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← Sitzung des Stadtrates (25.03.2015)

Antrag: Historisch-politische Bildung am Zeppelinfeld und dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände

Anlage · 25.03.2015 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

SPD-Stadtratsfraktion

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

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SPD spd@stadt. nuemberg.de U1, U11 Lorenzkirche Rathaus Tel 0911/231-2906 STADTRATSFRAKTION www.spd-stadtratsfraktion.nuemberg.de Bus 36, 46, 47 Rathaus 90403 Nümberg Fax 0911/231-3895 NÜRNBERG

OBERBÜRGERMEiSTER SPD Stadtratsfraktion 1 Rathaus 1 90403 Nürnberg 2 7. JAN. 2015 /. ........ Nr. ...... . An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg ][ Dr. Ulrich Maly Rathaus

90403 Nürnberg

Nürnberg, 27. Januar 2015

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Historisch-politische Bildung am Zeppelinfeld und dem ehemaligen Reichspartei

tagsgelände

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Diskussion um den angemessenen Umgang mit dem Zeppelinfeld und der Frage der Instandsetzung dieser Bauten wird derzeit leider weitgehend ohne die Frage ge führt, dass der Erhalt des Zeppelingeländes eine entscheidende Voraussetzung für his torisch-politische Bildungsangebote vor Ort sein wird. Ein Konzept dazu muss parallel zu der Frage der Instandhaltung entwickelt werden.

Der Erhalt der Zeppelintribüne und des umgebenden Zeppelinfeldes sind daher kein Selbstzweck, sondern sie sind die Voraussetzung für einen weiteren Ausbau der histo risch-politischen Bildung an diesem Ort. Das Dokumentationszentrum ist hier ein wich tiges unersetzliches Standbein, aber das Erleben am authentischen Ort, das Erfahren des Zusammenhangs zwischen Faszination und Gewalt ist nur hier, auf dem ehemali gen Reichsparteitagsgelände möglich. Nicht nur internationale Gäste, sondern auch zahlreiche Interessierte und vor allem junge Menschen kommen jedes Jahr, um hier vor Ort diesen Fragen nachzuspüren und damit auch wichtige Schlüsse für heute zu zie hen.

Die Stadt Nürnberg ist daher aus unserer Sicht verpflichtet, diese Erfahrung auch weite ren Generationen zugänglich zu machen. Um verstehen zu können, wie die Mechanis men des "Dritten Reiches" funktionierten, sind die Bauten auf dem ehemaligen Reichs parteitagsgelände sowie das Dokumentationszentrum die bundesweit einzigen Relikte, die dies ermöglichen. Dazu bedarf es zwingend auch Hintergrundinformationen bzw. historisch-politische Bildungsangebote.

Zudem ist es gerade hier möglich, Werte zu vermitteln und über den Stellewert der Menschenrechte zu diskutieren-gerade in Nümberg kann dies eine wichtige Brücke zu heute schlagen, und Stadtgeschichte als Teil der deutschen Geschichte und Ge schichte erlebbar machen. Nürnberg kann hier einen weiteren wichtigen Baustein im Angebot von Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung leisten.

Daher ist der SPD-Stadtratsfraktion der Ausbau der historisch-politischen Bildung am Zeppelinfeld ein ganz wesentliches Anliegen -der Erhalt der Zeppelintribüne und auch der umgebenden Wallanlagen bieten neue Perspektiven für die pädagogische Arbeit vor Ort, die auch genutzt werden müssen. Nur an diesem Ort- nicht in der Kongreßhal le -fand die Einschwörung auf die "Volksgemeinschaft" statt, hier standen nicht nur die

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SPD STADTRATSFRAKTION NÜRNBERG

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sogenannten "Täter", sondern vor allem die Mitläufer, die das System erst möglich machten, hier wurden die Massen auf den Krieg eingeschworen. Nur hier lässt sich erfahren, wie es dem Nationalsozialismus gelang, die Menschen hinter sich zu scharen dies aber nur möglich war, wenn gleichzeitig Missliebige ausgegrenzt, diskriminiert und vernichtet wurden. Der Zusammenhang zwischen diesem Ort und den Konzentrations lagern und dem verheerenden Zweiten Weltkrieg kann hier dargestellt, erfahren und nachvollzogen werden-dies gilt auch für weitere Generationen.

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss fol genden

Antrag:

  1. Die Verwaltung entwickelt parallel zu den baulichen Überlegungen im Lauf die ses Jahres ein Konzept für den weiteren Umgang mit dem Zeppelinfeld als Ler nort. Dabei sind neue Perspektiven deutlich herauszustellen. Hierbei sind neben dem Dokumentationszentrum diejenigen einzubeziehen, die vor Ort Bildungsan gebote machen und damit ihre Erfahrungen einbringen können. Dabei sind bau liche Überlegungen zur Instandhaltung - z.B. bei den Wallanlagen - mit den pä dagogischen Erfordernissen abzustimmen. Dies muss parallel verzahnt entwi ckelt werden.

  2. Zur besseren Erschließung des Zeppelinfeldes gehört auch das Erschließen neuer Sichtachsen und die Frage, ob und wieweit der "Goldene Saal" Besuche rinnen zugänglich gemacht werden kann -auch dies ist abgestimmt mit den Überlegungen der Instandhaltung zu entwickeln.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Anja Prölß-Kammerer Fraktionsvorsitzende

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