Anlage 5.1
Projekt Seepferdchen - Ausweitung
Projektstand
Das Projekt „Seepferdchen“ soll die Zahl von Nichtschwimmern unter den Nürnberger Kindern verringern.
Dies wird über die Erhöhung der Betreuungsqualität im schulischen Schwimmunterricht erreicht. Der schulische Schwimmunterricht bietet die Chance, auch Kinder zu erreichen, die das Schwimmen nicht von den Eltern gelernt bekommen und aus verschiedenen Gründen keinen Schwimmkurs besuchen können. Darüber hinaus finden Fortbildungen für Schwimmlehrer zur Verbesserung der Qualifikationen beim Schwimmen unterrichten statt.
Gegenwärtig profitieren 11 Grundschulen und 3 Mittelschulen, überwiegend aus „Brennpunktstadtteilen“, in insgesamt 31 Schulstunden pro Woche vom Projekt. Die in der Regel zwei Lehrer jeder Schwimmklasse werden durch eine Assistenzkraft im Schwimmunterricht unterstützt. Hierdurch ist eine Aufteilung der ca. 20 Kinder in 3 Gruppen und damit eine individuellere Betreuung der Kinder möglich.
Die Finanzierung der genannten Assistenzkräfte stand bisher jedes Jahr auf der Kippe (durch Stiftungen und Spender) und kann nun mit den zur Verfügung stehenden Geldern dauerhaft gesichert werden.
Ansatzpunkte zur Ausweitung des Projektes
Mit Bereitstellung zusätzlicher Mittel ist der Auftrag verbunden, das Projekt Seepferdchen auszuweiten. Hierfür bieten sich folgende Ansatzpunkte:
1. Ausweitung der Schwimmassistenzen auf mehr Schulklassen durch die Einbin-
dung von Sportvereinen
Es wurden erste Gespräche mit vier größeren Schwimmvereinen geführt. Drei dieser Vereine können sich vorstellen zu unterstützen. Demnach hätten wohl einige ihrer Übungsleiter die zeitlichen Möglichkeiten, sich im Projekt einzubinden. Als nächster Schritt wird eine schriftliche Abfrage für die Übungsleiter erstellt, um Unterstützungsmöglichkeiten zu konkretisieren.
Im Vorfeld der Abfrage ist hierbei zu klären, welche Mindestqualifikation eine Schwimmassistenz haben soll und welche Vergütung angemessen ist.
Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen in der Nutzung bestehender Strukturen, d.h. Busse, Schwimmzeiten und Schüler sind bereits vorhanden und müssen nicht aufwändig organisiert werden.
2. Zusätzliche Schwimmangebote für wasserfremde Kinder
Für wasserfremde Schüler reicht oft der reguläre Schwimmunterricht nicht aus, um Schwimmen zu lernen. Selbst bei Schwimmklassen mit zusätzlicher Schwimmassistenz bleiben nach den Erfahrungen vergangener Jahre 3-5 Kinder pro Klasse, die nicht schwimmen können. Zusätzliche Schwimmstunden könnten in den Ferien in Form eines Schwimmkurses oder in den Nachmittagsstunden in Form von Sportarbeitsgemeinschaften mit Sportvereinen ange-
boten werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Einbindung des Schwimmens in offene Ganztagesangebote.
Als erster Schritt soll versucht werden, diese genannten Modelle pilotmäßig an jeweils einer Schule anzubieten. Die Herausforderung ist hierbei, gerade die Eltern der wasserfremden Kinder zu animieren, ihr Kind an einer solchen Maßnahme teilnehmen zu lassen (freiwillige Teilnahme). Problematisch ist der hohe Organisationsaufwand für die Angebote, der beim regulären Schwimmunterricht nicht zusätzlich anfällt (Akquise der relevanten Kinder, Transport zum Schwimmbad, Wasserzeiten, Betreuung).
3. Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer am Standort Nürnberg
Seit drei Jahren wird eine Schwimmfortbildung zur Auffrischung des Themas „Schwimmen unterrichten“ (ganztägig) angeboten. Diese war in der Vergangenheit jeweils ausgebucht und soll weiter im Programm bleiben. Darüber hinaus soll ein bis zwei Mal pro Jahr eine Auffrischung der Rettungsfähigkeit (halbtägig) angeboten werden. Der Pilot findet am 16.3.2018 statt, die Fortbildung ist mit 32 Anmeldungen bei 20 Plätzen ausgebucht (Stand: 21.02.2018). Durch die Fortbildungsmaßnahmen sollen den Lehrkräften Sicherheit und Kompetenzerlangung vor Ort in Nürnberg ermöglicht werden, so dass möglichst viele Nürnberger Lehrer dauerhaft für den Schwimmunterricht zur Verfügung stehen.
4. Befähigung von Schulen zum Schwimmunterricht
15 der 131 Nürnberger allgemeinbildenden Schulen gehen im Schuljahr 2017 / 2018 nicht zum Schwimmen. Der Anteil der Mittelschulen ist hierbei mit acht von 28 Schulen (zusätzlich 3 Förderzentren, die mit dem Mittelschulbereich nicht zum Schwimmen gehen) besonders hoch. Ein Großteil dieser Schulen beansprucht bereits im zweiten Jahr keine Schwimmzeiten. In Gesprächen sollen die Ursachen analysiert und Lösungsmöglichkeiten gefunden werden.
5. Gespräche mit weiteren Netzwerkpartnern
Im Verlauf des Jahres sollen Gespräche mit weiteren Netzwerkpartnern und Experten zur Herausarbeitung weiterer Ideen und Kooperationsmöglichkeiten geführt werden. Zu nennen sind hierbei die Fachberatung Sport des Staatlichen Schulamts, NürnbergBad (Unterstützung durch Azubis), Schulen mit besonders hohen Erfolgsquoten beim Schwimmunterricht, die Jugendsozialarbeit an Schulen (Partner für Ferienschwimmkurse), Träger von Ganztagsangeboten an Schulen, Schwimmsportvereine und ausgewählte Schulen.
Ziele bis zum Ende des Schuljahres
Abfrage der Ressourcen bei Sportvereinen für Schwimmassistenzen, Sportarbeitsgemeinschaften / Kooperationen im Ganztag, Ferienschwimmkurse Gespräche mit Netzwerkpartnern zur Konkretisierung des Konzepts Planung zweier Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer Organisation eines Ferienschwimmkurses für wasserfremde Kinder in den Pfingstferien Einbindung von Sportvereinen beim schulischen Schwimmunterricht an drei Vormittagen Vorbereitung zweier Sportarbeitsgemeinschaften mit wasserfremden Kindern für das nächste Schuljahr