Beilage zur Sitzung des Sozialausschusses am 02.07.2020
Treff Bleiweiß 2021: Bewegung und Begegnung
Mit dem vorliegenden Papier soll der konzeptionelle Rahmen für eine Weiterentwicklung des Treffs Bleiweiß geschaffen werden, den die Stadt Nürnberg seit 1987 in der Hinteren Bleiweißstraße 15 als Seniorenbegegnungsstätte betreibt. Zudem werden Eckpunkte für eine Anpassung des Aufgabenzuschnitts des betreffenden Fachbereichs skizziert. Eine Weiterentwicklung des Treffs ist vor allem angesichts demografischer Gegebenheiten – Stichwort: ‚Babyboomer-Generation geht in Rente‘ – sowie im Sinne einer konzeptuellen Aktualisierung des Angebots in Abgleich mit einer 2017 und 2018 erfolgten Neuformulierung strategischer Zielsetzungen des Seniorenamts (u.a. manifestiert im 2018 verabschiedeten Seniorenpolitischen Gesamtkonzept der Stadt Nürnberg), geboten.
Im ersten Teil werden die derzeitige Situation sowie damit verbundene Entwicklungspotentiale umrissen. Hierbei werden die Bereiche Besucherstruktur und Angebot, Kommunikation, Cafeteria, Zustand und Erscheinungsbild des Hauses sowie Aufgabenzuschnitt und Organisationsstruktur des Fachbereichs in den Blick genommen.
Im zweiten Teil "Bleiweiß. Bewegung und Begegnung" werden Überlegungen hinsichtlich einer mittel- und langfristigen konzeptionellen Ausrichtung des Treffs auf die Bedürfnisse und Interessenlagen künftiger Seniorengenerationen skizziert. Anschließend wird eine neue Perspektive auf die Angebote des Treffs Bleiweiß vorgeschlagen; betont wird dabei die Eigenschaft des Treffs als Plattform, auf der Seniorinnen und Senioren der Organisation Seniorenamt begegnen; dem Treff und den dort stattfindenden Angeboten wird somit die kommunikative Funktion einer Schnittstelle zwischen Institution und Bürgerin/Bürger zugeschrieben. Daran anknüpfend werden Maßnahmen für die Weiterentwicklung der Einrichtung in den oben genannten Teilbereichen vorgeschlagen; schließlich wird eine mögliche neue Organisationsstruktur für den Fachbereich skizziert.
Anmerkung aus aktuellem Anlass (Corona-Pandemie): Die Entwicklung des vorliegenden Konzeptpapiers war abgeschlossen, bevor die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen das gesellschaftliche Leben in Deutschland erfassten. Die im Folgenden diagnostizierten Herausforderungen sowie die vorgeschlagenen Zielsetzungen, strategischen Weichenstellungen und Maßnahmen sind tendenziell auf eine mittel- und langfristige Umsetzung angelegt; sie sind durch die aktuelle Situation nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. Praktische Überlegungen bezüglich eines Betriebs des Treffs nach den Maßgaben des Infektionsschutzes, die derzeit angestrengt werden (Stichwort „Hygienekonzept“ usw.), mögen zwar (je nach Dauer bestimmter Einschränkungen) die Art der Umsetzung bestimmter Vorhaben beeinflussen. Sie sind aber von den eigentlichen konzeptionellen Überlegungen um die es hier geht, als weitestgehend unabhängig zu betrachten. Hinzu kommt, dass seriöse Prognosen darüber, in welcher Weise Maßnahmen der Pandemie-Eindämmung den Betrieb des Treffs in einigen Monaten (geschweige denn Jahren) beeinflussen werden, kaum möglich erscheinen. Eine Einarbeitung von Überlegungen bezüglich des Infektionsschutzes in dieses Papier ist daher nicht erfolgt.
1. Treff Bleiweiß: Ist-Zustand und Herausforderungen
1.1 Angebots- und Besucherstruktur
Angebot
In sechs Veranstaltungsräumlichkeiten (Saal, Cafeteria, Werkraum, Clubraum, Hobbyraum, Kegelbahn) veranstaltet das Seniorenamt im Bleiweiß Angebote zur Förderung gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe. Das Programmangebot des Treffs kategorisiert sich in Veranstaltungen und Kurse.
| Veranstaltungsrubriken | Kurskategorien |
|---|---|
| Musik, Tanz und Unterhaltung | Aktiv in Bewegung |
| Kunst und Literatur | Geist und Körper |
| Vorträge und Workshops | Sprachen |
| Ausflüge und Wanderungen | Kreativ |
| Jung und Alt | |
| Besichtigungen | |
| Unser Quartier | |
| Veranstaltungsreihe „Lebensspur“ |
Gesund und aktiv im Stadtteil Einen detaillierteren Überblick über die Veranstaltungen, Konzerte, Vorträge, Exkursionen und Kursangebote im Treff Bleiweiß bieten die Programmhefte aus den vergangenen Semestern.
Aussagen darüber, wer mit dem Angebot des Treffs erreicht wird (und wer nicht), erlaubt die Besucherstatistik.
Besucherstruktur
Im Folgenden wird die Entwicklung der Besucher- bzw. Nutzer/-innenstruktur über die vergangenen neun Jahre betrachtet. Anders als das Angebot an Veranstaltungen, das sich inhaltlich sowie bezüglich der realisierten Formate sehr heterogen gestaltet, zeichnet sich das Kursangebot durch eine über die Jahre recht stabile Angebotspalette aus. Stellvertretend für die Nutzungsstatistik des gesamten Programmangebots wird daher – etwas vereinfachend – die Kursstatistik als Bezugsgröße herangezogen, um Tendenzen in der Entwicklung der Nutzer/-innenstruktur zu veranschaulichen.
Überwiegend Stammbesucher/-innen Es fällt auf, dass der Anteil der „Stammbesucher/-innen“ den Anteil derjenigen Personen, die über den genannten Zeitraum nur ein oder zweimal das Kursangebot genutzt haben, deutlich überwiegt. 2018 bestand der Teilnehmerkreis im Kursbetrieb des Treffs zu 88 Prozent aus Stammbesucherinnen und Stammbesuchern, 2019 waren es 86 Prozent.
Die Säulen in der nachfolgenden Grafik symbolisieren die Nutzung des Kursangebots im Treff Bleiweiß zwischen 2010 und 2018. Eine Säule entspricht einer in der Kursstatistik hinterlegten Wohnadresse. Die verschiedenfarbigen Schichten einer Säule illustrieren die Nutzung des Angebots entsprechend der in der Legende verzeichneten Jahre. (Eine Säule mit z.B. fünf verschiedenen Farbschichten entspricht demnach einer Person, die sich in fünf verschiedenen Jahren für Kurse des Treffs angemeldet hat.) Einerseits illustriert die Grafik, dass der Anteil an „Stammnutzer/-innen“ (hohe, mehrfarbige Säulen) den Anteil der „Einmalnutzer/-innen“ (kleine einfarbige Klötzchen)
deutlich überwiegt; andererseits erkennt man im näheren räumlichen Umfeld des Treffs eine höhere Dichte an „Nutzerhaushalten“ als in weiter entfernten Bezirken.
Aus den Daten lässt sich schließen, dass viele Nutzerinnen und Nutzer das Angebot offenbar als gewinnbringend wahrnehmen, wenn sie sich in einem Folgesemester erneut für ein Kursangebot des Treffs entscheiden. Erfreulich ist dabei, dass sich die Angebote des Treffs für einen gewichtigen Teil der Nutzerinnen und Nutzer zu einer festen Institution im Freizeitverhalten zu entwickeln scheinen und somit als nachhaltige Angebote zur gesundheitlichen Prävention und Förderung sozialer Teilhabe wirken.
Steigendes Durchschnittsalter Die Kehrseite relativ vieler Stammbesucherinnen und Stammbesucher sind relativ wenige neue Nutzerinnen und Nutzer. Dies manifestiert sich auch im über die Jahre kontinuierlich steigenden Durchschnittsalter der Teilnehmenden; von 2010 bis zum Jahr 2017 ist dieses von 71,7 auf 76,6 Jahre angestiegen.
Sofern das Angebot in seiner Grundstruktur in Zukunft nicht weiterentwickelt wird, ist von einer weiteren 'Besucheralterung' auszugehen, die innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahren auch einen merklichen Rückgang der Besucherzahlen erwarten lässt.
Mögliche Konsequenzen für die Ausrichtung des Angebots werden Abschnitt 2.1, S. 8 ff
thematisiert
1.2 Kommunikation
Name
Der Treff Bleiweiß heißt derzeit schlicht "Treff Bleiweiß"; allerdings wird er in vielen externen Veröffentlichungen (immer noch) als "Seniorentreff Bleiweiß" bezeichnet. Viele Seniorinnen und Senioren würden sich selbst allerdings nicht als Seniorinnen oder Senioren bezeichnen („alt sind immer die anderen“); auf künftige Generationen Älterer sowie auf ‚jüngere‘ Seniorinnen und Senioren (im Alter zwischen 60 und 70 Jahren) trifft dieses Nicht-Identifizieren mit dem „Senioren- Label“ noch in höherem Maße zu als bei der derzeitigen Hauptzielgruppe des Bleiweiß. In dieser Weise lässt sich auch ein Ergebnis der vom Seniorenamt durchgeführten repräsentativen „Nürnberger Seniorenbefragung 2019“ interpretieren: In der Altersgruppe von 60-69 Jahren halten sich 76,4 Prozent der befragten Personen für zu jung, um spezifische Seniorenangebote zu nutzen.
Grafik Seniorenbefragung Nürnberg 2019
Wenn künftig neue Besuchergruppen für das Angebot im Bleiweiß gewonnen werden sollen, ist der Name der Einrichtung ein relevanter Erfolgsfaktor.
Programmpublikation
Die Angebote werden in einem halbjährlich (i.d.R. Anfang Februar und Anfang Juli) erscheinenden Programmheft mit dem Titel "Angebote des Seniorenamts und seiner Treffs Bleiweiß und Heilig- Geist" kommuniziert. Diese rund 90 Seiten umfassende Broschüre enthält neben dem Veranstaltungs- und Kursprogramm der Treffs auch Informationen und Kontakte über alle weiteren, direkt bürgeradressierten Angebote des Seniorenamts (Pflegestützpunkt, KOWAB, Informations- und Beratungsstelle, Seniorennetzwerke, Ehrenamtsmanagement) sowie Informationen über Initiativen Vereine (Stadtseniorenrat, Computerclub, kleinere Seniorenclubs). Aufgrund seines schieren Umfangs erscheint das Programmheft vielen potentiell am Veranstaltungs- und Kursangebot des Treffs Interessierten mutmaßlich zu unübersichtlich; dass das Heft relativ dick ist, dürfte viele, die beim kursorischen Durchstöbern von Flyerauslagen auf der Suche nach Veranstaltungs- oder Kursangeboten sind, vom Griff zum Heft abhalten.
Internetauftritt
Momentan sind Informationen über die Angebote des Fachbereichs SenA/3 auf der Website des Seniorenamts (www.senioren.nuernberg.de) unter dem Menüpunkt “Veranstaltungen und Begegnung” zu erreichen. Die Unterseite enthält einen kurzen allgemeinen Text über die Bedeutung
körperlicher und geistiger Aktivität im Alter sowie einen groben Überblick über die Angebote des Fachbereichs in diesem Zusammenhang. Darunter finden sich Abbildungen der Außenansichten der Häuser Bleiweiß und Heilig-Geist mit den jeweiligen Kontaktdaten. In der rechten Spalte finden sich Banner, die mit PDFs der aktuellen Programmhefte und Programmflyer hinterlegt sind. Schließlich enthält die Seite einen Verweis auf Kontaktadressen weiterer Begegnungsstätten anderer Träger sowie eine kurze Linkliste ehrenamtlicher Senioreninitiativen und Vereine (Computerclub 50 plus, Videofilmclub 50 plus, Alten-Akademie und Initiative “Persönliche Stadtansichten”).
Der Treff präsentiert sich auf der Seniorenamts-Website derzeit als ein Angebot des Seniorenamts unter diversen Informationen, die alle ganz unterschiedliche Zielgruppen (Pflegebedürftige und Angehörige, Fachöffentlichkeit, Ehrenamtsinteressenten etc.) adressieren. Dass sich auf der Website ein umfangreiches Veranstaltungs- und Kursangebot verbirgt, ist angesichts der Fülle der verschiedenen Informationen auf Anhieb nicht klar erkennbar.
Vorschläge zur Weiterentwicklung der Kommunikationsmittel und -aktivitäten finden sich in Kapitel 2.4, S. 16f.
1.3 Cafeteria
Funktion
Die Cafeteria erfüllt für den Treff eine wichtige Funktion; als nicht programmgebundener Ort dient sie als Raum für Begegnungen der Besucherinnen und Besucher untereinander. Hier trifft man sich im Anschluss an Angebote, um sich über das Gehörte bzw. Erlebte auszutauschen und kann mit Teilnehmenden anderer Angebote ins Gespräch kommen. Als gastronomisches Angebot mit sozialer Preisgestaltung und ohne Verzehrszwang wird Menschen mit geringen finanziellen Mitteln ein Stück soziale Teilhabe ermöglicht, da sie Speisen und Getränke in Gesellschaft einnehmen können. Idealiter dient eine attraktive Cafeteria zudem als „Tor zum Treff“ – wenn sich das Angebot hinsichtlich Preis- Leistungsverhältnis und Atmosphäre positiv von umliegenden Wettbewerbern abhebt, lockt das gastronomische Angebot mitunter Menschen ins Haus, die über die Angebotskommunikation nicht erreicht werden und auf kurz oder lang eventuell zu Nutzerinnen oder Nutzern des Angebots werden.
Momentane Situation
Die Cafeteria im Treff Bleiweiß wird seit Oktober 2005 durch die arbewe gGmbH Integrationsbetriebe bewirtschaftet.
Der Betrieb wird in der Regel durch eine Mitarbeiterin gewährleistet; wenn größere Veranstaltungen zu bewirten sind, ist zusätzliches Personal im Einsatz. Die Cafeteria bietet verschiedene Heiß- und Kaltgetränke sowie täglich zwei Mittagsgerichte und eine kleine Auswahl an Kuchen und Torten an. Neben dem Gastraum im Foyer des Treffs verfügt die Cafeteria über eine voll ausgestattete Gastronomieküche sowie einen Kühlraum mit drei Großkühlschränken. Speisen werden allerdings nicht im Treff selbst zubereitet, sondern täglich aus der Großküche der arbewe angeliefert.
In den vergangenen Jahren wurden in zahlreichen Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern im täglichen Betrieb sowie bei Besucherbefragungen (zuletzt im Herbst 2019 im Treff durchgeführt) Entwicklungspotentiale bezüglich des Verzehrsangebots und der Servicequalität angemerkt. Zwischen Seniorenamt und dem momentanen Betreiber, der arbewe gGmbH, besteht grundsätzlich Einigkeit in der Einschätzung, dass die Cafeteria weder für die Nutzerinnen und Nutzer der Programmangebote des Treffs ein attraktives gastronomisches Angebot darstellt, noch dazu geeignet ist, neue Gäste ins Haus zu 'locken'. Mittelmäßige Speisenqualität, geringe Vielfalt im
Angebot an Speisen, kaum Frisch- und Rohkostangebot (keine Salate) wirken sich ungünstig auf die Attraktivität der Cafeteria aus. Zudem ist der Gastraum wenig modern und einladend gestaltet.
Vorschläge zur Weiterentwicklung der Cafeteria finden sich in Kapitel 2.5, S. 17 f.
1.4 Zustand und Erscheinungsbild des Hauses
Bezüglich der baulichen Gegebenheiten ist zunächst festzuhalten, dass das Haus Bleiweiß von außen wie auch von innen durch die zahlreichen Holzbauelemente sowie durch die insgesamt großzügige Fensterfläche einen warmen und hellen Grundcharakter aufweist und sich damit gut als Ort der Begegnung eignet.
Hinsichtlich des Erscheinungsbildes, der Aufenthaltsqualität sowie organisatorischer Abläufe sind dennoch einige Aspekte mit Entwicklungspotential zu nennen:
Fassade: Holzschutz erneuerungsbedürftig
Nottreppe außen: Rutschfestigkeit mangelhaft
Mangelhafte Hitzeregulierung, Räume erwärmen in sich den Sommermonaten stark
Stuhl- und Tischlager befinden sich momentan im Keller; bei Umbestuhlungen im Saal muss das Foyer passiert werden, was den Cafeteriabetrieb stört.
Fehlende akustische Grenze zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss; daher mitunter akustische Beeinträchtigung des Betriebs im ersten Obergeschoss bei Musikveranstaltungen oder starken Betrieb im Cafeteriabereich (Erdgeschoss)
Ein äußerlich ansprechendes und funktionales Gebäude stellt für die Attraktivität der Einrichtung im Ganzen eine wichtige materielle Grundlage dar.
Entsprechende bauliche Veränderungs- und Erneuerungsmaßnahmen werden in Abschnitt 2.6, S. 18 skizziert.
1.5 Organisationsstruktur des Fachbereichs
Herausforderungen der momentanen Konstellation
Das Aufgabengebiets des Fachbereichs SenA/3 deckt derzeit die Treffs Bleiweiß und Heilig-Geist ab. Innerhalb des Fachbereichs hat sich durch die dauerhafte Erkrankung der Leitung zwischen 2016 und 2018 eine Lücke ergeben, die überwiegend durch die beiden in Teilzeit beschäftigten sozialpädagogischen Kräfte gefüllt wurde; auf organisatorisch/operativer Ebene wurde diese Lücke zunehmend durch den Inhaber der Hausmeisterstelle im Treff gefüllt, der faktisch das Aufgabengebiet eines Hausmanagers abdeckte. Neben der in der Verwaltung angesiedelten Hausmeisterstelle ist dem Fachbereich eine weitere Verwaltungskraft (in Teilzeit) zugeordnet, die mit klassischen Verwaltungs- und Kassengeschäften betraut ist. Hausmanager und Verwaltungskraft vertreten sich in den Verwaltungsgeschäften bei Bedarf gegenseitig. Gleiches gilt für die pädagogischen Kräfte.
Folgende Herausforderungen legen Veränderungen in den Aufgabenzuschnitten des Fachbereichs nahe:
Diskrepanz zwischen Hausmeisterstelle und faktisch ausgeübtem Hausmanagement.
Teilweise unklare Rollen- und Zuständigkeitskonstellation zwischen Hausmanagement und pädagogischen Fachkräften.
Seit 2016 Abwesenheit einer Fachbereichsleitung und damit einhergehend: Verlagerung von Führungsaufgaben in den pädagogischen sowie den Managementbereich sowie Fehlen inhaltlicher sowie organisatorischer strategischer Richtungsgebung (konzeptionelle Leitung).
Neue konzeptuelle Perspektive auf den Treff Bleiweiß als Plattform der Begegnung zwischen Bürger/-innen und Institution (Seniorenamt) erfordert Kompetenzen in strategischer Kommunikation. Ausführungen hierzu siehe Kapitel 2
Auf das künftige Aufgabengebiet, eine mögliche Organisationsstruktur sowie Aufgabenbeschreibungen wird in Kapitel 3, S. 19 ff eingegangen.
2. Bleiweiß - Bewegung und Begegnung
Eckpunkte für eine Weiterentwicklung des Treffs Bleiweiß sowie des Fachbereichs SenA/3 mit neuem Aufgabengebiet "Kommunikation und Teilhabeangebote"
Für die konzeptuelle Weiterentwicklung des Treffs Bleiweiß wird folgender Zielzustand formuliert: Der Treff Bleiweiß ist hinsichtlich seines inhaltlichen Angebots, der organisatorischen Abläufe, dem Zustand und der Ausstattung des Hauses sowie der dort angesiedelten Gastronomie ein attraktiver Ort der Förderung gesellschaftlicher Teilhabe Älterer, eine Plattform für Partizipation und innovative Projekte bürgerschaftlichen Engagements der Babyboomer-Generation sowie für den intergenerationalen Dialog.
Eine gesteigerte Kongruenz zwischen den strategischen Zielen der Dienststelle sowie aktuellen Trends der Seniorenarbeit einerseits und dem Angebot des Treffs andererseits ist durch eine regelmäßige Anpassung des Programmkonzepts im strukturierten Dialog mit den anderen Fachbereichen der Dienststelle sichergestellt.
Die Veränderungen zeigen sich kurz- und mittelfristig in wahrnehmbaren Neuerungen im Programmangebot, in institutionalisierten Kooperationen mit neuen Akteuren im Bleiweißviertel und darüber hinaus in einer veränderten Gestaltung der Kommunikationsmittel (in print und online) sowie in Angebot und Gestaltung der Gastronomie im Treff. Mittelfristig resultieren die Veränderungen in einem merklichen Anstieg der Quote an neuen Nutzerinnen und Nutzern (angestrebt: Erreichen einer Mindestquote von 25 % neuen Nutzer/-innen bis 2026) des Programmangebots sowie regelmäßigen Vermietungen als Fortbildungsort im Bereich der Seniorenarbeit.
2.1 Zielgruppenorientierung: Alte und neue „Seniorengenerationen“ –
Neues mitgestalten, Bewährtes erhalten
In seiner Grundfunktion als „Seniorenbegegungsstätte“ stellt der Treff Bleiweiß für ältere Menschen einen Ort dar, an dem sie neue Kontakte knüpfen und vorhandene soziale Kontakte pflegen können. Hierfür bietet einerseits die Cafeteria einen Raum (soziale Preisgestaltung, kein Verzehrzwang), zudem stellt der Treff Seniorenvereinigungen und Initiativen Räumlichkeiten für regelmäßige Treffen zur Verfügung. Weiterhin wohnt den Programmangeboten, über ihre inhaltliche Ausrichtung hinaus, naturgemäß ein sozialer Charakter inne; in Veranstaltungen ist man in Gesellschaft mit Gleichaltrigen, kommt in Kontakt mit Menschen mit ähnlichen Interessen; in Kursangebote bilden sich durch die regelmäßige gemeinsame Aktivität in einer Gruppe kleine Gemeinschaften heraus.
Neben der Funktion des Treffs als Ort der Begegnung, dienen die inhaltlichen Programmangebote zur Förderung sozialer Teilhabe, körperlicher und geistiger Aktivität sowie gesundheitlicher Prävention (z.B. Workshops zur Nutzung elektronischer Kommunikationsmedien zur Förderung der Teilhabe an der digitalen Informationsgesellschaft; Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Exkursionen zur Förderung kultureller Teilhabe; Bewegungsangebote, Gesundheitstage als gesundheitlich präventive Angebote).
Grundsätzlich erfüllt der Treff die genannten Funktionen in seiner momentanen konzeptionellen und organisatorischen Ausrichtung für seine Besucherschaft durchaus.
Babyboomer
Angesichts des hohen Anteils an Stammbesucherinnen und –besuchern sowie des hohen Durchschnittsalters der Stammbesucherschaft (siehe Seite 3), ist es mit Blick in die Zukunft allerdings geboten, bereits jetzt Weichen zu stellen und hinsichtlich des Angebots sowie der konzeptionellen Ausrichtung der Einrichtung künftige „Seniorengenerationen“ in den Blick zu nehmen. Für die nun nach und nach ins Rentenalter kommenden Babyboomer-Jahrgänge sind Orte zum Knüpfen und Pflegen sozialer Netzwerke besonders bedeutsam, denn diese Generationen sind besonders stark von Vereinsamung und sozialer Isolation bedroht:
Viele Babyboomer werden ohne Familie altern; sie haben häufig keine Kinder oder diese leben weit entfernt, weil sie für Ausbildung, Studium oder Beruf ihre Heimatorte verlassen haben; zudem sind etwa 13 % der heute 50 bis 65-Jährigen ledig, weitere 14 Prozent geschieden und 4 Prozent verwitwet. (vgl. Körber-Stiftung 2018, Thesenpapier „Die Babyboomer gehen in Rente“, S. 14)
Allerdings zeigt die Praxis, dass sich die Menschen, die diesen Generationen angehören, kaum durch „klassische“ Seniorenangebote angesprochen fühlen, aus denen das Angebot im Treff Bleiweiß zu einem gewichtigen Teil besteht. Grundsätzlich ergibt es nur begrenzt Sinn, dieser kommenden Seniorengeneration ein vorgefertigtes, konsumierbares Angebot „vorzusetzen“, denn man darf den Babyboomern aufgrund ihrer Sozialisation, im Laufe derer zivilgesellschaftliches Engagement stark an
Bedeutung gewonnen hat, ein (relativ zu vorherigen Generationen) hohes Maß an Gestaltungs- und Mitbestimmungswillen unterstellen:
„Während die Babyboomer erwachsen wurden, hat die Zivilgesellschaft an Bedeutung gewonnen. Die Menschen mischen sich heute mehr als früher ein […] [und] […] wenn die Babyboomer nun nach und nach das Erwerbsleben verlassen, so werden sie auch künftig maßgeblich die Gesellschaft mitgestalten [wollen].“ (Körber-Stiftung 2018: „Die Babyboomer gehen in Rente“ Thesenpapier des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung für die Körber-Stiftung, S. 9, 13)
Der angesprochene Gestaltungswille zeigt sich auch in der hohen Quote gesellschaftlichen Engagements bei den Babyboomern bzw. in der hohen Engagementbereitschaft: Die Frauen der Babyboom-Jahrgänge im Alter von 50 bis 59 engagieren sich zu 24,0 Prozent ehrenamtlich, bei den früher geborenen Nachkriegsjahrgängen waren es im selben Alter nur 12,3 Prozent; bei den Männern sind es unter den Babyboomern 27,7 Prozent im Gegensatz zu 18,3 Prozent bei den Nachkriegsjahrgängen. (vgl. DZA Deutscher Alterssurvey 2018: „Babyboomer in Deutschland“)
Laut einer forsa Umfrage im Auftrag der Körber-Stiftung von 2018 können sich 73 Prozent der heute (Juli 2018) 50 bis 75-Jährigen ein gesellschaftliches Engagement im Alter vorstellen, 42 Prozent engagieren sich bereits oder haben es ganz fest für den Ruhestand geplant. 51 Prozent der 50 bis 64- Jährigen (und 42 Prozent der 65 bis 75-Jährigen) aller Befragten können sich dabei vorstellen, sich gesellschaftlich zu engagieren, indem sie oder er ein Projekt, eine Initiative oder einen Verein initiiert. (vgl. Körber-Stiftung 2018: „Aufbruch: Gründergeist und soziale Verantwortung“)
Es zeigt sich also auch hier in der betreffenden Generation eine hohe Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft einzubringen; diese Neigung scheint zudem stark davon beeinflusst zu sein, inwieweit die Bedingungen und Ziele dieses Engagements selbst gestaltet und mitbestimmt werden können.
Diese datengestützten Grundannahmen über die Generation sollten mitgedacht werden, wenn der Treff in Richtung der Bedürfnisse und Interessenlagen der Babyboomer weiterentwickelt werden soll. Vielversprechend erscheint eine Perspektive, die den Treff als einen Ort begreift, an dem sich Begegnungen, partizipative Prozesse und gesellschaftlicher Gestaltungswille entfalten können, wobei die Institution mehr als eine Art Plattform und weniger als ein Akteur mit ausgearbeiteter, fester inhaltlicher Agenda auftritt.
Will man die Babyboomer über das Thema Engagement ansprechen, sollte der dahinterliegende Ansatz weder primär auf ein Nutzbarmachen von Engagementpotentialen zur Entlastung sozialer Sicherungssysteme abzielen, noch sollte offen an ein unterstelltes Pflichtgefühl zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung appelliert werden. Jenseits eines solchen Pflichtdiskurses geht es aus der Perspektive der Förderung „Aktiven Alterns“ vielmehr darum, dem gesellschaftlichen Gestaltungs- und Partizipationswillen der Babyboomer einen Entfaltungsraum zu geben und entsprechende Projekte bewusst ergebnisoffen zu gestalten. Die „Institution“ hat dabei weniger eine gestaltende als vielmehr eine initiierende, moderierende und unterstützende Rolle.
Folgende Angebote könnten als Einzelprojekte erprobt werden:
Ideenstammtische für Bürgerschaftliches Engagement z.B. zu aktuell öffentliche Diskurse bestimmenden Themen wie Rechtsextremismus/Rassismus oder Ökologie/Klimawandel; der Treff Bleiweiß kann den räumlichen und organisatorischen Rahmen für solche Treffen bieten, der Stammtisch wird eventuell in der Initiationsphase von hauptamtlichen Mitarbeitenden moderiert und bei Bedarf beratend begleitet; auf Wunsch könnten zudem durch den Treff Impulsgeber/-innen eingeladen werden (z.B. Referent/-innen, Beratung zur Gründung einer bürgerschaftlichen Initiative etc.).
Regelmäßige Tauschbörsen im Treff für nachbarschaftliche Hilfen im Quartier: Etwa im Format eines „Speed-Dating“-Angebots könnten frei nach dem Vorbild virtueller Nachbarschaftsplattformen (wie z.B. nebenan.de) eine Art Suche-Biete-Plattform mit echten persönlichen Begegnungen erprobt werden.
Angebotsentwicklung als partizipativer Prozess: Das Format könnte eine ehrenamtliche Gruppe sein, die selbständig Angebotsformate für den Treff Bleiweiß erarbeitet und in Abstimmung mit den Hauptamtlichen des Treffs auch umsetzt. Zudem könnte die Gruppe als eine Art Besucher/-innenbeirat, also als Interessen vermittelndes Bindeglied zwischen der Besucherschaft und den Betreibern des Treffs fungieren. Wenn die Beteiligten in dieser Weise am Angebot des Treffs teilhaben, ermöglicht dies, neben einer intensiveren Orientierung der Angebotskonzeption an den Besucherinteressen, auch eine neue Qualität der Bindung der beteiligten Menschen an die Institution „Bleiweiß“, wovon beide Seiten profitieren.
Plattform für Angebote und Projekte der „Vereins- und Ehrenamtsakademie Nürnberg“ Im Oktober 2019 hat der Sozialausschuss des Stadtrats einstimmig ein umfassendes Konzept mit rund 30 Prüfaufträgen für eine „Nürnberger Vereins- und Ehrenamtsakademie“ beschlossen, an der die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement und Corporate Citizenship des Referats für Jugend, Familie und Soziales in Kontakt mit verschiedensten Organisationen und Initiativen bis 2022 arbeiten wird.
Vor allem in den im Konzept benannten Bereichen „Fortbildung und Qualifizierung“, „Best Ager“ und „Kommunikation“ könnte der Treff Bleiweiß künftig als inhaltlich mitgestaltender Akteur sowie als „Austragungsort“ für Angebote und Projekte der Akademie fungieren. Das Konzept enthält einen Prüfauftrag für ein „Kompetenzzentrum Best Ager“, das den Fokus auf die „Gewinnung von älteren Aktivbürgern“ richtet. In Zusammenhang mit den oben skizzierten Ideen hinsichtlich der Ansprache der Babyboomer-Generation als künftige Zielgruppe des Treffs Bleiweiß tut sich hier eine vielversprechende Kooperationsperspektive auf. Im Zuge partizipativer Einzelprojekte (siehe oben) können, je nach Thematik, inhaltlicher Ausgestaltung und Kommunikation, Menschen auf unterschiedlichen Ebenen von Vorerfahrungen und Kompetenzen angesprochen werden. Von Menschen mit ausgesprochen hoher beruflicher (Management- und Wissens-) Kompetenz, die sicherlich analog zum wirtschaftlichen „Headhunting“ sehr individuell angesprochen werden müssten, über hochqualifizierte Menschen, die ihr Wissen weitergeben können und wollen, bis hin zu potentiellen Ehrenamtlichen, die vor allem ihre „Bürgerzeit“, gerne auch bei einfachen und dienenden Ehrenämter einbringen wollen. Im Rahmen der Kooperation mit dem Stab Bürgerschaftliches Engagement und Corporate Citizenship muss allerdings im Blick behalten werden, dass die Perspektive des Seniorenamts auf das Thema ehrenamtliches Engagement nicht vorrangig auf das Nutzbarmachen von Engagementpotentialen ist. Aus der seniorenpolitischen Perspektive der Förderung aktiven Alterns liegt der Schwerpunkt auch im Rahmen einer solchen Kooperation zuvorderst auf dem Schaffen von Entfaltungsräumen im Sinne der tätigen Selbstverwirklichung nach Ende der Erwerbsphase.
Bedürfnisse der „Stammbesucherschaft“
Wenn sich allerdings der Charakter des Treffs in zu kurzer Zeit zu stark verändert, besteht die Gefahr, dass ein Teil der derzeitigen „alteingesessenen“ Besucherschaft verdrängt wird bzw. dass sich das Profil des Treffs in einer Weise verändert, dass Stammbesucherinnen und –besucher das Bleiweiß nicht mehr als „ihren“ Treff erleben, sich im Treff nicht mehr wohlfühlen und auf längere Sicht als Besucherinnen und Besucher verloren gehen. Das Bedürfnis nach Beständigkeit in Struktur und
Angebot der Einrichtung muss ernst genommen und in die Überlegungen für die Umsetzung von Veränderungen einbezogen werden: Es kann nicht um ein radikales „Alles Neu“ gehen; kurz- und mittelfristig wird die grundlegende Angebotsstruktur weiter Bestand haben (müssen). Neue Ideen und partizipative Konzepte sind parallel dazu punktuell und wohl dosiert zu erproben, um anschließend eine Verstetigung zu eruieren – abhängig von den gemachten Erfahrungen und vom Feedback der alten und neuen Besucherinnen und Besucher.
Damit diese Gratwanderung gelingen kann, ist die Kommunikation mit den Besucherinnen und Besuchern des Treffs entscheidend: Die Überlegungen über die konzeptionelle Weiterentwicklung des Hauses sollten interessierten Besucherinnen und Besuchern (z.B. im Rahmen einer Informationsveranstaltung) durch die Verantwortlichen im Treff nahegebracht werden. Dabei werden nicht zuletzt kritische Anregungen und Wünsche aufgenommen und in der Umsetzungsphase der Veränderungen mit einbezogen. In einem ein- bis zweijährlichen Turnus sollten im Verlauf des Veränderungsprozesses weitere Feedbackrunden eingeplant werden, um auch im Prozess der Weiterentwicklung die Bedürfnisse, Befürchtungen und Interessen der Besucherinnen und Besucher im Blick zu behalten.
Kurz- und mittelfristige Veränderungen im Programmangebot
Neben dem genannten partiellen Rollenwechsel (von der Institution zur Plattform), der nötig erscheint, um den Treff auf längere Sicht für kommende Seniorengenerationen attraktiv zu gestalten, können und sollten auch in der konkreten Ausgestaltung der Angebote innerhalb der aktuellen Programmstruktur kurz und mittelfristig Veränderungen umgesetzt und Neuerungen erprobt werden.
In einem gemeinsamen Workshop der Fachbereiche SenA/3 (Veranstaltungen und Treffs) und SenA/2 (Quartiersentwicklung und Seniorennetzwerke) wurde die Bedeutung von Angeboten außerhalb der derzeitigen Öffnungszeiten (z.B. Abendveranstaltungen, Sonntagsbrunch mit kulturellen Angeboten) betont, um neue Zielgruppen ansprechen zu können.
Zudem wurde herausgestellt, dass, um die Wahrnehmbarkeit als Stadtteil-Treff sowie die Einbindung ins Bleiweiß-Viertel zu stärken, künftig die Nutzung des Außenbereichs vor dem Haus (sichtbare Öffnung ins Viertel) sowie vermehrt spezielle Angebote mit Quartiersbezug (z.B. „Action Bound“ evtl. als Kooperation mit dem Computerclub 50 plus, Einbindung von Akteuren aus dem Viertel etc.) in Betracht gezogen werden sollten.
Weiterhin wurde eine Nutzung als Schulungszentrum für Akteure in der Seniorenarbeit (Clubleitungen, Seminare für Ehrenamtliche, Kooperationen mit StSR) vorgeschlagen, um die Verankerung der Einrichtung bei unterschiedlichen Trägern/Gruppierungen mit Multiplikatorenfunktion der Nürnberger Seniorenarbeit zu intensivieren. Zudem wäre perspektivisch eine Verortung von Aktivitäten und Angeboten der am 10.10.2019 im Sozialausschuss vorgestellten „Vereins- und Ehrenamtsakademie Nürnberg“ des Stabs Bürgerschaftliches Engagement im Referat für Jugend, Familie und Soziales, interessant.
Folgende Angebotsvorschläge wurden erarbeitet, die zur kurz- und mittelfristigen Ansprache neuer Besucher/-innengruppen geeignet erscheinen:
Improvisationstheater
„KulturCafé“ (Lesungen / Diskussion in Caféhaus-Atmosphäre)
„Crowdsinging“
Talkrunden zu gesellschaftspolitischen Themenstellungen
Jazz-, Blues- oder Rockkonzerte
Im Rahmen einer Impulsbefragung, die zwischen Oktober und Dezember 2019 im Treff durchgeführt wurde, wurde zudem die Frage gestellt, welche zusätzlichen Angebote sich die Besucherinnen und Besucher des Treffs wünschen. Die Befragung ergab unter anderem folgende Vorschläge:
Kneipenquiz
Workshop „Wie repariere ich Haushaltsgeräte selbst“
Stärkere Stadtteilbindung: Begegnung auch mit Handwerksbetrieben, wer kann helfen, wenn ich Bedarf an Reparaturen technischer Geräte habe?
Ausfüllhilfe für Formulare
Internationale Treffs
Ernährungsberatung, Kochkurse, Angebote zum Thema „gesundes Kochen im Alter“
Tanzen für die „mittlere“ Generation
Nordic Walking
Angebote zum Muskelaufbau und -erhalt (Infotag + Kurs)
Längere Öffnungszeiten
Die zahlreichen Ideen für Veränderungen aus den Reihen der momentanen Besucherschaft des Hauses weisen darauf hin, dass der pauschale Gegensatz, der weiter oben zwischen den Bedürfnissen von „Stammbesucher/-innen“ und künftigen potentiellen Besucher/-innen gezeichnet wurde, eine gewisse Vereinfachung darstellt. Auch wenn ein nicht geringer Teil der Teilnehmenden sich vorrangig wünscht, dass vorhandene Angebote bestehen bleiben, gibt es auch unter den momentanen Bleiweiß-Besucher/-innen in einigen Bereichen den Wunsch nach Veränderung und neuen Angeboten.
2.2 Funktion des Treffs im Quartier
Aus Perspektive der Quartiersarbeit des Seniorenamts liegt der Treff Bleiweiß im Einzugsgebiet des Seniorennetzwerks Südstadt Ost, das die Stadtteile Glockenhof, Bleiweiß, St. Peter und Gleißhammer umfasst. Wenn im April 2021 der bisherige Kooperationspartner „Verein für internationale Jugendarbeit Ortsverein Nürnberg e.V.“ die Trägerschaft des Seniorennetzwerks abgibt, bietet dies die Möglichkeit, über die bisherige Kooperation mit dem Netzwerk (halbjährliche Gesundheitstage „Gesund und aktiv älter werden im Stadtteil“) hinaus, den Treff als Anlaufstelle und zentralen Kristallisationsort der Angebote des Seniorennetzwerks Südstadt Ost zu denken. Es ist zu prüfen, ob es hinsichtlich der Raumkapazitäten künftig möglich ist, die Koordinationsstelle fest im Treff anzusiedeln. Zudem könnten spezifische Angebote für die Zielgruppe des Seniorennetzwerks (vorranging nicht mehr so mobile alte Menschen) wie der monatliche Seniorenstammtisch (derzeit in der momentanen Koordinationsstelle, Heideloffplatz 5, angesiedelt) sowie der regelmäßige Runde Tisch des Netzwerks künftig im Treff stattfinden.
Da erst kurzfristig vor Einreichung dieses Konzepts bekannt wurde, dass der bisherige Träger sein Engagement im Seniorennetzwerk Südstadt Ost nach Ablauf der momentanen Kooperationsvereinbarung nicht fortführen wird, bleibt es an dieser Stelle bei einer groben Skizze der Einbindung des Treffs Bleiweiß in das betreffende Netzwerk. Die intensivere Befassung mit diesbezüglichen konzeptionellen und organisatorischen Fragen erfolgt im Frühjahr und Sommer 2020
in Absprache zwischen den Fachbereichen SenA/2 Quartiersentwicklung und Seniorennetzwerke mit dem neuen Fachbereich SenA/3 unter Einbeziehung der im Seniorennetzwerk Südstadt Ost beteiligten Akteure.
2.3 Bleiweiß als Plattform der Begegnung zwischen Bürger/-in und Seniorenamt
Neben seiner primären Funktion als Ort der Begegnung, der Aktivität, des Lernens und des Engagements für Seniorinnen und Senioren ist der Treff Bleiweiß auch ein Ort der Begegnung zwischen Bürger/-in und der Institution Seniorenamt. Diese Perspektive auf den Treff sowie daraus erwachsende Konsequenzen für die Rolle des Bleiweiß für das Seniorenamt wird im folgenden Abschnitt erläutert.
Gestaltungsanspruch und öffentliche Wahrnehmung
Die Arbeit des Seniorenamts wird angesichts der demografischen Entwicklung künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Bezüglich eines gewichtigen Teils dieser Arbeit lassen sich die Resultate jedoch von der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres direkt dem Seniorenamt zuordnen; in Bereichen, in denen das Seniorenamt seinen Gestaltungsanspruch z.B. durch die Vergabe von Zuwendungen an Akteure der Seniorenarbeit oder durch die Erarbeitung planerischer Grundlagen für die demografiesensible Entwicklung kommunaler Infrastruktur verwirklicht, werden die Resultate dieser Arbeit seitens der Öffentlichkeit kaum mit dem Seniorenamt in Verbindung gebracht.
Selbst in Bereichen, in denen für Seniorinnen und Senioren konkret erfahrbarer "Output" erzeugt wird, stehen in weiten Teilen – wie etwa der Pflegeberatung oder bei quartiersorientierten Teilhabeangeboten andere "Marken" im Fokus der Wahrnehmung – der Pflegestützpunkt Nürnberg oder das jeweilige Seniorennetzwerk. Das Seniorenamt als Träger bzw. Initiator und Koordinator auf struktureller Ebene wird mit seinen Leistungen zur "Gestaltung einer älter werdenden Stadtgesellschaft" in diesen Bereichen nur hintergründig, mitunter überhaupt nicht, wahrgenommen.
Bürgerkontakt als Chance, Eindrücke zu prägen
Umso bedeutender erscheint es, in den Bereichen, in denen das Seniorenamt unmittelbar erfahrbare Angebote für Seniorinnen und Senioren "produziert", bewusst in Erscheinung zu treten. Die Zusammenhänge, in denen Bürgerinnen und Bürger mit dem Seniorenamt in Kontakt kommen, indem sie vom Seniorenamt gestaltete Angebote wahrnehmen, sollten als Chancen verstanden werden, das Seniorenamt positiv bei den Menschen zu verankern und den Gestaltungsanspruch des Referats für Jugend, Familie und Soziales in Sachen demografischer Wandel in attraktiver Weise zu veranschaulichen.
Wenn eine Seniorin oder ein Senior ins Bleiweiß kommt, um z.B. ein Seminar oder Konzert zu besuchen, dann ist der Treff der Ort, an dem für diese Person kommunale Seniorenarbeit sichtbar und erfahrbar wird. Die Erfahrung, die im Zuge dieser Begegnung gemacht wird, prägt entscheidend das Bild, das diese Person sich nicht nur vom Treff, sondern auch vom Seniorenamt, macht. Wenn es uns wichtig ist, welchen Eindruck eine Bürgerin oder ein Bürger von uns als Dienststelle (und damit nicht zuletzt von der Stadt Nürnberg als solcher) gewinnt, dann kommt der Gestaltung dieser Begegnungen eine wichtige kommunikative Bedeutung zu.
Es wird daher eine Perspektive vorgeschlagen, in der dem Treff eine Art "Schaufensterfunktion" für das Seniorenamt zugeschrieben wird. In der Konsequenz ist der kommunikative Aspekt von Teilhabeangeboten bei deren Konzeption und Gestaltung grundsätzlich mit einzubeziehen, was sich wiederum in Organisationsstruktur und Aufgabenzuschnitt des Fachbereichs abbilden muss.
Die Faktoren, die entscheidend für die Qualität der Begegnungen zwischen Bürgerinnen und Bürgern und dem Seniorenamt sind, lassen sich in äußere und inhaltliche Kriterien unterteilen.
Äußere Kriterien
Persönlicher Kontakt [Qualitätskriterien: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Verbindlichkeit]
Arbeitsabläufe (z.B. Bei Anmeldungen oder Kassengeschäften) [Qualitätskriterien: Professionalität, Verlässlichkeit, (gefühlte) Effizienz]
Umgebung [Qualitätskriterien: Ordnung und Struktur, Modernität und Nutzerfreundlichkeit im Design]
Die aufgezählten äußeren Aspekte sind für das Image einer Institution äußerst bedeutsam. Gleichwohl sind sie in keiner Weise spezifisch für das Thema, um das es hier geht und bieten daher für die weiteren konzeptuellen Überlegungen nur begrenzten Mehrwert. Die Kriterien werden hier aufgrund ihrer imageprägenden Bedeutung lediglich erwähnt und sollten, vor allem im Bereich Hausmanagement, als wichtige Qualitätsfaktoren Berücksichtigung finden.
Inhaltliche Kriterien: Kongruenz als zentraler Anspruch
Für die weiteren Überlegungen ungleich interessanter sind die inneren Faktoren. Hierbei geht es zentral um Kongruenz. Damit ein schlüssiges und positiv konnotiertes Bild entstehen kann, muss der erfahrbare Output auf der konkreten Angebotsebene mit den Leitgedanken und strategischen Zielsetzungen der Institution im Einklang stehen.
Um die ideellen Grundlagen des Seniorenamts in konkreten Angeboten erfahrbar zu machen, werden sie als Eckpunkte in die konzeptionelle Gestaltung des Angebots im Treff überführt:
Globalziel Seniorenamt: „Wir wollen, dass Nürnberg eine Stadt für alle Lebensalter ist. Wir wollen, dass ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger möglichst selbstbestimmt leben können und Chancen erhalten, am sozialen, kulturellen und politischen Leben teilzuhaben.“
Ableitung: Vier strategische Zielbereiche
Weichen für eine älter werdende Stadtgesellschaft stellen
Lebensräume entwickeln und stärken
Handlungsmöglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben strukturell erweitern
Teilhabe ermöglichen
Aus diesen Zielformulierungen lassen sich für das Haus und das Angebotsportfolio konzeptionelle Eckpunkte ableiten, die im Folgenden stichpunktartig umrissen werden:
Stadt für alle Lebensalter:
Cafeteria als Ort eines Neben- und Miteinanders verschiedener Generationen
Veranstaltungsangebote mit intergenerativer Ausrichtung
Kooperationen mit Familienzentrum und Hort in unmittelbarer Nachbarschaft (z.B. gemeinsame Ideenwerkstatt zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone zwischen beiden Einrichtungen)
Weichen stellen:
Treff Bleiweiß als Ort für Diskussion über demografischen Wandel: Verortung themenbezogener Fachveranstaltungen und Tagungen des Seniorenamts im Bleiweiß
Profilierung des Hauses als Fortbildungszentrum Seniorenarbeit durch entsprechende Ausrichtung des Angebots der Raumvermietung an andere Akteure der Seniorenarbeit
Lebensräume entwickeln:
Verstärkte Verankerung im Viertel durch Kooperationsveranstaltungen
Erhöhte Sichtbarkeit des Treffs im Quartier durch Gestaltung des Außenbereichs und Vorplatzes
Steigerung der Bekanntheit als Stadtteiltreff durch quartiersbezogene Öffentlichkeitsarbeit
Handlungsmöglichkeiten für selbstbestimmtes Leben strukturell erweitern:
Etablierung weiterer Beratungsangebote im Treff (perspektivisch: Außenstelle des Pflegestützpunkts Nürnberg)
Informationsvorträge im Programm als feste Institution (z.B. Vorsorgevollmacht, Beratungsstunden digitale Medien)
Stärkung der Angebotspalette für gesundheitliche Prävention
Teilhabe ermöglichen
Angebote zur Förderung kultureller Teilhabe (Konzerte, Lesungen, Filmnachmittage)
Angebote zur Weiterbildung in verschiedenen Bereichen
Angebote zur Förderung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien
Aufgreifen aktueller gesellschaftspolitischer Themen, Schaffen von Diskussionsforen
Mitwirkung der Besucherschaft in der Angebotsgestaltung: Etablierung eines ehrenamtlichen Besucherbeirats
2.4 Kommunikation
Name
Für die künftige Benennung wird "Bleiweiß. Bewegung und Begegnung" vorgeschlagen. Dieser Dreiklang erscheint als Etikett griffig und in seiner Gestalt als Alliteration einprägsam. Mit dem Attribut „Bewegung“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum eigentlichen Namen "Bleiweiß" wird mit der Institution Dynamik assoziiert. Zudem bezeichnet Bewegung, verstanden sowohl als körperliche wie auch als geistige Mobilität, einen der wichtigsten Faktoren für ein gelingendes Leben im Alter. Die ebenso bedeutende soziale Komponente wird mit dem zweiten Attribut "Begegnung" transportiert: Im Bleiweiß finden sich Menschen, mit denen ich in Kontakt treten kann; hier kann ich Gemeinschaft erleben.
Programmpublikation(en)
Um den Umfang der Programmpublikation des Treffs zu reduzieren, wird künftig das Veranstaltungsprogramm als separate Broschüre herausgegeben. Auf umfangreiche Informationen zu weiteren Angeboten des Seniorenamts (Pflegestützpunkt, KOWAB, Informations- und Beratungsstelle, Seniorennetzwerke, Ehrenamtsmanagement) sowie Informationen über Initiativen und Vereine (Stadtseniorenrat, Computerclub, kleinere Seniorenclubs) wird verzichtet. Das Kursprogramm, das deutlich weniger umfangreiche Beschreibungstexte zu den einzelnen Angeboten erfordert, erscheint als separates Faltblatt. Beide Publikationen werden in ein quadratisches und somit auffälliges, weil relativ unübliches Format überführt. Veranstaltungs- und Kurspublikation erhalten einheitliche, wiedererkennbare Gestaltungsmerkmale und Bildelemente, sind aber durch ihre unterschiedliche Grundfarbgebung (Veranstaltungen Orange, Kurse Blau) klar voneinander zu differenzieren. Die Beschreibungstexte in der Veranstaltungsbroschüre werden relativ zum früheren Programmheft merklich knapper und klarer, weniger blumig, gehalten. Das Heft wird gestalterisch in Richtung "Magazin" entwickelt; Texte und Bilder werden gestalterisch in Beziehung zueinander gesetzt, anstatt nur als Blöcke nebeneinander zu stehen. Die neuen Publikationen erscheinen aller Voraussicht nach zum ersten Mal Anfang Juli 2020.
Internetauftritt
Um das Haus als attraktive und moderne Einrichtung in der Stadt zu etablieren, ist ein eigenständiger ansprechender Webauftritt essentiell. Idealiter wird ein eigenes Miniweb für den Treff Bleiweiß aufgebaut. Im Zentrum sollte dabei eine übersichtliche und nutzerfreundliche Führung durch das Programmangebot stehen. Die Veranstaltungen und Kurse des Treffs sollten künftig nicht via Abruf eines PDFs der Programmpublikationen, sondern als Online-Veranstaltungskalender mit den üblichen Filterfunktionen (nach Veranstaltungsrubriken, Datum, Tageszeit) sowie einer direkten Hinterlegung des Kontakts zur Anmeldung bzw. zum Kartenkauf angelegt sein.
Folgende Menüpunkte sollten in dem zu erstellenden Miniweb abrufbar sein:
Veranstaltungen: Veranstaltungskalender in der oben skizzierten Form
Gruppen und Kurse: Veranstaltungskalender in der oben skizzierten Form
Ehrenamtlicher Besucherbeirat: Infos und Kontakt
Kooperationen: Infos, Kontakt und aktuelle Kooperationsangebote (Veranstaltungen usf.)
Über uns: Infos zum Team, zum Selbstverständnis, zur konzeptionellen Einordnung der Arbeit, Kontakt und Anfahrt
Vermietungen: Ansprechend Illustrierte Infos zu den Räumlichkeiten mit Empfehlungen zur spezifischen Nutzung für Fortbildungsangebote im Bereich Seniorenarbeit; Abruf aktueller Konditionen als PDF sowie Download Formular zu Vermietungsanfragen
Insgesamt sollte der öffentliche Auftritt des Treffs und seiner Angebote weniger der Logik und Struktur der herausgebenden Einrichtung folgen, sondern sich primär an Maximen der Adressatenorientierung und Nutzerfreundlichkeit orientieren.
2.5 Cafeteria
Mindestens ebenso bedeutend wie konzeptionelle Veränderungen hinsichtlich Programmangebot und Kommunikationsarbeit des Treffs ist zur Steigerung der Attraktivität der Einrichtung sowie zur Erreichung neuer Zielgruppen die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Haus. Dabei kommt dem Cafeteriabetrieb zentrale Bedeutung zu. Damit sich der Treff künftig stärker als Ort der Begegnung im Bleiweißviertel etablieren kann, der auch ohne speziellen Anlass besucht wird, muss sich die Cafeteria, was Angebot, Service und Preis-Leistungsverhältnis betrifft, positiv von den umliegenden Angeboten abheben.
Im Zuge des Austauschs mit der arbewe gGmbH über Perspektiven der Kooperation in Zusammenhang mit der geplanten Weiterentwicklung des Treffs wurden seitens des Seniorenamts folgende Aspekte als Grundlage für eine künftige Zusammenarbeit formuliert:
Zeitgemäßes Angebot an Speisen und Getränken (gesundheitsbewusste Küche, auch Rohkost, Salate, Suppe, vegetarische/vegane Angebote)
Angebot Kaffee und Kuchen (Hochwertige Kaffeespezialitäten; auch pflanzliche ‚Milch‘, weniger Torten, mehr einfache, handwerklich gut gemachte Kuchen)
Preisgestaltung bezüglich der erstgenannten beiden Punkte
Strategien zur nachhaltigen Verbesserung der Servicequalität (freundliche, zuvorkommende und flexible Orientierung an den Wünschen der Gäste)
Nach Möglichkeit punktuelle Ausweitung der Öffnungszeiten (z.B. ein, zwei Abende die Woche, bei Bedarf am Wochenende)
Die genannten Eckpunkte hätten für die arbewe eine grundlegende Neuausrichtung des Cafeteriabetriebs bedeutet, die, laut Geschäftsführung, mit der Organisation des betreffenden Geschäftszweigs in Widerspruch stünde. Deshalb wurde der Pachtvertrag für die Cafeteria im Bleiweiß seitens der arbewe zum 31. Mai 2020 gekündigt.
Das Anforderungsprofil, auf dessen Basis die Ausschreibung für eine Neuverpachtung der Cafeteria erfolgen soll, kann die folgenden Aspekte umfassen:
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Beim künftigen Betreiber sollte ein eigenständiges gastronomisches Profil erkennbar werden. Der wirtschaftliche Erfolg des Betriebs sollte nicht ausschließlich vom Veranstaltungs- und Kursbetrieb des Treffs abhängen.
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Da der Gastraum der Cafeteria direkt im Eingangsbereich zum Treff beginnt, hat das Seniorenamt als Verpächter besonderes Interesse an einem einladenden Raumkonzept. Die Herausforderung ist der Spagat zwischen einem modernen, schlichten Stil und einer gemütlichen Atmosphäre, wobei es sowohl die Interessen neuer Besucher- und Altersgruppen als auch die der Stammbesucherschaft zu berücksichtigen gilt. Zudem wird der Außenbereich vor dem Eingang des Treffs einbezogen und in Abstimmung mit dem Seniorenamt gestaltet.
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Zeiten: Betrieb im Haus von Mo-Fr 9 – 18 Uhr; nach Möglichkeit Sonntagsbrunch 10-14 Uhr; nach Möglichkeit längere Abendöffnung an ein bis zwei Tagen unter der Woche je nach Programm.
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Klares Konzept im Angebot
gesund, regional, vorzugsweise bio
auch vegetarisch / vegan
abwechslungsreich
Qualität vor quantitativer Vielfalt
Brotzeit
Suppe/Eintopf
Kaffeespezialitäten in attraktiver Qualität
handwerklich gut gemachter Kuchen / weniger Torten
- Marketing / Zielgruppenarbeit: Der Treff Bleiweiß ist zwar auch künftig in erster Linie „Seniorentreff“; durch das Angebot und die Präsentation der Cafeteria sollte aber auch eine Öffnung für „jüngere“ Seniorengenerationen (Stichwort: Boomer) und andere Zielgruppen angestrebt werden. Auch die Namensgebung für die Gastronomie ist hier von Relevanz.
Idealiter sollte das Angebot in Teilen auf das Programmangebot im Treff abgestimmt sein (Veranstaltungsbegleitung: passendes Getränkeangebot, Snacks auf die Hand; Kooperationen bei Angeboten mit Fokus Gesundheit und Ernährung etc.) In den Sommermonaten bietet der Außenbereich Potential für eine Nutzung; dies könnte die Sichtbarkeit und Außenwirkung des Hauses als „Ort, an dem etwas los ist“ erhöhen. Informelle Sondierungsgespräche mit dem Liegenschaftsamt ergaben, dass eine entsprechende Genehmigung im Bedarfsfall aller Voraussicht nach unkompliziert und rasch zu erhalten wäre. Ein Eis-Verkaufsstand könnte mit Blick auf den direkt gegenüberliegenden Hort an warmen Tagen Umsatz generieren; Eltern, die ihre Kinder vom Hort abholen, könnten mit Kaffeespezialitäten zum Verweilen eingeladen werden.
2.6 Bauliche Maßnahmen
Bezüglich der in 1.4 genannten Entwicklungspotentiale wurden bei einer Begehung mit dem Hochbauamt folgende Maßnahmen erarbeitet und in die Hochbaupauschale 2021 eingespeist:
Fassade: Fehlende Holzbalken auf den Stahlträgern werden ergänzt; Holzschutz an der Fassade wird wiederhergestellt.
Hitzeregulierung: Außenliegender Sonnenschutz des Glassatteldaches wird instandgesetzt. Fenster im Glassatteldach wird instandgesetzt, um bessere Belüftung zu ermöglichen.
Stuhl- und Tischlager Saal: Vorhänge zur Abtrennung des hinteren Saalbereichs werden installiert; zudem werden freistehende Stellwände angeschafft; so können Tische und Stühle im Saal, hinter der optischen Barriere gelagert werden; zudem kann die Größe der Nutzungsfläche des Saals „stufenlos“ angepasst werden (z.B. halber Saal bei kleineren Veranstaltungen).
Schallschutz zwischen Cafeteria und Obergeschoss: Es werden vertikal abhängende Lamellen entlang der Träger installiert; dies bietet einen gewissen Schallschutz bei gleichzeitiger Erhaltung des offenen Charakters.
3. Künftiges Aufgabengebiet des Fachbereichs SenA/3
Abgeleitet von den in den Abschnitten 2.1 bis 2.3 Vorschlägen zur Weiterentwicklung und den sich daraus ergebenden Aufgaben, werden im Folgenden Arbeitsfelder für den neuen Fachbereich formuliert und eine angepasste Organisationsstruktur grob skizziert.
3.1 Arbeitsfelder
Strategische Konzeption, Koordination und Umsetzung der Außenkommunikation des Seniorenamts
Erarbeitung und Weiterentwicklung einer Gesamtkonzeption zur Außenkommunikation in Abgleich
mit strategischen Zielen der Dienststelle sowie unter Berücksichtigung aktueller Trends und
seniorenpolitscher Diskurse
Redaktion, Produktion und Verteilung von Publikationen
Konzeptionelle Weiterentwicklung und redaktionelle Betreuung der Online Auftritte der
Dienststelle
Konzeptionelle Weiterentwicklung und redaktionelle Betreuung der Online Auftritte der
Dienststelle
Öffentlichkeitsarbeit bei Veranstaltungen und hinsichtlich der Beteiligung an seniorenpolitischen Diskursen
Konzeption, Koordination und Durchführung von Angeboten im Treff Bleiweiß, Betrieb des Treffs
Konzeption, Koordination und Durchführung externer, öffentlichkeitsadressierter Veranstaltungsangebote des Seniorenamts
Festliche Weihnachtsgala
Sommerkonzert Heilig Geist
Beteiligung inviva
Neue Veranstaltungsangebote (z.B. Veranstaltung „Wie geht‘s“ am 16.05.2020 im südpunkt)
3.2 Organisationsstruktur und Aufgabenbeschreibungen im Fachbereich SenA/3
Was Haus und Fachbereich in Zukunft brauchen:
Leitung (Strategische Kommunikation und Veranstaltungsarbeit) *
Pädagogische Fachkraft (Zielgruppenspezifische Angebotsgestaltung)
Haus- und Veranstaltungsmanagement (Effiziente Organisation der Angebote) *
Hausmeisterservice (Sicherstellung des reibungsfreien Betriebs der Einrichtung)
Verwaltungsschnittstelle
*Leitung sowie Haus- und Veranstaltungsmanagement sind blau umrandet, da hier neue Aufgabenzuschnitte und damit neue Stellenbeschreibungen erforderlich werden:
Eine eigene Stelle für Veranstaltungs- und Hausmanagement existiert in der bisherigen Fachbereichskonstellation noch nicht; die betreffenden Tätigkeiten wurden übergangsweise durch den Stelleninhaber der momentanen Hausmeisterstelle übernommen; eine entsprechende Stelle muss neu definiert und geschaffen werden (Vorschlag Aufgabenzuschnitt siehe Seite 20).
Der Aufgabenzuschnitt des neuen Fachbereichs unterscheidet sich in wichtigen Punkten vom bisherigen Aufgabengebiet des Fachbereichs SenA/3, weshalb auch die Funktion der Fachbereichsleitung neu umgrenzt werden muss (Vorschlag Aufgabenzuschnitt auf der nachfolgenden Seite).
Fachbereichsleitung
I. Strategische Planung und Steuerung der Außenkommunikation des Seniorenamts
Konzeption, strategische Planung und Koordination der Außenkommunikation des Seniorenamts
Erarbeitung und Weiterentwicklung einer Gesamtkonzeption in Abgleich mit strategischen
Zielsetzungen der Dienststelle sowie in Bezug auf Trends und seniorenpolitische Diskurse
Entwicklung von Umsetzungskonzepten zur Darstellung der Aufgaben und der Arbeit des SenA in
allen relevanten Medien
Konzeption, Koordination und Redaktion fachbereichsübergreifender Publikationen (z.B.
Broschüren, Rundbriefe) und öffentlichkeitswirksamer Aktionen (z.B. Messebeteiligungen)
Verantwortliche Betreuung von Kooperationen mit Akteuren der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im
Besonderen mit dem Magazin „sechs+sechzig“
Leitung eines Dienststellen übergreifenden Redaktionsteams im Referat für Jugend, Familie und
Soziales für seniorenpolitische Themen
Kommunikation der Themen und Abstimmung der Umsetzung mit der Redaktion des Magazins
sechs+sechzig im Rahmen einer „Corporate Publishing-Partnerschaft“
Planung, Erarbeitung und Endredaktion eigener Beiträge im Magazin
Verantwortliche Planung und Steuerung der Öffentlichkeitsarbeit des Treffs Bleiweiß sowie für die
Veranstaltungsangebote des Seniorenamts
Konzeption, Redaktion und Verteilungskoordination von Eigenpublikationen (Broschüren,
Programmfaltblätter, Flyer, Plakate, Werbeanzeigen etc.)
Steuerung und Redaktion der Präsenz in elektronischen Medien sowie Printmedien (Website
Seniorenamt, Social Media, quartiersbezogene Plattformen, Werbeanzeigen)
Strategische Planung, Redaktion und Steuerung der Pressearbeit (Redaktion von
Presseinformationen, Planung von Pressekonferenzen, Betreuung Partnerschaften etc.)
II. Konzeptionelle Entwicklung und Betreuung der Veranstaltungsangebote des Amts
Entwicklung von Veranstaltungsformaten für diverse Zielgruppen von Seniorinnen und Senioren im
Sinne des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts der Stadt Nürnberg
Strategische Analyse des Veranstaltungsmarkts sowie Ableitung von Handlungserfordernissen für
die Veranstaltungsarbeit des Seniorenamts
Entwicklung von Umsetzungskonzepten für Veranstaltungen und Projekte sowie Leitung
fachbereichsübergreifender Projektgruppen zur Konzepterarbeitung
Fachliche Leitung des jeweiligen Projektteams in der Umsetzungsphase
III. Konzeptionell-fachliche Leitung des Treffs Bleiweiß
Erarbeitung und Weiterentwicklung einer Gesamtkonzeption zur inhaltlichen Ausrichtung
Leitung eines Fachteams zur Erarbeitung des Veranstaltungs- und Kursprogramms
Initiierung, Steuerung, Begleitung von Projekten (z.B. Veranstaltungsreihen, Thementage)
Dienst- und Fachaufsicht über die im Treff tätigen Mitarbeitenden
Vertretung der Einrichtung nach innen und außen
Pädagogische Kräfte Unter anderem hinsichtlich der Ansprache von und der Arbeit mit neuen Zielgruppen, der Initiation und Betreuung partizipativer Elemente (Stichwort Besucher/-innenbeirat siehe Seite 10f) sowie der in Kapitel 2.1 skizzierten Verquickung von Teilhabeangeboten und strategischer Außenkommunikation werden sich perspektivisch im Aufgabengebiet der pädagogischen Kräfte Veränderungen ergeben.
Bezüglich einer Konkretion und Verarbeitung dieser Veränderungen in eine angepasste Aufgabenbeschreibung für die betreffende(n) Stelle(n) ist die zeitliche Perspektive zu berücksichtigen: Die beiden sozialpädagogischen Teilzeitkräfte werden aller Voraussicht nach im Januar 2022 bzw. im Februar 2023 in die Ruhestandsphase übertreten. Eine Anpassung des Aufgabenzuschnitts sowie der Stellenanforderungen in diesem Bereich sollte sinnvollerweise erst im Zuge der Wiederbesetzung dieser Stelle(n) erfolgen. Dies bietet den Vorteil, Erfahrungen, die in der ersten Phase der Umsetzung des vorliegenden Konzepts gemacht werden, mit in die künftigen Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile einfließen lassen zu können.
Für die verbleibende Zeit der Mitarbeit im Treff bzw. Fachbereich erscheinen deren Zuständigkeitsprofile zunächst hinreichend klar definiert und theoretisch zureichend klar von den anderen Zuständigkeitsbereichen abgegrenzt.
Die pädagogische Arbeit umfasst derzeit folgende Aufgabenbereiche:
Mitwirkung im Fachteam sowie eigenständige Konzeption und Planung von Kursen,
Veranstaltungen und Gruppen
Beratung und Vermittlung von Bürgerinnen und Bürgern
Mitwirkung in der Informationsarbeit des Treffs (Öffentlichkeitsarbeit)
Kooperation und Vernetzung mit städtischen und nichtstädtischen Trägern
Gewinnung und Anleitung von Ehrenamtlichen
Veranstaltungs- und Hausmanagement
I. Verwaltungsmäßige Koordination des Betriebs des Treffs Bleiweiß
Leitung der Zahlstelle (in regelmäßiger Abstimmung mit der Fachbereichsleitung)
Planung, Steuerung und Überwachung der Haushaltsmittel (i. Abspr. m.d. Fachbereichsleitg.)
Steuerung und Kontrolle des bedarfsgerechten Personaleinsatzes
Verantwortliche Betreuung der Kooperation mit dem Pächter der im Treff ansässigen Cafeteria
II. Projektsteuerung für Veranstaltungsangebote des Seniorenamts
Gesamtkoordination
Steuerung, Begleitung, Nachbereitung von Großveranstaltungen (Weihnachtsgala, Sommerkonzert)
Planung, Steuerung und Überwachung der Haushaltsmittel (i. Abspr. m.d. Fachbereichsleitg.)
Steuerung und Kontrolle des bedarfsgerechten Personaleinsatzes (i. Abspr. m.d. Fachbereichsleitg.)
Planung und Bestellung des Bedarfs an technischer Ausrüstung
Mitarbeit in Projektteams mit Kooperationspartnern
Einweisung und Koordination von Mitarbeitenden und Hilfspersonal
Veranstaltungsleitung im Sinne der VStättV
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Sammeln und Aufbereiten von Daten als Grundlage der Öffentlichkeitsarbeit und Besucherwerbung
Planung und Koordination der Distribution von Werbematerial
Koordination und Kontrolle der betreffenden zeitlichen Abläufe
III. Organisatorische Planung und Koordination Veranstaltungs- und Kursangebote im Treff
Veranstaltungs- und Kursmanagement
Verwaltung und Koordination des Kurs- und Veranstaltungsangebots
Organisatorische Betreuung von Kursen und Veranstaltungen
Organisatorische Betreuung regelmäßiger Raumnutzer (Gruppen, Seniorenclubs)
Telefonische sowie persönliche Information und Beratung von Bürgerinnen und Bürgern
Raummanagement
Bearbeitung von Vermietungsanfragen, Erstellung unterschriftsfertiger Mietverträge
EDV-gestützte Verwaltung der Räumlichkeiten und der verschiedenen Raumnutzungen
Verwaltung und Vergabe von Schlüsseln und Transpondern
Kalkulation und Kostenkontrolle
Kalkulation der Kosten und Budgetkontrolle
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Vorbereiten von Presseinformationen und Erstellen von Veranstaltungsankündigungen für eigene
Publikationen
Hausmeisterservice
Die Integration von Hausmeisterleistungen für den Treff Bleiweiß über die HVE Soziales ist zu prüfen.
Regelmäßige Kontrolle des Schaltschranks auf Störsignale und Koordination nötiger Wartungen
Regelmäßige Kontrolle und Koordination der Wartungen der Aufzugsanlage
Regelmäßige Kontrolle und Koordination der Wartungen der Hebeanlage (Sanitär)
Bestellen und Koordinieren von Handwerkereinsätzen
Austausch defekter Leuchtmittel
Kontrollgang ums Haus, Kehren
Bestuhlung für Veranstaltungen in Absprache mit dem Hausmanagement
Verwaltungsschnittstelle
Der Fachbereich verfügt derzeit über eine funktionale Verwaltungsschnittstelle; die strukturellen Veränderungen im Aufgabenzuschnitt des Fachbereichs scheinen momentan kein grundsätzliches Überarbeiten der Aufgabenbeschreibung der ansässigen Verwaltungsschnittstelle erforderlich zu machen.
Folgende Tätigkeitsbereiche werden abgedeckt:
Allgemeine Verwaltung
Einschreibung, Anmeldung und Buchung von Veranstaltungen und Kursen
Erstellen und Versand von Miet- und Honorarvereinbarungen
Persönliche, telefonische und schriftliche Auskunft zum Angebot des Treffs
Beschaffungsmanagement (Eintrittskarten, Büromaterial, Material für Veranstaltungen etc.)
Postmanagement
Etikettendruck und Versand von Publikationen, Briefen etc.
Kassengeschäfte
Entgegennehmen von Einnahmen & Auszahlen von Ausgaben
Überprüfen Handkasse + Dokumentation
Kassen- und Rechnungsprüfung