Nationaler Aktionsplan Integration
Bericht Phase III – Eingliederung: Teilhabe ermöglichen –
Leistung fordern und fördern
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Nationaler Aktionsplan Integration
Bericht Phase III – Eingliederung: Teilhabe ermöglichen –
Leistung fordern und fördern
Inhalt
Vorwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel 6
Vorwort von Staatsministerin Annette Widmann-Mauz 8
Erklärung des Bundes zum Nationalen Aktionsplan Integration 10
Erklärung der Länder zum Nationalen Aktionsplan Integration 16
Erklärung der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände
zum Nationalen Aktionsplan Integration 19
Berichte der Themenforen 24
1. Integration in den Arbeitsmarkt 24
2. Frühkindliche Bildung, Betreuung und
Erziehung 37
3. Bürgerschaftliches Engagement und
Ehrenamt als Scharnier der Teilhabe 50
4. Integration vor Ort 60
5. Besondere Herausforderungen in
ländlichen Räumen 72
Abkürzungsverzeichnis 86
Impressum 91
| L T t e | V D ieb eil ion inz | o r e ha . M ub | r . Bür be en in | A ge zu sc den | w rin för hen , i | o n ne de m hre | r g n u rn, it Ta | t e nd ist Ein len | von Bunde la Merkel Bürger, eine Schlüsselaufgabe der Integ wanderungsgeschichte noch be te und Fähigkeiten anzuerkenn | sk ra- sser en | a | n | z | l | e | ri | n |
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und zu stärken – das ist für sie wie für unsere gesamte Gesellschaft ein Gewinn. Deutschland soll ein Land der Chancen für alle sein.
Menschen, die sich beruflich einbringen, knüpfen Kontakte und erfahren Anerkennung. Sie sichern ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien. Damit tragen sie zugleich zum Wohlstand unseres Landes bei. Auch während der Coronavirus-Pandemie zeigt sich, dass Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, hier tagtäglich zum Beispiel als Ärztinnen und Ärzte oder Krankenschwestern und Krankenpfleger unverzichtbare Arbeit leisten.
Teilhabe zeigt sich aber nicht nur am Arbeitsmarkt. Denn auch Menschen, die sich weiterbilden oder sich ehrenamtlich engagieren, bereichern unsere Gesellschaft. Über Dialog und Verständigung stärken sie das gegenseitige Verständnis und Vertrauen, das es für den Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft braucht. Unser Gemeinwohl wird gelebt und gearbeitet, hier begegnen sich Menschen, hängt von uns allen ab – von Einheimischen und Einge- hier gestalten sie ihr Gemeinwesen. Dank großer Anstrenwanderten gleichermaßen. Damit Mitverantwortung und gungen der Kommunen und eines vielfältigen Engage- Mitwirkung gelingen, ist aber auch der Staat gefragt. Es ments der Bürgerinnen und Bürger haben viele Einwangilt, die Potenziale und Leistungen eines jeden Einzelnen derinnen und Einwanderer in Deutschland ein neues zu fördern, zu fordern und zu würdigen. Zuhause gefunden.
Dabei kommt neben Bund und Ländern unseren Kommunen eine besondere Rolle zu. Denn ob in Städten oder im ländlichen Raum – Integration findet vor Ort statt. Hier
Doch ich mache mir auch Sorgen. Die Bedrohung durch Die vorliegende Publikation präsentiert die Ergebnisse Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und der dritten Phase des Aktionsplans: „Eingliederung: Teil- Islamfeindlichkeit hat zugenommen. Immer wieder habe ermöglichen – Leistungen fördern und fordern“. kommt es zu verbalen Ausfällen. Engagierte Menschen Die Bundesregierung hat die dargelegten Kernvorhaben werden angefeindet und zufällige Passanten wegen ihres unter Beteiligung aller staatlichen Ebenen und im Dialog Aussehens angegriffen. Auch vor Morden an Menschen mit Migrantenorganisationen, Verbänden der Zivilgesellmit Migrationshintergrund und an politischen Ent- schaft und engagierten Persönlichkeiten entwickelt und scheidungsträgern schrecken Rassisten und Extremisten auf den Weg gebracht. Gemeinsam haben wir damit eine nicht zurück. Menschenverachtung äußert sich in vielen zukunftsweisende Grundlage für die Integration und den Formen; keine von ihnen nimmt die Bundesregierung hin. Integrationsprozess in Deutschland geschaffen. Allen Be- Dies findet auch Ausdruck in dem Kabinettausschuss, den teiligten gilt hierfür mein herzlicher Dank. wir zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus eingesetzt haben. Wir wenden uns in aller Entschiedenheit gegen jeglichen Angriff auf die Werte, die uns als demokratische und menschliche Gesellschaft ausmachen und auszeichnen. Jede und jeder in Deutschland soll sich sicher und angenommen fühlen können. Dr. Angela Merkel
Auch die Coronavirus-Pandemie bedeutet eine Belastungs- Bundeskanzlerin und Bewährungsprobe für Staat und Gesellschaft. Die Lage in der Wirtschaft ist angespannt. Das gilt gerade auch für die Branchen, in denen viele Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten. Viele Integrationsangebote können nicht wie gewohnt durchgeführt wer-den. Und auch die monatelange Schließung von Kindergärten und Schulen bedeutete eine enorme Belastung für die Familien. Die Bundesregierung setzt alles daran, diese Krise gemeinsam zu meistern. Diesem Ziel dient auch der Nationale Aktionsplan Integration.
| L i V d | V A ieb n D on er | o n e eu Sy Ha | r Bür tsc lt i up | n ge hl m tst | w e rin and ho adt | o t ne gi he B | r t n u bt n N erli | t e nd es or n | von Staats Widmann- Bürger, rund 11.000 Städte und Gemein den bis Oberstdorf im Allgäu, vo mit über 3,5 Millionen Einwoh- | m M den. n | in a | i u | s z | te | r | i | n |
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nerinnen und Einwohnern bis hin zu Dörfern in Nordfriesland oder der Eifel mit wenigen Dutzend Menschen. Gemeinsam ist ihnen: Sie geben den Menschen eine Heimat. Seien es Menschen, die schon immer hier gelebt haben oder Menschen, die eingewandert oder geflüchtet sind.
Deutschland ist ein vielfältiges Land und diese Vielfalt hat uns stark gemacht, besonders dann, wenn alle ihre unterschiedlichen Biografien, Erfahrungen und Potenziale voll einbringen konnten. Das müssen wir fördern und fordern, das schafft auch morgen Wohlstand und Wachstum – darum haben wir den Nationalen Aktionsplan Inte gration gestartet. Weil unsere Gesellschaft vielfältig ist, müssen unsere Antworten individuell für jede und jeden der 83 Millionen im Land passen. Darum richten wir beim Aktionsplan erstmals alle Vorhaben an fünf Phasen der Zuwanderung und des Zusammenlebens aus. Fünf Phasen, zu Kolleginnen und Kollegen. In den vergangenen Jahren die idealtypisch und individuell den Integrationsweg eines konnten wir gemeinsam große Erfolge am Arbeitsmarkt Menschen nachzeichnen: vor der Zuwanderung, Erstinte- verzeichnen: Die Beschäftigung stieg auf Rekordniveau gration, Eingliederung, Zusammenwachsen, Zusammen- seit der Deutschen Einheit. Für den Anstieg waren zur halt. Hälfte Ausländerinnen und Ausländer verantwortlich. Ebenso verfünffachte sich seit 2015 die Zahl der Beschäf- Auf den folgenden Seiten legen wir die Ergebnisse der tigten aus den Asyl Hauptherkunftsstaaten. Aber es bleibt dritten Phase vor: „Eingliederung: Teilhabe ermöglichen – viel zu tun und die Corona Pandemie traf den Arbeits- Leistungen fördern und fordern“. Ein Schwerpunkt ist hier markt mit voller Wucht. Die Folgen der Pandemie spürten der Einstieg ins Berufsleben. Denn Arbeit ist der stärkste besonders jene Branchen, in denen viele Eingewanderte Integrationsfaktor für ein selbstbestimmtes Leben, trägt und Geflüchtete arbeiten. Zum Beispiel das Gastgewerbe, der zum Auskommen der Familie bei und schafft Kontakte Handel oder die Zeitarbeit. Wir wollen mit dem Aktions-
plan dafür sorgen, dass die erreichten Erfolge trotz der Engagement stärken – auch von Menschen mit Einwande- Pandemie gesichert werden. Einen Fokus legen wir auf rungsgeschichte und im Schulterschluss mit den Migran- Frauen, denn sie sind oft der Integrationsanker für die tenorganisationen. Gerade das Ehrenamt hat sich in den ganze Familie. Aber sie müssen bei ihrer Teilhabe am vergangenen Jahren als wichtige Brandmauer gegen Arbeitsmarkt sehr viel öfter mehrere Hürden gleichzeitig Rassismus und für Zusammenhalt erwiesen. Für Millionen nehmen. Menschen in Deutschland ist es Ehrensache, für andere da zu sein. Das wollen wir unterstützen. Denn das hält unser Damit die Vielfalt unseres Landes ihre ganze Kraft ent- Land zusammen und entfaltet enorme Integrationskraft falten kann, sind Begegnungen und Dialog besonders von Sylt bis ins Allgäu. wichtig. Beides findet vor Ort statt, in den 11.000 Kommunen unseres Landes. Dort müssen die Integration, das Ich wünsche allen eine spannende Lektüre! Miteinander und das Zusammenleben täglich gelingen. Dort müssen wir die Einheit in Vielfalt stärken. Das ist voraussetzungsvoll, manchmal auch anstrengend, aber es lohnt sich – und nicht überall muss das Integrationsrad neu erfunden werden: Es gibt hervorragende, kommunale Annette Widmann-Mauz Integrationskonzepte, die wir mit dem Aktionsplan ins ganze Land tragen. Besonders wichtig ist uns dabei, allen Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin in der kommunalen Verwaltung und Politik den Rücken Beauftragte der Bundesregierung für Migration, zu stärken, die mit Haltung und Herz auf Integration Flüchtlinge und Integration setzen. Sie bekommen dafür nicht immer den Respekt, den sie verdienen, sondern werden auch angefeindet oder bedroht.
Erstmals widmet sich der Aktionsplan ganz bewusst auch den Integrationspotenzialen der ländlichen Regionen. Zum Beispiel wollen wir dort das bürgerschaftliche
| D n g M u E | E N a ac eli e nd in | r a mit h d ng nsc ge e V | k t de er t, is he sel ora | l i r S An t d n m lsc us | ä o chr ku ie it ha set | r n itt nft We Mi ftli zu | u vo in ich gr ch ng | n al n d De en atio en hie | g des Bund en Aktionsp er Erstintegration unmittelbar utschland hin zur Eingliederun stellung für die Teilhabe von nsgeschichte am wirtschaftlich Leben von zentraler Bedeutung. rfür ist, dass sie freien Zugang z | e l g en u | s a | z n t i t b v z | u I ion n za er a un on icht | m n sges hlr usü des Gefl bar | t chi eich ben weit üc e B | e cht en . Hi en htet ede | g e, ab Ver er z Will en i utu | ra er eine eig ko n D ng v | tion gleichzeitig sind es auch sie, die sich n freiwillig engagieren und Ehrenäm- ten im Sommer 2015 die unzähligen mmensinitiativen bei der Ankunft eutschland eindrucksvoll die unver- on bürgerschaftlichem Engagement. |
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inklusiven Unterstützungsangeboten haben. Dieses hält bis heute an, ist aber gleichzeitig extremistischen und rassistischen Angriffen ausgesetzt. Vor diesem Hinter- Erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsmarkt trägt maßgeblich grund ist es von besonderer Bedeutung, die interkulturelle zu gelingender gesellschaftlicher Integration bei, da durch Öffnung von zivilgesellschaftlichem Engagement und Arbeit nicht nur der Lebensunterhalt gesichert wird, son- Ehrenamt voranzubringen und zu stärken. dern auch soziale Kontakte erwachsen und Anerkennung erlebt wird. Bei der Teilhabe von Geflüchteten am Arbeits- Die frühe Förderung von Kindern leistet einen wichtimarkt sind seit 2015 deutliche Fortschritte erzielt worden. gen Beitrag dazu, Chancen auf Teilhabe zu ermöglichen. Die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit Die Bundesregierung hat im Bereich Bildung, Betreuung Fluchthintergrund hat sich seitdem mehr als vervierfacht und Erziehung ihre Investitionen massiv ausgeweitet. und ist auf zuletzt 359.000 gestiegen. In den letzten fünf Auch Kindern mit Einwanderungsgeschichte kommt Jahren wurde die Hälfte des Beschäftigungsaufwuchses der Ausbau von Ganztagsschulangeboten und verbesservon ausländischen Staatsangehörigen getragen, die damit ter Kinderbetreuung zugute. Gleichzeitig bedeuten die einen erheblichen Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 Wohlstand leisteten. für Eltern, die für ihre Kinder den frühkindlichen Bildungsbereich in Anspruch nehmen wollen, einen außerordent- Die Bedeutung von Menschen mit Migrationsgeschichte lichen Stresstest. Hier besteht die Herausforderung, mit für die deutsche Wirtschaft zeigt sich auch in der aktuellen geeigneten familienunterstützenden Angeboten frühe Corona-Pandemie: So sind über 20 Prozent der in Deutsch- Bildungszugänge für alle Kinder gleichermaßen zu geland tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie über 16 Prozent währleisten. der Krankenschwestern und Krankenpfleger nicht in Deutschland geboren. Einwanderinnen und Einwanderer Die Verantwortung, um alle diese Voraussetzungen für sind für das Funktionieren von systemrelevanten Gesell- Teil habe herzustellen, tragen viele unterschiedliche schafts- und Wirtschaftszweigen unverzichtbar. Trotz der Ak teure, und insbesondere die Kommunen nehmen Erfolge bei der Integration in den Arbeitsmarkt bleibt eine hierbei eine zentrale Rolle ein. Wenngleich größere Städte deutliche Schlechterstellung von Einwanderinnen und eine längere Tradition und Erfolgsgeschichte bei der Einwanderern (höheres Risiko für prekäre Beschäftigung Gestaltung von Integration und Teilhabe aufweisen können, und für Arbeitslosigkeit, geringere Entlohnung), die sich werden oftmals die Potenziale ländlicher Räume verkannt. krisenbedingt verschärft. Deshalb widmet sich die Phase III nicht nur den Erfolgsfaktoren für die Integration vor Ort in Kommunen, son dern Eine weitere zentrale Säule von gesellschaftlicher Teilhabe auch der Erschließung von Integrationspotenzialen in sieht die Bundesregierung im bürgerschaftlichen Engage- ländlichen Räumen. ment und Ehrenamt – einerseits für Menschen mit Migra-
In der vorliegenden Erklärung werden die Kernvorhaben eingeführt. Häufig scheitert eine berufliche Ausbildung an der Bundesregierung aus Phase III „Eingliederung: Teil den sprachlichen Anforderungen der Berufsschule. Um habe ermöglichen – Leistung fordern und fördern“ des mehr Migrantinnen und Migranten zu einem erfolgrei- Nationalen Aktionsplans Integration (NAP-I) präsentiert. chen Ausbildungsabschluss zu führen, wird die Bundes- Diese Kernvorhaben sollen – im Sinne von Integration als regierung als Kernvorhaben spezielle Auszubildenden gesamtgesellschaftlicher Aufgabe – sowohl Migrantinnen kurse, die spezifisch auf die sprachlichen Anforderungen und Migranten als auch Institutionen und gestaltende der Berufsschulen und der Abschlussprüfungen vorberei- Akteure vor Ort in ihrem Engagement fördern, aber ebenso ten, im Rahmen der Deutschsprachförderverordnung auch Leistungen für eine gelingende Integration und Teil- (DeuFöV) erproben und perspektivisch in das Regelangehabe fordern. Hierbei kann auf die Vorarbeit und Ergebnisse bot übernehmen. der vorherigen Phasen des NAP-I aufgebaut werden. Diese haben sich ausführlich mit Integrationsmaßnahmen vor Ein weiteres Kernvorhaben der Bundesregierung ist auf der Zuwanderung sowie den vielfältigen Angeboten zur die bessere Nutzung beruflicher Potenziale insbesondere Unterstützung der Erstintegration befasst. von Neuzugewanderten und Zuwanderungsinteressierten mit geringem Deutschsprachniveau durch Verbesserungen
beim Zugang zu migrations und integrationsbezogenen
Themenforum „Integration in den
Informationen des Arbeitsmarktes ausgerichtet. Hierbei
Arbeitsmarkt“ sollen vorhandene Angebote auf den Portalen der Bundesagentur für Arbeit (BA) in weiteren Fremdsprachen Ein Ziel der Bundesregierung ist es, alle hier lebenden und auch in leichter Sprache ausgebaut werden. Mediale Einwanderergruppen – Menschen mit Einwanderungs- Informations- und Beratungsansätze sollen differenziert geschichte, Geflüchtete, EU-Zuwanderinnen bzw. EU- und unter Einbeziehung von sozialen Medien ausgerichtet Zuwanderer und Fachkräfte aus Drittstaaten – bei Vor- werden. liegen der rechtlichen Voraussetzungen bestmöglich, ihren Kompetenzen entsprechend qualifikationsgerecht Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung sieht dain den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre Potenziale neben auch die Gewinnung von Fachkräften aus dem für die Bedarfe des Arbeitsmarkts zu nutzen. Die Bundes- Ausland vor. Damit Deutschland für Fachkräfte aus dem regierung erkennt damit die bedeutsamen Beiträge an, die Ausland attraktiver wird und diese möglichst dauerhaft Migrantinnen und Migranten für den sozialen Wohlstand bleiben, will die Bundesregierung zuziehenden Fachin Deutschland leisten. kräften und ihren Familien das Ankommen in Deutschland erleichtern. Als Kernvorhaben werden hierzu im Damit eine nachhaltige Teilhabe am Arbeitsmarkt in Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ Deutschland gelingt, ist eine abgeschlossene Berufsaus- in jedem Bundesland „Regionale Koordinationsstellen bildung wichtig. Die Bundesregierung hat zuletzt einen Fachkräfteeinwanderung“ eingerichtet. Rechtsanspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses
Eine nachhaltige Teilhabe und Eingliederung von Ein- Ob es gelingt, die Teilhabe von Kindern mit Migrationsgewanderten in Arbeit wird nur zu fairen Bedingungen geschichte im Betreuungsalltag zu begleiten und gezielt zu und ohne Prekarisierung und Arbeitsausbeutung gelingen. fördern, ist maßgeblich von den pädagogischen Fach- Die Bundesregierung wird hierzu als Kernvorhaben den kräften abhängig. Ihre wichtige Schlüsselfunktion erkennt Austausch und die Kooperation zwischen den Fach die Bundesregierung an und unterstützt attraktivere beratungsstellen (u. a. „Faire Integration“, „Faire Mo Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sowie verbesserte bilität“) und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit durch institutionalisierte Dialogformate formalisieren. der Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder Damit wird die Zusammenarbeit der Stellen, die sich für (JFMK) hat sich die Bundesregierung darauf verständigt, die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als Kernvorhaben die praxisintegrierte, vergütete und einsetzen, mit den behördlichen Institutionen, die das schulgeldfreie Ausbildung pädagogischer Fachkräfte rechtskonforme Verhalten der Arbeitgeberinnen und weiter zu verbreiten und im Regelsystem zu verankern. Arbeitgeber zum Ziel haben, intensiviert. Familien nehmen bei der frühkindlichen Bildung eine Der Bundesregierung ist es ein besonderes Anliegen, die wichtige Rolle ein. Damit Familien als Partner für Teilhabe Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Migrationshinter- gewonnen werden, sollen Migrantinnen- und Migrantengrund – neben vielen anderen Zielgruppen – zu ver- organisationen noch stärker direkt auf Eltern zugehen, bessern. Sie sind Schlüsselpersonen in Familien und am frühzeitig über die Möglichkeiten der Kindertagesbetreu- Arbeitsmarkt – ohne sie gelingt oft die Teilhabe anderer ung informieren und Familien einbeziehen. Hierzu bietet Familienmitglieder nicht. Hierzu wird die Bundesregie- die Bundesregierung für die Verzahnung mit der täglichen rung als Kernvorhaben ein neu geschaffenes Programm Arbeit als Kernvorhaben KitaCoachings oder Trainings, zur Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund Fort und Weiterbildungen und Fachberatungen für päd (einschließlich geflüchteter Frauen) am Arbeitsmarkt mit agogische Fachkräfte an. vielfältigen Qualifizierungsmaßnahmen und begleitendem Coaching einführen. Die Bundesregierung will – wie in allen gesellschaftlichen Bereichen – in der frühkindlichen Bildung rassismus-freie Räume garantieren und eine vorurteilsbewusste Päd-
Themenforum „Zugänge und Teil-
agogik als Qualitätsmerkmal verankern. Hierzu ist als habe sichern: Bildung, Betreuung Kernvorhaben das Kompetenznetzwerk „Frühkindliche
Bildung und Bildung in der Primarstufe“ im Bundespro-
und Erziehung von Anfang an“
gramm „Demokratie leben!“ eingerichtet worden. Mit der Expertise zur Demokratieförderung im Kita- und Hort- Die Inanspruchnahme früher Bildungs- und Betreuungs- bereich sensibilisiert das Netzwerk für die Rechte aller angebote sichert die Teilhabechancen von Kindern. Kinder auf Bildung, Beteiligung und Schutz vor Diskrimi- Obwohl sich die Bildungsbeteiligung von Kindern mit nierung und zeigt konkrete Wege zu Teilhabe auf. Migrationsgeschichte insgesamt verbessert hat, unterscheidet sich die Inanspruchnahme der Kindertages- Sprache ist ein Schlüssel für Teilhabe. Sprachliche Bildung betreuung zwischen Familien mit und ohne Migrations- wird daher künftig ein weiteres Qualitätsmerkmal im hintergrund jedoch noch immer. Schwerpunkt der System der Bildung, Betreuung und Erziehung darstellen. Bundesregierung ist es daher, die frühe Bildungsbeteili- Deshalb wird bei der Weiterentwicklung des Bundesprogung von Kindern mit Migrationsgeschichte zu erhöhen. gramms „Sprach-Kitas“ als Kernvorhaben die Qualifizie
rung zu alltagsintegrierter sprachlicher Bildung, inklu
Um Hürden abzubauen, die Kindern und Familien Zugän- siver Pädagogik und Zusammenarbeit mit den Familien ge in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung als neuer Schwerpunkt eingeführt. Fachkräfte werden und Erziehung erschweren können, fördert die Bundesre- darin geschult, Vorurteile, Diskriminierung und Benachgierung als Kernvorhaben die Fortsetzung des Bundespro teiligung kritisch zu hinterfragen und sprachliche Vielfalt gramms „KitaEinstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ als eine Bereicherung im Kita-Alltag wahrzunehmen. mit zusätzlich 44 Millionen Euro. Damit insbesondere neu zugewanderte und geflüchtete Familien davon profitieren können, finden die niedrigschwelligen Angebote in Gemeinschaftsunterkünften, in Familien- oder Nachbarschaftszentren oder direkt in Kooperations-Kitas statt.
Themenforum „Bürgerschaftliches
die Ausweitung der „Houses of Resources“ (HoR), die Engagement und Ehrenamt als seit 2016 durch das BAMF gefördert werden und kleinere Migrantenorganisationen vor Ort mit Ressourcen wie Be-
Scharnier der Teilhabe“
ratung, Schulungen und Fördermitteln unterstützen.
Unter den ca. 30 Millionen Menschen in Deutschland, Eine besonders große teilhabeorientierte Wirkung sieht die sich ehrenamtlich engagieren, sind auch heute bereits die Bundesregierung in Lotsen-, Mentoring- und Patenviele Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie bereichern schaftsprogrammen. Daher wurde 2016 das Patenschaftsdas bürgerschaftliche Engagement nicht nur auf ihre ganz programm „Menschen stärken Menschen“ als direkte persönliche Art und Weise, sondern sie leben Teilhabe und Antwort auf die erhöhte Flüchtlingszuwanderung initiiert fördern dadurch nicht zuletzt Vielfalt und Toleranz. und gefördert. Hier ist es gelungen, spontane Hilfsbereitschaft in dauerhaftes Engagement sowie die Stärkung des Dennoch ist der Anteil von Menschen mit Migrations- gesellschaftlichen Zusammenhalts zu überführen und hintergrund in den vielfältigen Bereichen des bürger- viele Flüchtlinge selbst für bürgerschaftliches Engagement schaftlichen Engagements geringer als bei der übrigen zu begeistern. Als bislang mit über 115.000 gestifteten Bevölkerung, was unterschiedliche Gründe hat. Sowohl Patenschaften sehr erfolgreiches Bundesprogramm ist Sprachprobleme oder mangelnde Kenntnisse über Enga- „Menschen stärken Menschen“ ein Kernvorhaben der gementmöglichkeiten als auch fehlende interkulturelle Bundesregierung. Sensibilität sowie die nicht vorhandene Bereitschaft zur interkulturellen Öffnung aufseiten traditioneller Ehren-
Themenforum „Integration vor Ort“
amtsorganisationen können ausschlaggebend sein. Die Bundesregierung sieht es als Aufgabe, sicherzustellen, dass sich jede und jeder für den Zusammenhalt unserer Gesell- Integration – sei es in Form von Teilhabe am Arbeitsschaft und die Stärkung der Demokratie engagieren kann. markt, frühkindlicher Bildung oder bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt – wird vor Ort in den Städten, Im Sonderprogramm „Bundesfreiwilligendienst (BFD) Landkreisen und Gemeinden gestaltet. Die Kommunen mit Flüchtlingsbezug“ ist es gelungen, dass deutlich mehr nehmen eine Schlüsselrolle ein und verfügen über jahr- Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Geflüchtete zehntelange Erfahrungen und wichtige Grundstrukturen. als vorher einen BFD leisteten. Darauf aufbauend wird die Integration fordert die Kommunen und das kommunale Bundesregierung als Kernvorhaben das Projekt „BFD für Verwaltungshandeln im Umgang mit den unterschiedlialle – Interkulturelle Öffnung des Bundesfreiwilligen chen Integrationsaufgaben aber auch heraus.
dienstes“ umsetzen und die vertrauensvolle Kooperation
zwischen der Türkischen Gemeinde in Deutschland e. V. Erfolgreiche kommunale Integrationsprozesse sind (TGD) und der BFD-Zentralstelle Bund für Umwelt und davon abhängig, dass viele Menschen in unterschiedli- Naturschutz Deutschland – BUND e. V. fortsetzen. chen Zuständigkeiten und Rollen, Handlungsebenen und Aufgabenbereichen zusammenarbeiten. Daher wird die Um die Zukunftsfähigkeit von Engagementstrukturen und Bundesregierung als Kernvorhaben die zentralen Ergeb- Teilhabe zu sichern, setzt sich die Bundesregierung gezielt nisse zur Rolle der kommunalen Verwaltung der vorliefür die interkulturelle Öffnung von Jugendverbänden ein. genden Studien aus der Forschungsinitiative „Integration Einen wichtigen Impuls für die Teilhabe junger Menschen vor Ort“ als Veröffentlichung zur Verfügung stellen und mit Migrationsgeschichte in den Verbänden und Gremien im Sinne des Wissenstransfers mit Vorträgen durch das der Jugendverbandsarbeit – auch in leitenden Funktio- Forschungs- und Beratungsbüro empirica ag in die Breite nen – setzt die Bundesregierung mit dem Kernvorhaben tragen. Darüber hinaus sollen die Forschungsaktivitäten „JEM – Jugendliches Engagement in Migrant*inneno rga dazu durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumnisationen“ der djo – Deutsche Jugend in Europa e. V. forschung (BBSR) fortgesetzt werden. Ziel ist es zudem, die Vernetzung von Integration mit der integrierten Stadtent- Migrantenorganisationen sind Schlüsselakteure für die In- wicklung zu stärken. tegration und Teilhabe von Zugewanderten in und durch freiwilliges Engagement. Die Bundesregierung erkennt Eine bedarfs- und wirkungsorientierte Integrationsarbeit ihre wichtige Bedeutung an und fördert sie daher. Um braucht Wissenstransfer und gute Informationsgrund- Migrantenorganisationen weiter im Kompetenzaufbau lagen durch Datenerhebung. Um kommunalen Akteurinzu stärken, startet die Bundesregierung als Kernvorhaben nen und Akteuren hierbei Handlungssicherheit zu geben, das Format der Verbandsakademie für Migrantenorgani zumal datenschutzrechtliche Aspekte eine wichtige Rolle sationen (VAMOs). Das Kernvorhaben wird ergänzt durch spielen, wird die Bundesregierung als Kernvorhaben das
Projektvorhaben „Hand in Hand – Chancen und Risiken um Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger des Datenmanagements in der lokalen Integrations in ihrem Handeln zu stärken.
arbeit“ der Migration Policy Research Group der Stiftung
Universität Hildesheim in Kooperation mit der Robert Eine starke Integrationspolitik braucht Narrative, in denen Bosch Stiftung (RBSG) umsetzen. Vielfalt sichtbar und kommunizierbar wird. Die Bundesregierung möchte in Zusammenarbeit mit der Zivilgesell- Im Zuge der jüngsten Fluchtzuwanderung hat sich die schaft neue Wege und Möglichkeiten erproben und von Notwendigkeit flexibler Steuerungsinstrumente gezeigt. In den unterschiedlichen Erfahrungen lernen. Als Kernvor der kommunalen Integrationspolitik haben Monitoring- haben wird das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumsysteme und Indikatoren daher eine hohe Bedeutung, forschung (BBSR) im Rahmen des Forschungsprogramms insbesondere um Wirkungsmessung vorzubereiten und „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ daher ein um Steuerungswissen zu generieren. Als Kernvorhaben Forschungsfeld mit Modellvorhaben zur Rolle von der Bundesregierung wird daher das Deutsche Institut für kommunalen Narrativen bei Integrationsprozessen im Urbanistik (Difu) das Projekt „Kommunales Integrations Rahmen der integrierten Stadtentwicklung durchführen.
monitoring: Begleitung und Erprobung der Indikatoren
anwendung – Indikatorenset 2.0“ auf Grundlage des neu Kommunale Integrationspolitik hängt stark von der Halüberarbeiteten kommunalen Integrationsindikatorensets tung und dem Einsatz von Entscheidungsträgerinnen und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungs- Entscheidungsträgern ab. Hierzu zählen neben Vertremanagement in ausgewählten Kommunen umsetzen. terinnen und Vertretern der Kommunalverwaltung und Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern in der Kommu- Strategische Steuerung von Integration braucht konzep- nalpolitik auch kommunale Ausländer- und Integrationstionelle Grundlagen. Um Kommunen hierbei zu beglei- beiräte. Um diese Interessensvertretungen von Menschen ten, fördert die Bundesregierung als Kernvorhaben das mit Migrationshintergrund bei der kommunalpolitischen Modellprojekt „Weltoffene Kommune – vom Dialog Teilhabe und Mitarbeit in den Integrationsbeiräten zu zum Zusammenhalt“ der gemeinnützigen PHINEO AG in stärken und zu professionalisieren, wird die Bundes- Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung. Neben einem regierung als Kernvorhaben das Modellprojekt „Komm Selbstcheck für Kommunen zu Weltoffenheit, Teilhabe PAktiv – Kommunale Integrationsbeiräte qualifizieren, und Vielfalt, umfasst das Projekt auch Dialogveranstaltun- Demokratie stärken“ des Bundeszuwanderungs- und gen und die Entwicklung von Unterstützungsangeboten, Integrationsbeirats (BZI) umsetzen.
Themenforum „Besondere Heraus-
Damit Migrantinnen und Migranten ermutigt werden, forderungen in ländlichen Räumen“ sich dauerhaft in ländlichen Räumen anzusiedeln, möchte die Bundesregierung gute Beispiele der Integration sowie Fragen zur Gestaltung von Integration und Teilhabe die Chancen von Zuwanderung für ländliche Regionen werden noch immer überwiegend aus großstädtischer stärker bekannt machen. Das Kernvorhaben „Digitale Perspektive und ballungsraumbezogen betrachtet. Der Infomappe“ zur Verbesserung von Information und Be- NAP-I befasst sich deshalb unter Berücksichtigung der richterstattung über Integration in ländlichen Räumen Vielfältigkeit ländlicher Räume erstmals gezielt mit den wird hierzu einen Beitrag leisten. Integrationspotenzialen und den besonderen Faktoren für Integration, Chancengleichheit und Teilhabe in ländlichen Die Phase III „Eingliederung: Teilhabe ermöglichen – Regionen. Leistung fordern und fördern“ zeigt, wie bedeutend und zugleich voraussetzungsvoll gesellschaftliche Teilhabe ist. Um Rückschlüsse ziehen zu können, wie Integration und Um Leistungen für eine gelingende Integration erbrinländliche Entwicklung erfolgreich verbunden werden gen zu können, braucht es geeignete Grundlagen. Neben können und wie Politik und Zivilgesellschaft diese Ver- inklusiv gestalteten Rahmenbedingungen und offenen knüpfung positiv beeinflussen können, wird als Kern Zugängen zu Arbeitsmarkt-, Bildungs- oder Engagementvorhaben das interdisziplinäre Verbundforschungspro strukturen sind ebenso geeignete Unterstützungsangebote jekt „Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Regionen erforderlich, die vorhandene Potenziale stärken und Hilfe- Deutschlands“ fortgesetzt. Hieraus sollen Handlungsemp- stellung geben, um Kompetenzen für eine gesellschaftliche fehlungen an die Politik entwickelt werden. Teilhabe aufzubauen.
Um Integrationspotenziale einer Region realistisch zu Die gemeinsam mit Ländern, Kommunen und Partnerinbewerten und zu gestalten, wird die Bundesregierung als nen und Partnern aus der Zivilgesellschaft, wie insbeson- Kernvorhaben eine Aktualisierung des Kartenmaterials dere von Migrantinnen- und Migrantenorganisationen zu Integrationspotenzialen vornehmen, das 2016 durch erarbeiteten Kernvorhaben der Bundesregierung sichern das Thünen-Institut für Ländliche Räume erstellt wurde. die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eingliederung Darin werden insbesondere die Perspektiven der länd- und Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund in lichen Räume berücksichtigt und die Integrationspoten- Deutschland. Damit bilden die Ergebnisse eine zukunftsziale der Landkreise in Deutschland differenziert sichtbar weisende Ausgangsbasis im weiteren Integrationsprozess gemacht. und für die Phase IV „Zusammenwachsen: Vielfalt gestalten – Einheit sichern“. Dabei wird die Bundesregierung die Das ehrenamtliche Engagement ist für die Stärkung von gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie Teilhabe- und Integrationspotenzialen in ländlichen Räu- aufmerksam beobachten und durch geeignete Maßnahmen besonders wichtig. Die Bundesregierung berücksich- men reagieren. tigt daher als Kernvorhaben bei der Ausschreibung von
Forschungsförderung im „Bundesprogramm Ländliche
Entwicklung (BULE)“ als einen neuen Themenschwer
punkt die Rolle und Wirkung des ehrenamtlichen und
bürgerschaftlichen Engagements und seiner Organisationsformen für die Integration und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in ländlichen Räumen.
Mit der gesetzlichen Entfristung der Wohnsitzauflage wurde zugleich die Evaluierung der Wirkungen der Wohnsitzauflage festgeschrieben. Als Kernvorhaben wird die Bundesregierung – aufbauend auf den Ergebnissen der Evaluierung – in einer Studie untersuchen, welche konkreten Handlungsempfehlungen sich für eine Politik zur Entwicklung ländlicher Räume ableiten lassen, die auf eine nachhaltige Integration und Bleibeorientierung abzielt.
| E z | r u | k m | l | är | N | u a | n t | g der Lände ionalen Akt Erstintegration geht es in der igrantinnen und Migranten die tlichen Leben zu ermöglichen. d die Länder zentrale Akteure, und Angebote Leistungen forder Integration von Migrantinnen | r1 i n | o | n u B u d d g | sp nd eitr nd ie Z eut este | l aus ag kan uw sch uer | a Dri zur n d and en t w | n ttst Dec azu eru Arb erd | I aat ku au ng eits en. | n en l ng d ch k von mar | tegration eistet bereits jetzt einen wichtigen es Fachkräftebedarfs in Deutschland ünftig weiter beitragen. Daher muss Fachkräften an den Bedarfen des ktes ausgerichtet und entsprechend | |
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| N P T A d u | ac ha eil uc ie nd | h d se ha h i dur fö | er III be n d ch rde | erf da am ies M rn | ol ru ge er aß , u | gre m, d sell Ph nah m s | ich en sc ase m o d | en M haf sin en ie |
und Migranten weiter zielführend zu gestalten. Passgenaue Sprachförderung sowie transparente und zügige Verfahren zur Anerkennung im Ausland erworbener
Chancengerechten Zugang zum
Bildungs- und Berufsabschlüsse sind wichtige Vorausset- Arbeitsmarkt ermöglichen zungen, um die Integration in den Arbeitsmarkt weiter zu fördern. Nötig ist auch je nach Tätigkeitsfeld, Verbesserun- Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist ein zentraler Faktor der gen bei der Anerkennung von Teilqualifikationen zu prüfen Integration. Er ist wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe und bessere Möglichkeiten der Nachqualifizierung bei und die selbstbestimmte Lebensgestaltung. Deshalb ist es Teilanerkennungen zu schaffen. Eine fortlaufende Überprüerfreulich, dass sich ausweislich des Integrationsmonito- fung der gerade für Drittstaatsangehörige wichtigen Maßrings der Länder die Arbeitsmarktzahlen von Menschen mit nahmen zur Feststellung und Nutzbarmachung non-formal Migrationshintergrund in den letzten Jahren grundsätzlich und informell erworbener beruflicher Qualifikationen soll positiv entwickelt haben. Ungeachtet dessen arbeiten Zu- zu einer bedarfsgerechten Optimierung beitragen. wanderinnen und Zuwanderer öfter als hier aufgewachsene Deutsche unter ihrem Qualifikationsniveau und sind damit Zugewanderte Unionsbürgerinnen und Unionsbürger maz. B. in Krisenzeiten auch stärker vom Verlust ihres Arbeits- chen die größte Zuwanderergruppe in Deutschland aus. Die platzes bedroht. Zudem haben Menschen mit Migrations- Integration von Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern hintergrund häufiger Schwierigkeiten beim Zugang zum funktioniert grundsätzlich gut. Die Zuwanderung von Uniund Aufstieg im Arbeitsmarkt. Um dies zu verbessern, gilt onsbürgerinnen und Unionsbürgern hatte überdies einen es u. a., die Verfahren zur Anerkennung von Abschlüssen positiven Effekt auf die deutsche Konjunktur zwischen 2011 und Qualifikationen zu optimieren und Diskriminierungen und 2016 und trägt darüber hinaus zur Fachkräftesicheauf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Migrationshinter- rung bei. Dennoch besteht in vielen Bereichen weiterhin grund vorzubeugen und zu bekämpfen. Handlungsbedarf. Gezielte Maßnahmen müssen ergriffen werden, um den Anforderungen des Gleichbehandlungs- Deutschland braucht geeignete und qualifizierte Fachkräfte. grundsatzes bzw. der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit für Unionsder Erwerbsfähigen deutlich sinken, gleichzeitig wird der bürgerinnen und Unionsbürger gerecht zu werden. Bedarf an Fachkräften weiter steigen. Die Zuwanderung von Fachkräften aus den Staaten der Europäischen Union (EU)
1 D er hier veröffentlichte Text wurde als „Gemeinsame Erklärung der Länder im Rahmen der Integrations ministerkonfe renz zur Phase III des Nationalen Aktionsplans Integration (NAP-I)“ beschlossen.
Bildung als Schlüssel Vielfältig engagiert
Ein unverzichtbarer Schlüssel für Integrationserfolge ist die Das Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft wird als Bildung. positiv wahrgenommen, wenn kulturelle Vielfalt im Alltag erfahren und als gestaltbar erlebt wird. Für eine positive Das erklärte Ziel der Länder ist es, dem Leistungspotenzial gesellschaftliche Entwicklung braucht es verlässliche zivilaller Kinder und Jugendlichen volle Entfaltung zu ermög- gesellschaftliche Organisationsformen wie Vereine und lichen, unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft, eine soziale Infrastruktur wie Stadtteil- oder Gemeinderegionaler Ausrichtung oder Migrationsgeschichte. zentren. Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an den Angeboten und Aktivitäten von Vereinen und Verbänden Der Lernerfolg von Kindern im Bildungssystem ist – neben sollte daher unabhängig von Herkunft und Status weiterhin den wichtigen bildungspolitischen und schulischen gestärkt werden. Rahmenbedingungen – maßgeblich vom Engagement der Eltern sowie ihren Möglichkeiten zur Unterstützung Neben Programmen für politische Bildung, sowohl im des Bildungsprozesses ihrer Kinder abhängig. Dabei wirkt Jugendbereich als auch in der Erwachsenenbildung, müssen sich der familiäre Hintergrund durch sozioökonomische jene Strukturen in unserem Gemeinwesen verbessert wer- Faktoren, Bildungsressourcen, Bildungserfahrungen der den, welche die vermittelten Ansätze in Alltagserfahrungen Eltern, soziokulturellen Hintergrund und Erziehungsstile erlebbar machen. Des Weiteren benötigt es Projekte der auf den Schul- und Lernerfolg der Kinder aus. Sprachliche Verständigung und des Austausches sowie Angebote der Barrieren erschweren den Zugang zu Bildung. Durch eine Demokratiestärkung, u. a. auch im Sinne einer diskriminieaktive Einbeziehung der Eltern ist es Bildungseinrich tun- rungssensiblen und antirassistischen Bildung. Das gegenseigen möglich, Ressourcen zu identifizieren, um diese zum tige Verständnis zwischen unterschiedlichen gesellschaftlibestmöglichen Bildungserfolg der Kinder zu nutzen. chen Gruppen wird durch Kommunikation und Begegnung Migrantinnen- und Migrantenorganisationen können gefördert. Dazu gehört auch der persönliche Austausch von dabei wichtige Partner sein. Perspektiven zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Für junge Menschen mit Migrationshintergrund gilt es, insbesondere den Übergang von der Schule in den Beruf zu Integration gelingt besonders dann, wenn über geltende verbessern. Die Gestaltung des Übergangs von der Schule Werte nicht nur referiert, sondern diese auch vorgelebt und in den Beruf muss bedarfsgerecht unterstützt und begleitet damit vermittelt werden. Deshalb spielen die vielen freiwerden. willig Engagierten, die die Zuwanderinnen und Zuwanderer seit Jahrzehnten mit großem Engagement hervorragend unterstützen, eine so wichtige Rolle. Die Länder würdigen in besonderem Maße diese herausragende zivilgesellschaftliche Leistung.
Die Stärken der ländlichen Räume
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem freiwilligen Engagement von Migrantinnen und Migranten auf allen Ebenen, das ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Zivilgesell- Im ländlichen Raum gibt es vielerorts gute Rahmenbedinschaft ist. Die Länder danken allen Engagierten für diesen gungen für eine gelingende Integration zugewanderter Einsatz. Sie halten es für erforderlich, das freiwillige Menschen. Insbesondere die bestehenden und engen Engagement von Migrantinnen und Migranten sowohl auf sozialen Netzwerke sowie eine engagierte Zivilgesellschaft individueller als auch auf struktureller Ebene stärker zu sind förderlich für den Aufbau sozialer Kontakte und das fördern, da Migrantinnen und Migranten im Bereich des Zugehörigkeitsgefühl vor Ort. Mit einem oftmals weniger freiwilligen Engagements bislang unterrepräsentiert sind. angespannten Wohnungsmarkt und einem aufnahmefä- In diesem Zusammenhang ist es hilfreich, mögliche Hürden higen Arbeitsmarkt, vor allem auch in handwerklichen Befür ein Engagement abzubauen und Strukturen zu fördern, rufen, stellt der ländliche Raum potenziell einen attraktiven die es Migrantinnen und Migranten erleichtern, sich zu en- Standort für zugewanderte Personen und deren Familien gagieren und bestehendes Engagement in der Öffentlichkeit dar. stärker sichtbar zu machen. Diese Ziele müssen sich in den Förderprogrammen von Bund und Ländern widerspiegeln. Viele Kommunen im ländlichen Raum sehen sich allerdings Eine Organisationsform für migrantisches Engagement auch besonderen Herausforderungen gegenübergestellt, sind Migrantinnen- und Migrantenorganisationen. Diese etwa durch eine unzureichende Infrastruktur, wie den sind wichtige Akteure und Partner bei der Gestaltung einer öffentlichen Personennahverkehr oder schnelles Internet. diversen Gesellschaft und können häufig auch Neuzuge- Hinzu treten Effekte der Urbanisierung, insbesondere durch wanderten niedrigschwellige Engagementmöglichkeiten die Abwanderung junger Personen, mit der Folge, dass bieten. Kommunen in ländlichen Räumen durchschnittlich stärker von der demografischen Alterung betroffen sind. Auf den regionalen Arbeitsmärkten bleiben so häufig offene Stellen
Gutes Miteinander vor Ort
und Ausbildungsplätze in handwerklichen Berufen un besetzt. Dies wirkt negativ auf die regionale, vor allem wirt- Integration gelingt vor Ort. Im Zusammenleben entstehen schaftliche Entwicklung der ländlichen Räume. Notwendig hier gute Nachbarschaften und Freundschaften, gegensei- ist daher nicht nur eine Stärkung der Infrastruktur im ländtiges Verständnis wächst. Dieses gute Miteinander vor Ort lichen Raum. Auch müssen die günstigen wirtschaftlichen wird insbesondere durch die Kommunen und Länder aktiv und zivilgesellschaftlichen Voraussetzungen für Integration gestaltet und durch viele Maßnahmen, wie landesweite im ländlichen Raum aktiv beworben und gestärkt und die Beratungs- und Ehrenamtsstrukturen, die Einrichtung von dort vorhandenen integrationspolitischen Potenziale gezielt kommunaler Integrationskoordination, von Kommunalen gefördert werden. Integrationszentren (KI) oder die Stärkung freiwilligen Engagements, von ihnen vorangebracht. Nach wie vor stellen allerdings die Aufwendungen für die Aufnahme und Integration der Geflüchteten eine Herausforderung für die Haushalte der Kommunen und Länder – auch in den kommenden Jahren – dar.
Eigener Wohnraum und das Zusammenleben vor Ort sind ein wichtiger Schritt im Integrationsprozess. Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in vielen Teilen Deutschlands und Diskriminierung bei der Wohnungssuche verhindern häufig, dass dieser Schritt gelingt. Es kommt deshalb darauf an, je nach örtlichem Bedarf das Wohnungsangebot durch den Bau oder die Aktivierung von Wohnungsbeständen zu vergrößern. Dies betrifft Einheimische gleichermaßen wie Zuwanderinnen und Zuwanderer, die nach einer Wohnung suchen müssen. Eine Neiddebatte und Konkurrenzsituationen sind zu vermeiden.
| E k N Di Ei lic | r o e S nsa he | k a täd tz Au | l m t te, un fga | ä io La d E be | r m nd ng de | ung der Bu unalen Spit nalen Aktio kreise und Gemeinden tragen m agement dazu bei, dass die gesa r Integration gelingt. Hier werde | n z n it v mtst n d | d e sp olle aat ie | es n l m - | v v a | e e n ( a a | r r I Erst uf d llem | e b n int ie s au | in ä t egra ich f d | i n e tio die as H | gung der de zum gration n) wie auch in der Phase III (Eingliederung), se Erklärung im Folgenden bezieht, vor andeln der Kommunen an. |
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entscheidenden Weichen für die gesellschaftliche und berufliche Integration der Menschen gestellt. Die Bundes-
Eingliederung: Teilhabe ermög -
vereinigung der kommunalen Spitzenverbände begrüßt daher den mit dem Nationalen Integrationsplan 2007 lichen – Leistung fördern und (NIP) begonnenen und im Nationalen Aktionsplan Inte-
fordern
gration (NAP-I) fortgeführten Dialog über die Bedingungen einer gelingenden Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Integration vor Ort
Seit der Erarbeitung des Anfang 2012 vorgestellten Das Handlungsfeld „Integration vor Ort“ berührt Kern- Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I ) haben eine fragen des Zusammenlebens der Menschen. Von einer Reihe von Entwicklungen dazu geführt, dass Deutschland gelingenden Integration kann gesprochen werden, wenn bei der Integration von Migrantinnen und Migranten vor Menschen ungeachtet ihrer Herkunft in den Städten, großen Herausforderungen steht. Diese aus kommunaler Landkreisen und Gemeinden im gegenseitigen Respekt Sicht bestehenden Herausforderungen haben wir bereits zusammenleben. Gescheitert ist Integration dagegen, in unserer Erklärung zu Phase I des NAP-I verdeutlicht; wenn Einheimische und Zugewanderte keine Gemeindarauf nehmen wir Bezug. schaft bilden, wenn Konflikte überhandnehmen, wenn es zu Segregation kommt und Einheimische wie Zugewan- Angesichts dieser Entwicklungen ist es aus Sicht der derte in ihren jeweils eigenen (Parallel-)Gesellschaften Städte, Landkreise und Gemeinden richtig, die Integra- leben. tionspolitik mit einem weiteren Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I ) auf eine neue Grundlage zu stellen. Dies zu verhindern, ist ein wichtiges Anliegen der Kommunen. Städte, Landkreise und Gemeinden bekennen sich Der Nationale Aktionsplan Integration orientiert sich an zu ihrer großen Verantwortung für die Integration. Sie fünf Phasen der Zuwanderung und des Zusammenlebens. spielen deshalb schon seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle Die Rolle der Kommunen in den jeweiligen Phasen ist als Akteure im und als Moderatoren des Integrationsunterschiedlich stark ausgeprägt ist. Integration findet prozesses. In den Kommunen werden die entscheidenden vor Ort statt. Die Städte, Landkreise und Gemeinden sind Weichen für eine gelingende gesellschaftliche und berufvor allem gefragt, nachdem Zugewanderte in Deutschland liche Integration der nach Deutschland zugewanderten angekommen und hier einen Wohnsitz begründet haben. und geflüchteten Menschen gestellt. Anders als in der Phase I kommt es daher in der Phase II
Integration ist eine Daueraufgabe, die die Kommunen im- men Integrationsverständnisses sinnvoll sein. Zudem ist, mer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Sie erfor- dies gilt es deutlich zu betonen, erfolgreiche kommunale dert erhebliches Engagement, personelle und finanzielle Integrationsarbeit selbstverständlich auch losgelöst von Ressourcen. In den Städten, Landkreisen und Gemeinden der Existenz eines Integrationskonzeptes möglich. Insogibt es bewährte Strukturen zur Integration von Migran- weit spielt auch der stetige Austausch von Erfahrungen tinnen und Migranten, die stetig weiterentwickelt werden. und Best Practices zwischen den Kommunen eine große Die Integrationsfähigkeit der Kommunen ist nicht zuletzt Rolle, wozu nicht zuletzt die kommunalen Spitzenverbänin der Flüchtlingszuwanderung, aber auch durch die de auf Bundes- wie Länderebene entscheidend beitragen. Zuwanderung aus Osteuropa und den Balkanstaaten eindrucksvoll unter Beweis gestellt worden. Bei der Aufnah- Integration ist keine Einbahnstraße: Damit sie gelingt, me und Integration der zugewanderten und geflüchteten müssen alle Seiten aktiv dazu beitragen. Gelingende Inte- Menschen haben Städte, Landkreise und Gemeinden gration vor Ort verlangt nach einer „Willkommenskultur“, bewiesen, wie viel Kraft und Energie in den kommunalen für die – was nicht zuletzt während der Flüchtlingszuwan- Verwaltungen, aber auch in der Zivilgesellschaft vor Ort derung der Jahre 2015/2016 eindrucksvoll unter Beweis und insbesondere bei den vielen Ehrenamtlichen mobi- gestellt wurde – die Städte, Landkreise und Gemeinden lisiert werden kann. Dazu gehören auch enge Netzwerke zusammen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern stehen. unter Einbeziehung z. B. der Vereine, Bildungsträger, der Zugleich braucht sie eine nachhaltige Integrationsbereit- Wohlfahrtsverbände, von Migrantenselbstorganisationen schaft aufseiten der Zuwanderinnen und Zuwanderer. Im und anderer zivilgesellschaftlicher Akteure. Menschen Interesse eines friedlichen und respektvollen Zusammenaus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen, mit vielfälti- lebens erwarten und fordern die Kommunen daher von gen religiösen Zugehörigkeiten und differenzierenden jedermann ein klares Bekenntnis zu Rechtsstaat und Deindividuellen Bedürfnissen gilt es untereinander und mit mokratie, zur Gleichberechtigung von Frauen und Män- Einheimischen zusammenzubringen und ein respektvol- nern, zur Gewaltfreiheit, Meinungs- und Religionsfreiheit les Miteinander zu erreichen. sowie zu anderen Grundwerten, die für die Gesellschaft in Deutschland prägend sind. Regeln müssen beachtet, Ver- Insoweit haben der Nationale Integrationsplan (NIP), der stöße gegen die Grundwerte unserer Verfassung zwingend Integration vor Ort bereits als Schlüsselthema behandelt und konsequent verfolgt werden, ohne dass die Herkunft hat, sowie der Nationale Aktionsplan Integration (NAP-I), der Betroffenen eine Rolle spielen darf. an denen sich die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände jeweils mit eigenen Erklärungen beteiligt Der rechtliche Rahmen, innerhalb dessen sich Integration haben, fraglos wichtige Impulse gesetzt. vollzieht, wird zu wesentlichen Teilen allerdings nicht von den Kommunen, sondern vom Bund und von den Län- In den vergangenen Jahren haben die Kommunen ihr En- dern gesetzt. Das gilt beispielsweise auch im Hinblick auf gagement in der Integrationspolitik stetig ausgebaut und die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Daten weiterentwickelt sowie dieses Politikfeld verbindlich und zur Integration. Insoweit besteht nach wie vor Verbessenachhaltig gestaltet. Sie haben auf die Entwicklungen mit rungsbedarf, um den Daten- und Informationsaustausch einer deutlichen Aufstockung der personellen Ressourcen über Ebenen und Behördengrenzen hinweg und insbeund zum Teil auch durch organisatorische Veränderun- sondere auch zwischen unterschiedlichen kommunalen gen reagiert, die eine Betreuung von Migrantinnen und Stellen zu ermöglichen und rechtssicher auszugestalten. Migranten aus einer Hand sicherstellen. Denn Integration ist kein statischer Prozess, sondern ein Prozess, der sich im
Besondere Herausforderungen in
ständigen Wandel befindet. In ihren Bemühungen unterstützt wurden die Städte, Landkreise und Gemeinden da- ländlichen Räumen bei insbesondere von den Ländern, die vielfach besondere Förderprogramme auf den Weg gebracht haben. Diese Ländliche Räume sind – nicht anders als die Ballungsge- Ansätze gilt es auszubauen und zu verstetigen. biete – sehr heterogen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn eine aktuelle Studie zu dem Ergebnis Grundlage der Integrationsarbeit sind in vielen Kommu- kommt, dass das Gegensatzpaar „Stadt“ und „Land“ kaum nen Integrationskonzepte, die in jüngster Zeit ebenfalls dazu taugt, Varianzen in der kommunalen Integrationsvielfach weiterentwickelt wurden. Die Verständigung politik zu erklären.1 Ob Integrationspolitik gelingt, hängt auf solche Konzepte – gerade auch unter Einbeziehung nicht vorrangig von der Raumkategorie, sondern vor von Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft vor Ort einschließlich der Migrantenselbstorganisationen – kann insbesondere mit Blick auf die Festlegung eines gemeinsa- 1 Schammann/Brendel/Müller u. a.: Zwei Welten? Integrationspolitik in Stadt und Land, 2020.
allem von den konkreten Rahmenbedingungen vor Ort ab. Typisch für die kommunale Ebene im ländlichen Raum In strukturschwachen Gebieten mit einer hohen Arbeits- ist die Doppelstruktur aus Landkreis und kreisangehörigen losigkeit steht die Integrationspolitik unabhängig davon, Kommunen. Soweit es nicht um die Wahrnehmung integraob es sich um ländliche oder städtische Räume handelt, tiver Aufgaben geht, die schon kraft Gesetzes entweder den vor anderen Herausforderungen als in Städten, Land- Gemeinden oder den Landkreisen zugewiesen sind, ist es kreisen und Gemeinden, die wirtschaftlich prosperieren. wichtig, dass sich Landkreise und Gemeinden im Interesse gelingender Integration und im Sinne eines vertrauens- Selbstverständlich gibt es in ländlichen Räumen auch vollen partnerschaftlichen Zusammenwirkens darüber ver- Faktoren, die die erfolgreiche Integration begünstigen ständigen, wem welche Rolle zukommt. Insoweit entspricht können, genauso wie es Umstände gibt, die den Inte- es der Ausgleichs- und Ergänzungsfunktion der Landkreise, grationsprozess eher erschweren mögen. Zu den integra- insbesondere kleinere Gemeinden bei ihren Integrationstionsbegünstigenden Faktoren können funktionierende bemühungen vor Ort konzeptionell und/oder durch die Be- Nachbarschaften, ein reiches Vereinsleben oder eine reitstellung von Ressourcen zu unterstützen. Gute Beispiele häufig bessere Wohnraumsituation gehören; erschwert gibt es bereits in vielen Landkreisen und Gemeinden. werden kann Integration in ländlichen Räumen z. B. durch die mangelnde Präsenz migrantischer Communitys sowie
Integration in den Arbeitsmarkt
insbesondere durch die Tatsache, dass größere Entfernungen überwunden werden müssen. Dies ist auch eine Konsequenz der bestehenden Mobilitätsdefizite in ländlichen Die Integration in den Arbeitsmarkt zeigt erste Erfolge. Räumen. Auch leistungsfähige Breitbandanschlüsse, die Rund 415.000 Geflüchtete befinden sich derzeit in einem dabei helfen könnten, solche Distanzen leichter zu über- sozialversicherungspflichtigen Ausbildungs- oder Bebrücken, fehlen im ländlichen Raum mitunter noch. schäftigungsverhältnis. Weitere 74.000 Personen gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach.2 Gleichzeitig Vor diesem Hintergrund ist es richtig, den Bogen von der ist eine Vielzahl Geflüchteter von Transferzahlungen ab- Politik für gleichwertige Lebensverhältnisse zur Integra- hängig. Nach jüngsten Zahlen der amtlichen Statistik sind tionspolitik zu schlagen. Durch eine gezielte Förderung 37,4 Prozent dieses Personenkreises arbeitslos, die SGBinsbesondere strukturschwacher Regionen wird die II-Hilfequote liegt bei 58,2 Prozent.3 Eine neue Gefahr für Lebensqualität der gesamten Bevölkerung – einheimischer die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt sind die wie migrantischer – verbessert, die Attraktivität als Wohn- Auswirkungen der Corona-Pandemie, da sich die zuletzt und Arbeitsort gestärkt und damit auch das integrative hohe Nachfrage nach Arbeitssuchenden insgesamt stark Potenzial erhöht. eintrübt. Die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt bleibt so eine besondere und langfristige Herausforderung. Darüber hinaus bedarf es aber auch integrationsspezifischer Politikansätze, um den Besonderheiten des länd- Bisher waren die größten Hürden für die schnelle Aufnahlichen Raums angemessen Rechnung tragen zu können. me von Arbeit fehlende Sprachkenntnisse und formale Bil- Wie in einem Brennglas zeigt sich dies beispielsweise im dungs- und Ausbildungsabschlüsse. Häufig ist eine formale Hinblick auf das Integrationskurssystem. Hier besteht berufliche Qualifikation im Herkunftsland keine gängige in ländlichen Räumen eine besondere Herausforderung Praxis. Hinzu kommen viele Hürden bei der formalen Andarin, dass sich die im Vergleich zu den Ballungsregionen erkennung von im Ausland erfolgten Abschlüssen. Eine weiohnehin insgesamt geringere Zahl potenzieller Teil- tere große Herausforderung ist der Erwerb der deutschen nehmerinnen und Teilnehmer auf eine größere Fläche Sprache. Die Integrations- und Berufssprachkurse können verteilt. Die Sprachförderangebote müssen daher nicht hier einen ersten Grundstein legen. Die Erfahrungen zeigen nur koordiniert, es muss vielmehr auch ihre Erreichbar- allerdings, dass in der Regel auch nach dem erfolgreichen keit sichergestellt werden. Zu Letzterem könnten z. B. neue Besuch dieser Kurse Sprachkenntnisse weiter geschult Angebotsformate wie beispielsweise Kompaktveranstal- werden müssten, um z. B. die sprachlichen Voraussetzungen tungen an einem Ort oder auch der vermehrte Einsatz von einer Ausbildung oder eines Studiums zu meistern. Online-Angeboten beitragen. Dazu sollten die während der Corona-Krise mit entsprechenden Lernplattformen gemachten Erfahrungen ausgewertet und berücksich- 2 Bundesagentur für Arbeit, März 2020: „Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Fluchtmigration“, S. 14; Berichte: tigt werden. Darüber hinaus sollte das Bundesamt für Arbeitsmarkt kompakt, Juni 2020, Auswirkungen der Migration und Flüchtlinge (BAMF) über das bereits heute Migration auf den deutschen Arbeitsmarkt. mögliche Maß hinaus zu einer flexibleren Handhabung 3 IAB-Zuwanderungsmonitor, Juni 2020, S. 2. Die Zahlen (z. B. bezüglich der Mindestteilnehmerzahl) bereit sein. beziehen sich auf den März 2020 und dürften sich aufgrund der Corona-Pandemie mittlerweile noch weiter verschlechtert haben.
Die Eingliederung anerkannter Geflüchteter in den Begrenzung von Migration besteht. So sind insbesondere Ar beitsmarkt kann in der Regel durch die Jobcenter eine großzügige Gewährung des Zugangs zum Arbeitsunterstützt werden. Hier gibt es vielfältige Instrumente, markt (z. B. auch in Form der sogenannten Ausbildungsbeginnend mit spezialisierten Anlaufstellen für geflüchte- sowie neuerdings der Beschäftigungsduldung) oder zu te Menschen über den kommunal bewährten ganzheitli- spezifischen Integrationsangeboten wie den Integrationschen Ansatz eines Integrationsfallmanagements bis hin zu kursen oder auch die Gewährung sozialer Hilfen auf aufeinander abgestimmte Maßnahmenketten. Anspruch einem Niveau, wie es deutschen Staatsbürgerinnen und ist es nach wie vor, jedem Flüchtling eine passgenaue Staatsbürgern zusteht, Maßnahmen, die die Integration Förderung anzubieten und im Ergebnis eine frühzeitige von Migrantinnen und Migranten in Deutschland be- Beschäftigung anzustreben. Dies ist vielfach gelungen fördern können.4 Umgekehrt handelt es sich dabei aber und muss und wird weiter fortgeführt werden. Aber auch fraglos auch um Faktoren, die legitime Bemühungen, den die Wirtschaft ist gefordert, sich – auch in ihrem eigenen Zuzug nach Deutschland zu begrenzen bzw. die Pflicht zur Interesse – noch stärker für die Eingliederung Geflüchte- Ausreise durchzusetzen, jedenfalls faktisch zu konterkater in den Arbeitsmarkt einzusetzen. Hier wie in anderen rieren vermögen. Bereichen der Gesellschaft auch herrschen – trotz vieler positiver Beispiele – zum Teil Vorbehalte, die in manchen Die Integration von Migrantinnen und Migranten in den Fällen bis hin zu latenten Diskriminierungen gegenüber Arbeitsmarkt stellt auch eine Chance für den Wirtschafts- Migrantinnen und Migranten führen können. Dem muss standort Deutschland dar. Das Asylrecht ist jedoch klar von durch Aufklärung, Beseitigung von Vorurteilen und der der Erwerbsmigration zu trennen. Mit dem Fachkräfteein- Förderung interkultureller Kompetenz zusammen mit wanderungsgesetz (FEG) hat der Bund die Grundlage für den hier sehr engagierten Verbänden der Wirtschaft kon- die Einwanderung von qualifizierten und hoch qualifiziersequent begegnet werden. ten Arbeitskräften nach Deutschland geschaffen.
Aber auch vor dem Ende ihres Asylverfahrens können Schutzsuchende nach Maßgabe von § 61 Asylgesetz (AsylG) bereits Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Hier sowie mit Blick auf Geflüchtete, deren Asylantrag negativ 4 M it der Frage der Diskriminierung von Migrantinnen und beschieden wurde, zeigt sich ein weiteres Mal das beson- Migranten – auch am Arbeitsmarkt – setzt sich auch das Jahresgutachten 2019 des Sachverständigenrats deutscher dere Spannungsverhältnis, das zwischen Maßnahmen zur Stiftungen für Integration und Migration auseinander Integration und den Erfordernissen der Steuerung und (s. Kap. B.1.3., u. a. S. 131).
Zugänge und Teilhabe sichern: Betreuung in den Kindertageseinrichtungen. Der frühe Bildung, Betreuung und Erziehung Besuch in der Kita kann beispielsweise dadurch gefördert werden, dass die gesamte Familie einbezogen wird. So gibt
von Anfang an
es in vielen Kommunen Versuche, die Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren weiterzuentwickeln. Dies Dass es einen grundlegenden Zusammenhang zwischen ist ein wichtiger Meilenstein für Kinder und ihre Eltern Bildung und gelingender Integration gibt, muss nicht auf dem Weg der Integration und des Spracherwerbs. Auf besonders betont werden. Eine gute und umfassende Bil- diese Elementarbildung bauen alle weiteren Schritte der dung gehört zu den Voraussetzungen für beruflichen Er- Schulbildung und der beruflichen Bildung auf. Bund und folg und gesellschaftlichen Aufstieg. Für junge Menschen Länder sollten bestehende Programme zur Unterstützung sind Kindertagesstätten und Schulen die idealen Orte, um der Sprachförderung in Kitas und Schulen entfristen und Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen. Der Besuch einer aufstocken. Zudem sollten sich die Bundesländer auf Kindertagesstätte und der Schulbesuch strukturieren den einheitliche Sprachstandserhebungen verständigen. Bei Alltag – ein wichtiger Aspekt gerade für Kinder und Ju- fehlenden Sprachkenntnissen kann noch vor der Einschugendliche, die sich nach einer unter Umständen wochen- lung die verpflichtende Teilnahme an einem Sprachkurs oder monatelangen Flucht erst wieder in ein geordnetes ein geeignetes Instrument sein. Leben einfinden müssen. Schulen (und Kindertagesstätten) sind schließlich die Orte, an denen sich für Kinder
Bürgerschaftliches Engagement und
und Jugendliche der Spracherwerb vollzieht und wo sie die Chance haben, diejenigen Verhaltensregeln und Werte Ehrenamt als Scharnier der Teilhabe zu erlernen, die für das Zusammenleben in Deutschland wichtig sind. Bürgerschaftliches Engagement findet weit überwiegend Solche Lernprozesse gelingen umso besser, je jünger im örtlich-kommunalen Bezugsrahmen statt. Beginnend die Kinder sind, wenn sie das erste Mal in Kontakt zum mit kommunalen Ehrenämtern als einer der ältesten deutschen Bildungssystem kommen. Dies gilt im Übrigen Formen bürgerschaftlichen Engagements über die zahlnicht nur für Kinder aus Flüchtlingsfamilien, sondern reichen Initiativen, Vereine, Verbände und Einzeltätigauch für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Wie keiten, bei denen sich Menschen einbringen und für das eine jüngst durchgeführte Studie gezeigt hat, sind die Gemeinwesen Entscheidendes leisten. Dass das Leben in positiven Wirkungen, die der Kindergartenbesuch mit einer Kommune gerade durch diesen gesellschaftlichen Blick auf solche Kinder hat, deutlich ausgeprägter als bei Kitt lebenswert wird, ist nicht nur ein Glaubenssatz, son- Kindern mit privilegierterem Familienhintergrund.5 dern gelebte Realität in den deutschen Kommunen. Dies gilt in besonderem Maße für die Integration neu nach Allerdings ist es – auch das zeigt die Studie – nicht selbst- Deutschland gekommener Menschen. Sie werden sich verständlich, dass Kinder aus diesen Gruppen die vor- nur dort auch richtig wohlfühlen können, wo sie nicht handenen frühkindlichen Bildungsangebote nutzen. nur beruflich und wirtschaftlich ankommen, sondern Gerade Flüchtlingsfamilien haben erhebliche Vorbehalte, auch ihre spezifischen Fähigkeiten und Interessen zum ihre Kinder in die Obhut von „Fremden“ zu geben. Da Wohl der Allgemeinheit oder einer Gruppe von Menschen in Deutschland keine Pflicht zum Besuch von Kinder- einbringen können und dadurch ein positives Gemeintagesstätten besteht, bedarf es auf kommunaler Ebene schaftsleben erfahren. Für die Kommunen ist dies ein besonderer Anstrengungen, um trotz solcher Vorbehalte wichtiges und vorrangiges Ziel der Integration, auch wenn sicherzustellen, dass möglichst vielen Kindern aus Flücht- „harte“ Themen wie der Spracherwerb und Ähnliches in lingsfamilien der Einstieg in das deutsche Bildungssystem aller Regel auch schon vor einem möglichen bürgerschaftmöglichst früh gelingt. lichen Engagement stehen muss. Aber auch der Spracherwerb gestaltet sich viel leichter, wenn man nicht nur eine Die Kommunen stellen sich dieser Herausforderung. Bei- Bildungseinrichtung besucht, sondern sich im täglichen spielsweise tragen die Kommunen als öffentliche Träger Leben mit Einheimischen und anderen Migrantinnen und der Kinder- und Jugendhilfe wie auch als Einrichtungs- Migranten für gemeinsam interessierende Ziele einsetzt. träger dafür Sorge, dass alle Kinder teilhaben an den Angeboten der frühkindlichen Bildung, Erziehung und
5 Cornelissen/Dustmann u. a.: Who Benefits from Universal Child Care? Estimating Marginal Returns to Early Child Care Attendance, Ruhr Economic Papers #757, 2018.
| B 1 A Fu un Ar Ar In de De hä lin | . us nd d ö bei bei dus ne r E ngt gt, | e I g am ko tsk tsm tri n si rfo en sei | r n an en no räf är en ch lg ts ne | i t g tal mi tea kt ati au bei che zu | c e sl er t sch ng en1 one ch de id kü | h g ag ec e eb un n de r B end nft | t r e hn Dis ots d sin r d ew d ige | e a olo pa au ein d e eut ält avo Fa | t gis ritä f z e a ini sc ig n ch | der Theme ion in den A cher Wandel, Globalisierung ten, die Entwicklung des unehmend internationalen lternde Bevölkerung in den ge der Herausforderungen, he Arbeitsmarkt stellen muss. ung dieser Herausforderungen ab, wie gut es Deutschland ge- kräftebasis zu sichern. | r | n b M le u Zu le di un sc D In | f e änn n u m W m tzte sch d S hon eba De | o i er – nd F ohl Wir n Ja e Ar tab un tte uts | re ts m ähi sta tsc hre bei ilitä ver noc chla | üsse gke nd u haft ha tsk t d zic h u nd | n m n b iten nd swa ben räft er s htb nter wa | a est , in soz ch zu e be ozia ar u sch ren | rk mög den iale stu ein ige len nd ätz im | t lich, entsprechend ihren Potenzia Arbeitsmarkt integriert werden, Stabilität dauerhaft zu sichern. m und Beschäftigungsaufbau der em erheblichen Teil auch auslän- tragen. Ihr Beitrag zu Wohlstand Sicherungssysteme ist heute wird in der gesellschaftlichen t. Jahr 2019 ca. 3,8 Millionen |
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In der aktuellen Corona-Pandemie mit den dramatischen Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zeigt sich die be- als 2013. Dieser Zuwachs wurde zu 48 Prozent, also fast sondere Betroffenheit sowie die höhere Verletzlichkeit von zur Hälfte durch Menschen aus dem Ausland realisiert; Migrantinnen und Migranten insbesondere in prekärer zwischen 2018 und 2019 lag ihr Beitrag zum Aufbau der Beund niedrig bezahlter Beschäftigung.2 Zudem arbeiten schäftigung gar bei 60 Prozent. Die Zahl der sozialversiche- Migrantinnen und Migranten überproportional häufig rungspflichtig beschäftigten Ausländerinnen und Ausländer in systemrelevanten Branchen, z. B. als Ärztinnen und hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.4 Ärzte, in Pflegeberufen, in der Logistik, der Ernährungs- Das jährliche Wirtschaftswachstum in Deutschland reindustrie und in der Landwirtschaft. Beispielsweise sind sultiert regelmäßig zu 0,2 Prozentpunkten allein aus der über 20 Prozent der in Deutschland tätigen Ärztinnen und wirtschaftlichen Leistung der EU-Zuwanderung.5 Ärzte nicht in Deutschland geboren. Ein gutes Zehntel aller in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte wurde Der Anteil der Bevölkerung in Deutschland mit Migrationssogar im Ausland ausgebildet.3 Alle Einwanderergrup- hintergrund wird weiter zunehmen. Bereits heute weisen pen – in Deutschland lebende Menschen mit Einwande- jüngere Alterskohorten einen deutlich höheren Migrationsanrungsgeschichte, Geflüchtete, EU-Zuwandererinnen bzw. teil im Vergleich zur Gesamtbevölkerung auf. Ob dieses demo- EU-Zuwanderer und Fachkräfte aus Drittstaaten, Frauen wie grafische Potenzial erfolgreich für die volkswirtschaftlichen Herausforderungen genutzt werden kann, hängt vor allem auch von den Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsmarkt ab. 1 Zum weltweiten Mangel an Pflegekräften siehe: https:// www.who.int/news-room/detail/07-04-2020-who-andpartners-call-for-urgent-investment-in-nurses (abgerufen am 29.05.2020).
2 IOM Global Migration Data Analysis Centre: https:// migrationdataportal.org/themes/migration-data-relevantcovid-19-pandemic (abgerufen am 29.05.2020). 4 Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Deutschen wuchs im Vergleich seit 2009 lediglich um 3 O ECD (2019): Recent Trends in International Migration of 14 Prozent. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Doctors, Nurses and Medical Students. OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/5571ef48-en. 5 DIW Wochenbericht 44/2018, S. 955–963.
Trotz des erheblichen Beitrags von Migrantinnen und Berufsausbildung bei 2,9 Prozent, ohne abgeschlossene Migranten an Beschäftigung und Wohlstand sind Mi- Berufsausbildung jedoch bei 17,7 Prozent. Migrantinnen grantinnen und Migranten gleichzeitig überproportional und Migranten sind hierbei erheblich überrepräsentiert: von Arbeitslosigkeit betroffen und beziehen öfter Trans- Von allen Arbeitslosen mit Migrationshintergrund hatten ferleistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch in der zweiten Jahreshälfte 2019 immerhin 71 Prozent (SGB II). Das gilt besonders für Migrantinnen, deren keine abgeschlossene Berufsausbildung, bei den Arbeits- Erwerbsbeteiligung insgesamt geringer ist, sowohl im Ver- losen ohne Migrationshintergrund hingegen nur 38 Progleich zu Migranten als auch im Vergleich zu Frauen ohne zent. Migrationshintergrund. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zwar ist die Bildungs- Auch wenn wir in den letzten Jahren ein gutes Stück bei aspiration z. B. unter Geflüchteten besonders hoch6, aber der Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern viele Einwanderinnen und Einwanderer kennen sich im in den Arbeitsmarkt vorangekommen sind – etwa bei deutschen Ausbildungssystem nicht gut aus: Manche der Berücksichtigung migrationsspezifischer Faktoren in wollen lieber sofort Geld verdienen, statt eine langder Regelförderung, beim Ausbau der berufsbezogenen fristige Ausbildung zu durchlaufen, und einigen fehlen Sprachförderung oder der weitgehenden Gleichstellung Grundkompetenzen für die Ausbildung. Auch wenn ein von Ausländerinnen und Ausländern in der Ausbildungs- (Haupt-)Schulabschluss keine formale Bedingung für förderung –, bleibt eine deutliche Vulnerabilität von die Aufnahme einer Berufsausbildung ist, wird er häufig Menschen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt von Ausbildungsbetrieben vorausgesetzt und ist damit bestehen. eine wichtige „Eingangstür“ ins Ausbildungssystem. Zwar besteht ein Rechtsanspruch auf Nachholen eines Haupt- Um verbleibende Integrationslücken im Arbeitsmarkt zu schulabschlusses. Allerdings werden Förderangebote von identifizieren und zu beheben, hat das Bundesministerium Arbeitsagenturen und Jobcentern, gemessen an der hohen für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen des Nationalen Zahl von Arbeitslosen mit Migrationshintergrund ohne Aktionsplans Integration (NAP-I) einen Dialogprozess mit Hauptschulabschluss, nur wenig in Anspruch genommen. Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen, Migrantenorganisationen und Zivilgesell- Fehlende Deutschkenntnisse können eine weitere Hürde schaft, Wissenschaft und Expertenorganisationen, Sozial- auf dem Weg zum Berufsabschluss sein. So wird für eine partnern und Fachverbänden begonnen. erfolgreiche Ausbildung von Expertinnen und Experten die sprachliche Vorbereitung auf die Berufsschule und die sprachliche Unterstützung während der Berufsschulzeit und für den Abschluss innerhalb der berufsvorbereitenden und ausbildungsbegleitenden Fördermaßnahmen des Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Dritten Buches Sozialgesetzbuch als besonders wichtig hat in diesem zwölfmonatigen Diskussions- und Arbeits- betrachtet. prozess mit ca. 150 Teilnehmenden aller betroffenen gesellschaftlichen Bereiche sechs Schwerpunktthemen Aber auch der Zugang zur Ausbildungsförderung war bis identifiziert. Hierzu haben 13 Gruppenworkshops statt- vor Kurzem für Ausländerinnen und Ausländer je nach gefunden, zusätzlich wurden Arbeitsgespräche, Experten- Aufenthaltsstatus und Voraufenthaltszeiten stark diffeinterviews und Vor-Ort-Besichtigungen erfolgreicher renziert. Mit dem Ausländerbeschäftigungsförderungs- Praxislösungen durchgeführt. Im Abschnitt Zielbestim- gesetz (ABFG) wurde 2019 der Zugang zur Förderung der mung werden diese sechs Handlungsfelder jeweils einzeln Berufsausbildung einschließlich der Berufsvorbereitung erläutert und im folgenden Abschnitt. Handlungsschwer- für Ausländerinnen und Ausländer erheblich ausgeweitet punkte anschließend in konkrete Kernvorhaben und Maß- und durch den Abbau bisher unterschiedlicher Zugangsnahmen übertragen. regelungen und -beschränkungen stark vereinfacht. Unterstützung erhalten können nunmehr alle Ausländerinnen und Ausländer, die in Deutschland arbeiten dürfen, Berufliche Ausbildung befördern in der Regel unabhängig von Herkunftsland oder Aufenthaltsstatus. Sowohl die neuen gesetzlichen Regelungen Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist in Deutschland bei der Ausbildungsförderung als auch weiterbestehende immer noch einer der vielversprechendsten Wege, um aufenthaltsrechtliche Regelungen sehen Einschränkungen einen nachhaltigen Einstieg ins Berufsleben zu erreichen und Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Im Jahr 2019 lag die 6 IAB-Kurzbericht 3/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitslosenquote von Personen mit abgeschlossener Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
auf dem Gebiet der Voraufenthaltszeiten für Geduldete besserte sprachliche Unterstützung und Begleitung sowie und Gestattete vor. Für Geduldete ist das Instrument der über eine flexibilisierte Ausbildung die Mobilität von Einstiegsqualifizierung (EQ) nicht Bestandteil der Ausbil- jungen Menschen in Europa zum Zweck einer beruflichen dungsduldung. Ausbildung gefördert werden.
Darüber hinaus ist mit dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Reichweite arbeitsmarktbezogener Informa Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung (Arbeit- tionsmedien für Migrantinnen und Migranten von-morgen-Gesetz) ein Rechtsanspruch auf einen Be- erhöhen rufsabschluss für Geringqualifizierte geschaffen worden. Die arbeitsmarktbezogene Begleitung internationaler Dabei kann es nicht nur für Migrantinnen und Migran- Fachkräfte in Deutschland, aber auch die Ansprache von ten, sondern für alle Personen mit hohem individuellen Personen mit Zuwanderungsgeschichte mit für sie relevan- Unterstützungsbedarf hilfreich sein, wenn die Berufsaus- ten Arbeitsmarktinformationen wird für eine schnelle und bildung stärker modularisiert, Zwischenstufen zertifiziert qualifikationsadäquate Integration immer wichtiger. Diese und die Fördermöglichkeiten zielgenauer darauf ausge- Personen nutzen die Vielzahl bestehender Informationsanrichtet werden, was zu einer höheren Flexibilität führt.7 gebote wenig, möglicherweise aufgrund geringer Kenntnisse über Zuständigkeiten und Schwierigkeiten beim Auf- Verbesserungen bei der Ausbildung von Migrantinnen finden der Angebote. Stattdessen beziehen sie ihr Wissen und Migranten tragen zur Sicherung des qualifizierten zu Leben und Arbeiten in Deutschland häufig über selbst Erwerbspersonenpotenzials bei. Auch kann über eine ver- organisierte Foren in den digitalen und sozialen Medien.
7 h ttps://www.bpb.de/politik/innenpolitik/arbeitsmarktpolitik/ 187850/duales-system (abgerufen am 29.0.5.2020).
Studien und Erkenntnisse aus der Praxis zeigen, dass das Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen und Informationsverhalten von Zuwanderinnen und Zuwan- geflüchteten Frauen erhöhen derern häufig: Migrantinnen sind im Vergleich zu Frauen ohne Migra-
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dezentralisiert, in selbst organisierten Netzwerken und tionshintergrund seltener erwerbstätig und seltener in den digitalen und sozialen Medien stattfindet, qualifikationsadäquat beschäftigt, insbesondere, wenn
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nicht den auf breite Bevölkerungsgruppen angelegten Kinder im Haushalt leben. Alle Angebote und Maßnahmen, Informationsstrategien der öffentlichen Institutionen mit denen ihre Erwerbsbeteiligung erhöht werden soll, entspricht, sondern eine differenzierte Ansprache spe- müssen die Heterogenität der Zielgruppe berücksichtigen. zifischer Einwanderergruppen erforderlich macht, Hierfür ist ein intersektionaler Ansatz erforderlich, damit
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in Bezug auf digitale und soziale Medien überdurch- Migrantinnen mit den unterschiedlichsten Ausgangs- und schnittlich hoch ist, auch unter ansonsten schwer zu Lebenslagen ihre Chancen am Arbeitsmarkt ungeachtet erreichenden Gruppen, wie z. B. geflüchteten Frauen, ihres Geschlechts, ihrer Familiensituation und ihrer Her-
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sich in den Informationsbedarfen entlang verschie- kunft verwirklichen können. dener Faktoren (z. B. Herkunftsland/Sprache, Bildung, Arbeitsmarkt- und Aufenthaltsstatus) deutlich unter- Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist auch bei scheidet. der Integration von Migrantinnen in den Arbeitsmarkt relevant und zielt auf gleichen Zugang zu existenzsichern- Diese Erkenntnisse nutzen von der Bundesregierung ge- der Beschäftigung sowie Lohngleichheit für gleiche und förderte Projekte8, um Migrantencommunitys gezielter gleichwertige Arbeit, auf einen Abbau geschlechtsspezifianzusprechen und besser zu erreichen. scher Tätigkeitsfelder, Berufe und Branchen (z. B. Einzelhandel) sowie der Ungleichverteilung der Geschlechter auf betrieblichen Hierarchieebenen, auf Vereinbarkeit Vermeidung der Prekarisierung von Arbeits von Beruf und Familie bzw. Privatleben sowie auf die verhältnissen und von Arbeitsausbeutung von Über windung geschlechterbezogener Rollenstereotypen. Zugewanderten Die einzelnen Akteure am Arbeitsmarkt – Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Arbeitgeber(-verbände), Gewerkschaf- Eine nachhaltige Integration von Zugewanderten in Arbeit ten – können zwar jeweils Einfluss auf diese gleichstelwird auf lange Sicht nur zu fairen Bedingungen und ohne lungspolitischen Zielsetzungen nehmen, sie aber nicht Prekarisierung und Arbeitsausbeutung gelingen. Immer allein erreichen. Dennoch sollte jeder einzelne Arbeitsnoch nehmen Zuwandererinnen und Zuwanderer beson- marktakteur in seinem eigenen praktischen Einflussbeders häufig Tätigkeiten mit prekären Beschäftigungs- und reich alle vorhandenen Möglichkeiten auch tatsächlich Entlohnungsbedingungen auf, u. a. im Gastgewerbe, in der nutzen, um unabhängig vom Geschlecht gleiche Chancen Fleischindustrie, in der Landwirtschaft, in der Bauindustrie, bei Art der Beschäftigung, Einkommenshöhe und Arbeitsbei Paket-, Wach- und Sicherheitsdiensten, der Gebäude- bedingungen zu schaffen. betreuung oder der Arbeitnehmerüberlassung. Ursache sind auch fehlende oder geringe Sprachkenntnisse und/ Das Risiko, bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche sooder geringe System- und Rechtskenntnis. In der Folge sind wie bei den Beschäftigungsbedingungen Diskriminierung diese Migrantinnen und Migranten besonders von ihren zu erfahren, ist für Menschen mit Migrationshintergrund Arbeitgebern abhängig und haben teilweise Schwierigkei- hoch und für Migrantinnen noch höher als für Migranten. ten, ihre arbeitsrechtlichen Ansprüche geltend zu machen. Der weitere Abbau von und Schutz vor Diskriminierung Entsprechende Hinweise kommen auch von den Fachbera- ist dringend notwendig. tungsstellen mit langjähriger Praxis (u. a. den vom BMAS geförderten Programmen „Faire Integration“, „Faire Mobilität“ Hierfür sollte die in der Arbeitsförderung erprobte Strateund der Servicestelle gegen Arbeitsausbeutung, Zwangs- gie, die Gleichstellung von Frauen und Männern als arbeit und Menschenhandel, aber auch von landesfinanzier- Querschnittsaufgabe sowie die besondere Förderung von ten Beratungseinrichtungen wie Arbeit und Leben e. V.). Frauen beispielsweise in Form passgenauer Maßnahmen parallel zu verfolgen, um das Merkmal migrationssensibler Gendergerechtigkeit erweitert und auf andere Bereiche übertragen werden. So können Mehrfachdiskriminierungen, von denen Migrantinnen auf struktureller, institutioneller sowie individueller Ebene betroffen sind, umfas- 8 Unter anderem Handbook Germany, mbeon – Onlinesend erkannt, sichtbar gemacht und abgebaut werden. Beratung der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), Migrationsberatung MB 4.0. Dafür ist in allen relevanten Bereichen von den maßgeb-
lichen Akteuren, insbesondere von den Agenturen für Berufliche Aufwärtsmobilität von Arbeit, Jobcentern, Arbeitgeber(verbänden) und Gewerk- Migran tinnen und Migranten fördern schaften, eine migrationssensible Gleichstellungsstrategie zu verfolgen. Zielführend sind zudem Projekte, die sich Im niedrig qualifizierten Arbeitsmarktsegment bietet das direkt an Migrantinnen richten und ihre besonderen Be- Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und darfe berücksichtigen. für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung (Qualifizierungschancengesetz) auch Migrantinnen und Migranten Dabei ist die Expertise von Migrantinnen als Agentinnen die Chance, eine schnelle Arbeitsaufnahme in langfristig in eigener Sache, insbesondere bei der Konzipierung und stabile Beschäftigung zu verstetigen, und ermöglicht grund- Durchführung strukturwirksamer Programme und Maß- sätzlich einen beruflichen Aufstieg in höher qualifizierte nahmen, gezielt einzuholen. Arbeitsmarktsegmente. Hierzu wurden u. a. die Zugänge zur beruflichen Weiterbildungsförderung verbessert und flexibilisiert, indem auch zusätzliche oder ergänzende berufliche Familien von zuziehenden Fachkräften Qualifikationen gefördert werden können. Der Erwerb weiin den Blick nehmen terer beruflicher Kompetenzen ermöglicht es erwerbslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sich qualifikato- Ein Mangel an Fachkräften betraf vor der Corona-Krise in risch breiter und flexibler für den Arbeitsmarkt aufzustellen. Deutschland branchenübergreifend Unternehmen in allen Größenordnungen und wird auch danach wieder auftreten: Aktuell besitzen Beschäftigte, die selbst eingewandert sind, mit Es fehlen grundsätzlich nicht nur Handwerkerinnen und 59 Prozent deutlich seltener als Deutsche ohne Migrationshin- Handwerker, Ingenieurinnen und Ingenieure, Ärztinnen tergrund (76 Prozent ), aber auch seltener als Personen mit Miund Ärzte, Pflegekräfte. Durch Zuwanderung aus dem grationshintergrund der zweiten Generation (73 Prozent ) einen europäischen Ausland konnte in den vergangenen Jahren qualifizierenden beruflichen Abschluss. Hinzu kommt, dass die der Mangel teilweise abgemildert werden. Zudem ist am Teilnahmequote gering qualifizierter Beschäftigter der ersten 1. März 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) in Zuwanderergeneration an beruflicher Weiterbildung mit 12 Kraft getreten. Damit können insbesondere auch Fach- Prozent gegenüber 21 Prozent bei gering qualifizierten Beschäfkräfte aus Drittstaaten mit einer anerkannten ausländi- tigten ohne Migrationshintergrund deutlich geringer ausfällt.10 schen Berufsqualifikation einwandern. In der Kombination aus geringeren Anteilen an (anerkannten) beruflichen Abschlüssen und geringerer Weiterbildungsbeteili- Doch ist es keinesfalls selbstverständlich, dass internatio- gung besteht ein mögliches Erklärungsmuster, warum Mennal mobile Fachkräfte dauerhaft in Deutschland bleiben schen mit Migrationshintergrund doppelt so häufig unterwertig werden. Auch andere Industrienationen werben um Fach- beschäftigt sind als Personen ohne Migrationshintergrund.11 kräfte und gerade der Wettbewerb um Fachkräfte aus dem Gesundheitssektor verschärft sich mit der Corona-Pande- Sozialpartner, Arbeitsagenturen und Jobcenter müssen daher mie, da auch die meisten Herkunftsländer der Migrantin- die vom Gesetzgeber geschaffene Grundlage nutzen, um die nen und Migranten dauerhaft ihren Gesundheitssektor berufliche Entwicklung und den beruflichen Aufstieg zu unterstärken werden müssen. Um Fachkräften und ihren Fami- stützen, um eine einmal aufgenommene Beschäftigung zu einer lien das Ankommen auch außerhalb des Arbeitsplatzes zu nachhaltigen Arbeitsmarktintegration zu führen, und zwar unter erleichtern und ihre Bleibewahrscheinlichkeit zu fördern, Berücksichtigung formaler und non-formaler Kompetenzen. sind begleitende Angebote erforderlich, vor allem aber ein Anderenfalls ist ein dauerhafter „Drehtüreffekt“ zwischen Phareibungsloses Ineinandergreifen behördlicher Prozesse im sen niedrig qualifizierter Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zu Einreise- und Aufenthaltsverfahren und deren Verknüp- erwarten. Der Anschluss an sich ändernde Arbeitsmarktbedarfe fung mit privaten und öffentlichen Unterstützungsange- und -anforderungen wäre damit in Gefahr. boten im Bereich der Sprachförderung, der Kinderbetreuung, der Wohnungssuche, der Gesundheitsversorgung, etc. Informelle und non-formal erworbene Kompetenzen werden im deutschen Bildungs- und Beschäftigungssystem noch zu Wenn diese Faktoren die zuziehenden Familien zufrieden- wenig für die formale Anerkennung beruflicher Qualifikation stellen, ist deren langfristiger Verbleib in Deutschland und damit auch für die tarifliche Einordnung berücksichtigt. wahrscheinlicher.9 Möglichkeiten berufsbegleitender Qualifizierung und der Erwerb von Teilqualifikationen werden noch zu wenig genutzt.
10 IAB-Kurzbericht 19/2019, Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- 9 Ungeachtet davon kann auch zirkuläre Migration in und Berufsforschung (IAB). bestimmten Bereichen ein dauerhaftes Migrationsmodell darstellen. 11 Kracke, Nancy: Soziale Welt 67 (2016), S. 177–204.
Handlungsschwerpunkte
gungsförderungsgesetz (ABFG) wurde 2019 der Zugang von Ausländerinnen und Ausländern zur Berufsausbildungsförderung erleichtert. Die dadurch erweiterten Förder- Aufbauend auf die oben dargelegte Zielbestimmung für möglichkeiten werden Arbeitsagenturen und Jobcenter jedes der sechs Arbeitsthemen werden im Folgenden konsequent und auf den individuellen Fall abgestimmt Handlungsschwerpunkte definiert und Kernvorhaben ernutzen und dabei auch das 2020 neu geschaffene Recht arbeitet. Diese zielen auf mittelfristige Entwicklungslinien auf Nachholen eines Berufsabschlusses mit Leben füllen. und (überwiegend) kurzfristig wirksame Maßnahmen ab. Auch für Personen mit kurz laufenden Aufenthaltstiteln (z. B. subsidiär Schutzberechtigte) oder mit einer Duldung Berufliche Ausbildung befördern kommt eine Aufnahme in eine Fördermaßnahme unabhängig von der Restdauer des Aufenthaltsstatus in Betracht. Migrantinnen und Migranten ohne Hauptschulabschluss Duldungen bzw. Aufenthaltstitel werden häufig verlängert, haben es schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Der somit ist prognostisch eine Teilnahme auch an länger dau- Rechtsanspruch auf Nachholen eines Hauptschulabschlus- ernden Maßnahmen zu befürworten. Selbst im Falle einer ses soll ihnen helfen. Allerdings werden bestehende Förder- Ausreise während einer Maßnahme ist das keine verlorene angebote bisher wenig in Anspruch genommen. Die Gründe Investition, sondern befähigt die Personen mit den bis dahierfür sind noch nicht klar. hin erworbenen Qualifikationen zu besseren Startchancen in ihrem Herkunftsland.12 Wichtig ist daher die Ursachenforschung in diesem Feld: Konkret wird das BMAS deshalb als ersten Schritt einen Im Rahmen der neuen gesetzlichen Möglichkeiten sollen Praktikerworkshop organisieren, um zu analysieren, schließlich die verschiedenen Qualifizierungsbausteine beswieso die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den ser aufeinander aufbauen. Eine Flexibilisierung der Berufs- Ländern angebotenen Programme verhältnismäßig wenig ausbildung hilft, Ausbildungsabbrüche von Migrantinnen genutzt werden und woran ein nachholender Erwerb des und Migranten zu vermeiden. Die Unterscheidung zwi- HSA scheitert. In einem zweiten Schritt werden die Ergeb- schen „ungelernt“ und „abgeschlossener Berufsausbildung“ nisse bei der Maßnahmenplanung der BA berücksichtigt. ist zu strikt und wird den Ressourcen und Möglichkeiten Auch die Zusammenarbeit mit den für die Schulbildung eines erheblichen Teils der Personen mit Unterstützungszustän digen Bundesländern soll im Sinne der Betroffenen bedarf nicht gerecht. Auf (Teil-)Qualifizierungsmaßnahmen dadurch verbessert werden. müssen weitere zu einem späteren Zeitpunkt folgen können, die im Ganzen zu einem Berufsabschluss führen. Zudem muss von der Möglichkeit, die Ausbildung in Deutsch- Kernvorhaben 1: Spezielle Auszubildendenkurse im land unter Anrechnung der ausländischen Berufserfahrung Rahmen der Deutschsprachförderverordnung (DeuFöV) zu verkürzen, konsequenter und großzügiger Gebrauch gemacht werden. Vorhandene Sprachdefizite während einer Berufsausbildung gefährden vor allem den Besuch der Berufsschule. Daher wird das BMAS als Kernvorhaben spezielle Auszu- Reichweite und Wirkung arbeitsmarktbezogener bildendenkurse im Rahmen der Deutschsprachförderver- Informationsmedien für Migrantinnen und ordnung (DeuFöV) erproben, um Auszubildende besser auf Migranten ausbauen die sprachlichen Anforderungen ihrer Berufsschulen und ihrer Abschlussprüfungen vorzubereiten. Auf diese Weise Nach Angaben der Bundesagentur haben rund 50 Prozent sollen Abbruchquoten verringert und die Chancen auf der BA-Kunden einen Migrationshintergrund, darunter einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erhöht werden. über die Hälfte eigene Migrationserfahrung. Für diese Ziel- Statt allgemein berufssprachlicher Deutschkenntnisse gruppe sollen die vorhandenen Informationsangebote zum werden die spezifischen fachlichen Sprachkenntnisse für Arbeitsmarkt leichter zugänglich gemacht werden. einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss vermittelt und dadurch auch Ausbilderinnen und Ausbilder entlastet. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Abstimmung zwischen Berufsschulen, Betrieben, Teilnehmenden und Kursträgern gerichtet. Nach erfolgreicher Erprobung soll der Auszubil- 12 Das vom BMAS geförderte ESF-Programm „Integration dendenkurs in das Regelangebot übernommen werden. von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ begleitet diese Zielgruppe im Übergang zur beruflichen Ausbildung. Das Programm wird in der ESF-Förderperiode ab 2021 Im Themenforum wurden folgende weitere Handlungsfortentwickelt mit einem präventiven Schwerpunkt auf der empfehlungen erarbeitet: Durch das Ausländerbeschäfti- Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen.
| Kernvorhaben 2: Ausbau der Zugänglichkeit von PLATTFORM ZU ZIEL (2): Informationsangeboten Mediendienst „Emploi Allemagne“ | ||
|---|---|---|
| PLATTFORM ZU ZIEL (2): Mediendienst „Emploi Allemagne“ | ||
| PLATTFORM ZU ZIEL (2): Mediendienst „Emploi Allemagne“ | ||
| Allemagne“ berücksichtigt, dass Französinnen und Franzosen sich häufig nicht als Migrantinnen bzw. Migranten betrachten. Dieser Begriff wird als negativ konnotiert wahrgenommen, weshalb Migrations- beratungsstellen oder Angebote für „Migranten“ wenig aufgesucht werden. Stattdessen wird auf Facebook-Gruppen wie „Les Français de Berlin“ oder „Français en Allemagne“ zurückgegriffen, die von Zugewanderten initiiert und verwaltet werden und verschiedenste, für Zugewanderte relevante Themen abdecken. Das Team kooperiert zur Verbreitung seiner Inhalte mit den Administratorinnen und Administratoren wichtiger französischsprachiger Foren in den sozialen Medien. |
Kernvorhaben 2: Ausbau der Zugänglichkeit von Informationsangeboten
Für eine bessere Erreichbarkeit von Zugewanderten sind die vorhandenen Angebote auf den Portalen der BA in weiteren Fremdsprachen und auch in leichter Sprache auszubauen. Die allgemeinen Arbeitsmarktinformationen auf der Website der BA sind derzeit in Deutsch, Englisch und Arabisch vorhanden. Insbesondere für Neuzuge- wanderte und Zuwanderungsinteressierte mit geringem Deutschsprachniveau erleichtert ein Ausbau der Mehr- sprachigkeit den Zugang zu migrations- und integrations- bezogenen Informationen des Arbeitsmarktes.
erste Elemente für eine Weiterentwicklung ihrer öffentlichen Portale und Kampagnen dargestellt. Im Rahmen der regulären Dialogformate werden das BMAS und die BA die Informationsbereitstellung für Migrantinnen und Migranten regelmäßig aufrufen.
Vermeidung der Prekarisierung von Arbeits schenhandel sowie das ebenfalls vom BMAS geförderte verhältnissen und von Arbeitsausbeutung Arbeitsmarktprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ Schulungen und Wissensaustausch angeboten (u. a.
| Mit dem Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozial- zum Aufenthaltsrecht, zu interkultureller Öffnung und leistungsmissbrauch wurden die Prüf- und Ermittlungs- Diversity). Bereits abgeschlossen wurde eine Vereinbarung befugnisse der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) u. a. zu Schulungsmaßnahmen bzgl. besonderer Ausbeutungs- in Bezug auf die Bekämpfung von Menschenhandel im risiken und zum Opferschutz. Zusammenhang mit Beschäftigung, Zwangsarbeit und Ausbeutung der Arbeitskraft ausgeweitet. Für die Wahr- Gleichzeitig werden auf lokaler Ebene regelmäßige regional nehmung der neuen Befugnisse auf der Grundlage des Veranstaltungen („Runde Tische“) zwischen Zoll, regionalen Gesetzes ist eine signifikante Stärkung des Personals in Fachberatungsstellen und weiteren Akteuren (wie u. a. den der Zollverwaltung beabsichtigt. Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit, den Landesministerien und Arbeitsschutzbehörden, der Staats- Parallel sollen die vom BMAS geförderten Fachberatungs- anwaltschaft, Polizei, den Kommunen, Ausländerbehörden stellen zu sozial- und ausländerrechtlichen Fragen der und Migrantenorganisationen) angestrebt und durch regio- „Fairen Mobilität“ (für EU-Staatsangehörige) und der nale Kooperationsvereinbarungen institutionalisiert. „Fairen Integration“ (für Drittstaatsangehörige) mittel- fristig verstetigt werden. Damit ist seitens des Bundes die Grundlage für eine erfolgreiche und dauerhafte Zusam- PLATTFORM ZU ZIEL (3): menarbeit zwischen den Fachberatungsstellen (u. a. „Faire Integration“, „Faire Mobilität“) und der FKS gelegt. Leitfaden für die Kooperation zwischen | |
|---|---|
| PLATTFORM ZU ZIEL (3): Leitfaden für die Kooperation zwischen | |
| Behörden und Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg Die Landesregierung Baden-Württemberg hat einen Runden Tisch zur Bekämpfung von Menschenhan- del zum Zwecke der Arbeitsausbeutung eingerichtet. Daraus entstanden ist der Leitfaden für die Koopera- tion zwischen Behörden und Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg zur Verbesserung des Schutzes von Opfern, der Durchsetzung ihrer Rechte sowie der Strafverfolgung in Fällen von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung. Der Leitfaden zeigt auf, wie eine koordinierte Zusammenarbeit der Akteure auf Landesebene mit den lokalen und überregionalen Akteuren aussehen kann. Dies soll insbesondere prak- tikable Abläufe bei Bekanntwerden eines Falles von Arbeitsausbeutung schaffen. Zudem sollen die rele- vanten Stellen sowie die Allgemeinheit für Anzeichen von Arbeitsausbeutung sensibilisiert werden. |
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konforme Verhalten der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zum Ziel hat. Für eine verbesserte Zusammenarbeit vor Ort auf Basis einer einheitlichen Grundlage wird eine Koopera- Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen und tionsvereinbarung zwischen dem BMAS und dem Bundes- geflüchteten Frauen erhöhen ministerium der Finanzen (BMF) in den Blick genommen.
Kernvorhaben 4: ESFProgramm zur Förderung von
Ein Informationsaustausch hinsichtlich der jeweiligen Auf- Frauen mit Migrationshintergrund (einschließlich gaben und Arbeitsstrukturen der FKS und den Fachbera- geflüchteter Frauen) am Arbeitsmarkt tungsstellen wurde im Verlauf des Arbeitsprozesses bereits mittels mehrerer gemeinsamer Workshops begonnen. Kernvorhaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wird ein neu geschaffenes Programm zur Der FKS werden über die vom BMAS geförderte Service- Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund (einstelle gegen Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und Men- schließlich geflüchteter Frauen) am Arbeitsmarkt sein,
das in der kommenden Förderperiode des Europäischen Damit Migrantinnen besser erreicht und bestehende Sozialfonds (ESF) von 2021 bis 2027 an den Start geht. Das Bedarfe in passgenaue Angebote übersetzt werden, sollte Programm soll dazu beitragen, den Anteil bisher arbeits- verstärkt in Netzwerken aus Agenturen für Arbeit und Jobloser Frauen mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt centern, Migrant(innen)organisationen und spezialisierten und in Bildungsmaßnahmen zu erhöhen. Auch Migran- Trägern gearbeitet werden. tinnen in prekären Beschäftigungen und in Teilzeit sollen durch Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme unterstützt Es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung von Arbeitgewerden, ihre Position auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. berverbänden, Kammern, Gewerkschaften und des Arbeit- Das Programm wird u. a. Qualifizierungsmaßnahmen zur geberservices der BA, um Diskriminierung von Migran- Erhöhung der beruflichen Handlungskompetenz und der tinnen auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Dabei geht Grundkompetenzen, Maßnahmen zur Vermittlung von es auch darum, die Vorstellungen von einem „normalen“ Arbeitsmarktkenntnissen, Hospitationen für Frauen ohne Lebenslauf zu erweitern und sich den Potenzialen auch oder mit wenig Berufserfahrung enthalten ebenso wie die gebrochener (Erwerbs-)Biografien noch stärker zu öffnen. Begleitung während Maßnahmen. Beratungs-, Informations- und Unterstützungsangebote für Das Programm wird die nachfolgenden von der Arbeits- Arbeitgeber sollten Schulungen zu Antidiskriminierung mit gruppe des NAP-I erarbeiteten Empfehlungen aufgreifen, einem Fokus auf Geschlecht und Migrationshintergrund sodie sich an alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt richten, und wie zu interkultureller Kompetenz umfassen. Solche Angebote damit breit ausgerichtet sein. können Arbeitgebern helfen, die Chancen einer interkulturellen Öffnung für ihren Betrieb besser zu nutzen und ihnen Im Themenforum wurde festgestellt, dass Migrantinnen ein Instrumentarium an die Hand geben, um Widerstände von den Beratungs- und Vermittlungsinstrumenten der bei Kundschaft und Belegschaft zu überwinden. Bestehende Arbeitsverwaltung bisher durchschnittlich schlechter er- Förderprogramme (z. B. „Integration durch Qualifizierung – reicht werden als andere Gruppen. Agenturen für Arbeit IQ“ und „Stark im Beruf“) werden dabei Unterstützung leisten. und Jobcenter sollten daher schon bei der Strategie- und Migrantinnen können zudem besonders von beruflichen Maßnahmenplanung mögliche besondere Bedarfe von Netzwerken und Mentoringangeboten profitieren. Migrantinnen stärker berücksichtigen. Dabei sollen vorhandene Ressourcen und Potenziale von Migrantinnen ge- PLATTFORM ZU ZIEL (4): nutzt und Wege in (Weiter-)Qualifizierung eröffnet werden.
Multikulturelles Forum
Maßnahmen, die sich an Mütter richten, können gleich-
„Starke Mütter – Starke Unternehme Plus13“
zeitig auch auf die Integration der Kinder über frühkindliche Förderangebote abzielen und die entsprechenden Das „Multikulturelle Forum“ fördert die gesellschaftli- Maßnahmenangebote sinnvoll vernetzen. che und berufliche Teilhabe von Frauen mit Migrationshintergrund durch Beratung und Netzwerkarbeit. Migrantinnen, die arbeitsmarktfern sind, benötigen Unter- Im Fokus der Beratung liegen stets die Fähigkeiten stützung, um Regelangebote überhaupt erst nutzen zu und Kompetenzen der Frauen. Das Forum geht auf können. So brauchen sie Wissen über die Funktionsweise arbeitsmarktpolitische Akteure und Unternehmen zu, der Arbeitsverwaltung und ggf. Zugang zu Angeboten der um diese Potenziale sichtbar zu machen. Durch die Grundbildung. Zusammen sollte eine individuelle Zukunfts- Begegnung zwischen den Frauen und Arbeitgebern, perspektive entwickelt werden. Informationsangebote z. B. werden Unternehmen für die Erwerbspotenziale der zur (Frauen-)Gesundheit, zum Verbraucherschutz oder An- Zielgruppe sensibilisiert. Das Forum erfüllt den hohen gebote zur Sprachpraxis können dabei Türen öffnen. Beratungs- und Informationsbedarf der Arbeitgeber und bietet Unterstützung und Begleitung bei und Es bedarf einer kontinuierlichen und vertrauensvollen Benach der Stellenbesetzung. Mit dem „Interkulturellen gleitung, die die ganze Familie in den Blick nimmt und nach Wirtschaftspreis“ ehrt das „Multikulturelle Forum“ der erfolgreichen Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder zudem gemeinsam mit den Kommunen und Kam- Qualifizierung weitergeführt wird, um das gerade begonnemern im westfälischen Ruhrgebiet Unternehmen, ne Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis zu stabilisieren. die kulturelle Vielfalt wertschätzen, fördern und als Gewinn für ihren Betrieb verstehen. Die BA entwickelt ihre Schulungsangebote zu Interkulturalität und Diversity und zu Gleichstellung im Sinne einer migrationssensiblen Gleichstellungsstrategie fort. 13 ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ des BMFSFJ
Familien von zuziehenden Fachkräften in den PLATTFORM ZU ZIEL (5): Blick nehmen
Business Immigration Service des
Kernvorhaben 5: Einrichtung „Regionaler Koordina
Landes Berlin
tionsstellen Fachkräfteeinwanderung“ in jedem Bundes
land Der Business Immigration Service (BIS) wurde 2014
als bundesweit erste Plattform für alle Visa- und Um zuziehenden Fachkräften und ihren Familien das Aufenthaltsfragen der Akteure aus Wirtschaft und Ankommen in Deutschland zu erleichtern, müssen die Verwaltung in Berlin gestartet. Besonderheit ist die beteiligten Institutionen und die Arbeitgeber bestmöglich Bearbeitung aller Aufgaben, die sich für Unternehkooperieren. Als Kernvorhaben wird das Förderprogramm men beim Anwerben und Ankommen von Fach- „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ dafür in jedem kräften und deren Familienangehörigen in Berlin Bundesland „Regionale Koordinationsstellen Fachkräfte- stellen, in einem One-Stop-Government-Verfahren. einwanderung“ einrichten. Diese werden regionale Ver- Das BIS fasst alle notwendigen Verfahren, die in einbarungen abschließen zwischen Ausländerbehörden, der Ankommensphase für Fachkräfte eine beson- Agenturen für Arbeit, Welcome-Centern und Wirtschafts- dere Herausforderung darstellen, zusammen und förderung, Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Kammerver- beschleunigt diese. Kooperationspartner sind das tretungen. Mit Blick auf Arbeitgeber als Erstverantwort- Landesamt für Einwanderung (LEA), die Landesliche der Integration werden diese und in bestimmten entwicklungsgesellschaft Berlin Partner GmbH, die Fällen auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Industrie- und Handelskammer Berlin sowie die Integrationsmanagement der Familie unterstützt. Fragen Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesder Wohnungssuche, der Krankenversicherung, der Ent- agentur für Arbeit, die Handwerkskammer Berlin wicklung des Sprachvermögens, der Kinderbetreuung, und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. der Einrichtung eines Bankkontos, aber auch Fragen des Aufgrund der hohen Inanspruchnahme des BIS Familiennachzugs und des Erwerbs eines dauerhaften durch Berliner Unternehmen werden die Kapazi- Aufenthaltstitels betreffen zuziehende Fachkräfte und täten derzeit ausgeweitet. Zentrale Merkmale des ihre mitziehenden Partner und Familienangehörigen. BIS sind eine auf Kooperationsvereinbarungen Hierbei verweisen die „Regionalen Koordinationsstellen basierende Zusammenarbeit, die wirtschaftsnahe Fachkräfteeinwanderung“ an Welcome-Center, die Mi- Ausrichtung an den unternehmerischen Bedarfen grationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), die sowie eine Erprobung serviceorientierten Handelns Jugendmigrationsdienste (JMD), Willkommenslotsen und der Verwaltung zusammen mit Akteuren der Wirtähnliche lokale oder regionale Strukturen und nutzen die schaft. Erfahrungen, Kompetenzen und Ressourcen der anderen Handlungsschwerpunkte des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Diese Strukturen ebenso wie die berufsbegleitenden Sprachkurse und die Sprachkurse für Familienangehörige und das ESF-Programm „Passgenaue Besetzung“ sollen für eine Mitarbeit innerhalb der regionalen Netzwerke gewonnen werden. In den Blick genommen wird auch, wie sich öffentliche Angebote und die des jeweiligen Arbeitgebers aufeinander abstimmen lassen.
| PLATTFORM ZU ZIEL (6): | |
|---|---|
| Mit dem Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiter- bildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung (Arbeit-von-morgen-Gesetz) sowie dem Gesetz zur Stärkung der Chancen für Quali- fizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversi- cherung (Qualifizierungschancengesetz) sind die Rahmen- bedingungen für die Beschäftigungsaufnahme und für die berufliche Aufwärtsmobilität von Migrantinnen und Migranten deutlich verbessert worden. In diesem Bereich wird es daher aus Sicht des Themen- forums insbesondere auf die praktische Anwendung der neuen rechtlichen Qualifizierungsmöglichkeiten für die Gruppe der beschäftigten Migrantinnen und Migranten ankommen. Diese nehmen bisher deutlich seltener an beruflicher Weiterbildung teil als Deutsche ohne Migrati- onshintergrund. Hierfür sind aus Sicht des Themenforums folgende Maßnahmen umzusetzen: | QUAZ.RUHR – Sprach- und Qualifizierungs- zentrum für Zugewanderte Das Sprach-, Qualifizierungs- und Ausbildungs- zentrum „Quaz.Ruhr“ in Bochum bietet ein Bündel aus (berufsbezogener) Sprachförderung, beruflicher Anerkennung, Kompetenzfeststellung, Soft-Skills- Training, Erprobungen in Betrieben, beruflicher Weiterbildung und Bewerbungstraining, um Zuge- wanderte in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu in- tegrieren. In Branchen wie Hotel und Gaststätten, Lager/Logistik, Metall/Elektro und Pflege erhalten alle Teilnehmenden sozialpädagogische Begleitung, Jobcoaching und Kinderbetreuung. Alles wird zen- tral an einem Ort angeboten und durch die Koope- ration der Akteure den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden angepasst. Das Modellprojekt wird von der lokalen Agentur für Arbeit und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert und von vier |
| regionalen Bildungsanbietern umgesetzt. |
nahmen, indem die Kostensätze deutlich angehoben und größerer Spielraum bei der Maßnahmenzulassung
Ausblick
geschaffen wird. Somit können Zertifizierungen nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) und Bundesdurchschnittskosten- Migrantinnen und Migranten erbringen, unabhängig sätze nach den individuellen wie den betrieblichen davon, wo sie tätig sind, bedeutsame Beiträge für die Wirt- Qualitätsansprüchen bemessen werden und dadurch schaftsleistung und den sozialen Wohlstand in Deutschsprachliche, inhaltliche und didaktische Besonder- land. Dies zeigt sich auch in der aktuellen SARS-CoV-2-Panheiten bei der Weiterbildung von Migrantinnen und demie: So sind u. a. in systemrelevanten Branchen wie Migranten berücksichtigt werden. dem Gesundheitssektor und der Altenpflege besonders
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Leichter Zugang zu fundierter und bundesweit einheit- viele Einwanderinnen und Einwanderer und ihre Nachlicher Beratung und Förderung auch für beschäftigte kommen tätig. Migrantinnen und Migranten.
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Umfangreiche Umsetzung des Anspruchs auf Förderung Alle sechs aufgegriffenen Handlungsschwerpunkte sind einer beruflichen Nachqualifizierung, wenn durch den darauf gerichtet, das verfügbare Fach- und Arbeitskräfte- Berufsabschluss die Beschäftigungsfähigkeit ge steigert potenzial einer möglichst hohen und hochwertigen Erwerbswird. Phasen betrieblicher Kompetenzentwicklung beteiligung von Migrantinnen und Migranten für Wirtschaft „on the job“, betrieblicher Weiterbildung und Weiter- und Arbeitsmarkt auszuschöpfen und zu erweitern. Gleichbildung bei Arbeitslosigkeit müssen aufeinander ab- zeitig werden individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten und gestimmt werden, um mittelfristig möglichst häufig Teilhabechancen verbessert. Das Bundesministerium für zu einem berufsqualifizierenden Abschluss zu führen Arbeit und Soziales (BMAS) wird diese Handlungsschwer- (berufsabschlussorientierte Teilqualifizierung). punkte mit den unterlegten Instrumenten und Maßnahmen
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Bei der Umsetzung des neuen Instruments der „Lebens- im Austausch mit den jeweiligen staatlichen und zivilgesellbegleitenden Berufsberatung“ der BA verstärkt auf die schaftlichen Akteuren weiterverfolgen. Beteiligung der Gruppe derjenigen Migrantinnen und Migranten achten, die qualifikationsinadäquat und/ Das BMAS und die BA werden die Handlungsschwerpunkte, oder in niedrig qualifizierten Arbeitsmarktsegmenten insbesondere zu Ausbildung, zum Einsatz digitaler Medien, beschäftigt sind, z. B. durch Berücksichtigung von Be- zur Förderung von Migrantinnen sowie zur beruflichen ratungsleistung in den Zielerreichungsparametern der Aufwärtsmobilität, in der nächsten Legislaturperiode in Agenturen für Arbeit. der Rahmenzielvereinbarung des SGB III berücksichtigen und mit Indikatoren hinterlegen.
Für die kompetente und engagierte Mitarbeit der Migran- schaft und Expertenorganisationen, Sozialpartnern und tenorganisationen, der Vertreterinnen und Vertreter von Fachverbänden bedankt sich das Bundesministerium für Bund, Ländern und Kommunen, Zivilgesellschaft, Wissen- Arbeit und Soziales (BMAS) herzlich.
Am Themenforum beteiligte Akteure
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B undesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) B undesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber-
(Federführung) verbände (BDA)
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Agentur für Arbeit Heilbronn B undesweiter Koordinierungskreis gegen
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Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) Menschenhandel e. V. (KOK)
-
Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein e. V. – Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)
-
Arbeit und Leben Hamburg e. V. – Business Immigration Service (BIS)
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Auswärtiges Amt (AA) – BWK Bildungswerk in Kreuzberg GmbH
-
AWO Bundesverband e. V. – C harité Universitätsmedizin Berlin, Integrationsma-
-
nagement
B eauftragte der Bundesregierung für Integration,
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Migration und Flüchtlinge (IntB) Charta der Vielfalt e. V.
- B eauftragte des Senats von Berlin für Integration – D achverband der Migrantinnenorganisationen e. V.
und Migration (DaMigra)
- B ehörde für Arbeit, Soziales, Familie und – D achverband Migrantenorganisationen in
Integration, Hamburg Ostdeutschland (DaMOst)
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Berami berufliche Integration e. V. – Der Paritätische Gesamtverband (DPWV)
-
Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie – Deutsche Bahn AG
-
Berliner Landesamt für Einwanderung (LEA) – Deutsche Telekom AG
-
Beschäftigungsförderung Göttingen (kAöR) – Deutscher Caritasverband e. V. (DCV)
-
B ezirksregierung Arnsberg „Landesweite Koordinie- – Deutscher Frauenrat (DF)
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rungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI)“ Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
- B ildungszentrum für Flüchtlinge der Stadt Bundesvorstand
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Göttingen D eutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
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B undesagentur für Arbeit (BA) – Zentrale Deutscher Städtetag (verschiedene Fachbereiche) – D eutscher Verein für öffentliche und private
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B undesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Fürsorge e. V.
– –
B undesarbeitgeberverband der Personaldienst leister Deutsches Institut für Menschenrechte (BAP) – Deutsches Rotes Kreuz KV Bremen e. V.
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) – D eutsches Zentrum für Integrations- und
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Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen Migrationsforschung e. V. (DeZIM)
– –
Bundesministerium der Finanzen (BMF) DGB Bildungswerk Bund
– –
Bundesministerium des Innern, für Bau und Diakonie Deutschland Heimat (BMI) – D IHK Service GmbH/NETZWERK Unternehmen
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B undesministerium für Bildung und Forschung integrieren Flüchtlinge (BMBF) – DRK e. V. Generalsekretariat
- B undesministerium für Familie, Senioren, Frauen – Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH
und Jugend (BMFSFJ) – E U-Gleichbehandlungsstelle bei der Beauftragten
–
B undesministerium für Wirtschaft und Energie der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und (BMWi) Integration (EU-GS)
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Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Neue deutsche Medienmacher e. V.
– –
EXIS Europa e. V. neue deutsche organisationen e. V. (ndo)
– –
F ITT – Institut für Technologietransfer an der Hoch- Niedersächsischer Integrationsrat schule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes – Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd gGmbH – P aritätischer Wohlfahrtsverband Schleswig-
–
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e. V. Holstein
- Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) – P assage gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und
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F orum der Migrantinnen und Migranten im Integration mbH (Hamburg) Paritätischen – P ro Arbeit – Kreis Offenbach Kommunales
–
Frauenbildungsnetzwerk MV e. V. Jobcenter
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Friedrich-Ebert-Stiftung Pro Asyl e. V.
– –
Generalzolldirektion RKW Nord GmbH
– –
Geographisches Institut, Universität Bonn Sächsischer Flüchtlingsrat e. V.
– –
IG Metall Frankfurt S achverständigenrat deutscher Stiftungen für
- i GZ Interessenverband Deutscher Zeitarbeits- Integration und Migration GmbH (SVR)
–
unternehmen e. V. S enatsverwaltung für Integration, Arbeit und
-
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Soziales des Landes Berlin
-
I nstitut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) – T echnische Hochschule Nürnberg
-
Georg Simon Ohm – Institut für E-Beratung
I nstitut für Berufsbildung und Sozialmanagement
–
gGmbH T echnische Universität Dresden, Zentrum für
- Integrationsstudien
I nstitut für Sozialpädagogische Forschung
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Mainz e. V. The African Network of Germany e. V. (TANG)
-
Jobcenter Köln – T hüringer Agentur für Fachkräftegewinnung
-
in der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG)
Jobcenter Mayen-Koblenz
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- T-Systems Multimedia Solutions GmbH
Kobra Beruf, Bildung, Arbeit Berlin
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- Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH
Kurdische Gemeinde Deutschland e. V. (KGD)
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- Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e. V. (TBB)
L a Red e. V. Migrantenorganisation und aner kannter
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Bildungsträger der Bundeszentrale Verband der Kolping-Bildungsunternehmen für politische Bildung Deutschland e. V.
- L AMSA – Landesnetzwerk Migranten organisationen – Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e. V. (VDSH)
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e. V. (LAMSA) Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA) Regional-
- L andesnetzwerk Migrantenorganisationen verband Berlin/Brandenburg e. V.
–
Sachsen-Anhalt e. V. (LAMSA) Verdi
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Landkreis Hersfeld-Rotenburg VIA Bayern Verband für Interkulturelle Arbeit e. V.
- L andratsamt Böblingen, Amt für Migration und (IQ-Netzwerk)
–
Flüchtlinge Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT),
- L udwig-Maximilians-Universität München, IQ NRW
–
Institut für Soziologie Westdeutscher Rundfunk (WDR)
– –
Metropol FM GmbH & Co. KG Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH
– –
M inisterium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Mecklenburg-Vorpommern Bundesagentur für Arbeit (ZAV)
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M inisterium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisie- Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) rung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
–
M inor-Projektkontor für Bildung und Forschung gGmbH (Netzwerk IQ)
| B 2 A | . us | e F E g | r r r an | i ü z g | c i sl | hte der Th hkindliche B ehung age | e il | m d | u | e n | n g O K | f , bw ind | o B ohl ern | r e sic mi | e tr h di t M | n euung und e Bildungsbeteiligung von unter dreijährigen igrationshintergrund im Laufe der Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Int Bil gle im Be oh Be | eg du ich Ki tre ne gin | rat ng e nd uu Mi n | ion , B Tei esa ng gr an | b etr lha lte un ati fai | ede euu be r z d E ons re | utet für die Angebote frühkindl ng und Erziehung, Chancenger und Schutz vor Diskriminierun u gewährleisten. Frühkindliche rziehung muss allen Kindern – geschichte – offenstehen, damit Chancen haben: „Indem die Bild | iche ech g be Bild mit sie ung | r tigk reit un un von sei | eit, s g, d n- | v d p g s h i | erb er B fleg rati ich int n Ki | esse ete e z ons 21 P ergr nde | rt h ilig wisc hin roz un rta | at2, ung he terg ent d un ges | zeigt sich nach wie vor eine Differenz in an Kindertagesbetreuung und Kindertages- n Kindern aus Familien mit und ohne Mi- rund: Bei den unter Dreijährigen befinden der Kinder aus Familien mit Migrations- d 42 Prozent ohne Migrationshintergrund betreuung. Bei den Drei- bis Sechsjährigen |
richtungen gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleich- wurden im Jahr 2019 100 Prozent der Kinder aus Familien heit fördern, wirken sie systematischer Benachteiligung ohne Migrationshintergrund sowie 81 Prozent der Kinder aufgrund der sozialen Herkunft, des Geschlechts und aus Familien mit Migrationshintergrund betreut.3 Auch das anderer Merkmale entgegen.“1 Jahresgutachten 2019 des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) macht Kindertageseinrichtungen oder die Kindertagespflege deutlich, dass sich die Inanspruchnahme der Kindertagesstellen für Kinder die ersten Bildungsorte außerhalb der betreuung zwischen Familien mit und ohne Migrations- Familie dar. Seit dem 1. August 2013 haben alle Kinder ab hintergrund immer noch unterscheidet. dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz (Kinderförderungsgesetz). Um bundesweit ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot an Betreuungsplätzen zu schaffen, haben Bund, Länder und Kommunen bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. Diese spiegeln sich z. B. in der Anzahl der in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege betreuten Kinder wider. Seit der Veröffentlichung des letzten Nationalen Aktionsplans Integration (NAP-I) im Jahr 2012 wurden 231.351 zusätzliche Plätze geschaffen. Das bedeutet einen Anstieg von ca. 29 Prozent. 2 Deutsche UNESCO-Kommission e. V. (Hrsg.) (2018): Blickwinkel Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem. Verfügbar unter: https://www.unesco.de/sites/default/ 1 Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2018): files/2018-01/BlickwinkelMaaz_FINAL.pdf, S. 5 Bildung in Deutschland 2018. Ein indikatorengestützter [Zugriff: 16.07.2019]. Bericht mit einer Analyse zu Wirkungen und Erträgen von Bildung. Verfügbar unter: https://www.bildungsbericht.de/ 3 Destatis: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaftde/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2018/pdf- Umwelt/Soziales/Kindertagesbetreuung/Tabellen/ bildungsbericht-2018/bildungsbericht-2018.pdf, betreuungsquote-migration-unter6jahren-aktuell.html S. 1. [Zugriff: 16.07.2019]. [Zugriff: 25.03.2020].
Der Bericht „Bildung in Deutschland 2018“ konstatiert: und Unterstützung von Eltern mit Migrationsgeschichte.7 „Damit stellt sich für das Bildungssystem auch künftig die Eine übergeordnete Bedeutung nimmt bei allen Maßnah- Aufgabe, eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe […] weiter men der verlässliche Schutz vor Diskriminierung ein. Dazu zu fördern. Auch wenn Disparitäten durch viele Faktoren gehören das Erkennen und Abbauen von struktureller und hervorgerufen werden […], so verweist doch der stark er- direkter Diskriminierung und Rassismus in Kindertageshöhte Anteil von Risikolagen bei Menschen mit Migrations- einrichtungen und Kindertagespflege. Ein Aspekt ist dabei hintergrund auf besondere Herausforderungen.“4 die Aufdeckung von Zugangshürden und Maßnahmen zu ihrem Abbau. Ein zweiter Aspekt ist die Sensibilisierung Die Gründe, warum Kinder aus Familien mit Migrations- der Fachkräfte für Formen und Auswirkungen von Disgeschichte seltener Kindertageseinrichtungen besuchen, kriminierung. Ein dritter Aspekt ist die Verbesserung des sind vielfältig. „Hürden sind aus Sicht der Eltern vor allem rechtlichen Diskriminierungsschutzes, mit der Zurverdie als gering wahrgenommene Qualität der Betreuung und fügungstellung von Informationen und Beratungs- sowie die unzureichende interkulturelle Öffnung.“5 Inwief ern Beschwerdemöglichkeiten. rassistische Diskriminierungen, in direkter wie institutionalisierter Form, auch als Zugangshürden zur Kita wirken, wurde bisher nicht untersucht. Die Platzknappheit gilt als Maßnahmen des Bundesfamilienministeriums im weiterer, zentraler Einflussfaktor bei der Inanspruchnahme Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung außerfamilialer Kindertagesbetreuung.6 Darüber hinaus und Erziehung können – insbesondere für Familien mit Migrationsgeschichte – schwer verständliche Antrags- und Vergabe- Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Kinderverfahren für Kitaplätze und zu hohe Elternbeiträge tagesbetreuung für Kinder ab dem vollendeten ersten weitere Hindernisse darstellen. Lebensjahr im Jahr 2013 wurden seitens des Bundes, der Länder und Kommunen vielfältige Maßnahmen unter- Um Kindern mit Migrationsgeschichte frühe Zugänge zu nommen, um den Bereich der frühkindlichen Bildung, Bildung, Betreuung und Erziehung zu ermöglichen, reicht Betreuung und Erziehung zu stärken. Von den nachfolder quantitative Ausbau von Kindertagesbetreuung allein genden Programmen und Initiativen profitieren Kinder nicht aus. Parallel dazu müssen die Qualität verbessert und mit Migrations hintergrund sowohl durch die Bereitstelstrukturelle Zugangsbarrieren abgebaut sowie der Schutz lung von zu sätzlichen Kita-Plätzen als auch in Bezug auf vor Diskriminierung verbessert werden. Bereits 2012 qualitative Aspekte wie Personalausstattung, sprachliche wurden im Rahmen des NAP-I hierzu u. a. folgende Maß- Bildung oder bedarfsgerechte Zugänge für alle Familien. nahmen benannt und in der Folge zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht: die bedarfsgerechte Gewinnung Mit dem „GuteKiTaGesetz“ unterstützt der Bund die Länzusätzlicher Fachkräfte, die interkulturelle Öffnung von der dabei, die Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln. Betreuungseinrichtungen, die Verbesserung der sprach- Bis 2022 werden insgesamt 5,5 Milliarden Euro investiert, lichen Bildung der Kinder sowie die verstärkte Ansprache um Verbesserungen in der Qualität in der Kindertagesbetreuung sowie die Entlastung der Eltern bei Gebühren umzusetzen. Darüber hinaus setzt der Bund mit dem
Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen
und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“
wichtige Impulse. Länder und Träger werden dabei unter- 4 Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2018): stützt, pädagogische Fachkräfte zu gewinnen, langfristig Bildung in Deutschland 2018. Ein indikatorengestützter im Beruf zu halten und Aufstiegschancen zu ermöglichen. Bericht mit einer Analyse zu Wirkungen und Erträgen von Bis 2022 stellt der Bund dafür rund 160 Millionen Euro zur Bildung. Verfügbar unter: https://www.bildungsbericht.de/ de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2018/ Verfügung.8 pdf-bildungsbericht-2018/bildungsbericht-2018.pdf, S. 39 [Zugriff: 16.07.2019].
5 Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (2013): Hürdenlauf zur Kita: Warum Eltern 7 Die Bundesregierung (2012): Nationaler Aktionsplan mit Migrationshintergrund ihr Kind seltener in die Integration. Verfügbar unter: https://www.bundesregierung. frühkindliche Tagesbetreuung schicken. Verfügbar unter: de/resource/blob/992814/441026/136cdd0c82e45766265 https://www.stiftung-mercator.de/media/downloads/3_ a0690f6534aa9/2012-01-31-nap-gesamt-barrierefrei-data. Publikationen/SVR_Huerdenlauf-zur-Kita_Juni_2013.pdf, pdf?download=1. [Zugriff: 16.07.2019]. S. 3, [Zugriff: 27.11.2019]. 8 Das Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen 6 Deutsches Jugendinstitut München (Hrsg.) (2019): DJI und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“. Impulse. Nr. 121. Verfügbar unter: https://www.dji.de/ Verfügbar unter: https://www.fruehe-chancen.de/themen/ fileadmin/user_upload/bulletin/d_bull_d/bull121_d/ fachkraefte/was-politik-leistet/fachkraefteoffensive/ DJI_1_19_Web.pdf [Zugriff: 15.01.2020]. [Zugriff: 16.07.2019].
Des Weiteren leistet das Bundesfamilienministerium das Bundesprogramm bereits ein spürbares Zeichen für (BMFSFJ) mit unterschiedlichen Programmen einen die alltagsintegrierte sprachliche Bildung setzen. Weitere wesentlichen Beitrag zum Abbau von Zugangsbarrieren Schwerpunkte des Bundesprogramms sind die inklusive sowie zur frühzeitigen Integration u. a. von Kindern mit Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien. Migrationsgeschichte in die Kindertagesbetreuung. Mit dem Bundes programm „KitaEinstieg: Brücken bauen Das Kooperationsprojekt „Demokratie und Vielfalt in in frühe Bildung“ fördert das Bundesfamilienministe- der Kindertagesbetreuung“, das im Rahmen des Bundesrium (BMFSFJ) an über 150 Standorten niedrigschwellige programms „Demokratie leben!“ gefördert wird, dient Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung zudem als gutes Beispiel, das zeigt, wie pädagogische und vorbereiten und unterstützend begleiten. Diese vermitteln nicht pädagogische Fachkräfte, Eltern, Elternvertretungen erste Einblicke in das System der Kindertagesbetreuung und Kinder für Äußerungen von Demokratiefeindlichkeit und informieren u. a. Familien mit Fluchtgeschichte über und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sensibidie Möglichkeiten der frühen Bildung in Deutschland. Die lisiert und in einem kompetenten Umgang mit diesen Angebote des Bundesprogramms „Kita-Einstieg“ finden in Phänomenen gestärkt werden können.11 Auch wenn Gemeinschaftsunterkünften, in Familien- oder Nachbar- Kinder und Familien mit Migrationsgeschichte in den verschaftszentren sowie direkt in Kooperations-Kitas statt.9 gangenen Jahren mit verschiedenen Maßnahmen bereits Begleitende Fort- und Weiterbildungen stärken die inter- verstärkt in den Blick genommen wurden, gibt es immer kulturellen Kompetenzen der Fachkräfte. noch viel zu tun. Daneben müssen die beschriebenen Programme ihre Wirkungen teilweise erst noch entfalten Das Bundesprogramm „SprachKitas: Weil Sprache der und die jeweiligen Erkenntnisse der Programme aufeinan- Schlüssel zur Welt ist“ richtet sich an Kitas, die von einem der bezogen werden. Der Bedarf an Kindertagesbetreuung überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit be- wird sich in Zukunft aufgrund steigender Geburtenraten sonderem sprachlichen Förderbedarf besucht werden. Die in den vergangenen Jahren und des weiteren Zuzugs von Quote der Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte Familien mit Migrationsgeschichte noch ausweiten. Insbelag in den Sprach-Kitas mit rund 47 Prozent deutlich über sondere geht es darum, erfolgreich erprobte Maßnahmen dem bundesweiten Durchschnitt in Kindertageseinrich- flächendeckend und bedarfsgerecht umzusetzen. Hierfür tungen (27 Prozent).10 Inzwischen ist rund jede zehnte Kita braucht es ausreichende finanzielle und personelle Resin Deutschland eine Sprach-Kita. Mit über 7.000 zusätz- sourcen und das Zusammenwirken aller Beteiligten auf lichen Fachkräften in Kitas und Fachberatung konnte den verschiedenen politischen Ebenen sowie von Trägern, Verbänden und Organisationen.
9 Weitere Informationen über das Programm. Verfügbar unter: https://kita-einstieg.fruehe-chancen.de/ [Zugriff: 16.07.2019]. 11 Ein Kooperationsprojekt der sechs Spitzenverbände der 10 Zwischenbericht der Bund-Länder-Steuerungsrunde im freien Wohlfahrtspflege, der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel und Jugendhilfe – AGJ und das Bundesministerium für zur Welt ist“. Berichtszeitraum: 01.01.2016–15.01.2019, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Verfügbar https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/fileadmin/PDF/ unter: https://www.agj.de/projekte/koordinierungsstelle- Sprach-Kitas/Zwischenbericht_Langfassung_final.pdf demokratie-und-vielfalt-in-der-kindertagesbetreuung.html [Zugriff: 16.07.2019] [Zugriff: 18.09.2019].
Fachkräfte, hat sich im Rahmen von Beratungsgesprächen bewährt. Als weiteres Beispiel zeigt das Familienportal des Anknüpfend an die Forderungen des NAP-I-Berichts aus BMFSFJ, wie zielgruppengerechte Kommunikation gelingen dem Jahr 2012 und aufgrund der dargestellten aktuellen kann. Damit sich Familien oder Interessierte umfassend zu Ausgangslage dienen die damals benannten strategischen den staatlichen Familienleistungen und Unterstützungen und übergeordneten Ziele weiterhin als Orientierung. für Familien informieren können, bereitet das Familienpor- Darüber hinaus wurde der Aspekt „Das Arbeitsfeld Kinder- tal diese in zehn verschiedenen Sprachen auf. Zu insgesamt tagesbetreuung diskriminierungskritisch und antiras- sechs Familienleistungen stehen darüber hinaus leicht versistisch weiterentwickeln“ als vierte Zielsetzung bei der ständliche Erklärvideos mit Untertiteln bereit. Weiterentwicklung und Überarbeitung herausgearbeitet: Insbesondere Familien in Unterkünften von Schutzsu- 1. Teilhabechancen für alle Kinder an bedarfsgerechten chenden (Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschafts- Angeboten eröffnen unterkünfte, AnkER-Zentren u. a.) sollten noch stärker 2. Gute Qualität in allen Formen der Kinderbetreuung adressiert werden. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuweiterentwickeln ungsplatz ab der Vollendung des ersten Lebensjahres gilt 3. Zusammenarbeit mit Familien in der Kindertages- grundsätzlich für alle Kinder (§ 24 SGB VIII). Bisher regeln betreuung ausbauen die Bundesländer die Bereitstellung entsprechender Plätze 4. Das Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung diskriminie- aber uneinheitlich.14 Ziel muss sein, dass der Zugang zur rungskritisch und antirassistisch weiterentwickeln Kindertagesbetreuung in allen Ländern sichergestellt wird und dort, wo der Rechtsanspruch nicht sofort erfüllt wird, Wie eingangs beschrieben, stellt das vierte Ziel ein über- alternative Angebote vorgehalten werden. geordnetes Querschnittsthema dar. Da zur Realisierung ebenfalls spezifische Maßnahmen ergriffen werden müs- Wichtig ist, dass Eltern direkt persönlich angesprochen sen, wurde es als eigenständige Zielsetzung ergänzt. werden. Insbesondere die gezielte Kooperation mit Migrantenorganisationen, speziellen Beratungsstellen und Institutionen wie z. B. Flüchtlingsräten oder Ausländerbei- Teilhabechancen für alle Kinder an räten hat sich als hilfreich erwiesen, da diese eine wichtige bedarfsgerechten Angeboten eröffnen Rolle bei der Weitergabe von Informationen und der Unterstützung von Familien spielen.
Zielgruppengerechte Kommunikation des Rechts
anspruchs und aufsuchende Ansprache
Damit der Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kita Integration durch ausreichende Betreuungsplätze und oder in der Kindertagespflege erfüllt wird, braucht es eine gute, örtliche Bedarfsplanung ermöglichen neben einem bedarfsgerechten Angebot an Betreuungs- Auch wenn der Ausbau von Betreuungsplätzen in den plätzen eine bedarfsorientierte Kommunikation des letzten Jahren stark vorangeschritten ist, ergeben sich Rechtsanspruchs. So sollten Informationen zum Rechts- im Hinblick auf deren Inanspruchnahme bei Kindern anspruch, zu Möglichkeiten, ihren Rechtsanspruch einzu- aus Familien mit Migrations- oder Fluchtgeschichte fordern, zu anfallenden Kosten, zur Platzvergabe sowie zu beson dere Herausforderungen. Um allen Familien einen positiven Effekten der Kinderbetreuung für alle Familien gleichberechtigten Zugang zur Kindertagesbetreuung zu leicht zugänglich gemacht werden. ermöglichen, braucht es eine gute, örtliche Bedarfsplanung, transparente Vergabekriterien sowie eine diskrimi- Ein Beispiel ist das „Starke-Familien-Checkheft“ des Bun- nierungssensible Platzvergabe, z. B. über zentrale Vergabedesfamilienministeriums (BMFSFJ). Es gibt einen schnellen portale. Überblick, auf welche staatliche Unterstützung Familien bauen können.12 Auch das Zurückgreifen auf Bildsprache, wie z. B. das „Bildbuch: Kita-Alltag“13 für pädagogische
12 BMFSFJ (Hrsg.) (2019): Starke-Familien-Checkheft. Familienleistungen auf einen Blick. Verfügbar unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/ starke-familien-checkheft/136896 [Zugriff: 18.09.2019]. 14 D eutsches Institut für Menschenrechte. Monitoring- 13 BMFSFJ (Hrsg.): Bildbuch: Kita-Alltag. Bildgestützte Stelle der UN-Kinderrechtskonvention (2017): Welchen Kommunikation mit Eltern in der Kita. Verfügbar Zugang haben geflüchtete Kinder zu Kitas? Ergebnisse unter: https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/themen/ einer Befragung der Bundesländer. Verfügbar unter: http:// zusammenarbeit-mit-familien/bildbuch-kita-alltag/ landkarte-kinderrechte.de/downloads/Infos-Bundeslaender- [Zugriff: 27.09.2019]. Kita-2017.pdf [Zugriff: 15.01.2020].
Stärkung von interkultureller Diversität in der Träger Partizipation von Kindern und Familien im KitaAlltag
landschaft Kinder haben ein Recht auf Schutz, Förderung und Be-
Die Trägerlandschaft in der Kindertagesbetreuung sollte teiligung. Dies ist in der UN-Kinderrechtskonvention in Zukunft noch stärker als bisher gesellschaftliche Di- festgehalten, die Deutschland 1992 ratifiziert hat.16 Die versität widerspiegeln. Migrantenorganisationen sollten Partizipation von Kindern ist deshalb ein wesentliches deshalb gestärkt werden, selbst als Träger tätig zu werden. Qualitätskriterium in der Kindertagesbetreuung. Kinder Dafür braucht es jedoch gezielte Angebote in Form von werden dadurch gestärkt, sie lernen Verantwortung und Programmen zur Qualifizierung und Professionalisierung können Regeln des Zusammenlebens besser nachvollziefür Migrantenorganisationen, sodass deren Anbindung hen. Dabei ist wichtig, kultursensibel und nicht diskrimian vorhandene Trägerorganisationen erleichtert wird.15 nierend zu sein. Sprachbarrieren können z. B. durch die Letzteres kann auch durch die Änderung von Förderricht- Zusammenarbeit mit Sprachmittlerinnen und -mittlern linien und Ausschreibungsverfahren für Einrichtungen reduziert werden. Eine weitere ergänzende Maßnahme unterstützt werden. kann die Bereitstellung von (Informations-)Materialien für Familien mit nicht deutscher Herkunftssprache sein. Für eine gelebte Teilhabe der Kinder müssen pädagogische Gute Qualität in allen Formen der Fachkräfte bereits in der Ausbildung qualifiziert werden, Kindertagesbetreuung weiterentwickeln aber auch durch Fort- und Weiterbildung und die Reflexion in den Teams. Dieser Anspruch gilt auch für Leitun- Kinder und Familien mit Migrationsgeschichte sind im gen, Träger, beteiligte Verbände und Behörden. Hinblick auf ihre spezifischen Bedarfe vom zunehmenden Personalmangel und von fehlenden Beteiligungsansätzen Um bestehende Qualitätsansätze weiterzuentwickeln in Kindertageseinrichtungen besonders betroffen. Bei und Angebote bedarfsgerecht zu gestalten, braucht es einer unzureichenden Personalausstattung fehlt Fach- eine regelmäßige und vertrauensvolle Beteiligung bzw. kräften häufig die Zeit für Zusammenarbeit von bzw. mit Eltern und Familien am Kita-Alltag. Dabei geht es nicht nur darum, die Lebens-
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die individuelle Betrachtung des Kindes, z. B. bei der lage, Interessen und „Familienkulturen“ kennenzulernen, Beobachtung der Sprachentwicklung oder der Identi- sondern auch darum, über bestehende Konzepte und fizierung besonderer Förderbedarfe, Angebote zu informieren, Transparenz zu schaffen und
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eine enge Zusammenarbeit mit Eltern mit Migrations- Eltern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv einzubringen. geschichte angesichts von kulturellen Verständigungs- Dafür benötigen Fachkräfte mehr Arbeitszeit, die ausund Sprachhürden, drücklich für solche mittelbar pädagogischen Aufgaben
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die Reflexion eigener verinnerlichter Kategorien und zur Verfügung steht. Gleichzeitig können so pädagogische Vorurteile. Konzepte und Leitbilder dahingehend überprüft werden, ob sie Diversität berücksichtigen. Die Anforderungen an pädagogische Fachkräfte sind komplex und in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Um die Qualität in der Kindertagesbetreuung Mehr Fachkräfte mit Migrationserfahrung und Stärkung dauerhaft zu sichern, sind daher weitere, grundsätzliche diverser Teams Bemühungen für eine gute Qualifizierung sowie eine Während der Anteil von Menschen mit Migrationsgeauskömmliche Personalstruktur in den Kindertagesein- schichte insgesamt bei etwa 25 Prozent, an der arbeirichtungen notwendig. tenden Bevölkerung bei etwa 18 Prozent liegt, verbleibt der Anteil an pädagogischen Fachkräften in der Kinder-
16 Die Grundprinzipien der Kinderrechtskonvention sind mit dem Diskriminierungsverbot, dem Kindeswohl, dem Recht auf eine lebenswerte Entwicklung und der Berücksichtigung des Kindeswillens in Artikel 2, 3, 6 und 12 festgeschrieben. In Artikel 28 und 29 geht die Kinderrechtskonvention direkt auf das Recht auf Bildung und die entsprechenden Bildungseinrichtungen ein. Verfügbar unter: 15 Siehe z. B. Der Paritätische NRW: https:// https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/ www.paritaet-nrw.org/soziale-arbeit/themen/migration/ uebereinkommen-ueber-die-rechte-des-kindes/86530 migrantenselbstorganisationen/. [Zugriff: 27.04.2020].
tagesbetreuung bei lediglich 13 Prozent17. Für Kinder mit Perspektiven und Hintergründe kann ein Gewinn für Migrationsgeschichte können Fachkräfte, die selbst eine pädagogische Teams sein, indem aus der Vielfalt an Migrationsgeschichte haben, wichtige Identifikations- Er fahrungen und Perspektiven wiederum neue und möglichkeiten in ihrem sozialen Umfeld bedeuten. Um diversitätsfördernde pädagogische Ansätze und Methoden noch effektiver Fachkräfte mit Migrationsgeschichte zu entstehen können. gewinnen18, sollten ausländische Abschlüsse anerkannt bzw. entsprechende Anschlussqualifikationen angeboten Angebote sprachlicher Bildung ausbauen werden, wie z. B. die Förderung berufsbezogener Sprach- Insbesondere Kinder aus Familien mit Migrationsgekenntnisse19. Kriterien für eine gute Praxis wurden bereits schichte profitieren von sprachlicher Bildung in der Kita. durch Bund und Länder benannt.20 Erfahrungen aus der Praxis haben gezeigt, dass der mehr als zweijährige Besuch einer Kita dazu beitragen kann, Mit praxisintegrierten, vergüteten Ausbildungsforma- die Zahl der Kinder mit sprachlichem Förderbedarf zum ten – wie sie z. B. im Rahmen der Fachkräfteoffensive des Schulstart deutlich zu reduzieren.21 Gute frühe Bildung Bundes erprobt werden – kann es gelingen, die Attrakti- ist also eine Frage der Gerechtigkeit. Den damit verbundevität des Berufes zu steigern und neue Personengruppen nen Anforderungen an Fachkräfte muss weiterhin durch wie z. B. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für die um fassende Möglichkeiten der Sensibilisierung und Ausbildung zu gewinnen. Dabei sollen neu entstehende Qualifizierung Sorge getragen werden, um die Kinder Ausbildungsformate keineswegs mit einer Dequalifizie- bestmöglich zu fördern. Um Sprachbarrieren zu reduzieren, rung des Berufsprofils einer Erzieherin bzw. Erziehers können z. B. Sprachmittlerinnen und -mittler, Elternloteinhergehen. Die Einbindung verschiedener kultureller sinnen und -lotsen, Kulturmediatorinnen und -mediatoren eingebunden werden. Aus den Bundesprogrammen „Sprach-Kitas“ und „Kita-Einstieg“ liegen zudem Erfah- 17 A utorengruppe Fachkräftebarometer (2019): rungen mit alternativen Kommunikationsmöglichkeiten, Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2019. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. z. B. mithilfe von Apps, vor. München, S. 106. Verfügbar unter: https://www. fachkraeftebarometer.de/fileadmin/Redaktion/Publikation_ FKB2019/Fachkraeftebarometer_Fruehe_ Bildung_2019_web.pdf [Zugriff: 27.04.2020].
18 A rt. 137 der Erklärung und Aktionsplan aus der Weltkonferenz gegen Rassismus, rassistische Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz von Durban (DDPA, 2001).
19 S iehe auch https://www.bmas.de/DE/Themen/ 21 B ericht des Instituts für Bildungsmonitoring und Arbeitsmarkt/Infos-fuer-Asylsuchende/deutsch-lernen. Qualitätsentwicklung über das Vorstellungsverfahren html. für Viereinhalbjährige 2015/2016. Ver fügbar unter: 20 B AMF (2019): Deutsch für den Beruf. Verfügbar unter: https://www.hamburg.de/contentblob/9534434/ http://www.bamf.de/DE/Willkommen/DeutschLernen/ da871010f2549d921c2a09ccd8a5f863/data/pdf-bericht- DeutschBeruf/Bundesprogramm-45a/bundesprogramm- viereinhalbjaehrigenvorstellung-schuljahr-2015-2016.pdf 45a-node.html [Zugriff: 27.09.2019]. [Zugriff: 27.04.2020].
Zusammenarbeit mit Familien in der und antirassistische Bildung23, Betreuung und Erziehung Kindertagesbetreuung ausbauen auch unabhängig von konkreten Anlässen notwendig. Dem Themenspektrum sollte daher in der Aus-, Fort- und Partner und Netzwerke im Sozialraum nutzen – Weiterbildung der Fachkräfte und Leitungspersonen ein Öffnung der Kitas in den Sozialraum größerer Stellenwert eingeräumt werden. Auch das Allge- Die Netzwerke und die Sozialraumorientierung von Kitas meine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) muss insbesondere sollten gestärkt werden, um die Kooperation mit Migran- durch die Träger, die vorrangig für die Umsetzung zustäntenorganisationen, Familienzentren, Elterninitiativen, dig sind, angewendet werden. Dadurch sollen Ungleichbe- Verbänden und mit Beratungsstellen voranzubringen. handlungen, z. B. bei der Platzvergabe oder innerhalb der Sie können einerseits bei der Information von Familien Betreuungsverträge, reflektiert und reduziert werden.24 Daüber frühkindliche Bildungsangebote unterstützen. rüber hinaus sollte Forschung in diesem Bereich gefördert Andererseits können sie als Partner Hilfestellung bei der werden, um empirische Erkenntnisse zur Verbreitung von Erarbeitung von Konzepten für die Zusammenarbeit mit Alltagsrassismus in der frühen Bildung zu erhalten. Eltern geben und durch ihre Vernetzung im Sozialraum einen guten Übergang von der Kita zur Grundschule begleiten bzw. ermöglichen. Gute Erfahrungen wurden mit Entwicklung von Standards, Kriterien und Leitbildern Ansätzen gesammelt, die Multiplikatorinnen und Multi- für eine vorurteilsbewusste, diskriminierungsfreie und plikatoren einbinden, um direkt auf Eltern zuzugehen antirassistische Bildung, Betreuung und Erziehung (z. B. Elternbegleiterinnen und -begleiter22 oder ehrenamt- Für eine qualitativ hochwertige Kindertagesbetreuung sind liche Unterstützerinnen und Unterstützer wie Stadtteil- die Entwicklung von Handlungsrahmen oder praxisorienmütter und -väter). Zudem wirkt die räumliche Nähe von tierten Standards für die Arbeit im Hinblick auf Diskrimizusätzlichen Angeboten – beispielsweise Beratungsbüros nierungsprävention und Antirassismus sowie die Berückin den Räumlichkeiten der Kitas – weniger stigmatisierend sichtigung in Aus-, Fort- und Weiterbildung notwendig. und verändert das Nutzungsverhalten spürbar. Diese können z. B. bei internen Evaluationen in Kindertageseinrichtungen oder als Orientierung für pädagogische Teams genutzt werden. Zusätzlich soll die laufende Migrationsgeschichte und Mehrsprachigkeit als Fachdiskussion darüber, welche pädagogischen Ansätze
Ressource nutzen wirksam sind, in der Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes
Die Zusammenarbeit mit Eltern und Familien gelingt zu vielfaltssensibler und antirassistischer Bildung, Betreubesser, wenn sie gleichberechtigt umgesetzt wird. Dazu ung und Erziehung weitergeführt werden. braucht es Diversitätsbewusstsein, Offenheit und Kultursensibilität. Mehrsprachigkeit muss als Ressource gesehen und gefördert werden. Diversitätsbewusstsein und Antidiskriminierung als
spezifische Aufgabe durch Themenverantwortliche im
KitaAlltag strukturell verankern
Das Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung Es gibt bereits Kitas, die durch besondere Funktionssteldiskriminierungskritisch und antirassistisch len bzw. Themenverantwortliche innerhalb des Teams weiter entwickeln gute Erfahrungen damit gemacht haben, das Thema der diversitätsbewussten, antidiskriminierenden und antiras- Rassismus erkennen und handeln – Erarbeitung über sistischen Erziehung dauerhaft im Kita-Alltag zu berücksichtlicher Informationen zur Sensibilisierung der Fach sichtigen. Umgekehrt ist durch Themenverantwortliche
kräfte der Anspruch noch nicht erfüllt, das gesamte Arbeitsfeld zu
Rassismus macht auch vor der Kita nicht halt. Damit einer vielfaltssensiblen und antirassistischen Arbeitsweise dem entschieden entgegengetreten werden kann, ist eine Sensibilisierung der Fachkräfte – und aller weiteren Betei- 23 Art. 136 der Erklärung und Aktionsplan aus der Weltligten – für eine vorurteilsbewusste, antidiskriminierende konferenz gegen Rassismus, rassistische Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz von Durban (DDPA, 2001).
24 Inwieweit das AGG für Betreuungsverträge von Kitas in öffentlicher und privater Trägerschaft anzuwenden 22 Im Rahmen des Bundesprogramms „Elternchance II – ist, ist bisher nicht eindeutig rechtlich geklärt. Siehe Familien früh für Bildung gewinnen“ wurden durch das hierzu u. a. das Gutachten „Diskriminierungsschutz in BMFSFJ und den Europäischen Sozialfonds (ESF) bundesweit der Kindertagesbetreuung in Berlin – Rechtsgutachten seit 2011 über 6.000 Fachkräfte aus der Eltern- und Fami- – im Auftrag von KiDs … Kinder vor Diskriminierung lien bildung zu zertifizierten Elternbegleiterinnen und schützen“. (siehe https://situationsansatz.de/wp-content/ Elternbegleitern weiterqualifiziert (siehe https:// uploads/2020/07/KiDs-Gutachten_Diskriminierungsschutz_ www.elternchance.de/esf-programm-elternchance-ii/). Kita_2019.pdf) [Zugriff: 24.08.2020].
weiterzuentwickeln. Daher muss weiter diskutiert werden, wie ein gelingender Wissenstransfer innerhalb der Teams PLATTFORM 1: sichergestellt und realisiert werden kann. Dafür eignen sich
Kitamesse LAMSA e. V. in Kooperation mit
im System Kindertagesbetreuung die Fachberatungen. Sie der Stadt Halle und der Villa Jühling e. V. bieten wichtige fachliche Unterstützung und geben Kindertageseinrichtungen Impulse. Des Weiteren ist zu diskutieren, inwieweit unabhängige Beratungsstellen bzw. Ombudsstellen Auf der Messe gibt es ein Rahmenprogramm für diese Prozesse in Kitas unterstützen können. Kinder und Eltern. Während die Kinder spielen, werden die Eltern an verschiedenen Stationen und in mehrsprachigen Führungen über die Kinder-
Handlungsschwerpunkte
tagesbetreuung informiert. Relevante Einrichtungen, wie beispielsweise die Kitas selbst, die Stadt Die im Themenforum „Frühkindliche Bildung, Betreuung und Halle, Beratungsstellen und Elternberatungen, Erziehung“ formulierten Ziele können nur in gemeinsamer Ver- stellen sich den Eltern vor. So bekommen die antwortung erreicht werden. Hierzu bedarf es sowohl geeigneter Eltern die Gelegenheit, direkt mit den Verantwort- Rahmenbedingungen als auch starker Akteure auf allen Ebenen. lichen ins Gespräch zu kommen und ggf. Vorbehal- Insbesondere den Herausforderungen einer diversitätsbewuss- te gegenüber der Kindertagesbetreuung abzubauen ten, antidiskriminierenden und antirassistischen frühkindlichen sowie offene Fragen zu klären. Bildung kann nicht nur auf bundespolitischer Ebene begegnet werden, sondern hier ist das Zusammenwirken aller Beteiligten MoKi – Mobile Kita Gelsenkirchen des föderalen Systems gefragt. Die am Themenforum Beteiligten haben sich dazu bekannt, sich den genannten Herausforde- „MoKi“ steht für für mobile Kita. Dabei handelt es rungen und wichtigen Zielsetzungen für eine chancengerechte sich um einen Wohnwagen, der mit einer Basisfrühkindliche Bildung und Teilhabe gemeinsam zu stellen und Kita-Ausstattung montags bis donnerstags zwi- Verantwortung zu übernehmen. Dafür haben sie sich auf die schen 10 und 15 Uhr in der Nachbarschaft von Umsetzung der folgenden Kernvorhaben verständigt: Zuwandererfamilien steht. Die Teilnahme ist kostenlos. Willkommen sind Kinder jeder Nationalität bis zum sechsten Lebensjahr. Der Besuch der MoKi Kernvorhaben 1: Strukturelle Hürden der Inanspruch möchte Kinder und ihre Eltern mit der Kinderta-
nahme abbauen gesbetreuung in Deutschland und ihren Strukturen
vertraut machen. Mit ihrem offenen, unverbind- Um Hürden abzubauen, die Kindern und Familien den Zugang lichen Angebot und den Spiel- und Lernangeboten in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Er- ist die MoKi ein Brückenangebot, mit dem Kinder ziehung erschweren, fördert das Bundesfamilienministerium für den Besuch einer Tageseinrichtung vorbereitet (BMFSFJ) das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen werden. in frühe Bildung“. Seit Beginn des Bundesprogramms „Kita-Einstieg“ wurden bereits über 2.200 Angebote an rund 150 Standorten bundesweit umgesetzt. Mehr als 32.000 Menschen haben an „Kita-Einstieg“-Angeboten teilgenommen und mehr als 3.100 Kernvorhaben 2: Qualifizierte Fachkräfte für die frühe Kinder haben darüber schon jetzt den Weg in die Kita gefunden. Bildung gewinnen und fördern sowie den Ansatz der
vorurteilsbewussten, antidiskriminierenden und anti
Seitens der Bundesregierung wurde entschieden, zusätzlich rassistischen Bildung, Betreuung und Erziehung in der 44 Millionen Euro für eine Fortsetzung des Bundespro- Aus und Weiterbildung festschreiben gramms in den Jahren 2021 und 2022 bereitzustellen. Das Bundeskabinett hat am 18. März 2020 einen entsprechenden Um genügend Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, Eckwertebeschluss gefasst. Damit ist die Förderung von bedarf es attraktiver Ausbildungs- und Arbeitsbedingunniedrigschwelligen Angeboten, die den Zugang zur Kinderta- gen sowie guter beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten. gesbetreuung vorbereiten und unterstützend begleiten – vor- Um in der Konkurrenz mit anderen Berufen bestehen behaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers –, für zu können und die Vielfalt der Gesellschaft abbilden zu zwei weitere Jahre sichergestellt. Davon sollen besonders neu können, muss die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung zugewanderte und geflüchtete Familien profitieren. Ziel ist es perspektivisch vergütet und auch schulgeldfrei werden. darüber hinaus, die Ergebnisse und Erkenntnisse des Bundes- Die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte liegt in der programms nach dem Förderzeitraum im Regelsystem zu Verantwortung der Bundesländer, die sich im Rahmen nutzen. Beispielhafte Projekte aus der Praxis sind: der JFMK darauf verständigt haben, die praxisintegrierte,
erleichtern. Die am Themenforum beteiligten Migrantenorganisationen haben bereits gelingende Ansätze etabliert und sich darauf verständigt, ihre bestehenden Kontakte noch besser zu nutzen, vor Ort zu verstärken und sich für den Transfer gelingender Ansätze noch stärker als bisher miteinander zu vernetzen.
Um die Migrationsgeschichte und Mehrsprachigkeit von Familien stärker als Ressourcen im Kita-Alltag wertzuschätzen und zu nutzen, müssen pädagogische Fachkräfte durch Kita-Coachings oder Trainings, Fort- und Weiterbildungen und Fachberatungen intensiver für das Themenfeld sensibilisiert werden. Hierzu wird erfolgreich erprobtes Material durch die verantwortlichen Träger in die Breite getragen. Beispielhafte Projekte aus der Praxis sind:
PLATTFORM 2:
KEBiK „Kompetente Eltern für die Bildung
ihrer Kinder“ beim Bundeselternnetzwerk
vergütete und schulgeldfreie Ausbildung weiter zu ver-
der Migrantenorganisationen für Bildung
breiten und im Regelsystem zu verankern. Hierzu wird das
& Teilhabe (bbt)
Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) die Erkenntnisse aus der „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher: Ziel des 2020 im Bundesprogramm „Demokratie Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ bündeln und den leben!” gestarteten Projekts KEBiK ist es, Eltern mit Ländern für die Weiterentwicklung der Erzieherinnen- Einwanderungsgeschichte in ihren Kompetenzen und Erzieherausbildung zur Verfügung stellen. für die Bildungsbegleitung ihrer Kinder zu stärken, Informationen zum deutschen Bildungssystem Zudem müssen in der Aus- und Weiterbildung von Fachkultursensibel und mehrsprachig zu vermitteln und Leitungskräften die vorurteilsbewusste, antidiskriund Hemmschwellen bei der Inanspruchnahme minierende und antirassistische Bildung, Betreuung und von bereits bestehenden Regelangeboten und Pro- Erziehung stärker verankert werden. Hier muss die themajekten abzubauen. Im Projekt KEBiK werden neue tische Aufbereitung in Lehrplänen und Materialien durch Medien mit Erfahrungen aus der Zusammenarbeit die Bundesländer überprüft und ggf. überarbeitet werden. mit Eltern mit Einwanderungsgeschichte ver- Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) wird die für die bunden sowie lokale Expertise von migrantischen Ausbildung zuständigen Länder und weitere Partner für Elternvereinen zentral zur Verfügung gestellt. Es das Thema sensibilisieren und die Relevanz diskriminiewird eine Internetplattform mit entsprechender rungsfreier Pädagogik im Rahmen seiner Programme und App entwickelt, auf der Eltern und Erziehungsbe- Gremien zum Thema machen. rechtigte online die Möglichkeit haben, Expertinnen und Experten in verschiedenen Sprachen um Rat zu fragen, sich untereinander auszutauschen
Kernvorhaben 3: Teilhabe von Familien durch niedrig
und zielgerichtet Informationen und Angebote zu
schwellige Beratungs und Beteiligungsangebote stärken
erhalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang mit Diskriminierungserfahrun- Um Familien auf der einen Seite schon frühzeitig über die gen und Alltagsrassismus. Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung zu informieren (Kernvorhaben 1), aber auch um Familien mit Kindern in der Kindestagesbetreuung in die Bildungs- und Entwicklungsprozesse einzubeziehen, sind niedrigschwellige Angebote wichtig. Beratungs- oder Koordinationsstellen, besonders auch Familienzentren, die sich direkt vor Ort bzw. in den Einrichtungen befinden, können dazu beitragen, Angebote sichtbar zu machen und den Zugang zu
Für Fachkräfte und Beschäftigte in einer Kita müssen regel-
„Rucksack KiTa“ und „Griffbereit“ –
mäßig Qualifizierungen zu den verschiedenen Qualitäts-
Kommunale Integrationszentren NRW
merkmalen wie Gestaltung von Vielfalt, Formen und Wirkungen von Diskriminierung, Diskriminierungsschutz für junge Das Programm „Rucksack KiTa“ richtet sich an Kinder und rechtliche Grundlagen stattfinden und die Inhalte Eltern mit internationaler Familiengeschichte des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vermittelt und ihre Kinder zwischen vier und sechs Jahwerden.27 Die Träger übernehmen hierfür die Verantwortung ren, die eine Tageseinrichtung besuchen, sowie und werden dies durch Selbstverpflichtungen sicherstellen. an die Kindertageseinrichtungen, die von diesen Kindern besucht werden. „Rucksack KiTa“ hat Anfang 2020 wurde im Bundesprogramm „Demokratie ledie allgemeine sprachliche Bildung anhand von ben!“ das Kompetenznetzwerk „Frühkindliche Bildung und alltagsorientierten Themen zum Ziel. Die Kinder werden von den Eltern in der Familiensprache Bildung in der Primarstufe“ eingerichtet und vom BMFSFJ und von den Erzieherinnen und Erziehern in der gefördert. Darin kooperieren das Deutsche Kinderhilfsdeutschen Sprache gefördert. „Rucksack KiTa“ werk e. V. (DKHW) und das Institut für den Situationsist zudem ein Elternbildungsprogramm: Eltern ansatz/Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste erfahren tiefergehend, wie sie ihre Kinder in der Bildung und Erziehung, um die Profilierung von Kitas allgemeinen Entwicklung optimal fördern können.25 und Einrichtungen der Schulkinderbetreuung als demo- Das Programm „Griffbereit“ richtet sich an Familien kratische Lernorte zu unterstützen. Mit der Bündelung, mit Kindern im Alter zwischen eins und drei Jahren, Weiterentwicklung und Verbreitung fachlicher Expertise zur fördert die frühkindliche Entwicklung durch klein- Demokratieförderung im Kita- und Hortbereich sensibilikindgerechte Aktivitäten und schafft eine wichtige siert das Netzwerk für die Rechte aller Kinder auf Bildung, Grundlage zum Erwerb von Sprachkompetenz. Die Beteiligung und Schutz vor Diskriminierung und zeigt Mehrsprachigkeit wird dabei als Potenzial der Kinder konkrete Wege zum Einlösen dieser Rechte auf. aufgegriffen. „Griffbereit“ wird in Kindertageseinrichtungen oder Familienzentren, Familienbildungsstätten und Migrantenorganisationen durchgeführt. Dadurch werden die Familien früh an das Bildungs- PLATTFORM 3: system herangeführt. Durch „Griffbereit“ kommen Kleinkinder aus Familien mit internationaler Fami-
WillkommensKiTAs – Deutsche
liengeschichte schon sehr früh mit der deutschen
Kinder- und Jugendstiftung
Sprache und Kinder ohne internationale Familiengeschichte mit weiteren Sprachen in Kontakt. 26 Damit die Kita für alle Kinder einen Ort der frühen Chancen darstellt, werden mit dem Programm „WillkommensKITAs“ ausgewählte Einrichtungen Kernvorhaben 4: Vorurteilsbewusste Pädagogik als und deren pädagogische Fachkräfte in Sachsen, Sach- Qualitätsmerkmal in der frühen Bildung, Betreuung und sen-Anhalt und der Region Trier durch Fachcoaches
Erziehung verankern begleitet. Diese helfen beispielsweise beim Abbau von
Vorurteilen oder in der Kommunikation mit geflüch- Als ein zentrales Qualitätsmerkmal in der Kindertages- teten Eltern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie betreuung gilt es, vorurteilsbewusste und antirassistische Diversität den Kita-Alltag bereichern kann. Die am Handlungsweisen in der frühen Bildung, Betreuung und Programm teilnehmenden Einrichtungen teilen ihre Erziehung zu erarbeiten und stärker im Qualitätsma- Erfahrungen durch einen praxisnahen Austausch. nagement oder anderen Instrumenten zur Sicherung der Darüber hinaus vermitteln Fortbildungen den Kitakontinuierlichen Weiterentwicklung der Qualität zu ver- Teams aktuelle Erkenntnisse aus dem Bereich der ankern, beispielsweise auch in Leitbildern und Konzepten frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung.28 festzuhalten. Hierfür ist es notwendig, dass die Bundesländer die Verpflichtung zu einer diskriminierungssensiblen Pädagogik in ihre Bildungspläne und die Träger die Verpflichtung in ihre Ansätze und Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung verbindlich aufnehmen. 27 Auf der Website „KiDs – Kinder vor Diskriminierung schützen“ finden sich Informationen dazu, was Diskriminierung ist. Außerdem wird auf eine Reihe von Publikationen hingewiesen. Dadurch können nicht nur Fachkräfte geschult, sondern auch 25 https://kommunale-integrationszentren-nrw.de/rucksack-1. Eltern im Umgang mit Diskriminierungen gestärkt werden.
26 h ttps://kommunale-integrationszentren-nrw.de/griffbereit-1. 28 https://willkommenskitas.de/.
Beratungsstelle „KiDs – Kinder vor P LATTFORM 4:
Diskriminierung schützen“
Partizipation und Demokratiebildung in
Die Beratungsstelle „KiDs – Kinder vor Diskimi- der Kindertagesbetreuung – Paritätischer nierung schützen“ ist seit 2015 ein Arbeitsbereich Gesamtverband der Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung am Institut für den Situ- Im Zuge des Projekts „Partizipation und Demoationsansatz (ISTA). Die Berliner Beratungsstelle kratiebildung in der Kindertagesbetreuung“ bietet Beratung und Begleitung in Diskriminie- entwickel te der Paritätische Gesamtverband rungsfällen an, die Kinder im Alter von null bis Materialien, die die Fachkräfte in der pädagogiacht Jahren betreffen. Das Angebot richtet sich an schen Arbeit mit den Kindern, in der Erziehungs- Kinder und an Erwachsene, die die Verantwortung und Bildungspartnerschaft mit Eltern, in der tragen, Kinder vor Diskriminierung zu schützen. Arbeit mit dem Team sowie im Sozialraum unter- Die Beratungsstelle wurde zunächst durch das stützen und stärken.30 Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des BMFSFJ und seit 2020 von der Berliner Landesantidiskrimi- „Für eine Kultur des Miteinanders“ – nierungsstelle LADS unterstützt. Zudem bietet die KTK-Bundesverband Fachstelle Materialien und Fortbildungen zu vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung an.29 Im Projekt „Demokratie in Kinderschuhen. Mitbestimmung und Vielfalt in katholischen Kitas“
Berliner Modellkitas – Diakonie Berlin- des KTK-Bundesverbands wurden und werden
Brandenburg – schlesische Oberlausitz Materialien „Für eine Kultur des Miteinanders“ entwickelt. Es geht darum, Impulse für die Jedes Kind ist einzigartig und muss mit seinen frühkindliche Demokratiebildung und für eine Stärken und Besonderheiten angenommen vielfaltsbejahende Pädagogik zu setzen. Seit 2020 werden. Die vorhandene Vielfalt der Kinder und wird das Projekt über das Programm „Demokratie Eltern wird als Bereicherung für den Kita-Alltag leben!“ des BMFSFJ gefördert.31 angesehen. Durch die Berliner Modellkitas sollen Erfahrungen, die bei der Bildung, Betreuung und Inklusion und Demokratiebildung in der Erziehung von Kindern mit Migrationsgeschichte Kindertagesbetreuung im DRK32 gemacht wurden, gebündelt und anschließend für alle Kitas zugänglich gemacht werden. Durch einen Das Deutsche Rote Kreuz e. V. hat für pädagogische daran anknüpfenden Fachaustausch sowie Fach- Fachkräfte Materialien zum Thema Inklusion und gespräche mit Expertinnen und Experten sollen Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung die Kenntnisse weiterentwickelt werden. entwickelt und führt regelmäßig Fachveranstaltungen für Fach- und Praxisberatende auch zum Thema Diskriminierung durch.
30 h ttps://www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/ kindertagesbetreuung/partizipation-unddemokratiebildung/.
31 h ttps://www.ktk-bundesverband.de/ 29 Institut für den Situationsansatz/Fachstelle Kinderwelten unserangebotunserearbeit/projekt-demokratie-in- (Hrsg.) (2016): Inklusion in der Kitapraxis. 4 Bände. kinderschuhen/das-projekt/das-projekt. Band 1: Die Zusammenarbeit mit Eltern vorurteilsbewusst gestalten. Verlag Wamiki: Berlin. 32 https://drk-wohlfahrt.de/alle-generationen/kinder/profil/.
Ausblick
Kernvorhaben 5: Sprachliche Bildung als Qualitätsmerk
mal in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung
verankern Im Rahmen der Fortentwicklung des Nationalen Aktions-
plans Integration (NAP-I) haben sich verschiedene Akteure Als Schlüsselbereich für die gelingende Integration in der aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft am Kindertagesbetreuung wurde im Themenforum insbe- Themenforum „Frühkindliche Bildung, Betreuung und sondere auch die alltagsintegrierte sprachliche Bildung Erziehung“ beteiligt, miteinander diskutiert und sich zu als Grundstein für gesellschaftliche Teilhabe und den zentralen Themen und Zielen ausgetauscht. Es bestand weiteren Bildungsweg herausgearbeitet. Einigkeit darüber, dass die frühkindliche Bildung – mit den Kindertageseinrichtungen und der Kindertages - Bei der Weiterentwicklung des Bundesprogramms pflege sowie den pädagogischen Fachkräften als tragende „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ Säulen – einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die Teilab 2021 ist die Qualifizierung von Fachkräften zu den habe-, Chancen- und Bildungsgerechtigkeit von Beginn Themen alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive an zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund bleibt es eine Pädagogik und Zusammenarbeit mit den Familien ein Herausforderung, die Bildungschancen und Bildungswesentlicher Schwerpunkt. Fachkräfte werden darin ge- beteiligung von Kindern mit Migrationsgeschichte zu schult, Vorurteile, Diskriminierung und Benachteiligung verbessern. Die seit dem Jahr 2012 angestoßenen Maßkritisch zu hinterfragen und sprachliche Vielfalt als eine nahmen müssen deshalb fortgeführt, weiterentwickelt Bereicherung im Kita-Alltag wahrzunehmen. Das Bundes- und verstetigt werden. Es existieren bereits zahlreiche kabinett hat am 18. März 2020 mit Beschluss der Eckwerte gute Beispiele, die jedoch noch stärker in die Breite ge- 2021 und dem Finanzplan 2022–2024 die finanzielle tragen und verankert werden müssen, um so als Vorbild Grundlage für die Fortführung des sehr erfolgreichen dienen zu können. Dafür braucht es weiterhin gemein- Bundesprogramms „Sprach-Kitas“s in den kommenden same Anstrengungen auf allen Verantwortungsebenen. zwei Jahren geschaffen und zusätzlich den Jahren 2021 und 2022 jeweils 188 Millionen Euro eingeplant. In diesem Alle beteiligten Akteure werden zur Erreichung der Ziele Zeitraum soll u. a. der weitere Transfer der im Bundes- und bei der Umsetzung der Kernvorhaben gemeinsam programm erprobten Ansätze vorbereitet werden und ein und noch intensiver als bisher zusammenarbeiten, um neuer Fokus auf die digitalen Potenziale für die sprach- Zugangsbarrieren abzubauen und die Qualität in der Kinliche Bildung liegen. dertagesbetreuung weiter zu steigern. Damit es jedes Kind packt, unabhängig von seiner Herkunft.
Am Themenforum beteiligte Akteure
– –
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen Föderation Türkischer Elternvereine in
und Jugend (BMFSFJ) (Federführung) Deutschland e. V. (FÖTED)
– –
Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD)
– –
Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie Flüchtlinge in Niedersachsen e. V. (amfn) – Kindererde gGmbH
–
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, – Kommunale Integrationszentren (KI) – Flüchtlinge und Integration (IntB) Bezirksregierung Arnsberg
–
Berliner Modellkitas für die Integration und Inklu- – Kommunale Integrationszentren (KI) – sion von Kindern aus Familien mit Fluchterfahrung Kreis Mettmann
–
Bund der Spanischen Elternvereine in der Bundes- – Kommunale Integrationszentren (KI) – republik Deutschland e. V. Nordrhein-Westfalen
–
Bundes Roma Verband e. V. – Koordinierungsstelle „Demokratie und Vielfalt in
–
Bundesministerium des Innern, für Bau und der Kindertagesbetreuung“ der Arbeitsgemeinschaft Heimat (BMI) der Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
– –
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Kurdische Gemeinde Deutschland e. V. (KGD)
– –
Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenver- Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale bände Integrationszentren (LaKI)
– –
Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtun- Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen gen für Kinder e. V. (BETA) Sachsen-Anhalt e. V. (LAMSA)
– –
CLUB DIALOG e. V. Niedersächsisches Institut für frühkindliche
- Bildung und Entwicklung e. V. (nifbe)
Dachverband der Migrantinnenorganisationen
–
(DaMigra) e. V. Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für
- Integration und Migration GmbH (SVR)
Das Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisa-
–
tionen für Bildung & Teilhabe (bbt) Save the Children Deutschland e. V.
– –
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) – Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie WillkommensKITAs (SenBJF) – Berlin
– –
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – The African Network of Germany e. V. (TANG) Gesamtverband e. V. (DPWV) – Verband binationaler Familien und Partnerschaften
–
Deutsches Rotes Kreuz (DRK) e. V. e. V. (IAF)
– –
Diakonie Deutschland – Zentrum Engagement, Verband für die interkulturelle Wohlfahrtspflege, Demokratie und Zivilgesellschaft Empowerment und Diversity e. V. (VIW)
– –
Diakonie Deutschland – Zentrum Kinder, Jugend, Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Familie und Frauen Kinder (KTK) – Bundesverband e. V.
– –
Die Panafrikanische Frauenorganisation Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in PAWLO e. V. (Pan-African Women’s Empower - Deutschland e. V. (ZAGD) ment & Liberation Organisation) – Zentralrat der Serben in Deutschland e. V. (ZSD)
–
Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung
| B 3 A Bü Au fu ga we da Ge | . us rge sd nkt ge rd mi sel | e B E g rs ruc ion me en. t si lsc | ri h an cha k e ie nt i Po ch haf | c ü g ftl in ren st f liti jed t u | r r sl ich er l de rei k k e u nd | h g e ag es eb n D wi an nd St | t e n e un end e llig n a je ärk | e r a d e ig mo u be der un | s hr en kra nd r R fü g d | der Theme chaftliches mt als Schar enamtliches Engagement sind Zivilgesellschaft und einer tie. Zivilgesellschaftliches En- kann nicht politisch verordnet ahmenbedingungen schaffen, r den Zusammenhalt unserer er Demokratie engagieren | E n | nf n ie au au tä Da gr Be Ei | o g r s, d f vi glic bei und reic n be | r a d ie d elfä he ( en üb he son | e g e as b ltig Ver gagi erw n w de | n e r ürg e A ein ere ieg ie E rs in | m ers rt u s-)L n si end nga ter | e Te cha nd ebe ch in gie ess | n i ftli Wei n ei Pers den rte ante | t und lhabe che Engagement in Deutschland se prägen, indem sie sich in das nbringen. onen mit Migrationshinter- selben gesellschaftlichen ohne Migrationshintergrund. r Aspekt aus dem vierten |
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kann. Deutschen Freiwilligensurvey zeigt zudem, dass die Engagementbereitschaft von nicht engagierten Personen bei Die Zahl von gut 30 Millionen freiwillig Engagierten in Menschen mit Migrationshintergrund größer ist als bei Deutschland zeigt, dass bürgerschaftliches und ehrenamt- Deutschen ohne Migrationshintergrund.1 Deshalb ist es liches Engagement in Zeiten, die für viele Menschen von wichtig, dass Rahmenbedingungen so gestaltet werden, Unsicherheiten und Sorgen geprägt sind, einen wichtigen dass die Personen, die sich engagieren wollen, dies auch Beitrag zur Wahrung des gesellschaftlichen Zusammen- gut tun können. halts leistet. Dies drückt sich im vielfältigen Engagement der Bürgerinnen und Bürger in den verschiedensten Trotz der insgesamt großen Anzahl freiwillig Engagierter Bereichen wie Sport, Kultur, Religion, Kindergarten und stehen viele Vereine und ehrenamtliche Organisationen Schule, Umweltschutz oder auch politischer Interessen- dennoch vor der großen Herausforderung, neue Mitglieder vertretung aus. zu gewinnen und für das Ehrenamt zu begeistern. Dieser Punkt ist insofern von besonderer Relevanz, als dass es ins- Zivilgesellschaftliches Engagement trägt zu interkultu- gesamt noch viel Potenzial zur Aktivierung Ehrenamtlicher rellem Austausch und Verständnis bei und entfaltet dabei in der Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund eine große integrative Kraft. Die Integration der großen gibt. Nicht zuletzt mit Blick auf die vielen, insbesondere Anzahl von Menschen, die auf der Suche nach einer neuen seit 2015 neu zugewanderten Menschen gilt, dass zivilge- Heimat in den vergangenen Jahren nach Deutschland ge- sellschaftliches Engagement einerseits die Integration und kommen sind, wäre kaum zu bewältigen ohne die riesige gesellschaftliche Teilhabe aktiv fördern und andererseits Hilfsbereitschaft und die lebendige Willkommens- und die Engagementlandschaft deutlich stärken kann. Bleibekultur der hiesigen Bevölkerung.
Gerade im Bereich der Flüchtlings- und Integrationshilfe engagieren sich viele Menschen, die selbst über einen Migrationshintergrund verfügen. Sie machen dabei aber 1 Simonson/Vogel/Tesch-Römer (Hrsg.): Freiwilliges nur einen Teil der vielen Migrantinnen und Migranten Engagement in Deutschland – Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Wiesbaden: Springer VS.
Die vorliegenden Zahlen aus dem vierten Deutschen Frei- von Anfang an zusammen mit vielen Einsatzstellen und willigensurvey von 2014 stützen dabei die These, dass es Trägern des Sonderformats darauf hingewirkt, dass ab viel Potenzial gibt, das aktiviert werden könnte. Dem- 2019 auch im Regel-BFD möglichst viele der neu aufnach sind die Anteile freiwillig Engagierter bei Menschen gebauten BFD-Plätze weiter besetzt werden können. Die mit und ohne Migrationshintergrund unterschiedlich: vielfach bewährte Integrationsarbeit soll künftig selbst- Während sich 46,8 Prozent der Personen ohne Migrations- verständlicher Bestandteil sowohl des Regel-BFD als auch hintergrund engagieren, beträgt die Engagementquote bei der Jugendfreiwilligendienste sein. in Deutschland lebenden Personen mit Migrationshintergrund (insgesamt) 31,5 Prozent. Allerdings ist bei Men- Eine weitere Maßnahme, die diesem Ziel Rechnung tragen schen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland ge- sollte, war die Gründung des Deutschen Zentrums für boren sind und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, Integrations- und Migrationsforschung e. V. (DeZIM e. V.) der Anteil der Engagierten mit 43,2 Prozent ähnlich hoch im Mai 2017. Das DeZIM wurde zurückgehend auf die wie bei jenen ohne Migrationshintergrund (46,8 Prozent).2 im alten NAP-I formulierte Zielsetzung gegründet, die Forschung im Bereich Migration und Integration zu Die Unterschiede im Anteil Engagierter zwischen Men- fördern. Zu den Aufgaben des DeZIM zählt u. a., die schen mit und ohne Migrationshintergrund sind dabei In tegrations- und Migrationsforschung in Deutschland nur zu geringen Teilen auf Alter, Bildung und Einkommen nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig auszurichten, zurückzuführen. Offensichtlich sind prägende Erfahrungen evidenzbasierte Politikberatung im Bereich der Integrain Kindheit und Jugend, die sich für Personen mit und ohne tions- und Migrationsforschung zu ermöglichen sowie eigene Migrationserfahrung unterscheiden, von erheblicher bestehende Strukturen zu bündeln, zu vernetzen und Bedeutung für das freiwillige Engagement.3 Frauen mit weiterzuentwickeln. Ein Forschungsschwerpunkt des Migrations- und Fluchtgeschichte sind zudem häufig Mehr- DeZIM liegt dabei auch auf Fragen des migrantischen fachdiskriminierungen ausgesetzt, die es abzubauen gilt. bürgerschaftlichen Engagements und wie dieses beispielsweise mittels interkultureller Öffnung von Ehrenamts- Dass der Anteil von Migrantinnen und Migranten in den strukturen gefördert werden kann. Konkret laufen derzeit Bereichen des bürgerschaftlichen Engagements gestärkt beim DeZIM zwei Forschungsvorhaben, die sich einerseits und erhöht werden sollte, war bereits Ziel des Nationalen mit „Engagement und Zugehörigkeit – Vereinsarbeit und Aktionsplans Integration aus dem Jahre 2012. Das Sonder- politische Bildung muslimischer Jugendlicher“ und programm „Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flücht- andererseits mit „Konflikten um gesellschaftliche lingsbezug“, das als Ausnahmeformat zeitlich auf die Jahre Teilhabe“ befassen. 2016 bis 2018 begrenzt war, zielte auf diesen Aspekt ab. Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) hat deshalb
2 Simonson/Vogel/Tesch-Römer (Hrsg.): Freiwilliges Engagement in Deutschland – Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Wiesbaden: Springer VS.
3 Vgl. ebda.
identifiziert werden. Insofern bedarf es zur Erfüllung der Zielvorgabe eines differenzierten und auf die Zielgruppe Während des Dialogprozesses im Themenforum „Bürgerschaft- zugeschnittenen Maßnahmenansatzes. liches Engagement und Ehrenamt als Scharnier der Teilhabe“ wurden gemeinsam mit den beteiligten Akteuren Handlungsschwerpunkte mit themenbezogenen Zielen entwickelt. Migrantenorganisationen in Engagement und Ehrenamt stärken Dabei wurden folgende vier Ziele identifiziert:
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Interkulturelle Öffnung von Ehrenamts- und Migrantenorganisationen sind zugleich Brücke und Platt- Engagementstrukturen form in und für ehrenamtliches und bürgerschaftliches
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Interkulturelle Öffnung von Jugendverbänden Engagement, insbesondere für Zugewanderte und Men-
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Migrantenorganisationen in Engagement schen mit Migrationshintergrund. Sie sind zudem wichtige und Ehrenamt stärken Akteure und Wegweiser im Hinblick auf die Integration von
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Förderung von Lotsen-, Mentoring- und Patenschafts- Zugewanderten in und durch ehrenamtliches Engagement. programmen Die Herausforderungen, denen sich Migrantenorganisationen mit Blick auf die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamts gegenübergestellt sehen, sind Interkulturelle Öffnung von Ehrenamts und jedoch vielfältig. Häufig fehlen vor allem professionelle Engagementstrukturen Strukturen und damit einhergehend die notwendige Infrastruktur. Deshalb bedarf es neben einer verlässlichen und In der Diskussion über eine vermehrte interkulturelle Öff- nachhaltigen Unterstützung von Migrantenorganisationen nung von Ehrenamts- und Engagementstrukturen geht es sowohl auf Bundes- als auch auf landes- und lokaler Ebene im Kern um die Frage, wie die gesellschaftliche Teilhabe von einer Vielzahl weiterer Unterstützungsmaßnahmen. Menschen mit Migrationshintergrund gestärkt und gefördert werden kann. Häufig verhindern – bewusst oder unbewusst – Zugangsbarrieren, dass sich Menschen mit Migrationshinter- Förderung von Lotsen, Mentoring und grund ehrenamtlich engagieren. Dies können beispielsweise Patenschaftsprogrammen einerseits mangelnde Kenntnisse über Engagementmöglichkeiten oder Sprachprobleme aufseiten der migrantischen Lotsen-, Mentoring- und Patenschaftsprogramme können Bevölkerung sein oder andererseits ein Mangel an Problem- als niedrigschwellige Angebote eine besonders integrabewusstsein und Sensibilität über fehlende interkulturelle tionsstiftende und teilhabeorientierte Wirkung entfalten. Grundfähigkeiten sowie die nicht vorhandene Bereitschaft zur Sie ermöglichen Menschen die Integration in die Gemeininterkulturellen Öffnung aufseiten traditioneller Ehrenamts- schaft und bieten ihnen die Chance zu gleichberechtigter organisationen. Die Gründe für den nach wie vor geringeren Teilhabe. Über den zwischenmenschlichen Kontakt stellen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Bereichen solche Projekte ein besonders probates Mittel sowohl für des bürgerschaftlichen Engagements sind unterschiedlich, die Integration und den Zusammenhalt als auch für die weshalb auch die im Themenforum diskutierten Ansätze, wie Stärkung des gesellschaftlichen Engagements dar. interkulturelle Öffnung forciert werden kann, vielfältig waren. Nicht zuletzt seit dem Jahr 2015, als viele Menschen auf der Suche nach Schutz und einer neuen Heimat nach Deutsch- Interkulturelle Öffnung von Jugendverbänden land gekommen sind, haben viele ehrenamtlich Engagierte im Rahmen von Lotsen-, Mentoring- und Patenschafts- Ein besonderes und individuelles Augenmerk sollte zu- programmen aktiv zur Integration und gesellschaftlichen dem auf die interkulturelle Öffnung von Jugendverbän- Teilhabe dieser Menschen beigetragen. Viele dieser Patinnen den gelegt werden, die von den am Forum Beteiligten als und Paten, Lotsinnen und Lotsen sowie Mentorinnen und elementar erachtet wurde, um die Zukunftsfähigkeit von Mentoren verfügen selbst über Zuwanderungserfahrung und Engagementstrukturen zu sichern. Wie in vielen anderen haben beispielsweise dank ihrer besonderen sprachlichen gesellschaftlichen Bereichen macht sich auch im Engage- und interkulturellen Kompetenzen geholfen, die vielen Neumentbereich der demografische Wandel bemerkbar, ins- ankömmlinge in die Gesellschaft zu integrieren. besondere hinsichtlich der Gewinnung neuer und jüngerer Ehrenamtlicher. Neben allgemeinen He rausforderungen Niedrigschwellige Projekte, die überwiegend über perkönnen für diese Zielgruppe auch besondere Hemmnisse sönliche Eins-zu-eins-Konstellationen funktionieren, hinsichtlich ihres Engagements wie schulischer Zeitdruck bringen jedoch auch eine Reihe von Herausforderungen oder eine mangelnde zielgruppengerechte Ansprache mit sich. Damit Lotsen-, Mentoring- und Patenschaftspro-
gramme tatsächlich erfolgreich sind, sollten bestimmte, gramms angestoßenen Kooperationsprojekte wurde dabei allgemeingültige Aspekte berücksichtigt werden. von der Türkischen Gemeinde in Deutschland e. V. (TGD) mit der BFD-Zentralstelle Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND e. V. umgesetzt.
Handlungsschwerpunkte
Nach Auslaufen des Sonderprogramms ist es gelungen, die Kooperation zwischen TGD und BUND fortzusetzen. Das Interkulturelle Öffnung von Ehrenamts Projekt „BFD für alle – Interkulturelle Öffnung des Bundesund Engagementstrukturen freiwilligendienstes“ wird seitens des BMFSFJ gefördert und hat zum Ziel, den BFD als Möglichkeit der Engagementför- Ein Schlüssel hierzu liegt in einem besseren Austausch und derung bei Menschen mit Migrationsgeschichte und ihren einer engeren Vernetzung der zahlreichen unterschiedlichen Organisationen bekannter zu machen sowie bestehende Akteure. Eine Vielzahl ehrenamtlich engagierter Menschen Zugangshürden abzubauen. Dazu werden gezielt Migrantenmit Migrationshintergrund ist in Migranten(selbst)-organi- organisationen sowie muslimische Gemeinden adressiert sationen aktiv. Ein stärkerer Austausch zwischen Migran- und ihnen der Bundesfreiwilligendienst vorgestellt. Dabei tenorganisationen und traditionellen Organisationen des werden die Vereine bei der Anerkennung als Einsatzstelle bürgerschaftlichen Engagements kann nicht nur zu einem beraten und bei der Durchführung des BFD begleitet – ad- Abbau von etwaigen Vorurteilen beitragen, sondern ins- ministrativ wie inhaltlich. Auf diese Weise soll bis Ende 2022 besondere hinsichtlich der Aneignung interkultureller Kom- ein Einsatzstellen-Netzwerk aufgebaut werden, das den petenzen zielführend sein. Für etablierte Organisationen BFD in Migrantenorganisationen dauerhaft und eigendes Ehrenamts, beispielsweise im Bereich des Katastrophen- ständig (mit eigenem Platzkontingent) organisiert und die und Rettungsschutzes oder in Sportvereinen, erscheint Interessen dieser Einsatzstellen und Freiwilligen gegenüber eine proaktive, selbstkritische Auseinandersetzung mit der der Politik vertritt. Darüber hinaus werden Themen wie Frage sinnvoll, welche Hürden möglicherweise abgebaut Antirassismus, Diversity oder Feminismus in das Seminarwerden müssten, um die Repräsentanz von Menschen mit programm der BUND-Zentralstelle eingebracht und ein ge- Migrationshintergrund zu verbessern. Gerade vor diesem meinsames Lernen von Freiwilligen aus Umweltverbänden Hintergrund sind Perspektivwechsel notwendig, die eben und Migrantenorganisationen ermöglicht. nicht zuletzt durch einen engen Austausch und ein dadurch bedingtes „Voneinander-Lernen“ der unterschiedlichen Insgesamt profitieren dank der verschiedenen Maßnahmen Akteure des Ehrenamts gewährleistet werden können. sowohl die beteiligten Migrantenorganisationen als auch der BUND auf vielfältige Art und Weise: Die Migrantenorganisa- Maßnahmen, die die interkulturelle Öffnung der Ehren- tionen und muslimischen Gemeinden können auch weiteramts- und Engagementstrukturen zum Ziel haben, müs- hin Freiwillige einsetzen und künftig unbefristet als BFDsen aus Sicht der Beteiligten flankiert werden durch einen Einsatzstellen anerkannt werden. Der BUND kann wiederum erleichterten Zugang zu Ressourcen. Dies setzt demnach sichtbar gewordene Potenziale für interkulturelle Öffnung auch den Abbau von Informationsdefiziten, ein höheres aufgreifen und mit zusätzlichen Ressourcen fördern. So kann Maß an Transparenz mit Blick auf die Verfügbarkeit von beispielsweise darauf hingewirkt werden, mehr Menschen Ressourcen sowie spezifizierte Zielgruppenansprachen vo- mit Migrationshintergrund für die ehrenamtliche Arbeit in raus. Insbesondere auch kleine Migrantenorganisationen Verbänden des Umwelt- und Naturschutzes zu gewinnen. sind auf die Kooperation mit und Unterstützung durch etablierte Partnerorganisationen angewiesen und können gleichzeitig mit ihrer Expertise entscheidend zur interkulturellen Öffnung ehrenamtlicher Strukturen beitragen.
Kernvorhaben
In Reaktion auf die veränderte Zuwanderungssituation seit 2015 wurde seitens des BMFSFJ über einen dreijährigen Zeitraum das Sonderprogramm „Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug“ aufgelegt. Mit diesem Sonderprogramm gelang es, dass deutlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Geflüchtete als bisher einen BFD leisteten. Eines der im Rahmen des Sonderpro-
P LATTFORM 1: PLATTFORM 2:
Seit 2017 führt das BMFSFJ in einem kooperativen Mit dem Projekt „Integration neu denken“ wollen Prozess mit allen zehn Verbänden der (damaligen) SINGA Deutschland und die Robert Bosch Stiftung Deutschen Islam Konferenz (DIK) sowie weiteren (RBSG) zivilgesellschaftliche Akteure in ihrem Enga- Akteurinnen und Akteuren aus der freien Wohl- gement mit Flüchtlingen und Neuzuwanderinnen fahrtspflege, der Wissenschaft und mit Vertreterin- bzw. Neuzuwanderern stärken, um Begegnungen nen und Vertretern von Bund, Ländern und Kom- auf Augenhöhe und Teilhabe vor Ort zu ermögmunen das „Empowerment zur Wohlfahrtspflege lichen. Ziel des Programms ist es, dass die deutsche mit den DIK-Verbänden“ durch. Dabei geht es um Zivilgesellschaft und ihre Institutionen inklusiver die Befähigung der DIK-Verbände zur Teilhabe an arbeiten, damit echte Teilhabe von Neuzuwandeder aktiven Erbringung von sozialen Leistungen rinnen und Neuzuwanderern in allen Gesellschaftsunter den verschiedenen sozialgesetzgeberischen bereichen möglich ist. Die entwickelten guten Lö- Rahmenbedingungen. Erforderlich ist, dass die sungsansätze sollen Inspiration für einen besseren zunehmend qualifizierten muslimischen Träger gesellschaftlichen Zusammenhalt sein. Dafür bietet in den kommunalen Sozial- und Jugendhilfepla- SINGA Deutschland sieben zivilgesellschaftlichen nungen anerkannt und bei der Ausgestaltung der Projekten (Ehrenamtlichen und ihren Initiativen/ Sozialstrukturen fair berücksichtigt werden. Die Organisationen) aus verschiedenen Regionen in Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrts- Deutschland, die aktuell einer lokalen Herausforpflege (BAGFW) unterstützt das Projekt und arbei- derung zum Thema Teilhabe gegenüberstehen, ein tet aktiv mit. Mit dem Projekt werden vier grund- intensives Trainings- und Beratungsprogramm und legende Ziele verfolgt: die Etablierung kultur- und eine gemeinsame Erarbeitung von Lösungsansätzen religionssensibler sozialer Angebote, das eigenstän- an. Die teilnehmenden Organisationen erhalten dige und nachhaltige Anbieten wohlfahrtspflegeri- zudem eine Förderung von bis zu 10.000 Euro für die scher Leistungen durch die DIK-Verbände und ihre Umsetzung der Lösungsansätze. Zudem werden sie Mitglieder, die interkulturelle Öffnung der Wohl- im Projektverlauf miteinander vernetzt. fahrtspflege und die gleichberechtigte Teilhabe von Muslimen/Aleviten am Wohlfahrtssystem. Zur Umsetzung des Projektes sind die Arbeitsschwerpunkte der Qualifizierung, Vernetzung, Partnerschaften und Einig waren sich die Beteiligten auch, dass es bzgl. der be- Kooperationen mit öffentlichen und freien Trägern sonderen Zielgruppe generell wichtig wäre, „Vorbilder“ zu sowie der Bekanntmachung des Projektes zentral. etablieren, um Jugendliche für bürgerschaftliches Engagement zu begeistern. Diese könnten dabei helfen, Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, wichtig zu sein (Stichwort „Relevanz von Jugend“) und durch zivilgesellschaftliches „Interkulturelle Öffnung von Jugend verbänden“ Engagement „Dinge bewegen zu können“.
Grundsätzlich bedarf es einer kritischen Selbstreflexion Als wichtige Kooperationspartner werden dabei Schulen etablierter Jugendverbände über die mangelnde Reprä- angesehen. An diese sollten Jugendverbände noch gezielsentanz von Menschen mit Migrationsgeschichte in leiten- ter herantreten und in den Schulen für mehr freiwilliges der Funktion und den (teils unsichtbaren) Hürden, die eine Engagement werben. Außerdem sollte eine verbesserte solche bisher verhindern. Dabei sollte es auch eine umfas- Ausbildung und Qualifizierung von Übungsleitern angesende Auseinandersetzung mit den Interessen und Zielen strebt werden (beispielsweise Juleica-Schulungen). der Jugendmigrantenorganisationen geben. Als Konsequenz dieses Reflexionsprozesses sollte die Vernetzung zwischen Jugendmigrantenorganisationen und Jugendverbänden auf Kernvorhaben der Suche nach gemeinsamen Interessen und gegenseitigem Mehrwert (Synergieeffekte) intensiviert werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (IntB) fördert das Projekt Neben einer effektiveren Kommunikation im Sinne einer „JEM – Jugendliches Engagement in Migrant*innenorganizielgruppenorientierten Ansprache und der Nutzung von sationen“ der djo – Deutsche Jugend in Europa e. V. In die- Möglichkeiten zur strukturellen Unterstützung (Ressour- sem Projekt wird erstmalig die Teilhabe junger Menschen cen) sollten auch umfassende Strategien zur Gewinnung mit Migrationshintergrund in den Verbänden und Gremien junger Freiwilliger entwickelt werden. der Jugendverbandsarbeit und in den Migrantenorganisationen gefördert, da diese dort unterrepräsentiert sind. Dafür
werden Strukturen aufgebaut, die junge Menschen mit Mi- Die Jugendfeuerwehr Berlin-Wedding ist ein begrationshintergrund befähigen, sich in migrantischen und sonders gutes Beispiel für die gelungene interanderen Jugendvereinen und -verbänden zu engagieren, kulturelle Öffnung eines Jugendvereins. Noch sich in die Jugendverbandsarbeit sowie in die Arbeit der Mium die Jahrtausendwende hatte kein Mitglied der grantenorganisationen als Expertinnen und Experten mit Jugendfeuerwehr im Wedding eine Einwandeeigener Kompetenz einzubringen und an jugendpolitischen rungsgeschichte. Dabei ist der Bezirk stark geprägt Entscheidungen mitzuwirken. Dadurch werden Jugendliche von zahlreichen Menschen mit Migrationshinterund junge Menschen mit Migrationshintergrund in die grund, die hier leben. Inzwischen haben knapp die Lage versetzt, in jugendpolitischen Strukturen beteiligt zu Hälfte der 62 Mitglieder Wurzeln in 16 verschiedewerden, durch organisierte Mitwirkung ihre Interessen zu nen Ländern (EU, aber auch Peru, Russland, Türkei, vertreten und Gesellschaft mitverantwortlich zu gestalten. Jordanien, Algerien, Syrien, Kosovo, Afghanistan, Albanien und Serbien). Die dadurch gewonnene Repräsentanz und Mitwirkung junger Menschen mit Migrationshintergrund in der Jugend- Die Öffnung wurde durch eine gezielte Kooperaverbandsarbeit auf lokaler, Landes- und Bundesebene wird tion mit der benachbarten Herbert-Hover-Sekunauch langfristig die Berücksichtigung der Belange dieser darschule erreicht. Die Schule wirbt Schülerinnen wachsenden Bevölkerungsgruppe verbessern. Die Repräund Schüler der 7. und 8. Klasse für die Jugendsentanzlücke wird dadurch geschlossen und die Zielgruppe feuerwehr an und profitiert dabei – abgesehen erhält eine eigene Stimme in der Jugendpolitik und den von den dort erworbenen Sozialkompetenzen der Strukturen der Jugendverbände nach SGB VIII (satzungs- Schüler – von der Ausbildung bei der Feuerwehr gemäßes Eigenleben; Selbstorganisation; eigenständige Inin Fragen des Brandschutzes und der Ersten Hilfe. teressenvertretung) auf allen föderalen Ebenen. Gleichzeitig Bemerkenswert ist zudem, dass es der Jugendfeuerkommt das Engagement auch den Vereinen und Verbänden wehr im Wedding gelungen ist, auch Mädchen mit zugute: Diese können dadurch vielfältiger und attraktiver Migrationshintergrund als Mitglieder zu gewinnen. für unterschiedliche Mitglieder werden.
PLATTFORM 3: Migrantenorganisationen in Engagement und Ehrenamt stärken Das Projekt „gemeinsam starkgemacht – für eine vielfältige und demokratische Jugend“, umgesetzt von Für eine nachhaltige Unterstützung ist eine Verstetigung „Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und von Fördermitteln erstrebenswert. In diesem Kontext soll- Demokratie e. V.“, fördert nachhaltig und auf breiter ten bestehende Fördermöglichkeiten effektiver und trans- Basis das politische und ehrenamtliche Engagement parenter gestaltet werden. Bürokratische Hürden, die vor junger Menschen mit Migrationshintergrund aus allem kleinere Migrantenorganisationen vor große Hermuslimisch geprägten Communitys. Das 2018 geausforderungen stellen, sollten im Rahmen der haushaltsgründete bundesweite „Bündnis für muslimische rechtlichen Möglichkeiten abgebaut werden. Der digitale Jugendarbeit“ wird darin unterstützt, sich als ein Zu- Wandel sollte als Chance begriffen werden, um neue und sammenschluss von derzeit 14 Selbstorganisationen junge Ehrenamt liche mittels digitaler Tools anzusprechen junger Muslime und Muslima zu einer dachverbandund für bürgerschaftliches Engagement zu begeistern. Im lich organisierten Koordinierungs-Netzwerk stelle mit Zeitalter der sogenannten Digital Natives könnten dabei Anschluss an die bestehenden Strukturen der Jugendauch gezielte Jugendstrategien eine Rolle spielen. verbandsarbeit auf Bundesebene zu konsolidieren. Mit den beteiligten Organisationen werden entlang Kooperationen mit und zwischen etablierten Migrantendes SGB VIII Qualitätsstandards für die jugendorganisationen sind unerlässlich, wobei die strukturelle arbeiterische Praxis in migrantischen/muslimischen Unterstützung kleinerer Migrantenorganisationen ebenso Organisationen erarbeitet. Zusätzlich werden mit den notwendig ist. Hier sollte zudem eine breitere Vernetzung Beteiligten innovative Praxisansätze zur Förderung aller Migrantenorganisationen angestrebt werden. Eine des politischen und ehrenamtlichen Engagements wichtige Rolle spielt zudem die engere Anbindung oder von Jugendlichen entwickelt und umgesetzt und wei- Hinführung von Migrantenorganisationen an bereits beteren Trägern der Jugend(verbands)arbeit bundesweit stehende Förderungen, in denen Engagement und Ehrenzugänglich gemacht. Das Projekt wird im Rahmen des amt von Bedeutung sind. Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.
Kernvorhaben
Neben dem seit 2013 laufenden Strukturförderprogramm, Als direkte Reaktion auf die gestiegene Zuwandedas im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für rung von Schutzsuchenden unterstützt die Thü- Bau und Heimat (BMI) vom Bundesamt für Migration und ringer Ehrenamtsstiftung seit 2016 in dem Projekt Flüchtlinge (BAMF) durchgeführt wird und darauf abzielt, „Nebenan angekommen – Der Thüringer Engage- Migrantenorganisationen beim Ausbau ihrer Dachmentfonds“ landesweit zahlreiche Organisationen strukturen und bei der Professionalisierung ihrer Arbeit und Initiativen durch insgesamt acht Standorte bei zu unterstützen, bieten die „Houses of Resources“ (HoR), der Integration für und mit geflüchteten Menseit 2016 gefördert durch das BAMF, einen besonderen, schen. Ziel ist es, Trägern der ehrenamtlichen Geganzheitlichen Ansatz, um die Vielzahl der Herausfordeflüchteten- und Integrationshilfe unbürokratisch rungen vor allem für kleinere Migrantenorganisationen zu beim Aufbau und der Verstetigung ihrer lokalen adressieren. Über das Projekt erhalten bundesweit derzeit Angebote zu helfen. Dies geschieht sowohl finanelf Träger Fördermittel, um damit für kleinere, teilweise ziell durch die Auslobung des Engagementfonds, im Aufbau befindliche Migrantenorganisationen und ideell über die Bekanntmachung der zahlreichen Initiativen vor Ort Ressourcen zur Verfügung zu stellen Projekte und fachlich durch regelmäßige Netz- Ein Aspekt, dem in der Debatte um die strukturelle Unterwerkzusammenkünfte. Neben Qualifizierungsstützung von migrantischen Ehrenamtsstrukturen eine und Weiterbildungsangeboten sollen zudem herausgehobene Rolle zukommt, ist dabei mit Blick auf gemeinsam konstruktive Lösungsansätze für die die „Houses of Resources“ (HoR) von besonderer Bedeu- Integration der Zugewanderten erarbeitet und ein tung: Die Unterstützung erfolgt sehr niedrigschwellig und Ideentransfer zwischen den Institutionen angeregt nach Möglichkeit ohne großen bürokratischen Aufwand. werden. Der Thüringer Engagementfonds trägt so Aufgrund der positiven Erfahrungen seit 2016 weitet das zum strukturellen Aufbau und zur Verstetigung BAMF das Programm aus. Ab voraussichtlich 2020 sollen lokaler Hilfsangebote für und mit geflüchteten weitere Institutionen zur Umsetzung eines HoR gewon- Menschen in Nachbarschaften, Dörfern, Stadtteilen nen werden. und Gemeinden bei.
Im Rahmen des Strukturförderprogramms des BMI ist seit 2018 die sogenannte Verbandsakademie ein Baustein der fachlichen Begleitung des Programms. Das Bildungsformat hat sich für den gezielten Kompetenzaufbau sowie die Rollenklärung von hauptamtlichen Mitarbeitenden der Das Land Baden-Württemberg setzt im Rahmen Geschäftsstellen bewährt. Zur Professionalisierung von des Landesprogramms „Gesellschaftlicher Zusam- Migrantenorganisationen, die keine Strukturförderung menhalt“ ein Projekt zur Stärkung und Vernetim Rahmen des o. g. Programms des BMI erhalten, startet zung von Migrantenorganisationen um. Dieses nunmehr als neues Vorhaben die Verbandsakademie besteht aus einem Landesfachtag (mit ca. knapp für Migrantenorganisationen (VAMOs). Mittels bedarfs- 150 Migrantenorganisationen und Workshops zu orientierter Qualifizierungen, E-Learnings, individueller den Themen „Engagement im ländlichen Raum“, Coachings und Vernetzungsveranstaltungen für Mitarbei- „Kooperation zwischen Vereinen und Kommunen“, tende der Geschäftsstellen sowie auch Mitglieder anderer „Politisches Engagement“ und „Was benötigen Gremien sollen ganzheitlich und passgenau Inhalte und Migrantenorganisationen für ihr Engagement?“) Kompe tenzen personenungebunden auch in diesen und ca. 40 Veranstaltungen mit und für Migran- Migrantenorganisationen verankert werden. Für eine Förtenorganisationen auf kommunaler Ebene in den derung kommen Migrantenorganisationen infrage, die auf Jahren 2020 und 2021. Konkret soll die Stärkung Bundesebene tätig sind, Landesverbände und ggf. vereinund Vernetzung der Organisationen durch zelt lokale Vereine in ihrem Netzwerk haben und in ihren die Sichtbarmachung von Migrantenorganisatio- Projekten die Integrations-/Flüchtlingsarbeit mitgestalten nen sowie die Förderung von deren Verankerung und sich stärker professionalisieren wollen. in und Vernetzung mit kommunalen Strukturen vor Ort erfolgen.
Förderung von Lotsen, Mentoring und Programmziele sind u. a. die Unterstützung bürgerschaft- Patenschaftsprogrammen lichen Engagements als wesentlicher Baustein für eine gelingende gesellschaftliche Integration, die Überführung Da es sich zumeist um sehr persönliche Eins-zu-eins-Kon- spontaner Hilfsbereitschaft in dauerhaftes bürgerschaftstellationen handelt, ist generell das Prinzip der Augen- liches Engagement sowie die Stärkung des gesellschafthöhe ein elementarer Bestandteil, damit ein Matching lichen Zusammenhalts. Wie eine erste Wirkungsanalyse zwischen den Partnerinnen und Partnern erfolgreich ist. zeigt, findet eine große Mehrheit der Freiwilligen, dass ihr Dazu sollten situationsbedingt die individuellen Bedarfe Engagement in der Patenschaft einen wichtigen Beitrag und Bedürfnisse beachtet werden. zur Integration geflüchteter Menschen leistet und dass durch das Zusammentreffen in den Patenschafts-Tandems Die unterschiedlichen Träger und Akteure von Lotsen-, das gegenseitige Verständnis zunimmt. Darüber hinaus ist Mentoring- und Patenschaftsprogrammen sollten im es gelungen, viele Flüchtlinge selbst für bürgerschaftliches Sinne guter Vernetzung in engem Austausch agieren. Dies Engagement zu begeistern und sie dafür zu gewinnen, sich kann helfen, allgemeine Qualitätsstandards zu entwickeln, ihrerseits für die Integration von Neuankömmlingen einvon denen alle profitieren. Programme, die sich erfolg- zusetzen. Hier können sie wichtige Rollen übernehmen, reich bewähren, sollten dabei sichtbar gemacht und als indem sie beispielsweise häufig aufgrund ihrer sprach- Best-Practice-Beispiele („Leuchttürme“) fungierend auf lichen und interkulturellen Kompetenzen über besondere neue Zielgruppen erweitert werden. Zugangswege im Kontakt mit Zugewanderten verfügen.
Wichtig erscheint es, dass Migrantenorganisationen mit Wegen der Offenheit des Bundesprogramms und der Proihrer spezifischen Expertise und aus einem migrantischen grammträgerkonzepte sind die Patenschaften vor Ort von Blickwinkel von Beginn an in die konzeptionelle Entwick- einer enormen Vielfalt geprägt. Dies ermöglicht vielfältige lung von Programmen eingebunden werden. Zugangswege und eine Anpassung des Engagements in der Patenschaft an die individuellen Ressourcen, Interessen und Auch im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements Bedürfnisse der Tandempartner. Im Rahmen des Prospielt die Frage der Vereinbarkeit eine große Rolle. Daher gramms werden überwiegend Programmträger gefördert, sind flexible Arrangements für eine gute Vereinbarkeit, die die die Engagementinfrastruktur auf lokaler Ebene durch auf persönliche und familiäre Belange Rücksicht nimmt, finanzielle Mittel oder Expertise unterstützen. Programmwichtig, um eine ehrenamtliche Tätigkeit in Lotsen-, träger sind u. a. die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Mentoring- und Patenschaftsprogrammen auch zeitlich Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor zu ermöglichen. und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) oder die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS).
Kernvorhaben
Mit dem Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Men- P LATTFORM 6: schen“ hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Anfang 2016 ein Programm Bei dem Projekt „Qualifiziertes ehrenamtliches ins Leben gerufen, das als direkte Antwort auf die erhöhte Engagement in der Flüchtlingsarbeit – Fortbildungs- Flüchtlingszuwanderung initiiert wurde und mithilfe von reihe für ehrenamtlich Engagierte“ handelt es sich bürgerschaftlichem Engagement die Erstintegration und um eine von der Freiwilligenagentur Niedersachsen gesellschaftliche Teilhabe geflüchteter Menschen fördert. entwickelte Fortbildungsreihe, die das Ziel hat, Das Patenschaftsprogramm ist insofern beispielgebend freiwillig Engagierten ein umfassendes Qualifizieund hat zum Aufbau guter Rahmenbedingungen für die rungsangebot zu Fragen des bürgerschaftlichen vielen – in der Flüchtlingshilfe – engagierten Bürgerinnen Engagements zu unterbreiten. Die insgesamt sieben und Bürger beigetragen und zugleich den Zugewander- Bausteine der Fortbildung befassen sich u. a. mit der ten durch persönlichen, auf ihren individuellen Bedarf Rolle als Ehrenamtliche sowie damit verbundenen ausgerichteten Kontakt die Alltagsintegration erleichtert. Chancen und Risiken, mit Fragen der Koordinierung Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Patenschafts- von Gruppen- und Projektarbeit, mit der Freiwilliprogramm für geflüchtete Menschen ist das Programm- genkoordination sowie mit rechtlichen Grundlagen konzept mittlerweile auch für neue Zielgruppen erweitert und Fragestellungen rund um das Ehrenamt. Einen worden. weiteren Schwerpunkt, der mit Blick auf die Integration von Zugewanderten von großer Wichtigkeit ist, bildet zudem die interkulturelle Sensibilisierung.
Unter den ca. 30 Millionen Menschen in Deutschland, die sich ehrenamtlich engagieren, sind auch viele Menschen Das Projekt „Gemeinsam für mehr Teilhabe“ vom mit einem Zuwanderungshintergrund. Sie bereichern das Bundesnetzwerk TANG – The African Network of bürgerschaftliche Engagement nicht nur auf ihre ganz Germany e. V. konnte im Jahr 2019 in den drei persönliche Art und Weise, sondern fördern dadurch Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und nicht zuletzt Vielfalt und Toleranz. Auch und gerade die Nordrhein-Westfalen mehr als 1.000 Mentorinnen vielen Menschen mit Migrationshintergrund tragen zur und Mentoren aus der afrikanischen Community Stärkung des interkulturellen Verständnisses bei und für die Arbeit mit gut 3.000 Geflüchteten aus Afrika treiben Integration und Teilhabe aktiv voran. Insofern ist in mehr als 70 Städten und Kommunen gewinnen. bürgerschaftliches Engagement in vielerlei Hinsicht prä- Die Mentorinnen betreuen die Geflüchteten sechs destiniert, um gesellschaftliche Teilhabe und Integration bis neun Monate intensiv und unterstützen sie zu fördern und in diesem Sinne eine Scharnierfunktion beim Kontakt mit den Regelstrukturen in Deutsch- auszuüben. land. Die thematischen Schwerpunkte sind die Bereiche Bildung (Sprachkenntnisse, Hilfe bei der Einerseits gilt es, die vielen Menschen mit Migrationshin- Suche nach Sprachkursen), Arbeitsmarkt, Asylrecht tergrund, die vor allem in den letzten Jahren auf der Suche und Asylverfahren sowie Wohnen. Die Begleitung nach einer neuen Heimat nach Deutschland gekommen der Geflüchteten zu Behörden, zu Rechtsanwältin- sind, in das gesellschaftliche Leben einzubinden und nen bzw. Rechtsanwälten und zu Ärztinnen und ihnen so Teilhabe zu ermöglichen. Andererseits ist es im Ärzten stellt einen bedeutenden Teil des ehrenamt- großen Interesse vieler ehrenamtlicher Einrichtungen, lichen Engagements dar. Die Mentorinnen und das sich dadurch ergebende Potenzial zu nutzen und Mentoren werden von Hauptamtlichen unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere auch und profitieren ebenfalls von dem Projekt, indem in den klassisch etablierten Organisationen einzubinden sie durch Workshops, z. B. den sechs Schulungen und ihnen Verantwortung zu übertragen. Die besonderen zum QualiPass „Flüchtlingsarbeit“, lernen, ihre Perspektiven und Bedarfe von Menschen mit Migrationsehrenamtliche Flüchtlingsarbeit zu professionali- hintergrund müssen dabei systematisch berücksichtigt sieren. „Gemeinsam für mehr Teilhabe“ trägt auf werden. Der demografische Wandel macht auch vor dem besondere Weise dazu bei, dass sich Zuwanderin- Ehrenamt nicht halt und erfordert von ehrenamtlichen nen und Zuwanderer bürgerschaftlich engagieren Institutionen eine aktive Nachwuchsgewinnung. und damit selbst zur Integration anderer Zugewanderter beitragen. Um dies zu erreichen und für beide Seiten eine Win-win- Situation zu erzeugen, muss an bestimmten Stellschrauben gedreht werden. Die im Themenforum „Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt als Scharnier der Teilhabe“ diskutierten Ziele sowie die avisierten Hand-
Ausblick
lungsschwerpunkte sollen dazu beitragen, den beschriebenen Herausforderungen gerecht zu werden. Die stärkere Bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement prägt interkulturelle Öffnung ehrenamtlicher Organisationen das öffentliche Leben und soziale Miteinander in Deutsch- und Verbände, die nachhaltige Stärkung von Strukturen land und sorgt für den Kitt, der den gesellschaftlichen des Ehrenamts sowie die Förderung von Lotsen-, Mento- Zusammenhalt gewährleistet. Gerade in Zeiten, in denen ring- und Patenschaftsprogrammen sind daher erstre- Fliehkräfte eine große Gefahr für das Auseinanderdriften benswerte Ziele, um die integrative Kraft von bürgerder Gesellschaft darstellen, ist zivilgesellschaftliches Enga- schaftlichem Engagement zu nutzen. gement wichtiger denn je. Ohne die große ehrenamtliche Einsatzbereitschaft der vielen Millionen Menschen in Deutschland wäre das Funktionieren von Sportvereinen, Migrantenorganisationen, Musikvereinen, freiwilligen Feuerwehren oder Flüchtlingsinitiativen nicht möglich. Sie sorgen dafür, dass die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich gemacht und gewährleistet wird, und entfalten so eine riesige integrative Wirkung.
Am Themenforum beteiligte Akteure
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Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen Deutsche Sportjugend (DSJ)
und Jugend (BMFSFJ) (Federführung) –
Deutscher Bundesjugendring (DBJR)
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Beauftragte der Bundesregierung für Migration, – Deutscher Frauenrat – Lobby der Frauen in Flüchtlinge und Integration (IntB) Deutschland e. V. (DF)
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Arbeiterwohlfahrt Sachsen-Anhalt (AWO ST) – Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)
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Bonner Institut für Migrationsforschung und – Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Interkulturelles Lernen – MIGRApolis House of Gesamtverband e. V. (DPWV) Resources Bonn
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- Deutsches Zentrum für Integrations- und
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Migrationsforschung e. V. (DeZIM) e. V. (BUND)
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- Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Diakonie und Entwicklung e. V.
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Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen- – djo – Deutsche Jugend in Europa, agenturen (bagfa) Bundesverband e. V.
–
Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigranten- – Integrationsministerkonferenz (IntMK) verbände in der Bundesrepublik Deutschland e. V.
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(BAGIV) Jugend-Landsmannschaft der Deutschen aus
- Russland e. V. (Jugend-LmDR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenorgani-
–
sationen e. V. (BAGSO) Landesnetzwerk Migrantenorganisationen
- Sachsen-Anhalt e. V. (LAMSA)
Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e. V.
–
(BaS) Lyra e. V.
– –
Bundesministerium des Innern, für Bau und Robert Bosch Stiftung (RBSG) Heimat (BMI) – The African Network of Germany e. V. (TANG)
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Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement – Thüringer Ehrenamtsstiftung (BEE)
–
Türkische Gemeinde Deutschland e. V. (TGD)
–
Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisa-
–
Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e. V. tionen e. V. (NeMO) (VDSH)
–
Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)
–
Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege,
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CLUB DIALOG e. V. Empowerment und Diversity e. V. (VIW)
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Dachverband der Migrantinnenorganisationen e. V. – Young Voice TGD (DaMigra)
| B 4 A Int Ge gra hie sta gra Fü ver Gr ges | e . us eg me tio r s tt. tio r d fü un tal | r I g rat in n pie In n ie ge dst te | i n an ion de ein lt s de der Ko n ü ru n. I | c t g w n g e S ic n K M mm ber ktu nte | h e sl ird est ch h d om en u ja re gr | t g ag vo alt lüs er m sch nen hrz n, u ati | e r e r O et. sel Allt un en is eh m on | a rt Ko rol ag en un t In nt In for | d t in m le e ab en te te ela teg de | er Themenf ion vor Ort den Städten, Landkreisen und munen nehmen bei der Inte- in. Hier leben die Menschen, , hier finden die Begegnungen tscheidet sich, ob die Inte- rschiedlicher Herkunft gelingt. gration kein Neuland. Sie nge Erfahrungen und wichtige ration vor Ort erfolgreich zu rt die Kommunen aber auch | o | r ge ei m au da -p D H 1. | e no ne uss. f di ss s rax as T and Be zu | n mm Org Zie e g ie i is b he lun rei ng | en. anis l m anz nne est men gsf chs in K | He ati uss ind rha mög for elde übe om | rvo ons es ivid lb d lic um rn rgre mu | rzu hoh des uel ies h ge hat stru ife ne | heb eit weg len er H stal sei ktu nde n o | en ist dabei, dass die Kommunen haben, die respektiert werden en sein, Kommunen mit Blick Gegebenheiten so zu stärken, oheit Integrationspolitik und ten. ne Arbeit anhand von sechs riert: Zusammenarbeit und Vernet- ptimieren |
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heraus und verläuft nicht immer problemlos. In den 2. Informationsgrundlagen und Wissenstransfer innervergangenen Jahren haben sie ihr Engagement in der halb und zwischen Kommunen verbessern Integrationspolitik ausgebaut und weiterentwickelt, da 3. Flexible und zukunftsfähige Strukturen und Steuesich die Anforderungen an die kommunale Integrations- rungsinstrumente etablieren politik stetig weiterentwickeln. Dabei bestehen aufgrund 4. Konzeptionelle Grundlagen für kommunale Integratider kommunalen Vielfalt bei der Ausgestaltung und hin- onspolitik/-praxis festigen sichtlich der Rahmenbedingungen bundesweit erhebliche 5. Kommunale Narrative entwickeln und Dialoge fördern regionale und innerhalb der Städte auch kleinräumige 6. Kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entschei- Unterschiede. Deutlich wurden diese Unterschiede beson- dungsträger stärken ders während der starken Fluchtzuwanderung seit 2015. Während Kommunen mit langer Zuwanderungshistorie Übergreifend und somit quer zu den Handlungsfeldern in den Krisenzeiten auf bewährte Strukturen zurückgrei- beobachtet das Forum mit großer Sorge, dass rechtsextrefen konnten, mussten andere neue Strukturen aufbauen mistische und rassistische Vorfälle und Meinungsmache und ihr Verwaltungshandeln anpassen. derzeit in vielen Kommunen die Integrationsarbeit überschatten und das Verwaltungshandeln erschweren. Der Das Themenforum „Integration vor Ort“ betrachtet das Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus muss kommunale Verwaltungshandeln im Umgang mit den auf allen föderalen Ebenen vorangetrieben werden. unterschiedlichen Integrationsaufgaben und der Vielfalt in den Städten, Landkreisen und Gemeinden. Das In dem Forum wurde auch die interkulturelle Öffnung Themenforum zeigt Ansätze auf, die die Integrations- in der Verwaltung besprochen. Viele Kommunen sind praxis und Diversitätspolitik vor Ort stärken sollen. Klar hier – auch im Vergleich zu anderen föderalen Ebenen – ist, dass „Integration vor Ort“ sich nicht auf kommunales bereits gut aufgestellt. Es ist aber auch zu beobachten, Verwaltungshandeln begrenzt. Diese Fokussierung wurde dass sich die Vielfalt der Gesellschaft noch nicht überall in zur Abgrenzung zu anderen Themenforen des Nationalen der Besetzung von Stellen widerspiegelt. Insbesondere in Aktionsplans, die in ihren Themenfeldern Aktivitäten „vor Positionen mit Entscheidungskompetenz sind Personen Ort“ in Kommunen und Nachbarschaften beleuchten, vor- mit Zuwanderungsgeschichte stark unterrepräsentiert.
Interkulturelle Öffnung, zu der auch die interkulturelle Zusammenarbeit in den Kommunen gefestigt. Dabei Schulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt, ist konnten Kommunen mit langer Zuwanderungshistorie eine wichtige Grundlage für alle genannten Handlungs- und Erfahrung in der Integrationspolitik und -praxis oft felder. auf bewährte (bereichsübergreifende) Kooperationsstrukturen, wie z. B. mit den Ausländer-/Integrationsbeiräten, Im Juni 2019 fand die Auftaktsitzung des Themenforums im zurückgreifen. Gleiches gilt für Kommunen mit bestehen- Bundeskanzleramt statt. Ziele der Sitzung waren, dass sich der Erfahrung in der bereichsübergreifenden Zusamdie Akteurinnen und Akteure kennenlernen und dass Hand- menarbeit, wie z. B. in der integrierten Stadtentwicklung. lungsbedarfe, bestehende Erkenntnisse und Projekte heraus- Andere Kommunen haben neue Kooperationsstrukturen gearbeitet werden. Im Verlauf des Beteiligungsprozesses aufgebaut. Unterstützend wirkten hier Bundes- und fanden zwei weitere Veranstaltungen (Potsdam im Novem- Landesförderprogramme, die auch als Impulsgeber für die ber 2019 und online im April 2020) statt, bei denen auch die Koordinierungsaufgaben dienten oder bestehenden Im- Praxisperspektive kommunaler Akteurinnen und Akteure pulsen in die Umsetzungspraxis verhalfen. einbezogen sowie die kommunale Vielfalt (u. a. Großstadt gegenüber Kleinstadt) berücksichtigt wurden. Zudem wur- Die thematischen Kooperationen der kommunalen den ergänzend Interviews mit Expertinnen und Experten zu Integrationsarbeit sind vielfältig (Unterbringungs- und verschiedenen Handlungsfeldern geführt. Im Rahmen der Wohnraumversorgungsaufgaben, rechtskreisübergreifende Abschlusssitzung am 20. Mai 2020 diskutierten und beschlos- Zusammenarbeit, Beratungsangebote, Sprachangebote, sen die Teilnehmenden die Ergebnisse und Kernvorhaben. Bildungsarbeit etc.). Zudem wurden viele Schnittstellen zwischen Haupt- und Ehrenamt (weiter-)entwickelt.
Für die bereichsübergreifende Zusammenarbeit lassen sich aus der kommunalen Praxis zentrale Erfolgskriterien Die Anforderungen an die kommunale Integrationspolitik identifizieren: Verbindlichkeit der Kooperation stärentwickeln sich stetig weiter. Sie unterliegen seit einigen ken, Prozesse transparent, multiperspektivisch und auf Jahren zunehmenden Veränderungen. Daher muss auch Augenhöhe gestalten und mit bestehenden Strukturen die Integrationspolitik und -praxis sich stetig weiter- abstimmen. Kooperationsvereinbarungen, etwa zwischen entwickeln, damit sie flexibel auf Herausforderungen der Jobcentern oder Sprachkursträgern und Diensten der Zukunft reagieren kann. freien Wohlfahrtspflege oder anderen zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure, wie sie sich in vielen Kommunen bewährt haben, können dafür eine gemeinsa- Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und me Arbeitsgrundlage schaffen (vgl. hierzu auch Plattform Vernetzung in Kommunen optimieren im Themenforum „Beratungsangebote“ zu Muster-Kooperationsvereinbarungen zwischen Beratungsträgern und Erfolgreiche kommunale Integrationsprozesse sind Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern). davon abhängig, dass viele Menschen in unterschiedlichen Zuständigkeiten und Rollen, Handlungsebenen und Aufgabenbereichen, mit unterschiedlichen Erfahrungen Informationsgrundlagen und Wissenstransfer und Handlungsmöglichkeiten zusammenarbeiten. Die innerhalb und zwischen Kommunen verbessern bereichsübergreifende Zusammenarbeit auch mit Blick auf ein gemeinsames Ziel, die freilich nicht zu einer Ver- Damit Integration auf kommunaler Ebene qualitätsorienwischung der jeweiligen Verantwortlichkeiten führen tiert durchgeführt, wirkungsorientiert ausgerichtet und darf, ist daher eine grundlegende Voraussetzung für evidenzbasiert gestaltet werden kann, sind gute Informadie Umsetzung der kommunalen Querschnittsaufgabe tionsgrundlagen sowie ein Austausch von Daten zwischen Integration. Über eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Einrichtungen unter Berücksichtigung der den unterschiedlichen Fachbereichen der Kommunalver- Datenschutz-Grundverordnung notwendig. Dies ist ebenwaltung hinaus bedarf es auch der Pflege bzw. des Aufbaus falls wichtig für die Kommunikation von Bedarfen und von Kooperationen mit staatlichen Behörden, Trägern Erfolgen innerhalb der Verwaltung, aber auch gegenüber und Einrichtungen, Zivilgesellschaft und Ehrenamt (ein- Politik und Zivilgesellschaft. schließlich migrantischer Organisationen und Interessenvertretungen) sowie mit der Wirtschaft. Bei der Datenerhebung zu Integration haben zwar viele Kommunen in den vergangenen Jahren Fortschritte ge- Im Zuge der Fluchtzuwanderung ab 2015 hat sich vielfach macht, bislang ist eine Datengrundlage und das Teilen von ein neues Verständnis für eine bereichsübergreifende Daten in Kommunen jedoch nicht überall selbstverständ-
lich. Insbesondere in kleinen Städten und Gemeinden Gem einschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) fehlen häufig differenzierte Analysen als Grundlage für (2006) dienen Kommunen als Impuls und Orientierung. eine evidenzbasierte Ausrichtung, aber auch als Grundlage für eine kommunale Kommunikation und eine entspre- Ziel ist es, für die Erprobung, Anwendung und Weiterentchende Steuerung der kommunalen Aufmerksamkeit auf wicklung dieser Indikatoren die Expertinnen und Exper- Bedarfe. Hemmnisse bestehen durch hohe Aufwände, un- ten vor Ort ebenso wie Datenschutzbeauftragte einzubeeinheitliche Beobachtungsgrundlagen, unklare Zuständig- ziehen. Zudem gibt es bereits zahlreiche gute kommunale keiten sowie Schnittstellenprobleme zwischen Datensät- Praxis beispiele, von denen andere Kommunen lernen zen, Ämtern und Institutionen. Zudem existieren häufig können. Es empfiehlt sich weiterhin, auch die auf Länder- Unsicherheiten bezüglich der Einhaltung erforderlicher ebene für das Integrations-Monitoring Zuständigen einzu- Datenschutzstandards, die Erhebungen oder Auswertun- beziehen, um Synergieeffekte zu erzielen. gen erschweren oder auch verhindern. Mit dem ersten und zweiten Datenaustauschverbesserungsgesetz wurden die Datenerfassung und der Datenaustausch erleichtert. Flexible und zukunftsfähige Strukturen und Aber es besteht weiterhin ein Bedarf, die Erfordernisse des Steuerungsinstrumente etablieren Datenschutzes zu spezifizieren und für die Praxis anwendbar zu machen. Kommunale Verwaltungen brauchen auf die konkreten Bedingungen vor Ort abgestimmte Strukturen und Ins- Neben der Analyse von quantitativen Daten sind auch trumente, um Aufgaben zu identifizieren und zu prioriqualitative Daten wichtig. Die empirische Erhebung qua- sieren sowie die Umsetzung von Lösungen zu initiieren litativer Daten ist kostenintensiv und zeitaufwendig. Auch und zu steuern. Die Gestaltung von Steuerungsstrukturen fehlendes Know-how und Personalressourcen, um Daten und -instrumenten sollte entsprechend dem klassischen systematisch zu pflegen, sind eine Herausforderung. Eine Steuerungskreislauf ausgerichtet werden: Es braucht über- Chance stellen hier das Wissen und die Fachlichkeit dar, geordnete Leitbilder, analytische Grundlagen und daraus die die Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege sowie abgeleitete operative Ziele, es braucht die Initiierung und weitere zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure Begleitung von Maßnahmen und schließlich die Reflexion wie Migrant*innenorganisationen aufgrund ihrer Praxis- bzw. Evaluation sowie die lokalpolitische Rückkoppelung und Alltagserfahrung einzubringen haben. zum Prozess.
Die Beobachtung und Auswertung von Integrations- Die Steuerung der Integration vor Ort erfolgt regional erfolgen geschieht in Kommunen häufig im Rahmen und lokal unterschiedlich. In groß- und mittelstädtischen der Sozial- und Bildungsberichterstattung. Integrations- Verwaltungen sowie in den Landkreisen gibt es mehrheit- Monitorings werden in einer zunehmenden Anzahl von lich einen Integrationsbeauftragten bzw. einen Koordinie- Kommunen zwar betrieben, aber entweder zusätzlich mit rungsstab oder eine zuständige Verwaltungseinheit. In angeringen Kapazitäten „on top“ erarbeitet oder sie sind, deren Kommunen erfolgt die Steuerung ohne gesonderte bislang noch eher seltener, in die Sozialberichterstattung Verwaltungsstruktur und damit auch stärker abhängig integriert. Inhaltlich werden Integrations-Monitorings vom unmittelbaren Handlungsdruck. Einige Kommunen bislang noch nicht ausreichend und systematisch nach mit längerer Erfahrung in der Integrationsarbeit verzich- Teilhabekriterien (z. B. Zugang zu Wohnraum, Sprachan- ten bewusst auf separate Strukturen zur Steuerung von geboten, Betreuung, Bildung) differenziert. Die Chancen Integration und verankern Integration als Querschnittsvon kombinierten Auswertungen von Mikrodaten werden thema in allen Fachbereichen. bislang eher vereinzelt genutzt. Weitere Verknüpfungen sind vor allem zur Erfassung der Wirkungen von Interven- Insbesondere im Zuge der jüngsten Fluchtzuwanderung tionen sinnvoll. Dabei sei darauf hingewiesen, dass sich hat sich die Notwendigkeit flexibler Steuerungsinstrugerade für kleinere, gut überschaubare Kommunen die mente gezeigt. Kommunalverwaltungen, die bereits über Frage stellt, ob es eines detaillierten Monitorings bedarf, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, eingeübte um qualitätsvolle integrationspolitische Entscheidungen Netzwerke und Gremien verfügt haben, berichten von den zu treffen. Vorteilen für die Organisation und Koordinierung kurzfristiger Lösungen, von der Unterbringung über Sprach- Die Orientierung an einheitlichen Indikatoren kann einen und Begleitangebote bis zu den Aufgaben der Bildungs- Datenaustausch und einen Wissenstransfer innerhalb der und Arbeitsmarktintegration sowie der gesellschaftlichen Kommunen erleichtern und zum Aufbau eines kommu- Teilhabe. Andere Kommunen haben mit höherem Abstimnalen Integrations-Monitorings motivieren. Einheitliche mungsaufwand kurzfristig neue Arbeits- und Koordinie- Standards wie das Indikatorenset der Kommunalen rungsstrukturen ins Leben gerufen, von denen einzelne
Aufgaben zum Teil in längerfristige Arbeitsstrukturen Wichtig ist, dass auch Rassismus in entsprechenden Konübergegangen sind. zepten benannt wird und Strategien zu seiner Bekämpfung aufgenommen werden. Dabei stehen Kommunen Vor- und Nachteile einer Steuerung über eine Stabsstelle vor der Herausforderung, deutlich zu machen, dass die oder aus der Linie (innerhalb eines Fachbereichs ange- Bekämpfung von Rassismus unabhängig von der Försiedelt) sind von den Rahmenbedingungen abhängig. derung der Integration von (Neu-)Zuwanderinnen und Wichtiger als die jeweilige organisatorische Aufhängung (Neu-)Zuwanderern eine große Herausforderung für die dürfte die verbindliche, in Aufträgen geregelte, auf Dauer Gesellschaft ist. angelegte und selbstverantwortliche Ausgestaltung dieser Aufgabe sein. Die Entwicklung von Integrationskonzepten muss auf breiten Beteiligungsprozessen basieren, die neben allen Bei der Steuerung der Integrationsaufgaben durch Beauf- relevanten Fachbereichen auch die Institutionen der tragte zeigt sich eine große Bandbreite an Aufgaben und Stadtgesellschaft – Wohlfahrtsverbände, (Sport-)Vereine, Rollen. Diese reichen von einfachen Repräsentationsauf- Migrant*innenorganisationen etc. einbinden. Nur so gegaben (nach außen ohne Verankerung in der Verwaltung) lingt es, Konzepte nachhaltig mit „Leben“ zu füllen. Dabei über Koordinations- und Steuerungsaufgaben bis hin zu kann die konzeptionelle Entwicklungsarbeit auch dem „Managerinnen“ und „Manager“ inhaltlicher Integrations- strategischen Ziel des Empowerments von Zivilgesellaufgaben mit der Initiierung und Umsetzung eigenverant- schaft dienen. wortlicher, strategischer Projekte. Konzepte müssen stetig fortgeschrieben und kommuni- Im Zeitverlauf können sich die kommunalen Integrations- ziert werden. Dies erfordert einen dauerhaften Prozess bei aufgaben und -anforderungen verändern, sodass Steue- der konzeptionellen Arbeit, der sich auch in einer dauerrungsstrukturen den Aufgaben entsprechend flexibel sein haften Netzwerkarbeit widerspiegeln sollte. sollten. Dies kann z. B. bedeuten, dass unterschiedliche Fachzuständigkeiten unterschiedlich intensiv eingebunden werden müssen. Kommunale Narrative entwickeln und Dialoge fördern
Konzeptionelle Grundlagen für kommunale Konzeptionelle Grundlagen der Integrationspolitik sind Integrationspolitik/praxis festigen eng verknüpft mit der Entwicklung von kommunalen Narrativen. Die beiden Aspekte sollten aber trotzdem als Voraussetzung der strategischen Steuerung von Integra- zwei eigenständige Elemente kommunaler Integrationstion ist zum einen das Wissen über vorhandene Ausgangs- politik verstanden werden. Die Vielfalt der lokalen Lebensbedingungen und zukünftige Herausforderungen. Zum welt und der alltägliche Umgang in der eigenen Nachbaranderen sollten Kommunalpolitik und -verwaltung in Ab- schaft, im Quartier oder in der Stadt sind in vielen stimmung mit den weiteren relevanten Akteurinnen und Kommunen gelebter Alltag. Für eine starke Integrations- Akteure – auf Basis der Selbsteinschätzung – gemeinsam politik müssen Gemeinsamkeiten und die Normalität des ein Leitbild sowie einen Zielkatalog für die kommunale Zusammenlebens in Vielfalt auch sichtbar und kommuni- Integrationspolitik entwickeln. zierbar werden. Kommunale Narrative schaffen hierfür eine alltagstaugliche Sprachfähigkeit, die Leitbilder oder Kommunen mit langer Zuwanderungshistorie arbeiten Diversitätskonzepte sprachlich verständlich und im Alltag schon seit vielen Jahren mit Integrationskonzepten, die erzählbar übersetzen. Kommunale Narrative gehen über als Orientierung für alle Fachbereiche und Akteurinnen Situationsbeschreibungen hinaus, stiften Identität und und Akteure dienen. Sie reichen von einem konkreten erzeugen anhand von Gemeinsamkeiten lokale Identitäzukunftsgerichteten Handlungsprogramm bis zu einer ten. Sie schaffen so eine gemeinsame Identifikation mit Deskription bisheriger Aktivitäten. Wie genau Integrati- dem unmittelbaren Lebensraum im Sinne von Heimat. onsstrategien und -konzepte wirken, ist bisher noch nicht Inklusive lokale Identitäten schließen im Selbstverausreichend erforscht. ständnis alle Bewohnerinnen und Bewohner ein, wir ken sinnstiftend und geben Orientierung. Dazu zählen Parallel zu den Integrationskonzepten erarbeiten Kommu- posi tive Erfahrungen ebenso wie negative, da erst beide nen oft integrierte städtebauliche Entwicklungskonz epte. Facetten Glaubwürdigkeit erzeugen. Eine inhaltliche Verknüpfung beider Konzepte bildet bisher eher die Ausnahme. In einigen Kommunen fließen Integrationskonzepte aber in übergreifende Diversitätskonzepte ein.
Anders als kommunale Leitbilder und Konzepte sind Narrative ein soziales Phänomen und daher nicht ver- gleichbar zu planen. Dennoch können Narrative ange regt und gestaltet werden. Bewohnerinnen und Bewohner gestalten über eigene Erzählungen den Entstehungs-
prozess von Narrativen. Um dies zu erreichen, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es braucht ent- sprechende Anlässe, Räume und Möglichkeiten für diese Erzählungen. Die Gesellschaft vor Ort muss ständig im Dialog bleiben. Dies kann auch durch organisierte Dialog- formate gelingen. Nach 2015 haben viele Kommunen insbesondere im Zu- sammenhang mit der Fluchtzuwanderung solche Dialoge umgesetzt. Einige Länder wie z. B. Baden-Württemberg haben entsprechende Formate in Kommunen und Nach-
Kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger stärken Alle bereits genannten Aspekte der kommunalen Inte- grationspolitik hängen stark von der Handlung und dem
Einsatz von Entscheidungsträgerinnen und Entschei- dungsträger ab. Zu ihnen zählen Vertreterinnen und Ver- treter auf allen Ebenen der Kommunalverwaltung sowie Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in der Kommu- nalpolitik und auch die kommunalen Ausländer- und In- tegrationsbeiräte als beratende Gremien. Hinzu kommen Entscheiderinnen und Entscheider im Bereich der Träger und Verbände sowie der lokalen Wirtschaft. Für kommunale Entscheidungsträgerinnen und Ent- scheidungsträger gehört es zur Herausforderung, auf
barschaften auch mit Programmen gefördert. Immer bestehenden, mit der Zuwanderung verbundenen Sorgen wieder zeigt sich, dass insbesondere die Einbindung der und Ängsten der Bürgerinnen und Bürger vor Ort einzugesamten Bürgergesellschaft, dies schließt auch Zuwande- gehen. Dabei gilt es, Kommunikationsbedarfe mit einer in rinnen und Zuwanderer selbst sowie Personen, die Vielfalt Teilen abnehmenden Akzeptanz der Bevölkerung gegenkritisch gegenüberstehen oder Gegnerinnen und Gegner über Zuwanderung im Blick zu behalten. Zudem müssen von Zuwanderung ein, eine große Herausforderung ist. Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Darüber hinaus braucht es starke Multiplikatorinnen und mit dem zunehmenden Rassismus umgehen und dessen Multi plikatoren aus allen relevanten gesellschaftlichen Ursachen offenlegen. Kommunale Entscheidungsträge- Bereichen, die mitwirken und Narrative verbreiten. Die rinnen und Entscheidungsträger wie auch Akteurinnen Verwaltung hat hierbei eine eher unterstützende Rolle. und Akteure der Zivil- und Bürgergesellschaft werden Unabdingbar für die Kultivierung lokaler Narrative ist de- zunehmend von demokratiefeindlichen Akteurinnen und ren Einbettung in überregionale Zusammenhänge sowie Akteure angegriffen und in ihrem Handeln verunsichert. die Fortentwicklung eines nationalen Narrativs. Häufig fehlen die erforderlichen personellen Ressourcen und entsprechende Angebote, wie z. B. Räume für einen verbindlichen und transparenten Austausch, um Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf die gestiegenen Anforderungen vorzubereiten und sie in ihrer Arbeit zu stärken.
Handlungsschwerpunkte
Bei der Einbindung migrantischer Organisationen sollten bestehende Strukturen genutzt und gestärkt werden. Auf Basis dieser Analyse hat das Themenforum folgende Integrationsbeiräte sind z. B. bereits Teil des politischen konkrete Handlungsschwerpunkte zur Weiterentwicklung Systems. Allerdings brauchen Integrationsbeiräte teils von Angeboten für ein verbessertes kommunales Verwal- Unterstützung bei der Stärkung ihrer Kompetenzen: tungshandeln erarbeitet. Dies betrifft vor allem Fortbildungen, insbesondere zur Stärkung ihrer Rolle und Erhöhung der politischen Selbstwirksamkeit (u. a. Wissen über das politische System und Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Verwaltungsprozesse). Vernetzung in Kommunen optimieren
Kooperationsprozesse kommunaler Integrationspolitik Informationsgrundlagen und Wissenstransfer sollten gestärkt, qualifiziert und weiterentwickelt werden. innerhalb und zwischen Kommunen verbessern Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass in Krisenzeiten entstandene Kooperationen verstetigt und nachhaltig ge- Wissenstransfer sowie entsprechende Informations- und sichert werden. Hierfür sollten Kooperationsvereinbarungen Datengrundlagen innerhalb der Kommunen bilden wichinnerhalb der Verwaltung und mit externen Partnerinnen tige Voraussetzungen, um kommunale Integrationsaufgaund Partner noch stärker genutzt werden, wie z. B. die Muster- ben angemessen ausführen zu können. Zur Verbesserung Kooperationsvereinbarung, die die Bundesagentur für Arbeit der Datengrundlagen sollten insbesondere die Nutzungs- (BA) zusammen mit dem Bundesamt für Migration und möglichkeiten kommunaler Fachanwendungen geprüft Flüchtlinge (BAMF) und dem Bundesministerium für Familie, und unter Einhaltung des Datenschutzes genutzt werden. Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erarbeitet hat. Dies würde zugleich den Wissenstransfer erleichtern und damit auch eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit Darüber hinaus sollten Integrationsleitlinien und -kon- stärken. Ein wissenschaftlich begleiteter interkommunazepte so überarbeitet werden, dass sie auch Verantwortli- ler Erfahrungsaustausch kann zudem die Selbstreflexion che und Strukturen der Zusammenarbeit benennen. Dabei durch den Blick auf andere Kommunen und ihre Methosollten Kommunen im Rahmen ihrer kommunalen Selbst- den und Vorgehensweisen unterstützen. verwaltung den für sie passenden Weg wählen.
Es gibt bereits vielfältige Erfahrungen, wie diese Quer- Flexible und zukunftsfähige Strukturen und schnittsaufgaben dauerhaft verankert werden können. Steuerungsinstrumente etablieren Erprobt und entwickelt wurden unterschiedliche Kooperationsformate, Federführungen, Vereinbarungen, Abstim- Die Steuerung kommunaler Integrationspolitik als mungs- und Entscheidungsprozesse, Unterstützungssys- Quer schnittsaufgabe braucht fachübergreifend klare teme, Methoden oder neue Techniken, die sich als jeweils Zuständigkeiten und Rückkoppelungen mit den Leitungshilfreich erwiesen haben. Bund, Länder, kommunale Spit- ebenen. Zudem braucht die Steuerung auch partizipative zenverbände und die Wissenschaft sollten weiterhin dazu Rückkoppelungen mit Organisationen und Netzwerbeitragen, dass die verschiedenen Ansätze gesammelt, aus- ken, um deren fachliche Kompetenzen und konkrete gewertet und so aufgearbeitet werden, damit sie auf ande- Erfahr ungen einzubinden. Ein kommunales Monitoring re kommunale Kontexte übertragbar sind. Vor allem aber schafft integrationspolitischen Überblick und generiert sollten auch Synergien mit anderen Querschnittsaufgaben Steuerungswissen. Hier kann eine Orientierung am genutzt werden, da sich die eingebundenen Fachbereiche Indikatorenset hilfreich sein, das für das gemeinsame und Akteurinnen und Akteure überschneiden. Integrationsmonitoring der Länder entwickelt worden ist. Zudem sollten die Herausbildung und Anwendung von Kompetenzen der koordinierenden Mitarbeiterinnen und einheitlichen Standards unterstützt werden. Ein sozial- Mitarbeiter sollten kontinuierlich weiterentwickelt werden. räumlich differenziertes Monitoring mit dem Fokus auf Landesweite Netzwerke, Beratungs- und Qualifizierungsan- soziale Teilhabe und Gesundheit, Bildung, Beschäftigung gebote wie im Rahmen der Kommunalen Integrationszen- und Wohnstruktur bildet eine geeignete Grundlage, um tren (KI) in Nordrhein-Westfalen oder der WIR-Koordina- konkrete handlungsbezogene Rückschlüsse ziehen zu tion in Hessen zeigen, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können. Evidenzbasierte Evaluationen, z. B. auf Ebene von unterstützend qualifiziert werden können. Entsprechende Mikrodatenanalysen, liefern wiederum Einschätzungen Programme sollten aufgebaut oder verstetigt werden und zur Wirksamkeit von Maßnahmen und resultierenden in Zukunft ganz gezielt die Kommunen fördern, bei denen Steuerungsaufgaben. Um in der Breite die Motivation für bisher noch wenig Erfahrung vorhanden ist. diese anspruchsvollen kommunalen Aufgaben zu fördern,
braucht es die Dokumentation erfolgreicher Praxiserfah- liche und zielgruppenspezifische Ansätze können sich mit rungen, in denen Lösungswege nachvollziehbar aufgezeigt ihren gegenseitigen Vorteilen gut ergänzen. werden. Hieraus sollten der erforderliche Aufwand sowie konkrete Lösungen im Umgang mit Hemmnissen und Meilensteinen in einem solchen Prozess aufgezeigt werden. Kommunale Narrative entwickeln und Dialoge fördern
Konzeptionelle Grundlagen für kommunale Das Themenforum weist darauf hin, dass kommunale Integrationspolitik/praxis festigen Narrative und darin eingebettete Dialogprozesse ein eher neues Handlungsfeld für Kommunen sind. In Zusammen- Ausgangspunkt der Erarbeitung und Weiterentwicklung arbeit mit Zivilgesellschaft sollten Wege und Möglichkeivon Konzepten sollte eine Selbstreflexion des Status quo ten erprobt werden, um gemeinsam von den unterschiedin der Kommune sein, um von dort aus eine gemeinsame lichen Erfahrungen zu lernen. Haltung, Zielbilder und nächste Schritte abzuleiten. Bestehende Instrumente und Methoden, die Kommunen Als vor Ort geeignete Anlässe und Anstöße für Erzähhierbei unterstützen können, sollten weiterentwickelt lungen können lokale historische und räumliche Anund zugänglich gemacht werden. Sie sollten möglichst so knüpfungspunkte dienen, etwa die lokale Geschichte der ausgestattet sein, dass Kommunen sie ohne große zeitliche Einwanderungen. Hieraus können Bezüge zur Gegenwart und finanzielle Ressourcen umsetzen können. Dabei ist hergestellt werden und damit einen roten Faden für die zu beachten, dass insbesondere kleinere Städte und Ge- Entstehung von Identitäten liefern. Geeignet für die Vermeinden mit den konzeptionellen Anforderungen nicht mittlung und Sammlung individueller Erzählungen sind überfordert werden dürfen. z. B. Gemeinschaftseinrichtungen vor Ort, Bibliotheken, Museen oder Volkshochschulen. Auch können Schulen Obwohl eine konzeptionelle Arbeit primär aus dem oder lokale Unternehmen eingebunden werden. Auch die Selbstverständnis der kommunalen Arbeit heraus ent- Inszenierung verdichteter Erzählungen zu lokalen Narrastehen sollte, könnten Rahmenrichtlinien (vgl. Gesetz zur tiven sollte durch unterschiedliche Formen und Formate Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration erprobt werden, von Veranstaltungen oder Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen) zur Erstellung von Konzepten über Medienberichterstattung bis zu möglichen digitalen auf Länderebene insbesondere für kleinere Städte und Formaten. Gemeinden einen entscheidenden Anstoß liefern. Es sollte geprüft werden, inwieweit entsprechende Ansätze in wei- Bei der Umsetzung von Dialogformaten in Kommunen teren Bundesländern etabliert werden könnten. muss es noch besser gelingen, die gesamte Gesellschaft einzubinden. Dabei sollten insbesondere niederschwellige Zu den konzeptionellen Grundlagen sollten auch Elemen- aufsuchende Formate erprobt und umgesetzt werden. te des Monitorings, der partizipativen Evaluierung oder Die Sprache kann für Menschen mit Zuwanderungs- Bilanzierung zählen, um im Zeitverlauf die Wirkungen und geschichte ein Hindernis für eine Beteiligung darstellen, Erfolge, aber auch Umsetzungshemmnisse zu identifizieren. dem z. B. durch die Bereitstellung von Dolmetscherinnen Auch die Bewertung von Erfolgen sollte unter Beteiligung und Dolmetscher entgegengewirkt werden muss. Des aller relevanten Akteurinnen und Akteure erfolgen. Weiteren kann eine Zufallsauswahl der Teilnehmenden dazu beitragen, dass ein möglichst großes Spektrum an In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kommunen neben Bürgerinnen und Bürger an den Dialogen beteiligt ist. „Integration“ auch andere Begriffe wie „Diversität“ oder Wenn es das Ziel der Dialoge ist, den Austausch zwischen „Teilhabe“ als Label für Konzepte verwenden. Vor Ort Menschen zu fördern, dann sollten Themen so gesetzt sollte reflektiert werden, welche Begriffe mit Blick auf die werden, dass alle Beteiligten etwas einbringen kön- Akzeptanz von Integrationsarbeit zielführender sind und nen. Das gelingt insbesondere dann, wenn eine geteilte ob die Verknüpfung mit der Antidiskriminierungsarbeit Lebenswelt thematisiert wird, z. B. konkrete Probleme in verstärkt werden sollte. der Nachbarschaft. Wichtig ist auch, dass die Verwaltung transparent kommuniziert, wie Ergebnisse von Dialogen Integrationskonzepte sollten noch stärker mit den ge samt- in die Weiterentwicklung der Integrationspolitik und örtlichen und teilräumlichen Konzepten zur integrierten -praxis einfließen. Dabei kann z. B. festgehalten werden, Stadt- und Regionalentwicklung verknüpft werden und dass Empfehlungen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und in die differenzierten Aufgaben der Integration bzw. des entsprechende Gremien eingebracht werden. Ankommens auf Quartiersebene einbeziehen und diese wiederum in gesamtörtliche Konzepte einbetten. Räum-
Kommunale Entscheidungsträgerinnen und zu besetzen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist dabei Entscheidungsträger stärken der entscheidende Schlüssel. Auch politische Parteien sind gefordert, Personen mit Zuwanderungsgeschichte zur Mit- Es muss geprüft und erprobt werden, wie Fortbildungs- und wirkung einzuladen, sie zu fördern und sie auf Führungs- Qualifizierungsangebote für Entscheidungsträgerinnen und positionen in Kommunen vorzubereiten. Entscheidungsträger verbessert und ausgebaut werden können und deren Reichweite erhöht werden kann. Dabei sollte Auf Basis des Austausches und der Ergebnisse wurden auf bestehende Strukturen wie die kommunalen Bildungs- sechs Ideen für Kernvorhaben entwickelt, die die aufgewerke zurückgegriffen werden. Angebote zum Umgang führten Handlungsempfehlungen aufnehmen und so das mit Rechtspopulismus, Anfeindungen und Angriffen mit kommunale Verwaltungshandeln weiterentwickeln sollen. rassistischem und rechtextremistischem Hintergrund sind Darüber hinaus zeigen Plattformen Projekte mit Leuchtdabei ein prioritäres Themenfeld. Auch sollte flächende- turmcharakter. ckend ein präventives kommunales Konfliktmanagement aufgebaut werden.
Kernvorhaben 1: Kommunale Arbeitshilfe „Integration
Nicht nur die Spitzen der Kommunalverwaltung und die vor Ort“ (Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumfor Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, sondern auch schung und empirica ag) Mitglieder der Inte grationsbeiräte oder Personen mit Einfluss aus Wirtschaft, Sport, Kunst, Kultur und Im Zuge der Fluchtzuwanderung hat das Bundesinstitut für aus Religionsgemeinschaften sowie aus lokal aktiven Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen der Mi grant*innen(selbst)organisationen müssen, z. B. durch Forschungsinitiative „Integration vor Ort leben“ mehrere Netzwerkarbeit, unterstützt werden. Hierbei tragen die Studien in Auftrag gegeben. Die Studie „Integration von Zujeweils zuständigen Strukturen wie z. B. auch Sport- und wanderinnen bzw. Zuwanderern – Herausforderungen für Wirtschaftsverbände sowie Religionsgemeinschaften die Stadtentwicklung“ beschäftigt sich mit Integrationspro- Verantwortung. Es muss gelingen, dass in und zwischen zessen auf kommunaler Ebene und der Rolle der kommu- Kommunen starke Bündnisse geschaffen werden, die den nalen Verwaltung. Die bisherigen Ergebnisse wurden auch Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in herangezogen, um die Handlungsfelder des Themenforums herausfordernden Zeiten bei der Gestaltung einer zu- wissenschaftlich zu fundieren. Im Mittelpunkt der Studie kunftsgerichteten Integrationspolitik den Rücken stärken. „Zuwanderung – Konsequenzen für die Städtebauförderung“ stehen die Wanderungsbewegungen von Geflüchte- Gerade in Zeiten, in denen der Mehrwert von Vielfalt von ten und Zuwandererinnen bzw. Zuwanderern aus Südostunterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen infrage ge- europa und die damit verbundenen Herausforderungen für stellt wird, ist es wichtig, dass die interkulturelle Öffnung Kommunen. Die zentralen Ergebnisse aus beiden Unterder Kommunalverwaltung vorangetrieben wird und Per- suchungen, in die u. a. auch kommunale Praxiserfahrungen sonen mit Zuwanderungsgeschichte motiviert und unter- eingeflossen sind, sollen Kommunen in einer Handreichung stützt werden, Positionen mit Entscheidungskompetenz zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sind Vor-
träge auf bestehenden Plattformen geplant, um im Sinne von Dialogveranstaltungen, die Perspektiven verschiedener des Wissenstransfers die Ergebnisse in die Breite zu tragen. Akteurinnen und Akteure zusammenbringen und bei der Diejenigen Kommunen, die als Fallbeispiele im Rahmen der Entwicklung von Narrativen unterstützen. Um Weltoffen- Studien untersucht wurden, sollen mit zeitlichem Abstand heit vor Ort zu fördern, muss das Thema auch Führungserneut befragt werden. Ziel ist es, weitere Erkenntnisse über angelegenheit werden. Deswegen unterstützt das Modell- Integration vor Ort und ihre Vernetzung mit der integrier- projekt Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger ten Stadtentwicklung als Prozess zu erlangen und Kommu- gezielt bei dieser Aufgabe durch die Entwicklung von nen dabei zu unterstützen. Angeboten, wie z. B. interkommunale Vernetzungs- und Austauschformate, Workshops und Webinare zu Themen wie wirkungsvolle Kommunikation und präventives kommu- Kernvorhaben 2: Modellprojekt „KommPAktiv – Kom nales Konfliktmanagement sowie Umgang mit Rassismus munale Integrationsbeiräte qualifizieren, Demokratie und anderen Diskriminierungsformen. Aus den Erfahrunstärken“ (Bundeszuwanderungs und Integrationsrat) gen des Modellprojekts werden bedarfsgerechte Formate des Wissenstransfers entwickelt. Diese sollen Kommunen Ausländer-, Integrations- und Migrationsbeiräte (im Folgen- bundesweit die Möglichkeit bieten, von den Erfahrungen zu den: Integrationsbeiräte) sind religions-, partei- und her- profitieren und sich eigenständig auf den Weg hin zur weltkunftsübergreifende, demokratisch legitimierte Interessens- offenen Kommune zu machen. vertretungen von Menschen mit Migrationshintergrund. Ihre Aufgabe ist es, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit bei der gemeinsamen Gestaltung der Integrationsprozesse vor Ort Kernvorhaben 4: Kommunales Integrationsmonitoring: zu beraten. Hierbei zeigt sich in der Praxis, dass Integrations- Begleitung und Erprobung der Indikatorenanwendung – beiräte beispielsweise aufgrund der komplexen kommunal- Indikatorenset 2.0 (Deutsches Institut für Urbanistik – Difu) politischen Strukturen und Abläufe, fehlender struktureller Ressourcen, stagnierender interkultureller Öffnungsprozesse Der Überprüfung kommunaler Integrationspolitik durch oder gar wegen Anfeindungen gegen kommunalpolitische Monitoringsysteme und Indikatoren wird eine hohe Bedeu- Akteurinnen und Akteure noch nicht überall ausreichend tung zugesprochen, insbesondere um eine konkrete Wirpolitische Wirkung entfalten können. Das Projekt des Bundes- kungsmessung vorzubereiten und um Steuerungswissen als zuwanderungs- und Integrationsrats (BZI) zielt deshalb darauf Handlungsorientierung für die kommunalen Akteurinnen ab, durch Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote Kom- und Akteure zu generieren. Im kommunalen Vergleich ist petenzentwicklung, Vernetzung und Austausch für Menschen festzustellen, dass sich Vorgehensweisen und Konzeptionen mit Migrationshintergrund zu unterstützen sowie durch des Integrationsmonitorings sowie die Erfahrungen bei der Empowerment diese für die kommunalpolitische Mitarbeit Implementierung und Umsetzung stark unterscheiden. in den Integrationsbeirats zu aktivieren. Integrationsbeiräte Zudem gibt es aktuell keine einheitlichen Standards, was sollen dadurch als gestaltende Akteurinnen und Akteure für auch die Vergleichbarkeit erschwert. Vor diesem Hinterdie Integration vor Ort gestärkt und auch die Vielfalt in den grund möchte das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) kommunalen Verwaltungsstrukturen damit weiter verankert auf Grundlage des neu überarbeiteten kommunalen Integwerden. rationsindikatorensets der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) in ausgewählten Kommunen die Anwendung des neuen Indikatorensets Kernvorhaben 3: Modellprojekt „Weltoffene Kommune – begleiten und erproben. Anspruch des Vorhabens ist es, dass vom Dialog zum Zusammenhalt“ (PHINEO gemeinnützige Verlauf und Ergebnisse des Projekts derart angelegt werden, AG in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung) dass sie – orientiert an kommunalen Erfahrungen und Bedar fen – für die kommunale Praxis einen hohen Nutzen Im Rahmen des Projekts werden Modellkommunen bei der und eine Anwendungsorientierung bieten. Gleichzeitig solzukunftsorientierten Gestaltung und Entwicklung hin zu len sie durch die Bundes- und Landespolitik(en) aufgegrif- Weltoffenheit und Vielfalt unterstützt. Im Zentrum steht ein fen und weiterbearbeitet werden können. Selbstcheck, der Kommunen bei der Analyse ihres Status quo hinsichtlich Weltoffenheit unterstützt. Basierend auf den Ergebnissen ihrer Selbsteinschätzung planen Kommunen Kernvorhaben 5: Forschungsprojekt zu kommunalen in einem moderierten Workshop verwaltungsbereichsüber- Narrativen in der Integrationsarbeit (Bundesinstitut greifend und unter Einbezug weiterer Akteurinnen und Ak- für Bau, Stadt und Raumforschung) teure der Zivilgesellschaft nächste Schritte für die Weiterentwicklung ihrer Integrations- und Diversitätsarbeit. Darüber Im Rahmen des Forschungsprogramms „Experimenteller hinaus bietet das Projekt bedarfsorientierte Unterstützung Wohnungs- und Städtebau“ soll anhand eines Forschungs-
feldes mit Modellvorhaben erprobt und untersucht werden, wie kommunale Narrative und Dialoge zu Migration und Diversität in der Gesellschaft Integrationsprozesse im Pakt für Integration mit den Kommunen Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung unterstützen (Land Baden-Württemberg) können und wie Kommunen sich bislang mit kommunalen Narrativen in der Integrationsarbeit auseinander- Das Land Baden-Württemberg hat im Jahr 2017 mit setzen. Narrative setzen einen Rahmen für Wahrnehmung, seinen Kommunen einen bundesweit ein zigartigen Wertesysteme und Handlungsmöglichkeiten. Gelingt es, Pakt für Integration geschlossen, um geflüchtete Narrative so zu gestalten, dass sie Integrationsstrategien Menschen, die auf längere Sicht im Land bleiben, unterstützen, dann können sie zur Versachlichung von gezielt zu unterstützen. Die Hilfe besteht aus Konflikten in Nachbarschaften und auf gesamtstädti- struk turierten Angeboten für Geflüchtete, die in scher Ebene beitragen, Klarstellungen gegen Rassismus einer möglichst frühen Phase ansetzen und an den erleichtern und den sozialen Zusammenhalt stärken. Aus indi viduellen Bedürfnissen der Menschen den Erkenntnissen sollen Hinweise für die Weiterentwick- ausgerichtet sind. lung der integrierten Stadtentwicklung abgeleitet und der Wissenstransfer unterstützt werden. Das Integrationsmanagement ist das Kernstück des Paktes für Integration. Aktuell sind rund 1.200 Integrationsmanagerinnen und Integrationsma- Kernvorhaben 6: Projektvorhaben „Hand in Hand – nager in Baden-Württemberg tätig. Ziel des Innovative Lösungen zum Datenmanagement in der Integrationsmanagements ist es, Hilfe zur lokalen Integrationsarbeit“ (Migration Policy Research Selbsthilfe nach dem Prinzip des Case-Manage- Group der Stiftung Universität Hildesheim (MPRG) in ments zu leisten. Die Geflüchteten sollen in die Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung) Lage versetzt werden, sich einen Überblick über vorhandene Strukturen und Angebote zu Zunehmend machen sich Kommunen auf den Weg, das verschaffen und diese selbstständig zu nutzen. Datenmanagement in der lokalen Integrationsarbeit zu verbessern. Hierin werden Chancen für die Vernetzung der Die Integrationsmanagerinnen und Integrationsam Integrationsprozess beteiligten Einrichtungen gesehen, manager sind eng in die vorhandenen Strukturen sodass Bedarfe von Migrantinnen und Migranten besser und Netzwerke vor Ort eingebunden, bieten erkannt, Bürokratie reduziert sowie Abläufe beschleunigt Beratung und Begleitung aus einer Hand an. werden. Zudem kann die bereichsübergreifende Zusam- Anhand von gemeinsam mit den Geflüchteten menarbeit und Informationsweitergabe an den kommu- erarbeiteten Integrationsplänen wird der persönnalen Schnittstellen sowie die Steuerungsfähigkeit in der liche Integrationsprozess transparent aufgezeigt Integrationsarbeit vor Ort insgesamt gestärkt werden. und gezielt begleitet. Das Angebot basiert auf Gleichzeitig werden jedoch auch Risiken einer stärkeren Freiwilligkeit. Für die weitere Umsetzung konnten Vernetzung genannt, u. a. Fragen des Datenschutzes oder die Kommunen auch eine Förderung für die Sorgen vor einer möglichen Instrumentalisierung Sozialer digitale Unterstützung des Integrationsmanage- Arbeit. ments erhalten. Auf einer digitalen Plattform können so persönliche Daten und individuelle Bislang fehlt es an einem Überblick zu kommunalen Ansät- Kompetenzen erfasst und Ziele vereinbart werden. zen des Datenmanagements sowie an einem ganzheitlichen Blick, der auch ethische und datenschutzrechtliche Fragen einschließt und den kommunalen Akteurinnen und Akteure Handlungssicherheit geben kann. Hier setzt das Projektvor- Standardisierung der Integrationsarbeit der haben an. Es setzt sich zum Ziel, Ansätze zum Datenmanage- Koordinierungsstellen für Migration und Teilhabe ment aufzugreifen, einen bundesweiten Überblick herzustel- (Land Niedersachsen) len und auf Basis wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse sowie der Erfordernisse des Datenschutzes weiterzuent- Die landesgeförderten Koordinierungsstellen für Migrawickeln. Es sollen zwei aufeinander aufbauende Expertisen tion und Teilhabe (KMuT) üben innerhalb ihrer Gebietserstellt und durch (Experten-)Workshops ergänzt werden. körperschaft eine wichtige strategische Rolle aus. Sie fungieren als Steuerungs- und Vernetzungseinheit und gestalten die Integration vor Ort wesentlich mit. Im Verlauf der Förderperiode (2014–2019) hat sich gezeigt, dass die Qualität von Integrationsarbeit deutlich gesteigert werden
P LATTFORM 2: P LATTFORM 3:
PatchWorkCity. Zusammenleben in Viel- Projekt Aktionsplan Welcoming Freiburg
falt – Wie lebendige Begegnung und Dia- (The African Network of Germany e. V.,
loge gelingen können (Landeshauptstadt Bundesnetzwerk TANG)
Saarbrücken)
Das Projekt „PatchWorkCity“ der Landeshauptstadt The African Network of Germany e. V., Bundesnetz- Saarbrücken schafft den Rahmen, um die Entwick- werk TANG hat im Rahmen des Programms „The lung von Vielfalt in der Stadt besser zu verstehen, Welcoming Communities Transatlantic Exchange“ die Kooperationsstrukturen unter den Akteurinnen mit der Stadt Freiburg einen Welcoming-Freiburgund Akteurezu verbessern, den Dialog mit der Aktionsplan erarbeitet. Hier haben je fünf deutsche Zivilgesellschaft zu suchen, neue Herangehens- und amerikanische Kommunen mitgewirkt. Ziel weisen für Ankunftsstadtteile zu entwickeln und war es, dass Freiburg eine Vorreiterrolle für eine das „Patchwork“ an seinen Nahtstellen zusam- gelebte Willkommens- und Integrationskultur menzuhalten. Das Herzstück des Projektes bildete einnimmt. Dieser Welcoming-Aktionsplan basierte eine dreimonatige Kampagne. Die Grundidee: Mit auf mehreren Säulen: einfachen Mitteln möglichst viele Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und zum Nachden- 1. Erarbeitung eines Freiburg Compact nach dem ken über Fragen des Zusammenlebens in Vielfalt Vorbild von Utah anzuregen. In einem offenen und kreativen Prozess 2. Erarbeitung und Durchführung einer Staatssind bei Ideenwerkstätten mehr als 45 Aktionen bürgerschaftskampagne im Sinne einer positiund Veranstaltungen entwickelt worden: von Ak- ven Kommunikationsstrategie tionen im öffentlichen Raum über „Picknicks am 3. Stärkung der Zusammenarbeit mit Migrant*inlaufenden Meter“, Kunstaktionen, der Komposition nenorganisationen als wichtige kommunale einer Hymne bis zu Erzählcafés. Mindestens 1.000 Integrationsakteurinnen und Integrations- Menschen waren an der Kampagne beteiligt. akteure (Fonds für kleine Integrationsprojekte, Antragswerkstätten). Die in „PatchWorkCity“ entstandenen Netzwerkstrukturen wurden verstetigt und haben es aktuell unter Corona-Bedingungen leichter gemacht, Hilfsaktionen etwa bei der Lebensmittelversor- Für die Standardisierung des Integrationsmanagements gung für Menschen in Not zu organisieren. Das werden künftig Bestandsaufnahmen zu migrationspoli- Projekt wurde aus Mitteln der Nationalen Stadt- tischen Daten und Informationen aus den Bereichen entwicklungspolitik des Bundesministeriums des „Bevölkerung“, „Bildung und Qualifikation“, „Erwerbstätig- Innern, für Bau und Heimat (BMI) über drei Jahre keit“ und „Arbeitsmarkt, Soziales“ durch die KMuT erstellt. (2017–2019) gefördert. Weitere Veranstaltungen Weiterhin sollen die KMuT Integrationskonzepte zu den und Aktionen finden künftig unter dem Dach des Handlungsfeldern „Partizipation durch Sprache“, „Bildung Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in der und Beruf“, „Gleichstellung der Geschlechter“, „Ehrenamt lokalen Partnerschaft für Demokratie in Saar- und bürgerschaftliches Engagement“ und „Interkulturelle brücken statt. Öffnung“ standardisiert erarbeiten. Darüber hinaus sollen die KMuT Leitgrundsätze und Maßnahmen mit messbaren Zielen entwickeln.
kann, wenn im Bereich Integrationsmanagement überre-
Ausblick
gional gültige Standards definiert und eingehalten werden. Zudem wird die Vergleichbarkeit von Integrationsarbeit dadurch erhöht. Kommunale Integrationspolitik zählt zu den grundlegenden Aufgaben zur Sicherung des gesellschaftlichen Zu- Aufgrund dieser Erfahrungen wurden die KMuT mit der sammenhalts und schafft die konkreten Voraussetzungen zum 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Förderrichtlinie für eine gelingende Integration. Dabei sind viele Bausteine weiterentwickelt und enthalten nun zusätzliche Vorgaben, der Integration freiwillige kommunale Leistungen, deren mit denen die Wirksamkeit vor Ort gesteigert werden soll: Umfang und Qualität vor Ort abgestimmt und verein-
bart werden müssen. Die stark gestiegene Zuwanderung Mit den Kernvorhaben werden für die kommenden Jahre seit 2015 hat die Kommunen nicht nur vor die Aufgabe Prozesse angestoßen, um in der kommunalen Praxis gestellt, in kurzer Frist eine große Zahl von Geflüchteten Lösungen im Umgang mit den identifizierten Herausaufzunehmen und unterzubringen. Die nach wie vor forderungen zu erproben und Erfahrungen mit neuen, hohe Zahl von ankommenden Schutzsuchenden sowie aber auch bewährten Strukturen und Instrumenten die europäische Binnenmigration gehen für die Städte, zusammenzutragen und kommunalen Akteurinnen und Landkreise und Gemeinden vielmehr auch mit massiven Akteurezugänglich zu machen. Das vorhandene, vielerorts Integrationsherausforderungen einher, die auch die Ent- fundierte Erfahrungswissen wird dabei eingebunden und wicklung neuer Steuerungsansätze begünstigt haben. Es in einen breiteren, kommunalen Austausch gebracht. wurde deutlich, dass Integration eine gemeinschaftliche Aufgabe ist, die letztlich nur in einem gemeinschaftlichen Prozess umgesetzt werden kann.
Am Themenforum beteiligte Akteure
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Bundesministerium des Innern, für Bau und Deutscher Caritasverband (DCV)
Heimat (BMI) (Federführung) –
Deutscher Landkreistag (DLT)
–
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, –
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband –
Flüchtlinge und Integration (IntB) (Federführung)
Gesamtverband
–
Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) – Deutscher Städtetag
–
Bertelsmann Stiftung – Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB)
–
Bundesagentur für Arbeit (BA) – Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
–
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raum- – empirica Forschung und Beratung forschung (BBSR)
–
- Friedrich-Ebert-Stiftung
Bundesministerium der Justiz und für
–
Verbraucherschutz (BMJV) Institut für Demokratische Entwicklung und
- Soziale Integration (DESI)
Bundesministerium für Familie, Senioren,
–
Frauen und Jugend (BMFSFJ) Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. (IGD)
– –
Länder: Berlin, Baden-Württemberg, Bremen, Kommunale Gemeinschaftsstelle für Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Verwaltungsmanagement (KGSt)
– –
Konferenz der Gleichstellungs- und Frauen- Konrad-Adenauer-Stiftung ministerinnen und -minister, -senatorinnen und – PHINEO -senatoren der Länder
–
Robert Bosch Stiftung (RBSG)
–
Ständige Konferenz der Innenminister und
–
Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für -senatoren der Länder Integration und Migration GmbH (SVR)
–
Bundesverband Netzwerke von Migranten-
–
südost Europa Kultur organisationen e. V. (NeMO)
–
- The African Network of Germany e. V. (TANG)
Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)
–
- Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. (TGD)
Dachverband der Migrantinnenorganisationen e. V. (DaMigra)
| 5 | B . Au | e l s | r B ä ga | i e n n | c s gs | h o d la | li g | t n c e | e der Them dere Heraus hen Räume | f n | e o | n r | f d | o er | r u | e n | n g | e | n in |
|---|
Die Federführung für das Themenforum „Besondere lungsstruktur und mittelzentralen Funktionen ist wesent- Herausforderungen in ländlichen Räumen“ hat das lich geringer ausgeprägt als die einer Flächengemeinde Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit verstreut liegenden Ortsteilen ohne grundzentrale (BMEL) übernommen. Entsprechend der thematischen Funktion. Je höher der Grad der Ländlichkeit, umso stärker Ausrichtung und der über den Arbeitsstab der Inte- sehen sich die betreffenden Orte in der Regel mit besongrationsbeauftragten eingegangenen Interessenbekun- deren Herausforderungen der Integration konfrontiert, dungen zur Mitwirkung wurde eine Arbeitsgruppe aus um so größere Chancen für eine gelingende Integration Vertreterinnen und Vertretern der Bundesressorts, Länder, können sich aber auch bieten. kommunalen Spitzenverbände, Wissenschaft, Migrantenorganisationen Wohlfahrtsverbände und weiterer Die ländlichen Räume stellen in Deutschland keine Institutionen zusammengesetzt. In ihrer zweiten Sitzung homogene Raumkategorie dar. Vielmehr zeigen sich bei am 5. März 2020 hat die Arbeitsgruppe auf der Grundlage differenzierter Betrachtung erhebliche Unterschiede in der Auswertung der Workshopergebnisse die Handlungs- wirtschaftlicher, sozialer, demografischer und naturräumempfehlungen abschließend beraten und sich auf einen licher Sicht. Strukturschwachen, oftmals peripher gelege- Berichtsentwurf verständigt, der im Nachgang im schrift- nen ländlichen Räumen mit hoher Arbeitslosigkeit und lichen Verfahren final abgestimmt wurde. Bevölkerungsrückgang stehen wirtschaftlich dynamische ländliche Gebiete mit Beschäftigungs- und Bevölkerungs- Im Gegensatz zur Mehrzahl der übrigen Themenforen des wachstum gegenüber. NAP-I, die auf einzelne Themenfelder (z. B. Arbeitsmarkt) ausgerichtet sind, nimmt das Themenforum „Besondere „Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Herausforderungen in ländlichen Räumen“ eine räum- Durchschnittsalter sowie der Abnahme der Einwohnerliche Perspektive ein. Da ein großer Teil der Themen der zahlen insbesondere durch Abwanderung junger Menschen übrigen Foren auch für die Integration in ländlichen und stellt viele ländliche Gemeinden und Regionen vor Räumen relevant ist, ergeben sich Schnittstellen zu den besondere Herausforderungen. Infrastruktur, Grundverthematischen Foren. Aufgabe des hier behandelten The- sorgung, Daseinsvorsorge und Beschäftigungsmöglichkeimenforums war es nicht, sämtliche für die Integration ten sind in vielen Gebieten bereits stark ausgedünnt.“2 in ländlichen Räumen relevanten Themenbereiche abzudecken, sondern sich auf spezifische Herausforderungen In ihrer Vielfalt bieten ländliche Regionen somit sehr in ländlichen Räumen zu fokussieren und hierfür Hand- heterogene Ausgangsbedingungen für die Integration lungsansätze zu entwickeln. von Migrantinnen und Migranten. Insgesamt haben in der Vergangenheit ländliche Regionen weniger als urbane Für die Beschreibung von Ländlichkeit hat die Arbeits- Zentren von Zuwanderung aus dem Ausland profitiert. gruppe die vom Thünen-Institut (Bundesforschungs- Bei dieser Betrachtung ist jedoch zwischen sehr unterin stitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei) entwi- schiedlichen Gruppen von Migrantinnen und Migranten ckelte Typisierung ländlicher Räume in Deutschland nach zu differenzieren, wie beispielsweise Arbeitsmigrantinnen den Dimensionen „Ländlichkeit“ und „sozioökonomische und -migranten aus dem (EU-)Ausland mit gezielter An- Lage“ zugrunde gelegt, der insgesamt 14 Indikatoren siedlung in einer Region (einschließlich der „Gastarbeiter“ zugrunde liegen (vgl. Thünen Working Paper 68, „Abgren- z. B. der 1960er-Jahre), Spätaussiedlern, Bildungs- und zung und Typisierung ländlicher Räume“). Im Ergebnis Fachkräftemigration oder Geflüchteten, die als Ergebnis dieser Abgrenzung machen ländliche Räume in Deutsch- eines Zuweisungsprozesses, nicht aufgrund einer indiviland rund 91 Prozent der Fläche aus. Hier leben rund duellen Entscheidung und daher möglicherweise nicht 57 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner und dauerhaft in einer bestimmten Region leben. mehr als 40 Prozent der ausländischen Bevölkerung.1 Die Mehrzahl der Faktoren für gute Lebens- und Arbeits- Die Landkreise in Deutschland unterscheiden sich stark bedingungen sind die gleichen wie für die einheimische im Grad ihrer Ländlichkeit. Auch die Unterschiede inner- Bevölkerung; nur in bestimmten Bereichen ergeben sich halb eines Landkreises oder einer Region können groß für Migrantinnen und Migranten besondere Bedarfe, sein: Die Ländlichkeit einer Kreisstadt mit urbaner Sied- beispielsweise bei der Sprachförderung. Wie unter einem Brennglas machen die Anforderungen der Integration die jeweiligen Defizite einer Region aber besonders deutlich 1 41,18 Prozent der Personen mit ausländischer sichtbar. Beispielsweise gilt diese Beobachtung für die Er- Staatsangehörigkeit wohnten im Jahr 2018 in den reichbarkeit von Angeboten mit dem ÖPNV oder den Ausländlichen Räumen. Quelle: © Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Deutschland, 2020, Stichtag: 31.12.2018; © GeoBasis-DE/ BKG 2020, Stichtag: 31.12.2018; © Thünen-Institut 2020. 2 Agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung 2019, S. 113.
bau der Digitalisierung. Sie spielen für viele Migrantinnen (ILE), in LEADER-Prozessen3 als auch im „Bundespround Migranten eine noch größere Rolle als für die übrige gramm Ländliche Entwicklung“ (BULE) – zeigen. Bevölkerung, etwa wenn kein Pkw zur Verfügung steht, ein Pkw mangels Führerschein nicht genutzt werden kann Neben besonderen Herausforderungen können ländliche oder der Kontakt mit den Angehörigen im Herkunftsland Regionen auch besondere Potenziale für die Integration nur mittels digitaler Medien (z. B. Smartphone) möglich ist. bieten. Dazu zählen die Überschaubarkeit kleinerer Städte und Gemeinden und erst recht von Dorfgemeinschaften, Die Arbeitsgruppe hat sich in diesem Zusammenhang auf ein hohes ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagefolgende These verständigt: ment und gelebte Nachbarschaft, kleinere Strukturen, ein ausgeprägtes Vereinsleben, vielerorts außerdem verfüg- Maßgebend für eine erfolgreiche Integration sind alle barer, preiswerter Wohnraum sowie Ausbildungs- und Faktoren, die für die Aufrechterhaltung bzw. Herstel Arbeitsplätze in kleinen und mittelständisch geprägten lung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutsch Unternehmen. Maßgeblich dafür, dass diese Potenziale geland von Bedeutung sind und bei der Förderung der nutzt werden können, ist eine gegenseitige, interkulturelle ländlichen Entwicklung eine Rolle spielen. Deshalb Offenheit, sodass Vorbehalte und Informationsdefizite sollte das Augenmerk nicht nur auf die Integration von sowohl aufseiten der Migrantinnen und Migranten als Migrantinnen und Migranten gerichtet werden, sondern auch der einheimischen Bevölkerung abgebaut werden vor allem auf eine gezielte Förderung insbesondere können. Keinerlei Toleranz darf es dabei geben für strukturschwacher Regionen, die die Lebensqualität für menschenfeindliche Einstellungen und Gewalt, jedwede die gesamte Ortsbevölkerung verbessert und damit die Form von Rassismus oder strukturelle Diskriminierung Attraktivität der Region als Wohn und Arbeitsort ins von Migrantinnen und Migranten. gesamt stärkt. Eine erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Dieser Ansatz ordnet sich ein in den Handlungsbedarf Migranten kann dazu beitragen, dem Bevölkerungsrückzur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse, der gang in manchen ländlichen Regionen entgegenzuwirken, von einer Kommission unter Vorsitz des Bundesinnen- Arbeitskräfte zu gewinnen, durch Existenzgründungen die ministers und Ko-Vorsitz der Bundesministerinnen für Grundversorgung (z. B. Einzelhandel) zu verbessern, durch Ernährung und Landwirtschaft sowie für Familie, Se- Neuansiedlungen kleinerer und mittlerer Unternehmen nioren, Frauen und Jugend umfassend beraten wurde. den Wirtschaftsstandort attraktiver zu gestalten, Bil- Im Juli 2019 wurden die Ergebnisse der Beratungen in dungseinrichtungen (Kitas, Schulen, Berufsschulen) besser den Facharbeitsgruppen der Kommission „Gleichwertige auszulasten und zu erhalten sowie die örtliche Gemein- Lebensverhältnisse“ sowie die Schlussfolgerungen der schaft kulturell zu bereichern. Vorsitzenden vorgestellt. Gleichzeitig hat die Bundesregierung konkrete Maßnahmen beschlossen, die die Bundes- Im Ergebnis ihrer Tätigkeit plädierte die Arbeitsgruppe ressorts umsetzen werden, um bestehende Disparitäten zu dafür, nicht nur von „besonderen Herausforderungen“, verringern. Dazu gehört u. a. die Stärkung der Dörfer und sondern auch von „Chancen“ der Integration in ländlichen insbesondere der strukturschwachen ländlichen Räume. Räumen zu sprechen und den Titel des Themenforums entsprechend zu erweitern. Die Förderung der ländlichen Entwicklung durch Bund, Länder und Kommunen verfügt über ein breites Spek trum von Instrumenten zur gezielten Stärkung ländlicher Regionen. Eine Reihe von Maßnahmen ist darauf ausgerichtet, Veränderungsprozesse und Entwicklungskonzepte in ländlichen Kommunen anzustoßen, aktiv zu gestalten und zu begleiten. Diese Instrumente können wertvolle Beiträge für eine nachhaltige Integration leisten, wie inzwischen 3 LEADER (= Liaison Entre Actions de Développement de l‘Économie Rurale) steht für einen besonderen viele gute Beispiele aus der Praxis der ländlichen Entwickmethodischen Förderansatz im Rahmen der Förderung lung – sowohl in der Integrierten Ländlichen Entwicklung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Lokale Akteure aus den vielfältigsten öffentlichen, aber vor allem auch nicht öffentlichen Interessenskreisen schließen sich zu lokalen Aktionsgruppen (LAG) zusammen und erarbeiten gemeinsam regionale Entwicklungskonzepte (REK), die die Schwächen, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten einer bestimmten Region aufzeigen. Auf Basis des REK werden von den LAG’s Projekte zur Förderung ausgewählt.
andere) kommt in ländlichen Räumen eine besondere Bedeutung zu, damit Integrationsprozesse erfolgreich Aufbauend auf der in der Ausgangslage beschriebenen in eine integrierte ländliche Entwicklung eingebunden These wurden in dem Themenforum folgende besonde- werden können. Angestoßen und unterstützt werden ren Handlungsbedarfe für die Integration in ländlichen kann diese Vernetzung z. B. durch Landkreise, Regio- Räumen herausgearbeitet: nalmanagements oder durch Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren4 sowie durch kommunale Inte-
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Integrationskonzepte erstellen grations-, Migrations- und Ausländerbeiräte. Zur bewussten Wahrnehmung der zuwanderungs-
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bezogenen Integrationsaufgaben haben sich auf die Angebote koordinieren örtlichen Verhältnisse zugeschnittene und dynamisch Soweit möglich und zweckmäßig, sollten wohnortnafortentwickelte Integrationskonzepte als hilfreich er- he, hauptamtliche Koordinierungsstellen (beispielsweiwiesen. Diese sollten in einem partizipativen Prozess se bei der Kommune) geschaffen werden, die als erste unter Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten fungiesowie der Zivilgesellschaft entwickelt werden und ren. Sie sollten individuelle Beratung und Orientierung alle betroffenen kommunalen Verwaltungsbereiche zu Themen wie Wohnen, Beschäftigung, Bildung, Kineinbeziehen. Auch kleinere Kommunen sollten bei der derbetreuung, Gesundheit, Mobilität, Vereinsleben und Erstellung von Integrationskonzepten unterstützt wer- Ehrenamt aus einer Hand (im Sinne einer Erst- oder den, ggf. im Rahmen interkommunaler Zusammenar- Verweisungsberatung) bieten, an andere Stellen und beit und/oder im Zusammenwirken mit dem Landkreis Dienste weitervermitteln, Netzwerke aufbauen und (siehe auch Themenforum „Integration vor Ort“). geeignete Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zusammenbringen.
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Instrumente der ländlichen Entwicklung nutzen
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Die Anforderungen an eine gelingende Integration Zugang zur Sprachförderung verbessern und die Gestaltung der ländlichen Entwicklung sollten In ländlichen Räumen gibt es spezifische Rahmenbestärker zusammengedacht werden, damit sowohl die dingungen für den Erwerb der deutschen Sprache, die Akteure der Integration als auch die der ländlichen bei der bedarfsgerechten Ausgestaltung von Angeboten Entwicklung Veränderungsprozesse vor Ort gezielter berücksichtigt werden müssen. Sie haben ihre Ursache steuern und gegenseitig von innovativen Lösungs- u. a. in der vorhandenen Angebotsstruktur und in den ansätzen profitieren können. Dabei sollte auch die räumlichen Entfernungen. Die Angebote müssen Bedeutung von Dörfern und ländlichen Gemeinden besser koordiniert und ihre Erreichbarkeit sichergeals Sozialraum und Aktionsraum für Integration be- stellt werden. Beiträge hierzu können – unter Einhalrücksichtigt werden. tung von Qualitätsstandards – entsprechende Mobilitätslösungen zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Gute Beispiele, wie bei der strategischen und konzep- An gebote, die Konzentration bestimmter Angebote an tionellen Planung und der operativen Umsetzung von einem Ort (z. B. Kompaktseminare für höherwertige Maßnahmen der ländlichen Entwicklung die nach- Sprachabschlüsse), die Dezentralisierung von Basisanhaltige Integration von Migrantinnen und Migranten geboten und bessere Abstimmung von Angeboten, berücksichtigt werden kann, sollten möglichst breit eine flexiblere Handhabung (beispielsweise sinnvolle kommuniziert werden. Umgekehrt gilt dieser Zusam- Verknüpfung von Integrationskursen und kommunamenhang auch für neue Wege, die im Rahmen der len bzw. Landes-Sprachkursangeboten) leisten. Wichtig Integration in ländlichen Räumen entwickelt werden sind auch der Beibehalt und ggf. eine Prüfung der und die einen Erkenntnisgewinn für die ländliche Ent- Ausdehnung der Garantievergütungen für die Sprachwicklung insgesamt generieren können. Kommunen kursträger in ländlichen Räumen. Bestehende und und Akteure vor Ort können so von den Erfahrungen bewährte Konzepte der Länder zur Sprachförderung anderer profitieren. im Bildungsbereich sind auch in ländlichen Räumen konsequent umzusetzen.
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Akteure vernetzen Der Vernetzung der relevanten Akteure (Kommunalpolitik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft, Vereine, Initiativen, Wohlfahrtspflege, Migrantenor- 4 Die Dorfmoderation zur Begleitung von Ver ändeganisationen, Kirchen, Religionsgemeinschaften und rungsprozessen auf örtlicher Ebene kann im Rahmen der Dorfentwicklung nach der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) von den Ländern gefördert werden.
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Mobile Angebote stärken Ort“). Es sollte stärker sichtbar gemacht werden, unter Mobile Beratungs- und sonstige Integrationsangebote welchen Voraussetzungen der Zuzug ländliche Regiohaben sich im Rahmen der Projektförderung, etwa in nen bereichern kann, das dörfliche Gemeinwesen und Thüringen, bewährt und sollten in Förderprogram- der Zusammenhalt in der Gemeinde gestärkt werden men allgemein noch stärker berücksichtigt werden. können und wie ländliche Räume zu einer neuen Hei- Sie bringen die Angebote zu den Ratsuchenden und mat für Migrantinnen und Migranten werden können. überwinden damit Hemmnisse, die sich durch die Die gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, etwa räumliche Entfernung in ländlich geprägten Regionen in Zukunfts- oder Demografiedialogen, entwickelten ergeben können. Hinsichtlich der Online-Angebote positiven Narrative können (z. B. durch die Medien) sollten die während der Corona-Krise mit entspre- präsentiert und im Rahmen von regionalen Imagechenden Lernplattformen gesammelten Erfahrungen kampagnen weitergetragen werden. ausgewertet und berücksichtigt werden.
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Bedarfsgerechte Mobilitätslösungen schaffen
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Schlüsselpersonen stärken und Orte der Begegnung Vor dem Hintergrund der besonderen Verhältnisse in schaffen ländlichen Räumen mit häufig unzureichend ausge- In kleineren Städten und Gemeinden spielen Gemein- bautem ÖPNV sind Erreichbarkeit und Möglichkeiten wesenarbeit und Schlüsselpersonen, z. B. aus der der Teilhabe an Mobilität entscheidende Faktoren. Bei Kommunalpolitik, ortsansässigen Unternehmen, der der Entwicklung bedarfsgerechter, ortsspezifischer, Vereinslandschaft oder dem kirchlichen Umfeld, eine innovativer und nachhaltiger Mobilitätskonzepte für wichtige Rolle. Sie gilt es zu stärken, um die Grund- ländliche Räume (wie z. B. Anrufsammeltaxis, Rufbusse stimmung vor Ort positiv zu beeinflussen, Vorbehalte und andere flexible Konzepte) sollten die besonderen abzubauen und demokratiefeindlichen Strömungen Bedarfe von Migrantinnen und Migranten ebenso beentgegenzutreten. Wichtig ist es darüber hinaus, mög- rücksichtigt werden wie die anderer Zielgruppen (wie lichst niedrigschwellige Orte und Anlässe der Begeg- z. B. Jugendliche oder ältere Menschen). Eine durch nung zu schaffen, bei denen sich alle Beteiligten auf Zuzug erhöhte Nachfrage kann dazu beitragen, die Augenhöhe begegnen können. Entwicklung bedarfsgerechter, flexibler und tragfähiger Mobilitätskonzepte für alle Einwohnerinnen und
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Ehrenamt stärken Einwohner voranzubringen. Gerade in ländlichen Räumen bedarf das ehrenamtli-
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che Engagement der Koordination und Unterstützung Flächendeckende Digitalisierung voranbringen durch hauptamtliche Strukturen. Hierbei sollte erprobt Der Zugang zu Digitalisierung erlaubt es, zusätzliche und evaluiert werden, inwieweit eine Vernetzung Chancen für Integration, besonders in ländlichen hauptamtlicher Strukturen auf der Ebene der Land- Räumen, zu realisieren. Gerade in ländlichen Regionen kreise mit den Koordinierungsstellen der Integrations- mit oft ausgedünnter Ausstattung von Infrastruktur arbeit möglich ist. und Daseinsvorsorge sowie mit erschwerten Mobilitätsbedingungen können digitale Lösungen den Gleichzeitig sollten Migrantinnen und Migranten er- Zugang zu Angeboten ermöglichen oder erleichtern. mutigt werden, in bestehenden ehrenamtlichen und Der besondere Unterstützungsbedarf etwa von Gezivilgesellschaftlichen Initiativen, Vereinen und sonsti- flüchteten macht diese Zusammenhänge besonders gen Strukturen in ländlichen Räumen aktiv mitzuwir- offensichtlich. Die flächendeckende, lückenlose Verken oder selbst Ideen zu entwickeln, wie sie sich durch sorgung ländlicher Regionen mit schnellem Internet Engagement – individuell oder als Organisation – in die und leistungsfähigem Mobilfunk ist eine wesentliche ländliche Gemeinschaft einbringen können. Voraussetzung für die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den Regionen und damit auch Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die interkul- für die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen turelle Aufgeschlossenheit der ehrenamtlichen und für eine gelingende Integration. Der flächendeckende zivilgesellschaftlichen Strukturen. Ausbau der digitalen Versorgung muss daher zügig vorangebracht werden.
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Positive Narrative weitertragen
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Um die Attraktivität ländlicher Räume zu stärken und Berufliche Potenziale nutzen Migrantinnen und Migranten zu ermutigen, sich in Vorhandene Kenntnisse, Fertigkeiten und Interessen diesen anzusiedeln, sollten positive Erfahrungen wei- (z. B. handwerkliche Kenntnisse, künstlerische Betergegeben und als Narrative der Integration genutzt gabungen oder frühere berufliche Tätigkeiten und werden (siehe auch Themenforum „Integration vor Erfahrungen) von Migrantinnen und Migranten sollten
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stärker als bisher wahrgenommen und genutzt werden. Kleinräumiges Monitoring aufbauen Sie ermöglichen eine Stärkung des Selbstwertgefühls Ein räumlich differenziertes Monitoring zu kleinund können Türöffner für eine berufliche Qualifikation räumiger Verteilung, Zu-, Ab- und Rückwanderungsoder Tätigkeiten zur Verbesserung der Perspektiven bewegungen sowie beruflicher Integration von des ländlichen Wohnstandorts sein. Insbesondere in Migrantinnen und Migranten, das insbesondere auch der nicht homogenen Gruppe der Frauen mit Migra- Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen tionshintergrund sollte gering qualifizierten Frauen Räumen erfasst, könnte ggf. eine wirksame Steueniedrigschwellig ein Zugang zum Arbeitsmarkt er- rung und Evaluierung von Integrationsbemühungen öffnet werden. Migrantische Ökonomien können dazu gerade in ländlichen Regionen, auch im Kontext beitragen, Bedarfe und Defizite vor allem in ländlichen demografischer Entwicklungen und der Integrations- Kleinstädten, etwa im Bereich Grundversorgung, ab- fähigkeit der Kommunen, unterstützen (siehe auch zudecken oder neuartige Angebote zu schaffen. Um Themenforum „Integration vor Ort“).5 Kleinere Städte Migrantinnen und Migranten zu Existenzgründungen und Gemeinden sollten bei der Einrichtung eines derin ländlichen Räumen zu ermutigen, müssen gezielt artigen Integrationsmonitorings durch die Landkreise bedarfsorientierte Informationen und Unterstützung oder freiwillige interkommunale Zusammenschlüsse bereitgestellt sowie vorhandene Hilfen besser aufberei- unterstützt werden. tet werden. Darüber hinaus sollte der Vorschlag geprüft werden,
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Stärken der ländlichen Wirtschaft nutzen mithilfe eines kommunalen individuellen Integrati- Hand werksbetriebe sowie kleine und mittlere Unter- onsmonitorings Integrationsverläufe und wesentliche nehmen in ländlichen Räumen sollten bei der Ein- Informationen wie Sprachkenntnisse oder berufliche stellung von Migrantinnen und Migranten gezielt Fähigkeiten individuell zu erfassen und die Daten beraten und unterstützt werden. Dies gilt insbesondere besser zu vernetzen.6 Datenschutzrechtliche Anforfür familiengeführte Unternehmen, die neben einer derungen setzen hier Grenzen. Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsmöglichkeit für Migrantinnen und Migranten bisweilen auch Unterstüt- In ländlichen wie in urbanen Räumen muss rassiszung bei der Wohnungssuche leisten oder familiären tischen und demokratiefeindlichen Bestrebungen ent- Anschluss ermöglichen. Die von Wissenschaftlerinnen schieden entgegengetreten und das Engagement für und Wissenschaftlern des Thünen-Instituts entwickel- ein aufgeschlossenes und demokratisches Miteinanten Ratgeber „Flüchtlinge einstellen – Tipps von Unter- der gestärkt werden. nehmern für Unternehmer“ sowie „Arbeit finden in Deutschland – Tipps von Flüchtlingen für Flüchtlinge“ können erste Hilfe stellungen geben.
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Matching verbessern Bei der Steuerung des Zuzugs in die ländlichen Räume, etwa durch die Wohnsitzauflage, die freiwillige Aufnahme zusätzlicher Geflüchteter im Rahmen von Bundes- oder Landesprogrammen oder die Unterstützung bei der Wohnortwahl (z. B. durch Informationsmaterialien), sollte stärker als bisher auf mögliche berufliche Perspektiven und die familiäre Situation der Betroffenen geachtet werden, um das Matching der betroffenen Migrantinnen und Migranten mit den jeweiligen örtlichen Verhältnissen zu verbessern.
–
Wohnsitzauflage für anerkannte Flüchtlinge 5 Für die Etablierung eines kleinräumigen Monitorings wäre evaluieren zunächst eine Reihe von Praktikabilitätsfragen zu klären. Um Erkenntnisse für eine bessere Steuerung der Ver- 6 Vgl. Kurzexpertise „Daten vernetzen, Integrationsverläufe teilung von Geflüchteten zu gewinnen, sollten die individuell erfassen und begleiten/Kommunales Wirkungen der Wohnsitzauflage auf kommunaler individuelles Integrationsmonitoring (KiIM) als Instrument Ebene evaluiert werden. Dabei sind die besonderen kommunalpolitischer Gestaltung“ im Rahmen des Programms „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Haltefaktoren ländlicher Räume zu berücksichtigen. Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“, Robert Bosch Stiftung 2019.
Handlungsschwerpunkte
Aufgrund der verfassungsrechtlichen Kompetenzver- teilung im föderalen System sind die Möglichkeiten des Bundes, mit Mitteln der ländlichen Entwicklung unmit- telbar auf die Integration von Migrantinnen und Migran- ten einzuwirken, begrenzt. Einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Integration kann der Bund jedoch durch die Förderung von Modellvorhaben und Forschung leisten. Zur Umsetzung der in dem Themenforum erar- beiteten Handlungsempfehlungen wurden die nachfol- genden Kernvorhaben entwickelt: Kernvorhaben 1: Verbundforschungsprojekt „Zukunft
Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und schließt
empirische Erhebungen in Landkreisen in vier Bundes- ländern ein. Untersucht werden folgende Integrations- dimensionen: – Integrationspotenziale Ziel ist es, integrationsrelevante Unterschiede zwischen den Untersuchungsregionen indikatorengestützt zu erfassen und zu analysieren. Inwieweit sind die unter- schiedlichen sozioökonomischen Rahmenbedingun- gen in den ländlichen Räumen Deutschlands maßgeb- lich für Integrationsanstrengungen und -erfolge? – Perspektive Geflüchteter Ziel ist es, die Integrationserfahrungen, die Geflüchtete
für Geflüchtete in ländlichen Regionen Deutschlands“ in ländlichen Wohnorten gemacht haben, zu erfassen und zu verstehen. Dies ermöglicht Rückschlüsse auf Eine zentrale Frage, die sich durch viele Diskussionen strukturelle und individuelle Faktoren, die eine Bleibeim Zusammenhang mit der Integration in ländlichen orientierung begünstigen. Räumen und durch das Themenforum zieht, ist es, unter
–
welchen Voraussetzungen und auf welche Weise humani- Lokale Integrationspolitik täres Engagement und ländliche Entwicklung erfolgreich Ziel ist es, zu verstehen, wie Integrationspolitik in verbunden werden können und wie dies von Politik und ländlichen Räumen funktioniert. Daraus soll abgeleitet Zivilgesellschaft positiv beeinflusst werden kann. werden, welche politischen Maßnahmen die Teilhabechancen Geflüchteter steigern und somit die Entwick- Das Thünen-Institut für Ländliche Räume des Bundesfor- lung ländlicher Räume fördern können. schungsinstituts für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
–
führt deshalb zusammen mit der Technischen Universität Rolle der Zivilgesellschaft Chemnitz, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Ziel ist es, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Nürnberg und der Stiftung Universität Hildesheim ein For- ländlichen Räumen für die Integration von Geflüchteten schungsvorhaben zur Zukunft für Geflüchtete in ländlichen zu untersuchen. Hierfür werden zivilgesellschaftliches Regionen Deutschlands durch. Fragen nach politischem Engagement, die Einstellungen der Aufnahmegesellschaft Handlungsbedarf sollen identifiziert und Handlungsemp- und ihr Einfluss auf Integrationsprozesse untersucht. fehlungen an die Politik formuliert werden, um die Integration der Geflüchteten zu verbessern. Dabei ist die Vielfalt Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende Mai 2021. Nähere ländlicher Räume in Deutschland ebenso zu berücksichti- Informationen unter https://www.gefluechtete-ingen wie die vielfältigen Sichtweisen von Geflüchteten. laendlichen-raeumen.de/.
P LATTFORM 1: Ländlicher Veränderungsprozess
(LVP 9 Nördliches Emstal)
Beispiele aus der Integrierten Ländlichen
Entwicklung
Ziel dieses Modellvorhabens des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Land-
Koordinationsstelle Neubürger
wirtschaft und Verbraucherschutz ist es, einen Die Gemeinde-Allianz im Hofheimer Land (Unter- ländlichen Veränderungsprozess am Beispiel der franken) unterstützt Menschen mit Flucht- und Zuwanderung in der Region zu initiieren, der Migrationshintergrund aktiv auf der Suche nach die Region lernfähiger und resilienter gegenüber Arbeits- und Ausbildungsstellen im ländlichen zukünftigen Herausforderungen macht. Gelin- Raum, vermittelt geeignete Bewerberinnen und gensfaktoren sind gemeinsame Orientierung, eine Bewerber an lokale Betriebe und begleitet neu intrinsisch getragene Richtung der Entwicklung entstandene Arbeitsbeziehungen, um deren Nach- und daraus resultierende Schritte sowie der Mut, haltigkeit zu gewährleisten. Die Koordinations- etwas Neues auszuprobieren, und die Erkenntnis, stelle ist auch bei der Vermittlung von passendem dass transparente Kommunikation der Motor für Wohnraum behilflich. Mehrere Jahre nach ihrer Veränderung ist, verbunden mit der Bereitschaft, Ankunft im Hofheimer Raum haben mittlerweile das aktuelle Handeln immer wieder zu überdenken, etwa 120 Neubürgerinnen und Neubürger mit die Route neu zu überprüfen und Unbekanntes zu- Fluchthintergrund ihren Lebensmittelpunkt in zulassen. Der Prozess hat aus der Modellregion eine Hofheim und Umgebung gefunden und können Willkommensregion Nördliches Emstal werden sich vorstellen, längerfristig auf dem Land zu lassen, die dabei ist, sich für eine komplexe Zukunft wohnen. sowohl analog als auch digital neu aufzustellen. Die https://hofheimer-land.de/themen/integration.html Ergebnisse des Projektes fließen in die Erstellung eines neuen Formats der Regionalentwicklung ein.
Willkommensteam des Bürgervereins
www.noerdliches-emstal.de
Groß-Schönebeck e. V. (Landkreis Barnim)
Das Dorf Groß-Schönebeck hat Pionierfunktion, denn es wurden erstmalig Geflüchtete direkt Kernvorhaben 2: Aktualisierung des Kartenmaterials zu in Wohnungen untergebracht. Mit der Unter- Integrationspotenzialen stützung durch eine individuelle Patenschaft erfahren sie u. a. Hilfe bei der Suche nach Arbeit, Im Arbeitsprozess des Themenforums hat sich erneut geeiner Wohnung, Kita- oder Schulplätzen, Behör- zeigt, dass die genaue Kenntnis der spezifischen Situation dengängen und in vielen weiteren Bereichen des vor Ort notwendig ist und eine Vielzahl einzelner Faktotäglichen Lebens. Die Integration der Neubürge- ren betrachtet werden muss, um das Integrationspotenzial rinnen und Neubürger wurde insbesondere durch einer Region und damit die Chancen einer gelingenden eine Vielzahl von Projekten wie einen „Garten der Integration realistisch bewerten und gestalten zu können. Nationen“ oder ein Begegnungscafé gestärkt. Eine wichtige Rolle kommt dabei engagierten Bürge- Das Thünen-Institut für Ländliche Räume hat im Jahr rinnen und Bürgern zu. 2016 Karten erstellt, die die Integrationspotenziale der https://www.grossschoenebeck.de/buergerverein/ Landkreise in Deutschland bei der Integration von Gewillkommensteam-gross-schoenebeck.html flüchteten anhand von über 16 Indikatoren aus sieben integrationsrelevanten Bereichen erfassen und differenziert sichtbar machen. Dabei werden insbesondere die Perspektiven der ländlichen Räume berücksichtigt. Die getrennt voneinander dargestellten Indikatoren decken die Bereiche Arbeitsmarkt, Wohlstand, Wohnungsmarkt, demografischer Handlungsbedarf und Daseinsvorsorge, Zentralität und Erreichbarkeit, Reaktionen aus der Gesellschaft auf die Flüchtlingskrise sowie bestehender Integrationsbedarf ab (siehe https://www.thuenen.de/de/thema/ laendliche-lebensshyverhaeltnisse/thuenen-arbeitsgruppeintegration-von-fluechtlingen/fluechtlinge-aufs-landindikatoren-mix-gibt-hilfestellung/).
Um einen besseren Überblick über die heutigen Integra- ländlichen Entwicklung und die Gestaltung der Politik für tionspotenziale der einzelnen Regionen zu erhalten und ländliche Räume zu gewinnen. Vor dem Hintergrund der diesen die seit der „Flüchtlingskrise“ 2015 erfolgten Zu-, Bedeutung, die das Themenforum dem ehrenamtlichen Ab- und Rückwanderungsbewegungen von Geflüchteten Engagement für die Integration in ländlichen Regionen gegenüberstellen zu können, wird das Kartenmaterial beimisst, wurden u. a. Rolle und Wirkung des ehrenamtaktualisiert und nach Möglichkeit in den Thünen-Land- lichen und bürgerschaftlichen Engagements und seiner atlas (vgl. www.landatlas.de) integriert werden. Organisationsformen für die Integration von Migrantinnen und Migranten in ländlichen Räumen als Themenschwerpunkt in die Ausschreibung aufgenommen. Mit dem hieraus gewonnenen besseren Wissen über das Engagement im Bereich Integration können neue und zielgenauere Unterstützungsangebote entwickelt werden.
Programm „Land.Zuhause.Zukunft“ der
Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit
der Universität Hildesheim
Mit dem Programm „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in Projektbeispiele aus dem „Bundesproländlichen Räumen“ unterstützt die Robert Bosch gramm Ländliche Entwicklung (BULE)“ Stiftung (RBSG) in Kooperation mit der Universität Hildesheim ausgewählte Landkreise mit ihren Alte Rollschuhbahn Bad Lausick vielfältigen Akteuren dabei, innovative und nach (Landkreis Leipzig) vorne gerichtete Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzuwanderinnen und Neuzuwan- Im Rahmen eines Modellvorhabens des BMEL zur derern in ländlichen Räumen zu entwickeln. Auch sozialen Dorfentwicklung wurde in Bad Lausick Wissensaustausch bei regelmäßigen Vernetzungs- ein teilhabeorientierter Willkommens- und Betreffen sowie die Entwicklung von Handlungs- gegnungsort geschaffen bzw. ausgebaut, an dem empfehlungen für Politik und Praxis sind Teil des Menschen verschiedener Herkunft zusammen- Programms. Des Weiteren dient „Land.Zuhause. kommen, sich austauschen und Gemeinschaft Zukunft“ als Plattform, die vor Ort gemachten erleben. Der interkulturelle Begegnungsort „Alte Projekterfahrungen und -ergebnisse an die Rollschuhbahn“ ist ein offener Ort für Menschen Öffentlichkeit, andere Kommunen und politische jeden Alters und verschiedenster Kulturen. Eine Entscheidungsträger auf lokaler und nationaler Fahrradwerkstatt, ein Beachvolleyball-Platz und Ebene weiterzutragen. eine Dirt-Bike-Piste wurden errichtet. Jugendliche haben dadurch einen neuen Platz zur Entfaltung erhalten. Darüber hinaus werden weitere Kurse u. a. im Nähen, Töpfern, Kochen oder Holz-
Kernvorhaben 3: Förderung von Forschungsvorhaben zu
bau angeboten. Ein Lesecafé, ein Tauschladen,
ehrenamtlichem Engagement in ländlichen Räumen
ein internationaler Garten und ein Spielplatz runden das Angebot ab. Besonders Menschen mit Im Rahmen des Themenforums ist die große Bedeutung Fluchterfahrung wird eine Unterstützung beim des ehrenamtlichen Engagements für die Stärkung von Ankommen gegeben. So wird die Begegnung von Integrationspotenzialen in ländlichen Räumen offeneinheimischen und geflüchteten Menschen geförkundig geworden. Zugleich zeigte sich, dass hier noch dert. Durch das gemeinsame und praktische Tun Wissens- und Forschungslücken bestehen. Um entspreist eine Begegnung auf Augenhöhe möglich. chende Forschungslücken zum ehrenamtlichen Engagement zu schließen, wurde im Rahmen des BULE am
„DICTUM-Rescue“
- Dezember 2019 eine Be kanntmachung über die Durchführung von Forschungsvorhaben zum Thema Ziel dieses bis Ende August 2020 laufenden Pro- „Ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen“ jekts ist die Erprobung einer E-Health-Software, veröffentlicht (Einreichungsfrist: 30. April 2020). Wissenmit der die Arzt-Patienten-Kommunikation im schaftlich untersucht werden sollen Rahmenbedingungen, interkulturellen Umfeld verbessert werden soll im Strukturen und Organisationsformen, Veränderungen und Landkreis Helmstedt (Niedersachsen). Wirkungen von ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement, um neue Erkenntnisse für die Praxis der
gende Integration und eine Chance für ländliche Räume“ Im Rahmen des Projekts passt die Universitätsvom 4. Oktober 2016 Wohnsitzauflagen als ein wichtiges medizin der Georg-August-Universität Göttingen integrationspolitisches Instrument bewertet. Sie könnten eine im Zuge eines Forschungsprogramms der einer zu starken räumlichen Schwerpunktbildung von Leuphana Universität Lüneburg entwickelte Menschen aus denselben Herkunftsländern entgegen- Software für den Bereich des Rettungsdienstes wirken und zudem eine bessere Ausnutzung integrativer in ländlichen Räumen an. Auf dem Land ste- Ressourcen und deren Planbarkeit in den Kommunen erhen – erst recht in Notfallsituationen – zu wenig möglichen. Der SRLE empfahl den Ländern, von dem Ins- Dolmetscherinnen und Dolmetscher bei der trument der positiven oder negativen Wohnsitzzuweisung Behandlung von Menschen zur Verfügung, die klug Gebrauch zu machen. Er sah in einer gelingenden kaum bis kein Deutsch sprechen. Mittels der Integration Chancen auch für ländliche Räume, plädierte Kommunikationssoftware auf einem Tablet soll in aber gleichzeitig dafür, diese Chancen im Hinblick auf solchen Situationen eine adäquate Bewertung und eine Revitalisierung insbesondere von strukturschwachen, Behandlung der Symptome sichergestellt werden. peripheren ländlichen Räumen realistisch einzuschätzen, Fragen und Antwortmöglichkeiten werden durchum Enttäuschungen vorzubauen. gängig video- und audiobasiert dargestellt, sodass einerseits auch Analphabetinnen und Analpha- Um die Wirkung der Wohnsitzauflage auf die (dauerhafte) beten die Kommunikationshilfe verwenden und Gewinnung von Geflüchteten für ländliche Räume bewerandererseits Dialektformen abgebildet werden ten zu können, bedarf es einer entsprechenden Evalukönnen, für die es kein schriftsprachliches Äquiierung. Um die Wanderungsbewegungen während und valent gibt. nach dem Zeitraum der Wohnsitzzuweisung untersuchen zu können, kann diese Evaluierung sich nicht auf eine isolierte Betrachtung ländlicher Regionen beschränken, sondern muss das gesamte Bundesgebiet – so kleinräumig Kernvorhaben 4: Berücksichtigung der Haltefaktoren in wie nötig – in den Blick nehmen. Im Rahmen der vom ländlichen Räumen bei der Evaluierung der Wohnsitz Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
regelung geplanten Evaluierung der Wohnsitzregelung8 sollte auch
untersucht werden, inwiefern die Wohnsitzregelung zu Um Erkenntnisse für eine bessere Steuerung der Verteilung einer gelungenen und nachhaltigen Integration der Gevon Geflüchteten zu gewinnen, hat sich das Themen forum flüchteten in die ländlichen Räume beiträgt. dafür ausgesprochen, bei der Evaluierung der Wirkungen der Wohnsitzauflage7 auf kommunaler Ebene die besonde- Darauf aufbauend soll in einer Studie untersucht werden, ren Haltefaktoren ländlicher Räume zu berücksichtigen, um welche konkreten Handlungsempfehlungen sich aus Rückschlüsse für eine erfolgreiche und nachhaltige Integra- den Ergebnissen der Evaluierung der Wohnsitzregelung tion in ländlichen Räumen ziehen zu können. und weiteren einschlägigen Forschungsarbeiten für eine Politik zur Entwicklung ländlicher Räume ableiten lassen, Der Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung (SRLE) die auf eine nachhaltige Integration und Bleibeorientiebeim Bundesministerium für Ernährung und Landwirt- rung von Migrantinnen und Migranten in den ländlichen schaft (BMEL) hat in seiner Stellungnahme „Wohnsitzauf- Regionen Deutschlands abzielt. lagen für anerkannte Flüchtlinge: ein Baustein für gelin-
7 Das am 6. August 2016 in Kraft getretene Integrationsgesetz hat das Aufenthaltsgesetz um einen neuen § 12a ergänzt. Die Regelung sieht vor, dass Geflüchtete mit einem Schutz status für einen Zeitraum von drei Jahren nach ihrer Anerkennung ihren Wohnsitz in dem Bundesland nehmen müssen, dem sie zur Durchführung des Verfahrens zugewiesen worden waren. Die zuständigen Landesbehörden sind ermächtigt, im Einzelfall diese gesetzliche Verpflichtung weiter auf einen bestimmten Wohnort einzugrenzen. Mit Ausnahme von Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sehen alle Länder Wohnsitzauflagen vor (entweder bezogen auf das gesamte Bundesland, Zuweisungen an bestimmte Landkreise/kreisfreie Städte oder Zuzugssperren für einzelne Städte). Die Wohnsitzauflage gilt bis zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, einer 8 V gl. Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Entfristung des Ausbildung oder eines Studiums. Integrationsgesetzes, BT-Drucks. 19/8692, S. 9.
Ausblick
Kernvorhaben 5: Digitale Infomappe zur Verbesserung
von Information und Berichterstattung über Integration
in ländlichen Räumen Der Umgang mit migrationsbedingter Vielfalt in länd-
lichen Räumen wird eine Daueraufgabe bleiben. So Im Rahmen des Themenforums hat sich immer wieder ge- vielfältig wie die ländlichen Räume bleiben die Herauszeigt, dass gute Beispiele für die Integration in ländlichen forderungen für Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft Räumen zu wenig bekannt sind. und Zivilgesellschaft, aber auch für die Migrantinnen und Migranten selbst. Patentlösungen wird es nicht geben, Um gelungene Beispiele und Erfolgsgeschichten der Inte- wohl aber immer mehr positive Beispiele, wie Integration gration in ländlichen Räumen in die Fläche zu tragen und gelingen und von einer Herausforderung zu einer Chance die Wahrnehmung von Zuwanderung als Chance für länd- für ländliche Regionen, ihre Bewohnerinnen und Bewohliche Regionen zu verbessern, betrachtet das Themenfo- ner – bisherige wie neue – werden kann. Die positiven Imrum es als notwendig, Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit pulse des NAP-I werden gemeinsam mit der Umsetzung zu entwickeln, damit diese Thematik stärker Eingang in der Ergebnisse der Kommission „Gleichwertige Lebensverden Medien und bei Veranstaltungen findet. Informations- hältnisse“ wichtige Beiträge zur Stärkung strukturschwaveranstaltungen für Journalistinnen und Journalisten, cher und ländlicher Regionen leisten. bei denen diese sich mit Fachleuten austauschen können, können die Berichterstattung befördern. Dafür geeignet ist beispielsweise eine Kooperation mit dem Mediendienst Integration. Als Ausgangspunkt könnten u. a. die Ergebnisse des laufenden Verbundforschungsvorhabens (vgl. Kernvorhaben Nr. 1), einer bereits abgeschlossenen Studie des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)9 sowie des Programms „Land.Zuhause.Zukunft“ der Robert Bosch Stiftung (RBSG) dienen. Veranschaulicht werden können diese wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Beispiele aus der Praxis.
Um Informationsgrundlagen und positive Narrative für eine mediale Nutzung und für die interessierte Öffentlichkeit aufzubereiten, übersichtlich zusammenzustellen und leicht verfügbar zu machen, wird das BMEL eine „digitale Infomappe“ mit folgenden Inhalten erstellen:
–
Berichte über gelungene Projekte aus dem „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE)“,
–
Ergebnisse der Evaluierung des BULE-Projekts „500 LandInitiativen“,
–
Hinweise und Kurzzusammenfassungen zu aktuellen Forschungsergebnissen,
–
Links zu entsprechenden Informationen der Länder (Beispiele aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung [ILE]) sowie der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS),
–
Bild- und Kartenmaterial (siehe auch Kernvorhaben 2).
9 https.//bamf.de/SharedDocs/ProjekteReportagen/ DE/Forschung/Integration/integration-gefluechtetelaendlicherraum.html.
Am Themenforum beteiligte Akteure
–
Bundesministerium für Ernährung und Land
Weitere teilnehmende Institutionen im Workshop vom
wirtschaft (BMEL) (Federführung)
22./23. August 2019
–
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, – Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Flüchtlinge und Integration (IntB) Deutschland e. V. (aej)
–
Bund der Spanischen Elternvereine in der Bundes- – Bund der Deutschen Landjugend e. V. (BDL) republik Deutschland e. V.
–
- Bundesagentur für Arbeit (BA)
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
–
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Bundesministerium des Innern, für Bau und (BLE) Heimat (BMI)
–
- Deutscher LandFrauenverband e. V. (dlf)
Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisa-
–
tionen (NeMO) e. V. Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
-
Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) – Friedrich-Alexander Universität Erlangen-
-
Nürnberg
Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige
–
Landentwicklung Gemeinde Golzow/Oderbruch
-
Deutscher Caritasverband e. V. (DCV) – Kommissariat der deutschen Bischöfe
-
Deutscher Landkreistag (DLT) – Mensch Luckau e. V.
-
Deutscher Städte- und Gemeindebund – NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge
-
Diakonie Deutschland – Niedersächsischer Integrationsrat
-
Ministerium für Soziales, Integration und – Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für
Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern Integration und Migration GmbH (SVR)
- Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, – Stadt Ravensburg
Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Technische Universität Chemnitz
–
Robert Bosch Stiftung (RBSG) – Universität Hildesheim
–
Sächsisches Staatsministerium für Soziales und – Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Gesellschaftlichen Zusammenhalt
–
Thünen-Institut für Ländliche Räume
–
Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz
Graphic Recording der Ergebnisse des Workshops vom 22./23.08.2019
| A A A a A | A A BF D ej G | b G S G | k Au Au An Ar All | ü sw slä tid bei ge | r ärt nd isk tsg me | z ige er ri em in | u s A bes min ei es | ngsverzeich mt chäftigungsförderungsgesetz ierungsstelle des Bundes nschaft der Evangelischen Jugen Gleichbehandlungsgesetz | n d | i | s |
|---|
AGJ Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe – AGJ
amfn Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen e. V.
AnkER Ankunft, Entscheidung und Rückführung
Art. Artikel
AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
AWO ST Arbeiterwohlfahrt Sachsen-Anhalt
AZAV Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung
BA Bundesagentur für Arbeit
bagfa Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e. V. BAGFW Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. BAGIV Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland e. V. BAGSO Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V.
BAMF Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
BAP Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister
BaS Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros
BBE Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
bbt Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe e. V. BDA Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. BETA Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e. V.
BFD Bundesfreiwilligendienst
BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung
BIS Business Immigration Service
BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMF Bundesministerium der Finanzen
BMFSFJ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BMI Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
BMJV Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BULE Bundesprogramm Ländliche Entwicklung
BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.
BWK BildungsWerk in Kreuzberg GmbH
bzgl. bezüglich
BZI Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat
bzw. beziehungsweise
ca. circa
DaMigra Dachverband der Migrantinnenorganisationen e. V.
DaMOst Dachverband Migrantenorganisationen in Ostdeutschland
DBJR Deutscher Bundesjugendring
DCV Deutscher Caritasverband
DDPA Durban Declaration and Programme of Action
DESI Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration
DeuFöV Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung
DeZIM Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung e. V.
DF Deutscher Frauenrat
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund
Difu Deutsches Institut für Urbanistik
DIHK Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.
DIK Deutsche Islam Konferenz
djo Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e. V. DKHW Deutsches Kinderhilfswerk e. V.
DKJS Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
DLT Deutscher Landkreistag
DOSB Deutscher Olympischer Sportbund e. V. DPWV Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
DRK Deutsches Rotes Kreuz
DSGVO Datenschutz-Grundverordnung
DSJ Deutsche Sportjugend
DStGB Deutscher Städte- und Gemeindebund
DVS Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume
ELER Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
EQ Einstiegsqualifizierung
ESF Europäischer Sozialfonds
etc. et cetera
EU Europäische Union
EUGS Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer
fbb Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH
FEG Fachkräfteeinwanderungsgesetz
FITT Institut für Technologietransfer an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gGmbh
FKS Finanzkontrolle Schwarzarbeit
FÖTED Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e. V.
GAK Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz
ggf. gegebenenfalls
HoR Houses of Resources
Hrsg. Herausgeber
HSA Hauptschulabschluss
IAB Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
iaf Verband binationaler Familien und Partnerschaften e. V. IGD Iranische Gemeinde in Deutschland e. V. iGZ Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V.
ILE Integrierte Ländliche Entwicklung
IntB Beauftragte der Bundesregierung für Integration, Migration und Flüchtlinge
IntMK Integrationsministerkonferenz
IOM Internationale Organisation für Migration
IQ Integration durch Qualifizierung
ISTA Institut für den Situationsansatz
IvAF Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen
IW Köln Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.
JEM Jugendliches Engagement in Migrant*innenorganisationen
JFMK Jugend- und Familienministerkonferenz
JMD Jugendmigrationsdienste
kAöR Beschäftigungsförderung Göttingen
KEBiK Kompetente Eltern für die Bildung ihrer Kinder
KGD Kurdische Gemeinde Deutschland e. V.
KGSt Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement
KI Kommunales Integrationszentrum
KiIM Kommunales individuelles Integrationsmonitoring
KMuT Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe
KOK Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e. V. KTK Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder – Bundesverband e. V.
LADS Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (Berlin)
LAG Lokale Aktionsgruppe
LaKI Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren
LAMSA Landesnetzwerk Migrantenorganisationen e. V.
LEA Berliner Landesamt für Einwanderung
LEADER Liasons Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale
LEG Landesentwicklungsgesellschaft
LmDR L andsmannschaft der Deutschen aus
Russland e. V.
MB 4.0 Migrationsberatung 4.0
MBE Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
MPRG M igration Policy Research Group der Stiftung Universität Hildesheim
NAPI Nationaler Aktionsplan Integration
ndo neue deutsche organisationen e. V. NeMO Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e. V. nifbe Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e. V.
NIP Nationaler Integrationsplan
OECD Organisation for Economic Cooperation and Development
(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
o. g. oben genannt
ÖPNV öffentlicher Personennahverkehr
PAWLO Pan-African Women’s Empowerment &
Liberation Organisation
RBSG Robert Bosch Stiftung
REK Regionales Entwicklungskonzept
RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V.
SenBJF Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
Familie – Berlin
SGB Sozialgesetzbuch
SRLE Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung
SVR Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration GmbH
TANG The African Network of Germany e. V. TBB Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg e. V. TGD Türkische Gemeinde in Deutschland e. V.
THW Technisches Hilfswerk
u. a. unter anderem
UN United Nations (Vereinte Nationen)
UNESCO United Nations Educational, Scientific and
Cultural Organization
VAMOs V erbandsakademie für Migranteno rganisationen
VDSH Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine e. V.
vgl. vergleiche
VIA Verband für Interkulturelle Arbeit e. V.
VIW V erband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity
WDR Westdeutscher Rundfunk
WHKT Westdeutscher Handwerkskammertag
ZAGD Z entralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e. V.
ZAV Zentrale Auslands- und Fachvermittlung
z. B. zum Beispiel
ZDH Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. ZSD Zentralrat der Serben in Deutschland e. V.
Impressum
Herausgeberin
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration 11012 Berlin www.integrationsbeauftragte.de
integrationsbeauftragte@bk.bund.de
Stand
September 2020
Druck
Zarbock GmbH & Co. KG 60386 Frankfurt am Main
Konzeption & Layout
LAUT UND DEUTLICH + incorporate berlin 10117 Berlin
Gestaltung
A Vitamin Kreativagentur GmbH 12203 Berlin
Bildnachweis
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Titelbild: FatCamera/iStock.com
Korrektorat
Dr. phil. Birgit Gottschalk 51588 Nümbrecht
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