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← Sitzung des Kulturausschusses (19.03.2021)

Sitzung gesamt öffentlich (Stand: 17.03.2021)

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Sitzungsunterlagen

Sitzung des Kulturausschusses

19.03.2021

Inhaltsverzeichnis

Sitzungsdokumente 4 Tagesordnung -öffentlich- 4 Vorlagendokumente 6 TOP Ö 1 Kunstwerk "Mäandolith" von Axel Ring Versetzung vor das neue Langwasserbad 6 Sitzungsvorlage H/007/2021 6 Entscheidungsvorlage H/007/2021 9 Alter Standort H/007/2021 10 Neuer Standort H/007/2021 11 Lageplan Neuer Standort H/007/2021 12 Kostenaufstellung H/007/2021 13 TOP Ö 2 Kultur in Zeiten von Corona 14 Sitzungsvorlage 2. BM/009/2021 14 01_Sachverhalt 2. BM/009/2021 17 TOP Ö 3 Revitalisierung des Kulturlebens durch Aktivierung zusätzlicher Potentiale 20 Sitzungsvorlage 2. BM/008/2021 20 01_Sachverhalt 2. BM/008/2021 23 TOP Ö 4 Nachbereitung des Bewerbungsprozesses zur Kulturhauptstadt, Strukturprojekte 28 und Veranstaltungen im Jahr 2021 Sitzungsvorlage 2. BM/006/2021 28 01_Sachverhalt 2. BM/006/2021 31 TOP Ö 5 Kulturstrategie 38 Sitzungsvorlage 2. BM/007/2021 38 01_SPD-Antrag vom 28.02.2020_AN_062_2020 2. BM/007/2021 41 02_Sachverhalt 2. BM/007/2021 42 TOP Ö 6 Kulturstrategie 47 Sitzungsvorlage 2. BM/014/2021 47 01_Sachverhalt 2. BM/014/2021 50 TOP Ö 7 Staatstheater Nürnberg 55 Sitzungsvorlage 2. BM/012/2021 55 01_Komprimierter Wirtschaftsplan_2020_2021_Finanzplan 2. BM/012/2021 58 TOP Ö 8 Förderung freie Szene Tanz und Theater 59 Sitzungsvorlage KuKuQ/001/2021 59 01_Diversity-Check KuKuQ/001/2021 62 02_Entscheidungsvorlage KuKuQ/001/2021 63 03_Finanzentwicklung KuKuQ/001/2021 68 TOP Ö 9 Generalsanierung Künstlerhaus 3. Bauabschnitt 69 Sitzungsvorlage KuKuQ/002/2021 69 01_Diversity-Check KuKuQ/002/2021 73 02_Sachverhalt KuKuQ/002/2021 74 03_Beschluss Vergabepaket1 vom 17.07.2018 KuKuQ/002/2021 80 04_Nutzungsszenario_Peuntgasse_Stellungnahme KuKuQ/002/2021 81 05_Pläne Bauhof2_BP2022_EG_201228 KuKuQ/002/2021 82 06_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_1.OG_201228 KuKuQ/002/2021 83 07_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_2.OG_201228 KuKuQ/002/2021 84 08_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_EG_201228 KuKuQ/002/2021 85 09_Erläuterungsbericht KuKuQ/002/2021 86

TOP Ö 10 Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart 93 Sitzungsvorlage 2. BM/013/2021 93 01_CSU-Antrag vom 07.12.2020 (AN/401/2020) 2. BM/013/2021 97 02_Die Grünen-Antrag vom 24.02.2020 (AN/060/2020) 2. BM/013/2021 99 03_Sachverhalt 2. BM/013/2021 101 TOP Ö 11 Konzertreihe "Back to Live - eine kleine Hofmusik" 106 Sitzungsvorlage 2. BM/015/2021 106 01_AfD-Antrag vom 07.07.2020_AN/247/2020 2. BM/015/2021 109 02_AfD-Antrag vom 07.07.2020_AN/249/2020 2. BM/015/2021 110 03_Sachverhalt 2. BM/015/2021 113 TOP Ö 12 Kultur in der Stadt - Zuschüsse 114 Sitzungsvorlage 2. BM/010/2021 114 01_Diversity Check 2. BM/010/2021 117 02_Empfehlungsliste 2. BM/010/2021 118

TAGESORDNUNG

Sitzung

Sitzung des Kulturausschusses

Sitzungszeit

Freitag, 19.03.2021, 09:00 Uhr

Sitzungsort

Historischer Rathaussaal, Rathausplatz 2

TAGESORDNUNG

Öffentliche Sitzung

1. Kunstwerk "Mäandolith" von Axel Ring Beschluss

Versetzung vor das neue Langwasserbad H/007/2021

Ulrich, Daniel

2. Kultur in Zeiten von Corona Beschluss

Lehner, Julia, Prof. Dr.

3. Revitalisierung des Kulturlebens durch Aktivierung zusätzlicher Beschluss

Potentiale 2. BM/008/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

4. Nachbereitung des Bewerbungsprozesses zur Kulturhauptstadt, Beschluss

Strukturprojekte und Veranstaltungen im Jahr 2021 2. BM/006/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

5. Kulturstrategie Beschluss

hier: Online-Umfrage zur Kulturförderung. Durchführung und 2. BM/007/2021

erste Ergebnisse

Lehner, Julia, Prof. Dr.

6. Kulturstrategie Beschluss

hier: Konzepterarbeitung „Raumkompass“ und Aktivitäten zu 2. BM/014/2021

Raumleerstands- und Zwischennutzung

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 28.02.2020

Lehner, Julia, Prof. Dr.

7. Staatstheatr Nürnberg Beschluss

Sitzung des Stiftungsrates vom 03.12.2020 2. BM/012/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

8. Förderung freie Szene Tanz und Theater Beschluss

Mittelvergabe Produktions- und Impulsförderung KuKuQ/001/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

9. Generalsanierung Künstlerhaus 3. Bauabschnitt Beschluss

hier: Verortung Holzwerkstatt und weitere kulturelle Nutzung KuKuQ/002/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

10. Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Geschichte und Beschluss

Gegenwart 2. BM/013/2021

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 07.12.2020

Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom

24.02.2020

Lehner, Julia, Prof. Dr.

11. Konzertreihe "Back to Live - eine kleine Hofmusik" Beschluss

hier: Anträge der AfD-Stadtratsfraktion vom 07.07.2020 2. BM/015/2021

(AN/247/249)

Lehner, Julia, Prof. Dr.

12. Kultur in der Stadt - Zuschüsse Beschluss

Mittelvergabe 2021 2. BM/010/2021

Lehner, Julia, Prof. Dr.

  1. Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 04.12.2020,

öffentlicher Teil

H/007/2021

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Kunstwerk "Mäandolith" von Axel Ring

Versetzung vor das neue Langwasserbad

Anlagen: Entscheidungsvorlage Alter Standort Neuer Standort Lageplan Neuer Standort Kostenaufstellung

Sachverhalt (kurz):

Der Beirat für Bildende Kunst hat in seiner Sitzung vom 10.12.2020 entschieden, das mittlerweile abgebaute Kunstwerk "Mäandolith" des Künstlers Axel Ring am neuen Langwasserbad wieder aufzustellen. Der alte Standorf konnte nicht beibehalten werden, da dort die Tiefgarageneinfahrt des zukünftigen WBG-Gebäudes liegen wird. Der im Lageplan eingezeichnete Standort wird als ideal angesehen.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 85.500 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv 85.500 € davon Personalkosten € pro Jahr

Stadt Nürnberg Beschlussvorlage H/007/2021

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Stadt Nürnberg Beschlussvorlage H/007/2021

Beschlussvorschlag:

Der Kulturausschuss beschließt die Versetzung des Kunstwerks "Mäandolith" vor das neue Langwasserbad.

Mäandolith von Axel Ring hier: Versetzung vor das Langwasserbad

Entscheidungsvorlage

I. Der Mäandolith von Axel Ring wurde 1971 vor dem ehemaligen Langwasserbad an der Breslauer Straße aufgestellt. Vor dem Eingang zum Hallen- und Freibad erhob sich die Edelstahlskulptur 5,50 m in die Höhe und war damit eine markante Wegmarke vor dem Bad.

Nachdem der Neubau fertiggestellt wurde, hatte man die Skulptur am alten Standort stehen gelassen, um an das ehemalige Bad zu erinnern. Jedoch haben die Baupläne der WBG dazu geführt, dass die Skulptur nicht an seinem angestammten Platz stehen bleiben konnte.

Deswegen wurde der Beirat gebeten, über einen neuen Standort nachzudenken. Der Beirat empfahl die Fläche vor dem neuen Langwasserbad, um wieder einen Bezug zwischen Kunstwerk und neuem Bad herzustellen.

Eine Neuaufstellung des Mäandolith am neuen Standort wird ca. 85.500 € kosten. Darin enthalten sind Fundamentierungsarbeiten und das Aufstellen der Arbeit incl. der statischen Ertüchtigung sowie Restaurierungsarbeiten wie das Erstellen einer neuen Farbfassung. Die WBG wird sich an der Sanierung beteiligen.

Kostenaufstellung Kunstwerk "Mäandolith" von Axel Ring Neuaufstellung am Langwasserbad

Erd- Fundamentierungsarbeiten 1 0.000,00 € Metallarbeiten (Aufbau Kunstwerk) 3 3.000,00 € Restaurator 2 5.000,00 € Beleuchtung 1 5.000,00 € Maler 2.000,00 €

Summe 8 5.000,00 €

Stand 25.01.2021

H/K-2

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Kultur in Zeiten von Corona

Anlagen: 01_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Die Verwaltung berichtet über den Fortgang und die Weiterentwicklung der Maßnahmen aus den Kulturdienststellen bzw. dem Geschäftsbereich Kultur, die zur Förderung von Produktion und Präsentation von Kunst und Kultur vor dem Hintergrund der Corona-Krise weiterhin ergriffen worden sind. Aufgrund fehlender Planungssicherheit werden Perspektiven für 2021 lediglich unter Vorbehalt skizziert.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die beschriebenen Maßnahmen richten sich an die gesamte Stadtbevölkerung.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Die Verwaltung wird damit beauftragt, weiterhin wie vorliegend beschrieben ein pandemiekonformes Angebot der Kunst und der Kultur zu ermöglichen.

Kultur in Zeiten von Corona

Der Geschäftsbereich Kultur und die Kulturdienststellen der Stadt Nürnberg befinden sich weiterhin in einer herausfordernden Situation. Dennoch gelingt es den Kulturdienststellen, deren Mitarbeitende in Folge der Corona-Pandemie erschwerte Arbeitsbedingungen zu bewältigen haben, ein anspruchsvolles Kulturprogramm zu bieten und Kunst und Kultur sowie den lokalen Akteuren im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten zu Sichtbarkeit und Präsenz im öffentlichen wie digitalen Raum zu verhelfen.

Kulturförderung

Die Antragstellungen für eine Förderung kultureller Vorhaben aus den zur Verfügung gestellten Fördertöpfen bewegen sich in gewohnter Anzahl und Akteursvielfalt wie in den Vorjahren. Konstatiert werden kann, dass sich auch neue Akteure mit neuen Sujets und innovativen Formaten um eine Förderung bemüht haben.

Bündnis für Kultur

Das „Bündnis für Kultur“ ist eine auf bürgerschaftlichem Engagement beruhende Initiative des Geschäftsbereichs Kultur der 2. Bürgermeisterin, um Kunst- und Kulturschaffenden, die infolge der COVID-19-Pandemie – das heißt aufgrund pandemiebedingter Einkommensverluste – in eine persönliche Notsituation geraten sind, rasch und möglichst unbürokratisch zu helfen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Spenden. Als Partnerin steht dem „Bündnis für Kultur“ zudem in großem Umfang die Aktion „Freude für alle“ der Nürnberger Nachrichten zur Seite. Nach einer ersten Antragsrunde im Frühjahr/Sommer 2020 konnte dank des Spendenaufkommens Ende 2020 mit einer zweiten Antragsphase begonnen werden: Vom 11.12.2020 bis zum 5.02.2021 konnten Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturschaffende einen Soforthilfeantrag stellen. Insgesamt gingen in der zweiten Runde 86 Anträge auf Unterstützung ein. 85 Anträge konnten mit einer einheitlichen Bezuschussung in Höhe

von 1.000€ (ausgeschüttete Gesamtsumme: 85.000€) bewilligt werden. Rund zwei

Drittel der Anträge waren Erstanträge. Geplant ist, im Verlauf des Jahres eine weitere Möglichkeit der Antragsstellung einzuräumen und somit weiter aktiv um Spenden zu werben.

Corona-Lotsenstelle

Das Angebot der Corona-Lotsenstelle für Kunst- und Kulturschaffende wird weiterhin aufrechterhalten. Mit Beginn des erneuten Lockdowns stieg der Beratungsbedarf wieder spürbar an, pendelt sich derzeit jedoch auf übersichtlichem Niveau ein. Die Antrags- und Fördersystematik für freischaffende Künstlerinnen und Künstler und Ausübende assoziierter Berufsgruppen sind komplex und eine fundierte Beratungsleistung ist hier und für die Unterstützung bei der Umsetzung nötiger Hygienekonzepte fundamental.

KuF – Amt für Kultur und Freizeit

Aktuell setzen die Kulturläden auf Streaming-Angebote. Hausaufgabenbetreuungsangebote oder Integrationskurse finden statt, sobald entsprechende Angebote aufgrund der jeweils aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung möglich sind. Auf Nachfrage des Sozialreferats waren die Kulturläden dezentrale Ausgabestellen für kostenlose FFP2- Masken. Für die kommenden Monate konzentrieren sich die Einrichtungen auf ein umfangreiches Programm auf den Freiflächen der verschiedenen Einrichtungen. Bezüglich der verschiedenen Stadtteilfeste wird davon ausgegangen, dass sie 2021 noch nicht wieder in der gewohnten Form stattfinden können. Zum Teil sind Absagen bereits erfolgt, vielfach werden derzeit noch alternative Formate geprüft und geplant. Die 40. Ausgabe des Südstadtfestes ist bereits auf Juli 2022 verschoben. Das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne öffnet voraussichtlich am 1. Mai mit einem entsprechenden Hygienekonzept. Betrieben werden dabei nur die Stationen im Außenbereich. Angebote in Zelten, Begleitveranstaltungen und Werkstätten finden 2021

nicht statt. Auf dem Erfahrungsfeld sind die Wochentage für Grundschulgruppen reserviert. Einzelpersonen sind an den Wochenenden zugelassen. Jeweils 200 Personen können in einer Vormittags- und einer Nachmittagsschicht das Erfahrungsfeld aufsuchen. Geplant ist auch mit zwei mobilen Einheiten, sodass Kitas und Schulen fußläufig ein mobiles Erfahrungsfeld ansteuern können. Der Unterricht an der Musikschule Nürnberg findet derzeit in großen Teilen digital statt. Ab dem 1. März ist aufgrund der Neuregelung in der Bayerischen Infektionsschutzverordnung Einzelunterricht prinzipiell wieder in Präsenzform und abhängig von aktuellen Inzidenzwerten erlaubt. Allerdings findet der Unterricht aktuell nur in den Räumen der Musikschule Auf AEG und im Schmausenschlößchen statt. Die Nutzung von Schulräumen ist bislang nicht möglich. Der MUBIKIN-Unterricht in Kindergärten und Grundschulen findet bislang nicht wieder statt. Im Frühjahr geplante Veranstaltungen wie die Reihe „Musikschule total“ oder der „Tag der offenen Tür“ der Musikschule werden zu einem späteren Zeitpunkt in anderer Form oder open air angeboten. Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur setzt bis zum Sommer ihre Digital-Reihe „KickOn@home“ fort und plant weitere digitale Veranstaltungsformate.

BCN – Bildungscampus Nürnberg

BZ – Bildungszentrum

Aufgrund der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzverordnung wurden die meisten Präsenzkurse am BZ bis mindestens 07.03 2021 abgesagt. Die Durchführung von Prüfungen ist weiterhin in Präsenz unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Veranstaltungen und Kurse zur beruflichen Fort- und Weiterbildung dürfen in Abhängigkeit vom Inzidenzwert bereits ab 1. März stattfinden. Das BZ hat im Jahr 2021 ein Programm zur beruflichen

Neuorientierung „Und jetzt? Mach ich was Neues!“ gestartet. In Folge der Corona-

Pandemie rücken Kursformate in den Vordergrund, die neue berufliche Qualitäten vermitteln, insbesondere mit Blick auf den Erwerb digitaler Kompetenzen. Das Programm ist erfolgreich angelaufen.

StB - Stadtbibliothek

Für das Publikum bis auf Weiteres geschlossen darf die StB seit Februar 2021 im „Clickand-Collect“-Verfahren wieder Leihmedien ausgeben. Zunächst organisiert über einen Auslieferservice, kann derzeit den Kundinnen und Kunden der Einrichtung über einen Abholservice, der die Standorte Stadtbibliothek Zentrum sowie die Stadtteilbibliotheken und die Bücherbusse einbezieht, eine Mediennutzung angeboten werden. Den eigenen Bildungsauftrag nimmt StB insbesondere auf digitalem Wege wahr. Neu eingerichtet wurde in der Stadtteilbibliothek Maxfeld der Service eines Vorlesetelefons für Seniorinnen und Senioren sowie für Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren. Der youtube-Kanal der StB richtet das beliebte Angebot des Bilderbuchkinos an junge Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Planetarium bleibt bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen.

KuKuQ - KunstKulturQuartier

Seit Beginn der Pandemie arbeitet die Tafelhalle konsequent daran, einen Produktions- und Veranstaltungsbetrieb für kooperierende Kunstschaffende und Publikum aufrecht zu erhalten. Seither wurde kontinuierlich am Ausbau der digitalen Möglichkeiten gearbeitet. Hierfür wurde kostenbewusst in ein adäquates technisches Equipment investiert und das

technische Personal hat sich entsprechend weitergebildet. Während für die

Übertragungen der Kulturpreisverleihung und der Deutschen Fußballkulturpreise noch Fremdfirmen beauftragt wurden, konnten ab November 2020 eigene Livestreams

umgesetzt werden. Es ist zudem gelungen die Livestream-Veranstaltungen in ein

funktionierendes Ticketsystem zu überführen, das eine Reamortisierung kultureller Inhalte und Werte auf digitalem Wege unterstützt. Aktuelle digitale Formate sind Konzert-

Streaming, Digital-Abonnement-Angebote, Übertragung von Live-Shows, sog. „on-

demand“-Angebote und richten sich sowohl an ein diverses Publikum als auch an ein breites Feld von Kunstschaffenden.

Av - Stadtarchiv

Av bereitet kommende Veranstaltungen grundsätzlich als digitale Veranstaltungen vor, die bei hinreichender Lockerung der getroffenen Schutzmaßnahmen auch in Präsenzveranstaltungen umgewandelt werden können. Der Fokus liegt zudem auf dem Abschluss von Katalog- und Editionsprojekten genutzt.

MSH - Meistersingerhalle

Die MSH dient derzeit als Kontaktnachverfolgungszentrum. Der Veranstaltungsbetrieb ruht bis auf Weiteres.

Th - Staatstheater

Th überbrückt die Schließung der Bühnen weiterhin mit einem breiten Angebot digitaler Formate, insbesondere auf der hauseigenen Plattform „Digitaler Fundus“. www.fundus.staatstheater-nuernberg.de.

KuM – Museen der Stadt Nürnberg

Die meisten Aktivitäten der Museen finden derzeit im digitalen Bereich statt. Lediglich für Hochzeiten sind unter strengen Hygienevorschriften das Tucherschloss und das Fembo- Haus nach wie vor offen. Alle Häuser stehen für eine Wiedereröffnung und entsprechend an die Pandemiebedingungen angepasste Angebote bereit.

Digitale Angebote umfassen etwa die vom Stadtmuseum im Fembo-Haus in

Zusammenarbeit mit dem KPZ entwickelte Reihe „Stadtgeschichte am Telefon“. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände entwickelt derzeit ein „Serious-Games- Format“ unter dem Titel „Behind the Scenes – Nuremberg ’34". Die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg stellen online mehrere neue Funde vor, darunter besonders hervorzuheben ist eine Auswahl an Einladungs- und Mitgliedskarten des jüdischen Unternehmers Hans Hopf, die noch im März online gestellt werden. Sie zeichnen ein lebhaftes Bild von jüdischem Leben in Nürnberg in den 1920er Jahren. Die umfangreichen digitalen Aktivitäten aller Häuser sind auf der Homepage der Museen der Stadt Nürnberg einsehbar:

https://museen.nuernberg.de/angebote/digitales-angebot/

KPZ - Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg

Buchbare Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, auch Kreativkursangebote sind erfolgreich und bei guter Resonanz in personale digitale Vermittlungsformate überführt worden. Mit dem „Digitalen Klassenzimmer“ bietet das KPZ in Zusammenarbeit mit KuM ein breites Online-Angebot für Schulklassen. Informationen unter der neugestalteten Homepage:

www.kpz-nuernberg.de

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Revitalisierung des Kulturlebens durch Aktivierung zusätzlicher Potentiale

Anlagen: 01_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Die Verwaltung berichtet über die Aktivitäten und geplanten Maßnahmen der Kulturdienststellen und des Geschäftsbereichs Kultur hinsichtlich einer Revitalisierung des Kulturlebens.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Mittel stehen in den Kulturdienststellen zur Vergügung.

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die beschriebenen Maßnahmen richten sich an die gesamte Stadtbevölkerung.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Die Verwaltung wird beauftragt, die Planungen zur Revitalisierung der Kunst und Kultur in Nürnberg wie in der Vorlage beschrieben weiter voranzutreiben und umzusetzen.

Revitalisierung des Kulturlebens durch Aktivierung zusätzlicher Potentiale

Die fortdauernde Situation des Lockdowns betrifft in großem Maße alle Aktivitäten der Kunst und Kultur und bedeutet für die Kunstschaffenden aller Sparten, insbesondere jedoch für Vertreterinnen und Vertreter der Bühnen- sowie der darstellenden Künste durch den Wegfall nahezu jeglicher analogen Auftrittsmöglichkeiten eine besondere Belastung. Daher gilt es, durch die Aktivierung zusätzlicher Potentiale im Bereich der Kultur-Dienstund Stabstellen sowie der assoziierten Einrichtungen Maßnahmen zur Revitalisierung des Kulturlebens zu treffen und dadurch die Kultur insgesamt durch belebende Effekte zu befördern. Dies soll vor allem durch die Initiierung neuer Formate und die Definition neuer Kultur-Flächen gelingen. Die Durchführung von geplanten Aktivitäten ist abhängig von pandemiebedingten Lockerungsszenarien. Dabei sind die Einhaltung von Hygienevorschriften und die Beachtung aller mit der Bekämpfung der Pandemie einhergehenden Vorschriften verbindliche Grundlage. Als zielführend wird weiterhin erachtet, den im Vorjahr aufgenommenen Dialog mit lokalen Kulturinstitutionen, Interessensvertretungen und Kulturinitiativen im Rahmen eines Informationsaustausches zwischen Verwaltung und Akteuren der freien Szene, hierzu zählen auch Brauchtums- Bürger- und Ortsvereine aus den Stadtteilen, fortzusetzen und zu intensivieren. Erste Informationstreffen haben bereits im Februar 2021 stattgefunden. Zudem sollen auch Publikum und interessierte Öffentlichkeit wieder an das vielfältige kulturelle Angebot herangeführt werden. Hierfür wird der Geschäftsbereich Kultur Unterstützung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit leisten und anbieten.

Projektbüro

Pb plant als Ersatz für die auch im Jahr 2022 abgesagte Kultur-Großveranstaltung „Blaue Nacht der Kunst und Kultur“ zumindest die publikumswirksame Illumination der Nürnberger Kaiserburg durch Motive des Nürnberger Kulturpreisträgers Peter Angermann zu einer Reihe von Terminen Anfang Mai 2021 unter dem Titel „No Risk No Fun“ durchzuführen. Eine Begleitausstellung gleichen Namens ist vom 24. April – 22. Mai im Kunstverein Kohlenhof vorgesehen. Das bereits im Herbst des Jahres 2020 erfolgreich durchgeführte Format „Lost and Found“, das interdisziplinäre Arbeiten von Kunstschaffenden aller Sparten als Objekte im öffentlichen Raum vereint, wird, nach der Erstausgabe im Nürnberger Stadtpark, im Burggraben vom 16. Mai – 20. Juni 2021 unter dem Titel „Lost and Found²“ fortgesetzt. Darüber hinaus ist das Projektbüro im weiteren Verlauf des Jahres mit der Begleitung von Kooperationsveranstaltungen betraut. „Muse im Museum“ ist Arbeitstitel einer geplanten Veranstaltungsreihe aller Nürnberger Museen. Die Bespielung von musealen Flächen, insbesondere von verfügbaren Freiflächen, soll dabei zum einen den einzelnen und beteiligten Häusern nach der langen Phase des Lockdowns zu vermehrter Aufmerksam- und Publikumswirksamkeit verhelfen und gleichzeitig verschränkt werden mit dem Vorhaben, Kunstschaffenden Präsentationsraum zu schaffen. Voraussichtlicher Beginn der unter dem Arbeitstitel versammelten Aktivitäten markiert der 26. Mai 2021. Nach einer mehrwöchigen Erprobungsphase wird das Format eventuell über den Juni 2021 fortgesetzt. Mit Fokus auf die lokalen Bühnenschaffenden ist im Zeitraum Juni/Juli 2021 eine Kooperation mit der Musikzentrale MUZ in Planung. Auf einer im Bereich der Nürnberger Altstadt verorteten Bühne sollen lokale Bühnenkunstschaffende, Musikerinnen und Musiker Auftrittsmöglichkeiten bekommen. Zur Umsetzung dieser Vorhaben werden zusätzliche Mittel in geschätzter Höhe von 80.000 Euro benötigt.

KuKuQ

SommerQuartier in der Katharinenruine 2021

Die Planung des Programms im Jahr 2021 am Veranstaltungsort Katharinenruine wird mit Blick auf die Relevanz von Open-Air-Veranstaltungen inhaltlich neu ausgerichtet. Den Kunstschaffenden sowie einem breitgefächerten Publikum werden adäquate Präsentationsund Rezeptionsmöglichkeiten im Rahmen einer Sommerspielstätte in Altstadtlage geboten. Der erweiterte Spielplan der Katharinenruine umfasst den Zeitraum vom 17. April bis einschließlich Oktober 20201. Damit werden nahezu doppelt so viele Proben- und Veranstaltungstage wie im Vorjahr (ca. 40 vs. ca. 70), in dem das Veranstaltungsvolumen im Vergleich zu den Vorpandemiejahren bereits deutlich erhöht wurde, durchgeführt werden können. Durch den regionalen Fokus, profitieren hiervon insbesondere lokale Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten. Die Honorierung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler erfolgt durch angemessene Gagenzahlungen. Die kuratorische Verantwortung für den Spielplan wird von Mitarbeitenden der Tafelhalle wahrgenommen, mit einem Hauptaugenmerk auf die Sparten Musik und darstellende Kunst/Tanz. In Kooperation mit dem Künstlerhaus findet die (sozio)kulturelle Arbeit diverser angegliederter Initiativen und Vereine, wie etwa Kulturkellerei oder Musikverein e. V. Eingang ins Programm. Das Filmhaus Kino, als Programmkino kann große Teile seines Programms in den Außenraum verlegen. Die Ausstellungshäuser des KuKuQ, Kunstvilla, Kunsthalle und Kunsthaus sind mit Teilausstellungen und Diskussionsveranstaltungen vertreten. Alle Einrichtungen des KuKuQ sind mit verschiedensten Institutionen, Vereinigungen und freien Kunst- und Kulturschaffenden der Region in regelmäßiger Kooperation und stetigem Austausch. Möglich ist es desweiteren, den Spielort an noch freien Terminen, unter Aufsicht des hierzu nötigen Fachpersonals, Interessentinnen und Interessenten zur Verfügung zu stellen. Für jeden weiteren Zusatztermin fallen hierbei Kosten von geschätzt 1.000 Euro/Tag an (Technischer Support, Einlass, Kasse, Sicherheit), die bislang nicht budgetiert sind. Im Rahmen des SommerQuartiers sind etwa folgende Veranstaltungsreihen und Festivals geplant: Fotofestival (Mai/Juni), Figurentheaterfestival (7.-16.5.), st. katharina open air (17.6.-4.7.), In situ – Symposium Urbanum (24./25.6.), Jazz in the Garden (Jun/Juli), Sommernachtfilmfestival (7.-30.8.), Nürnberg Pop (8.-10.10.)

Kulturschaufenster

Der Glasbau des Künstlerhauses wird als neue Präsentationsfläche für analoge wie digitale Formate definiert und schrittweise dafür optimiert. Der Glasbau soll ein Platz sein, um neue Formate aus allen unterschiedlichen Sparten zu erproben und publikumswirksam, bei Bedarf aber auch kontaktlos, an prominenter Stelle im Stadtraum zu präsentieren. Mögliche Formate stellen Fenster-Ausstellungen, Film- und Video-Installationen, Präsentationen, Pop-Up-Shop/Markt und Pop-Up-Musik-Formate sowie interaktive Kunstprojekte und Theater-Performances dar., Ergänzend können in Kooperation mit dem Filmhaus und der neuen Digital-Plattform Kino3 eigene Angebote (Vorträge, Podiumsdiskussionen, kleinere Veranstaltungsformate, Konferenzen oder auch Bewegungsangebote) sowie fremde Inhalte als „Live Stream“ oder „Video on Demand (VOD)“ direkt vor Ort umgesetzt werden. Die Kuration eines umfangreichen Programms an dieser Stelle kann über vorhandene Netzwerke in die freie und soziokulturelle Szene in Nürnberg und der Metropolregion, im Haus ansässige Partnervereine, im Austausch mit anderen Kulturdienststellen, über Ausschreibungen, aktive Aufrufe für Bewerbungen und Formate an Kooperationspartnerinnen und –partner aus der freien Szene erfolgen.

Zur Befähigung des Glasbaus als Spielort sind weitere Mittel benötigt, insbesondere für die Durchführung von Kooperationsveranstaltungen.

KuF

KuF leistet ab Ende April mit einem umfangreichen Programm an allen Spielstätten der Dienststelle einen wichtigen Beitrag, um die Revitalisierung des Kulturlebens zu befördern. Dabei sind die soziokulturellen Einrichtungen in den Stadtteilen wichtige Orte, die

insbesondere Akteurinnen und Akteuren der freien Kunst- und Kulturszene, jedoch

auch lokalen Vereinen und bürgerschaftlichen Organisationen bei der Umsetzung der entsprechenden Vorhaben zur Verfügung stehen. Die Bandbreite der insbesondere auf

Außenflächen der Kulturläden geplanten Veranstaltungen bietet einer ganzen Reihe

von Kultur-Formaten Raum: etwa dem Festival „Young Lions on Stage“, Figurentheater Festival der Amateure, SOG – innovative Musik, the eazz.band, Jazz Open Air, Arhino ke lego sas - Ich beginne und erzähle euch, Callin Cal Jazz Open Air, 13. Muggenhofer Kurkonzert, Kult und Tumult Ausstellungsprojekt, gentle machine, Kunstwandler, Migrantisches Frauenprojekt , KommVorZone, VillaKulturTeppich, Nachmittags im Zeltner, Vogelspaziergang mit Live-Musik, Improshow im Schlosshof, Inselfieber Open-Air-Konzerte, Akrobatik-Straßenshow, Kultur mobil: „Kultur vor dem Fenster“, „Alles blüht auf II“, Sommersounds, Kunstmarkt, Klangwaldprojekt, Biergartenkonzerte, Schlosshofkonzerte, Veranstaltungsreihe „Grünzeug“, Der Strand von Langwasser , Reihe „Literaturgenuss“, Young Rebels - 25 Jugendliche, die die Welt verändern - Gespräch und Lesung mit AutorInnen. Von Ende April bis September 2021 sind dabei über 700 zusätzliche Einzel- Veranstaltungen in Planung, in deren Umsetzung vornehmlich Kulturakteure der freien Szene involviert sind. Unter den beteiligten Institutionen und Vereinen befinden sich etwa der Jazz Studio Nürnberg e. V., Theaterlabor Nürnberg, Verband Bayerischer Amateurtheater e. V., Franz Kafka e. V., Verein Nürnberger Jazzmusiker e. V., Efxinos Pntons Cardinal Bessario e.V., Quellkollektiv e.V., PROJEKT heizhaus, YAR GbR, Projektgruppe Kunstwandler, OstAnders e.V., N-ORT, UrbanLab, Die Wiese, Äthiopischer Kulturverein, Global Art Netzwerk, Artischocken Kollektiv, Südstadtfest e.V., Südstadtforum, STARK Galgenhof-Steinbühl, Bürgerverein St. Leonhard, Senioren Netzwerk Südstadt Ost, Landesverband für Vogelschutz, Erzählbühne Michl Zirk, Sunday morning orchestra, Wellnesscheune Kraftshof, Initiative Knoblauchsland, Beachcleaner Nürnberg, Mobiles Kino e. V., Filmfestival Türkei Deutschland, Theater Rote Bühne und der Autorenverband Franken. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Aktivitäten des KinderKunstRaum auf der Sommerbühne der Kulturwerkstatt Auf AEG. Das KinderKulturPicknick bietet an 12

Wochenendterminen von Mai bis September ein vielfältiges Familienprogramm im Hof

der Kulturwerkstatt Auf AEG. Engagiert werden freie Künstler*innen der lokalen

Kinderkulturszene, vorrangig Kunstschaffende ohne eigene Spielstätte. Darüber hinaus könnte der KinderKunstRaum ggf. freischaffenden Künstler/innen seine Werkstatträume und die Nutzung von vorhandenem Equipment zur Videoproduktion (z.B. Kreativtutorials) anbieten. Diese Nutzungen bedürfen individueller Absprache. Für die Aktivitäten des

KinderKunstRaum und die Durchführung der avisierten zwölf Veranstaltungstage

besteht ein zusätzlicher Förderbedarf von 8.240 Euro. Die weiteren Programmteile bestreitet KuF aus Eigenmitteln, beziehungsweise werden

diese unterstützt und gefördert durch die generell mietfreie Überlassung von

Aufführungsflächen für Kunstschaffende und veranstaltende Vereine und die

Überlassung der notwendigen technischen Infrastruktur. Die Kulturläden weisen trotz der Programmfülle noch einzelne freie Termine auf, die durch Interessenten genutzt werden können. Einzelne freie Termine können interessierten Kunstschaffenden in Abhängigkeit von Kongruenz des Vorhabens mit den spezifischen Möglichkeiten der jeweiligen Spielstätte nach direkter Absprache mit der Dienststelle zur Verfügung gestellt werden.

KuM – Museen der Stadt Nürnberg

KuM beteiligt sich mit sechs Häusern an dem Projekt unter dem Arbeitstitel „Muse

trifft Museum“. Das Vorhaben, angestoßen in Kooperation mit dem Projektbüro, umfasst die Identifikation geeigneter Außenflächen der Einrichtungen zum Zwecke des vornehmlich abendlichen Veranstaltungsbetriebs. Dabei werden Kunstschaffenden nicht nur die entsprechenden Flächen unbürokratisch zugänglich gemacht, die Aufführungspraxis vor Ort wird weiterhin unterstützt durch die Zurverfügungstellung von benötigter Technik und personeller Unterstützung. Adressaten sind dabei performative Akteure und entsprechende Veranstalter der freien Szene. Die Initiative verfolgt dabei drei Schwerpunktziele: Die Aufwertung des Freizeitraums Altstadt, Aufmerksamkeitsgewinn für die beteiligten Einrichtungen sowie die konkrete Unterstützung der beteiligten Künstlerschaft durch entsprechende Honorierung. Derzeit erfolgt noch die Absprache nach weiteren musealen Einrichtungen mit der Bereitschaft zur Beteiligung an dem Format, die Abfrage richtet sich dezidiert an alle Nürnberger Museen. Ebenfalls in Vorbereitung befinden sich die Reihe „Picknick-Konzerte“ im Garten des

Museums Tucherschloss. Hier ist die Einrichtung in enger Absprache mit einem

Veranstaltungsdienstleister und den einschlägigen Ordnungsbehörden, um für die im Monat August vorgesehenen Konzerttermine den nötigen ordnungsrechtlichen Rahmen zu definieren. Ziel ist es hier, trotz Innenraumverbot Veranstaltungspräsenz herzustellen. In Fortsetzung befindet sich darüber hinaus eine Kooperation mit den Nürnberger

Symphonikern. KuM bietet dem freien Orchester geeignete und repräsentative

Räumlichkeiten sowie die nötige Infrastruktur kostenlos an und unterstützt bei der digitalen Aufnahme von Aufführungen sowie bei Streamingvorhaben. Umgesetzt werden konnten konzertante Vorhaben bereits im Albrecht-Dürer-Haus, im Saal 600 des Memoriums Nürnberger Prozesse sowie im Hirsvogelsaal des Tucherschlosses.

BCN

Der Bildungscampus Nürnberg nimmt die Förderung der lokalen Literaturszene in den Fokus. Vom 25. bis 27. Juni 2021 ist die Austragung des Literaturfests „texttage.nuernberg“ auf den Außenflächen rund um Bildungszentrum und Stadtbibliothek vorgesehen. Aus Mitteln des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ konnte für dieses

Vorhaben eine Summe von 65.000 Euro akquiriert werden. Das Literaturfest

texttage.nuernberg erweitert das literarische Angebot der Metropolregion Nürnberg um ein Festival, mit Fokus auf den Schreibprozess mit Workshops und Lesungen. Parallel findet

auf entsprechenden Freiflächen ein „textualienmarkt“ statt. Das Festival wird in

Kooperation mit diversen Akteursgruppen, etwa den Unabhängigen Lesereihen, fränkischen Vereinen, freien literarischen Gruppen, Bloggerinnen und Bloggern, sowie der freien Szene mittels analoger und digitaler Formate umgesetzt und richtet sich an die Zielgruppe eines lokalen wie überregionalen Publikums.

Av – Stadtarchiv

Das Stadtarchiv ist mit Vorbereitungen befasst, den sogenannten Pilzturmgarten, eine auf der Stadtmauer und nordöstlich der Norishalle gelegenen Freifläche zu ertüchtigen. Nutzungsbedarf wird unter anderem für Veranstaltung aus dem Bereich Kleinkunst oder Kabarett oder Aufführungen bestimmter Musikstile gesehen. Eine Nutzung ist aus Gründen des Anwohnerschutzes vorrangig für die frühen Abendstunden vorgesehen, um (akustische) Überschneidungen mit dem in der unmittelbaren Nachbarschaft durchgeführten Freiluftprogramm des Cinecitta-Kinokomplexes zu vermeiden. Voraussetzung hierfür sind

eine Reihe baulicher und infrastruktureller Maßnahmen (Fluchtwege, WCs, sonstige

Sicherheitsmaßnahmen)

Meistersingerhalle

MSH wird derzeit durch das Kontaktnachverfolgungszentrum der Stadt Nürnberg belegt. Sobald ein Veranstaltungsbetrieb wieder möglich ist, soll an das erfolgreiche Pilotprojekt des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, an dem neben MSH auch die bayerische Staatsoper und der Gasteig in München beteiligt waren, angeschlossen und Veranstaltungen für mindestens 500 Zuhörerinnen und Zuhörern durchgeführt werden. Geprüft wird, die Fläche des Großen Parkplatzes der MSH in Absprache mit dem Pächter und der Dienststelle für Außenveranstaltungen zu befähigen.

Staatstheater Nürnberg

Das Staatstheater Nürnberg prüft derzeit die Voraussetzung zur Errichtung einer Freiluftbühne am Richard-Wagner-Platz. Aufgrund der Nähe zu Innen- und Altstadt ist die Umsetzung des Vorhabens ebenso im Kontext der Belebung innerstädtischen Lebens zu betrachten.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Nachbereitung des Bewerbungsprozesses zur Kulturhauptstadt, Strukturprojekte und

Veranstaltungen im Jahr 2021

Anlagen: 01_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Die Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas hat in einem partizipativen Prozess die Schaffung neuer Kreativorte für die Zukunft der Künste und Kulturen in Nürnberg als besondere Aufgabe herausgearbeitet. Die Fortsetzung der konzeptionellen Planungen wird an den Geschäftsbereich Kultur mit seinen Dienststellen übergeben, in denen die Strukturprojekte weiter verfolgt werden. Darüber hinaus konnten aufgrund der Corona-Pandemie einzelne Veranstaltungen in 2020 nicht durchgeführt werden; sie sollen im Jahr 2021 nachgeholt werden.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 609.046 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv 609.046 € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Kultuhauptstadtbewerbung und die aus ihr hervorgehenden Strukturprojekte haben Relevanz für die gesamte Stadtgesellschaft.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref. I/II

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem beschriebenen Vorgehen sowie der Weiterführung der Strukturprojekte und der Umsetzung der beschriebenen Projektplanung sowie der Veranstaltungen 2021 zu. Über weitere Finanzierungsmöglichkeiten wird in einer der kommenden Sitzungen berichtet.

Fortsetzung der Strukturprojekte und Veranstaltungsplanung 2021

I. Ausgangssituation

Nürnbergs Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 war erfolgreich – wenn auch nicht siegreich. Erfolgreich deshalb, weil sie im Horizont von Partizipation, Teilhabe- und Chancengerechtigkeit wichtige Veränderungsprozesse in Gang setzen konnte und damit sichtbar machte, was Stadtentwicklung durch und mit den Mitteln von Kunst und Kultur bedeuten kann: 1. Die Bewerbung hat neue Modelle der Beteiligung am kulturpolitischen Diskurs erprobt. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Multiplikatorenworkshops in den Kulturläden haben vor Ort nach den Ideen und Visionen der Menschen über die Zukunft der Stadt nachgedacht; Akteur*innen der freien Szenen haben eine breit aufgestellte Bedarfsanalyse erarbeitet, die Eingang finden wird in die aktuelle Diskussion über die Neuaufstellung der Förderung durch die Kulturverwaltung. 2. Neue Formate wie die Open Calls I und II und der Call for Ideas haben gezeigt, wie vielfältig die Aktivitäten in der Stadt sind und dass zukünftig noch mehr als bisher die engen Grenzen eines klassischen Kunstbegriffs zugunsten eines breiten Kulturbegriffs überwunden werden. 3. Die Bewerbung hat neue Formate der Produktion ermöglicht: Wie etwa das Kulturhauptstädla als temporäre Installation im öffentlichen Raum oder „Hello Pegnitz. Here to stay“ – beides Projekte, die sich mit der Zukunft der Stadt aus ökonomischer und ökologischer Perspektive beschäftigten und die Frage „Wem gehört der öffentliche Raum“ – „Wem gehört die Stadt“ auf überzeugende Weise gestellt haben. 4. Mit dem Stadtmagazin „Rollator“ – der Zeitschrift zur Kulturhauptstadtbewerbung, die in drei Nummern erschienen ist, hat die Bewerbung den kritischen Geistern in der Stadt ein Sprachrohr verschafft. Hier haben Autor*innen relevante und aktuelle Themen verhandelt, und auch die Bewerbung selbst kritisch beleuchtet. 5. Die Bewerbung hat danach gefragt, was es bedeutet, in einer Stadt zu leben, in der fast 46% der Menschen eine internationale Geschichte haben. Dabei setzte sich rasch die Erkenntnis durch, dass die Vielfalt der kulturellen Praxis der Communities kaum sichtbar wird und damit auch nicht in der gesamten Breite der Stadtgesellschaft verankert ist. Aus diesem Grund wurde mit „Songlines“ in Kooperation mit den Kulturläden ein Format für die in Nürnberg gesungenen Lieder entwickelt; aus diesem Grund hat sich die Bewerbung mit dem „Creole“-Wettbewerb und dem Global Art Netzwerk verbunden. Auch das Afrika-Festival konnte sich mit Hilfe der Bewerbung breiter als bisher aufstellen. 6. Schließlich hat sich die Bewerbung in Kooperation mit dem KinderKunstRaum und dem Theater Mummpitz mit der UN-Kinderrechtskonvention auseinandergesetzt – daraus ist u.a. das Bewerbungsbuch der Kinder und Jugendlichen entstanden. Und die Kooperationen mit der Künstler*innengruppe Chroma Omada der Noris Inklusion und dem Kunstraum der Lebenshilfe nahmen die Behindertenrechtskonvention der UN als weiteres zentrales Thema in den Blick.

In dem breiten partizipativen Prozess der Bewerbung fand schließlich die Verständigung über die zentralen Strukturprojekte – die New Creative Spaces / die Kreativorte – statt:

Gegenwart und Zukunft der Arbeit

Die Ideen, die im Verlauf des Bewerbungsprozesses gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und der Region erarbeitet und gesetzt wurden, gilt es nun, sukzessive, innovativ und nachhaltig – auch trotz der veränderten schwierigen Rahmenbedingungen – weiter zu entwickeln und umzusetzen. Das ist eine Investition in die Zukunft der Nürnberger Stadtentwicklung.

II. Strukturprojekte

1. Kongresshalle

Nürnberg fehlen Räume – Räume für die Künstler*innen der visuellen und performativen Künste, der Literatur, der Musik. Ein Teilstück der Kongresshalle soll dauerhaft für eine Kunst- und Kulturnutzung erschlossen werden. Arbeiten wie eine inhaltliche, partizipativ erarbeitete Studie mit Nutzungsvision, Bedarfserhebung und Darstellung der erinnerungskulturellen Dimension sowie eine darauf basierende, umfassende bauliche Machbarkeitsstudie wurden abgeschlossen und die Ergebnisse dem Kulturausschuss im Dezember 2020 vorgestellt. Sie sollen nun mit einer inhaltlichen Detaillierung im partizipativen Prozess und in der baulichen Planung vertieft werden. Der entsprechende Bericht der Stabsstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände hat die weiteren notwendigen Schritte präzisiert:

erinnerungskulturellen Dimension des Gebäudes

Da der Freistaat Bayern großes Interesse an einer gemeinsamen Entwicklung des Nutzungskonzeptes bekundet hat, sollen zügig Gespräche mit den entsprechenden Ministerien aufgenommen werden. Darüber hinaus ist zu prüfen, inwieweit sich Synergieeffekte zwischen der kulturellen Nutzung der Kongresshalle und einem möglichen Interim des Staatstheaters in der Kongresshalle ergeben.

2. Museum Industriekultur / Arbeiterkultur und Industriekultur in der Region

Geschichte und Zukunft von Arbeit und Industriekultur wurden im Prozess der Bewerbung als ein zentrales Thema unserer Gegenwart definiert – Nürnberg war das Zentrum der Industrie in Bayern, wurde nachhaltig durch den Strukturwandel geprägt und steht aktuell durch die Digitalisierung und die Transformation der Arbeitswelten vor großen Herausforderungen. Das Museum Industriekultur beherbergt einen unvergleichlichen Sammlungsbestand zur Industrie- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Es war mit seiner Gründung ein früher Leuchtturm neuer Geschichtsarbeit, bedarf jedoch nach mehr als 30 Jahren einer grundsätzlichen Neukonzeption. Die dringend notwendige Brandschutzsanierung, die ab 2023 geplant ist, bietet die Möglichkeit, ein neues Ausstellungskonzept parallel zur Sanierung zu erarbeiten und das Haus 2025 mit zeitgemäßer Dauerausstellung neu zu eröffnen. Umfangreiche Vorarbeiten sind getan und liegen in Konzeptpapieren vor. Das Museum Industriekultur soll perspektivisch zu einem Third Place werden; zu einem Wissensund Kommunikationsort mit einer starken Verankerung im Stadtteil.

Begleitet wurden die Überlegungen zur Geschichte und Zukunft der Arbeit durch einen intensiven Austausch mit Akteur*innen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Die Region will sich als Industrie- und Innovationsregion markant präsentieren und dabei die Identität schärfen. Konkret zielen die Überlegungen auf die Entwicklung von Industrierouten, die touristische Attraktivierung von vorhandenen Industriedenkmälern und die Vernetzung von Industrie- und Arbeitsmuseen. Die Bezirke Mittel- und Oberfranken haben bereits großes Interesse an der Unterstützung dieser Aktivitäten bekundet. Industriegeschichte ist immer auch eine Sammlung der „Geschichten der einfachen Leute“. Gerade in einer Zeit, in der sich viele Bürgerinnen und Bürger als „ungehört“ betrachten, ist die Repräsentanz von Erfahrungen auch eine demokratiepolitische Notwendigkeit. Aus dieser Erkenntnis ist das Oral History-Projekt „Im Schleudergang. Gesammelte Geschichten aus der Zeit des industriellen Wandels seit 1970 entstanden. Das Rechercheprojekt befragt Zeitzeugen und Bürger*innen aus Nürnberg und der Region zu ihren Erfahrungen angesichts des Strukturwandels der letzten 50 Jahre. Angesiedelt an der Schnittstelle von Wissenschaft und medialer/musealer Präsentation (Video, Online, Audiowege in der Region, Videoinstallationen in Museen), ist dieses Projekt einer „Geschichte von unten“ bisher in Partnerschaft zwischen Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth, Industriemuseum Lauf, Museum Industriekultur und Porzellanikon Selb erarbeitet worden.

Die Neukonzeption des Museum Industriekultur und die damit verknüpften Planungen zu einer neuen Erzählung der Geschichten der Arbeiter*innen und der Industriekultur in Nürnberg und der Region stehen in direktem Zusammenhang mit dem Forschungsschwerpunkt Partizipation und Migration in der Nürnberger Stadtgeschichte (ParMi... Nürnberg), der vom Stadtarchiv Nürnberg zukünftig gesetzt werden soll. „ParMi...“ (als Akronym die Worte Partizipation und Migration verbindend; in französischer Sprache „mitten unter ...“ bedeutend) bündelt die Erfahrungen aus dem seit 2006 bestehenden Forschungsschwerpunkt Migration in AV und den beiden Projekten „Menschen machen Stadtgeschichte“ und „Perspektivwechsel“, die im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung verfolgt wurden. Im Sinne nachhaltiger Arbeit soll Av nun zur Kompetenzstelle für mündliche Überlieferung und deren zeitgemäße Archivierung ausgebaut werden. Damit können andere Dienststellen im Bereich von 2. BM – insbesondere KuM – bei Oral-History-Projekten methodisch unterstützt werden; zudem stellt Av die Infrastruktur für die Archivierung von deren Ergebnissen bereit.

3. Kulturläden – KommVorZone

Im Sommer 2020 hat die „KommVorZone“ – angebunden an KuF im südpunkt – ihre Arbeit aufgenommen. Das Projekt wird im Horizont nachhaltiger Kulturarbeit 2021 fortgesetzt. Die „KommVorZone“ geht von dem Prinzip der aufsuchenden Partizipation aus: Die Projektmanger*innen befragen die Bewohner*innen vor Ort nach ihren Ideen und Visionen von einer guten Zukunft für ihren Stadtteil, um Teile davon im Sommer 2021 direkt gemeinsam mit der Nachbarschaft umzusetzen. Sehr niedrigschwellig angelegt und nicht darauf wartend, dass die Menschen eine kommunale Institution besuchen, wird die „KommVorZone“ Auskunft darüber geben können, wie Stadt aus der Perspektive der Menschen heraus zu gestalten wäre. Die Ergebnisse werden in einem nächsten Schritt evaluiert und in die konkrete Arbeit und Angebotsstruktur der Kulturläden eingebracht. Teilhabe und Chancengerechtigkeit als Leitlinien der Bewerbung finden hier ihre praktische Umsetzung und geben die Grundlage für zukünftiges praktisches Handeln.

4. Pellerhaus / Haus des Spielens

Das Spielen als zentraler Modus von Weltaneignung und Weltgestaltung bildete eine der drei Säulen der Nürnberger Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas und lässt sich aus der historischen Bedeutung Nürnbergs als „Spielzeugstadt“ ableiten. Mit dem Spielzeugmuseum, dem Deutschen Spielarchiv und der Spielwarenmesse verfügt Nürnberg über ideal Voraussetzungen, das Thema „Spielen“ mit Blick auf aktuelle Entwicklungen weiter zu vertiefen. Dabei gerät insbesondere das digitale Spiel in den Fokus. Ziel ist es, einen Begegnungs- und Experimentierort zu entwickeln – niedrigschwellig, generationenübergreifend und transkulturell. Die fertigen Entwurfsplanungen für die Umgestaltung des Pellerhauses und die Synchronisierung mit dem inhaltlichen Konzept müssen im Sinne größerer Transparenz in die breite kommunale Öffentlichkeit kommuniziert werden. Es ist eine Ausstellung der Pläne in der Eingangshalle mit entsprechenden Begleitdiskussionen geplant. In Planung sind darüber hinaus weitere „Spiel“-Aktionen vor Ort, die sich mit entsprechenden Veranstaltungen in der Europäischen Metropolregion vernetzen werden.

5. Alte Feuerwache / Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft

Die im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung angestoßenen Überlegungen zum Aufbau eines Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft mit dem Fokus auf den Themen Medien, Design und Digitales, inkl. dem XR HUB Nürnberg (Extended Reality) in der Alten Feuerwache 1 müssen einer kritischen Überprüfung unterzogen werden – wobei die Federführung für dieses Projekt an Ref. VII übergeht. 1. Die weiteren inhaltlichen Planungen für ein Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft muss die Tatsache berücksichtigen, dass Nürnberg mit dem Zollhof und auch dem Josephs zwei Einrichtung vorhält, die in den Sektoren der Kultur- und Kreativwirtschaft sehr gut aufgestellt sind. Es darf keine Konkurrenz entstehen. 2. Die stadträumliche Gesamtsituation ist von herausragendem Interesse und sollte in die weitere inhaltliche Debatte einfließen. 3. Der Umgang mit dem Gesamtareal sollte flexible gehandhabt werden, die Interessen der Anwohner*innen sollte ebenso intensiv eingebunden werden wie die Ideen des prämierten Open Call-Projektes aus der Kulturhauptstadtbewerbung. Transparenz und breite öffentliche Beteiligung über die zukünftige Nutzung des Areals sind notwendig.

II. Projektplanung und Veranstaltungen 2021

1. Global Art Festival im Germanischen Nationalmuseum

Das Festival sollte ursprünglich im Oktober 2020 im Germanischen Nationalmuseum stattfinden und musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Nächster Veranstaltungstermin sollte im Mai 2021 sein, zwischenzeitlich wird als realistischer Durchführungstermin der September 2021 anvisiert. Das Festival bindet über 40 Künstler*innen und Kollektive ein und ist mit einem Durchführungszeitraum von vier Wochen konzipiert. Nürnberg beherbergt nicht von ungefähr das größte kulturhistorische Museum im deutschen Sprachraum. Das Germanische Nationalmuseum (GNM) mit seinen Sammlungen und

seinem historisch fließenden Selbstverständnis bietet eine einzigartige Gelegenheit, gesellschaftspolitische und kulturelle „Großerzählungen“ neu zu befragen. Ausgehend von Geschichte, Geschichten und Gegenwart in Nürnberg wird das im Museum ausgestellte Kulturerbe untersucht. Die Akteur*innen stellen Fragen: Wessen Geschichte erzählt das GNM, wessen Gegenwart findet dort heute statt und um wessen Zukunft geht es dabei? Eine umfassende Auseinandersetzung mit diesen Fragen findet im Rahmen des Global Art Festival durch künstlerische und stadtgesellschaftliche Interventionen statt. Das Festival ist ein künstlerischer und zugleich ein soziokultureller Eingriff, der ein Forschungsmuseum in einen offenen Denk- und Handlungsraum verwandelt. Internationale Kunst- und Kulturschaffende, lokale und regionale Künstler*innen und Alltagsexpert*innen kreieren mit Innen- und Außenblicken ein offenes Labor. Mit einer spielerischen und ergebnisoffenen Suche mit Raum- und Sound-Installationen, Workshops, Tanz, Filmen, Performances, Diskursen und Stadtgesprächen, die den musealen Rahmen des GNM neu in Szene setzt.

2. Raise your Voice – Ein Literaturfestival von Albert Ostermeier

Ausgehend von der Tatsache, dass im Jahr 2020 RYV nicht stattfinden konnte, wird eine Verschiebung nach 2021 vorgeschlagen. Um das Festival in einer prospektiven Form als ein festival-in-progress zu erhalten und zugleich überregionale Aufmerksamkeit zu erzeugen, schlägt Ostermeier vor, es in zwei Projekte aufzuteilen.

I. GRUPPE 2021 (oder alternativ 2025) Die Gruppe 47 war eine der prägendsten und provokantesten literarischen Institutionen der Bundesrepublik, ein Forum, in dem die bedeutendsten Schriftsteller*innen in der Debatte und dem Diskurs mit den namhaftesten Kritiker*innen den Standort der Literatur bestimmten, im ästhetischen wie politischen. Diese Idee gilt es zu revitalisieren und somit nicht nur eine Lücke im Literaturdiskurs zu schließen, sondern auch dem Desiderat der führenden Autor*innen nach einer neuen Debatte und Positionierung gerecht zu werden. Die Literatur ist momentan etwas im Windschatten der Diskurse, da sie per se langsamer produziert, wodurch sie aber oft auch die nötige Distanzierung und Differenzierung gewährleistet. Ziel ist es nun, eine neue Gruppe 2020 zu gründen, die sich den zentralen und drängenden Themen der Gegenwart - wie Nachhaltigkeit, Klima, Diversität, Meinungsfreiheit, Gender usw. - widmet und neue Positionen für die Literatur und Literaturproduktion (wie auch der Literaturkritik) herausarbeitet. Eventuell könnte so auch ein DOGMA 2025 entstehen, eine ästhetische Form, der sich die Autor*innen verpflichten. Diese Gruppe wird mit ca. 20 Teilnehmer*innen beginnen, wobei etwas über die Hälfte Autor*innen sein sollen (dabei wird die Gruppe so divers als möglich sein). Für spätere Treffen ist die Gruppe erweiterbar, auch können jederzeit Gäste eingeladen werden. Die Teilnehmer*innen arbeiten in Gruppen und in toto gemeinsam, debattieren, schreiben. Die Ergebnisse werden in einer Abschlussmatinee vorgestellt und gehen z.T. ein in die geplante „Langen Nacht“.

II. RYV-Shortcut In einer „Langen Nacht“ soll unser Festivalprogramm von RaiseYourVoice vorgestellt und erfahrbar gemacht werden. Es gibt Topographien, Archäologien, Performances, Lesungen,

Konzerte, Partys, Panels, Slam-Poetry, Diskussionen, Reden. Die Arbeiten und Topographien, die wir schon über das Jahr hin initiiert haben, werden vorgestellt. Über diese „Lange Nacht“ soll gezeigt werden, was RYV ist und was es werden kann und das Festival jedes Jahr weiterwachsen und sich vertiefen kann.

Durch diese zwei Projekte können wir sowohl unsere Festivalidee sichtbar und erfahrbar machen als auch die Idee des topographischen Erzählens kontinuierlich weiterentwickeln. Durch die Lange Nacht kann sich RYV als Idee in der Stadt manifestieren.

3. Kein Schlussstrich! - Ein deutschlandweites Theaterprojekt zum NSU-Komplex

Vom 21.10. bis 7.11.2021 veranstaltet ein Bündnis von etablierten Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 13 Städten ein bundesweites, interdisziplinäres Theaterprojekt mit dem Anliegen, die Taten und Hintergründe des sog. Nationalsozialisten Untergrunds künstlerisch zu thematisieren. Das Bündnis besteht aus Akteuren in allen deutschen Städten, die unmittelbar von dem NSU-Komplex betroffen waren und sind: Die Städte, in denen neun Bürger*innen - Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter von Rassisten ermordet wurden. Aber auch die Städte sind beteiligt, in denen die Täter des NSU aufwuchsen, Aufenthalt oder Unterstützung fanden. Das Vorhaben soll die Perspektive der Familien der Opfer und der migrantischen Communities in den Fokus der Öffentlichkeit bringen. Gleichzeitig wird die Verantwortung von Teilen der Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen in den „Täterstädten“ thematisiert. Wie können die Verantwortlichen in einen Dialog mit den Betroffenen treten und wie können sie bestärkt werden, sich heute und in Zukunft für eine von Rassismus befreite Gesellschaft einzusetzen und dementsprechend zu handeln? Im dreiwöchigen Kernzeitraum entfaltet sich ein dezentrales Theaterprojekt. Bundesweit finden in den Partnerinstitutionen themenbezogene Premieren und Vernissagen statt. Um diese Veranstaltungen herum wird in allen Städten ein umfangreiches sowohl diskursives als auch künstlerisches Programm geplant. Die Bandbreite reicht hierbei von Filmen über Diskussionen, Lesungen bis zur begleitenden Ausstellung.

4. The Educational Web

In Abkehr von institutionalisierten Wertesystemen schlug Ivan Illich, ein bekannter Theoretiker der kritischen Pädagogik, in den 1970er Jahren ein „entschultes“ Bildungssystem vor, das sich der Entfaltung individuellen Kreativität verschrieb. Seither bewegt sich jedoch die allgemeine Bildung global hin auf Standardisierung – der Bologna-Prozess mit seinem international vergleichbaren System und der neuen Form transnationaler Einheitlichkeit in der Bildungspraxis ist nur ein signifikantes Beispiel. Um die Jahrtausendwende wurde das Thema „Bildung“ wichtiger Bestandteil von Veranstaltungen im Bereich der visuellen Kunst. Bildung war nicht mehr allein der Versuch, auf die fortwährende Komplexität von Welt zu reagieren, sondern Bildung sollte selbst Realität hervorbringen. Bildung verändert das Verhältnis zwischen Diskurs und gelebter Realität; Bildung kann sich schnell oder langsam bewegen, bestätigen oder ablehnen, Fortschritte generieren oder anhalten. Inzwischen haben weltweit eine Reihe von Künstler*innen zahlreiche Bildungsmodelle insbesondere auf lokaler Ebene entwickelt. Der Kunstverein Nürnberg wird im September 2021 fünf solcher Programme, die alle langfristig gedacht sind, zur Teilnahme am „Educational Web einladen“. Ungefähr 10 Jahre nach der ersten Artikulation der

„Bildungswende“, die einen nachhaltigen Einfluss auf die institutionellen Programme und die Kunsterziehung, insbesondere in Europa, hatte, möchte der Kunstverein Fragen zu Bildungspraxis, Autonomie und Gemeinschaft sowie zur Institutionalisierung von Wissen erneut prüfen. Der Kunstverein Nürnberg wird fünf Pavillons beherbergen, in denen die Eingeladenen unterschiedliche Präsentationen ihrer Bildungsmodelle entwickeln können. Darüber hinaus möchte „The Educational Web“ eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten an externen Standorten ermöglichen. Im Kunstverein Nürnberg findet schließlich eine dreitägige Konferenz statt, um den aktuellen Stand der Kunsterziehung zu diskutieren. Ivan Illich verwendete den Begriff „Bildungsnetz“ als Alternative zur Institution, um gelebte Beziehungen zum Diskurs herzustellen. Das Projekt im Kunstverein Nürnberg wird in mehrfacher Hinsicht zu dieser Idee beitragen.

III. Finanzierung 2021 und Abwicklung des Bewerbungsbüros

Die aktive weitere Entwicklung dieser Vorhaben und Strukturprojekte muss mit personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet werden, um mit möglichen Nutzenden wie auch Fördernden eine glaubwürdige und nachhaltige Kulturarbeit leisten zu können. Im Rahmen der Haushaltsberatungen des Stadtrats vom 22.11.2020 wurden daher zum Haushalt 2021 hierzu Mittel im Haushalt bereitgestellt. Auch der Freistaat Bayern wird sich im Jahr 2021 mit weiteren Mittel an der Fortführung der Projekte beteiligten. Diese Mittel sind bereits im Haushaltsplan des Freistaates eingeplant und sind an die Eigenmittel der Stadt Nürnberg geknüpft. Dies war das klare Bekenntnis des Nürnberger Stadtrates und des Freistaats Bayern, die bereits begonnenen Strukturprojekte des Bewerbungsprozesses trotz des zuvor erfolgten Ausscheidens der Stadt Nürnberg im Bewerbungsverfahren am 28.10.2020 im Sinne einer nachhaltigen Kultur- und Stadtentwicklung fortzuführen. Nachdem das Bewerbungsbüro mittlerweile aufgelöst wurde, wurden die Strukturprojekte und Veranstaltungsformate 2021 in den Geschäftsbereich der Bürgermeisterin mit seinen Kulturdienststellen übergeben und sollen von dort federführend begleitet bzw. durchgeführt werden.

Im Ferienausschuss des Stadtrats vom 09.02.2021 wurde die Nachbereitung der Bewerbung vorgestellt und der Weiterführung der Strukturprojekte und Veranstaltungsformate zugestimmt. Die Verwaltung wurde beauftragt, hierfür ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten und darzulegen, wie die im Haushalt 2021 eingestellten Mittel verwendet werden sollen. Diesbezüglich wurde mit der Kämmerei am 09.03.2021 vereinbart, dass in einem ersten Schritt Mittel in Höhe von 609.046 Euro (inkl. der hälftigen Beteiligung des Freistaates Bayern) für die Weiterentwicklung der KommVorZone (Kulturläden), die Entwicklung von inhaltlichen Konzepten für das Museum Industriekultur und die Kongresshalle sowie für die Durchführung des Global Arts Festivals und des Literaturfestifals „Raise your Voice“ zur Verfügung gestellt werden.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Kulturstrategie

hier: Online-Umfrage zur Kulturförderung. Durchführung und erste Ergebnisse

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 28.02.2020

Anlagen: 01_SPD-Antrag vom 28.02.2020_AN_062_2020 02_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Einer der für 2020 angekündigten Schwerpunkte der Umsetzung der Kulturstrategie, die Vorbereitung einer Evaluation der Kulturförderverfahren, wurde durch eine breit angelegte Online-Umfrage zur Kulturförderung vom 19. November 2020 bis 06. Januar 2021 umgesetzt. Die Auswertung ist derzeit in Arbeit. Über erste Ergebnisse und Trends wird berichtet.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Gleichberechtigter Zugang zu Fördersystematiken ist ein essentieller Bestandteil der Kulturförderung

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt dem weiteren Vorgehen zu und beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung.

Sachverhalt Kulturstrategie

Online-Umfrage zur Kulturförderung. Durchführung und erste Ergebnisse

1. Konzept und Rahmenbedingungen

Einer der für 2020 angekündigten Schwerpunkte der Umsetzung der Kulturstrategie, die Vorbereitung einer Evaluation der Kulturförderverfahren, wurde durch eine breit angelegten Online-Umfrage zur Kulturförderung vom 19. November 2020 bis 06. Januar 2021 umgesetzt. Ausgangspunkt war die Startmaßnahme 5 der Kulturstrategie (vgl. Abschlussbericht zur Kulturstrategie, S. 15):

„Evaluierung und Weiterentwicklung von Kulturförderverfahren -

Transparenz, Erreichbarkeit und Reichweite der vorhandenen Fördermöglichkeiten für Kunst und Kultur sollen überprüft und verbessert werden in Hinblick auf neu hinzukommende Kunstsparten, Beratung und Sichtbarkeit der Serviceangebote.“ Auf Grundlage der Inhalte aus den „Kulturworkshops“ zur Erarbeitung der Kulturstrategie und der Erfahrungen aus der gemeinsam mit dem Urban Lab auf der Kulturkonferenz 2019 durchgeführten „Förderwerkstatt“ war im Vorfeld eine „Fördermatrix“ erstellt worden, die die Kulturförderung explizit größer denkt, als nur in finanziellen Zuschüssen, und auch die Themen Beratung, Qualifikation und Netzwerkbildung sowie Infrastruktur und Räume berücksichtigt. Der Bereich „Räume“ wurde in einer parallel laufenden Umfrage durch den „Raumkompass“ thematisiert. Die Umfrage setzte sich aus vier inhaltlichen Themenblöcken zusammen, die das Wissen über und die Erfahrungen mit verschiedenen Förderbereichen näher beleuchten sollten: Welche Möglichkeiten, finanzielle Förderung für kulturelle Arbeit zu erhalten, sind bekannt? Welche individuellen Erfahrungen mit der Kulturförderung der Stadt Nürnberg wurden bereits gesammelt? Wie gut passen Angebot und Bedarf rund um Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Kulturschaffende zusammen? Neben diesen grundsätzlichen Themen der kommunalen Kulturförderung wurde auch der Bereich „Kultur und Corona“ explizit zum Gegenstand der Befragung gemacht: Seit März 2020 wurden durch die Stadt Nürnberg verschiedene Maßnahmen ergriffen, die Kulturschaffende während der pandemiebedingten Einschränkungen unterstützen sollen. Die Ergebnisse der im Juni 2020 in Zusammenarbeit mit dem Bewerbungsbüro und dem Geschäftsbereich der zweiten Bürgermeisterin durch Akteure der Freien Szene durchgeführte Bedarfserhebung wurde in die inhaltliche Erarbeitung der Online-Umfrage einbezogen. Corona-Maßnahmen des Kulturbereichs der Stadt Nürnberg in Auswahl wurden im Rahmen der umfangreichen Datenerhebung auf ihren Bekanntheitsgrad und ihre tatsächliche Inanspruchnahme untersucht. Die Umfrage wurde in Abstimmung mit den betroffenen Kulturdienststellen sowie dem Amt für Statistik und der Datenschutzbeauftragten der Stadt Nürnberg konzipiert. Die Teilnahme erfolgte anonym und war online über die bereits im städtischen Kontext eingesetzte vhs.cloud ohne Registrierung möglich. Zudem bestand die Möglichkeit, sich durch Ausfüllen eines barrierefreien PDF-Dokuments und anonyme Zusendung an der Umfrage zu beteiligen. Bereits im Vorfeld war die Umfrage in verschiedenen Kulturausschusssitzungen und Presseberichten angekündigt worden. Während des Umfragezeitraums wurde regelmäßig über verschiedene Kanäle auf die Umfrage aufmerksam gemacht: So wurden neben einer Pressemitteilung und verschiedener Mailing-Verteiler, z. B. des Verteilers zur Kulturstrategie, des „Raumkompass“ oder anderer Geschäftsbereiche, auch Social-Media- Auftritte von u. a. nuernbergkultur sowie der monatlichen Newsletter des Geschäftsbereichs zur Werbung für eine Teilnahme genutzt. Multiplikator*innen wie die MUZ, das Urban Lab oder die politbande beteiligten sich an der Verbreitung des Aufrufs.

Die Auswertung der Umfrage übernahm eine externe Stelle in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Kulturstrategie im Geschäftsbereich Kultur. Von 180 eingegangenen Fragebögen waren 165 gültig (d.h. ohne auffallend widersprüchliche Antworten bzw. doppelte Einsendungen) und konnten ausgewertet werden. Angesichts des Umfangs der Umfrage mit 82 teilweise sehr anspruchsvollen Einzelfragen ist diese Beteiligung als positiv zu bewerten. Auch ist davon auszugehen, dass einige Fragebögen in Vertretung für Vereine, Initiativen oder Kollektive ausgefüllt wurden und damit die Erfahrungen mehrerer Einzelpersonen wiedergeben. Die Ergebnisse können zwar aufgrund der Stichprobengröße nicht als repräsentativ bezeichnet werden, kennzeichnen jedoch für die weitere Evaluation wichtige Tendenzen und Hinweise. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Jedoch zeichnen sich erste Ergebnisse ab.

2. Erste Ergebnisse1

2.1 Wer hat sich an der Umfrage beteiligt

Durch Selbstzuordnung stellt sich die Verteilung auf unterschiedliche Kulturbereiche wie folgt dar: Eindeutig überwiegen mit 23 Prozent bzw. 22 Prozent die Sparten „Darstellende Kunst“ und „Bildende Kunst“. Als Vertretung der „Kulturvermittlung“ sehen sich 12 Prozent. Gleichauf sind die Bereiche „Pop- und Subkultur“, „Musik“ sowie „Event- und Kulturmanagement“ mit je rund 9 Prozent. Dem Feld „Literatur und Journalismus“ ordnen sich 7 Prozent zu, 5 Prozent führen Bereiche aus der „Medienkunst“ (z. B. Film, Fotografie, Grafik/Design, Digitalkunst) als Tätigkeitsfeld an, je 2 Prozent definieren sich als Teil der „Stadtmacherei“ bzw. „Ausstellungsmacherei“. Die Hälfte der Teilnehmenden ist ausschließlich im freien Kulturbetrieb tätig. Jeweils 11 Prozent stehen neben ihrer freien Kulturarbeit in einem Anstellungsverhältnis bzw. sind im Kulturbereich angestellt. 7 Prozent sind im Kulturbereich selbstständig und beschäftigen Honorarkräfte oder Angestellte. 14 Prozent gehen ihrer kulturellen Tätigkeit ehrenamtlich nach, 2 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium, 5 Prozent wählten die Option „andere“. Ein Blick auf die Altersstruktur der Teilnehmenden zeigt ein vergleichsweise ausgewogenes Bild. Die größte Gruppe markieren mit 26 Prozent die 41-50-Jährigen, gleichauf mit 22 Prozent sind die 31-40-Jährigen und 51-60-Jährigen, der Altersgruppe der 21-30-Jährigen gehören 14 Prozent an, 12 Prozent sind zwischen 61-70 Jahre und 4 Prozent älter als 70 Jahre.

2.2 Kultur und Corona

Seit Beginn der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Kulturbereich wurden Instrumente und Formate zur Sichtbarmachung und Förderung der Akteure und Kulturschaffenden unmittelbar entwickelt und zum Teil ad hoc bereitgestellt. Neue Förderansätze konnten dadurch getestet werden. Die Erfahrungen damit wurden ebenfalls in der Umfrage abgefragt. Bekanntheit und Nutzung In Hinblick auf die Maßnahmen, die die Stadt Nürnberg 2020 als Reaktion auf die Einschränkungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ergriffen hatte, wurde nach deren Bekanntheit und tatsächlicher Inanspruchnahme dieser oder anderer Maßnahmen gefragt. Dabei wurde deutlich, dass ein großer Teil der Maßnahmen mindestens der Hälfte der Befragten bekannt war. Hier schnitten neben den Formaten des Projektbüros mit 60 Prozent und dem YouTube-Kanal „Stream Forward“ mit 58 Prozent der kommunale

1 Die im Folgenden angeführten Prozentsätze sind auf ganze Prozentpunkte gerundet, fehlende Werte auf bzw. über 100 Prozent sind durch Rundung entstanden.

Rettungsschirm „Kultur während der Corona-Krise“ (57%) sowie die Spendenaktion „Bündnis für Kultur“ (55%) gut ab. Die übrigen Maßnahmen waren 19 bis 33 Prozent der Befragten bekannt. Nur 11 Prozent gaben an, zum Zeitpunkt der Befragung von keiner der Maßnahmen gehört zu haben. Wichtigste Informationsquelle war für 24 Prozent der Teilnehmenden das eigene Netzwerk, dicht gefolgt von Presse und Medien (22%) sowie eigenen Internetrecherchen (16%). Über Social-Media-Kanäle hatten 13 Prozent der Befragten von den Maßnahmen erfahren, Newsletter und die Stadt Nürnberg wurden von je 10 Prozent der Befragten angegeben. Weitere Quellen waren Vereine und Organisationen. Trotz der grundsätzlichen Bekanntheit der Maßnahmen wurden sie lediglich von einem kleinen Teil der Befragten in Anspruch genommen: 56 Prozent gaben an, auf keine der Maßnahmen der Stadt Nürnberg zurückgegriffen zu haben. Meist wurde als Begründung hierfür die Antwortoption „unpassend“ gewählt, bei einzelnen Maßnahmen spielten auch der mit der Inanspruchnahme verbundene Aufwand oder Einschränkungen in der Antragsberechtigung, z. B. wegen des Subsidiaritätsprinzips, eine größere Rolle. Dennoch wurden die Maßnahmen von – je nach Maßnahme – 31 bis 67 Prozent der Befragten für eine Weiterführung bzw. Weiterentwicklung empfohlen. Etwa die Hälfte der Befragten äußerte sich zur Frage nach in Anspruch genommenen Maßnahmen des Bundes bzw. des Landes. Davon konnten nach eigenen Angaben 33 Prozent keine Hilfen in Anspruch nehmen. 34 Prozent konnten Hilfen für Soloselbstständige und Unternehmen erhalten, 14 Prozent finanzielle Unterstützung für Projekte oder Formate, z. B. im Rahmen des „Neustart Kultur“ des Bundes. 12 Prozent erhielten die speziell für Künstler*innen und Spielstätten ins Leben gerufenen Hilfen von Bund bzw. Land. Rund 3 Prozent beantragten Hilfen für (ehemalige) Angestellte bzw. Arbeitnehmer wie Kurzarbeitergeld, ALG II oder Grundsicherung, 4 Prozent entfielen auf „Sonstige“. Zugeschriebene Wirksamkeit Aufgrund der unterschiedlichen Bekanntheit der Maßnahmen der Stadt Nürnberg wurde nachträglich mit Hilfe einer genaueren Analyse der Antworten derjenigen Befragten, die angegeben hatten, eine Maßnahme tatsächlich zu kennen, Vergleichbarkeit hergestellt. Hierbei wurde einerseits die jeweilige Wirksamkeit einer Maßnahme in den Blick genommen, wobei die Antwortmöglichkeiten „wirkungslos“, „kurzfristige Wirkung“, „mittelfristige Wirkung“ und „nachhaltige Wirkung vorstellbar“ gewählt werden konnten. Im Ergebnis zeigten sich größere Unterschiede zwischen der Wirksamkeit einzelner Maßnahmen. Digitale Plattformen, über die freie Kulturschaffende sich präsentieren konnten, wurden mit 29 bis 44 Prozent vergleichsweise häufig als „wirkungslos“ wahrgenommen. Die größte kurzfristige Wirksamkeit wurde bei der Spendenaktion „Bündnis für Kultur“ (74%) und den Formaten des Projektbüros (69%) wahrgenommen. Als mittelfristig bis nachhaltig besonders wirksame Ansätze wurden dagegen die Auszahlung der Kulturförderung auch für abgesagte Projekte (addierter Wert: 32%), der kommunale Rettungsschirm (36%) sowie die „Kulturoase“ (37%) beurteilt. Klare Spitzenreiterin in Hinblick auf eine nachhaltige Wirkung ist die allerdings im Vergleich zu anderen Maßnahmen unbekanntere Corona-Lotsenstelle am BCN: 29 Prozent derjenigen, die diese Maßnahme kannten, können sich hier eine nachhaltige Wirkung vorstellen, zusätzlich sehen 32 Prozent eine mittelfristige, ebenso viele eine kurzfristige Wirksamkeit. Fazit Für die hier reflektierten Maßnahmen aus dem Jahr 2020 gilt: Ziel der Maßnahmen war es, angesichts der existenziellen Notlage für kurzfristige Unterstützung zu sorgen. Dieses Ziel wurde nach Ansicht derjenigen, die die Maßnahmen kannten, erreicht. Somit ist zu überprüfen, inwiefern die den Maßnahmen zugrundeliegenden Ansätze zu wertvollen Ergänzungen des bestehenden Förderangebots ausgebaut werden und über den Zeitraum

der Einschränkungen hinaus bei einer Weiterentwicklung passgenauerer Maßnahmen für Nürnbergs Kulturszene unterstützen können.

2.3 Kulturförderung allgemein, Kulturförderung der Stadt Nürnberg, Beratung und

Qualifikation

Die differenzierte Auswertung des Fragenkomplexes ist noch nicht abgeschlossen. Folgende Tendenzen lassen sich dennoch bereits jetzt ablesen.

a) Es besteht der Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich der Anwendung von

Kriterien und der Entscheidungswege

Die Verteilung der Kulturfördermittel der Stadt Nürnberg wurde von 39 Prozent der Befragten als „gerecht“ oder „eher gerecht“ eingeschätzt, 61 Prozent gaben hier „eher ungerecht“ oder „ungerecht“ an. Für 55 Prozent derjenigen, die bereits Kulturförderung der Stadt Nürnberg beantragt hatten, ist die Höhe der genehmigten Fördersumme rückblickend (eher) nachvollziehbar. 45 Prozent gaben an, diese (eher) nicht nachvollziehen zu können. Mit Blick auf die Nachvollziehbarkeit von Verfahren und Kriterien bestätigt sich dieser Eindruck: 33 Prozent finden diese (eher) nachvollziehbar, 67 Prozent antworteten mit „(eher) nein“.  Leitfrage: Wie kann Transparenz geschaffen und das Vertrauen in die Fördersystematik gestützt werden?

b) Es besteht der Wunsch nach persönlicher Beratung, Kompetenzstärkung und

Networking. Die bestehenden Kapazitäten, etwa Beratung durch den Geschäftsbereich Kultur oder die mit FAQs ergänzte Website, wurden vielfach gelobt. So empfinden 87 Prozent der Befragten die persönliche Kontaktaufnahme zu Mitarbeitenden als (sehr) hilfreich, die Website nuernbergkultur.de wird von 78 Prozent als (sehr) hilfreich erfahren. Ebenfalls 78 Prozent greifen auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Kulturschaffenden zurück. Dennoch ist für 79 Prozent der Befragten die Recherche nach passenden Fördertöpfen die Phase der Kulturförderung, in der sie die meiste Unterstützung benötigen. Für 61 Prozent ist dieser Schritt außerdem mit dem größten zeitlichen Aufwand verbunden, dicht gefolgt von der Projekt- und Zielbeschreibung (58 %).

 Leitfrage: Wie kann Beratung in ihren verschiedenen Facetten – individuell, spartenübergreifend, zielgruppenspezifisch, themenspezifischen – weiter ausgebaut werden und sichtbarer gemacht werde. Wie können bestehende Kompetenzen und Netzwerke besser eingebunden werden?

c) Eine Vielzahl der Teilnehmenden findet Zugang zu Fördermöglichkeiten und hat

sich Kenntnisse über die Fördermechanismen erarbeitet. Es besteht jedoch der

Wunsch nach Anpassungen und neuen Ansätzen der Förderverfahren. 83 Prozent der insgesamt Befragten, 96 Prozent der Gruppe der 21-40-jährigen, wünschen sich von Seiten der Stadt Nürnberg spezielle Förder-, Vernetzungs- und Beratungsangebote für "Berufseinsteiger*innen". 67 Prozent sind der Ansicht, dass es Kultursparten und -bereiche gibt, die nicht die gleichen Chancen haben, Fördermittel zu erhalten, wie andere. Als Beispiele wurden neben "nicht-traditionellen Formaten" unter anderem die Pop- und Subkultur, die Darstellende Kunst sowie der Musikbereich angeführt. Darüber hinaus nennen die Befragten eine fehlende Verhältnismäßigkeit in der Verteilung von Geldern, z. B. zwischen festen Kostenstellen und Projektförderung. Ein Teil der Befragten nahm einen „Förderautomatismus“ für Etablierte wahr, der es neuen Akteur*innen angesichts begrenzter Ausstattung der Fördertöpfe schwermacht, Zuschüsse zu erhalten.

 Leitfrage: Wie kann die bestehende Fördersystematik so angepasst bzw. ergänzt werden, dass sie in ihrer Grundkonstruktion gleichzeitig inkludierend, vielfältig, flexibel, nachvollziehbar und verlässlich ist?

3. Die nächsten Schritte nach der Auswertung

 Anhand der Ergebnisse gilt es, Schlussfolgerungen zu formulieren und Handlungsansätze abzuleiten.  Im Sinne einer nachhaltigen Fortentwicklung der Fördersysteme muss eine Priorisierung möglicher Handlungsfelder erfolgen.  Es muss definiert werden, durch wen und mit wem gemeinsam Ansätze entwickelt werden.  Es bedarf der Klärung, welche finanziellen Möglichkeiten hierfür zur Verfügung gestellt werden können.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Kulturstrategie

hier: Konzepterarbeitung „Raumkompass„ und Aktivitäten zu Raumleerstands- und

Zwischennutzung

Anlagen: 01_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Das Projekt Konzepterarbeitung Raumleerstand und Zwischennutzung ist Teil der Kulturstrategie und startete auf Basis eines Stadtratsbeschlusses am 01.01.2020. Über die laufenden Aktivitäten zur Konzeption des Nürnberger Modells einer Anlaufstelle für Kunst-, Kultur- und Kreativschaffende auf Raumsuche ("Raumkompass") sowie Unterstützung von Kreativen auf Raumsuche durch den Geschäftsbereich Kultur wird berichtet.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die gesellschaftliche Vielfalt muss sich im Benutzerspektrum von Ermöglichungsräumen für Kunst und Kultur abbilden.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref. VII

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss nimmt die beschriebenen Aktivitäten zu Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, auf Grundlage der bislang erzielten Arbeitsergebnisse das Konzept des Raumkompasses fortzuentwickeln.

Sachverhalt Kulturstrategie

Konzepterarbeitung „Raumkompass“ und Aktivitäten zu Raumleerstands- und

Zwischennutzung

1. Überblick

Das Projekt Konzepterarbeitung Raumleerstand und Zwischennutzung ist Teil der Kulturstrategie und startete auf Basis eines Stadtratsbeschlusses am 01.01.2020. Die Berichterstattung erfolgt somit nach einjähriger Projektlaufzeit. Arbeitsauftrag ist die Konzeption des Nürnberger Modells für eine Anlaufstelle für Kunst-, Kultur- und Kreativschaffende auf Raumsuche. Zur Konzepterarbeitung existiert eine befristete Stelle für zwei Jahre, im ersten Jahr mit 30 WAS, im zweiten Jahr mit 40 WAS. Die Konzeptvorstellung wird im Mai 2021 im Kulturausschuss stattfinden. Der Stadtrat wird dann über die Notwendigkeit der Fortführung der Tätigkeiten sowie die Umsetzung des Konzeptes entscheiden. Die ersten neun Monate galten der Einbindung/ Befragung von städtischen Dienststellen und Akteur*innen der freien Nürnberger Kulturszene, der Recherche bereits vorhandener Strukturen, dem Austausch mit Expert*innen außerhalb Nürnbergs und dem Aufbau von Kooperationen, Kommunikationswegen sowie einem Webauftritt. Seit dem 01.10.2020 ist die Webseite des Projektes, Raumkompass – Dein Raum für Kultur, https://www.nuernberg.de/internet/kreativraeume/ online. Seitdem ermöglicht der Raumkompass es Raumanbieter*innen, ihre Raumangebote sichtbar zu machen und gibt raumsuchenden Kunst-, Kultur- und Kreativschaffenden Orientierung. Er zeigt aktuelle Raumangebote mittels der digitalen Karte OffSpaces und dazugehörigen Newslettern, vermittelt Wissen, gibt Tipps und verweist auf Arbeitshilfen und Strategien zu Themen wie Förderungen, Zwischennutzungen für den Einzelhandel oder Innovationen für Innenstädte. Im nächsten Schritt startete eine Umfrage für Raumsuchende. Ihre Kernfrage war: Welche (sozio-) kulturellen und interkulturellen Initiativen, Künstler*innen, Musiker*innen und Bands, Ateliergemeinschaften, freie Theater, Off-Spaces und andere Kreative sind aktuell auf Raumsuche und nach welchen Räumen suchen sie genau? Die Umfrage erfasste zudem die Gründe der Raumsuche, präferierte Stadtgebiete, Größe und Anforderungen an die Räume sowie den maximal bezahlbaren Mietpreis und wichtige Anregungen bzw. Anmerkungen seitens der Raumsuchenden zu gewünschten künftigen Strukturen. Im Dezember 2020 starteten das erste Modellprojekt des Raumkompasses (siehe 7.1) – die Belebung eines ehemaligen Supermarktes in öffentlicher Hand –, die Kampagne 200 Ateliers+X (siehe 7.2) und intensivere Unterstützungsleistungen für Raumsuchende Kunst- und Kulturschaffende (siehe 7.3). Mit der regelmäßigen Teilnahme in der Arbeitsgruppe Pop-up-Stores wurde zudem ein weiterer Schwerpunkt gesetzt (siehe 7.2). Im Januar 2021 begannen die Vorbereitungen zum zweiten Modellprojekt – die Belebung eines ehemaligen Kioskes (siehe 7.1), einer kommunalen Liegenschaft. Pressemitteilungen: https://www.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_68125.html; https://www.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_69163.html

2. Aktivitäten im Überblick

Öffentliche Raumangebote: 10 Arbeitsräume zur Alleinnutzung, 4 zur Mitnutzung; 3 Sonstige Räume (z.B. Artist Residency und Schaufenster für Ausstellung); Anmerkung: Nicht alle Eigentümer*innen möchten ihre Räume öffentlich ausschreiben, sondern direkt Nutzer*innen vermittelt bekommen. Erfasste Raumsuchende: 19 Einzelpersonen, 28 Vereine/ Gruppen/ Unternehmen Abgefragte Leerstände: Zwischen 01.06.2020 und 28.02.2021 ermittelte die Wirtschaftsförderung Nürnberg in 41 Fällen die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien und erfragte, ob sie bereit seien, ihre Räume zu vermieten. Sehr häufig stellte sich heraus, dass die vermeintlich

leerstehenden Objekte bereits vermietet waren oder dass geplant war, die Gebäude abzureißen und Neubauten zu errichten. Nur in einem Fall war ein Eigentümer interessiert und der Kontakt zu KuF konnte hergestellt werden. Seit März 2021 werden darüber hinaus von der Wirtschaftsförderung Nürnberg die Eigentümerinnen und Eigentümer von Leerständen in der Innenstadt ermittelt. Erste Zwischennutzungen bahnen sich an. Website: 3.760 Zugriffe (Stand 15.02.2021) Newsletter: 134 Abonnent*innen, 4 Ausgaben Umfrage-Teilnehmer*innen (Einzelpersonen und Vereine/ Gruppen/ Unternehmen): 45 Social Media: 153 Facebook-Abonnent*innen, 19 Facebook-Beiträge, 323 Instagram- Abonnent*innen, 10 Instagram-Beiträge Netzwerk-Mitgliedschaften: Netzwerk Immobilien, Promoting Creative Industries (PCI) Medienbeiträge: Nürnberger Nachrichten 2, Mittelbayerische Nachrichten 1, Bayerischer Rundfunk 1, Curt Magazin 1 Präsentationen in Foren/ Arbeitskreisen: Meinungsträgerkreis Altstadt, Forum Stadtentwicklung & Arbeitskreis integrierte Stadtentwicklung (Stadt Nürnberg) Teilnahme in Arbeitskreisen: Pop-Up-Stores/ City Werkstatt der Wirtschaftsförderung und IHK Nürnberg (siehe 7.2) Teilnahme Runder Tische: Raumnot des Jugend- und Kulturzentrums P31

3. Austausch/ Vernetzung mit Akteur*innen

Der Raumkompass ist mit unterschiedlichen Akteuren und Initiativen in engem Austausch und mit deren Perspektiven vertraut, nämlich Stadtplanung: 5 Quartiersbüros Wirtschaft: Wirtschaftsförderung Nürnberg, City Management, IHK Nürnberg Raumsuchende Verbünde: BBK Nürnberg Mittelfranken, Künstlerschaften Marienstraße, Hohfederstraße und AEG, Akteur*innen Kohlenhofstraße, Jugend- und Kulturzentrum P31 Multiplikator*innen: Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft, Bayern Kreativ, Fotoszene, Studierendenvertreter*innen der AdBK und OHM Kulturorte: Städtische Kulturläden, Subkulturverein, Kulturkirche St.Egidien, Z-Bau, Orpheum, Quellkollektiv/ Heizhaus, Kantine/ Zentralcafé, Edel Extra Akteur*innen im Öffentlichen Raum: Kulturoasis, Gruppe N.Ort

4. Austausch mit externen Expert*innen

Der Raumkompass war vor Ort zu Gast beim Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft in München, der ZwischenZeitZentrale in Bremen sowie den LeerGutAgenten Thüringen, dem Raum auf Zeit Oldenburg und der Kreativraumagentur in Dresden. Weiterer Austausch fand digital mit Eloprop – Agentur für Standorte und Immobilien, Blank – Agentur für Zwischennutzung in Jena und dem Projekt Leerstand und Zwischennutzung der Wirtschaftsförderung Stuttgart statt.

5. Arbeitskreis Konzepterarbeitung Raumleerstand und Zwischennutzung

Bereichs- und fachübergreifend unter Berücksichtigung differenzierter Expertisen tagt der Arbeitskreis unter Federführung von KuF mit 2. BM Geschäftsbereich Kultur, BgA/ SE, StPl, WiF, LA, DSB, BoB, IT.

6. Kooperationen

Der Raumkompass kooperiert mit der wbg Nürnberg langfristig zur Belebung von Objekten wie einem ehemaligen Supermarkt in einem ersten Modellprojekt. Medienbeitrag: https://www.br.de/nachrichten/bayern/kultur-in-nuernberg-diese-projekte-sollen-angepacktwerden,SGhqtBC; https://www.curt.de/nbg/inhalt/artikel/14230/43/?fbclid=IwAR0CiE9QB1W1zrvTZodp- 6EJrXbdElZKVkxyln7B_qIk513ZbojzWNJRrQI Mit dem Curt Magazin als Medienpartner initiierte der Raumkompass das curt Pop (up) Studio, eine Artist Residency mit medialer Begleitung. Mit dem Institut für moderne Kunst, einem Informations- und Dokumentationszentrum für zeitgenössische Kunst, kooperiert der Raumkompass im Rahmen des Atelierprogramms "200 Ateliers + X" in Schweinau und St. Leonhard. Details: https://www.moderne-kunst.org/projekte/200ateliers-plus-x Mit dem Urban Lab, das sich mit der Zielstellung gegründet hat, Bürger*innen dafür zu begeistern, ihre Stadt selbst zu gestalten, kooperiert der Raumkompass im Rahmen des Quartier U1- Projektes. Wichtige Bestandteile dessen sind der Raumteiler und das Amt für Ideen. Der Raumteiler erforscht, welche Räume in Nürnberg bereits für gemeinwohlorientierte und kreative Nutzungen in Nürnberg zur Verfügung stehen und erleichtert den Zugang zu diesen Räumlichkeiten. Auf einer Karte macht er Räume zum Mitnutzen sichtbar und wird Ende 2021 vom Raumkompass übernommen und weiter gepflegt. Das Amt für Ideen ist eine Beratungsstelle für gemeinnützige Projektideen. Das Urban Lab hilft in Sprechstunden, aus einer Idee ein Konzept zu machen und aus einem Konzept ein Projekt. Dabei entstehende Raumfragen werden an den Raumkompass weitergeleitet und in Zusammenarbeit Lösungen für Raumbedarfe zur Umsetzung der betreffenden Projektideen gefunden. Details: https://www.quartieru1.de/raumteiler; https://www.quartieru1.de/amt-fuer-ideen/ Mit der Musikzentrale Nürnberg e.V. (MUZ) bemüht sich der Raumkompass um mehr Bandproberäume für Nürnberg.

7. Fokus

7.1 Modellprojekte

Modellprojekte begleitet der Raumkompass aktiv, steht dabei sowohl den Eigentümer*innen, wie auch den potentiellen Nutzer*innen der zu belebenden Räume und Gebäude zur Seite und lässt diese Erfahrungen in die Konzeptentwicklung mit einfließen. Ziele sind es u.a., Abläufe und Erfordernisse zu definieren, (Kommunikations-)Strukturen aufzubauen und notwendige Kapazitäten zu identifizieren. I. Öffentlicher Leerstand: Ehemaliger Supermarkt in Langwasser Die wbg Nürnberg suchte gemeinsam mit dem Raumkompass der Stadt Nürnberg kunst-, kulturund kreativschaffende Mieter*innen, die sich entweder einzeln oder mit einer Trägerorganisation der langfristigen Belebung des ehemaligen Maxikaufs in Langwasser Nord widmen möchten. Kurz nach dem Start des Projektes ergab sich zunächst die Zwischennutzung von Künstler*innen der ehemaligen Marienstraße, die ihre Räume verloren haben. Wenn diese ihre Zwischennutzung in diesem Gebäude beenden und der langfristige neue Ort für sie bezugsfertig ist (ehemaliges Gasthaus der wbg in der Werderau), werden die Bemühungen zur weiteren kulturellen Nutzung des Gebäudes fortgesetzt. II. Kommunale Liegenschaft: Kiosk in Buchenbühl Der Raumkompass sucht ab Anfang März Kunst-, Kultur- und Kreativschaffende, die sich einzeln oder mit einer gemeinnützigen Trägerorganisation der langfristigen Belebung eines Kiosks am Paulus Stein widmen. Gewünscht sind für diesen Projektraum offene soziokulturelle Projekte als Ergänzung zu den Angeboten im Quartier. Die Nutzung ist zunächst auf ein Jahr begrenzt und

kann im Erfolgsfall (Teilhabemöglichkeiten und Nutzen für Kreative, Nachbarschaft und Umgebung) verlängert werden.

7.2 Schwerpunkte

Eine Schwerpunktsetzung dient dem Erproben verschiedener Strategien, um Raumpotentiale auszuloten und die sozialen, stadtplanerischen sowie wirtschaftlichen Chancen von kulturellen (Zwischen-)Nutzungen und Leerstandsbelebungen mit Hilfe von Kultur- und Kreativschaffenden aufzuzeigen sowie Hemmschwellen und Vorbehalte abzubauen. I. Arbeitskreis Pop-up-Stores für die Nürnberger Innenstadt: ein Projekt der Nürnberger City Werkstatt In der Arbeitsgruppe „Pop-up-Stores“ erarbeiten freie Akteur*innen, WiF und der Raumkompass des KUF momentan ein Konzept für ein Pop-up-Center. Später wird geprüft, welche feste Immobilie künftig von verschiedenen Unternehmer*innen bespielt werden könnte. Das Pop-up- Center soll wechselnde Mieter*innen aus den Bereichen Fashion, Design, innovative Produkte und Services in Kombination mit Kultur beherbergen. Vorbilder könnten das Bikini Berlin oder das inzwischen beendete Stuttgarter Projekt Fluxus Contemporary Mall sein. Pop-up-Stores ist ein Projekt der Nürnberger City Werkstatt, eine gemeinsame Initiative des Wirtschaftsreferats und des Handelsausschusses der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Ziel der City Werkstatt ist, Projekte zur Belebung der Innenstadt in einem breiten Bündnis aus Innenstadtakteur*innen aus Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit, Kunst, Kultur, Wissenschaft und Stadtverwaltung umzusetzen. Details: https://www.nuernberger-city-werkstatt.de II. Fokus auf ein Stadtgebiet: Atelierprogramm 200 Ateliers+X In seiner Funktion als Informations- und Dokumentationszentrum für zeitgenössische Kunst setzt sich das Institut für moderne Kunst seit seiner Gründung auch für die regionale Kunst- und Kulturszene ein und versteht sich zudem als Unterstützer der Nürnberger Kulturschaffenden. Angesichts der akuten Ateliernot, die 2021 in Folge des Wegfalls einer großen Zahl von Mietobjekten entstehen wird, hat es sich entschlossen, die Nürnberger Kunst- und Kulturschaffenden in enger Kooperation mit dem Raumkompass des Amtes für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg bei der Suche nach neuen Arbeitsräumen zu unterstützen. Als möglicherweise künftiges Kunstquartier wurden die Stadtteile Schweinau und St. Leonhard in den Fokus genommen. In Zusammenarbeit mit dem Quartierbüro St. Leonhard und der Stadtteilkoordination wird aktiv nach geeigneten Leerständen für eine spezifische Ateliernutzung gesucht, vermittelt, vernetzt und beraten.

7.3 Spektrum weiterer bisheriger Unterstützungsleistungen

Zwischennutzung: Zusammenführung von Eigentümer und Nutzer*innen über öffentlichen Aufruf im Fall einer Halle auf AEG. Langfristige Belebung: Zusammenführung von Immobilienentwickler*in und Nutzer*innen ohne öffentlichen Aufruf im Fall von Räumen in der Südstadt. Ateliergemeinschaftsgründung: Mehrwöchige Begleitung von Eigentümerin und Künstler*innen einer sich in Gründung befindlichen Ateliergemeinschaft mit vier Ateliers in der Südstadt. Die Maßnahme soll mit Fördermitteln des Geschäftsbereichs Kultur flankiert werden. Öffentlicher Raum: Vorbereitung eines öffentlichen Projektaufrufes für soziokulturelle Zwischennutzung einer öffentlichen Außenfläche am Nelson-Mandela-Platz. Ursprünglich war dort ein Café-Pavillon vorgesehen, der corona-bedingt in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werden kann. Interimistisch sucht das Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem Raumkompass Kunst-, Kultur- und Kreativschaffende, die sich der temporären Belebung dieser Fläche widmen. Gewünscht sind soziokulturelle Projekte als Ergänzung zu den Angeboten im Quartier. Deren Umsetzung kann z.B. aus Mitteln der Städtebauförderung unterstützt werden. Der öffentliche Aufruf zur Einreichung eines Kurzkonzeptes ergeht am 01.03.2021 über raumkompass.nuernberg.de.

Nachmieter*innensuche: Netzwerk-Aufruf zur Nachmieter*innensuche für einen Galerieraum in der Nürnberger Altstadt. Mitmieter*innensuche: Für Gemeinschaftsstudios, -werkstätten und -büros, da nur mit einer gewissen Anzahl an Mitmieter*innen die Gesamtmiete bezahlbar ist und Raum andernfalls für Kultur- und Kreativschaffende verloren ginge. Hilfe zur Umsetzung von Projektideen: Parkhausdecksuche für Chorproben in Corona-Zeiten oder Schaufensterausstellungen.

7.4 Raumsuche für Künstlerschaft Auf AEG

Der Geschäftsbereich Kultur hat von privater Seite geeignete Raumangebote identifiziert und steht diesbezüglich mit einer Künstlergruppe von Auf AEG in engem Austausch. Weitere Künstlergruppen sind über den Raumkompass über dieses Netzwerk informiert. Neben der Kontaktanbahnung begleitet und berät der Geschäftsbereich die Akteursgruppe zur Umsetzbarkeit einer möglichen Anmietung, etwa mittels Gründung eines Dachvereins als juristischem Ansprechpartner und stellt dafür Fördermittel in Aussicht.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Staatstheater Nürnberg

Sitzung des Stiftungsrates vom 03.12.2020

Anlagen: 01_Komprimierter Wirtschaftsplan_2020_2021_Finanzplan

Bericht: Die Sachverhaltsdarstellung erfolgt mündlich.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis und befürwortet die Planungen des Staatstheaters.

Stiftung Staatstheater Nürnberg / Kulturausschuss März 2021

Stiftung Staatstheater Nürnberg Anmerkung: Der Finanzplan 2020/2021 steht unter dem Vorbehalt, dass die

wirtschaftlichen Auswirkungen der behördlich angeordneten "Covid-19-

Finanzplan für die Gegenmaßnahmen" bislang nicht absehbare Änderungs- und Finanzierungsbedarfe

Spielzeit 01.09.2020 bis 31.08.2021 erzeugen können!

Ergebniskonten SPZ 20/21 SPZ 19/20 SPZ 18/19 SPZ 17/18
Plan Plan Ist Stand: IV. Quartalsbericht Plan Ist Plan Ist
** Einnahmen aus Vorstellungen am Ort ** Gastspiele und sonstige Entgelte ** Textbücher, Programme u.ä. *** Einnahmen aus Vorstellungsbetrieb ** Mieten, Pachten, Spielstätten ** Vermietungen von beweglichen Sachen ** Ersatzleistungen *** Leistungsentgelte (privatrechtlich) ** Vermischte Einnahmen ** Spenden/Sponsoring ** Ausserordentl/periodenfremde Erträge *** Sonstige Einnahmen 51910100 Zuschuss Freistaat Bayern Mindereinnahme aus Kürzung Zuschuss wegen Finanzierung Drehscheibe Schauspielhaus -7.358.547 -54.410 -110.000 -7.522.957 -125.173 0 -5.110 -130.283 -256.193 -700.600 -80.000 -1.036.793 -21.128.281 0 -7.253.500 -22.410 -95.000 -7.370.910 -125.256 0 -8.200 -133.456 -90.744 -589.750 0 -680.494 -21.203.281 75.000 -4.117.854 -4.732 -64.095 -4.186.680 -103.260 -1.376 -6.565 -111.201 -256.398 -816.070 -363.941 -1.436.409 -21.128.281 -6.843.441 -15.000 -95.000 -6.953.441 -175.000 0 -8.200 -183.200 -147.616 -425.000 -18.000 -590.616 -21.203.281 75.000 -7.238.251 -53.210 -105.633 -7.397.095 -169.996 -18.082 -15.347 -203.425 -317.391 -472.212 -177.333 -966.936 -21.128.281 -7.340.662 -135.475 -100.000 -7.576.137 -173.750 -58.205 -10.220 -242.175 -88.000 -481.000 -24.000 -593.000 -19.703.396 75.000 -7.312.037 -168.318 -144.655 -7.625.010 -244.773 -60.880 -9.579 -315.231 -228.017 -731.526 -371.186 -1.330.729 -19.628.396
Zwischensumme Staatszuschuss bereinigt: -21.128.281 -21.128.281 -21.128.281 -19.628.396
51910200 Zuschuss Stadt Nürnberg Mindereinnahme aus Kürzung Zuschuss wegen Finanzierung Drehscheibe Schauspielhaus -21.128.281 0 -21.203.281 75.000 -21.128.281 -21.203.281 75.000 -21.128.281 -19.703.396 75.000 -19.628.396
Zwischensumme Zuschuss Stadt bereinigt: -21.128.281 -21.128.281 -21.128.281 -19.628.396
51940401 Zuschuss Dritte -70.000 0 -28.430 0 -5.000 0 -2.565 *** Zuschüsse, Zuweisungen -42.326.562 -42.256.562 -42.284.992 -42.256.562 -42.261.562 -39.256.792 -39.259.357 *** Teilsaldo der Ergebnisvorträge seit 01.01.2005 -1.363.242 -246.891 0 -500.000 0 -400.000 0 **** Einnahmen -52.379.837 -50.688.313 -48.019.282 -50.483.819 -50.829.018 -48.068.104 -48.530.327 -28.430 -42.284.992 0 -48.019.282 -5.000 -42.261.562 0 -50.829.018 -2.565 -39.259.357 0 -48.530.327
** Produktion,Vorstellung,Vertrieb 4.050.207 3.758.837 3.112.829 3.821.473 2.706.239 3.498.218 3.115.389 ** Energie, Wasser, Grundabgaben, Entsorgung 1.196.946 1.118.546 959.456 1.083.546 999.682 1.074.546 1.037.641 ** Liegenschaften, Unterhalt, Mieten 4.855.932 4.887.715 4.256.429 4.778.827 6.841.368 4.850.882 5.461.749 *** Sach- und Dienstleistungsaufwand 10.103.085 9.765.098 8.328.714 9.683.846 10.547.288 9.423.646 9.614.779 * Festpersonal: Gehälter, Löhne, Erstat.Bez 29.126.073 28.092.605 26.951.664 28.099.113 26.989.495 26.678.392 26.803.592 * Gästepersonal: Gehälter, Löhne, Entgelte 3.732.561 3.707.901 2.548.462 3.806.649 2.502.736 3.246.390 3.499.434 ** Gehälter, Löhne 32.858.634 31.800.506 29.500.126 31.905.762 29.492.230 29.924.782 30.303.025 ** Beiträge Sozialversicherung 7.548.220 7.227.819 7.194.373 7.059.724 6.957.273 6.805.971 6.630.872 ** sonstige Lohn- und Gehaltsaufwendungen 273.523 242.970 174.655 229.787 216.713 293.945 230.154 *** Personalaufwand 40.680.377 39.271.295 36.869.154 39.195.273 36.666.216 37.024.698 37.164.052 ** Zinsen und ähnliche Aufwendungen 84.835 88.380 88.388 91.770 91.771 95.160 95.700 ** Transferaufwendungen 163.840 163.840 87.814 155.030 156.004 159.900 154.360 ** Andere sonstige ordentliche Aufwendung 0 0 52 0 46 0 99 ** Aufwendungen für Rechte und Dienste 1.013.500 1.074.200 1.070.288 1.055.000 985.507 1.068.500 1.032.835 ** Aufw. Beiträge, Sonstiges, Wertkorrekt 334.200 325.500 319.649 302.900 312.420 296.200 297.222 *** Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.596.375 1.651.920 1.566.191 1.604.700 1.545.747 1.619.760 1.580.216 *** Ausserordentl/periodenfremde Aufwendun 0 0 151.965 0 131.539 0 96.609 **** Ausgaben 52.379.837 50.688.313 46.916.023 50.483.819 48.890.790 48.068.104 48.455.657
sonstige Steuern 0 0 0 0 0 0 3.575 ***** Summe 0 0 -1.103.259 0 -1.938.228 0 -71.095
3.575
-71.095

3.112.829

959.456

4.256.429

8.328.714

26.951.664

2.548.462

29.500.126

7.194.373

174.655

36.869.154

88.388

87.814

52

1.070.288

319.649

1.566.191

151.965

46.916.023

2.706.239

999.682

6.841.368

10.547.288

26.989.495

2.502.736

29.492.230

6.957.273

216.713

36.666.216

91.771

156.004

46

985.507

312.420

1.545.747

131.539

48.890.790

3.115.389

1.037.641

5.461.749

9.614.779

26.803.592

3.499.434

30.303.025

6.630.872

230.154

37.164.052

95.700

154.360

99

1.032.835

297.222

1.580.216

96.609

48.455.657

0

-1.103.259

0

-1.938.228

Stand: 17.02.2021

KuKuQ/001/2021

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Förderung freie Szene Tanz und Theater

Mittelvergabe Produktions- und Impulsförderung

Anlagen: 01_Diversity-Check 02_Entscheidungsvorlage 03_Finanzentwicklung

Sachverhalt (kurz): Für das Haushaltsjahr 2021 stehen bei der Kostenstelle Z261001004 "Produktions- und Impulsförderung" 150.000€ zur Verfügung. Davon stehen für die Impulsförderung 20.000€ und für die Projektförderung 130.000€ zur Verfügung.

Das Beratergremium kam zu seiner Sitzung am 9.12.2020 zusammen und hat für die eingegangenen Anträge Zuschussempfehlungen ausgesprochen, zu denen der Kulturausschuss um Zustimmung gebeten wird.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 150.000 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv 150.000 € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Siehe beiliegende Anlage.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag:

Der Kulturausschuss schließt sich der Empfehlung des Beratergremiums „Freie Szene Tanz und Theater“ an und beschließt Zuwendungen in Höhe von 150.000 Euro für folgende Projekte:

Impulsförderung (für die Jahre 2021/2022/2023) 3 Jahre je 20.000 €

beantragt empfohlen
1. Borrmann, Eva: „Kitsch vs. Kunst“ 20.000 €
2. Brachland-Ensemble: „AsGoodAsYou“
3. Curtis, Susanna: „Everybody – Exploring Borders“
4. Karademir, Barish: „Antiker Zyklus“

Produktionsförderung 130.000 €

beantragt empfohlen
1 Arenz Helwig: „Häßlich“ 12.000 € 8.000 €
2 Borrmann, Eva/PLAN MEE: „Soft Focus“ 18.000 € 0 € (*)
3 Buta e.V, Perspektif theater 60.674,00 € 0 €
4 Co>labs: „Die Welt danach“ 20.000 € 15.000 €
5 Curtis, Susanna/Curtis & Co. - dance affairs: „Do you contemporary dance?” 13.100 € 7.000 €
6 Eilers, Sebastian/SETanztheater: „Projekt Bolero - Meine Message“ 12.500 € 12.500 €
7 Hintermaier, Andrea Maria: „TERROR.DAS MUSICAL“ 12.000 € 0 €
8 Interdisziplinäres Forschungskolleg: „Irgendwie Wahrheit“ 15.000 € 8.000 €
9 Isletme, Akin: „Traumtexte“ 9.000 € 9.000 €
10 Kaalund, Henrik: „The Matter of Fact“ 15.000 € 7.500 €
11 Karademir, Barish: „Die Orestie“ 23.300 € 15.000 €
12 Kranabetter, Isabelle: „Musik.Maschine.Magie. “ 10.000 € 5.000 €
13 Kühner, Anna-Lena: „Die zweite Haut“ 7.350 € 5.000 €
14 Levy, Max: „Eine Heimat“ 8.000 € 0 €
15 Maecker, Martin: „Der unsichtbare Apfel“ 3.800 € 0 €
16 Neudegger, Manu: „LiederUnseresLebens“ 12.000 € 8.000 €
17 Rauh, Alexandra: „Phantom Zone Update“ 10.000 € 10.000 €
18 Simons, Kathi: „CALL OF MORAL DUTY“ 7.000 € 5.000 €
19 Stückwerkstatt Schimmert: „Haus des Spiels“ 14.550 € 0 €
20 Schmid, Laura Tiffany: „Über die Grenze - Kunst & Fuge“ 8.820 € 0 €
21 Schmid, Laura Tiffany: „Stars“ 8.570 € 0 €
22 Theater Zwo Sieben: „(not) my profession“ 12.000 € 0 €
23 transforming arts: „Extrem laut und unglaublich nah“ 20.000 € 8.000 €
Restmittel, Reserve für neue Entwicklungen während des Jahres 7.000 €

(*) Antrag zurückgezogen, da Impulsförderung

Nr. Prüffragen Begründung / Bemerkungen Bewertung
1. In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
2. Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
3. Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
4. Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
Gesamt- relevanz  relevant  teilweise relevant  nicht relevant

Entscheidungsvorlage

2015 wurden zum ersten Mal die Zuschussmittel für Gruppen, Künstlerinnen und Künstler, die der freien Szene Tanz und Theater zuzuordnen sind, gemeinsam und nach neuen Bestimmungen und Kriterien vergeben. Die Erfahrungen nach nunmehr sechs Jahren Laufzeit bestätigen die Erkenntnisse aus den ersten Jahren: es ist festzustellen, dass die bessere Mittelausstattung und die geschaffenen Anreize zu Kooperationen und spartenübergreifendem Denken und Handeln die Qualität der geförderten Produktionen erhöht hat. Auch hat die Unterscheidung der Zuschussberechtigten aus diesem Fördertopf zwischen produzierenden Gruppen und institutionalisierten Einrichtungen für mehr Klarheit und Transparenz gesorgt.

Aus der relativ stabilen, bzw. vergleichbaren Antragslage (siehe unten) lassen sich folgende Schlüsse ziehen:

die Spielzeit zu planen, die auf den ersten erreichbaren Kulturausschuss im Haushaltsjahr folgt. Wenn z.B. der Ausschuss Ende Februar/Anfang März tagt, sollten die Projekte für die darauffolgende Spielzeit (September – Juli) geplant sein.

Besetzung) ebenfalls gefördert.

Beratergremium

Das 2015 neu aufgestellte Beratergremium wurde im sechsten Jahr auf jenen Positionen umgesetzt, auf welchen BeraterInnen ausgeschieden waren. Aktuell gehören dem Gremium an: Thomas Reher (Theater Fürth), Susanne Ziegler (Theater Erlangen), Andrea Erl (Regisseurin, Theater Mumpitz) und Julia Opitz (Regisseurin und Kulturmanagerin) Das Gremium arbeitet intensiv und kompetent zusammen und beweist hohen Sachverstand. Moderiert wird das Beratergremium von Mitarbeitenden des 2.BM/ GeschB Kultur.

Antragslage

Die Impulsförderung wird nach Ablauf in 2020 für die Jahre 2021, 2022 und 2023 neu vergeben. Vier Anträge und Konzepte für diese Drei-Jahres-Förderung lagen vor. Auf die Choreographin und Tänzerin Barbara Bess und ihrem Kollektiv „WildeVerwandteProduktionen“ soll die Choreographin und Konzeptkünstlerin Eva Borrmann folgen. Ihr eingereichtes Konzept „Kitsch vs. Kunst“ überzeigte das Beratergremium.

Für die Produktionsförderung liegen 23 Anträge vor, was eine signifikante Steigerung darstellt. (2020: 16, 2019 und 2018 waren es 18), davon neun (!) neue Initiativen (2020: drei, 2019 und 2018 vier). Die Gesamtantragssumme der 23 Anträge beläuft sich auf 327.664,00 (2020: 219.305,00 €, 2019: 230.010 €, 2018: 225.050 €).

Bereinigt um einen überdimensionierten Antrag (60.674 €), ergäbe sich der vergleichbare Wert in Höhe von 266.990 €. Damit verstetigt sich nach sechs Jahren eine relativ stabile Antragsstatistik: für durchschnittlich ca.19 Anträge beläuft sich die Antragssumme auf rund 235.000 €.

Bei zu verteilenden Mitteln in Höhe von 130.000 € war das Beratergremium angehalten, Schwerpunkte zu setzen, um förderwürdige Anträge mit ausreichend Mittel auszustatten, die eine Projektrealisierung möglich machen. Mangels ausreichendem Budget müssen dann auch interessante Projekte abgelehnt werden, da eine Realisierung mit z.B. nur 50% der Antragssumme scheitern muss.

Bei diesem Prozess erwiesen sich 14 der 23 Anträge (2020: zehn von 16, 2019 waren es 13 von 18 Anträgen, 2018: 14 von 18) als tragfähig. Von den neun abgelehnten Anträgen ließen

Fundiertheit vermissen und zwei verfügen nicht über eine tragfähige finanzielle Kalkulation, die eine Umsetzung glaubhaft macht. Ein Antrag betraf die Künstlerin Eva Borrmann, die ihr Projekt im Rahmen der Impulsförderung verwirklichen wird.

Mit der neu definierten Produktionsförderung sollen künstlerische Arbeiten mit unterstützt werden, die als Bühnenstücke aufgeführt werden können, abendfüllend oder als Teil eines Aufführungskonzeptes. Alle empfohlenen Projekte entsprechen diesen Kriterien. Erfreulich dabei ist, dass der Aspekt der Vernetzung mit KünstlerInnen aus der Region oder anderen Partnern aufgenommen wurde. Weiterhin wurde darauf geachtet, dass KünstlerInnen mit branchenüblichen, wenn auch immer noch geringen Honoraren entlohnt werden können.

Bezuschusst sollen letztlich 14 Produktionen (2020: 10, 2019: 13, 2018: 13) werden, die eine große Bandbreite aufweisen und für eine lebendige Szene sprechen. Sehr unterschiedlich im künstlerisch-ästhetischen Impetus, teils offen-performativ, teils klassisch konzeptioniert. Reine Tanz- oder Theaterformen finden sich genauso wie interdisziplinäre Ansätze, Tanztheater und Performance Art.

Die geförderten Produktionen werden in der laufenden Saison 2020/2021 und in der Saison 2021/2022 an verschiedenen Spielorten in Nürnberg Premiere haben.

Im Rahmen der Impulsförderung für die vergangenen Jahre 2018, 2019 und 2020 hat die Choreografin und Tänzerin Barbara Bess mit ihrem Label "WildeVerwandteProduktionen" bereits neue Formate in der Tafelhalle vorgestellt. Interdisziplinär und auf schwellenniedrige Zugänge für das Publikum ausgerichtet. Das Dreijahresprojekt "Coming Closer" war darauf ausgelegt, „Geheimes und in Vergessenheit Geratenes“ in Form eines Kunstfilms zum Scheinen zu bringen. Hierfür wählte sie verschiedene Künstlerpersönlichkeiten, die die Tanzund Performanceszene in den letzten Jahren in Nürnberg geprägt haben. Recherche und Dreharbeiten begreift sie dabei als offenen Prozess, der auf öffentlichen Plätzen, aber vor allem auch in, an und um die Tafelhalle sichtbar war. Und letztendlich für den digitalen Raum inszeniert wurde. Die öffentliche „Sichtbarmachung“ geschah in unterschiedlichsten Formaten. Film- und Performanceprojekte, szenisch gestaltete Interviews, Lectures, Aufführungen mit Film- und Projektionen und eben Inszenierungen nur für den digitalen Raum.

Der Beirat empfiehlt, die Impulsförderung für die Jahre 2021, 2022 und 2023 an Eva Borrmann mit dem auf drei Jahre angelegten Konzept „Kitsch vs. Kunst“ zu vergeben. Überzeugt hat das Gremium vor allem den spartenübergreifenden, auf zeitgenössischen Tanz basierenden Ansatz. Eva Borrmann möchte die Impulsförderung nutzen, „um mit meiner Kompagnie PLAN MEE das Spannungsfeld zwischen Kitsch und Kunst zu bearbeiten. Die kontinuierliche 3-Jahres-Förderung eröffnet dabei die wertvolle Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit dem Thema tief und multiperspektivisch auseinanderzusetzen. Als zeitgenössische Tanzkompanie steht dabei stets der menschliche Körper im Mittelpunkt der Befragung. Mein Vorhaben gliedert sich analog zur Förderung in drei Bereiche, die jeweils entweder direkt im Spannungsfeld zwischen Kitsch und Kunst liegen oder stark von Kitsch durchzogen sind und so von einer vereinfachten, romantischen Weltanschauung ausgehen. Die drei Themenfelder sind: Nacktheit / Nostalgie / Esoterik.“ (zitiert aus dem Projektantrag).

Vergabeempfehlung

Impulsförderung (für die Jahre 2021/2022/2023) 3 Jahre je 20.000 €

beantragt empfohlen
1. Borrmann, Eva: „Kitsch vs. Kunst“ 20.000 €
2. Brachland-Ensemble: „AsGoodAsYou“ 0 €
3. Curtis, Susanna: „Everybody – Exploring Borders“ 0 €
4. Karademir, Barish: „Antiker Zyklus“ 0 €

Produktionsförderung 130.000 €

beantragt empfohlen
1 Arenz Helwig: „Häßlich“ 12.000 € 8.000 €
2 Borrmann, Eva/PLAN MEE: „Soft Focus“ 18.000 € 0 €
3 Buta e.V, Perspektif theater 60.674,00 € 0 €
4 Co>labs: „Die Welt danach“ 20.000 € 15.000 €
5 Curtis, Susanna/Curtis & Co. - dance affairs: „Do you contemporary dance?” 13.100 € 7.000 €
6 Eilers, Sebastian/SETanztheater: „Projekt Bolero - Meine Message“ 12.500 € 12.500 €
7 Hintermaier, Andrea Maria: „TERROR.DAS MUSICAL“ 12.000 € 0 €
8 Interdisziplinäres Forschungskolleg: „Irgendwie Wahrheit“ 15.000 € 8.000 €
9 Isletme, Akin: „Traumtexte“ 9.000 € 9.000 €
10 Kaalund, Henrik: „The Matter of Fact“ 15.000 € 7.500 €
11 Karademir, Barish: „Die Orestie“ 23.300 € 15.000 €
12 Kranabetter, Isabelle: „Musik.Maschine.Magie. “ 10.000 € 5.000 €
13 Kühner, Anna-Lena: „Die zweite Haut“ 7.350 € 5.000 €
14 Levy, Max: „Eine Heimat“ 8.000 € 0 €
15 Maecker, Martin: „Der unsichtbare Apfel“ 3.800 € 0 €
16 Neudegger, Manu: „LiederUnseresLebens“ 12.000 € 8.000 €
17 Rauh, Alexandra: „Phantom Zone Update“ 10.000 € 10.000 €
18 Simons, Kathi: „CALL OF MORAL DUTY“ 7.000 € 5.000 €
19 Stückwerkstatt Schimmert: „Haus des Spiels“ 14.550 € 0 €
20 Schmid, Laura Tiffany: „Über die Grenze - Kunst & Fuge“ 8.820 € 0 €
21 Schmid, Laura Tiffany: „Stars“ 8.570 € 0 €
22 Theater Zwo Sieben: „(not) my profession“ 12.000 € 0 €
23 transforming arts: „Extrem laut und unglaublich nah“ 20.000 € 8.000 €
Restmittel, Reserve für neue Entwicklungen während des Jahres 7.000 €

Finanzentwicklung

Gelistet sind alle Künstler*innen und Ensembles, die mindestens in einem der drei Betrachtungsjahre Zuschussmittel erhalten haben.

Künstler*innen 2021 2020 2019
Arenz Helwig 8.000 € 0 € Kein Antrag
Bess, Barbara Kein Antrag Impulsförderung Impulsförderung
Beyer, Gerd Kein Antrag 0 € 7.500 €
Borrmann Eva/Plan Mee Impulsförderung 15.000 € 14.000 €
Brachland Ensemble Kein Antrag 11.000 € 0 €
Co>labs 15.000 € 15.000 € 20.000 €
Susanna Curtis/ Curtis dance affairs 7.000 € 15.000 € 14.000 €
Eilers Sebastian/SETanztheater 12.500 € 11.000 € 0 €
Hintermaier, Andrea-Maria 0 € 12.000 € Kein Antrag
Interdisziplinäres Forschungskolleg 8.000 € Kein Antrag Kein Antrag
Isletme, Akin 9.000 € Kein Antrag Kein Antrag
Kaalund, Henrik 7.500 € Kein Antrag Kein Antrag
Karademir, Barish 15.000 € 15.000 € 14.000 €
Kranabetter, Isabelle 5.000 € 0 € 6.000 €
Kühner, Anna-Lena 5.000 € Kein Antrag Kein Antrag
Miller, Stefanie Kein Antrag Kein Antrag 3.000 €
Neudegger, Manu 8.000 € 8.000 € Kein Antrag
Rauh, Alexandra 10.000 € 15.000 € 14.000 €
Simons, Kathi 5.000 € Kein Antrag Kein Antrag
Struck, Nik Kein Antrag Kein Antrag 10.000 €
Sutherland, Malcolm Kein Antrag Kein Antrag 5.000 €
Theater Zwo Sieben 0 € Kein Antrag 5.500 €
transforming arts 8.000 € Kein Antrag Kein Antrag
Volkmann, Johannes/Papiertheater Kein Antrag 5.000 € 5.000 €
Wendl, Peter/ Performanceprojekt Kein Antrag Kein Antrag 6.000 €
Reserve 7.000 € 8.000 € 6.000 €
Impulsförderung
Borrmann, Eva/Plan Mee 20.000 €
Wilde Verwandte, B. Bess -- 20.000 € 20.000 €
GESAMT 150.000 € 150.000 € 150.000 €

KuKuQ/002/2021

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Generalsanierung Künstlerhaus 3. Bauabschnitt

hier: Verortung Holzwerkstatt und weitere kulturelle Nutzung

Anlagen: 01_Diversity-Check 02_Sachverhalt 03_Beschluss Vergabepaket1 vom 17.07.2018 04_Nutzungsszenario_Peuntgasse_Stellungnahme 05_Pläne Bauhof2_BP2022_EG_201228 06_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_1.OG_201228 07_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_2.OG_201228 08_Pläne Peuntgasse 5-7_BP2022_EG_201228 09_Erläuterungsbericht

Sachverhalt (kurz): Mit dem regelmäßigen "Sachstandsbericht" wird über den Verlauf der Generalsanierung des Künstlerhauses informiert. Die Baumaßnahme geht in die 2. Halbzeit, die Wiedereröffnung ist nunmehr für Herbst 2022 geplant.

Für die im Stadtrat beschlossene Verortung der sog. Holzwerkstatt sowie weiterer kultureller Nutzungen im Gebäude Peuntgasse 5-7 wurde ein einvernehmliches Lösungskonzept erarbeitet.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 450.000 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Die Maßnahme ist für Hochbau - Baupauschale 2022 angemeldet; Förderfähigkeit aus Städtebauförderungs-Sanierungsgebiet „Altstadt Süd“-Mittel ist in Prüfung.

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Siehe Beilage.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref. I/II

Ref. VI

Beschlussvorschlag:

  1. Der Sachstandsbericht dient der Information über den Verlauf der Generalsanierung Künstlerhaus, 3. Bauabschnitt. Die Verwaltung wird beauftragt, in regelmäßigen Abständen bis zur Beendigung der Maßnahme zu berichten.

  2. Dem von Ref I/II erarbeiteten Nutzungskonzept zur Verortung der Holzwerkstatt und weiterer kultureller Nutzung wird zugestimmt.

Nr. Prüffragen Begründung / Bemerkungen Bewertung
1. In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
2. Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
3. Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
4. Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
Gesamt- relevanz  relevant  teilweise relevant  nicht relevant

Sachverhalt

Künstlerhaus – Generalsanierung 3. Bauabschnitt (kba_3)/ Sachstandsbericht

In regelmäßiger Abfolge soll wie vereinbart über den Stand der Baumaßnahme „Künstlerhaus – Generalsanierung 3. Bauabschnitt“ (im folgenden kba_3) berichtet werden. Die konkreten Baumaßnahmen gehen in die 2. Halbzeit! Die ersten Spatenstiche erfolgten im Frühjahr 2019 – das derzeit angenommene Ende der Generalsanierung ist für Herbst 2022 gesetzt.

Parallel zum Bauen geht der Betrieb im Bereich des 1. und 2. Bauabschnittes des Hauses, also im sogenannten „Kopfbau“ (2. Bauabschnitt) und Mittelbau mit dem Kunsthaus Nürnberg und dem kommunalen Filmhaus Nürnberg (1. Bauabschnitt) sowie in den Interimsstätten u.a. für die Offenen Werkstätten und den Werkbund e.V. unvermindert weiter – soweit es die Pandemiebeschränkungen zulassen. Nur die Clubbetreiber Musikverein e.V. und Café Kaya hat es geradezu tragisch erwischt: Wegen eines Brandes in der Kantine mussten sie den Betrieb einstellen, konnten nach der Behebung der Brandschäden im Februar 2020 wiedereröffnen, um seit März 2020 im lockdown zu verharren.

Werden die festgeschriebenen Ziele, bauliche wie konzeptionelle, erreicht?

Im Beschlusstext des Kulturausschusses vom 25.02.2011 heißt es unter 1): „Der 3.

Bauabschnitt genießt für die kulturelle Infrastruktur unserer Stadt eine hohe

Bedeutung“.

Mit einer Abweichung werden die Ziele, die bereits in den Vorplanungen 2011 gesteckt wurden, nach heutigem Stand erreicht. Im Kulturausschuss vom 25.02.2011 wurde festgehalten: „- Alle Nutzer sollen im Areal des Künstlerhauses bleiben.

Wesentlichen beibehalten, aber in ihrer Gestaltung, Ausstattung und Anbindung so verbessert werden, dass sie flexiblen Mehrfachnutzungen offenstehen.

Präsentationsmöglichkeit für die Nutzer, sowie Leitsystem.

öffentlichen Bereiche.

Lüftung etc.)

- Festsaal- und Kinonutzung soll von den Veranstaltungen der alternativen

Musikszene akustisch entkoppelt werden.

- Bildung einer Clubzone (Musikverein/ Cafe Kaja und Kulturkellerei) mit

gemeinsamer Nutzung der Nebenbereiche.

- Keine Erweiterung der Werkstattflächen, aber Beibehaltung des vorhandenen

Spektrums (Ausnahme Steinmetzwerkstatt).

Möglichkeit Verbesserung der Nebenräume und Zentrierung der Unterrichtsangebote.

Lager Festsaal. Zusätzliche Lagerflächen für Nutzer, soweit möglich.

prüfen und im möglichen Umfang befriedigen, auch unter Einbeziehung der Mehrzweckflächen.

Die erwähnte Abweichung bezieht sich auf den Punkt: „Alle Nutzer sollen im Areal des Künstlerhauses bleiben“ und betrifft die Holzwerkstatt, die sowohl Teil des Konzeptes „Offene Werkstätten“, als auch wesentlicher Teil des Angebotes des Werkbundes e.V. ist. Aus später beschriebenen Gründen wird die Holzwerkstatt ausgelagert. Eine abschließende Lösung, die mit allen Beteiligten einvernehmlich erarbeitet wurde, ist gefunden. (Siehe: „…Lösung für Holzwerkstatt gefunden“, Seite 4)

Die im Mittelfristigen Investitionsplan mit 27,595 Mio. Euro veranschlagte Baumaßnahme „Künstlerhaus – Generalsanierung 3.Bauabschnitt“ umfasst den nördlichen, bisher nicht sanierten Teil des denkmalgeschützten Künstlerhauses am Eingang zur Nürnbergs Altstadt. Dabei sollen funktionale, sicherheitsrelevante und baurechtliche Mängel behoben und die Nutzung in weiten Teilen optimiert werden. Wesentliche Aspekte sind dabei die Entkoppelung der Veranstaltungsräume, die Verbesserung der Transportwege und der gesamten Ablauflogistik, die Neuordnung von Nutzungen da, wo sie wegen veränderter Rahmenbedingungen oder technischer Vorschriften nicht mehr funktionstüchtig waren, sowie die Neuordnung des Eingangsbereiches.

Seit vertieftem Planungsbeginn Anfang 2016 stehen außerdem ein respektvoller Umgang mit der Historie des Hauses für zeitgenössische und künftige kulturelle Entwicklungen im Mittelpunkt. Die erforderlichen Eingriffe werden so zurückhaltend vorgenommen, dass die Geschichte des Hauses auch weiterhin spürbar und damit sein Charme erhalten bleibt.

Verzögerung des Baubeginns und erforderliche Vereinfachung der Planung

Bis Herbst 2018 waren die umzubauenden Bereiche für den kba_3 ausgeräumt und für alle Nutzer und Gruppen im Wesentlichen Ausweichquartiere gefunden und bezogen, insbesondere im Gebäude Peuntgasse 5-7 und Bauhof 2/ehem. Kantine.

Aufgrund der in 2018 (und auch den Folgejahren) herrschenden Hochkonjunkturphase in der Bauwirtschaft gingen im Rahmen der Ausschreibungsverfahren für die wesentlichen Gewerke lediglich deutlich überhöhte Angebote ein. Zur Einhaltung der genehmigten Gesamtkosten wurde im Bau-und Vergabeausschuss am 17.07.2018 beschlossen (Anlage 2), den Planungsumfang zu

vereinfachen, anschließend den reduzierten Leistungsumfang erneut

auszuschreiben und somit den Baubeginn von Herbst 2018 auf Frühjahr 2019 zu verschieben.

Ziel der Vereinfachungsüberlegungen war, das Planungskonzept nicht vollständig zu verändern, sondern an sinnvollen Stellen, ohne funktionale Verluste, das Bauvolumen zu reduzieren und dabei insbesondere die kostenintensiven Tiefbaumaßnahmen zu betrachten. Hierbei standen die als unterirdische Gebäudeerweiterung geplanten neuen Räume für die zukünftig zu verortende

Holzwerkstatt als Neubau mit hohen Investitionskosten im Fokus versus Nutzung

von bestehender Bausubstanz. Die aufgrund des SÖR-Auszugs freigewordene und zwischenzeitlich als Künstleraus-Interimsorte genutzte und in unmittelbarer Nähe zum Künstlerhaus gelegene städtische Liegenschaft Peuntgasse 5-7 eröffnete neue Aspekte:

Am 27.02.2019 beschloss der Stadtrat (Anlage 3) die dauerhafte Unterbringung der

Künstlerhaus-Holzwerkstatt (im Erdgeschoss) des Gebäudes Peuntgasse 5-7, um

damit die Einhaltung der genehmigten Gesamtkosten (inkl. Baupreisindizierung) des Bauvorhabens gewährleisten zu können.

Bauzeitenabfolge und Budget im Plan – Wiedereröffnung Herbst 2022

Die Bauarbeiten begannen im April 2019 mit den vorbereitenden Abbruch- und Demontagearbeiten und der Baustelleneinrichtung. Im Juni 2019 starteten die komplexen Tief- und Rohbauarbeiten. Seit Herbst 2020 sind sowohl die Unterfangungsarbeiten (Tiefbau) als auch die archäologischen Grabungen abgeschlossen, die restlichen Rohbauarbeiten im Gebäudeinneren laufen auf Hochtouren. Die im Untergrund des Werkhofbereichs zu errichtenden neuen Räumlichkeiten sind zwischenzeitlich gut fundamentiert und Wände, Decken wachsen stetig weiter nach oben, trotz witterungsbedingter Unterbrechung. Der Festsaal ist bereits mit neuen, die Dachtechnikzentralen tragenden Holzträgern versehen, weitere Baufirmen für z.B. Dachdeckung und Natursteinfassadensanierung haben ebenfalls mit ihren Arbeiten begonnen. Ab März 2021 starten die ersten Ausbaugewerke und insbesondere haustechnischen Installationen.

Von der Einhaltung der im MIP veranschlagten Gesamtkosten wird derzeit

weiterhin ausgegangen.

Aufgrund von Verzögerungen im bisherigen Bauablauf (Covid-19-pandemiebedingt und Schwierigkeiten mit vorhandener Bausubstanz) wird nun die Bezugsfertigkeit des sanierten Künstlerhauses im Sommer 2022 und eine Wiedereröffnung im Herbst 2022 angestrebt.

Rechtzeitig für die zielgenaue Planung Lösung für Holzwerkstatt gefunden

Nach verschiedenen Variantenbetrachtungen konnte zwischenzeitlich auch für die ab Herbst 2022 dauerhaft im Gebäude Peuntgasse 5-7 unterzubringende Künstlerhaus

vorhandenen SÖR-Mehrzweck-, Winterdienst- und Kehrfahrzeuge, der Bauhof- Hausmeister (ZD) und der Stpl-Modellbauwerkstatt im Erdgeschoss unberührt lässt. Damit kann der erwähnte Stadtratsbeschluss seine Umsetzung finden und mit dem Abschluss des kba_3 sukzessive ab Frühsommer 2022 die Rückverlagerung der Interimsnutzungen aus der Peuntgasse und der ehemaligen Kantine (Bauhof 2/EG) in das Künstlerhaus erfolgen.

Mit der äußerst zielführenden Moderation durch Ref I/II und dem produktiven Zusammenwirken von Ref. VI und 2. BM wurde ein Lösungsstrang erarbeitet, der die

Interessen und Bedarfe aller Beteiligten berücksichtigt. Hier aus der

abschließenden Darstellung von Ref I/II zitiert, die ausführliche Stellungnahme: siehe Anlage 4 „Nutzungsszenario Peuntgasse 5-7

„Der Stadtrat hat am 27.02.2019 beschlossen, dass die Künstlerhaus-Holzwerkstatt (Werkbund und offene Werkstätten) dauerhaft in der Peuntgasse verbleiben soll. Voraussetzung für die Umsetzung dieses Beschlusses war jedoch ein adäquater Ersatz für die Flächen der Zentralen Dienste (Hausverwaltung und Winterdienst) und des Servicebetriebes öffentlicher Raum (Mehrzweck-, Winterdienst- und Kehrfahrzeuge) in unmittelbarer Nähe der Peuntgasse. Hierzu wurden unterschiedliche Standorte geprüft. Im Ergebnis konnte jedoch kein geeigneter und umsetzbarer Standort in der erforderlichen räumlichen Nähe gefunden werden.

Vor diesem Hintergrund wurde die künftige Gesamtbelegung der Peuntgasse 5-7 mit der Künstlerhaus-Holzwerkstatt und weiteren Kulturnutzungen (z.B.

Bilderwerkstatt, Ateliers, Proberäume) unter Beibehaltung der Flächen für die

Zentralen Dienste (Hausverwaltung und Winterdienst), für den Servicebetrieb

öffentlicher Raum (Mehrzweck-, Winterdienst- und Kehrfahrzeuge) und die

Modellbauwerkstatt des Stadtplanungsamtes entwickelt und mit allen Beteiligten

abgestimmt. Dabei wurden alle Ebenen des Gebäudes Peuntgasse 5-7 sowie die Erdgeschossfläche im Bauhof 2 mit einbezogen. Ergebnis ist die hier vorgestellte Planung (siehe Pläne Anlagen 5, 6, 7, 8)

Die für die Umsetzung erforderlichen Maßnahmen werden für die Hochbau- Baupauschale 2022 angemeldet.“

Das Gebäude Peuntgasse 5-7 liegt im Sanierungsgebiet Altstadt-Süd, Zuschüsse

aus Städtebauförderungsmitteln sind deshalb grundsätzlich möglich. Die

abgeschlossene Entwurfsplanung der Baudienststelle H wird kurzfristig an Stpl/4-GS zur Klärung von Förderbelangen mit der Regierung von Mittelfranken übermittelt.

Im ausführlichen „Erläuterungsbericht Entwurf 29.01.2021 Peuntgasse 5-7 /BP 2022 Umbau für Künstlerhaus-Holzwerkstatt und weitere KuKuQ-Nutzung“ (siehe Anlage 9 „Erläuterungsbericht“) wird die künftige Nutzung präzise dargestellt. Vorteilhaft wird herausgearbeitet, dass „für die zukünftige Nutzung lediglich geringe

Umbaumaßnahmen notwendig sind, z.B. Abbruch von vorhandenen nichttragenden

Mauerwerks- und Trockenbauwänden, Errichtung neuer nichttragender Raumtrennwände, Anpassung Beleuchtung und Sanitärgegenstände, Teilerneuerung Bodenbeläge, es wird also nicht umfangreich in die Baukonstruktion und Tragstruktur des Gebäudes eingegriffen.

Da mit dieser Entscheidung, für die restlichen Flächen der Obergeschosse eine andere Nutzungsart (z.B. Büronutzung) vorzusehen, als nicht sinnvoll vereinbar angesehen wurde, umfasst die Entscheidung vom 13.01.2021 außerdem, auch

die restlichen Obergeschossflächen einer – anforderungsarmen – kulturellen

Nutzung (betrieben ebenfalls vom städtischen KunstKulturQuartier) zuzuführen und

somit dem Bedarf nach Flächen für Lagerung / Bearbeitung des Kunstvilla- Bilderbestands und urban gelegener Künstlerateliers nachzukommen.

Die vorgenannte Entscheidung vom 13.01.2021 umfasst außerdem, auch die Flächen der ehem. Kantine im städtischen Gebäude Bauhof 2, Erdgeschoss einer dauerhaften kulturellen Nutzung (Betreiber: KunstKulturQuartier) zuzuführen, da nach Abschluss der Interimsnutzung kein anderweitiger Bedarf vorhanden.“

Sanierungsziele/ Städtebauförderung

Die Maßnahme, die im direkten Zusammenhang mit der Sanierung Künstlerhaus zu sehen ist, trägt zur weiteren Erhöhung der für ein Oberzentrum wie die Altstadt so typischen und wichtigen sozialen und kulturellen Infrastruktur bei. (siehe: „Stadterneuerung Altstadt-Süd, Fortschreibung der Sanierungsziele“)

Mit den für kulturelle Nutzung definierten Räumen im Anwesen Peuntgasse 5 – 7, die unmittelbar an das Kulturzentrum Künstlerhaus anschließen, werden folgende Aspekte der Kultur, außerschulischen Bildung und Kunst direkt gefördert:

Die Holzwerkstatt (Peuntgasse 5-7-, 1. OG) stellt ein zentrales Element im Kanon des Bildungsangebotes „Offene Werkstätten“ und „Werkbund Nürnberg“ dar. Sie ist ein niederschwelliges, künstlerisch-handwerkliches Angebot an alle Bürgerinnen und Bürgern. Ausgestattet mit einem professionellen Maschinenpark, Werkbänken und Begegnungsorten, angeleitet von zertifizierten Anleiterinnen und Anleitern und Handwerksmeisterinnen und -meister. Im Geltungsbereich des Werkbundes e.V. garantieren fachspezifisch ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen für die Qualität der Vermittlung bildungsreicher, soziokultureller und künstlerischer Fertigkeiten.

Mit der Nutzung von Räumen in Teilbereichen des 1. und 2. OGs Peuntgasse 5-7 durch eine sogenannte „Bilderwerkstatt“ wird eine schlüssige Klammer gebildet zwischen handwerklicher Produktion der Werkstätten, künstlerischem Kulturgut und nachhaltiger Aufbewahrung. Außerdem kann mit der Nutzung der Räume ein langevorherrschendes Problem angegangen (nicht gelöst!) werden, das Nürnberg mit vielen Städten teilt: den Umgang mit Nachlässen lokaler Künstlerinnen und Künstler, eine Aufgabe der dem Künstlerhaus übergeordneten Dienststelle KunstKulturQuartier. In der „Bilderwerkstatt“ werden Nachlässe aufgenommen, inventarisiert, restauratorisch behandelt wenn erforderlich und dergestalt aufbewahrt, dass sie für temporäre Anlässe zur Verfügung stehen, für Anfragen als Leihgabe, für Ausstellungen, Sonderschauen o.ä.

Komplettiert wird die Maßnahme durch die Ertüchtigung von Räumen für

Arbeitsateliers für bildende Künstlerinnen und Künstler. Zum einen ist der

Bedarf und die Nachfrage nach geeigneten kulturellen Ermöglichungsräumen stark gestiegen, zum anderen wird dadurch der Altstadtbereich mit der Ansiedlung von produzierenden Künstlerinnen und Künstlern stark aufgewertet. Die beschriebene Maßnahme stellt eine deutliche Aufwertung der sozialen und kulturellen Infrastruktur in diesem fokussierten, zentralen Bereich dar, an dem sich eine äußerst diverse Stadtgesellschaft begegnet. Somit trägt die Maßnahme mittelbar und unmittelbar zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität an diesem „Eingangstor“ zur Innenstadt genauso bei, wie sie niederschwellige Begegnungsorte und –anlässe schafft und dadurch auch die soziale Funktion erhöht.

ÖÖ

Nutzungsszenario Peuntgasse 5-7

I. Für den vorgesehenen Ausschussbericht über den Stand des 3. BA Künstlerhaus, nachfolgend die Stellungnahme bezüglich der Abstimmung des künftigen Nutzungsszenarios für die Peuntgasse 5-7.

Mit dem Abschluss des 3. BA Künstlerhaus werden im Frühsommer 2022 die Rückverlagerung der Interimsnutzungen aus der Peuntgasse und der ehemaligen Kantine (Bauhof 2/EG) in das Künstlerhaus erfolgen.

Der Stadtrat hat am 27.02.2019 beschlossen, dass die Künstlerhaus-Holzwerkstatt (Werkbund und offene Werkstatt) dauerhaft in der Peuntgasse verbleiben soll. Voraussetzung für die Umsetzung dieses Beschlusses war jedoch ein adäquater Ersatz für die Flächen der Zentralen Dienste (Hausverwaltung und Winterdienst) und des Servicebetriebes öffentlicher Raum (Mehrzweck-, Winterdienst- und Kehrfahrzeuge) in unmittelbarer Nähe der Peuntgasse. Hierzu wurden unterschiedliche Standorte geprüft. Im Ergebnis konnte jedoch kein geeigneter und umsetzbarer Standort in der erforderlichen räumlichen Nähe gefunden werden.

Vor diesem Hintergrund wurde die künftige Gesamtbelegung der Peuntgasse 5-7 mit der Künstlerhaus-Holzwerkstatt und weiteren Kulturnutzungen (Betreiber: KunstKulturQuartier der Stadt Nürnberg; z.B. Bilderwerkstatt, Ateliers, Proberäume) unter Beibehaltung der Flächen für die Zentralen Dienste (Hausverwaltung und Winterdienst), für den Servicebetrieb öffentlicher Raum (Mehrzweck-, Winterdienst- und Kehrfahrzeuge) und die Modellbauwerkstatt des Stadtplanungsamtes entwickelt und mit allen Beteiligten abgestimmt. Dabei wurden alle Ebenen des Gebäudes Peuntgasse 5-7 sowie die Erdgeschossfläche im Bauhof 2 mit einbezogen.

Ergebnis ist die hier vorgestellte Planung, Planungsvariante 201228 des Hochbauamtes für Peuntgasse 5-7 und Bauhof 2 / EG.

Die für die Umsetzung erforderlichen Maßnahme werden für die Hochbau-Baupauschale 2022 angemeldet. Das zukünftige Nutzungsszenario wurde zwischen Ref. I/II, Ref. VI und 2.BM abgestimmt.

II. KuKuQ Herr Bader m.d.B. um Übermittlung der Vorlage

17.02.2021 Referat I/II i.A.

gez. Leipold (20382)

WC-Anlage Bestand Damen/Herren ca. 12 qm
"éfaclartneZ miretnI" dnatseB ,ekehT
17 qm
17 qm

barrierefreier Zugang

Schallschutz-Paneele, Rückbau

NA

Probefläche Szenische Darstellung, Lesungen o.ä. 10 m x 7,50 m (nicht stützenfrei)

Lager ca. 10 qm

Künstleratelier ca. 130 qm (inkl. Theke)

-stiehnreehtscaiSk

Aufenthalt ca. 22 qm

Zugang Offenes Atelier (Nutzer KuKuQ) gesamt ca. 185 qm (+ ca. 17 qm UG) 2 STG 17.0/30.0

Bilderwerkstatt

ca. 17 qm

Bilderwerkstatt

ca. 30 qm

Bestand (2019)

103 Abbruch

Neu

Bilderwerkstatt

0100/3 ca. 17 qm

Vorraum

ca. 12 qm Peuntgasse 5 - 7 - mögliches Szenario ab 2022

Grundriss 1. Obergeschoss

T30-RS, Einbruchschutz

Variante 201228 - M 1:100

Holzwerkstatt ca. 200 qm

Putzraum WC Damen

106 (ohne Lagerräume)

Eingang Holzwerkstat t Schleifm. 7 5 113 Holzwerkstatt ttinhcssuasalG (Nutzergruppen: Offene Werkstatt u tim Bankraum - mit B ttalbrüT ca. 80 qm rhoB 112 8 6
Kreissäge 7 108 Abrichte Langloch 110 Dicken Hobel Holzwerkstatt Künstlerhaus (Nutzergruppen: Offene Werkstatt u. Werkbund) Maschinenraum ca. 115 qm 111 mobile Absaugeräte Kantenanl Band- säge leshcerD

0100/2

Künstleratelier

ca. 38 qm

0100/1 116

G0. T3 S8/ 6 7.

0100/5

NA

0100/6

6

Dicken Hobel

WC Damen WC Herrem tim ttalbrüT ttinhcssuasalG

16 STG 17.8/27.0 nednahrov tfilnepperT AN

Künstleratelier

ca. 14 qm

Bestand (2019)

Abbruch

Neu

Bilderwerkstatt

ca. 78 qm

Peuntgasse 5 - 7 - mögliches Szenario ab 2022

Grundriss 2. Obergeschoss

Variante 201228 - M 1:100

TT3300

WC Herren

214
Künstleratelier ca. 130 qm 212 213

Künstleratelier-Einheit

Künstleratelier

03T 0200/1 206 207 208 209

16 STG ca. 39 qm 17.8/30.0 ca. 66 qm

T30

Künstleratelier

ca. 41 qm 14 STG 20.0/27.4

Künstleratelier

ca. 14 qm AN SR-03T

WC Da/He

BBeessttaanndd ((22001199))

AAbbbbrruucchh

NNeeuu

Stpl, Modellbau / Lager ca. 79 qm PPeeuunnttggaassssee 55 -- 77

mmöögglliicchheess SSzzeennaarriioo aabb 22002222

GGrruunnddrriissss EErrddggeesscchhoossss

VVaarriiaannttee 220011221288 -- MM 11::110000

Holzwerkstatt Künstlerhaus

(Nutzer: KuKuQ, Offene Werkstatt u. Werkbund)

Lagerflächen ca. 30 qm 20.50

002 1.70 1.85 11.50 Tor 5 Tor 4 Tor 3 Tor 2 Tor 1 1.85 1.85 2.30 abtrennbar 1.95 (Offene Werkstatt, Werkbund)

3.30

Montagegrube 19. 5 / S T . G 007 3.14 014 013

0000/5

0000/2 003 004 005 006 ( T b r a e r p ie p r e e 2 0 S T G n fr l 1 7. 5 i / 3 e 0. 0 ft ie Lager Hausmeister M K (In ü e te n t r a s im l t l l - s e / u F r n h a te a h r u b rr s ri a n d gu w n e g) rkstatt Kehrmaschinen SÖR W Ba e u r h ks o Z f P t ü f u e a r g u H d t a n a t n t a s g g a g u U s e s s G s e . m V 5- e 7 e r : w i a s lt t u e ng r sgebäude ( g P H a e la a k s n u t a s u s t m a e m n l t l d e e c n i a s i c . t h e N 1 t r 1 u g B a 5 tz n a u q z u n m a h g k o t u f e R ll) äume 006-013, 0000/5: Erschließung EDV-Schrank 009 1. OG) Heizungsanschluss 0000/1 010 011

12 STG N-Loetiateurs-gang 19.2/25.0 0000/3 20 STG 17.5/27.0

Peuntgasse 5 14.46 115 ca 3,70 115 7.885 115 4.19 Peuntgasse

Peuntgasse 5-7 / BP 2022

Umbau für Künstlerhaus-Holzwerkstatt und weitere KuKuQ-Nutzung

Erläuterungsbericht Entwurf 29.01.2021

Projektprozess / Historie

Im Jahr 1952 wurde der „Wiederaufbau Ämtergebäude“ mit Werk- und Arbeitsräumen, Garagen und Hausmeisterwohnung auf dem an den Bauhof angrenzenden städtischen Anwesen Peuntgasse 5-7 genehmigt und anschließend errichtet.

Seitdem wurden geringfügige Teil-Nutzungsänderungen (von Wohnung zu Amtsräumen, von Garage zu Büro, etc.), der bauliche Einbezug des aufgestockten Rückgebäudes Peuntgasse 3 und die Errichtung eines Rankgerüsts (Fassadenbegrünung, 1984) umgesetzt.

Zuletzt war das Gebäude im Erdgeschoss von den für den Bauhof zuständigen städtischen Hausmeistern, dem städtischen SÖR (Garage Winterdienstfahrzeuge), dem Modellbau des Stadtplanungsamtes und in den beiden Obergeschossen von SÖR (Büroräume Brückenbau, Teil des ehem. Tiefbauamts) genutzt.

Nachdem für die Mitarbeitenden des SÖR ein zentrales Dienstgebäude am Rathenauplatz gefunden war, konnten die beiden ab Ende 2017 ungenutzten Obergeschosse für eine Interimsnutzung des benachbarten Künstlerhauses hergerichtet werden: Während der ca. drei Jahre dauernden geplanten Generalsanierung des nördlichen Teil des städtischen Kulturzentrums Künstlerhaus (sog. 3. Bauabschnitt) waren nahegelegene Räumlichkeiten für die vom Umbau / Sanierung betroffenen Nutzungsbereiche (Offene und vom Werkbund betriebene Werkstätten, Haustechniker, etc.) gesucht – und gefunden worden. Im Herbst 2018 konnten diese in den beiden Obergeschossen in Betrieb gehen, parallel wurde die Bauausführung der „Künstlerhaus-Generalsanierung im 3. Bauabschnitt“ vorbereitet.

Auch die im städtischen Gebäude Bauhof 2 sich befindenenden Räumlichkeiten der ehem. Bauhof-Kantine, deren Betrieb Anfang 2018 aufgegeben wurde, konnten ab Ende 2018 als Interimsort für einen weiteren von der Baumaßnahme „Generalsanierung Künstlerhaus 3.BA“ betroffenen Nutzungsbereich zur Verfügung gestellt werden.

Da aufgrund überhitzter Baukonjunktur die ersten Ausschreibungsergebnisse für die Bauausführung der Künstlerhaus-Generalsanierung 3.BA die ermittelten und genehmigten Baukosten deutlich überstiegen, mussten Vereinfachungen mit Ziel Einhaltung des Finanzierungsrahmens vollzogen werden. Als Möglichkeit der Vereinfachung / Kostenreduzierung wurde in Betracht gezogen, auf die kostenintensive Errichtung der Holzwerkstatt (Offener und Werkbund-Betrieb) im Untergrund an das vorhandene Künstlerhaus zu verzichten und diese stattdessen im nahegelgenen, von der Bausubstanz her geeigneten städtischen Gebäude Peuntgasse 5-7 dauerhaft unterzubringen, da mit geringem Aufwand möglich. Ebenso könnte damit ein Zugewinn an urbaner Mischnutzung vollzogen und das Gebäude dauerhaft sinnvoll nachgenutzt werden.

Der anschließend am 27.02.2019 in einer Stadtratssitzung getroffene Beschluss, die Künstlerhaus-Holzwerkstatt dauerhaft (im EG) des Gebäudes Peuntgasse 5-7 unterzubringen, berücksichtigt die vorgenannten Aspekte, umfasst aber auch die damit notwendig zu suchenden

Ersatzorte für im EG des Gebäudes Peuntgasse 5-7 vorhandenen Nutzungsbereiche (SÖR- Winterdienst, etc.).

Die daraufhin eingeleitete Ersatzstandortsuche insbesondere für die SÖR-Winterdienst- und Kehrmaschinen verlief trotz Untersuchung mehrfacher Varianten (Machbarkeitsstudie H/Kultur v. 30.09.2019, „Variantenbetrachungen Szenario ab 2022“, H/Kultur) bis zuletzt ergebnislos, sodass

Vorhaben aufgegeben werden musste, die Künstlerhaus-Holzwerkstatt dauerhaft vollständig im Erdgeschoss unterbringen zu können. Stattdessen verabredeten die bedarfstragende Dienstelle KunstKulturQuartier (KuKuQ / Geschäftsbereich 2. Bürgermeisterin), das städtische zentrale Gebäudemanagement (ZS-GM / Geschäftsbereich I/II), Ref.VI und Ref. I/II nach weiteren Variantenuntersuchungen abschließend am 13.01.2021, die von H/Kultur mit Datum 28.12.2020 dargestellte Variante zu beschließen und realisieren zu lassen. Damit wird die Künstlerhaus- Holzwerkstatt dauerhaft im 1. Obergeschoss des Gebäudes Peuntgasse 5-7 untergebracht und belässt dabei die im EG vorhandenen Nutzungen (Bauhof-Hausmeister, SÖR-Winterdienst, Stadtplanungsamt-Modellbau) vollständig.

Da mit dieser Entscheidung, für die restlichen Flächen der Obergeschosse eine andere Nutzungsart (z.B. Büronutzung) vorzusehen, als nicht sinnvoll vereinbar angesehen wurde, umfasst die Entscheidung vom 13.01.2021 außerdem, auch die restlichen Obergeschossflächen einer – anforderungsarmen – kulturellen Nutzung (betrieben ebenfalls vom städtischen KunstKulturQuartier) zuzuführen und somit dem Bedarf nach Flächen für Lagerung / Bearbeitung des Kunstvilla-Bilderbestands und urban gelegener Künstlerateliers nachzukommen.

Die vorgenannte Entscheidung vom 13.01.2021 umfasst außerdem, auch die Flächen der ehem. Kantine im städtischen Gebäude Bauhof 2, Erdgeschoss einer dauerhaften kulturellen Nutzung (Betreiber: KunstKulturQuartier) zuzuführen, da nach Abschluss der Interimsnutzung kein anderweitiger Bedarf vorhanden.

Somit umfasst die für 2022 angemeldete Baupauschalmaßnahme Folgendes:

Peuntgasse 5-7 – Umbau für Künstlerhaus-Holzwerkstatt und weitere KuKuQ-Nutzung (Bilderwerkstatt, Künstlerateliers, Probenraum szenische Darstellung)

 unter Beibehalt der Flächen im EG für Stpl-Modellbau, SÖR-Winterdienst und Bauhof-Hausmeister (ZD/1)  unter Einbeziehung der Flächen Bauhof 2, EG (ehem. Bauhofkantine)

Ausgangslage / Bausubstanz

Das im Jahr 1952 errichtete und 1964 ergänzte Gebäude Peuntgasse 5-7 verfügt über drei Vollgeschosse, eine Teilunterkellerung und umfangreiche begehbare Dachflächen (keine Aufenthaltsräume, teilweise nicht ausgebaut). Die vorhandene Bausubstanz kann als robust und ohne gravierende Mängel bezeichnet werden. Im Sinne von nachhaltigen städtebaulichen Gedanken lag während der Zukunftsszenarien-Betrachtung der Fokus auf Weiternutzung des vorhandenen Gebäudes. Überlegungen, an dieser Stelle einen Neubau vorzusehen (und damit

das vorhandene, nicht marode Gebäude abzubrechen) waren deshalb nicht weiter betrachtet worden.

Nutzungskonzept KunstKulturQuartier

Holzwerkstatt

Der Betrieb der Holzwerkstatt umfasst Räume des 1. OG des Anwesens Peuntgasse 5-7 sowie einen Raum im EG des gleichen Gebäudes als Holzlager. Die Räume werden gemeinsam genutzt von der Gruppe Offene Werkstätten und vom werkbund e.V. Zur Nutzung stehen zur Verfügung diverse Maschinen zur Holzverarbeitung, Werkbänke und Einrichtungen zur didaktischen Vermittlungs- und Lehrtätigkeit. Die Benutzerinnen und Benutzer der Holzwerkstatt werden von zertifizierten Anleitern sowie fachgerecht ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen unterwiesen, geschult und begleitet. Der Betrieb des Werkbundes e.V. orientiert sich am üblichen Schuljahr, zu den üblichen Schulzeiten. Teilnehmende sind eingeschriebene junge Erwachsene und Senioren. Die Offene Werkstatt ist stundenweise in den frühen Abendstunden in Betrieb und für Jedermann/frau zugänglich. Nutzung an Werktagen zwischen 9:00 und 20 Uhr. Kein Veranstaltungsbetrieb.

Bilderwerkstatt

Der Betrieb der Bilderwerkstatt umfasst Räume des 1. und 2. OG des Anwesens Peuntgasse 5- 7. In den Räumen werden Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern, die der Stadt Nürnberg übergeben wurden, entgegen genommen, inventarisiert, wenn erforderlich restauriert sowie aufbewahrt. Es handelt sich dabei um sogenanntes Kulturgut, das bestehen kann aus Gemälden, Zeichnungen, Grafiken ö.ä. sowie Kleinobjekte aus diversen Materialien wie z.B. Holz, Stein, Metall. Tagesnutzung, kein Veranstaltungsbetrieb

Künstlerateliers

Die Künstlerateliers werden in Räumen des 1. und 2. OG des Anwesens Peuntgasse 5-7 eingerichtet. Die Ateliers werden bildenden Künstlerinnen und Künstlern und/oder Künstlergruppen als Arbeits- (nicht Wohn-) ateliers zur Verfügung gestellt. Keine Wohnnutzung, kein Veranstaltungsbetrieb

Projektraum

Mit der Nutzung der Räumlichkeit Bauhof 2/ehem. „Kantine“ als multifunktionaler Projektraum wird ein weiterer Bedarf an kultureller Nutzung seitens der freien Kulturszene gedeckt. Die Verortung im inneren Altstadtbereich trägt weiter zur Verbesserung der soziokulturellen Infrastruktur bei und dient dadurch der Verwirklichung der Sanierungsziele im Sinne der Stadterneuerung.

Die multifunktionale Nutzung sieht sowohl einen Ermöglichungsraum für darstellende und bildende Künstler innen und Künstler vor. Der Ort ist verwendbar als Proben- und Produktionsraum, für Workshops und Kurse im Bereich Kunst, Kultur und Gesundheit (z.B. „bewegte Pause“), als Studio für Videoaufnahmen sowie für Meetings und Besprechungen,

Vorträge und Tagungen. Es entsteht überwiegend keine öffentliche Nutzung. Veranstaltungen, Proben, Workshops, Kurse etc. finden im Tagesbetrieb (bis max. 22 Uhr), an Werk- und Sonnund Feiertagen mit max. 99 Personen statt.

Umbaumaßnahmen / Sanierung

Peuntgasse 5-7

Für die zukünftige Nutzung sind lediglich geringe Umbaumaßnahmen notwendig, z.B. Abbruch von vorhandenen nichttragenden Mauerwerks- und Trockenbauwänden, Errichtung neuer nichttragender Raumtrennwände, Anpassung Beleuchtung und Sanitärgegenstände, Teilerneuerung Bodenbeläge, es wird also nicht umfangreich in die Baukonstruktion und Tragstruktur des Gebäudes eingegriffen.

Lediglich Im Erdgeschoss ist ein Teilbereich der darüberliegende Decke zur Aufnahme von Lasten aus den schweren Maschinen der Holzwerkstatt zu ertüchtigen.

Da die Bausubstanz des Gebäude nicht marode ist und teilweise in den vergangenen Jahren auch modernisiert wurde (Anpassungen für Interimsnutzung), sind größere Sanierungsmaßnahmen nicht akut. Dach, Fenster und Fassaden weisen keine größeren Schäden auf, vorgesehen sind lediglich kleinere Reparaturen.

Eine umfängliche energetische Sanierung ist ebenfalls nicht vorgesehen und auch nicht notwendig, kleinere Verbesserungsmaßnahmen jedoch geplant.

Die vorhandenen klimatischen Bedingungen sind für den Betrieb der Bilderwerkstatt ausreichend, die Maßnahme umfasst keine neuen Lufttechnischen oder gar Kältetechnischen Anlagen.

Für die Holzwerkstatträume werden zur Holzstaubabsaugung mobile Absauggeräte vorgesehen (analog ursprünglicher Planung für Künstlerhaus).

Als Einbruchschutz für die in der Bilderwerktstatt zu lagernden / zu bearbeitenden Künstler- Nachlässe sind mechanische Vorkehrungen (Fenstergitter, Schließanlage) ausreichend. Eine Einbruchmeldeanlage wird nicht vorgesehen.

Bauhof 2, EG – ehem. Kantine

Für die Nutzung als „Projektraum“ sind ebenfalls nur geringe Umbaumaßnahmen notwendig: Rückbau der Schallschutzelemente, die für den Interimsbetrieb des „Zentralcafés“ eingefügt wurden; neue Wand für vergrößerten Lagerraum. Somit kann die wertige Raumstruktur aus der Errichtungszeit des Gebäudes / der ehemaligen Kantine erhalten bleiben. Die für die Interimsnutzung – eigentlich nur vorrübergehend – gebaute neue Eingangssituation

direkt von der Gasse Königstormauer wird erhalten bleiben, da damit auch eine direkte Anbindung an den gegenüberliegenden neuen Eingang zum Künstlerhaus gegeben ist.

Bauordnungs- und Planungsrechtliche Einordnung

Bauordnungsrechtliche Einordnung / Peuntgasse 5-7

 BayBO Art.2: Gebäudeklasse 3, kein Sonderbau (< 100 Personen, keine Versammlungsstätte, keine Gaststätte, keine Verkaufsstätte etc.)

Bauplanungsrechtliche Einordnung / Peuntgase 5-7

 BauGB § 30, Geltungsbereich B-Plan: 3787 (in Kraft), Kerngebiet, Flächen für Gemeinwohl

Bauplanungsrechtliche Einordnung / Bauhof 2  BauGB § 30, Geltungsbereich B-Plan: 4321 (in Kraft), Misch-Kerngebiet, keine Vergnügungsstätten zulässig (Raum für kulturelle Nutzung - hier Projektraum / Tagesnutzung – ist keine Vergnügungsstätte)

Termine

Gemäß des Ende 2020 aktualisierten Bauzeitenplan der Maßnahme „Künstlerhaus – Generalsanierung 3.Bauabschnitt“ können / sollen die Rückumzüge der ausgelagerten Nutzungsbereiche in das sanierte / umgebaute Künstlerhaus ab Juni 2022 beginnen. Die

Wiedereröffnung - und somit auch die Aufnahme des Betriebes aller Werkstätten – ist für Beginn des Schuljahres 2022 / 2023, also im September 2022 geplant.

Zu diesem Zeitpunkt soll die Künstlerhaus-Holzwerkstatt für den dauerhaften Betrieb im 1. Obergeschoss des Gebäudes Peuntgasse 5-7 eingerichtet und betriebsbereit sein.

Somit sind folgende grobe Terminschritte anzustreben:

Genehmigungsplanung / Lph 4 ( nach Beschluss BP in BuV)

 2021, Sommer: ggf. Bauanträge Nutzungsänderung Peuntgasse 5-7 / Bauhof 2, EG  2021, Winter: ggf. Baugenehmigung Nutzungsänderung Peuntgasse 5-7 / Bauhof 2, EG

Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe / Lph 5, 6, 7

 2021, ab Winter

Bauausführung / Lph 8

  1. 2022, Frühjahr (nach Freigabe HH): Vergabe und Bauausführung Tragwerksertüchtigung im EG Peuntgasse für schwere Holzwerkstatt-Maschinen 2. 2022, Juli: Beginn Rückumzüge Werkstätten – insbesondere aus 1.OG 3. 2022, Juli: Beginn Umbaumaßnahmen im 1.OG – insbesondere Bereich Holzwerkstatt 4. 2022, August: Umzug Holzwerkstatt aus Interimsort 2.OG in das 1.OG 5. 2022, September: Holzwerkstatt im 1.OG vollständig betriebsbereit 6. 2022, Oktober: Beginn Umbaumaßnahmen in Peuntgasse 5-7 u. Bauhof 2, EG für Bilderwerkstatt, Künstlerateliers und Projektraum 7. 2023, Herbst: Abschluss aller Umbaumaßnahmen, Abrechnung der BP-Maßnahme

zu 5.: alternativ: Weiterbetrieb Holzwerkstatt im Schuljahr 2022 / 2023 im 2.OG über den September 2022 hinaus…

Kosten / Fördermittel

Der Kostenrahmen für die Maßnahme war im Frühjahr 2020 mit ca. 240.000 € brutto beziffert worden. Diesem Kostenrahmen lagen Umbaumaßnahmen für die Künstlerhaus-Holzwerkstatt im EG Peuntgasse 5-7 und die Errichtung eines Erstatzstandorts für die SÖR-Winterdienstfahrzeuge zugrunde.

Mit der am 13.01.2021 getroffenen Entscheidung über die zukünftige Flächenaufteilung im Gebäude Peuntgasse 5-7 und Bauhof 2, EG – ehem. Kantine sind den zu ermittelnden Kosten nun veränderte Parameter zugrunde gelegt.

Gemäß Kostenberechnung vom 29.01.2021 belaufen sich die Gesamtkosten auf ca. 450.000 € brutto, inkl. Bauverwaltungskosten.

Da das Gebäude Peuntgasse 5-7 im Städtebauförderungs-Sanierungsgebiet „Altstadt Süd“ liegt, sind Abstimmungen mit Stpl/4GS (Stadterneuerung) hinsichtlich möglicher Förderfähigkeit der Maßnahme angelaufen. Die fertiggestellte Entwurfsplanung (Kostenberechnung DIN 276,

Erläuterungstext, Pläne M 1:100, Terminplan etc.) wird im Februar 2021 an Stpl/4GS übermittelt, um damit bei der Regierung von Mittelfranken eine gesicherte Förderaussage zu erhalten.

Sanierungsziele / Städtebauförderung

Die Maßnahme, die im direkten Zusammenhang mit der Sanierung Künstlerhaus zu sehen ist, trägt zur weiteren Erhöhung der für ein Oberzentrum wie die Altstadt so typischen und wichtigen sozio-kulturellen Infrastruktur bei. Mit den für kulturelle Nutzung definierten Räumen im Anwesen Peuntgasse 5 – 7, die unmittelbar an das Kulturzentrum Künstlerhaus anschließen, werden folgende Aspekte der Soziokultur, außerschulischen Bildung und Kunst direkt gefördert:

Die Holzwerkstatt (Peuntgasse 5-7-, 1. OG) stellt ein zentrales Element im Kanon des Bildungsangebotes „Offene Werkstätten“ und „Werkbund Nürnberg“ dar. Sie ist ein niederschwelliges, künstlerisch-handwerkliches Angebot an alle Bürgerinnen und Bürgern. Ausgestattet mit einem professionellen Maschinenpark, Werkbänken und Begegnungsorten, angeleitet von zertifizierten Anleiterinnen und Anleitern und Handwerksmeistern. Im Geltungsbereich des Werkbundes e.V. garantieren fachspezifisch ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen für die Qualität der Vermittlung bildungsreicher, soziokultureller und künstlerischer Fertigkeiten.

Mit der Nutzung von Räumen in Teilbereichen des 1. und 2. OGs Peuntgasse 5-7 durch eine sogenannte „Bilderwerkstatt“ wird eine schlüssige Klammer gebildet zwischen handwerklicher Produktion der Werkstätten, künstlerischem Kulturgut und nachhaltiger Aufbewahrung. Außerdem kann mit der Nutzung der Räume ein lange vorherrschendes Problem angegangen werden, das Nürnberg mit vielen Städten teilt: den Umgang mit Nachlässen lokaler Künstlerinnen und Künstler, eine Aufgabe der dem Künstlerhaus übergeordneten Dienststelle KunstKulturQuartier. In der „Bilderwerkstatt“ werden Nachlässe aufgenommen, inventarisiert, restauratorisch behandelt wenn erforderlich und dergestalt aufbewahrt, dass sie für temporäre Anlässe zur Verfügung stehen, für Anfragen als Leihgabe, für Ausstellungen, Sonderschauen o.ä.

Komplettiert wird die Maßnahme durch die Ertüchtigung von Räumen für Arbeitsateliers für bildende Künstlerinnen und Künstler. Zum einen ist der Bedarf und die Nachfrage nach geeigneten kulturellen Ermöglichungsräumen stark gestiegen, zum anderen wird dadurch der Altstadtbereich mit der Ansiedlung von produzierenden Künstlerinnen und Künstlern stark aufgewertet.

Die beschriebene Maßnahme stellt eine deutliche Aufwertung der sozio-kulturellen Infrastruktur in diesem fokusierten, zentralen Bereich dar, an dem sich eine äußerst diverse Stadtgesellschaft begegnet. Somit trägt die Maßnahme mittelbar und unmittelbar zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität an diesem „Eingangstor“ zur Innenstadt genauso bei, wie sie niederschwellige Begegnungsorte und –anlässe schafft und dadurch auch die soziale Funktion erhöht.

H/Kultur, SeitzAk, 29.01.2021

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 07.12.2020

Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 24.02.2020

Anlagen: 01_CSU-Antrag vom 07.12.2020 (AN/401/2020) 02_Die Grünen-Antrag vom 24.02.2020 (AN/060/2020) 03_Sachverhalt

Bericht: Die Geschichte der Stadt Nürnberg wurde lange Zeit durch jüdische Kultur und Religion mitbestimmt und wesentlich bereichert. Spuren und Zeugnisse dieses vielgestaltigen jüdischen Erbes finden jedoch nur dezent Ausdruck im öffentlichen Raum. Dies ist im Wesentlichen, aber nicht nur eine Folge des vernichtenden Wirkens während der NS-Zeit. Die eher verhaltene Visualisierung im Stadtganzen bedarf einer Revision und Neuausrichtung. Deshalb ist es für das Selbstverständnis der Stadt Nürnberg ein elementares Vorhaben, die jüdische Vergangenheit und insbesondere auch Gegenwart in aller Deutlichkeit abzubilden. Dieses Bestreben findet im diesjährigen Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ einen idealen Ausgangspunkt, reicht aber zugleich mit zahlreichen Aktivitäten und Gestaltungsperspektiven weit über dieses hinaus.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Diversität als ein Grundmerkmal der Großstadt Nürnberg muss sich in der kultur- und stadtgeschichtlichen Rezeption vollumfänglich niederschlagen.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt den vorgestellten Aktivitäten zu und beauftragt die Verwaltung, die dort beschriebenen Ansätze weiterzuentwickeln.

Fraktion der Christlich-Sozialen Union im Stadtrat zu Nürnberg

CSU-Stadtratsfraktion Rathausplatz 2 90403 Nürnberg Wolff scher Bau des Rathauses Zimmer 222 Rathausplatz 2 90403 Nürnberg Telefon: 0911231-2907 Telefax: 0911231-4051 E-Mail: csu@stadt.nuernberg.de www.csu-stadtratsfraktion.nuernberg.de

07.12.2020 Krieglstein

Sichtbarmachung jüdischer Geschichte und Kultur im Nürnberger Stadtbild

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

obgleich die Geschichte Nürnbergs durch jüdisches Leben und jüdische Kultur mitbestimmt und erheblich berei­ chert wurde, finden sich heute Hinweise auf Zeugnisse und Spuren dieses vielgestaltigen und wichtigen Aspekts der Stadtgeschichte nur noch sporadisch und zum großen Teil recht unauffällig im öffentlichen Raum. Dies ist im Kern auf das unheilvolle, zerstörerische Wirken während der NS-Zeit zurückzuführen.

Das bedeutende, bis in das 12. Jahrhundert zurückreichende jüdische Erbe wie insbesondere das seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gegebene einflussreiche Wirken und binnen kurzer Zeit gewonnene Ansehen wurden wie das jüdische Leben insgesamt durch die NS-Schreckensherrschaft 1933-1945 auch in Nürnberg beseitigt. Somit gilt es, dem an sich reichen und vielgestaltigen jüdischen Erbe wieder gerecht zu werden, indem an ganz unter­ schiedlichen Stellen innerhalb der Stadt auf die bislang vielfach verschüttete jüdische Geschichte und Kultur hin­ gewiesen und an sie erinnert wird.

Bisher existierende „Erinnerungsorte" wie Straßennamen, Gedenk- und Erinnerungstafeln sowie Denkmale wie für die ehemalige Synagoge am Hans-Sachs-Platz oder die einstige Synagoge der orthodoxen Gemeinde an der Essenweinstraße, der Alte wie der Neue jüdische Friedhof, aber auch die mittlerweile verlegten sogenannten Stolpersteine können in diesem Kontext allerdings nur ein Teil einer geplanten Sichtbarmachung sein. Es besteht vielmehr die dringende Notwendigkeit, auf „verborgene", jedoch zentrale Orte der jüdischen Geschichte und Kultur nicht allein in der Altstadt hinzuweisen, die bislang nur selten oder gar nicht (mehr) mit der jüdischen Vergangenheit Nürnbergs in Verbindung gebracht werden.

Dazu zählen unter anderem der in der Südstadt (St. Peter) gelegene Firmensitz der Firma Bing (heute Firma Diehl), des einst weltweit größten Herstellers von Metallspielwaren, der in der Altstadt angesiedelte, bei der Mauthalle und in der Karolinenstraße, mehrheitlich von Juden betriebene Hopfenhandel, das ebenfalls früher an einem zentralen Platz der Altstadt situierte Bankhaus Kohn (Königstraße 26), der auf einen jüdischen Mäzen zurückzuführende Neptunbrunnen, der heute im Stadtpark zu finden ist, das ebenfalls dank eines jüdischen Stif­ ters verwirklichte Luitpoldhaus, heute Teil des Hauptsitzes der Stadtbibliothek, oder das Rathaus, denn etliche jüdische Bürger wirkten maßgeblich auch auf kommunalpolitischer Ebene.

A20120200 Jüdische Geschichte in Nürnberg.docx

Das 2021 stattfindende Jubiläumsjahr „321 - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" unterstreicht sowohl die generelle Bedeutung jüdischen Lebens für die Entstehung und das Werden Deutschlands als auch die Not­ wendigkeit, auch in Nürnberg an das jüdische Erbe im öffentlichen Raum in einem angemesseneren Maße als bisher zu erinnern.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung erarbeitet ein Konzept zur Umsetzung von konstruktiven Maßnahmen zur Sichtbarma­ chung des reichen und vielgestaltigen jüdischen Erbes in Nürnberg als integralem Bestandteil der Stadt­ geschichte.

Mit frpiinHIirhpn f^rfiRpn

Andreas Krieglstein Fraktionsvorsitzender

A20120200 Jüdische Geschichte in Nürnberg.docx

Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart Berichte

(Nummerierung anpassen)

Die Geschichte der Stadt Nürnberg wurde lange Zeit durch jüdische Kultur und jüdische Religion mitbestimmt und wesentlich bereichert. Spuren, Zeugnisse und Überreste dieses vielgestaltigen jüdischen Erbes finden sich im Allgemeinen jedoch nur noch sporadisch und allzu dezent im öffentlichen Raum. Dies ist im Wesentlichen, aber nicht nur eine Folge des unheilvollen, vernichtenden Wirkens während der NS-Zeit. Zu den Punkten innerhalb der Stadt, an denen jüdisches Leben wieder ins Bewusstsein gerückt wird, gehören nicht zuletzt Straßennamen und Gedenk- und Erinnerungstafeln sowie Denkmale, zum Beispiel an den Orten der zerstörten Synagogen am Hans-Sachs-Platz und an der Essenweinstraße. Diese insgesamt sehr verhaltene Visualisierung im Stadtganzen bedarf einer grundlegenden Revision und Neuausrichtung, denn sie wird weder der einstigen noch der heutigen Bedeutung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur hinlänglich gerecht: Es gilt, fortan auf bislang eher verborgene, mitunter zentrale Orte jüdischen Daseins einst und jetzt eindringlich und dauerhaft hinzuweisen.

Netzwerkbildung

Das für das Selbstverständnis der Stadt Nürnberg elementare Vorhaben, die jüdische Vergangenheit und gerade auch Gegenwart inner- wie außerhalb der Altstadt zukünftig in aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, findet im diesjährigen Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zwar einen idealen Ausgangspunkt und Katalysator, reicht allerdings mit etlichen Aktivitäten weit über dieses hinaus. Den Auftakt für die zum einen für das Festjahr 2021 in den Blick genommenen Planungen wie zum anderen für die darüber hinausgreifenden Überlegungen und Visionen bildete eine vom Geschäftsbereich Kultur sowie den Museen der Stadt Nürnberg/dem Stadtmuseum im Fembo-Haus einberufene Austauschplattform, an der Ende Januar 2021 neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Nürnberg etliche Vertreterinnen und Vertreter externer Institutionen und Initiativen teilnahmen (2. Bürgermeisterin/Geschäftsbereich Kultur, Bürgermeisteramt, Museen der Stadt Nürnberg, Stadtarchiv, KunstKulturQuartier, Die Kunstvilligen e. V., Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg, Forum für jüdische Geschichte und Kultur e. V., Jüdisches Museum Franken, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken, Pfarrei St. Sebald, Augustana. Theologische Hochschule der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Caritas-Pirckheimer-Haus). Mit Vertretungen weiterer Institutionen und Einrichtungen ist der Geschäftsbereich Kultur im Dialog, u. a. dem Germanischen Nationalmuseum und der Pfarrei Unserer Lieben Frau. Die neue Austauschplattform soll als „Startrampe“ der Netzwerkbildung fungieren, um die im Folgenden beschriebenen angestoßenen Prozess der Sichtbarmachung jüdischer Geschichte und jüdischer Kultur in Nürnberg nachhaltig zu entwickeln und zu begleiten. Es handelt sich um ein langfristiges Vorhaben, an dem unterschiedliche Institutionen Anteil haben.

Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen der auf das Festjahr 2021 bezogenen Aktivitäten wird die Stadt Nürnberg mit einer Vielzahl weiterer wichtiger Akteurinnen und Akteure eng zusammenarbeiten, allen voran der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Der Geschäftsbereich Kultur übernimmt dabei zentrale Koordinierungs- und Präsentationsaufgaben. Derzeit entsteht auf „nuernbergkultur“ eine Homepage, auf der die städtischen Dienststellen und deren jeweilige Vorhaben im Kontext des Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ dargestellt werden. Angeboten wird zudem die Verlinkung zu externen Akteurinnen und Akteuren. Die jüngste Publikation zur jüdischen Geschichte und Gegenwart „Im Schatten der Burg. Jüdisches Leben in Nürnberg“, verfasst von Leibl Rosenberg und herausgegebenen von der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg (Nürnberg 2019), wird den Kulturdienststellen zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, dort möglichst weite Verbreitung unter allen interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie speziell all denjenigen, die in Vermittlungs- und

Bildungsbezügen tätig sind, zu finden. Auch die Schulbibliotheken werden in ausreichender Zahl diese Veröffentlichung erhalten. Darüber hinaus beteiligen sich folgende Dienststellen des Geschäftsbereichs Kultur mit diversen Angeboten am Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“:

Amt für Kultur und Freizeit (KuF)

Im März, April, Oktober, November und Dezember 2021 werden im Kulturladen Villa Leon unter dem Motto „Weltmusik und Klezmer“ an insgesamt 5 Tagen Konzerte stattfinden. Des Weiteren wird vom 17. bis 19. September 2021 in der Villa Leon die Veranstaltung „Women in jiddish culture“ durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um ein Austauschtreffen „for Women and non-binary People“ mit „talks, discussions, socialising, making friends & making music“, wobei vor allem Workshops im Vordergrund stehen. Bildungszentrum Nürnberg (BZ): Zwei Stadtführungen beleuchten im Juni 2021 einerseits die jüdische Frauengeschichte im Mittelalter und andererseits die Geschichte jüdischer Frauen zwischen Resistenz und Verfolgung in der Weimarer Zeit, eine weitere setzt sich im Juli 2021 mit den Propagandamethoden der Regisseurin Leni Riefenstahl anhand ihres Films „Triumph des Willens“ und der damit einhergehenden Kulissenfunktion der Altstadt Nürnbergs auseinander. Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ): Zwischen April 2021 und Februar 2022 widmen sich an insgesamt 10 Terminen unterschiedliche Führungsangebote im Stadtmuseum im Fembo-Haus jüdischen Themen und Inhalten:

 dem sogenannten Pickertʼschen Vermächtnis, einem vergessenen ersten Projekt eines Stadtmuseums in Nürnberg und seinem heutigen Fortleben im Fembo-Haus (April–Juni 2021);

 der Aufstellung des Neptunbrunnens auf dem Hauptmarkt durch die Stiftung des jüdischen Mäzens Ludwig Gerngros 1902–1934 (Juli/August 2021);

 dem Werk „Die Kartoffelbuddler“ (1950) von Max Liebermann und dadurch dem Schicksal jüdischer Künstler und Kunst im Nationalsozialismus (Oktober/November 2021);

 der ehemaligen Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz (1874–1938) und damit der Rekonstruktion einer Leerstelle im Stadtmodell von 1935 bis 1939 (Dezember 2021– Februar 2022). KunstKulturQuartier (KuKuQ): Kunstvilla: Eine Ausstellung zu bedeutenden Mitgliedern der jüdischen Hopfenhändler- und Bankiersfamilie Hopf, die ab 1851 in Nürnberg ansässig war, ist in Vorbereitung; in das Begleitprogramm sollen jüdische Akteurinnen und Akteure der Gegenwart einbezogen werden. Des Weiteren wird die Kunstvilla in enger Kooperation mit ihrem Förderverein „Die Kunstvilligen“ und in Zusammenarbeit mit und Koordination durch Geschichte Für Alle e. V. – Institut für Regionalgeschichte für dessen Buchreihe „Historische Spaziergänge“ eine Veröffentlichung zu den Spuren jüdischen Lebens im Stadtteil Marienvorstadt erarbeiten; ab Sommer werden in diesem Kontext Führungen angeboten. Museen der Stadt Nürnberg (KuM): Stadtmuseum im Fembo-Haus:

Von März bis Dezember beleuchten vier kleine, semi-permanente Ausstellungseinheiten innerhalb der Dauerausstellung des Stadtmuseums im Fembo-Haus in Übereinstimmung mit dem darauf abgestimmten KPZ-Führungsangebot markante Aspekte der jüdischen Geschichte. Deutsches Spielarchiv Nürnberg/Haus des Spiels im Pellerhaus: Von Mai bis Dezember 2021 liegt der Fokus auf der Geschichte der Familie und des jahrzehntelang in Nürnberg beheimateten Unternehmens Spear – das „Spear Games Archive“ mit über 2.000 Objekten und Dokumenten befindet sich seit 2017 im Pellerhaus –, das für rund 100 Jahre z. B. mit dem Buchstabenspiel „Scrabble“, einem der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten, ein wichtiges Kapitel der jüdisch-deutschen sowie britischen Spielegeschichte schrieb. Neben einer Ausstellung vor Ort und online wird es sowohl analoge und digitale Führungen als auch Vorträge sowie Streaming-Angebote geben. Darüber hinaus sollen Spiel- und Bastelaktionen durchgeführt und somit zu Begegnungsorten werden. Das „Spear-Jahr“ soll zudem dazu genutzt werden, Zeitzeugen (Oral-History-Projekt) und weitere Vermächtnisse der Familie Spear ausfindig zu machen. Stadtarchiv (Av): Über den gesamten Zeitraum des Festjahrs 2021 hinweg werden Beiträge über Leben und Schicksale bislang weniger bekannter jüdischer Nürnberger Bürgerinnen und Bürger im Blog der Stadtarchive der Metropolregion Nürnberg veröffentlicht (Reihe „Biografien jüdischer Bürger“; https://stadtarchive-metropolregion-nuernberg.de/). Bereits seit 2002 besteht im Stadtarchiv der Forschungsschwerpunkt „Jüdische Geschichte“, der sich mit allen Aspekten des Themas befasst und insbesondere Kontakte mit Zeitzeugen und ihren Familien herstellt, die Akquisition und Erschließung einschlägiger Unterlagen bzw. von Zeugnissen der Oral History vornimmt sowie die Auswertung und Vermittlung der Ergebnisse in Publikationen und Ausstellungen vorantreibt. Ergänzend hierzu wurde 2004 im Stadtarchiv ein Forschungsschwerpunkt zu sogenannter Lost Art, die in Verbindung mit Nürnberg steht, eingerichtet. Im Zuge der einschlägigen Bemühungen wurde rasch die große Komplexität dieser Thematik deutlich und dadurch ebenso die unbedingte Notwendigkeit, die NS- Raubgut-Forschung mit dem Ziel der Ermittlung und Rückgabe verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter konsequent fortzuführen. In den Kulturdienststellen dauern die Planungen an. Aufgrund des dynamischen Pandemieverlaufs wurden noch nicht alle Programme finalisiert und werden zum Teil noch angepasst und ergänzt. Nicht nur bei denjenigen Vorhaben, die in Zusammenhang mit dem Festjahr 2021 stehen, befindet sich der Geschäftsbereich Kultur außerdem in einem regen Kontakt mit dem Büro des Antisemitismusbeauftragten in Bayern und dessen Leiter Dr. Ludwig Spaenle, der über sämtliche Nürnberger Aktivitäten zeitnah in Kenntnis gesetzt wird. Die bislang gemeldeten Veranstaltungen des Festjahrs in Bayern sind unter https://www.antisemitismusbeauftragter.bayern.de/termine/kategorie/veranstaltungenfestjahr-2021/ einsehbar. Einschlägige Veranstaltungen, die Aufnahme in den Veranstaltungskalender finden sollen, können jederzeit an die E-Mail-Adresse Claudia.Binswanger@stmuk.bayern.de gesendet werden.

Perspektiven, Partnerschaften und strategische Überlegungen

Darüber hinaus gibt es bereits mehrere wesentliche Projekte, Planungen und Ideen, die in ihrer Ausrichtung merklich über das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ hinausreichen und somit auf die vertiefte und nachhaltige Sichtbarmachung und Verankerung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Nürnberg ausgerichtet sind. Sowohl seitens der Stadt Nürnberg bestehen bisher Überlegungen und Vorhaben. Wichtige Impulse kommen ebenso von nicht städtischen Einrichtungen, mit denen eine rege und konstruktive Zusammenarbeit sowie unterschiedliche Verbindungen bestehen: Neukonzeption des Stadtmuseums im Fembo-Haus:

Im Rahmen der bevorstehenden grundlegenden Neukonzeption und Neugestaltung der Dauerausstellung wird die Perspektive jüdischen Lebens in allen Facetten und als integraler Bestandteil der Nürnberger Stadtgeschichte abgebildet werden. Dieses Erfordernis besteht umso mehr, da sich auch in der Geschichte des Fembo-Hauses mannigfach die jüdische Geschichte spiegelt (z. B. im hölzernen Stadtmodell, in dem die Synagoge fehlt).

Fortführung von Projekten und Impulsen des Kulturhauptstadtbewerbungsprozesses

Das Stadtarchiv befasst sich seit 2014 im „Städtetrialog Nürnberg – Prag – Krakau“ mit zentralen Fragen der europäischen Geschichte, da diese drei Metropolen im internationalen Rahmen sowohl im Mittelalter als auch in der Frühneuzeit eine herausragende Stellung einnahmen. Die hohe Relevanz der jüdischen Gemeinden sowie ihrer Akteurinnen und Akteure für die genannten Städte und damit für die europäische Wirtschaft sowie den europäischen Kultur- und Wissenstransfer soll in diesem Tagungsformat abgebildet und vertieft werden. Im Rahmen der Transformation der Kongresshalle zu einem Ort für Kunst und Kultur soll nach der Konzeption der „Literaturhandlung“ in München eine Fachbuchhandlung zum Judentum implementiert werden. Im Spannungsfeld des einstigen NS-Ortes und in Nachbarschaft zum Dokumentationszentrum verleiht die Literaturhandlung jüdischer Kultur im öffentlichen Bewusstsein Präsenz und setzt einen starken Impuls zur Auseinandersetzung mit jüdischen Themen. Im Bereich der visuellen Künste ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Kinderzeichnungen aus den Konzentrationslagern Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald geplant. Kuratiert von der vielfach ausgezeichneten Publizistin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Rachel Salamander werden die überlieferten Zeichnungen, Graphiken und Aquarelle zusammen mit Comics gezeigt, die sich dem Holocaust widmen. Spätestens seit Art Spiegelmans 1989 in der BRD erschienenem Comic „Maus – die Geschichte eines Überlebenden“ wird über das Genre des „Holocaust-Comics“ kontrovers diskutiert. Heute sind gerade sie ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur und sprechen ein breites Publikum an. In Nürnberg ist im Rahmen des Open Calls zur KHS-Bewerbung 2019 ein besonderer Comic entstanden, der auch Teil der Ausstellung sein wird: „Familie Jesuran“. Schüler*innen des Albrecht-Dürer-Gymnasiums haben sich auf den Weg gemacht und unter der Kuration von Jean-Francois Drozak (Nordkurve), Dokumente über die in Nürnberg lebende jüdische Familie und deren Schicksale gesammelt. Alex Mages übersetzte die Dokumente in Bilder.

Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg: In engem Dialog bezüglich weiterer nachhaltiger Möglichkeiten der Sichtbarmachung jüdischen Lebens befindet sich der Geschäftsbereich Kultur allem voran mit der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Neben der gemeinsamen Entwicklung von Programmideen wird insbesondere die Fragestellung eines zentralen jüdischen Begegnungsraumes ventiliert. Als Stadtentwicklungsthema muss hier der Diskurs über den Geschäftsbereich Kultur hinausgeführt werden. Pfarrei St. Sebald: Im Rahmen der Neugestaltung des Sebalder Pfarrhofs wird ein „Einraum-Museum“ konzipiert, nachdem dort Artefakte im jüdischen Kontext gefunden wurden. Eine Arbeitsgruppe mit Expertise aus dem Geschäftsbereich Kultur, Av, KPZ und KuM unterstützt und berät dabei inhaltlich wie strukturell das Museumsvorhaben. Ebenfalls wird derzeit eine finanzielle Förderung des Projekts aus Mitteln der Stiftungsverwaltung auf den Weg gebracht. Jüdisches Museum Franken:

Zukünftig soll die Zusammenarbeit zwischen dem Jüdischen Museum Fürth und städtischen Nürnberger Einrichtungen, v. a. Museen gestärkt werden, um die vielen jüdischen Verbindungslinien zwischen den beiden Städten besser zur Geltung kommen zu lassen. Forum für Jüdische Geschichte und Kultur e.V. Mit einem Jahreszuschuss fördert die Stadt Nürnberg den Verein, der im stadteigenen Heilig- Geist-Haus Räume nutzt. Das Forum versteht sich und seine Veranstaltungen als Plattform der Begegnung.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Konzertreihe "Back to Live - eine kleine Hofmusik"

hier: Anträge der AfD-Stadtratsfraktion vom 07.07.2020 (AN/247/249)

Anlagen: 01_AfD-Antrag vom 07.07.2020_AN/247/2020 02_AfD-Antrag vom 07.07.2020_AN/249/2020 03_Sachverhalt

Sachverhalt (kurz): Die AfD bitte die Verwaltung um Stellungnahme im Zusammenhang mit der Corona- Konzertreihe "Back to Live - eine kleine Hofmusik".

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Konzertreihe hatte Auswirkungen auf die gesamte Stadtbevölkerung.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

Konzertreihe „Back to Live – eine kleine Hofmusik“

Mit den inhaltlich sich überlappenden Anträgen AN/247/2020 und AN/249/2020 bat die AfD die Verwaltung um Prüfung des Tatbestandes der Steuerverschwendung im Zusammenhang mit der Konzertreihe „Back to Live – eine kleine Hofmusik“. Diese Beispiele aufsuchender Kulturarbeit wurden im ersten Lockdown der Corona-Krise angeboten und sollten einerseits Bürgerinnen und Bürgern in den Zeiten der Kontaktverbote die Möglichkeit geben, Musik unterschiedlichster Art (von Klassik bis Liedermacher) vor dem Fenster oder Balkon zu erleben. Andererseits sollten damit vom Stadtrat beschlossene Maßnahmen umgesetzt werden, die regionale, von der Krise besonders hart getroffene Kulturbranche finanziell zu unterstützen und damit zum Überleben der Künstlerinnen und Künstler beizutragen. Deshalb wurden die Kurzauftritte der bekannten Vertreterinnen und Vertreter der Szene mit Gagen honoriert, die sich am unteren Rand des marktüblichen Niveaus orientierten und damit eher Symbol-Charakter hatten. Darüber hinaus gab es bei vielen Konzerten Zuspendungen der Nachbarschaften, in deren Höfen diese Aufführungen stattfanden. Mit den im Sommer 2020 zurückkehrenden Öffnungen wurde die Konzert-Reihe eingestellt. Parallel dazu unterstützte die Verwaltung die Gastronomie nach Möglichkeit. Ob sich daraus Auftritts- und Einnahmemöglichkeiten für die Künstlerschaft ergaben, konnte nicht nachverfolgt werden. Die Verwaltung berichtete in jeder Stadtratssitzung sowie in den Ferienausschüssen 2020 über den Sachstand der jeweiligen Veranstaltungsformate.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Kulturausschuss 19.03.2021 öffentlich Beschluss

Betreff:

Kultur in der Stadt - Zuschüsse

Mittelvergabe 2021

Anlagen: 01_Diversity Check 02_Empfehlungsliste

Sachverhalt (kurz): Für das Jahr 2021 wurden bei der Kostenstelle Z281001001 "Kultur in der Stadt" insgesamt 290.900,- Euro in den Haushaltsplan 2021 eingeplant. Aus diesen Mitteln wird als Zweckbindung für den 3. Internationalen Meistersingerwettbewerb 2021 ein Preisgeld in Höhe von 10.000,- Euro bereitgestellt. Zur weiteren Vergabe stehen 280.900,- Euro zur Verfügung. Aus pandemischen Gründen hat sich das Beratergremium für kulturelle Fragen am 24.02.2021 zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahr, via MS-Teams, getroffen. Dabei wurden für 10 Anträge Zuschussempfehlungen über 5.000,- Euro ausgesprochen, zu denen der Kulturausschuss um Zustimmung gebeten wird.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 108.000 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv 108.000 € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Siehe Anlage

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag:

Der Kulturausschuss schließt sich der Vergabeempfehlung der Verwaltung an und vergibt zehn Zuwendungen in Höhe von 108.000,- Euro für folgende Projekte:

  1. Galerie Bernsteinzimmer / Jahresarbeit 2021 8.000,- Euro 2. Der Kreis e.V. / Jahresarbeit 2021 11.000,- Euro 3. Kohlenhof-Kunstverein Nürnberg e.V. / Jahresarbeit 2021 11.000,- Euro ..4. Förderkreis Katzwanger Kulturzentrum-KaKuze e.V. / Jahresarbeit 2021 20.000,- Euro 5. Sunday Night Orchestra / Jahresarbeit 2021 12.000,- Euro 6. Metropolmusik e.V. / Jahresarbeit 2021 10.000,- Euro 7. Edel Extra - Verein zur Förderung ästhetischer Prozesse e.V./Jahresarbeit 11.000,- Euro 8. Fotoszene Nürnberg/Galeriebetrieb und Jahresarbeit 2021 11.000,- Euro 9. Philoscience gGmbH/Jahresarbeit 2021-Projekte 8.000,- Euro 10. IIH - It Isn't Happening gUG/Festival für experimentelle Musik 6.000,- Euro
Nr. Prüffragen Begründung / Bemerkungen Bewertung
1. In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
2. Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
3. Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
4. Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten?  relevant  teilweise relevant  nicht relevant
Gesamt- relevanz  relevant  teilweise relevant  nicht relevant

Empfehlungsliste

Kultur in der Stadt – Zuschüsse Vergabeempfehlung 2021

Antragsteller Maßnahme Empfehlung Beirat
1 Galerie Bernsteinzimmer Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 u. a. Ausstellungen, Lesungen, Radio Bernstein 8.000,- Euro
2 Der Kreis e.V. Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 – Ausstellungen 11.000,- Euro
3 Kohlenhof – Kunstverein Nürnberg e.V. Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 u.a. Ausstellungen, Lesungen, Konzerte 11.000,- Euro
4 Förderkreis Katzwanger Kulturzentrum – KaKuze e.V. Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 u.a. Theater, Konzerte, Lesungen, Investitionen 20.000,- Euro
5 Sunday Night Orchestra GbR Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 12.000,- Euro
6 Metropolmusik e.V. Zuschuss zur Jahresarbeit 2021 u.a. Sommerkonzerte, Musik+X- Aktionen, „Engelsingen XL“, 10-jähriges Jubiläum 10.000,- Euro
7 Edel Extra – Verein zur Förderung ästhetischer Prozesse e.V. Kulturelles Jahresprogramm 2021 11.000,- Euro
8 Fotoszene Nürnberg Galeriebetrieb und Jahresarbeit 2021 11.000,- Euro
9 Philoscience gGmbH (früher Turm der Sinne) Zuschuss zur Jahresarbeit (Box des Vorurteilens, Philoscience Slam Nürnberg, Wanderausstellung u.a.) 8.000,- Euro
10 IIH – It Isn’t Happening gUG IIH-Festival für experimentelle und elektronische Musik vom 6. – 16. Mai 2021 6.000,- Euro

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