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Anlage: Bericht

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Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg

Zentrale Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen

in der Metropolregion Nürnberg (ZAQ)

Der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft und führt bereits heute zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Deshalb ist es wichtig, alle Qualifikationspotenziale im Inland zu aktivieren und zu nutzen. Zudem soll Deutschland für qualifizierte Zuwanderung attraktiver werden. Viele Deutsche und nach Deutschland Zugewanderte haben in anderen Ländern solide berufliche Qualifikationen und Abschlüsse erworben, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt dringend gebraucht werden. Sie können diese Qualifikationen hier aber nicht optimal verwerten, weil der Weg zur Anerkennung der beruflichen Qualifikationen unübersichtlich und kompliziert ist. In der Konsequenz führt dies dazu, dass qualifizierte Akademiker in Reinigungsfirmen putzen, Facharbeiter sich mit fachfremden Hilfsarbeiten über Wasser halten und Menschen mit Migrationshintergrund von Jobcentern betreut werden müssen. Auch dann, wenn ausländische Bildungsabschlüsse nicht deutschen Ansprüchen genügen, können Elemente der Ausbildung durch entsprechende Nachqualifizierungen aufgewertet werden.

Das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen sieht vor, dass innerhalb von drei Monaten geklärt wird, inwieweit ausländische Zeugnisse bzw. im Ausland erworbene Qualifikationen deutschen Berufsabschlüssen entsprechen. Die Servicestelle berät als Erstanlaufstelle Menschen mit Migrationshintergrund und ungeklärten Abschlüssen, verweist diese an die zuständigen Anerkennungsstellen, begleitet sie während des Verfahrens und klärt Fragen der (Nach-) Qualifizierung.

Vom 1. Juni 2012 bis Ende Dezember 2014 haben insgesamt 2.750 Beratungen zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen stattgefunden. Beraten wurden 1.912 Menschen aus insgesamt 93 verschiedenen Ländern. Die Hauptherkunftsländer sind Rumänien, Russland, Ukraine, Griechenland und Polen. Zwei Drittel der Ratsuchenden haben einen akademischen Abschluss. Pädagogen und Lehrer stellen die größte Berufsgruppe dar. Zwei Drittel der Ratsuchenden sind Frauen.

Die „Zentrale Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen in der Metropolregion Nürnberg“ (ZAQ) wendet sich in erster Linie an:

 Migrantinnen und Migranten Die ZAQ richtet sich zunächst an Migrantinnen und Migranten mit Beratungs- und Unterstützungsbedarf bei der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen. Hierbei kann es sich um Migrantinnen und Migranten handeln, die erst kürzlich eingereist sind, aber auch um solche, die arbeitslos oder in einer Arbeit beschäftigt sind, die ihrer Qualifikation nicht angemessen ist.

 Behörden, Kammern und Arbeitsverwaltung Die bisher in der Metropolregion Nürnberg mit der Anerkennung und Bewertung von Abschlüssen und Qualifikationen befassten Stellen verteilen sich auf unterschiedliche Behörden und Kammern. Oft bestehen Schwierigkeiten bei einer angemessenen Verweisberatung für Migrantinnen und Migranten bei Fragen der Anerkennung von Abschlüssen.

 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Es bestehen noch unzureichende Kenntnisse über Anerkennungs- und Teilanerkennungsverfahren bei Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bereich der Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Migrationsfachdienste und Migrationsberatungsstellen wie auch bei Weiterbildungs- und Qualifizierungsträgern und Betrieben. Fortbildungen, Informationen und systematisch erfasste Daten stehen nur ungenügend zur Verfügung. Hier steht die ZAQ für Informationen und Beratung zur Verfügung. 2015 wird ein dritter Qualifizierungsberater/eine dritte Qualifizierungsberaterin das Team unterstützen.

Die „Zentrale Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen in der Metropolregion Nürnberg“ (ZAQ) öffnet bislang verschlossene Zugänge zu Bildung, Qualifizierung und Arbeitsmarkt und ermöglicht die Nutzung der Qualifikationen und Potentiale, die Personen mit Migrationshintergrund mitbringen. Die Projektinhalte in Abhängigkeit von zur Verfügung gestellten Ressourcen sind:

 Ein zentrales Beratungsangebotes zu Möglichkeiten und Zuständigkeiten der Anerkennung für Deutsche sowie Migrantinnen und Migranten, zudem Begleitung und Unterstützung der Betroffenen während des Klärungsprozesses  Managements eines lokalen Netzwerks der im Arbeitsfeld Anerkennung relevanten Akteure  Mitarbeit im Netzwerk der Servicestellen (benchmarking)  Sammeln und Aufbereiten von Informationen im Bereich der Sprachkompetenz und von relevanten Qualifikationen für Kundinnen und Kunden sowie Beratungsstellen  Sensibilisierung und Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Arbeitsmarktakteure

Die zentrale Servicestelle schafft die Voraussetzungen dafür, dass erstmals in der Metropolregion Beratung, Informationen und Beratungspraxis im Bereich Anerkennung zu einem Kompetenzzentrum Anerkennung zusammengefasst und gebündelt werden. Das Projekt führt die Kompetenzen verschiedenster Fachberatungsstellen mit den Kompetenzen und Informationsbedarfen von Akteurinnen und Akteuren aus Agentur und Jobcenter, Kammern und Unternehmen zusammen.

Die ZAQ kann hierbei auf die vielfältigen Erfahrungen und die ausgewiesene Expertise des Bildungszentrums im Bildungscampus der Stadt Nürnberg in den Bereichen Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten, Beratung, z.B. Zentrale Anlaufstelle Migration (ZAM), und Netzwerk- und Projektarbeit zurückgreifen.

Das Projekt agiert im Rahmen seiner Ausstattung in den Handlungsfeldern Beratungsangebote, Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen und Fachveranstaltungen für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen, Netzwerkaufbau und –koordination sowie Datenbank und Recherche. Den operativen Kern des Netzwerks bildet ein Facharbeitskreis Anerkennung, der mit den bisher mit Anerkennung befassten Institutionen, den Kammern und der Arbeitsverwaltung die zentralen Akteure in dem Arbeitsfeld umfasst. Der Facharbeitskreis tagt regelmäßig mindestens viermal im Jahr und begleitet das Projekt bei der Umsetzung des Projektauftrages.

Bei dem Beratungsangebot der ZAQ handelt es sich um intensive Einzelberatungen, die mit erheblichem Aufwand an Vorbereitung, Weiterbearbeitung und Begleitung verbunden sind. Folgende Fragen werden beantwortet:

 Welche Abschlüsse können als gleichwertig anerkannt werden?  In welchen Berufen ist eine Gleichwertigkeitsfeststellung notwendig, um arbeiten zu dürfen?  Wer ist für die Anerkennung zuständig?  Welche Unterlagen werden für den Antrag auf Anerkennung benötigt?  Welche Alternativen zur formalen Anerkennung gibt es?

Die Beratungsstelle ZAQ ist im Bildungszentrum (BZ) der Stadt Nürnberg angesiedelt und wird durch das Netzwerk MigraNet im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung" finanziert, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit getragen wird. Kooperationspartner in Nürnberg sind das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, das Bildungsbüro der Stadt Nürnberg, die Handwerkskammer für Mittelfranken, die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, die IHK FOSA (Foreign Skills Approval), der Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer e.V., das Jobcenter Erlangen-Höchstadt, die Agentur für Arbeit Nürnberg, das Jobcenter Nürnberg-Stadt sowie der Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung der Stadt Nürnberg. Neben Nürnberg gibt es in Bayern zwei weitere Beratungsstellen in Augsburg und München.

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