Beilage 3.1
zur Sitzung des gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschusses am 28.06.2018
Sachverhalt Jugendsozialarbeit an Schulen:
Leistungs- und Strukturdaten 2016/2017
1. Jugendsozialarbeit an Schulen in Nürnberg (JaS)
Jugendsozialarbeit an Schulen in Nürnberg ist eine Leistung der Jugendhilfe vor Ort in den Schulen und mit verlässlichen Ansprechpartnern für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene tätig. Ihr Auftrag ist es gemäß § 13 SGB VIII jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sozialpädagogische Hilfen anzubieten, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern. Darauf basiert die zuletzt im gemeinsamen Schul- und Jugendhilfeausschuss 2014 fortgeschriebene Nürnberger JaS-Konzeption ebenso wie die Zuwendungen des Freistaat Bayern nach der „JaS- Förderrichtlinie“.
Die Leistungs- und Strukturdaten (Arbeitsbericht) (Beilage 3.2) wurden auf Grundlage des standardisierten Berichtsverfahrens für das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration erstellt. In diesem dokumentieren die JaS-Fachkräfte in Bayern einheitlich ihre Arbeit. Bis zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses lagen die Zahlen aus dem Jahr 2016 vor. Ergänzt werden die Zahlen durch eigene Daten aus 2017. Ein Vergleich mit bayernweiten Daten kann perspektivisch nur dann vorgenommen werden, wenn aktuellere und damit aussagekräftigere Landeszahlen (derzeitiger Stand: bis 2014) vorliegen.
2. Die JaS-Arbeit in Zahlen
Einzelfallbezogene Arbeit Kernstück der JaS sind die einzelfallbezogenen Leistungen, für die nach den konzeptionellen Vorgaben mindestens 50% der Arbeitszeit aufzuwenden sind. 2016 lag dieser Wert in Nürnberg bei durchschnittlich 68%.
Nach den derzeit ausgewerteten Dokumentationsdaten für das Jahr 2016 fanden für 4.361 (12%) von insgesamt 36.362 Kindern und Jugendlichen an Schulen mit JaS-Besetzung einzelfallbezogene Leistungen statt. Bei der zahlenmäßig größten Gruppe, den Schülerinnen und Schülern an Mittelschulen, lag der Wert bei 18% (abs. 1.469 von insgesamt 8.161 Schülerinnen und Schülern).
Die durchschnittliche Einzelfallhäufigkeit je JaS-Fachkraft (Vollzeitäquivalent) wurde mit 73,5 Schülerinnen und Schülern erfasst.
Eine Hauptzielgruppe sind nach der Nürnberger Rahmenkonzeption und der bayerischen Förderrichtlinie Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, den 65,5% (absolut 2.823) aller durch die Nürnberger JaS erreichten jungen Menschen hatten. Von diesen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gehörten 2016 11% (311 von 2.823) zur Zielgruppe der Geflüchteten und Zugewanderten.
In 91,7% (abs. 3.999) der einzelfallbezogenen JaS-Leistungen fand eine ergänzende Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten oder Personen statt. Ein zentraler Kooperationspartner für JaS ist der Allgemeine Sozialdienst (ASD), mit dem in 22,6% aller einzelfallbezogenen Leistungen zusammengearbeitet wurde. Von den insgesamt 984 Kooperationsfällen mit dem ASD waren 142 (14,4%) im Bereich des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII (Kinderschutzgesetz).
Strukturelle Leistungen Strukturelle Leistungen können nach der Förderrichtlinie maximal die Hälfte der Gesamtarbeitszeit einnehmen. Bei der JaS in Nürnberg umfassen diese durchschnittlich 32% der Arbeitszeit.
Zentrales Arbeitsfeld der JaS sind in diesem Leistungsbereich Gruppen und Projektmaßnahmen. Seit 2014 war eine Steigerung der Zahl an Gruppen und Projektangeboten der JaS zu verzeichnen. Bei in diesem Zeitraum gleichbleibender Personalstärke und Zahl an JaS-Einsatzschulen nahm der Umfang um ca. 200 auf insgesamt 939 Angebote zu.
Auch die Arbeit mit einzelnen Gruppen aus Schulklassen oder in den Klassen selbst ist Bestandteil struktureller Leistungen, zum Beispiel bei themenspezifischen Projekten oder Klassenunternehmungen. Der Großteil der strukturellen Leistungen entstand aus dem Klassenverband und schulischen Gruppen (2016: 57,1%). Rund ein Drittel aller JaS-Projekte und Maßnahmen war 2016 unabhängig vom Klassenbezug in außerunterrichtlichen Gruppen organisiert. Daneben gibt es einen geringeren Anteil an Aktivitäten, bei dem auch Eltern mitwirken (2016: 4,9%).
Nürnberger JaS-Fachkräfte bieten grundsätzlich Ferienaktivitäten für ihre Schülerinnen und Schüler an. Rund 7% aller Gruppen, Projekte und Maßnahmen der JaS werden während der Ferien durchgeführt. Nach den bisherigen Praxiserfahrungen (bis 2017) wird rund 25% der Arbeitszeit in den Ferien für Beratungsangebote und Einzelfallarbeit aufgewendet.
3. Die JaS-Organisation in Zahlen
Zum September 2017 waren in der Abteilung Jugendsozialarbeit an Schulen im Jugendamt Nürnberg 92 Fachkräfte auf 70,6 Vollzeitstellen in der sozialpädagogischen Praxis an allen Schularten eingesetzt.
Verteilung der JaS-Fachkräfte und Stellen auf die Schularten sowie die Anzahl der jeweiligen Einsatzschulen (Sept. 2017)
| Stellen Vollzeit, absolut | Einsatzschulen absolut | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Fachkräfte | |||||
| absolut (und %) | |||||
| Grundschulen | 30 (32,6%) | 17,4 | 25 | ||
| Mittelschulen | 27 (29,3%) | 23,5 | 23 | ||
| Berufliche Schulen | 16 (17,4%) | 13,2 | 13 | ||
| Realschulen / Gymn. 1 | 9 (9,8%) | 7,8 | 7 | ||
| Sonderpäd. Förderzentren | 10 (10,9%) | 8,7 | 11 2 | ||
| 92 | 70,6 | 79 | |||
| Gesamt |
Stellen
Vollzeit, absolut
Einsatzschulen
absolut
92
70,6
79
Unmittelbar davor fand ein Ausbau um 8,75 Vollzeitstellen für 13 Fachkräfte an zehn neuen und drei mit JaS unterbesetzten Schulstandorten mit einem sehr hohen Anteil von Geflüchteten und Zugewanderten statt. Seitdem arbeiten von den nun insgesamt 92 Nürnberger JaS-Fachkräften knapp ein Drittel (29) an Schulen mit Übergangs- und Berufsintegrationsklassen.
1 JaS arbeitet in Nürnberg an einem Gymnasium. Für die weitere Zählweise sind Realschulen und Gymnasium zusammengefasst. 2 Zehn Sonderpädagogische Förderzentren sind räumlich an fünf Standorten mit je einer Grundschul- und Mittelschulstufe zusammengefasst. Sie werden jedoch separat mit Landesmitteln gefördert und mit JaS versorgt. Hinzu kommt eine ebenfalls mit JaS besetzte Berufsschule des Bezirks Mittelfranken zur sonderpädagogischen Förderung.
Gut die Hälfte (50) aller 92 JaS-Fachkräfte arbeiten in Teilzeit (Stand: Sept. 2017), 35 mit 19,5 Wochenstunden (halbe Stelle), die übrigen Teilzeit-Fachkräfte auf durchschnittlich einer dreiviertel Stelle zwischen 25 und 35 Wochenstunden. Lediglich zwei von insgesamt 30 JaS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern an Grundschulen arbeiten in Vollzeit. Ursächlich ist hierfür auch, dass nur acht von insgesamt 25 Grundschulstandorten nach der Bedarfs- und Ausbauplanung mit Dreivierteloder Vollzeitstellen ausgestattet sind.
Bei JaS arbeiten (Sept. 2017) 73 weibliche (80%) und 19 männliche Fachkräfte. An Grundschulen ist der Frauenanteil (28 von 30) besonders hoch.
Die JaS-Fachkräfte arbeiten innerhalb der Abteilung in drei Regionen und einer Gruppe für Berufliche Schulen mit je einer Regionalleitung. Die Leitungsspanne ist sehr hoch mit 1:25 bzw. 1:33 (Berufliche Schulen 0,5 VK Leitung).
4. JaS – Neue Einsatzstellen ab dem Schuljahr 2018/2019
Zum weiteren bedarfsdeckenden Ausbau der JaS in Nürnberg wurden ab 2018 2,25 unbefristete Vollzeitstellen für Fachkräfte der Jugendsozialarbeit an Grundschulen genehmigt. Grundlage für die Stellenschaffungen sowie die Benennung der für den JaS-Einsatz besonders betroffenen Schulstandorte ist dabei die Fortschreibung der Jugendhilfeplanung mit Beschluss im Schul- und Jugendhilfeausschuss vom 06.11.2014. Folgende Einsatzschulen werden danach – vorbehaltlich der Fördergenehmigung durch die Regierung von Mittelfranken – ab September 2018 mit JaS- Fachkräften (jeweils 0,5 VK) neu besetzt und in einem Fall (GS Friedrich-Wilhelm-Herschel- Schule) um 0,25 VK aufgestockt:
| Schüler- zahl 2017/18 | Migrations- anteil 2017 | Rang lt. Planung* Stufe 2.1 | Stelle lt. Planung* | Ist-Stand JaS | Vorschlag Ausbau 2018 | Rang 2018 |
|---|
| GS Insel Schütt | 230 | 58,90% | 1 | 0,75 | 0 | 0,50 | 1 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GS Astrid-Lindg- ren | 165 | 66,00% | 2 | 0,75 | 0 | 0,50 | 2 |
| GS St. Johannis | 380 | 55,20% | 3 | 1,00 | 0 | 0,50 | 3 |
| GS Adalbert-Stif- ter | 240 | 67,20% | 5 | 0,75 | 0 | 0,50 | 4 |
| GS Friedrich-Wil- helm-Herschel (Aufstockung) | 411 | 89,00% | 1 (Stufe 2.2) | 0,50 | 0,5 | 0,25 | 5 |
*Ausbauplanung entsprechend Schul- und Jugendhilfeausschuss vom 06.11.2014; Beilage 2.3
2,25