Beilage 3.2
zur Sitzung des gemeinsamen Jugendhilfe- u. Schulausschusses vom 28.06.2018
Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Nürnberg
Leistungs- und Strukturdaten (Arbeitsbericht) auf Basis der JaS-Landesdokumentation
1. Einzelfallbezogene Leistungen
1.1 Schülerinnen und Schüler in der JaS-Beratung 1.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund 1.3 Geflüchtete und Zugewanderte 1.4 Kooperationen im Bereich der einzelfallbezogenen Hilfen 1.5 Kooperation im Bereich des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII 1.6 Anlässe, Schwerpunkte und Zugänge 1.7 Fachliche Reflexionen zu einzelfallbezogenen Leistungen
2. Strukturelle Leistungen
2.1 Gruppen- und Projektangebote 2.2 Arbeit mit Gruppen in/aus Schulklassen 2.3 Ferienangebote 2.4 Kooperationspartner 2.5 Fachliche Reflexionen zu strukturellen Leistungen
3. Organisation
3.1 JaS-Fachkräfte 3.2 JaS-Einsatzschulen 3.3 Regionen-/schulartbezogene Aufteilung der Fachkräfte 3.4 JaS-Fachkräfte in Qualifizierungsmaßnahmen
Grundlage des vorliegenden Leistungs- und Strukturdaten (Arbeitsbericht) der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Nürnberg ist ein standardisiertes Berichtsverfahren für das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (BayStMAS), in dem Fachkräfte der JaS in Bayern ihre Arbeit einheitlich dokumentieren. Für den Bericht konnten dessen Daten aus dem Kalenderjahr 2016 herangezogen werden. Sie wurden mit den eigenen Daten aus 2017 ergänzt, insbesondere mit Organisationszahlen der Abteilung oder zur Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten. Auch Praxisdarstellungen stammen aus 2017. Sie sind als Auszug aus exemplarischen Reflexionen von JaS-Fachkräften zusammengefasst. Ein Vergleich mit bayernweiten Daten kann perspektivisch nur dann vorgenommen werden, wenn aktuellere und damit aussagekräftigere Landeszahlen (derzeitiger Stand: bis 2014) vorliegen.
1. Einzelfallbezogene Leistungen
JaS-Auftrag gemäß § 13 SGB VIII ist es, jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sozialpädagogische Hilfen anzubieten, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern. Demgemäß gewährt der Freistaat Bayern Zuwendungen nach der „JaS- Förderrichtlinie“; ebenso basiert die zuletzt im gemeinsamen Schul- und Jugendhilfeausschuss 2014 fortgeschriebene Nürnberger JaS-Konzeption darauf.1 Kernstück der JaS sind die einzelfallbezogenen Leistungen, für die nach den konzeptionellen Vorgaben mindestens 50% der Arbeitszeit aufzuwenden sind; 2016 lag dieser Wert bei durchschnittlich 68%. Die Rahmenkonzeption nennt in Kapitel 2.2 als grundsätzliche Intentionen dieser Leistungen die Förderung der Teilhabe benachteiligter Kinder und Jugendlicher an Bildung, die Förderung des Lernens und Unterstützung individueller Lernvoraussetzungen, Entwicklung der Persönlichkeit, Unterstützung bei der Integration, bei der Berufsvorbereitung und beruflichen Orientierung. Junge Menschen mit schwerwiegenden Problemlagen können durch JaS über einen längeren Zeitraum intensiv begleitet und gestützt werden. In Fällen, in denen Bedarf an weitergehenden erzieherischen Hilfen deutlich wird, zieht JaS weitere Institutionen, zum Beispiel den Allgemeinen Sozialdienst des Jugendamts hinzu (siehe Punkte 1.4 und 1.5 dieses Berichts).
1.1 Schülerinnen und Schüler in der JaS-Beratung
Im bayerischen Berichtsverfahren wird dokumentiert, wie viele Schülerinnen und Schüler von JaS durch einzelfallbezogene Leistungen - Beratung, Hilfe, sozialpädagogische Diagnostik, Krisenintervention, Kooperationsaktivitäten - erreicht werden. Die Anzahl der Termine mit dem einzelnen jungen Menschen wird dabei nicht erfasst, d.h.: Eine Schülerin/ein Schüler kann mehrere Beratungsgespräche bei JaS wahrnehmen (was die Regel ist), es können dazu mehrere gemeinsame Termine mit anderen Institutionen, mit Familien oder innerhalb der Schule mit Lehrkräften stattfinden – es wird immer als eine einzelfallbezogene Leistung gewertet. Sie wird spätestens nach drei Beratungsterminen pro Schülerin/Schüler im Berichtswesen der JaS erfasst. Aussagen zur fachlichen Intensität des Einzelfalls oder zum benötigten Zeitaufwand sind hierbei nicht möglich. Im JaS-Berichtsverfahren des BayStMAS liegen derzeit die ausgewerteten Dokumentationsdaten für das Jahr 2016 vor. Danach fanden einzelfallbezogene Leistungen der Nürnberger JaS für 4.361 (12%) von insgesamt 36.362 Kindern und Jugendlichen an Schulen mit JaS-Besetzung statt. Ohne die Berufsschülerinnen und Berufsschüler beträgt dieser Wert 16% für dann 3.700 junge Menschen in einzelfallbezogenen Leistungen der JaS bei insgesamt 23.142 Kindern und Jugendlichen. An Beruflichen Schulen ist ein Vergleich des
1 Siehe hierzu : Lerch-Wolfrum, Gabriela / Renges, Annemarie: Jugendsozialarbeit an Schulen – JaS 1000, Handbuch für die Praxis in Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, München 2014, S. 31 ff. und Stadt Nürnberg, Referat für Jugend, Familie und Soziales und Geschäftsbereich Schule und Sport: Konzeption der Jugendsozialarbeit an Schulen für Nürnberg, November 2014.
Beratungsanteils durch JaS aufgrund der generell hohen Schülerzahl und des dadurch bedingten selektiveren Zugangs zu den jungen Menschen nicht aussagekräftig. Dort waren 5% der jungen Menschen (abs. 661 von 13.220) in den einzelfallbezogenen Angeboten der JaS. Bei der zahlenmäßig größten Gruppe, den Schülerinnen und Schülern an Mittelschulen, lag der Wert der durch JaS erreichten jungen Menschen bei 18% (abs. 1.469 von insgesamt 8.161 Schülerinnen und Schülern). Besonders hoch war der Wert an sonderpädagogischen Förderzentren. Hier wurden 41% aller Schülerinnen und Schüler (abs. 756 von 1.844) von den JaS-Fachkräften mit Beratung und Einzelfallhilfe erreicht. An Grundschulen lag der Anteil der beratenen Kinder bei 13% (abs. 922 von 7.092) und an den Realschulen/Gymn. bei 11% aller Schülerinnen und Schüler (abs. 550 von 5.000).
56% der Zielgruppe waren männliche Schüler.
Die durchschnittliche Einzelfallhäufigkeit je JaS-Fachkraft (Vollzeitäquivalent) wurde mit 73,5 Schülerinnen und Schülern erfasst. Über diesem Wert lagen die Fachkräfte an den Sonderpädagogischen Förderzentren, die im Durchschnitt mit 86,7 Schülerinnen und Schülern gearbeitet haben.
Sozialpädagogische Beratung mit Angehörigen wird nur dann im Berichtswesen erfasst, wenn sie „schwerpunktmäßige“ Relevanz zur Einzelfallarbeit mit dem Kind oder Jugendlichen hat. Danach fand Beratung mit Angehörigen durchschnittlich bei 21% der Schülerinnen und Schüler in einer JaS-Einzelfallhilfe (abs. 979) statt. Bei Grundschulkindern und deren Familien lag der Anteil mit 31,4% (abs. 322) deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.
34% der jungen Menschen, die Beratungsleistungen der JaS nutzten, lebten bei alleinerziehenden Eltern (Berechnung ohne Berufsschulen); der Vergleichswert für die Stadt Nürnberg insgesamt lag bei 21%2.
1.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
Eine Hauptzielgruppe sind nach der Nürnberger Rahmenkonzeption und der bayerischen Förderrichtlinie Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, den 65,5% (absolut 2.823) aller durch die Nürnberger JaS erreichten jungen Menschen hatten (Definition: ‚Ausländische Staatsangehörigkeit, Geburt außerhalb Deutschlands und/oder nichtdeutsche Muttersprache im Elternhaus‘). Dieser Wert bildet sich sowohl bei JaS an Allgemeinbildenden Schulen (mit 65,2%) als auch bei JaS an Beruflichen Schulen (mit 67,2%) ab. Überdurchschnittlich ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der JaS-Einzelfallarbeit an den Nürnberger Grundschulen mit 75,5% und Mittelschulen mit 70,4%. An Realschulen (mit 66,5%) und an Beruflichen Schulen (mit 67,2%) entspricht der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der JaS-Einzelfallarbeit dem Durchschnittswert, während er an Sonderpädagogischen Förderzentren (mit 41,8%) darunter liegt.
2 Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 2016
Der intensive Arbeitsbezug von JaS zu dieser Zielgruppe wird auch durch den Vergleich zum allgemeinen schulartbezogenen Migrationshintergrund deutlich. Dieser beträgt an Grundschulen 54,2%, an Mittelschulen 68,0%, an Realschulen 40,6% und an Sonderpädagogischen Förderzentren 36,6%3.
Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in einzelfallbezogener JaS-Arbeit - in % je Schulart (2016)
1.3 Geflüchtete und Zugewanderte
Die Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten ist Bestandteil des Jugendhilfe-Auftrags der JaS nach § 13 SGB VIII. Von den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gehörten 2016 in der einzelfallbezogenen Arbeit 11% (311 von 2.823) zu dieser Zielgruppe
- mit einem überdurchschnittlichen Wert für die Beruflichen Schulen von 21,5% (142 von
661). Die Zugangs- und Ansatzpunkte, die eine sozialpädagogische Arbeit auslösen, unterscheiden sich dabei nicht von anderen Zielgruppen: Schulschwierigkeiten, Schulversagen, Schulverweigerung, persönliche Problemstellungen, Krisensituationen, Konflikte mit anderen Schülerinnen und Schülern, mit Eltern, mit Lehrkräften, im Ausbildungsbetrieb, soziale Auffälligkeiten, fehlende Orientierung und Perspektive. Mit der starken Zunahme der Zahl dieser jungen Menschen an Nürnberger Schulen waren fachliche Anforderungen an die JaS und Arbeitsverdichtungen verbunden, die zu Stellenschaffungen ab 09/2017 führten (siehe Pkt. 3.1): Zur Förderung der Integrationschancen dieser Kinder und Jugendlichen ist ein erhöhter Bedarf an individueller Unterstützung notwendig. JaS ist für diese jungen Menschen in besonderem Maße eine direkt an der Schule
3 Angaben zum allgemeinen Migrationshintergrund an den Schularten aus Nürnberger Bildungsbericht 2017 für das Jahr 2016. Bei den Förderzentren ist der staatliche Bereich erfasst. Nicht berücksichtigt sind hier Gymnasien. JaS ist nur an einem davon vertreten, die Migrationsdaten für rund 11.000 dieser Schülerinnen und Schüler würden zu Verzerrungen führen. Auch der generelle Migrationsanteil an Beruflichen Schulen kann nicht als Vergleichswert herangezogen werden, da aufgrund der hohen Schülerzahl in dieser Schulart JaS grundsätzlich einen besonders selektiven Zugang zu den jungen Menschen hat, z.B. zu Geflüchteten und Zugewanderten.
verfügbare niederschwellige Anlaufstelle und leistet dort eine Kombination aus Krisenintervention, eigener Beratung und individueller Unterstützung sowie Vermittlung und Begleitung zu anderen Fachdiensten und Maßnahmenträgern.
- Kriseninterventionen finden zunächst im Rahmen eigener JaS-Hilfsangebote statt.
Ausgangsthemen sind zum Beispiel Rollenkonflikte aufgrund verschiedener kultureller Hintergründe, Probleme aufgrund sprachlicher Defizite, Konflikte unter Mitschülern, Anfeindungen, Angst vor Angehörigen oder Erfahrungen im eigenen Asylverfahren. Dazu erhalten Geflüchtete oder Zugewanderte unmittelbare Unterstützung durch Vernetzungen der JaS mit anderen Beratungsstellen und durch Vermittlungen in adäquate Hilfssysteme. Kooperationen erfolgen dann mit der Schulpsychologie, niedergelassenen Therapeuten, Allgemeinem Sozialdienst, Gesundheitsamt, Ärzten, Jugendmigrationsdiensten, Fachkräften aus Gemeinschaftsunterkünften oder ehrenamtlichen Betreuern. Auch wenn die jungen Menschen die Schule verlassen bzw. wechseln, bleibt die Koordination der Krisenhilfen zentrales Thema für die JaS-Fachkräfte.
- Zielgruppenbezogene Beratungen und individuelle Unterstützungen sind Hauptar-
beitsfeld der JaS und beziehen sich insbesondere auf die von Schülerinnen und Schülern unmittelbar erfahrenen Probleme im Integrationsprozess, zum Beispiel bei lebenspraktischen Fragen im Alltag, Ämterangelegenheiten (Formulare, Anträge), Vertragsabschlüssen, Fragestellungen zum Asylverfahren und ebenso bei Themen der Freizeitgestaltung. Hinzu kommen Schwierigkeiten in Schule und Unterricht oder familiäre Konflikte. Beratungsanlässe sind ebenso finanzielle Probleme oder Schulden, zum Beispiel durch Verträge im Medien- und Sportbereich. Insbesondere bei alltagsunterstützenden Informationen und Maßnahmen sind Angebote für Familien Bestandteil der JaS-Beratungs- und Koordinierungsarbeit, zum Beispiel zur Bedeutung des regelmäßigen Schulbesuchs oder zum Verhalten bei gesundheitlichen Beschwerden der Kinder. Elterngespräche finden sowohl in der Schule als auch außerhalb statt, häufig unter Mitwirkung von Dolmetschern, Ehrenamtlichen oder Elternlotsen.
- Zentrales Arbeitsfeld der JaS mit Geflüchteten und Zugewanderten sind die unmit-
telbaren Vermittlungen und Begleitungen zu anderen Fachdiensten und Maßnahmenträgern. Hier geht es u. a. um Hilfsangebote geeigneter Anlauf- und Beratungsstellen (Sprachkurse, Arztbesuche, Dolmetscher etc.), die Unterstützung bei der Umsetzung von musischen oder sportlichen Interessen, Vermittlung in Vereine und Kontakte zu Betrieben. Auch die Zusammenarbeit mit Schulverbindungsbeamten der Polizei, mit Fachkräften der Jugendarbeit, der Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozialamt, den Kammern oder mit ehrenamtlichen Unterstützern ist Teil dieser begleitenden Arbeit durch JaS. Daneben findet eine Vernetzung mit speziellen Anlaufstellen für Geflüchtete statt, beispielsweise mit der ‚Beratungsstelle Radikalisierung‘ (BAMF) oder im ‚Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung‘.
1.4 Kooperationen im Bereich der einzelfallbezogenen Hilfen
JaS-Fachkräfte sind eine Erstanlaufstelle für Schülerinnen und Schüler am Schulstandort. In mehreren Phasen der einzelfallbezogenen Leistung sind dabei anlassbezogene und bedarfsgerechte Kooperationen mit schulexternen und schulinternen Diensten oder Personen möglich und üblich. Teil dieser Zusammenarbeit sind in der Regel die weiterhin stattfindende eigene Beratung und Begleitung der betroffenen jungen Menschen. Die Kombination von Anlaufstelle vor Ort, Strukturierung des Gesamtsettings mit schulischen oder externen Akteuren und weiterhin kontinuierlichen Beratungsleistungen ist JaS-spezifisches Format. In 91,7% (abs. 3.999) der einzelfallbezogenen JaS-Leistungen fand eine ergänzende Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten oder Personen statt. Ein zentraler Kooperationspartner für JaS ist der Allgemeine Sozialdienst, mit dem in 22,6 % aller einzelfallbezogenen Leistungen zusammengearbeitet wurde. Die häufigsten Kooperationen gab es daneben mit der Erziehungsberatung, der Schulpsychologie, Beratungs- und Förderlehrkräften sowie dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst.
Häufigste Kooperationen in einzelfallbezogener JaS-Arbeit mit Fachdiensten/–Personen, absolut und % (2016)
1.5 Kooperation im Bereich des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII
Von den insgesamt 984 Kooperationsfällen mit dem ASD waren 142 (14,4%) im Bereich des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII (Kinderschutzgesetz). Insbesondere beim Informationsaustausch erfolgt die Zusammenarbeit hier nach verbindlichen Ablaufregelungen.
JaS-Kooperation mit dem ASD zum Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII abs. und in % (2016); Gesamt: 984
Deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 14,4% lag der Wert an Grundschulen. Mehr als ein Fünftel aller Kooperationsfälle mit dem ASD waren hier im Bereich des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII. Auch die generelle Zusammenarbeit zwischen Grundschul-JaS und ASD war intensiv. In 36,4% aller Einzelfälle (gegenüber 22,6% bei allen Schularten) kooperierten JaS-Fachkräfte an Grundschulen mit dem ASD.
Anteil Kooperation JaS/ASD zum Schutzauftrag, bezogen auf Kooperation JaS/ASD gesamt (2016)
| JaS gesamt | an Realschulen | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| an Grund- | an Mittel- | an Förder- | |||
| Gymn. und | |||||
| schulen | schulen | zentren | |||
| Berufsschulen | |||||
| Einzelfälle gesamt | 4.361 | 922 | 1.496 | 759 | 1.211 |
| Kooperationen mit ASD gesamt davon zum Schutzauftrag (§ 8a SGB VIII) | 984 (22,6%) 142 (14,4%) | 336 (36,4%) 72 (21,4%) | 361 (24,6%) 45 (12,5%) | 195 (26,0%) 14 (7,2%) | 92 (7,6%) 11 (12,0%) |
Leicht unter dem Durchschnitt lag mit 12,5% (abs. 56) die Kooperation zum Schutzauftrag bei der JaS an Mittelschulen. Die generelle Zusammenarbeit mit dem ASD lag bei 24,6%. An Sonderpädagogischen Förderzentren halbierte sich der Durchschnittswert der Kooperationsfälle zum Schutzauftrag. Hier finden in höherem Maß Weiterleitungen an den ASD auch durch Schulseite und durch die vor Ort arbeitenden Fachdienste statt. Die generelle Kooperation von JaS mit dem ASD an dieser Schulart lag mit 26,0% über dem Durchschnitt. Bei JaS an Realschulen/Gymn. sowie an Berufsschulen verringerte sich der allgemeine Kooperationswert mit dem ASD auf 7,6% (bezogen auf die Gesamtzahl einzelfallbezogener Leistungen). Neben dem selektiveren, von den Jugendlichen in der Regel selbst gesteuertem Beratungszugang ist insbesondere an den Berufsschulen das Alter der Zielgruppe (ca. 16 bis 27 Jahre) hierfür ursächlich.
Wird im Rahmen der einzelfallbezogenen Arbeit durch JaS - entweder bei der Kooperation zum Schutzauftrag oder generell - ein Kontakt zum ASD hergestellt und daraufhin ein Hilfeplanverfahren (§ 36 SGB VIII) eingeleitet, ist grundsätzlich eine enge Zusammenarbeit während des gesamten Prozesses zwischen ASD und JaS geboten. JaS- Fachkräfte waren an 182 Hilfeplanverfahren beteiligt (18,5% der ASD-Kooperationsfälle generell) - mit einem leicht überdurchschnittlichen Wert bei JaS an Grundschulen (abs. 74, 22,0%) und an Sonderpädagogischen Förderzentren (abs. 40, 20,5%).
1.6 Anlässe, Schwerpunkte und Zugänge
Niederschwellige Kontakte sind für die JaS Grundprinzip ihrer Arbeit. Das gilt bei eigenständigen Hilfsmaßnahmen und ebenso bei der Beratung/Begleitung als Teil eines Kooperationssettings. In beiden Bereichen sind Anlässe unterschiedlicher Art und Dimension Ausgangspunkt der sozialpädagogischen Unterstützung. Nachfolgende Kategorien entstammen den Vorgaben zur Online-Dokumentation des BayStMAS.
Auswahl häufiger Anlässe für die Beratung mit JaS, absolut und in % (2016), Mehrfachnennungen möglich
Anlässe wie „mangelnde Konzentration im Unterricht“ oder „Unterrichtsstörungen“ sind häufig Erstkontakte für weitergehende Beratungsbedarfe und in Verbindung mit der Zugangsvermittlung durch Lehrkräfte zu sehen (siehe S. 10). Die für JaS relevanten Anknüpfungspunkte gehen in der Regel über diese Anlassdefinition hinaus und beziehen Schülerpersönlichkeit und soziales Umfeld mit ein. Zu den in der Grafik skizzierten häufigen Beratungsanlässen kommen weitere hinzu, die insgesamt zwar seltener, jedoch in absoluter Häufigkeit auffallend sind, zum Beispiel: Autoaggressives Verhalten (64 Anlässe), Suizidandrohung (41), Straffälligkeit (38), Drogenmissbrauch (31), Sexuelle Übergriffe/Gewalt gegen Mitschülerinnen/Mitschüler (30), Opfer sexueller Übergriffe (18).
Das Berichtsverfahren des BayStMAS gibt bei den Schwerpunkten der Bearbeitung von Problemlagen Kategorien vor. Die übergreifende Kategorie „Problemlagen, die in der in-
dividuellen Persönlichkeit liegen“ bezieht sich danach auf persönliche ‚Einstellungen, Vorurteile, Werte, Motive, Interessen, Ängste, Wahrnehmungs- und Verhaltenstendenzen, Erwartungen oder Selbstwertgefühle‘ (Online-Dokumentation JaS-Bayern). Überschneidungen zu den dann folgenden Problemlagen sind vorhanden.
Schwerpunkte der Bearbeitung von Problemlagen, absolut (2016), Mehrfachnennungen möglich
Die Zugänge zu JaS erfolgen in gut 58% aller einzelfallbezogenen Leistungen über die Lehrkräfte der Schule; überdurchschnittlich viele dabei an Grundschulen mit 65%. Direkt nahmen Schülerinnen und Schüler in etwa 33% aller Beratungen Kontakt auf, unterdurchschnittlich an Grundschulen (21%). Sonstige Personen oder Institutionen, die Kontakt zu JaS herstellen, waren z. B. die Schulpsychologie, der Mobile Sonderpädagogische Dienst oder auch andere Schülerinnen und Schüler (rund die Hälfte der Gruppe „Sonstige“).
Zugang zur JaS-Fachkraft über … in % (2016)
1.7 Fachliche Reflexionen zu einzelfallbezogenen Leistungen
Am Schuljahresende (hier: Juli 2017) erstellen alle JaS-Mitarbeitende fachliche Reflexionen, die sich auf die am Anfang des Schuljahres mit den Schulleitungen abgeschlossenen Praxisvereinbarungen beziehen. Beispielhaft werden einige Textauszüge daraus zum Bereich der einzelfallbezogenen Leistungen für verschiedene Altersgruppen skizziert.
Altersgruppe der bis 10-Jährigen (Grundschule, Förderzentrum GS-Stufe)
Einzelfallbezogene Hilfe „Die einzelfallbezogenen Hilfen nahmen einen großen Schwerpunkt der JaS-Arbeit ein. In einzelnen Fällen war eine kontinuierliche Arbeit mit Kindern sowie Eltern schwierig (Fehlzeiten der Kinder, Zuverlässigkeit der Eltern). Themen der Hilfe waren u.a. emotionale Unterstützung bei Fremdunterbringung, Strategien zum Umgang mit Gewalt innerhalb der Familie, Vermittlung und Unterstützung bei Trennung/Scheidung der Eltern, Umgang mit Streitigkeiten in Gruppen oder Klassen, Umgang mit Überforderung und Leistungsdruck, Begleitung von Eltern bei der Annahme von weiteren Hilfen (Kinderpsychologe, Erziehungsberatung etc.).“
Krisenintervention „Im Schuljahr 2016/17 wurde JaS verstärkt von Klassenleitungen in akuten Krisensituationen hinzugezogen z. B. bei Suizid-Äußerung, Sachbeschädigung, Konflikteskalation im Klassenzimmer. Ein abgestimmtes, wirkungsvolles Handeln gelang. Weiterhin wurde JaS auch als Anlaufstelle für „kleinere Krisen“ und Konflikten unter SchülerInnen in Anspruch genommen, die z. B. nicht durch die Streitschlichter beigelegt werden konnten.“
Altersgruppe der 11 bis 16-Jährigen (Mittel-, Realschule, Förderzentrum MS-Stufe)
Einzelfallbezogene Hilfe „Die hohe Akzeptanz innerhalb des Kollegiums führt dazu, dass Schüler ihre Termine ungestört wahrnehmen können. Themenschwerpunkte im zurückliegenden Schuljahr waren n.a. Konflikte im Elternhaus (Trennung und Scheidung, körperliche Gewalt, Vernachlässigung), Umgang mit Drogen (erste Kontakte und Einstiegssituationen, längerer Konsum, Ausstieg, Auswirkungen in der Schule, Zurechtkommen im Schulalltag). Die Beziehungsarbeit zu den SchülerInnen bildet die Grundlage für die Beratungsarbeit. Dafür ist eine frühzeitige, verstärkte Präsenz in den 5. und 6. Jahrgängen der Mittelschule zur Vertrauensförderung wichtig.“
Krisenintervention „Im Bereich der Kindeswohlgefährdung gab es ebenso schulübergreifende Fälle, in denen z. B. Geschwisterkinder in der Grund- oder Realschule waren. Hier fand eine schnelle und gute Kooperation mit den JaS-Kolleginnen der anderen Schulen statt. Ebenso war sexueller Missbrauch ein § 8a-Thema. Es betraf jeweils Schülerinnen, mit denen bereits zusammengearbeitet wurde. In diesen Fällen konnte an Wildwasser und den ASD vermittelt werden.“
Kooperation mit Lehrkräften „Verschiedene Formen der Zusammenarbeit sind entstanden: Durchführung von gemeinsamen Elterngesprächen, Runden Tischen, Teamtrainings in unterschiedlichen Jahrgangsstufen, Kennenlerntagen, Arbeitsgruppen und Projekten; Begleitung bei Ausflügen und Klassenfahrten, Kooperation mit der Grundschule. In den letzten Jahren ist die Vertrauensbasis zwischen den Lehrern und JaS gewachsen. Durch die Zusammenarbeit konnten Arbeitsweisen und Arbeitsansätze gut vermittelt und beobachtet werden.“
Altersgruppe der über 16-Jährigen (z.B. Berufliche Schule)
Einzelfallbezogene Hilfe „Die Einzelfallhilfe bildet die Kernaufgabe meiner JaS-Tätigkeit. Die Beratung wurde im letzten Schuljahr sehr gut in Anspruch genommen. Zum Teil reichten zwei bis drei Kurzinterventionen aus. Häufig erstreckte sich die Begleitung und Unterstützung über eine längere Zeitspanne. Die Jugendlichen wandten sich an mich bei diversen Problemstellungen im schulischen Kontext: Schulschwierigkeiten, drohender Ausbildungsabbruch sowie berufliche Neuorientierung waren häufig Anlässe. Auch bei akuten Krisen und schwierigen Lebenssituationen unterstützte ich die SchülerInnen. Bei schwerwiegenden Problemen wurden fachspezifische Beratungsstellen und Fachdienste miteinbezogen. Im ersten Halbjahr waren Probleme aus dem wirtschaftlichen Bereich, wie z. B. finanzielle Sorgen und die Sicherung des Lebensunterhalts, wichtige Themen in der Beratung. Zeitaufwändig war ebenso die Hilfe bei der Suche nach finanziellen Lösungsmöglichkeiten. Dabei war die gute Kooperation mit dem Jobcenter und dem BAföG-Amt hilfreich. Auch wenn es viele SchülerInnen u. a. mit JaS-Unterstützung schafften, ihren Lebensunterhalt während der Ausbildung entweder durch BAföG oder durch ALG II abzusichern, waren unter ihnen auch solche, die aus finanzieller Not die Ausbildung abbrechen mussten. Darüber hinaus war JaS die erste Anlaufstelle bei psychischen Belastungsstörungen, wie z. B. Depressionen, selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken, Magersucht, Drogenabhängigkeit. Diese Probleme nahmen einen großen Raum im Beratungskontext ein aufgrund deren Folgeerscheinungen im (schulischen) Alltag, wie Leistungsabstieg, Fehlzeiten im Unterricht, schulische Misserfolge, geringe Frustrationstoleranz, fehlende Berufsperspektiven, Konflikte in der Schule oder Drogenmissbrauch.“
2. Strukturelle Leistungen
Für die JaS-Dokumentation sind Angebote der non-formalen und informellen Bildung und des sozialen Lernens strukturelle Leistungen. Sie werden zur Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten, in Reaktion auf auffällige Verhaltensweisen, zur Unterstützung des Schulerfolgs sowie zur Realisierung des eigenen sozialpädagogischen Bildungsauftrags durch JaS durchgeführt oder koordiniert (vgl. JaS-Konzeption, Pkt. 2.2). Strukturelle Leistungen können nach der Förderrichtlinie maximal die Hälfte der Gesamtarbeitszeit einnehmen. Bei der Jugendsozialarbeit an Schulen in Nürnberg umfassen diese durchschnittlich 32% der Arbeitszeit.
2.1 Gruppen- und Projektangebote
Zentrales Arbeitsfeld der JaS sind in diesem Leistungsbereich Gruppen und Projektmaßnahmen. Die thematische Bandbreite möglicher Angebote umfasst unter anderem:
Präventive sozialpädagogische Gruppenarbeit, z. B. soziales Kompetenztraining, - Gewalt- und Suchtpräventionsprojekte, Gruppen zur Bearbeitung geschlechtsspezifischer Fragen oder Partizipationsprojekte; Angebote sozialer, kultureller und politischer Bildung, Angebote zur (inter-) kultu- rellen Bildung, Arbeit mit institutionalisierten Schüler/-innengruppen z. B. Streitschlichter/-innen; Elterngruppen, -abende, -cafés etc.; Unterstützung bei beruflicher Orientierung und Integration z. B. durch Qualifizierung und Kompetenztraining, Unterstützungsangebote zur Erlangung der Ausbildungsreife.
Die inhaltliche Ausgestaltung der Angebote ist zielgruppenbezogen und bedarfsorientiert. Nachfolgend eine Auswahl der dabei im Mittelpunkt stehenden Themen der Gruppenund Projektarbeit.
Anzahl von Projekten/Maßnahmen nach Inhalten/Themen, absolut - 2016 (Kategorienbildung nach Vorgabe des BayStMAS-Berichtsverfahrens)
Insgesamt 188 hier nicht skizzierte einzelne Maßnahmen (mit Einzelhäufigkeit unter 10) wurden zu unterschiedlichen Themenstellungen wie zum Beispiel ‚Konzentrationstraining‘ oder ‚Schuldenprävention‘ durchgeführt.
Seit 2014 war eine Steigerung der Zahl an Gruppen und Projektangeboten der JaS zu verzeichnen. Bei in diesem Zeitraum gleichbleibender Personalstärke und Zahl an JaS- Einsatzschulen nahm der Umfang um ca. 200 auf insgesamt 939 Angebote zu.
Anzahl der JaS-Gruppen- und Projektangebote – gesamt (2014 bis 2016)
Sie umfassen alle durchgeführten Angebote von unterschiedlicher Dauer oder Vor-/ Nachbereitungsintensität - von mehrstündigen Projekten während der Schulzeit oder im außerunterrichtlichen Bereich bis hin zu mehrtägigen Unternehmungen. Alle Aktivitäten werden jeweils einfach gezählt. Die Gruppen- und Projektangebote in den Ferien (Pkt. 2.3) sind ebenso enthalten.
2.2 Arbeit mit Gruppen in bzw. aus Schulklassen
Auch die Arbeit mit einzelnen Gruppen aus Schulklassen oder in den Klassen selbst ist Bestandteil struktureller Leistungen, zum Beispiel bei themenspezifischen Projekten oder Klassenunternehmungen. Spätestens seit dem Schuljahr 2016/17 findet durch JaS ein direkter Zugang zu Geflüchteten und Zugewanderten innerhalb ihres Klassenverbands in Übergangs- und Berufsintegrationsklassen statt. In enger Kooperation mit Lehrkräften und in der Regel mit externen Partnern (DEGRIN e.V., Kinderschutzbund) werden zum Beispiel integrationsfördernde Workshops koordiniert und umgesetzt‚ so zu den Themen ‚Geschlechter und deren Rollenverständnis in Deutschland und im Heimatland‘ oder ‚Achtung Grenze‘. Des Weiteren werden für Übergangsklassen angepasste Streitschlichter-Projekte durchgeführt. Von JaS unterstützte oder mitgestaltete Aktivitäten und Unternehmungen mit den gesamten Klassen sind daneben auch lokale Unternehmungen: Besuche der Straße der Menschenrechte, GPS-Touren in der Innenstadt oder Ausflüge zum ‚Mobilen Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne‘ etc.. Der unmittelbare Zugang über die Klassenschiene ist als Methode selbst sowie als Ausgangspunkt für die weitere integrationsbegleitende JaS–Unterstützung förderlich.
Von den Gruppenmaßnahmen der JaS außerhalb der Klassen setzt sich ebenso ein großer Teil aus dem Klassenverband heraus zusammen. Immer stehen jedoch die jungen Menschen der JaS-Zielgruppen (als Ausgangspunkt) im Fokus. Die Angebote selbst sind kein Teil des Unterrichts und finden z. B. als Aktivitäten im Ganztag oder bei Unternehmungen außerhalb der Schule statt. JaS-Fachkräfte organisieren diese Maßnahmen in ihrer Verantwortung und z. T. mit Unterstützung von Lehrkräften. Rund ein Drittel aller JaS-Projekte und Maßnahmen sind unabhängig vom Klassenbezug in außerunterrichtlichen Gruppen organisiert. Daneben gibt es einen geringeren Anteil an Aktivitäten, bei dem auch Eltern mitwirken (z. B. als Begleitung bei Unternehmungen) oder unmittelbare Zielgruppe (z. B. in Elterncafés) sind.
Zusammensetzung der Gruppen/Maßnahmen, in % (2016)
2.3 Ferienangebote
Nürnberger JaS-Fachkräfte bieten grundsätzlich Ferienaktivitäten für ihre Schülerinnen und Schüler an. Rund 7% aller Gruppen, Projekte und Maßnahmen der JaS werden während der Ferien durchgeführt. Die Ferienangebote werden standortbezogen sehr unterschiedlich nachgefragt. Oft sind sie eine zielgruppenbezogene Ergänzung zu anderen institutionellen Maßnahmen. Seit dem Schuljahr 2016/17 ist allerdings bei den JaS-Fachkräften erhöhter Bedarf an deren Ferienangeboten von Geflüchteten und Zugewanderten aus Übergangs- und Regelklassen zu verzeichnen, insbesondere an Gruppen- und Freizeitaktivitäten in der Stadt. Typisch für die JaS-Arbeit in den Ferien ist es, dass sich Freizeitmaßnahmen und einzelfallbezogene Leistungen überlappen. Beratungsarbeit (auch gemeinsam mit Kooperationspartnern und Eltern) ist somit Teil des Handlungsfelds ‚Angebote und Projekte am Schulstandort‘ – eine z.T. mit Freizeitaktivitäten kombinierte bedarfsorientierte Fortsetzung der regulären Einzelfallarbeit durch JaS mit ihrer Zielgruppe. Nach den bisherigen Praxiserfahrungen (bis 2017) werden rund 25% der Arbeitszeit in den Ferien für Beratungsangebote und Einzelfallarbeit aufgewendet. JaS-Angebote während der Ferien können in zwei Handlungsfelder unterteilt werden: a) Unternehmungen, Aktionen u. Projekte, Aktivitäten, Fahrten in Stadtteil, Stadt und außerhalb Nürnbergs (ca. 40% des Zeitaufwands in den Ferien) b) Angebote u. Projekte am Standort - angekündigt durch Homepage, Elternbriefe, Aushänge etc. (ca. 60% des Zeitaufwands in den Ferien) Auch schulartbezogen werden diese Angebote unterschiedlich gewichtet durchgeführt.
Ca. 40%: Unternehmungen, Aktionen u. Projekte, Aktivitäten, Fahrten in Stadtteil, Stadt und außerhalb Nürnbergs, z.B.: GS MS SFZ RS BS
(Halb-)Tagesunternehmungen: Zirkus, Tiergarten, Stadtbibliothek, x x x x Bowling, Minigolf, Kino, Stadtteilerkundungen etc. Sport- und Spielangebote x x x Schwimmkurse x x x Fe-Prg. in Koop mit KiJH od. Kulturläden, z.B. digit. Daumenkino, x x Experimentiertage, Schrottbasteln, Besuch Tucherland Ausflüge od. Zeltfreizeiten in Fränk. Schweiz x x Kooperation mit der Präventiven Jugendhilfe im Stadtteil x Besuche von Einrichtungen der Jugendberufshilfe / Berufsinfotag x x
Projekte für Übergangsklassenschüler x Bogernschießen x Hochseilgarten x
Ca. 60%: Angebote u. Projekte am Standort - angekündigt durch Homepage, Elternbriefe, Aushänge, z.B.: GS MS SFZ RS BS
Beratungs- und Gesprächstermine, Elterngespräche x x x x x Eigene Projekte vor Ort: Medien, Kochen, gemeinsames Frühstück, x x x Kunst, Gitarre, Bienen (Imkern), Fotostory für Flüchtlinge, Mädchenprojekt, Gesellschaftsspiele
Berufsorientierung, Praktikumsplatzsuche, Bewerbungstraining x x Zeugnisnotdienst x Angebote in Kooperation mit Familienzentrum x Streitschlichterausbildung, Methodentraining x
Im Kalenderjahr 20164 wurden beispielsweise an insgesamt 435 Tagen in den Ferien JaS- Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Beteiligt waren an insgesamt 40 Schulstandorten (57%) alle 37 Vollzeit- sowie ein Fünftel (7) der Teilzeitkräfte. Pro Einsatzschule mit JaS-Vollzeitkräften fanden Ferienaktivitäten durchschnittlich an 13,2 Arbeitstagen im Jahr statt, bezogen auf das Handlungsfeld ‚Unternehmungen außerhalb des Schulstandorts‘ an durchschnittlich 2,9 Tagen und auf das Handlungsfeld ‚Angebote und Projekte am Standort‘ an durchschnittlich 10,3 Tagen. Verteilt waren die Aktivitäten auf alle Ferien verhältnismäßig gleich (Ausnahme: Weihnachtsferien): Tage durchschn./Standort Tage ges. Anteil % Sommerferien 7,0 231 53% Pfingstferien 2,4 78 18% Herbstferien 1,5 51 12% Osterferien 1,5 48 11% Faschingsferien 0,8 27 6%
4 Aufgrund des starken Personalzuwachses im Laufe des Jahres 2017 liegen Zahlen für Gesamt-JaS für alle Ferien aus dem Jahr 2016 vor. Insgesamt können die Daten wieder ab 2018 erfasst werden.
2.4 Kooperationspartner
Rund ein Sechstel aller Gruppen- und Projektmaßnahmen werden von den JaS- Fachkräften in Eigenregie und ohne Kooperationspartner durchgeführt. Ursächlich hierfür sind zum Teil auch die begrenzt verbleibenden Zeitressourcen aufgrund der Schwerpunktsetzung bei einzelfallbezogenen Leistungen. Vor allem jedoch werden im gesamten strukturellen Einsatzfeld die methodisch-fachlichen und personalen Ressourcen anderer Organisationen für unterschiedlichste Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern unterstützend eingesetzt. Kooperierende Partner sind in etwa zu gleichen Teilen Lehrkräfte und schulexterne Institutionen/Personen.
Durchführung von JaS-Gruppen und –Projekten – in % (2016)
Mit JaS kooperierende schulexterne Institutionen/Personen sind, sowohl während der Schulzeit als auch in den Ferien, zum Beispiel
-
andere JaS-Kolleginnen und –Kollegen
-
Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
-
Einrichtungen der Jugendberufshilfe
-
Anlauf- und Beratungsstellen für Flüchtlinge
-
Ehrenamtliche
-
Bildungs- und Kultureinrichtungen
-
Vereine (musischen oder sportlichen Interessen)
2.5 Fachliche Reflexionen zu strukturellen Leistungen
Am Schuljahresende (hier: Juli 2017) erstellen alle JaS-Mitarbeitende fachliche Reflexionen, die sich auf die am Anfang des Schuljahres mit den Schulleitungen abgeschlossenen Praxisvereinbarungen beziehen. Beispielhaft werden einige Textauszüge daraus zum Bereich der strukturellen Leistungen für verschiedene Altersgruppen skizziert.
Altersgruppe der bis 10-Jährigen (Grundschule, Förderzentrum GS-Stufe)
Kooperation und Vernetzung „Im schulhausinternen Beratungsteam fand ein regelmäßiger Austausch zwischen Schulpsychologin, Beratungslehrkraft, Schulleitung und JaS statt. Das wöchentliche Angebot einer „Stabilisierungsgruppe für Kinder mit Fluchterfahrung“ fand während des ganzen Schuljahres in Zusammenarbeit von Schulpsychologin und JaS statt.“ „Horte waren auch in diesem Schuljahr immer wieder Ansprech- und Kooperationspartner von JaS; der rege Austausch im Bedarf war für beide Seiten gewinnbringend. Mit zwei Horten fand im Schuljahr 2016/2017 aufgrund von Einzelfällen ein intensiver Austausch statt, was auch Basis für weitere Zusammenarbeit war. Mit einem ausgelagerten Hort (reduzierte Kinderzahl) fand temporärer Fachaustausch statt. Die schulinterne Mittagsbetreuung wurde nach Bedarf im Einzelfall kontaktiert.“ „In diesem Schuljahr fand erstmalig das Präventionsangebot „Kinder im Netz – aber sicher!“ der Polizeiberatung Zeughaus in der Schule statt. Organisation und Absprachen bzgl. des Projekts lagen bei JaS, so dass der im vergangenen Schuljahr aufgebaute Kontakt intensiviert wurde und nun eine gute Kommunikationsstruktur besteht.“
Angebote der Bildung und Qualifizierung „Aufgrund der Neustrukturierung kam es besonders in einer 3. Klasse vermehrt zu Auseinandersetzungen innerhalb des Klassenverbandes. Gemeinsam mit den Lehrkräften der Klasse wurden Kooperationseinheiten geplant und durchgeführt.“ „Über die präventive Jugendhilfe des Jugendamts war es möglich, einen Workshop in jeder 4. Klasse durch geschulte Fachkräfte zu veranstalten, der Inhalte des Polizeiprojektes aufgriff und diese mit praktischen Übungen vertiefte. JaS übernahm hierbei die Koordination und die Organisation des Einsatzes des Workshops.“
Offene Angebote, Mitgestaltung des Schullebens und Beiträge zur Schulkultur
„Für zahlreiche Kinder ab der 2. Klasse gab es Tür-/Angel-Gesprächskontakte mit JaS während der Pause als „Erste-Hilfe im Notfall“ bzw. als Möglichkeit für eine weitere Terminvereinbarung. Lehrkräfte nutzten diese Zeiten ebenfalls zur Bedarfsabklärung mit JaS bzw. zur Terminierung einzelner Gespräche zwischen JaS und SchülerInnen. Einigen Eltern konnte vor Unterrichtsbeginn bzw. nach –ende die Kontaktaufnahme zu JaS durch ein kurzes, unverbindliches Gespräch erleichtert werden, so dass Folgetermine vereinbart werden konnten.“
Altersgruppe der 11 bis 16-Jährigen (Mittel-, Realschule, Förderzentrum MS-Stufe)
Kooperation und Vernetzung „Einmal in der Woche (Dauer ca. 90 Min.) fand ein Jour-fixe mit der Schulleitung und den beiden JaS Fachkräften statt. Regelmäßige Teilnahme an den Lehrerkonferenzen sowie an der Anfangskonferenz des neuen Schuljahres. Es besteht die Möglichkeit, eigene Themen, Projekte, Anfragen und Bedarfe einzubringen und zu kommunizieren.“ „Anmieten der Räumlichkeiten eines Aktivspielplatzes für Teamtrainings in den unterschiedlichen Altersstufen. Der Platz des Akis mit seinem guten und alten Baumbestand eignet sich hervorragend für Aufbauten des Niederseilgartens und für Kooperationsspiele,
die ausreichend Platz benötigen. Regelmäßige Besuche des Aki mit Gruppen und einzelnen Schülern. Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler bietet er gute Möglichkeiten der Gruppenarbeit (Spielen im Außenbereich, Hüttenbau, Arbeiten im Gemüsegarten, Tierpflege etc.).“
Angebote der Bildung und Qualifizierung
„Ganzjähriges Angebot durch Begleitung und Betreuung im Rahmen eines Teamtrainings. Einmal in der Woche führte die JaS-Fachkraft ein Sozialkompetenztraining durch. Ziel war, den Anfangs- und Gruppenprozess zu begleiten und Themen wie Umgang miteinander, gutes Zuhören, Gewalt, Konflikte zu behandeln.“ „Mit den Berufseinstiegsbegleitern des bfz besteht eine konstruktive Zusammenarbeit, die in der achten Jahrgangsstufe beginnt; Schwerpunkte sind u.a. Bewerbungstrainings und Bewerbungsgespräche. Kooperiert wird auch in regelmäßigen Besprechungen und Terminen mit der zuständigen Berufsberaterin der Agentur für Arbeit. Monatlich findet mit dieser eine gemeinsame Sprechstunde statt. Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen werden begleitet, die eine betriebliche Ausbildung machen möchten. Neben der Vermittlung in eine betriebliche Ausbildung stehen auch Vermittlungen in BVJ, BvB, BGA und andere berufsvorbereitende Maßnahmen im Mittelpunkt.“
Altersgruppe der über 16-Jährigen (z.B. Berufliche Schule)
Kooperation und Vernetzung „Rückblickend auf das letzte Schuljahr war die Zusammenarbeit mit den Fachkräften von Perspektiven im Quartier (PQ) sehr intensiv. Ich bemühte mich rechtzeitig die SchulabbrecherInnen an die Beratungsstelle anzudocken. SchülerInnen werden unterstützt beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, bei der Suche nach einer Praktikums- bzw. Ausbildungsstelle und erhalten Empfehlungen zum Verhalten bei Vorstellungsgesprächen. Im Beratungszeitraum ist es gelungen, weitere Netzwerke zu verschiedenen Kooperationspartnern aufzubauen. In Folge des hohen Hilfebedarfs auch bei TeilzeitschülerInnen z.B. aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde ein Runder Tisch mit Jobcenter und BAföG- Amt initiiert, um Unterstützungsmöglichkeiten für diese Zielgruppe abzuklären. Auch wenn durch unmittelbare Kooperation der JaS mit Fachkräften des Jobcenters vielen jungen Menschen geholfen werden konnte, aus finanziellen Notlagen herauszukommen, konnte die gute Zusammenarbeit nicht immer verhindern, dass einige Jugendliche an der Bürokratie scheiterten und aus Existenznot ihre Ausbildung abbrechen mussten.“
Angebote der Bildung und Qualifizierung „Besonders intensiv war die Arbeit mit einer 10. Klasse im Rahmen des Mobbingpräventionsprojektes Fairplayer. Im Vorfeld habe ich zusammen mit der Klassenleitung eine Multiplikatorenausbildung dazu absolviert. Zu Beginn des Projektes fand eine Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt und Zivilcourage statt. Im weiteren Verlauf setzten sich die SchülerInnen mit ihrer eigenen Rolle bei Mobbingsituationen auseinander und reflektierten über die Konsequenzen ihres Verhaltens. Darüber hinaus wurden verschiedene Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen erarbeitet. Fairplayer bot damit eine Identifikationsfläche für prosoziales Verhalten an und machte unterschiedliche Perspektiven in Rollenspielen erlebbar.“
3. Organisation
3.1 JaS-Fachkräfte
Zum September 2017 waren in der Abteilung Jugendsozialarbeit an Schulen im Jugendamt Nürnberg 92 Fachkräfte auf 70,6 Vollzeitstellen in der sozialpädagogischen Praxis an allen Schularten eingesetzt.
Verteilung der JaS-Fachkräfte und Stellen auf die Schularten sowie die Anzahl der jeweiligen Einsatzschulen (Sept. 2017)
| Stellen Vollzeit, absolut | Einsatzschulen absolut | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Fachkräfte | |||||
| absolut (und %) | |||||
| Grundschulen | 30 (32,6%) | 17,4 | 25 | ||
| Mittelschulen | 27 (29,3%) | 23,5 | 23 | ||
| Berufliche Schulen | 16 (17,4%) | 13,2 | 13 | ||
| Realschulen / Gymn. 5 | 9 (9,8%) | 7,8 | 7 | ||
| Sonderpäd. Förderzentren | 10 (10,9%) | 8,7 | 11 6 | ||
| 92 | 70,6 | 79 | |||
| Gesamt |
Stellen
Vollzeit, absolut
Einsatzschulen
absolut
92
70,6
79
Unmittelbar davor fand ein Ausbau um 8,75 Vollzeitstellen für 13 Fachkräfte an zehn neuen und drei mit JaS unterbesetzten Schulstandorten mit einem sehr hohen Anteil von Geflüchteten und Zugewanderten statt. Quantifizierbare Einheit zur Beschreibung des Bedarfs für den JaS-Einsatz waren spezifisch für diese Zielgruppe eingerichtete Klassen: Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen und Berufsintegrationsklassen an Beruflichen Schulen Seitdem arbeiten von den nun insgesamt 92 Nürnberger JaS-Fachkräften knapp ein Drittel (29) an Schulen mit Übergangs- und Berufsintegrationsklassen. Zum Schuljahr 2017/18 sind an allen Schulstandorten mit diesen Klassen für Flüchtlinge und Zugewanderte JaS- Fachkräfte eingesetzt. Dabei gilt generell: Auch wenn die zusätzlichen Personalressourcen vorrangig an Schulen mit hoher Zuwanderung bzw. mit vielen Geflüchteten geschaffen
5 JaS arbeitet in Nürnberg an einem Gymnasium mit zwei Fachkräften auf 1,25 Stellen. Eine halbe Stelle davon wird anteilig vom Schulbereich mitfinanziert und ist im Ganztagsbereich der Schule angesiedelt. Für die weitere Zählweise sind Realschulen und Gymnasium zusammengefasst. 6 Zehn Sonderpädagogische Förderzentren sind räumlich an fünf Standorten mit je einer Grundschul- und Mittelschulstufe zusammengefasst. Sie werden jedoch separat mit Landesmitteln gefördert und mit JaS versorgt. Hinzu kommt eine ebenfalls mit JaS besetzte Berufsschule des Bezirks Mittelfranken zur sonderpädagogischen Förderung.
wurden, arbeiten die JaS-Fachkräfte auch dort auf Basis der geltenden JaS-Konzepte mit allen Schülerinnen und Schülern ihrer Zielgruppen an der Schule.
Als quantifizierbare Einheit zur Beschreibung des Bedarfs für den erweiterten JaS- Einsatz ab September 2017 (nach Beschluss in den Haushaltsberatungen des Stadtrats vom 17.11.2016) wurden vorrangig die Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen sowie die Berufsintegrationsklassen an Beruflichen Schulen herangezogen, nachdem an Nürnberger Schulen zur Unterbringung von Geflüchteten und Zugewanderten im Schuljahr 2016/17 auch eine weitere Aufstockung dieser Klassen durchgeführt wurde. Hierauf basierte eine Ausweitung um 8,75 Vollzeitstellen für insgesamt 13 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zehn neuen und drei mit JaS unterbesetzten Schulstandorten. Zwei der zehn neu mit JaS besetzten Schulen waren Grundschulen ohne Übergangsklassen mit einem hohen Migrationsanteil auch wegen des Besuchs von Geflüchteten und Zugewanderten in den Regelklassen.
JaS-Stellenausweitung an Schulen mit Geflüchteten und Zugewanderten ab Sept. 2017
| 13 Standorte | 62 Ü-,BI-, Sprintklassen, ca. 900 Schüler | 13 JaS-Fachkräfte (8,75 Stellen) |
|---|---|---|
| 6 Grundschulen | 14 Übergangsklassen, (an 4 dieser Schulen) ca. 220 Schüler | 6 MA (4,0 Stellen) |
| 1 Mittelschule | 9 Übergangsklassen, ca. 150 Schüler | 1 MA (0,5 Stelle) |
| 1 Realschule | 2 Sprintklassen, ca. 20 Schüler | 1 MA (1,0 Stelle) |
| 5 Berufliche Schulen | 37 Berufsintegrationsklassen, ca. 500 Schüler | 5 MA (3,25 Stellen) |
62 Ü-,BI-, Sprintklassen,
ca. 900 Schüler
13 JaS-Fachkräfte
(8,75 Stellen)
Gesamtstand: Schulen mit Ü-, BI- und Sprintklassen und JaS-Besetzung, Sept. 2017
| 27 Standorte | 114 Ü-,BI-,Sprintklassen, | 29 JaS-Fachkräfte | ||
|---|---|---|---|---|
| ca. 1.700 Schüler | (25,5 Stellen) | |||
| 6 Grundschulen | 20 Übergangsklassen, ca. 330 Schüler | 6 Fachkräfte (3,75 Stellen) | ||
| 8 Mittelschulen | 38 Übergangsklassen, ca. 540 Schüler | 7 Fachkräfte (8,0 Stellen) | ||
| 1 Realschule | 2 Sprintklassen, ca. 20 Schüler | 1 Fachkraft (1,0 Stelle) | ||
| 12 Berufliche Schulen | 54 Berufsintegrationsklassen, ca. 800 Schüler | 15 Fachkräfte (12,75 Stellen) |
2017 vorgenommene Veränderungen in den für Geflüchtete und Zugewanderte installierten Klassen, wie zum Beispiel die Umwandlung von Berufsintegrationsklassen in sog. vollschulische Klassen oder die Reduzierung sozialpädagogischer Unterstützung durch externe Träger in vormals kooperativ geführten Klassen, erhöhen den Bedarf an Beratungshilfen oder Kleingruppenbetreuung durch JaS. Auch werden ab dem nächsten Schuljahr viele Geflüchtete in den Ausbildungsmarkt übertreten und eine duale oder schulische Ausbildung beginnen. Die Überlegungen, dazu insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit geringer Bleibeperspektive weitere Maßnahmen an Berufsfachschulen aufzulegen, betreffen JaS als Kooperationspartner für individuelle Unterstützungsmaßnahmen darin ebenso. Vergleichende Auswertungen der JaS-Praxis an allen Standorten mit Übergangs- und Berufsintegrationsklassen und an Schulen, in denen die Zielgruppe Regelklassen besucht, können nach Ablauf des Schuljahres 2017/18 erstellt werden. Verbunden mit der standardisierten Dokumentation für das BayStMAS, die sich am Kalenderjahr orientiert, ist eine quantitative und fachliche Beurteilung ab Anfang 2019 möglich.
Gut die Hälfte (50) aller 92 JaS-Mitarbeiter/innen waren Teilzeitkräfte (Stand: Sept. 2017). 35 dieser arbeiten mit 19,5 Wochenstunden (halbe Stelle), die übrigen Teilzeit-Fachkräfte auf durchschnittlich einer dreiviertel Stelle zwischen 25 und 35 Wochenstunden. Lediglich zwei von insgesamt 30 JaS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern an Grundschulen arbeiten in Vollzeit. Ursächlich ist hierfür auch, dass nur acht von insgesamt 25 Grundschulstandorten nach der Bedarfs- und Ausbauplanung mit Dreiviertel- oder Vollzeitstellen ausgestattet sind.
Bei der Altersverteilung der JaS- Fachkräfte innerhalb der Abteilung bilden jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu 40 Jahren mit über 45% die größte Gruppe. Knapp ein Viertel sind 56 Jahre und älter. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden somit über 20 Fachkräfte ausscheiden und in den Ruhestand gehen.
Altersverteilung JaS-Fachkräfte (ges.: 92), in % (Sept. 2017)
Zur Geschlechterverteilung (Sept. 2017): Bei JaS arbeiten 73 weibliche (80%) und 19 männliche Fachkräfte. An Grundschulen ist der Frauenanteil (28 von 30) besonders hoch.
3.2 JaS-Einsatzschulen
Die Fachkräfte in der JaS-Praxis arbeiten an 79 Einsatzschulen. Enthalten sind hier zehn neue Standorte, die während des Ausbaus zum September 2017 erstmals besetzt wurden (sechs Grund-, drei Berufsschulen, eine Realschule). Grundlage dafür war die im gemeinsamen Schul- und Jugendhilfeausschuss Nov. 2014 fortgeschriebene Bedarfsplanung JaS 2014 bis 2019, die einen Ausbau innerhalb von drei Prioritätsstufen vorsah, nach der Schulstandorte zu besetzen sind. Mit der durchgeführten Stellenschaffung für JaS an Schulstandorten mit besonders hohem Anteil von Geflüchteten und Zugewanderten ist inzwischen der Ausbau der ersten Prioritätsstufe umgesetzt.
3.3 Regionen-/schulartbezogene Aufteilung der Fachkräfte
JaS-Fachkräfte arbeiten innerhalb der Abteilung in drei Regionen und einer Gruppe für Berufliche Schulen mit je einer Regionalleitung.
Aufteilung der Fachkräfte und Schulstandorte nach Regionen (Sept. 2017)
Die Leitungsspanne ist sehr hoch mit 1:25 bzw. 1:33 (Berufliche Schulen 0,5 VK Leitung). Besonders herausfordernd ist dabei, dass die JaS-Fachkräfte vor Ort in den Schulen eingesetzt sind und somit räumlich über die gesamte Region verteilt arbeiten.
Alle Mitarbeitenden sind schulartspezifisch sog. Fachteams zugeordnet. Dies sind neun Gruppen (drei Grundschul-, drei Mittelschul-, je ein Berufsschul-, Förderzentrum- und Realschul-/ Gymn.-Fachteam), in denen insbesondere fachliche Beratung und kollegialer Austausch ermöglicht sowie fach- und organisationsbezogene Themen behandelt werden. Jedes Team wird von einer JaS-Fachkraft koordiniert und moderiert.
3.4 JaS-Fachkräfte in Qualifizierungsmaßnahmen
Zentrale und verbindliche Fortbildungsmaßnahme ist für alle neuen Fachkräfte der vom Bayerischen Landesjugendamt angebotene einwöchige JaS-Grundkurs. Ziel ist die Klärung der Aufgaben und der Berufsrolle im System Schule sowie die Erarbeitung von Kooperationsgrundlagen. Im Jahr 2017 betraf dies in Nürnberg 14 neu hinzukommende JaS- Fachkräfte, die den Grundkurs i.d.R. nach einem halben Jahr Praxis absolvierten bzw. noch wahrnehmen werden. Verschiedene Maßnahmen der Qualifizierung und Einarbeitung finden innerhalb der Abteilung statt und werden dort geplant und umgesetzt – abhängig von den vorliegenden
Angeboten der innerstädtischen Fachstelle für Personalentwicklung und Fortbildung (PEF:SB) oder der Städteakademie Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach. Inhouse-Fortbildungen werden innerhalb der Ferien von JaS–Mitarbeitenden für Kolleginnen und Kollegen umgesetzt. Eigene Ressourcen werden genutzt, um neue Fachkräfte zu schulen und aktuelle Themenstellungen zu bearbeiten, wie z.B. ‚Gesunde Ernährung, Umsetzung im Schulalltag‘ oder ‚Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht‘. Interne Fortbildungen werden innerhalb JaS konzipiert und organisiert und durch externe Fachkräfte für JaS- Mitarbeitende gestaltet. Beispiele hierfür sind: Medienpädagogische Angebote für Kinder im Grundschulalter, Programme zur Prävention von Mobbing an Schulen oder "KRASS! Hauptsache radikal" ein gemeinsames Angebot für JaS-Fachkräfte und Lehrkräfte.
Teilnehmende an Inhouse- und internen JaS-Fortbildungen (2015 – 2017), Mehrfachnennungen möglich
99 TN
2015 2016 2017
Weitere Maßnahmen innerhalb der Abteilung sind: ein standardisiertes Einarbeitungsprogramm inkl. Hospitationen in verschiedenen Jugendamtsbereichen, Schulungen zum Online-Berichtswesens; Organisation von Gruppensupervision in Kooperation mit der Personalberatung; Koordination und Steuerung aller JaS-Fortbildungsmaßnahmen und Pflichtschulungen (z.B. Erste-Hilfe-Kurse) außerhalb PEF:SB; Jährlich für alle Fachkräfte der Abteilung stattfindende Klausurtage, z.B. zu: Gesundheitsförderung (2015), Einzelfallhilfe (2016) oder Netzwerkpartner (2017). Organisation und Durchführung von Fachaustausch unter Mitarbeitenden zu spezifischen Themen wie z. B. ‚Inklusion‘ oder ‚Arbeit mit Geflüchteten‘.
Die Fortbildungsmaßnahmen der Fachstelle für Personalentwicklung und Fortbildung (PEF:SB) im Referat für Jugend, Familie und Soziales gewannen für JaS an Bedeutung; die Angebote wurden auch im Dialog mit der Nutzerseite (Fortbildungskonferenzen) entsprechend ausgebaut. Die Kooperation mit PEF:SB stellt eine passgenaue Deckung der genannten Bedarfe sicher.
Anmeldungen der JaS – Fachkräfte bei PEF:SB (gesamt pro Jahr)
2014 2015 2016 2017
Im Vergleichsjahr 2016 wurden rund 69% aller Anmeldungen (absolut: 205) durch JaS- Fachkräfte bei PEF:SB registriert. 13% (absolut: 39) der Anmeldungen gab es bei der Städteakademie, die als gemeinsame Kooperation der Kommunen Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach Fortbildungsmaßnahmen für alle Mitarbeitenden der vier Städte anbietet. Von JaS-Fachkräften wurden vor allem individuelle Fortbildungen wie z.B. ‚Grenzen finden und Grenzen setzen in belastenden Situationen‘, ‚Wissen effektiv vermitteln‘ oder ‚Selbstschutz / Selbstbehauptung‘ besucht. Daneben greift JaS im Bedarfsfall auch auf externe Angebote (z.B. bei mudra, IPSN, Wildwasser) zurück. 18% (absolut 54) der Anmeldungen fanden 2016 hier statt. Dies waren im letzten Jahr z.B. Fortbildungen zu den Themen: Erlebnispädagogische Angebote, Vermeidung von Schulangst, Cybermobbing, Psychomotorik, Sexualpädagogik mit Jungen sowie Radikalisierung. In diesem Spektrum werden vom Bayerischen Landesjugendamt (neben den verbindlichen Grundkursen) verschiedene Vertiefungskurse für JaS-Fachkräfte, z.B. zu den Themen ‚Einzelfallhilfe‘ und ‚Methoden für soziales Kompetenztraining‘ oder sog. ‚Tandemkurse‘ für JaS-Mitarbeitende und Lehrkräfte angeboten.
Stadt Nürnberg Amt für Kinder, Jugendliche und Familien - Jugendamt
Jugendsozialarbeit an Schulen Lina-Ammon-Straße 28 90471 Nürnberg jas.nuernberg.de jas@stadt.nuernberg.de Tel. 09 11 / 2 31-1 08 96 Fax 09 11 / 2 31-1 08 97
Mai 2018