommt mit der Neubebauung des ehemaligen Akzo-Nobel-Geländes ein Verknüpfungsfunktion und sollte zusammen mit der Kirche wieder im Stadtbild sichtbar werden. Dazu sind der Strauchunterwuchs und die Fichten komplett zu entfernen. Die Laubbäume sollten stehen bleiben und sind gegebenenfalls zu ergänzen.
Weitere Maßnahmen, wie etwa die Verbesserung der Aufenthaltsmöglichkeiten am Platz sind zu prüfen, wenn die Zukunft der Kirchennutzung geklärt ist. Aktuell ist diese offen.
Neubaugebiet ehemaliges Akzo-Nobel-Gelände
Mit der Neubebauung des ehemaligen Akzo-Nobel-Geländes ergibt sich die Chance, bisher fehlende Wegebeziehungen im Stadtteil herzustellen. Von der Lochnerstraße gelangt man auf kurzem Weg zur Nopitsch- und Ambergerstraße, was die Wegeverläufe am Grünen Weg deutlich verbessert. Ebenso ergibt sich eine Wegebeziehung von der Ambergerstraße durchs Quartier nach Norden zur U- und S-Bahnstation Schweinau. Der Bebauungsplan ist in Aufstellung, ein Grundkonzept der Wegeführung ist bekannt.
Auf dem Grünen Weg bietet sich eine Wegeführung in Verlängerung des Weges aus dem Lochnerpark an. Für die Durchquerung des Neubaugebiets gilt es, die nötigen Flächen für den Fuß- und Radverkehr in einer ausreichenden Breite bereit zu stellen, um insbesondere Konflikte zwischen dem Radverkehr
und dem inneren Fußverkehr der Wohnsiedlung zu minimieren. Zum Zeitpunkt der Konzepterstellung war ein 4 Meter breiter Geh-, Radweg durch das Neubaugebiet vorgesehen.
Nach Querung des Neubaugebiets setzt sich der Weg zur Nopitschstraße hin fort. Im Zuge der Bebauung des ehemaligen Akzo-Nobel-Geländes entsteht an der Nopitschstraße ein Neubau für das Kinder- und Jugendhaus Oase.
| H a n s-Sch Alte Allee m id t-Stra Marktstraße ß e Hintere Lochner Park U-Bahn Neue Wohnbebauung Akzo-Nobel-Gelände Lochnerstraße n- e e h ote or ß D stra Holzwiesenstraße Nopitschstraße A m bergerstraße Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:4000 00 2255 5500 MMeetteerr | |
|---|---|
| Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:4000 | 00 2255 5500 MMeetteerr |
| Gemeinsamer Weg für Vorrang. Führung Vorrang. Führung Fuß- und Radverkehr Fußverkehr Radverkehr |
Abb. 81: Alternative Wegeführungen im Bereich Hintere Marktstraße / Lochnerstraße
5.4 Hohe Marter
Wegeführung
Zu Beginn dieses Abschnitts hat der Fuß- und Radverkehr, vom Neubaugebiet kommend, über eine ampelgesicherte Querung zunächst die Nopitschstraße zu queren. Auf die Einrichtung einer entsprechend dimensionieren Aufstellfläche für den Radverkehr in beiden Richtungen ist zu achten. Bei der Ausgestaltung der Schaltzeiten ist der Querung durch den langsameren Fußverkehr Rechnung zu tragen. Die Ampelphasen sind dementsprechend lang zu dimensionieren. Bereits vor Erstellung der Konzeptstudie lagen Planungen der Stadt Nürnberg zur Umgestaltung der Ambergerstraße vor. Diese wurden im Rahmen der Studie in Zusammenarbeit mit den städtischen Fachdienststellen weiter konkretisiert. Beim Verkehrsplanungsamt liegt die Zuständigkeit für die Straßenplanung, momentan ist der neue Straßenplan in Erstellung.
Das Ziel der Planungen ist es die Ambergerstraße ab der Georg-Paul-Amberschule abzuhängen und einen neue Grünfläche zu schaffen (nähere Infos zur geplanten Grünfläche siehe weiter unten). Durch die Grünfläche soll ein getrennt geführter Geh-, Radweg verlaufen (Stand März 2021: 3 Meter Radweg, 2 Meter Gehweg). Durch die Straßenabtrennung besteht zum Einen die Möglichkeit die Verkehrssicherheit vor der Schule zu verbessern und zum Anderen neues Grün auf einer bislang versiegelten Fläche herzustellen.
Im Osten der Ambergerstraße wird derzeit der neue E-Bus-Port der VAG errichtet. Die Hauptzufahrt zu diesem erfolgt über die Jaeckelstraße, eine weitere Zufahrt entsteht aber ebenfalls an der Ambergerstraße.
Im Rahmen der Straßenplanungen wird die Ausweisung einer Fahrradstraße geprüft, was auf dem nördlichen Abschnitt der Ambergerstraße eine Bevorrangung des Radverkehrs bedeuten würde.
Für die Kreuzung Zweibrückener Straße / Turnerheimstraße sowie in der Daimlerstraße an der Einmündung der Wegeführung in die Bahnunterführung zum Schweinauer Buck werden aus Sicherheitsgründen Markierungen mit „Haifischzähnen“ vorgeschlagen. Der Wegeverlauf des Grünen Weges ist aufgrund der Uneindeutigkeit zudem Abb. 82: Markierung mit „Haifischbesonders deutlich mit Richtungsweg- zähnen an der Daimlerweisern zu versehen, die über die Ein- straße (Fotomontage) hängeplaketten an vorhandener Radwegebeschilderung hinaus gehen.
Die Ausweisung der Turnerheimstraße bzw. Daimlerstraße als Fahrradstraße, wie in der Machbarkeitsstudie für Radschnellverbindungen empfohlen, wird gutachterlicherseits unterstützt. Eine Reduktion der Parkmöglichkeiten für schwere LKW ist in der Turnerheimstraße, gemäß der Empfehlungen des VCD zu Fahrradstraßen, zu prüfen. Zusätzlich käme das gesamte Gebiet zwischen
Schweinauer Hauptstraße und Turnerheimstraße / Ambergerstraße auch als Fahrradzone zur Stärkung des innerquartierlichen Verkehrs in Frage, sollte dieses Instrument in Nürnberg künftig Anwendung finden.
Im Verlauf der weiteren Wegeführung in Umfahrung des Schweinauer Bucks werden aufgrund des hohen Ausbaustandards zunächst keine zusätzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit vorgeschlagen. Die in der Machbarkeitsstudie für Radschnellverbindungen vorgeschlagene Erneuerung der Kanalbrücke wird ebenfalls als nicht unbedingt notwendig erachtet. Die Breite und der Belag der aktuellen Brücke ist zwar für den Radverkehr als nicht optimal anzusehen und erzeugt in ihrer Konstruktion mit beschichteten Einzelbrettern eine Bremswirkung. Dies führt aber zu reduzierten Geschwindigkeiten und damit geringerem Konfliktpotential an der Einmündung des südlichen Brückenendes in die Kavalastraße.
Neue Grünfläche Ambergerstraße
Der Straßenraum der Amberger Straße besitzt aufgrund seiner Historie zahlreiche ungeordnete Verkehrs- und Grünflächen, die teilweise als (Dauer-) Parkplätze genutzt werden. Hier fuhr bis in die 1980er Jahre die Straßenbahn ins Straßenbahndepot (heutige VAG-Buswerkstatt). Reste von Straßenbahnschienen liegen noch im Straßenraum, in Richtung Zweibrückener Straße ist die alte Linienführung noch im Asphaltbelag und in den Randbegrenzungen erkennbar.
Der Straßenraum ist Transitstrecke für Radfahrende, wird von den Grundschülern genutzt und dient derzeit als Parkplatz. Auf beiden Seiten des Straßenraums verlaufen gepflasterte Gehsteige, die Straßenräume des angrenzenden Siedlungsbereichs sind ebenfalls über Gehwege angeschlossen. Angebote zum Aufenthalt sind nicht vorhanden.
Freiraumplanerisches Konzept
Im Bezirk der Hohen Marter gibt neben dem Schweinauer Buck mit dem Quartierspark an der Hohen Marter nur eine einzige öffentliche Grünanlage mit einem umfangreichen Angebot für alle Altersgruppen. Für den Park ist
Abb. 83: Visualisierung Entwurf Grünfläche Ambergerstraße
| Zweibrückener Turnerheimstraße Straße Gehweg + + Radweg + Ambergerstraße gnundronedoB leTmreV-132.leT gnutlawrevsgnussemreV tengieeg Schulsportflächen zukünftig öffentliche S thcin siewhcansmutnegiE dnu mreV noitamrofnioeG ,1/oeG ehcsireyaB :gnureitraK sla rüf etrakrulF tmA dnu :netadsisaboeG :egaldnurgnalP red gnussemreV gnulletsraD Öffentlicher Spielhof Plangrundlage: Planung des Verkehrsplanungsamtes , November 2019 Maßstab 1:1 | + + Friesenstraße + + + 03 + + + + + + + mbergerstraße + + Getrennter + G eh-Radweg A + Straße nbahn + pielflächen Bedarfseingang + + Zufahrt + + Amberger + + Grundschule Haupteingang + + + + + + + E-Bus-Port + Schulhof und öffentlicher Spielhof + + ++ 250 10 20 30 40 50Meter | Pfindel (78301) Reiser M. Lageplan M = 1 : 500 2.XXXX.2.1 Ambergerstraße |
|---|---|---|
| Geh-Radweg Überfahrt/Verbindung Gehweg Rasen, extensiv Hecken/Gebüsche Baum Bestand Infostele ngefärbt Rasen/Aktivitätszone Baumscheibe/Stauden Baum Neu Bänke, Liegebänke + |
Abb. 84: Gestaltungsvorschlag neue Grünfläche Ambergerstraße
2021 eine Sanierung mit Erweiterung des Angebots vorgesehen (vgl. Kapitel 3.4 auf Seite 38). Bis dahin bietet daneben noch der öffentliche Spielhof der Georg-Paul-Amberger-Schule differenzierte Möglichkeiten zum Spiel.
Eine neue Grünfläche in der Ambergerstraße würde die Grünanlage Hohe Marter und den Spielhof sinnvoll ergänzen und verknüpfen. Für den Spielhof und die Sportanlagen der Grundschule ist in den kommenden Jahren eine Überplanung und Neuorganisation vorgesehen. Die Spielflächen sollen dabei der Ambergerstraße zugeordnet werden und als öffentlicher Spielplatz direkt zugänglich sein.
Freiraumplanerische Grundüberlegungen für die Ambergerstraße sind die Schaffung eines ruhigen grünen Freiraums und angenehmer Wegeverbindungen im Sinne des Grünen Weges. Der überplante Straßenraum ist im Bereich der möglichen Grünfläche etwa 7.800 m² groß, 240 m lang und 25-35 m breit.
Orientiert an den Gegebenheiten sieht das freiraumplanerische Konzept einen mit Bäumen in unterschiedlicher Dichte überstellten Raum mit offenen Rasen- und Wiesenflächen im Wechsel mit befestigten Plätzen vor. Zur Zwei-
| gnundronedoB leTmreV-132.leT gnutlawrevsgnussemreV tengieeg thcin siewhcansmutnegiE dnu mreV noitamrofnioeG ,1/oeG ehcsireyaB :gnureitraK sla rüf etrakrulF tmA dnu :netadsisaboeG :egaldnurgnalP red gnussemreV gnulletsraD | Zweibrückener Turnerheimstraße Straße Friesenstraße + Gehweg + + + Radweg + + + + + + + Getrennter + Ambergerstraße Geh-Radweg Straße nbahn + Schulsportflächen zukünftig öffentliche Spielflächen Bedarfseingang + + + Amberger + + Grundschule Haupteingang + + + + + + + Schulhof und öffentlicher Spielhof + + ++ Öffentlicher Spielhof Plangrundlage: Planung des Verkehrsplanungsamtes , November 2019 Maßstab 1:1250 10 20 30 40 50Meter | + + + 03 + + mbergerstraße + A + Zufahrt + + Pfindel (78301) E-Bus-Port Reiser M. Lageplan M = 1 : 500 2.XXXX.2.1 Ambergerstraße |
|---|---|---|
| Plangrundlage: Planung des Verkehrsplanungsamtes , November 2019 Maßstab 1:1250 10 20 30 40 50Meter | ||
| Fahrbahnfläche Gehwegflächen, Geh-Radweg Überfahrt/Verbindung Gehweg Rasen, extensiv Hecken/Gebüsc Parkstandsfläche Radstreifen rot eingefärbt Rasen/Aktivitätszone Baumscheibe/St |
brückener Straße stehen die Bäume dichter, vor der Schule sind intensiver nutzbare offene Rasenflächen mit Einzelbäumen vorgesehen. An den beiden Zugängen zur Schule und am Anschluss der Arendsstraße werden kleine Platzräume ausgebildet, die sowohl der räumlichen Gliederung als auch dem Aufenthalt dienen. Sie stellen gleichzeitig die wichtigsten Bewegungsräume und Anknüpfungen für die Grundschüler dar.
Die Zufahrt von der Nopitschstraße gilt es im Sinne des Grünen Weges möglichst attraktiv zu gestalten. Anzustreben ist eine durchgängige Baumpflanzung und angenehme breite Wegeführung der Gehsteige. Der Gedanke eines sicheren Schulwegs gilt für die Wege in der Ambergerstraße im Besonderen, da derzeit und v.a. auch zukünftig mit dem Neubau auf dem ehemaligen Akzo-Nobel- Gelände (ca. 800 Einwohner/-innen) viele Schulkinder über die Nopitschstraße und Ambergerstraße zur Grundschule kommen.
Entlang der Geschosswohnungsbauten wird der Freiraum mittels Baumreihen gefasst. Die Stellung der Bäume orientiert sich an den Anforderungen für eine Feuerwehrzufahrt und ist mit der Feuerwehr abgestimmt, die Wahl fällt auf schmalkronige Bäume, um eine möglichst gute Zugänglichkeit zu den Gebäuden zu erhalten, aber auch, um die Wohngebäude nicht zu stark zu ver-
Abb. 85: Neue Grünfläche vor der Georg-Paul-Amberger-Schule schatten. Schmalkronige Bäume könnten auch entlang der Zufahrt von der Nopitschstraße gepflanzt werden und so mit den Bäumen entlang den Wohnbauten eine Einheit bilden. Grundsätzlich gilt es aber großwüchsige Bäume zu pflanzen, um die an Sommertagen gewünschten klimatischen Wirkungen zu erzielen.
Das Entwurfskonzept versteht sich als offenes räumliches Konzept. Die Umwandlung versiegelter Straßenflächen in baumbestandene Rasen- und Wiesenflächen schafft einen für die umgebende Wohnbebauung wertvollen klimatischen Ausgleichsraum. Darüberhinaus wird das Angebot für Erholungsnutzungen im Stadtteil erweitert, Bänke und Sitzgelegenheiten werden eingebracht. An den Plätzen wäre gegebenfalls temporäre Gastronomie an Sommertagen denkbar, als Einladung an die Anwohner/-innen und als Rast für Radfahrende. Um die Historie der Straße aufzugreifen könnte u.U. auch eine alte Straßenbahn des Typs TW 250 genutzt werden, ein möglicher Standort ist im Plan markiert. Weitere Nutzungen gilt es im Rahmen der Detailplanung noch zu diskutieren und zu vertiefen. Auf das Angebot von Spielelementen wird verzichtet, da es in der Grünanlage Hohe Marter und dem öffentlichen Spielhof der Georg-Paul-Amberger-Grundschule bereits ein breites Angebot gibt.
Mit der Realisierung einer grünen Ambergerstraße wird für die Hohe Marter und Schweinau ein attraktiver Freiflächenverbund von der Grünanlage Hohe Marter bis zum Lochnerpark und von dort über die Alte Allee bis hin zum Pferdemarkt entstehen.
Baumreihe entlang der Turnerheimstraße
Seitens SÖR werden Planungen zum Aufbau einer straßenbegleitenden Baumreihe auf der Westseite der Turnerheimstraße verfolgt. Aufgrund der Spartenlage (v.a. Gasleitung) konnten im Herbst 2020 allerdings nur vier Bäume im Süden der Straße neu gepflanzt und bestehende Baumscheiben vergrößert werden. Dadurch mussten sieben Stellplätze wegfallen. Eine durchgehende
Baumreihe ist als Planungsziel weiterzuverfolgen, aufgrund der Leitungen im Untergrund aber wohl nur langfristig zu realisieren. Innerhalb des Grünen Weges kommt der Turnerheimstraße eine wichtige Verknüpfungsfunktion zu. Die Bäume würden neben ihren ökologischen und klimatischen Funktionen auch den Weg in seiner Abfolge gut sichtbar machen.
| Zweibrückener Straße + + + + + + e ß a str m ei h er n ur + T + + M 1:2000 © Luftbild Bayerische Landesvermessungsbverwaltung 2019 | |
|---|---|
| M 1:2000 | © Luftbild Bayerische Landesvermessungsbverwaltung 2019 |
Baum Bestand Baumpflanzung 2020 + Baum Neu
Abb. 86: Plan zur Baumpflanzung Turnerheimstraße
Den Schweinauer Buck weiterentwickeln
Der Schweinauer Buck ist für die Bevölkerung von Schweinau, Hohe Marter und Röthenbach ein ganzjährig beliebtes Ausflugsziel. Die Besonderheiten des Ortes liegen in seinem naturnahen Charakter, seiner Abgeschiedenheit gegenüber der umgebenden Stadt und seiner besonderen Qualität als Aussichtspunkt mit weiten Blicken über die Stadt, auf die Vorstädte und ins Umland. Mit dem Basketballfeld und der Skateanlage sind bereits attraktive Spielund Aufenthaltsangebote für Jugendliche vorhanden, die allerdings einer Aufwertung bedürfen. Diese Aspekte bilden die Grundlage für die Ideen zur Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks als
-
attraktiven, ungestörter Spielraum,
-
naturnahen Landschaftsraum,
-
Ort zum Spazierengehen und Aufenthalt und als
-
attraktiven Aussichtspunkt.
Ungestörter Spielraum
Der Spielbereich am Fuße des Nordhangs des Schweinauer Bucks liegt abseits von Siedlungen, hier sind Spiel- und Sportangebote möglich, die an anderen Orten wohl zu Konflikten mit der Nachbarschaft führen würden. Das Angebot soll sich deswegen vor allem an Jugendliche richten, aber für alle Altersgruppen insbesondere auch für Familien mit Kindern offen sein.
Die Entwicklung des Spielraums wurde durch eine erste Jugendbeteiligung am 30. September 2020, organisiert vom Umweltamt und dem Partizipations- Projekt für Jugendliche laut!, angestoßen. Die Beteiligung fand vor Ort am Schweinauer Buck statt. Die Ideen und Anliegen der Jugendlichen konzentrierten sich dabei vorrangig auf die Aufwertung der Skateanlage als Spiel- und Aufenthaltsort. Diese Ideen gilt es mit den Jugendlichen weiter zu präzisieren. In der Zusammenschau und unter Berücksichtigung bereits vorhandener Ideen beim Jugendamt und SÖR bietet der Spielraum am Schweinauer Buck folgende Möglichkeiten für eine konzeptionelle Weiterentwicklung:
- Die Qualifizierung der Skateanlage, entweder durch Ergänzungen der
vorhandenen Anlage oder durch einen kompletten Neubau,
- die Verkleinerung des Bolzbereichs auf der benachbarten Wiese, um
neue Angebote für Trendsport zu schaffen, wie z.B. eine Dirt-Bike-Strecke und einen Pumptrack,
-
die Aufwertung des Basketballfeldes und
-
ein Aufenthaltsbereich unter Bäumen als Treffpunkt und verbindendes
Element innerhalb des Spielraums.
Die Flächenaufteilungen müssen im Weiteren mit den NutzerInnen und PlanerInnen im Rahmen von Beteiligungsverfahren endgültig im Detail geprüft und abgestimmt werden. Der in unmittelbarer räumlicher Nähe ansässige Sportverein Post-SV hat sich in bereits erfolgten Gesprächen offen gezeigt, sich in die Neugestaltung des Umfeldes mit eigenen Ideen einzubringen. Konkret wurde überlegt eine Dirt-Bike-Anlage auf dem Fussballfeld des Post-SV zu errichten. Dafür wäre eine Kooperation von Verein und Stadt sinnvoll. Die Anlage könnte vom Post-SV betrieben werden. Ziel sollte eine niederschwellige Nutzung sein. Die Rahmenbedingungen sollten im Weiteren konkretisiert werden.
Naturnaher Landschaftsraum
Die naturnahen Lebensräume, insbesondere die Gebüschlandschaft der Hänge und die Streuobstwiesen, geben dem Ort einen besonderen, für das Stadtgebiet unverwechselbaren Charakter. Der Buck kann ein wertvoller Ort des Naturerlebens sein. Ein Konzept zur Nutzung und Pflege des Gesamtraums fehlt bisher. Ein Ansatz dafür wird im Folgenden beschrieben, dabei werden folgende Bereiche unterschieden:
- Am Südhang entlang der Südwesttangente wächst ein Vorwald, der zu
einem naturnahen Laubwald weiterzuentwickeln ist. Hierfür sind regelmäßige waldbauliche Eingriffe notwendig. Der Wald dient auch der Abschirmung gegenüber dem Straßenlärm der Südwesttangente.
- Die Hänge des Bucks sind im Wesentlichen als Grasland-Gebüsch-
Landschaft zu belassen bzw. durch Pflegeeingriffe zu erhalten, fortgeschrittene Vorwaldbereiche im Nordwesten können belassen werden, ebenso durchgewachsene Einzelbäume am Südhang.
- Die Streuobstwiesen sind wie gehabt zu mähen und zu erhalten, dies gilt
ebenso für die gliedernden Hecken. Zur Zwischenterrasse hin ist der verbuschte Hang aufzulichten und mit den Wiesen zu verbinden, naturnahe Wiesen sind mittels Mahd auch am Hang zu entwickeln. Der Zusammenhang ist sowohl als Nutzungszusammenhang als auch als räumlicher Zusammenhang zu sehen. Im Winter böte sich die Möglichkeit, den Hang zum Rodeln zu nutzen.
- Im Bereich der Kuppe als intensiv genutztem Erholungsraum sollten
die offenen Flächen als Wiesen entsprechend den Streuobstwiesen regelmäßig gemäht werden. Abhängig von der angestrebten Erholungsnutzung können die Flächen in Teilen aber auch als Landschaftsrasen entwickelt werden.
- Für die Grasfluren der Hänge wäre eine Beweidung mit Schafen oder
Ziegen die geeignetste Nutzungsform. Bisher konnte ein entsprechender Tierhalter aber nicht gefunden werden.
- Entlang des Haupterschließungsweges am Fuß des Bucks sollte eine
Baumreihe gepflanzt werden. Die entsprechenden Flächen sind Eigentum der Bahn. Das weitere Vorgehen ist mit dieser abzuklären; eventuelle Sparten sind zu prüfen.
Spaziergang und Aufenthalt
Das vorhandene Wegenetz wird durch drei Wege im Hang ergänzt. Gedacht ist an einfach ausgebaute Wege mit Breiten von etwa 2 Metern in wassergebundener Bauweise. Die Wege knüpfen an die bestehenden Wege an, erschließen den Hang, erlauben es Rundwege zu laufen und bieten kleine Plätze zum Aufenthalt. Sie erschließen den Buck als Spazierraum. Die Wege können mit Steigungen von drei bis fünf Prozent ausgeführt werden, was ein angenehmes Begehen sicherstellt. Einzig der Weg von Norden verläuft steiler.
Es werden verschiedene Plätze angeboten, größere Plätze an den Hangfüßen, als kleine Treffpunkte und Wegeauftakte und kleinere Plätze zum Ausruhen, Ausblick und Innehalten am Hang. An den Plätzen sollen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Diese können nach Situation über kleine Mauern gehalten und kenntlich gemacht werden.
| Pflanzung Baumreihe + + + + + + + + + + + + + Neue Wegeerschließung + + mit kleinen Plätzen Platz mit Treppen- anlage gestalten Aussichtspunkt gestalten Aussichtspunkt gestalten © Luftbild Stadt Nürnberg 2017 Maßstab 1:2.000 0 10 20 30 40 50 | Weiterentwicklung Spielraum + + + + + + Skaten & + + + Basketball + + + + + + + + + + + + + + Aufenthalt + + + Pumptrack + + + + + + + + Wiese - + freies Spiel + + + + + Sportplatz Post SV Nürnberg Potentialfläche für Dirt-Bike-Anlage Im ke r Streu- obstwiesen Wiesenhang freistellen Zwischenterrasse als Aufenthaltsort gestalten |
|---|---|
| © Luftbild Stadt Nürnberg 2017 Maßstab 1:2.000 0 10 20 30 40 50 | |
| Wege - Bestand Trampelpfade - Bestand Abb. 87: Gestaltungsvorschlag Schweinauer Buck | Neue Wege und Plätze + Baum Neu Infostele |
| Neue mit kl | Wegeerschließu einen Plätzen | ng |
|---|
| Pflanzung Baumreihe + + + + + + + + + + + + + Neue Wegeerschließung + + mit kleinen Plätzen Platz mit Treppen- anlage gestalten Aussichtspunkt gestalten Aussichtspunkt gestalten © Luftbild Stadt Nürnberg 2017 Maßstab 1:2.000 0 10 20 30 40 50 | Weiterentwicklung Spielraum + + + + + + Skaten & + + + Basketball + + + + + + + + + + + + + + Aufenthalt + + + Pumptrack + + + + + + + + Wiese - + freies Spiel + + + + + Sportplatz Post SV Nürnberg Potentialfläche für Dirt-Bike-Anlage Im ke r Streu- obstwiesen Wiesenhang freistellen Zwischenterrasse als Aufenthaltsort gestalten |
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| © Luftbild Stadt Nürnberg 2017 Maßstab 1:2.000 0 10 20 30 40 50 | |
| Wege - Bestand Trampelpfade - Bestand | Neue Wege und Plätze + Baum Neu Infostele |
| Neue mit kl | Wegeerschließu einen Plätzen | ng |
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Der asphaltierte breite Haupterschließungsweg könnte prinzipiell verschmälert werden, andererseits bietet die Breite auch eine Großzügigkeit, die in den Wegeverläufen des Bucks ein eigenes Raumerleben und ein konfliktarmes Miteinander ermöglicht. In jedem Fall sollten Sitzgelegenheiten entlang des Weges angeboten werden.
Attraktive Aussichtspunkte
Der Schweinauer Buck liegt in städtischer Randlage. Die Stadt lässt sich hier in ihrer ganzen Weite wahrnehmen, der Blick geht aber auch auf die grünen Vorstädte, Bahnbrücken und den Kanal. Am Horizont erkennt man die Wälder der Fränkischen Alb und die Wälder und Hügel der Keuperlandschaft. Man sieht die Stadt und man gewinnt gleichzeitig den Eindruck, aus ihr herauszutreten.
Man nimmt die Aussichten von der Zwischenterrasse aus wahr, die gleichzeitig Wendeplatz und kleiner Wegeverteiler ist, sowie von den drei Plätzen im Kuppenbereich. Auf der Zwischenterrasse öffnet sich der Blick auf die Stadt, die zwei kleinen Plätze auf der Kuppe bieten einen weiten Rundumblick. Hier werden auch Sitzgelegenheiten angeboten. Der Platz an der oberen Wegegabelung öffnet sich nach Norden. In Richtung Süden ist er durch die Gehölze am Hang gefasst. Jeder Ort bietet einen anderen Ausblick. Der Rhythmus der Plätze wird beibehalten. Die kleinen Plätze auf der Kuppe sind ruhige Aussichtspunkte, sie werden mit einladenden Sitzangeboten neu eingefasst. Am westlichen Platz gilt es, im Hang hohe Gehölze zu roden, um einen Rundblick zu gewährleisten.
Abb. 88: Visualisierung einer Bedachung auf der Zwischenterasse des Bucks
Die beiden großen Plätze sind zum Aufenthalt gedacht. Hier soll man sich treffen können. Im Rahmen der Konzeptentwicklung wurden dabei unterschiedliche Ideen vorgestellt und diskutiert. Diese sind: Eine größere Dachkonstruktion an der Zwischenterrasse, kleinere Dachkonstruktionen für oben und unten und eine Treppenanlage am oberen Platz auf der Nordseite des Hangs sowie ein großes Dach über dem oberen Platz in Verbindung mit der Treppenanlage. Letztere ist nur von oben her erschlossen, aus dem Hang heraus werden sich Trampelpfade ergeben. Im Plan dargestellt sind die Varianten mit einem großen Wetterdach auf der Zwischenterrasse und einem kleinen Dach und einer großen Treppenanlage auf der oberen Terrasse. Angebote zum Aufenthalt können Bänke und Liegen bieten.
Eine schöne Ergänzung wären künstlerische Interventionen. So könnten in Beton gegossene kleine Boote an drei bis vier Stellen an den Hängen verteilt lagern, als wären sie nicht mehr gebraucht und mit dem Erdreich abgelagert worden. Im ersten Moment eine Irritation würden sie eine Verbindung zwischen altem und neuem Kanal herstellen.
Ein gutes Funktionieren der Orte kann gelingen, wenn diese z.B. auch mit einfacher, temporärer Sommergastronomie bespielt werden. Dies war auch ein Vorschlag der Bürgervereine. Denkbar sind auch weitere Veranstaltungen, die bewusst auf den Ort zielen, ihn bekannt machen und zum Besuch einladen, sei es ein Sommerkino, kleine Musikevents oder sonstige kulturelle Veranstaltungen.
Der Schweinauer Buck hat das Potential, ein gesamtstädtisch attraktiver Natur- und Erholungsraum zu werden. Er kann Ort für Spiel, Spaziergang, naturnahe Erholung, Aufenthalt und Kontemplation sein. Bei Schnee im Winter lässt sich hier wunderbar rodeln. Die neugestalteten Aussichtspunkte sollen den Buck attraktiver machen und zum Aufenthalt einladen. Sie können ihn zu einem Ausflugsziel werden lassen, dessen Bekanntheit über die benachbarten Stadtviertel hinausgeht. In diesem Sinne sollte der Schweinauer Buck im Ganzen weiterentwickelt werden.
5.5 Röthenbach
Wegeführung
Kanalbrücke - Kavalastraße
Nach Querung der Kanalbrücke stößt man, vom Schweinauer Buck kommend, auf die Kavalastraße. Die Kreuzung des Brückenendes mit der Kavalastraße ist unübersichtlich und gefahrenträchtig. Der Kreuzungsbereich wird in allen vier Richtungen sowohl von Radfahrenden als auch von Zufußgehenden genutzt. Hauptproblem ist die Unübersichtlichkeit im Kreuzungsbereich und vor allem die geringe Einsehbarkeit in die einmündenden Wege. An der Brücke bilden die Bepflanzung und massiven Brückenwände die Hindernisse.
Eine bessere Einsehbarkeit kann an der Brücke durch Rücknahme des Gehölzaufwuchses hergestellt werden. Auch die Montage eines Spiegels könnte die Einsehbarkeit erhöhen. Eine weitere Maßnahme ist die farbliche Markierung des gesamten Kreuzungsbereichs, verbunden mit dem Aufbringen von Symbolen, um auf die gegebene Gefahrenlage aufmerksam zu machen. In Bezug auf die Farbauswahl ist auf das noch zu erstellende Farbkonzept für Markierungen in der Stadt Nürnberg Bezug zu nehmen. Für die Grünen Wege würde sich ein Grünton anbieten, dieser hat jedoch auch schon für Querungen von Straßenbahntrassen Anwendung gefunden. Ebenfalls bereits in Verwendung sind Rot (Fahrradwege) und Blau (Parken).
Abb. 89: Alternative Markierung am Gefahrenpunkt „Kanalbrücke“ (Fotomontage)
Eine mögliche Markierung wäre derzeit experimenteller Natur und der gültige Rechtsrahmen hierfür müsste im Detail durch das Verkehrsplanungsamt geprüft werden.
Röthenbach-Ost und entlang des Röthenbacher Landgrabens
In der Siedlung Röthenbach-Ost verläuft der Grüne Weg nach Querung der Kavalastraße zunächst entlang der Johann-Wild-Straße bis zur Straße Am Röthenbacher Landgraben, der ringförmigen Haupterschließungsstraße der Siedlung. Ab dort wird eine differenzierte Wegeführung für den Fuß- und Radverkehr vorgeschlagen:
- Zufußgehende laufen auf der ursprünglichen Routenführung weiter
geradeaus über die Charkovstraße zum Platz der Deutschen Einheit und erreichen über den Lindenwiesenweg im Süden schließlich erneut die Straße Am Röthenbacher Landgraben.
- Radfahrende sollen auf der Straße Am Röthenbacher Landgraben in
einem Bogen um das innere Gebiet der Wohnsiedlung herumgeführt werden. Diese Strecke ist unwesentlich länger, vermeidet aber die schwer einsehbaren, schmalen Wegeführungen durch die Gartenanlagen rund um den Platz der Deutschen Einheit.
Ab der südlichen Querung der Straße Am Röthenbacher Landgraben verläuft der Grüne Weg wieder gemeinsam für den Fuß-und Radverkehr durch den im Jahre 2021 neu angelegten Langgasswiesenweg, der im Rahmen des Ausbaus der Grünflächen als gemeinsamer, asphaltierter Geh- und Radweg in 3 Meter Breite östlich des Kinder- und Jugendhauses Suspect angelegt wird. Der Langgasswiesenweg stellt (neben dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Akzo- Nobel-Gelände) den einzigen, notwendigen Lückenschluss entlang des Grünen Weges dar.
Am Röthenbacher Landgraben trifft dieser auf die bestehende Wegeverbindung An der Wied. Entlang dieser verläuft der Grüne Weg in Richtung Westen bis zur Röthenbacher Hauptstraße. Im diesem Abschnitt sind zur Verbesserung der Durchgängigkeit keine Maßnahmen, abgesehen von einer punktuellen Beschilderung, notwendig.
Die Querung der Röthenbacher Hauptstraße ist weitgehend unproblematisch, jedoch ist zur Verbesserung der Sichtbarkeit des Grünen Weges – auch zur Orientierung – eine Markierung des Querungsbereichs in auf der Fahrbahn zu empfehlen. Auch hier ist das zu entwickelnde Farbkonzept der Stadt Nürnberg zu berücksichtigen.
Zwischen Röthenbacher Hauptstraße und der Rednitzstraße setzt sich der Weg innerhalb des kleinen Grünzugs am Landgraben fort. Der bestehende Weg ist in seinem Verlauf und seiner Funktion v.a. auf die fußläufige Erschließung der anliegenden Wohnbebauung ausgelegt und wird den Ansprüchen einer angenehmen, konfliktarmen und durchgängigen Geh- und Radwegeverbindung nicht gerecht. Für das Nebeneinander von Zufußgehenden und Radfahrenden ist sie mehrfach zu schmal und hinsichtlich der einmündenden Wege zu unübersichtlich.
Nach der Querung der Röthenbacher Hauptstraße wird vorgeschlagen, den Weg geradlinig fortzusetzen. Damit verbunden sind auf Eingriff in den als Biotop erfassten Gehölzbestand. Hierzu sind Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde notwendig. Der neue Weg verläuft teilweise im Kronenbereich bestehender Bäume, ein Fällen von Bäumen im Gehölzbestand sollte sich allerdings auf wenige Bäume beschränken lassen.
Eine leichte Trassenverschiebung und das Abrücken von den Grundstücksgrenzen ermöglichen im Fortgang des Weges einen durchgängigeren Verkehrs-
fluss. Die Kreuzungen mit einmündenden Wegen, werden damit entschärft, zudem schafft der neue Trassenverlauf die Möglichkeit zur Anlage neuer, kleiner Aufenthaltsplätze.
Als neue Wegebreite für den gemeinsamen Geh- und Radweg entlang des Röthenbacher Landgrabens werden aufgrund der räumlichen Enge 3 Meter empfohlen. Als Hauptwegelinie des Grünen Weges wird im Westen der Erschließungsweg südlich des Landgrabens mit direktem Anschluss an die Querung der Rednitzstraße gesehen. Im Querungsbereich mit dem Landgraben sind hier Aufweitungen der Kurven notwendig.
Querung zum Faberwald
An der Rednitzstraße sind die Aufstellbereiche für den Fuß- und Radverkehr zu vergrößern. Der Querungsbereich ist so aufzuweiten, dass die Haltelinien des motorisierten Verkehrs in einem größeren Abstand zum querenden Fußund Radverkehr anzuordnen sind, so dass hierdurch das Sicherheitsgefühl verbessert wird. Zudem empfiehlt sich die farbliche Markierung des Querungsbereichs.
Grünflächen
Treppenanlage am Main-Donau-Kanal
Der Grüne Weg quert den Main-Donau-Kanal über eine Geh- und Radwegebrücke zwischen dem Schweinauer Buck und der Kavalastraße in Röthenbach- Ost. Der Kanal verläuft in diesem Abschnitt im Gelände eingetieft.
Die Eintiefung hat zur Folge, dass die Böschungen des Einschnitts auf ganzer Länge mit Gehölzen bestockt sind und so der Eindruck eines grünen Landschaftsraums mit großer Wasserfläche und weitem Himmel entsteht. Durchgehende Baumreihen säumen den Bereich zwischen Kanal und Südwesttangente. Der Kanal wird auf beiden Seiten von wassergebundenen Wirtschaftswegen gesäumt, die von Radfahrenden und in kleinem Maß auch von Zufußgehenden genutzt werden. Der Weg auf der Südseite erfährt aufgrund
Abb. 90: Neue Treppenanalge am Main-Donau-Kanal
guter Anschlüsse an die angrenzenden Stadtteile eine regelmäßige Nutzung. Der Weg auf der Nordseite hat nur wenige Anschlüsse auf langen Distanzen. Radfahrende, die die Situation kennen, nutzen ihn zum ruhigen und schnellen Fahren.
In der Nähe zur Geh-, Radwegebrücke bietet sich auf der Südseite die Chance den Landschaftsraum bezogen auf die Siedlung Röthenbach-Ost und den Grünen Weg erlebbarer und zugänglich zu machen. Der Stelle ist so gewählt, dass Abstand zur direkt angrenzenden Wohnbebauung gegeben ist. Die Böschung zwischen der Kavalastraße und dem Uferweg ist hier 13-14 Meter breit und etwa 5,5 Meter hoch. Sie ist durchgängig dicht mit jüngeren Bäumen und Sträuchern bestockt, es handelt sich um heimische Laubgehölze mit einer Bestandshöhe von 3-6 Meter. Der Böschungsfuß ist auf einer Breite ca. 4 Meter frei von Gehölzen und mit Landschaftsrasen bewachsen. Hier verläuft auch eine Lichtwellenleiter-Leitung mit zwei Kabeln in zwei Leerrohren. Der wassergebundene Uferweg ist 4 Meter breit. Aufenthaltsmöglichkeiten entlang des Uferweges sind nicht gegeben. Das Ufer ist gegenüber der Wasserstraße nicht mit einem Geländer gesichert.
Es wird vorgeschlagen an der Böschung eine breite Treppenanlage zu bauen. Sie soll zum einen eine Verbindung zwischen der Siedlung und dem Uferweg herstellen, zum anderen soll sie zum Aufenthalt an der Wasserstraße im Rahmen des Grünen Weges einladen. Aktuelle Zugänglichkeiten des Uferweges sind nur an der Brücke bei der Schweinauer Hauptstraße und an der Bahnbrücke gegeben. Um Konflikte mit dem Radverkehr sowohl auf der Kavalastraße als auch auf dem Uferweg zu minimieren soll die breite Treppenanlage von den tangierenden Wegen an Böschungsfuß und -oberkante abgerückt sein. Ob an der Kavalastraße ein Parkraum für Fahrräder notwendig ist, um nicht den Radverkehr zu stören, wäre im Rahmen einer Detailplanung zu klären. Die Treppenanlage wird aus Betonsitzstufen gebildet, die Maße, die sich aus dem Gelände ergeben sind eine Höhe von 45 cm und eine Tiefe von 100 cm. Einzelne Sitzauflagen in Holz sind möglich. Dem Ort angemessen sind Breiten der Sitzstufen von ca. 10 Meter. Zur Sicherung des Begegnungsverkehrs auf dem Uferweg ist in Höhe der Treppenanlage am Ufer ein Geländer anzubringen.
Die Uferböschung ist Bundesbesitz. Die Realisierung des Vorhabens bedarf der Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, hierbei muss auch eine strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung eingeholt werden.
Platz der Deutschen Einheit
Der Platz der Deutschen Einheit wird allgemein als wenig einladend wahrgenommen. Seitens SÖR ist 2021 eine Wiederbegrünung der Pergola erfolgt, ergänzt um das Einhängen von Schattenelementen.
Im Rahmen der Konzeptstudie werden Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht, die sich gestalterisch an den vorgefundenen, den Ort prägenden Elementen orientieren. Es handelt sich bewusst um Ergänzungen des Bestandes, die darauf abzielen offensichtliche Schwachstellen zu beheben. Die Frage, ob es einer umfassenden planerischen Betrachtung des Platzes, einschließlich der umgebenden Grünräume bedarf, wird nicht weiterbehandelt, sie geht über den Rahmen der Studie hinaus.
Holzplattform Wasserspiel Stauden Weg Schattendächer auf Pergola ± © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 M 1:500 0 5 10 15Meter
© Luftbild Stadt Nürnberg 2020 M 1:500 0 5 10 15Meter
Abb. 91: Vorschlag für Ergänzungen am Platz der Deutschen Einheit
Verbesserungsvorschläge betreffen das Einbringen von Schattenelementen und Gestaltungselementen zur Gliederung der Asphaltflächen und eine neue Wegeverknüpfung.
Alternativ bzw. in Ergänzung zu den eingebrachten Schattenelementen ist es möglich abschnittsweise Dachplatten auf die Pergolenkonstruktion aufzusetzen, um Schattenwirkung zu erzeugen. Vorgeschlagen werden vier Elemente mit Längen von 6 bis 14 Meter. Die Breite sollte ca. 3 Meter betragen und nicht über die ganze Breite der Pergola reichen. Als Material wären Trespaoder Faserzementplatten geeignet.
Zur Verbesserung der Durchlässigkeit der Wegebeziehungen für Zufußgehende wird vorgeschlagen den inneren Halbkreis aus Rasenfläche und Sitzband aus Betonblöcken durch einen Stichweg zu unterbrechen.
Der asphaltierte, große Innenbereich des Platzes ist zu gliedern und aufzulockern. Zu beachten ist die quer verlaufende Wegebeziehung von Nordwest nach Südost.
Gestaltung in einer einfachen rein pflanzlichen Form kann durch die Pflanzung von geschnittenen Hainbuchenhecken geschehen. Die Anlage von Rasenflächen um das Brunnenbecken ist denkbar.
Im dargestellten Gestaltungsvorschlag ist neben den Dächern und der Wegeverbindung das Einbringen einer Holzplattform als neues Gestaltungs- und Aufenthaltselement vorgesehen. Gestalterisch würde die Holzplattform die steinerne Härte des Ortes brechen und eine freiere, spielerische Art des Aufenthalts, des Sitzens und Liegens in Ergänzung zum vorhandenen Angebot bieten. Zwischen Plattform und vorhandenem Pflanzbeet ist das Einbringen einer blütenreichen Staudenfläche möglich. Etwaige weitergehenden Teil-Entsiegelungen des Platzes sollten generell geprüft werden.
Zentrales Gestaltungselement des Platzes ist weiterhin die Brunnenanlage, deren Funktionieren zu gewährleisten ist. Grundsätzlich denkbar ist auch eine Weiterentwicklung der Anlage mit zusätzlichen Wassersprühern eingebettet in das innere Kreissegment. Eine Veränderung des Raumeindrucks würde sich auch bei einer Neupflasterung des Kreissegments und der zulaufenden schneckenförmigen Rinne mit einem farbig abgesetzten Bodenbelag ergeben.
Abb. 92: Beispiel: Fontänenbrunnen am Quellepark
Grünzug in Röthenbach-Ost
Der Grünzug entlang des Lindenwiesenweges und Großwiesenweges in Röthenbach-Ost bietet keine Sitzgelegenheiten. Entsprechende Sitzgelegenheiten sollten entlang der Wege aufgestellt werden. An den Querwegen kann dies auch mit kleinen Platzbildungen verbunden werden. Im Unterschied zum steinernen Platz der Deutschen Einheit kann man am Grünzug im Grünen und unter Bäumen sitzen. Die Nutzungs- und Aufenthaltsqualität des gesamten Grünzugs wird damit aufgewertet.
Neue Grünflächen in Röthenbach-Ost
Für die bisher nicht realisierten Grünflächen des Bebauungsplans 4153 Röthenbach-Ost liegt ein genehmigter Objektentwurf vor, die Realisierung ist für 2021 geplant. Es handelt sich um mehrere, das aktuelle Freiflächensystem ergänzende Grünflächen: eine größere Grünfläche mit einem Rodelhügel zwischen der Ringstraße Am Röthenbacher Landgraben und der Wegeverbindung An der Wied, eine Grünfläche an der Weißenburger Straße und ergänzende Grünverbindungen, die gute Wegeverbindungen innerhalb der Siedlung sicherstellen. Ein neuer, wertvoller Grünzug entsteht entlang des Ostrandes der Bebauung, er bildet einen grünen Siedlungsrand und verknüpft die Siedlung mit den Kleingartenanlagen, teilweise übernimmt er Lärmschutzfunktion.
Die große Grünfläche südlich der Ringstraße besitzt offene Rasenflächen im Wechsel mit Bäumen, Sträuchern und Gebüschen, an den Rändern sind Wiesenflächen vorgesehen. Vorhandene Gehölze werden in die Gestaltung einbezogen. Die Grünfläche bietet auch Sitzmöglichkeiten. Der Haupterschließungsweg, der Langgasswiesenweg, wird als gemeinsamer, drei Meter
Abb. 93: Neue Grünflächen in Röthenbach-Ost (Objektentwurf SÖR 2018)
breiter Geh- und Radweg ausgebaut. Er schafft am Grünen Weg den Lückenschluss zwischen der Ringstraße Am Röthenbacher Landgraben und dem Gehund Radweg An der Wied.
Die neuen Grünflächen komplettieren das großzügige Freiflächensystem des Stadtteils und schaffen ein angenehmes durchgängiges Fuß- und Radwegenetz. Die Darstellung der Maßnahme erfolgt nachrichtlich.
An der Wied
An der Wied östlich der Weißenburger Straße ist der begleitende Grünzug am Röthenbacher Landgraben auf eine Breite von bis zu 35 m aufgeweitet und von offenen Rasenflächen dominiert. Ein Nutzungsdruck ist angesichts des Grünflächenangebots in der Umgebung nicht gegeben.
Es bietet sich an, die Rasenflächen zu extensiven blütenreichen Wiesen zu entwickeln. In der östlichen Hälfte sind die Flächen bereits mager. Im Westen wird der Umbruch der Rasenflächen und die Einsaat von artenreichem, extensivem Grünland empfohlen. Zur Entwicklung bunter, blütenreicher Wiesen ist die Mahd von aktuell sechs Schnitten auf zwei bis drei Schnitte zu reduzieren. Es gibt nicht viele Stellen entlang des Grünen Weges, an denen es möglich ist größerflächig blütenreiche Wiesen zu entwickeln. Die Voraussetzungen sind An der Wied sehr günstig. Die betroffenen Flächen Abb. 94: Visualisierung Wiesenflächen umfassen zusammen ca. 2.500 m². Die Maßnahme ist ein Beitrag zur Stärkung der Biodiversität und des Biotopverbunds.
e ß a r t S r e g r u b n e ß ei W Neue Grünfläche Röthenbach Röthenbacher E n t w ic k lu n g v on Rasenflächen zu B lü h w ie s e n Landgraben © Luftbild Bayerische Vermessungsverwaltung 2020 M ca.1:1750
© Luftbild Bayerische Vermessungsverwaltung 2020 M ca.1:1750
Abb. 95: Vorschläge zur Aufwertung der Wiesen An der Wied
Anpassung der Wegeführung mit randlichen Platzaufweitungen Nikodemus- kirche + + Neugestaltung Kirchplatz Röthenbacher Landgraben Ne u e r E in g a ng Hauptstraße Q u e ru n g d e s L a n d g r a b e n s F a b e rw a l d m it n e u a n g e l e g t e r B r ü c k e Röthenbacher + Markierung der Straßenquerung Vergrößerung der Aufstellfläche Markierung der für den Fuß- und Radverkehr ± Straßenquerung R Faberwald e d n itzstra ß e V o © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 n 0 10 20 30Meter -T
© Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 0 10 20 30Meter
re s c Geh- / Radwege - Bestand Geh- / Radwege - Neubau Neuanlage Rasenfläche + Baum Neu Bank Neue Brücke Infostele k o w -W Abb. 96: Maßnahmen entlang des Röthenbacher Landgrabens westlich der Röthenbacher Hauptstraße e g
Von-Tresckow-Weg
Entlang des Von-Tresckow-Weges ist der Grünzug schmal, der asphaltierte, gemeinsame Geh- und Radweg wird auf beiden Seiten von Gehölzen gesäumt. Der Bachlauf des Landgrabens ist auf ganzer Länge von Bäumen begleitet und dicht mit Sträuchern unterwachsen, sichtbar wird er an den Zufahrten zu den Sportplätzen. Um den Bachlauf mit seinem Wasser beim Spaziergang besser wahrnehmen und erleben zu können, wird empfohlen den Gehölzunterwuchs wegseitig mindestens auf einem Drittel der Länge des Grabens aufzulichten.
Röthenbacher Landgraben und Platz an der Nikodemuskirche
Mit der Anpassung der Wegeführung im Bereich des Grünzugs westlich der Röthenbachr Hauptstraße kann der Raum angenehmer genutzt werden, neue kleine Plätze laden zum Verweilen ein.
An der Nikodemuskirche schließt ein kleiner Platz an, er wird im Norden von Geschosswohnungsbau und im Osten von der Gartenseite eines privaten Anwesens begrenzt.
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Anpassung der Wegeführung mit randlichen Platzaufweitungen Nikodemus- kirche + + Neugestaltung Kirchplatz Röthenbacher Landgraben Ne u e r E in g a ng Hauptstraße Q u e ru n g d e s L a n d g r a b e n s F a b e rw a l d m it n e u a n g e l e g t e r B r ü c k e Röthenbacher + Markierung der Straßenquerung Vergrößerung der Aufstellfläche Markierung der für den Fuß- und Radverkehr ± Straßenquerung R Faberwald e d n itzstra ß e V o © Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 n 0 10 20 30Meter -T
© Luftbild Stadt Nürnberg 2020 Maßstab 1:1000 0 10 20 30Meter
re s c Geh- / Radwege - Bestand Geh- / Radwege - Neubau Neuanlage Rasenfläche + Baum Neu Bank Neue Brücke Infostele k o w -W e g
Die Gebäude und der Gehölzbestand des Grünzugs fassen den Platz ein. Er ist aus dem städtebaulichen Entwurf der Siedlung als Vorplatz der Kirche entwickelt und verbindet Grünzug und Siedlung. Er ist rechteckig und flächig mit Gehwegplatten gepflastert. Am Rande zum Privatgarten im Osten steht ein Kriegerdenkmal. Der Baumbestand des Grünzugs wird als begrenzender Teil des Platzes wahrgenommen. Ausstattungselemente sind nicht vorhanden. Das evangelische Gemeindezentrum der Nikodemuskirche schließt mit einer Treppenanlage an, die zur Zugangsterrasse der Kirche führt.
Der Platz wird gequert, größere Nutzungen finden wohl nur im Zusammenhang mit kirchlichen Veranstaltungen statt. Gegenüber dem benachbarten Geschosswohnungsbau fehlt eine visuell und räumlich wirksame Abgrenzung. Der Platz hat gegenwärtig keinen Halt, und lädt nicht zum Aufenthalt ein, er ist Leerraum. Es ist denkbar, den Platz in den Grünzug einzubinden und als Aufenthaltsraum und Treffpunkt zu aktivieren.
Eine einfache Form der Umgestaltung wäre die Anlage einer Rasenfläche mit Einzelbäumen im Norden des Platzes. Entlang der Grundstücksgrenze sollte in
| Nikodemuskirche Neugestaltung des Platzes e ß a ptstr u a H er Platz- ac h aufweitung n b e Neue öt h Wegeverbindung R Kinder- tagesstätte Platz- aufweitung Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:500 0 2,5 5 7,5 10 Meter | |
|---|---|
| Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:500 | 0 2,5 5 7,5 10 Meter |
Abb. 97: Gestaltungsvorschlag zur Neugestaltung des Platzes an der Nikodemuskirche und der neuen Wegeführung am Röthenbacher Landgraben Fortsetzung bestehender Hecken eine geschnittene Hecke gepflanzt werden. Am Rande der Grünfläche können Bänke platziert werden, dem befestigten Platz zugeordnet können Sitzgelegenheiten in Form von Bänken angeboten werden. Dem Platz würde damit wieder Funktion zugewiesen werden.
Für den angrenzenden Landgraben wird das punktuelle Auflichten des Gehölzsaumes empfohlen, um den Bach besser erlebbar zu machen; die Öffnungen können auch Einladungen für Kinder sein, die Bachufer zu nutzen.
Abb. 98: Visualisierung der Neugestaltung des Platzes an der Nikodemuskirche
Bei Realisierung der Maßnahmen zusammen mit der Schaffung kleiner Aufenthaltsplätze am Weg kann es gelingen die Verbindungsfunktion und die Erholungsqualität des Grünzugs zu stärken. Im Verlauf des Grünen Wegs handelt es sich hier um einen wichtigen Abschnitt.
Eingangsbereich Faberwald
Der Faberwald ist Zielpunkt des Grünen Weges. Ein Platz am Eingang wäre gut. Hier könnten Informationen zum Faberwald und zum Grünen Weg gegeben werden. Der Platz würde so eine kleine Adresse bilden, an der man sich verabredet und trifft.
Denkbar ist ein Platz unmittelbar am Zugang. Er kann ohne Eingriffe in den Baumbestand ausgeführt werden, mit einer Infotafel und einfachen Sitzgelegenheiten. Die Aufenthaltsqualität ist eingeschränkt, da der Ort unmittelbar dem Verkehrslärm der Rednitzstraße ausgesetzt ist.
Ein alternativer Standort könnte ein Platz entlang des Hauptweges im Kreuzungsbereich der abzweigenden Wege sein. Er ist attraktiv hinsichtlich der Blickbeziehungen in das Waldwegesystem, er liegt innerhalb des Waldes, die Straße ist abgerückt, aber weiterhin hörbar. Allerdings wären mit der Realisierung des Platzes Eingriffe in den Baumbestand des Waldes verbunden.
Die Vorschläge sind bei der laufenden Erstellung eines Parkpflegewerks für den Faberwald zu beachten.
| Rednitzstraße Vergrößerung der Aufstellfläche Neuer Eingangsplatz mit Infostele Faberwald Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:500 0 2,5 5 7,5 10 | |
|---|---|
| Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: 1:500 | 0 2,5 5 7,5 10 |
Abb. 99: Neugestaltung des Eingangs zum Faberwald
5.6 Ergänzende Maßnahmenempfehlungen
Generationenübergreifender Bewegungspark
Im Gespräch mit den Bürgervereinen wurde der Wunsch nach einem generationenübergreifenden Bewegungspark geäußert. Als Vorbild wurde auf die Anlage am Forstweiher im benachbarten Stadtteil Eibach verwiesen.
Die Stadt Nürnberg hat bereits mehrere Bewegungsparks realisiert, wie z.B. im Stadtpark, am Wöhrder See, in Langwasser oder im Pegnitztal West. Ziel der Anlagen ist es Angebote zu schaffen, damit sich Menschen körperlich fit halten, etwas für Gleichgewicht, Ausdauer und Kräftigung tun. Die Trainingsgeräte sind für alle Altersgruppen, aber gerade auch für ältere Menschen gedacht. Die Bewegungsparks sind öffentlich und ganzjährig kostenfrei zugänglich.
Ein möglicher Standort könnte in Röthenbach-Ost sein, beispielsweise im Bereich der neuen Grünflächen. Ein Bewegungspark könnte hier Teil des Grünzugs sein, ein Ort, der aus den benachbarten Quartieren gut erreichbar ist.
Blühwiesen und Frühjahrsblüte
Die Schaffung und der Unterhalt von Blühwiesen als Lebensräume von Bienen und anderen Insekten sind ein Anliegen, das die Stadt Nürnberg schon seit Längerem verfolgt. Das städtische Mähkonzept sieht für rund ein Viertel der städtischen Rasen- und Wiesenflächen ein nur ein- bis zweimaliges Mähen pro Jahr vor. Dies fördert die Artenvielfalt und erweitert das Lebensraumangebot für Insekten. Die Möglichkeiten zur Entwicklung entsprechender Flächen sind entlang des Grünen Wegs abgesehen vom Schweinauer Buck begrenzt, da geeignete Standorte fehlen.
Die Umwandlung von Rasenflächen zu Wiesen wird für den Abschnitt des Röthenbacher Landgrabens An der Wied vorgeschlagen. Die Anlage von
Abb. 100: Beispielhafte Blühfläche am Kontumzagarten
Wiesen ist auch bei den neuen Grünflächen in Röthenbach geplant. Bei der Neugestaltung der Ambergerstraße können blütenreiche Wiesen auf den Flächen an der Zweibrückener Straße entwickelt werden. Flächenmäßig große Möglichkeiten zur Stärkung der Artenvielfalt ergeben sich aber insbesondere am Schweinauer Buck (vgl. Kapitel 5.7).
Für eine Stärkung der Artenvielfalt und Verbesserung des Lebensraumangebots für Insekten können auch Staudenflächen, wie sie für die Alte Allee vorgschlagen wurden, einen Beitrag leisten.
Im Herbst 2020 wurden auf mehreren Abschnitten des Grünen Weges Blumenzwiebeln, v.a. Frühjahrsblüher, gesteckt, so am Pferdemarkt, an der Alten Allee, in der kleinen Grünfläche westlich der Kreuzkirche, am Platz der Deutschen Einheit und am Röthenbacher Landgraben. Die Blumenzwiebeln sollen als erstes erkennbares Zeichen für den Grünen Weg zum Faberwald wahrgenommen werden und attraktive Zwischennutzungen für Flächen darstellen, die in der Konzeptstudie zur Aufwertung vorgeschlagen wurden. Zukünftige Flächen für Blumenzwiebeln ergeben sich auch in der Ambergerstraße und im Lochnerpark.
Förderung von Bäumen
Bäume sind im städtischen Umfeld für die Erholung, das Klima und die Biodiversität ein zentrales Gestaltungselement. Die nachstehenden Ausführungen gehen auf ergänzende Aspekte des möglichen Umgangs mit Bäumen hinsichtlich des Grünen Weges ein. Ihnen liegen im Wesentlichen Gespräche mit den Abteilungen Baumkontrolle / Baumpflege sowie Straßenbegleitgrün bei SÖR zugrunde.
Umgang mit alten Bäumen
Ältere und alte Bäumen sind nicht häufig, ihnen gilt eine besondere Aufmerksamkeit, sie sind so gut es geht zu erhalten. Wo möglich sind die Standorte zu verbessern. Die Verkehrssicherung ist zu gewährleisten. Höhlen und Lebensmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse gilt es zu erhalten, die Bildung neuer Spalten und Höhlen zuzulassen. Fledermäuse können bei ihrem Bedarf an Insektennahrung regulierend auf übermäßige Populationen, wie z.B. des Eichenprozessionsspinners, wirken.
Baumpflege entlang des Röthenbacher Landgrabens
Die Baumpflege entlang des Röthenbacher Landgrabens dient neben der Verkehrssicherung auch der Gewässerpflege. Das Auf-den-Stock-setzen von Erlen wird hier aber nicht praktiziert. Dies müsste, wenn einmal begonnen auch regelmäßig fortgeführt werden, da die Bäume sonst instabil werden oder der Stock verfault.
Mobile Bäume
Bäume in großen mobilen Pflanzkübeln machen dort Sinn, wo die Leitungen im Boden keinen Platz für Wurzeln lassen oder wo man mittels Grün temporär Räume verändern will, z. B. im Zusammenhang mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen oder um Umgestaltungen auszutesten. Sie können und sollen aber auch Blütenfarbe in die Stadt bringen. In diesem Sinne können sie gera-
de in den verdichteten Stadträumen ein wichtiger Beitrag zur Stadtgestaltung sein. Ein gutes Beispiel am Grünen Weg ist die Umgestaltung des Petra-Kelly- Platzes.
Parklets und Sommerstraßen
In den dicht bebauten Stadtteilen fehlen geeignete Flächen zur Schaffung neuer Freiräume und Grünanlagen. Für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind jedoch die wohnortnahen Freiräume enorm wichtig. Auch kleinräumige Begrünungs- und Bepflanzungsflächen können zum Wohlbefinden und Aufenthalt im öffentlichen Raum einladen. Sie dienen als alternative Treffpunkte der Kommunikation, die das soziale Miteinander und den Informationsaustausch in der Nachbarschaft fördern. Auch die Gestaltung des Stadtbildes wird durch diese Orte positiv belebt. Eine temporäre Umnutzung von ganzen Straßenzügen oder einzelnen PKW-Stellflächen im öffentlichen Raum könnte ein möglicher Ansatz sein, fehlende Freiräume in den dicht bebauten Stadtteilen, zumindest temporär im Sommer, zu gewinnen.
Die Gestaltung und Nutzung von Flächen im öffentlichen Raum, die sonst ausschließlich dem Auto dienen, werden als neuer, urbaner Ansatz zur Schaffung von begrünten Straßengärten, Spielflächen, kreativ designten Aufenthaltsräumen oder einfachen Freiflächen für die Allgemeinheit gesehen. Die Städte Barcelona, Stockholm und Wien haben solche alternativen Freiräume relativ frühzeitig umgesetzt und über die Jahre verstetigt. Aber auch viele andere europäische Städte, wie Madrid, Paris, Berlin oder München haben, gerade in der Corona-Zeit, entsprechende temporäre Freiräume geschaffen. Zur Anwendung kamen dabei insbesondere Parklets und Sommerstraßen.
Parklets werden auf PKW-Stellplätzen errichtet. Sie können als konsumfreie Orte zum Verweilen, Plaudern und Spielen einladen und mittels aufwendiger Umbauten (Sitzgelegenheiten, Begrünung, etc.) oder einfach gestalteter pro-
Abb. 101: Beispiel: Die Umgestaltung des Weinmarkts schafft neue Freiflächen im Straßenraum
visorischer Aufenthaltsobjekte (Liegestühle, Paletten, Kräuter und Gemüsepflanzen im Topf, etc.) gestaltet werden. Alternativ werden Parklets auch von Gastronomiebetrieben als erweiterte Freischankflächen genutzt.
Sommerstraßen sind Straßen, die in den Sommermonaten zu temporären, autofreien Fußgängerzonen werden. Bei der Umsetzung der Sommerstraßen wird die gesamte Straße bzw. der gesamte Straßenabschnitt zur saisonalen Fußgängerzone. Die Dauer kann von zwei Wochen bis zu mehreren Monaten variieren. Behindertenstellplätze und Anwohnerparkplätze bleiben i.d.R. erhalten, bzw. es wird adäquater Ersatz geschaffen. Alle anderen Parkplätze würden ersatzlos wegfallen.
Auch in Nürnberg wurden in der Corona-Zeit einzelne Parklets geschaffen. Die Reaktionen waren fast durchweg positiv. Mit der Umgestaltung des Weinmarkts wurden auch Möglichkeiten aufgezeigt wie im bestehenden Straßenraum neue Freiflächen entstehen können. Der Weinmarkt soll langfristig zur Fußgängerzone werden.
Entlang des Grünen Wegs empfehlen sich, aufgrund der dichten Bebauung und hohen Bevölkerungszahl, die Stadtteile Gostenhof, St. Leonhard und Schweinau für die Einrichtung von Parklets oder Sommerstraßen. Geeignete Straßenzüge wären z.B. die Gostenhofer Hauptstraße, Bauerngasse oder – etwas abseits vom Grünen Weg – auch die Leopoldstraße in St. Leonhard.
5.7 Ergänzende Planungsempfehlungen zu Freiräumen
in St. Leonhard
Im Rahmen der Bestandsanalyse wurden auch die Grünflächen der umgebenden Stadtquartiere untersucht. In St. Leonhard zeigte sich, dass bei mehreren Flächen ein Handlungsbedarf besteht. Zu nennen sind der Leonhardspark, einzelne Flächen an der Mittelschule von St. Leonhard und die Grünanlage Leopoldstraße mit der Leopoldstraße beim Marie-Juchacz-Park. Für diese Flächen werden Vorschläge zu deren Weiterentwicklung gemacht. Ziel ist es, die Nutzbarkeit der Flächen für unterschiedliche Nutzergruppen zu erweitern und damit das Erholungsangebot in einem dicht bewohnten Innenstadtquartier zu verbessern, um attraktive Begegnungsräume und Orte des Austausches und des Kennenlernens zu schaffen.
Leonhardspark
Der Leonhardspark ist mit einem Alter von zwanzig Jahren ein noch relativ junger Park, weist aber viele Schwachstellen auf. Er wird weniger genutzt und ist weniger bekannt als es angesichts seiner Größe von etwa einem Hektar zu erwarten und für den Stadtteil auch notwendig wäre.
Im Folgenden werden mögliche Maßnahmen einer Um- und Neugestaltung benannt, die zu einer deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Nutzungsmöglichkeiten führen können:
- Lärmschutzmaßnahmen an der Rothenburger Straße; z.B. eine Mauer,
die gleichzeitig auch den Park zur Rothenburger Straße hin begrenzt. Mindergenutzte Flächen können zur Arrondierung und Vergrößerung des Parks herangezogen werden.
- Reduzierung der Fahrstreifen an der Rothenburger Straße zu Gunsten
eines breiten Radweges und eines Grünstreifens mit einer Baumreihe.
- Neue Rampe als barrierefreier Zugang in den Park von der Rothenburger
Straße zur Villa Leon. Die Fläche ist aktuell nicht Teil der Grünanlage.
- Entsiegelung der unternutzten Fläche im Park zwischen der Villa Leon
und dem AWO-Familienzentrum.
- Ergänzungen in den Vegetationsstrukturen und Neuanlage von Gräser-
und Staudenbeeten.
- Ergänzende Baumpflanzungen in den Rasenflächen. Vermehrte Pflan-
zung von Großbäumen, um an heißen Sommertagen Schattenwirkungen zu erzielen.
-
Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch mehr Sitzgelegenheiten.
-
Sanierung und Überarbeitung der Spiel- und Sportbereiche sowie Aus-
weitung des Angebots.
Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen sollen den Park soweit aufwerten, dass er auch von Personen außerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft gerne aufgesucht wird. Mit dem Kulturladen Villa Leon ist bereits ein attraktiver öffentlicher Anlaufpunkt vorhanden.
Für die Erreichbarkeit des Parks aber auch die Verknüpfung mit dem Westpark sind neue Querungsmöglichkeiten der Rothenburger Straße notwendig, wie sie z.B. im Zusammenhang mit den Plänen zum Ausbau des Frankenschnellwegs angedacht sind.
mutstraße lge
Wo Neue Radwegeführung an Rothenburger Straße, Aroundierung der Parkfläche, Lärmschutzwand zum Park, neuer barrierefreier Zugang zum Park W ohnen am Leonhardspark Straße Rothenburger Leon Villa Schlachthofstraße H otel Kita WO A Spielhof H Josef-Carl-Grund-Straße otel Michael-Ende Schule Kurt-Karl-Doberer-Straße e Sanierung Spielplatz und Sportbereich, Flächenentsiegelung zw. Villa Leon und AWO Kita, Doberer- Straße BäumeKu, rB t-K e a e rl- t D e o b u er n er d -S W traß e e genetz ergänzen Schwabacher Stra Karl- urt- Hinter M g a rruie-nBedekg-a r t e: DSGK Stadt Nürnbe K r g Maßstab 1:2000 St ra ß 0 10 20 30 Meter
Hinter M g a rruie-nBedekg-a r t e: DSGK Stadt Nürnbe K rg Maßstab 1:2000 St ra ß
Ende-Straß Michaelße
e Abb. 102: Gestaltungsvorschläge zur Aufwertung des Leonhardsparks
Mittelschule St. Leonhard und Schweinauer Straße
Das gründerzeitliche Gebäude der Mittelschule St. Leonhard liegt am nördlichen Anfang der Schweinauer Straße. Der Haupteingang orientiert sich zur Straße hin. In der Breite des Schulgebäudes wurde ein Teil der Schweinauer Straße eingezäunt und dient derzeit als Vorplatz und Schulhof.
Einer der beiden Pausenhöfe liegt im rückwärtigen Bereich des Hauptgebäudes. Dort befindet sich auch der Kinderhort Georgstraße mit seinem Spielbereich bestehend aus Spiel- und Klettergeräten nebst Sandspielflächen. Der zweite Pausenhof mit Sportflächen orientiert sich nach Norden hin. Er ist von großen Laubbäumen eingerahmt. Die Ausstattung besteht aus diversen Kletterspielgeräten, Sandkasten, Sportfeldern, Laufbahnen mit Sprunggrube, Bänken und Tischtennisplatten. Dieser Pausenhofbereich ist aktuell nur teils öffentlich zugänglich. Er ist in 2021 zur Sanierung und Neugestaltung als öffentlicher Spielhof vorgesehen. Die Schulsportanlage ist nicht Bestandteil des öffentlichen Spielhofes.
Abb. 103: Mittelschule St Leonhard Im Zusammenhang mit der Neugestaltung ist auch die Schaffung einer öffentlichen Wegverbindung von der Schweinauer Straße zur Kreutzerstraße / Otmarstraße zu prüfen. Selbst wenn diese Durchwegung nur zu den Öffnungszeiten des Spielhofes möglich ist, verbessern diese kurzen Wege die Erschließung und Verknüpfung der Freiräume im Stadtteil erheblich. Ende-Straße Michael-
| Schulhof sanieren, Öffnung zum öffentlichen Spielhof, Durchwegung ermöglichen Straße Otmarstraße weinauer Sch Durchgänigkeit der Schweinauer Straße wieder herstellen, Umgestaltung Eingangs bereich zur Schule, neue Beete, Holzdecks hard n o Le St. e ul h Mittelsc Friedhof St. Leonhard Georgstraße ße utzerstra Hinte rgrundkarte: DSGK asse Stadt Nürnberg Maßstab 1:2000 0 10 20 30 Meter | |||
|---|---|---|---|
| utzers Hinte rgrundkarte: DSGK a | sse Stadt Nürnberg M | aßstab 1:2000 | 0 10 2 |
Abb. 1 Kre 04: GestaltungWa s sserg vorschläge zur Aufwertung de L s eo nhardsplatz Areals um die Mittelschule St. Leonhard
Durch die Einzäunung der Schweinauer Straße vor dem Schulgebäude ging öffentlich nutzbarer Raum verloren. Die Einzäunung ist sobald wie möglich zurückzunehmen und die Fläche wieder als öffentlicher Raum zu widmen. Die Durchgängigkeit für Zufußgehende und Radfahrende auf der Schweinauer Straße ist dann wieder gewährleistet. Der Bereich vor der Schule kann in seiner Funktion als „Vorplatz“ der Schule und öffentlicher Raum aufgewertet werden. Holzdecks und attraktive Sitzgelegenheiten können den Raum gliedern. Eine Aufwertung und Neubepflanzung der bestehenden Pflanzflächen schafft ein attraktiveres Erscheinungsbild und mehr Aufenthaltsqualität. Hier kann ein neuer Treffpunkt für die Schüler und Schülerinnen und die Bevölkerung von St. Leonhard entstehen.
Marie-Juchacz-Park und Grünfläche Leopoldstraße
Der Marie-Juchacz-Park liegt im westlichen St. Leonhard an der Nahtstelle zwischen historischer, gründerzeitlicher Bebauung und den Geschosswohnungsbauten der Nachkriegszeit. Der Stadtteilpark ist etwa einen Hektar groß.
2018 wurde ein Prozess zur Umgestaltung und Neuplanung des Marie-Juchacz-Park begonnen. Die Umgestaltung fand im November 2020 ihren Abschluss. Die Neugestaltung wurde in mehreren Bürgerbeteiligungsverfahren intensiv abgestimmt. Sie greift die vorhandenen Strukturen und Potenziale des Parks auf. Ein lockerer Baumbestand umrahmt den Park auf der westlichen und östlichen Seite. Der neue Ringweg führt um die offene Rasenmitte und wird von mehreren Blütenbändern flankiert. Generationsübergreifende Spiel- und Bewegungsgeräte sind neu eingebracht worden.
Direkt südlich der Leopoldstraße schließt die Grünfläche Leopoldstraße mit cacirca. 1,2 Hektar Größe an. In der Grünfläche liegt der Spielplatz Leopoldstraße, der direkt von der Straße aus zugänglich ist. Weiter im Süden befindet sich ein großer Bolzplatz. Der Verbindungsraum ist geprägt von großen Laubbäumen, die die Rasenflächen gliedern und die Spielbereiche umrahmen.
Die Grünfläche Leopoldstraße wurde nicht in den Prozess der Umgestaltung des Marie-Juchacz-Park einbezogen, obwohl auch hier Handlungsbedarf besteht. Der Bolzplatz ist in die Jahre gekommen, er ist flächig asphaltiert, bietet Fußballtore und Basketballkörbe. Er ist eingezäunt, der umgebende Baumbestand ist mit Sträuchern verbuscht, der Platz ist kaum einsehbar. Spielplatz und Bolzplatz werden stark frequentiert und genutzt.
Ziel einer Modernisierung und Umgestaltung der Grünfläche sollte es sein, die beiden Parks als eine Einheit zu sehen und miteinander zu verknüpfen.
Die Leopoldstraße trennt die beiden Parkteile zum einen, andererseits verbindet die Straße beide Grünflächen aber auch mit dem Stadtteilzentrum von St. Leonhard (Schweinauer Straße und Schwabacher Straße). Der Straßenraum sollte hier unterbrochen und als Teil einer gemeinsamen Parkfläche gestaltet werden. Entsprechende Planungen werden bereits seitens der Stadt Nürnberg verfolgt. Die Fortsetzung des Straßenraums nach Osten bietet zudem gute Voraussetzungen zur Etablierung einer temporären Spielstraße, was die Attraktivität des gesamten Raums noch deutlich erhöhen würde (siehe
Felixstraße Gernotstraße Gernotstraße Gernotstraße Park Marie-Juchacz- Kinder- u. Jugendhaus Stapf Marie-Juchacz-Park he Kirc nifaz Bo St. Leopoldstraße: verkehrsberuhigter und gestalteter Übergang verbindet beide Parkteile Leopoldstraße: Straßenbäume ergänzen, Einrichtung temporäre Spielstraße Heinrichstraße Leopoldstraße Spielplatz Leopoldstraße S a n i e r u n g S p Bileü l p l a t z L e o p o l d s t r a ß e u n d S a n i e r u n g " B o c l h z e r sp l a t z S t . L e o n h a rd " , traö R ü c k n a h m e G e h ß e lz e f ü r o ff e n e R a s e n f lä chen, Blühbänder u. Bäume ergänzen Geschwister-Scholl-Straße Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßstab 1:2000 0 10 20 30 Meter
Hintergrundkarte: DSGK Stadt Nürnberg Maßs
Abb. 105: Gestaltungsvorschläge zur Aufwertung der Grünanlage Leopoldstraße
unten ). Der asphaltierte Bolzplatz sollte zu einem multifunktionalen Spiel- und Sportfeld umgebaut werden. In den einrahmenden Gehölzbeständen kann durch die Rücknahme von Gehölzen und das Anlegen neuer Rasenflächen zusätzlich nutzbare Fläche mit mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Eine bessere Einsehbarkeit sollte mehr soziale Kontrolle ermöglichen und somit das subjektive Sicherheitsempfinden erhöhen. Das Thema der wegbegleitenden Blühbänder aus dem Marie-Juchacz-Park sollte aufgegriffen werden; das Angebot an Sitzgelegenheiten ist zu ergänzen.
Temporäre Fußgängerzone Leopoldstraße
Die Leopoldstraße verläuft in Ost-West Richtung und führt von der Wallensteinstraße bis ins Zentrum von St. Leonhard zur Schwabacher Straße. Sie besitzt einen breiten Straßenraum. Dabei wechseln sich Abschnitte mit einem Bestand alter, mittelalter oder neuer Bäume ab mit anderen, in denen keine Bäume zu finden sind. Durchgängig dominieren parkende Autos den Straßenraum und schränken den Bewegungsraum für Zufußgehende ein.
Eine wirkungsvolle Verbesserung des Stadtraums und der Verknüpfung im Stadtteil wäre die Aufwertung der Leopoldstraße zum einen als Verbindung des alten St. Leonhard mit den Wohnquartieren der 1960er oder 70er Jahre und darüber hinaus als Anbindung des Marie-Juchacz-Parks. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen gegeben, einen angenehmen Straßenraum mit durchgehendem Baumbestand und breiten sicheren Gehwegen herzustellen.
Östlich des Marie-Juchacz-Parks schließen bis zur Kreuzung mit der Heinrichstraße an der Leopoldstraße überwiegend soziale und kulturelle Einrichtungen an, die katholische Kirche St. Bonifaz, ein Seniorenheim und das Kinder- und Jugendhaus Stapf, aber keine unmittelbaren Wohngebäude. Aufgrund dieses Umfeldes und der Nähe zum Park wird vorgeschlagen, diesen Abschnitt der Leopoldstraße an Wochenenden und Feiertagen temporär zur Fußgängerzone zu erklären, und für den motorisierten Verkehr zu sperren. Der Straßenraum wird öffentlich nutzbarer Freiraum, eine Art Sommerstraße und ist als solcher unter anderem mit Aufenthaltsobjekten zu gestalten. Die Anwohner und Anwohnerinnen sind sowohl in den Planungs- als auch in den realen Gestaltungsprozess einzubeziehen. Das Nutzungsangebot im Erholungsraum Marie-Juchacz-Park kann damit erweitert und deutlich aufgewertet werden. Das westliche St. Leonhard erhielte zeitweise einen neuen Frei- und Erholungsraum. Für die Stadt Nürnberg böte sich hier die Chance beispielhaft eine Sommerstraße auszuprobieren.
Den Grünen Weg erkennbar machen
6. Den Grünen Weg erkennbar machen
Der Grüne Weg ist in seiner Abfolge kein einheitlicher Raum. Innerstädtische Straßenräume wechseln mit Grünflächen, Grünzügen und Erschließungsstraßen ab. Jeder Abschnitt ist unterschiedlich. Es gibt keine Ausstattungselemente, welche den Weg visuell miteinander verbinden. Lange Abschnitte des Weges sind als Jakobsweg ausgeschildert, Hinweisschilder weisen Wegeabschnitte als Teil der Radwegeverbindung zwischen der Altstadt und Schwabach aus.
Um den Grünen Weg in seinem Verlauf gut sichtbar zu machen und ihm folgen zu können, ist es notwendig die Übergänge zwischen den einzelnen Teilräumen deutlich kenntlich zu machen. Dies kann geschehen durch Hinweisschilder, Informationsstelen oder wiederkehrende gut sichtbare Ausstattungs- und Gestaltungselemente.
Ausstattungselemente
Das Erscheinungsbild und die Ausstattung der Grünflächen und Grünzüge variiert, je nachdem wann sie entstanden sind oder umgestaltet wurden. Wiederkehrende Ausstattungselemente sind Standard-Bänke und -Lampen.
Einheitliche Ausstattungselemente wie Bänke und andere Sitzgelegenheiten oder Lampen als wiederkehrende, identitätsstiftende Elemente für den Grünen Weg zu verwenden, würde bedeuten den Weg gänzlich neu auszustatten. Solche einheitlichen Ausstellungselemente könnten zukünftig auf allen Grünen Wegen Verwendung finden, müssten aber neu eingebracht werden und würden einen kompletten Austausch der vorhandenen Ausstellungselemente erfordern. Aus gutachterlicher Sicht würde dies eine Überbetonung des Grünen Weges bedeuten, der Weg mit seinen Freiräumen ist immer auch Teil des umgebenden Stadtquartiers. Eine Vereinheitlichung der Wegeausstattung wird als nicht notwendig erachtet.
6.1 Ein Logo für die Grünen Wege
Die Grünen Wege stellen neuartige Wegeverbindungen im Fuß- und Radwegenetz der Stadt Nürnberg dar und müssen dementsprechend in ihrer Ausschilderung und Markierung gut erkennbar sein. Dies erfolgt durch die Einführung einer neuen, eindeutigen Signatur.
Das Logo für die Grünen Wege orientiert sich in der Gestaltung an dem Ziel des ersten Prototypen der Grünen Wege - dem Faberwald:
Die Farbe Grün greift die inhaltliche Zielsetzung, die Vernetzung der Grün- und Freiraumstrukturen auf. Grüner Weg Der Kreis steht als Punkt für die Aspekte des Ankommens, des Sich- Abb. 106: Logoentwurf Grüner Weg
Aufhalten und allgemein für Orte, die die Grünen Wege erschließen. Die negativ eingefügten Linien erinnern bewusst nicht nur an ein Wegenetz sondern auch an das Geäst eines Baums. Der Baum steht einerseits für den Faberwald im Speziellen, aber auch für Grün- und Freiräume im Allgemeinen.
Ergänzt wird das runde Signet durch den darunter angeordneten Schriftzug „Grüner Weg“. Dieser kann entweder mit der Destinationsangabe ergänzt oder, sobald das Logo etabliert ist, durch die Destinationsangabe ersetzt werden. In der graphischen Verwendung kann das Logo auch ohne Schriftzug verwendet werden.
Ein Leitsystem entwickeln
Das Leitsystem für den Grünen Weg verfolgt grundsätzlich zwei Ziele:
-
Der Orientierung auf dem Grünen Weg
-
Der Information über den Grünen Weg an sich
Die Stadtbevölkerung soll sich auf dem Grünen Weg schnell orientieren können. Daher wird das Leitsystem an die Anforderungen des Fuß- und Radverkehrs angepasst. Nutzer/-innen, die das Signet im Stadtraum finden, sollen aber auch immer wieder tiefergehende Informationen zu ausgewählten Orten und Themen entlang des Grünen Weges (Sehenswürdigkeiten, historische, naturkundliche Informationen, etc.) finden, um sich informieren zu können.
Das Leitsystem sollte zwecks einheitlicher Gestaltung grundsätzlich mit dem bestehenden Beschilderungssystem in Nürnberg harmonisieren. Insgesamt besteht das Leitsystem aus folgenden Elementen:
Einzelmarkierungen für die Radwegebeschilderung
Die Einzelmarkierungen sind Pla- ketten, die mittels Profilierung in die vorhandene Radwegebeschilderung eingehängt werden können. In Nürnberg finden in der Regel Plaketten im Format 15*15 cm Verwendung, so dass auch diese Größe vorgeschlagen wird. Alternativ sind die Tafeln auch im kleineren Format 10*10 cm erhältlich, was den Vorteil bietet, eine größere Zahl an Plaketten je Richtungswegweiser unter zu bringen. Jedoch sollte auf eine einheitliche Größe je Wegweiser geachtet werden. Hinsichtlich der Radwegebeschilderung ist es notwendig weitere Masten aufzustellen, an denen wiederum die Einzelmarkierungen eingehängt werden können. Dies betrifft die neue Linienführung durch das Neubaugebiet und den Wegeabschnitt zwischen Kanalbrücke und Faberwald. Abb. 107: Visualisierung der Einhängeplakette zur Wegweisung
Wandtafeln und Markierungen für Schlüsselstellen
Sowohl Wandtafeln (z.B. 18*50 cm) oder auch stehende Markierungen (70*30 cm) ermöglichen es, Informationen unabhängig von bestehenden Ausschilderungen im Straßenraum sichtbar zu machen. Diese Informa- Abb. 108: Wandtafel mit Wegweisung tionen können beispielsweise in Richtungs- bzw. Entfernungsangaben bzw. in Informationen zu Zielorten bestehen. Auch bieten sie die Möglichkeit, ggf. in der Wegweisung für Zufußgehende und Radfahrende zu unterschieden, wie es beispielsweise am Lochnerpark und in Röthenbach-Ost angeregt wird.
Aufgrund der bereits grünen Farbgebung der Tafeln werden Logo und Beschriftung negativ in Weiß aufgedruckt bzw. aufgeklebt oder können bei freistehenden Markierungen im Material ausgespart werden.
Bauerngasse r - Ökologische Stadterneuerung Amberger Straße eine Information der 1990er-Jahre Hintere Marktstraße - Historische Schulgebäude n Grünen Wegen - Orientierungspunkt - Frühere Straßenbahnlinie und -depot - Naturdenkmale in Alter Allee - Stadtentwicklung der Gründerzeit Röthenbach-Ost - Stadtentwicklung der 1990er-Jahre - Kleingartenlandschaft Schweinauer Buck Pferdemarkt (Schwabacher Straße) - Naturnaher Erholungsraum - Geschichte des Quartiers (ehem. Schlachthofareal) - Geschichte des Main-Donau-Kanals - Städtebauliche Weiterentwicklung Schweinau Faberwald - Allgemeine Information zu den Grünen Wegen Gostenhof - Informationen zum Faberwald St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach - Fortsetzung der Radroute in den Regnitzgrund DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
Plärre
- Allgem
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Hintergrundkarte:
Leitsystem Infostelen an Verknüpfungsstellen Ergänzende Radwegebeschilderung Wegemarkierung an Wand Einhängeplaketten an Radwegebeschilderung Wegeverlauf Grüner Weg alternative Radwegeführung mit Ortsinformationen Abb. 109: Übersicht über das Leitsystem des Grünen Weges, inkl. Themenvorschlägen für Infostelen
Infostelen zum Grünen Weg an ausgewählten Orten
Die umfassendste Information zu den Grünen Wegen bzw. zu dem jeweiligen dem Aufstellungsort kann über Informationsstelen vermittelt werden. Ein mögliches Vorbild kann das Informationssystem am Alten Kanal sein. Inhaltlich ähnelt es dem Vorhaben Grüner Weg. Die Ausführung der Stelen erfolgte dort mittels Stahlplatten, die im Boden verankert wurden. Die Informationen wurden aufgedruckt und zum Teil gelasert.
Die vorgeschlagenen Infostelen des Grünen Weges sind ca. 310 cm hoch, 70 cm breit und bestehen aus einer rund 20 mm starken Stahlplatte, aus der das Signet in einer Negativform ausgeschnitten wird. Die ortsabhängigen Informationen werden auf bedruckte Acrylglasscheiben aufgebracht, die problemlos ausgetauscht werden können. Es sind auch kleinere Ausführungen in der Höhe von ca. 250 cm möglich, allerdings lassen sich dort weniger Informationen unterbringen.
Die Infostelen sollen als Wegemarken gut sichtbar sein und damit den Wegeverlauf erkennen lassen. Sie sind mit Umgebungskarten ausgestattet, an denen
Bauerngasse r - Ökologische Stadterneuerung Amberger Straße eine Information der 1990er-Jahre Hintere Marktstraße - Historische Schulgebäude n Grünen Wegen - Orientierungspunkt - Frühere Straßenbahnlinie und -depot - Naturdenkmale in Alter Allee - Stadtentwicklung der Gründerzeit Röthenbach-Ost - Stadtentwicklung der 1990er-Jahre - Kleingartenlandschaft Schweinauer Buck Pferdemarkt (Schwabacher Straße) - Naturnaher Erholungsraum - Geschichte des Quartiers (ehem. Schlachthofareal) - Geschichte des Main-Donau-Kanals - Städtebauliche Weiterentwicklung Schweinau Faberwald - Allgemeine Information zu den Grünen Wegen Gostenhof - Informationen zum Faberwald St. Leonhard Hohe Marter Röthenbach - Fortsetzung der Radroute in den Regnitzgrund DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
DSGK Stadt Nürnberg Maßstab: ca. 1:12.000
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Hintergrundkarte:
Leitsystem Infostelen an Verknüpfungsstellen Ergänzende Radwegebeschilderung Wegemarkierung an Wand Einhängeplaketten an Radwegebeschilderung Wegeverlauf Grüner Weg alternative Radwegeführung mit Ortsinformationen
abgelesen werden kann, wo man sich gerade befindet, wie der weitere Wegeverlauf ist und welche interessanten Zielpunkte in der Umgebung gegeben sind. Des Weiteren werden Wegeverknüpfungen, vor allem von Radwegen, und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs dargestellt. Die Stele enthält Texte über den Grünen Weg und gegebenenfalls die umgebende Stadt. Wenn möglich wird auch über Besonderheiten der Orte und Quartiere informiert, in einer Kombination aus Text und Bild kann dies auf der Rückseite der Stele erfolgen.
Die graphische Gestaltung der Stele umfasst im Einzelnen
-
das Logo des Weges als wiederkehrendes sichtbares Zeichen,
-
die Darstellung des Wegeverlaufs mit Benennung der einzelnen Ab-
schnitte, Darstellung der markanten Freiräume und Topografien und Kenntlichmachung des Standortes,
-
die Abschnittsbezeichnung,
-
einen Text zu Grünem Weg und zum umgebenden Stadtquartier,
-
eine Umgebungskarte mit den oben genannten Inhalten,
-
zusätzliche Informationen zum jeweiligen Standort mit Bild und Text,
-
die Nennung von Urheber und Verfasser.
Mittels QR-Codes können weitere Informationen digital vermittelt werden. Dies können vertiefende Informationen zum Grünen Weg, den einzelnen Grünanlagen und Ortsgeschichten sein, und Informationen zu weiteren Wegeverknüpfungen und den Haltestellen und Fahrpläne benachbarter öffentlicher Verkehrsmittel. An den Start-/Endpunkten des Grünen Weges, am Plärrer und am Eingang zum Faberwald, informieren die Tafeln ausführlich über den Grünen Weg und weitere Weganschlüsse.
Geeignete Orte und Themen für die Aufstellung dieser großen Infostelen sind der Karte (Abb. 109) zu entnehmen.
6.2 Öffentlichkeitsarbeit
Für die Bekanntmachung der Grünen Wege ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit von zentraler Bedeutung. Diese sollte einerseits durch eine öffentlichkeitswirksame Vorstellung der Konzeptstudie als auch durch die Nutzung von Multiplikatoren wie beispielsweise den beteiligten Bürgervereinen, den Quartiersmanagern der Sozialen Stadt sowie durch Fachverbände erfolgen.
Für die Öffentlichkeitsarbeit sollen nicht nur die in den vorhergehenden Kapiteln vorgestellten Elemente im Straßenraum Anwendung finden, sondern auch eine eigene Homepage bzw. Informationsseite auf der Homepage der Stadt Nürnberg entstehen und es sollen weitere Werbematerialen entwickelt werden. Hierzu gehören neben einer Broschüre mit den wesentlichen Inhalten der Konzeptstudie auch ein Leporello, der beispielsweise in den Tourismusund Bürgerämtern ausgelegt werden kann.
Leitsystem Grüner Weg
310x75x2 Plärrer Gostenhofer Hauptstraße Franken-Schnellweg Leonhardstraße Schwabacher Straße Pferdemarkt Ansbach-Nürnberg Bahnlinie Alte Allee Lochner Park Nopitschstraße Amberger Straße Turnerheimstraße Schweinauer Buck Röthenbach Ost Main-Donau-Kanal Platz der Deutschen Einheit Röthenbacher Landgraben Faberwald Grüner Weg zum Faberwald
Am Pferdemarkt - St. Leonhard wlkt rl k jd s d l k j fd ld k fjo re t g f d i k fj g ri o k fj k re o g jl wlkt rl k jd s d l k j fd ld k fjo re t g f d i k fj g ri o k fj k re o g jl e n n i h v a u ch im m e r w i e d e r b e r s u c h e d u e e n n i h v a u ch im m e r w i e d e r b e r s u c h e d u e fDubge si zu edlkjfsdafkhdsahk ach ja. kann fDubge si zu edlkjfsdafkhdsahk ach ja. kann dies wirklich alles gewesen sein, oder gibt dies wirklich alles gewesen sein, oder gibt es doc noch viel mehr, was wir beachten es doc noch viel mehr, was wir beachten können. es sollte nie so aussehen und auch können. es sollte nie so aussehen und auch nie so gedacht werden, dass Mannund Frau nie so gedacht werden, dass Mannund Frau Manund Frau sind oder umgekehrt oder Manund Frau sind oder umgekehrt oder auch gar nicht, wer weiß schon, oder wer auch gar nicht, wer weiß schon, oder wer weiß nicht alles ist im Fluss, nur wo ist der Fluss, wo ist Amerika, wo sind die lauten Buben, die ihrem Vater folgen oder auch nich. lktrlkjdsdlkj fdldkfjoret gfdi kfjgriok fjkreogjl QR wenn ihv auch immer wieder bersuche due Umgebungsplan Umgebungskarte UWA Nürnberg
Abb. 110: Entwurf für Informationsste
Grüner Weg zum Faberwald
Am Pferdemarkt - Stadtwandel ilk t rl k j d s d l k j f dl d k fjo re t g f d i k f jg r io k f jk re o g j l w e n n ilk t rl k j d s d l k j f dl d k fjo re t g f d i k f jg r io k f jk re o g j l w e n n h v a u c h i m m e r w ie d e r b e r s u c h e d u e f D u b ge s i h v a u c h i m m e r w ie d e r b e r s u c h e d u e f D u b ge s i zu edlkjfsdafkhdsahk ach ja. kann dies wirklich zu edlkjfsdafkhdsahk ach ja. kann dies wirklich alles gewesen sein, oder gibt es doc noch viel alles gewesen sein, oder gibt es doc noch viel mehr, was wir beachten können. es sollte nie so mehr, was wir beachten können. es sollte nie so aussehen und auch nie so gedacht werden, aussehen und auch nie so gedacht werden, dass Mannund Frau Manund Frau sind oder dass Mannund Frau Manund Frau sind oder umgekehrt oder auch gar nicht, wer weiß umgekehrt oder auch gar nicht, wer weiß schon, oder wer weiß nicht alles ist im Fluss, schon, oder wer weiß nicht alles ist im Fluss, nur wo ist der Fluss, wo ist Amerika, wo sind die nur wo ist der Fluss, wo ist Amerika, wo sind die lauten Buben, die ihrem Vater folgen oder auch lauten Buben, die ihrem Vater folgen oder auch nich. nich. kann dies wirklich alles gewesen sein, oder gibt lktrlkjdsdlkj fdldkfjoret gfdi kfjgriok fjkreogjl wenn es doc noch viel mehr, was wir beachten ihv auch immer wieder bersuche due können. es sollte nie so aussehen und auch nie so gedacht werden, dass Mannund Frau Manund Frau sind oder umgekehrt oder auch gar nicht, wer weiß schon, oder wer weiß nicht alles ist im Fluss, nur wo ist der Fluss, wo ist A Va m te e r r i f k o a lg , e w n o o s d in e d r a d u ie c h la u n t ic e h n . i B k u fj b g e ri n o , k d f i j e k r i e h o re g m jl QR Historisches Luftbild Rückseite variable Höhen bei Text und Bild Umgebungskarte UWA Nürnberg
Logo
Übersicht Streckenverlauf
Streckentitel
Abschnitts-Orts- Bezeichnung
Wandtafeln
Text zu GW und Abschnitt Altstadt Faberwald Grüner Weg QR-Code zu GW
Umgebungsplan
Umgebungskarte
Umgebungsplan mit Einrichtungen und ÖPNV-Anschlüssen
Verantwortlich Ansprechpartner
Stehende Markierungen
Grüner Weg
Altstadt Faberwald
len zum Grünen Weg Einzelmarkierungen
Umsetzung des Konzepts
7. Umsetzung des Konzepts
7.1 Tabellarische Übersicht über die Maßnahmen
| fohnetsoG etsilnemhanßaM | netsoK | .A.k | .A.k | .A.k | lettim | girdein rhes | lettim | girdein rhes | lettim |
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7.2 Prioritäten
Die Frage, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen realisiert werden sollen, bestimmt sich sowohl über die Wirksamkeit der Maßnahmen als auch über das Maß der Realisierbarkeit und die Finanzierbarkeit.
7.2.1. Vordringlich umzusetzende Maßnahmen
Die folgenden fünf Maßnahmen werden als vordringlich angesehen:
Querung Hintere Marktstraße
Die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Hintere Marktstraße ist wichtig im Sinne einer guten und sicheren Durchgängigkeit entlang des Grünen Weges. Mit der Maßnahme ist aber auch die Aufwertung des Stadtraums mit einem kleinen Stadtplatz und einem neuen Zugang zum Lochnerpark verbunden. Die verkehrsplanerischen Eingriffe mit der Aufgabe von Parkplätzen und möglichen Umgestaltungen des Straßenraums sind weitergehend und nicht von heute auf morgen zu realisieren. Mögliche Baumpflanzungen bedürfen der Abstimmung mit den Spartenträgern. Eine abschnittsweise Realisierung ist möglich, die Verbesserung der Wegeführung entlang der Hans-Schmidt-Straße und die Gestaltung des Stadtplatzes können und sollten zeitnah angegangen werden.
Ambergerstraße
Von besonderer Wirksamkeit ist die Flächenentsiegelung und Neuanlage von Grünflächen, wie sie für die Ambergerstraße geplant ist. Für den Grünen Weg bedeutet die Maßnahme einen Lückenschluss. Die Stadtteile Hohe Marter und Schweinau mit einem geringen Freiraumangebot bekommen dadurch mehr Grün. Mit der sanierten Grünanlage Hohen Marter, der neuen Ambergerstraße, dem Lochnerpark und der Alten Alle entsteht hier ein grünes Band, das über den Grünen Weg miteinander verknüpft wird. Die Freiraumversorgung im Stadtteil erfährt dadurch eine deutliche Aufwertung. Die Maßnahme befindet sich in der Vorplanung. Eine zeitnahe Realisierung wird angestrebt.
Schweinauer Buck
Ebenfalls von hoher Wirksamkeit ist eine mögliche Erschließung und Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks als naturnahen Erholungsraum. Die Maßnahme würde nicht nur das Freiraumangebot der benachbarten Stadtteile verbessern, sie stellt aufgrund der Besonderheit und Attraktivität des Ortes auch ein Angebot dar, das über die Stadtviertel hinauswirkt. Die Flächen sind im Besitz der Stadt, eine Realisierung ist abhängig von den zur Verfügung stehenden städtischen Finanzmitteln und Planungskapazitäten, jederzeit möglich. Sollte man sich auf die Planungsüberlegungen, wie sie im Konzept dargestellt sind, verständigen können, wären zeitnahe Umsetzungen möglich. Die BewohnerInnen der umliegenden Stadtteile sollten in diesen Prozess miteinbezogen werden.
Röthenbacher Landgraben
Eine weitere Maßnahme von hoher Wirksamkeit ist die Anpassung der Wegeführung entlang des Röthenbacher Landgrabens westlich der Röthenbacher Hauptstraße. Hier gilt es zum einen eine gute Wegeverbindung herzustellen
und die Maßnahme gleichzeitig mit einer Aufwertung der begleitenden Grünflächen zu verknüpfen. Aktuell genügt die Wegeführung nicht den Ansprüchen des Radverkehrs und ist im Nebeneinander von Zufußgehenden und Radfahrenden zu konfliktträchtig.
Faberwald
Die Gestaltung eines Eingangsplatzes im Faberwald definiert einen wichtigen Verteiler auf dem Grünen Weg. Der Ort markiert den Übergang von der Stadt in die Landschaft. Ein Platz am Eingang ist mit einfachen Mitteln ohne Eingriffe in den Baumbestand realisierbar. Aktuell wird für den Faberwald ein Parkpflegwerk erarbeitet, die Gestaltung des Eingangsplatzes sollte hier berücksichtigt werden.
Leit- und Informationssystem
Zur Wahrnehmung des Grünen Weges ist die Installation eines Leit- und Informationssystems wichtig. Das Informationssystem ist das wichtigste verbindende Element entlang des Weges und es beschreibt auch die Verbindung mit den umgebenden Stadtteilen. Für das System können im Rahmen der Konzeptstudie nur erste Anforderungen benannt werden; hier bedarf es einer inhaltlichen und graphischen Vertiefung.
7.2.2. Einfach umsetzbare Maßnahmen
Einfach umsetzbar sind alle kleineren und ergänzenden Maßnahmen in Grünflächen, da die Flächen sich bereits im Besitz der Stadt befinden. Dies gilt für die Gestaltung eines Eingangsbereichs zur Grünanlage am Pferdemarkt, die Maßnahmen an der Alten Allee, die Sanierung der Grünfläche an der Kreuzkirche, die ergänzenden Maßnahmen am Platz der Deutschen Einheit und am anschließenden Grünzug in Röthenbach-Ost, die Entwicklung von Wiesenflächen An der Wied, die Auflichtung der Ufersäume am Von-Tresckow-Weg und die Umgestaltung des Platzes an der Nikodemuskirche.
Einfach umsetzbar sind auch die kleineren Maßnahmen zur Verbesserung der Wegeführung und Durchgängigkeit für den Fuß- und Radverkehr. Die Verbesserung der Straßenquerungen betrifft in der Regel Markierungsarbeiten und sollte so zeitnah umgesetzt werden können.
7.2.3. Weitere Maßnahmen
Plärrer / Spittlertorgraben
Die Umgestaltung des Start- / Endpunkts des Grünen Weges am Plärrer / Spittlertorgraben ist im engen Zusammenhang mit der Neugestaltung des Plärrers zu sehen und sollte unbedingt in diese Eingang finden. Die einmalige Chance der Neuordnung der Verkehrsflüsse an diesem wichtigen Verkehrsknotenpunkt ist unbedingt zu nutzen. In der Folge dieser Neuordnung sollten dann auch die Maßnahmen in der Gostenhofer Hauptstraße zur Neuverteilung der Verkehrsfläche zugunsten des Fuß- und Radverkehrs erfolgen, die wichtige Verbesserungen für den Stadtteil darstellen würden.
Lochnerpark
Die Sanierung bzw. Weiterentwicklung des Lochnerparks ist grundsätzlich wünschenswert, insbesondere da auch mit kleineren, gezielten Eingriffen Verbesserungen erzielt werden können. Die Frage einer Sanierung steht aber auch im Zusammenhang mit der Neuorganisation des Spielangebots im Quartier, ausgelöst durch das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Akzo-Nobel-Gelände. Das Einbringen neuer Spielangebote in den Park ist in jedem Fall mit einer weitergehenden Überplanung zu verknüpfen.
Kanaltreppe
Mit der Anlage einer Kanaltreppe kann es gelingen einen neuen Aufenthaltsort zu schaffen und den Landschaftraum des Main-Donau-Kanals für die StadtbewohnerInnen zu erschließen. Dies ist ein besonderes und in der Stadt nur selten mögliches Landschaftserleben, dass sich in Röthenbach-Ost unmittelbar mit dem Grünen Weg verknüpfen lässt. Es handelt sich um eine Einzelmaßnahme, der Umfang ist überschaubar. Zur Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt ist allerdings ein eigenständiges Genehmigungsverfahren notwendig.
Straßenbaumpflanzungen
Die vorgeschlagenen Straßenbaumpflanzungen an der Schwabacher Straße und Turnerheimstraße sind grundsätzlich sehr wirksame und wertvolle Maßnahmen. Die Realisierung beider Maßnahmenvorschläge ist aber davon abhängig, dass Lösungen bezüglich der im Boden verlaufenden Leitungen unterschiedlicher Sparten mit den betroffenen Versorgungsunternehmen getroffen werden. An der Schwabacher Straße muss zudem ein PKW-Fahrstreifen zugunsten der Baumreihe wegfallen. Dies ist in die Planungen zum Ausbau des Frankenschnellwegs einzubringen.
Städtebaufördermittel in St. Leonhard / Schweinau
Für St. Leonhard und Schweinau greift bis 2023 die Städtebauförderung mit ihren hohen Zuschüssen. Maßnahmen, die in diesem Bereich liegen und der Verbesserung der Freiraumversorgung dienen, sind die Maßnahmen beispielsweise an der Grünfläche westlich der Kreuzkirche und im Lochnerpark. Die Umgestaltung der Querung der Hinteren Marktstraße mit Anlage eines kleinen Stadtplatzes kann eventuell auch förderfähig sein. Voraussetzung für die Förderung ist die Aufnahme der Maßnahmen als Sanierungsziele. Der noch zur Verfügung stehende Zeitraum ist kurz, da die Maßnahmen bis 2023 bei der Regierung von Mittelfranken abgerechnet sein müssen.
Entsprechend zeitnah muss die Entscheidung fallen, ob die Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung realisiert werden können. Eine Entscheidung ob die Verlängerung der Förderung über 2023 nochmals beantragt werden soll, war zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Konzepts den Verfassern nicht bekannt.
7.3 Kostenschätzung für Schlüsselmaßnahmen
Für die wichtigsten freiraumbezogenen Maßnahmen, das Informationssystem und die Markierungsarbeiten der Straßenquerungen sind in einer weiteren Übersichtstabelle die grob geschätzten Kosten zusammengestellt.
Die Einordnungen von Wirksamkeit, Realisierbarkeit und Priorität orientieren sich an den Ausführungen im Kapitel 7.2.
Flächenangaben beziehen sich auf den abschätzbaren Maßnahmenumgriff, bei punktuellen Ergänzungen wurde auf die Nennung einer Fläche verzichtet.
Die Kosten sind auf der Basis der ermittelten Flächen bzw. Mengen für zu erwartende Leistungen und aktueller Marktpreise ermittelt. Zu Baumpflanzungen, Skateanlagen und Markierungsarbeiten wurden Preise zugrunde gelegt, die von einzelnen Abteilungen von SÖR zur Verfügung gestellt wurden. Es handelt sich bei den ermittelten Kosten um Bruttopreise mit einem Puffer für nicht abschätzbare Kosten. Planungskosten sind in den Zahlen nicht enthalten.
Bei der Grünfläche Lochnerpark und beim Schweinauer Buck sind Preise für unterschiedliche Ausführungsvarianten dargestellt.
Die Maßnahmen im Stadterneuerungsgebiet St. Leonhard / Schweinau sind kenntlich gemacht, da dies mit der Möglichkeit verbunden sein könnte, Gelder der Städtebauförderung zu akquirieren.
Die geschätzten Gesamtkosten aller aufgeführten Maßnahmen belaufen sich auf Summen zwischen 6,5 und 8,2 Millionen €.
| thcisrebünetsoK - nemhanßamlessülhcS | gnuztähcsnetsoK € ni otturb | drahnoeL .tS | 000.27 | 000.011 | uaniewhcS | 000.081 | 000.024 | 000.59 | 000.072 | 000.45 | 000.086 | 000.009 | 000.92 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
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Ausblick
8. Ausblick
Die vorliegende Konzeptstudie stellt anhand des Grünen Weges zum Faberwald beispielhaft die Möglichkeiten zur Schaffung Übergeordneter Freiraumverbindungen dar, wie sie im Flächennutzungsplan (FNP) für das Nürnberger Stadtgebiet vorgesehen sind, und im Masterplan Freiraum als vordringliche Maßnahme des Aktionsplans „Kompaktes Grünes Nürnberg“ beschrieben wurden.
Der Weg führt, wie ausführlich beschrieben, aus dem Stadtzentrum durch die verdichteten Innenstadtquartiere von Gostenhof, St. Leonhard und Schweinau, durch Röthenbach zum Faberwald und im Anschluss daran besteht die weitere Verbindung ins Rednitztal. Auf größter Länge verläuft der Weg in Grünanlagen und Grünzügen oder verkehrsberuhigten Straßenräumen. Der Verlauf ist abwechslungsreich. Der Weg verbindet die Stadt in angenehmer Weise mit dem Umland.
Gemeinsame Nutzung fördern
Zufußgehende und Radfahrende müssen sich auf den Geh- und Radwegen der Grünflächen miteinander arrangieren. Die gegenseitige Rücksichtnahme hierbei ist die Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit und der Wegeführung betreffen vor allem die Straßenquerungen, die besser kenntlich gemacht werden sollen. In der Ambergerstraße soll ein eigenständiger, getrennt geführter Geh-, Radweg mit ausreichender Breite geschaffen werden. Weitere Einzelmaßnahmen können die Ausweisung von Fahrradstraßen bzw. Fahrradzonen, die Erweiterung von Tempo-30-Zonen, und allgemein die Umwidmung von Flächen des motorisierten Verkehrs zu Gunsten des Fuß- und Radverkehrs sein. Nur so lässt sich die so genannte „Verkehrswende“ auch im wahrsten Sinn des Wortes „auf die Straße bringen“.
Im verdichteten Stadtquartier von Gostenhof und hier vor allem in der Gostenhofer Hauptstraße sind in diesem Sinne weitergehende verkehrsplanerische Maßnahmen notwendig um die Straßenräume fahrradfreundlicher zu gestalten, die über den Rahmen der vorliegenden Studie hinausgehen.
Für einen Abschnitt des Röthenbacher Landgrabens wird zudem auf einem kurzen Abschnitt eine komplett neue Wegeführung vorgeschlagen.
Wegequalität verbessern
Eine gute Befahrbarkeit der Wege ist gegeben. Die Qualität einer Hauptradwegeverbindung lässt sich aber nur auf kurzen Abschnitten gewährleisten und der Standard einer Radschnellverbindung erscheint weitgehend kaum möglich.
Die Aufwertung der reinen Straßenabschnitte im Wegeverlauf des Grünen Weges durch raumgliedernde und schattenspendende Baumpflanzungen bleibt aufgrund der hoher Dichte an Versorgungsleitungen im Untergrund ein Problem, das nicht überall zeitnah gelöst werden kann.
Erholungsfunktion stärken
Zur Aufwertung der Flächen werden eine Reihe von Einzelmaßnahmen vorgeschlagen: kleine Platzgestaltungen, Ergänzungen vorhandener Flächen, Anlage von Wiesen und Staudenpflanzungen, Pflanzung von Gehölzen und Bäumen, Pflegeeingriffe.
An der Hinteren Marktstraße kann ein neuer Stadtplatz entstehen. Der Lochnerpark ist neu zu überplanen, abhängig von der Entwicklung des Spielangebots für Kinder und Jugendliche im Quartier.
Maßnahmenschwerpunkte
Maßnahmenschwerpunkte sind die Umgestaltung der Ambergerstraße und die Weiterentwicklung des Schweinauer Bucks. Mit der Umgestaltung der Ambergerstraße gelingt ein grüner Lückenschluss im Verlauf des Grünen Weges und es entsteht eine wertvolle Grünfläche für Schweinau.
Die Größe und die brachliegenden Potentiale des Schweinauer Buck bieten die Chance hier einen naturnahen innerstädtischen Erholungsraum zu entwickeln. Der Buck ist mit seinen großen naturnahen Wiesen und Gebüschflächen, den schönen Ausblicken auf die Stadt und das Umland, und der Möglichkeit hier spezielle Spielangebote für Jugendliche (Skateanlage, Radparcour, etc.) zu schaffen, ein herausragender Ort. Entlang des Grünen Weges ist er der attraktivste Freiraum mit dem Potential für einen gesamtstädtischen Erholungsraum, im Sinne einer urbanen Parklandschaft, wie sie als Zielsetzung im Masterplan Freiraum formuliert ist.
Leitsystem zur Orientierung
Für den Grünen Weg wurde auch ein Leitsystem entwickelt, das sowohl der Führung entlang des Weges als auch der Verknüpfung mit der umliegenden Stadt dient und Informationen über die tangierten Orte bietet.
Der Grüne Weg zum Faberwald kann durch die Umsetzung der im vorliegenden Konzept dargelegten Maßnahmen zu einer attraktiven Wegeverbindung zwischen der Stadt und seinem Umland werden; er sollte aber auch einen Beitrag zur notwendigen Aufwertung der Freiräume der benachbarten Stadtquartiere leisten. Die vorliegende Studie beschreibt den möglichen und nötigen Handlungsrahmen.