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← Sitzung des Ausschusses für Recht, Wirtschaft und Arbeit (12.02.2020)

Sitzung gesamt öffentlich mit Nachreichungen

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Inhaltsverzeichnis

Sitzungsdokumente 3

Tagesordnung -öffentlich- 3

Vorlagendokumente 5

TOP Ö 1 Künstliche Intelligenz: ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und 5

Anwendungen

Bericht WiF/028/2020 5

Sachverhalt WiF/028/2020 9

TOP Ö 2 Erfolgsfaktor Frau e.V. 12

Bericht WiF/029/2020 12

Sachverhalt WiF/029/2020 15

Antrag_Erfolgsfaktor Frau e.V._SPD WiF/029/2020 17

TOP Ö 3 Grenzpolizeiinspektion am Flughafen Nürnberg 18

Bericht OA/011/2020 18

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 19.12.2019 OA/011/2020 21

TOP Ö 4 Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg 22

Bericht OA/013/2020 22

Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 24.09.2019 OA/013/2020 25

Sachverhalt OA/013/2020 26

TOP Ö 5 Betteln in Nürnberg 33

Bericht OA/012/2020 33

Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 30.09.2019 OA/012/2020 36

Sachverhalt OA/012/2020 38

* TOP Ö 5.1 Verbot von Böllern mit ausschließlicher Knallwirkung zum Jahreswechsel 40

Sitzungsvorlage OA/014/2020 40

Antrag der ÖDP vom 05.12.2019 OA/014/2020 44

Sachbericht OA/014/2020 45

* TOP Ö 5.2 Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Katzwang; Bestätigung des 49

Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten

Sitzungsvorlage FW/010/2020 49

Sachverhalt FW/010/2020 52

* TOP Ö 5.3 Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf; hier: Bestätigung des 53

Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten

Sitzungsvorlage FW/011/2020 53

Sachverhalt FW/011/2020 56

TOP Ö 6 Wirtschaftsstandort Nürnberg - Positionsbestimmung 2020 57

Bericht WiF/030/2020 57

Broschüre "Wirtschaftsstandort Nürnberg - Positionsbestimmung 2020" WiF/030/2020 61

TOP Ö 7 2. Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Metropolregion 77

Nürnberg

Bericht WiF/026/2019 77

Sachverhalt WiF/026/2019 80

2. Bericht Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg 85

Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 12.10.2018 WiF/026/2019 205

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 21.02.2018 WiF/026/2019 206

* TOP Ö 7.1 Keine sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen 207

Bericht Ref.VII/072/2020 207

Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 09.04.2019 Ref.VII/072/2020 210

Sachverhalt Ref.VII/072/2020 212

* TOP Ö 7.2 Änderung des Entgeltverzeichnisses 215

Sitzungsvorlage LA/084/2020 215

Entscheidungsvorlage LA/084/2020 218

Sondernutzungsgebuehrensatzung LA/084/2020 220

Entgeltverzeichnis privatrechtliche Sondernutzungen Neufassung LA/084/2020 223

Entgeltverzeichnis privatrechtliche Sondernutzungen Lesefassung LA/084/2020 225

TAGESORDNUNG

Sitzung

Sitzung des Ausschusses für Recht, Wirtschaft und Arbeit

Sitzungszeit

Mittwoch, 12.02.2020, 15:00 Uhr

Sitzungsort

Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal

TAGESORDNUNG

Öffentliche Sitzung

1. Künstliche Intelligenz: ADA Lovelace Center für Analytics, Daten Bericht

und Anwendungen WiF/028/2020

Sachverständiger: Prof. Dr. Alexander Martin, Institutsleiter des

Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen ISS

Fraas, Michael, Dr.

2. Erfolgsfaktor Frau e.V. Bericht

hier: Antrag der SPD- Stadtratsfraktion vom 02.10.2019 WiF/029/2020

Sachverständige: Claudia Specht, Vorsitzende des Vereins

"erfolgsfaktor FRAU e.V."

Fraas, Michael, Dr.

3. Grenzpolizeiinspektion am Flughafen Nürnberg Bericht

hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 19.12.2019 OA/011/2020

Maly, Ulrich, Dr.

4. Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg Bericht

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 24.09.2019 OA/013/2020

Maly, Ulrich, Dr.

5. Betteln in Nürnberg Bericht

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 30.09.2019 OA/012/2020

Maly, Ulrich, Dr.

5.1 Beschluss

Verbot von Böllern mit ausschließlicher Knallwirkung zum OA/014/2020

Jahreswechsel

hier: Antrag des Herrn Stadtrat Schrollinger (ÖDP) vom 05.12.2019

Maly, Ulrich, Dr.

5.2 Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Katzwang; Bestätigung des Beschluss

Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten FW/010/2020

Vogel, Christian

5.3 Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf; hier: Bestätigung des Beschluss

Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten FW/011/2020

Vogel, Christian

6. Wirtschaftsstandort Nürnberg - Positionsbestimmung 2020 Bericht

Fraas, Michael, Dr.

7. 2. Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Bericht

Metropolregion Nürnberg WiF/026/2019

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 12.10.2018

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 21.02.2018

Fraas, Michael, Dr.

7.1 Keine sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen Bericht

hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis90/Die Grünen vom Ref.VII/072/2020

09.04.2019

Fraas, Michael, Dr.

7.2 Änderung des Entgeltverzeichnisses Gutachten

- Gebührenfreiheit für Wärmedämmung LA/084/2020

Fraas, Michael, Dr.

  1. Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 27.11.2019,

öffentlicher Teil

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Künstliche Intelligenz: ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und Anwendungen

Sachverständiger: Prof. Dr. Alexander Martin, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für

Integrierte Schaltungen ISS

Bericht:

Das ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und Anwendungen (ADA Lovelace Center), an dem das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (Fraunhofer IIS) seine Aktivitäten im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) bündelt, wurde am 04.12.2019 eröffnet. Es ist am Nürnberger Standort von Fraunhofer IIS im Nordostpark angesiedelt.

Das Anwendungszentrum - benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace (1815- 1852) - bringt bayerische Spitzenforscherinnen und -forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) mit Unternehmen zusammen und ermöglicht den schnellen und zielgerichteten Einsatz von KI-Technologien in der Wirtschaft. Das ADA Lovelace Center ist zentraler Ansprechpartner insbesondere für mittelständische bayerische Unternehmen.

Die Vorlage stellt das ADA Lovelace Center vor und erläutert die Impulse, die sich daraus für den Wirtschaftsstandort Nürnberg ergeben. Künstlliche Intelligenz ist einer der Schlüsselbereiche der Digitalen Transformation

In der Ausschuss-Sitzung wird Herr Prof. Dr. Alexander Martin, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, über die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft und die Rolle des ADA Lovelace Center berichten.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Keine negativen Auswirkungen bekannt.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beilage

ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und Anwendungen

Sachverhaltsdarstellung:

Daten sind der Rohstoff der digitalen Welt. Ihre Beherrschung, Analyse und Auswertung ist für Unternehmen von zentraler Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Je mehr Daten aber anfallen, desto wichtiger wird der effiziente Umgang damit. Hier helfen Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) wie Machine Learning (maschinelles Lernen) und mathematische Optimierung – diese erfordern jedoch eine spezifische Expertise, die in vielen Unternehmen nur bedingt vorhanden ist. Unternehmen benötigen daher kompetente Anlaufstellen. Mit dem ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und Anwendungen (ADA Lovelace Center) – benannt nach der Mathematikerin Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, allgemein als Ada Lovelace bekannt (geb. 10.12.1815 in London; gest. 10.12.1815 in London) – entsteht nun eine solche Anlaufstelle in Nürnberg.

Anwendungsfelder für Künstliche Intelligenz finden sich in allen Wirtschaftsbereichen, z.B.:  Mobilität: Verringerung des  Logisitk: Verbesserung der Energieverbrauchs im Schienenverkehr Objektlokalisierung  Industrie: Verbesserung der Prognose  Finanzwesen: Optimale Befüllung von des Bedarfs von Ersatzteilen Geldautomaten

1. ADA Lovelace Center für Analytics, Daten und Anwendungen

Aufgaben und Einrichtungen

Das ADA Lovelace Center bringt bayerische Forscherinnen und -forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) mit Unternehmen zusammen und ermöglicht den schnellen und zielgerichteten Einsatz von KI-Technologien in der Wirtschaft. Es hat folgende Aufgaben:

 Entwicklung von Data Analytics-  Nachwuchsförderung Verfahren  Strategische internationale  KI-Plattform für die Industrie Kooperationen  Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft

Zur Erreichung dieser Aufgaben bietet es:  Coworking Space: Dieser bietet offene Flächen für flexibles Arbeiten, Kreativität und Kooperationsanbahnung mit Unternehmen.  Joint Labs: Unternehmensmitarbeiter und Wissenschaftler des ADA Lovelace Centers arbeiten in kleinen interdisziplinären Entwicklerteams auf Zeit außerhalb des Tagesgeschäfts in Projekträumen an konkreten KI-Fragestellungen. Zukünftig können fünf bis sechs solcher Kooperationen parallel erfolgen.  Data Analytics Showroom: Zukünftig wird ein Showroom eingerichtet, in dem konkrete Lösungen mit Big Data und KI für den Mittelstand aufbereitet sind und der zu neuen Ideen und zur Projektanbahnung dienen soll.  ADA-Hub Young Talents: Das ADA Lovelace Center unterstützt zudem den Transfer von qualifiziertem Nachwuchs, Studierenden und jungen Wissenschaftlern in die Wirtschaft, u.a. durch die Betreuung von Abschlussarbeiten, Dissertationen und Kontaktaufbau.

Struktur und Finanzierung

Förderung: Das ADA Lovelace Center ist als Projekt für einen Zeitraum von fünf Jahren (bis 2023) vom Bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Die Fördersumme beträgt 20 Mio. Euro.

Projektpartner: Partner im ADA Lovelace Center sind das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Fraunhofer Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Fraunhofer Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK.

Standort: Angesiedelt ist das ADA Lovelace Center am Nürnberger Standort des Fraunhofer IIS im Nordostpark. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus für die Fraunhofer- Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS wird es dorthin umziehen. Im ADA Lovelace Center werden im Vollausbau 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt beschäftigt sein, weitere bis zu 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Umfeld mit an der KI-Forschung.

Das ADA Lovelace Center soll in das im Rahmen der Hightech Agenda Bayern angekündigte KI-Netzwerk mit eingebunden werden (KI-District Bayern).

2. Auswirkungen

Durch die Ansiedelung des ADA Lovelace Centers ergeben sich positive Effekte für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Nürnberg.

 Niederschwelliger Zugang für insb. mittelständische Unternehmen zu KI-Technologien: Das ADA Lovelace Center bündelt die KI-Kompetenzen aus Bayern an einem Ort. Es entsteht so ein sichtbarer Anlaufpunkt für Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind oder es sein wollen. Perspektivisch ergibt sich mit dem Showroom ein weiteres niederschwelliges Angebot, das die Potenziale Künstlicher Intelligenz (be)greifbar macht.

 Anreizen von konkreten Technologieprojekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft: Im Rahmen der Joint Labs werden ganz konkret Projekte zwischen Unternehmen der Wirtschaft und den Forscherinnen und Forschern am ADA Lovelace Center angereizt. Diese Projekte geben Anstoß für neue Produkte und Services oder zu effizienteren Prozessen, was in beiden Fällen die Wirtschaftskraft fördert.

 Beitrag zur Verfügbarkeit von IT-Fachkräften: Mit dem ADA-Hub Young Talents Programm zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern wird der Bedarf an hochqualifizierten IT-Fachkräften am Standort Nürnberg adressiert. Perspektivisch will Fraunhofer IIS auch das Thema Weiterbildung stärken, was für die Unternehmen am Standort ebenfalls sehr interessant ist.

 Verbesserung der Sichtbarkeit des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Nürnberg: Mit dem ADA Lovelace Center wird das Thema Künstliche Intelligenz in der angewandten Forschung in Bayern sichtbar am Standort Nürnberg verortet. Das stärkt das Profil in Richtung eines Standorts für Digitale Transformation und Nachhaltigkeit.

 Stärkung des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen IIS als wichtigste angewandte Forschungseinrichtung in Nürnberg: Mit der Ansiedelung des ADA Lovelace Centers im Nordostpark wird das F&E-Portfolio des Fraunhofer IIS strategisch gestärkt. Dies fördert die positive Entwicklung des Fraunhofer Standortes und gibt Anstoß zu einem weiteren Aufwuchs in den kommenden Jahren.

Anmerkung zur Diversity-Relevanz Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass diese Maßnahme bestimmte Personengruppen, beispielsweise unterschiedlichen Geschlechts, verschiedener ethnischer Herkunft, mit Behinderungen, unterschiedlichen Alters, sozialer Lage bevorteilt oder benachteiligt. Das Vorhaben ist damit nicht Diversity-relevant. Die Maßnahme hat weder diskriminierende Auswirkungen noch erschließt sie Potenziale für Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung und Chancengleichheit.

Referat VII

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff: Erfolgsfaktor Frau e.V.

hier: Antrag der SPD- Stadtratsfraktion vom 02.10.2019

Sachverständige: Claudia Specht, Vorsitzende des Vereins "erfolgsfaktor FRAU e.V."

Bericht:

Mit dem Verein "erfolgsfaktor FRAU e.V." existiert in Nürnberg eine Initiative, die sich engagiert für Chancengerechtigkeit für Frauen und Diversity in der Wirtschaft einsetzt.

Die Vereinsvorsitzende, Frau Specht, stellt als Sachverständige Arbeit und Ziele von "erfolgsfaktor FRAU e.V." vor.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Ds Vorhaben ist diversity-relevant, da es geeignet ist, Potenziale für die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen zu erschließen und zu befördern.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

20_vo0102b Beilage

erfolgsfaktor FRAU e.V.

Sachverhaltsdarstellung:

Der 2010 gegründete Verein erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) entstand ursprünglich aus dem Engagement für die „Nürnberger Resolution“, die im Oktober 2008 von Fach- und Führungskräften aus der Metropolregion Nürnberg initiiert wurde und schnell parteiübergreifend bundesweit breite Unterstützung fand. Die Nürnberger Resolution forderte unter anderem eine Quote von 40 Prozent von Frauen in Aufsichtsräten.

Zweck des Vereins ist es, die Gleichstellung und Akzeptanz von Frauen in Fach- und Führungspositionen zu verbessern wie auch Impulse in die Wirtschaft zu setzen, die dem Wohle der Gesellschaft dienen. Insbesondere setzt der Verein auf innovative Ideen für die Förderung von vielfältig bzw. paritätisch besetzten Arbeits- und Entscheidungsstrukturen in privaten und öffentlichen Unternehmen und Institutionen.

Der parteipolitisch, gewerkschaftlich und konfessionell neutrale Verein versteht sich als Initiator und Begleiter von Aktionen von Veränderungsprozessen sowie als Denkfabrik.

Der Vereinszweck wird erfüllt durch:  Maßnahmen zur gesellschaftspolitischen Aufklärung und Willensbildung in und mit Parteien, Berufsverbänden, Netzwerken, Hochschulen, Verbänden und allen anderen dafür relevanten Institutionen mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern in Fach- und Führungspositionen in Unternehmen.  Unterstützung und Entwicklung von Konzepten (wie z. B. die „Nürnberger Resolution“) für die Frauenförderung und Gleichstellung zur Nachahmung durch andere Vereine, Verbände oder Institute, die gemeinnützig und im Sinne des Vereins „erfolgsfaktor FRAU e.V.“ handeln.  Öffentlichkeitsarbeit für die Bewusstseinsbildung zu den Hintergründen des geringen Anteils von Frauen an Führungspositionen und zur Notwendigkeit einer Änderung der Situation mit Hilfe von Veranstaltungen, Pressearbeit, Social-Media-Aktivitäten und der Teilnahme an Tagungen und Kongressen.

Vereinsvorsitzende ist Frau Claudia Specht, zweite Vorsitzende ist Frau Natalie Keller. Schirmherrin von erfolgsfaktor FRAU e.V. ist Frau Renate Schmidt, Bundesministerin a. D.

Zentrale Forderungen der „Nürnberger Resolution 2018“, die Unterstützer/innen auf der Webseite www.erfolgsfaktor-frau.de direkt unterzeichnen können, sind mehr Unternehmen mit verbindlicher Geschlechterquote für den Aufsichtsrat sowie eine selbst gesetzte Geschlechterquote für den Vorstand und die obersten Managementebenen.

Der Verein efF organisiert mehrere Veranstaltungen im Jahr, wie z. B. die „Talks aus dem efF“, die meist in Kooperation mit einem größeren Unternehmen stattfinden. Versierte Referentinnen liefern den Teilnehmenden sowie den Unternehmen und Instituten, in denen sie tätig sind, unter anderem Impulse zur Veränderung ihrer Führungskultur sowie zur Auflösung stereotyper Denkweisen. Zu den Veranstaltungsformaten gehört inzwischen auch das Bayerische Frauenbarcamp, das 2018 erstmals stattfand und bundesweit für Aufmerksamkeit sorgte.

In weiteren Projekten und Events will efF auch gesellschaftliche Geschlechterklischees aufbrechen. Beispiele hierfür sind die Kooperation mit Schulen, um junge Frauen mit Rolemodels vor allem aus dem MINT-Bereich bei der Berufswahl zu unterstützen, oder die

Unterstützung des 1. FCN Frauen- und Mädchenfußballs, um die Leistungen von Frauen und Mädchen im Sport besser sichtbar zu machen.

Referat VII/WiF unterstützt den Verein, indem ihm der Zugang zu den Netzwerken der Wirtschaftsförderung Nürnberg gewährt wird und ggf. gemeinsame Veranstaltungen aufgesetzt werden. Zudem ist der Verein in Kontakt mit dem Büro der Frauenbeauftragten.

Anmerkung zur Diversity-Relevanz Der Verein „erfolgsfaktor FRAU e. V.“ engagiert sich per Vereinssatzung für mehr Diversity in Gesellschaft und Wirtschaft. Es bestehen daher deutliche Anhaltspunkte, dass diese Maßnahme geeignet ist, Potenziale für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern bzw. die Gleichstellung und Chancengleichheit zu erschließen. Ein besonderes Anliegen ist es, die Gleichstellung und Akzeptanz von Frauen in Fach- und Führungspositionen zu verbessern und mit entsprechenden Impulsen Menschen dazu zu bringen, sich von Vorurteilen, veralteten Denkschablonen und Geschlechterstereotypen zu verabschieden. Das Vorhaben ist damit diversity-relevant.

Referat VII

SPD spd@stadt.nuernberg.de U1, U11 Lorenzkirche Rathaus Tel 0911 /231-2906 STADTRATS FRAKTION www.spd-stadtratsfraktion.nuemberg.de Bus 36, 46, 47 Rathaus 90403 Nürnberg Fax 0911 /231-3895 NÜRNBERG

SPD Stadtratsfraktion | Rathaus | 90403 Nürnberg

«WA

An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg OBERBÜRGERMEISTER Dr. Ulrich Maly

0 2. OKI. 2019

Rathaus

90403 Nürnberg vcr Absen- . -••wpen vzt rur Unter- 'iit vorlegen — Nürnberg, 2. Oktober 2019 U Dr. Blaschke/Penzkofer-Röhrl

Vorstellung von Erfolgsfaktor Frau e.V. im RWA

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

keine Volkswirtschaft und kein Unternehmen kann es sich eigentlich leisten, auf den Einfallsreichtum und die Qualifikation von Frauen im Wirtschaftsleben zu verzichten. Und dennoch erweist sich der Weg zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern im Wirtschaftsleben als besonders zäh. Der sog. Gender Ray Gap, also die ungerechtfertigt unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen, und der Männerüberhang in Führungspositionen sind nur zwei besonders prägnante, aber bei weitem nicht die einzigen Beispiele hierfür.

Mit dem Erfolgsfaktor Frau e.V. hat die Nürnberger Stadtgesellschaft in diesem Kontext einen besonders bemerkenswerten Verein hervorgebracht, der sich für mehr Diversity in der Wirtschaft einsetzt.

Die SPD-Fraktion stellt daher zur Behandlung im Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit folgenden

Antrag:

Der Verein Erfolgsfaktor Frau e.V. wird eingeladen, sich und seine Arbeit im Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit vorzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Anja Prölß-Kammerer Fraktionsvorsitzende

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Grenzpolizeiinspektion am Flughafen Nürnberg

hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 19.12.2019

Anlagen: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 19.12.2019

Bericht:

Zum 1. Januar 2020 wurde die Polizeiinspektion Nürnberg-Flughafen in eine Grenzpolizeiinspektion (GPI) umgewidmet. Die Direktion der Bayerischen Grenzpolizei übernahm damit einhergehend die Fachaufsicht sowie die Koordination der grenzpolizeilichen Aufgaben. Die organisatorische Anbindung der GPI Nürnberg-Flughafen bleibt unverändert beim Polizeipräsidium Mittelfranken. Am Aufgabenzuschnitt und örtlichen Zuständigkeitsbereich ergeben sich keine grundsätzlichen Änderungen. Es wird mündlich berichtet.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja keine unterschiedliche Auswirkung auf Personengruppen, da lediglich Bericht

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref. VII

BgA/L

SPD ÖÖ 33

spd@stadt.nuemberg.de U1, U11 Lorenzkirche Rathaus Tel 0911 /231-2906 STADTRATSFRAKTION www.spd-stadtratsfraktion.nuemberg.de Bus 36, 46, 47 Rathaus 90403 Nürnberg Fax 0911 / 231-3895 NÜRNBERG

Rva

SPD Stadtratsfraktion | Rathaus | 90403 Nürnberg OBERBÜRGERMEISTER An den Oberbürgermeister

1 9, UtZ. 2019

der Stadt Nürnberg /........Nr.......... Dr. Ulrich Maly i 3 “ Rathaus OA Zur Zur Stellungnahme Kts. 4 Antwort vor Absen- 90403 Nürnberg dung vorlegen W * 5 Antwort zur Unterz.w V. __schnu vc egen Nürnberg, 19. Dezember 2019 Dr. Blaschke

Grenzpolizeiinspektion am Flughafen Nürnberg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

In den vergangenen Monaten wurde mehrfach über eine Übernahme der grenzpolizeilichen Aufgaben am Nürnberger Flughafen durch die Bundespolizei diskutiert. Bislang werden die grenzpolizeilichen Aufgaben und die allgemein­ polizeilichen Aufgaben einheitlich durch die Landespolizei, insbesondere mit ihrer Polizeiinspektion Flughafen, wahrgenommen. Ab der Übernahme der grenzpolizeilichen Aufgaben durch die Bundespolizei sollte sich die Polizeiinspektion Flughafen auf die allgemein-polizeilichen Aufgaben beschränken. Außerdem sollte die PI Flughafen stets als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger im Norden des Stadtgebiets zur Verfügung stehen und ggf. auch die Polizeiarbeit in den Stadtteilen rund um den Flughafen unterstützen.

Die Bayerische Staatsregierung hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Bundespolizei nicht am Flughafen Nürnberg tätig werden wird. Stattdessen soll die bisherige Polizeiinspektion Flughafen des Polizeipräsidiums Mittelfranken in eine Grenzpolizeiinspektion der Bayerischen Grenzpolizei umgewandelt werden. Dies wirft die Frage auf, welche Auswirkungen dies auf die allgemein-polizeiliche Aufgabenwahrnehmung am Flughafen, auf die Ansprechbarkeit der Dienststelle für Bürger und auf die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte in den angrenzenden Stadtteilen haben wird.

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit folgenden

Antrag:

Die Verwaltung berichtet gemeinsam mit Vertretern der Polizei über die Umgestaltung der Polizeiinspektion Flughafen in eine Grenzpolizeiinspektion.

Mit freundlichen Grüßen

Stadtratsfraktion

Nürnberg

Dr. Anja Prölß-Kammerer Fraktionsvorsitzende SPD

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 24.09.2019

Anlagen: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 24.09.2019 Sachverhalt

Bericht:

Ein Vorschlag zur künftigen Erstellung und Umsetzung eines Nürnberger Sicherheitsberichts wird vorgelegt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit am 12.02.2020

Sicherheitsbericht der Stadt

Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom

1. Öffentliche Sicherheit und Ordnung im bayerischen Sicherheitsrecht

Im Sicherheitsrecht, also sowohl im Polizeiaufgabengesetz (PAG) als auch im Landes-Straf- und Verordnungsrecht (LStVG), umfasst die öffentliche Sicherheit „die Unversehrtheit des Lebens, der Gesundheit, Ehre, Freiheit und des Vermögens, der Rechtsordnung und der Einrichtungen des Staates und sonstiger Träger von Hoheitsgewalt einschließlich der ungehinderten Ausübung der Hoheitsgewalt. Öffentliche Ordnung umfasst die Gesamtheit der ungeschriebenen Regeln für das Verhalten des Einzelnen in der Öffentlichkeit, soweit die Beachtung dieser Regeln nach herrschenden Auffassungen als unerlässliche Voraussetzung eines geordneten Gemeinschaftslebens betrachtet werden“ (Vollzugsbekanntmachungen zum PAG, Zu Art. 2, und zum LStVG, Zu Art. 6).

Die Aufgabe, die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch Gefahrenabwehr aufrechtzuerhalten, ist in Bayern sowohl den Sicherheitsbehörden, d.h. den Behörden der allgemeinen inneren Verwaltung (Art. 6 - LStVG), als auch der Polizei (Art. 2 - PAG) in gleicher Weise und Verantwortung übertragen, daneben aber auch weiteren speziellen Sicherheitsbehörden (z.B. Bau-, Gewerbe-, Wasser-, Luft-, Lebensmittelaufsicht, Brandschutz).

Die allgemeinen Sicherheitsbehörden und die Polizei sind mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Befugnissen ausgestattet. Im LStVG finden sich Instrumente präventiver Kontrolle (z.B. Erlaubnispflichten), Verordnungsermächtigungen, Befugnisnormen für Einzelanordnungen und repressive Ahndungsmöglichkeiten durch Ordnungswidrigkeitentatbestände. Die Polizei ist im PAG vor allem durch unmittelbare Eingriffe zur Gefahrenabwehr ermächtigt (z.B. Identitätsfeststellung, Platzverweis, Gewahrsamnahme). Das LStVG enthält solche Eingriffsbefugnisse für die Sicherheitsbehörden nicht.

Vereinfacht gesagt, sollen nach dem bayerischen Sicherheitsrecht die allgemeine Sicherheitsbehörde Gefahren durch die Prüfung von Erlaubnissen und den Erlass von Einzelanordnungen und Verordnungen, die Polizei durch unmittelbare Eingriffsmaßnahmen gemeinsam abwehren.

2. Der Nürnberger Sicherheitspakt

Die Parallelzuständigkeit mit unterschiedlichen Eingriffsmaßnahmen von Stadt, Staatsanwaltschaft und Polizei im Bereich der Abwehr von Gefahren für die Sicherheit und Ordnung bildet das Fundament des Nürnberger Sicherheitspaktes. Um Sicherheit für die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger und damit Lebensqualität für alle zu erreichen ist die Bereitschaft aller Beteiligten notwendig, im vernetzten Sinne zusammen zu arbeiten, d.h. ihre Kompetenzen, rechtlichen Möglichkeiten, Ressourcen und Interessen bündeln und nutzen zu wollen und zu können.

„Sicherheit durch Vorsorge und Vernetzung“ – nach diesem Motto wird seitdem versucht, Gefahren für die Sicherheit und Ordnung durch präventive und repressive Maßnahmen gleichermaßen gemeinsam und abgestimmt abzuwehren. Die Gewährleistung von Ordnung wird dabei als nicht trennbare Anforderung und Voraussetzung zur Gewährleistung von Sicherheit angesehen.

Die Leitlinien dabei sind

Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Punkt „Vorsorge“, denn die beste Gefahr ist die, die gar nicht erst entsteht. Die konzeptionelle Einbindung präventiver Maßnahmen spielte deshalb bereits bei der Gründung des Sicherheitspakts eine große Rolle, da Aufwand und Ertrag hier häufig in einem besonders guten Verhältnis stehen. So kann mit einer einmaligen präventiven Maßnahme ein dauerhafter Erfolg verbunden sein, der in der Zukunft ständige oder sich wiederholende repressive Maßnahmen erspart.

Lenkungsgremium ist der Sicherheitsrat, in dem das Polizeipräsidium, die Staatsanwaltschaft, das Bürgermeisteramt, das Rechtsamt und das Ordnungsamt sowie themenbezogen weitere Ämter vertreten sind. Er trifft sich in etwa dreimonatigem Abstand zur Erörterung und Abstimmung grundlegender Sicherheitsfragen und -belange. Zu aktuellen Einzelthemen werden themenbezogen passende Kooperationsformen (z.B. Arbeitsgruppen, Arbeitsgemeinschaften, Runde Tische) gebildet.

Aus der gemeinsamen Verantwortung für die Sicherheit in der Stadt Nürnberg erwuchsen im Laufe der Zeit beispielsweise:

Polizei, Kliniken),

zeit dauerhaft strukturell bei den Kooperationspartnern verankert wurden und so eine strukturierte sowie personenunabhängige Zusammenarbeit gewährleisteten,

chen und deren Familien,

brauch – insbesondere durch Jugendliche,

nomie insbesondere in den Kneipen- und Discoarealen im Stadtgebiet Nürnberg,

vor den städtischen Wertstoffhöfen und dem damit verbundenen wilden Ablagern von Unrat,

Wiese, Jamnitzer Platz oder Rednitzauen etc.) mit den damit einhergehenden Einwohnerbeschwerden,

getragen werden sowie

Diese themenbezogenen Kooperationsformen haben sich bewährt und werden bei aktuellen Themen fortgeführt. So soll zum Beispiel künftig bei größeren Planungsvorhaben im öffentlichen Raum (z.B. Neugestaltung von Grünanlagen) bereits in einem frühen Stadium den Erfordernissen an das Sicherheitsempfinden der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibenden und öffentlichen Einrichtungen u.a. durch Einbeziehung von Fachleuten aus dem Bereich Sicherheit / Kriminalprävention Rechnung getragen werden. Hierzu hat die Polizei einen einheitlichen Ansprechpartner für derartige Vorhaben benannt.

3. Sicherheitsbericht der Stadt

Zuständigkeiten in der Gefahrenabwehr und die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten obliegen vielen Dienststellen der Stadt (u.a. Bauordnungsbehörde, Einwohneramt, Feuerwehr, Friedhofsverwaltung, Gesundheitsamt, Jugendamt, Liegenschaftsamt, Ordnungsamt, Service öffentlicher

Raum und Umweltamt). Die Stadt handelt hier durch die Erteilung von Erlaubnissen, und den Erlass von Einzelanordnungen (z.B. Auflagen, Widerrufe, Untersagungen), Bußgeldbescheiden, Satzungen und Verordnungen. Ein umfassender Sicherheitsbericht müsste deshalb alle von diesen Ämtern erteilten Erlaubnisse und erlassene Anordnungen und Bußgelder sowie den Stand der Kooperationsprojekte im Rahmen des Sicherheitspaktes umfassen. Ein solch umfangreicher Sicherheitsbericht erscheint hinsichtlich des Aufwandes, des Umfangs und der Erfassbarkeit nicht sinnvoll, insbesondere auch im Hinblick darauf, dass der Sicherheitsbericht der Polizei und der Stadt im Sinne der gemeinsamen Zuständigkeit für die Sicherheit und Ordnung und des Sicherheitspaktes Nürnberg gemeinsamen vorgestellt werden sollten.

Anlehnend an den Inhalt des Sicherheitsberichts der Polizei wird vorgeschlagen, folgende Inhalte für einen Sicherheitsbericht der Stadt zusammenzufassen:

Sicherheitsbericht der Polizei Sicherheitsbericht des Stadt
Kriminalitätslage Bußgeldbericht (vorhanden)
Einsatz - Ordnungs- und Schutzaufgaben Bericht des Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit (neu)
Bericht des Außendienstes Nürnberg (im Aufbau)
Verkehrslage (Zuständigkeit ZVKVÜ *)
- Bericht über das Sicherheitsgefühl (alle vier Jahre, vorhanden)

* Der Teil Verkehrslage wird im Sicherheitsbericht der Stadt nicht aufgenommen, da die überwachenden und ahndenden Zuständigkeiten hier wesentlich geringer sind als die der Polizei und vom Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung wahrgenommen werden, dessen Tätigkeiten in der Verbandsversammlung dargestellt werden.

3.1 Bußgeldbericht (vorhanden)

Die Nürnberger Polizei erstellt einen jährlichen Sicherheitsbericht. Dieser beinhaltet die Kriminalitätslage, besondere Einsatzlagen und die Verkehrslage. So wie der Teil des polizeilichen Sicherheitsberichts zur Kriminalitätslage die Entwicklung der Straftaten anhand der polizeilichen Kriminalstatistik darstellt, stellt der jährliche Bericht der zentralen Bußgeldstelle des Rechtsamtes (Bußgeldbericht) umfassend, wenngleich inhaltlich kürzer, die Entwicklung der der Stadt angezeigten und von ihr verfolgten Bußgeldverfahren und damit die ahndende Tätigkeit der verschiedenen „Sicherheitsbehörden“ der Stadtverwaltung dar. Dabei wird auch auf einige besondere Bereiche eingegangen. Im Bericht 2018 (siehe RWA vom 03.07.2019, TOP 1) wurden zum Beispiel die Entwicklung der Anzeigen in den Bereichen Sauberkeit, Ruhe, Sicherheit, Ordnung der Straßenflächen und Gaststätten, Imbisse, Diskotheken, Spielhallen dargestellt. Ausgenommen sind Verkehrsordnungswidrigkeiten, die durch den Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung geahndet werden.

Der Bußgeldbericht ist deshalb bestehender Teil des Sicherheitsberichts der Stadt.

3.2 Bericht des Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum (neu)

Die Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum, insbesondere im unmittelbaren Wohnumfeld, sind von großer Bedeutung für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger und prägend für deren Sicherheitsgefühl. Die Frage, wie sicher sich die Menschen in ihrer Wohngegend nachts fühlen, ist eine weit verbreitete Standardfrage in Befragungen zum Sicherheitsgefühl (zum Beispiel auch Bundeskriminalamt, Der Deutsche Viktimisierungssurvey 2017, S. 46), und auch in der großen Wohnungs- und Haushaltserhebung der Stadt zentraler Indikator für das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger (siehe 3.4).

Insbesondere in den letzten Jahren ist die Nutzung des öffentlichen Raumes vielfältiger und intensiver geworden. Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen, wie z. B. geändertes Ausgehverhalten, die Attraktivität Nürnbergs als Großstadt und zentraler Treffpunkt für verschiedene Szenen in Nordbayern, aber auch der Zuzug aus anderen Ländern haben in den letzten Jahren zu einer verstärkten Nutzungsdichte geführt und – da der zur Verfügung stehende Raum auch bei einer wachsenden Population nicht vermehrbar ist - damit einhergehend zu (Nutzungs-)Konflikten, an denen verschiedene Parteien beteiligt sind.

Weil sich gezeigt hat, dass bei den Beteiligten nicht nur unterschiedliche Zuständigkeiten, sondern auch unterschiedliche Herangehensweisen bestehen, wurde zur Vernetzung der beteiligten Stellen und zur Abstimmung unter diesen Stellen 2016 der Arbeitskreis „Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum (AK SiSa)“ geschaffen, in dem Polizei, Außendienst Nürnberg, Bürgermeisteramt, 2. Bürgermeister, Ordnungsamt, Service Öffentlicher Raum und Sozialreferat vertreten sind. Themenbezogen nehmen weitere Dienststellen teil (Abfallwirtschaftsbetrieb, Presseamt). Der Arbeitskreis tagt einmal monatlich. Dadurch sind die Bereiche Sicherheitsbehörden, soziale Prävention und Infrastruktur regelmäßig vernetzt, da Störungen der Sicherheit und Ordnung und Unsicherheitsgefühle nicht nur oder nicht immer mit polizeilichen oder sicherheitsrechtlichen Maßnahmen behoben werden können. Nur auf einer sozial, wirtschaftlich und kulturell intakten Basis kann Ordnung entstehen. Soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen erbringen deshalb ebenso wie stadtplanerische Maßnahmen und bürgerschaftliches Engagement einen wichtigen Beitrag - insbesondere zur Prävention.

Im Arbeitskreis werden Erkenntnisse der beteiligten Stellen, Beschwerdeschreiben, Meldungen in Bürgerversammlungen und Presseberichte aufgenommen. Ständige und auf bestimmte Örtlichkeiten bezogene Themen sind Sauberkeit, Vandalismus, Alkoholkonsum und Nächtigen im öffentlichen Raum. Zu den ständig behandelten Örtlichkeiten gehören u.a. die Bereiche Bahnhof, Plärrer und Wöhrder Wiese.

Welche Maßnahmen bei einer Problem- oder Beschwerdelage ergriffen werden, wird zwischen den Beteiligten abhängig vom konkreten Lagebild und der Schwere der Störung entschieden:

von Lagern)

Diese Maßnahmen können einzeln oder gemeinsam erforderlich sein, um Gefahren oder Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dauerhaft und nachhaltig zu begegnen.

Ein jährlicher Bericht des Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit wird deshalb als sinnvoller Teil des Sicherheitsberichts der Stadt angesehen, da er sich schwerpunktmäßig mit der Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum beschäftigt.

3.3 Bericht des Außendienstes Nürnberg (im Aufbau)

Der im Dezember 2018 gestartete Außendienst Nürnberg (ADN) nimmt Schwerpunktaufgaben (vgl. Stadtrat vom 25.10.2017, TOP 3) war, die insbesondere von Seiten BgA, 2. BM, aus dem Arbeitskreis Sicherheit und Sauberkeit heraus und durch die Dienststellen- und Werkleitungen für das gesamte Stadtgebiet angefordert werden; z. B.:

Grünanlagen, z. B.: örtlich: Pegnitztal West und Marienbergpark, zeitlich: Freitag ab dem späten Nachmittag, Samstag und Sonntag tagsüber)

unreinigungen, gegen Fütterungsverbote, aggressives Betteln

frequentierter öffentlicher Plätze, Wege und Grünanlagen (z. B. Altstadtbereich, Fußgängerzonen, Wöhrder Wiese, westlicher Wöhrder See, Südstadtpark, Aufseßplatz, Rosenaupark, Hallerwiese / Kontumazgarten)

Über die Einführung des ADN wurde im Stadtrat am 22.11.2018 (TOP 9) sowie im Rechts- und Wirtschaftsausschuss am 08.05.2019 (TOP 2) berichtet. Eine erneute Berichterstattung war für den Dezember 2020 vorgesehen. Eine standardisierte Erfassung und Dokumentation der Einsätze erfolgt in Form von Tagesberichten. Eine standardisierte Berichterstattung muss implementiert werden. Ein Tätigkeitsbericht des ADN soll nach Einführung einer standardisierten Berichterstattung Teil des Sicherheitsberichts der Stadt werden.Über die Einführung des ADN wurde im Stadtrat am 22.11.2018 (TOP 9) berichtet. Aufgrund der mit der Einführung verbundenen Aufgaben konnte noch keine standardisierte Erfassung der Ein-sätze implementiert werden. Ein Tätigkeitsbericht des ADN soll nach Einführung einer standardisierten Erfassung Teil des Sicherheitsberichts der Stadt werden.

Der Bericht des Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit und der Bericht des Außendienstes Nürnberg entsprechen in etwa auch dem Teil Einsatz-, Ordnungs- und Aufgaben des polizeilichen Sicherheitsberichtes.

3.4 Bericht über das Sicherheitsgefühl (alle 4 Jahre, bereits vorhanden)

Seit 1997 werden alle vier Jahre in der großen Wohnungs- und Haushaltserhebung drei gleichbleibende Fragen zum Sicherheitsgefühl gestellt, zuletzt 2017, um eine vergleichbare Entwicklung und Bewertung des Sicherheitsgefühls zu erhalten:

Straßenbahn / in Grünanlagen, Parks, Erholungsgebieten? Antwortmöglichkeiten: sehr unsicher / ziemlich sicher / eher unsicher / sehr unsicher.

Müll, Schmutz / Belästigungen, Ruhestörungen / Sachbeschädigungen, Vandalismus, Schmierereien / Kriminalität. Antwortmöglichkeiten: kein Problem / geringes Problem / ziemliches Problem / großes Problem.

Antwortmöglichkeiten: ja / nein.

Die Ergebnisse werden für 17 Stadtgebiete zusammengefasst und mit der Polizei besprochen. Bei auffälligen Verschlechterungen wird zusammen mit der Polizei und anderen städtischen Dienststellen versucht zu ergründen, welche Ursachen die Verschlechterung hat, und problembezogen Verbesserungsmöglichkeiten zu finden (zum Beispiel in St. Leonhard in den Erhebungen 2005 und 2017; siehe RWA vom 18.09.2019).

„Wir wissen aus verschiedenen Umfragen, dass es um das Sicherheitsgefühl der Menschen in Deutschland häufig schlechter bestellt ist als um die durch objektive Messungen und Erhebungen beschriebene tatsächliche Sicherheitslage“ (Bundeskriminalamt, Der Deutsche Viktimisierungssurvey 2017, S. 3). Dies gilt auch für Nürnberg. Dies liegt daran, dass das Sicherheitsgefühl von unterschiedlichen Einflussfaktoren geprägt wird.

Instrumente zur Erfassung des Sicherheitsgefühls sind daher wichtig um zu erkennen, an welchen Stellen Wahrnehmungen und Ängste nicht mit statistischen Fakten und wissenschaftlichen Befunden belegt werden können. Mit diesem Wissen kann dem subjektiven Bedrohungs- und Unsicherheitsgefühl durch gezielte Aufklärungsarbeit und Maßnahmen entgegengewirkt werden. Der Bericht über das Sicherheitsgefühl aus der Wohnungs- und Haushaltserhebung wird deshalb als wichtiger Teil eines Sicherheitsberichts der Stadt angesehen, der aber nur alle vier Jahre möglich ist.

4. Vorschlag zur Vorstellung eines Sicherheitsberichts der Stadt

Soweit mit diesen Inhalten für einen Sicherheitsbericht der Stadt Einverständnis besteht, werden zusammen mit dem Sicherheitsbericht der Polizei der Bußgeldbericht und der Bericht des Arbeitskreises Sicherheit und Sauberkeit vorgestellt. Dieser wird um einen Tätigkeitsbericht des Außendienst Nürnberg ergänzt, sobald eine standardisierte Berichterstattung der Einsätze implementiert ist. Das Ergebnis zum Sicherheitsgefühl wird alle vier Jahre nach Auswertung der Wohnungs- und Haushaltserhebung vorgestellt.

II. OA/L z.K.

Nürnberg, den 20.01.2020 Ordnungsamt i.A.

Peter (3268)

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Betteln in Nürnberg

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 30.09.2019

Anlagen: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 30.09.2019 Sachverhalt

Bericht:

Es wird über den aktuellen Sachstand zum Betteln im öffentlichen Raum in Nürnberg berichtet. Neben den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Bettelns (stilles Betteln, aggressives Betteln, organisiertes bzw. betrügerisches Betteln) werden die mit der Polizei vereinbarte Vorgehensweise und behördliche Maßnahmen dargestellt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja keine unterschiedliche Auswirkung auf Personengruppen, da lediglich Bericht

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

2. BM / ADN

Ref. VII/LA

Fraktion der

Christlich-Sozialen Union

im Stadtrat zu Nürnberg

CSU-Stadtratsfraktion Rathausplatz 2 90403 Nürnberg Wolff scher Bau des Rathauses Zimmer 58 Herrn Oberbürgermeister Rathausplatz 2 Dr. Ulrich Maly O 3 E V*H ME i S T EH 90403 Nürnberg Rathausplatz 2 Telefon: 0911231-2907

0 2. OKI. 2019

Telefax: 0911231-4051 90403 Nürnberg ......Nr.........! E-Mail: csu@stadt.nuernberg.de i Zur Stellungnahme 0A Zur www.csu-stadtratsfraktion.nuernberg.de J Kts. , 4 AnUvOi t vor Abssr otTig /ortecen 30.09.2019 "5 ÄnEÄVTzt? T'Pe: schritt vorteqt Nachtigall

Aggressives und organisiertes Betteln in Nürnberg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

das Betteln im Stadtgebiet von Nürnberg stellt eine überden Gemeingebrauch hinausgehende Nutzung des öf­ fentlichen Raumes dar und verstößt, weil hierfür keine Erlaubnisse seitens der Stadtverwaltung erteilt werden, gegen die Sondernutzungssatzung der Stadt Nürnberg. Sowohl die Stadt Nürnberg, als auch die Beamtinnen der Nürnberger Polizei dulden das sog. „stille bzw. Demutsbetteln".

Wiederkehrend treten insbesondere in der Innenstadt/Fußgängerzonen und im Umfeld von Einkaufspassagen und -märkten aber auch immer wieder Menschen auf, die auf unterschiedlichste Weise versuchen Almosen zu erbetteln. Dabei tun sich auch immer wieder osteuropäischen Personengruppen hervor, die aggressiv und/oder unter Zuhilfenahme verschiedenster Hilfsmittel auf Passanten zugehen und diese zur Abgabe von Spenden auf­ fordern.

Bei einer Vielzahl dieser Bettlerinnen ist zu befürchten, dass organisierte Banden im Hintergrund stehen, die diese Personen gezielt nach Nürnberg bringen um sie für sich betteln zu lassen. Es gibt Hinweise darauf, dass bettelnde Einzelpersonen ihren erzielten Erlös ganz oder zumindest überwiegend an diese Banden abgeben müs­ sen.

Die Zunahme dieses Phänomens führt wiederkehrend zu Sicherheitsstörungen und damit zu Beeinträchtigungen des Sicherheitsempfindens der Nürnbergerinnen und Nürnberger.

Die CSU Stadtratsfraktion stellt zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

  1. Die Stadt Nürnberg berichtet über die im Stadtgebiet auftretenden Formen des Betteins und gibt insbesondere einen Überblick über die banden- bzw. gewerbsmäßige Ausprägung dieses Phäno­ mens.

  2. Die Stadt Nürnberg stellt die rechtliche Bewertung des Betteins und seiner unterschiedlichen Vari­ anten, das Übernachten im öffentlichen Raum sowie die jeweiligen straf- und bußgeldbewährten Sanktionsmöglichkeiten dar.

A19093000 Betteln in Nürnberg.docx

  1. Die Stadt Nürnberg berichtet rückblickend über Maßnahmen und Sanktionen gegen das Betteln, in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und deren Begleitumstände, im Sommer 2019. Dabei stellt sie explizit die Überwachungs- und Sanktionsmaßnahmen dar, die sie als Sicherheitsbehörde mit eigenem Personal veranlasst und getroffen hat, sowie die Maßnahmen, die durch die Nürnber­ ger Polizei ergänzend durchgeführt wurden.

  2. Die Stadt Nürnberg gibt einen Überblick über das Verfahren und die Maßnahmen, mit denen sie als Sicherheitsbehörde dem Betteln, insbesondere in seiner organisierten bzw. gewerbsmäßigen Form, in Nürnberg künftig Einhalt gebieten will.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus König Fraktionsvorsitzend

A19093000 Betteln in Nürnberg.docx

Aggressives und organisiertes Betteln in Nürnberg

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 30.09.2019

Das Betteln im öffentlichen Raum ist in unterschiedlichsten Erscheinungsformen und Ausprägungen zu beobachten. Eine generelle Möglichkeit, Betteln zu verbieten oder zu sanktionieren besteht nicht, da nach der Rechtsprechung zumindest das stille Betteln zur Abwendung einer persönlichen Notlage noch dem Gemeingebrauch entspricht und somit ohne behördliche Erlaubnis im öffentlichen Raum erfolgen kann. Erst bei konkreter Belästigung oder gar Betrug zu Lasten Dritter insbesondere/auch durch eine organisierte Vorgehensweise liegt eine erlaubnispflichtige straßenrechtliche Sondernutzung oder eventuell ein Straftatbestand vor, der behördliche Handlungsspielräume eröffnet.

Beim stillen (Demuts-)Betteln erschöpft sich der Bettelvorgang darin, dass die in sitzender oder stehender Position bettelnde Person durch Handaufhalten oder mit Hilfe eines Behältnisses um Almosen bittet. Eine direkte Kontaktaufnahme mit Passanten erfolgt in diesen Fällen nicht. Diese Form des Bettelns überschreitet rechtlich gesehen nicht den Gemeingebrauch an öffentlichen Straßen und ist daher ohne Weiteres zulässig.

Sobald Passanten von der bettelnden Person aktiv angesprochen oder bedrängt werden, wie es beispielsweise bei den „Wertstoffpiraten am Pferdemarkt“ in den Jahren 2014/2015 verstärkt der Fall war, liegt sogenanntes aggressives Betteln vor. Diese Personen werden von der Polizei bei erstmaligem Antreffen mit Hilfe eines Formblatts, welches in unterschiedlichen Sprachen vorgehalten wird, über die Rechtslage belehrt. Werden die betreffenden Personen innerhalb eines Jahres wiederholt beim aggressiven Betteln angetroffen, werden vorhandene Bettelerlöse als Sicherheitsleistung einvernommen bzw. eingezogen und ein Bußgeldverfahren nach Art. 66 Nr. 2 Bayerisches Straßen- und Wegegesetz (BayStrWG) i.V.m. § 8 Abs. 1 der Sondernutzungssatzung der Stadt Nürnberg eingeleitet. Das Bußgeld für einen Erstverstoß beträgt 50 € und erhöht sich entsprechend bei weiteren Verstößen.

Beim organisierten Betteln werden eine oder mehrere Personen oftmals aus dem (süd-)osteuropäischen Raum von Hintermännern zum Betteln verpflichtet. Die bettelnden Personen werden in der Regel eigens hierfür in Fahrzeugen ins Stadtgebiet verbracht und müssen mit Hilfe von (teilweise vorgetäuschten) körperlichen Gebrechen aber auch mit Musikinstrumenten dem Betteln nachgehen. Bei vorgetäuschten Gebrechen oder Notsituationen kann auch (Bettel-)Betrug vorliegen. Der erbettelte Erlös wird von Aufsichtspersonen in regelmäßigen Turnus ganz oder teilweise einvernommen. Nach Beendigung dieser „Arbeit“ werden die betroffenen Personen überwiegend wieder zurück zu Ihrer Schlafstätte gefahren, so dass diese in der Regel nicht im öffentlichen Raum übernachten. Hier liegt oftmals der Verdacht des Menschenhandels gem. § 232 Abs. 1 StGB nahe. Der Nachweis dieser bandenmäßigen Strukturen gestaltet sich jedoch als besonders schwierig, da die bettelnden Personen häufig wechseln, es sich um Familien- oder Clanstrukturen handelt und die „Hintermänner“ teilweise schwer ausfindig zu machen sind. Durch offene und verdeckte Maßnahmen versucht das Polizeipräsidium Mittelfranken, mögliche Strukturen in diesen Bereichen aufzuhellen bzw. aufzudecken. Beim Antreffen organisierter Bettler erfolgt eine Belehrung und sofortige Anzeigenerstattung wegen unerlaubter Sondernutzung bei RA/2 (Bußgeldstelle). Zusätzlich vereinnahmt die Polizei den Bettelerlös oder anderes Bargeld bis zur Höhe des Bußgeldes. Beim Betteln mit Waren, zum Beispiel Rosen, beschlagnahmt die Polizei zusätzlich die Waren als Beweismittel für das im Folgenden von der Stadt Nürnberg betriebene Ordnungswidrigkeitsverfahren nach § 66 BayStrWG.

Die aktuelle Situation und Erscheinungsformen im Bereich des Bettelns werden von der Stadt Nürnberg (OA, LA, RA, ADN) und Polizei gemeinsam regelmäßig bewertet und Verfahren zur Vorgehensweise abgestimmt. In diesem Rahmen werden die jeweiligen Lagebilder (Beschwerden, Anzeigenzahlen, Auffälligkeiten usw.) gegenseitig vorgestellt, um frühzeitig und effektiv auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Bei der letzten gemeinsamen Bewertung am 08.10.2019 wurde keine signifikante Zunahme oder Intensivierung des Bettelns in Nürnberg festgestellt.

Im Jahr 2018 wurden von der Polizei im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mitte insgesamt 929 Belehrungen (davon 282 Osteuropäer) ausgesprochen und 275 Anzeigen wegen aggressiven bzw. organisierten Betteln erstattet. 2019 wurden 1051 bettelnde Personen, davon 330 aus dem osteuropäischen Raum, belehrt sowie 228 Verstöße zur Anzeige gebracht.

Auch die bei RA/2 eingegangenen Anzeigen wegen aggressiven bzw. organisierten Bettelns bewegen sich im Wesentlichen auf einem gleichbleibenden Niveau: während im Jahr 2018 241 Anzeigen zu verzeichnen waren, waren es 2019 insgesamt 225. Die Anzeigen mündeten 2018 in 140 Bußgeldbescheide, 2019 waren es 220.

Der ADN kontrolliert das Betteln ebenfalls regelmäßig und trifft dabei Maßnahmen zur Identitätsfeststellung im Sinne eines umfassendes Lagebildes und erteilt Platzverweise bei festgestellter illegaler Sondernutzung (insbesondere auch bei Lagern oder Alkoholkonsum). Zur Durchsetzung wirkungsvoller Maßnahmen wie Sicherstellung des Bettelerlöses wird aufgrund der begrenzten eigenen Eingriffsrechte (z.B. keine Recht zur Personendurchsuchung nach Bettelerlösen oder zur Gewahrsamnahme für Identitätsfeststellung) absprachegemäß die Unterstützung der Polizei angefordert.

OA 10.01.2020

(5320)

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Beschluss

Arbeit

Betreff:

Verbot von Böllern mit ausschließlicher Knallwirkung zum Jahreswechsel

hier: Antrag des Herrn Stadtrat Schrollinger (ÖDP) vom 05.12.2019

Anlagen: Antrag der ÖDP vom 05.12.2019 Sachbericht

Sachverhalt (kurz):

Silvesterfeuerwerkskörper der Kategorie F2 dürfen am 31. Dezember und 1. Januar von allen Personen abgebrannt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, ausgenommen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen (§ 23 Abs. 1 und 2 1. Sprengstoffverordnung - 1. SprengV) sowie in Bereichen, für die Abbrennverbote erlassen worden sind. In Nürnberg gab es 2019 vier Verbotsbereiche: Burgbereich, Lorenzkirche, Hauptmarkt und alle Spielstätten des Silvestivals. Ein Feuerwerksverbot für die gesamte Altstadt oder Stadt ist aufgrund der Rechtslage nicht möglich. Es wird aber geprüft, ob die bestehenden Verbotsbereiche zu einem großen Verbotsbereich zusammengefasst und erweitert werden können.

Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung können in bestimmten dichtbesiedelten Gemeinden oder Gemeindeteilen verboten werden (§ Art. 24 Abs. 2 Nr. 2 1.SprengV). Hiervon hat die Stadt München 2019 in der Umweltzone innerhalb des mittleren Rings Gebrauch gemacht. Für Nürnberg wird eine solche Verbotszone für nicht praktikabel und mit nur geringen Auswirkungen auf die Lärm-, Luft- und Abfallbelastung erachtet. Die Verbotsmöglichkeit umfasst nur Kracher, aber nicht Feuerwerkskörper mit anderen Effekten (z.B. Raketen, Batterien, Bodenfontänen), auch wenn diese Knalleffekte dabei haben. Die Kracher haben nur einen geringen Umsatzanteil an den Feuerwerkskörpern. Ein auf Kracher und bestimmte Gebiete beschränktes Verbot wäre auch für Bürgerinnen und Bürger unverständlich und nicht nachvollziehbar und nicht zu kontrollieren. Es wird deshalb empfohlen, ein solches Verbot nicht zu erlassen.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Keine Auswirkungen auf unterschiedliche Personengruppen.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit der Polizei zu prüfen, ob und wie die drei Verbotszonen Burg, Hauptmarkt und Lorenzkirche zu einer Verbotszone zusammengefasst und erweitert werden können. Ein Verbot für Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung wird nicht weiter verfolgt. Die Stadt Nürnberg unterstützt Überlegungen und Initiativen, die Verbotsmöglichkeit in § 24 Abs. 2 1. SprengV auf alle Feuerwerkskörper der Klasse F2 zu erweitern.

11..55

ÖÖ

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit am 12.02.2020

Verbot von Böllern mit ausschließlicher Knallwirkung zum Jahreswechsel

Antrag von Herrn Stadtrat Schrollinger, ÖDP, vom 05.12.2019

In Anbetracht der öffentlichen Diskussion zum Silvesterfeuerwerk wird der Antrag zum Anlass genommen, die rechtliche Möglichkeit von Feuerwerksverboten über den Antrag hinaus darzustellen.

1. Rechtsgrundlage und verbotene Bereiche

Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist bundesrechtlich geregelt in der 1.Sprenstoffverordnung (1.SprengV). Silvesterfeuerwerkskörper sind pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 mit geringer Gefahr. Mit der Zulassung durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

( ) wird geprüft und bestätigt, dass die Feuerwerkskörper den gesetzlichen Anforderungen an
Sicherheit, Immissions- und Gesundheitsschutz entsprechen. F2-Feuerwerkskörper dürfen einen
maximalen Lärmpegel von 120 dB(A) im Abstand von 8 m und eine festgelegte Art und Menge von
Brennstoff nicht übersteigen.

F2-Feuerwerkskörper

den, die das 18. Lebensjahr vollendet haben (§ 23 Abs. 2 1.SprengV), ansonsten nur von Perso-

nen mit einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis, einem Befähigungsschein (z.B. gewerbliche Pyro-

techniker) oder einer Ausnahmegenehmigung. Sie dürfen auch an Silvester nicht in unmittelbarer

Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindli-

chen Gebäuden oder Anlagen abgebrannt werden (§ 23 Abs. 1 1.SprengV). Feuerwerkskörper

dürfen auch dann nicht abgebrannt werden, wenn diees anderen gesetzlichen Vorschriften wider

spricht (z.B. in Wälder oder Naturschutzgebieten).

r-

2. Verbotsmöglichkeiten

Gemeinden können das Abbrennen von F2-Feuerwerkskörpern am 31. Dezember und 1. Januar nur verbieten, wenn es hierfür eine gesetzliche Ermächtigung gibt. Solche Verbotsmöglichkeiten bestehen für folgende Bereiche:

a) In der Nähe von Gebäuden oder Anlagen, die besonders brandempfindlich sind (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 1.SprengV).

b) F2-Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung in bestimmten dichtbesiedelten Gemeinden oder Gemeindeteilen (§ Art. 24 Abs. 2 Nr. 2 1.SprengV). Die Verbotsmöglichkeit umfasst nicht Feuerwerkskörper, die (auch) andere pyrotechnische Effekte habe, also z.B. Raketen, Batterien, Bodenfontänen.

c) Für öffentliche Einrichtungen, wenn das Abbrennen von Feuerwerkskörpern dem Widmungszweck entgegensteht (Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Gemeindeordnung – GO).

d) Bei Veranstaltungen zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit oder Sachgüter oder

zum Schutz vor erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit

oder Nachbarschaft oder vor erheblichen Beeinträchtigungen der Natur oder Landschaft (Art. 19

Abs. 5 Landes-Straf- und Verordnungsgesetz – LStVG).

e) Bei Menschenansammlungen zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Sittlichkeit, ungestörte Religionsausübung, Eigentum oder Besitz (Art. 23 Abs. 1 LStVG).

oder zur Abwehr von Gefahren, die
Leben, Gesundheit oder die Freiheit von Menschen oder Sachwerte, deren Erhaltung im öffent-
lichen Interesse geboten erscheint, bedrohen oder verletzen (Art. 7 Abs. 2 Nr. 1 und 3 LStVG)

f)

3. Bestehende Verbote in Nürnberg

In Nürnberg gibt es bisher folgende Verbotsbereiche:

a) Burgbereich (nach Ziffer 2 e): Auf der Burg und in einem Bereich um die Burg gibt es seit dem Jahr 2000 ein Verbot für das Abbrennen und Mitführen von Feuerwerkskörpern zum Schutz der zahlreichen Besucherinnen und Besucher nach Art. 23 Abs. 1 LStVG durch die Silvesterverordnung. Der Verbotsbereich wird jedes Jahr von der Polizei abgesperrt und der Zugang kontrolliert.

b) Lorenzkirche (nach Ziffer 2 f): Um die Lorenzkirche wird seit dem Jahr 2017 ein Verbotsbereich durch Allgemeinverfügung festgelegt, nachdem in den Vorjahren viele Menschen entgegen des Verbots nach § 23 Abs. 1 1.SprengV Feuerwerkskörper vor der Kirche abgebrannt oder auf diese abgeschossen haben. Der Verbotsbereich wird ausgeschildert und von der Polizei kontrolliert.

c) Hauptmarkt (nach Ziffer 2 e): Für den Hauptmarkt wurde 2019 erstmals ein Feuerwerksverbot zum Schutz der Besucherinnen und Besucher des Silvestivals durch Allgemeinverfügung erlassen. Der Hauptmarkt war dieses Jahr erstmalig Veranstaltungsfläche beim Silvestival. Der Verbotsbereich wurde ausgeschildert und von der Polizei kontrolliert.

d) Silvestival: Für alle Veranstaltungsflächen des Silvestivals ist durch die allgemeinen Geschäftsbedingungen das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten. Es finden Einlasskontrollen durch einen Sicherheitsdienst statt.

Auf das generelle Abbrennverbot in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen und auf die festgelegten Verbotsbereiche wird jedes Jahr in einer ausführlichen Pressemitteilung mit Lageplänen und auf der Internetseite des Ordnungsamtes hingewiesen.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Verbote von vielen Menschen nicht eingehalten werden und die Überwachung der drei Verbotsbereiche für die Polizei einen sehr hohen Personalaufwand erfordert, der aufgrund der Gesamtlage an Silvester nicht ausgeweitet werden kann. In den Verbotsbe-

reichen versuchen trotz Ausschilderung und intensiver Kontrolle durch die Polizei immer wieder

viele Personen Feuerwerkskörper abzubrennen.

4. Luft- und Abfallbelastung Silvester 2019

Für die Luftbelastung bedeutet das Silvesterfeuerwerk jedes Jahr eine temporäre Ausnahmesituation mit stark erhöhten Feinstaubwerten. Laut Umweltreferat hängt die Ausprägung sehr stark von den Wetterverhältnissen ab. Diesmal dauerte die Belastung witterungsbedingt länger an als im Vorjahr. Der fast 2/3-mal so hohe Wert in der Von-der-Tann-Straße als am Jakobsplatz, auf dem sehr viele Feuerwerkskörper abgebrannt werden, zeigt zudem, dass die Feinstaubkonzentration auch von den baulichen Gegebenheiten abhängen.

In der Silvesternacht wurden in vielen Städten erhöhte Feinstaubwerte gemessen, mit Höchstwerten in Nürnberg. In der Messstation Von-der-Tann-Straße wurden um 1 Uhr nachts 1.219 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) gemessen, am Jakobsplatz 747 µg/m3, am Flughafen 45 µg/m3. Im Vergleich mit den Vorjahren lagen die Messwerte im mittleren Bereich. Laut dem Umweltreferat haben sich die Feinstaubpartikel aufgrund fehlender Luftströmungen nicht wie im Vorjahr rasch verteilt, so dass die Messwerte am Neujahrsmorgen um 8 Uhr in den Innenstädten der gesamten Region noch erhöht und erst gegen 14 Uhr auf die zu messende Grundbelastung abgesunken waren. Mit einem Tagesmittelwert von 196 µg/m3 wies die Messstation Von-der-Tann- Straße die bayernweit höchste Feinstaubbelastung auf, gefolgt von den Messstationen München, Landshuter Allee mit 185 µg/m3, Lothstraße 177 µg/m3, Stachus 175 µg/m3 und Fürth, Theresienstraße 169 µg/m3.

Beim Silvestermüll gab es laut SÖR mit 17 Tonnen einen leichten Rückgang gegenüber jeweils 20 t in den drei Vorjahren. Der meiste Silvestermüll ist mit 6 t im Bezirk 3 innerhalb des mittleren Rings angefallen, davon mit 1,5 t der höchste Anteil in Gostenhof, am Kohlenhof und am Plärrer, gefolgt vom Bezirk 4 (Höfen, Großreuth b. Schw., Gebersdorf, Neuröthenbach, Röthenbach b. Schw., Eibach, Gartenstadt, Gibitzenhof, Steinbühl, Galgenhof, St. Peter, Weichelgarten) mit 5 t und vom Bezirk 2 (Schniegling, Wetzendorf, Doos, Muggenhof, Kleinreuth h.d.V., Großreuth h.d.V., Thon, Schoppersdorf, Rennweg, Buchenbühl, Ziegelstein, Erlenstegen, Laufamholz, St. Jobst, Wöhrd, Zerzabelshof) mit 4 t.

In der Altstadt war ebenfalls weniger Abfall als in den Vorjahren festzustellen. Schwerpunkte des Müllaufkommens waren wie alle Jahre Jakobsplatz, Plärrer und Breite Gasse. Eine sehr starke Vermüllung wurde auch am Tiergärtnertor und an der Fleischbrücke festgestellt, wo bislang kaum etwas war. Gründe hierfür könnten die Nähe zu den Verbotszonen und zu Kneipen und Diskotheken sein. Wesentlich weniger Müll gab es in der Augustinerstraße und am Hauptmarkt. Während in Gostenhof, am Kohlenhof und am Plärrer vor allem Feuerwerksbatterien und Raketen angefallen sind, gab es am Jakobsplatz, am Plärrer und in der Breiten Gasse vor allem Feuerwerksbatterien und Kracher.

5. Feuerwerksverbote in anderen Städten

Viele Gemeinden und Städte haben wie Nürnberg Verbote erlassen für Bereiche mit großen Menschenansammlungen, Veranstaltungen oder vielen besonders brandempfindlichen Gebäuden, u.a. Fürth auf der Fürther Freiheit, am Kohlenmarkt, rund um das Rathaus und am Dreiherrenbrunnen, Schwabach auf dem Königsplatz und Martin-Luther-Platz. Größere Verbotsbereiche in der Innenstadt gibt es u.a. in Augsburg, Düsseldorf, Hannover und München.

Die Stadt München hat 2019 ein generelles Feuerwerksverbot in der Innenstadt für die Fußgängerzone von Karlsplatz/Stachus bis Marienplatz und am Viktualienmarkt zum Schutz der dortigen Menschenansammlungen erlassen, sowie nach unseren Erkenntnissen als bisher einzige Stadt ein Verbot von Feuerwerkskörpern mit ausschließlicher Knallwirkung in der Umweltzone innerhalb des Mittleren Rings.

Der Arbeitskreis Sicherheit und Ordnung der deutschen Großstädte hat in seiner Sitzung im November 2019 diskutiert, ob über den Deutschen Städtetag eine Änderung des § 24 1.SprengV angestoßen werden soll, um die Beschränkung auf Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung und auf dichtbesiedelte Gebiete aufzuheben. Das Ordnungsamt hat sich hierfür ausgesprochen, bei den Mitgliedern bestand aber keine einheitliche Meinung. Der Deutsche Städtetag wird den Vorschlag aber weiter diskutieren.

6. Erweiterung der Verbotsbereiche

Die unter Ziffer 2 dargestellten Verbotsmöglichkeiten lassen ein Feuerwerksverbot für die gesamte Altstadt oder die gesamte Stadt nicht zu. Für die Altstadt wurde im Jahr 2016 geprüft, ob eine Zusammenlegung aller nach § 23 Abs. 1 1.SprengV bestehenden geschützten Objekte ein flächendeckendes Verbot begründen könnte, was aber nicht der Fall war. Auf diese Weise hätten nur größere Verbotsinseln in der Altstadt geschaffen werden können, die aber nicht überblickbar dargestellt und kontrolliert hätten werden können (siehe RWA vom 21.09.2016, TOP 4).

Zusammen mit der Polizei wird geprüft, ob das Verbot für den Hauptmarkt auch ohne Silvestival beibehalten und die drei Verbotsbereiche Lorenzkirche, Hauptmarkt und Burg zu einem Verbotsbereich erweitert werden können, da sich in den Zwischenbereichen sehr viele Menschen aufhalten und in der dichten Menschenansammlungen viele Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Die intensive Überwachung der bisherigen drei Verbotsbereiche durch die Polizei könnte aber nicht in gleicher Dichte auf einen vergrößerten Verbotsbereich ausgeweitet werden. Eine Schaffung von noch mehr Einzelbereichen wird hingegen als nicht überblickbar und kontrollierbar erachtet.

Das Abbrennen eines zentralen Feuerwerks durch die Stadt wird nicht als sinnvoll erachtet. Neben der Platzfrage und der besonderen Belastung der dortigen Anwohner erscheint es in Anbetracht der Finanzlage und Umweltschutzanstrengungen nicht vermittelbar und widersprüchlich, dass die Stadt Gelder für ein Feuerwerk ausgibt. Die Stadt Nürnberg will mit dem seit 2010 alle zwei Jahre veranstalteten Silvestival vielmehr zeigen, dass Silvesterfeiern auch ohne Feuerwerk geht und setzt dafür auf ein „Feuerwerk der Kultur“. Ein zentrales Feuerwerk wird auch die vielen Menschen, die selber böllern wollen, nicht dazu bringen, keine Feuerwerkskörper abzubrennen und für ein Feuerwerk in der Nacht noch wo anders hinzufahren.

7. Verbot von Feuerwerkskörpern mit ausschließlicher Knallwirkung

Ein Verbot nach § 24 Abs. 2 1.SprengV von Feuerwerkskörpern mit ausschließlicher Knallwirkung, also nur Kracher, in dichtbesiedelten Stadtteilen halten wir für nicht praktikabel und mit nur geringen Auswirkungen auf die Lärm-, Luft- und Abfallbelastung.

Bei Krachern, die fast immer am Boden abgebrannt werden, bleiben die Feinstaub- und Lärmbelastung sehr bodennah. Sie wirken sich deshalb stärker auf die Lärmbelastung, Luftbelastung und die Messwerte in der Umgebung aus als Feuerwerkskörper, die in größerer Höhe abbrennen und bei denen sich Knall und Feinstaub leichter verteilen und verdünnen. Jedoch haben Kracher nur einen geringen Anteil an den Feuerwerkskörpern. Sie machen nur etwa 4% des Umsatzes aus, Batterie- und Verbundfeuerwerkskörper dagegen etwa 50% und Raketen 20% (Quelle: Verband der pyrotechnischen Industrie, https://www.feuerwerk-vpi.de/service/faq). Aufgrund der Umsatzentwicklung der letzten Jahre erscheint es eher wahrscheinlich, dass Personen in einer Verbotszone für Kracher noch mehr zulässige Feuerwerkskörper abbrennen als ganz auf Feuerwerkskörper zu verzichten. Außerdem wäre ein Verbot nur in dicht besiedelten Stadtteilen möglich.

Ein auf Kracher und bestimmte Gebiete beschränktes Verbot wäre auch für Bürgerinnen und Bürger unverständlich und nicht nachvollziehbar, insbesondere an den Rändern der Verbotsbereiche, wenn auf der einen Straßenseite alle Feuerwerkskörper abgebrannt werden dürfen, auf der anderen Seite alle Feuerwerkskörper ausgenommen reine Knallkörper. Es ist deshalb auch mit sehr vielen Verstößen zu rechnen.

Ein solches Verbot ist aber kaum zu kontrollieren. Um feststellen zu können, ob ein Knall von einem Kracher oder einem anderen Feuerwerkskörper erzeugt worden ist, müsste das Abbrennen beobachtet werden. Dies kann weder die Polizei noch der städtische Außendienst (ADN) leisten. Die Polizei ist mit der Überwachung der bestehenden und bewährten Feuerwerksverbotszonen sowie den anderen Vorkommnissen in der Silvesternacht voll ausgelastet.

Um ein praktikables und wirkungsvolles Feuerwerksverbot erlassen zu können, müsste die in § 24 Abs. 2 1.SprengV die Beschränkung auf alle Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung gestrichen werden. Außerdem wäre es sinnvoll, auch die Beschränkung auf dichtbesiedelte Gemeinden oder Teile von Gemeinden aufzuheben, da die Besiedelungsdichte nicht definiert und innerhalb von Nürnberg sehr unterschiedlich ist. Hierzu sollte die eingesetzten Überlegungen abgewartet werden.

8. Beschlussvorschlag

Aufgrund der dargestellten Gründe empfehlen wir folgenden Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit der Polizei zu prüfen, ob und wie die drei Verbotszonen Burg, Hauptmarkt und Lorenzkirche zu einer Verbotszone zusammengefasst und erweitert werden können. Ein Verbot für Feuerwerkskörper mit ausschließlicher Knallwirkung wird nicht weiter verfolgt. Die Stadt Nürnberg unterstützt Überlegungen und Initiativen, die Verbotsmöglichkeit in § 24 Abs. 2 1. SprengV auf alle Feuerwerkskörper der Klasse F2 zu erweitern.

Nürnberg, 22.01.2020 Ordnungsamt gez. Kurr (5322)

FW/010/2020

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 25.03.2020 öffentlich Beschluss

Arbeit

Betreff:

Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Katzwang; Bestätigung des Kommandanten und des

stellvertretenden Kommandanten

Sachverhalt (kurz):

In der Dienstversammlung vom 16.01.2020 wurden Herr Marcus Haas zum Kommandanten und Herr Ingo Schwarz zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Katzwang gewählt. Die Gewählten bedürfen gemäß Art. 8 Abs. 4 BayFwG der Bestätigung durch die Gemeinde.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Möglichkeit zur Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr und folglich auch die Möglichkeit zur Wahl zum (stv.) Kommandanten (m/w/d) richtet sich grds. an alle geeigneten Bürger (m/w/d)

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag:

Gemäß Art. 8 Abs. 4 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) werden Herr Marcus Haas, wh. Senftenberger Str. 19, 90453 Nürnberg, als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg – Katzwang und Herr Ingo Schwarz, wh. Hugo-Wolf-Str. 4, 90455 Nürnberg, als stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Katzwang in ihrem Amt bestätigt.

Bei Herrn Ingo Schwarz wird die Bestätigung unter der auflösenden Bedingung erteilt, dass er die erforderlichen Lehrgänge „Gruppenführer“ und „Leiter einer Feuerwehr“ innerhalb eines Jahres, gerechnet ab Zugang der Bestätigungsverfügung, mit Erfolg besucht.

Anlage zur Anmeldung vom 27.01.2020 zur Sitzung des Ausschusses für Recht, Wirt-

schaft und Arbeit (Sitzungsdatum 12.02.2020)

Betreff: Freiwillige Feuerwehr Nürnberg – Katzwang hier: Bestätigung des Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten

Sachverhalt:

Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg – Katzwang, Herr Martin Böhlmann, und der stellvertretende Kommandant, Herr Marcus Haas, wurden zuletzt am 16.01.2014 gewählt. Ihre sechsjährige Wahlperiode begann am 16.01.2014 und endet mit Ablauf des 15.01.2020.

Seitens der Stadt Nürnberg waren daher für diese Funktionen Neuwahlen anzuberaumen.

In einer Dienstversammlung am 16.01.2020 wurden Herr Marcus H a a s zum Kommandanten und Herr Ingo S c h w a r z zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwil-

ligen Feuerwehr Nürnberg – Katzwang gewählt. Die Gewählten haben die Wahl ange-

nommen. Ihre sechsjährige Wahlperiode läuft ab dem 16.01.2020.

Nach Art. 8 Abs. 2 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) wird der Feuerwehrkommandant von den Feuerwehrdienst leistenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr aus ihrer Mitte auf sechs Jahre gewählt. Feuerwehrkommandant kann nur werden, wer die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 und Abs. 4 Satz 2 BayFwG erfüllt. Gleichfalls bedarf der Gewählte gemäß Art. 8 Abs. 4 Satz 1 BayFwG der Bestätigung durch die Gemeinde im Benehmen mit dem Kreisbrandrat. Diese gesetzlichen Bestimmungen gelten nach Art. 8 Abs. 5 BayFwG hinsichtlich des stellvertretenden Feuerwehrkommandanten entsprechend.

§ 7 Abs. 1 der Ausführungsverordnung zum BayFwG (AVBayFwG) konkretisiert unter anderem die an den Kommandanten und seinen Stellvertreter zu stellenden fachlichen Voraussetzungen (erfolgreicher Lehrgangsbesuch).

Soweit im Einzelfall erforderliche Lehrgänge noch nicht besucht werden konnten, lässt Art. 8 Abs. 3 Satz 2 BayFwG die ausnahmsweise Bestätigung zu, wenn den Umständen nach anzunehmen ist, dass der Betreffende die Lehrgänge in angemessener Frist mit Erfolg besuchen wird. Gemäß Nr. 8.2.2 der Bek. des StMI zum Vollzug des BayFwG (VollzBekBayFwG) soll die Frist ein Jahr nicht überschreiten.

Der stellvertretende Kommandant, Herr Ingo Schwarz, muss noch die Lehrgänge „Gruppenführer“ und „Leiter einer Feuerwehr“ besuchen. Ansonsten erfüllen beide die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 und 4 BayFwG.

Die Gewählten sind nach Auffassung von FW auch aufgrund ihrer sonstigen Kenntnisse und Erfahrungen sowie ihrer Persönlichkeit zur Wahrnehmung der ihnen durch Wahl verliehenen Führungsfunktionen geeignet.

FW schlägt daher vor, dem Kommandanten und dem stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Katzwang die für ihre Amtsführung notwendige Bestätigung zu erteilen. Bei Herrn Ingo Schwarz unter der auflösenden Bedingung, dass er die erforderlichen Lehrgänge „Gruppenführer“ und „Leiter einer Feuerwehr“ innerhalb eines Jahres, gerechnet ab dem Zugang der Bestätigungsverfügung, mit Erfolg besucht.

FW/011/2020

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 25.03.2020 öffentlich Beschluss

Arbeit

Betreff: Freiwillige Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf; hier: Bestätigung des Kommandanten und des

stellvertretenden Kommandanten

Sachverhalt (kurz):

In der Dienstversammlung vom 13.01.2020 wurden Herr Jonas Dörr zum Kommandanten und Herr Andreas Brunner zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf gewählt. Die Gewählten bedürfen gemäß Art. 8 Abs. 4 BayFwG der Bestätigung durch die Gemeinde.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Möglichkeit zur Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr und folglich auch die Möglichkeit zur Wahl zum (stv.) Kommandanten (m/w/d) richtet sich grds. an alle geeigneten Bürger (m/w/d)

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Beschlussvorschlag:

Gemäß Art. 8 Abs. 4 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) werden Herr Jonas Dörr, wh. Thumenberger Weg 17, 90491 Nürnberg, als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg – Boxdorf und Herr Andreas Brunner, wh. Hasengasse 2, 90427 Nürnberg, als stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf in ihrem Amt bestätigt.

Bei Herrn Andreas Brunner wird die Bestätigung unter der auflösenden Bedingung erteilt, dass er den erforderlichen Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ innerhalb eines Jahres, gerechnet ab dem Zugang der Bestätigungsverfügung, mit Erfolg besucht.

Anlage zur Anmeldung vom 27.01.2020 zur Sitzung des Ausschusses für Recht, Wirt-

schaft und Arbeit (Sitzungsdatum 12.02.2020)

Betreff: Freiwillige Feuerwehr Nürnberg – Boxdorf hier: Bestätigung des Kommandanten und des stellvertretenden Kommandanten

Sachverhalt:

Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg – Boxdorf, Herr Florian Schmidt, und der stellvertretende Kommandant, Herr Jonas Dörr, wurden zuletzt am 19.01.2014 gewählt. Ihre sechsjährige Wahlperiode begann am 19.01.2014 und endet mit Ablauf des 18.01.2020.

Seitens der Stadt Nürnberg waren daher für diese Funktionen Neuwahlen anzuberaumen.

In einer Dienstversammlung am 13.01.2020 wurden Herr Jonas D ö r r zum Kommandanten und Herr Andreas B r u n n e r zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg – Boxdorf gewählt. Die Gewählten haben die Wahl angenommen. Ihre sechsjährige Wahlperiode läuft ab dem 13.01.2020.

Nach Art. 8 Abs. 2 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (BayFwG) wird der Feuerwehrkommandant von den Feuerwehrdienst leistenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr aus ihrer Mitte auf sechs Jahre gewählt. Feuerwehrkommandant kann nur werden, wer die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 und Abs. 4 Satz 2 BayFwG erfüllt. Gleichfalls bedarf der Gewählte gemäß Art. 8 Abs. 4 Satz 1 BayFwG der Bestätigung durch die Gemeinde im Benehmen mit dem Kreisbrandrat. Diese gesetzlichen Bestimmungen gelten nach Art. 8 Abs. 5 BayFwG hinsichtlich des stellvertretenden Feuerwehrkommandanten entsprechend.

§ 7 Abs. 1 der Ausführungsverordnung zum BayFwG (AVBayFwG) konkretisiert unter anderem die an den Kommandanten und seinen Stellvertreter zu stellenden fachlichen Voraussetzungen (erfolgreicher Lehrgangsbesuch).

Soweit im Einzelfall erforderliche Lehrgänge noch nicht besucht werden konnten, lässt Art. 8 Abs. 3 Satz 2 BayFwG die ausnahmsweise Bestätigung zu, wenn den Umständen nach anzunehmen ist, dass der Betreffende die Lehrgänge in angemessener Frist mit Erfolg besuchen wird. Gemäß Nr. 8.2.2 der Bek. des StMI zum Vollzug des BayFwG (VollzBekBayFwG) soll die Frist ein Jahr nicht überschreiten.

Der stellvertretende Kommandant, Herr Andreas Brunner, muss noch den Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ besuchen. Ansonsten erfüllen die Gewählten die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 und 4 BayFwG.

Die Gewählten erfüllen die Voraussetzungen nach Art. 8 Abs. 3 und 4 BayFwG und sind nach Auffassung von FW auch aufgrund ihrer sonstigen Kenntnisse und Erfahrungen sowie ihrer Persönlichkeit zur Wahrnehmung der ihnen durch Wahl verliehenen Führungsfunktionen geeignet.

FW schlägt daher vor, dem Kommandanten und dem stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg - Boxdorf die für ihre Amtsführung notwendige Bestätigung zu erteilen. Bei Herrn Andreas Brunner unter der auflösenden Bedingung, dass er den erforderlichen Lehrgang „Leiter einer Feuerwehr“ innerhalb eines Jahres, gerechnet ab dem Zugang der Bestätigungsverfügung, mit Erfolg besucht.

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Anlagen: Broschüre "Wirtschaftsstandort Nürnberg - Positionsbestimmung 2020"

Bericht:

Mit der jährlichen Auswertung „Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2020“ präsentiert das Wirtschaftsreferat Daten und Indikatoren zum Wirtschaftsstandort. Diese zeigen, wie sich Nürnberg als Wirtschaftsstandort entwickelt und im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte positioniert.

Die Nürnberger Wirtschaft ist robust aufgestellt und wächst. Auf bereits hohem Niveau hat sich die wirtschaftliche Lage am Standort weiter verbessert. Noch nie zuvor gingen in Nürnberg so viele Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach wie jetzt. Seit 28 Jahren gab es keine so niedrige Arbeitslosenquote in der Stadt. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit Jahren auf einem stetigen Wachstumskurs und die erfolgreichen Nürnberger Unternehmen leisten über die Gewerbesteuer einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der gesamten Stadt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass bestimmte Personengruppen bevorteilt oder benachteiligt werden. Diversity-Relevanz ist nicht gegeben.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Wirtschaftsreferat

Abbildung 1

Wirtschaftsstandort nürnberg

positionsbestimmung 2020

Inhalt

Seite

Bevölkerung 4

Beschäftigte 5

Branchen 6

Arbeitsmarkt 8

Wirtschaftsleistung 10

Industrie 11

IKT-Sektor 12

Einzelhandel 13

Gewerbesteuer 14

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Wirtschaftsstandort Nürnberg hat sich, wie schon in den Vorjahren, weiter positiv entwickelt. Selbst wenn globale Konjunkturunwägbarkeiten auch an Nürnberg vorbeiziehen, so konnten wir uns dennoch auch in diesem Jahr weiter verbessern. Nie zuvor gingen so viele Menschen in unserer Stadt einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und seit Jahrzehnten gab es nicht so niedrige Arbeitslosenquoten wie derzeit. Die hier geschaffene Wirtschaftsleistung ist weiter gestiegen und die erfolgreichen Nürnberger Unternehmen leisten über die Gewerbesteuer einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der gesamten Stadt. Nürnberg hat eine robuste Wirtschaftsstruktur und ist als moderner High-Tech-, Industrie- und innovativer Dienstleistungsstandort gut aufgestellt. Unternehmen schätzen das hervorragende Innovations-Ökosystem und die perfekte Anbindung. Gerade die Nachfrage nach wissensintensiven Produkten, Dienstleistungen und Lösungen ist ein zentraler Innovationsmotor für Nürnberg und ein wichtiger Baustein für die anhaltend positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. Die hohe Beschäftigtendichte und Unternehmenspräsenz Nürnbergs im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnik sind ein Erfolgsfaktor, um auch zukünftig erfolgreich die digitale Transformation zu meistern und davon zu profitieren. Die Gründung der neuen Technischen Universität Nürnberg durch den Freistaat Bayern ist eine Jahrhundertleistung. Sie setzt Maßstäbe und wird die Zukunftsfestigkeit unseres Standorts weiter stärken. Die vorliegende Auswertung „Positionsbestimmung 2020“ zeigt eindrücklich, wie erfolgreich sich Nürnberg entwickelt und im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte positioniert und bietet Ihnen einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Daten und Indikatoren zum Wirtschaftsstandort.

Dr. Michael Fraas

Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg

Bevölkerung

Fortgesetztes aber abgeschwächtes Bevölkerungswachstum Weiter wachsende

Einwohnerzahl

Abbildung 2

Die Stadt verzeichnet einen seit Jahren anhaltenden Bevölkerungszuwachs. Laut Einwohnermelderegister waren im Dezember 2019 535.886 Personen mit ihrem Hauptwohnsitz in Nürnberg gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist Nürnbergs Einwohnerzahl in 2019 nur leicht um 140 Neubürgerinnen und -bürger angewachsen. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner um

Wohnbevölkerung mit Hauptwohnsitz in Nürnberg laut Einwohnermelderegister

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth 3,7%.

Abbildung 3

Abbildung 4

Quelle: www.fuchs-foto.de; Fotograf: Kurt Fuchs

Beschäftigte

Rekordbeschäftigung in Nürnberger Beschäftigtenzahl auf historischem Höchststand

Nürnberg

Mit 314.648 Beschäftigten

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Stadtgebiet Nürnberg

31 305 6

294 200 295 693

289 749

269 483

264 202 265 288

264 187

SV-Beschäftigte 254 599 252 469 jeweils am 30.06.

314 648

(Stand: Juni 2019) gehen so viele 1 312 Menschen im Stadtgebiet Nürn- 74 berg einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach wie noch nie zuvor. Über alle Betriebsgrößenklassen hinweg wurden gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen. Durch die gute Diversifizierung der Nürnberger Wirtschaft profitieren weite Branchenbereiche auch vom gegenseitigen Wachstum.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigtenzahl am Arbeitsort Nürnberg, jeweils zum Stand 30. Juni

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Anhaltendes

Beschäftigungswachstum Andauernder aber unterdurchschnittlicher Beschäftigtenzuwachs zum Vorjahr Seit 2009 wachsen Nürnbergs

Wachstum der Gesamtbeschäftigung von Juni 2018 zu Juni 2019

Beschäftigtenzahlen ohne Unterbrechung an. Auch 2019 setzte Berlin 3 Bochum 3,1 sich dies fort. Allerdings ist die Frankfurt a M 3,1 Dortmund ,9% Beschäftigung in Nürnberg im München % Köln % Vergleich zum Vorjahr „nur“ um Stuttgart 1,1% angestiegen und damit et- Hamburg Münster was geringer als im Bundesdurch- Bonn Essen schnitt (+ 1,6%) und auch etwas Bielefeld Bremen geringer als in den meisten ande- Leipzig ren großen deutschen Städten. Dresden Hannover Nürnbergs Entwicklung bleibt je- Düsseldorf Nürnberg doch weiter positiv. In der seit Duisburg Wuppertal 2009 anhaltende Wachstumsphase ist Nürnbergs Mittelfranken Metropolregion Nürnberg Beschäftigtenzahl um 49.360 Bayern Deutschland bzw. um 18,6% angewachsen.

1 1 1 1, 0,8 0,6% 1 1

,5% % % Verände Beschäf Vergleic rung de tigtenz h zum V r Gesa ahl vom orjahr i mt- Juni 20 n Proze 19 im nt

Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigtenzahlen am jeweiligen Arbeitsort; die 20 größten deutschen Städte im Vergleich

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Branchen

Die meisten Branchen verzeichnen steigende Beschäftigungszahlen Rückgang der Leiharbeit Sowohl der produzierende Sektor als auch der Dienstleistungssektor sind insgesamt gegenüber dem Vorjahr weiter gewachsen. Deutliche Beschäftigungsverschiebungen gab es jedoch innerhalb des Wirtschaftsabschnitts der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Während es bei der Arbeitnehmerüberlassung starke Beschäftigungsrückgänge gab (- 2.126 Personen), wurden in den anderen sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie z.B. dem Sicherheits-, dem Reinigungsgewerbe oder dem Facility Management die Personalstände Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigtenzahlen nach Branchen am Arbeitsort Nürnberg stark erhöht (+1.574 Beschäftig-

Abbildung 5

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

te).

Abbildung 6

Abbildung 7

Quelle: VAG - Horst Gautier

Branchen

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Nürnberg nach Branchen

1-Jahres-Veränderung
Anteil an der
Branche Juni 19 Gesamt- Juni 18 2018 zu 2019
beschäftigung absolut in %
Insgesamt 314 648 100% 311 312 3 336 1,1%
A Land- und Forstwirtschaft, Fischerei; 1 337 0,4% 1 317 20 1,5%
B, D, E Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Entsorgungswirtschaft 4 210 1,3% 4 212 -2 0,0%
C Verarbeitendes Gewerbe 48 640 15,5% 48 195 445 0,9%
davon Metall- und Elektroindustrie sowie Stahlindustrie (24-30, 32,33) 42 049 13,4% 41 666 383 0,9%
F Baugewerbe 10 958 3,5% 10 525 433 4,1%
G Handel; Instandhaltung und Reparatur v. Kfz 37 716 12,0% 37 469 247 0,7%
davon Handel und Reparatur von Kraftfahrzeugen (45) 4 629 1,5% 4 625 4 0,1%
Großhandel (ohne Handel mit Kfz.) (46) 14 401 4,6% 14 112 289 2,0%
Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz.) (47) 18 686 5,9% 18 732 -46 -0,2%
H Verkehr und Lagerei 23 279 7,4% 22 653 626 2,8%
I Gastgewerbe 10 258 3,3% 10 050 208 2,1%
J Information und Kommunikation 26 133 8,3% 24 860 1 273 5,1%
K Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 15 187 4,8% 15 024 163 1,1%
L Grundstücks- und Wohnungswesen 3 482 1,1% 3 772 -290 -7,7%
M Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und techni- 22 487 7,1% 22 522 -35 -0,2%
schen Dienstleistungen
N Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 38 916 12,4% 39 468 -552 -1,4%
davon Überlassung von Arbeitskräften (782, 783) 14 555 4,6% 16 681 -2 126 -12,7%
O, U Öffentl. Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung 17 926 5,7% 17 504 422 2,4%
P Erziehung und Unterricht 7 243 2,3% 7 349 -106 -1,4%
Q Gesundheits- und Sozialwesen 34 939 11,1% 34 359 580 1,7%
davon Gesundheitswesen (86) 18 905 6,0% 18 561 344 1,9%
Heime und Sozialwesen (87-88) 16 034 5,1% 15 798 236 1,5%
R Kunst, Unterhaltung und Erholung 2 553 0,8% 2 491 62 2,5%
S Erbringung von sonstigen Dienstleistungen 9 076 2,9% 9 233 -157 -1,7%
T Priv. Haushalte mit Hauspersonal; Herst. v. Waren u. Erbringung 308 0,1% 309 -1 -0,3%
v. Dienstl. durch priv. Haushalte
Nach Sektoren:
A Land-, Forstwirtschaft und Fischerei 1 337 0,4% 1 317 20 1,5%
B - F Produzierender Sektor 63 808 20,3% 62 932 876 1,4%
G - U Dienstleistungssektor 249 503 79,3% 247 063 2 440 1,0%
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarkt

Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 28 Jahren

Arbeitslosenzahlen auf

neuem Tiefstand

Arbeitslose im Monat Dezember

Im Dezember 2019 waren 14.487 Menschen in Nürnberg arbeitslos gemeldet - das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,9%. Seit 28 Jahren gab es in der Stadt zum Jahresende keine so niedrige Arbeitslosenzahl wie aktuell. Dennoch gibt es nach wie vor 98 Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere gilt

31 058 29 966

21 942 182 22 831 20 586

19 027 19 695 19 295 17 651 15 842 14 9

14 487

es, Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Gleichzeitig fehlen in vielen Bereichen Fachkräfte. Beschäftigungsförderung wird daher auch 2020 eine zentrale Aufgabe am

Entwicklung der Dezember-Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet Nürnberg

Quelle: Bundesagentur für Arbeit Standort Nürnberg bleiben.

Nochmals Arbeitslosenrückgang in Nürnberg 30%weniger Arbeitslose

als vor sieben Jahren

Während sich im bayerischen und -4, auch im deutschlandweiten Durchschnitt die Arbeitslosenzah-

Dresden
ürnberg
Essen
Duisburg
Leipzig
Region Hannover
München
sseldorf
Bochum
Berlin
ortmund
Köln
amburg
uppertal
Bremen
Frankfurt a. M.
Stuttgart
9 % -3,4 % -2,7 % -1,1 % -1,0 % -0,3 % -0,3 % Veränderung der Arbeitslosenza zum Vorjahr 1,5 % 2,1 % 2,3 % 2,6 % 3,7 % 3,8 % 5,2 % 5,5 % 5,5 % 8,0 % 2,5 % 2,3 %

hlen

len zum Jahresende 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhten, sind sie in Nürnberg nochmals gesunken. Im Vergleich zum Dezember 2018 gingen die Dezember 2019 Arbeitslosenzahlen um 3,4% zurück. Sieben Jahre in Folge hält nun der stete Rückgang an Arbeitslosigkeit in Nürnberg an. Seit Bayern 2012 haben sich die Arbeitslo- Deutschland senzahlen um 30,4% verringert.

Veränderung der Arbeitslosenzahlen von Dezember 2018 zu 2019 in Prozent; Quelle: Bundesagentur für Arbeit; Stadtkreise der großen deutschen Städte mit mind. 350.000 EW in Vergleich

Arbeitsmarkt

Vergleichsweise günstige Niedrige Arbeitslosenquote im Großstadtvergleich

Arbeitsmarktlage

Arbeitslosenquoten % vom Dezember 2019 4,9 % der größten deutschen Städte 5,0 % 5,3 % 5,9 % 6,0 % 6,2 % 6,5 % 7,6 % 7,7 % 8,0 % 8,2 % 9,3 % 9,8 % 10,0 % 10,4 %
Durchschnitt Bundesgebiet
= 4,9 %

München Im bundesweiten Vergleich der Stuttgart größten deutschen Städte nimmt Nürnberg Nürnberg eine gute Position ein Frankfurt a. M. und hat nach den Landeshaupt- Dresden städten München und Stuttgart Leipzig Hamburg knapp vor der Bankenmetropole Region Hannover Frankfurt die drittniedrigste Ar- Düsseldorf beitslosenquote. Köln Berlin Wuppertal Bochum Bremen Essen Dortmund Duisburg

Arbeitslosenquoten in den Stadtkreisen der großen deutschen Städte mit mind. 350.000 EW; bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; jeweils im Dezember 2019

Nach wie vor Bestand an offenen Stellen leicht gesunken

aufnahmefähiger

Arbeitsmarkt

Ende 2019 waren der Ar- Bestand gemeldeter sozialversicherungspflichtiger beitsagentur für das Stadtgebiet Arbeitsstellen in Nürnberg Nürnberg 6.545 zu besetzende versicherungspflichtige Beschäftigungsangebote gemeldet. Das sind zwar erstmals weniger als im Vorjahr (-5,8%), entspricht jedoch deutlich mehr als einer Verdoppelung (+157%) des Stellenangebots gegenüber dem Bestand von vor sieben Jahren.

6 951
6 482 6 156 6 545
5 271
3 805
3 418
2 546

2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Bestand der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen für das Stadtgebiet Nürnberg;

jeweils im Monat Dezember

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Wirtschaftsleistung

Überproportional hohes Bruttoinlandsprodukt Hohe Wirtschaftsleistung

In Nürnberg wird eine überproportional hohe Wirtschaftsleistung erzeugt. Obwohl Nürnberg nach Bevölkerungsgröße die 14. größte Stadt Deutschlands ist, liegt es mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 30,4 Mrd. Euro an 9. Stelle der 20 größten deutschen Städte. Größenbereinigt - in der Pro- Kopf-Betrachtung - erreicht Nürnberg mit einer erwirtschafte-

Rang nach Bruttoinlandsprodukt BIP 2017 Bruttoinlandsprodukt
Einwohnerzahl (absolut) in Mrd. € je Einwohnerin und Einwohner in Euro
1 Berlin 1 Berlin 139,7 Frankfurt a. M. Stuttgart Düsseldorf München Bonn Hamburg Köln Nürnberg Münster Bremen Hannover (Reg.) Essen Bielefeld Dresden Berlin Dortmund Wuppertal Leipzig Duisburg Bochum
2 Hamburg 2 Hamburg 116,4
3 München 3 München 115,1
4 Hannover (Reg.) 4 Frankfurt am Main 69,0
5 Köln 5 Köln 64,4
6 Frankfurt a. M. 6 Stuttgart 53,1
7 Stuttgart 7 Hannover (Region) 51,5
8 Düsseldorf 8 Düsseldorf 48,7
9 Dortmund 9 Nürnberg 30,4
10 Essen 10 Bremen 28,9
11 Leipzig 11 Essen 24,6
12 Bremen 12 Bonn 23,3
13 Dresden 13 Dortmund 21,9
14 Nürnberg 14 Dresden 21,5
15 Duisburg 15 Leipzig 20,7
16 Bochum 16 Münster 17,8
17 Wuppertal 17 Duisburg 17,7
18 Bielefeld 18 Bielefeld 13,1
19 Bonn 19 Wuppertal 12,9
20 Münster 20 Bochum 11,8

produkte

eutschen ten Leistung von nahezu

ktpreisen 60.000 € je Einwohnerin und

Einwohner sogar Rang 8 der 20 größten deutschen Städte. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Quelle: Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“; eigene Darstellung Nürnberger BIP um 5,3% angewachsen und damit stärker als im deutschen Durchschnitt (+3,7%).

Ausgeglichener Branchenmix der Nürnberger Bruttowertschöpfung Wertschöpfung durch

Branchenvielfalt

Branchenanteil an Veränderung 30 Mrd. € Gesamt BWS 2017: 27,4 Mrd. Euro der gesamten BWS 2010 zu absolut in % 2017 0,04 Mrd. € 0,1% + 70,8% Land-und Forstwirt. 25 Mrd. € Öffentliche und sonst. 5,27 Mrd. € 19,2% + 32,2% Dienstl., Erziehung und Gesundheit, Priv. 20 Mrd. € Haushalte Finanz-, Versicherungs-, 8,06 Mrd. € 29,4% + 24,4% Immobilien und 15 Mrd. € Unternehmensdienstl. Handel, Verkehr, 10 Mrd. € Gastgewerbe, 7,27 Mrd. € 26,5% + 41,7% Information und Kommunikation 5 Mrd. € Baugewerbe 1,02 Mrd. € 3,7% + 100,4% Verarbeitendes 5,12Mrd. € 18,6% + 42,6% Gewerbe Sonst. prod. Gewerbe 0,63 Mrd. € 2,4% - 5,7% 0 Mrd. € 2005200620072008200920102011201220132014201520162017

Branchenanteil an der gesamten BWS absolut in % Veränderung 2010 zu 2017
0,04 Mrd. € 0,1% 5,27 Mrd. € 19,2% 8,06 Mrd. € 29,4% 7,27 Mrd. € 26,5% 1,02 Mrd. € 3,7% 5,12Mrd. € 18,6% 0,63 Mrd. € 2,4% + 70,8% + 32,2% + 24,4% + 41,7% + 100,4% + 42,6% - 5,7%

Ein ausgewogener Branchen- und Unternehmensmix verleiht Nürnbergs Wirtschaft Stabilität. Sowohl die unternehmensbezogenen Dienstleister mit den Unternehmen der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienwirtschaft als auch die weiteren Dienstleistungsbranchen und das verarbeitende Gewerbe sind wichtige Säulen der lokalen Wertschöpfung. Wichtige Impulse und wachsende Wachstumsbeiträge liefert in den letzten Jahren u. a. die Informations-und Kommunikationswirtschaft. Bruttowertschöpfung (BWS) in der Stadt Nürnberg in jeweiligen Preisen nach Branchen Quelle: Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“; eigene Darstellung

Gesamt BWS 2017: 27,4 Mrd. Euro Land-und Forstwirt.

Öffentliche und sonst. Dienstl., Erziehung und Gesundheit, Priv.

Haushalte Finanz-, Versicherungs-, Immobilien und

Unternehmensdienstl. Handel, Verkehr,

Gastgewerbe, Information und Kommunikation Baugewerbe

Verarbeitendes Gewerbe Sonst. prod. Gewerbe

Industrie

Ein wichtiger Industriesektor ist wichtiger Beschäftigungsträger in Nürnberg

Industriestandort

Deutschlands

Anteil des verarbeitenden Gewerbes an allen Beschäftigten

20,0% 19,8%
9 8,1% 8,1% 7,9% 7,3% 6,4% 5,1%

Das verarbeitende Gewerbe ist Duisburg Wuppertal für Nürnberg nach wie vor von Bremen hoher Bedeutung. 15,5% aller Bielefeld Stuttgart Nürnberger Beschäftigten sind in Nürnberg Unternehmen des verarbeiten- Hannover München den Gewerbes beschäftigt. Dresden Hamburg Im Vergleich der 20 größten Dortmund Bochum deutschen Städte gehört Nürn- Köln berg zum oberen Drittel von Leipzig Düsseldorf Standorten, in denen die Indu- Essen Münster striebranchen noch eine gewich- Berlin tige Rolle einnehmen. Frankfurt a M Bonn

Durchsch größten d Städte: 10 nitt der 20 eutschen ,6 %

Anteile der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe an allen Beschäftigten am jeweiligen Arbeitsort;

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; jeweils im Juni 2019

Nürnbergs Industrie ist stark wissensbasiert

Nürnberg ist High-Tech-

Standort

Nürnbergs Anteil an Beschäftigten in wissensintensiven

Anteil der wissensintensiven Industrie am gesamten 70,1%

Industriebranchen an den Ge- verarbeitenden Gewerbe 59,9% samtbeschäftigten im verarbeitenden Gewerbe liegt 51,6% 51,0% 45,4% deutlich über dem Durchschnitt. 41,7% Im Stadtgebiet arbeiten über 70% der Beschäftigten des verarbeitenden Sektors in wissensintensiven Branchen. In den anderen großen deutschen Städten beträgt dieser Anteil Deutschland Bayern Europäische Mittelfranken ø der 20 größten Stadt Nürnberg Metropolregion deutschen Städte durchschnittlich 60%, in Nürnberg Deutschland rund 45%.

Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in wissensintensiven Industriebranchen an den Gesamtbeschäftigten im verarbeitenden Gewerbe im Juni 2019; Abgrenzung der wissensintensiven Industrien nach NIWI/ISI/ZEW-Listen; WZ08-3-Steller. Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit und Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)

IKT-Sektor

Spitzenwerte bei den Beschäftigten im IKT-Sektor Starker IKT-Standort

Anteilder IKT-Branchenan der Gesamtbeschäftigung München 11,9% Bonn 11,1% Nürnberg 10,3% Dresden 9,4% Köln 9,2% Stuttgart 8,7% Berlin 8,5% Frankfurt a M 8,3% Hamburg 7,9% Leipzig 7,6% Münster 7,2% Düsseldorf 6,8% Dortmund 6,7% Hannover 6,7% Essen 5,2% Bremen 5,0% Bochum 4,9% Bielefeld 4,8% Wuppertal 3,5% Duisburg 2,4% Mittelfranken 8,8% Metropolregion Nürnberg 5,8% Bayern 6,5% Deutschland 5,1%

Die Stadt Nürnberg zeichnet eine hohe Beschäftigtenquote in den zukunftsweisenden Branchen der Informations- und Kommunikationswirtschaft (IKT) aus. In Nürnberg sind 10,3% der Beschäftigten in diesen Wirtschaftsbereichen tätig. Nürnberg teilt sich im Vergleich der großen deutschen Städte zusammen mit München und Bonn die Spitzenplätze beim Beschäftigtenanteil im IKT-Sektor.

Beschäftigtenanteile der Informations- und Kommunikationswirtschaft (Produktion und Dienstleistung) an den Gesamtbeschäftigten,

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen; Juni 2019

Abbildung 8

Quelle: Forte Ideas / Stadt Nürnberg

Einzelhandel

Überdurchschnittliche Hohe Einzelhandelsumsätze in Nürnberg

Pro-Kopf-Umsätze im

München 148,2 Düsseldorf 134,5 Nürnberg 134,4 Stuttgart 130,0 Bundes- Köln durchschnitt 129,7 Hamburg = 100 122,2 Frankfurt 116,7 Bochum 115,8 Dortmund 114,9 Essen 113,9 Hannover (Region) 113,1 Bremen 110,4 Dresden 107,7 Umsatzkennziffer je Berlin 103,4 Einwohner* Wuppertal 95,4 Kaufkraftkennziffer je Leipzig 93,7 Einwohner** Duisburg 92,5 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 120 % 140 % 160 % 48,2
Umsa Einwo Kaufk Einwo tzkennziffer je hner* raftkennziffer je hner**

Bundes-

durchschnitt

= 100

Nürnberger Einzelhandel

Nürnbergs Umsatzkennziffer beträgt 134,4. Der Umsatz je Einwohner liegt damit 34,4% über dem Bundesdurchschnitt (= 100) und ist um 30,2 Prozentpunkte höher als die Kaufkraft je Einwohnerin und Einwohner (Kaufkraftkennziffer = 104,2). Im Vergleich der großen deutschen Städte ist der Nürnberger Pro-Kopf-Einzelhandelsumsatz ein Spitzenwert. Gegenüber dem Vorjahr ist Nürnbergs Umsatzkennziffer um einen Prozent-

* Umsatz je Einwohner im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in %

punkt zurückgegangen, die ** einzelhandelsrelevantes Einkommen je Einwohner im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in % Die größten deutschen Städte mit mind. 350.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Vergleich. Kaufkraftkennziffer um Quelle: GfK-Basiszahlen 2020 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Sehr attraktiver Einzel- Hohe Einkaufszentralität

handelsstandort für

Einzelhandelszentralitätskennziffern Nürnberg 129,0 Dortmund 125,4 Bochum 123,6 Köln 123,4 Bremen 120,1 Dresden 118,9 Essen 118,6 Düsseldorf 115,5 Stuttgart 114,4 Berlin 113,3 Hamburg 111,8 Duisburg 111,6 Hannover (Region) 110,2 München 110,1 Leipzig 107,3 Frankfurt 102,8 Wuppertal 102,1 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 120 % 140 %
Nürnberg 129,0 Dortmund 125,4 Bochum 123,6 Köln 123,4 Bremen 120,1 Dresden 118,9 Essen 118,6 Düsseldorf 115,5 Stuttgart 114,4 Berlin 113,3 Hamburg 111,8 Duisburg 111,6 annover (Region) 110,2 München 110,1 Leipzig 107,3 Frankfurt 102,8 Wuppertal 102,1 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 120 % 140 %

Besucherinnen und

Besucher

Die Zentralitätskennziffer Nürnbergs beträgt 129,0. Sie gibt das Verhältnis des Einzelhandelsumsatzes vor Ort zur vorhandenen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft an. Im Nürnberger Einzelhandel wird demzufolge 29 % mehr Umsatz gemacht, als die Menschen in Nürnberg an Kaufkraft haben. Das ist ein Hinweis auf die hohe Attraktivität des Einzelhandelsstandorts für Menschen von außerhalb. Verhältnis des Einzelhandelsumsatzes zur vor Ort vorhandenen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft Die größten deutschen Städte mit mind. 350.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Vergleich.

Quelle: GfK-Basiszahlen 2020

Gewerbesteuer

Wachsende Gewerbesteuererträge Wichtige Steuererträge

ntwicklung der Gewerbesteuererträge in Nürnberg (in Mio. Euro) 477
470 447 418 424 436 393 379 384 390
295 284 318 336 338 298
255 227 210 203
ca. ca.
36% 40% 47% 49% 38% 40% 41% 38% 41% 38% 42% 43% 39% 38% 41% 40% 40%
34%
30% 30%

dank erfolgreicher

Unternehmen

E Mio. €

Die gute Entwicklung der Nürnberger Wirtschaft ermöglichte der Stadt im Jahr 2019 Gewerbesteuererträge von 477 Mio. €. Nürnbergs Unternehmen sorgten somit das fünfte Jahr in Folge für wachsende Erträge. Das ist nicht selbstverständlich, da Gewerbesteuererträge in hohem Grad konjunkturabhängig sind.

davon Steueranteil auswärtiger Unternehmen Gesamte Gewerbesteuererträge

Gewerbesteuer-Gesamtertrag vor Umlage in Mio. Euro. Die Prozentsätze geben den Anteil an der Gewerbesteuer von Unternehmen an, die ihren Sitz außerhalb Nürnbergs haben.

Quelle: Kassen- und Steueramt der Stadt Nürnberg

Gewerbesteuer ist größte

Gewerbesteuer von hoher Bedeutung für Nürnbergs Stadthaushalt

Einnahmequelle der Stadt

Die Gewerbesteuer ist der wichtigste Bestandteil der Steuer-

Erwartete Zusammensetzung der

erträge im Nürnberger Haushalt.

Steuererträge der Stadt Nürnberg 2020

Sie trägt in großem Maße dazu bei, dass die Stadt ihre Aufgaben

Einkommen- Umsatzsteuer zum Gemeinwohl finanziell

steuer 9,1%

erfüllen kann.

32,6%

Grundsteuer B sonstige Fast die Hälfte (46% im Plan-

12,1% Steuern ansatz 2020) der städtischen

0,3%

Steuereinnahmen entfallen auf

Gewerbe-

steuer die Gewerbesteuer.

46,0%

Quelle: Referat für Finanzen, Personal, IT und Organisation; Haushaltsplan der Stadt Nürnberg 2020

Erfolgreich in Nürnberg agierende Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten, Einkommen und Wohlstand für die Menschen und für die Stadt insgesamt. Mit zahlreichen Maßnahmen und Projekten arbeitet das Wirtschaftsreferat mit seinen Dienststellen, insbesondere der Wirtschaftsförderung Nürnberg, daran, dass der Wirtschaftsstandort Nürnberg zukunftsfähig und attraktiv bleibt.

Mehr Informationen unter www.wirtschaft.nuernberg.de

impressum

Herausgeberin Stadt Nürnberg, Wirtschaftsreferat Theresienstraße 9, 90403 Nürnberg

Redaktion Wirtschaftsförderung Nürnberg Theresienstraße 9, 90403 Nürnberg

Stand Januar 2020

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff: 2. Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 12.10.2018

Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 21.02.2018

Bericht:

Der zweite Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg liegt vor. Er wurde erstellt vom Büro für Kulturwirtschaftsforschung, Köln, im Auftrag des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft (bayernkreativ) in Kooperation mit dem Forum für Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion, dem Forum Kultur der Metropolregion und der Wirtschaftsförderung Nürnberg.

Der Bericht beleuchtet die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen für die Metropolregion Nürnberg und beschreibt die Entwicklung in den elf Teilmärkten.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref. IV

2. Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht der Metropolregion Nürnberg

Sachverhaltsdarstellung:

1. Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg

Im Mai 2019 wurde der zweite Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg1 veröffentlicht. Er beleuchtet die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen2 für die Metropolregion Nürnberg und beschreibt die Entwicklung in den elf Teilmärkten Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software- und Gamesindustrie.

In der Metropolregion Nürnberg sind knapp 15.500 Unternehmen sowie freiberufliche Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig (2016). Zusammen mit knapp 47.000 abhängig Beschäftigten arbeiten somit mehr als 62.000 Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Der sogenannte Kernbereich der Kultur- und Kreativwirtschaft ist wirtschaftlich von besonderer Bedeutung. Dieser lässt Mini-Jobber und Soloselbstständige bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 € unberücksichtigt. Hier sind in der Metropolregion Nürnberg rund 8.700 Selbstständige und Unternehmen tätig, die über 33.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Arbeitsplätze bieten.

Dieser Kernbereich der Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschaftet 4,2 Mrd. € pro Jahr (2015), was in etwa mit dem Gesundheits- und Sozialsektor vergleichbar ist (Gesundheits- und Sozialsektor Metropolregion Nürnberg: 4,0 Mrd. €, 2015).

Der größte Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft - gemessen an den Beschäftigten - ist die Software- und Gamesindustrie mit einem Anteil von 31 % der Unternehmen. Weitere wichtige Teilmärkte sind der Pressemarkt (13 %) und der Werbemarkt (12 %) sowie Design (9 %) und Musikbranche (10 %).

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine wachsende Branche, die im Bundesdurchschnitt in den Jahren von 2009 bis 2016 um 22 % bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und um 7 % bei den Selbstständigen gewachsen ist. Die Metropolregion Nürnberg folgt diesem Trend (+ 23 % sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, + 5 % Selbstständige; im gleichen Zeitraum). Städte im Metropolverbund mit einem bundesweit überdurchschnittlichen Anteil an Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft sind Fürth, Erlangen, Bamberg und Nürnberg.

Für detaillierte Analysen der Teilmärkte wird auf den zweiten Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg verwiesen.

1 Der zweite Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft wurde in Kooperation des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft (bayernkreativ) mit den Foren für Kultur und für Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg sowie der Wirtschaftsförderung Nürnberg erarbeitet. Ausführend war das Büro für Kulturwirtschaftsforschung, Köln tätig. 2 Unter dem Begriff der Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen zusammengefasst, die überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich darüber hinaus mit der Produktion, Schaffung, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Der verbindende Kern jeder kultur- und kreativwirtschaftlichen Aktivität ist der schöpferische Akt von künstlerischen, literarischen, kulturellen, musischen, architektonischen oder kreativen Inhalten, Werken, Produkten, Produktionen oder Dienstleistungen. Alle schöpferischen Akte, gleichgültig ob als Unikat, Liveaufführung, serielle bzw. digitale Produktion oder Dienstleistung, zählen dazu. Ebenso können die schöpferischen Akte urheberrechtlich geschützt oder frei sein.

2. Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg

Mit dem zweiten Bericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg liegt die Datenbasis für eine regionalspezifische Auswertung vor. Im Auftrag des Wirtschaftsreferats wurden daher Referenzdaten für die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen in Nürnberg erhoben.3

2.1 Referenzdaten

Mehr als 18.000 Erwerbstätige sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt Nürnberg tätig, davon 13.800 im wirtschaftlich besonders relevanten Kernbereich. Im Jahr 2016 erwirtschafteten die Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg einen Umsatz von über 1,5 Mrd. €. Insgesamt sind über 2.200 Unternehmen sowie freiberufliche Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg tätig.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt Nürnberg liegt bei allen zentralen bundesweiten Kennzahlen deutlich über dem Bundesdurchschnitt: Mehr als 10 % aller Unternehmen in Nürnberg zählen zur Kultur- und Kreativwirtschaft, mit über 4 % ist sie am städtischen Umsatz beteiligt und der Beschäftigungsanteil liegt bei knapp 4 % aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der Stadt (vgl. Diagramm 1).

Diagramm 1: Anteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der Gesamtwirtschaft im Vergleich (2016)

% ,0 Nürnberg Bundesgebiet

% ,7

% % 3 % 4 ,4 % ,3 % ,4 % 6 7 ,3 ,2 ,2

SELBSTÄNDIGE/U. UMSATZ SV-BESCHÄFTIGTE ERWERBSTÄTIGE

Insgesamt ist die Stadt Nürnberg ein starker Standort der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland. Die Referenzdaten liegen über dem bundesdeutschen Durchschnitt, wobei einzelne Standorte, z.B. Berlin, München und Köln eine größere Kultur- und Kreativwirtschaft haben.

Hervorzuheben ist aber, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg kontinuierlich und überproportional wächst. In den Jahren 2009 bis 2016 ist die Beschäftigung der Kulturund Kreativwirtschaft in Nürnberg um 23 % angestiegen, der Umsatz um 27 %. Im gleichen Zeitraum ist in der Gesamtwirtschaft in Nürnberg die Beschäftigung um 11 % und der Umsatz um 18 % gewachsen.

Der wichtigste Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg ist die Software- und Gamesindustrie. Sie beschäftigt mit knapp 5.000 Erwerbstätigen 28 % der in den Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft Tätigen, bei einem Jahresumsatz von über 430 Mio. €. Der

3 Ebenfalls eine regionalspezifische Auswertung haben erstellen lassen: Landkreis und Stadt Ansbach, Landkreis Bamberg, Landkreis und Stadt Bayreuth, Landkreis Nürnberger Land, Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab, Stadt Fürth, Stadt Erlangen.

Teilmarkt hat zwischen 2009 und 2016 bei Umsatz und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung um über 80 % zugelegt. Die Region bildet in der Digitalwirtschaft einen europaweit einzigartigen Cluster aus.

Laut dem EU-Cluster-Mapping ist Mittelfranken unter den fünf stärksten Digitalclustern gelistet - neben Köln, Stockholm, Amsterdam und Oslo.

Eine weiterer relevanter Teilmarkt ist die Designwirtschaft. Sie liegt zwar bei der Beschäftigung gegenwärtig noch hinter den Teilmärkten Werbemarkt und Pressemarkt (beide in den letzten Jahren teilweise rückläufig), wächst aber und erfüllt eine wichtige Querschnittsfunktion für die Unternehmen vor Ort bei der Gestaltung von Produkten und Services.

2.2 Handlungsfelder

Die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen sind aus wirtschaftspolitischer Sicht für den Standort relevant. Dies aus zwei Gründen: Zum einen handelt es sich um Wachstumsbranchen mit teilweise sehr dynamischer Entwicklung (siehe Software- und Gamesindustrie). Zum anderen leisten die Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft wichtige Kreativleistungen für die anderen Wirtschaftsbranchen in Nürnberg. Als Dienstleister helfen sie u.a. neue Produkte und Dienstleistungen zu gestalten und zu vermarkten. Sie fungieren in offenen Innovationsprozessen auch als Sparringspartner für neue Ideen und Innovationen in Unternehmen. Dort, wo es kreative Milieus gibt, gedeihen neue Ideen und werden neue kreative Köpfe angezogen.

Aus der Betrachtung des zweiten Berichts zur Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg und der Referenzdaten für Nürnberg lassen sich einzelne Handlungsfelder ableiten:

Sichtbarkeit

Professionalisierung

Ermöglichungs-

räume

Fokussierung*

Die Struktur der Kultur- und Kreativwirtschaft in Stadt und Metropolregion Nürnberg ist kleinteilig, sowohl was die mittleren Unternehmensgrößen als auch die relativ heterogene Verteilung der Teilbranchen angeht. Die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen profitieren daher von einer Stärkung der Sichtbarkeit der Metropolregion in diesem Bereich; hiervon profitieren mittelbar auch die Kreativen in Nürnberg. Für die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranchen gilt, dass diese oftmals Herausforderungen anders diskutieren und darüber hinaus andere Lösungsansätze wählen als Unternehmen anderer Wirtschaftsbranchen. Somit bleiben wirtschaftliche Potenziale teilweise ungenutzt. Unternehmen und Freiberufler der Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren hier von Beratung und Vernetzung (untereinander und mit Anwenderbranchen). Zudem fehlen Räume für Kreative. Es sollte zumindest Anlaufstellen geben, die Kreative gezielt bei der Suche unterstützen (vgl. Kulturausschuss vom 11.10.2019 & 10.05.2019).

Da die Kultur- und Kreativwirtschaft aus vielen Teilmärkten besteht, empfiehlt sich bei begrenzten Ressourcen eine Fokussierung der Unterstützung auf Teilmärkte. In Nürnberg sind dies die Software- und Gamesindustrie (aufgrund der wirtschaftlichen Relevanz) und die Designwirtschaft (aufgrund der Dynamik und Querschnittsaufgaben).

* Dieses Handlungsfeld liegt quer zu den vorgenannten, da die einzelnen Maßnahmen zur Förderung der Fokusbranchen wiederum auf Sichtbarkeit, Professionalisierung oder Ermöglichungsräume abzielen können.

  1. Aktivitäten der Wirtschaftsförderung Nürnberg für die Kultur- und Kreativwirtschaft

in Nürnberg

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg ist in den o.g. Handlungsfeldern mit eigenen Maßnahmen und in intensiver Kooperation mit Partnern aktiv.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg fördert die Sichtbarkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Stadt und Metropolregion Nürnberg. Maßnahmen im Handlungsfeld Sichtbarkeit:

 Symposium zur Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg Jährliche Symposien zu den Teilmärkten der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg als Plattform für Austausch, Sichtbarmachung und Würdigung der Branchenakteure. Im Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums am 13.11.2019 stand die Filmwirtschaft.  auftaKKt Veranstaltungsreihe in den Städten und Landkreisen der Metropolregion Nürnberg zur Sichtbarmachung und Vernetzung der Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft.  Unterstützung der Bewerbung Nürnbergs als Kulturhauptstadt Europas 2025 Insbesondere Vernetzung der Kreativen mit dem Bewerbungsbüro.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg fördert die Professionalisierung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Stadt und Metropolregion Nürnberg. Maßnahmen im Handlungsfeld Professionalisierung:

 bayernkreativSTUNDE Regelmäßiges kostenfreies Beratungsangebot für Kultur- und Kreativschaffende zur Wirtschaftlichkeit, Kundenakquise, Förderung und Finanzierung.  Energie MiXXer Regelmäßiges kostenfreies Veranstaltungsformat zur kreativen Vernetzung von Kreativen und Startups mit Unternehmen aus der Energiebranche. Im Format wird über konkrete Problemstellen der Unternehmen diskutiert.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg arbeitet darauf hin, dass Kreative Anlaufstellen und Entwicklungsräume in Nürnberg vorfinden. Maßnahmen im Handlungsfeld Ermöglichungsräume:

 Kulturelle Ermöglichungsräume Die Kulturstrategie der Stadt Nürnberg thematisiert die Frage nach Räumen für Kunst- und Kulturschaffende. Deshalb wurde durch das Kulturreferat die Fokusgruppe „Kulturelle Ermöglichungsräume“ eingerichtet, in der sich Vertretungen verschiedener Referate und externe Kooperationspartnerinnen und -partner gemeinsam mit der Herausforderung kultureller Ermöglichungsräume beschäftigen sowie die konzeptionelle Weiterarbeit an einer „Kompetenzeinheit für Zwischennutz- und Raumvermittlung“ als zentrale Anlaufstelle für die Suche nach Räumen für Kunst und Kultur begleiten und unterstützen. Durch dieses Konzept sollen zukünftig Räume für kulturelle und kreativwirtschaftlich orientierte Nutzung im gesamten Stadtgebiet akquiriert und vermittelt werden können (vgl. Kulturausschuss vom 11.10.2019 & 10.05.2019).  LEONARDO Zentrum für Kreativität und Innovation Unterstützung bei der Ansiedelung des LEONARDO Zentrum für Kreativität und Innovation der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und Hochschule für Musik Nürnberg. LEONARDO unterstützt und begleitet interdisziplinäre Projekte, die sich mit gesellschaftlichen, kulturellen und technologischen Herausforderungen und Fragestellungen auseinandersetzen und bindet die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft aktiv mit ein. LEONARDO verfügt über Workshopräume, Präsentationsflächen und unterschiedliche Werkstätten.  Verstetigung von bayern kreativ Lobbying für die Verstetigung des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft. bayernkreativ wird ab dem Jahr 2020 dauerhaft in die Förderung der Bayern Innovativ integriert. Im Dezember 2019 werden erste Gespräche stattfinden, wie die erfolgreiche Kooperation ausgebaut werden kann und ein abgestimmtes Aktivitätenfeld für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg und seiner Metropolregion aussehen kann.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg nimmt zukünftig insbesondere die Teilmärkte Softwareund Gamesindustrie sowie Designwirtschaft in den Fokus. Maßnahmen im Handlungsfeld Fokussierung:

 XR-Hub Nürnberg In Nürnberg entsteht der „XR-Hub Nürnberg“, ein regionales Zentrum für Extended Reality (XR)4. Es ist einer von drei XR-Hubs in Bayern (neben München und Würzburg), die vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales gefördert werden. Im XR Hub Nürnberg werden Unternehmen aller Branchen die Möglichkeiten von XR aufgezeigt und Vernetzungsangebote geschaffen. Im Vorfeld wurden bereits drei Unternehmens-Messen zum Thema XR durchgeführt. Das XR-Hub verbindet thematisch die beiden Fokusmärkte Software- und Gamesindustrie und Design.  Enge Kooperation mit der Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft e.V. Ausgehend von der heutigen europaweit starken Stellung als Digitalcluster wird die Verbindung zu Innovation, Digitalisierung, künstlerischen und kreativen Aktivitäten weiterentwickelt. Aktuell werden Konzepte mit den Partnern bayernkreativ und Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft e.V. erarbeitet. Ziel der Aktivitäten ist es, eine ganzheitliche Sicht der Kultur- und Kreativwirtschaft mit Erweiterung zur Digitalwirtschaft zu entwickeln. Hierzu zählen u.a. die ökonomische, kulturelle und regionale Dimension.  Nürnberg Digital Festival Jährliches Leitevent der Digitalen Gesellschaft in Nürnberg und der Region mit über 300 Events und 16.000 Besucherinnen und Besuchern. Seit 2012 vernetzt das Nürnberg Digital Festival Menschen und Organisationen aus Wirtschaft, Technologie, Bildung und Kultur zu den zentralen Themen der Digitalen Transformation.

Anmerkung zur Diversity-Relevanz Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass diese Maßnahme bestimmte Personengruppen, beispielsweise unterschiedlichen Geschlechts, verschiedener ethnischer Herkunft, mit Behinderungen, unterschiedlichen Alters, sozialer Lage bevorteilt oder benachteiligt. Das Vorhaben ist damit nicht Diversity-relevant. Die Maßnahme hat weder diskriminierende Auswirkungen noch erschließt sie Potenziale für Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung und Chancengleichheit.

Referat VII

4 Der Begriff XR vereint die Technologien Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR)

Abbildung 13

Abbildung 15

Abbildung 9

Abbildung 14

Abbildung 11

Abbildung 10

Abbildung 12

2. BERICHT

kultur- und kreativwirtschaft

in der europäischen metropolregion nürnberg

Eine Region entfaltet sich.

1. vorworte 06-07

2. die metropolregion nürnberg 08-11

2.1 retrospektive 09

2.2 warum ein neuer emn report notwendig ist 11

3. die kultur- und kreativwirtschaft 12-15

4. gesamtbetrachtung 16-27

4.1 vergleich mit anderen wirtschaftsbranchen in der emn 18

4.2 vergleich mit der bundesweiten entwicklung 20

4.3 das regionale profil der kultur- und kreativwirtschaft 24

5. die teilmärkte 28-85

5.1 musikwirtschaft 30

5.2 buchmarkt 36

5.3 kunstmarkt 42

5.4 filmwirtschaft 48

5.5 rundfunkwirtschaft 52

5.6 markt für darstellende künste 56

5.7 designwirtschaft 60

5.8 architekturmarkt 66

5.9 pressemarkt 72

5.10 werbemarkt 76

5.11 software-/games-industrie 80

6. frauen in der kultur- und kreativwirtschaft 86-95

7. handwerk in der kultur- und kreativwirtschaft 96-103

8. qualifizierung und ausbildung in der

kultur- und kreativwirtschaft 104-111

9. ausblick 112-117

9.1 regionale diversität 114

9.2 von der hochschule in den markt 115

9.3 mögliche potenziale zur vernetzung 116

9.4 wie geht es weiter? 117

1. vorworte

Abbildung 16

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) als Hightech-, Industrie- und moderner Dienstleistungsstandort. Kreativität ist einer der wesentlichen Faktoren für die Innovationsfähigkeit des Wirtschaftsraums. Das Forum Wirtschaft und Infrastruktur setzt Impulse, um die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranche in der Metropolregion Nürnberg gezielt weiterzuentwickeln und zu stärken. Denn dort, wo es kreative Milieus gibt, gedeihen neue Ideen und werden kreative Köpfe angezogen. Bereits im Jahr 2010 hat die Europäische Metropolregion Nürnberg als erste Metropolregion Deutschlands einen Bericht zur regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft vorgelegt. Nach acht Jahren war die Fortschreibung notwendig, da sich in der Zwischenzeit viel getan hat. Mit dem vorliegenden Bericht bieten wir der Kulturund Kreativwirtschaft sowie ihren Akteurinnen und Akteuren eine Bühne und zeigen auf, welche Leistung seitens der Branche bereits erbracht wird. Da die Metropolregion Nürnberg auch im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft polyzentrisch aufgestellt ist, muss künftig der Fokus noch stärker auf regionale Entwicklungskonzepte gelegt werden, um einen möglichst hohen Impact auf die Branchen-Akteure zu haben. Lassen Sie uns das Thema in der Metropolregion Nürnberg weiter gemeinsam vorantreiben. Denn es wird einmal mehr deutlich, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft den Vergleich zu anderen Branchen nicht scheuen braucht. Ich wünsche Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Lektüre!

Dr. Michael Fraas

Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Geschäftsführer des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Europäischen Metropolregion Nürnberg znurtS saerdnA :otoF

Abbildung 17

Kreative Ideen und Projekte brauchen Räume des Experimentierens und der Entfaltung, eine starke und förderliche Infrastruktur, Orte des Dialogs und der Vernetzung. Dieses zu ermöglichen ist eine kulturwie wirtschaftspolitische Aufgabe. Das Engagement der Kunst- und Kulturschaffenden in unserer Metropolregion sowie die zahlreichen Angebote des öffentlich finanzierten Kultursektors wie Festivals, Theater, Museen, wirken nicht nur stark identitätsstiftend. Sie schaffen Lebensqualität und sind Ausdruck des künstlerischen Potenzials in unserer “Heimat für Kreative”. Zugleich ist der anfängliche “schöpferische Akt” Auslöser, um die in der Kultur- und Kreativwirtschaft zentralen Wertschöpfungsprozesse in Gang zu setzen. Der literarische Text der Autorin sucht seinen Verlag, das Buch will geduckt sein, der Grafiker gestaltet das Layout, die Software dazu ist perfekt, der Verlag sorgt für den Vertrieb und die Sichtbarmachung, die Werbeagentur liefert dafür Ideen, das Kulturamt oder der Buchladen organisieren eine Lesung. Buchmarkt, Werbemarkt, Design, Softwarebranche – vier der elf Teilmärkte, die hier von der Umsetzung einer künstlerischen Idee “betroffen” sind. Der 2010 erschienene erste Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht hat wichtige Impulse gesetzt. Vieles ist seither in Bewegung. Die Foren Kultur und Wirtschaft und Infrastruktur der EMN organisieren ein jährliches Symposium zu den elf Teilmärkten. Ein erfolgreicher Beitrag zur Vernetzung der Akteure in der EMN untereinander. Unser Ziel ist es, aus diesem Bericht Schlüsse zu ziehen, um neue Vorhaben zu initiieren oder Impulse auszuschöpfen, die darin vorhanden sind. Im Dialog können wir uns den Herausforderungen der Zukunft, zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft, stellen. Ich freue mich auf interessante Diskussionen.

Anke Steinert Neuwirth

Kulturreferentin der Stadt Erlangen, Geschäftsführerin des Forums Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg

2. die metropolregion nürnberg

Thüringen

A9 Berlin A73 Erfurt Landkreis A72 Chemnitz Sonneberg Sachsen Landkreis Hof

Coburg Kronach

Landkreis Landkreis Hof Coburg Landkreis Landkreis Landkreis Landkreis Haßberge Lichtenfels Kulmbach Wunsiedel i. Fichtelgebirge A71 Erfurt

Bayreuth

A7 Hannover Bamberg Tir L s a c n h d e k n r r e e i u s th Landkreis Landkreis Landkreis Bamberg Bayreuth Tschechien A3 Frankfurt a. M. Kitzingen L E a rl n a d n k g r e e n is - F L o a r n c d h k h r e e i i m s Neusta L d a t n a d .d k . r W ei a s ldnaab A6 Prag Höchstadt Weiden i.d.OPf. Landkreis

Erlangen

Neustadt a.d. Aisch- Landkreis Landkreis Bad Windsheim Fürth Nürnberger Land Amberg-Sulzbach Landkreis Nürnberg Amberg Fürth

Baden-

Württemberg Ansbach Schwabach A93 Regensburg

Landkreis Landkreis Neumarkt i.d. OPf. Landkreis Roth Ansbach A6 Heilbronn Landkreis Weissenburg- Gunzenhausen A3 Regensburg

A7 Ulm

A9 München

eine region

Die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) ist eine der elf bundesdeutschen Metropolregionen. 34 Stadt- und Landkreise bilden einen gemeinsamen Wirtschafts-

präsentiert sich

raum. Von den 3,5 Millionen Menschen, die hier leben, sind 1,9 Millionen erwerbstätig.

Industriell

Die EMN verfügt über eine starke Industrie, deren Anteil der Beschäftigten mit mehr als 30 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Damit ist die EMN die zweitstärkste Industrieregion unter den Metropolregionen Deutschlands.

Informationell

Daneben existieren weitere wirtschaftlich relevante Branchen in der Region. Dazu zählen die Verkehrstechnik und Logistik, die Informations- und Kommunikationstechnologie- Branche (IKT) oder die unternehmensnahen Dienstleistungen. Insbesondere die IKT- Branche mit ihren 100.000 Beschäftigten in über 7.000 Firmen gilt in der EMN als die wichtigste Sparte. Das Medical Valley wird vom Bundesforschungsministerium als Spitzenc luster anerkannt.

Schützenswert

Zudem verfügt die EMN mit der Bamberger Altstadt, dem Wagner-Opernhaus in Bayreuth und dem Limes in Weißenburg-Gunzenhausen über drei von der UNESCO anerkannten Weltkulturerbestätten.

www.metropolregionnuernberg.de

retrospektive

ein bericht

Der erste Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht einer Europäischen Metropolregion Deutschlands erschien im Jahr 2010 in Nürnberg. Damit lag erstmals eine statistische

erzielt wirkung

Erhebungsbasis vor, die spezifische Trends und Entwicklungen differenziert darstellt und sich nicht mehr nur auf eine Stadt bezieht, sondern auf eine gesamte, miteinander vernetzte Lebens- und Wirtschaftsregion.

Mehr Beachtung

Seither hat eine breite Öffentlichkeit den elf Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt und das Bewusstsein dafür geschärft, wie stark die einzelnen Branchen in der Metropolregion Nürnberg (EMN) verankert sind. Dieser Bericht ermöglichte sachbezogene Diskussionen auf kommunaler und regionaler Ebene. Ferner half er, die Verantwortungsbereiche von Wirtschaftsförderung und Kulturförderung neu zu erkennen, angemessener zu bewerten, aber auch voneinander abzugrenzen und als zukunftsgerichtete Maßnahmen weiter zu denken. Ressortübergreifende Gespräche zwischen Wirtschaftsreferaten und Kulturreferaten in der EMN erhielten in diesem Aktions- und Wirtschaftsfeld eine sichtliche Impulskraft und neue Qualität des Diskurses.

Weitere Kreise

Dieser regional wichtige Prozess wurde durch eine bundesweite Initiative unterstützt, die sich länderspezifisch bemerkbar machte: Ebenfalls im Jahr 2010 wurde die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes mit Sitz in Berlin geschaffen, die im gleichen Jahr die Arbeit in acht länderbezogen Regionalbüros aufnahm. Zur Aufgabenbestimmung hieß es:

Ihre Aufgabe wird es sein, in den Regionen individuelle Angebote wie Orien-

tierungsberatungen, Sprechtage und die regionale Vernetzung der Akteure zu

organisieren. In persönlichen Einzelgesprächen und bei Veranstaltungen sollen

Informationen zu Markt- und Arbeitsbedingungen, kaufmännischer Professionali-

sierung und zu Fördermöglichkeiten vermittelt werden. (Quelle: Pressemitteilung 57, 26.2.2010 der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien)

Deutlicher sichtbar

Bereits eine Imagekampagne von 2006 unter dem Motto “Metropolregion Nürnberg

dieser Kampagne war das Statement:

Wir wollen die bevorzugte Heimatregion der kreativen Köpfe dieser Welt sein –

und dafür werben wir mit aller Kraft. Außergewöhnliches Marketing ist dabei ein

entscheidender Faktor auf unserem Weg hin zur “Heimat für Kreative”.

Die Foren der Metropolregion Nürnberg wurden aufgefordert, dem Motto “Heimat für Kreative” anschauliche Beispiele bzw. konkrete Gesichter kreativer Köpfe zur Seite zu stellen. Im EMN-Forum Kultur fand dies eine beachtliche Umsetzung mit einem breitenwirksamen Effekt. Mit der Kampagne “Künstler des Monats” startete das Forum Kultur im Mai 2010 eine beispielhafte Imagewerbung für Künstlerinnen und Künstler der Metropolregion aller Sparten und Genres. Mittels Presse und Internet wurden seither monatlich Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen vorgestellt, die bezeugen, dass diese Region ideenreich und bunt ist, sich experimentierfreudig zeigt, Neugierde weckt, vielfältig ist und bleibt.

Mehr Kommunikation

Insbesondere der gemeinsamen Initiative des Forums Wirtschaft & Infrastruktur und des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg ist es zu verdanken, dass nach der Publikation des ersten KuK-Berichts 2010 fachspezifische Symposien realisiert wurden, die sich inhaltlich jeweils einer der elf Teilbranchen widmeten. Diese Symposien bringen führende Branchenvertreter, kreative Akteure der Szene, Bildungsinstitutionen, kommunale Verwaltungen sowie Vertreter der IHKs und HWKs miteinander ins Gespräch. “Best Practice” Beispiele – von großen Unternehmen über mittelständische Betriebe bis zu Einzelpersonen – veranschaulichen die Chancen und Möglichkeiten der EMN, ansässige kreative Akteure in der Region zu halten. Deren Erfolge und Bedarfe werden aufgezeigt, um Start-ups zu ermutigen, in der EMN neue Wege zu gehen – am besten mit kompetenten Partnern* und Unterstützern in ihrer Nähe. Die hohe Qualität dieser alljährlichen Symposien erreichte von Beginn an auch überregional breiten Zuspruch. Staatsminister, Ressortleiter und Delegierte der Bayerischen Staatsregierung haben die jeweiligen Symposien durch Impulsvorträge begleitet und damit die Bedeutung der Fachtagungen unterstrichen. Experten der jeweiligen Teilmärkte haben dazu beigetragen, dass Podiumsdiskussionen wie auch Workshops zu spannenden Auseinandersetzungen mit tagesaktuellen Fragen führten und zukunftstaugliche Aufgabenstellungen in den Fokus gelangten.

Symposien:

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

M u sikw irtschaf D t e u s n ig d n F w e i s r t t i s v c a h ls a M ft arkt d er d arst B e u ll c e h n m d e a n rk K t ün s S te oftw are-/G am M e a s r -I k n t d d u e s r t b ri i e ld e P n r d e e s n se K - ü u n n s d t e R u W n d e f r u b n e k m m a a rk rk t t Film w irtschaft

Dichtere Netzwerke

Seit 2014 hat das Forum Wirtschaft und Infrastruktur ein Projekt gestartet, das erfolgreich unter der Bezeichnung “auftaKKt” innerhalb der EMN umgesetzt wird. Es schafft neue Impulse von und für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Unter dem Motto “Heimat für Kreative” macht das Forum Wirtschaft und Infrastruktur mit der Veranstaltungsreihe “auftaKKt” die lokalen Akteure der KuK in den Städten und Landkreisen der EMN sichtbar und regt dazu an, neue Netzwerke zu knüpfen. Die Veranstaltung ist für die Akteure *Hier wird wie im folgenden, zum Zwecke der besseren Lesbarkeit auf die Verwendung der der KuK, aber auch Interessierte anderer Branchen, offen und kostenfrei. Veranstalter weiblichen Bezeichnung verzichtet, nichtssind das Forum Wirtschaft und Infrastruktur der EMN sowie das Bayerische Zentrum für desto weniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter. Kultur- und Kreativwirtschaft.

fazit: Neben den Global Playern der EMN sind es auch die zahlreichen kreativen Teams und Einzelakteure, die uns eine Vielfalt an kreativem Schaffen vor Augen führen, die uns

es geht noch mehr

Anlass zu Stolz aber auch zu politischer und wirtschaftlicher Verantwortung gibt. Die Rahmenbedingungen für Erfolgskarrieren sind keine Selbstverständlichkeit. Ihre Tauglichkeit muss immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Ein kreatives Klima für Produktivität und Effizienz zu schaffen, ist eine Verbundaufgabe. Wir sind auf einem guten Weg, die verantwortlichen Akteure zusammenzubringen und künftige Entwicklungen nicht dem Zufall zu überlassen.

warum ein neuer emn report notwendig ist

der weg führt weiter

Der erste Datenbericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) in der Europäischen Metropolregion Nürnberg von 2010 hat die wirtschaftliche Entwicklung der Jahre 2003 bis 2007 untersucht. Der neue Bericht analysiert die Periode 2009 bis 2016.

Entwicklungen kennzeichnen

Der strukturelle Wandel in der KuK vollzieht sich schneller als in vielen anderen Wirtschaftsbranchen, weil in dieser Branche oftmals neue Ideen, neue Geschäftsmodelle und neue Technologien erprobt werden.

Antworten geben

Zeitgleich werden zum Branchenkomplex Kultur- und Kreativwirtschaft immer wieder zwei kritische Fragen gestellt: › Ist er wirklich gesamtwirtschaftlich von Bedeutung oder nur Imagefaktor? › Kann er trotz seiner heterogenen Teilbranchen insgesamt einen Beitrag zu einem positiven Strukturwandel leisten? Unter anderem diese Fragen soll der Datenbericht beantworten – und zwei weitere wichtige Fragen, die sich aus der Situation der EMN als polyzentrische Region mit mehreren Städten als eigenständigen Kreativzentren ergeben: › Kann gerade aus dieser Pluralität neues kreatives Wachstum entstehen? › Gibt es besondere Stärken in den urbanen wie auch in den ländlichen Regionen?

3. die kultur- und kreativwirtschaft

musik

wirtschaft sonstiges buchmarkt

software-/

games- kunstmarkt

industrie

Der Branchenkomplex der

werbemarkt Kultur- und Kreativwirtschaft filmwirtschaft

mit seinen elf Teilmärkten

rundfunk

pressemarkt

wirtschaft

markt für

architektur

darstellende

markt

künste

design

wirtschaft

definition der kultur-

Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativ-

und kreativwirtschaft

unternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert

sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und / oder medialen

Verbreitung von kulturellen / kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. (Wirtschaftsministerkonferenz. 2008. Beschlusssammlung der Wirtschafts ministerkonferenz am 9./10. Juni 2008 in Regensburg, Band 143, Bundesrat, Berlin)

Diese Begriffsdefinition gilt seit ihrer Festlegung durch die Wirtschaftsministerkonferenz im Jahr 2008. Doch zuvor taucht der Begriff in Deutschland schon einmal in einem öffentlichen Papier der Bundesregierung auf: Im Jahr 2007 wird mit dem Schlussbericht der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” der Grundstein für die Erfassung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland gelegt. Bereits hier wurden die elf (auch heute noch als Grobgliederung bestehenden) Teilmärkte definiert und strukturiert.

Bis ins Detail definiert

Die Feingliederung der Wirtschaftszweige innerhalb dieser Teilmärkte wurde endgültig im Jahr 2009 länderübergreifend und europaweit anschlussfähig festgeschrieben – durch den Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz 2009 und den folgenden ersten “Leitfaden zur Erstellung einer statistischen Datengrundlage für die Kultur- und Kreativwirtschaft und eine länderübergreifende Auswertung kulturwirtschaftlicher Daten”. Nach einer ersten Anpassung in Folge der überarbeiteten Wirtschaftszweigsystematik (NACE) im Jahr 2012 erfolgte eine zweite Fortschreibung im Herbst 2016. Seit dem Jahr 2016 besteht dieser erweiterte Leitfaden deutschlandweit als statistische und definitorische Basis der KuK. Ebenso ist er Grundlage dieses Berichts für die Europäische Metropolregion Nürnberg. Der aktuelle, erweiterte Leitfaden bezieht zusätzliche statistische Datenquellen in die Untersuchungen mit ein. So verbessert er unter anderem die Erfassung der Selbstständigen durch Erhebung der Zahlen zu Mini-Selbstständigen sowie die Erfassung von Beschäftigungseffekten durch Einbezug der Beschäftigungspotenziale des öffentlichen und gemeinnützigen (Mindestbestand) Kulturbetriebs.

die kultur- und kreativ-

Kulturwirtschaft Kreativwirtschaft

wirtschaft im überblick › Musikwirtschaft › Werbemarkt

› Buchmarkt › Software-/Games-Industrie › Kunstmarkt › Sonstige › Filmwirtschaft › Rundfunkwirtschaft › Markt für darstellende Künste › Designwirtschaft › Architekturmarkt › Pressemarkt

Der Teilmarkt “Sonstiges”

Zu “Sonstiges” zählen die Wirtschaftszweige Bibliotheken, Archive, Museen und Denkmalpflege etc., soweit diese wirtschaftlich relevante Wirtschaftsbetriebe enthalten. Zum Beispiel betreiben Museen Museumsbuchhandlungen oder Museumsshops, die jeweils umsatzsteuerpflichtig sind. Daneben werden unter dem Teilmarkt “Sonstiges” so genannte komplementäre Wirtschaftszweige zusammengefasst. Diese stellen im strengen Sinne keine kulturwirtschaftlichen Zweige dar, müssen jedoch mit ihren verwandten Wirtschaftszweigen oftmals statistisch erfasst werden. Dazu zählen Dolmetscher, die zusammen mit den Übersetzern statistisch gruppiert werden. Zudem die Fotolabors, die mit den selbstständigen Fotografen statistisch gruppiert werden sowie die Herstellung von Münzen und Fantasieschmuck, die mit der Schmuckproduktion zusammengefasst wird.

empfehlung der

Die Kultur- und Kreativwirtschaft umfasst folgende elf Teilmärkte: wirtschafts minister- Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt

konferenz zum

sowie Software-/Games-Industrie. verständnis der kultur- Der wirtschaftlich verbindende Kern jeder kultur- und kreativwirtschaftlichen Aktivität ist der “schöpferische” Akt. Damit sind alle künstlerischen, literarischen, kulturellen,

und kreativwirtschaft

musischen, architektonischen oder kreativen Inhalte, Werke, Produkte, Produktionen oder Dienstleistungen gemeint, die als wirtschaftlich relevanter Ausgangskern den elf Teilmärkten zugrunde liegen. Dazu gehören alle Kultur- und Kreativunternehmen, die überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und / oder medialen Verbreitung von kulturellen / kreativen Gütern und Dienstleistungen befasst sind.

erweiterte erfassung

Die amtliche Wirtschaftsstatistik erfasste lange Zeit keine Steuerpflichtigen mit einem Jahresumsatz von weniger als 17.500 Euro. Dementsprechend blieb die Gruppe der

der kultur- und

freiberuflich Tätigen, Soloselbstständigen oder Mikrounternehmer in der Wirtschaftskreativwirtschaft forschung unberücksichtigt. Dieses Manko ist nunmehr behoben. Mit der neuen Statistik werden auch alle Akteure erfasst, die weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz erzielen (siehe Abb. 1). Somit umfasst der so genannte Minibereich nun die Selbstständigen bis 17.500 Euro Jahresumsatz und die abhängig Beschäftigten mit geringfügiger Tätigkeit (Mini-Jobber).

ABBILDUNG 1

Bisherige Erfassung Neue Erfassung

der Kultur- und der Kultur- und

Kreativw irtschaft Kreativw irtschaft

Kernbereich Minibereich Kern- und

Minibereich

(ab 17.500 €, (unter 17.500 €, sozialversicherte Minijobs) (insgesamt) Beschäftigte)

abgrenzung des

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft zählen ausschließlich Unternehmen und Selbstständige, die überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert und an Märkten ausgerichtet

erfassten sektors

sind. Ausgenommen sind alle öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen und gemeinnützige Kulturprojekte. Von Kulturschaffenden und Kreativen, die zum Beispiel sowohl für städtische Einrichtungen als auch privatwirtschaftlich arbeiten, wird ausschließlich die Tätigkeit im privaten Sektor betrachtet (siehe Abb. 2).

ABBILDUNG 2

Öffentlicher Sektor

Öffentlicher Kulturbetrieb

Bsp.: Oper, Theater, Museen

Privater Sektor

Künstler erwerbs-

wirtschaftlich

und Kultur-

orientierte

produktion Kultur- und

Kreativ-

unternehmen

Intermediärer Sektor

Gemeinnützige Organisationen

Bsp.: Vereine, Stiftungen

4. gesamtbetrachtung

die emn im großen

Im Kern- und Minibereich sind 2016 schätzungsweise rund 15.500 Selbstständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion

und kleinen

Nürnberg tätig (siehe Abb. 3). Zusammen mit knapp 47.000 abhängig Beschäftigten arbeiten somit mehr als 62.000 Erwerbstätige in der KuK. Mit 4,3 Milliarden Euro liegt der geschätzte Umsatz der KuK auf fast gleicher Höhe wie die Verkehrswirtschaft in der gesamten EMN mit 4,4 Milliarden Euro Umsatz (Angaben Jahr 2015). Der Kernbereich ist für die ökonomische Einschätzung der Kultur- und Kreativwirtschaft von besonderer Bedeutung. Hier sind rund 8.600 Selbstständige und Unternehmen tätig, die über 33.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Regel wirtschaftlich stabile und existenzsichernde Arbeitsplätze bieten.

ABBILDUNG 3

Gesamtüberblick
Kernbereich 2016 Minibereich 2016 Kern- und Minibereich 2016 Veränderung 2015 / 2016
Anzahl Selbstständige und Unternehmen (1) 8.650 6.847 15.497 1,0 %
Anzahl Beschäftigte (2) 33.239 13.756 46.994 4,2 %
Anzahl Erwerbstätige (3) 41.809 20.603 62.411 3,4 %
Umsatz in Mio. Euro (4) 4.321 46 4.367 2,3 %

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; (1) einschließlich Mini-Selbstständige; (2) sozial ver sicherungspflichtige und geringfügig Beschäftigte einschließlich Beschäftigte im öffentlichen Kultur betrieb; (3) = (1) + (2); (4) einschließlich Mini-Umsatz; einschl. Landkreis Sonneberg (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

minibereich mit

Im Minibereich arbeiten rund 6.800 Mini-Selbstständige, die oftmals in Nebentätigkeit oder als freie Honorarkräfte in zeitlich begrenzten Projekten beteiligt sind. Der Anteil

großer wirkung

der Mini-Selbstständigen kann innerhalb der elf Teilmärkte erheblich schwanken und in manchen Wirtschaftszweigen mehr als die Hälfte aller Selbstständigen und Unternehmen ausmachen, z. B. bei den Designern oder den künstlerisch Tätigen. Die Relevanz der Mini-Selbstständigen liegt weniger in der ökonomischen Bedeutung, sondern mehr in der “kulturellen” Funktion, die sie in der Kultur- und Kreativwirtschaft einnehmen. Sie entwickeln oftmals in experimenteller oder innovativer Weise die ersten künstlerischen oder kreativen Ideen und Prototypen. Der erzielte Umsatz der Mini- Selbstständigen erreicht mit schätzungsweise rund 46 Millionen Euro deshalb nur etwas mehr als ein Prozent des gesamten in der Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschafteten Umsatzes von 4,3 Milliarden Euro. Zusammen mit den geringfügig Beschäftigten oder “Minijobs” sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft rund 20.600 Mini-Erwerbstätige beschäftigt.

woran die emn wächst

Insgesamt kann die Kultur- und Kreativwirtschaft positive Entwicklungsraten im Jahresvergleich 2015 / 2016 aufweisen. Mit einem leichten Plus von einem Prozent ist die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen immerhin leicht gewachsen, während die Beschäftigungszahl um überdurchschnittliche 4,2 Prozent zulegen konnte. Der Beschäftigungsmarkt erweist sich in der Kultur- und Kreativwirtschaft als stabiler Faktor, denn in den letzten Jahren stieg die Zahl gerade bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die wirtschaftliche Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt im Jahresvergleich 2015 / 2016 mit 2,3 Prozent etwas weniger zu.

was die emn

Im Vergleich zu den bundesweiten Anteilswerten ist die EMN unterdurchschnittlich zu bewerten. Dies hat verschiedene Gründe: Die EMN ist eine Metropolregion, deren

herausfordert

urbaner Kern Nürnberg erwartungsgemäß nicht das gleiche Gewicht erreicht, wie z. B. die Metropolkerne Berlin, Hamburg, München oder Köln. Zusätzlich ist die benachbarte Münchner Region ein bundesweit bedeutender Buch-, Film- und Rundfunkstandort. Genau diese Teilmärkte sind in der EMN nur sehr schwach ausgeprägt. Außerdem wird die EMN als polyzentrische Region betrachtet, in der mehrere städtische Kerne nebeneinander existieren. Dazu zählen die Städte Bamberg, Erlangen, Fürth und Nürnberg, deren Entwicklung bezogen auf die KuK im bundesweiten Vergleich über dem Durchschnitt liegt.

4.1 ­

vergleich mit anderen wirtschafts

branchen in der emn

die kuk braucht

Im Vergleich zu anderen Branchen in der Europäischen Metropolregion Nürnberg bildet die Kultur- und Kreativwirtschaft einen stabilen und erfolgreichen Zweig (siehe Abb. 4).

den vergleich

Nahezu 8.500 Selbstständige und Unternehmen erwirtschaften gemeinsam 4,2 Millinicht zu scheuen arden Euro im Jahr 2015. Zwar verfügen andere Branchen über deutlich mehr Akteure, erzeugen aber im Verhältnis dazu weniger Umsatz. Die Immobilienwirtschaft beheimatet beispielsweise knapp 13.000 Selbstständige und Unternehmen. Die 5,3 Milliarden Euro Gesamtumsatz entsprechen einem Schnitt von rund 414 Millionen Euro pro Akteur. Dieser Schnitt liegt in der KuK erkennbar höher bei knapp 0,5 Milliarden Euro pro Unternehmung. Die Verkehrswirtschaft erreicht mit 4,4 Milliarden Euro einen höheren Umsatz als die KuK. Allerdings ist sie mit rund 4.600 Selbstständigen und Unternehmen eine personell deutlich kleinere Branche. Der Gesundheits- und Sozialsektor ist mit unter 2.000 Selbstständigen und Unternehmen noch kleiner, weist allerdings beachtliche 4 Milliarden Euro Umsatz auf.

ABBILDUNG 4

Vergleich mit anderen Branchen in der EMN 2015

12,8

10,6

8,5

5,3

4,0 4,6 4,4 4,2

2,8

1,9

Selbstständige /

zi e

m m

rt a

( B B Q u ü u n ro e d l f e le ü s n r a : K g B e u a n lt y t u u e r r r w . f L ü ir a r t n A s d

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s obilienw irtschaft U A U n n m z t s e a a r h n t l z e i n i h n m T M s e d r n d . , . €

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r irtschaft K ultur- und K reativw i G

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o i g f r ü e s r n c S

h e t u B a n e t g i r s e ) t c ik h ; n ungen, G esundheitsund So V

manchmal ist

Im exemplarischen Vergleich zur Wirtschaftsbranche Gastgewerbe / Tourismus erzielten im Jahr 2015 in der KuK weniger Unternehmen und Selbstständige im Kern- und Mini-

weniger mehr

bereich einen höheren Umsatz (siehe Abb. 5). Mit 10.617 Unternehmen und Selbstständigen sind an Gastgewerbe und Tourismus deutlich mehr Einheiten beteiligt als die knapp 8,5 Tausend in der KuK. Allerdings liegt der Umsatz in der KuK mit 4,2 Milliarden Euro deutlich höher als im Gastgewerbe und Tourismus mit 2,8 Milliarden Euro. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Betrachtung des Umsatzes je Unternehmen. Der beträgt in der KuK mit 491.000 Euro annähernd doppelt so viel wie in der Branche Gastgewerbe / Tourismus mit 262.000 Euro pro Unternehmen.

ABBILDUNG 5

Vergleich mit Gastgewerbe / Tourismus in der EMN 2015

4,2

2,8 262

Kultur- und

( B B Q u ü u n ro e d l

f e le

ü s n

r a :

K g B e u a n lt y t u u e

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g i r s e ) t c ik h ; n ungen, un A d n U z n a t h e l r S n e e l h b m st e s n tändige U m satz in M rd . € in T U s m d . s € a , t z 2 0 je 1 5 U nternehm en G T K o r a e u s a r tg t is i e v m w w u e ir s r t b s e c h / a ft

stetige verstärkung

Auch die Entwicklung zwischen 2009 und 2015 verläuft in der KuK erfreulich. Die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen im Kern- und Minibereich hat seit 2009 um

für die kuk

4,1 Prozent zugenommen, während andere Branchen kein Wachstum verzeichnen können. Die Branche Gastgewerbe / Tourismus weist hier beispielsweise einen Rückgang um 4,5 Prozent auf. Andererseits liegt der Zuwachs an Selbstständigen und Unternehmen in der Gesamtwirtschaft der EMN mit 4,7 Prozent noch höher als derjenige der KuK.

vergleich mit der bundesweiten

entwicklung

die emn liegt im schnitt

Im Vergleich zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft im gesamten Bundesgebiet nimmt die KuK der Europäischen Metropolregion Nürnberg eine repräsentable Stellung ein. Die Entwicklung der Selbstständigen mit einem Jahresumsatz ab 17.500 Euro und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verlief zwischen 2009 und 2016 in der EMN nahezu analog zur deutschlandweiten Entwicklung (siehe Abb. 6). Die Steigerung der Zahl an Selbstständigen liegt in der EMN mit 5 Prozent leicht unter dem bundesweiten Wert von 7 Prozent. Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahmen hingegen in der EMN um 23 Prozent zu – ein leicht höherer Wert als die bundesweit ermittelten 22 Prozent.

ABBILDUNG 6

Entwicklung der Beschäftigung und Selbstständigkeit

in der EMN

(KuK, Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Beschäftigung und Selbstständigkeit

im Bundesgebiet

(KuK, Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

mehr flaute als

Die Zahl der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt sich im Beobachtungszeitraum weitgehend positiv (siehe Abb. 7). Allerdings fallen die Zuwachsraten

frische brise?

in der Kultur- und Kreativwirtschaft mit Werten von 0,6 Prozent bis 1,3 Prozent sehr moderat aus. Im Vergleichsjahr 2012 / 2013 war sogar ein leichter Rückgang der Unternehmenszahl zu beobachten. Vor allem in den Teilmärkten Film, Werbung und Design sind Firmen vom Markt verschwunden. Die Lage der bundesweiten Kultur- und Kreativwirtschaft ähnelt derjenigen in der EMN – beispielsweise, wenn man die Veränderungsraten im Jahr 2014 / 2015 von gerade einmal 1,4 Prozent betrachtet. Insgesamt befindet sich die Kultur- und Kreativwirtschaft sowohl in der EMN als auch im Bundesgebiet in einem Konzentrationsprozess, der eher einer Stagnation entspricht. Denn als kleinteilige Branche ist die Kultur- und Kreativwirtschaft mehr als große klassische Branchen auf den Markteintritt immer wieder neuer Akteure angewiesen. Nach den Erfahrungen der Vorkrisenphase vor dem Jahr 2008 müsste die Zahl der Unternehmen in der bundesweiten Kultur- und Kreativwirtschaft durchschnittlich um jährlich zwei bis drei Prozent wachsen, um eine stabile kreative Branche zu bilden.

ABBILDUNG 7

Entwicklung der Kernunternehmen im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft in der EMN

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

2,5 %

1,9

2,0 % 1,5 % 1,3

1,0

1,0 % 0,7

0,6

0,5 %

0,1

0,0 %

-0,5 %

-0,2 -0,2

-1,0 %

-0,9 Kultur- und

-1,5 % Kreativwirtschaft

2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

Entwicklung der Kernunternehmen im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft im Bundesgebiet

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

2,5 %

2,0 %

1,4 1,4

1,5 %

1,1 1,1

1,0 % 0, 0,5 %

0,2 0,2 0,5

0,0 %

-0,5 % -0,1 Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig -0,2 (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt -1,0 % für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Kultur- und Berechnungen, Büro für Kulturwirtschafts- -1,5 % Kreativwirtschaft forschung; BMWI 2018; Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2017) 2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

rückenwind vorhanden

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Beobachtungszeitraum regelmäßig schneller als in der Gesamtwirtschaft (siehe Abb. 8). Dieser Trend gilt für die KuK im Bundesgebiet wie auch in der EMN. Vergleicht man allerdings die jeweiligen Veränderungsraten der KuK, dann steigen diese Werte in der EMN fast immer schneller als in der bundesweiten KuK. Da es sich bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen um kostenintensive Arbeitsplätze handelt (im Unterschied zum Minijob oder Mini-Selbstständigen), ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine wachsende wirtschaftliche Stärke der Unternehmen in der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Der außerordentlich starke Zuwachs im Vergleichsjahr 2012 / 2013 mit einer Rate von 5,2 Prozent ist auf einen erheblichen Anstieg der Beschäftigten in der Software-/Games- Industrie zurückzuführen. In Absolutzahlen wurden damit in diesem Teilmarkt 2013 mehr als 2.000 zusätzliche Arbeitsplätze registriert. Insgesamt wurden im Zeitraum von 2009 bis 2016 mehr als 6.200 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Kultur- und Kreativwirtschaft der Metropolregion geschaffen. Neben der Software-/Games-Industrie waren die Teilmärkte Werbung, Design, Architektur, Musik und Darstellende Künste besonders wachstumsstark.

ABBILDUNG 8

Entwicklung der Kernbeschäftigung (SvB) im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft in der EMN

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

6 %

5,2

5 %

4,1

3,9

4 %

2,2 1,9 1,7
1,0

3 %

,9

2 %

1 % Kultur- und 0 % Kreativwirtschaft

2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

Entwicklung der Kernbeschäftigung (SvB) im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft im Bundesgebiet

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

6 % 5 % 4,6 4 % 3,3 3,5

3,1

3 %

2,2 2,3 1,9 2,0
1,1

,0

SvB: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte; 2 % Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundes- 1 % agentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro Kultur- und für Kulturwirtschaftsforschung; BMWI 2018; 0 % Kreativwirtschaft Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2017) 2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

rückschläge

Die Mini-Beschäftigung wurde in der KuK der EMN im Beobachtungszeitraum teils drastisch abgebaut: gerade im Vergleichsjahr 2012 / 2013 mit einem Rückgang von über

überwunden

10 Prozent (siehe Abb. 9). Im Pressemarkt verschwanden bspw. rund 1.700 Minijobs. Diese Jobs wurden jedoch nicht in substanzielle Arbeitsplätze umgewandelt, denn auch die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze waren in diesem Teilmarkt vom Abbau betroffen. So entfielen im Vergleichsjahr 2012 / 2013 rund 1.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im Jahr 2016 steigt die Mini-Beschäftigung mit 5 Prozent wieder deutlich an: vor allem in den Teilmärkten Software/Games, Werbung, Design, Architektur und Darstellende Künste. Im Bundesgebiet haben diese fünf Teilmärkte im Vergleichsjahr 2014 / 2015 eine erhebliche Zahl an Mini-Beschäftigung abgebaut. Das entspricht einem Minus von 12 Prozent, das im Folgejahr mit einem Plus von 0,7 Prozent gestoppt werden konnte.

ABBILDUNG 9

Entwicklung der Mini-Beschäftigung (geB) im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft in der EMN

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

6 % 5,0

3,8

4 %

1,7 1,8 1,6 1,3 1,5

2 %

0,2

0 %

-2 %

-1,9

-4 %

-6 %

-8 %

-10 %

-12 % -10,3 Kultur- und -14 % Kreativwirtschaft

2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

Entwicklung der Mini-Beschäftigung (geB) im Vergleich

zur Gesamtwirtschaft im Bundesgebiet

(KuK, Veränderung zum Vorjahr in Prozent)

6 %

4 %

1,6

2 % 0,7 1,2 0,7 0,7 0 %

-2 %

-1,0 -0,8

-1,4

-4 %

-3,3

-6 %

-8 % geB: geringfügig Beschäftigte (Minijobs); -10 % Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundes- -12 % agentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro Kultur- und für Kulturwirtschaftsforschung; BMWI 2018; -12,0 -14 % Kreativwirtschaft Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2017) 2011 / 2012 2012 / 2013 2013 / 2014 2014 / 2015 2015 / 2016 Gesamtwirtschaft

4.3 ­

das regionale profil der kultur und

kreativwirtschaft

die unternehmens-

Die Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg weist die größte Unternehmenskonzentration in den Großstädten und kleineren Mittelstädten

konzentration

auf (siehe Abb. 10). Einzig der Landkreis Erlangen-Höchstadt lässt unter den Landkreisen in der emn eine hohe Dichte an KuK-Unternehmen erkennen. Die Städte Bamberg, Erlangen, Fürth und Nürnberg besitzen auch im bundesweiten Vergleich eine überdurchschnittliche Unternehmenskonzentration.

ABBILDUNG 10

Thüringen

A9 Berlin A73 Erfurt Landkreis A72 Chemnitz Sonneberg

Sachsen

Landkreis

Hof

Coburg Kronach

Landkreis Landkreis Hof Coburg Landkreis Landkreis Landkreis Landkreis Lichtenfels Wunsiedel Haßberge Kulmbach i. Fichtelgebirge A71 Erfurt

Bayreuth

A7 Hannover Landkreis

Bamberg

Tirschenreuth Landkreis Landkreis Landkreis Bamberg Bayreuth Tschechien Kitzingen Landkreis Landkreis Landkreis Forchheim Neustadt a.d. Waldnaab A6 Prag A3 Frankfurt a. M. Erlangen- Höchstadt Weiden i.d.OPf. Landkreis

Erlangen

Neustadt a.d. Aisch- Landkreis Landkreis Bad Windsheim Fürth Amberg-Sulzbach Nürnberger Land

Landkreis Nürnberg Amberg

Fürth

Baden-

Württemberg Schwabach A93 Regensburg

Ansbach

Landkreis Landkreis Neumarkt i.d. OPf. Landkreis Roth Ansbach A6 Heilbronn Landkreis Weissenburg- A3 Regensburg Gunzenhausen

A7 Ulm

Anteil der Kultur-Kreativunternehmen an

der Gesamtwirtschaft in Prozent, 2015

A9 München Über EMN-Durchschnitt (6,5 % - 11,2 %) Auch bundesweit überdurchschnittlich

Im EMN-Durchschnitt (5,6 % - 6,4 %) (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschafts- Unter EMN-Durchschnitt forschung) (3,1 % - 5,5 %)

wer agiert?

Der größte Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft der EMN bezogen auf die Anzahl der Unternehmen ist die Designwirtschaft mit einem Anteil von 20 Prozent (siehe Abb. 11). Der Architekturmarkt sowie die Software-/Games-Industrie verfügen über jeweils 15 Prozent der KuK-Unternehmen. Als drittgrößter Teilmarkt kommt der Werbemarkt auf einen Anteil von 12 Prozent, der Pressemarkt noch auf 9 Prozent. Die restlichen Unternehmen der KuK in der EMN verteilen sich auf die verbleibenden Teilmärkte: 6 Prozent auf die Musikwirtschaft, jeweils 5 Prozent auf den Buchmarkt und den Markt für Darstellende Künste, je 4 Prozent auf den Kunstmarkt und die Filmwirtschaft sowie 3 Prozent auf die Rundfunkwirtschaft. Weitere 3 Prozent der Unternehmen entfallen auf die Sonderkategorie “Sonstiges”.

ABBILDUNG 11

2 % 6 %

Sonstiges Musik

5 %

15 % Buch

Software/Games

4 %

Kunst

4 %

Film

Verteilung der

12 %

Werbung Unternehmen in der EMN 3 %

Rundfunk

Kultur- und Kreativwirtschaft

(Kernbereich 2015) 5 %

Darstellende Künste

9 %

Presse

(Quellen: Bayer. Landesamt 20 %

Design

für Statistik; Büro für Kultur-

15 %

wirtschaftsforschung) Architektur

wer macht mit?

Bezüglich der Beschäftigung stellt die Software-/Games-Industrie den mit Abstand größten Teilmarkt der regionalen KuK dar. 31 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind in diesem Segment tätig (siehe Abb. 12). Auf den Pressemarkt entfallen 13 Prozent und auf den Werbemarkt 12 Prozent. Im Musikmarkt finden 10 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsplatz und im Designmarkt 9 Prozent. Der Architekturmarkt kommt noch auf 7 Prozent, der Markt für Darstellende Künste auf 5 Prozent, der Buchmarkt verzeichnet 3 Prozent, Filmwirtschaft, Kunstmarkt und Rundfunkwirtschaft noch je 2 Prozent. 4 Prozent der in der KuK sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind keinem der Teilmärkte zugeordnet.

ABBILDUNG 12

4 % 10 %

Sonstiges Musik

3 %

Buch

2 %

Kunst

31 % 2 %

Software/Games Film

Verteilung der

2 %

Rundfunk

Beschäftigung in der EMN

Kultur- und Kreativwirtschaft 5 %

Darstellende Künste

(Kernbereich 2016)

Sozialversicherungspflichtig 9 %

Design

Beschäftigte einschließlich öffent-

12 %

licher Kulturbetrieb (vorläufig) Werbung (siehe auch S. 29; Quellen: Bundesagentur für Arbeit; eigene Berech- 7 %

Architektur

nungen, Büro für Kulturwirtschafts-

13 %

forschung) Presse

was kommt

In wirtschaftlicher Hinsicht sind Software-/Games-Industrie mit 22 Prozent und Pressemarkt mit 21 Prozent Umsatzanteilen die wichtigsten Teilmärkte in der Kultur- und

dabei heraus?

Kreativ wirtschaft der EMN (siehe Abb. 13). Die Bedeutung dieser beiden Teilmärkte ist noch höher zu bewerten, da sie auf vergleichbarer Ebene im Bundesgebiet mit Umsatzanteilen von 20 und 18 Prozent etwas weniger Gewicht besitzen. Die Musikwirtschaft macht 15 Prozent der Umsätze aus. Bemerkenswert daran ist der Vergleich mit dem bundesweiten Anteil, der bei gerade einmal 5 Prozent liegt. Designmarkt (11 Prozent), Werbung (10 Prozent) und Architekturmarkt (8 Prozent) sind in wirtschaftlicher Perspektive durchschnittlich ausgeprägte Märkte. Der Markt für Darstellende Künste erwirtschaftete 5 Prozent der KuK-Umsätze. Der Kunstmarkt ist mit 2 Prozent ein kleiner Teilmarkt der EMN. Die Anteile der Filmwirtschaft (2 Prozent), des Buchmarktes (2 Prozent) und der Rundfunkwirtschaft (1 Prozent) fallen drei- bis viermal niedriger aus als im deutschen Schnitt.

ABBILDUNG 13

1 %

Sonstiges

15 %

Musik

22 %

Software / Games 2 %

Buch

2 %

Kunst

Verteilung der 2 %

Film

Umsätze in der EMN

1 %

Rundfunk

Kultur- und Kreativwirtschaft

10 %

Werbung

(Kernbereich 2015) 5 %

Darstellende Künste

11 %

Design

Umsätze sind auch für das Jahr 2015 geschätzt (Quellen: Bayer. Landesamt 21 %

Presse

für Statistik; eigene Berechnungen,

8 %

Büro für Kulturwirtschaftsforschung) Architektur

beachtliche

Bei Betrachtung aller Vergleichsgrößen ergeben sich weitere Auffälligkeiten: So stellt beispielsweise der Designmarkt mit 20 Prozent den größten Anteil an Unternehmen,

verhältnisse

während der Wert an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 9 Prozent weit darunter liegt. Erwirtschaftet wurden in diesem Teilmarkt 11 Prozent des Umsatzes. Anders verhält es sich im Pressemarkt. 9 Prozent der KuK-Unternehmen in der EMN beschäftigen 13 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und erwirtschaften 21 Prozent des Umsatzes. Der Software-/Games-Industrie kommt in allen drei Bereichen eine große Bedeutung zu. Der Anteil der Unternehmen beträgt 15 Prozent, die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellen mit 31 Prozent den größten Wert der KuK dar und der Umsatz anteil liegt mit 22 Prozent ebenfalls an der Spitze der EMN.

die künstlerdichte

Der Anteil der in der Künstlersozialkasse versicherten Kunstschaffenden je 10.000 Einwohner fällt in den Großstädten am höchsten aus (siehe Abb. 14). Allerdings laufen

in der emn

Bamberg und Coburg einigen der größeren Kommunen den Rang ab. Auffällig ist die Konzentration entlang der A73. Deutlich niedrigere Werte weisen diesbezüglich die Oberpfalz und der Landkreis Sonneberg auf. Bemerkenswert ist auch der Landkreis Bamberg, der die Stadt mit der zweithöchsten Künstlerdichte der EMN umgibt: Hier sind KSK-versicherte Künstler äußerst dünn gesät.

ABBILDUNG 14

Thüringen

A9 Berlin A73 Erfurt Landkreis A72 Chemnitz Sonneberg

Sachsen

Landkreis

Hof

Coburg Kronach

Landkreis Landkreis Hof Coburg Landkreis Landkreis Landkreis Landkreis Lichtenfels Wunsiedel Haßberge Kulmbach i. Fichtelgebirge A71 Erfurt

Bayreuth

A7 Hannover Landkreis

Bamberg

Tirschenreuth Landkreis Landkreis Landkreis Bamberg Bayreuth Tschechien Kitzingen Landkreis Landkreis Landkreis Forchheim Neustadt a.d. Waldnaab A6 Prag A3 Frankfurt a. M. Erlangen- Höchstadt Weiden i.d.OPf. Landkreis

Erlangen

Neustadt a.d. Aisch- Landkreis Landkreis Bad Windsheim Fürth Amberg-Sulzbach Nürnberger Land

Landkreis Nürnberg Amberg

Fürth

Baden-

Württemberg Schwabach A93 Regensburg

Ansbach

Landkreis Landkreis Neumarkt i.d. OPf. Landkreis Roth Ansbach A6 Heilbronn Landkreis Weissenburg- A3 Regensburg Gunzenhausen

A7 Ulm Dichte der KSK-Versicherten in der EMN,

Versicherte je 10.000 Einwohner, 2015

A9 München

Mehr als 20 Künstler

Mehr als 10 bis zu 20 Künstler

(Quellen: Künstlersozialkasse; eigene Berech- Bis zu 10 Künstler nungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

5. die teilmärkte

was sie erwartet

Die folgenden Seiten stellen einen genaueren Blick auf die einzelnen Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) dar. Jedes Kapitel enthält eine Begriffsdefinition, eine Zusammenfassung besonders herausragender Phänomene des Teilmarktes sowie einen Überblick über seine wirtschaftliche Situation und Entwicklung.

Bitte beachten

Die angegebenen Zahlen für 2016 sind grundsätzlich Schätzungen bzw. vorläufig. Der Begriff Kernbereich umfasst so genannte Kern-Erwerbstätige, das sind Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz sowie sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Voll- und Teilzeit (sv-Beschäftigte) ohne Mini-Jobber. Minibereich bedeutet so genannte Mini-Erwerbstätige, das sind Selbstständige unter (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; 17.500 Euro Jahresumsatz (Mini-Selbstständige) sowie sozialversicherungspflichtig Bundesagentur für Arbeit; Büro für Kulturwirtschaftsforschung) geringfügig Beschäftigte (Mini-Jobber mit Monatseinkommen bis 450 Euro).

Abbildung 18

musik

wirtschaft

was umfasst die

Zur Musikwirtschaft gehören die selbstständigen Künstler- und Kulturberufe der Urheber (Komponisten, Textdichter und Producer/Musikregisseure), die Musiker (Inter-

musikwirtschaft?

preten) sowie die unterschiedlichen Ensembleformen der erwerbswirtschaftlich tätigen Musikgruppen. Daneben existiert eine Vielzahl weiterer Musikberufe, wie zum Beispiel Bühnenkünstler und Musiklehrer. Zu den produzierenden und verbreitenden Unternehmen zählen die Verlage von Tonträgern, gemeinhin als Tonträgerindustrie bezeichnet, die Musikverlage, der Musikfachhandel, die Theater-/Konzertveranstalter, die Konzertdirektionen und die Agenturen sowie kommerzielle Musiktheaterproduktionen, Musicalbühnen und Musikfestivals. Neben den Musikalienhändlern werden auch der Einzelhandel mit bespielten Ton- und Bildträgern aufgenommen.

innovation früher

Die Musikwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) ist herausragend. Erfindungen und Neuentwicklungen haben eine lange Tradition – hier nur zwei

und heute

Beispiele:

Analog – die Wiege der Klarinette

Nürnberg um 1700: Der renommierte Nürnberger Holzblasinstrumentenbauer Johann Christoph Denner und sein Sohn Jacob sind nach langem Experimentieren mit dem Chalumeau – bei uns auch Schalmei genannt – erfolgreich: Sie bauen ein Instrument, das als erstes die oberen Töne einigermaßen sauber spielen kann und es somit über die Naturtöne – heute Chalumeau-Register – hinaus schafft: Die Klarinette ist erfunden. Zwar werden heute auch noch mögliche weitere Erfinder diskutiert, gesicherte Erkennt- (Quelle: die-klarinetten.de, Stichwort “Geschichte”) nisse dazu gibt es aber nicht.

Digital – die Entwicklung des mp3-Formats

Erlangen im 20. Jahrhundert: Ingenieure der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-

Nur dank unermüdlicher Entwick-

Nürnberg kommen Ende der siebziger Jahre auf die Idee, Musiksignale über Telefonlei-

lungsarbeit und zielgerichteter

tungen zu übertragen. Damit kreieren sie eine digitale Innovation: Zusammen mit dem

Vermarktung wurde mp3 letztlich

Fraunhofer Institut in Erlangen gelten sie als Erfinder des mp3-Formats. Von der Indus-

zu dem was es heute ist: ein kultu-

trie zunächst belächelt, gelingt die Vermarktung – so passt heute die gesamte Sammlung relles Phänomen made in Germany. eines Musikliebhabers in ein Gerät von der Größe einer Streichholzschachtel. Heinz Gerhäuser, Elektroingenieur und einer der Väter des MP3-Verfahrens (Quelle: mp3-history.com)

2004 Schwenk & Seggelke – neues Bassetthorn

  1. jahrhundert Für die Neuentwicklung eines Bassetthorns erhält die 1996 in Bamberg gegründete Meisterwerkstätte für Klarinettenbau den Designpreis des Oberfränkischen Handwerks.

(auswahl)

2006 Thomas Ochs Atelier für Gitarren – veränderte Gitarrenform

Der Gitarrenbauer aus Kemmern im Landkreis Bamberg entwickelt auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Physik eine in vielen Merkmalen veränderte Gitarrenform. Die innovative Verbindung von Wissenschaft und Handwerk wird mit dem 1. Platz Erfinderpreis und Designpreis des oberfränkischen Handwerks prämiert.

2008 Geigenbaumeister Gerhard Klier – neue Bratschenform

Für die Neuentwicklung der Bratsche Modell Viola asymmetrisch Modell aK 2008 ist der Geigenbaumeister Gerhard Klier aus Neunkirchen am Brand im Landkreis Forchheim Gewinner des Erfinderpreises des Handwerks. Durch die Anwendung überlieferter Proportionslehrsätze erfindet er eine neue, asymmetrische Korpusform; die Bratsche ist im Vergleich zu den herkömmlichen Bratschenformen besser handhab- und spielbar.

2008 Guntram Wolf Holzblasinstrumente – Kontraforte

Das Familienunternehmen Guntram Wolf Holzblasinstrumente aus dem oberfränki-

... ein Kontrafagott, von dem Profis

schen Kronach entwickelt zusammen mit dem Münchner Benedikt Eppelsheim ein neu-

bislang nur träumen konnten, mit

artiges Kontrafagott namens Kontraforte. Das Instrument hat einen Verkaufspreis von

einem Tonumfang von viereinhalb

rund 33.000 Euro und wird unter anderem von den größten Philharmonie-Orchestern

Oktaven und einem unvergleich-

der Welt gespielt. Ebenso entwickelt das Unternehmen vor einigen Jahren mit dem lich schönen runden Klang. “Lupophon” eine neuartige Bassoboe. Guntram Wolf, Seniorchef (Quelle: Interview mit InFranken.de 2008 Alphornbau Robert Vogel – Vogelhorn vom 26. Mai 2012) Robert Vogel in Happurg im Landkreis Nürnberger Land konstruiert ein eckiges “Vogelhorn” als Neuentwicklung des Alphorns. Das Zusammenwirken des eckigen Rohrverlaufes beziehungsweise Rohrquerschnitts mit dem patentrechtlich geschützten Schallstück ergibt eine enorm leichte Ansprache, gepaart mit einem ungewöhnlich großen, weichen Klang. (Quelle: vogelhorn.de)

2009 Klaviermanufaktur Steingräber & Söhne – neues Energie über-

tragungs system Phoenix 2007

Das Traditionsunternehmen aus Bayreuth wird mit dem Erfinderpreis des oberfränkischen Handwerks für sein neues Energieübertragungssystem Phoenix 2007 ausgezeichnet.

2010 Atelier für Gitarren Thomas Ochs, Kemmern

Der prämierte fünfsaitige E-Bass fällt durch seine kopflose Bauweise mit durchgehendem Hals auf. Edelste Materialien, wie Silber und Ebenholz, und der konsequente Einsatz sämtlicher Bestandteile aus deutscher Qualitätsfertigung unterstreichen die funktionale Gestaltung. Die Elektronik ist vielseitig nutzbar und einfach zu bedienen.

2013 Musikhaus Kliemann, Bamberg

Das Unternehmen ist führend in der Restauration von Instrumenten mit besonderer Schellackpolitur. Als besondere Leistung bietet die Werkstatt dabei die Wiederherstellung der historischen Oberflächen in originaler Schellackpolitur an, wie sie bei der Produktion von Hammerflügeln und anderen frühen Flügelinstrumenten zur Anwendung kam.

der deutsche musik-

Mit dem Deutschen Musikinstrumentenpreis – kurz DMIP – werden seit 1991 jährlich besonders gute Produkte durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) aus-

instrumentenpreis

gezeichnet. Beteiligt an der Auswahl ist ein Kuratorium aus Fachpersonen des BMWi, des Deutschen Musikrats, der Messe Frankfurt GmbH, des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller und des Bundesinnungsverbandes für das Musikinstrumenten- Handwerk. Die Gesamtbeurteilung nimmt das Institut für Musikinstru menten bau vor. Die Auszeichnung soll gezielt den deutschen Musikinstrumentenbau fördern und dient als Anreiz zur weiteren Steigerung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Sie wird auf der Frankfurter Musikmesse an Instrumentenbauer vergeben, die ihre Instrumente in Deutschland fertigen und diese zum Zeitpunkt der Anmeldung bereits vermarkten. Die Ausschreibung erfolgt von Jahr zu Jahr für jeweils zwei unterschiedliche Typen von Instrumenten, so genannte Produktgruppen. (Quelle: bmwi.de/Redaktion/DE/Wettbewerb/ deutscher-musikinstrumentenpreis.html)

Preisgekrönt – die EMN

Überdurchschnittlich viele Preise gehen seither an Musikinstrumentenhersteller aus der EMN. Fast jährlich kommt mindestens einer der maximal sechs Preisträger aus der Metropolregion. Die Auflistung zeigt Unternehmen der Musikinstrumentenproduktion in der EMN, die mit dem Deutschen Musikinstrumentenpreis (DMIP) ausgezeichnet wurden. Besonders viele Preise werden an mittelfränkische Unternehmen vergeben (siehe Abb. 15). Einige der Preisträger wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Auch oberfränkische Hersteller haben den DMIP erhalten.

ABBILDUNG 15

Deutscher Musikinstrumentenpreis – Gewinner aus der EMN
Lkr. Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken)
1991 Karl Höfner GmbH & Co, Bubenreuth Konzertgitarre
1992, 2009 Ernst Heinrich Roth KG, Bubenreuth Violine
1997 Klaus Deimer, Möhrendorf Bratsche
2004 Anton Stöhr GmbH, Igelsdorf Cello
2004 Heinrich Gill GmbH, Bubenreuth Meistercello
2012 Thomas Stöhr – Meisterwerkstätte für Cellobau, Igelsdorf Meistercello
Lkr. Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim (Mittelfranken)
1991, 1993, 2000, 2001, 2007, 2014 Kühnl & Hoyer, Markt Erlbach Bariton, Bassposaune, Tenorposaune (3x), Trompete
1998 Rudolf Meinl, Diespeck Kontrabasstuba
2016 Leitner & Kraus GmbH – Meisterwerkstatt für Klarinettenbau, Neustadt a. d. Aisch Klarinette
Lkr. Coburg (Oberfranken)
2012 Günter Mark – Lauten und Gamben, Bad Rodach Renaissance-Laute
Stadt Bamberg (Oberfranken)
2013 Schwenk & Seggelke, Bamberg Klarinette
Lkr. Forchheim (Oberfranken)
2006 Geigenbaumeister Gerhard Klier, Neunkirchen a. Brand Viola
2015 Andreas Haensel – Atelier für Streichinstrumente, Kleinsendelbach Geige

(Quelle: www.bmwi.de/ Redaktion/DE/Wettbewerb/ deutscher-musikinstrumentenpreis.html)

Die Musikwirtschaft zählt hinsichtlich der drei Indikatoren Umsatz, Beschäftigte und Unternehmen zu den mittelgroßen Teilmärkten der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft.

musikwirtschaft?

Herausragend ist jedoch, dass die Musikwirtschaft mit geschätzt 15 Prozent den drittgrößten Umsatzanteil der regionalen KuK generiert. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil gerade einmal bei 5 Prozent. Musikwirtschaftlich von besonderer Bedeutung ist, dass knapp 20 Prozent aller Unternehmen und Selbstständigen in diesem Teilmarkt Hersteller von Musikinstrumenten sind (siehe Abb. 16). Mit einem Anteil von 17 Prozent sind die Selbstständigen und Unter nehmen des Musikeinzelhandels ebenfalls stark in der Musikwirtschaft der EMN vertreten. So findet sich beispielsweise der größte Musikinstrumentenhändler Europas mit rund 700 Millionen Euro Umsatz und mehr als 1.000 Beschäftigten im Landkreis Bamberg. Dabei spielt auch der Onlinehandel mit Musikinstrumenten eine bedeutende Rolle.

ABBILDUNG 16

9 %

Selbstständige Komponisten u. ä.

19 %

Herstellung von Musikinstrumenten

15 %

Musikensembles

2 %

Einzelhandel mit Tonträgern u. ä.

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im

9 %

Teilmarkt (Kernbereich) Tonstudios, Tonträger-/Musikverlage

17 %

Musikeinzelhandel

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, 16 %

Kulturbetriebe

Büro für Kulturwirtschafts-

13 %

forschung) Dienstleistungen

Insgesamt gab es im Jahr 2016 in der Musikwirtschaft der EMN mehr als 6.000 Erwerbstätige (siehe Abb. 17). Im Kernbereich wurde ein Umsatz in Höhe von knapp 587 Mio. Euro erwirtschaftet. 560 Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz beschäftigten knapp 4.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im Minibereich waren zudem fast 500 Mini-Selbstständige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro und gut 1.000 Mini-Jobber in der Musikwirtschaft tätig.

ABBILDUNG 17

Strukturdaten der Musikwirtschaft in der EMN 2016

560 498

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitarbeitsplätze wachsen in der Musikwirtschaft seit 2009 kontinuierlich: Im Zeitraum bis 2016 wurde ein Wachstum von rund 17 Prozent erzielt; das ist deutlich mehr als der Bundesdurchschnittswert, der bei knapp 10 Prozent liegt. Die Zahl der Selbstständigen entwickelte sich, ähnlich wie der Bundesdurchschnitt, in diesem Zeitraum in der EMN insgesamt nur wenig. Nach einem Rückgang bis 2013 wuchs die Zahl der Selbstständigen bis zum Jahr 2016 wieder dynamischer bis knapp über den Ausgangswert des Jahres 2009 (siehe Abb. 18).

ABBILDUNG 18

Entwicklung der Musikwirtschaft in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Musikwirtschaft im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

fazit: Die Musikwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg kann sich sehen lassen. Musikwirtschaftlich betrachtet ist die EMN sowohl in der Stadt als auch auf dem

hier spielt die musik

Land erfolgreich aufgestellt und daher einer der Top-Standorte in Deutschland.

Die EMN ist …

… Zentrum des Musikinstrumentenbaus. … eine der Hochburgen des deutschen Geigenbaus. … mit hochwertigen Handwerksbetrieben ausgestattet. … Sitz des größten Musikinstrumentenhändlers Europas. … Innovationsstandort der digitalen Musikwirtschaft (Erfinder des mp3-Formats). … mit zwei Musikhochschulen ein starker Standort für Aus- und Weiterbildung. … preisgekrönt.

Die EMN – ein klangvoller Standort in der Musikwirtschaft.

Abbildung 19

buch

markt

was umfasst der

Zum Buchmarkt gehört die “schreibende Zunft”, d. h., die selbstständigen Schriftsteller, Übersetzer und Journalisten, ebenso wie die Unternehmen in Form von Buch-

buchmarkt?

verlagen und Bucheinzelhandel sowie Antiquariate.

ein buchmarkt

Der Dramatiker und Dichter Hans Sachs aus Nürnberg zählt zu den bekanntesten Poeten des 16. Jahrhunderts und war einer der berühmtesten Meistersinger der Handelsstadt.

mit tradition

Zudem galten Nürnberg und Bamberg im Mittelalter als Zentren des Buchdrucks. Die Verbindung zum gedruckten bzw. geschriebenen Wort spürt man auch in der modernen Zeit stark in der Region. Besondere Buchreihen, vor allem im Bereich Kinder- und Jugend literatur, stärken dem Buchmarkt in der EMN heute den Rücken.

Struwwelpeter, Max und Moritz und die Leselöwen

Zu den großen Playern im Kinder- und Jugendbuchmarkt gehört ein Verlag im Landkreis

Der Nürnberger Buchdrucker Anton

Bayreuth. Das Unternehmen gibt Klassiker wie “Der Struwwelpeter” von Heinrich Hoff-

Koberger galt im Mittelalter als

mann und “Max und Moritz” von Wilhelm Busch heraus. Heute wird vor allem die Marke

“König der Buchdrucker” und war

„Leselöwen“ mit dem Verlag verbunden sowie die preisgekrönten Romane der Autorin Taufpate von Albrecht Dürer. Ursula Poznanski. Gegründet im Jahr 1863 rangiert der Verlag über 150 Jahre später auf Platz 71 unter den umsatzstärksten Verlagen Deutschlands.

Antworten auf über 100 Kinderfragen

Nürnberg ist Verlagssitz der beliebten Kinderbuch-Reihe “WAS IST WAS”. Laut Angaben des Verlages auf der unternehmenseigenen Webseite erschien 1961 mit den Wissensbüchern die erste deutsche Sachbuchreihe für Kinder.

Der Erfinder des Sams

Der in Bamberg lebende Autor Paul Maar zählt mit seinen Geschichten über das Sams zu “Huch!”, “Ächz!”, “Stöhn!”, “Staun!”, den bekanntesten Kinderbuchautoren der Gegenwart. Das erste “Sams”-Buch schrieb

“Doppelstaun!” – die prägnanten

der Autor 1973. Im Jahr 2017 erschien das jüngste Abenteuer mit dem Wunschpunkte-

Ausrufe aus Disneys “Lustiges

Wesen “Das Sams feiert Weihnachten”. Maar erhielt unter anderem den Deutschen

Taschenbuch” stammen von Erika

Jugendl iteratur preis, den Friedrich-Rückert-Preis sowie den E.T.A.-Hoffmann-Preis.

Fuchs, die in Schwarzenbach, Land-

kreis Hof, lebte.

2006 Michael Müller Verlag – ITB BuchAward

  1. jahrhundert Der Reiseführer-Verlag aus Mittelfranken errang den ersten Platz in der Kategorie “Individual-Reiseführer” und erhielt dafür den Award auf der ITB-Reisemesse in Berlin.

(auswahl)

Insgesamt 14 Auszeichnungen gewann der Verlag seit 1998: darunter der erste Platz in der Kategorie “City-Guides” beim ITB-BuchAward 2005.

2007 Frankenslam – älteste Regionalmeisterschaft

Seit über zehn Jahren findet einmal im Jahr die fränkische Poetry-Slam-Meisterschaft statt. Laut eigenen Angaben ist sie die älteste Regionalmeisterschaft Deutschlands.

2010 Buchhandlung Riemann – Bayerns Buchhandlungen des Jahres

Das Traditionsgeschäft aus Coburg wurde für sein Engagement und seine zukunftssichernden Ideen mit dem begehrten Preis in der Kategorie “Unabhängige Sortimentsbuchhandlung” ausgezeichnet.

2012 starfruit publications – Bayerischer Kleinverlagspreis

Die Auszeichnung vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ging an den im Jahr 2009 gegründeten Verlag starfruit publications aus Fürth für “den Salto Mortale zwischen Gegenwartskunst und Literatur in immer neuen Erscheinungsformen”, so die Begründung der Jury.

2013 Beyer und Schloyer – Bayerischer Kunstförderpreis, Sparte Literatur

In der Sparte Literatur erhielten im Jahr 2013 Dr. Martin Beyer aus Bamberg für seinen Erzählband “Mörderballaden” und Christian Schloyer aus Nürnberg für seine Lyrik-Werke “spiel • ur • meere” und “panik blüten” die begehrte Auszeichnung.

2013 Jennifer Benkau – DELIA Jugendliteraturpreis

Die Autorin bekam die Auszeichnung für ihr Fantasy-Jugendbuch “Dark Canopy”, das im Loewe Verlag erschien.

2015 Nora Gomringer – Ingeborg-Bachmann-Preis

Die Poetin aus Bamberg ist eine der wichtigsten Branchenvertreterinnen in der Metropolregion. Für ihren Text “Recherche” wurde sie mit dem begehrten Literaturpreis ausgezeichnet. Die Geschichte handelt vom Selbstmord eines 13-jährigen Jungen.

2015 Paul Maar – Medienpreis Leopold

Der mehrfach ausgezeichnete Autor erhielt den Medienpreis für das Hörspiel “Das fliegende Kamel”. Er interpretierte dafür die türkischen Überlieferungen um Nasreddin Hodscha neu und liest die Geschichten vor. Im Jahr 2003 erhielt er zudem den Deutschen Bücherpreis.

2018 Helwig Arenz – Bayerischer Kunstförderpreis

Der Autor und Schauspieler erhielt die Auszeichnung in der Kategorie “Literatur” im Juli 2018. Im selben Jahr wurde er für “Caligula und das Mädchen auf der Treppe” mit dem Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2013 gewann er den Publikumspreis des zweiten Fränkischen Krimipreises für den Kurzkrimi “Tom und Tierchen”. Verlegt werden seine Werke bei einem bekannten Verlag im Landkreis Fürth.

der deutsche

Der Deutsche Buchhandlungspreis ist ein Projekt der Staatsministerin für Kultur und Medien der Bundesregierung. Er zeichnet unabhängige, inhabergeführte Buchhandlun-

buchhandlungspreis

gen mit besonderen Konzepten wie einem ausgewählten literarischen Sortiment, einem herausragenden Veranstaltungsprogramm oder neuartigen Geschäftsmodellen aus. Auch Engagement in der Lese- und Literaturförderung wird prämiert. Die Jury setzt sich unter anderem aus Literaturkritikern, Verlegern und Verlagsvertretern zusammen. Der Deutsche Börsenverein und die Kurt-Wolff-Stiftung sind Partner des Projekts.

Preisgekrönt – die EMN

In den letzten drei Jahren gingen auffallend viele Auszeichnungen des Deutschen Buch-

“Hervorragende Buchhandlungen”

handlungspreises an Buchhandlungen in der EMN (siehe Abb. 19), darunter vier Preise

werden mit jeweils 7.000 Euro und

in der Kategorie “Hervorragende Buchhandlungen”. Die meisten davon erhielten Buch-

“Besonders herausragende Buch-

handlungen in Mittelfranken. Aber auch Oberfranken wurde mit Preisen bedacht. Hoch

handlungen” mit je 15.000 Euro prä-

angesehene Literaturpreise tragen Autoren aus Mittel- und Oberfranken vor allem im

miert. Je 25.000 Euro erhalten die

Kinder- und Jugendbuchbereich nach Hause.

drei besten Buchhandlungen unter

den Nominierten.

ABBILDUNG 19

Deutscher Buchhandlungspreis – Gewinner aus der EMN
Erlangen (Mittelfranken)
2015 Ilse Wierny Literarische Buchhandlung
Lkr. Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim (Mittelfranken)
2015 Buchhandlung Dorn, Neustadt a. d. Aisch
Lkr. Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz)
2017 Buchhandlung Volkert, Sulzbach-Rosenberg
Nürnberg (Mittelfranken)
2016, 2017 Buchhandlung Pelzner
2016 Gostenhofer Buchhandlung
Lkr. Nürnberger Land (Mittelfranken)
2017 Buchhandlung Lilliput, Altdorf

(Quelle: www.deutscher-buchhandlungspreis.de/ der-preis/)

Der Buchmarkt zählt hinsichtlich der drei Indikatoren Umsatz, Beschäftigte und Unternehmen zu den kleineren Teilmärkten der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Für den

buchmarkt?

Buchmarkt von besonderer Bedeutung ist, dass der Teilmarkt von den Individualisten beherrscht wird: Selbstständige Schriftsteller nehmen mit einem Anteil von 37 Prozent das größte Segment ein. Darauf folgen der Bucheinzelhandel mit 27 Prozent Anteil am Buchmarkt, selbstständige Übersetzerinnen und Übersetzer mit 20 Prozent sowie die Buchverlage mit 13 Prozent. Das Schlusslicht bilden die Antiquariate mit unter 5 Prozent (siehe Abb. 20).

ABBILDUNG 20

3 %

Antiquariate

37 %

Selbstständige Schriftsteller

27 %

Bucheinzelhandel

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen,

13 %

Büro für Kulturwirtschafts- Buchverlage

20 %

forschung) Selbstständige Übersetzer

In Kern- und Minibereich zusammen gab es im Jahr 2016 im Buchmarkt der EMN mehr als 2.800 Erwerbstätige (siehe Abb. 21). Im Kernbereich wurde ein Umsatz in Höhe von fast 275 Mio. Euro erwirtschaftet. Mehr als 460 Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz beschäftigten über 1.100 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Im Minibereich waren zudem fast 600 Mini-Selbstständige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro und über 600 Mini-Jobber im Buchmarkt tätig.

ABBILDUNG 21

Strukturdaten des Buchmarktes in der EMN 2016

599 608

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitarbeitsplätze auf dem Buchmarkt sind seit 2009 stark rückläufig. Im Zeitraum bis 2016 ging die Zahl um rund ein Viertel zurück. Im Bundesdurchschnitt ist ein Rückgang von knapp 10 Prozent zu beobachten. Die Zahl der Selbstständigen hingegen wuchs. Sie entwickelte sich in der EMN sowie im Bundesgebiet seit 2009 bis zum Jahr 2016 sowohl in der EMN als auch im Bundesdurchschnitt gering, doch kontinuierlich (siehe Abb. 22).

ABBILDUNG 22

Entwicklung des Buchmarktes in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

70 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Buchmarktes im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Selbstständige Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016 sv-Beschäftigte

fazit: Der Buchmarkt in der Europäischen Metropolregion Nürnberg verfügt über viel Potenzial. Vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur ist die Region sehr gut aufge-

entdeckungsreisen

stellt. Durch die verschiedenartigen Verlage sowie ausgezeichnete unabhängige Buchauf bedruckten seiten handlungen ist eine große thematische Bandbreite gewährleistet.

Die EMN ist …

… einer der Top-Standorte im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. … mehrfache Preisträgerin des Deutschen Buchhandlungspreises.

… Verlagsstandort mit beeindruckender thematischer Bandbreite sowie weiter

geografischer Verteilung und gleichwertiger Qualität des Angebots in Städten

und Landkreisen. … Wohnort bedeutender Autoren und Autorinnen mit bundesweiter Bedeutung.

Die EMN – ein belesener Standort.

Abbildung 20

kunst

markt

was umfasst der

Zum Kunstmarkt gehören die selbstständigen Bildenden Künstler sowie ein spezieller Wirtschaftszweig: der Antiquitätenhandel. Dieser bildet einen besonderen Schwer-

kunstmarkt?

punkt in der Region. Außerdem zählt der Kunsteinzelhandel zum Kunstmarkt. Er umfasst Galerien sowie den sekundären Kunsthandel durch den An- und Verkauf von Werken durch Kunsthändlerinnen und Kunsthändler. Auch die Museumsshops sind Teil des Kunstmarktes. In diesem Wirtschaftszweig werden die kommerziellen Kunstausstellungen mit erfasst.

akademisch und

Der Kunstmarkt in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) hat mit Albrecht Dürer als einem der bekanntesten Künstler der EMN eine lange Tradition – hier zwei

avantgardistisch

Beispiele:

Kreativlabor mit Tradition

Die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg ist die älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum. Sie wurde 1662 von Jacob von Sandrart gegründet mit Schwerpunkten in der freien und angewandten Kunst. Heute versteht sich die Akademie nach eigenen Angaben als “Kreativlabor mit offenem Forschungsauftrag”. Angebotene Studiengänge sind unter anderem Grafik-Design und Visuelle Kommunikation, Freie Kunst sowie Kunstpädagogik.

Modelliermasse-Patent

Das Atelier Farnsworth in Hohenstadt im Landkreis Nürnberger Land wurde 2013 mit

Jacob von Sandrart (1630 - 1708)

der Auszeichnung “Kultur- und Kreativpilotin” für die Entwicklung der Modelliermasse

schuf über 400 Kupferstiche. Viele

NonaD, die der Kunstwelt neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, bedacht. Die Masse

davon zeigen bekannte Nürnberger

ist für den Außenbereich gedacht und dient der Gestaltung von Kunstobjekten und der damaligen Zeit. Skulpturen. Die Patentanmeldung erfolgte im Jahr 2012.

2011 Wolfgang Herzer – Kulturpreis Bayern

  1. jahrhundert Der Kunstlehrer und Künstler erhielt 2011 die Auszeichnung in der Kategorie “Bildende Kunst” für sein Engagement zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in der Oberpfalz sowie

(auswahl)

10.000 Euro.

2013 Aldona Kut – Soroptimist International der Metropolregion Nürnberg

Die Künstlerin erhielt den Kunstpreis für Künstlerinnen, der in diesem Jahr erstmals in der EMN vergeben wurde. Den “SI” bekam sie – so die Begründung – für ihre Verbindung von “Malerei, Bühnenbild, Modedesign, Architektur und performativen Elementen zu einer eigenen künstlerischen Sprache” zuerkannt.

2016 Miho Kasama – Bayerischer Kunstförderpreis

In der Sparte “Bildende Kunst” wurde die Künstlerin mit der Auszeichnung prämiert. Sie beeindruckte die Jury mit Installationen und 3D-Animationen sowie mit zweidimensionalen Landschaftsfotografien.

2017 Kathrin Hausel – Soroptimist International der Metropolregion

Nürnberg

Die Malerin und Illustratorin bekam als zweite Künstlerin in der EMN den Preis für ihr Werk. Prämiert wurden ihre Gemälde.

2017 Christoph Weißhaar – Bayerischer Kunstförderpreis

Der Spezialpreis “Schmuck und Gerät” ging an den Nürnberger Künstler für seinen laut Jury “relevanten zeitgenössischen Beitrag in der aktuellen Diskussion zwischen Handwerk und Technik”.

2018 Andreas Oehlert – Otto-Grau-Kulturpreis

Mit der Auszeichnung würdigte die Jury Oehlert als kreativen Künstler, der sich ständig weiter entwickelt und mit neuen Sichtweisen überrascht. Zu den Arbeiten des Künstlers zählen unter anderem Installationen, Skulpturen und Bühnenbilder.

der bayerische

Mit dem Bayerischen Kunstförderpreis werden vom Freistaat seit 1965 jährlich Künstler bis zum Alter von 40 Jahren unter anderem in den Sparten “Bildende Kunst” und “Dar-

kunstförderpreis

stellende Kunst” ausgezeichnet. Einrichtungen wie Akademien, Staatsgemäldesammlungen oder der Gutachterausschuss des Staatsministeriums müssen die Bewerber vorschlagen. Teilnehmer können keine eigene Bewerbung einreichen. Der Staatsminister für Wissenschaft und Kunst trifft die letzte Entscheidung auf Grundlage der Empfehlungen des Ausschusses. Eine Fachjury wählt schließlich die Gewinner aus. 6.000 Euro erhält jeder der Gewinner des Kunstförderpreises. Prämiert werden Künstler mit besonderer Begabung und außerordentlichen Leistungen.

Preisgekrönt – die EMN

Viele Preise gehen an Künstler und Künstlerinnen aus Nürnberg (siehe Abb. 23). In den vergangenen zwei Jahren wurden gleich drei Künstler mit dem Bayerischen Kunstförderpreis bedacht. Auch der Kulturpreis Bayern ging an einen Künstler in der EMN. Einige der Preisträger sind mit weiteren Preisen mehrfach ausgezeichnet.

ABBILDUNG 23

Bayerischer Kunstförderpreis – Gewinner aus der EMN
Lkr. Nürnberg (Mittelfranken)
2016 Miho Kasama Sparte Bildende Kunst
2017 Christoph Weißhaar Sparte Bildende Kunst
2017 Michael Seidner Sparte Bildende Kunst

(Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, www.stmwk.bayern.de)

Der Kunstmarkt zählt hinsichtlich der drei Indikatoren Umsatz, Beschäftigte und Unternehmen zu den kleinen Teilmärkten der Kultur- und Kreativwirtschaft in der EMN. Be-

kunstmarkt?

merkenswert sind jedoch die hohe Galeriedichte in Nürnberg sowie der hohe Anteil des Antiquitätenhandels am Teilmarkt. Etwas mehr als 20 Prozent nehmen die Antiquariate ein (siehe Abb. 24). So finden sich beispielsweise in Bamberg überdurchschnittlich viele Kunst- und Antiquitätenhändler. Die größte Gruppe am Markt stellen die selbstständigen bildenden Künstler dar. Der Kunsteinzelhandel steht an dritter Stelle. Den Schluss bilden die Museumsshops mit 5 Prozent.

ABBILDUNG 24

21 %

Antiquitätenhandel

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im

5 % 60 %

Museumsshops Selbstständige Bildende Künstler

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, 14 %

Kunsthandel

Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

In Kern- und Minibereich insgesamt gab es im Jahr 2016 im Kunstmarkt der EMN rund 1.800 Erwerbstätige (siehe Abb. 25). Im Kernbereich wurde ein Umsatz in Höhe von knapp 85 Mio. Euro erwirtschaftet. Rund 400 Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz beschäftigten etwas mehr als 650 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Im Minibereich waren zudem fast 400 Mini-Selbstständige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro und fast 300 Mini-Jobber im Kunstmarkt tätig.

ABBILDUNG 25

Strukturdaten des Kunstmarktes in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit entwickeln sich im Kunstmarkt seit 2009 insgesamt nur leicht positiv. Während die Beschäftigung im Kernbereich nach einem Rückgang bis 2011 seitdem bis zum Jahr 2016 wieder stärker wächst, sinkt die Zahl der Selbstständigen im Zeitverlauf kontinuierlich. Im Bundesdurchschnitt geht die Beschäftigungszahl im Gesamtzeitraum insgesamt leicht zurück. Die Zahl der Selbstständigen entwickelte sich in diesem Zeitverlauf im Bundesgebiet ebenso insgesamt rückläufig (siehe Abb. 26).

ABBILDUNG 26

Entwicklung des Kunstmarktes in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Kunstmarktes im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

fazit: Der Kunstmarkt in der EMN bietet großes Wachstumspotenzial und kann bereits einige Erfolge verzeichnen. Vor allem in den Städten ist der Kunstmarkt hervorragend vertreten.

die region gibt

Die EMN ist …

künstlerische impulse

… eines der führenden Antiquitätenhandelszentren in Deutschland. … ein Gebiet mit hervorragenden Ausbildungsstätten der bildenden Kunst.

… ein wichtiger Standort für Pinsel- und Bürstenhersteller und der deutschland-

weit einzigen Berufsschule für dieses kreative Handwerk im Landkreis Ansbach. … eine wichtige Bildungsregion für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk.

… mit einer großen Galerieszene in Nürnberg sowie einer Vielzahl an Künstler-

ateliers in Fürth ausgestattet. … preisgekrönt.

Die EMN – ein modellhafter Standort.

Abbildung 21

film

wirtschaft

was umfasst die

Ein Segment der Filmwirtschaft bilden die selbstständigen Bühnenkünstler. Zu ihnen zählen unter anderem Filmschauspieler, Rundfunkkünstler sowie sonstige darstellende

filmwirtschaft?

Künstler wie die der Kleinkunst. Die Film-, TV- und Videofilmherstellung, die Filmverleihund Videoprogrammanbieter sowie die Kinos fallen in die Sparte der produzierenden und verbreitenden Unternehmen dieses Teilmarktes.

filmische

Die Filmwirtschaft in der EMN ist – verglichen mit Hollywood-Verhältnissen – eher jung, bietet aber mit einigen großen Playern enormes Zukunftspotenzial. Hier drei Beispiele:

errungenschaften

Film ab in Fürth

der region

In Fürth besteht seit 1984 die – nach eigenen Angaben – führende Full-Service-Filmproduktion in der Städteachse Nürnberg, Fürth, Erlangen. Die GmbH produziert unter anderem Werbespots, 3D-Animationen und Dokumentarfilme. Für renommierte Unternehmen wie den Tessloff Verlag und den Betrieb Faber-Castell stellte die Firma ebenfalls Filme her.

Home of Films

Die internationalen Hofer Filmtage locken seit 1967 jährlich zahllose Cineasten nach Oberfranken. Rund 130 Filme – ausschließlich deutsche Erstaufführungen bzw. Weltpremieren – bieten ihren Betrachtern ein breites Spektrum an Genres, die sich dem Popcorn-Kino entziehen. Inzwischen werden im Zuge der Hofer Filmtage auch sechs renommierte Preise verliehen.

Eine Linse geht nach Hollywood

Ein umsatzstarkes Unternehmen aus Weiden wurde 1993 gegründet, stellt Kamera-

Beim SommerNacht Filmfestival

linsen her und verleiht Filmequipment – auch für große Produktionen. Die so genannten

in Nürnberg werden unter freiem

“Hawk”-Linsen wurden speziell für cineastische Shootings entwickelt. Mittlerweile

Himmel und vor außergewöhnli-

arbeiten zwölf Ingenieure an der Weiter- und Neuentwicklung von Linsen, Linsenmecha-

chen Kulissen die besten Kinotitel

niken, elektronischen Geräten und Videosoftware. Die Firma besitzt Filialen in Berlin, aus diversen Genres gezeigt. Prag, Paris und Brüssel. Zu den Referenzen des Unternehmens zählen Filme wie “Star Wars – Rogue One”, “Transformers: The Last Knight” sowie die Serie “Narcos”.

Groß, größer, Multiplex-Kino

Im Jahr 1995 öffnete das erste Multiplex-Kino der Region seine Pforten. Mit über 4.600

“Vorsicht, Gold!” Der Kinderfilm

Plätzen und 23 Leinwänden gilt es als eines der größten Kinozentren Europas. Sechs

“Räuber Hotzenplotz” von 1974

Jahre nach der Eröffnung kam das Cinemagnum 3D-Kino hinzu: Dort werden Kinofilme

nach dem Bestseller von O. Preuß-

in 3D auf einer 600 qm großen Leinwand gezeigt. Die neueste “Errungenschaft” des

ler wurde in der mittelfränkischen

Kinos: vier Deluxe-Säle mit elektrisch verstellbaren Sitzen und besonderem Komfort.

Gemeinde Wolframs-Eschenbach

gedreht sowie in Merkendorf und

Muhr am See.

Die Filmwirtschaft zählt hinsichtlich der drei Indikatoren Umsatz, Beschäftigte und Unternehmen zu den kleinen Teilmärkten der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Über die

filmwirtschaft?

Hälfte aller Selbstständigen und Unternehmen in der Filmwirtschaft sind Bühnenkünstler. An zweiter Stelle folgen die Wirtschaftszweige Filmproduktion und Kinos mit insgesamt fast 40 Prozent. Videotheken nehmen immerhin noch ein Segment von 5 Prozent an der Filmwirtschaft ein. Der Einzelhandel mit Tonträgern und anderen technischen Medien liegt mit einem Prozent weniger fast gleich auf (siehe Abb. 27).

ABBILDUNG 27

5 %

Videotheken

4 %

Einzelhandel mit Tonträgern u. ä.

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im 54 %

Selbstständige Bühnenkünstler

Teilmarkt (Kernbereich)

37 %

Filmproduktion, Kinos

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Insgesamt gab es im Jahr 2016 im Kern- und Minibereich der Filmwirtschaft der EMN rund 2.800 Erwerbstätige (siehe Abb. 28). Im Kernbereich wurde ein Umsatz in Höhe von fast 110 Mio. Euro erwirtschaftet. Etwas mehr als 370 Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz beschäftigten rund 770 sozialversicherungspflichtig Tätige. Im Minibereich waren zudem rund 450 Mini-Selbstständige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro und mehr als 1.200 Mini-Jobber in der Filmwirtschaft tätig.

ABBILDUNG 28

Strukturdaten der Filmwirtschaft in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitarbeitsplätze in der Filmwirtschaft sind seit 2009 – abgesehen von einem Einbruch im Jahr 2013 – weiter angewachsen. Im Gesamtzeitraum bis 2016 wurde ein Anstieg von 7 Prozent erzielt. Im Bundesdurchschnitt hat sich der Wert, nach einer ebenfalls dynamischeren Episode um das Jahr 2013, von 2009 bis 2016 insgesamt kaum verändert. Die Zahl der Selbstständigen in der EMN wächst in diesem Zeitraum mit insgesamt 10 Prozent noch etwas stärker als die Beschäftigung. Seit 2009 entwickelt sich die Zahl der Selbstständigen bis zum Jahr 2016 auch im Bundesgebiet positiv, jedoch etwas schwächer (siehe Abb. 29).

ABBILDUNG 29

Entwicklung der Filmwirtschaft in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Filmwirtschaft im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

fazit: Die Filmwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg verfügt über viel Potenzial. Vor allem im Kino- und im Festivalbereich ist die Region gut aufgestellt.

die emn ist gut

Die EMN ist …

ausgeleuchtet

… Veranstalterin internationaler Filmfestivals mit überregionaler Reichweite. … beliebt bei Filmproduktionen als Filmkulisse. … ausgestattet mit dem größten Kinokomplex Deutschlands. … Kino-affin: Sowohl in den Städten als auch in ländlicheren Regionen der EMN ist

ein Lichtspielhaus nicht weit – die Nürnberger Kinos sind im deutschlandweiten

Vergleich sogar besonders gut besucht. … durchsetzt mit einer weit verzweigten Infrastruktur an vielfältigen Programmkinos.

Die EMN – ein filmreifer Standort.

Abbildung 22

rundfunk

wirtschaft

was umfasst die

Zur Rundfunkwirtschaft gehören die selbstständigen Journalisten und Pressefotografen. Sie erstellen Beiträge für Radio und Fernsehen. Die Rundfunkveranstalter stel-

rundfunkwirtschaft?

len Rundfunksendungen her und verbreiten diese Medienprodukte. Sie zählen in der Regel zu den Großunternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Bisher ist die Region kein besonders prägender Standort für private Rundfunkunternehmen, bietet aber Potenzial.

viel einsatz für

Obwohl die Rundfunkwirtschaft der kleinste Teilmarkt in der EMN ist, waren schon früher technologische Entwicklungen aus der Region maßgeblich für den Erfolg der nationalen

guten empfang

und internationalen Unterhaltungswirtschaft. Und auch heute noch genießt der Rundfunk in der EMN eine besondere Präsenz.

Der Heinzelmann – das gewiefte Radio

Der in den 1940er Jahren entwickelte “Heinzelmann”-Radiobausatz wurde von Max Grundig in Auftrag gegeben und von Hans Eckstein für das Unternehmen entwickelt. Mit dem Radio zum Selbstzusammenbauen unterwanderte der findige Unternehmer nach Ende des Zweiten Weltkrieges das von den Alliierten verhängte Verbot des Verkaufs von Rundfunkgeräten in Deutschland. Der Heinzelmann wurde damit ein großer Erfolg und sorgte für den Durchbruch der Firma auf dem Elektronikmarkt.

Unterhaltungselektronik mit Sendungsbewusstsein

Neben Grundig stehen auch die Namen Loewe und Metz für wegweisende Unterhaltungselektronik. Das Dreigestirn aus Franken prägte die Branche nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Viele markante Entwicklungen stammen von diesen Firmen, die in ihrer Blütezeit tausende Mitarbeiter in der Region beschäftigten.

Ein großes Haus mit großer Reichweite

Das Funkhaus Nürnberg zählt mit vier eigenständigen Radiosendern, darunter Radio

Den Weg von selbst gebauten

Gong und Radio N1, zu den größten Funkhäusern in Bayern.

Detektorradios zum Radio als

Massen medium stellt das Rund- Informiert, was daheim passiert

funkmuseum in Fürth anschaulich

Die regionalen Fernsehveranstalter TVF Media in Franken (Franken Fernsehen) aus

dar. Auf über 750 m2 können die

Nürnberg, TV Oberfranken aus Hof und Oberpfalz TV Nord aus Amberg decken die

Besucher die Entwicklung des

Lokalthemen in den Regionen Mittel- und Oberfranken sowie Oberpfalz ab.

Radios von seinen Anfängen bis

heute erleben.

Die Rundfunkwirtschaft ist hinsichtlich der drei Indikatoren Umsatz, Beschäftigte und Unternehmen der kleinste Teilmarkt der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Der Teil-

rundfunkwirtschaft?

markt erreicht ein wirtschaftliches Volumen von rund 45 Mio. Euro. Damit liegt die Rundfunkwirtschaft der EMN hinter dem Kunstmarkt. Von besonderer Bedeutung für die Rundfunkwirtschaft sind die selbstständigen Journalisten. Mit 95 Prozent Marktanteil bilden sie mit Abstand den größten Teilbereich aller Selbstständigen und Unternehmen. Die verbleibenden 5 Prozent entfallen auf die Rundfunkveranstalter (siehe Abb. 30).

ABBILDUNG 30

5 %

Rundfunkveranstalter

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im 95 %

Selbstständige Journalisten

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschafts forschung)

Im Jahr 2016 gab es in der Rundfunkwirtschaft der EMN im Kern- und Minibereich insgesamt mehr als 1.400 Erwerbstätige. Allein im Kernbereich wurde ein Umsatz in Höhe von fast 45 Mio. Euro erwirtschaftet. Rund 340 Selbstständige und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz beschäftigten rund 580 sozialversicherungspflichtig Tätige. Im Minibereich waren zudem etwas mehr als 380 Mini-Selbstständige mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro und über 100 Mini-Jobber in der Rundfunkwirtschaft tätig (siehe Abb. 31).

ABBILDUNG 31

Strukturdaten der Rundfunkwirtschaft in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitarbeitsplätze in der Rundfunkwirtschaft sind seit 2009 in der EMN leicht aber kontinuierlich zurückgegangen, während im Bundesgebiet ein relativ starker Anstieg zu verzeichnen ist. Im Zeitraum bis 2016 wurde im Bundesgebiet ein Anstieg von über 15 Prozent erzielt; die Zahlen in der EMN sanken um rund 6 Prozent. Die Anzahl der Selbstständigen entwickelte sich in der EMN in diesem Zeitraum trotz leicht sinkender Zahlen von 2011 bis 2016 dagegen besser als im Bundesgebiet. Nach einem vorläufigen Höchstwert im Jahr 2011 ist sie vorerst wieder abgesunken. Im Jahr 2016 arbeiten dennoch 7 Prozent mehr Selbstständige in der EMN Rundfunkwirtschaft als noch sieben Jahre zuvor. Die Zahl der Selbstständigen im Bundesgebiet dagegen blieb in diesem Zeitraum konstant (siehe Abb. 32).

ABBILDUNG 32

Entwicklung der Rundfunkwirtschaft in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Rundfunkwirtschaft im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

fazit: Die Rundfunkwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist, vor allem für lokale Sender, ein guter Standort und bietet viel Wachstumspotenzial – auch für neue

hier stimmt die

Rundfunkkonzepte und -ideen.

wellenlänge

Die EMN besitzt …

… Vielfalt: mit kleineren Lokalradiosendern in der ganzen Region. … Zukunft: mit Campusradios an jeder Hochschule der Region. … Reichweite: mit einem der größten Funkhäuser Bayerns in Nürnberg.

Die EMN – ein Standort mit vielen Frequenzen.

Abbildung 23

markt für

künste

darstellende

was umfasst der markt

Der Begriff Markt für Darstellende Künste beinhaltet privatwirtschaftlich organisierte Betriebe und Unternehmen sowie Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler

für darstellende künste?

dieses vielfältigen Teilmarktes. Erfasst werden neben den Produktionen und Darbietungen privater Theater auch Kleinkunst, Musical, Tanz, Zirkus, Puppentheater, Festivals und viele weitere. Außerdem gehören Theateragenturen und Theaterveranstalter sowie bühnentechnische Betriebe dazu. Selbstständige Bühnenkünstler werden zusammen mit den selbstständigen Artisten erfasst. Zudem werden in diesem Bereich abweichend von der Definition der Wirtschaftsministerkonferenz sozialversicherungspflichtige und geringfügig Beschäftigte des öffentlichen Theaterbetriebes berücksichtigt.

glanzlichter der

Die EMN verfügt über zahlreiche herausragende Angebote im Bereich der Darstellenden Künste. Neben einer breit gefächerten Kinder- und Jugendtheaterszene beeindrucken

darstellenden künste

vor allem die reichhaltige Kleinkunst und die international renommierte Tanzkultur.

Willkommen, Bienvenue, Welcome

Eine überregional bekannte Kabarett-Bühne in Fürth lockt landesweit und international renommierte Namen der Comedy- und Kabarett-Szene in die EMN. Neben den Bühnenkünstlern Volker Heißmann und Martin Rassau ist die Region Heimat und Lebensmittelpunkt weiterer Kleinkunstgrößen, wie zum Beispiel dem Nürnberger Matthias Egersdörfer, Mäc Härder aus Bamberg oder der Fürtherin Lizzy Aumeier.

Aufforderung zum Tanz

Das laut Bayerischem Wirtschaftsministerium größte Samba-Festival außerhalb Brasi-

Es ist schon erstaunlich, dass eine

liens zieht jährlich mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher in die EMN:

Stadt mit 41.000 Einwohnern am

zum Internationalen Samba-Festival Coburg.

kommenden Wochenende min-

destens 150.000 Gäste aufnimmt. Viele Bühnen für den Nachwuchs

Norbert Tessmer, Oberbürgermeister von Eine besondere Bedeutung hat die EMN für das Kinder- und Jugendtheater. Von den Coburg (Quelle: insuedthueringen.de, 13.7.2018) fünfzehn in dieser Kategorie gelisteten Theatern befindet sich knapp die Hälfte in der Metropol region, fünf davon in Nürnberg. Zwei dieser Bühnen sind mit dem Staatstheater Nürnberg in einer bundesweit einzigartigen und von der Politik unterstützten Kooperation verbunden. Zahlreiche Nürnberger Produktionen sind preisgekrönt und auf internationalen Festivals zu Gast. Im Gegenzug besitzt die EMN mit dem Nürnberger Festival Panoptikum und einem speziellen Kinder- und Jugendprogramm des Internationalen Figuren theater- Festivals zwei regelmäßige Anziehungspunkte.

wo steht der markt für

Der Markt für Darstellende Künste gehört zu den mittelgroßen Teilmärkten der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Sowohl die Anzahl der Unternehmen und der Beschäftigten

darstellende künste?

als auch der erfasste Umsatz betragen 5 Prozent der jeweiligen Gesamtwerte. Während dieser Anteil in Bezug auf die Anzahl der Unternehmen den siebthöchsten Wert darstellt, erzielt die Anzahl der Beschäftigten den fünften, der generierte Umsatz gar den vierten Rang aller Teilmärkte. Auffällig innerhalb dieses Teilmarktes ist der besonders hohe Anteil an selbstständigen Bühnenkünstlerinnen und Bühnenkünstlern (siehe Abb. 33). Diese machen 43 Prozent der Selbstständigen und Unternehmen aus. Auf Kulturbetriebe – die zweitstärkste Sparte des Marktes für Darstellende Künste – entfallen 19 Prozent, darauf folgen Kulturunterricht mit 17 Prozent und Dienstleistung mit 16 Prozent. Selbstständige Artisten nehmen 4 Prozent des Teilmarktes ein, Theaterensembles 1 Prozent.

ABBILDUNG 33

17 %

Kulturunterricht

43 %

Selbstständige Bühnenkünstler

Anteil der Selbstständigen

16 % und Unternehmen im

Dienstleistungen

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, 4 %

Selbstständige Artisten

Büro für Kulturwirtschafts- 19 %

Kulturbetriebe 1 %

forschung) Theaterensembles

Im Jahr 2016 waren im Markt für darstellende Künste in der EMN über 4.000 Erwerbstätige im Kern- und Mini-Bereich tätig. (siehe Abb. 34). 469 Selbstständige und Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 17.500 Euro erwirtschafteten einen Jahresumsatz von 194,6 Mio. Euro. Im Minibereich – also mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro – waren 593 Selbstständige und Unternehmen aktiv. Der gesamte Markt bot knapp 2.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und etwas mehr als 1.000 Mini-Jobbern eine Tätigkeit.

ABBILDUNG 34

Strukturdaten des Marktes f. darst. Künste in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 17.500 Euro ist im Zeitraum zwischen 2009 und 2016 um über 40 Prozent gestiegen (siehe Abb. 35). Das ist insofern beachtlich, als deren Bestand im Bundesdurchschnitt über denselben Zeitraum lediglich um etwa 27 Prozent angestiegen ist. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist jedoch nur um wenig mehr als 10 Prozent angestiegen. Seit 2013 findet hier kaum noch ein Wachstum statt. Im Vergleich dazu nahm die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Markt für Darstellende Künste bundes weit seit 2009 um über 30 Prozent zu.

ABBILDUNG 35

Entwicklung des Marktes f. darst. Künste in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Marktes f. darst. Künste im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

fazit: Die Europäische Metropolregion Nürnberg besitzt ein breitflächiges Angebot an Darstellenden Künsten. Theaterschwerpunkte liegen in den Städten, es gibt jedoch bedeutende

ein repräsentables

Freilichtbühnen in den Landkreisen (Freilandtheater Bad Windsheim, Landestheater angebot Dinkelsbühl, Kreuzgangfestspiele Feuchtwangen, Luisenburgfestspiele (Wunsiedel).

Die EMN ist …

… Zuhause und Arbeitsort für zahlreiche mitunter international bekannte Kabarettgrößen. … Hochburg für Kinder- und Jugendtheater.

… wegweisend in der politisch unterstützten Kooperation zwischen Staatsbühne

und Kindertheatern.

… Heimat spannender und beliebter Festivals, wie z. B. dem internationalen

Figurentheater-Festival im Städteviereck Erlangen-Nürnberg-Fürth-Schwabach.

Die EMN – ein attraktiver Standort für Darstellende Künste.

Abbildung 24

design

wirtschaft

was umfasst die

Nach der klassischen Definition zählen zur Designwirtschaft Designateliers mit Industrie-, Produkt-, Mode- und Grafikdesign sowie Werbegestaltung. Weitere Wirtschaftszweige

designwirtschaft?

mit relevanten Designaktivitäten sind Innenarchitektur, Fotografie und Schmuckherstellung. Darüber hinaus werden ebenso handwerkliche oder industriebezogene Aktivitäten einbezogen, die jedoch statistisch nicht eigenständig erfasst werden können. So wird unter dem Begriff “Fotograf” nur ein Teil – wenngleich ein erheblicher – der Fotodesigner erfasst. Denn der Übergang zum fotografischen Handwerk ist fließend.

besonderheiten der

In der Europäischen Metropolregion Nürnberg haben zahlreiche Unternehmen der Designwirtschaft ihren Sitz. Einige Sparten sind in bemerkenswerter Ausprägung vertreten.

metropolregion

Alles, was dazugehört

Für den Künstler- und Kreativbedarf kann die EMN als Zentrum bezeichnet werden. Gleich drei absolute Riesen der Stifte- und Kreativbedarfhersteller haben ihren Sitz in der EMN – mit Umsätzen in dreistelliger Millionenhöhe. Eines dieser Unternehmen ist der laut eigenen Angaben europaweit größte Hersteller für holzgefasste Stifte, Folien stifte, Feinminen, Radierer und Modelliermassen.

Scherben bringen Glück

Die einst angeschlagene Porzellanindustrie in Oberfranken hat sich nach ihrem Zusammenbruch komplett neu erfunden und sich auf 2D- und 3D-Design für die Automobilindustrie verlagert.

Was Spaß macht, macht auch Design

Auch Firmen, die nicht direkt zur Designwirtschaft gehören, beschäftigen eine erhebliche Anzahl von Designerinnen und Designern. Beispiele dafür sind die Sport artikelerzeuger in Herzogenaurach oder die großen Spielwarenhersteller in Fürth und dem dazugehörigen Landkreis. Über das Produktdesign hinaus beschäftigen und beauftragen diese Unternehmen zahlreiche Fotografen der Region.

regionale

Zudem ist die Ausbildungssituation in der Metropolregion hervorragend: Unterschiedliche Fach- und Hochschulen bieten zahlreiche Fachbereiche innerhalb des Designs an.

ausbildungsstruktur

Auch die Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsstätten, Kommunen und Wirtschaft ist oft bemerkenswert.

hochschulen

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg besuchen mehr als 5.000 Studierende in unterschiedlichen Bereichen. Für die Designwirtschaft relevante Studien gänge sind vor allem Bauingenieurwesen / Gebäudedesign und Integriertes Produkt design. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof mit Campus Hof & Campus Münchberg bietet Studiengänge wie zum Beispiel Mediendesign oder Textildesign. Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm gehört mit knapp 13.500 Studierenden zu den großen Hochschulen Deutschlands. Zu den Ausbildungsangeboten gehört unter anderem der Studiengang Design.

Kunsthochschulen

Die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg wurde im Jahr 1662 als erste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gegründet. Zu den Studiengängen gehören unter anderem Grafik-Design / Visuelle Kommunikation. Die Akademie Faber-Castell, Stein, zählt u. a. Grafikdesign, Bildende Kunst, literarisches Schreiben und Kulturjournalismus zu seinen Studiengängen und Bildungsangeboten.

Fachschulen

Die Europäische Metropolregion Nürnberg beheimatet … … die Städt. Fachschule für Bekleidungstechnik Nürnberg … die Städt. Fachschule für Druck- und Medientechnik Nürnberg … die Staatliche Fachschule für Steintechnik und Gestaltung Wunsiedel im Fichtel gebirge … die Städt. Fachschule für Produktdesign Selb … die Keramik- und Porzellanfachschule in Selb, die über die Hälfte aller Absolventen weltweit ausbildet … die Staatl. Fachschule (Technikerschule) für Textiltechnik Münchberg

Berufsfachschulen

Im Bereich Textilien sind die Berufsfachschule für Bekleidung Nürnberg sowie die Berufsfachschulen für bekleidungstechnische Assistenten Nürnberg und Naila zu nennen. Relevant für Design sind die Städt. Berufsfachschule für Farb- und Raumgestaltung Nürnberg sowie die Staatl. Berufsfachschule für Produktdesign Selb.

Berufsschulen

Ausbildungsklassen an Berufsschulen in der EMN gibt es für folgende Designberufe: … Fotografen in Bayreuth, Nürnberg … Gestalter für visuelles Marketing in Nürnberg … Mediengestalter Bild und Ton in Fürth … Mediengestalter Digital und Print – Fachrichtungen Beratung und Planung /

Kreativität ist einer der wesentli-

Gestaltung und Technik / Konzeption und Visualisierung in Bamberg, Nürnberg

chen Faktoren für die Innovations-

… Polster- und Dekorationsnäher in Forchheim – bayernweit als einzige

fähigkeit des Standorts. Wo es kre-

ative Köpfe gibt, werden Kreative … Polsterer in Coburg

angezogen. … Produktveredler Textil in Münchberg – bayernweit als einzige Wolfgang Dersch, Leiter des Referats für Kultur, Sport und Schulen, Amberg … Raumausstatter in Forchheim (Quelle: mittelbayerische.de, 17.1.2018) … Textil- und Modenäher in Münchberg

design-preise und

Bayerischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner

nominierungen an Seit 1987 vergibt das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie alle zwei Jahre den Bayerischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner.

die emn (auswahl)

Dadurch unterstreicht es die wirtschaftliche Bedeutung von qualifizierter Ausbildung, gutem Design und guter handwerklicher Gestaltung. Neben den mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Preisen können zudem Anerkennungspreise vergeben werden.

Preisgekrönt – die EMN

In den vergangenen zehn Jahren hat die Metropolregion zahlreiche Gewinner und Träger von Anerkennungen des Bayerischen Staatspreises für Nachwuchsdesigner hervorgebracht (siehe Abb. 36). Vor allem Absolventen der Hochschule Hof sind regelmäßig unter den Preisgekrönten zu finden. Jedoch gehen auch zahlreiche bedeutende überregionale Auszeichnungen regelmäßig an Empfänger aus der Metropolregion.

ABBILDUNG 36

Bayerischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner – Gewinner aus der EMN
Absolventinnen der Hochschule Hof (Oberfranken)
2010 Carmen Brecheis Preis für Textildesign
2012 Caroline Seelinger Anerkennung im Bereich Textildesign
2014 Anja Meyer Anerkennung im Bereich Textildesign
2016 Beatrice Striker Anerkennung im Bereich Textildesign
Absolventen der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg (Mittelfranken)
2014 Christoph Weisshaar Anerkennung im Bereich Gestaltendes Handwerk
2016 Ann-Kathrin Hartel Anerkennung im Bereich Gestaltendes Handwerk

(Quelle: www.staatspreis.de)

Weitere Design-Preisträger und Nominierte aus der EMN
Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken)
2016 Anja Meyer, Textildesignerin nominiert für German Design Award Newcomer
Lkr. Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken)
2013, 2014, 2018 Flad & Flad Kommunikationsagentur Annual Multimedia Award in Silber
2017 MiaCara German Design Award
Bayreuth (Oberfranken)
2015 bag to life nominiert für German Design Award
2017 bag to life German Brand Award
Nürnberg (Mittelfranken)
2009 Alessandra Pizzini, Schmuckdesignerin GEDOK FormART Preis “Klaus Oschmann Preis” für Angewandte Kunst
2009, 2011 Phocus Brand Contact European Best Event Award
2011 triplus 426 Kugelschreiber von STAEDTLER Mars Reddot Design Award
2012 Phocus Brand Contact Reddot Design Award
2014, 2015 Phocus Brand Contact FAMAB Award
Lkr. Lichtenfels (Oberfranken)
2011, 2017 Joachim Hildebrand, Fotograf Europäischer Architekturfotografie-Preis
Lkr. Amberg Sulzbach (Oberpfalz)
2013 Daniela Bauer, Textil- und Hutdesignerin Bundeskunstpreis GEDOK “Klaus Oschmann Preis”

Mit dem BayernDesign Preis

“Seitensprünge – Erfinder- und

Designpreis des oberfränkischen

Handwerks” hat Oberfranken das

Potenzial des kreativen Hand-

werks im Design erkannt und wür-

digt seit 2003 jährlich Unterneh-

men und Produkte aus der Region. (Quelle: Seitensprünge. Erfolgreiche Gestaltung im Handwerk. Objekte, Produkte, ganzheitliche Marketingideen, Innovationen. Erfinderpreis und Designpreis des oberfränkischen Handwerks. 2016. Handwerkskammer für Oberfranken, Bayerndesign.)

Hinsichtlich der Merkmale Umsatz, Unternehmen und Beschäftigte zählt die Designwirtschaft zu den großen Teilmärkten der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen

designwirtschaft?

Metropolregion Nürnberg. Sie macht allein 20 Prozent der kultur- und kreativwirtschaftlichen Unternehmen der EMN aus. 9 Prozent waren im Kern- und Mini-Bereich in der Designwirtschaft tätig, die 11 Prozent des Umsatzes aufweist. Den größten Teil der Selbstständigen und Unternehmen im Designmarkt der EMN nehmen mit 35 Prozent die Designateliers ein, gefolgt von der Werbegestaltung mit 28 Prozent sowie den selbstständigen Fotografinnen und Fotografen mit 21 Prozent. Auf die Sparte Innenarchitektur fallen 9 Prozent und weitere 7 Prozent auf die Schmuckherstellung (siehe Abb. 37).

ABBILDUNG 37

21 %

Selbstständige Fotografen

35 %

Designateliers

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im

7 %

Schmuckherstellung

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für 9 %

Innenarchitektur

Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschafts-

28 %

forschung) Werbegestaltung

Insgesamt gibt es in der Designwirtschaft der EMN 9.943 Erwerbstätige (siehe Abb. 38). Diese gliedern sich in 2.025 Selbstständige und Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 17.500 Euro, 1.723 Mini-Selbstständige mit einem geringeren Jahresumsatz, 3.446 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 2.749 Mini-Jobber. Im Kernbereich wird für das Jahr 2016 ein Umsatz von 678,5 Mio. Euro geschätzt.

ABBILDUNG 38

Strukturdaten der Designwirtschaft in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Im Zeitraum von 2009 bis 2016 ist der Bestand an Selbstständigen und Unternehmen ab 17.500 Euro Jahresumsatz in der Designwirtschaft der EMN um knapp 20 Prozent gestiegen (siehe Abb. 39). Mit diesem Wert liegt die Metropolregion leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Überdurchschnittlich hingegen hat sich im selben Zeitraum die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelt. Etwa 28 Prozent Steigerung stehen hier einem Bundesdurchschnitt von gerade einmal 12 Prozent gegenüber.

ABBILDUNG 39

Entwicklung der Designwirtschaft in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

95 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Designwirtschaft im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

fazit: Design in der EMN ist nicht nur städtisch. Preisgekrönte und erfolgreiche Beispiele verteilen sich auf Stadt wie Land und sind in allen Teilen der Metropolregion anzutreffen.

die emn gestaltet

In der EMN …

perspektiven

… haben zwei mit Designpreisen ausgezeichnete Unternehmen Frauen an der Spitze. … befindet sich eine ausdifferenzierte Ausbildungsinfrastruktur im Bereich Design.

… gibt es für beinahe jede Ausprägung dieses Teilmarktes Ausbildungsstätten mit

vielfach ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen. … haben mehrere Gewerke den Wandel von der Produktion zum Design vollzogen.

… befindet sich mit der Designwerkstatt Coburg ein 2018 vom Bundesverband

Deutscher Innovationszentren (BVIZ) ausgezeichnetes Innovationszentrum. … treffen sich Handwerk und Design, z. B. Möbelbranche im Landkreis Lichtenfels.

Die EMN – ein Standort mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

Abbildung 25

architektur

markt

was umfasst der

Architekturrelevante Leistungen beziehen sich auf den Entwurf und auf die Bauplanung im jeweiligen Architekturwirtschaftszweig. Es wird unterschieden nach Hochbau und

architekturmarkt?

Innenarchitektur, nach Orts-, Regional- und Landesplanung sowie nach Garten- und

Landschaftsgestaltung. Zusätzlich werden die selbstständigen Restauratoren zum Architekturmarkt gezählt.

erbauliches

Gleich zwei bedeutsame Gebäude der Bauhaus-Tradition befinden sich in der EMN. Der Bauhausarchitekt dieses noch heute prägenden Architekturstils Prof. Walter Gropius

aus der region

war zwar kein Kind der Region, entwarf hier aber bedeutende Industriedenkmäler. Bis heute haben diese nichts von ihrer Imposanz und Funktionalität der 1960 / 1970er Jahre verloren. Im Jahr 2019 hat Bauhaus sein 100-jähriges Jubiläum – ein Anlass, der mit besonderen Ausstellungen und kreativen Events an den EMN Standorten gefeiert wird.

Rosenthal-Werk Selb: effizient und erholsam

Ende der 1960er Jahre entwirft Walter Gropius mit seinem Architekturbüro TAC für

Philip Rosenthal hat es übrigens

Rosenthal die Fabrikgebäude in Selb und Amberg sowie das Teeservice TAC. Eine ein-

zunächst gar nicht gewagt, den

fache Fabrikhalle schloss Philip Rosenthal für seine Angestellten von vornherein aus:

Architekten für einen Entwurf an-

“Geist und Seele” sollten beim Entwurf des Gebäudes eine maßgebliche Rolle spielen.

zufragen. “Da kann ich auch den

Am Rothenbühl gelegen, ist das Werk aus Stahlbeton in eine Parklandschaft eingebet-

Papst zur Taufe meiner Tochter

tet. Ein “Feierabendhaus” dient der Belegschaft zur Erholung und Ablenkung von der bitten”, soll er gesagt haben. anstrengenden Fabriklandschaft. Materialfluss und Flexibilität stehen beim Entwurf (Quelle: www.rosenthal.de) der rasterförmigen Produktionshalle im Vordergrund. Ein Gewächshaus in ihrem Zentrum trägt dem sinnstiftenden Gedanken der Architektur von Walter Gropius und Philip Rosenthal Rechnung.

Glaskathedrale Amberg: verblüffend und vernünftig

Das zweite ursprüngliche Firmengebäude der Firma Rosenthal wurde 1970 fertiggestellt.

Eigentlich ist es nur eine Fabrik-

Es gilt noch heute als exzellentes Beispiel für eine gelungene Verbindung von modernem

halle – doch unter Kunsthistori-

Funktionalismus mit schlichter architektonischer Eleganz im minimalistischen Industrial kern ist diese fast etwas Heiliges. Design. Von der funktionalen Bauweise, die eine reibungslose Wärmeabfuhr im Fokus

Seinen Namen Glaskathedrale be-

hatte, profitiert der heutige Besitzer, die Firma Riedel Glas, noch immer. Die Werkshalle

kam das Gebäude wegen des Werk-

wurde dafür tief ins Erdreich gesetzt. Lediglich der Giebel ist an der Oberfläche sichtbar stoffs, der dort verarbeitet wird. und lässt die Dachfläche zur Fassade werden.

Die Dach flächen und das Mittel-

schiff sind aus Beton und Glas und

erheben sich aus der Rasenfläche

bis zum Giebel der Glaskathedrale. Beate Wolters, Stadtheimatpflegerin Amberg (Quelle: www.tourismus.amberg.de)

qualifizierung und

Die EMN zeichnet sich vor allem durch ihre hochwertigen Angebote zur Qualifizierung und Ausbildung für Architekturberufe aus.

ausbildung für

Die Hochschule Ansbach: Campus Feuchtwangen verknüpft im Teilstudiengang Nach-

architekturberufe

haltige Gebäudetechnik interdisziplinäre Elemente der Versorgungstechnik, der Automatisierungstechnik, der Gebäudetechnik und der Haustechnik mit den Grundlagen des Bauingenieurwesens. Hier ist zudem der Bachelorstudiengang Angewandte Ingenieurwissenschaften angesiedelt. An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg sind über 5.000 Studierende eingeschrieben – unter anderem in den Studiengängen Bauen & Design, Innenarchitektur, Architektur, Bauingenieurwesen und Gebäudedesign. Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm bietet neben anderen die Studiengänge Architektur und Design.

Am Ende stehen dann idealerweise

Die Städtische Berufsschule Nürnberg, die Staatliche Berufsschule Kulmbach und die

Persönlichkeiten mit einem offenen

Staatliche Berufsschule Weiden i. d. OPf. bilden Bauzeichner – Architektur / Ingenieur-

Charakter für Alles, was dann noch

bau aus. kommen wird. Eine weitere Ausbildungsstätte dieses Teilmarktes stellt die Bayerische Bauakademie Prof. Hubert Kress, bis 2018 Professor für Umweltgerechtes Bauen an der Feuchtwangen im Landkreis Ansbach dar. TH Nürnberg (Quelle: FOCUS Online, 13.8.2018) Für Netzwerk und Wissenstransfer sorgt der Bund Deutscher Baumeister – Architekten u. Ingenieure e. V. mit Bezirksgruppen in Ansbach, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof und Nürnberg.

architektur-preise für

Das Architekturgewerbe kennt zahlreiche renommierte Auszeichnungen. In der jüngeren Vergangenheit wurden einige dieser Preise in die Europäische Metropolregion Nürnberg

die emn (auswahl)

verliehen bzw. Unternehmen der EMN in fachbezogenen Rankings geführt (siehe Abb. 40).

ABBILDUNG 40

Verschiedene Architekturpreise – Gewinner aus der EMN
Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz
2016 Berschneider + Berschneider GmbH BDA (Bund Deutscher Architekten) Preis Bayern, Kategorie “Besondere Bauten”
Nürnberg (Mittelfranken)
2017 BSS Architekten GbR 2. Platz im competitionline-Ranking vom Crossmedia Fachverlag für Architekten, Ingenieure und Bauherren
Coburg (Oberfranken)
2017 Kai Stefan Allmendinger, Dominik Eichelsdörfer, Christian Gahn, Stefan Lukas Seeber 1. Preis des Schlaun-Wettbewerbs 2017 in der Kategorie Bauingenieurwesen

preise für

Deutscher Innenarchitekturpreis

innenarchitektur Mit dem Deutschen Innenarchitekturpreis zeichnet der Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) innovative Projekte aus, deren “innere Architektur” vorbildlich konzipiert,

an die emn (auswahl)

gestaltet und ausgeführt ist. Er ist deutschlandweit der einzige Preis, der sich exklusiv der Qualität der Innenarchitektur widmet. Im Jahr 2014 erhält die Berschneider + Berschneider GmbH aus Pilsach im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz den Preis in der Kategorie “Gewerbe & Büro”.

bdia ausgezeichnet!

Dieser Preis wird ebenfalls vom Bund Deutscher Innenarchitekten verliehen. Er dient der Hervorhebung und Förderung hoffnungsvoller Nachwuchskräfte des Gewerbes. Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten von Studierenden der Architektur.

Preisgekrönt – die EMN

In den letzten Jahren befanden sich unter den ausgezeichneten Abschlussarbeiten viele, die von Studierenden aus der Europäischen Metropolregion Nürnberg angefertigt wurden (siehe Abb. 41). Bei sämtlichen Preisträgern der EMN handelt es sich um Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Coburg.

ABBILDUNG 41

bdia ausgezeichnet! – Gewinner aus der EMN
Absolventinnen und Absolventen (Sommersemester) der Hochschule Coburg (Oberfranken)
2014 Johanna Springer “Wie viel Mensch braucht der Raum?” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Michael Heinrich
2015 Thays Runge “Auf den Spuren von Thaïs – eine räumlich- dramaturgische Entdeckungsreise” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Michael Heinrich
2015 Michael Biebl “Holz & Porzellan – Konstruktive Möglichkeiten von Porzellan im Möbelbau” Bachelorarbeit, betreut von FOL Carl Baetjer
2016 Martin Settele “Ein Raum im Grünen” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Rolf Döll
2016 Pauline Heß “Magerscheune in Pottenstein” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Barbara Fuchs
2017 Valerie Hain “Bonbon – Burlesquerie – Erotisches Hospitality Design” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Mark Phillips
2017 Laura Schütze “Origon – Möbelfamilie aus Metallblech” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Carl Baetjer
2017 Lia Tchipeva “Bewusste Raumerlebnisse – Wiederbelebung einer Dachwohnung” Bachelorarbeit, betreut von Prof. Rolf Döll

(Quelle: www.bdia.de)

In der Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg zählt der Architekturmarkt zu den mittleren Teilmärkten. 15 Prozent der KuK-Unternehmen

architekturmarkt?

der Metropolregion gehören ihm an. Kern- und Mini-Bereich dieses Teilmarktes machen 7 Prozent der hiesigen Kultur- und Kreativwirtschaft aus, während im Jahr 2015 der Anteil des gesamten Umsatzes 8 Prozent betrug. Den weitaus größten Teil der Selbstständigen und Unternehmen in der Architekturwirtschaft machen mit 95 Prozent Architekturbüros aus (siehe Abb. 42). Die restlichen 5 Prozent bestehen aus Restauratoren.

ABBILDUNG 42

5 %

Selbstständige Restauratoren

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im 95 %

Architekturbüros

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Mehr als 6.000 Erwerbstätige sind insgesamt im Architekturmarkt tätig (siehe Abb. 43). Die Selbstständigen und Unternehmen teilen sich in 1.520 Einheiten mit einem Jahresumsatz über 17.500 Euro und 835 mit niedrigerem Jahresumsatz. 2.815 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte stehen 837 Mini-Jobbern gegenüber. Der geschätzte Jahresumsatz des Jahres 2016 beträgt 320,8 Mio. Euro im Kernbereich.

ABBILDUNG 43

Strukturdaten des Architekturmarktes in der EMN 2016

835 837

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Während sich die Anzahl an Selbstständigen und Unternehmen in der EMN seit 2009 kaum verändert hat, steigt die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten konstant und stark an (siehe Abb. 44). Die Entwicklung der Selbstständigen und Unternehmen in der EMN liegt leicht über den Werten des Bundesgebietes, die sogar einen leichten Rückgang aufweisen. Die Steigerung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2009 bis 2016 von über 30 Prozent entspricht in etwa dem deutschlandweit durchschnittlichen Verlauf.

ABBILDUNG 44

Entwicklung des Architekturmarktes in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

90 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Architekturmarktes im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016

Selbstständige sv-Beschäftigte

fazit: Der Architekturmarkt der Metropolregion verdient Förderung, die ihm zur Verdichtung verhilft. Denn er weist sowohl hohe Qualität als auch hervorragende Qualifikations-

ein erbauliches umfeld

möglichkeiten auf, wie die zahlreichen Preise – gerade für Absolventen der hiesigen Hochschulen – belegen.

In der EMN …

… existiert eine gute Ausbildungsinfrastruktur: Zwei Hochschulen in Nürnberg und

Coburg bilden gute Architektinnen und Architekten aus. … gibt es einige herausragende Preisträger.

… zeigen rund 100 Mitglieder des Bundes Deutscher Architekten (BDA), dass es

einen hohen Qualitätsanspruch bei den EMN-Architekten gibt. … gibt es zahlreiche durch den Bund Deutscher Innenarchitekten (bdia) ausgezeichnete Abschlussarbeiten von Studentinnen und Studenten der Hochschule Coburg.

Die EMN – ein beachtenswerter wie ausbaufähiger Standort.

Abbildung 26

presse

markt

was umfasst der

Zum Pressemarkt zählen selbstständige Journalisten sowie Korrespondenz- und Nachrichtenbüros. Zur Wirtschaftsgruppe Presseverlage gehören neben den Zeitungs-

pressemarkt?

und Zeitschriftenverlagen die Adressbuchverlage sowie sonstige Verlage mit Landkarten, Kunstdruckwerken und weiterem. Zusätzlich wird zu diesem Teilmarkt der Presseeinzelhandel mit Zeitungen und Zeitschriften gezählt.

besonderheiten

Die Europäische Metropolregion Nürnberg verfügt über eine sehr gute Nachrichten infrastruktur. Bereitgestellt wird diese zumeist von großen regionalen und überregionalen

in der emn

Presseunternehmen sowie Presseverbunden. Darüber hinaus ist die EMN Sitz einiger Fachverlage und Nachrichtenmagazine mit bundesweiter Bedeutung. Von Fürth und Zirndorf aus werden Interessierte deutschlandweit über Neuigkeiten in der Games-Branche informiert. Von Nürnberg aus gelangen Nachrichten über Fußball ins gesamte Bundesgebiet. Nicht zuletzt hat der Marktführer für Adressbücher seine Heimat in der Metropolregion.

Der Pressemarkt ist ein großer Teilmarkt innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Zwar sind nur 9 Prozent der Unternehmen und

pressemarkt?

Selbstständigen im Kern- und Minibereich diesem Teilmarkt zuzuordnen, diese bieten jedoch 13 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ihren Arbeitsplatz. Mit 21 Prozent wird im Pressemarkt der zweithöchste Umsatz innerhalb der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft generiert. Das personell größte Segment innerhalb des Pressemarktes bildet mit 42 Prozent der Selbstständigen und Unternehmen der Presseeinzelhandel (siehe Abb. 45). Selbstständige Journalisten machen 35 Prozent des Teilmarktes aus, 20 Prozent der Selbstständigen und Unternehmen sind Presseverlagen zuzuordnen. Nachrichtenbüros bilden 3 Prozent des Pressemarktes in der EMN.

ABBILDUNG 45

35 %

Selbstständige Journalisten

42 %

Presseeinzelhandel

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im

Teilmarkt (Kernbereich)

3 %

Nachrichtenbüros

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen,

20 %

Büro für Kulturwirtschaftsforschung) Presseverlage

Insgesamt gehören über 9.700 Erwerbstätige dem Pressemarkt an (siehe Abb. 46). Neben 909 Selbstständigen und Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 17.500 Euro sind 539 Selbstständige mit niedrigerem Umsatz in diesem Teilmarkt tätig. Zu den 5.221 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kommen 3.069 Mini-Jobber. Der gesamte Jahresumsatz im Kernbereich des Pressemarktes in der EMN beläuft sich auf 946,7 Millionen Euro.

ABBILDUNG 46

Strukturdaten des Pressemarktes in der EMN 2016

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Im Hinblick auf die vergangenen Jahre ist die Anzahl der Beschäftigten im Pressemarkt der EMN signifikant rückläufig (siehe Abb. 47). Die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen hat seit 2009 um 15 Prozent abgenommen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist sogar um knapp 20 Prozent zurückgegangen. Allerdings hat hier der Abwärtstrend seit 2015 nachgelassen. Diese Entwicklung verläuft in der Metropol region in stärkerem Maß als im gesamten Bundesgebiet. Dort ging im selben Zeitraum die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen um etwa 6 Prozent zurück, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm um 13 Prozent ab.

ABBILDUNG 47

Entwicklung des Pressemarktes in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Pressemarktes im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

fazit: In der EMN haben einige Hochkaräter des Pressemarktes ihren Sitz. Deshalb ist eine weitere Stabilisierung oder gar Regenerierung der Beschäftigungssituation dieses Teil-

hier gibt es viel

marktes wünschenswert.

zu berichten

Die EMN ist …

… Zentrum des Pressemarktgeschehens in verschiedenen Bereichen. … Sitz für bundesweit führende Verzeichnisse. … Ausgangspunkt aktueller Fußballnews. … bundesweiter Informationsquell für Games-Fans. … Heimat weiterer bundesweit relevanter Fachverlage.

… gut vernetzt dank dem Medienverbund Nürnberger Land GmbH & Co. KG in

Hersbruck sowie der Mediengruppe Oberfranken GmbH & Co. KG in Bamberg. … perfekt mit erfolgreichen Tageszeitungen ausgestattet.

Die EMN – ein aussagekräftiger Standort.

Abbildung 27

werbe

markt

was umfasst der

Zum Werbemarkt zählen die beiden Wirtschaftszweige der Werbeagenturen (inklusive Werbegestaltung) und der Werbevermittlung, also der Vermarktung und Vermittlung

werbemarkt?

von Werbezeiten und Werbeflächen. Werbeagenturen bedienen die Gesamtpalette von Werbeaktivitäten – entweder über unternehmenseigene Kapazitäten oder durch Auslagerung. Zu diesem Angebot zählen Beratung, kreative Dienste, Herstellung von Werbematerial und Einkauf. Ein großer Anteil ihrer Tätigkeit entfällt auf Werbegestaltung und Kommunikationsdesign. Dies gilt insbesondere für kleinere Büros und Werbeagenturen.

ausgezeichnete

Unternehmen des Werbemarktes aus der Europäischen Metropolregion Nürnberg erhalten Anerkennung für ihre erfolgreiche Arbeit – bezogen auf Wachstum oder reine

aktivitäten

Umsatzstärke.

High Five

Die Cowana GmbH aus Fürth erreicht den 5. Platz der “Focus Wachstumschampions 2018” in der Kategorie “Werbung, Marketing und Medien”. Werbekampagnen entwickelt sie unter anderem für Bethesda Softworks, eines der weltweit bedeutendsten Games- Entwicklerstudios.

Fab Four

Die Nürnberger Vertikom GmbH erreichte im Jahr 2016 Platz 4 im W&V Umsatzranking Inhabergeführte Agenturen in Deutschland.

Der Werbemarkt ist einer der großen Teilmärkte der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. Unter den Selbstständigen und Unternehmen im Kern- und Minibereich gehören 12

werbemarkt?

Prozent zum Werbemarkt, die entsprechend 12 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsplatz bieten. Der Anteil am Gesamtumsatz der KuK in der Metropolregion beträgt 10 Prozent. Den Werbemarkt teilen sich zu 95 Prozent Werbeagenturen sowie Unternehmen und Selbstständige der Werbevermittlung zu 5 Prozent (siehe Abb. 48).

ABBILDUNG 48

5 %

Werbevermittlung etc.

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im 95 %

Werbeagenturen

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Der Werbemarkt zählt in Kern- und Minibereich zusammen weit über 11.000 Erwerbstätige (siehe Abb. 49). 1.186 Selbstständige und Unternehmen mit Jahresumsatz ab 17.500 Euro stehen 863 Mini-Selbstständigen gegenüber. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in diesem Teilmarkt mit 4.762 nur leicht höher als die der 4.708 Mini-Jobber. Erwirtschaftet wurden knapp 500 Millionen Euro im Kernbereich.

ABBILDUNG 49

Strukturdaten des Werbemarktes in der EMN 2016

4.762 4.708

Kernbereich

f Z ( f B s o ü a e i r r e h r s S e h l c e t c e h a n h u a t n f i n u s ü u g c t r n i h ) k 2 g ; S 0 e B 1 . n 6 u 2 , 9 n s B ; i d ü n Q e r d u o s a S e f g c l ü l e h e r n ä n K t t : u u z B l u r t a u n f y ü r g e w r e r A . n i r L r t b b a s z e n c w i h d t . ; a e v e f s t o i a g s r m - e lä n t u e fi g K ern -E M r i w ni e - r E b r s w t e ä r t b ig s e tätige Selb st M s i t n ä i n -S d e ig lb e stständ s ig v e -B es M c i h n ä i- f J t o ig b t b e er Minibereich

Während die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen im Werbemarkt der EMN seit 2009 um etwa 16 Prozent zurückgegangen ist, steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit einigen Jahren konstant und sehr dynamisch (siehe Abb. 50). Im Vergleich zu 2009 ist ein Zuwachs von beachtlichen 35 Prozent bis zum Jahr 2016 zu verzeichnen. Verglichen mit dem Bundesdurchschnitt verläuft diese Entwicklung verhältnismäßig günstig. Im Beobachtungszeitraum ist im gesamten Bundesgebiet ein Rückgang der Selbstständigen und Unternehmen von knapp 20 Prozent zu beobachten, während die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten immerhin um 16 Prozent angestiegen ist.

ABBILDUNG 50

Entwicklung des Werbemarktes in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung des Werbemarktes im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

fazit: Der Werbemarkt als urbanes Geschäft findet sich in der Metropolregion wie anderenorts verstärkt in den Städten wieder. Werbefachleute der Region finden allerdings auch

eine werbewirksame

außerhalb der Großstädte bei Unternehmen mit PR-Abteilungen und Inhouse-Agenturen region ihr Auskommen.

Die EMN beheimatet …

… einen der umsatzstärksten Teilnehmer des deutschen Werbemarktes in

Nürnberg. … einen der aktuell wachstumsstärksten Player in Fürth. … weitere umsatzstarke Unternehmen in Erlangen, Bayreuth und Schwaig.

… Werbeprofis, die ihr Fachwissen Unternehmen der Region aus anderen

Wirtschaftsbereichen zur Verfügung stellen.

Die EMN – ein Standort mit vielen Kaufanreizen.

Abbildung 28

software-/

games-

industrie

was umfasst die

Zur Software-/Games-Industrie gehören die Entwicklung und das Verlegen von Softwareprodukten jedweder Art: beispielsweise Computerspiele, Konsolenspiele, Video-

software- und

spiele, Mobile Games, Online Games, Browser Games, Social Games und viele weitere. games-industrie? Durch den wachsenden Markt mit Online- und Browserspielen wächst auch die Bedeutung von Online-Plattformen. Besondere Bedeutung besitzt die hiesige Softwareentwicklung. Im Kontext der IT-Industrie zählt die EMN zu den bedeutendsten Standorten in Europa.

besonderheiten

Die EMN weist eine europaweit bemerkenswerte Dichte an IT-Unternehmen auf. Und auch innerhalb der Region gibt es einen Ballungsraum für diesen Teilmarkt.

der region

Wissenswertes über Erlangen

Auffallend viele und große IT-Unternehmen haben ihren Sitz im Erlanger Stadtteil Tennenlohe. Insgesamt profitiert Erlangens IT-Branche vom starken wirtschaftlichen Medizintechnikfokus des Standortes, der auch “Medical Valley” genannt wird.

Fürth wird

Auch die Nachbarstadt Fürth beherbergt renommierte Unternehmen des Teilmarktes. Beispielsweise ist hier eines der führenden Medienhäuser im IT-, Games- und Mobile-Segment angesiedelt – verantwortlich für 14 Print- & Digital-Magazine, 14 themenbezogene Websites, zahllose Apps, mehrere Kongresse, B2B-Aktivitäten und Spieleserver-Angebote. Im Landkreis Fürth befindet sich seit 2018 der Firmensitz eines Nachrichtenbüros, das sich auf Analysen, Übersichten und Informationen über die Games-Wirtschaft spezialisiert hat und bundesweite Relevanz genießt.

In Nürnberg daheim

Schließlich nennt die größte Stadt der Metropolregion eines der führenden Softwarehäuser und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, Mandanten, Unternehmen sowie Kommunen, Vereine und Institutionen ihren Bewohner. Mit mehr als 7.000 Beschäftigten an unterschiedlichen Standorten und einem Jahresumsatz von annähernd einer Milliarde Euro im Jahr 2016 mit Sicherheit ein Schwergewicht der Branche.

Innovatives aus der Domstadt

Jedoch auch Bamberg bietet einem der 15 größten Games-Entwicklern Deutschlands mit über 100 Angestellten einen lukrativen Ausgangspunkt. Zudem bekleidet in diesem Unternehmen eine Frau einen Geschäftsführungsposten – eine Rarität in einem ansonsten männerdominierten Geschäftsfeld.

preisgekrönte

Die ownCloud GmbH in Nürnberg trägt den IT-Award 2017 vom Vogel IT-Verlag in Verbindung mit dem Gewinn des Storage-Insider Readers’ Choice Awards 2017 in der

institutionen

Kategorie “Enterprise Filesharing”. Die DATEV eG belegt 2015 den dritten Platz im Ranking der Anbieter von Business-

Software in Deutschland nach Marktanteil ermittelt durch die International Data

Corporation (IDC).

preisverdächtige

Im Jahr 2018 kamen rund 12.000 Teilnehmer zum Nürnberg Digital Festival (#nuedigital), dem “Festival der digitalen Gesellschaft für die Metropolregion Nürnberg”. Die inzwi-

gelegenheiten

schen knapp 200 Veranstaltungen innerhalb des zehntägigen Festivals locken ein breites Publikum in die EMN – an unterschiedliche Veranstaltungsorte wie Ansbach, Bamberg, Coburg, Erlangen, Fürth, Nürnberg, Schlüsselfeld und den Landkreis Neumarkt in der Die digitale Revolution verändert Oberpfalz. Dabei findet laut dem Initiator Ingo di Bella ein echter Austausch zwischen den unser Leben von Grund auf. […] beteiligten Regionen in der EMN statt. Das Nürnberg Digital Festival (bis 2017 Nürnberg Deshalb freue ich mich, dass die Web Week) wurde 2012 wegen der großen Nach frage eines aus vielen Einzelgruppen Nürnberger mit ihrem Digital- bestehenden Netzwerks als Veranstaltungsheimat gegründet. Es verbindet die Akteure Festival diesen Wandel aktiv mit- im Inneren, ermöglicht Austausch und macht die Region mit ihren Kreativen nach innen gestalten. und außen erkennbar. Darüber hinaus übernimmt das Nürnberg Digital Festival auch Dorothee Bär, Staatsministerin für eine gesellschaftliche Verantwortung. Digitalisierung (Quelle: marketing-boerse.de, 2.8.2018)

pole-position

In der EMN befinden sich vier der insgesamt 12 bayernweiten digitalen Gründerzentren, die 2016 vom bayerischen Wirtschaftsministerium mit einem Wettbewerb ausgeschrie-

für start-ups

ben wurden. Die neuartigen Gründerzentren sollen innovativen Start-ups in ganz Bayern ein ideales Umfeld bieten, um Möglichkeiten der digitalen Technik für neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsideen auszuloten. Die digitalen Gründerzentren in der EMN sind: › ZOLLHOF – Tech Incubator Mittelfranken: Nürnberg › Lagarde1 – Zentrum für Digitalisierung und Gründung in Bamberg,

Initiative Zukunft.Coburg.Digital in Coburg

Oberfranken: Bamberg und Coburg › Einstein1 – digitales Gründerzentrum Oberfranken: Hof und Bayreuth › Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) Oberpfalz: Amberg, Weiden und Regensburg

die emn als cluster

Das europäische Cluster Panorama der EU Kommission misst die geografische Konzentration relevanter Branchen in Europa. Die wirtschaftliche Stärke eines Clusters wird

digitale wirtschaft

durch “Cluster Sterne” genannte Indikatoren illustriert. Der Cluster Digitale Wirtschaft muss bei vier Clusterindikatoren eine kritische Masse nachweisen: Clustergröße (Zahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten), Clusterspezialisierungsgrad (Anteil einer Branche an der Gesamtwirtschaft), Clusterproduktivität (Arbeitseinkommen je Beschäftigter / Vollzeitäquivalent) und Clusterdynamik (Durchschnittliches jährliches Wachstum in einer mehrjährigen Periode). Der Cluster Digitale Wirtschaft Nürnberg / Mittelfranken in der EMN zählt in allen vier Indikatoren zu den 20 besten Clusterregionen Europas. Dadurch erreichte der EMN Cluster mit vier Sternen die höchste Position und zählt zur Spitzenklasse – zusammen mit den Regionen Stockholm, Oslo, Amsterdam und Köln.

Region

Region Oslo

Stockholm

Region

Amsterdam

Region Köln

Nürnberg /

Mittelfranken

(Quelle: EU Kommission / DG Growth (2018). EU Cluster Mapping)

Die Software-/Games-Industrie ist der mit Abstand größte Teilmarkt der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft. 15 Prozent der Selbstständigen und Unternehmen mit 31 Prozent der

software- und

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erzielen 22 Prozent des Umsatzes.

games-industrie?

Den weitaus größten Bereich dieses Teilmarktes stellt mit rund 97 Prozent der Unternehmen und Selbstständigen die Softwareentwicklung dar. Software- und Games- Verlage sowie Webportale stellen jeweils etwa ein Prozent (siehe Abb. 51). Die Summe von 99 Prozent entsteht durch Rundungen.

ABBILDUNG 51

1 %

Webportale

1 %

Software- und Games-Verlage

Anteil der Selbstständigen

und Unternehmen im 97 %

Softwareentwicklung

Teilmarkt (Kernbereich)

Kernbereich: siehe S. 29; (Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in der Software-/Games-Industrie beläuft sich auf 15.792, von denen 1.446 Selbstständige und Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 17.500 Euro und 1.253 Mini-Selbstständige ausmachen (siehe Abb. 52). Von den nicht selbstständig Beschäftigten in diesem Teilmarkt sind 12.029 sozialversicherungspflichtig und 1.064 zählen zu den Mini-Jobbern. Der Gesamtumsatz beträgt über eine Milliarde Euro.

ABBILDUNG 52

Strukturdaten der Software-/Games-Industrie

in der EMN 2016

1.446 1.253 1.064

Kernbereich

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Seit 2009 ist die Zahl der Selbstständigen und Unternehmen der Software-/Games- Industrie um 30 Prozent gewachsen (siehe Abb. 53). Der Anstieg der Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt mit annähernd 70 Prozent noch deutlich höher. Der Bundesdurchschnitt zeigt ein ähnliches Bild dieses Teilmarktes: knapp 40 Prozent mehr Unternehmen und Selbstständige sowie fast 60 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

ABBILDUNG 53

Entwicklung der Software-/Games-Industrie

in der EMN

(Kernbereich)

=

xednI

80 Selbstständige sv-Beschäftigte

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der Software-/Games-Industrie

im Bundesgebiet

(Kernbereich)

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Selbstständige Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016 sv-Beschäftigte

fazit: Zur Software-/Games-Industrie der EMN gehört ein bundesweit agierendes und bedeutsames Games-Entwicklerstudio, jedoch liegt der wesentliche Schwerpunkt dieses

hier ist wachstum

Teilmarktes eindeutig in der Software-Industrie.

programm

Die EMN ist …

… einer der stärksten IT-Cluster Europas.

… Standort zahlreicher Softwareunternehmen, die Umsätze in bis zu dreistelliger

Millionenhöhe erwirtschaften und große Arbeitgeber sind. … Heimat eines der größten Gamesentwickler Deutschlands.

… Gastgeber des Nürnberg Digital Festivals (bisher WebWeek), des herausragenden

Festivals der Digitalkultur für die Metropolregion.

Die EMN – ein Standort mit High Score.

frauen ­

in der kultur

und kreativwirtschaft

aktuelle fragen

Fragen der Geschlechtergerechtigkeit wurden in den vergangenen Jahren zunehmend in die kultur- und kreativwirtschaftliche Debatte aufgenommen. Themen wie höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, bestehende geschlechtsspezifische Lohnungleichheit (“Gender Pay Gap”) und wachsende Beteiligung von Frauen in Führungspositionen spielen dabei eine zentrale Rolle. Auf Bundesebene sind diese Themenfelder im kultur- und kreativwirtschaftlichen Kontext bereits aufgegriffen worden. Die Diskussion ist sicher noch nicht hinreichend und muss weiter umfassend geführt werden. Von den drei aufgeführten Themen kann in diesem Report das Thema Erwerbsbeteiligung der Frauen bearbeitet werden. Für die beiden anderen Themen fehlt die Datenbasis auf regionaler Ebene – hier wäre zunächst eine entsprechende Grundlagenforschung Voraussetzung. Der EMN Datenreport befasst sich mit der Erwerbsbeteiligung von Frauen in der Kulturund Kreativwirtschaft. Dabei kann die Situation von Frauen in abhängiger Beschäftigung genauer untersucht werden. Hier wird differenziert nach sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen (wirtschaftlich relevante Jobs) und geringfügig beschäftigten Frauen (Minijobs). Frauen in selbstständiger Tätigkeit können aufgrund fehlender Datenbasis lediglich aus bayerischer Perspektive berücksichtigt werden.

verfügbare daten

Zur Einordnung des Gesamtvolumens an Frauen in der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft seien noch einmal die zentralen Eckdaten genannt: Insgesamt arbeiteten im Jahr 2016* rund 62.400 Erwerbstätige im Kern- und Minibereich der KuK. Diese Zahl umfasst alle Frauen und Männer, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft erwerbstätig sind. Die Gesamtzahl untergliedert sich in knapp 47.000 abhängig beschäftigte Männer und Frauen sowie rund 15.400 selbstständig tätige Frauen und Männer. Für die erstgenannten abhängig beschäftigten Frauen und Männer können an dieser Stelle genauere Beschäftigungsprofile aufgezeigt werden – für die Gruppe der selbstständigen Frauen können hingegen derzeit aufgrund der fehlenden Datenbasis in der amtlichen Statistik *Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig noch keine differenzierten Angaben gemacht werden.

nur geringfügig

Die Abbildung 54 zeigt das Gesamtvolumen der abhängig Beschäftigten in der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2016 nach sozialversicherungspflichtiger und ge-

in der überzahl

ringfügiger Beschäftigung. In der Gruppe der annähernd 33.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten rund 14.200 Frauen und knapp 19.100 Männer. Das entspricht einem Frauenanteil von etwa 43 Prozent und einem Männeranteil von rund 57 Prozent. Erkennbar ist hier ein deutlicher Männerüberschuss. Ganz anders stellt sich das Verhältnis in der Gruppe der geringfügig Beschäftigten dar. Dort arbeiten mit rund 8.400 etwa 61 Prozent Frauen und mit 5.400 etwa 39 Prozent Männer. Hier ist also ein eindeutiger Überschuss an Frauen erkennbar, die nahezu zwei Drittel der geringfügig Beschäftigten ausmachen.

ABBILDUNG 54

Geschlechterverteilung in der EMN 2016

(Kultur- und Kreativwirtschaft, insgesamt rund 47.000

abhängig Beschäftigte)

(57 %)

(43 %)

(61 %) (39 %)

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erstaunliche

Vergleicht man den Frauenanteil bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft mit dem in der Gesamtwirtschaft, so ist ein höherer

erkenntnisse

Frauenanteil in der KuK zu erwarten. Denn die Kultur- und Kreativwirtschaft ist überwiegend ein Dienstleistungssektor, der für Frauen grundsätzlich eher zugänglich ist, während in der Gesamtwirtschaft alleine durch den Produktionssektor ausgeprägte männerdominierte Branchen existieren. Stattdessen lag der Frauenanteil in der EMN Gesamtwirtschaft im Jahr 2016 mit 46 Prozent um 3 Prozentpunkte höher, als in der KuK der Metropolregion. Hier betrug er 43 Prozent (siehe Abb. 55). Bei den geringfügig Beschäftigten ist der Frauenanteil insgesamt höher. Hier fällt auf, dass der Anteil der Frauen in der Gesamtwirtschaft mit 63 Prozent noch etwas höher lag als in der EMN-Kultur- und Kreativwirtschaft mit 61 Prozent.

ABBILDUNG 55

Geschlechterverteilung in der EMN Kultur- und Kreativ-

wirtschaft im Vergleich zur EMN Gesamtwirtschaft 2016

sv-Beschäftigte

Kultur- und Kreativwirtschaft 43 % 57 % Gesamtwirtschaft 46 % 54 %

Mini-Jobber

Kultur- und Kreativwirtschaft 61 % 39 % Gesamtwirtschaft 63 % 37 %

50 % Anteil Frauen

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; einschließlich Beschäftigte im öffentl. Anteil Männer Kulturbetrieb (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

ausgleich in

Wünschenswert wäre ein Frauenanteil von mindestens der Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Und bei den geringfügig Beschäftigten sollte der Anteil

beide richtungen

der Frauen auf 50 Prozent sinken. Die folgenden Abbildungen zeigen die Verteilung differenziert nach den Teilmärkten. Hier lassen sich interessante Unterschiede erkennen. Bezüglich der Verteilung des Frauenanteils bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im Jahr 2016 fallen zwei Teilmärkte besonders auf. Das ist zum einen der Buchmarkt, der mit 79 Prozent einen weit überdurchschnittlichen Frauenanteil aufweist (siehe Abb. 56). Dieser Effekt ist nicht ganz unerwartet und wird in allen Regionen Deutschlands beobachtet. Zum anderen fällt die Software-/Games-Industrie auf, bei der mit einem Anteil von 25 Prozent Frauen deutlich unterrepräsentiert sind. Auch hier ist das Geschlechterungleichgewicht nicht ganz überraschend, gilt dieser Teilmarkt doch als männerdominiert.

ABBILDUNG 56

Geschlechterverteilung der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten in der EMN nach Teilmärkten 2016

(Kultur- und Kreativwirtschaft)

Musik 38 % 62 %

Buch 79 % 21 %

Kunst 61 % 39 %

Film 43 % 57 %

Rundfunk 46 % 54 %

Darstellende Künste 47 % 53 %

Design 55 % 45 %

Architektur 58 % 42 %

Presse 56 % 44 %

Werbung 53 % 47 %

Software/Games 25 % 75 %

50 % Anteil Frauen

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; einschließlich Beschäftigte im öffentl. Anteil Männer Kulturbetrieb (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

mehrheit auf

Überraschend ist jedoch, dass die eher kreativwirtschaftlichen Branchen wie Werbung, Design, Presse und Architektur mit 53 bis 58 Prozent einen höheren Frauenanteil aufwei-

ungeahntem terrain

sen, während in den eher kulturellen Branchen wie Musik, Film, Rundfunk und Darstellende Künste Frauen mit Anteilen von 38 bis 47 Prozent unterrepräsentiert sind. Der Kunstmarkt gehört – ähnlich wie der Buchmarkt – zu den frauendominierten Teilmärkten. Von den elf Teilmärkten weisen also sechs Teilmärkte einen Frauenanteil von mehr als 50 Prozent auf, bei fünf Teilmärkten liegt der Frauenanteil unter 50 Prozent. Dennoch liegen in der Gesamtbilanz die Frauen lediglich bei einem Anteil von 43 Prozent. Denn die Software-/Games-Industrie als mit Abstand größter Teilmarkt weist den geringsten Frauenanteil auf. Bei den geringfügig Beschäftigten liegt der Frauenanteil im Jahr 2016 in allen Teilmärkten über 50 Prozent (siehe Abb. 57). Hier lässt sich konstatieren, dass der Bereich der Mini-Jobber durchgehend eine Frauendomäne ist. Am stärksten ist der Frauenanteil mit 78 Prozent erwartungsgemäß wiederum im Buchmarkt, im Kunstmarkt sind es 71 Prozent. Aber der Teilmarkt Architektur fällt auf, weil sein Frauenanteil mit 75 Prozent sehr hoch ist und nur knapp hinter dem Buchmarkt liegt. Dies ist eher ungewöhnlich, denn in den übrigen Teilmärkten bewegt sich der Anteil der Frauen um die 60 Prozent.

ABBILDUNG 57

Geschlechterverteilung der geringfügig Beschäftigten

in der EMN nach Teilmärkten 2016

(Kultur- und Kreativwirtschaft)

Musik 60 % 40 %

Buch 78 % 22 %

Kunst 71 % 29 %

Film 59 % 41 %

Rundfunk 59 % 41 %

Darstellende Künste 63 % 37 %

Design 56 % 44 %

Architektur 75 % 25 %

Presse 62 % 38 %

Werbung 53 % 47 %

Software/Games 62 % 38 %

50 % Anteil Frauen

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; einschließlich Beschäftigte im öffentl. Anteil Männer Kulturbetrieb (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

der blick aufs

In der Gesamtbetrachtung beim Vergleich der Frauenanteile an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der EMN und bundesweit im Jahr 2016 liegt der Frauenanteil

detail lohnt sich

in etwa auf gleicher Höhe (siehe Abb. 58). In der KuK der EMN belegen die Frauen 43 Prozent, während es im Bundesgebiet 44 Prozent sind. Zum Vergleich liegt der Frauenanteil in der Gesamtwirtschaft der EMN mit 46 Prozent gleichauf mit dem Frauenanteil im Bundesgebiet. Auf der Gesamtebene sind noch keine strukturellen Abweichungen zu erkennen, der Blick auf die Teilmärkte zeigt jedoch wiederum ein differenzierteres Bild. Hier fallen die drei Teilmärkte Buchmarkt, Kunstmarkt und Architekturmarkt auf, die in der EMN einen höheren Frauenanteil haben: Beim Buchmarkt sind es 79 Prozent in der EMN und 68 Prozent auf Bundesebene. Im Kunstmarkt liegt die EMN Frauenquote bei 61 Prozent, im Bundesgebiet beträgt der Frauenanteil 59 Prozent. Im Architekturmarkt liegt der Frauenanteil in der EMN bei 58 Prozent, im Bundesgebiet bei 56 Prozent. Bei den drei Teilmärkten Pressemarkt, Designmarkt und Werbemarkt liegt der Frauenanteil in der EMN zwar über 50 Prozent, im Bundesgebiet aber jeweils um zwei Prozent darüber. Bis auf den Markt für Darstellende Künste liegt auch bei den weiteren Teilmärkten der Frauenanteil im Bundesgebiet mit 2 bis 4 Prozentpunkten höher als in der EMN.

ABBILDUNG 58

Frauenanteil der sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten im Vergleich EMN und Bundesgebiet 2016

(Kultur- und Kreativwirtschaft)

Kultur- und Kreativwirtschaft

Gesamtwirtschaft

Buch 79 %

68 %

Kunst 61 %

59 %

Architektur 58 %

56 %

Presse 56 %

58 %

Design 5 %

56 %

Werbung %

5 %

Darstellende Künste

Rundfunk

Film

Musik

Software/Games

27 %

EMN 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % Bundesgebiet

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; einschließlich Beschäftigte im öffentl. Kulturbetrieb (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

kreative frauen gesucht

In der Europäischen Metropolregion Nürnberg zeigt der Entwicklungsverlauf der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 2009 bis 2016 einen stärkeren Anstieg des Männeranteils gegenüber dem der Frauen (siehe Abb. 59). Bei den Männern liegt der Zuwachs im Zeitverlauf bei 29 Prozent, bei den Frauen lediglich bei 16 Prozent. Damit haben die Männer eine fast doppelt so hohe Wachstumsdynamik wie die Frauen. Ganz anders stellt sich die Entwicklung in der Gesamtwirtschaft der EMN dar: Hier ist die Zahl der Frauen im Zeitverlauf um 15 Prozent gestiegen, während die Zahl der Männer um 12 Prozent zugenommen hat. Damit weisen die Frauen eine etwas höhere Wachstumsdynamik auf. Zwar ist die Zunahme in der Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt erheblich stärker als in der Gesamtwirtschaft, dies ist aber ausschließlich dem Anstieg des Männeranteils zu verdanken.

ABBILDUNG 59

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigung in der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft

nach Frauen und Männern

=

xednI

95 Frauen Männer

2009 2011 2013 2015 2016

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigung in der EMN Gesamtwirtschaft

nach Frauen und Männern

=

xednI

Zahlen für 2016 sind Schätzungen bzw. vorläufig; einschließlich Beschäftigte im öffentl. Kulturbetrieb (siehe auch S. 29; Quellen: Bayer. Landesamt für Statistik; Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

95 Frauen

2009 2011 2013 2015 2016 Männer

zwischenfazit: In Bezug auf das Verhältnis zwischen Männern und Frauen im Untersuchungsjahr 2016 scheint der Unterschied zwischen der EMN Kultur- und Kreativwirtschaft und der EMN

kreativität

Gesamtwirtschaft wenig gravierend: Hier wie da sind die Frauen leicht unterrepräsenbraucht frauen tiert, in der Kultur- und Kreativwirtschaft etwas stärker als in der Gesamtwirtschaft.

maßnahmen

Der Zeitverlauf zwischen 2009 und 2016 zeigt allerdings eine Entwicklung, die alarmierend ist. Denn die Gruppe der Frauen wächst im Zeitverlauf nur halb so schnell wie die

erforderlich

Gruppe der Männer. Bei fortlaufender Entwicklung würde die Schere immer weiter zu Ungunsten der Frauen auseinanderklaffen. Der Frauenanteil von 43 Prozent im Jahr 2016 würde demnach rapide weiter sinken. Hier ist eine Gegenstrategie gefordert, um die Entwicklungsdynamik umzukehren – damit das Ziel einer gerechteren Geschlechterverteilung erreicht wird: Nicht die Anzahl der Männer sollte sich weiterhin verdoppeln, sondern die Anzahl der Frauen.

selbstständige frauen

Um zur Lage der Frauen in selbstständiger Tätigkeit Aussagen machen zu können, müssen einige Vorgaben berücksichtigt werden: › Da die amtliche Statistik der EMN noch keine tiefergehenden frauenspezifischen Analysen erlaubt, werden in diesem Kapitel bayernweite Daten zugrunde gelegt. › Aus dem gleichen Grund können hier keine Analysen zu den einzelnen Teilmärkten vorgenommen werden. Stattdessen werden ausgewählte Künstler- bzw. Kulturberufsgruppen untersucht. › Diese Kulturberufsgruppen werden von der Künstlersozialkasse (KSK) vorgegeben, deren Daten dieser Analyse zugrunde liegen: die Gruppe Wort, die Gruppe Bildende Kunst, die Gruppe Musik und die Gruppe Darstellende Kunst. › Die KSK erfasst von den selbstständigen Künstlern lediglich die freiberuflich Tätigen, da die freiberufliche Tätigkeit die wesentliche Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist. Folglich sind gewerblich tätige Selbstständige in diesem Kapitel nicht erfasst.

künstlerische

Nach Angaben der Künstlersozialkasse (KSK) gibt es im Jahr 2016 rund 28.600 freiberufliche Künstlerinnen und Künstler in Bayern (siehe Abb. 60). Die größte Berufsgruppe ist die

besetzung

Bildende Kunst mit rund 10.300 Mitgliedern – das entspricht einem Anteil von 36 Prozent. Die zweitgrößte Berufsgruppe ist die Gruppe Musik mit rund 7.900 Mitgliedern und einem Anteil von 27 Prozent. Dahinter liegt die Berufsgruppe Wort mit rund 7.000 Mitgliedern und einem Anteil von 25 Prozent. Die kleinste Berufsgruppe ist die Darstellende Kunst mit rund 3.400 Mitgliedern und einem Anteil von 12 Prozent. Diese Eckdaten umfassen sowohl Frauen als auch Männer.

ABBILDUNG 60

Verteilung der freiberuflichen KSK-Künstlerinnen

in Bayern 2016

nach Kulturberufegruppen nach Geschlechterverteilung

(51 %) (49 %)

28.568 28.568

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hält der schein, Von den insgesamt rund 28.600 Mitgliedern aller vier Berufsgruppen sind ca. 49 Prozent Frauen, das entspricht absolut einer Zahl von etwas mehr als 13.900. Der komplementä-

was er verspricht?

re Männeranteil liegt bei 51 Prozent und umfasst etwas mehr als 14.600 Mitglieder. Diese Zahlen deuten auf eine ausgewogene Geschlechterverteilung hin. Ein Blick auf die einzelnen Berufsgruppen zeigt jedoch deutliche Unterschiede. Die Anteile von Frauen und Männern stellen sich in den einzelnen Berufsgruppen folgendermaßen dar: › In der Bildenden Kunst – der größten Gruppe – verteilen sich die Anteile zu 49 Prozent auf Frauen und zu 51 Prozent auf Männer (siehe Abb. 61). › Bei der Gruppe Musik dominiert deutlich der Anteil der Männer, er liegt bei 60 Prozent in dieser Gruppe. Der Frauenanteil beträgt entsprechend 40 Prozent. Um hier ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen, müssten ca. 1.500 Musikerinnen mehr in den bayerischen Markt eintreten. › In der Gruppe Wort (Schriftstellerinnen, Autoren und Journalistinnen) überwiegt der Frauenanteil. Mit 56 Prozent liegt ihr Anteil über dem der Männer, der 44 Prozent beträgt. Wie bereits im vorigen Abschnitt zu den abhängig Beschäftigten beschrieben, ist der Frauenanteil in den Literatur- und Buchmärkten höher als in den übrigen Märkten. › Die Gruppe Darstellende Kunst hat einen minimal höheren Anteil der Frauen, er liegt bei 51 Prozent. Der Anteil der Männer beträgt komplementär 49 Prozent.

ABBILDUNG 61

Geschlechterverteilung innerhalb der KSK-Kulturberufs-

gruppen 2016

5.083 5.207

4.693 (49 %) (51 %)

3.963 (60 %)

(56 %)

3.077 3.164

(44 %) (40 %)

1.739 1.642

(51 %) (49 %)

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... eher nicht

Die Entwicklung der Zahlen von Frauen und Männern in den KSK-Kulturberufsgruppen zwischen 2009 und 2016 zeigt erhebliche Unterschiede in den einzelnen Gruppen (siehe Abb. 62). Die Gesamtentwicklung aller vier Kulturberufsgruppen bleibt bereits deutlich hinter den Erwartungen zurück. Denn in der Kultur- und Kreativwirtschaft müsste ein jährliches Durchschnittswachstum von etwa 3 Prozent geschafft werden, um eine stabile Situation zu erreichen. Bezogen auf den vorliegenden Vergleichszeitraum müssten demnach mehr als 20 Prozent Wachstum erreicht werden. Die Gruppe der Frauen insgesamt schafft hingegen lediglich die Hälfte mit einem Zuwachs von 11 Prozent im Vergleichszeitraum. Der Zuwachs bei den Männern in Höhe von fünf Prozent entspricht bezogen auf den gesamten Vergleichszeitraum nahezu einer Stagnation.

ursachen sind

Diese sehr moderate Entwicklung liegt insbesondere an der größten Berufsgruppe, der Bildenden Kunst. Hier erreichen die Frauen ein Wachstum von sechs Prozent, bei den

offensichtlich

Männern schwankte die Entwicklung im Verlauf von minus einem Prozent bis zu plus einem Prozent im Jahr 2016. In der Gruppe Wort erreichten die Frauen einen Zuwachs von sieben Prozent und die Männer 0 Prozent. Der Verlauf der Entwicklungskurve zeigt allerdings zum Jahr 2016 einen abnehmenden Trend. Für beide Gruppen gibt es unterschiedliche strukturelle Besonderheiten. Während in der Bildenden Kunst die Produktion eigener Werke im Zentrum des Schaffens steht und der Absatz auf dem Markt auch außerkulturellen Einflüssen unterliegt, sind in der Gruppe Wort andere Einflüsse zu vermuten. Hier steht die Dienstleistung für Presse, Film und Rundfunk im Vordergrund. Und hier sinkt offenbar die Nachfrage großer Unternehmen nach örtlichen Dienstleistungen. Bei der Darstellenden Kunst und der Musik wird hingegen von den Frauen das erwartete Wachstum erreicht. In beiden Gruppen legen sie um 20 Prozent im Zeitverlauf zu. In der Gruppe Musik legen die Männer nur halb so dynamisch ein Wachstum von 10 Prozent vor, bei der Darstellenden Kunst erreichen sie immerhin 15 Prozent.

ABBILDUNG 62

Entwicklung der Anzahl von Frauen und Männern in den

vier KSK-Kulturberufsgruppen insgesamt

=

xednI

Freiberufliche Tätige, ohne gewerblich Tätige; KSK = Künstlersozialkasse (siehe auch S. 29; Quellen: Statistik der Künstlersozialkasse; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2009 2011 2013 2015 2016

95 Frauen Männer

fazit: Bei der Gesamtbetrachtung ist zu berücksichtigen, dass die Aussagen über die freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler ganz Bayern betreffen. Wir gehen jedoch davon aus,

mehr platz für frauen

dass sich der Trend in der EMN nicht gravierend davon unterscheidet. Die Entwicklung der Frauen hat im Zeitverlauf sowohl bei den abhängig Beschäftigten, wie auch bei den freiberuflichen Künstlerinnen zugenommen. Die beobachtete Wachstumsdynamik im Vergleichszeitraum reicht jedoch bei weitem nicht aus. Weder erreicht der Frauenanteil bei den abhängig Beschäftigten das Niveau der Männer – obwohl die Wachstumsdynamik in der KuK deutlich stärker ist als in der Gesamtwirtschaft – noch erreichen die freiberuflichen Künstlerinnen die für ein stabiles Wachstum notwendige Zuwachsrate. Hier erreichen die Männer allerdings noch nicht einmal die Dynamik der Frauen. Zu beachten ist, dass die Aussagen zu den freiberuflichen Künstlerinnen und Künstlern auf vorläufigen Daten und Schätzungen beruhen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt überprüft werden können, wenn die amtliche Statistik entsprechende tiefergehende Daten zur Verfügung stellen kann.

handwerk ­

in der kultur

und kreativwirtschaft

kreatives handwerk

Um das kulturrelevante Handwerk mit seinen Tätigkeitsfeldern eingrenzen und damit vergleichbar machen zu können (siehe Abb. 63), hat unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Jahr 2011 eine Studie in Auftrag gegeben. Dort heißt es:

Für die Identifizierung kultur- und kreativwirtschaftlich relevanter Aktivitäten

im Handwerk wurden die funktionalen Eigenschaften und Charakteristika des

Handwerks mit den Bestimmungsmerkmalen der Kultur- und Kreativwirtschaft

in eine konsistente und nachvollziehbare Verbindung gebracht. Es ging darum,

das für die Kultur- und Kreativwirtschaft verbindende abstrakte Element des

“schöpferischen Aktes” für das Handwerk empirisch in Form des “kultur- und

kreativhandwerklichen Schöpfers / Urhebers” bzw. seines “Werkes” zu erfas-

sen. [...] Auf diese Weise sind sieben Tätigkeitsfelder ermittelt worden, in denen

das Handwerk kultur- und kreativwirtschaftlich hauptsächlich in Erscheinung

tritt. [Diese] sind aber nicht als fest umrissene, sich gegenseitig ausschließende

Bereiche zu verstehen. Die Tätigkeitsfelder dienen dazu, die Mehrschichtigkeit

kultur- und kreativwirtschaftlichen Schaffens im Handwerk differenziert zu

beschreiben und einzuordnen. (Quelle: BMWi (2011), Das Handwerk in der Kultur- und Kreativwirtschaft, Kurzfassung zur Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (www.bmwi.de/Dateien/KuK/ PDF/handwerk-in-der-kultur-und-kreativwirtschaft-kurzfassung,property=pdf,bereich=bmwi2012, sprache=de, rwb=true.pdf), S. 7 f)

ABBILDUNG 63

Restaurierung / Bewahrung

Erhalt des traditioneller

Kulturerbes Kulturtechniken

Kreative Design /

Dienstleistungen Handwerk Gestaltung

in der Kultur- und

Kreativwirtschaft

Musik-

instrumenten- Baukultur

bau

Kunsthandwerk /

Angewandte

Kunst

(Quelle: ifh Göttingen)

die gewerke des kultur-

› Steinmetze und Steinbildhauer › Handzuginstrumentenmacher

relevanten handwerks › Tischler › Geigenbauer

› Glasbläser und Glasapparatebauer › Bogenmacher › Graveure › Metallblasinstrumentenmacher › Metallbildner › Holzblasinstrumentenmacher › Gold- und Silberschmiede › Zupfinstrumentenmacher › Drechsler (Elfenbeinschnitzer) und › Vergolder Holzspielzeugmacher › Schilder- und Lichtreklamehersteller › Holzbildhauer › Theater- und Ausstattungsmaler › Korb- und Flechtwerkgestalter › Bürsten- und Pinselmacher › Glasveredler › Theaterkostümnäher › Glas- und Porzellanmaler › Maskenbildner › Edelsteinschleifer und -graveure › Klavierstimmer › Fotografen › Theaterplastiker › Buchbinder › Requisiteure › Keramiker › Schlagzeugmacher › Orgel- und Harmoniumbauer › Klavier- und Cembalobauer

handwerk in der kultur-

Im Untersuchungszeitraum ist die Anzahl der kulturrelevanten Handwerksbetriebe in der EMN von 4.310 im Jahr 2009 auf 5.020 im Jahr 2015 gestiegen (siehe Abb. 64). Das

und kreativwirtschaft

entspricht einem Anstieg um beachtliche 16,5 Prozent. Das Wachstum liegt im Bundesder emn durchschnitt bei lediglich bei 13,8 Prozent.

ABBILDUNG 64

Kulturrelevante Handwerksbetriebe der EMN 2009, 2015

(Kultur- und Kreativwirtschaft)

(+16,5 %)

(Quellen: EMN-Handwerkskammern; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung) 2015

Wachstum durch das Objektiv

Maßgeblich verantwortlich für das sehr starke Wachstum ist in der EMN und auch bundesweit die stark angestiegene Zahl der Fotografinnen und Fotografen. Das kulturrelevante Handwerk der EMN entwickelt sich ohne diese Gruppe leicht positiv und im Trend des gesamten Handwerks der Region um ein Prozent. Im Bundesdurchschnitt sinkt die Zahl des kulturrelevanten Handwerks (ebenfalls ohne Fotografinnen und Fotografen) zwischen 2009 und 2015 hingegen sogar um 1,2 Prozent.

Ein detailreiches Bild

In der Kultur- und Kreativwirtschaft der EMN gibt es zahlreiche kulturrelevante Handwerksbetriebe. Die verschiedenen Tätigkeitsfelder, die Entwicklungen in den Handwerkregionen der EMN sowie Schwerpunkt und Entwicklungen insgesamt werden im Folgenden untersucht.

Der Blick aufs große Ganze

Die Abbildung 65 zeigt die Entwicklung der kulturrelevanten Handwerksbetriebe in den vier Regierungsbezirken der EMN und Sonneberg im Vergleich der Jahre 2009 und 2015. Danach steigt in allen vier Regierungsbezirken die Anzahl der Betriebe, nur in Sonneberg ist die Zahl leicht rückläufig. Die Zahl der kulturrelevanten Handwerksbetriebe in der EMN wächst im Zeitraum vom Jahr 2009 bis zum Jahr 2015 um knapp 10 Prozent in Mittelfranken bis über 19 Prozent in der Oberpfalz. Allerdings sind lediglich die Regierungsbezirke Mittelfranken und Oberfranken mit allen Kreisen in der EMN vertreten. In Unterfranken gehören zwei Kreise zur EMN, in der Oberpfalz sind es sechs Kreise. Der Landkreis Sonneberg gehört zur EMN, liegt aber jenseits der bayerischen Landesgrenze in Thüringen.

ABBILDUNG 65

Entwicklung in den Regierungsbezirken und Sonneberg

(Kultur- und Kreativwirtschaft)

(+9,7 %) 1.752 (+13,3 %)

(+19,3 %)

371 617

325 (+14,2 %) 162

179 (-9,5 %)

( B f Q

e b

o e r u r s e e

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g E n ) M ge N n - , H B a ü n r d o w fü e r r k K s u k l a tu m rw m i e rt r s n c ; h e a ig f e ts n e M ittelfranken O b erfranken U nterfranken (2 K reis O

) erpfalz (6 K reise) Sonneb erg

Sorgfältig fokussiert

Im Jahr 2009 existierten im Bezirk Mittelfranken 1.822 kulturrelevante Handwerksbetriebe – ihr Anteil am Handwerk insgesamt betrug 8,5 Prozent (siehe Abb. 66). Ihre Anzahl stieg bis zum Jahr 2015 auf 1.999 kulturrelevante Handwerksbetriebe und somit auf einen Anteil von 9,2 Prozent am Handwerk insgesamt. Im Bezirk Oberfranken belief sich die Anzahl an kulturrelevanten Handwerksbetrieben im Jahr 2009 auf 1.546 – dies waren 9,7 Prozent der Handwerksbetriebe insgesamt. Bis zum Jahr 2015 wuchs die Zahl auf 1.752 und der Anteil auf 10,8 Prozent. Die zwei zur EMN gehörenden Kreise des Bezirks Unterfranken verzeichneten im Jahr

Zum Vergleich: In der EMN insge-

2009 325 kulturrelevante Handwerksbetriebe – der Anteil an allen dortigen Handwerks-

samt lag die Anzahl der kultur-

betrieben betrug 12,5 Prozent. Im Jahr 2015 war die Anzahl auf 371 gestiegen, und der

relevanten Handwerksbetriebe im

Anteil am Handwerk insgesamt betrug 14,0 Prozent.

Jahr 2009 bei 4.310 – ihr Anteil am

In den sechs Kreisen des Bezirks Oberpfalz waren im Jahr 2009 617 kulturrelevante

Handwerk gesamt betrug 8,0 Pro-

Handwerksbetriebe tätig – sie belegten dort einen Anteil von 8,7 Prozent am Handwerk

zent. Zum Jahr 2015 war die Zahl

insgesamt. Zum Jahr 2015 vergrößerte sich ihre Zahl auf 736 – das entsprach einem An-

auf 5.020 gestiegen, ihr Anteil am

teil von 9,9 Prozent am Handwerk insgesamt.

Handwerk insgesamt lag dann bei

9,2 Prozent. Der Kreis Sonneberg hatte im Jahr 2009 eine Anzahl von 179 kulturrelevanten Handwerksbetrieben – das war ein Anteil von 2,6 Prozent am Handwerk insgesamt. Ihre Zahl sank bis zum Jahr 2015 auf 162 und ihr Anteil am Handwerk insgesamt auf 2,4 Prozent.

ABBILDUNG 66

Anteil am Handwerk insgesamt in Prozent, EMN 2009, 2015
Anzahl Hand- werksbetriebe KuK 2009 Anteil an Handwerk gesamt Anzahl Hand- werksbetriebe KuK 2015 Anteil an Handwerk gesamt
Mittelfranken 1.822 8,5 % 1.999 9,2 %
Oberfranken 1.546 9,7 % 1.752 10,8 %
Unterfranken (2 Kreise) 325 12,5 % 371 14,0 %
Oberpfalz (6 Kreise) 617 8,7 % 736 9,9 %
Sonneberg 179 2,6 % 162 2,4 %
EMN 4.310 8,0 % 5.020 9,2 %

(Quellen: EMN-Handwerkskammern; eigene Berechnungen, Büro für Kulturwirtschaftsforschung)

starke dynamiken

Mit Blitzlicht nach oben

einzelner kultur- Der starke Anstieg der Zahl der Handwerksbetriebe in der EMN um 16,5 Prozent lässt sich größtenteils durch die Entwicklung im Gewerk der Fotografen erklären. Ihre Zahl

relevanten handwerks-

steigt in allen Regionen der EMN am stärksten. 2015 gab es mit 1.209 Fotografen weit mehr als doppelt so viele als im Ausgangsjahr 2009. Ein ähnlich starkes Wachstum ist

gewerke in der emn

für das gesamte Bundesgebiet zu beobachten. Seit der Novellierung der Handwerksordnung von 2003 gehört das Fotografen-Handwerk zu den so genannten zulassungsfreien Gewerken. Daher ist für dessen Ausübung keine Meisterprüfung mehr zwingend erforderlich. Dennoch schließen viele Fotografen ihre Ausbildung mit der Meisterprüfung (Quelle: Zentralverband des Deutschen Handab. Genauere statistische Auswertungen für die Unterscheidung nach Berufsabschluss werks: www.zdh.de/daten-fakten/ das-handwerk/die-handwerksordnung.html) (Gesellen- bzw. Meisterbrief) und für die Zuordnung zum Handwerk sind nicht vorhanden.

Auftragslage im Weitwinkel

Allein mit der Änderung der Handwerksordnung kann der starke Zuwachs der Fotografen allerdings nicht erklärt werden, denn seit 2004 sind insgesamt 64 weitere Handwerke zulassungsfrei. Vielmehr erhöht nicht nur die digitale Transformation die Anforderungen an Fotografen. Eine zunehmende Medialisierung und Visualisierung in einem immer wichtiger gewordenen Marketingmarkt bietet ihnen zudem mehr Aufträge. High-End- Werbefotografie von Produkten in vielfältigen Branchen, Architekturfotografie sowie Landschafts- und Städteportraits für das Tourismusgewerbe sind heute genauso wichtig wie die klassische Portraitfotografie. Darüber hinaus sind Fotografien als für sich stehende Kunstwerke mehr und mehr in großen und kleinen Galerien und Museen der Welt zu bestaunen.

Glasklarer Zugewinn

Der enorme Anstieg der Glasbläser- und Glasapparatebauer – eines Handwerks, das als zulassungspflichtig geführt wird – um mehr als das Sechsfache, ist auf die Erweiterung der EMN um Sonneberg als Mitglied zurückzuführen. Sonnebergs Glasbläser- und Glasapparatebauer bringen somit einen ganz neuen kulturhandwerklichen Einfluss in die Metropolregion. Dementsprechend sind 2015 knapp 95 Prozent der EMN Glasbläser- und Glasapparatebauer Betriebe in Sonneberg beheimatet. Damit hat die Metropolregion deutschlandweit eine besondere Rolle in diesem Handwerk gewonnen. Denn knapp ein Drittel aller Betriebe des gesamten Bundesgebiets in diesem Handwerk befindet sich hier.

Ein paar Akkorde in Moll

In der EMN prozentual stärker rückläufig sind die Betriebszahlen jedoch in ausgewählten, teilweise regional sehr traditionsreichen Handwerken. Während fast alle Gewerke der Musikinstrumentenherstellung im Zeitraum 2009 bis 2015 einen leichten Betriebszuwachs zu verzeichnen haben, sinken die Zahlen der Geigenbauer, Bogenmacher, Zupfinstrumentenhersteller und Klavierstimmer. Ein trauriges Ergebnis dieser Studie ist, dass es 2015 keinen Schlagzeugmacher mehr in der EMN gab. Bundesweit waren es in diesem Jahr noch 43 Betriebe. Die Zahl der Geigenbauerbetriebe beispielsweise sinkt zwischen 2009 und 2015 um 14,1 Prozent. Im Gegensatz dazu steigen die Zahlen im Bundesdurchschnitt in diesem Zeitraum um 11,1 Prozent. Dennoch bleibt die EMN ein außergewöhnlich starker Standort dieses Handwerks.

Seltenes Edelmetall

Um knapp die Hälfte geht die Zahl der Vergolder zurück. Von zwölf Betrieben waren 2015 noch sieben in der EMN übrig. Ein leichter durchschnittlicher Anstieg um 3,4 Prozent ist im Bundesgebiet zu beobachten.

Verflechtungen aus Tradition und Zukunft

Das Jahrtausende alte Handwerk der Korb- und Flechtwerkgestalter hat in Oberfranken eine lange Tradition. So ist Lichtenfels als Deutsche Korbstadt weit bekannt. Der traditionelle Korbmarkt, Deutschlands einzige Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung sowie das Innovationszentrum Lichtenfels für Marketing, Design und Technologie – in Lichtenfels dreht sich vieles um die uralte Handwerkskunst des Flechtens. Während die Zahl im Bundesdurchschnitt relativ konstant bleibt, ist sie in der EMN insgesamt rückläufig. Zwar steigen die Zahlen in drei Regierungsbezirken leicht an, am stärksten Standort Oberfranken ist jedoch ein Rückgang von 41 auf 31 Betriebe zu beobachten. Die kleineren Betriebe, welche die Korbmachertradition noch pflegen, sind zwar nicht vor dem Konkurrenzdruck durch die industrielle Massenfertigung gefeit, dennoch setzen die Korb- und Flechtwerkgestalter deutliche Zeichen für die Zukunft – insbesondere durch die nachhaltige Produktion mit nachwachsenden Rohstoffen. Dieser Wandel kann wieder mehr Raum für neue Unternehmen im gesellschaftlichen Trend des wachsenden ökologischen Bewusstseins bieten. Die EMN bleibt trotz sinkender Zahlen ein starker Standort für Korb- und Flechtwerkgestalter auf Bundesebene.

groß und klein: Neben den auch im Bundesgebiet starken Gewerken Tischler, Fotografen, Steinmetze und Steinbildhauer sowie Gold- und Silberschmiede (siehe Abb. 67) ist in der EMN die

kuk-handwerk

Gruppe der Herstellung von Musikinstrumenten (inkl. Bogenmacher und Klavierstimin der emn mer) mit einer Gesamtzahl von 235 ebenfalls stark vertreten. In dieser Gruppe sind Geigenbauer, Zupfinstrumentenbauer sowie Klavier- und Cembalobauer die stärksten Gewerke. Kaum vertreten in der EMN ist hingegen die Gewerkegruppe der Dienstleistungen für die Darstellende Kunst, Edelsteinschleifer und -graveure sowie Vergolder in der EMN.

ABBILDUNG 67

Stärkste kulturrelevante Handwerksberufe in der EMN 2015

(innerhalb und außerhalb der KuK)

je 55 77 85 91 138

Anzahl f ( B Q o e r u r s e e c c l h l h e u n n n u : g E n ) M ge N n - , H B a ü n r d o w fü e r r k K s u k l a tu m rw m i e rt r s n c ; h e a ig f e ts n - e G eigenbaue D r r / e B c u h c sl h e b r- in u G d n l e a d r s H / b M o lä l e s z t e s a p r l - l i K b e u e i l n l z r d d e a n u m G e g l i r e a k m s e a r a p S c p c h a h e r i r a ld te e b r- a u u n G e d r o L ld ic - h u t n re d k S l S a il t m b e e i e n r h s m e c e h rs t m t z e e i F e l l u o d e n t r e o d g S r t a e f i e n n b T il i d sc h h a l u e e r r

Die starken Gewerke der EMN im Bundesvergleich

› Glasbläser- und Glasapparatebauer: 31,7 Prozent der gesamten Betriebe Deutschlands sind in der EMN (fast alle in Sonneberg) › Geigenbauer: 9,3 Prozent (die meisten sind in Mittelfranken, einige auch in Oberfranken) › Bogenmacher: 19,1 Prozent (fast alle in Mittelfranken) › Zupfinstrumentenmacher: 10,5 Prozent (die meisten sind in Mittelfranken, einige auch in Oberfranken) › Korb- und Flechtwerkgestalter: 16,7 Prozent (die meisten sind in Oberfranken, einige auch in Unterfranken) – besonders stark: Landkreis Lichtenfels › Glas- und Porzellanmaler: 17,6 Prozent (fast alle in Oberfranken) › Bürsten- und Pinselmacher: 26,7 Prozent (fast alle in Mittelfranken) – Traditionsstandorte Region Ansbach

Traditionelle und aktuelle Zentren kulturrelevanter und kreativer

Handwerke

› Schwabach: Frühere Goldschlägerstadt (Blattgold noch heute weltbekannt) › Sonneberg: Glasbläser › Stadt und Landkreis Lichtenfels: Korbmacher › Rödental (Landkreis Coburg): Puppenaugen › Weiden i. d. OPf. und Selb (Landkreis Hof): Keramik, Porzellan › Stadt und Landkreis Hof: Textiltradition › Bechhofen (Landkreis Ansbach): Pinsel- und Bürstenmacher › Landkreis Wunsiedel: Steinmetze › Bubenreuth (Landkreis Erlangen-Höchstadt): Streichinstrumentenhersteller

Handwerks-Meisterschulen in der EMN

› Bürsten- und Pinselmacher: Meisterkurse beim Verband der Deutschen Pinsel- und Bürstenhersteller e. V., Bechhofen (Landkreis Ansbach) als einzige deutsche Schule › Fotografenmeister: Meisterkurse an der Handwerkskammer für Oberfranken › Industriemeister Keramik: Meisterschule Selb (Verband der Keramischen Industrie e. V.) › Steinmetz- und Steinbildhauermeister: Staatliche Fachschule für Steinbearbeitung, Wunsiedel › Tischler-/Schreinermeister: Handwerkskammer für Oberfranken, Handwerkskammer Mittelfranken: Berufliches Schulzentrum Gunzenhausen, Fachschule für das Schreinerhandwerk, Meisterschule, Ebern (Landkreis Haßberge) Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk

fazit: Die EMN bildet einen ausgesprochen attraktiven und starken Standort für kulturrelevantes Handwerk.

handwerklich wie

Hervorzuheben ist die hochwertige Musikinstrumentenherstellung der Region: Ein Viertel

kreativ begabt

aller Preisträger des deutschen Musikinstrumentenpreises seit 1991 kommen aus der EMN. Auch die zahlreichen Aus- und Weiterbildungsstätten im kreativen Handwerk sind erwähnenswert. So verfügt die EMN beispielsweise über Deutschlands einzige staatliche Berufsschulen für Flechtwerkgestalter sowie für Pinsel- und Bürstenmacher. Dem zufolge ist auch ein Viertel aller deutschen Bürsten- und Pinselmacher in der EMN ansässig. In zahlreichen weiteren Handwerksberufen innerhalb der KuK nimmt die EMN eine exponierte Stellung ein. So befindet sich hier rund ein Drittel aller Betriebe des Glasbläserund Glasapparatebaus Deutschlands. Beinahe 20 Prozent aller deutschen Betriebe des Bogenmacherhandwerks, rund 17 Prozent aller deutschen Betriebe in den Gewerken Glas- und Porzellanmaler sowie Korb- und Flechtwerkgestalter sowie etwa 10 Prozent aller Geigen- und Zupfinstrumentenbaubetriebe der Bundesrepublik arbeiten in der Metropolregion. Bemerkenswert ist schließlich das starke Kulturhandwerk in ländlichen Regionen: Während die KuK ihre Schwerpunkte eher in den Städten hat, sind die Unternehmen der kreativen Handwerke zumeist in den Landkreisen beheimatet und schärfen die regionalen und vielfältigen Profile der EMN. Nicht nur die Regionalität der Produkte ist ein Grund für den Erfolg – Produkte aus der EMN werden in besonders traditionsreichen Handwerken in die ganze Welt verkauft. Wertschätzung und Traditionserhalt alter Handwerke durch regionale individuelle Strukturen verankern Unternehmerinnen und Unternehmer in den ländlichen Regionen.

qualifizierung

und ausbildung

­

in der kultur und

kreativwirtschaft

eine region

Dieses Kapitel stellt eine umfangreiche Auflistung über die zentralen Strukturen der Qualifizierungs- und Ausbildungsinstitutionen dar. Es zeigt den Recherchestand über die

stark in der ausbildung

Infrastruktur im Hinblick auf die Ausbildung zu den verschiedenen Kultur- und Kreativberufen in der EMN. Folgende Kategorien werden nach der vom Bayerischen Kultusministerium vorgeschlagenen Definition und Unterteilung des (Hoch-)Schul- und Ausbildungssystems in Bayern und insbesondere der EMN verwendet: › Universitäten und Hochschulen mit Studiengängen der KuK › Fachakademien, Fachschulen und Berufsfachschulen für Kultur- und Kreativberufe › Standorte für Berufsschulen für Kultur- und Kreativberufe

universitäten und

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

(u. a. Kultur- und Sozialwissenschaften)

hochschulen mit

Die Universität bietet ein breites Spektrum von rund 100 Bachelor-, Master- und Lehr-

kuk-relevanten

amtsstudiengängen in allen Disziplinen der vier Fakultäten an: Geistes-, Kultur-, Sozial-, Wirtschafts-, Humanwissenschaften, Informatik.

studiengängen

Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg

(u. a. Innenarchitektur, Architektur, Bauingenieurwesen, Gebäudedesign, Integriertes

Produktdesign, Informatik)

Mit ihren Ursprüngen in der privaten Schule für “bürgerliche Baukunst” wird auch heute noch ein großer Schwerpunkt der Hochschule erkennbar.

Hochschule für angewandte Wissenschaften Hof, Campus Hof und

Campus Münchberg

(u. a. Mediendesign, Textildesign)

Der einstige Industrieschwerpunkt im Bereich Textil wird an der Hochschule mit dem kreativen Design-Knowhow verknüpft.

Universität Bayreuth

(u. a. Musiktheaterwissenschaft, Medienwissenschaft und Medienpraxis, Theater

und Medien, Computerspielwissenschaften)

Rund 13.000 Studierende und mit dem Bachelorstudiengang Computerspielewissenschaften ein ganz besonderer Lehrstandort.

Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth

(neben instrumentalen Studiengängen u. a. Musikpädagogik und Chorleitung)

“Die Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth wurde im November 1999 per Kirchengesetz durch die Landessynode gegründet und nahm ihren Betrieb am 1. Oktober des Jahres 2000 auf. Sie ist die Nachfolgeinstitution der 1948 ursprünglich als Kirchenmusikschule in Erlangen gegründeten, späteren Bayreuther Fachakademie für evangelische Kirchenmusik.” Das katholische Pendant in Bayern befindet sich in Regensburg. (www.foerderstiftung-kirchenmusik.de/hochschule)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

(u. a. Theater- und Medienwissenschaft, Christliche Medienkommunikation, Literatur

und Buch, Informatik, Linguistische Informatik)

Sie ist mit 40.000 Studierenden die größte Universität in der EMN. Die Akademie für Schultheater und performative Bildung des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur, ästhetische Bildung und Erziehung der FAU i.V. ist ein spezielles Angebot der FAU. Sie bietet ein Kursprogramm im Bereich Darstellende Künste (u. a. Puppentheater, Szenisches Lernen, Clownerie) zusammen mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaften der FAU und ein Erweiterungsstudium “Darstellendes Spiel” an.

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

(u. a. Architektur, Design)

Mit 13.500 Studierenden ist sie eine der großen Hochschulen in Deutschland.

Akademie der Bildenden Künste Nürnberg

(u. a. Grafikdesign / Visuelle Kommunikation, Freie Kunst, Freie Kunst / Gold- und

Silberschmieden, Kunstpädagogik)

“Die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg war im Jahr 1662 die erste Kunstakademie, die im deutschsprachigen Raum gegründet wurde. Sie sieht sich als Kreativlabor mit offenem Forschungsauftrag. Dabei bilden die freien und angewandten Künste die zentralen Lehrbereiche.” (www.studieren-in-bayern.de/hochschulen/kunsthochschulen/ akademie-der-bildenden-kuenste-nuernberg/)

Hochschule für Musik Nürnberg

(u. a. Orchesterinstrumente sowie Gesang, Klavier, Orgel, Gitarre, Akkordeon und

klassisches Saxophon)

“Die Wurzeln der Hochschule für Musik Nürnberg reichen bis ins Jahr 1821 zurück, als in Nürnberg die Städtische Singschule gegründet wurde. 2008 ging aus dem Meistersinger- Konservatorium und der kommunalen Doppelhochschule Nürnberg-Augsburg dann die dritte staatliche Musikhochschule Bayerns hervor. An ihrem Standort im Herzen der Stadt werden rund 400 Studierende in den künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Studienbereichen ausgebildet. Aktuell können Studierende zwischen über 50 Bachelor- und mehr als 20 Masterstudiengängen auswählen. Über das Studienangebot hinaus besteht eine Jazzfachgruppe sowie eine Fachgruppe für Alte Musik, die immer wieder außergewöhnliche Veranstaltungen nach Nürnberg zieht.” (www.studieren-inbayern.de/hochschulen/kunsthochschulen/hochschule-fuer-musik-nuernberg/)

Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach, Campus Ansbach mit

Außenstellen in Feuchtwangen, Herrieden, Rothenburg und Weißenburg

(Multimedia und Kommunikation mit Spezialisierungen: Bauingenieur, Medientech-

nik, Medieninformatik, Journalismus, Mediendesign, 3D Graphics, Film, Audio)

Sie bietet in zwei Fakultäten – Wirtschafts- und Allgemeinwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften – 18 Studiengänge in den Schwerpunkten Wirtschaft, Technik, Medien und Naturwissenschaften an einem Hauptcampus und vier Außenstellen im Landkreis an.

Akademie Faber-Castell, Stein

(u. a. Grafikdesign, Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus)

“Ein weiterer Geburtshelfer für kreative Talente ist Uli Rothfuss. Der Rektor der Akademie Faber-Castell in Stein bietet sowohl Grafikstudenten wie auch älteren Menschen an der Pensionsgrenze ein Studium an der Akademie an, um beruflich wie privat ihr Talent zu verwirklichen.” (Fürther Nachrichten, 10.02.2016)

Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden, Campus Weiden

& Campus Amberg

(u. a. Medieninformatik, Medienproduktion und Medientechnik, IT-Studiengänge)

Aktuell studieren rund 3.600 Studierende an vier Fakultäten, rund 5.000 sollen es bald werden.

fachakademien,

Bamberg Stadt und Landkreis

fachschulen und › Fachakademie und 3 Berufsfachschulen für Übersetzer / Dolmetscher › Bamberger Berufsfachschule für Kosmetik Christa Wairer (Visagisten)

berufsfachschulen

Coburg Stadt und Landkreis

für kultur- und

› Berufsfachschule für Übersetzer / Dolmetscher

kreativberufe

Landkreis Lichtenfels

› Staatl. Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung Lichtenfels

Landkreis Kronach

› Berufsfachschule für Musik Oberfranken in Kronach

Landkreis Kulmbach

› Staatl. Fachschule (Technikerschule) für Bautechnik Kulmbach

Hof Stadt und Landkreis

› Staatl. Berufsfachschule für bekleidungstechnische Assistenten Naila › Staatl. Fachschule (Technikerschule) für Textiltechnik Münchberg

Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

› Staatl. Fachschule (Technikerschule) für Steintechnik und Gestaltung Wunsiedel › Staatl. Berufsfachschule für Produktdesign Selb › Staatl. Fachschule für Produktdesign Selb

Bayreuth Stadt und Landkreis

› Berufsfachschule für Übersetzer / Dolmetscher

Nürnberg und Landkreis Nürnberger Land

› Fünf Berufsfachschulen für Übersetzer / Dolmetscher › ACT-Center College Berufsfachschule für Musical und Entertainment des ACT-Center e. V. Nürnberg › Berufsfachschule für Bühnentanz und Tanzpädagogik Nürnberg des Ballettförderzentrums Nürnberg e. V. › Nürnberger Schauspielschule Berufsfachschule für Schauspiel Klaus Mallwitz › Priv. Berufsfachschule für Kosmetik Nürnberg Petra Kutz-Breimer (Visagisten) › Berufsfachschule für Musik der Musication gemeinnützige Schulbetriebs-GmbH › Berufsfachschule für Musik – Fachrichtung Laienmusik und Kirchenmusik – für Blinde und hochgradig Sehbehinderte der Blindenanstalt e. V. › Städt. Berufsfachschule für Bautechnik › Städt. Berufsfachschule für Farb- und Raumgestaltung Nürnberg › Städt. Berufsfachschule f. Bekleidung › Städt. Berufsfachschule für bekleidungstechnische Assistenten › Städt. Fachschule für Bekleidungstechnik › Städt. Fachschule für Druck- und Medientechnik Nürnberg

Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt

› Fachakademie und Berufsfachschule für Übersetzer / Dolmetscher

Fürth Stadt und Landkreis

› Ballettakademie Fürth der Gesellschaft der Ballettfreunde e. V. › Berufsfachschule für Bühnenkünste, klassischen und zeitgenössischen Bühnentanz

Ansbach Stadt und Landkreis

› Berufsfachschule für Musik des Bezirks Mittelfranken in Dinkelsbühl › Fachschule für Meister der Kreishandwerkerschaft Ansbach

Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach

› Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg

Landkreis Tirschenreuth

› Staatl. Berufsfachschule für informations- und telekommunikationstechnische Berufe Wiesau

Weiden i. d. OPf. › Berufsfachschule für Übersetzer / Dolmetscher › Staatliche Fachakademie für Fremdsprachenberufe

Landkreis Neumarkt i. d. OPf. › Staatliche Fachschule (Technikerschule) für Bautechnik, energiesparendes Bauen Neumarkt i. d. OPf.

standorte von

Landkreis Kitzingen Bayreuth Stadt und Landkreis

berufsschulen* › Gärtner – Garten- und Landschaftsbau › Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung / Systemintegration › Holzmechaniker

für kultur- und

› Fotograf › Tischler

kreativberufe

› Gärtner – Garten- und Landschaftsbau

Landkreis Haßberge

› Tischler › Fachinformatiker – Anwendungs- › Übersetzer / Dolmetscher entwicklung / Systemintegration › Fachkraft für Metalltechnik Landkreis Wunsiedel

i. Fichtelgebirge

› Tischler › Steinmetz- und Steinbildhauer

Bamberg Stadt und Landkreis

Erlangen und Landkreis

› Gärtner – Garten- und Landschaftsbau

Erlangen-Höchstadt

› Mediengestalter Digital und Print › Fachinformatiker – Anwendungs- › Medientechnologe Druck / Siebdruck entwicklung / Systemintegration › Stuckateur › Fachkraft für Metalltechnik › Tischler › Übersetzer / Dolmetscher

Landkreis Forchheim › Veranstaltungskaufmann

› Raumausstatter

Fürth Stadt und Landkreis

Coburg Stadt und Landkreis › Fachinformatiker – Anwendungs-

entwicklung / Systemintegration › Holzmechaniker › Film- und Videoeditor › Polster- und Dekorationsnäher › Fotomedienfachmann › Polsterer › Gärtner – Garten- und Landschaftsbau › Tischler › Mediengestalter Bild und Ton › Übersetzer / Dolmetscher › Stuckateur

Landkreis Lichtenfels

› Tischler › Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung / Systemintegration Landkreis Neustadt a. d. Aisch -

Bad Windsheim

› Fachkraft für Metalltechnik › Fachkraft für Metalltechnik › Flechtwerkgestalter › Stuckateur

Landkreis Kulmbach

› Tischler › Bauzeichner – Architektur / Ingenieurbau

Ansbach Stadt und Landkreis

› Stuckateur › Bürsten- und Pinselmacher › Tischler › Fachinformatiker – Anwendungs-

Hof Stadt und Landkreis

entwicklung / Systemintegration › Produktveredler Textil › Fachkraft für Metalltechnik › Textil- und Modenäher

Landkreis

› Textillaborant

Weißenburg-Gunzenhausen

› Industriekeramiker › Holzmechaniker › Tischler

Nürnberg und Landkreis Landkreis Roth

Nürnberger Land

› Fachkraft für Metalltechnik › Bauzeichner – Architektur / Ingenieurbau › Stuckateur › Buchhändler › Tischler › Fachkraft für Metalltechnik

Landkreis Tirschenreuth

› Fotograf › Fachinformatiker – Anwendungs- › Fotomedienfachmann entwicklung / Systemintegration › Gestalter für visuelles Marketing Weiden i. d. OPf. › Mediengestalter Digital und Print › Bauzeichner – Architektur / Ingenieurbau *Nicht alle Ausbildungsberufe sind deckungs- › Medientechnologe Druck / Siebdruck gleich mit der Klassifikation des kreativen › Fachkraft für Metalltechnik Handwerks. Aufgenommen in die Liste wurden › Stuckateur manche aufgrund traditioneller Verflechtung › Übersetzer / Dolmetscher mit der EMN (z. B. Polster- und Dekorations- › Tischler näher, Produktgestalter Textil, Produktveredler Textil, Textil- und Modenäher und weitere) oder Landkreis Neumarkt i. d. OPf. › Übersetzer / Dolmetscher da sie eine bestimmte Nähe zur handwerklichen Identität der Region haben. › Fachkraft für Metalltechnik

fazit: Die Europäische Metropolregion Nürnberg bietet eine enorme Breite und Qualität an Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten. Einige der Angebote dienen der EMN als Allein-

einzigartig gebildet

stellungsmerkmal: › Textillaborant, Münchberg › Produktveredler Textil, Münchberg › Polster- und Dekorationsnäher, Forchheim › Industriekeramiker – Anlagentechnik / Dekorationstechnik / Modelltechnik /

Verfahrenstechnik, Selb

› Flechtwerkgestalter, Lichtenfels › Film- und Videoeditor, Fürth › Bürsten- und Pinselmacher, Rothenburg o. d. Tauber – Dinkelsbühl

9. ausblick

wirtschaftlich stark

Durch den Datenreport wird erneut bewiesen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft in der Europäischen Metropolregion Nürnberg eine wichtige Rolle spielt. Die Zahlen zeigen nicht nur die Wirtschaftsstärke und Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft hinsichtlich des Arbeitsmarktes in der EMN, sondern auch ihre Verortung in sämtlichen Städten und Landkreisen der Region. Von Selb bis Weißenburg, von Kitzingen bis Weiden ist die Dynamik der Kultur- und Kreativschaffenden spürbar und erlebbar. Die Kulturwirtschaft und Kreativwirtschaft ist auch dort ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, wo man es nicht sofort erwartet. Nicht nur urbane Räume mit ihrer offenkundigen kreativen Kraft sind Anlaufpunkte für Kultur- und Kreativschaffende – in der EMN sind es in einigen Wirtschaftszweigen auch insbesondere die ländlich geprägten Regionen. So stellen beispielsweise die Herstellung von Musikinstrumenten und der Musikalienhandel hiesige wirtschaftliche Ausprägungen in ländlicheren Gebieten der EMN dar, die an Qualität und Quantität ihresgleichen suchen. Die Softwareprogrammierung ist im städtischen Ballungsraum der EMN ein immens starkes Rückgrat der Kultur- und Kreativwirtschaft und schafft eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Das Wachstum der sozialversicherungspflichten Beschäftigung in der Kulturund Kreativwirtschaft ist insgesamt überdurchschnittlich stärker als in der Gesamtwirtschaft der EMN. So wurden 6.200 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Berichtszeitraum (2009 bis 2016) geschaffen. Diese erfreuliche Entwicklung förderten auch die Unternehmen in den Teilmärkten für Werbung, Design, Architektur, Musik und Darstellende Künste.

regionale diversität

metropole plus region

Die EMN schöpft ihre gesamte Kraft aus der Interaktion der pulsierenden Metropole Nürnberg mit ihrer Umgebung, sowohl den umliegenden Ober- und Mittelzentren als auch mit den ländlichen Räumen. Dadurch entsteht ein Austausch, der gleichzeitig Unterschiede schärft und Gemeinsamkeiten in der Region hervorhebt. Der Datenreport zeigt, dass in der Europäischen Metropolregion Nürnberg ein ausgesprochen heterogenes Stadt- und Landgefüge vorherrscht – mit unterschiedlichen Ausprägungen und regionalen Schwerpunkten der einzelnen Teilmärkte.

Den Blickwinkel erweitern

Eine regionale Auswertung der Wirtschaftszahlen einzelner Kommunen und Landkreise kann diese verschiedenen Facetten und Potenziale lokaler Kultur- und Kreativwirtschaft deutlicher darlegen. Für die Entwicklung der regionalen und lokalen Kultur- und Kreativwirtschaft sind daher individuelle Lösungen wünschenswert, die auf die Bedarfe und Potenziale der örtlichen Kreativschaffenden eingehen. Ein möglicher Ansatz hierfür ist die Erstellung regionaler und kommunaler Konzepte zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft, die unmittelbar auf die einzelnen Anforderungen der Regionen abgestimmt sind. Angesichts unterschiedlicher Herausforderungen der einzelnen Strukturen und Regionen bietet der Austausch untereinander eine ideale Ausgangsbasis für ein gegenseitiges Lernen und die Weiterentwicklung zu erfolgreichen Lösungen der einzelnen Regionen. In diesem Sinne empfiehlt sich die Schaffung und Implementierung einer kommunalen Anlaufstelle und eventuell einer Beratungsstelle. Der Vorteil dabei liegt auf der Hand: Der Ansprechpartner kann sowohl die Beratung und Begleitung der Kreativschaffenden übernehmen als auch die Entwicklung der regionalen Konzepte verantworten und vorantreiben. Einer inhaltlichen und fachkompetenten Begleitung von überregionaler Stelle könnte dabei eine zentrale Bedeutung zukommen. Das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft könnte diese Rolle einnehmen, indem es als Think Tank und Netzwerk für die kommunalen Ansprechpartner dient und die Koordination des Austauschs übernimmt.

von der hochschule in den markt

dem nachwuchs

Die Vernetzungsmöglichkeiten, die einen Kompetenztransfer von kultur- und kreativwirtschaftsnahen Hochschulen bzw. den entsprechenden Fakultäten in den Markt hinein

wege ebnen

unterstützen, sind innerhalb der EMN vielfältig organisiert. Zu den Stakeholdern zählen: › die Hochschulen › die entsprechenden Anlaufstellen in den Städten und Landkreisen › die Industrie- und Handelskammern › die Handwerkskammern › Fachreferate der Bayerischen Staatsministerien › Interessens- und Branchenverbände › Förderinitiativen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Fragen erkennen

Bei aller Vielfalt dieser Optionen wäre zuweilen eine frühere, systematische Sensibilisierung der Kultur- und Kreativstudierenden für marktwirtschaftliche Aspekte ihres späteren Tätigkeitsbereiches wünschenswert. Am Ende ihres Studiums können viele künftige Teilnehmer am Kultur- und Kreativmarkt wichtige Zukunftsfragen für sich nicht beantworten. Laut Prof. Michael Heinrich, Studiendekan der Fakultät Design an der Hochschule

Selbstständig oder angestellt?

Coburg, “kann das hochschulinterne Lehr-Fachpersonal hierbei häufig zwar aus eigener Wo finde ich passende Nischen und Berufserfahrung sprechen, es fehlt jedoch zuweilen an allgemeinem, fachübergrei- Bedarfe am Markt? fendem systemisch-strukturellen Wissen zum Marktgeschehen.” Weiter vertritt er die Auffassung, dass die Alumni-Arbeit als wichtiger personalisierter Draht ins Marktgesche-

Wie funktionieren Kontaktauf-

hen bisher aus Ressourcengründen nur sporadisch Anwendung findet. So bleibt es ein

nahme, Selbstvermarktung und

Arbeitsziel, schon während des Studiums gebündelte Informationen und Unterstützung

Vernetzung?

zur Orientierung am Markt anzubieten.

Welche Vernetzungen passen für

mich am besten? Frühe Angebote

Um Studierende besser auf den Markt vorzubereiten, wäre es empfehlenswert, folgende Angebote mit den Hochschulen zu implementieren: › Entsprechend vorbereitete Informationseinheiten im passenden Fenster des

Lehrangebots

› Vernetzungsformate zwischen Studierenden und etablierten Kultur- und Kreativ-

unternehmen

› Vernetzung mit Berufs- und Interessensverbänden der Wirtschaft › Gegenseitige Vernetzung von Hochschulen und berufspraktischen Ausbildungs-

einrichtungen der EMN

› Spezielle Vernetzung von kultur- und kreativwirtschaftlichen Hochschulen,

Fakultäten und Studiengängen

Zusätzlich empfiehlt sich die Schaffung einer Anlauf- und Beratungsstelle für die Hochschulen zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaftsstudiengängen und ihrer Studierenden. Diese wäre eine mögliche Schnittstelle zu den kommunalen Ansprechpartnern und der Landeseinrichtung. Dies würde den Studierenden in der EMN den Übergang von der Hochschule in den Markt erleichtern – egal, ob angestellt oder selbstständig.

Die dadurch gewonnene Vernetzung erleichtert nicht nur den Hochschulabsolventen

den Start ins Berufsleben, sondern hält gleichermaßen die Absolventen am Standort.

mögliche potenziale zur vernetzung

kultur und kreativität

Kultur und Kreativität wird oft eine ideengebende und innovationstreibende Wirkungsweise beigemessen. Gleichwohl schaffen beide regelmäßig wirtschaftlichen Mehrwert

als wirtschaftsfaktoren

und stehen oft am Anfang der Wertschöpfungskette. Der vorliegende Datenreport verdeutlicht, dass durch eine intensivere Vernetzung aller Akteure die Potenziale der regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft noch besser genutzt werden können. Dabei sind Anknüpfungspunkte an bestehende Strukturen unverzichtbar und dringend auszubauen. So kann die Kultur- und Kreativwirtschaft der EMN nicht nur über die Region hinauswachsen, sondern auch für die Steigerung der Wirtschaftskraft in weiteren Branchen sorgen.

Kultur als Wirtschaftsmotor

Das kulturelle Bild vieler Städte und Landkreise in der Europäischen Metropolregion Nürnberg wird nicht zuletzt durch die zahlreichen Kulturangebote wie zum Beispiel Festivals und Konzerte geprägt. In ihrer Funktion als Veranstalter arbeiten die Kommunen hier eng mit Akteuren der lokalen Kulturwirtschaft (z. B. Schauspieler, Musiker, Event- Agenturen etc.) zusammen. Die Aufträge dienen vielen kulturwirtschaftlichen Akteuren als eine stabilisierende Einnahmequelle. Weiterhin haben kulturelle Angebote – vor allem die mit größerer Reichweite im Wege der Umwegrentabilität – eine direkte Auswirkung auf die örtliche Wirtschaftskraft. Damit werden die indirekten wirtschaftlichen Effekte bezeichnet, die sich aus Kulturveranstaltungen ergeben können, wie z. B. zusätzliche Einnahmen für Taxiunternehmen, Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie weitere Branchen. Dies bedeutet, dass durch die kulturellen Angebote einer Kommune nicht nur die Kulturwirtschaft profitiert, sondern auch weitere Wirtschaftszweige.

Kreativität schafft Produktivität

Wichtige Partner der Kultur- und Kreativwirtschaft können auch regionale Auftraggeber aus anderen Industriezweigen sein. Als auftraggebende Unternehmen der Kreativwirtschaft in der Metropolregion können beispielhaft IT-Unternehmen oder die Spielwarenindustrie genannt werden. Direkte Auswirkung von IT-Unternehmen in die Kreativwirtschaft zeigen Aufträge für digitale Dienstleistungen wie App-Entwicklung, Games aber auch Kommunikationsdesign sowie Presse- und Rundfunkbeiträge. Die Metropolregion ist weit über ihre Grenzen hinaus für die Spielwarenindustrie bekannt. Unmittelbar profitierende Kreativwirtschaftszweige sind beispielsweise Produktdesigner sowie Werbeagenturen. Holzspielzeuge werden teilweise von Instrumentenbauern oder Handwerksbetrieben hergestellt. Gerade die Puppenherstellung hat in der Metropolregion eine lange Tradition. Dabei ist oft ein Zusammenspiel unterschiedlicher Kreativberufe und Handwerksbetriebe nötig. Dazu gehören holzverarbeitende Betriebe genauso wie Glasbläser, Porzelliner und das metallverarbeitende Gewerbe. Die Spielwarenindustrie gilt als herausragendes Beispiel für die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Region und dient darüber hinaus anderen Wirtschaftszweigen und Branchen wie dem Tourismus, der Logistik und vielen anderen. Die besondere Aufgabe besteht darin, diese wertvollen Ressourcen sowie die jahrelange Erfahrung zu nutzen und zukunftsfähig auszuweiten.

Branchen verbinden

Die Vernetzung von Institutionen der Kultur- und der Wirtschaftsförderung untereinander wie auch mit Kultur- und Kreativwirtschaftsunternehmen der Region ist bereits fortgeschritten. Über ein Angebot zur branchenübergreifenden Vernetzung zwischen Industrie und der Kultur- und Kreativwirtschaft könnte nachgedacht werden.

9.4 ?

wie geht es weiter

N2025 – eine chance

Die Stadt Nürnberg bewirbt sich als Europäische Kulturhauptstadt für das Jahr 2025. Allein der Bewerbungsprozess stellt einen großen Mehrwert für die gesamte Europä-

für die region

ische Metropolregion Nürnberg dar. Denn dadurch bietet sich die Chance, die Vielfalt von Kunst und Kultur nicht nur in Nürnberg, sondern in der gesamten Region sichtbar zu machen. Innerhalb der drei Themen “embracing humanity – Menschlichkeit als Maß”,

“exploring reality – Welt als Aufgabe” und

“evolving community – Miteinander als Ziel”

eröffnen sich Wirkungsräume für Kultur- und Kreativschaffende innerhalb der EMN. Nicht zuletzt wird die Bewerbung die Aufmerksamkeit auf das Potenzial der Akteure erhöhen und in den Fokus rücken. So werden in den drei Themenfeldern ebenfalls das Handwerk, die Spielwarenindustrie und der IT-Standort als wichtige Handlungsfelder benannt. Die Synergien zwischen Kultur- und Kreativunternehmen und den relevanten Branchen werden auch im Rahmen der Bewerbung sichtbar. Beispielsweise entsteht eine digitale Spurensuche in Form eines “local based game”, das die gesamte Metropolregion erlebbar machen soll.

hochmotiviert neue

Der vorliegende Bericht bringt neue Erkenntnisse wie er auch Bekanntes bestätigt. Er verdeutlicht die lange Tradition, auf die einzelne Berufsgruppen der Kultur- und Kreativ-

verbindungen schaffen

wirtschaft zurückblicken können und mithin die Verwurzelung der Branche in der EMN. Der Bericht spornt insgesamt zu verstärkter Zusammenarbeit aller Akteure innerhalb der EMN an; sowohl solcher, die mittelbarer oder unmittelbarer Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft sind, als auch von Teilnehmern anderer Branchen. Der Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht zeigt vielfältige Ansatzpunkte und beeindruckende Inhalte, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft ihren Ursprung haben. Daraus resultiert eine hohe Motivation zur Zusammenarbeit in der EMN, um das enorme Potenzial der Kreativschaffenden in der Region zu nutzen.

impressum

herausgeber Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Tullnaupark 8 90402 Nürnberg Leiter: Oliver Wittmann

getragen von Getragen von Bayern Innovativ GmbH Am Tullnaupark 8 90402 Nürnberg

gefördert durch Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

durchführung der studie Hanna Latuske und Michael Söndermann Büro für Kulturwirtschaftsforschung Köln / Erlangen

projektteam Inci Strauß Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Sabine Blassmann Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Markus Pietsch Forum Wirtschaft und Infrastruktur der Europäischen Metropolregion Nürnberg Georg Graf von Matuschka Forum Kultur der Europäischen Metropolregion Nürnberg

gestaltung und redaktion ercas GmbH & Co. KG Weidenweg 13 91058 Erlangen Projektmanagement: Jutta Peer Gestaltung: Marcus Schickert Redaktion: Christian Liederer, Marian Masa, Carola Pröbstle

redaktionsschluss 15. Dezember 2018, Nürnberg

druck Nova Druck Goppert GmbH Andernacher Straße 20 90411 Nürnberg Auflage: 1.000

bildnachweis AdobeStock / Davizro Photography (Titel, 30) AdobeStock / Elena Blokhina (Titel, 36) AdobeStock / tashka2000 (Titel, 42) AdobeStock / tailex (Titel, 48) AdobeStock / zhu difeng (Titel, 52) AdobeStock / wacomka (Titel, 56) AdobeStock / Konstantin Kulikov (Titel, 60) AdobeStock / Xuejun li (Titel, 66) AdobeStock / mitrija (Titel, 72) AdobeStock / Sergej Toporkov (Titel, 76) AdobeStock / Andrjej K (Titel, 80)

© 2019 Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft

CSU

Fraktion der

Christlich-Sozialen Union

im Stadtratzu Nürnberg

CSU-Stadtratsfraktion Rathausplatz 2 90403 Nürnberg Wolff scher Bau des Rathauses Zimmer 58

m

Herrn Oberbürgermeister Rathausplatz 2 Dr. Ulrich Maly OBERBURö '■'.TER 90403 Nürnberg Rathausplatz 2 Telefon: 09 11 231-2907 15. OKI. 2018 Telefax: 09 11 231-4051 90403 Nürnberg Nr-, E-Mail: csu(®stadt.nuernberg.de i •4.3 w^/w.csu-stadtratsfraktion.nuernberg.de Zur Ktc.

2y

Van, o Äntwor 12.10.2018

z.w.V. schrift' Böhm / Pirner

Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein wichtiger Treiber der Innovation am Wirtschaftsstandort Europäische Metropolregion Nürnberg. Kreativität ist der Nährboden für Innovation. Ein Standort, an dem viele kreative Köpfe sind, zieht weitere kreative Köpfe an. Daher war es richtig, dass im Jahre 2010 unter Federführung des Wirtschaftsreferats der erste Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht der Europäische Metropolregion Nürnberg entstand. Damit nahm sich die Metropolregion Nürnberg als erste der deutschen Metropolregionen des Themas an und wirbt heute unter dem Leitmotto: "Heimat für Kreative".

Inzwischen hat sich die Kultur- und Kreativwirtschaftsszene in der Metropolregion weiterentwickelt. Zudem gilt es Bilanz zu ziehen. Daher begrüßt die CSU-Stadtratsfraktion, dass das Forum Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion in Kooperation mit dem Forum Kultur eine Fortschreibung des Kultur- und Kreativwirtschafts­ berichts vorlegen wird. Es ist wichtig, dass dieser Bericht, insbesondere seine Nürnberger Bezüge, auch im Nürn­ berger Stadtrat bzw. dessen Ausschüssen diskutiert wird.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden

Antrag:

Die Verwaltung berichtet über den fortgeschriebenen Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht der Europä­ ischen Metropolregion Nürnberg und legt insbesondere die Nürnberg betreffenden Ergebnisse dar. Sie berichtet über die weiteren Aktivitäten zur Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nürnberg.

A18100800 Kultur- und Kreativwirtschaft.docx

ÖÖ

Ref.VII/072/2020

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Bericht

Arbeit

Betreff:

Keine sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen

hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis90/Die Grünen vom 09.04.2019

Anlagen: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 09.04.2019 Sachverhalt

Bericht:

Im Bericht wird die bestehende Situation dargestellt und es werden Handlungsoptionen dargelegt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stadt Nürnberg Berichtsvorlage Ref.VII/072/2020

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Sexistische Werbung bedient sich stereotypischer Rollenklischees. In den meisten Fällen sind dadurch Frauen besonders betroffen.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

MRB/Fb

WiF

Stadt Nürnberg Berichtsvorlage Ref.VII/072/2020

BÜNDNIS 90^

DIE GRÜNEN "

FRAKTION B’ 90/DIE GRÜNEN, RATHAUSPLATZ 2, 90403 NÜRNBERG BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Stadtratsfraktion Nürnberg

An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly Rathausplatz 2

wU/A

Rathaus 90403 Nürnberg

OBER*H \LjE vYiL1S1 ER

Tel: (0911) 231-5091

90403 Nürnberg

0 9. APR. 2019 Fax: (0911) 231-2930

, M gruene(§)stadt.nuern berg.de

Zur Bus: Linie 36, 46,47 (Rathaus) K&. *. ■ r! vor Abeen- U-Bahn: Linie 1 (Lorenzkirche)

P K

X

6 Antwort zur Unter­ Z.W.V. schrift vortegen Nürnberg, 09.04.2019

Keine sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Slogan „Gute Werbung soll anziehen, nicht ausziehen“ passt unseres Erachtens sehr viel besser zu einer mündigen Gesellschaft als das Motto „Sex sells“.

Werbung vermittelt über viele Kommunikationskanäle auch Botschaften, die oftmals thematisch am Produkt Vorbeigehen. Aktuelles Beispiel ist die Fahrradhelm-Werbung des Verkehrsministeriums mit dem Slogan „Looks like shit. But saves my life“. Über Geschmack lässt sich bekanntlich gut streiten. Allerdings ist es sehr fraglich, dass per se davon ausgegangen wird, dass die Sicherheit eines Fahrradhelmes mit viel nackter Haut besser zu verkaufen ist - unabhängig von der unangebrachten Aussage, dass ein Helm „sch...“ aussieht.

Viele Städte haben sich bereits auf den Weg gemacht, um sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen zu untersagen. Auch in Nürnberg muss das Thema grundsätzlich aufgegriffen werden.

Vor diesem Hintergrund stellen wir zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:

  1. Die Verwaltung berichtet: Mit welchen Partnerfirmen gibt es Verträge, auf stadteigenem Grund Werbung mit verschiedenen Werbeträgern (z.B. Litfaßsäulen, Plakattafeln, Haltestellen im ÖPNV) zu schalten?

  2. Der Stadtrat beschließt, dass das Verbot sexistischer Werbung in entsprechende Verträge ausdrücklich aufgenommen wird. Kriterien sexistischer Werbung sind hinreichend bekannt, siehe dazu auch http://www.werbewatchQroup-wien.at/wasist-sexistische-werbuna/kriterien.

www.gruene.rathaus.nuernberg.de

BÜNDNIS 90

DIE GRÜNEN

  1. Der Stadtrat beschließt, dass die Stadt die Initiative ergreift, das Thema „sexistische Werbung“ auch mit ansässigen Unternehmen zu diskutieren. Zudem soll sie ein Bewusstsein hierfür schaffen und das Ziel verfolgen, dass Unternehmen selbstverpflichtend auf Werbung mit sexistischen Inhalten verzichten.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Leo Stadträtin

www.gruene.rathaus.nuernberg.de

Antrag Bündnis 90 /Die Grünen,

„Keine sexistische Werbung auf öffentlichen Flächen“

In dem Antrag wurden folgende Punkte bzw. Fragen aufgeworfen:

1. Die Verwaltung berichtet: Mit welchen Partnerfirmen gibt es Verträge, auf

stadteigenem Grund Werbung mit verschiedenen Werbeträgern (z. B. Litfaßsäulen,

Plakattafeln, Haltestellen im ÖPNV) zu schalten?

Die Verwaltung berichtet hierzu:

Es besteht ein Vertrag zwischen der Stadt Nürnberg und der Stadtreklame Nürnberg GmbH (SRN). Weitere Werbeverträge zwischen der Stadt Nürnberg und anderen Unternehmen der Werbebranche existieren nicht. Im Rahmen der geltenden Sondernutzungssatzung ist das Liegenschaftsamt zuständig für die Genehmigung von Sondernutzungserlaubnissen, so u. a. auch für etwaige Plakatwerbungen, sofern sie nicht bereits Gegenstand des vorgenannten Vertrages mit der SRN sind; nicht in diesen Bereich fällt Werbung im ÖPNV (an Bussen, Straßenbahnen und im Bereich von Haltestellen).

  1. Der Stadtrat beschließt, dass das Verbot sexistischer Werbung in entsprechende

Verträge ausdrücklich aufgenommen wird. Kriterien sexistischer Werbung sind

hinreichend bekannt, siehe dazu auch http://www.werbewatchgroup-wien.at/was-ist-

sexistische-werbung/kriterien.

Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Im bestehenden Vertrag mit der SRN gibt es in Abschnitt IV, § 4 Nr. 4 folgende einschlägige Regelung:

„Die gesamte Werbung muss künstlerischen Anforderungen genügen und darf nicht gegen Rechtsvorschriften oder gegen die guten Sitten verstoßen. Die Verantwortung dafür trägt die Stadtreklame.“

Eine Änderung des Vertrags während der Laufzeit ist nur in Form einer einvernehmlichen Vertragsanpassung möglich.

Ordnungsrechtlich sind die Handlungsspielräume der Verwaltung begrenzt, wenn es um sexistische Werbung geht. In Frage kommen hier – neben Fällen des Jugendschutzes – Verstöße gegen § 118 (Belästigung der Allgemeinheit) oder § 119 (Grob anstößige und belästigende Handlungen) des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten OWiG. Hier gab es in der Vergangenheit in Nürnberg nur sehr wenige Fälle. Letztmals wurde 2015 ein Verstoß gegen § 119 OWiG mit einem Bußgeld geahndet.

Normativ ist „sexistische Werbung“ im Allgemeinen nicht verboten und kann nach aktueller Rechtslage nur in Ausnahmefällen sanktioniert werden.

Es stellt sich die Frage, was sexistische Werbung ist. In einer simplifizierten Form wird sexistische Werbung mit pornographischer Werbung gleichgesetzt (die gemäß § 184 Strafgesetzbuch StGB verboten ist). Diese Gleichsetzung ist jedoch nicht korrekt.

Sexistische Werbung meint (auch) die Diskriminierung von Einzelpersonen durch vorurteilsbeladene Annahmen und Haltungen und die Verwendung von Stereotypen, mit denen Personen aufgrund ihres Geschlecht diskriminiert werden.

Eine rechtliche Definition des Begriffs Sexismus bzw. von sexistischer Werbung gibt es nicht.

Es gibt jedoch zahlreiche Vereinigungen und Institutionen wie (die im Antrag genannte) Werbewatchgroup aus Wien oder Pinkstinks Germany e. V., welche sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen. Dem gegenüber steht die Meinung der „gerecht- und billigdenkenden Allgemeinheit“, welche in einigen Ausprägungen von Rollendarstellungen in Arbeitswelt oder im Haushalt keinen Sexismus erkennen kann, sondern eine solche Einstufung auf die spezielle Ausrichtung einzelner Interessenverbände und diverser Einzelpersonen zurückführt.

Um es an einem Beispiel festzumachen: Ist die für ein bestimmtes Produkt werbende Darstellung einer in ihrer Küche das Abendessen zubereitenden Frau „sexistisch“? Zwar entspricht es einem überkommenen Geschlechterklischee, dass „Frauen am Herd stehen“, während „Männer berufstätig“ sind. Zwar mag das einem nicht mehr zeitgemäßen Rollenverständnis entsprechen und könnte mithin als sexistische Werbung angesehen werden. Allerdings handelt es sich um ein immer noch gelebtes Rollenmodel, zumal es sich um individuelle Entscheidungen handelt.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Auslegung dessen, was als sexistische Werbung zu verstehen ist.

Das Thema sexistische Werbung wird in der Werbewirtschaft wie folgt behandelt: Die SRN selbst prüft Plakatmotive intern, ob diese möglicherweise sexistisch oder diskriminierend aufgefasst werden könnten, auch mit Blick auf die oben genannte vertragliche Verpflichtung gegenüber der Stadt Nürnberg. Inhaltlich orientiert sich die SRN nicht an einer abstrakten Definition, sondern empirisch an Erfahrungswerten, vor allem auf Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern und auf Entscheidungen des Deutschen Werberats.

Der Deutsche Werberat ist die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft. Mit dieser soll sichergestellt werden, dass Werbung nicht nur rechtlich zulässig sein muss, sondern auch ethische Grenzen eingehalten werden.

Ein Blick auf die (deutschlandweite) Beschwerdebilanz 2018 zeigt, dass geschlechterdiskriminierende Werbung dort im Jahr 2018 in 261 Fällen als Beschwerdegrund geführt wurde (2017 waren es 321 Fälle). Das sind etwa 56 % der Fälle, welche vom Werberat in diesem Jahr überhaupt geprüft wurden. (Weitere relevante Beschwerdegründe waren in 17 Fällen sexuell anstößige Werbung und in 21 Fällen die Diskriminierung von Personengruppen). Von diesen 261 Fällen wurde in 71 Fällen die Werbung eingestellt oder geändert, in 15 Fällen wurde eine öffentliche Rüge ausgesprochen. Von diesen 261 (Beschwerde-)Fällen wurden 201 als sexistisch und frauenherabwürdigend, 44 als frauendiskriminierend und 16 als männerdiskriminierend klassifiziert. In seinem Bericht stellt der Deutsche Werberat die „besondere Sensibilität in der Bevölkerung hinsichtlich geschlechterdiskriminierender Werbung“ fest. Aus den gemachten Erfahrungen heraus, wurde ein „Leitfaden zum Werbekodex“ verfasst, der für Unternehmen und Öffentlichkeit anhand konkreter Beispiele (ethische) Grenzen definiert.

In den Jahren 2017 und 2018 ging bei der SRN jeweils genau eine Beschwerde wegen sexualisierter Werbung ein; die Beschwerde aus 2018 betraf dabei den Werbeaushang eines anderen Werbetreibenden.

Als Fazit der aktuellen Situation ist festzuhalten, dass es – nimmt man die Zahl der Beschwerden über Werbung der SRN als Bezugspunkt – in Nürnberg keinen relevanten Bedarf gibt, den Vertrag mit der SRN abzuändern bzw. zusätzliche Kontrollmechanismen zu installieren.

Gleichwohl ist festzuhalten, dass das Thema sexistische Werbung, inklusive der Sensibilisierung hierzu, öffentliche Relevanz hat. Es gibt immer wieder einzelne Beschwerden, zum Beispiel über die Darstellung einer leicht bekleideten Person auf einem Kundenstopper

eines Tattoo-Studios oder den Abdruck eines Dekolletés durch einen Personaldienstleister in werbender Absicht. Die Beschwerden gehen an unterschiedlichen Stellen ein, wie in den genannten Fällen beim Liegenschaftsamt (hier ist die Zahl der diesbezüglichen Beschwerden etwa bei ein oder zwei Fällen je Jahr) oder im Büro der Frauenbeauftragten. Dort liegen keine Zahlen vor, wie viele Meldungen zu sexistischer Werbung bisher dort eingehen; in der Regel wird von dieser Seite an den Deutschen Werberat oder an Organisationen wie Pinkstinks verwiesen.

In einzelnen anderen Kommunen (München, Ulm und Pforzheim) ist mittlerweile die dortige Gleichstellungsstelle als kommunales Kompetenzzentrum für sexistische Werbung etabliert. Ein ähnliches Modell ist für Nürnberg bei den derzeit zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht möglich.

In Abstimmung mit dem Büro der Frauenbeauftragten wird vorgeschlagen, das dort bereits bestehende Angebot, bei strittigen Fällen aktiv zu werden und zu beraten, aktiv bekannt zu manchen und das Informations- und Schulungsangebot hierzu auszuweiten.

Inhalt dieses Angebots wäre sowohl eine aktive als auch passive Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel der Sensibilisierung für sexistische Werbung. Die passive Kommunikation würde darin bestehen, zum Beispiel mittels Flyer oder auf der Homepage über sexistische Werbung zu informieren und Möglichkeiten der Vermeidung von sexistischer Werbung darzustellen. Die aktive Kommunikation beinhaltet die Ansprache und den Austausch mit Personen oder Organisationen, über deren / dessen Werbung Beschwerden vorliegen, welche mit hinreichender Wahrscheinlichkeit sexistisch ist. Teil des Angebots wären auch ein Fortbildungsangebot sowohl für städtische als auch für externe Personen zu diesem Thema.

Bei der Definition, was sexistische Werbung ist und wann eine berechtigte Beschwerde vorliegt, sind alle genannten Sichtweisen in ausgewogenem Verhältnis zu berücksichtigen und den Vorstellungen der Allgemeinheit ausreichend Rechnung zu tragen.

  1. Der Stadtrat beschließt, dass die Stadt die Initiative ergreift, das Thema „sexistische

Werbung“ auch mit ansässigen Unternehmen zu diskutieren. Zudem soll sie ein

Bewusstsein hierfür schaffen und das Ziel verfolgen, dass Unternehmen

selbstverpflichtend auf Werbung mit sexistischen Inhalten verzichten.

Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung:

Der Verwaltung sind keine Fälle bekannt, in denen relevante ansässige Unternehmen auf Grund sexistischer Werbung Grund zur Beanstandung gegeben hätten.

Einen Anlass, initiativ auf Unternehmen zuzugehen, sieht die Verwaltung nicht. Auf die Ausführungen zu Punkt 2 wird verwiesen.

LA/084/2020

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ausschuss für Recht, Wirtschaft und 12.02.2020 öffentlich Gutachten

Arbeit

Stadtrat 04.03.2020 öffentlich Beschluss

Betreff:

Änderung des Entgeltverzeichnisses

- Gebührenfreiheit für Wärmedämmung

Anlagen: Entscheidungsvorlage Sondernutzungsgebuehrensatzung Entgeltverzeichnis privatrechtliche Sondernutzungen Neufassung Entgeltverzeichnis privatrechtliche Sondernutzungen Lesefassung

Sachverhalt (kurz):

Die Aufbringung von Wärmedämmungen an Gebäudefassaden ist, soweit öffentlicher Raum überbaut wird, in Nürnberg bisher erlaubnis- und gebührenpflichtig. Durch die Neuregelung wird Gebührenfreiheit gewährt.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Die Kosten sind im vorliegenden Fall Mindereinnahmen in Höhe von (geschätzt) 5.000 Euro je Haushaltsjahr.

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 5.000 € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stadt Nürnberg Beschlussvorlage LA/084/2020

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Keine unterschiedlichen Auswirkungen auf einzelne Bevölkerungsgruppen zu erwarten.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

SÖR

BANOS

Stadt Nürnberg Beschlussvorlage LA/084/2020

Gutachtenvorschlag (RWA am 12.02.2020):

Der Ausschuss begutachtet die vorgeschlagene Änderung des Entgeltverzeichnisses und den Vorschlag, das Überbauen des öffentlichen Raums durch Aufbringen von Wärmedämmungen an Gebäudefassaden als im öffentlichen Interesse liegend zu betrachten und diese damit gebührenfrei zu stellen. Der Ausschuss empfiehlt dem Stadtrat, dies zu beschließen.

Beschlussvorschlag (StR am 04.03.2020):

  1. Entsprechend dem Gutachten des Ausschusses für Recht, Wirtschaft und Arbeit vom 12.02.2020 wird die Neufassung des beiliegenden Entgeltverzeichnisses beschlossen.

  2. Es wird beschlossen, dass das Überbauen des öffentlichen Raums durch Aufbringen von Wärmedämmungen an Gebäudefassaden im öffentlichen Interesse liegt und dafür Gebührenfreiheit gewährt wird.

  3. Die Regelung tritt mit Beschluss des Stadtrats der Stadt Nürnberg in Kraft.

Änderung des Entgeltverzeichnisses

– Gebührenfreiheit für Wärmedämmung

Entscheidungsvorlage

Ausgangslage

Die Aufbringung von Wärmedämmungen an Gebäudeaußenfassaden ist in Nürnberg als erlaubnispflichtige Sondernutzungen geregelt, soweit sie den öffentlichen Raum überbauen (siehe Satzung über Sondernutzungen an öffentlichen Straßen – Sondernutzungssatzung SNS – in der Fassung vom 15.12.2016).

Durch Änderung der Sondernutzungsgebührensatzung im Jahr 2017 (vgl. Begutachtung im RWA am 5.4.2017 und Beschluss im Stadtrat am 26.4.2017) wurde diese Form der Sondernutzung grundsätzlich gebührenpflichtig. Gemäß dem (zuletzt vom Stadtrat am 25.09.2019 beschlossenen) Entgeltverzeichnis ist hierfür mit Position 55 b eine einmalige Jahres-Gebühr von derzeit 29 Euro je laufenden Meter bzw. eine pauschale Gebühr von mindestens 950 Euro festgelegt. Für die Jahre 2018 und 2019 wurden insgesamt zehn Sondernutzungserlaubnisse mit einem Gebührenaufkommen von 9.227,50 Euro erteilt.

Entscheidungsvorschlag

Die Aufbringung von Wärmedämmungen soll in Nürnberg unverändert erlaubnispflichtig bleiben, soweit diese den öffentlichen Raum überbauen und damit den Gemeingebrauch beeinträchtigen. Im Rahmen des laufenden Unterhalts der Straßen und um die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sicherstellen zu können, ist es notwendig, von Überbauungen über öffentlichen Grund Kenntnis zu erhalten. Im Einzelfall wird dann geprüft, ob diese zulässig sind oder nicht. Bestehen keine Bedenken gegen diesen Eingriff in den öffentlichen Verkehrsraum, erfolgt die Zustimmung. In der Vergangenheit musste vom Liegenschaftsamt noch kein Antrag abgelehnt werden.

In Ergänzung des Stadtratsbeschlusses vom 25.09.2019 wird vorgeschlagen, Wärmedämmungen in Nürnberg künftig generell gebührenfrei zu stellen.

Die Erreichung klimapolitischer Ziele ist eine dringende und notwendige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die federführend auch von den Kommunen gefördert werden muss (vgl. Stadtrat vom 24.07.2019). Dies beinhaltet auch den baulichen Wärmeschutz. Damit werden Ressourcen durch geringeren Energieverbrauch für Heizung bzw. Klimatisierung von Räumen geschont und die Umwelt damit entlastet.

Gerade bei Althausbeständen lassen sich energetische Modernisierungen oftmals nur im Verbund mit der Aufbringung einer stärkeren Außendämmung realisieren. Ein Beitrag zur Förderung dieser Investitionsmaßnahmen privater Gebäudeeigentümer stellt die Möglichkeit dar, hierfür die Überbauung des öffentlichen Raums in Anspruch nehmen zu können.

Die Kosten von Modernisierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Energieeinsparung können vom Eigentümer auf Mieter umgelegt werden. Mit dem Verzicht auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren kann die Stadt auf eine Kostenentlastung hinwirken, die letztlich auch den Mietern zu Guten kommt.

Es wird deshalb vorgeschlagen, die Position 55 b im Entgeltverzeichnis ersatzlos zu streichen.

Wärmedämmungen, die Sondernutzungen sind, – soweit die Erlaubnis erteilt wird – gebührenfrei zu stellen. Der bauliche Wärmeschutz liegt im öffentlichen Interesse. Mit Verweis auf

§ 4 Abs. 3 der Sondernutzungsgebührensatzung der Stadt Nürnberg wird dafür Gebührenfreiheit gewährt.

Diese Regelung tritt mit dem Tag des Beschlusses durch den Stadtrat der Stadt Nürnberg in Kraft.

Finanzielle Auswirkungen:

Je Haushaltsjahr ist von Mindereinnahmen in Höhe von 5.000 Euro auszugehen.

SondernutzungsGÖÖeb S 77 ..22

Sondernutzungsgebührensatzung der Stadt Nürnberg

(SondernutzungsGebS – SNutzGebS)

Vom 17. März 1977 (Amtsblatt S. 64),

zuletzt geändert durch Satzung vom 2. Mai 2017 (Amtsblatt S. 167)

Die Stadt Nürnberg erläßt aufgrund des Art. 18 Abs. 2 a des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes i. d. F. der Bekanntmachung vom 2. Juli 1974 (GVBl. S. 333) und § 8 Abs. 3 S. 5 und 6 des Bundesfernstraßengesetzes i. d. F. vom 01. Oktober 1974 folgende Satzung:

Inhaltsübersicht: § 1 Gebührengegenstand § 2 Gebührenhöhe § 3 Kapitalisierung § 4 Gebührenfreiheit § 5 Gebührenschuldner § 6 Entstehung und Fälligkeit der Gebührenschuld § 7 Gebührenerstattung § 8 Inkrafttreten

§ 1

Gebührengegenstand

Für erlaubte und unerlaubte Sondernutzungen an den in der Baulast der Stadt stehenden öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen werden Gebühren nach dieser Satzung erhoben.

§ 2

Gebührenhöhe

(1) Die Höhe der Gebühr bemisst sich nach dem Gebührenverzeichnis (Anlage 1) in Verbindung mit dem Straßengruppenverzeichnis (Anlage 2) und dem Zuschlagszonenverzeichnis (Anlage 3). (2) Bei Sondernutzungen, für die das Gebührenverzeichnis Rahmensätze vorsieht, bemessen sich die Gebühren im Einzelfall nach Art und Ausmaß der Einwirkung auf die Straße und den Gemeingebrauch sowie nach dem wirtschaftlichen Interesse des Gebührenschuldners. (3) Bruchteile der im Gebührenverzeichnis angegebenen Maß- und Zeiteinheiten werden auf eine volle Einheit aufgerundet. (4) Bei wiederkehrenden jährlichen Gebühren werden für angefangene Kalenderjahre anteilige Gebühren erhoben; dabei wird jeder angefangene Monat mit 1/12 des Jahresbetrages berechnet. (5) Die Mindestgebühr beträgt 5,00 Euro.

__________________________ 66. Nachtrag August 2017

SondernutzungsGebS

§ 3

Kapitalisierung

(1) Bei auf Dauer angelegten Sondernutzungen, die gebäudebezogen sind oder von Einrichtungen der öffentlichen Hand betrieben werden, kann die laufend wiederkehrende Sondernutzungsgebühr mit Zustimmung des Gebührenschuldners durch Zahlung eines einmaligen Betrages abgelöst werden (Kapitalisierung). Ein Anspruch auf Ablösung besteht nicht. (2) Die Höhe der Ablösung beträgt das 25-fache der Jahresgebühr.

§ 4

Gebührenfreiheit

(1) Sondernutzungen, die nach ausdrücklicher vertraglicher Festlegung unentgeltlich ausgeübt werden können oder für die eine einmalige Ablösung gezahlt wurde (Kapitalisierung), bleiben gebührenfrei, solange sie unverändert ausgeübt werden. Den Nachweis hierfür hat der Berechtigte zu erbringen. (2) Ebenfalls gebührenfrei bleiben Sondernutzungen bei bereits bestehenden Bauten, die erst durch Straßenbaumaßnahmen erforderlich werden (z. B. neue Lichtschächte wegen nachträglicher Änderung der Straßenhöhen). (3) Liegt die Ausübung der Sondernutzung im öffentlichen Interesse, so kann Gebührenfreiheit oder Gebührenermäßigung gewährt werden. (4) Gebührenfreiheit kann auch ganz oder teilweise gewährt werden 1. für Sondernutzungen von Einrichtungen der öffentlichen Hand; 2. für Sondernutzungen, die ausschließlich zu sozialen oder karitativen Zwecken ausgeübt werden; 3. für Sondernutzungen aus Anlass von kirchlichen Umzügen und Veranstaltungen; 4. für nichtgewerbliche Volksbelustigungen, Musik- und Gesangsdarbietungen; 5. für politische Werbung vor Wahlen, Volksentscheiden und Bürgerentscheiden sowie bei Volksbegehren und Bürgerbegehren und vor in Nürnberg stattfindenden Bundes- oder Landesparteitagen; 6. für Behindertenrampen im Zuge der Verbesserung der Barrierefreiheit.

§ 5

Gebührenschuldner

(1) Gebührenschuldner oder Gebührenschuldnerin ist diejenige Person, 1. der die Sondernutzungserlaubnis erteilt ist sowie deren Rechtsnachfolgerin; 2. die eine Sondernutzung erlaubt oder unerlaubt ausübt; 3. in deren Interesse die Sondernutzung ausgeübt wird. (2) Geht die Sondernutzung von einem Grundstück aus, so ist Gebührenschuldner auch der Eigentümer oder der dinglich Nutzungsberechtigte des Grundstückes. (3) Bei Baumaßnahmen sind sowohl die ausführende Baufirma als auch der Bauherr Gebührenschuldner. (4) Mehrere Gebührenschuldner haften als Gesamtschuldner.

_________________________ 2 66. Nachtrag August 2017

SondernutzungsGebS

§ 6

Entstehung und Fälligkeit der Gebührenschuld

(1) Die Gebührenschuld entsteht mit der Erteilung der Erlaubnis, sonst mit der erstmaligen Ausübung der Sondernutzung und ist innerhalb von 14 Tagen zur Zahlung fällig. (2) Steht die Dauer der Sondernutzung bei der Erteilung der Erlaubnis noch nicht fest und erfolgt die Gebührenfestsetzung daher nachträglich, so sind die Gebühren 14 Tage nach Zahlungsaufforderung fällig. (3) Bei wiederkehrenden jährlichen Gebühren werden der anteilige Betrag für das laufende Kalenderjahr innerhalb von 14 Tagen nach Erteilung der Erlaubnis, die folgenden Jahresbeträge jeweils zum dritten Werktag des Kalenderjahres zur Zahlung fällig. Bei monatlichen Gebühren werden der anteilige Betrag für den laufenden Monat innerhalb von 14 Tagen nach Erteilung der Erlaubnis, die folgenden Beträge jeweils am dritten Werktag des Monats zur Zahlung fällig.

§ 7

Gebührenerstattung

(1) Wird von der Sondernutzungserlaubnis 1. nachweislich kein Gebrauch gemacht oder 2. die Sondernutzung bereits vor Ablauf des genehmigten Sondernutzungszeitraums beendet, so werden die über die tatsächliche Nutzung hinaus entrichteten Gebühren auf Antrag ganz oder anteilig erstattet. (2) Der Erstattungsantrag muss im Fall des Abs. 1 Nr. 1 innerhalb eines Monats nach dem beabsichtigten Beginn der Sondernutzung, im Fall des Abs. 1 Nr. 2 innerhalb eines Monats nach tatsächlicher Beendigung der Sondernutzung bei der Stadt eingegangen sein. (3) Beträge bis 10,00 Euro werden nicht erstattet.

§ 8

Inkrafttreten

Diese Satzung tritt am 1. April 1977 in Kraft.

__________________________ 66. Nachtrag August 2017

Entgeltverzeichnis für privatrechtlich zu regelnde Sondernutzungen

Pos. Art der Sondernutzung Maßeinheit Zeiteinheit Betrag
Nr.
50 Überbauungen (außer Vordächer, Trittstufen, freistehende Säulen, Stützpfeiler) Fläche, Nutzwert, Verwendungszweck einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
52 Überbrückungen Fläche, Nutzwert einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
53 Kabel- und Rohrleitungen (unterirdisch) lfd. Meter Jahr 1,16 €
pauschal mindestens 38,00 €
54 Kanäle lfd. Meter Jahr 1,16 €
pauschal mindestens 38,00 €
55 Aufgrabungen und Verlegung von Grundstücksanschlüssen gemäß Entwässerungssatzung pro Anschluss einmalig 160,00 €
55a Anker (temporär oder dauerhaft) Stück, Nutzwert einmalig Ermittlung durch SÖR im Einzelfall
56 Fernheizleitungen lfd. Meter je nach Lage und Verwendungszweck Rahmen je Jahr von… 3,10 €
… bis… 27,00 €
Pauschal jedoch mindestens 43,50 €
57 Unterkellerungen Fläche, Nutzwert einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
58 unterirdische Tanks Stück ( je angefangene 20.000 l Lagermenge) Jahr
- gewerblich 270,00 €
- nicht gewerblich 134,00 €
60 Altstadtfest je nach Art und Umfang der Flächeninanspruchna hme Berechnung im Einzelfall bis pauschal 21.900,00 €
61 Kirchweihgeschäfte aller Art (außer Pos. Nrn. 62 - 64) Frontmeter, Durchmesser Tag 3,35 €
62 Kleinkinderfahrgeschäfte Frontmeter, Durchmesser Tag 3,10 €
63 Imbissstände Frontmeter Tag 5,00 €
64 Zeltaufstellungen m² Tag 0,59 €
65 Großveranstaltungen je nach Art und Umfang der Flächen- inanspruchnahme pauschal bis 10 % der Einnahmen aus Eintrittsgeldern
66 Veranstaltungen im Bereich des Volkspark Dutzendteich einschl. Zeppelintribüne und Stadionumfeld je nach Art und Umfang der Flächen- inanspruchnahme Berechnung im Einzelfall bis pauschal 122.200,00 €

Entgeltverzeichnis für privatrechtlich zu regelnde Sondernutzungen

Pos. Art der Sondernutzung Maßeinheit Zeiteinheit Betrag
Nr.
50 Überbauungen (außer Vordächer, Trittstufen, freistehende Säulen, Stützpfeiler) Fläche, Nutzwert, Verwendungszweck einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
52 Überbrückungen Fläche, Nutzwert einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
53 Kabel- und Rohrleitungen (unterirdisch) lfd. Meter Jahr 1,16 €
pauschal mindestens 38,00 €
54 Kanäle lfd. Meter Jahr 1,16 €
pauschal mindestens 38,00 €
55 Aufgrabungen und Verlegung von Grundstücksanschlüssen gemäß Entwässerungssatzung pro Anschluss einmalig 160,00 €
55a Anker (temporär oder dauerhaft) Stück, Nutzwert einmalig Ermittlung durch SÖR im Einzelfall
55b Wärmedämmung lfd. Meter einmalig 29,00 €
pauschal mindestens 950,00 €
56 Fernheizleitungen lfd. Meter je nach Lage und Verwendungszweck Rahmen je Jahr von… 3,10 €
… bis… 27,00 €
Pauschal jedoch mindestens 43,50 €
57 Unterkellerungen Fläche, Nutzwert einmalig Ermittlung durch Geo im Einzelfall
58 unterirdische Tanks Stück ( je angefangene 20.000 l Lagermenge) Jahr
- gewerblich 270,00 €
- nicht gewerblich 134,00 €
60 Altstadtfest je nach Art und Umfang der Flächeninanspruchna hme Berechnung im Einzelfall bis pauschal 21.900,00 €
61 Kirchweihgeschäfte aller Art (außer Pos. Nrn. 62 - 64) Frontmeter, Durchmesser Tag 3,35 €
62 Kleinkinderfahrgeschäfte Frontmeter, Durchmesser Tag 3,10 €
63 Imbissstände Frontmeter Tag 5,00 €
64 Zeltaufstellungen m² Tag 0,59 €
65 Großveranstaltungen je nach Art und Umfang der Flächen- inanspruchnahme pauschal bis 10 % der Einnahmen aus Eintrittsgeldern
66 Veranstaltungen im Bereich des Volkspark Dutzendteich einschl. Zeppelintribüne und Stadionumfeld je nach Art und Umfang der Flächen- inanspruchnahme Berechnung im Einzelfall bis pauschal 122.200,00 €

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